LMMMOM««», Nr. 177. Pranumercltlonoprc!«: Im «iompteli ganzj. si. li, ball',, fi. 5.5N. Mr die Hustcllunl, ^« Hau« ha!bj.5>0li. Mit derPost ncnizj.sl. 15, Ya!b!. si.?.5U. Dienstag, 4. August Insert! onsgevAhl bi'? 10 feilen: imal SN l,., »M.8u!r., »m. 1 si.; sonst pl.Zelle im. ß!r.,«m.8lr., »m. 10 lr. u. f. w. Inscitionsftempcl lebe«m.»0ll. 1868. Anltlicher Theil. ade, k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchstem Handschreiben vom 30. Juli d. I. Sich allcr-Mdigst bcwoqcn gefunden, den Statthalter nnd com-^andircnden General in dem Königreiche Dalmatien "M. Franz Frcihcrrn PhiliPpovic «.Philipps, "crg aiif sein Ansuchen seines bisherigen Dicnstftostcns ^ entheben nnd den Generalmajor Johann Ritter von ^agl, rr zum Statthalter nnd Militärcommandanteu '" dem Königreiche Dalmaticn allcrgnädigsl zn ernennen ^>i,ht. ' ' Giskra >n. ,». Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-Mer Entschließung vom 25. Juli d. I. auf Grund-Hl eines allcrnntcrthäuigstcn Vortragcs des Rcichs-Mers. Ministers des kaiserl. Hanfes nnd dcS Acußcrn, °c» Eonsularclcvcn Rudolf Grafen von Wclsers-'timb zum Botschaftöattach«' allcrgnädigst zn ernennen »ttuht. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allcr-Bchstcr Eutschlicßung vom 20. Juli d. I. den ordcnt-uchcn Professor der Staatswisfcnfchaftcn in Tübingen "l. Albert Schäfflc zum ordentlichen Professor der ^ltischcn Octouomie an der Wiener Universität zn er-^lN'cn und demselben bei diesem Aulassc in Ancrkcn-s^g seiner hervorragenden Verdienste um die Wissen-"inft ^„ Titel und Charakter eines Regicrnngsrathes ^ttgnädigst zu verleihen gernht. Hasner ">. >>. Der Iustizministcr hat die bei dem Krcisgcrichte y.?^r erledigte Landcsgerichtsrathsstclle dem dortigen ^isgcrichtsrathe F^anz Lorenz verliehen. - Der Instizminister hat die bei dem Landesgcrichtc ^ Troppan erledigte Landcögerichtsrathsstcllc dem Staats-^waltc Karl Wieser in Znaim verliehen. y Der Iustizministcr hat den Gcrichtsadjuncten am ^udesgcrichtc in Linz Ludwig Pokorny znm Staats-^vnltssubstitutcu daselbst ernannt. Der Iustizministcr hat den Adjunctcn des Landes-Achtes in Graz Leopold Kammerlan dcr znm ^atsanwaltssubstitnten daselbst ernannt. „., Der Iustizministcr hat dcu Adjunctcn dcS Laudes-^chtcs in Graz Karl von Aichcrau zum Naths-'^ttär daselbst ernannt. Nichtamtlicher Theil. Die deutsche /rage und die Wiener Volks-Versammlung. Man glanbtc lange, daß „Blut und Eisen" die richtige Antwort auf die deutsche Frage" gewesen sei. Die von deutschen Schützen einbernfcue Volksversammlung zur Besprechung der durch die Schlacht vou ^?adowa uud den Präger Friede» ucräudcrten Stellung Deutschlands scheint obige Ausicht zu widerlegen. Eben die Empfindlichkeit, welche die preußischen Blätter über die von deutschem Natioualgcfühl getragenen Aeußerungen auf dem Schützcntagc znr Schau trugen, beweist am besten die eminente politische Wichtigkeit diescs Festes. Die liberalen Blätter Wiens haben diese Wichtigkeit sofort erkannt nud das Gestehen einer deutschen Frage constatirt. Ja, es gibt eine deutsche Frage, sagt ein Wiener Blatt, uud Oesterreich hat ein lebhaftes Interesse an derselben, trotzdem es in Frankfurt durch keinen Buudcsprüsidial-gcsandten mehr vertreten ist. Die Dcutschöstcrreichcr nchmcu an dcu Vorgängen in Deutschland gerade fo viel inuigcn Antheil wie vor dem Prager Frieden, vielleicht noch iunigcrcu. Die Zerreißung des losen Bandes, das uns politisch au Deutschland knüpfte, die Zertrümmerung des deutschcu Bundes, welcher durch die Solidarität der österreichischen nnd Preußischen Reaction in verkrüppeltem Zustande erhalten wurde, ließ uns erst recht empfinden , daß die Vcrbinduug eine organische war oder richtiger noch ist. Die Deutschen in Oesterreich wollten und konnten nicht glauben, daß durch den Präger Frieden ihr Schicksal für immer cntfchicdcu sei, und die Beweise brüderlicher Sympathie, wclchc sic aus Aulaß des Schützenfestes vou Dcutschcu aller Gauen erfuhren, waren nur geciguct, diesen Glauben an die Zusammengehörigkeit aller Dcutschcu zu stärken und zu krüftigcu. Die Idee cincr Volksversammlung, in welcher die deutsche Frage von diesem Standpunkte besprochen werde, lag deshalb sehr nahe, die Berufung der Volksversammlung war natürlich. Aber — fragt der ängstliche Philister, fragt, wie wir sehen, das ängstliche Eapital — Berlin? WaS wird Bismarck zu den deutschen Demonstrations sagen? Wird er es sich rnhig gefallen lasfcn, daß man zwei Iahrc nach Sadowa die naturrechtlichc Giltigkcit dcs Pragcr Friedens bcslrcitct? Wir antworten darauf: Bismarck kauu sagen, was er will, das deutsche Volt hat daruach nichts zn fragen. Die österreichische Regierung hat diplomatische Rücksichten zu beobachten; die Deutfchöstcrreichcr sind dnrch nichts gebunden als durch das Gesetz. Das k. k. Ministerium des Aeußern hat so zahlreiche Beweise von der, man könnte sagen, resignir-tcu Vertragstreue Oesterreichs gegeben, daß sich Herr v. Bismarck nur lächerlich machen würde, wollte er Re-clamationcn wegen der Volksversammlung erheben. Er wird es wohl auch fein bleiben lassen. Er ist zu klug, um sich die Antwort zu holen, die einzige, die ihm Herr v. Bcust ertheilen müßte. Herr v. Bismarck wird sich nicht sagen lassen wollen: In Oesterreich besteht ein PcrsamlliluniM'ccht, welches durch kciuerlci Mautcuffcl^ schc Küustc und Ränke verdreht, den österreichischen Staatsbürgcru Gelegenheit bietet, ihre Meinungen frei zu äußern. Er wird sich diefe Antwort nicht holen, um nnlicbfamcn Vergleichen aus dem Wege zu geheu. Der Wehrgesehentwursim ungarischen Landtag. An der Debatte vom ZI. Juli bcthciligtcn sich 9 Redner. Koloman Tisza sprach vom Standpunkte der linken. Er sagte uutcr anderem: Zu Guustcn dcs Gesctzeutwurfs sprechen die in demselbcu niedergelegten zwei großen Principien: die allgemeine Wehrpflicht und die Landwehr. Selbst die all-acmeinc Wehrpflicht ist noch immer nicht das Ideal der Vollkommcnhcit, da sie mit außerordentlich großen Kosten verbuudcn ist; aber ein Widersinn ist es, ciucr derartig democratischcu Iustitutiou den Vorwnrs zu machen, sie poussirc die Aristokratie. Im Gegeuthcil, sie paralysirt den bisherigen Kastengeist, und da mit dem neuen System auch größere Ersparuugcu eingeführt werden können, so lassen sich die Vortheile desselben keineswegs verkennen. Auch die Einführung der Landwehr ist nur anerkennenswert!). Wenn die derselben bisher entgegenstehenden Elemente sich beruhigen werden, wenn die Nation dieselbe mit allem Enthnsiaömns, dcsscu sie sähig ist, aufgreift, so kann sich aus dieser Institution Großes und Schöucs entwickeln. UcbrigenS fand der Redner in dem Gesetze einen Widerspruch mit dem Rccrutcnbcwilliguugsrcchtc, indem dasselbe für 10 Jahre eine fixe Stärke für das stehende Heer festsetze. Der Redner tüudigt AmcndcmentS zu verschiedenen Bcstimmuua.cn dcs Gesetzes au. Toth, vou der Dcatpartci, polemisirt iu äußerst scharfer mituutcr geistreicher Weise gcgcn den Beschlußautrag Madarasz (äußersteLiukc). Baron E ö tv öS rechtfertigt das Gcfctz zunächst mit Rücksicht aus dcn Fortbestand Oesterreichs. Dieser sei ein hervorragendes uugarisches Interesse und die österreichische Monarchie töuue infolge ihrer gcographifchcn Lage nnd ihrer territorialen Ausdehnung nichts anderes als eine Großmacht sein. Feuilleton. Ariefe aus P old es. Mittwoch, 22. Juli. III. ^cbis Umgang in die Urata ist enge und sieht einer ^ ^^ortc ziemlich ähnlich, wir haben auf dcm bol-^ ) uahrwcgc kaum einc Vicrtclstuud'' zurückgelegt Hchir " offenbart sich uns dcr Charakter der beiden Zahnen iu einem herrlichen Bilde. ^M'" ^l)tcu Ufer des tief iu dcr Sohle tosenden ^ Mcs ivhcbcn sich dunkelgrün bewaldete Berge bis ^fcl ? ^°" '^^ ^' am linken Ufer behält die M^ ^.lt das Gepräge dcr Eonglomcrat-Formation, die > ^s^"^ ^ Jahrtausenden durch Eruptionen und ,-N .'^'"ngcu unterwaschen worden und hängen ^ ^ ^sstn schirmartig über dic Berglehnen heraus, "lü^lc,cr, danu tiefer im Thalgruudc nnd selbst im "ii,h ie des Wildbachcö sind colossale Fclscntrümmcr Vs."' ^'lchc sich im Laufe dcr Zcit von dcn <5 ^ir f " ^"" und in die Tiefe gcstürtzt warcu. ^tldc f. """cu rasch vorwärts, erreichen innerhalb cincr ^"Nc .,, ! Wasscrfall Pcrienit. dcn bei aufgehender das Vergnügen hatten, die smd schiw uud'rein gchalteu, dic H, Wdst «l ^ " 'ich iu bester Orduung, so zwar, I>tt enciH ^^ ^"souen innerhalb 10 Minuten den iv^ dem l ''r^° '""n in dcn füchcrariigen Einschnitt "^ n,m V )^"dcn Wasscrslronl gclaugcn taun, '"n herrliches Farbcnspicl gcuicßt. Dcr Moistraner Insasse Wagner vulgo Schmerz und einige seiner Mitbürger thun viel zur Erhaltung dcr Wege zum Fall und ich empfehle mit gutem Gewissen das Wagncr'schc Gasthaus jedem Touristen. Die Betten sind sehr reiu, der Wciu ist unverfälscht, Milch, Butter, Roggenbrod und Eicr sind stcts zu haben und ein Stück disponiblen Geflügels findet sich auch noch am Hühucrhofc. Sollte sich irgend eine größere Gesellschaft zusammenfinden, so empfehle ich dcm ^liul,!'«' llo lil^n- dcr-fclbcn, sich daselbst 48 Stnndcn früher anzumelden; — Wagucr schafft, wenn nicht vollkommene, doch befriedigende Unterkunft uud Speise. Der Weg wird immcr stcilcr und holpriger, bald passirt man schroff aufsteigende Fclfenhügcl. bald führt unter Fclscnvorfprüngcn, die ciucm Bataillon Soldaten sicheres Obdach vor Regen bieten könnten, dcr Wcg aufwärts, immcr höher und höher wcrdcn die Verge, immer romantischer wird dcr Eharalter dcs Thales. Wir passircn Wälder voll majestätischer Weißbuchen nnd Lerchen, dic cin halb Jahrtausend zühlcu mögcn, wir steigen hinab in den Thalgruud und erreichen die erste Sennhütte; wieder gcht cö bcrgau durch schattige Buchcuwäldcr an Sennhütten vorüber und nochmals stcigcu wir in die Thalsohlc hinab; — dcr Wildbach ist verschwunden, fein Lauf ist nnnmchr bis zn dcm Fuße des Triglav unterirdisch. Das große blendendweiße Strombett dcs nun trok-kcncn Wildbachcs mnß Pur durchschnitten werden, die vorletzte Sennhütte ist erreicht, wieder eröffnet sich cin Holzschlag auf felsigem Moosgrundc, dann folgt eine wellenförmige, hie uud da mit kleinen Buchen, Lerchen und Föhren spärlich bcsäctc Alpenwicsc und schließlich eiu Wald mit herrlichen Tannen nnd Buchen, unter l welche sich das Knieholz dcr Nlpc mengt, die letzte Scnn-l)ütte, dem Urbuu Douscheu gehörig, das Zicl unserer heutigen Wauderung ist erreicht--------- es ist H7 Uhr Morgens. Ich muß nun meine Erinnerungen sammeln, um Ihnen das großartige Bild, welches sich vor unseren staunenden Blicken entrollt, wiederzugeben. Liuts gcgcu das Kcrmathac bilden die Zwillinge, dcr Emir und die Novina die Grenze, rechts reihen sich dcr Tavir, dieNogica , der 5k r i s uud schließlich dcr breite imposante Steiner iu ciuer Curve an dcu gewaltigen Trig lau. dcsscu smaragdgrüner Kces Mctschcrbodcn) in dcr luftigen Höhe fast 6000 Fuß die schauerlichcu senkrechten Abgründe überragt. Vom Kris läugs dem Steiner zum Triglav einerseits, von dcr Rovina längs dem (5mir zum Triglav audcrscits liegt vor uns ciu riesiges Amphitheater, dessen Flächeninhalt N Quadratmcilcn betragen mag, ^' dic lothrccht abfallenden Prccipizc genannter Berge dürften bei einer Bogenlänge von circa drei Stunden nach dcr geographischen Meereshöhc zwischen 4500 und l>000 Fuß mcsscu. Rechts zwischen dem Steiner und dcm Triglad neigt sich die Gcbirgskantc um zwei Drittel der Beraes-höhc uud bildet ciuc beiläufig fcchö Klafter lauge Oeff-nung, — dic sogenannte Urata oder Futscher Klause. Dcr ganze Hintergrund ist mit steil ansteigendem Gerölle bedeckt, aus dessen Schooß sich dunkelgrüne Flct-lcu von Krumholz und Rhododendron-Oasen hervorheben. Scharf am Rande dcr Precipizc befinden sich die Schuccfcldcr, die ganze Vogenlinie cinsänmcnd, wovon einzelne tief in die Thalsohlc reichen. 1312 Er zeigt dann die Nothwendigkeit der geforderten Ver-thcidiguugsmittcl, deducirt die Ncchtmäßigtcit dcr allgemeinen Wehrpflicht, welche die durch die stehenden Heere untergrabene Freiheit den Völkern znrückgcbcn werde. Schließlich führt Eötvös den Beweis, daß die Er-ncnnnng eines gemeinsamen ^Kriegsministers schon im 1867er Ansgleichs-Elaborat enthalten ist, nnd ergeht sich dann in cincm mit großem Beifall aufgenommenen Schlußwort gegen die Ideen dcr äußersten linken, denen er mit dürren Worten vorwirft, sie strcbcn nicht die Selbständigkeit, sondern die Separation Ungarns an. General Klaftka erklärt offen nnd uunmwnndcn, daß er ein Frcnnd der österreichischen Armee ist. So-lange Oesterreich Ungarn knebelte nnd seine Rechte con-fiscirte, snchtc er seiner Armee so viel wie möglich zn schaden, doch seitdem wir unsere Verfassung zurückerhalten, seit dem Schwüre des Königs, hält cs Redner für seine Pflicht, dahin zn wirken, daß die Wehrkraft der Monarchie möglichst groß und achtunggebietend sei. DcS-halli erweisen diejenigen dem Landc keinen Dienst, welche Oesterreichs Wehrkraft auf Null reducircn wollen. Wir gehen großen Verwicklungen entgegen, heute odcr morgen bricht dcr europäische Conflict über nnS herein, sollen wir wehrlos dastehen und znschen, wenn uns das Chaos verschlingt? Trotz seiner Mängel nimmt Redner daher den Gesetzentwurf als Ansgangspnnkt an, in der schönen Hoffnung, dcrsclbc werde sich iu erfreulicher Weise cnt wickeln. Die Union Frankreichs mit Delgien und Holland obwohl von Marquis dc Monsticr in Paris auf das entschiedenste in Abrede gestellt nnd von Brüssel schon früher abgeleugnet, scheint nach dcr Ansicht einiger Blätter nichls als ein für den Augenblick eutdccktcr mißlnn-gcncr, diplomatischer Coup zu fciu. Mißlingt etwas, wird eö abgeleugnet. Hinter dcr angeblichen Zoll einig nng steckte wohl dcr eigentliche Plan, Belgien und Holland in eine militärische Allianz mit Frankreich zn verstricken. Dicscr Plan scheint so natürlich gegenüber den Militärconventionc» Preußens. Aber Belgien, in natürlicher Furcht vor den Consecmcnzcn eines Zollver-trages odcr bcsscr einer Militärallianz, vereitelte den Plan, indem es ihn an die Ocffcntlichkcit brachte, Als die Zeitungen davon sprachen, mußtc man in Paris dcu Rückzug antreten. In Holland hofft die französische Regierung viel von dem dortigen Prcußcuhassc. In dem Gelingen drs französischen Plans sehen viele eine große Gefahr für den cnropäifchen Frieden. Die Engländer würdcu es nie zugeben, daß Antwnpcn in die Händc Frankreichs siele nud dadurch dcr belgische Markt für England verloren ginge. Deutschland wärc einer noch größeren Gefahr ausgesetzt. Mit dcr Maas und der Scheide könnte auch der Rhein verloren gchcn. Wer die Niederlande in seiner Gewalt hat, der faßt die Rhcinslcllnng in Flanke und Rücken, dem liegt Norddcutschwnd offen, während er von Belgien ans dcn gefährlichsten dircttcu Offcusivstoß gegen dic Rhcinlandc führen kann. Kämcn Belgien und Holland, sei es unter irgend einer Form, unter irgend cincm Vorwandc, in französische Botmäßigkeit odcr gar in französischen Besitz, so wäre das schöne Rheinland in fortwährender Gefahr, vom Ncichskörpcr durch dcu nach neuer Beute lüsternen Nachbar abgerissen zu werden. Das zu ver- hindern, ist nicht nur ein preußisches, nein, ein allgemein deutsches und europäisches Interesse. Die bcidcu bcdrohtcu Bänder, Preußen, das im Herzen angegriffen werden könnte und dcn Kricg gcgcn Frankreich nntcr den nngüustigstcn Verhältnissen führen müßte, England, welches die Nordsee nicht zu cincm französische« Meere werden lassen kann - - sie alle haben die Pflicht, dem „Unious-Projectc" gemeinsam entgegenzuwirken, wo nnd wie es sich auch zeigen mag. Wird England wieder in europäischer Politik machen? In dem Artikel deö „Constitutionuel" über die Interpellation, welche Otway im Unterhansc über dic Gerüchte von einem französischchclgisch-hollänoischcn Zollverein stellte, will man eine Andeutung finden, daß England gesonnen sei, sein lange behauptetes Nichtin t c r v c n t i o n s p r i n c i p aufzugebcu. Schon in dcn letzten Jahren hat die Königin von England öfter in der Form von Privatbricfcn an Regenten dcn Weg dcr Intervention vorsichtig betreten, da die Minister dem Parlament gegenüber nicht wagen kouutcu, diplomatische Noten abzuschicken. Es fragt sich nun, wird es Gelegenheit zu activem Auftretcu für England gcbcn? Rnßland hält scinc Pläuc im Orient noch znrück, F rankrcich lavirt und wünscht eher England's Allianz, als einen Kampf mit dcmsclbcn. Im Parlament sclbst wird übrigcus dic Adoptirnng dcS Iutcrvcntionspriucips vorderhand cifrige Gegner aus dem Standpunkte dcs Staatssäckels finden. Dic bisherigen Rcsnltatc dcr englischen Nichtintervention erwiesen sich insbesondere für den Geldbeutel Old-Englands fo vorthcilhaft. daß es dcu Verfechtern dcr Nichtintcrucntion garnicht fchwcr fallen dürfte zu beweisen, dieses Princip könne sich auch bei viel wichtigeren Fragen bewähren. Da England einmal angefangen hat, feine Politik mit dcr Rechentafel in dcr Hand zu machcn, so ist es gar nicht unmöglich, daß cs sich auch bci Fragen, die es traditionell als dic scinigen betrachtete, auf den kaufmännischen Standpunkt stellen und seine Entscheidung von finauzicllcn Motivcu abhängig machen werde. Beweis hiefür die Ruhe. mit welcher die Fortschritte Rußlands in Asien aufgcuommcn werden. Die Hinrichtungen in Delgrad. Am 27. v. M., sechs Uhr Morgens, kamen aus dcr Festung Belgrad sieben verschlossene Wägen gefah« rcn, welche dic Todtcuoftfcr zur Nichtstätte fuhrcn. Die Vcrurthciltcu steigen alle rauchend, ohne Ei-scn, ganz wohlgcmnth ans nnd lassen sich von Geudar^ mcu hinab iu die Niederung aus einc kleine Fläche vor dcu Holzpflöckcn begleiten. Oa wird ihnen das Urtheil von gestern noch einmal vorgelesen, sie alle rauchen, Officicrc bereiten ihnen Cigarcttcn und reichen sie ihncu hin. Großmächtigc Reiher, gleichsam von Ncugicrdc gctricbcu, strcifcu von dcr Donau herüber und die Luft schichte umkreisen nntcr furchtbarcm Geschrei, Schaarcn von Raben uud Dohlen. Die Amtshandlung ist vorüber. Costa Nadouano-vics mit seinen zwci Brüdern bittet inständig, sich sci ncui Bruder Paul nähern zu dürfen. Ueber erhaltene Erlaubniß treten alle drei zn ihm nnd küssen ihm die Hnud, uud er erwiedert diesen Act dnrch einen glühen- den Kuß anf die Lippen und dic Stirne eines jede" einzelnen. Nnn werden sic an die Pfähle gebunden. Elü furchtbares Schauspiel! Die Mcuschcmncngc ruft in wilder Erbitterung: »l'l'okl.ü!« (Verflucht seit ihr!) Vier Gendarmen legen mit ihren Hinterladern kaum sechs Schritte entfernt beim Petkovics an, statteten gegen Norden sich bewegend, dcr ganzen Reihe den ver-hängnißvollcn Besuch ab und in kanm zehn MimiM' ^ deckte die noch warme Brust aller die kühle Erde. Vciin Paul Radovanovics, welcher bis auf den letzten Auge" blick feinen Bruder Costa bci der Hand hielt, erhob sicl> ein furchtbares Geschrei: »Klo li >»,»!>!< l«k>> ^wlico!" (da hast dcn Ministcrstnhl) uud bei mehreren andere» wieder: ,>kw ü «lüknil,'." ^da hast Ducatcn.) ! Einen erstaunlichen Glcichmuth bcwahrtcu alle, Sima Ncnadouicö rauchtc noch, als sein Nachbar nichl mehr war, warf die Cigarre vornehm weg und streckte die Brnst heraus. Svctozar Ncnadovics, dcr Straf' Hausverwalter, dcr letzte, musterte ganz keck das Publi' cum nnd die niedergemähte Ncihc, blickte dann zu>" Himmel, machte das Kreuz nud sank. „Sie haben ^ gebüßt, aber dcn guten Fürsten Michael haben wir doi nicht!" hörte man allgemein klagen. , Das Unglück wollte, daß bekanntlich beim Erseht ßen dcs Rogics eine Kugel am Pfahle abprallte, den Lieutenant Vasil Miatovics, welcher cinc kleine TruP^' commandirtc und daneben auf dcm Hügel stand, in's Auge traf, worauf er foglcich todt zusammenstürzte. > Mögen dies die letzten Blntsccuen gewesen sein i>" uuglücklichcu Laude Serbien. Die Rnjjen in Centralasien. Petersburg, 24. Juli. Nach langer Unterbrechung veröffentlicht dcr „Invalide" wieder einen BeriA übcr dic Waffenthatcu iu Ccntralasien. Ein solchcr M' richt wurde schon mit Sehnsucht erwartet, da scit lä»' !gcrcr Zcit Privat-Nachrichten die Einnahme Vuchcn'^ meldeten, ohne daß hierüber eine amtliche Kundmacht vorlag. Dcr Bericht, den wir jctzt erhalten, geht inU' allerdings nicht über die erste Hälfte Juni hinaus u«^ da ist von der Einnahme Buchara's nicht die Rcde> Keinesfalls jedoch haben die russischen Waffen fcit dtt Einnahme Samarkands gcrnht. Schon am 18. M"' wurde dnrch ein Dctachcmcut unter Major von SteMp" die von dcu Einwohnern verlassene Stadt Tschilct besetzt nnd die Befcstigungswerkc geschleift. Wichtiger war d>c Einnahme Urlut'S, südöstlich von Samarkand gclcgc^ einer Stadt mit dreifacher Citadelle, die bisher noch ^c genommen worden war. General Abramow wurde z" diefcm Zwcckc entsandt nnd da der erbliche Mg dcl Stadt sich geweigert hatte, nach Samarkand zu kommen, um mit General Kaufmaun zu nntcrhandcln, sa "ah"' Abramow die Stadt ini Sturm, uud zwar nach st^ hartnäckiger Vcrthcidignng. Er verließ diefclbc sofol' wieder und an, anderen Tage erschienen Deputationen iu Samarkand, nm die Unterwerfung anzuzeigen. ?^» cine ganze Reihe anocrcr Gefechte wäre zu rcgiftrirc^ sie sind jedoch für dcn auswärtigen Leser ohne all^ Interesse - cs wird genügen zu coustatircn, daß dic "'! sischcn Truppen speciell durch die Vorzüge ihrer Artillc^ dcn Armeen ihrer Gegner übcrlcgcn sind nnd zumeist >^ gclämpft wird, daß russischcrseits von crnstcn Verlud gar nicht dic Rcdc ist; noch lange ehe die Maimsch^ in die Schnßwcitc dcö Feindes gelangt, ist letzterer dl»" Mächtig nnd erhaben streckt der Altvater unseres schönen Landes, dcr Triglcw, die gewaltigen Formen in die Lüfte, ein si'chcr Schauder durchbcbt den Naturfreund ob der überwältigenden Größe dcr Landschaft. Dic Gcfcllfchaft lagert anf der Alpcntriftc im Schatten einer großen Weißbuche, ich und ein Wiener Herr (Edler u. Schcuchcnstuhl) verlassen die Gesellschaft, um die Urata zu erklimmen. Der Weg dahin ist mühsam nnd bci der Hitze doppelt beschwerlich, wir klettern übcr das fcstc Gestein dm ch unübersehbare Gebüsche von Rhododendron odcr übcr das lockere Gerölle; — nach langen, langen zwci nnd cinhalb Stunden unansgcsetztcn> Klcttcrns erreichten wir total erschöpft die Klanfc. Oben zog cin eisiger Wind dnrch dns Fclsenloch, mir schwindelte fast, als ich iu das grünliche Chaos dcr Felsen, Schncefcldcr nnd Abgründe hinüber sah, — nicht ein Büumchcn, kein grüner Punkt war da, dcr das Auge erquickt hätte, wie cin endloser Lcichcnackcr im Winter-kleide mengte sich in dcm schauerlich uns angähnenden Bergtessel Grau, Schwarz und Weiß, uud tief uutcn dröhnten die Katarakte der lion den Schncefcldcrn gcspcistcn Wildbächc. Wir hofften die grünen Alpeu Italiens zn jchcn nnd fanden eine Fclsenwüstc, hoch nlm' uns schwebt der Flüevogel, scincu melancholischen Ruf ausstoßend — nicht cin Wort wurde zwischen uns gewechselt. Am Wege begegneten wir jungen Zicgcnhirten, düsteren, schweigsamen Gestalten, an denen ich das regsame Wesen dcs Kramers nicht zu entdecken vermochte, die Bärte waren ungeschoren, cin eigenthümliches Etwas hatten diefc jungen, sonst wohlgestalteten Männer an sich, lange als wir neben ihnen durch die Hcerdcn der Ziegen hcrab- gcsticgcn waren, erschallte ihr gegenseitiger Hirtcnruf durch dic Lüftc, in zehnfachem Echo wiedergegeben von dcn Felswänden dcr Bcrgricfen dcs Urata-Thalcs. Wir waren verstimmt, fchwcigfam kletterten wir dic steilen Riefen hinab und erreichten in 1^ Stunden todtmüdc dic Gesellschaft. Solchc Partien werden Tränme; nach knrzcr Zeit findet man dic seinerzeit erlebten Eindrücke nur uoch während dcS Schlafes, man glanbt nicht, das Geschehene erlebt zu haben. Wir warfen uns anf die Wiefenmatte hin und verträumten cinc halbe Stunde, ohne jemanden Antworten anf gcmachtc Fragen zn geben; wir waren phisisch nnd geistig erschöpft. Wie sich das stille Wetterleuchten zu dem zuudcu-dcu krachenden Wcttcrslrahl verhält, so verhält sich die Alpcnlandschaft dcr Wochcin zu dcm großartigcu Bilde dcr Gcbirgsformation dcs Urata-ThalcS.--------------- Das'Mittagsnm! ist bercitct, wir bekommen süße Kartoffeln in dcr Schalc, köstliche Alpcubuttcr, Milch, Wcin und taltc Fleischspeisen; wir sind uns wicdcrgc-gcdeu. cin fröhlicher Ton beherrscht die Gesellschaft, fclbst Herr Rikli, dcr schweigsame Naturfreund, dcr nnr in und für die Natur lebt, mncht seine heitern Bcmcrtun-gcu, namentlich als ciucs dcr Sclnvcine, welches die Senner mit den Ucbcrrcstcn dcr Bnttcrnng füttern, übcr seinen Thermometer gericth, den Herr Rikll auf die Erdc au seinen Alpenstock lehnte, um die Höhe der Crdtcmpcra-tur zu messen. Krik, krak, und Dreiviertel dcs Thermometers, in-clnsivc Scala, Glasröhre und Qnecksillier verschwanden in dcm Rachen dcs SchweincS, das sich noch mit cincm Extragrunzcr für dicscn Leckerbissen zn bedanken schien nnd sich seines Weges weiter trollte. Um ein Uhr Mittags brachen wir anf und erw > lcn vicr Uhr Nachmittags Moislrana; dic von Ml»' mitgebrachten Wägen standen bcrcit und fort git>H . über Sava, Aßling, die Savebrücke dcn Berg KoW' dcr Curhcimat zu. ^ Einige Hcrrcu, worunter anch ich, besuchten st''^ den Hcrrschaftsbcsitzcr nnd Gcwcrk. Herrn Victor Nn^' dcr, nachdem ihm die projcctirtc Tour in dic ^" bekannt geworden war, uns durch Herrn Johann Älalu, auf daS freundlichste einladen ließ, anf seinem S6M cinzusprcchcn. ., Der Empfang, welcher uns von Seite dcs P^ Victor Nuard uud scincr Söhne zn Thcil wnrdc,^.. cin herzlicher; wir besuchten das ausgedehnte ^'!^^. werk, die ncnc Badeanstalt nnd die Kcgclstattc, wo ^ scr ein erfrifchendcr Imbiß und vorzügliches warteten. ^ ^ Nahe anderthalb Stunden gabcu'wir uns dc»" gnügcn dcs ltcgclschcibcnö hin. s^ü, Es dürfte vielen der verehrten Leser bctaluu > .,„ daß Herr Ruard scit zehn Jahren einen MM ^ Zwinger hält, welches Thier, ich glaube von "", ,l>t Felscnalpcn aus dcm Uratathal, dcr Mutter 9 wnrdc. . Vetz zl>' Seit einigen Tagen ist wieder cin kleiner ^„M gewachsen; dcr herrschaftliche Jäger entdeckte ^,i, denselben oben anf dcn Höhen über dcr ^ .^ ;» Schlöffe fast gegenüber, dcr Manu cutsclM '^ß d>c dem Wagestück, da er sich früher überzeugt ha^, „„o Bärin anf cincm zweiten Felsen sich "cs" ^sse>>. er daS Thal erreichen könnte, ohne befürchte" 5 von dem ergrimmten Thiere eingeholt zn wc dc Die Sache gelang, nnd dcr junge 9"^ «g hal?c> die Größe eines ausgewachsenen Fnchscs dem» 1313 blc Artillerie bereits in die Flucht geschlagen. Das wäre wohl ein Sieg der Wissenschaft über die Materie iu Mlmcn, aber die bedeutenden Vcrlnste, wclchc dein «emdc auf der Flucht beigebracht werden, beweisen, daß slch die russische Artillerie und auch die Cavallcric daö ^ttgnügcn nicht nehmen lassen, die fliehenden Gegner 'U vcrnichlen. Od indeß wirklich bei der Einnahme v°n Urtnt, wo Mann an Mann cMmpft wurde, die Wischen Truppen nur einen Todten hatten, wie der -bricht des Generals Abramow meldet, muß dahin ge-Mlt bleiben. Die interessanteste Episode der letzten Wochen war jedenfalls der Aufbruch des Generals Kaufmann fclbst Wen Katy - Knrganc an der Spitze fast aller seiner huppen, während in Samarkand nur eine Abthei-lung unter Major von Stempel zurückblicb. Auch 5ath-sxlirgauc wurde selbstverständlich nach kurzem Ge-lecht genommen und dem Feinde erheblicher Verlust bei-^bracht. Mittlerweile war aber Geucral Kaufmann ohne Nachricht aus Sauiarkand geblieben, er trat also den "ückmarsch dahill an nnd erfuhr uuu auf dem Wege. ^ß bereits sechs au ihu abgesandte Couriere vou den Endlichen Truppen aufgefangen worden fcicu. wclchc iu ^'^eu Haufen Samartaud selbst angegriffen, die Stadt ^lcht und den Vlajor v. Stempel gczwuugen hatten, ^ in die Citadelle zurück,;u;ichcu. wo die Garuisou ^U Hilfe der Krautm sich nur mühsam hielt. Als die ^ickkehr Kaufluauus und sciucr Truppen bekannt wnrdc, ^b indeß der Feind die weitere Bclagcrnng auf. Ob ^ dein Herrn Geucralgouvcrucur zum Nuhinc gereicht, .^sc neueste und jedenfalls wichtigste Erobernng einer !^eu Gefahr ausgesetzt zu haben, möchte fraglich er-^eincu, um fo mehr, als er auch dic Eiuwohuer Sa-^ttands veranlaßte, nut den Feinden gemeinsame Sache ^ machen, was in einer Stadt, die nun einmal rus Ascher Besitz bleiben soll, nicht angenehm uud auch uicht ^,litisch ist. Der „Invalide" versichert auch diesmal ^cdcr, daß in jener Gegend „die Haudluugcn Rußlands ^cht von seinen friedlichen Absichten abhängen nnd es ^chl in seiner Macht liegt, auf die Waffengewalt zu "Hichtcu^___________________________________ MW deutsches Dun>csschicßcn. 31. Juli. Den Glanzpunkt des Bundesfestcs bildete uustrci- '« die gestern abgehaltene Moustrc-^icdcrtafel der Män- ^sangvercinc Wiens und Umgebung unter der Lei- ^ des Hvfcapellmcisters Johann Herbes. Schlag 8 "^ bcganu die Liedertafel. ^)toch ehe der erste Chor ab , .!^>gcu ward, bestieg Präsident Dr. Kopp die Rcdner- ^tie uud verlas uutcr tausendstinnnigem Jubel fol< ^ndes Schreiben des Ministers Grasen Taasfe, durch ^chcs den Schlitzen der herzliche Dank der Kaiserin '^ das ihr überscudetc Bouquet ausgesprochen wird: „Sc. Majestät der Kaiser haben mich mittelst Tclc-Amines zn beauftragen geruht, dein Schützencomid' die ^'tthciluug zu machen, daß Ihre Majestät die Kaisc-^, für das Ihr gesendete Blumcnbonqnct herzlich dankt. ^U dem Ausdrucke besonderer Hochachtung :c. :c." Die große Festhalte uud die Galerien wareu überfüllt, M' 1^.000 Menschen mögei, in der Halle anwesend gewc-^'? sei". DicLicdertafcl begann mtt dem Chor: „^ieoesfrei-^'. von Marschncr und schloß mit dem „Deutschen tticd." ^Ullntlichc Chöre faudcn enthusiastischen Beifall und ^"utcn auf stürmisches Verlangen wiederholt werden. ^ Jubel, die Begeisterung des Publicmns überfchrit-^->,„„„, ______ sei ^' lst ganz wohlbehalten und bclnstigte uns mit h»? k^ulischcn Sprüngen und Capriolcn; wie mir ^.^' Ma^ Rliard erzählte, heulte die arme Bärin oben M,"nhc zwei Schuh. ^l>e> - verabschiedeten uus nun von der gastfreien, h^,, ürdigcn, gntshcrrlichcn Familie und schlugen den ^ackl ^ ^" "^ Vcldes erreichten wir gegen zehn Uhr ^r«s, " Zainen und über Aufforderung der übrigen Veur. Gesellschaft kommcu wir hiermit den Arrnn-hers, ^"' herrlichen Partie, Herrn Arnold Rilli und ^ "Johann Aüülncr, nnscrcn innigsten Dank für ^ Uuntlichc Zustaudcbriugcn dicfcr unS unvergeßlichen ^/ "uszuspvcchcn — und sollte ich zu dcrsclbcu den ^Widstcu Cummcutar liefern, so wäre es wohl jener, ei^ u, unch fiiihcr entschlossen hatte, diesem Neiscbricfc l!,i^, ^herrschend hnlnoristischc Färbnng zn geben, was ^. l ? "'^ ^^"li, da das Gesehene, die erhabene ^skm, ^"' Urata. die Quelle meines Humors uicht bloß ^'"' ließ. Der heutige Brief führt daher auch ..lustin.^schrift: ..Briefe aus Veldcs", Mtri ^^ " ^^^' ^"'^ 'ü^^ enthalten, ^'^bcmtt, ^""^"' "lr die in uieineln ersten Briefe ^ dcrcit,',, ?"^felpnrtic: ^^ werde mir das Vcrguü-^"hrcn i^s- ^ue den verehrten p. l. Leserinnen vor-^"zes „!^"^ ^l; diesmal der Vorn des harmlosen ' 'ucht verstopft sein wird. «......ii. ten alle Grenzen, zwanzig, dreißig mal mußte Herbcck, der gefeierte Meister crscheiucu, und danken. Die Stim-mnng der Versammelleu war eine ungcmcin erregte uud freudig bewegte uud deu Säugcru gclaug das bis dahin für nnmöglich gehaltene Riesenwerk, die zchutauscntöpfige ülicngc zur tiefsten Stille zu bewegen. Während des Vurtragcs herrschte andächtiges Schweigen und erst nach jeder Strophe brach der enthusiastische Jubel aus. Es ist nicht übcrtricbcu, wenn gesagt wird, daß Wien noch kein solches Fest erlebt hat. Unvergeßlich bleibt der Eindruck jedem, der von der Wiese vor der Fcsthalle den glänzend beleuchteten Saal betrachtete und den weithin schallenden ledern der Sänger lauschte. Den Wiener Gesangvereinen gebührt der Dank, den Schützen ciucu erhebenden, genußreichen Abend verschafft zu haben. Gegen 11 Uhr endete das schöne, herrliche Fest. Gestern Morgens um halb 9 Uhr erschicu Erzhe^ zog Albrecht iu Begleitung eines Hauptmannes am Fcst-platze uud wurde von dem Viccpräsidcntcn des Ccntral-Comit>^ Maurer Ritter v. Krouegg begrüßt uud in die Fest-, Schieß und Industrichallc, iu den Gabcntcmpcl sowie iu alle übrigcu Fcstlocalitätcu geleitet. Der Erzherzog intcressirtc fich lebhaft für alle Sehenswürdigkeiten uud couversirte mit den Vertretern der verschiedenen SchützcucorpS. Die Adjnstirung der Schweizer schicu iusbcsondcis die Aufmertfamteil des Erzherzogs auf sich gezogen zu haben. Er ließ sich alle Details erklären, und äußerte schließlich, daß er dieselbe bequemer und zweckmäßiger finde, als die bei den österreichischen Schützcu übliche. Der Regen der letzten Tage ist auch durch das Dach des Gabcntempcls gedrungen. Das ist um so bedauerlicher, als cbün dort Msse wirtlichen Schaden anrichten konnte und anch angerichtet hat. Aber wenn da> ran bittere Vorwürfe gegen die Banlcitnng, das Aau-comit<> u. f. w. geknüpft werden, so muß doch daran criuncrt werden, daß oie gleichen unangenehmen Zwifchcn-fällc sich iu den Judustriepalästcu in Voudon und Paris anch ereignet haven, in Gebäuden, wcU>c für die Dauer vou bciuahe ebensoviel Mouateu berechnet waren, als die Bantcn auf dem Schützenplatzc Tage aushallen sollen. ^ August. Bremer uud schweizer Schützcu habeu den Herrn Bürgermeister ersucht, sie mit deu Einrichtungen oer Wiener Fcncrwchr in praktischer Weise bekannt zu machen. Der Herr Bürgermeister begab sich iu der entgegenkommendsten Weise mit den beiden Deputationen iu das Standlocal der Feuerwehr uud hier wurdcu die Ein-richtuugeu besichtigt, daun Feuerexerciticu von Seiten der Löschmannschaft vorgenommen. Die Schützcnbrüdcr waren überrascht von der Behendigkeit der Wiener Fener-wchr. Hierauf begab fich die Gesellschaft in das neue VersorguugShnus um Alscrbach. Uumittclbar nach Schluß dcshcutigcu Bautets wurden Tische uud Bänke aus dem Mittclraum der Halle cut fcrnt und der Boden derselben so viel als möglich eiucm Parket ähnlich gemacht, da er zum Tauzbodcn avaucircn sollte. Daß ungeachtet alles Hobclus die Achnlichlcit keine frappante wurde, ist unleugbar; indeß: wer gern tanzt, dem ist leicht — gcbahut, uud au Tanzlustigen gebrach es uicht. Iu langen Sngcu strömteu die juu-gcn Damen in leichten uud lichtcu, vorzugsweise mit der Schützeufarbe garuirtcu Klcideru herbei uud bcsich-tigtcu die Vortchruugcn zu Concert und Feuerwerk, währcud die vorsorglichen Mütter Plätze in der Mhc des Tanzraumcs occupirteu. Ob das Feuerwerk heute wcrde zu Staude kommen können, war lange Zeit noch eine Frage uud Hunderte von Angen beobachteten ängstlich die eilenden Wolken. Mit welchen Empsinduugcn Herr Stuwcr den Barometer cousultirt habcu niag, läßt sich leicht deukeu. Au den Localruf als Wcttervcrdcrbcr muß er sich längst gc-wöhut habcu, aber jetzt drohte dcrfclbc fich iu alle Wiudc zu verbreiten. Und abgesehen davon hätte es den Py-rotcchnikcr, der ja auch ciu friedlicher Schütze ist, kränken müssen, wenn ihm die Gelegenheit geraubt worden wäre, den Festgcnosscn eine Freude zu bcreitcu uud sich vou ihucu bcwuudcru zu lasseu. Und der Himmel hatte ein Einfchcn, er hellte fich auf uud der Wiud welcher aufräumte, benahm fich dabei nicht zu uugcbührlich. Gegen 7 Uhr begann das Concert der fünf Mi-litärcape'llen. für wclchc im Frcicu ciuc halbkreisförmige Tribüuc errichtet war. Uutcr abwcchscludcr Direction der ucrfchicdcncu Capcllmcister wnrdcn vorgetragen: „Frci-fchütz-Ouverture," „Soldatcnchor ans Gomwds Faust," „Fackcltauz" von Meyerbeer. „Ricnzi-Ouverturc," „Au der schönen blancn Donau" von Ioh. Strauß, „Schüz< zcnfestquadrillc" vou dcu Grüdcru Strauß, ..Radetzty-Marsch." ..Deutsches ^icd" :c. Das Zusammcusfticl der vcrschicdcucu Capcllen faud wohlverdicutc, laute Au-crkcnnnng. Um neun Uhr folgte dann das Feuerwerk iu drei Fronten : 1. Willkommen dem Schützenbuudc! 2. Frankfurt-Bremen. :i. Audrcas Hofcr uud Wilhelm Tell, um geben von Schützencmblcmen; zum Schluß große Kauo-nadc, 1000 Stück Rateten und andere Leuchtkörpcr. Die Licht- uud Farbcucffcctc machten die großartigste Wirkung auf dein Hmtergrundc von mächtigen Väumcu, welche selbst in den wechselndsten Schattiruugcu erschienen. Der Schlnß des Feuerwerkes war zugleich das Signal zum Ball. Der gestrige Tag brachte für die Echlchcngäsle eine Reihe von Genüssen. Am Morgen fand', die Fahrt über den Semmcring statt, an der sich beinahe tausend Gäste bethciligtcn. Die Ausfahrt faud gegen ! fcü,s Uhr Morgens statt. In Wiener-Neustadt wurden den Schützen Würstel uud Ovationen dargebracht, wclchc Gaben sie sich wohlschmcckcn ließen. In Paycrbach fand Begrüßung oou Seite der dortigeu und zahlreicher anderer Ber-eiuc statt, an welcher Feierlichkeit sich auch Damen bethciligtcn, die den Gästen Blumen und Kränze reichten. In Semmering wurde Halt gemacht, um von diesem Punkte aus die romautische Gegend zu bewundern, welche auch die zahlreichen Thcilnehmer der Fahrt entzückte. Iu vier Zügen, die in Gl oggnitz abgetheilt wor den waren, wurden sic anf die Höhe des Gebirges gebracht , und die Insassen des vorangegangenen ZugeS tonnten die Pafsagicrc des nachfolgenden den Berg hin-anftcuchen fchcn, bei welcher Gelegenheit es an Begrü-ßuugcu, Inbclrufcu und Ovationen nicht fehlte. Vorgestern brachte die Tiroler Musikkapelle von Wildau dem Herru Minister des Innern, Dr. Giskra, in dem Ministerhotcl ein solennes Ständchen dar. Der Minister erschien am Fenster nnd horchte freudig be wcgt dem Tiroler Schützculicd, welches die Capclle mit Musikbegleitung sang. Hierauf hielt Dr. Giskra folgeudc Ansprache: „Seid mir herzlich gegrüßt, Ihr wackcrcu Männer ans dem ^andc Tirol. Es gereichte mir schon gestern znr höchsten Frende, als die Innsbrnckcr Musik mir dieselbe Anfmcrkfamkcit fchcnktc. Ich fchc darin einen Beweis des Vertrauens, welches Ihr braveu Tiroler der gcgcuwürtigcn Regierung entgegenbringt, und ich werde nicht säumcu, meiuc Herren Collegeu von 'die-fer höchst erfrcnlichen Ovation in Kenntniß zu fetzen. Das ^aud Tirol hält ja immer an dem Wahl-spruche fest: „Mit Gott für Kaiser uud Vatcrlaud," uud au diesem Wahlsftruchc. das verspreche ich Euch, Ihr lieben Tiroler, wird anch die gegenwärtige Regierung fest uud uuverbrüchlich halten." Donncrude Hochs, Hütcschwcnkcn, folgten diefer Anfprachc und die Musikkapelle intonirtc die Voltshymne. Hierauf brachte der Director der Musikcapcllc, Herr Ellcr, einer der ersten Vertraueusmäuncr Tirols, folgen des Hoch aus: ,.Sr. Excellenz unfercm hochverehrten, inniggclicbtcn Herrn Minister von den Tirolern ein herzliches Hoch," das stürmischen Widerhall hervorrief. Der Minister erwiederte: „Meine lieben Frcuudc, Ihr habt jetzt unfcrcn heißgeliebten Monarchen, die gegenwärtige Regierung hoch leben lafsen, bringen wir nnn auch dem schönen ^andc Tirol ciu Hoch aus, auf daß es fortschreite und blühe in seinen schönen Tugeudeu." Viuats uud Hochs folgten dieser warmen Ansprache. Nun zog die Capcllc mit klingendem Spiele ab, und hielt vor dem Magistratsgcbäudc, um auch dem Herrn Bürgermeister ciucu Gruß uou dcn Tirolern darzu^ bringen. Der leipziger Sladtrath hat die an ihn gerichtete Anfrage bezüglich der Ucbcruahmc des vierten deutfchcn Äuudcsschießcus nach einem Plenarbeschluß telegraphisch ablehnend beantwortet. Oesterreich. ^ Trieft, 2. August. (Orig-Corr.) ,.»m'l.> üll'i v>n l'r<'^^>." Dicfcn Ruf konnte man heute in der ganzen Stadt hören und lcfen, die fämmtlichcn in öffentlichen Vocalen aufgclcgcnen Exemplare c,er gestern erschienenen und heute Vormittags ausgegebenen alten „Presse" — bei 200 an der Zahl — wnrdcn uutcr lauten Schmähuugcu verbrannt! Was das Blatt gegen Trieft brachte," wifscu wir nicht, da uns nicht das Vergnügen vergönnt war, ein Exemplar dieser Nummer zu Gesicht zu bekommen. — Herr Pare n tc, ein gcborncr Tricstcr, der sich zu jeder Zeit als ein guter österreichischer Patriot bewies, dieser Mann, der im Handel ergraut, ciuc Haudclskammcrrathstcllc lietleidct nnd als baierischcr Consul seit einer langen Reihe von Jahren fungirt ^ dieser allgcmciu geachtete Greis wurde hcutc Mittags laut aus gepfiffen uud nahezu aus dem Tcrgcstcum hiu-ausgeworfen, weil cr sich dic Vcmcrtuug erlaubte, daß es als kein günstiges Zeugniß für die Liberalität der Triestcr gelten könne, wenn gegen ein accrcditirtcs Blatt von ihncn auf solche Weise verfahren werde. Herr Parente cutkam glücklich ans dcr Mitte seiner Verfolger nnd fuhr in einem Fiackcr davon, begleitet von wildem Pfeifen dcr — liberalen Tricstcr! — —> Bei solchen Aussichteu und Verhältnissen ist es leicht begreiflich, daß das stündlich erwartete Eintreffen des neuen Statthalterci-lcitcrs Herrn Fcldmarschalllicutenants v. Mo ring für die gutgcsiuutcu Bewohner Tricst'S eine wahre Wohlthat sein wird. Derselbe ist als energischer Manu bekannt uud wird zweifelsohne die anncxionssüchtigcn Schreier bald zu Paaren zu trcibeu wissen. - Es heißt: die Tcrritorialmiliz werde au Mauuschaft verstärkt und künftigbin dcn Titel „Elisabeth-Bataillon" führen, ~ ciuc Auszcichuuug, wclchc ebenso unsere wackeren Tcr- * Wohl dic Tricsser Eorn-sftondmz uom 30. Juli, in welcher von eiucr Differenz drö „Eittadino" mit ciuem deutschcn Familim-vater berichtet wird? A"w- d. Rcd. 1314 ritorialen frcucn, als die italienischen Municiftalräthc, welche sich uiu Auflösung des Bataillons dciiu Ätiuistcr Dr. Giskra so driugcud bewarben, ärgern wird. — Der Polizcidirector Nilter u. Krauß hat cincn sechs-lvöchcntlichen Urlaub erhalten und ist gestern abgereist. Die Geschäfte der Polizei werden provisorisch vom Polizeirath Ritter Hoffmann geleitet.......Ende d. M. wird der „Diavolcttu" in ciucr eigenen, voin Verleger Herrn Rnftnik neu eingerichteten Buchdruckerci erscheinen. - Gestern find über ^M> der aus Wien ciugctrosseueu Schützen auf einem eigens gemietheten kloyddampser nach Venedig gefahren und hcntc zurückgekehrt. — Der päpstliche Cousul ist nach Korfu abgereist. Seine zurückgelassene Gouvernante erhielt den Auftrag, sein ganzes Mom'liar im öffentlichen Vicitaliouswcgc zu veräußern, doch dürfe ja kein Jude mitli^itiren! Die Trüiumer des päpstlichen Wappens befinden sich in einem Haus-lhor au, Dogaua-Platz. Locale s. — l^E i n c Ausfcl> uß < i n u n g deö constitu -tionellen Pfieins) fand gestttu Abends statt, in welche, 19 neue Mitglieder, dasunler 12 vom Lande, auf-genommen wuiden. — ^ a >^ P l u g !' a m in des iii u do l s r w e r t li e i O b c l g y m >l as > u m >s) liegt Vor uns. E<> lninat auftei yfy Säiulnachsichien vom Vlou. Dli-ector P. I^uaz Stau-Hacher, eine chionologischs Darstellung der dir Stadt be. treffeub«,'!', wichtigeren Daten mit besondeies Velliclsichli^ung des Fianziötaner Conuents. Vies ist ein eaukenswertbei Aeillag zur Landes^lschichle, liul die Diat'ibe S. 33 ! 1807 i^ber die L q n h tc> g s w a h l e n wiile wodl besscl weggeblieben. Tas Gymnasium zablte zu Ende dc'5 Sckuljalircs 1807/8 182 Schale lind zwar 175 Slovene», 2 Croalen. 5» Teulsche. Au Stipendien bezogen dieselbe» 128L si. 21 tr. Die Schulgelder detiugen 800 fl. 10 lr., dir Aufuahm^lazcn 81. ft. 90 lr. — Das Plvgramm des K r c> i n b u r g e r t. k. Untergymnasiums entdält Furlscllung und Schluß einer Abhandlung über die Theilnabme der eng-liscbln und französischen Könige an den Kämpfen zwischen den Welsen und Hobcnslaufen, vom Herrn Professor Ioh. Dominlusch. Die Gcsammtzcchl der ^Schülci betrug 78, davon 77 Slovcuen und 1 Deutscher. An Stipendien bezogen dieselben 283 fl. 54 tr. Pie Unleltichtsgelver betrugen 4UL fi. 20 tr, — (Veseda.) Die hiesige Citalnica veiaustallel morgen 7 Uhr Abends, als am Tage der allgemeinen Versammlung der .Mm»'!» ,>>I(,v, lü-lil,," cine Ätseda mit Gesang und Spiel, unter Mitwirkung der Negimentölapelle von Gras Huyn. Progiamm: l. Abtheilung 1. „älü ^lNiä?-' Clwr von D. Ienlo, 2. „I^ulx'cu," Chor von Ielen. 3. „^üliliiikü," Cdvl von Knitl. l>. Abtheilung. 4. .^i vl!x!u>?! 1)>!<^ mn<,!>' sx'^uii," Ckor mil Pbiöhnmonita von Tovalovsti. Tie Mitglieder oller :>ationalln Vereine sinv dazu eingcladci'. — (Ständchen.) Gestern Abrnd brachte der Män-Nerchor der uhill)a>mo»ischlN Gesellschaft der erslrn Gesangs-traft dersclbiN. dem Fll. Clemelitine (5 d e r h a r t die Ab» schiedshuldigung dulch , schönsten Li-folc, in Auesicht stallen. Olnacseildet. In 3lr. 175 der „Laibacher Zeitung" wird m>t Äc-zugnahme auf die neu hergestellte Sonnenuhr der St. I,i-lob^tiiche tei Wunsch ausgesprochen, dah die dortige Thurm-uhr nach jener regulilt werden und als Normaluhr für die übligen Eladluhn'n gelle» möge. Der Schlulisal) jedoch jenes „Ema/sei'tnt," worin ls beißt, „dab am 31. Juli die Sonnenuhr um 0 Minuten 3 Secunden zu siuh die 12. Mittagsstunde anzeigte," tonnte dahin gedeutet wilden, als wgie die neu hergesttllte Sonnenuhr nicht gnomonisch ricklig construirt worden. Es wurde daher dusewe am 2. August mit einem, dic miltleie Lai- bachel Zeit bis auf die Secunde genau angebenden Chronometer verglichen, uno es ergab oie>e Vergleichung, daft die , St. Ialobec Sonnenuhr, »ntsp»echeuc> der Zeit^leichllüg des betreffenden Tagci, (5'" 58^j, d,n wahren Mittag ech 5> Kinulci'. u»d etliche 50 Spunden nach 12 Uhr angab, so wie auch die St. Iatober Thuimuhr ü Minuten uno etliche Secunden vorher dje zwölfte Stunde gc'chlagen hatte, daher leßtcll.' eilun Gang einhielt, der den Ausoldesungen, die man im bürgellichen Lchen an eine Thucmudr stellt, vollkommen geuügt. Wenn demnach die oben angtiuhite Schluhbenieltung des „Freundes der Gelzauiglcü" sich auf die St. Iatoder Sonnenuhr lxziehl, so stand d^m Einsender bei der Prü> fuug delselben teine richtig glhende mechanifcke Uhr zu Gebole i wollte er jedych damit nin die Diffllenz zwischen dem mittlren und oew wahren M,!tag oder die Zntgleichung jeneö Tages andeuten, so ware ihm bei sliücn Studien nber die Zeitmessung mehr „Genauigtlil" anzuempjehlen, dcni, am gedacht.il Tage betrug die Zcitglnchuog nicht 0 Minuten 3 S!'l,u,!dcn, sondelli (i Miliut,» 5 Secunoe», selner war die Zeitgleichuog »ichl negativ, sondern positiv, daher die Solmenuln nicht um die gedachte Zeitgleichung fiühei-, >ondrt» um so viel späte« gegenüber einer lichlig gehenden mechanischen Uhr den Mittag anzeigte. Auch ist cö zur Keniiliuß der zeitweiligen Diffeieoz zwischen dem Gange einer tichlig gehenden mechanischen und einer Sonnenuhr ll>>' unö Laidci^er nicht >>olhwendu,, nach denl Laidacher Schrriblalenoer dts Jahres 1822 zuructzu> gleisen, ra ja jeder bessere Wiener oder Leipziger Kalender hei jedem Tage auch die Zeitgleichung bringt und die Zeit-Gleichung, die sur Wien und Leipzig gilt, auch sltt Laidack »ichlig ist. Der „Freund rcr Genau'gtcil" taun sich au-ö j.d.m Werte ilber Astionomic oder aus jedem aftronumischcn Almanach die Ueberzeugung verschaffe», daß e,sl bedeutende Läli-geodifjeli'n^en zwischen zwei Olle» auf die Zeitsileichuxg von Einflich sind, daß dieselbe in Aezug c>us die entfernte.-slen Städte Europa«, so z. Ä. im Pcigleiche von London zu Moolau, deren Langeudifferenz 2 Stunden 30 Minuten belrästl, selbst im Falle ihicr bedeutendsten täglichen Arnds-lungcu zwei Secunden nicht überschreitet, daher man die in den Kalendern angeführten Zcitgleichungcn, die für Wien, Aerlin, Leipzig gellen, ebne den Fehler von ein Zehntel-Secuuoe zu begehen, auch für Laibach acceptiien tann und man daher einer besonderen Äerechnung für Laibach enthoben ist. Durch diese Bemerkuügen soll der lobenswerthen Absicht des „Einsenders" wegen iltegulirüng der hiesigen Thurm-uhren nicht enlgegeügelreten, sondern nur der allfälligen Deutung seines Schlußsatzes, daß die St. Ialober Sonnenuhr goomonisch nicht richtig gestellt sei, begignct werden. Die St. Ialobstirchc besitzt an der Sonnenuhr für die Zwcke des biira,etlich'5n Lebens einen genügenden Regulator der Zeit, dessen Necoustluiiung mit anetlennensweilber Präcision vorgenommen wmde, und es ist nickt zu zweifeln, daf, der doilige Herr Pfarrer auch in Zukunft der Neguli-lung der Tb::rmnhr, deren Gang derzeit, wie gesagt, ein entsprechender ist, sein besonderes Augenmerk zuwenden werde. Laibach, 2. August 1808. ' X. Ueoeste M. Wien, 3. August. (Tr. Ztg.) Iu der gestrigen uon 5)000 Personen besuchten Polksversammlnug entwickelten Frcsc und Mayer ans Stuttgart, Trabcrt aus Hanau das Programm der deutschen Bolkspartei. Die Volksversammlung nahm folgende Resolutionen an: Sie verdammt Oesterreichs Voörcißung von Deutschland, protcstirt gegen die Lüsuug der deutschen Frage im Anne-z.ionswegc und stimmt den Äeslrclulngcn der deutschen Boltöpartci hinsichtlich der Vüsung der deutschen Frage zu. Schließlich wurde zur Organisirnng der deutschen Voltspartei in Oesterreich eine Commission eingesetzt. Teteyraphisclic Wectisclcoursc vom 8. August, üprrc. il>lctllllique« 58.5<>. — 5'ftrrc. Metalliques mil Wai- und 'lioucmbn'-Zinscii 58.80 — 5prrc.National ?llilehrl> l)2.l!0. -- t8N0er Illluiöcul^dn, 85.20. — Vanlac»«! ?^l. "- Lrcdltacllsii 212.40, — ^'olidon 113.l ('42 Utt? !»48 1180 1402 158') 2020 2«95 284« ^?l 3!!!»!» 43?^' 523^ «703 !ii>35 790? 7977 8010 8208 8470 84<.' 8732 «!>?9 R)^0 !>592 l)731 !>815 9«2>> 10002 1008!» 1^>!i I0«35> 11390 11480 110«»? 11776 11894 12»>!>0 12538 1^'"! U<378 134«« 13994 14119 14<'24 15295 16754 17424 1?^'' 18525 1«578 1864,; 18705 18713 15832 19328 19473, P" Verlosung der iu diesen Serien culhaltcueu Gcwiuuummeru dn Hchuldm'l'schrcihlmgeu wird am 2, ^touember 1868 uorgclion^ men lvcrdrn. Bei dcr am 31. Juli vorLeilommeucn Verlosung °" fllrstlich (5 la ry ' schcn Lotterie - Anlrhent! wurden Ml' stehende NuniilielU geigen: 12.000 fl. EM c,ew. ?ir. 9M> je l00 st. CM. gcw. 1'ir. 224 1935 2004 5952 0132 u. Nv. 443 1^ 1152 1/72 2108 2432 3783 4048 4061 4243 44«1 4600 5M '!554 7810 8404 8981 8986 9759 10>»40 10173 10752 1i54 !U!0^ 11671 11979 1^039 13226 14276 14928 15351 Iliöl 16776 16798 168U» 17063 17375 18002 18258 182?«'. iM 19055 19131 19449 19553 19593 20434 20691 20726 2lW 21Ü51 21697 21814 225« >4 22^98 2311" 23358 2380«! 2M 21064 24084 25261 25286 26561 ^67 l5 26«24 26«93 2?l)^ 27140 27854 27857 28939 29506 31065 31182 31274 312?« 32399 32492 :!s74« 33053 33779 33814 34576 34586 35^ 35132 35854 36367 36550 37705 38090 38309 38919 3^4 39633 39674 39751 39854 40109 40198 40441 40777 40^' 41912. Anftei-'ommcne Fremde. Am 1. August. Stadt lll^ic«. Die Herren: Baron, Kansm., von Ora;.." VnnlM, GillSlies., rwü Pocianitz. — Cerne. .^auslu., von Wi^ Schevder, Profrssoi, und Frau Christos, Private, »wn Trie^ Elefant. Die Herren: Ietinen., von Vssts,. — Terocula, uc>»> Wien, — Zinntti, Pauiinternel/iüer, umi Ralschach. - Plctrrsäl' nigs,, Professor; ,'inch'Mc. Echiffofilhiirich - Oarssholla, und ss^ü Ärarovic, Prirmle, uon Trieft, Baieriscliov Hof. Dic Herren: Seidel, l. k. Haupüna!!»' «on Finnic, - Tulor, I. t Nkadeiniler, voir Wien, Mvhren. Die Herreu: Vchwercnfeld, k. l. ^icut., und Kuob loch, von, Fiumc. ^teleorollissische VeuOachlull^ll ill LMach. 6U. Mg. 326 9« -j-1Ä,3 »oiiidMl halb heiter ^^ 3. 2 „ 3t. 326.18 -i-19.^ O. niährq hallihciler O.>„> 10.. ?il,. !>26.!>? -^I^!» O, schwach größth, bew. Sonniger Tag Mäßig heif^. Gegen Mend zunehim'»!"' Bewöltunn aus N ziehend. Wetlerlrnchleu in NO. Daö Ta«e^ uiittel der Wärlno um 0'1" unter dem Normale, PrrlllMvonlichcr Redacteur: Iguaz v. Klrlumayl, Der Ausschuß beehrt sich hicmit, die Herren Vereis initglicder zur zweiten Versammlung, welche Samstag den 5. d. M., ? Uhr Abends, in den oberen Moralitäten der Tchiesjstätte stattfindet, höflichst einzuladen. ElM5ort)mllly 1. Mittheilung des (^inlaufcs. 2. Vorlage der Geschäftsordnung für die Vereis' ocrsammlungcu und den Ausschuß. 3. Bericht des Ausschusses über ciu in ^ailiach z" gründendes politisches Tagblatt. 4. Besprechung über die vom h. ^audcsaussch"^ beantragten Acudcruugcn der ^audtagswahlordnlMg ^ Herzogtums ii'rain. l). Antrag eines VcrciusmitgliedcS auf Hcrausgavl einer flovcuischeu Flugschrift durch dcu Verein, i^ Aufklärung des Voltes über dic Bcdcutuug der confer siouellcu Gesetze. 0. Antrag eines Vereinsmitglicdcs auf Verfasst einer Petition an das Ministerium, wegen Vcrmchnll^ der Unterrichtsgegenstäudc in dcu Voltsschulen. ^ .^7^—j------^VI Wicn, 1, August Dic Völse N'av im Ganzen aenomincii ziemlich flau. FondS und Aclieu stelllcil sich billiger. Dcuiscu uud Valuten schlosscu ctwaS steifer. Grld siils!'^ ZlNltlllltltlul. Umsatz Uinitirt, Psssentliche Schilp. /^. t,es Staates (siir 100 fl,) Gcld Waare In l!. W. zu 5vC<. snr l()0 fl 55.80 56 — dclto u. I. 1866 .... 59.60 59.^0 dctlo nictzahluav (!,.). . . 93.75 94.— Silbn'-Anlchcn von i864 . . 69.- - 7o,— Silberaul. 1865 (ssrcs.) riick^hld. in 37 I. z» 5 pCt. jitr 100 st. 71.50 72.1.0 Nat.-Anl.mil Iän.-Coup. zu 5"/„ 63.- 63.20 „ „ „ Aftv,-Conp. „ 5 „ 63.— «3.20 Metall lqneui«l. 24,— 24.50 Domainen 5pcrc iu Sillier 105.75 106. «. der Krollliiudcr (für l00 st.) Gr.-Cnts.-Ohlig. yiirderöstcneich . zu 5"/» 86.— 86.25 oberosterreich . , „ 5 „ 88.- 89.^ Geld Waare Salzburg .... zu 5°/« 87.- 88.-- Böhmen .... „ 5 „ 92.- 92.50 Mährru .... ,. b „ 88,50 89.- Schlesien , . . . „5 „ 88.50 89-50 Stnennart ... ,. 5 „ 8?.— 88.^- Ilugarn.....,< 5 „ 76.75 77.25 Tcmescr - Banal . . „ 5 „ 7:^.50 74.— Croalieu uud Slaumlieu „ 5 „ 76.— 77.— Galizicu .... „ 5 „ 6 20l>.?5 Vöhm. Wcstlillhn zn 200 si. . 155. 155.50 Oest.Dott.-Dampssch.-Gcs. ^H 542.— 543.— Oesierrcich. i!lüyd in Trieft Z Z 243.— 245.— Wiell.DamPsm.-Acta,, . . . 390.— ^00.— Pester Kcttendrlickv .... 438.- 442,— A:iglo - Austria - Bank zn 200 si, 166.50 166.75 Lmrbrrg ^crnuwllM'Actim . 185.50 185.75 Versiche'r.-Gcsellschafl Douau . 256 - 260. Pfandbriefe (flir 100 si.) National- j baut anf ^ vevlosbar zu ü"/.. 97.80 9«.-^ C. M. j Natioiialb.aufij.W.licrloöb.5,, 92.2l> 92.40 Una. Bod.-Ereb.-Anst. zu 5'/, „ 92.25 92.75 Mg. öft, VudtN-Errdit.'Austa:< ucllM'ar zu 5"/« iu Silbcr 100.25 100 75 kose (pr. Stllll.) 6red.-A.s.H.".G.z.100si.ü.W. 136,75 137.- Dott.-Dmpfsch.-G.z.100sl.CM, 94.75 95.25' Sladtnem, Ofen „ 40 „ ö. W. 33.— 34.— Estcrhazy z" 40 fl. CM. -.- 172,- Salm « 40 „ „ . 38.-- 39.— "Ge^W< Palffu zu 40 ft. CM. 35 50 K5 Clary .. 40 „ « . 33,- Z> St. Geuoic« „ 40 „ „ , 32,— ^'^ Windischgrätz „ 20 „ „ . 20.- ^^ Waldsteiil „ 20 „ „ . 21.— ^'5^ Keglevich „ 10 „ „ . 14.50 "Z5 Nudols-Sliftuug 10 „ .. . 14.75 " Wechsel. (3M°"°^ Allgsburg für 100 si siidd. W. 94,35 ^5 Fraulfurl a.M. 100 si. detlo 94.60 >' ^ Hambiira,. silr 10») Mark Baulo 8!i 50 ^'^ z»c>udml für 10 Pf, Sterling . 113^0 l^^ Paris für 100 Franks . . . 45.05 " (5ourS der Geldsovte,« K. Miiuz-Ducateu . 5 fl. 39 lr. 5 st- ^ „ Napoleonöd'or . . 9 „ 7 „ ^ " g5 ,' Rufs. Itnpcrinl« . 9 „ 34 « ^' " «l< " Veremsthalir . . 1 .. 67;« ,: " ?5 " Silber . . 111^ 50 „ 1" " Kraiuische Gruudnltläswngö - Obiiciaw""' vatnotlrung: 86.50 Geld, 90 ""