Nr. 211. Priinumciation»,'!!'!«! 3»> Komplott nanzj. si. II, hllldj. N. :>,.'»». ,tlll vic^ullelliln» „is Hau« l>«lbj.5>i,Ir. Mit bev Prjl »anzj. fi. ,5, halbj. fl. 7.50. Samstag, l4. September Insert! onsgebühl bl« lu gellen : ,ml>I««fv «m. »<>lr., 3«. l fi.-> sonst pr.Zeile im.«lr., üm.«ll ' 8m. 10 lr. u. s. w. IüscNionsftcmpcl jcbc?m .<<,)fl 1867. Aintlicher Mil, <^c. f. f. Apostolische Majestät haben nut Allcr-Yoch,tcr Entschließung vom 8. September d.I. dic Victoria nmln Mac ^,'evcu <'» Kelly ad Aghrim zur ^Mndainc des sreiwcltlich adeligen Damcnstiftcö Maria ^chul in Brunn allergnädigst zn ernennen geruht. <°««,..««.^»^.-------....... ......«^«««,„,.„,.. ,.,».«««,,',m......„—— Nichtamtlicher Theil. «aibach, 1l). September. Das hervorragendste Actcnstück des TagcS ist die Thronrede znr Erüffnnng des norddcntschcn Parlaments. Dic Wiener Blätter heben daS Trockene, ^cschäftsmäßigc der Rcdc hervor, die cinen starten Gcgcn-'atzzu ihrer Vorgängerin bilde, ja die ..N. Fr. Pr." erblickt in ihr das klare Spiegelbild des Eontrastcs zwischen den enthusiastischen Hoffnnngcn, denen die An-ganger der preußischen Spitze sich nach dem Präger seitö m,^^ ^^" Vorbehalt billigen, wic wir anderer-aus d! c> Ucbcrzcngnng sind, daß für Baden selbst "'wachse "z "^cUtung dieser Politik der größte Vortheil 5°lM)mus in ' ^^ geographische Lage des Großher-selben eine , ^'^ ^" ungünstige, die Bevölkerung des« lehnen an N^ ^"'^ homogene, als daß nicht ein An-wohlthätias».' ! "^chlnnd '" jcdcr Beziehung vou dcu Selbst de "°^"' l'ür Fürst und Volk sein sollte. in dcr badischcn Vc« fen' eine WÜ. ^"""^' ^^" "'^' "'" dcr Zeit inso-Platz :>, ^"dcruug erfahren, daß flache Gcistcr ernsteren M ^" haben." bttrifft ^^"Nnanzicllcn Ausgleich mit Ungarn wn Orn ° ^ ^"^' "' böhmischen ..TagcSbotcn," Artikel !. -^ Dcntschcn in Böhmen. einen längeren Vestrcbcn^'',''"^"ßcr Entschiedenheit gegen das b"ld oh "^ welche bald mit und Nlcich mit , .' ^ ^!" "bntcu, dem finanziellen AnS-Die Bcun s^ '" ^^'wlerigteiten in den Weg zu legen. Pnblicnms, welche ic nno da "Nd der S , .^ 3'""^" wird, sei nicht an. Platze, dic ^'ffovbc ., . ^ 'l ""'"" ""^ '"""cr wieder nur W zn Staude kommen, "oclyanpt zu Stande tommcn soll; die Reai^ rung, der Neichsrath, die Deputation dcr deutsch, iister-rcichischcu Erbländcr dürfen es sich wohl angelegen sein lassen, dic Partei Dcak zu stützen. „Soll cs denn dahin kummcn, daß die Deutschen in Oesterreich ganz isolirt dastehen, sollen sie durch ihre Haltuug — und ciuc Schaar gcdaukculoscr Kanucgicßcr schciut durch ciuc ewige Aussaat von Mißtrauen einen solchcu Zustaud uubewußt heraufzubeschwören — auch dic Uugaru vou sich stoßcu uud dcrcn Frcnudschaft und Alliauz ganz verlieren? Sollen dann die Dcntschen innerhalb Oesterreichs mit gar keinem Volke in brüderlicher Vcrbinduug zu gemeinsamen politischen Zwecken sich bekennen, oder sollen sie vielleicht Plötzlich gar ncuc Vcr-biuduugcu schließen nnd sich selbst wie ihren Zielen nn-trcn werden? „Es herrscht in Oesterreich noch immer fein genügendes Verständniß für dic Anschauungen, für das ^cben, für dic Zustäudc in Ungarn. Und wcnn wir jetzt dringend davon abmahnen, sich Ungarn gegenüber schroff, drohend nnd mißtrauisch zu zcigeu, so geschieht dieses uicht allciu deshalb, weil iu solcher Weise dcr Ausgleich, soudcru weil die Früchte desselben gefährdet werdcu könutcu. Am Znslaudctommen des Ausgleichs zweifeln wir leine Minute. NaS uus aber ciuigcrmaßcn bc-dcntlich macht, das ist dcr Tou, dcr in gewissen Or-gaucn Ungarn gegenüber angeschlagen wird, das Echo, welches dieser Ton zu wcckcn wciß, und die Propaganda, durch wllchc cs weiter getragen wird. Wir sehen hier Spuren jenes halb erkünstelten und hinanfgcschranbtcn MißtrancnS, fortwühlcndc Manöver überwundener Eli» qncn uud endlich jene Mißtcnnnng der Verhältnisse, jcnc Täuschnng nicht nur über das Wesen uud Strcbcu, sondern übcr dic Existenz dcr Parteien, welche Ungarn gegenüber zn dcr 1tt48cr Katastrophe geführt habcn. Einc zwcitc ähnliche Katastrophe kann Oesterreich nicht durchmachen. Was immerhin geschehen und was immer gebildet werden soll, friedlich muß cs geschehen nud so auch sich bilden." Zur Beleuchtung unserer VemcindcjMnde. i. /l. Wer Gelegenheit hat, über die Geschäftsführung dcr ncn organisirtcn Gemeinden in den verschiedenen Landcsthcilcn Erknndignngcn cinznholcn, dcr wird hierüber zu seinem Erstaunen dic widersprechendsten Mit-thcilungcn erhalten. — Der eine findet die Gemeinden ganz untauglich zur Besorgung der ihnen zugcwicscucu Geschäfte nnd spricht ihnen jcdc Lebensfähigkeit ab; ein anderer dagegen wciß dcn Tact nicht gcnng zn loben, mit dem sich die Gemeinden in ciucn ihnen bisher fremd gewesenen Wirknngskrcis hineinleben; ein dritter findet in dcr gegenwärtigen Geschäftsführung dcr Gemeinden ,;war viel zn tadeln, erwartet jedoch das Beste von dcr Zukunft; cin victtcr cudlich eifert nur gcgcu die zu klci« neu Ortsgcmciudcu oder gcgcn bestimmte Geschäftszweige, zu dcrcu Vcforgung die Gemeinden unfähig sein sollen, nnd tadelt das Ocmcindegcsctz, welches die ^andcsvcr-hältnissc nicht gehörig berücksichtigt Hütte. Wic cs schon nicht andcrS kommcn kann, sind diese verschiedenen Urtheile nicht immer objectiv uud nicht frei von politischen Anschauungen nbcrhanpt. Dcr Gegner dcr Gemeinde Autouomic urtheilt m dcr Regel ungünstig nnd erzählt mit unverkennbarer Selbstbefriedigung Vor-qänge, an denen sich die Unfähigkeit der Gemeinden zur Vösuug ihrer Aufgabe abspicgclu soll; für lhn genügt die Wahrnehmung uou Mißgriffen bei einer Gemeinde, um übcr die Autouomic der Gemeinden überhaupt den Stab zu brechen. Der Forlschrittsmann dagegen, dcr in der freien Gemeinde die Grnndlage des freien Staates erblickt, sieht die Dinge mit ganz anderen Augen an und ihm dient die constatirtc Lebensfähigkeit dicfcr oder icncr Gemeinde znm klaren Beweise, daß dcr Boden für ein freies Gcmcindclcbcn überall vorhanden ist, wcnn dessen allseitige Entwicklung auch noch manches zu wünschen übrig läßt. Selbstverständlich muß mau daher, nm in dcr Beurtheilung nnscrcr Gcmcindcznständc nicht ine ;n liehen, äußerst vorsichtig sein nnd das Thatsäch. lichc von dem Tendenziösen sorgfältig zu sondern trachten. Es kann nicht befremden, daß momcutun bei deu ucu oraauisirten Ocmciudcn iu dcr Führung dcr ihncn übertragenen neuen Geschäfte eme gewisse Unbchiflichleit oder Unsicherheit des Vorganges bemerkbar wnroc, denn crfahrnnasmäßig finden selbst routinirtc Beamte, wenn sie iu einen ucucn WirkuugSkreis eintreten, anfänglich mehr oder weniger Schwierigkeiten. Ans jener Erscheinung Folgerungen gegen dic Lebensfähigkeit dcr Gemein- den oder gegen dic autonome Stellung derselben abzuleiten, wäre eben so thöricht, als wcnn man cincm Kinde d,c Fähigkeit, je gehen zu lernen, deshalb absprechen wollte, weil cs bci dcm ersten Versuche gefallen ist Es war wohl mit Bestimmtheit vorauszuschcu, daß die' autonomen Gemeinden erst lernen mußten, sich frei zu bewegen, und man kann cs ihnen somit jetzt uicht zum Vorwürfe machen, daß sie nicht schon vor der "ermeit als Meister auftreten. """3" Ungeachtet jedoch die Gemeinden wegen Ncukeit ihres Wirkungskreises mauchc Schwierigkeiten n't überwinden hatten, steht cs doch schon außer allem Zweifel daß viele Gemeinde» im Lande sich nicht nur als lebeus' fähig bewährt haben, fondern anch ihrcm Wirkungskreise vollkommen gewachsen sind. ' Forscht man nach dcm Grunde, warum dies nicht bci allen Gemeinden der Fall ist und warum nnscrc Gcmcindcznständc nicht dnrchgchends und überall befric. digcnd sind, so kommt man znr Ucbcrzcuauna daß cs vorzugsweise zwci Momcutc siud, welche störend ein» wirken, nämlich: die nicht glückliche Wahl der Gemeindevertretung nnd der zu kleine Um-fang mancher selbständig coustituirten Ortöac mcindc u. " In Bczichuug auf das crstc Moment tritt uns die Erfahrung entgegen, daß bci dcn Wahlen zur Ge> meindcvcrtrctuun dicsc odcr jeuc Ncbcurücksicht nicht selteu !iuchr als die Äcfähiguug und Eiguuug des Gewählten ! entscheidend einwirkt. So fiudcn sich in manchen Gc-meindcn Ntänncr, die bisher in jcdcm Gemeindeausschusse gcscsscu sind und jetzt — der alten Uebung gemäß ---mcdcr darin sitzcn, obwohl sie sich schon längst überlebt haben. Diese unvermeidlichen, in dcr Ncgcl ganz eigenthümlich conscrvativm — im übrigen aber höchst ehren-werthen Größen manifestircn ihre Thätigkeit vorzugsweise darin, daß sie nichts gut fiudcn. was nicht alt ist und em jüngerer strebsamer Gcmcindcvorstaud findet sie stets auf Scitc dcr ncgircndcn Opposition. Writers be» merken wir iu vielen Gemeinden, namentlich in Obcr-uno Inncrkrain, zwischen dcn Hubenbcsitzeru und Kensch-lcru ciue gcgcuscitige Animosität, genährt durch separate Interessen, welche bci Wahlen insofern einen störenden Einfluß ausübt, als in erster Liuic dcr eingebildete Stan-dcsuuterschicd uud nicht die pcrsöulichc Fähigkeit in Bc< tracht kommt. In manchen Gcuiciudcu gibt es fcruer Mäuncr, welche bis jetzt als Machthaber der Gemeinden zu fuugircn uud in dicfcr Eigenschaft anf Kosten ihrer Mandanten zu leben gewohnt warcn. Wcnn dicsc In-dividucn, wclchc sich zumcist durch cinc bcsondcrc Vorliebe für nnnolhwcndige nnd zwecklose Neiscn zu den Be^ Horden iu Laibach auszeichnen, bci der Wahl dcr Gc-mclndcvcrtrctuug nicht uuberücksichtiget blieben so darf man sich nicht wundern, denn dieselben wissen iu dcu WirthhauSstubeu — dcm gcwohutcn Schauplahe ibrcr Thätigkeit — ihre Hcldcnlhalcu im Interesse der Gc-mcindc mit solchem Nachdrucke zu preiseu, daß nicmaud daran laut zu zweifeln wagt. Ob dieselben jedoch iu der Gemeindevertretung eben so wic in dcr Trinkstube an ihrcm Platze siud, mag vou manchem in Stillen mit Gruud bezweifelt wcrdcu. Dic auffallende Erscheinung cudlich, daß iu unseren Gcmciudcausschüsscu dic Gast-wirthc nuverhültuißmäßig zahlreich vertreten sind, lcitct ebenfalls unwillkürlich auf die Vermuthung, daß mitunter bci dcu Wahlen ganz eigenthümliche Rücksichten vorwalten. Es mag zwar als cinc nnzwcifclhaftc Thatsache gelten, daß gerade die Gastwirthc da uud dort iu dcr Bilduug höher stchcu als andere Gcmciudcinsassen und daß sie somit iu mancher Gemeinde zu dcn fähigsten und tüchtigsten Mitgliedern dcr Gemeindevertretung zäh' lcn, cbcnso gewiß ist cs jcdoch auch, daß sie mit itircm Gewerbe sehr leicht mit dcr Pflicht dcr Gcmcindcbertr^ tuug zur Vollziehung dcr Gcsctzc iu gewissen Richtung, in Collision kommen tönncn, wenn sie nicht uou uucigcuuützigcn Gesinnungen getragen werden ^ Wir siud überzeugt, daß sich alle ien? 'n^,- ,^ kciteu, wclchc ohuc Beruf iu den ^ ^ ^ persönlich, sitzcn/ schncll abuützcn und ci „^ " " '^^"ungcn Fähigcrcn Platz machen werden Es w«^ " ^"^ ^" dcr gcwcscu, wcuu bci dcm wcni^., c-°"? "" ^,"' welches bisher bci uuö achcn H?, t °^"^" ^"'en, Wahlcu überall in dcr mn> !s1' ^^^" die ersten wären, zumal gcwiß nur w ^ 1,"^ ^"^ ansgefallen stcllung von dcm rwM,w I^ f^^!' ""' ^re Vor^ dcn und von dcu e l^.^"'^'''^kreise dcr Gemein^ derzeit an d c G, " 7 ^nforderuuge,. hatte., welche Mn„ l "emcindcvertrctungcn qeslcllt werden. kommod. M"'l''" ^""l'cht 'rwarleu. dai< bei den lummcnocn Wahlen alle jene von dcm Schauplätze des 1420 Gemcindclcbcns verschwinden wcrdcn, welche ihre Wahl nicht ihrer Befähigung und ihren, uneigennützigen Charakter verdanken. Es nlnß den Gemeinden anch dringend empfohlen werden, bei den Wahlen zur Gcmeindcucrtretnng jede Ncbcnrücksicht bei Seite zn lassen und nur auf ihre fähigsten nnd tüchtigsten Männer zu greifen. Dies liegt nicht nur im eigenen Interesse der Gemeinde, sondern ist anch unbedingt nothwendig, nm dcr Gemeindevertretung jene moralische Kraft zn sichern, deren sie zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Mission bedarf. -- Sobald diese Mahnung beherziget wird, dürfte jeder Zweifel über die ^cbenefähigkcit mancher Gemeinden von selbst verstummen. Von größerer Bedeutung und nicht so leicht ,;n beseitigen ist das zweite — dcr Entwicklnng des Ge-mcindclcbens abträgliche Moment, welches in einem nach» folgenden Aufsätze seine Würdigung finden wird. Dcr ElMschelilwurf. Der von Dr. Mühlfeld ausgearbeitete Entwnrf eines Ehegesetzcs znr Vorlage im confcffionellcn Ausschusse des Abgeordnetenhauses lautet: Kaiserliches Patent vom........giltig für die in dem Neichsrathc vertretenen Königreiche nnd Länder. Um, noch bevor die Gesetzgebung in Ehesachen einer vollständigen Revision unterzogen wird, die bürgerlichen Rechte nnd Pflichten in Absicht anf die Ehe und dies-fälligcn Verlöbnisse nach dem Grundsätze dcr Uuabhäugig' keit derselben von dem Religionsbekenntnisse zn regeln, habe Ich dem von dem Abgeordnetenhaus«: des Rcichs-rathes über seine eigene Initiative beschlossenen nachfolgenden Gesetze, welchem das HcrrenhanS bcitrat, Meine kaiserliche Sanction zn ertheilen befunden, demnach dieses Gesetz mit Zustimmung dcr beiden Häuser dcs Reichs-rathcs für die in demselben vertretenen Königreiche nnd Länder hiemit erlassen und verkündigt wird. Gesetz, womit die bürgerlichen Rechte nnd Pflichten in Absicht anf die Ehe und dicsfälligen Verlöbnisse nach dcm Grundsätze der Unabhängigkeit' derselben von dcm Religionsbekenntnisse geregelt werden. Art. 1. Das unter Vernfung auf das Patent vom 5. November 1855, R. G. Bt. Nr. 105, erlassene nnd mit 1. Jänner 1857 z'nr Wirksamkeit gelaugte Patcut vom 8. October 1856, N. G. Bl. Nr. 185, mit dem diesem Patente als erster Anhang beigegcbcncn Gesetze über die Angelegenheiten der Katholiken im Kaiscrthumc Oesterreich, so wie dcm weiter bcigcgcbcncn nnd in dem Gesetze selbst bezogenen zweiten Anhange: Anweisung für die geistlichen Gerichte dcs Kaiscrthnmö Oesterreich in Betreff dcr Ehesachen, sind für die Königreiche und Länder, für welche das gegenwärtige Gesetz erlassen wird, anßcr Kraft gcsetzt. An deren Stelle treten auch für Katholiken die Vorschriften des von dem Ehercchtc han-delndcn zweiten Hauptstückes dcS allg. b. Gesetzbuches vom I.Iuni 1811 nnd dcr dazn nachträglich erflosscncn Gesetze und Verordnungen, insoweit dieselben zur Zeit, als das Patent vom 8. October 1850, R. G. Bl. Nr. 185, in Kraft trat, bestanden haben nnd durch das erwähnte Patent nnd die demselben bcigcgcbencn Gesetze anfgchobcn oder abgeändert worden sind, jedoch mit denjenigen Ab-ünderungen in Wirksamkeit, welche an diesen Vorschriften mittelst gegenwärtigen Gesetzes getroffen werden. Art. 2. Die Vorschriften dcö erwähnten zweiten Hauvtstückes des allg. b. Gesetzbuches und die hiezu nachträglich crgangcnen Gesetze und Vcrordnnngcn haben fcr» ncrhin anch bezüglich dcr cincm anderen ReligiouSbckeuul-nissc als dem katholischen, Angehörigen, nur mit den in diesem Gesetze enthaltenen Abändcrnngcn zn gelten. Art. 3. Mit dcm Tage, an dcm die Wirksamkeit dcs gegenwärtigen Gesetzes beginnt, sind in den Königreichen uud Väudcru, für welche dasselbe gegeben ist, die geistlichen Gerichte in Ehesachen anfgchobcn nnd wird die Gerichtsbarkeit in diesen wieder dnrch diejenigen weltli» chcn Civil- und Militärgerichte ausgeübt, die vor dcm 1. Jänner 1857, mit welchem Tage die geistlichen Gerichte in Wirksamkeit getreten sind, nach den Iurisdi» tionSnormcn vom 22. December 1851 und 20. November 1852 hiczn berufen waren; diese weltlichen Gerichte haben nach dcn znr Zeit, als das Patent vom 8. Octo-bcr 1850, R. G. Al. Nr. 185, in Wirksamkeit trat, für Ehcstrcitigleilcn was immer für einer Art bestandenen Gesetzen und Verordnungen und insbesondere nach den über das Verfahren in solchen im zweiten Hanptslückc des a. b. G. B. u. Hofoccrctc vom 23. Angnst 181l), I. G. S. Nr. I5!15. enthaltenen Aestimmnngcu, so weit dieselben zur obbczcichnctcn Zcit gegolten haben und nichl dnrch die Verfügungen dcs gegenwärtigen Gesetzes eine Aenderung erleiden, zu verfahren. Art. 4. Zu dcm § 47 a. b. G. V. wird verfügt: Aus einem in dcn Vorschriften einer Kirche oder Rcligionsgenossenschaft begründeten Eheverbote kann, selbst insofern nach diesen Vorschriften eine dawider geschlossene Ehe ungültig erklärt wird, eü, gesetzliches Ehehindcrniß nicht hergeleitet nnd die Gültigkeit dcr Ehe nicht bestrit» ten werden. Die Beobachtung dcr Vorschriften einer Kirche oder Religionsgcnofscnschaft in Ansehung dcr Ehe nnd dicsfäl-ligcn Verlöbnisse von Seite ihrer Angehörigen ist Pflicht dcr Religion nnd dcS Gewissens. Art. 5. Zn tz 54 a. b. G. B. wird verfügt: § 1. Die im 8 5 des mit Hofkricgsr. Verord-nnng vom 10. Inni 1812 erlassenen Hciratsnormalcs dcr t. k. östcrr. Armee dcn Ehcfs der dem Militär angc-hörigen Individuen bei Erthcilnrg der Ehcbcwilligung an dieselben gebotene Rücksicht anf geistliche Gesetze hat zu entfallen. 8 2. Die mit dein Hoslanilcidecrctc vom 23. Inni 18l5, Pol. Ges. Samml., Bd. 43, bekannt gegebene Vcr> fügung dcs k. k. Hoftricgsrathcs, daß jüdischen Soldaten die Bewilligung zn Heiraten nnr im Einverständnisse uiit dcr betreffenden politischen Behörde, welche die Zulässigkcit oder Uuzulüssigkeit solcher Ehen zn er» heben habe, ertheilt werden solle, hat keine Anwen-dnng mehr. Art. 0. Dcr Empfang höherer Weihen von Seite dcr Geistlichen oder die Ablcgnug geistlicher Ordcnsgc-lübdc von Seite dcr Personen beiderlei Geschlechtes, deren der tz 03 allg. b. G. Ä. erwähnt, sind fernerhin keine die Ungültigkeit cincr Ehe nach sich ziehenden Hindernisse. Art. 7. Das im § 0-l a. b. G. A. begründete Ehchindcrniß der Religionsverschicdcnheit ist anfgchobcn. Ehcucrträgc können anch zwischen Christen nnd Personen, welche sich nicht znr christlichen Religion bekennen, und übcrhcmpt zwischen Personen, welche verschiedenen Religionsbekenntnissen angehören, gültig eingegangen werden. Art. 8. An die Stelle dcr 5tz 0^ bis incl. 82 a. b. G. B. nnd dcr dazu nachträglich erlassenen Gesetze nnd Verordnungen habcn, sowcit sie nicht in dcm gegenwärtigen Gesetze anfrccht crhaltcn werden, die in dcn nach' folgenden Paragraphen cnthaltcncncn Äcstimuningcn zu treten. 8 1. Zur Gültigkeit dcr Ehe wird dic feierliche Erklärung der Einwillignng gefordert, welcher das Aufgebot uorauzugchcn hat. i> 2. Das Aufgebot besteht in der Verkündigung dcr bevorstehenden Ehe mit Anführung dcö Vornamens. Familiennamens, Gcbnrtsortcs bcidcr Verlobten, mit dcr Erinncrnng, daß jcdermauu, dcm ein Hinderniß dcr Ehc bekannt ist, selbes anzeigen solle. Diese Au;cia.c ist an dcn nach § <.) znr Aufnahme dcr feierlichen Erklärung dcr Einwillignng bcrufcncn Gcmciudc- oder Bc> zirtsvorsland cntwcdcr unmittelbar oder vermittelst des nach dem folgenden Paragraphc das Aufgebot vornehmen-dcn Gcmcindc- oder Bezirksvorstandes zn erstatten. tz 3. Dic Verkündigung hat während drei anf einander folgender Wochcu je ciumal in öffentlicher Sitznng dcr Vertretung derjenigen Gemeinde, nnd insofcrnc in cincr Stadt für cinzcluc Ocbiclc derselben nntcr der Gc> incinocvcrtrctung Bezirksvcrtrctnugcn bestehen, dcr Vcr^ trctnng desjenigen Bezirkes, in deren (Gcmcindc-, rücksichtlich Bezirks-) Gebiete die Vcrlobtcn wohncn nnd, wenn jcdcS dcr Verlobten in cincm anderen Geincindc^ nnd Bczirksgebietc wohnt, dcr bezüglichen beiden Vertretungen durch dcu Gemeinde', rücksichtlich Bc;irksuorstand mündlich zn geschehen. Dnrch dcn Zcitraum, innerhalb dessen die vurgedachtc dreimalige Verkündigung zn geschehen hat, soll an dcm Hause, in welchem die Gemeinde« oder Bezirksvertretiing, in deren öffentlicher Sitznng die mündliche Verkündigung vorzunehmen ist, diese ihrc Siz-znngcn hält, anch eine schriftliche Verkündigung dcr bc vorstehenden Ehe mit den im vorhergchendcn Paragraph angeführtcn Angaben znr allgemeinen Einsicht angchcf-tct fein. § 4. Wenn eine verlobte Person in dcm Gemeinde-, rücksichtlich Bczirksgcbicte, in dein ihre bcvorstchcndc Ehc verkündigt werden soll, noch nicht durch 0 Wochen wohnt, so ist das Anfgcbol anch in dcin Gcmcindc, rüäsichtlich Bczirksgcbictc, in wclchcm sie länger als die cbcn bc-stimmte Zeit gewohnt hat, vorznnchmcn, odcr dieselbe hat ihren Wohnsitz iu dcm Gemeinde- odcr Vczirksgc-biete, in dcm sic sich befindct, durch 0 Wochcu fmizusctzcn, damit das Aufgebot ihrer Ehc dort hinreichend fei. 8 5. Die Verlobten sollen dem Gcmcindc« odcr Bezirksvorstände übcr die Umstände, welche die Vcrknndi-gnugen anzngcbcn habcn, Urlnndcn odcr Zcuguissc bci^ bringen. Insofcrnc dies nicht thnnlich odcr cinzrlnc Umstände gar nicht angcgcbcn wcrdcn können, ist dics sowohl bei dcn mündlichen Vcrlnndia.una.cu, als in dcn schriftlichen Vcrkündignngcn zu rrwähncn. D (Forlfttz,i,!g folgt.) > Oesterreich. ^ Innsbruck, 10. September. (Kathol ikcnvcr -s a m m l u n g.) In dcr gestern uach dcm feierlichen Gottesdienste abgehaltenen ersten geschlossenen Sitznng dcr 18. Generalversammlung der katholischen Vereine Deutsch' lands nub Oesterreichs, welche mit cincr Ansprache dcs Herrn ^andcshauptinaunes Dr. Haßlwantcr eröffnet wurde, schritt mau zur Wahl dcs Präsidiums, nnd wnv> den die Herren Advocat-Anwalt Dr. Ringens ans Aachcn Brief eines Grazers über die letzten Tage dcs Kaisers Max." S. Luis Potosi, im Juli. Am 29. Februar l. I. hatte ich Audienz beim Kaiser, in welcher ich ihm meine bereits vollendete Karte vom Staate Michuacan vorlegte, die seinen vollkommenen Beifall gewann, und! in Folge deren mir am 1. März ein Befehl zugestellt! wurde, mittelst dessen ich zum Eapitän im Gcncralstabc ernannt, dcm Militärhofstaate dcs Kaisers zugetheilt und Chef seiner topographischen Aurcanr wurde. Dnrch diese' Stellung war ich stets in der Umgcbuug dcs Kaisers, ^ sowohl während dcr Belagerung von Qncrctaro, als bei dessen Gcfangcnnchmung am 15. Mai. ! Die Belagerung von Qucrctaro begann am ersten! März und bezog Kaiser Max an diesem Tage daS! Hauptquartier auf dcm Olockenhügcl Ori-,) ,' lü5 O>>». ^ l»!Ml>>! von Qucrctaro, vou wo cr dasselbe am 13. März z in das Kloster Sta. Cruz verlegte. Am 14. war dcr! erste Angriff auf Qucrctaro mit 25.000 Mann, nud wurdc mir an dicscm Tage der gefährliche Posten auf! den: Thurme des Klosters zu Theil, um das Tcrraiu und die fciudlichcn Bcwcguugen zn beobachten und den ' Kcnscr davon zu verständigen; der Posten war insofcrnc > gefahrvoll, da die Granaten nnd Gcwehrkugclu ohne Unterlaß hernmpstffen uud mchr als Eine von dcn Ersteren in bedeutend unangenehmer Nähe einschlug. Erst um 2 Uhr Nachmittags wurde ich durch Oberst Loaisa * Tagespost. abgelöst, der um 4 Uhr durch ciuc unmittelbar vor ihm platzende Granate beide Füße verlor nnd uach wcuigen Tagen in Folge der Amputation starb. ^ Am 24. März erfolgte dcr zwcitc Angriff, bei welchem es fich der Kaifcr nicht nehmen ließ, ans die i'/.olc.i (Plattform) dcr Kirche zu gchcn. Kaum war cr obcu, ^als auch fchon die Granaten hin uud her zn pfeifen be-Iganncn nnd eine tanm 3 Schritte von ihm, General Castillo nnd mir platzte, doch so glücklich, daß uicmund verletzt wurde. Als cr später, uachdcm cr im Stiegen^ hause cincn gefangenen Officicr vernommen, wieder heraustreten wollte, hatten anch die Gewehrkugeln in wahr« !haft zudringlicher Weise zn pfeifen angefangen, daher ich, dcr am Ausgang geblieben war, nm Störung zu verhüten, mich aezwnngcn sah, ihm den Austritt zu vcr-wehreu. Dcr Kaiscr gab aber wirklich erst nach, als in dcm Momente, wo cr sich vorbcngtc, zwci Kngcln zwischen uuscrcn Köpfen durchflogcn. Er faßte mich, als er sich zurückzog, am Arme, zog mich ebenfalls ins Stic-genhauö mit den Worten: „Dann habcn Sie auch nichts Draußen zn suchen." Dcr crstc uud dcr zwcitc Augriff waren mit großem Vcrlnstc dcs Fcindcs zurückgeschlagen worden, doch seine Macht wnchö stets durch neuen Znzug, während wir jeden Tag schwächer wurden uud täglich durch Scharmützel, Angriffe odcr Ausfälle Mannschaft und Officicre vcrlorcu, uud Pferde uud Maulthicrc wcgcu Mangel an Futter umstaudcu. Trotzdem schlugen wir im Ausfall am 27. April dcn übcr 30.000 Mann starken Feind jämmerlich und nahmen ihm 21 Geschütze ab. Auch dcr dritte Augriff am 5. Mai wurde abgeschlagen, zünd schon war dcr Feind ohne Hoffnung, Qncrctaro 'nehmen zu können, als cincr dcr Günstlinge dcs Kaisers, Oberst Miguel ^opez, dcn Kaiscr nnd die ganze Garnison um 7000 Thaler verkauft hatte. Er, General Arellano und Major Iablonsky waren die Vcr' , rät her, indcm letztere Vopcz hilfreiche Hand boten. In dcr Nacht vom 1-1. nnf dcn 15»'. führtc Vopcz dic feindlichen Truppen in die Stadt, nud nm wenigsten^ dcn Schein zn bewahren, erhielt Iablonsly nm 5 Ulp' Morgens dcn Auftrag, dcn Kaifcr zu wecken nnd uiit' zutheilen, daß dcr Fcind in dcr Stadt fci. Dcr Kais"' licß mich rnfcn uud bcfahl mir, daß die Escadron Hnßa-rcn, scinc Escorte, augenblicklich satteln lasse. Von del Ausführung dieses Befehls rückkehrend, bcgcgnclc ich dc" Kaifcr, dcr cbcn in Bcglcitnng dcs Obersten Prinz Salm" Salm und dcS Generals Castillo Sta. Crnz verließ n"l> mich mitkommen hieß. ^oftcz begleitete uns bis v^' die innere Vcrschanznng dcr Stadt, wo cr plötzlich uus verließ, nm sein Werk dcs Vcrrathcö zn vollende", während der Kaiscr anf dcn Oi'l-o dcm Ccrro aufznpflanzcn und cincn Parlamcutär >n o « bcrcits besetzte Stadt zn senden, um sich zn "^ ' Mittlerweile zog cr aus der Brust ciucn tlcinen p° Papicrc, ricf mich zu sich und gab mir dcn Vcsc^ dicse so schnell nnd so sorgfältig als möglich z" ^ brennen. Kaum hatte ich dies vollbracht, als Gen 1421 zum ersten. Baron Stillfricd ans Wicn znm zweiten, Graf Stollbcrg ans Brannan in Sachsen znm dritten Präsidenten, Freiherr u. Andlaw, Sigward Äiüllcr nnd Dr. I. Haßlwanter zn Ehrenpräsidenten mit Acclama' tion gewählt. Sccretär Professur Moriggl verliest die Adresse, die an Sc. Heiligkeit Papst Pins !X. gerichtet worden ist, so wie die Antwort Sr. Hciligtcit. letztere lautet: ..Geliebte Sühne! Grnß nnd apostolischen Segen. Aus enrein letzten Schreiben, das ans dein tiefsten Gefühle der Nebe und Anhünglichtcit gegen Uns nnd diesen Stuhl Pctri hervorging, haben Wir mit großer Frcndc "fahren, daß ihr bei ench am 9., 10., 11. nnd 12. des kommenden Monats September im Einvcrständniß mit dem ehmiirdigcn Vrndcr Binccnz. Bischof r>on Vrixcn, die Ansammlung der katholischen Vereine Deutschlands und Oesterreichs abhalten werdet. Da nnn bei diesen so großen Drangsalen der Zcitucrhältuissc nnd bei der so großen Ver< schwiirnng gottloser Mclischcu gegen die tathol. Kirche Uns s'chcr tciiic größere Frendc zn Theil werden kann, als daß Männer anfstchcn, welche unter der Führnng ihres Bischofs die Sache der kathol. Kirche mannhaft vertheidigen lind den Anstrengungen der Gegner Widerstand leisten, so haben Wir iusbcsondcrs aus demselben cnrcn Schreiben mit nicht M'ingcr Herzensfreude ersehen, daß ihr nnd die anderen Mitglieder der kathol. Vereine dazu vortrefflichen Willen und Mnth habt. Indem Wir dahcr cnch nnd den übri» gen Mitgliedern der katholischen Vereine wegen dieser vortrefflichen katholischen Gesinnung von Herzen Glück wünschen, flehen Wir demüthig zn Gott. daß er im Neichthume seiner göttlichen Gnade cnch nnd cnrcn Vcr-emsgenosscn beistche, damit in der tommcuden Generalversammlung solche Beschlüsse gefaßt werden, welche znm Schutze der katholischen Sache, znr Förderung der ^chre ^ Heils, zur Vcrnichtnng so vieler höchst verderblicher Irrthümer und znr Abwendung der rnchloscn und viel-«chaltigcn ?iachstcllnngcn, Betrügereien und Vcrführuu' ^n, die vou den Feinden ausgehen, beitragen tonnen. As Unterpfand Unseres vorzüglichen Wohlwollens geben ^ir nnt der ganzen Liebe Unseres Herzens cnch, geliebte ^öhnc. „nd allen Mitgliedern der katholischen Vcrcmc '^utschlands freudigst den apostolischen Scgcn. Gegeben au Nc»n dcim heil. Petrus, an: 2i». Angust 1«l!7, im "- Jahre Unseres Pontificates. Pins >>'- Paftlt." " ^"s der Gcschäftöurdnnng stcht die Wahl von fünf Ans-Msscn und zwar für Mission, für christliche Äarmhcr-ztgleit. für christliche Knnst, für Unterricht und Presse, >"r Iormalicn. Die Namen der Mitglieder, welche für °lc einzelnen Ausschüsse vorgeschlagen sind, werden vcr-"seu. Cs sind für den Ansschnß für Mission: Dom-^ar Schröder. Dccan Pansch, Hollwarth nnd Professor ^itterutzncr. Für den Ansschnß der christlichen Barm-Arziglcit: Prof. Benedict H'^nbcr ans Wr.Ncnstadt, ""an Dr. Schidlmayr in ^inz, Stadtrath Vühmcr °us Aachen. Schnhmachcr, Kaufmann ansKöln, Oberlan-desgcrichtsrath Falser, Präsident des Vinccnz-Vcrcincs in Innsbruck. Für christliche Knnst: Dr. Werner ans Inns-l'Ulck, Franz Witt aus Ncgcnsbnrg, Dr. Johann Napp, cat in Kältern; für Unterricht nnd Presse: Dom-"pitularius Monfang auS Main;, Dr.Zobl, Professor ^"s Brixcn, Dr. Spills, Prälat zn St. Florian m "bcrüstcrrcich, Dr. Ludwig Honssc ans Lnremburg, ^ Hubcr, Redacteur ans Paßau; für Formalicu: ^aron Eduard Stillfried, Prof. Mösiugcr ans Salz« Aug. Friedrich Graf Thnn und Canonicns Ncisach ans zachen. ^^^^ ^,^ ^,^ 9^ihc von Anträgen vcr-">cn. Darunter ein Antrag znr Äildnng eines Conut« aus 12 Mitgliedern znr Unterstützung des h. Vaters, znr Errichtung von Pflcgchänscrn (Hospizen) für Arbeiter an Fab.itsortcn nutcr Vcitnna weiblicher Orden, znr Gründling von Prcßburcanx iu jeder Stadt, Diöccsc oder Laud znr Untcrstützuug guter nnd Widerlegung schlechter Blätter, znr Wahl Vuxcmburgs als nächsten Tagungsort, znr Bildung eines eigenen Allsschusses für Kirchenmusik. Abends fand die erste öffentliche Sitznng statt, uud sprachen in dcrfclbcn der Herr Fürstbischof Vincenz von Brixen, Präsident LingenS, Professor Becker ans Speycr und Baron Stillfricd. Ausland. Florcnz, 11. Scfttcnlbcr. (Legion vo n A nti -bes.) Dic „Opinionc" versichert, die Angelegenheit der Legion vou Autibcs sei zur vollcu Zufriedenheit der ila» licnischcn Regierung nud inl Geiste der Scptcmbercon-vcntion gelöst. Genf, 12. September. (Fricdcnscougrcß.) Ocsleru Abends fand eine große schweizerische Volksversammlung statt; dieselbe protestirtc gegen die Nichtuug des Kongresses nnd den dem Kongresse von den französischen Socialisten anfgedrücktcn Charaltcr. Es herrscht vielfache Mißstimmuug wegen der Wcnduug, die der Cou-grcß geuommcn. In der gestrigen Sitzung erschienen Dcpntirtc der englischen Ncformliga. Vogt verliest eine Zuschrift der Schriftstellern, Fanny Lewald. Eine Nc< solution des Comite entwickelt das Programm Grüns gcgcn die stchcndc Heere. Rogel, Facy uud Wcsscl er-tlärcu ihrcu Austritt ans deili Comitt'. Facy bchanptct, den Schweizern wcrdc das Wort entzogen. (Lebhafter Widerspruch.) Ladcudorf empfiehlt die Sclbstbcfrciuug der Völker, Schmallc auS Paris dic socialistische Cun-söderation. Claudct aus Paris bemerkt, dic Demokraten Frankreichs wüuschcn ein großes einiges, aber nicht mo» uarchisch-ccntralistischcs Dentschland. Ein Demokrat aus Bologna will Freiheit im Wege der Revolution. Dn-pasquicr aus Ncucnbnrg änßcrt, es gcbc keine Freiheit ohne Sittlichkeit, nnd bchanptct, America führte den Krieg znr Unterdrückung. (Lebhafter Widerspruch eines Amcricaucrs.) — (Der spauischc Aufstand) glimmt noch fort; trotz des ungeheuren Aufwandes von Repressions-Mitteln allcr Art spnkt, wie Briefe auö Barcelona versichern, nicht blos in den catalonischcn nnd baSkischcn Gebirgen, sondern sogar südlich dcs Euro noch immer dic Insurrection und geht allmälig in ein regelrechtes politisches Vrigantaggio über, das, vom Landvolk allenthalben unterstützt, sich noch lange wird halten können. Gerade die fnrchtbarc Strenge, mit welcher Nar» vacz vorgeht, führt den vielen kleinen Banden stets neue Rekruten zu; wer nnr dic Wahl zwifchcn dem Schaffot nnd den, Anschlüsse an die nnfständischcn Guerillas hat, wählt natürlich das Letztere. „Dic Hinrichtungen haben", wic dcr „Judcpcndancc ans Madrid vou 6. Scptcmbcr berichtet wird, „iu Barcelona, in Tarragona, in Valcn-cia und zahlreichen anderen Städte begonnen; die Kriegsgerichte arbeiten rasch und betreiben ihr trauriges Gc-schäst gauz nach Wunsch der Regierung. Um diejenigen, welche für den Aufstand Sympathien hcgcn, noch mehr einzuschüchtern, vcrnrthcilcn sic die Gefangenen mcht zum Tode durch das Blei. sondcru zur schimpftlichcn Ga-rottc. Am letzten Montage haben zwei Bürger von Valencia diese Todeöart erlitten; gestern fanden m Barcelona fünf, in Tarragona vier Hinrichtungen statt. Die Zahl dcr weniger Compromittirten, welche täglich zum Bagno oder znr Zwangsarbeit, deren Dauer zwischen zwölf nnd zwanzig Jahren wechselt, vcrnrtheilt werden, geht in dic Hunderte. Noch tranrigcrc und blutigere Nc-ftrcssalicu werden für die nächste Zuluuft vorbereitet; das SchrcckcuSrcgimcnt in den Provinzen, welche Schau» Platz der Erhebung gewesen, übersteigt alle Begriffe; selbst die alleracmäßigtcsten Männer entsetzen sich vor diesem Tcrrorisnlus, dcr sich jetzt zu entfalten beginnt." Hagesneuisskeiten. — (Militärisches.) Se. Majestät dcr Kaiser hat nachstehende Aenderungen in der Organisation der Cavalerie genehmigt: Die Cürassier-Negimenter Nr. 1 bis 12 haben, lmler Veibcbehallung ihrer bisherigen Nummern, vom Iten October 1807 angefangen die Benennung: „Dragoner-^e-gimcuter" zu führen, während das dermalige Dragoner-Regiment Nr. 1 mit selbem Tage die Nummer I.'l, jene5 Nr. 2 die Nr. 14 anzunehmen hat. Für die zur Cavalerie» Waffe neu eingetheilten Äelruten wird cm gleiches Körper mäh. und zwar als Minimalmak 01, als Maiimalmaß 0« Wiener Zoll, scstgesekl. Das bi? nun für CürassierRemon, ten vorgezcichnetc Ma^ ist aucb tünstig für die Pferde dri Draguncr-Negimenter Nr. 1 did 12 giltig, während den übrigen kavaleric-Regimentern in der Folge ein größeres Percent an Pferden über 15 Faust zugewiesen werden wird. Vei den Cürassier- (künftigen Dragoner-) Regimentern Nr. 1 bis 12 haben der zweite Standartführer und die zweite Standarte zu entfallen. — Die im Gebühren-Reglement für die I. I. Armee (tz 87, Puntl Ii) syslemisirte Dienstes-Zu> I^igs dci der Cavalerie hat lünstighin zu entfallen. — (Die Militilrpolizeicorps.) Die Glaub« Würdigkeit der Mittheilung über eine bereits beschlossene, voll-slündigc Auflösung dcr Militär-Polizeiwache wird jetzt entschieden i,i Abllde gestalt und zur Unteistül^ung des so ausgesprochenen Zweifels auf dcn Umstand verwiesen, daß die Mittheilung auch behaupte, die Militär.Polizciwache versehe gegenwärtig nur noch in Wien und Trieft den Sicherheitsdienst, wobei eben auf Lembcrg und Kralau vergessen worden sei. — (Cholera.) Da einer Mittheilung der t. l. dal« matinischen Statthaltern zufolge die Cholera im Kreise Nag us a gänzlich erloschen ist, so werden die auS den Häfen desselben abgehenden Provenienzen vom 12. d. M. mit Patente netta versehen und in den übrigen Häfen des Österreichischen Küstenlandes zu sreier Pratica zugelassen. — (DieWohlfeilheit derAusgaben deutscher Clas sit er) — schreibt man der „Ä. A. Z." aus Leipzig — mit welcher die I. G. Cotw'sche Buchhandlung da« deutsche Voll so angenehm überrascht hat (Schiller's Gedickte für '/^ Thaler!), hat eine Nachfrage nach diesen CllMen unserer Literatur hervorgerufen, wie sie in den Annalen des deutschen Buchhandels wohl noch nicht erlebt worden. Aon den Sorlimciitshandlungen gehen die Bestellungen auf die hübschen Vändchen nicht mehr nach Hunderten und Tausenden, sondern nach Zehntaulenden hier ein, und man freut sich bereits auf Goethe's „Faust," der — ebenfalls für 2V2 Sgr. — den Schiller'schen Gedichten auf dem Fuhe folgen foll. — (Naivetät.) Die „A. Mg. Ztg." b.rnerlt bei Gelegenheit einer Besprechung der Mont-Cenisbahn: Da wir gerade von Eisenbahnen sprechen, so können wir nicht um» dm, unsere Verwunderung auszudrücken, wie man von italienischer und baierischer Seite fortführt, unfcre beiderseitige Corresponded über die Schweiz zu senden, als ob die Brenner« bahn nur zum anschauen da wäre l Vilva Palacio vom Feinde erschien, dem Kaiser Max "tgcgcnging und uon ihm dcn Säbel forderte. Auch "u- wurden entwaffnet und nun sämmtlich auf Sauta ^uz gcfnhrt, wo wir r,om Kaiser gctrcunt nnd in dcr "'M zu dcu übrigen Officicrcn, die uon dcn Trnppcn gangen genommen wnrdcn odcr sich crgebcn haltcn, "N3c,pcrrt wnrdcn. „ Hier waren wir nun an 5»00 an dcr Zahl, fast " "h„c decken, ohne Geld (Uhr nnd Ring halte ich 'neu ' "'^m ich beides in den Stiefeln barg) znsam- aus l',^l' i^m Tag erwartend, znr Cxcsulion hm- "^lhtt zu werde»,. Hllfass ^'' ",u l; Uhr Abends enlznndctcn sich dllrch ^y/' einige liegengebliebene Patronen, nnd in Post ljicdnrch entstandenen Tnlnnltcs fcncrtcn die Eiil,? ""^' ""^' ""^ ^'""N der W^chofficicr, mit dcm »No <->'" 5'lh hallend, in das Gcsäilqniß ; dlirch Schüsse welsl ^^ wnrdcn sieben (befangene r>crwnndct, von Wllr^' ^ bald ihren Wunden' erlagen, Am I«lcn das ^'^ "^^ "''l ^"' '^"lscr uud den Generalen in 3><-»^ ^^scui Zwecke ausgeräumte Nouncnklostcr dc las ^"esttaß transportirt. ol>ne ^)^^ ^^^ hindurch ließ man uns ohne Geld nnd buna - """' ""d wnrdc ein Capitän factisch dnrch in t,^^""^"^""'^' ""d nur wcuigc waren es, die sich fuhren "^ befanden, sich zn sättigen. Alle Tage erden a >,^^ vorgenommene misiliruugcn uud stets wur-s° wn " ^^ichuct, dic zum Tode bestimmt waren; nwra.., V" ^"^ "llc Stabsofficicrc nnd Capitäns, ^ » .s ^usläudcr, einmal die Ossicicrc, die mit rbeu ""^"' ^fnugcu wurdcn, cin andcrnml dic mit dcm Lcdicnt?"/?'"" und füsilirlcn Vicndcz iu Michnnca" abtl'fil. '"' i^l die Commandanten dcr Trnppcn- Zungen, spüter jeder zehnte in dcr Viste. Erst a,u ucuutcn Tage unserer Gefangen,cliast yurten aue oicjc Bcfürchtnngcn so ziemlich auf, und uur wcuigc wurdeu als bcfondcrö gravirt bczcichnct. Gcd bctamcn wlr nicht, aber am ficbcntcn Tage cinc Art uon Menage, so schlecht, wic ich es nic bei nnscrcn Soldaten, die doch alles Mögliche znsammcncsscn, gesehen. Am k Juni endlich kanl die Entschcidnng des Prüildentcn Juarez, zufolge dessen Kaiser Mrimllmn M.ramon und Mezla uor cin Kriegsgericht gcstcllt wnrdcu allcn nbr.gcn Generälen, den, Priuzcn SalnpSalm, ,.! Stabsofstclcren nnd cinigcn Capitäns nnd ^ubMerucn der Proceß ge-niacht wurde, uud die übrlgcu Obcr,eu auf l> Jahre die Obcrstlicuteuauts auf 5, tne Mai°re anf 4 nnd Capitäns anf ^ Jahre Gefängmß vei'ntthel t al e an -ländischcn Enbalternofficierc nach S. ^lls Poto,l g» bracht nnd die mcricanischcn Snbaltcrnen frcl nnd nntcr ^^»U'2dr^^ Klostcr der Kapnzincriuucn, d.e Stabso stclere marschn-. l , nach Morclia, 5'0 CaP'tans nach Guanahnato, 5>0 i./^catcsos uud die snaltcrncn Mcricaner wurden Äm w. Vor.nittags wnrden wir: 18 75e ache Capi t^ 42 Franzosen, cin Engländer nnd ? "este^ ichcr hcransgch "N. n,it eincr ^scortc von " Man Ca a^^ nach San ^uis Potosi zu marschiren. P r dc>u Ablnarschc hatte Baron ^ago jedem Ocster- ,.^'e, 10 Tbalcr und die Ncgicrnng Mm Gefangenen /§ aler aea b n' cr erste Vctrag stoß aus dcni Untcr- stichnngsfond der Gesandtschaft nnd dcr lctzte war Marsch- "^^^ickt acnna lanu ich die Liebenswürdigkeit unseres l5apilä.l Mrs" low., durch des- ^n Äeucbmcn nnscr achttägiger Äiarsch uichr einer Tonristenparlic als cineni Gefangenentransporte glich. Iu Potosi befinden wir uns sammt und sonders, 71 an dcr Zahl, in einem großen Saale, wo wir durch dic Güte dcs Gouverncnrs einige Tische und Stühle erhalten haben, uud erwarten nnn, was man über uus verfügen wird, das heißt: wann wir in Freiheit tommcu. Uebri^ gcns ist nnscr i/cbcn, die Freiheit abgesehen, erträglicher, als Kriegsgefangene es fönst erwarten dürfen. Um 7 Uhr werden wir dnrch den Nuf: Kaffcc! aufgeweckt, und wird cin ganz leidlicher Kaffee vertheilt; hierauf macht man Toilette und es reinigt jeder seinen Platz, womit die Zeit bis znr Wachablösung vergeht, wo wir antreten nnd verlesen werden. Mit diesem odcr jenem beschäftigt, erwarten wir nm 11 Uhr die Bcsuchstundc und das Mittagessen, daö, wenn auch nicht gut, doch wenigstens genießbar ist; — nm 4 Uhr dürfen wir im Hofraumc spazieren gehen und frische Vust schöpfen, nnd von 5 bis <; Uhr Gesuche empfangen, bis dcr Abendlaffcc eintrifft woranf Jeder seine Lagerstätte anfsucht. ' So oft cs mir möglich ist. cincn Platz «n einem odcr dcm anderen Tische zu bclommcn, arbeite ick meinen Plänen nnd Zeichnungen nnd an der 5^'^" der letzten fünf Monate dcs mcxicauisck n ^ ^ '^^ zn welcher ich dnrch mein ^eben in ?^ä e '^«"Z"' scrö, und da ich viele in fremden N>. ^ ^ ^ km-Docnmcntc znr Ucbersctznn ^ A S" geschriebene hattc, hinrcichcnde Daten Htze ""lche in Händen «ach^sg!^ u/ame^ "1"S von officic ler Scite w- n' .. ^?^l«l, welches uns wwrsteht. daß mi " .?. "'^ ^cr lang ans nnfercr c,fl c.itlasscn »nd angtw.csen werden, das ^and zu verlassen. 1422 — (Werth von Patenten.) England fabriciit jetzt wöchentlich 0000 Tonnen Eisen nack dem Verfahren von Bessemer. Ticscr bezieht vom Centner eine Patent« gebühr von 1 Sh., also im Ganzen 1.900.000 Lstr. oder 22,000.000 fl. jährlich, Wenn man 300 Arbeitstage rech' net. Noch weit kolossaler sollen die Gewinne sein, welche die Hütten selbst von dem Verfahren ziehen. (^) Locales. — (Tanit 2 tische?.) Unsere Stadtluft ist in den letzten Tagen durch das Moorbrennen uno die offen liegenden Canäle an der Laiback, deren Inhalt in der brennenden Sonne den Gesetzen der Natur folgt, in ein Stadium qcralhen, daß selbst einen eingeborenen Laibacher, der solche Annehmlichkeiten von Kindesbeinen auf gewöhnt ist, ein gelindes Grausen anwandelt. Der Moorrauch freilich ist nicht zu bcs.itigcn, die Gesetzgebung hat ihn nunmehr zu einem Attribute der schönsten Jahreszeiten, des Frühlings und Herbstes, gemacht, aber die zweite LalamitHt hätte schon längst beseitigt oder doch gcmilrert weiden tonnen, durch zeitweise stärkere Füllung des Fluhdcltrs u. dgl. Ta wir uns schon linmal, zum Glück nur „im Geiste", am User der Laibach befinden, so wollen wir auch fur die Nothbrucke, welche am Abend de« Pütticoncevteö sich in vollster Finsterniß befand, um ein llcines Lämftchen gebeten haben. — (Einbruch.) In der Nacht vom verflossenen Mittwoch auf Donnerstag wurde ins Comptoir des Herrn Nacic im Müblcisen'schen Hause an der Wiener-Linie eingebrochen. Es wurde dem Vernehmen nach dem Herrn Nacic ein Schaden von 80 — 100 ft. zugefügt, und unter anderm ein dort aufbewahrter Koffer mit Effecten der Fr. Morsla, Primadonna unserer Oper, entwendet. — (M on des f inste r n iß.) Die Beobachtung der heule Nachts stattgrsundenen Mondesfinslerniß war von einem wollenlosen Himmel begünstiget. Tie höhcnraucharlige Tlü-bung der Lust uM die des Morgens sich einstellende Nebelbildung , welche beide Erscheinungen in der Herbstzeit der Reinheit der Laibachcr Atmosphäre Eintrag machen, waren während des Verlaufes der Naturerscheinung laum wahrzunehmen. Die Finsterniß begann um 10 Uhr 55 Minuten m. L. Z., sie erreichte ihr Maximum mit beiläufig 7 Zehntel Bedeckung des nördlichen Theiles der Mondscheibe um I Uhr 24 Minuten und endete um 2 Uhr 53 Minuten. — (Körpermaß i.l Krain.) Die „Wiener Ztg." veröffentlicht interessante statistische Taten über die Heeres-ergünzung in Italien 1865 im Vergleich zu jener in Oester» reich, welchen wir in Vezug auf das tiorpermaß der Mannschaft entnehmen, dah die wenigsten lleincn Leute unter den Südslaven und Italienern gesunden weiden, daher z. V. Kram nur 3'8 vCt. wegen Mangels an Maß Zulüclge-wirsener zeigt, wühlend z.B. in Galizien I8'0 pCt. und in Schlesien II'I pCt. Untermäßige sind. — (Etwas für den Hundewagen,) Vor ein paar Tagen wurde in der Nähe des Vervflcgsamtsgebäudes ein kleiner Pintsch von einem Bulldogg angefallen und derart gebissen, daß >-r augenblicklich todt lu'gen blicb. Die Bull» doggs sind bekanntlich eine traurige Ausnahme im liebenswürdigen Hundegeschlccht, sie haben eine so bösartige Natur, dah der eigene Herr vor gelegentlichen plötzlichen Anfällen nickt sicher ist. Unseres Wissens sollen derartige böse Hunde Maultürbe tragen. Es sollte auf die Beobachtung dieser Vorschrift umsomehr invigilirt werden, als Hunde be« lannllich bisweilen auch Menschen anfallen. — (Theater.) Nächsten Montag wird unser landschaftliches Theater unter der bewährten Direction des Herrn Zöllner mit Ha slander's „Geheimem Agenten" eröffnet. Tags darauf wiid zur Vorführung der Posjeutlüstc daS Wiener Zugftüä: „alte Schachtel" und Mittwoch „Norma" gegeben. — (In der thierHrztlichen Schule) finden die Iahresprüfungen am 23., 24. und 25. b. M. Vormittag von 9—12 Uhr, Nachmittag von 3—6 Uhr statt, und zwar in nachstehender Reihenfolge: Am 23. Vor- und Nachmittag prüft Herr Stale aus der Kenntniß des Thierlör-pels und feiner Funclioncn, aus der Heilkunde, der Therapie innerer unt» äußerer Krankheiten und aus der Operalione-lehre: am 24. Vormittag Herr Dr. Karl Vleiweis aus der Chemie mit Rücksicht auf die Thierhcillunde, Nachmittag aber Herr Lehrer Prof. KonSek aus der Votanil mit MA ficht auf Thierheiltunoe', am 25. der Herr Director dcr Schule Dr. Ioh. Blei weis aus der Naturgeschichte des Hausviehs, aus der Viehzucht, aus der Geburtshilfe beim Hausvieh, aus der gerichtlichen Thiertunde, aus dcr Fleisch-beschau. — Die Prüfungm in dem Schullocale, untere Po-lana, sind öffentlich. Der Zutritt ist jedem gestattet. — (Cholera» Hu mor.) Die „Novice" veröffentlichen nachstehendes dem Herrn Bürgermeister zugegangenes Schreiben: „Löbliche G^nuinoeuoistchung! Es ist hierorts das Gerede im Umlaufe, daß dcr.......am jüngstver- flossencn Donnerstag in ... einen Cholera-Anfall glücklich überstanden hat; nun dies noch nicht genug, nach den neuesten Sanitätsvorschristen hat sich ... bei dem Umstände, als er selbst bestätiget, die Cholera überstanden zu haben, sogleich einer 5tägigcn Contumaz unter äußerer Bewachung im abgesonderten und abgrsuerrtcn Locale zu unterziehen. Die Contumaz besteht in täglicher Räucherung mit Cholera-kalt, täglich ein Bad aus Tabcikabsud, 28" Wärme, Kost i täglich 3mal ^ Scidl klare Suppe, zum Trank täglich 4 Maß kaltes Wasser, woiin Ochsengalle beigemischt wird. Nach dem Bade wird ... in Kotzen gewickelt und muß ourch 4 Stunden schwitzen; die Excrcmcnte werden im Con-lumazzimmer durch 24 Stunden belassen, und sodann von . . . selbst unter Aufsicht an cinen bestimmten Ort getragen und in die Erde verscharrt. Damit aber j<,'dez> Cholcragist im Körper uciuichttt wiro, muß ... ^/^ Eeidl Asandauf» lüsung (Teuselsdrcct) einnehmen." — ... am 7. September 18U7. — (Schluhverhandlungen) beim l. l. LandrS-gelichte in Laibach. Am 18. September. Andreas MerSnil und Genossen: Ocffentliche Gewaltthätigkeit; Matth. I>rom und Iosefa Ierom: Bctiug und Verleumdung. — Am 19tcn September. Blas Vcrnik: Oeffentliche Gewaltthätigkeit; Johann Sliunit und Florian Rell: Oefsentliche Gewaltthätigkeit: Jakob (5ernologar und Johann Ielz: Diebstahl. — Am 20. September. Andreas Kermauner: Diebstahl: Maria Grilj: Veruntreuung: Gregor Kauta und Andreas Kauka: Oeffentliche Gewaltthätigkeit. Neueste Post. Nien, 13. September. Die Morgcnblättcr mcl-den übereinstimmend, daß beide Finanzminister sich über das AusglciäMaoorat einigten. Ans einer sehr lieachtenöwcrthcn Pariser Quelle kommt dem „Wr. Tgblt." die folgende Mittheilung zu: Die Florentiner Regierung ist nicht, wie von gewisser Seite behauptet wird, dcr Verpflichtung, jeden Angriff auf Nom abzuwehren, von Seiten Frankreichs enthoben worden, sondern die SeptcmbcrConvcntion ward viel« mehr dieser Tage förmlich crucuert, wogegen die fran» zösischcu Beziehungen zur Legion von AntibeS gelöst worden sind. Dcr neue Vertrag ist dnrch Arcsc verhau« dclt worden. Ein Unternehmen Garibaldi's würde also die italienische Armee anf seinem Wege finden, indessen weiß die französische Regierung sehr genau, daß Garibaldi weder Geld noch Menschen zur Verfügung hat. Telegramme. Pest, 12. September. (Pr.) Der ..Pester Lloyd" meldet, der dircctcn Ingcrcn; Sr. Majestät sei die Vereinbarung zwischen den beiden Finanzministcru zn verdanken. Die durchschnittliche Bcitragsziffcr dcr letzten sechs Budget-Ausweise wird als Grundlage angenommen. Ungarn übernimmt also ungefähr 5)2 Millionen. Dcr Deficitrest wird als gemeinsame Angelegenheit er« klärt, deren Dccknng den Delegationen obliegt. Verlin, 12. September. Graf Uscdom, welcher Samstag nach Florenz zurückkehrt, wohnte gestern mit den hier anwesenden italienischen Osficiercn den Schieß» Übungen in Spaudau bei; die italienischen Officicrc be» sichtigten die dortigen militärischen Einrichtungen. - - In der heutigen Vundcsrathssitzung brachte Prcnßcu ein Gesetz betreffend die Bnndcsconsulatc cm; die Etats für daö Post- und Telcgraphenwescn so wie für die Marine und die Buudcsbchördcn wnrdcu angenommen und daS Postgcsctz redactions festgestellt. Schaffhausen, 12. September. Se. Majestät dcr Kaiser von Oesterreich kam gestern um 4'/, Uhr nn und reist Freitag wieder ab. Genf, 12. September. (Tr. Ztg.) Vierte Cou^ greßsitznng. Dcr Präsident bedauert die Mißachtung dcr Redefreiheit. Wcsscl: Nicht dic Uuabhängigkcit, sondern die Ehre Genfs sci gefährdet durch die Verletzung dcr Redefreiheit. Unter lärmender Abstimmung über den Count!>antrag, iu Genf ein permanentes Congreßcomi!^ zu errichten, welcher ungeachtet des Widerspruchs dcr Genfer als angenommen erklärt wird, erklärt der Prä-sidcnt inmitten entsetzlicher Aufregung die Auflösung des Congresses. Telegraphische U5echsclcours, vom 18, September. 5p?rc. Metlllliciucs 57. — 5>pcrc. Mctalliqueö mit Mai- und Mucmber-Zinscu 59. — 5pcrc. National ^ Nnlchen 76. — «ans-actirn 684. — Eceditacticn 183,80, — 1860cr Ztualtta'ilct»» 81 60, — Silver 121,50, — 5!andou 123 75. — lt.!, Dilcalcn 5.90. Keschästs-Zeitung. Natiollalballk. Dcr am 12 d. anögca.cbcnl> Wochciiaus-«ucis iibcr dcu Sland dcr Mtionalbaul zcigt gcc,cu drn3l. n.M. folgrudc V^äiidcvnus>cu: Dcr Vaulnulciinmlanf (222,1. September. Hcrr Vinceiiz Roth, l. l, Steuern ciintöofficial, all 42 Jahre, in dcr Gradischavorsladt Nr. 4A, an llräm,c. Den 7. September, Franz Gradiäar, Taglühner, nll W Iahrc, im Eiuilspital am Typhnö. — Franz Inrlouic. Hns schmieb, alt 5? Jahre, im Ciuilsp tal in Fulge erliliciicr Vcrlcz' znncicn und wurde gerichtlich bcschaut. Dcu 9, September Dem Herrn Stefan Wlllilsch, l. k. Polizeibcamte, ftinc Gattin Inlla, alt 4^» Jahre, in der Stadt Nr 207, an der AnözrlMnn,. Den 10. ScPtembc r. Dcm Hcrrn Johann Kordisch, k, k, Finanzniach-Olicralifsehcr, sein Sohn Johann, alt « Jahre, 8 Monate uud 8 Taßc, in der Stadt Nr. I7tt, an dcr hcintisseu Brcwne. — Grcgor (5armann, Äcttlcr, alt 20 Jahre, im Eivil-spital an dcr Ochir,ilähm,in'N'en: Waringcr, Kanfm., nnd Hioß, Hand' lnngsrcis,, von Wicn. — Na^gnci», uon Zcngg, — i!cdcrcr, Kanfm , von Tricst. — Vmkkr, Jurist, von" Linz. — Popovic, Kanfm,, von Otocac, - Lcsluwiz, f. l. Postmcistcr, von Idrin Wilder Mann. Hcrr Adler, Äansm., von Wien. Tternwarte Hcrr Zicrcheim. Kaiser vo» Oesterreich. Die Hcrrcn: Cichholzev, Holz-handlcr, von Nmhanc-. — Fuß. — Älau, CommiS, von Wicii, — Rcibcnschuh. von Graz, - Qnoftill, Fadricnut. vnnZnaim Milde Vabcn für die Abbrändler in fandstraß: Von Frau Ioscfinc Schustcrschitz.....20 fl. „ .. Antonie ^alner......2 ,. „ Herrn M. 3i......... . 5^ ^^^^^^^^^^________Zusamiuen 2? sl> clNetollrlilo^jche Heotiuchlullsse,l ill Kmlwct^ 8 «Z8^ 3 8 ^ «I?' 6 U. Mg., 32? 8x -l-N.K windstill dichter Nebel 1Z. 2 ,. N. ! 327,^ ^' » O. schwach ! hrücr ^ U.„" 10.. Ab.! 327,..,! j.14..8.15 58.3» 7. Stcucranl. in ü. W. u. I. 1864 zu 5pEt. rückzahlbar . 8^.4l> 88..''0 Silver-Anlcheu von 1864 . . 73.— 74.— Silbercml.1805 (FrcS.) rilchlihlb. in 37 Jahr. zu 5 pEt. 100 si. 79,-- 79.50 Nat.-Aul. mit Iüu.-Coup. zu 5"/„ 6«.50 ^, „ „ „ 1860 „ 100 „ 90... H0.25 „ „ „ 1864 „ 100 „ ?.;.?0 7s,,^o Eomo-Rcntensch. zu 42 I.. «u8t. 20 — 2<.»!)<' v. der Kronländer (für 100 fl.) Gr.-Cntl.-Oblia. Niederösterreich . . zu 5°/» «!'- ^0.- oberüfterreich > „ 5 „ «9.50 90.— Gelb Waare Salzburg .... zu 5'/, 86.— 87.— Böhmen .... „5 „ 8«.50 89.50 Mähren .... „ f» „ d»:.— «7.- - Schlesien .... „5 „ 85.50 86.50 Steicrmarl ... „ 5 „ 89.50 90.^ llngarn.....„ 5 „ 6i).ü0 6!>.?5 Tcmcscr-Vanat . . „ 5 „ 67. - 67.50 Eroaticn und Slavonien „ 5 „ Galizicn .... „ 5 „ 65.75 66.25 Sicbcnburgeu . . . „ 5 „ 63.-- 63..')0 Butoviua .... „ 5 „ 54.— 65.— llng. m. d. V.-E. 1867 „ 5 „ 66. - 66.50 Tcm.B.m.d.V.-C. 1867,, 5 „ 65.50 66.— Actien lpr- Stlich. Nationalbank (c>hur Dividende) 655.— 686,— K. Fcrd.-Nordb.zu 1000fl. C. M, 1712.- 1715.-Krcdit-Anstalt zu 200 fl, 0. W, 185.20 184.40 N.ü, Escom.-Ges.zl'500fI.ü,W. 603.— 606.— T.-E.-G.zu200fI.EM.c,.500Fr. ^!40.W 241,— Kais. Elis. Bahn zu 200 fl. EM. 141.— HI.50 Sild.-ttordd.Ver..B.2s)0 „ „ 125.— l25.25 Süd,St.-,l.-uen.u.z.-i.E.200fl. 189.50 1!>0.— Gal.Karl-rud.-V.z.200ft.EM. iilb.7ü 216.- Geld Waare Biihm. Wcstbahn zn 200 fl. . 144,- 144 l.0 Oest.Dll!i.-Dampfsch,'Gcs. «-^ 482.- 483,— Ocsterrcich. ^!luyd iu Tricst Z l2» 175.— 1»0.- Wicn.Dampfm,-Äctg,500ft,ü,W. 420.— 430.— Pcstcr Kcttenbrltckc ' . . . . 380.— 386.— Nnglo-Austrill-Bant zu M)st. 105.50 106.— i!cmbcrgcr Eeruowitzer Actien . 174.— 174.50 Pfandbriefe (fiir 100 fl.) National- ^ banl auf >verloöbar zu 5°/« l<7.- , <>?.5<) (5. M. j Nalionalb.aufll.W vcrlo«b.5„ i»2.l0 l'2.60 Una. Vod.-Ercd.-Aust. zu 5'/, „ '.i0.— l«0.5(» Allg. cist. B°dcu-Eredit-?,nstall vcrlosbar zu 5°/, in Silber 105.— 106,— Domaincu-, 5pcrc. in Silber . 105.— 108 25 liose (pr. Stllck.) Crcd,-N.f.H.u.G.z.100fl.ij.N. 127.25 127.50 Dou.-DniPssch.-G.z.100fl.CM' 85.75 86.75 Stadtgem. Ofen „ 40 „ ü. W. 25.— 24.— Esterhazy „ 40 „ EM. 97.- 100.- Salm „ 40 „ „ . 2!».— 23.50 Pallfft) „ 40 „ „ . 23.50 24.50 Geld Wame Elary zu 40 fl. EM. 24.-- 25.-' St. Genois „ 40 „ „ . 23. - 2^bl> Wiiidischgräl) „ 20 „ „ . 17.— 1">7I Waldstcin „ 20 „ „ . 18,50 ^'" Ocalcvich „ 10 „ „ . 12.- ^ Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 12.- 12-5" Wechsel. (3 Mouate) Augsburg für 100 fl, sildd. W. 102.75 10.'!-^ Frautfurta.M,100 fl. dctto 103.- U""' Hamburg, für 100 Marl Banlo i»1.- l'i.^ London fllr 10 Pf. Stcrling . 123.65 12."" Paris für 100 Frank« . . . 48.49 4i1."' (Tours der Geldsorten Gcld W°°" K. Mliuz-Ducaten 5 fl. 89jlr. 5) fl. !'" Ätapolconöd'or . . 9 „ i-l? „ 9 „ «" " Nuss. Impcrial« . 10 „ 9 „ 10 ,. ^^ " Vcrciusthalcr . . 1 „ 8!j„ 1 " ^1 " Silber . . 121 „ 25 „121 „ 50 „ Krainische Gruudcnllastuugs-Obligationen, Pl vatnotirung: 87 Gcld, 93 Waa«.