Mbacher Zeitung. Nr. 236. Plänumtrationöprcis: Im Lompton-nanzj. fl. Il, halbi. fl. .1.50. Mr die.q„ficlllinn '»^ HauS halbj.5Ulr. Mit dcr Post aa»z>. sl.'.''. h"lb>. fl. 7.^0. Samstag, t4. Oktober Insert! onenebilhr bi« 10 Zeilen: imal s.o lr.. 8m. «N fr., 3m. i fl.: sonst pr. Zeile im. s> lr., 2m. k lr.. llm. w lr. n. s. w. Inlcrlirneficmpel jedei»,». 50 lr. 18«3. Ämtlicher Theil. Der Iustizmiuistcr hat dic bei dem Krcisgerichte in Znaim erledigte Nathöstclle dem disponiblen KomitatS. gcrichtsrathe aus Leutschau Ignaz Spnrny verliehen. Der Iustizmiuister hat den StaatSanwaltSsubstitu-ten Ewald Hayck in Lcitmeritz zum Kreisgerichtsrathc daselbst ernannt. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 14. Oltober. Das EinbcrnfungSreslript deS ungarischen Landtages war daö Signal, auf wclchcS wie mit einem Zaubcrschlagc Ungarn durch seine Führer daS seit 1861 konsequent bewahrte Schweigen gebrochen hat; von die» sem Vlomcutc au ergießt sich durch die geöffneten Schleußen ein Strom vou Ncdcu, welche iu rückhalt» losen, offenen Worten den angestrebten Ziclcu uud Wünschen der ungarischen Nation Ausdruck verleihen. 3Bir haben heute wieder eine solche Manifestation zu verzeichnen. Es ist die Wahlrede, welche der radikale Vcrtr-ter der Pester Ioscfsladt auf dem I801cr Landtage, Virgil Szilagyi, anläßlich seiner Kandidatur für den bevorstehenden Landtag vor der Wählerschaft des gcuanntcu Bezirkes hielt. Er verlaugt die Rcmtcgrirung der Krone St. Stephans, ein volllouuucu 'in jeder Beziehung unabhän-yiges, verantwortliches ungarisches Ministerium nnd die Inkraftsetzung der l848cr Gesetze in ihrem ganzen z Umfange. Er kann „eine Gemeinsamkeit der Gesetz, ycliung oder Regierung" zwischen Ungarn uud dcu „österreichischen" Läudcru uicht alzcpliren. Indem man die Gemeinsamkeit „gewisser" Angelegenheiten ausstelle, Wolle mau vml Ungarn blos dcssci, Elinvilligima in die Unisiznuliss l»it lDestclleich eip^rssc»». Nnd doch l)alie Nünal" drei Iahchmldcrlc l)il,dil,ch sich gc^eli diese Uni« fizir»»« auf jede nnr dcnlbaic Wcisc nesträübt. Die Durchführung dieser Unifikation werde anch jetzt nicht gelingen, man m0ge „durch die Mißdeutung ciucs uicht genug bündigen Ausdruckes der 1848er Gesetze" noch so sehr das System einer Gemeinsamkeit der Angelegen« heilen rechtfertigen. Eine solche Aufstellung der Gemeinsamkeit der Angelegenheiten würde eine unbedingte Gc- ^ mcmsamkcit sowohl iu der Gesetzgebung, wie in dcr ^ Regierung begründen, was einen stetigen Zwiespalt herbeiführen würde. Dieser Zwiespalt wäre in der Natnr der Vcrhält-Mc begründet. Denn die Interessen Ungarns seien von dcncn der Erbläudcr so sehr verschiede», daß man sich die Beiden sehr wohl als gute Nachbarn, doch nimmer „uuifizirt" denken könne. Schließlich spricht der Ncducr seine Ueli^zcugung dahin auS, daß daS deutsche Element selbst den Unifi-^ kationebcsttcblMgcn fremd und darauf angewiesen sei,! sein Heil in der Konsolidiruug Denlschlands zu suchen.! — Wir zweifeln, daß dicsc „Ucbcrz-ugmig" Szilagyi's ^ viele seiner Kollegen am ungarischen Landtage oder irgend ! Jemand diesseits der Leitha theilen wild. Eine große Bedeutung hat die jilngst von Baron Llldwig Iozsil'a (Bruder des vcrstorbcncu Barou ^iilo-lauS I.), dcs Führerö der Konservativen auf den früheren sicbcnbül'gischcu Landtagen, crrcgt. Ucbcr dic Aufgabe dcs bevorstehenden sicbcnbürgischcn Landtages spricht er. sich als Obergcspan des Koloscr KomitatcS in der iu, Klauscnbnrg am 0. d. M. abgehaltenen Sitzung dcs KomitatSanSschlisscS folgcndcrmaßeu aus - ! „Siebenbürgens Anschluß an Ungarn will der Monarch, fordert eine große Nation uud wünscht als den ersten Tchritt dcS Ausgleichs in den Angelegen. lMn der Monmch.e Jedermann, -dem darau liegt Oesterreichs Großmachl,lelluug „f ^^,^ ^^ "' rischen Nech e gesichert zn schen. Wenn ich aber anch „icht behaupten kann daß sich eine ansehnliche Kraf in unserem Batcrlaude ftndcn würde, uiu sich dieser Noil,-wcudiglett der gegenwärtigen Situation cntgcacacnlu. stellen, so bleibt es doch in jedem Falle nnserc Pflicht so vorbereitet zu stehen, daß wir Alles, was unser bisto< rischcS Nccht uud die festgcsctztcu Grundprinzipien der Monarchie verlangen, gegen verletzende Regungen zu schützen bereit sind." Dicsc Rcdc gcwinut um so mehr an Bcdcuwug, da' ihr allgcmciu daS Gewicht ciucS Programmes zu« erkannt wird, dem alle Parlcischattirlmgm dcs ungari- schen Elementes in Siebenbürgen ihre Zustimmung geben. Es wäre zu wünschen, wenn die Worte Iozsika'S, durch welche der Geist der Versöhnung weht, auch in die Gemüther der rumänischen und sächsische" Vertreter bcS Klauscuburgcr Landtages Eingang fänden! Oesterreich. Wien, 11. Oltober. Monsignore Franchi, der sich einige Tage hier anfhiclt, soll, wenn auch in äußerst vorsichtiger Weise, die Frage wegen Werbungen für die päpstliche Armee in Oesterreich angeregt, jedoch einen ganz abschlägigen Bescheid erhalten haben, weil Oesterreich Rom gegenüber seine Passivitätspolitik einhalten wolle. — 11. Oktober. AnS Ragusa geht der „Presse" die interessante Mittheilung zn, daß daS der Stadt gegenüberliegende Schloß des Kaisers Maximilian auf der Iuscl Eroma rcstaurirt wurdc, und zwar zum Em-pfaugc des KöuigS Frauz II. Diese jedenfalls mit der Räumung Roms vou den französischen Truppen im Zusammenhange stehende Mittheilung kauu nnr als Ergänzung einer andern uns zugehenden Nachricht auS Rom betrachtet werden, der zufolge am 3. d. M. im Hotel Faruese ein außcrordeutlichcr Miuisterralh, au welchem die Brüder Ulloa uud der Finanzministcr Ear-boretti thlilnahmen, unter dem Vorsitze Franz II. stattgefunden hat, in welchem wichtige Beschlüsse gefaßt worden seieu, deren Eharallcr sich schon anS der That» fache errathcu läßt, daß Tags darauf sich dcr Marine-miuister des König nach Eiuilauccchia begab, um an Bord der beiden königlich neapolitanischen Schiffe „Del-fino" und „Messaggicrc" Anordnungen zu treffen, die leinen Zweifel darüber zulassen, daß cS sich um die Sccbercilschaft dcr beiden Schiffe handle. — 12. Oktober. Aus Paris kommt dem „Ncucn Frdblt." die Mittheilung zu, daß dcr Kaiser 'Napoleon trotz wiederholter dringender Vorstellungen des Kar» dilmls Anlonclll sich grl^igcit habe, Tausend Mann < frmizlifischcr HNcfahliilu in Non» zxrückzlilasscn. Die ^läilnililiss deS KilchclisllMleS von den fl'cmzösischcll Gruppen darf somit nicht lmigcr liczwcifclt wcldcn. In Italien glaubt man aber, die Räimmnn Roms bedeute die Annexion des Kirchenstaates an Italien. Der Papst ^als Qnasi »Gefangener wäre zwar eine Verlegenheitj mau will aber iu Paris wisfcu, daß die Kurie Italien dicsc Verlegenheit nicht bereiten werde, da es die Absicht dcS h. Vaters ist, daö Patrimouium zugleich mit dem letzten französischen Soldaten zn verlassen. Kardinal Antonclli soll sich nämlich jüngstens gegenüber einem hervorragenden Staatsmanne geäußert haben: „Man hat uuö uicht gefragt, als mau die September-Kouvcntiou abschloß; waS ist dabei Befremdliches, wenu wir nach dcr Kouveulion uicht fragen. Dcr h. Vater wird, wenn es sein muß, ins Efil wandern und sein gutes Recht mit sich nehmen." Prass, 11. Ottobcr. Dcr Artikel der „Präger Zeituug" hat nichts genutzt. Es wird dennoch illumi-uirt. Dcr Stadtrath hat eine Knndmachnng erlassen, in welcher die festliche Beleuchtung dcr der Gemeinde gehörige» Hüuscr am Abend dcs 20, Oktober vou 0 bis 9 Uhr angezeigt und dic „zuversichtliche Erwartung" ausgesprochen wird, daß die Bewohner dcr Landeshauptstadt diesem „loyalen Alle ihre lebhafte Theilnahme" schculcn werden. Die Kundmachung ist so ziemlich konform mit dcr im Ottobcr 18^1 vom verstorbenen Bürgermeister Pstroß erlassenen, ,mr daß diesmal Herr Dr. Bclsly cS nicht für nothwendig hielt, auch die Erwartung auSzusprcchcn, daß dic Bevölkerung durch cine „würdige Halnmg" dic Feierlichkeiten dcS TngcS verherrlichen wcrdc. Vriinn, 10. Oktober. Zur Fcicr dcS Oktoberdi-plomS trifft man iu unserem Kroulaude mehrseitige Vorbereitungen. So habcn dic am 8 d. M. bei dem Brüu-'uer Bl-zirlsaiulc versammelten Gcmciudcvorständc der 'Landgcmcinocn dcS Bczirteö beschlossen, sich am 20. Ol-^tobcr zu ciucm Fcstgottcodlcuste in Brunn zu versam-mclu uud habcu dcu k. l. BezirkSvorstcher zugleich um Vcraustaltung des Gottc^icusteS uud dicSfällige Au-zcigc dcs Ortcö und dcr Zcit in dcn Gemeinden cr-!sncht. A»ch wnrdc dcr gesamintc Bcamtcnlörper des k. k. Bezirksamtes zur Theilnahme au dem Gottesdienste eingeladen. — Fcrucrö vci laulcl von Vorbereitungen zn einer ähulichcu Feier auS Göding, Frcisladt, Bystritz, Rokctnitz, Iarmcritz, Ung^Hradisch, HradiSlo, Auster-litz, wo mau au diesem Tage dic Grüuduug cincs laud« wirlhschafllichcn FilialvcrcineS vornchmcu will, dann auS dem Amtsbezirke Blausto, allwo dic Äcwohuer am Vorabcude ihre Berge mit Freudenfeuer zu beleuchten gedenken. Pest, 11. Oltober. In der heute Vormittags abgehaltenen ersten Sitzung des ZcntralauSschusscS deS Pcster KomitateS wurden einstimmig die 1861er Vize-gcspäne Paul Ny-W) zum Präses uud Ludwig Btöthy zum VizepraseS dieses Ausschusses gewählt. — II. Otobcr. „Pesti Naplo" sagt über die Rechte dcr siebenbürgischen Rumänen: Die Hermann-slädtcr Gesetze, welche der rumänischen Nation Gleichberechtigung gegeben, scicn keinesfalls durch dcn nächsten vcrfasfnngsmäßigcu Landtag gefährdet; vielmehr sei schon dcr EinbcrufungS-Akt selbst eine öffentliche und feierliche Anerkennung jener Rechte. Pusland. München, 10. Oltober. Gestern Abends durch-zogcn bis nach Mitternacht zahlreiche Patrouillen der Linie uud der Landwehr die Stadt nach allen Richtungen. Vor dcr Wcsteudhalle — in dereu Saal sich ein zahlreiches Publikum am Tanzen belustigte — fanden wieder einzelne Zusammenrottungen statt und wnrdcn einige Peisoncn verhaftet, sonst aber die Ruhe iu leiucr Weise mehr gestört. Verlin, I I. Oktober. Zum Schutze der deutscheu Interessen beschloß die preußische Regierung die Schrau« benkorocttc „Vinclla" nach den südamerilanischen Gewässern zn entsenden. (Pr.) Aus HÜestphalen, ü. Ottobcr, geht der Elber-fclder Zeitung von cinrm zufälligen, unbefangenen Zcu-gcu über daS tragi-lommischc Finale der Frankfurter Abgeordneten-Versammlung folgende Darstclluug zu: „Bekanntlich fand Souutag Abends um 6 Uhr cine vertrauliche Zusammenlunjt der Abgeordneten im Saalbau statt, zu dcr Freunde eingeführt wcrdcn lountcu. Gegen 10 Uhr traten auch fünf junge Lcutc ein, dem Äuschcine nach Handwerker, kaum dem LchrlingSaltcr entwachsen; zum Theil schienen sie schon start angetrunken zu scin. Bald gelittn sich diese Hcircn als höchst llnreifc An-lMgcr Vasflillc'S, dic mit allerlei plol'ozilcudcu allgemeinen Redensarten sich von einem Tische zum andern begaben. Plötzlich entstand ein argli- ^ürm. Der Abgeordnete Groole auS Düsseldorf sprang in höchster Aufregung mit dem Stocke stampfend auf und rief: „Nein, fo lasse ich meine Freuude nicht beschimpfen!" Mit Mühe lonntc mau ihn aus dcr 'Nähe der Lafsal-lianer entfernen, doch die jungen Störenfriede mußten es wohl auf Slaudal abgesehen habcn. Auf alle gülli-chcn Auffordcruuacn dcr Ordnungsstiflcr erfolgten nur dieselben Phrascu: „Wir sind auch eine Partei.'" „Wir siud Menschen uud wolleu unscrc Mcuschcurcchte!" u.'s w Eudlich verlor man die Geduld, und das Maß floß vollends über, als eiu vierschrötiger Baicr mit dcu Wor-ten vorsprang: „Sie hau gesagt: wir siud jcocu Aua.cn. blick bcrcit, a Revolution zu machen. WaS sain denn das für Redensarten!" Da erscholl der Ruf: „Lassallc hinaus!" Jeder Unruhestifter wurde von zwei Franl-fnrtcru gefaßt und im Nu vor die Thür spcdirt. Daß dic Lassalliancr an dcr Thür mit lauten Hochs auf Lassalle uud Verwünschungen gcgcn die Abgcordncteu schieden, ist hicnach leicht erklärlich. Der Präsidcut dcS All-gcmcincn Deutschen Arbeitervereins, Herr Bernhard Becker, war bci dcm Skandal im Saale zugegen, und seine angeblichen Anhänger wendeten sich in ihrcr Noth an ihn. Dcr ganze Vorfall war ihm jedoch angenschcin« lich höchst millngcnehmen. Er erklärte, selbst tcincu der Herren zn lcuncn; von vielen Seilen wurdc cr aufgc-fordcrt, bci scincm uuvcrlcuuvarcn Einflüsse auf dic jnngcu Leute dieselben zum Verlassen dcs Saales zu veranlassen. Er kam dicscn AufsordcruMu jedoch nicht nach." Hadersleben, I I. Ollobcr. „NordfleSvigsle Ti-dcudc" widerlegt abermals auf daS Nachdrücklichste die in französischen Zeitungen enthaltenen Gerüchte l>o„ dcr Existenz cincr Adrcssc dcr dänisch gesinnten SchlcSwiger an den König von Preußen, betteffrud die Rückgabe NordschleSwigS an Dänemark. DaS Ganze sei eine tendenziöse Erfindung, um dem AnSlcmdc irrige Begriffe von dcn Zuständen in Schleswig beizubringen. Kein Nordschleswiger denke an ähnliche Demonstra» tiouen. Nom, II. Oktober. Gestern sticßcn zchn päpstliche Gendarmen bci Sgnrgola auf cinc Bngantcubande. Ein Gcfangcncr, für welchen dic Vrigantcu 12 000 Scudi Lösegcld forderten, wurde ohn, Zahluua befrett , PariS, 0. Oktober. Mau versichert, daß der lGcdanlc, dic Rhciugrcuzc wicdcr zu nlanac,,, in weninen 944 Wochen so große Fortschritte gemacht habe, daß der Kaiser dicsc Frage in der Eröffnungsrede an Senat und gesetzgebenden Köipcr Anfang 1866 behandeln nnd die Kongrcßidcc wieder vorbringen werde i.!). — Die „Patric" demcntirt sehr entschieden daö von Wiener Blättern auSaehcndc Gerücht, die Pforte arbeite äugen« blicklich ein Hlcmorandum ans, welches den Mächten mitgetheilt werden sollte, dic den Vertrag von PaiiS nnlerzcichnet habcn nnd in welchem cS sich nm die Thron« entsctzung des Fürsten Knsa handle. — 11. Oklobcr. Bismarck hatte drei längere Konferenzen mit dem Kaiser. Gestern gab eS IM Cholcratodcsfällc. Die londoner Bank soll bci der französischen eine Anleihe von 50 Millionen machen wollen. „Tcmps" gibt an, der Bestand der päpstlichen Armee sei 7568 Mann, wornntcr 2244 Gendarmen. Ein Lcgitimislcn« Journal zn Ncnncs wnrde verwarnt. — James Fazy isl in einer finnnzicllen Angelegenheit nach Bukarest gcrciot. Älach dem „Abend - Mouilcur" arbeitet Preußen anch nach der Gasteiner Ucbcreiukunft an dem Zustandekommen deS italienisch«deutschcu Handelsvertrages. (Pr.) Vladrid, 7. Oktober. Die tninnltnarischcn Auf-tritte, deren Schanplatz Saragossa am 4. d. war, sol«, len sich gestern wiederholt haben. Die Tnmnltnanlcn begaben sich an die Barrieren, wollten nicht gestalten, daß Lcbcusmittel hereingebracht werden nnd wollten Ein«! wohner hindern, die Stadt zu verlassen. Nachdem alle Mittrl der Ucbcrrcdnng sich nntzlos erwiesen hatten, über« gaben die Zivilbchördcn daS Kommando dcr Stadt dem Gcncral'Kapitän dcr Provinz, der eine Proklamation erließ nnd die Meuterer aufforderte, sich binnen einer Stnndc zn zerstreuen, doch wnrde dieser Aufforderung keine Folge gegeben. Darauf stellte sich dcr General» Kapitän an die Spitze dcr Garnison und zcrstrenlc die Masse, ohne daß übrigcuS cin Schuß gefallen wäre. Am Abcnd war die Zirkulation wicdcr hergestellt nnd die Stadl scheinbar rnhig. Man gibt sich jetzt dcr Hoffnnng hin, daß sich dic Tumulte uicht wieder crucucru werden. In Bczichnng anf dic Vorgänge vom 4. d. geht dcr! „Iberia" die Mittheilung zn, daß dic Empörer von einem unbekannt gebliebenen Punkt ans mit Waffen versehen wurdcn nnd daß man ihnen dcu Bcfchl ertheilte, mit einbrechender Nacht die Truppen anzugreifen. Vondon. Die englischen Blätter crgchcn sich in allerlei Konjcttnren übcr dic Reise des Herrn v. Bismarck nach Biarritz. Dcr „Daily Telegraph" meint, daß wichtige Umgestaltungen in Enropa im Anzüge seien. Rußlands Vorgehen gegen Polen, Dcntschlanos Verfahren gcgcn Dänemark haben in dcn Ansichten dcö eng» lischcn Volkes eine große Modifikation hervorgebracht. . Es wnrdc jetzt nicht so wie chcdcm von Aenderungen in dcr Organisation Europa'S ctwaS Bedrohliches schen. Entschließt sich Preußen, fährt daö englische Blatt fort, dic Oppottunität eincs internationalen Kongresses an-zuerkennen, so dürfte sich das Projekt Napoleons III. jetzt verwirklichen. Pcteröburg. Der „Kolotol," daS von Herzen in Genf herausgegebene Organ der russischen revolutionären Partei, brachte neulich die Nachricht, daß in Sibirien eine Verschwörung entdeckt sei und daß in Folge dessen in Irkubk und Omsk zahlreiche Vcrhaf« tungen stattgefunden haben. Dicsc Nachricht wird von dcn „MoStowStija Wiedomosti" bestätigt. Nach letzterem Blatt wird die Untcrsuchuug gegen die Verschworenen in Omsk geführt, und auch in St. Petersburg sind in Folge dcr Verhaftungen in Sibirien zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. Ucbcr dcn Charakter und dcn Zwcck der Vcischwörnng wird etwas NähcrcS nicht mitgetheilt, doch scheint es nach den gegebenen Andeutungen, daß dcr Charakter cin politischer ist und daß die Mitglieder in dcr Verbannung lebende Polen uud Nüssen sind. — 7. Oktober, Dcr Minister des Innern hat dcn Gouverneur vou Moskau telegraphisch benachrichtigt, daß dic Moskauer Gouvcrncmculs.Landcsuersainmlung am 3. (15.) Oklobcr eröffnet werden kann. — Daß auch ein russisches Nnndschrcibcn über die Gasteincr Konvention cMirt, wird dcr „Iudcp" neuer-lich ans Pctclsbnrg versichert, doch werde cö nicht zur Veröffentlichung gelangen, da Fürst Gortschakoff Frankreich nnd England einen Gefallen thnu, es aber doch ! auch nicht mit Oesterreich uud Prcußcn verderben will. Er soll sich bci der Abfassung dicscs Nundschrcibcns dic spanische Note znm Muster genommen haben, welche ics zur Zeit des diplomatischen FcldzugeS zn Gunsten Polens erhalten hat. Aus Belgrad, 0. Oktober, wird dem „Frdbl." geschrieben: Hcnte kann ich Ihnen einen nahe bevor» stehenden Ministcrwcchsel signalisircn, und dies ist um so wichtiger, weil damit ein Systcmwechsel verbuuden scin wird, dcr auf nnscrc gcsammlcn Verhältnisse von nicht zu unlerschätzcndcm Einflüsse scin dürfte. — Schon bei bcr 5l)jährigen Jubelfeier ünßcrtc sich nnser regie« rende Fürst dahin, daß er es mit dem gegenwärtigen Ministcrinm noch drei Monate versuchen wolle; sollte sich dann dessen Unpopularilät noch weilerS heraus« stellen, dann würde er es entlassen und Männer an dessen Stcllc setzen, die beim Volte beliebt seien. Die drei Monate sind um, und nichts hat sich gebessert. DeShalb sollen nuu in den nächsten Tagcn dic cinfluß« reichen Minister Garaschauin und Nicola Ehrislicö fallen. Berücksichtigt man nun die auch von anderen Seiten bekannt wcrdcndcn Nachrichten, Nußland beabsichtige im Orient einen Eonp, nimmt man hierzu, daß Serbien sich ncucslcr Zeit wieder schr zu Rußland geneigt, so dürfte mm» kaum falsch urtheilen, wenn man annimmt, daß sich crnstc Ereignisse vorbereiten, zn denen mau cin Ministerinn! branch!, welches sich der VoltSgunst erfreut. Auch dcr Fürst selbst hat in der jüngsten Zeit sein schroffes und abstoßendes Benehmen abgelegt und ist für Icdcrmanu zugänglich und freundlich, besonders aber dcn Offizieren gegenüber. Er scheint sich vor Nllcm der Armee versichern zu wollen. Seiue letzten Rundreisen im Lande mögen ihm wohl über so Manches die Augen geöffnet haben. Mgesneuigkeiten. Es verlautet, daß am Tage der Enthüllung dcS Prinz - Eugen » Monumentes mehrfache Beförderungen publizitt werden sollen. So hcißt cS, daß FZM. Ritter von Bcnedek zum Feloinarschall vorrücken und vor-läufig daS Kommando deS zweiten Armeekorps nieder« legen soll. Dieses Kommando würde aufgehoben nnd in ein einfaches Gcnerallommaudo umgestaltet werden, als dessen ssommandirendcr der Herr FML. Erzherzog Ernst genannt wird. Die Dienste deS neuen Fcld-marschalls würde sich Sc. Majestät im Bedarfsfalle vorbehalten. — Mit Allerhöchster Entschließung vom 2. Oktober haben Sc. k. t. Apostolische Majestät die von der diesjährigen W an d crv ersa mmlun g der dcutscheu Land - nnd Fo rstwirlhe getroffene Wahl dcr Haupt« und Residenzstadt Wicn als Versammlungsort für dic im Mai 1«66 abzuhaltende XXVI. Versammlung die-! scr Gesellschaft allcrgnädigst zn gcuchmigcn geruht, was mit dcm Beifügen znr allgemeinen Kenntniß gebracht wird, daß für die crwähutc nächste Vclsammlnng von dcr diesjährigen Versammlung in Dresden Sc. Durchlaucht dcr Fürst Joseph Eollorcdo-MannSfeld zum ersten Präsidenten und dcr t. l. Ministcrialratt, Dr. Heinrich Wilhelm Pabst, im t. t. Ministerinin für Handel und Volkswirtschaft, zum zweiten Präsidcnlcn gewählt und beschlossen worden ist, daß die XXVI. Versammlung i,l Wien zur Zeit der im Mai 1806 von der k. t. nio dcröstcrrcichischcn Landwirthschaftögcscllschaft in Wicn zu ucranslaltcndcn landwirthschafllichcn Ausstellung stattfinde. — Dic beantragte Reform dcS österreichisch?« Kon snlarwe sens soll in folgender Weise durchgeführt werden: Das Institut dcr Holwrar-Konsnlc soll anfgchobcn, dic Konsulate sollcu unr mit österreichischen Staatöangehöligen besetzt werden. Die Konsnlargcbüh-rcn wcrdcn erhöht. Bci dcn Konsulaten in Iassy, Bn-karcst nnd Konstantinopcl sind die Kanzlcipostcn mit inländischen Fachjuristcn zu besetzen. — Die Ersparnnacn im Militärwesen werden, wie man vernimmt, damit begonnen, daß die Depotbataillous aufgelöst, die dritten Fcldbataillons zn DepotbataillouS umgestaltet und sämmtliche dienstfähige pcnsionirtc Offiziere znr Dicnstlcistnng bci den neucn Depots einberufen werdcn. Dic betreffenden pcnsionir-tcn Offiziere folleu hicuou bcrcitS verständigt worden scin. In dcr Kommissariats», Anditoriatö. nnd ärztlichen Branche des ArmcedicnstcS werden ebenfalls Reduktionen stattfinden. — Bekanntlich beschäftigt man sich an maßgebender Stcllc mit dcr Reo rg an i si ru u g dcr Lan-dcsg e n d armcrie. Die „Militär.Zlg." schreibt über die betreffenden Verhandlungen: Während von einer Seile die Herabsetzung auf daS Minimum derselben, d. h. von dcn bcstchcuden zchn Regimentern auf zehn Bataillone angestrebt wird, ncigt mau sich andererseits — und dicsc Ansicht könnte durchgrcifcn — in der Neugestaltung dahin, daß aus den zehn Regimentern acht« zchn LaudcS-Gcndarmerie« Kommandcn mit je einem Obersten oder Stabsoffizier als Kommandanten, uutcr der Gendarmerie«General'Infpcttiou in Wicn, errichtet werdcn sollen. Daß anch dieser Plan eine Rcduzirung an Stabs- und Oberosfizicrcn zur Folge haben wird, ist sclbstucrständlich, da die Ersteren auf 6 Oberste, 6 Obcrstlieutcnauts und 6 Majore fixirt werden sollen. — Dic Nachricht, daß Baron Szeunycy als uugarischcr Hoflanzler, Herr v. Majlath als Tavcr-nitus in Ungarn fnngircn werdcn, ist, wie dic „Oestcrr. Ztg." ans „zuverlässiger" Quelle erfährt, gänzlich unbegründet. — Herr Ferdinand Laub ist in Wien an« gekommen, um die lctztcu Vorbereitungen zu seinen Quartetten zu trrffcn, die, uach ihrem Erfolge in dm letzten Jahren zu schließen, anch hcucr wieder die hervorragendste Stelle in dcn Wicncr Kammermnstlprodul-lioncn cinnchmcn wcrdcn. — Interessant und ein Zeichen der Zeit ist die verbürgte Nachricht, daß in dcn allerjüngstcn Tagen, nachdem allenthalben Rcdultioucu im Bcamtcnstandc durchgeführt werden uud das Avancement angeblich für Jahre eingestellt worden, im l. l. Versatzamtc zu Wicn fünf Beamte ncu angestellt werdcn mußtcu. — Dic „Ocst. Ztg." entnimmt cincr Privatdcpcschc die Nachricht, daß Heinrich W'lhclm Ernst, der „erste Sängcr anf dcr Gcigc," in Nizza fcincm langen Lciden crlcgcn ist. Dcr Verstorbene war im Jahre 1814 zn ^Aiünn gcborcn. Fmissetmi. Aus der Nesidenz. Im Oktober. D.D. Die schöncu Tagc von Aranjncz sind vorüber! Dcr herrliche Spätsommer ist zu Ende und dcr mclcm-cholischc Herbst zicht mit Macht inS Land. Die dich« ten Moigenncdcl hüllen Berg nnd Thal iu die beengende Atmosphäre dcr iiai^inF «1^)8 und die rasch einfallenden Abcndc bcrcitcn dcr bisher noch ziemlich üppig blühenden Villcggiatura cin unerwartet schnelles Erlöschen. Unabsehbare Züge von himmelan reichenden Mö< bclwagcn bcdccten die Straßcn nach allcu Richtungen und die Rückkehr dcr Stadlflüchtigcn zu den — Unter-Haltungen am häuslichen Herde ist im vollen Zuge. Bon Südc» und Wcslcn aber, aus Kärntcu uud auS Obciöstcrreich, erklingen die «rstcn Töne von dcm selt-famcn Winlcrmärchcu, „dcr erste Schucc," ohne hier besonders zu überraschen. Die lctztcu Strahlen dcr sinlcudcu Hcrbslsonnc ver-goldeten noch cin llcincs künstlerisches Ercigniß. In einer dcr wenigen schattenreichen Partien des Wiener Sladtparlcs erhebt sich nämlich scit Kurzem ein neues Dcnlmal der bildenden Kunst unserer Tage. Lange Zck den Besuchern dieser viel getadelten und viel belobten Anlagen ein verschleiertes Bild von Sais, cnt-hüllte sich dasselbe endlich dem Beschauer als die Statue des — DonauweibchcnS. Auf dcm euvas beschiünkten Unterbau ciuer achtkantigen Säule, der, gleich steinernen Schwalbennestern, vier mufchclförmige Becken ankleben, in welche sich ebcn so viele ziemlich spärlich flicßcudc Wasserstrahlen ergießen, erhebt sich iu halb aufgeschreckter, halb lauschender Haltung daö Bild dcr Nixe. Der hübsch geformte Kopf hat allerdings einen Anflug jeneS sinnlich lüsternen Wcsens, jener loboldartigcn Stimmung, welche dem Douanweibchen zugeschrieben wird. Leider harmonirt hiermit die Gcstalt nur weuig. Ihr fehlt vor Allem jenes Etwas, welches dcr Wicner mit dem zwar nicht ästhctisirendcli, aber schr bezeichnendem Ausdruck ..mol« lcrd" belegt; ei» Etwas, daS er dem Weibchen im All« gcmcincn, dcm Donanwcibchen aber im Besonderen so gerne vindizirt. Iu wenig vortheilhaftcn, von der Sctte gcschcn, geradezu unschönen Linien, welche mit der Ana-tomic des Weibes nicht allenthalben zusammenfallen, zeigt sich uuS hier die märcheuhaftc Erscheinung mit aufgelösten, reichen Haaren, daS durch em etwas gc> wagtcS Zurückgrcifeu des linken ArmcS zusammcngchal-tcn wird, mit unbedecktem Oberleibe und leicht nm die Hüfte geschlnngencr Bcdcckung dcS Unterkörpers. In den Falten dicscr Gewandung ruhen einfach dcm Kunstwerke zu Licbc, abcr im Widersprüche mit allcn fthysi< lalischcn Gcsctzcu, ziemlich unmögliche F'schc. Daö Ganze macht mchr dcn Eindruck einer Lorelei als cines Donauwcibchens. „Der hält anch lcin Rock," mit dic« sen wcuigcn, abcr trcffcndcn Wortcn lritisirtc einc naivc Wienerin clschöpfend die dürftige, lendcnlosc Gcstalt der Nixe. Zu den Füßen dcr lauschenden Gestalt erblicken wir das Wappen dcr Stadt, und am Rande dcS gan< zen Kunstwerkes verräth uns daS Monogramm des Künstlers dcn Namen desselben — Hanns Gasser. Man sagt, daS Werk sei ursprünglich für einen monmnenta-lcu Brunnen auf dem Fischhofplatze entworfen gewesen, habe dann lange unter dcm Banne dcr Bcstimmungs-losigtcit gclcgcu, bis cö endlich in dem Stadlparkc seine Erlösung gcfnndcn. Es wäre interessant, zu erfahren, wie doch dcr Künstler anf dic Idcc dieses VorwurfeS gckommcu. Die reiche Sagcnlitcratur OcstcrrcichS kennt eigentlich cin Donauwcibchcn gar nicht. Nur in ciuer historisch-roman-tischen Erzählung an« der Vo>zeit, wclchc am Ende dcS vcraangcnen Jahrhunderts erschien und dann Wahrscheinlich von Hcnslcr, cincr männlichen Birch-Pfciffcr seiner Zcit, in cin Vollsstück verwandelt wurde, erscheint daö Donanwcibchcn als Heldin, llbcr selbst jene Erzählung und dicscS Vollsstück spiclcn nicht in Ocstcr-rcich oder um Wicn, sondern iu Baicrn. Wie kommt also das Donauwcibchen zn dcm Wieuer Stadtwappcn. Soll dicS einfach heißen: „Dessen Brot ich cssc, dessen Licd ich singc/' und soll cs nur cinc einfache Dedikation sein, dann mag cs hingehen. Minder poetisch gestimmte Gemüther wcndelcn sich dicscr Tagc, dcm Stadtparkc ziemlich cntgcgcn, dcr Pfcrde.Eiscnbahu zn. Am 7. August wurde dcr erste Spatcnstich zu diesem Unternchmcn gcthan, nnd anl 7. Otlobcr gab cs nur Wcnigc „voin Grnnd" mchr, welche nicht zum Mindesten dcn Versuch gemacht hätten, die Strecke von 25 Minuten, zwischen dcm Par-lamentöhanse uud dcr Hernalscr-Linic, anf dcr Bahn zu befahren. Dcr Andrang zu dcn lcidcr bisher zu spärlich gestellten Waggons der Unternehmung war ein un-gemessener. Achtzig Personen machten nicht selten Miene, einen anf achtundvierzig Passagiere bcrechnelcn Wagen 945 — Ans Görkau (Böhmen) wird über einen be-reitS durch mehrere Tage in der Nähe von Vartcls« dorf wüthenden Erd brand berichtet, welcher, dnrch ein Hirtcufcuer veranlaßt, in dem vormals snmftfia.cn, daher ohnc Zweifel torfhaltigcn Boden hinlängliche Nahrung findc nnd bisher allen ^öschucrsuchcu spottete. Der Brand nimmt ein bcdcntcndeö Stück Wicscnfläche cin und der Humnö ist biö anf cinc Tiefe von fast 4 Schnh gänzlich verkohlt. — Der Nensicdlcrscc, welcher in den letztverflossenen Jahren immer mehr nnd mchr verschlammte, soll hcner gänzlich ausgetrocknet sein. — Nie ans Anssee berichtet wird, ist Herr Ioh. Eder, Besitzer der Nellmiihlc zn Krungl, am 0. d. M. bei der Nachschau in dem Radkasten seiner Mühle von dem Nade erfaßt nnd erdrückt worden. — Wie der „Agr. Ztg." von zuverlässiger Seitc mitgetheilt wird, soll in einem Dorfe dcs Agramcr Komitatcs ein Bauer in Folge des ÄcnusscS von zwei Maß Most zusammengestürzt und bald darauf verschieden sein, . ^. — Der Herr Pfarrer in Bistrica soll, wie tue „Agr. Z." Mlldtt, dieser Tage einen anonymen Brief erhalten haben, worin er aufgefordert wird, den ganzen Erlös von der hcnrigen Fechsnng für fremde, nubcrn-senc Gäste bereit zn halten. — Die Wahlbcwcgung in Italien ist nicht ohne Hnmor. Die „Nazione" z. B. empfiehlt warm die Wiederwahl einiger Venctiancr, die bereit in der alten Kammer aescsscn haben. Dieselben würden, wie das genannte Vlatt sagt, „wcnigstcns moralisch die Brüder vertreten, die dem Batcrlandc noch nicht angehören." In der That werden bekanntlich die Bcnctiancr und Römer offiziell nicht als Fremde angesehen, nud nach dem Gesetze vom 17. Dezember 1 «WO genügt cin einfaches töuiglichcö Dc<-lrct, nm ihnen die Wahlberechtigung zn verleihen. — Das heißt man wahrschcinlich,,moralischc" Annexion im Gegensatz zur — „unmoralischen." — Neapolitanische Blätter wollen wissen, daß die italienische Ncgicrnng mit dem Gedanken umgehe, (5 a ftua und Gaižta wieder zu befestigen und zwar zu Festungswerken ersten Ranges zu erheben. — Die Angst vor dcr Cholera in London erhellt daraus, daß in einer Gchcimcnrathßsitzuug, die am 5>. d. unter Vorsitz dcr Königin in Balmoral statt-fand, cin Kirchcngebrt gegen die Seuche beschlossen wnrdc, mit dessen Abfassung dcr Erzbischof von Canterbury beauftragt ist. Dcr Ausbruch dcr asiatischen Eho« lcra in Southampton ist konstatirt. Lokalbericht und Korrespondenzen. Einer Mitlheilnug dcr „Nnvicr" zufüge hat sich drr lrai° llischc ^audessanoschns; mm cm zwei M^inisterieu mil dcr Äivc»» die Verinisi^riüin sinr »»al'äüdrllich lisschl^ss^,,: ^nchc wiirc c<ü wmmstena dcnl ^aiibl- Kraiu zu verlaufen, auf bast sich ,,iä,l Anoländer lilveicheru, die B^^lleriiü,, Idria'« aber bei einer schuellcu Anheule und ErschUpfuiiu des BcrgwcrlcS dem Elende prclsgsgc^n^ ^,^.^^ ^^ ^.^ niorgen um 12 Uhr stattfindende Nsakmiisil enthält folgende Pirccn: 1. Marsch; 2. Ouvertüre ,, ' per „Oberon" von (5. 21t. v. Weber ; 3. Arie anii der Oper Dc7 Barbier von Sevilla" von Rossini; 4. „Frendeugrüße," Walzer von Strauß i 5. Potpourri auss dcr Oper „Martha" von sslotow; 6, Prinzen-Polka vou Gungl. — Am Donnerstag Abends 7 Uhr, nachdem ciuem regnrri-s^en Taae ein liihler, sternenheller Abend gefolgt war, wurde in Bnuindorf ein Meteor beobachtet. Dasselbe erhob sich gerade liintcr Thnrn-7'M in Gestalt liucc< großen leuchtenden Sternes in scliiefsr Richtung von Sltdeu uachÄiordeil und verbreitete ein vlülzlicheö, einige Seluudcu dauerndes Halblicht, ähnlich dcm! Lichte der Mondsichel. Das Phänomen zerplatzte geräuschlos nnd sielen Fnnlen, Raketen gleich, zu Aoben. Bald verschwand auch dcr ^'ichtstrcif in der obbezcichuelcn Richümg- (Musikalisches.) Da dcm Vernehmen nach Herr Arthur Rigondo, Toulilnsller aus Graz, im hiesigen Theater au, dem Melophon louzerlircu wird, so dürflcu einigen Notizen Udcr diese« ziemlich selten vorkommende Instrument vielleicht wllllom' men scin. Dai< Melophon wnrdc ursprünglich in England crc funden, beruht dcr Hauptsache nach auf dcm Prinzipe der Harmonika , ist jedoch äußerst vervolllomntt nnd hat scmcu Namen vou dcr schr lieblichen und biegsamen Tougcdnna. E5 ciguct s,ch vorzüglich alö Kouzcrtinstrnmem, uud zwar entweder gai^z aUem gespielt, odcr mit Klavier- oder Orchester Begleitung. Dasselbe Instrumcut, welche« Herr Nigoudo beniiyt, war lm ^csttzc cincö bcrcllö vcrslorbcucu .^üustlcr<<, wclchcr damit cuic Kunst' reise durch halb Europa machte (2chluslvcrhaudlu,,ae,l bcim l. l widcsgcnchtc m Laibach.) Am 1'.). Ollobcr. Peter Medc, Johann Mcdc und ^he» resia Mcdc: Dicbstahl. Franz Sch,bernil, Franz Bis^l, Franz Pctrovic: Dirbstahl, Johann Iuchant: Schwere lörpcrlichc^c. schädigung, — Äm ^). Oltuber. Maühäno Turiiö nud ^la3 Tur^>iä: Dicbstahl, Georg klop^, Franz Klopci.^ und Sebastian Dcrnon«: Ocffcntl. Gewalllhäligü'it. Ialob Zottmann : Dicbstahl. MmW? Uachnchten. Eine Dame in einer Loge dcs dritten Nangeö im Wicncr Nnrgtheatcr war bei der letzten Vorstellung uou „Nomco uub Iulic" so frei gcwcseu, ihr Schoßhündchcu mitzunehmen. Da? Neue Frcmdcublatt erzählt dic Slorungcu, wclchc durch den ^'lcb' liug im Verlaufe des Abend? bcrbriacfilhrt wnrdcn, in folgender Weisc: «l« Nomco um drciuicrlcl ans « Uhr dic süßen Worte flüsterte: „Wiird' ihr Aug' au« lnft'geu Hoh >' sich mcht s° hell ergießen, baß Vögel säugen, froh den Tag zu grüßen," belltc bcv Hund zum ersten Male. — Man denlc sich dic Szene. Feierliche Stille herrschte iu dcu dunstigen Mmncu dcö Muscntcmpclt«, Alles horcht mit verhaltenem Albem auf die Worte dcs jlMgstm Moutaguc, er seufzt, schwärmt und Mut, da läßt mit eincm-mal« eiu uichlicu die zärtlichsten Schwüre des Liebespaare? iu Kapulcti« Garteu ! Nomeo seufzt: „O sprich, noch einmal, hulder Engel" — huhuhn , der Mopö antwortet hcnleud statt des holden Engcls. — Nomco-Krastcl nnd Woltcr-Iullc sind natürlich cmpürt übcr die Iiupro: uisatwueudcs uichl auf dem Thratcrzctlcl angesel.'tcn Mopse«, aber wa« hilfl'ö ihnen, sie müssm weiter seufzen. Mit cincr Nuance vou Wuth ruft Nomc», halb Julie, halb den Mopö meiucud : „Hör' ich noch länger oder soll ich redcn?" — Der Mopö unterbricht ihn und heult, als ob seiu wedelndes Ende zwischen ciuc Zauge eingeklemmt wäre. Julie hat iubesscu ihrcu Nomeo crlauut — der uuseligc Mop« "heult wirdcr — und Kapnlct? Tochter ruft: „Meiu Ohr traul leine hundert Wortc noch von ^ dcincu Lippen, doch r« Icimt den Ton." — Schöncr Ton, huhnhu! Und als nnn vollend« Juli die UnuorsichliMt begeht, dcu Mond, dcn ärgsten Feind dcr Möps^, :„ ^schimpfen, uiid aueruft: „O, schwöre nicht bcim Mond, dem wandclbarcu, dcr immerfort in seiucr Scheibe wechselt" — dci ist der Hund uicht luchr zu halten, uud er bellt zwei Miuuten iu Einem Nthcm znm Zeichen seiner Sympathie für Julien« Worte fort. Eidlich paclcn die Galerie« dieucr dcu Uiifeligeu und fstzcu ihn samint feiner Bisltzcriu au dic Lust. — Man wcifz in dirsem Augenblicke uoch uicht, wem man diesc Huude-Episode vcrdanlt. denu die Besitzerin gab dem Vernehmen nach dem Vcrlrclcr dcr Behörde eine falsche Adresse an, — In <Ä r n z lam vor emMU Tagen zu einem V,lliilllic!i-Iiaildlsl' l'i» ^!i»!!ii iüit> t>siüt!Ul i». ilicich Ali^solgiliiss d,>'scll>s!l l)li< sich dsl' ^!l,zc ^eit an« dciil ^'ülalt r,!lfcriil. ^i^ch dl-ssl'ii i>!iiiflshr l,g der ^schll- royig zur Thüre hinau«. ?li,f die Aufforderung zu znhlsii, gab er zur Antwort, daß er c,lnch zurillsriimmen imd zahlen U'rrdr, indem ^ er dazu gcung Geld habe. Dalxi zeigte er ein „Vnschel" Bank- l notcu vor. AIS cr jedoch zulange aufblieb, entdeckte dcr , - Aus.! lösuug : „Ein gottloser Iudc." >Eiu jodloscr Indc.^ —Mau zeich-! uet rineu häßlichen.^lerl auf nnd bemcrlt, daß dic Anflösnng cinc, ^ belaunlc Stelle nnö „Faust" ist. — Auflösung: „Viu weder Fränlcin, weder schön." - Dollor Sartorio hat dcm Institut vou Frankreich cine D, ukschrist übcr dic E i n i m p s u u g dcr (5 holera eingereicht und glaubt darin ein sichere« Mittel gegen diese Krauthcil zu I finden. E« werden aber wenig Lcnte grncigt sein, sich diese I Krankheit einimpfen zu lasseu. nicht nur zu besteigen odcr vielmehr zn erstürmen, son-dcrn anch zu dchanptm. Einige Malc mnßtc dcr im. provisirle Bahnhof dcr Gesellschaft und deren Wagenpark von dcr Polizei unter besondere Protcklion genom« mcn wcrdcn. Eö sind eben nicht nur die llcincn Wicncr Kinder — mancheü Mal nnartig. Doch darf hierbei nicht nbcrsehcn wcrdcn, daß anch dcr Gesellschaft so mancher Vonvurf nicht erspart uxr, den kaun. Vor Allem scheint cs, daß sie die Äahn früher dcm Verkehre übergab, als sie genügend hicranf vorbereitet war. Denn, wenn cs auch wahr ist — cö klingt übrigens etwas übertrieben — daß dic Gesellschaft bereits 2 Millionen TrazirnngS», Ban< und Ein-richlnugeloslcn acl>M habe, so ist doch damit noch nicht gesagt, daß ihr Wagenpark hinlänglich zahlreich bestellt, ihre Ställe anörcichcnd gcnng gefüllt scicn. Daß die Gesellschaft gtoßcnlhcilö mit vom AnSlaudc geworbenem Bahnpcrsonalc albcitct, dazu mag sie ihre bcsolidcrcn Gründe gehabt haben, daß diese Taktik jedoch anch ihre Schattenseite habc, darüber wcrdcn die Unternehmer jcltt bereits im Klaren scin. Eö ist dieses schlecht vorbereitete IMcbcntrcten des Uutcrnchmen? um so schwerer zn begreifen, als man doch wnßtc odcr wenigstens wis.^ sen konnte nnd sollte, daß die mannigfachen Inlcrrsscn wclchc sich dnrch dasselbe gcfährdtt glaubten, ci»c dcm Ganzen wenig günstige Stimnnuig cizcngtcn. Und so mag cs dcnn in dcr That nicht immcr ganz zufällig gewesen scin, wenn dlirch Anstoß oppositionellcr Fnhr> wcrkc drei Waggons dcr Gesellschaft in Knr;cm fahrt« untauglich wnrden und wenn die Gefährte der Gcscll< schaft ganz anffallcnd oft gcnöthiget wnrdcn, die ihnen oorgezcichnctcn Vahiien zn verlassen, waS eben so viele Entglcisnngcn und schließlich die Eslortirung jedes einzelnen Trains dnrch Polizei zn Pfcrdc im Gefolge halte, Die Wicncr fagcn, die Gesellschaft habe ganz Nccht, sich „Tramway" zu nennen, dcnn ma dramd — lranmt — schon bis ma unr zlir Lini knmmt. Im Ucbrigcn mag die Untcrnchmnng au diesen ungcmcsscnen Zndrang in dcn ersten Tagen tcinc all;n sangninischcn Hoffi-.nngcn für die Zlilnnft knüpfen. Sic erinnere sich an die Eröffnung dcr Donanrudcrschiffc, deren erste Fahrten cin gctrnicS Vorbild dcr jüngsten Vorfälle an der Pferdebahn waren, lind die — schon hcnlc nicht mchr find. In dicfc Woche der Enthüllungen und Eröffnungen fiel anch die Ncsicmrationscpochc dcö Ioscfslädtcr Thcn-tcrs. Da^sclbc wurde von dcm bekannten Inhaber dcr Siugspiclhallc im P'.alcr, Fülst, anf das Glän» zcndstc rcnouirt nnd soll nnn nnlcr dcsscn Direktion cincr neuen Acra cntgcgcugcführt wcrdcn. Nnn, dic Laibachcr sind in dcr cbcn nicht allzu bcncidcnSwcrthcn ^!agc, am besten zll wessen, was dicsc ncnc Aera zn bcdeulcn hauen mag. Sic, die sic gewissermaßen dic Vorschule dcS Fürslischen DilckloralcS mit Schaudern an fich fcll'st crlcbt, werden dic theatralische Zuluuft dicscS einst so beliebten, nnn aber schon seit Jahrzehnten vom Unglück verfolgten Hauses am richtigsten sich selbst prognoslizircu! Ob die gnlc alte Wiener Posse nnS in dcmscldcn wiedererstehen, und wenn sie wiederersteht, ob sie anch ihr gutes altes Pnbliknm wiederfinden wird — das wissen die Götter! Neueste Nachrichten nnd Telegramme. Agram, 12. Oktober. (N. Fr. Pr.) Die Publizi-rnng dcs Standrechtcs steht in dcn von Rändern bedrohten Gegenden Kroatiens und Slavoniens sehr nahe bevor. Die hierauf bezüglichen Verhandlungen sind be« rcits beendet. Vtünchen, 12. Oktober. Die Nachricht dcS „Nürnb. Korrcsp.", daß dcr Staatsministcr deS Innern seine Entlassung eingereicht habe nnd eine MinistcrlrisiS bestehe, ist unbegründet. Düsseldorf, 12. Oktober. (N. Fr. Pr.) Die „Nhein. Ztg." meldet auS Berlin: Die preußische Diplomatie betrachte die Anwesenheit Belc'S, des öster-rcichischcn SrktionSchcfS, in London mit Mißtrauen (?), und der preußische Gesandte Graf Bernstorff sei ange-wiesen, dnrch seinen Einfluß anf den englischen Hof entgegenzuwirken (!!). Schleswig, 12. Oktober. (N. Fr. Pr.) Auch dcr schlcswig'schc Obcrgcistliche Vollmardt wurdc vom preußischen Statthalter außer Thätigkeit gesetzt. Hamburg, 12. Oktober. (N. Fr. Pr.) Nachrichten aus Schleswig bestätigen, daß die Bcamten-Entlas-sungcn neuerdings begonnen. Zunächst sind dcr hvchver-dientc Patricht, dcr Amtmann ThomscN'Oldcnswcrlh, betroffen. Ans Hannover wird gemeldet: Die Ministerlrise dauert fort. Dcr Eintritt BorrieS' ist wieder unwahr« scheinlichcr geworden. PariS, 12. Oktober. Walcwski geht nicht nach Florenz. Der König von Portugal hat dem Papste scine Dienste angeboten, um eine neue Unterhandlung mit Viktor Emanucl einzuleiten. Dcn Berichten aus Mexiko zufolge sind am 17. d. M. 500 Franzosen in Ncapulco gelandet. Alvarez hat sich mit 1500 Mann zurückgezogen. London, 12. Oktober. (N. Fr. Pr.) AuS der nun erschienenen Korrespondenz zwischen den Kabineten von Washington und Saint-IameS über den amerikanischen Bürgern durch in England ausgerüstete Korsarcn zugefügten Schaden geht hervor, daß England die Entschädigung verweigerte und auch da« vorgcschlage Schieds> gcricht verwarf. England fchlägt die Niedcrsctzung einer gemischten Kommission zur Prüfung der Frage wcgcn dcS Alabama u. s. w. vor. Brüssel, 12. Oklobcr. Dcr „Moniteur belgc" pnblizirt cin l. Dekret, welches die Einfuhr und Durchfuhr von Schafen, so wie deren frischen Häuten und Abgäugen seewärts und landwärts bis zu dem Dorfe Gcmcuich lan dcr preußischen Grenze) verbietet. Kopenhagen, 12. Oktober (Nachmittags). Der ' von der Regirrnug eingebrachte VcrsassungScutwulf ist mit mehreren AcnderlmiMiorschlngcn vom LandSthing mit 4^ ac-gcn 2 Slimmcn lliigruommru worden nnd s,cl)l mmmchr an einen acmcmsailicn Auiüschnß von 30 Mitgliedern. Geschäfts-Zeitung. Vesterr. Nationalbauf. Der Wochenau?>vris eiaibt gegeu beu .l;20 st.. drS MctnllschatzcS vou ^«<>W sl deö E^lomplc i>ou 449.11« N. uud der Darleheu von 10 400 si' Die am Moual?schlussc zu bec;lciel,eude Fotderuug der Bau! m,3 dem Hijpothelar-Auwrisuusisu-Gcschäft beträgt seit dem I d M .'ltt'2017 fl. uud die eiu^losteu ilupous vou ^ruiideullastuua^ Obligatioueu 4^2fl. D,e üdriqeu Pofiiioum blieben uuvernudert (fnqllsch-osterreichische schlnfj ciness HandelssvcrlrageS unterhandelt wird, lommen dabei in Be-tracht, zumal mnu eine Parität in der Vehaudlunl! beider Großmächte wahren muß." Theater. Heute Samstag den 11, Oktober: Flotte Bursche. Komische, Operette iu 1 Auszüge von I. Braun. Musil Vom Kapellmeister Franz v. Snpp.;. Diesem geht vor: Die Eifersilchtistcn, oder: Das heimliche Zimmer. Lustspiel in 1 Auszug vou Nodcrich Bencdif. 3ltolcclrologischo Neollachluugen in caihach. ------i-is Ma .^'!.. 's- "^ windstill d,chter Ncdel ,, 13 2 N 3^. "l3.. SW. mäßig theüw. bew"" ,0", Ab. 324." -^i'.. SW.schwllch lMhcitcr , ^8"l Regen in der Nacht vom 12, auf den 13. Warme Witte, ruun. ^achmiüag? zum Thrilc ausgchcttrrl. In den Alpen ist d,r Schneedecke voui Schncefall am 4. d M. gröht'nll)tils vrr-schwu ndeu»_________________________^^ Verantwortlicher Redakteur: Ignaz v. Kleinmayr. Druck und Verlag von Ignaz v. Kleinmayr sk Fedor Vamberg w Laibach. 946 Telegraphische Effekten- und Wechsel-Kurle an der k. k. öffentlichen Vörse in Wien. Den 18, Oltobcr, b'/. Mrtalliauc« «7.- 1860er Auleiht ^5,80 b'/. Nat.-Aulch 7l.05, Silber . . . 10«.5,0 Vautalticu . 778— Loudou . . 108,05 Kreditaltien . 1»>9.90 K. l. Dukaten k».23'/.. Fremden-Älnzcigc vom 12. Oltobcr. Stadt Wien. Die Herren: Gauscl, Kaufma»u, von Wien. — Echapla, liou Stuna. — Schrschary und Toule, von Oottschec. — Proßcuik, Handcleüuanu, von Müttliug. Fran kaiscrfcld, Ndvolak'uswitwe, von Graz. Elephant. Die Herren i Urbas, Privat, nnb Ieralla, Handcldmann, uon Trieft, — Abclio Eonte di Mclada, Stndircndrr, von Zara. — Zaffron Marchtse diKrostrlrviza, Etudircuder, vonCnrzola. — Ract, von Cilli. Fran Suppancich, Ocometcrö-Gattin, von Kraindnrg. Vaicrischer Hof. Die Herren: Wolfgruber nnd Aeisowick, Knnstgärtner, von Graz. — Dolliucr, Rcaliläteiil bescher, von St. Martin bei Littai. — Tanlovi,', von Sisscl. Mohren. Die Herren: Bagnalassa, l, l. Oberst, von Wim. — Ellingcr, l. t. ^icntenanl, van Pcltau. Verstorbene. Ten 5. Oltober. Maria Holzniger, Inwohnerin, alt 80 Jahre, im Zwilspital,' an Altcrtzschwäche. — Fran; Illimmcr, Färlx'^sellr, alt 25) Jahre, iin Ziuilspital, an Erschöpfung der Kräfte, — Dem Michael Icrala, Hauöincister, in der Stadt Nr. 184, sein Kind Valentin, all 7 Monate, an dcr 5,'üngcnla'hnuuig, Den «.Oktober. Elisabetha Vcrdcrbcr, Inwolincrin, alt 27 Jahre, im Zivilspital, an ltntarluua. der Untcrleib^crganr. — Aloisia Kahler, Magd, alt 27 Jahre, im ZivUspilal, an der Änszchrnna,. — Dein Martin Echnntar, Tag-löhncr, in der Kapuziner-Vorstadt M. 85i, sein Kind män»lichen Geschlechtes, nothgewnsl, an Schwäche, D c n 8. O ltob er. Matthäus Tupon,^cl, Taglöhucr, alt 28 Icchve, im ZivilspUal, am anßcren Brand. — !c'ula«z Potrata, Tagivhuer, all 71 Jahre, in dcr Tirnau-Aorstadt ^tr. !il>, an dcr Entträstung. — Herr Leopold Brand, HanSdesitzer, alt 5)'^ Jahre, in der Stadt Nr, 11»i, an dcr ^nngenciuzilndiiiig. Ten!). Oktober. Anton Pich, Tag-lühnerösohn, alt 10 Jahre, im Fivilspital, an Herztlappeninsliffizienz. — Michael Verbi«', Haus- besitzer, alt 72 Jahre, in dcr itrakau-Varstadt Nr. 51, an dcr ^nngcntnbcrtnlosc, — Wilhelm Hermann, Buchbinder, alt 26 Jahre, im Zivil- ! spital, an dcr Erschöpfung. — Franz An^lovar, Inwohncr, alt 65 Jahre, im Zivilspital, an dcr Blutzcrsctzung. D en 1 0. O l t o ber. Sigmund Zürer, Priuatschrciber, alt 21 Jahre, in dcr Polana-Borstadt Nr. 71, an der 5!ungensncht. — Ka-rolinc Hauptmanu, Institutöarine, alt 55 Jahre, im Versorgung« hause Nr. 5, an dcr Entartung der Unterleiböorganc. Dtn 11. Oltobcr. Frau Maria Grnnt-ncr, Papicrfabritantcnswitwe, alt l»0 Jahre, ill der St. Pclcrö-Vorstadt Nr. üi, an der z.'nngtn-cntzlindung. — Hcrr Franz Nilschlnann, Tischlcr, alt 32 Jahre, in dcr Htapuzincr-^orstadt Nr. 85, > an dcr i.'ungcntnbcrlnlose. — Josef Pc^nitar, Tag-lohncr, alt l? Jahre, im Zmilspilal an der Gc-hirillahmnng. Den 12, Oltobcr, Herr Georg Pajk, bttrgl. Han«- und Nclllitätenb.siljcr, alt 0'^ Jahre, in der Tirnau-Vorstadt Nr. Id, au der Bungen: lähmnng. DllS große PMMW rer Eo, ^iedich'ö Witwe iviro Doimllö» tag oie dritte »iiw zugleich die letzte Aufstellung am Kl'i'^rsßpl^c cröffiun, wozn die ergebenste Emlacmng mochl (2084) ^o8eÜue I.iebiok'8 Vitve. (2077-1) Ein oder zwei Mädchen wcrdcn bci cincr Handelöinaiulöwitnic in Kost nnd Wchmtüss gcnoinnlc». Alich wird bci ihr Unterricht im Wcißliähcn ertheilt. Nähcrcö darüber Nr. 2»''2, II. Stock, am Hcmptplatzc im Plciwci ß'fchcll Hanfe. Eine schöne Mluckumihnung ist zn vcrmiclhcn im großen Birant'schcn Hansc ans dem St. Ialolwplakc, im 2ten Stoct, l'cstchcnd ans einem oder zwei Zilnmcrn. (2098-1) Näheres in demselben Hanse im 2ten Stuck, Gartenseite, Thür 4tt. Eine »der )wci Stallungen sind läglich zn verilii^h!». Aussige >m OliNh.ilisc «ziun Gällüei." Gradischa-VorslaDt Nr. 30. (1971—3) ¦l^——------- H. HaLLY'S k. k. allerhöchst privilegirte Meditriiui - Haarwuscks - Kraft - Pomade in Verbindung mil ilorn gleichnamigen Orientalischen Haar- und llartwucliswasser wird vom Central-Depot in Wien, Wieden, Huuplstrussc Nr. (>0 gegen Haar oiler Postnarhnahmc von 1,11. 8i> kr. per Stück versendet. Kmballage l'rei. JJopOtH belitiden sich in nlli'ii renommirten Apotheken und Handelshäuser» der grösseren Städte liuropa's, Asien3 und Afrika's. Laibach: Johann Kraschowits. Die Medilrina-Krzengnis.se sind dio bis jetzt noch als unüberlrofliMi ancrkarmtiMi besten Mittel ^ejBTcn das Ergrauen und Ausfallen der Haare und zur Wiedeibülma-ruilg kühler Stellen,"und hatten ilurdi l()ÜOgliii:klic!i<: Krfolgo sich ihre» Weltruf begründet. Jedem Tiegel oder Flacon ist eine Gebrauchsanweisung beigebogeu. Warnung! Cm den häuligen Verlalsehungen Schranken zu set/cn, wird nufrnerk-sam goniacht, dass der mil dem Firma -Stempel versehene Verschluss an den Tiegeln und Flacons unversehrt sein muss. Die Pomade muss grasgrün sein und einen fremdartigen, angenehmen, aromatischen und die Nerven stärkenden Geruch haben. Der Inhalt der Flacons muss klar sein und feurig lichtbraun aussehen. Pomaden, denen die Frische mangelt, oder Flacons mit trüber Flüssigkeit ist jedur Depositeur zurückzunehmen verpflichtet. (U'097—1) K. k. lundcspriv. Lumpen sabrik von lt. ü i t in ar in W i eii. Der Missbrauch meines Namens veranlasst mich, aufmerksam zu machen, dass alle aus meiner Fabrik hervorgegangenen Lampen mein Fabrikszeichen tragen. i Mein Fabrikat ist allgemein als das beste, billigste und soli- des to Anerkannt. Die inleressaiilosile Erfindung seit dem Hcslehcn der Petroleumbc-leurhlung ist: lt. Ditinar's Pateiit-JtuiHlbreiiiier, für Petroleum und Solaröl. Der H re und och t wird wie bei den M o d e rn teurlam pen eingezogen. Die Leuchtkraft ist die höchst erreichbare. Gleichzeitig ist es mir gelungen, Cylinder anfertigen zu lassen, wr.lche dem häufigen Zerspringen nichl ausgesetzt sind; diese kommen in Handel [ unter dem Namen Ph ii n ix -Cy 1 i n der vor; auf jeden meiner Phönix-Cylinder ist die pro tokollir le Fabriksmarke X <'i"Kravirt. R. Ditmar. Preiscourants und Zeichnungen von R. D i t m a r'sLs m pen stehen den Wiederverkäufcrn franco zu Diensten. Hiersclbst werden allo Petrolcum-Lampen so wie in der Fabrik, bloss mit Zurechnung der Spesen, vorkaust. Niederlage in Laibach bei Herrn Franz filossinaim. B^^" Auch wird hier das icinsto ncht amerik. Petroleum rn gross und • en detail zu dem billigsten Tagcs-Preise verkauft. (2057-3) 5Perj. Mer-MMmse dcr k. k. priv. österr. Boden - Credit- Anstalt sind bei J. 0. Mayer in Laibach zu babcn. Dieselben wcrdcn mittelst Verlosung innerhalb 50 Jahren ul puri in Silber znrückgczahlt; sic sind mit halbjährigen ConponS versehen, welche ohne jeden Stcncrabzng anöbczahlt werden, nnd ucrzinscn sich zum gegenwärtigen (5mis-sionSkiirs init Rücksicht ans die Nnckzahlnngsprämic mit nahczn l; Pcrzcnt in Silber. Sie dürfen gesetzlich znr Anlage von Kapitalien öffentlicher Verwaltungen nnd von Pnvillar- nnd Devositcn>Gcldcrn verwendet wcrdcn und cigncn sich überhaupt zu einer soliden, mit hypothekarischer Sicherheit ausgestatteten nnd von den Schwankungen dcr Valuta nnabhäugigen Kapitalö'Anlagc. (2094—1) Die Haupt'Aaentschaft fiir Krain dcr k. f. priv. lNu«l<»,»O /Tlirz». ti«» c, so ersucho ich nlle Herren Abnehmer, welche an die oben genannte Niederlag* etwaige I.ctriigo restiren, selbe nicht mohr an Herrn Klcbel, sondern nn mich selbst, als den Ki-genthiimer der Niederlage, abzuführen, da ich im andern Falle dio Summe als nicht bezahlt betrachten würde. Zugleich zeige ich an, dass das Gewö Ibft, worin sich dio Niederlage befindet, allsoglcich zu vermißthnn int. Laib ach, am 13. Oktober 18b\r). (8095-1) Anton Agrlkolu. Vilylicher AllZvnkllllf! Dcr seit 28. September begonnene Ausverkanf sämmtlicher Tchnitt-, Kurrent» und Vtodewaaren wird von nnn an nntcr gefälliger Mitwirkung dcs Hr. I. Tyßen zu bedentend herabgesetzten FabrikSpreisen fortgesetzt. Joh. Kraschowitz, Hauplplcch Nr. 240 in Laibach. (2036—4) HtemkMen uon bester Qualilät sind fortwahltnd nber die Nlüterszelt zu haben ln dcr Vahnhofqasse Nr. 123. IedeS beliebige Quautnm wird >iuc»tg,lllich ^u^estrllt. Vci 2lbiml,nlc einer ganzen Wagenladung, nämlich r>on 200Zl'lIze>,liirr>! oder l?^ Wicurr Zentinrn. wird bloö die Zlistclluugs-fracht uon 4 kr. vom Ztr. als Provision gerechnet. (2059—3) Fu,^f'Uoxmunn. j Znr geslilligen Beachtung. ! !! Für den mir währcnd dcr Smnmcrsaison zn Thcil gewordenen ! 3 gntigcn Zuspruch innigst dankend, crlanbc ich nur zur Kcuntuisz dcö ! 2 P. T. Publikums zn bringen, daß Sonntag dcn l. Oktober 18tt5 ! ^ mein Wintcrlolalc im Gasthausc zur ssoldeuen Schnalle eröffnet ! ^ wird. i l^ Indcm ich mich dcr Gunst dcö gcchrtcn Publillims empfehle, sügc H ich die Versicherung bei, daß für vorzügliches Märzcu Bier, gute Wciuc < nnd Küche, sowie für prompte Acdicnnng bcslcnö gesorgt wird, nnd ' j^ zeichne achluuaMoll ^ (2000-3) Franz Ghrfeld. jHiezu ein Vogen Amts« und Intellissenzblatt, dann ?l^r. «> dcr „Blatter ans Krain.