LmlmchelWMtlmg. Nr. 1U1. Vränumeratloilsplli«: Im Lomptoir ganzj. si. il, yalbj. fl. 5..'i0. ssür die.^usteN,ma in^ Hau« haldj. 5U lr. Mit der Pos« gan.zi. fl. 15, halbj. sl. 7.50. Donnerstag, 3. Mai I»s«,ti on«g«vüy, ki» 10 Zeilen': imal «o fr., »m. 80l»., 3»i. 1 si.;sonst pr..^elle im.«tr., «m.«l»., »m. lo tr. u. s. w. Insertionsstempel jedesm. «0 l». 1868. Amtlicher Theil. e3c. f. k. Apostolische Majestät haben mit. Alles, hvchslcr Entschließung vom Z0. April d. I. den l. sieben« bürgischen Gubernialrath Gabriel Graf Bclhlcn znm Hofrathc <>lra l!,ti>!»i!, bei dem l. sicbcnbnrgischcn ober-steil Gerichtshöfe allergnädigst zu ernennen geruht. Der Staatsministcr hat eine am Gymnasium zu ^apo d'Istria erledigte Lehrstelle dem Snpplentcn derselben Peter Oliverio verliehen. DaS Finanzministerium hat den disponiblen Finanzrath der bestandenen FinanzlandeSdircktion in TemeSvar Joseph Graßingcr zum Finanzbczirlsdirektor in Ofen ernannt. ^^______ Das Ministerium für Handel nnd Vollöwirthschaft hat die Wiederwahl dcS Francesco Ongaro zum Präsidenten und die Wahl des Pietro Äearzi znm Vize« Präsidenten der Handels- und Gcwcrbekammcr in Udine sür das Jahr l6U6 bestätigt. Nichllllnllicher Theil. Laibach, 3. Mai. Wir haben eine kritische Situation zu verzeichnen. Von Florenz meldet der Telegraph, daß die Kammer der Regierung einstimmig außerordentliche Vollmachten zur Deckung der finanziellen Bedürfnisse uotirt habe, und zwar behufs „Vertheidigung des Staates," und Zugleich wird berichtet, daß Baron Werther von seiger Legierung die Erklärung erhalten habe, sie werde bei so veränderten Umständen auf den österreichischen Ent-lvaffuuugöantrag nicht eingehen. Diese beiden Nachrichten können nur als Kricgs-Ihmplomc betrachtet werden, welche übrigens dem ruhi-ücn Beobachter eben nicht überraschend kommen. Die Haltung Frankreichs gewinnt bei diesem Gange ber Dinge hervorragende Bedeutung. Man kaun sie bisher wenigstens nicht als frcnnolich gcgcn Oesterreich bczcich. "cu. Zwar will ein Pariser Korrespondent der „Allg- Z." bissen, Italiens Haltung dürfe durchaus nicht auf Rcch-I'Ulig Frankreichs gestellt werden, und Napoleon lll. l)abc mit von Oesterreich selber anerkannter Offenheit >°'u jetziges Verhältniß zu Italien dargethan. In cincm Gespräch mit dcm Fürsten Mcttcrnich sagte Napoleon lll. zum österreichischen Botschafter: „Ich kann nicht mehr wie sonst unbedingt über den König Viktor Emanncl verfügen. Doch halic ich ihm unvcrholcn erklärt, daß er bei cincm Angriff gegen Oesterreich in keiner Weise auf mich zählen dürfe. Ich könnte nicht einmal vorher bestimmen, ob ich Oesterreich gegenüber, im Fall einer Niederlage der italienischen Waffen, für den von mir garanlirlen Besitz einstehen würde. In jedem Fall würc eine solche nachträgliche Verwendung das höchste, waS Italien von mir erwarten könnte. Dagegen will ich Oesterreichs Botschafter auch nicht verhehlen, daß mein ganzer Einfluß uumächtig wäre, Italien zn verhindern, über Oesterreich herzufallen, wenn daS KricgSglück im Kampfe mit Preußen sich gegen jcncö wenden würde." Diese Aeußerung, fu wird hinzngcfiigt, sei auch jetzt noch alles, was sich über Frankreichs angebliche Unterstützung der preußisch. italienischen Kricgsbcstrcbungcn sagen ließe. So die politischen Anwälte, die für Frankreichs unpartcifchc Neutralität gutstchcn zu dürfen glauben. Sie finden aber wenig Glauben, und allcnlhal« üen herrscht die Ueberzeugung, daß Herrn v. BiSmarckS heißblütige Politik nnr in Verheißungen des französischen Regicrungsoberhanptes ihre Begründung finden könne. Eine Note im „Moniteur" wäre demnach keine überflüssige Kundgebung, und sie würde sich der allgemeinen Zustimmnng erfreuen können, wie selten eine amtliche Erlläruug zuvor. Dieser Schritt allein wäre im Stande, den gegen Frankreich im eigenen Land wie in der Fremde bestehenden Verdacht zu beseitigen. Aber anch in Dentsch-land sollten die Vertheidiger des Friedens nicht crmü-den, das Wort zu ergreifen, denn man hat hier noch immer leine richtige Vorstellung von der Vereinzelung des prenßischcn StaatSlculcrs. Man bildet sich insbe-sondere cin, in Preußen sei seine UcbcrstürzungSpolitil beliebt, und dic Einsprachen der Unabhängigen Olgaue können nicht häufig und nicht energisch genug sein. Man muß dem Ausland zeigen, daß Herr v. Bismarck in Deutschland eben so wenig einen Anhang hat, als bei der französischen oder englischen Nation. Der neueste Artikel des „Eonslitutionncl" soll zwar beweisen, daß Frankreich, wenn der Krieg ansbrcchc, für ihn nicht verantwortlich sei, allein diese Vertheidigung kann nicht verfangen und dic Politik der freien Hand, die der Artikel prollamirt, kann niemanden beruhigen. Wer hat Italien die Lombardic erobern helfen? wer hat Italien den Züricher Frieden brechen lassen? wer als der Mann, der jetzt wieder feine Hände in Unschuld wäscht, um seinerzeit den geeigneten Moment znr Abrnnoung seiner Grenzen nicht zn übersehen. Zwar soll am 30. April in Paris ein Ministcrrath stattgefunden haben, dessen Gegenstand der Vorschlag des Fürsten Mcttcrnich bezüglich einer gleichzeitigen Entwaffnung Oesterreichs uud Italiens gewesen sei, aber wir können darin kaum eine FricdenShoffnung erblicken. Das Beispiel Preußens hinsichtlich der vorgeschlagenen nnd angenommenen Entwaffnung hat uns gewitzigt, und wir glanben daher, daß anch Oesterreich im entscheidenden Momente nicht wanken, sondern einen seiner Großmachtstcllung würdigen Entschluß fassen wird. Italienische Rüstungen. Von Nüstungsnachrichteu haben wir nach italienischen Blättern Folgendes zu vcrzcichuen: „Fi u auza": Die neu eingerückten Soldaten werden sogar zurNachtzeit in derHand-ha bung der Waffen geübt, um sie baldigst zur Armee abgehen lasscu zn können. Der Neapolitaner Mu« nizipalität ist die schleunigste Vorlage der StandcSlistcn der mobilen Nalionalgarde abgefordert worden. „Italia": In allen Zweigen der Militär- und Marineverwaltung herrscht dic größte Thätigkeit, um dic Befehle der Regierung zn vollstrecken. Capua und Gaeta wurden inspizirt und auch dort werden schleunigst mehrere Arbeiten in Angriff genommen. Frcischaarcn werden gegen den Brigantaggio gerüstet, um ! die von der Regierung angeordneten Truppenlon-zentrirnngen ungehinderter vornehmen zu können. j'Dcm bisher gegen den Äriganlaggio verwendeten Ge-! ueral PaUauicino wird cinc andere Verwendung bei den l fortgesetzten Truppcnlonzcntrirungcn am Po in Aussicht ! gestellt- Mailäudcr „Puugolo": DaS Kricgsministerium hat alle zur Formirung der Kavaleri edepo ts nöthigen Maßregeln getroffen. Icnc der Infantcricdc-potS wird in den nächsten Tagen folgen. Es ist überflüssig, sagt das genannte Blatt, beizufügen, daß die Militärs diesen Anordnungen cinc sehr große Äcocu-tuug beilegen. (Die Formiruug der Depots wird auch von der „G. di Mil." bestätigt.) — Die verschiedenen Infantcriercgimcuicr follcu Ordre erhaltcn haben, die vollständige Moutur für jc 1500 M. herbeizuschaffen, waS darauf hiuzudcutcn scheint, daß die Einberufuug ', dcr beurlaubten Klasscu bevorsteht. Auch sei, heißt cS, Millelon. 3luS der Nesidenz. Ende April. . D. 8. Diese Welt ist doch herrlich überall, wohin ^l Mensch uicht kommt mit seiner O.ual. Kcil, Mu-"cnt illnstrirtc dieses villcicht nicht ganz korrettc Zttal "Müder, als der gegenwärtige. Ein vcritablcr, nicht w" ein kalendarischer Frühling, geschmückt mit allen ,, lzcn fröhlicher Werdclusl, das wahre Symbol des N'ilmlischcii FlicdcuS, wird tagtäglich erfüllt von sich 'Ulncr mehr verdichtenden traurigen Ahnungen, den vor ^'vorsciuli Schatten dcS unheimlichen Krieges. Wie f bkm nwicS sich doch dieser April in dcm Gebrauche 9^ angestammten Vorrechtes der Wellcrwcndigleit. >/"r einmal, gleich im Beginne, gewissermaßen in den ?z b"l Flcgcijahrcn seines Daseins, erlaubte er sich "cn kleinen Rückgriff in die Domäne feines Vorgän-^ts, des März, und dann noch ein zweites Mal, gcgcn ,"° Ende seines Regimes, überraschte er uns dnrch einen Achten Schnccschancr, eine flüchtige Eriuucrung an längst "llnngcucWintcrmarchcn. Wie bescheiden waren doch diese Gegensätze am 'tteorologischcn Himmel gegenüber den Stimmungs-^"rasten am politischen Horizonte. Hier wechselten t?"^ Friedcnshoffnungcu und düstere Kriegsbefürch-G.lÜ" ""t bstcr und rascher, wie Tag und Nacht. d^Ml) eg doch in diesen Wochen mehr als einmal, ficlu '"" ""6 ganz beruhiget durch die Fricdcnszulier. Abe, ^" Morgcnblätlcr zur Suppc setzten und uns die H "dblattcr desselben Tages bereits die vollständigste Ulitcr 5 "^ schert scrvirtcn. Begreiflicherweise war in der !^" Umständen „daS politische Wctterwinlcl" ^lrauchgassc, dic Börse gcuaunt, der Gegen- stand unansgesctztcr Beobachtungen. Auch war es leiu Wunder, daß so mancher, der dem rasch wechselnden Zuge der Wollen daselbst mit der entsprechenden Schnelligkeit folgen wollte, vom Schwindel überrascht wurde nnd — fiel. DaS gcheimnißvolle schwarze Buch der Börse dürfte seit Langem keine fo reiche Zahl von derartigen Fällen verzeichnet haben, als in der Gegenwart und in der nächsten Zukunft. Und dabei erscheint eS im Momente noch wie cin besonderer Glücksfall, wcun eine odcr die andere dicscr Katastrophen abläuft, ohne in dcm Gcrichtssaale oder in der Todtcntapclle des allgemeinen KranleuhaufcS, dicscr Wiener Morgue, ihren Epilog zu fiudcu. Und dennoch „heiter auch in ernster Zeit" ist und bleibt die Devise der Wiener. Die wenigen lichten Augeublickc, welche die Ehronik dcS TagcS bietet, erscheinen denselben wie eben so uicle Aufforocruugen zu Heiterkeit und Lust. So ist cS eine fellist von den Gelehrten dcS Feuilletons einstimmig zugegebene That» sachc, daß der Wiener Prater seit Jahren keine so glänzende Saison hatte, wie diese. Die Eleganz der Equi' pagcn, die Bizarrericu der Gcspaunc lind die Kostbarkeit der Pferde, verbunden mit dem Besonderen der herrschenden Damcnmooc, bictcn in der That ein berauschendes Bild. Selbst die Vertreter der historischen Erinnerungen dcS herrlichen Parkes eulsiuncu sich nicht, jc schönere Postzüge gesehen zn haben, uud die brillanten Scchscrzügc, welche vom Wagen ans ohne Vorrcitcr gclel.lt werden, sind selbst ihnen etwas ganz Neues. In den Annalen dcS Wiener Sport wird dic Uebertragung dieser Sechsspänner aus dein Hydcpark und den Ehamps Eli!>>S nach dcm Prater dem Herrn Grafen Larisch viu-dizirt. Uud in der That sind diese Sechsspänner so recht das Gefährte der „freun Bahn/' Vor Eröffnung der Ringstraße wären dieselben für Wien eine Unmöglichkeit gewesen. Ein Versuch, die alte Wiener Eity mit ihncn zu passircu, bereicherte dic slchcuoc Rubrik uuscrer Journale „Unfälle durch schnelles Fahren" allso-gleich in bedauerlicher Weise. Nicht gauz so neu in ihrer Art, aber imposant durch ihre Zahl sind jene Viergespanne, welche von zarten Damcnhändcu gelenkt werden. Eine Gattung von englischen Parlwagcn mit vier PonieS bespannt, erinnern dieselben an jene Tom-Pouce^Gefährte, deren sonst nnr die Kinder erlauchter Familien sich bedienen. Die Damen hallen, wenn sie in diesen Wagen erscheinen, mit sonst nngclvühnll'cher Strenge auf das «»li-o nm^. Kein Kavalier darf sie dann begleiten. Nur die schützende Nähe des Stallmeisters und seiner Leute mahnt entfernt au daS — schwache Geschlecht. DaS ganze Bild — Gefährte sammt Kollege — hat etwas ungcmeiu PiquantcS, ob nicht ein wenig auf Kosten der zarten Hände, welche das Gefährte lenken, mag dahingestellt bleiben. Es mag dieS ebenso dahingestellt bleiben, wie, ob die bunten und grellen Kostüme des Kortege den guten Geschmack wesentlich fördern. Die drille l'l'rlil! lil'ilwnlo der diesjährigen Prater« Saisou bilden die reichen Amazonen.Gruppen, welche tagtäglich die Rcitallce auf. und uicocrgalopftlren. Einige uuscrer fcuillctonistischcn HabatulS, welche nicht nur zwei Jahre in Paris gewesen sind, sondern dies ihre Leser auch bei jcdcr Gelegenheit dnrch cinc sinnige Parallele zwischen der Weltstadt ,iar n^ und Wien fühlen lassen, diese fenillctonistischen HabatulS behanp-ten zwar, daß jene Amazoncn-Gruppen, mit denen dcS Vois de Bonlognc noch immer den Vergleich nicht zu bestehen vermögen. Nichtsdestoweniger mnß man diesen gewiegten Autoritäten gegenüber doch sagen, der Prater habe auch aus seinen Alüthctagcn vor dcm „Jahre deS Unheils" wenigstens in dieser Acziehnng keine glänzen-deren Erinnerungen zu bcwahreu gehabt. Die an die Rcilallcc grenzende Zirkuswicse, den zulüufligeu Schauplatz der diesjährigen großen landwirtschaftliche» Ausstellung, behauptet — oie^cichtc Kavallerie. Es ist dies 678 Vcfchl eingetroffen, die Instruktion del' zweiten Kate-gone von 1844 möglichst zu beschleunigen. Äiailändcr „Lombard!a": I» Eardano wird zahlreiche Infanterie und Artillerie erwartet. Unter dcm Vorwandc von Volbcrciliingrn für daS Lager von Somiua scheint man Vorkebrungcu für baldige Kriegscrciguijfe treffen zu wollen. Von Pal.ua sind drei Batterien zu Schicßübnngcn in das Lager von Eerano und cine Poii-tonnierkompagnic nach Piazenza abgegangen. Revues und Truppcuinfpcktioncn werden ohne Unterlaß fortgesetzt, die Arbeiten an der Befestigung von Pavia beschleunigt, dic Artilleiic daselbst vcrnichrt. ImHafcn vouSftczzia liegen folgende Kriegsschiffe vor Anker: AdmiralSfrcgaltc „Earlo Alberto", 50 K., Linienschiff „Rc Galantuomo" 80, Panzcrfrcgaltc „Maria Pia" 28, Fregatte „Duca di Gcnooa" 50, Fregatte „Maria Adelaide" 50, Fregatte „Euridicc" 24, Brigantine „Zcffiro" 14, Kanonenboot „Montebcllo" :;. Ferner 22 Korvcitcn. Alle diese Schiffe haben Befehl, sich bereit zu halten um unter Segel zu gchcn. Die Karabinicri (Gendarmerie) sind gegenwärtig folgendermaßen vertheilt: Tnrin 1^78, Eagliari 883, Mailand 2008, Bologna 2233, Florenz 185)5, Neapel 1905. Ehicti 8W, Bari 1335. Salerno 1509, Catanzaro 1180, Palermo 2501. Im Ganzen 18.433 Manu. Die „Korr. Havas" meldet aus Florenz vom 2'8. April: Die Eiscnbahnhöfc haben Befehl erhalten, die Eilgut« uud Frachtbcfördcruug bis über Dcscnzano (östlich von Brescia) zn suSpcudircu. Oesterreich. Wien, 1. Mai. Graf ViSmarck soll nicht nur bereit sein, Baicrn die militärische Führerschaft in Südwestdcutschlaud, sondern auch den Besitz von Salzburg und Tirol zu versprechen, wenn das Münchener Kabinel die preußischen Pläne unter« stütze. Als Thatsache kann man jedenfalls annchmcn, daß AiSmarel dic Montgelaö'schc Politi! in Vaiern wieder inS Leben zu rnfcn fucht. Ausland. Nreslan, 27. April. Die für heute erwartete Rc< serven - Entlassung ist nicht erfolgt. Nach allein, waS vou glaubwürdiger Seite über die ucucstcn militärischen Dispositionen verlautet, erscheint cs nicht mehr zwei-fclhaft, daß hinsichtlich der Abrüstung ein wenn anch unr momentaner Aufschub eingetreten uud demgemäß die Rednktion der Mannschaften wie des Pserdcbcstaudcs bis auf weiteres fistirt ist. Äian glaubt indeß, dic Er-neueruug der bereits Ende voriger Wolhc crgangcncu Deinobilisirungsordre könne noch in den nächsten Tagen eintreffen. Einstweilen haben dic Rcsclvistcn strengen Dienst. Florenz. Die „Wr. Abdpst." schreibt: Schon vor einigen Tagen waren in Florenz Gerüchte von einer Kabinctskrisc lebhaft verbreitet. Ueber die Motive der-selben verlautete nichts Bestimmtes, doch war denselben unschwer zn entnehmen, daß cs sich hauptsächlich nm die Person Lamarmora's handelte, den man bei der Armee nicht leicht entbehren zn können glaubt. Die „Opinionc" r7m 28. demcittirt diese Gerüchte, welche! sie zum mindesten als verfrüht bezeichnete. In der^ Thal wnrde die Krise erst am 30. offenkundig. DaS-i selbe Blatt vom 29. April sieht sich veranlaßt, an daS vom Ministerpräsidenten General Lamarmora an die im Auslande befindlichen Repräsentanten dcS Königs Viktor Emauuel erlassene Zirkular folgende Worte zn knüpfen: „Da die österreichische Armee i» den venezianischen Pro« vinzen fortwährend verstärkt wird, kann die italienische Regierung nicht länger jene Vorsichtsmaßregeln hinausschieben, welche die Sicherheit des Staates erheischt nnd ^ die in dem Ruudschrclbcu dcS Generals Lamarmora an» gedeutet sind. Man versichert uns, daß die Verfügungen für die Einbcrnfnng der Reserven und für die Ver«! sctzung der Armee auf den Kricgösuß getroffen, die be-, züglichcn Dekrete aber noch nicht unterzeichnet sind.! Bis jetzt ist die Armee nur dnrch Einberufung des Kontingents der zweiten Kategorie von der Altersklasse 1844 verstärkt worden. Wir wissen, daß daö KricgS« Ministerium die Militärkommandanten in^ einem Nnnd schreiben angewiesen hat, dic^ Publizität weiterer angeordneter Maß-l regeln nnd militärischer Bewegungen zn vermeiden. Wir glauben, daß cs unter den gegen« wärtigcn Umständen Pflicht jedes guten Bürgers sei, sich jeder Mittheilung über Militärbcwcgnngcn umso-mehr zn enthalten, als man dnrch die Verbreitung solcher Nachrichten nicht »ur Gefahr läuft, in UebcrUci'! dnugcu zu versallen nnd Bataillone mit Regimentern zu verwechseln, sondern auch den Planendes „Feindes" Vorschub zn leisten." j > Mailand, 30. April. Die Vorbereitungen zn dcr bereits angeordneten M o l> i lisiru n g dcr Ratio» nalgnrdc werden mit größtem Eifer betrieben, so daß dicfelbe in den ersten Tageu des Mai stattfinden kann. Dcr hiesige Syndikus Herr Bcrctta ist einem dringenden Rufe nach Florenz gefolgt und hat vor seiner Ab-rcisc Ordrc hinterlassen, alle jene Anordnungen zu trcf« sen, dic vor einem Kricgc iuö Leben zu trclcu pflcgcu, wozu namentlich dic Errichtung von Spitälern gehört. Hagesneuigkeiten. — Tie „Ocsterr. Ztg." schreibt: Lül hiesiges Mor« genblalt meldet, „nach sicherem Vernehmen," das; die ,,bc» rcits vorbereitete la nd w i r th s ch a f t li ch e A u s st e ll un g in Wien der bedrohlichen Zeitverhältnisse wegen für dieses Jahr unterbleiben dürfte," und cs begründet seine Meldung durch „einige bedeutsame Worte," in welchen der Staat 5« minister beim Empfange einiger Kumiteemitglieder dieser Tage auf den „6vnst dcr Zeit hingewiesen" und scin Be° dauern ausgesprochen habe, daß die Ausstellung „möglicherweise durch den gestörten Frieden wesentlich beeinträchtigt ^werden könnte." Wir sind in der Lage zu erklären, daß Graf Velcrcdi niemals die ihm in den Mund gelegten ! Worte gesprochen, und wir fügen hinzu, daß die landwirth-schaftlichc An-'stellnng bisher noch keinen Augenblick in Frage gestellt worden. — Sicherem Vernehmen nach, schreibt dcr „Wdr.," soll man auch im Handelsministerium die Errichtung eines ^Prchbnreaus für Volks wirthschaft beschlossen ! und Herrn Dr. Scherzer zum Leiter desselben in dcr Eigenschaft eines Hofrathcs auVersehen haben. ! -< Nach einem Grazcr Blatte ist in die Journale die Meldung übergegangen, daß die beabsichtigte Reorganisation der 3 inanzbch örden, namentlich die Auflösung der l. k. Fmcmz-Landesbehordeü, nicht stattfinden wird, da die dies« fälligen Anträge an maßgebender Stell, abgelehnt wurden. Die „(5. Oest. Ztg." hat dieser Meldung gegenüber nur zu bemerken, daß von einer Auflösung der Finanz-Landeödirel« tionen bisher durchaus keine Rede war, wohl abcr von einet Umgestaltung derselben, und daß überhaupt von dem Ins« lebentreten oder dcm Aufgeben von Nesormprojelten nicht früher die Rede scin tann, bevor nicht ein Beschluß dafür odcr dagegen gefaßt worden ist. Nun haben aber in Ve» trcff einer Reorganisation de§ Finanzdienstes bisher blos Vorerhebnngcn staltgefunden, sind einzelne Vorfragen gestellt und ist Matcriale gesammelt worden, um die Basis für end« giltige zweetmähige Beschlüsse zu gewinnen. Tics ist del wirtliche Stand der Sache, nnd cs wäre nur zu wünschen, das; die Reporter der Tagesblatter den nöthigen Unterschied machen wollten zwischen schwebenden Vorfragen und wirklich gefaßten Beschlüssen nnd hierauf basirtcn an maßgebender Stelle zu unterbreitenden Vorlagen. — Die „Pntrie" läßt sich melden, baß der Kaiser von China eine außerordentliche Gesandtschaft nach Europa zu fenden beabsichtigt, an deren Spitze dcr Bruder OuewSiong'S, des Direktors des Bureau's der auswärtige« Beziehungen, dcr bedeutendsten Persönlichkeit im Reiche nach dem Prinzen Kong, steht. Diese Gesandtschaft wirb die Hauptstädte FrantieichZ und Englands und die anderen gtbßeren Städte (iurova's bereifen. Fokales. — Gestern Vormittag 10 Uhr fand bei der hiesigen ^ l. t. Finanzdireltion die feierliche Delorirung des bei dem hiesigen t. l. Landesmünz» u»d Probiramle bediensteteN ! Schmelzers und PunzcnschlÜgcrs Josef (Nsner mit dcM ihm für seine mehr als 50jährige treue Dienstleistung allere höchst verliehenen silbernen Verdienstkreuze mit dcr Krone, ^ statt. Herr Finanzdirellur v. Fclsenbrunn vollzog diese Uebcrreichung ,in Gegenwart des Beamten- und Tienerper< Fanals mit eigener Hand und hielt dabei eine schwungvolle Ansprache, in welcher er hervorhob, daß diese Dekorirung die dritte von ihm während seiner zweijährigen Leitung vor» genommene sei, welcher Umstand für die treue aufopfernde Dienstleistung der Finanzbeamt>n in Krain, ihre legalen ^Gesinnungen und ihre unverbrüchliche Anhänglichkeit an las allerdurchlailchligste Kaiserhaus den Beweis liefere. (5r for' i dcrte die Anwesenden auf, diesen schönen Ruf aufrecht zU erhalten, besonders in den gegenwärtigen bedrängten Ver< ^ Hältnissen des Staates dcr allerhöchsten Regierung mannhaft und opferwillig zur Seite zu stehen uud da» Wohl des ' Staates, so viel als in ihren Kräften stehe, mit allem Wer zu fördern. Mit dcm Wunsche, daß Oesterreich über seine Feinde triumphiren, daß Oesterreichs Aar sich freudig cmpol' schwingen und OesterrcichZ Sterne im herrlichsten Lichte fortan erglänzen möchten schloß der Herr Finanzdircltor, indem cr cm dreimaliges Hoch auf Se. Majestät unsern ^ allergnädigstcn Kaiser ausbrachte, in wclchcS die Anwesenden begeistert einstimmten. ! — Es ist neulich in unserem Blatte auf den melb würdigen Zufall aufmerksam gemacht worden, daß das Gut Rosenbüchel in den Besitz des Unternehmers der 'Grnber'schen Kanalbauten gelaugt ist, wie es in jenem dcs abcr nicht die „leichte Kavallerie" des KarltheaterS, son» dern die leichte Kaualleric der sämmtlichen Theater Wiens, welche sich nnd anderen hier hoch zu Noß daö Rendezvous gibt. DaS plötzliche Abfallen eines oder deS anderen Gliedes ans diesem mehr schillernden als schimmernden Korps läßt den Eingeweihten so manchen Borgang auf der Börse lange vorher ahnen, ehe der» sclve in weiteren Kreisen pnblil ward. Diese leichte Kavallerie und die Stranchgassc stehen nNmlich meist in einem viel zn innigen Rapport, als daß die Schatten ans dieser nicht auch auf die aläuzcndcn Erscheinungen jener fallen nnd sie wenigstens momentan verdunkeln sollten. Die soeben geschlossene Blmnlnansstcllnng der hiesigen Oartcnbaugcsellschaft exponirlc anch als eine Art Hortiknltur.Knriofnm dcu Entwurf zu einer Reform dcS Praters im Style nnscrcs Stadtparlcs. Hoffcnt-^ lich wird cS bei dcm Entwürfe ftin Bewenden behalten. Nnr noch wenige Tage, und Wien wird abermals cine sehr wesentliche Vcrändcrnng seiner Physiognomie erfahren haben. Die „Grabcnhänscr," über welche» schon seit Dezennien das Damoklesschwert dcr Passagccrwci< tcrnng schwebt, werden in Knrzcm nicht mehr scin. Es ist also diesmal das alle Wien, für welches die Väter der Stadt die Schnüre dcs (Yemciudcsäclels öffnen uud ein UebrigeS thun wollen. Und ein Ucbrigls — will sagen ein Neberflüssigcs — scheint es fast, was man hier thun will. Oder klingt cö nicht halb wie ein Ana» chronismns, wenn man, während die alle Zeit getreuen Wiener dnrch viele Mcnschcnalter in der lebensgefährlichen Grabcngasse dem nahezu sicheren Tode des Ge-rädertwerdens überantwortet waren, nun daselbst in dcm nämlichen Augenblicke die Passage erweitert, in dcm dnrch Eröffmmg ncncr Sladttheilc und Herstellung neuer Kom-lmnntatioucu das Bedürfniß hierfür ein fühlbar geringeres ist. Und dicS geschieht in demselben Augenblicke, wo in dcm Gcmemderalhc sich Stimmen erheben, welche ill Voischlag briugcu, daß man die Etablissements am Ring ermächtige, Tische und Stühle im Freien zn ar< rangircn, um dic Passage daselbst zu beleben. Wäre cs im gegenwärtigen Momente nicht vielleicht augcmcs« scncr gewesen, die Kosten sür dic Dcmolirung dcr „Gra> lienhänser" lieber dcr gä'nzlichcn Vollendung dcr Ring» strahc znznwcndcn? Ans diese Art wäre vielleicht cinc Untcrlassnngsschnld, wclchc man vor fünfundzwanzig Jahren beging, bcfscr gesühnt worden, als dnrch diese Dcmolirnng i»,,^l j'<',>!ilm. Daß aber die schönen Tage von „Alt-Wien" vorüber seien, darüber dürfte sich wohl kaum jemand mehr ciner Illusion hingaben, dcr an dic> scm Ostermontage oder an dcn folgenden Tagen zur Icit der sonst so hoch gehenden Menschen- und Wagen« fluty dcn Kohlmal lt, dcn Graben nnd dcn Stephans' platz pasfirtc. In dcr zweiten Hälfte dieser Woche hat cm, wie es fchcint weit zeitgemäßeres Ereignis; als die Demo» lining dcr Grabcnhänfcr, rein lokaler Natnr die Wiener in volle Anfrcgnng versetzt. Die Wiener Tramway-Gesellschaft hat'ihre erste Vcrsuchsstrcckc von dem Schot-tturingc bis nach dcr reizenden Sommerfrische Dornbach dcr ganzen Länge nach eröffnet. Die volle Sympathie, welche die Wiener dieser ersten Pferdebahn gleich bci ihrcr crstcn Eröffnuug nach dcm Vororte Hcrnals zngc< wendet hatten, crfnhr bisher uoch keine Abschwächung: Ganz Wien wollte an diesem 20. April die neue Strecke mit inangurircn. Als hätte cs sich um cincu von der Direktion arrangirtcn Zug geladener Gäste gehandelt, so wurden die bcrcit gehaltenen Waggons, unter denen sich anch die crstcn schr elegant gebauten Sommcrwaggons befanden, förmlich gestürmt, und dcr zierliche Duodczdahu« Hof vor dcm ehemaligen Schottcnthorc mußte dnrch besondere polizeiliche Vorkehrungen iu Schutz genommen werden. Man erwartet von Eröffnung dicfcr Pferdebahn dcn Beginn einer neucn Aera für das so anmulhig gelegene Dorubach und daS angrenzende Ncuwaldcgg. Und in Wirklichkeit wäre dcn sämmtlichen Sommer- frischen nm Wien ein gleich zngkräfligcr Magnet zll wünschen. Dic Stimmung, dnrch das Wcchsclvolle del gegenwärtigen politische» Sitnalion beunruhiget nnd durch das Unsichere dcr künftigen Gestaltuug dcr Din^ altcrirt, zcigt sich der Villcggialura dieser Saison ii" höchsten Giadc abhold. Während sonst ein so reizender April, wie dcr gegenwärtige, alle Well bereits ans der Flucht aus dcr Stadt gesehen hätte, machen heuer kanlU dic Besitzer eigeucr Villen und Landhäuser Anstalt, dieselben zu beziehen. Dic Inscratcnspaltcn unserer Iol'l" nale dagegen vermögen die Ankündigungen von Sow" mcrwohnungcn kaum zu fassen und auf dcm Lande selb!' tiägt uns fast jedcs Hansthor nnd jcdcS Gartcnstaw dic freundliche Einladung zn billigem Aufenthalt cnlgegc»'' Durch dic Vcrsiou, daß dcr Aufenthalt Ihrer M"' jcstät dcr Kaiserin in dcm Bade Fürcd am Plattensee wicder unbestimmt gcwordcn sci, nahm dcr Zng in b" Umgebuug von Schöndrunn, wohin in diesen Tagl" das kaiserliche Hoflagcr verlegt wurde einen erhöhte" Ansschmnng. Nach Hictzing und bis licf iu das schalle"' reiche Wieulhal dürftcu sich die dichtesten Schaarcn del Stadtstüchtigcn zichcu. Die Finauz wird, wie immc», vor allcn Aadcn und Vöslan prolcgircn. Es ist dtt^ cinc allc Liebhaberei dieser Krclsc, wclchc vielleicht vo> dem Umstände nicht ganz uuabhängig erscheint, b^ auch daö diplomatische KorpS diese beiden Punkte ^ wohnlich zu sciuer Sommerkampagne zn wählcn p/^' Zwei Züge der Südbahn, natürlich Eilzügc, ful)'^' die bcsondcrc Bezeichnung dcr Finauztrains. ^ich.^,, vor Kurzem eröffnete, Rndolföbad in dcm herrlich^ Rcichenancr Thalc dürftc schon dnrch dc» Reiz dcr Nc" heit cinc bcfoudcrc Anziehungskraft anf dic Wiener iiw' Es dürftc dies umsomchr dcr Fall sein, als dcr "'' längst veröffentlichte Tarif deS neuen KurhaufcS l^ fiuanzicllcu Acdcnkcn niederschlägt, wclchc die Habit" von Rcichcncm in den parodislischen Vers zu kleid , pflegten : Waißuix hcrrschct hier, daö ist mir schon gcl'"ll 679 ersten Erbauers der Vrücle und des Kanals sich befand. An den Namen der Witwe Gruber lnüpft sich aber noch ein weiterer, nicht uninteressanter Ncchtsfall. Diese Witwe heiratete später einen gewissen Andrea? Schwindel, der im vorigen Jahrhunderte aus Vaicrn (Oberpfalz) nach Laibach gclommen war. Im Jahre 1766 starb Iosefa nun verehlichte Schwindel und im Jahre 1789 folgte ihr der Gatte im Tode nach. Er hinterließ eine Altivfordcrung von V000 fl. bei der Kappus'schen Konkursmasse. Diese wurde so langsam realisirt, dah der erste Erlag erst im Jahre 1832 erfolgte. Inzwischen hatte sich als Zcssiunärin der drei Sühn« erster Ehe der Ioscfa Gruber, Iosefa Frciin v. Erbeig und als Anwalt der Andreas Schwnidel'fchcn Elben der lüin'glich baicriscbe Advolat llibcrndorfer gemeldet. Die eine Hälfte der Erbschaft wurde der Iofcfa Freiin v. Ürberg zugesprochen und bezahlt. Die zweite Hälfte wurde in den Jahren 1832 bi3 1850 nach und nach rcali» sllt und depositirt. Nnn ergab sich, als es sich um die Ausfolgung dieser Veträge handelte, eine weitere Verwicklung, indem das Aerar im Jahr 1664 Kaduzitütsansprüche erhob. Diese sind noch nicbt auZgetragen und es wäre daher mög» lich, daß dieser ErbschastZprozeh sein Cätulum (1789 ^- 1889) erreichen würbe. — Die hohe Landesregierung hat mit Erlaß vom 19. v. M. nach dem Antrage der lrainischen Landwirth' schaslsgcscllschaft die Abhaltung einer Ausstellung von land« wirtschaftlichen Handels» nnd Gcwerbsprodultcn in Laibach fNr das Jahr 18(i7 bewilligt, an welcher sich auher Krain auch Steiermarl, Kürnten, Küstenland und Kroatien bethci> ligen sollen. — Die am verslossenen Montag slattgesundene Ver« losung der traiuischcn G ru n d e n t la st u n g 5 « Obli« gationen nahm cinen sehr schnellen Verlauf. Die neunte dummer, die aus dem Glüclsrade gezogen wurde, war 1140 lit. n, dem Fürsten K. AuerVpcrg gehörig, im Netrage von 200.780 st., die mithin noch um 144.530 fl. den zur Auszahlung kommenden Betrag von 70.000 ft. überstieg. — Am 29. April hielt der Ausschuß des katholischen Gesellenvereins seine Jahresversammlung. Der Verein besteht schon 11 Jahre. Im Jahre 18L5 zahlte derselbe 51 Mitglieder, davon 31 einheimische und 20 fremde. Im Jahre 1865 tonnten 81 zugereiste Gesellen in Laibach leine Arbeit finden und muhten daher wieder abziehen. An» Unterrichte der Vereinsgesellen bethciligtcn sich die Herren K o n« schel, Mot nil, Krischner, Tomasin und Pcrme. Der materielle Stand des Vereins ist günstig, am ßndc des Jahres blieben 49 fl. bar als Rest aus den IahreSeinnah-wen. Die Vcreinssparlasse erhielt im Jahre 1805 Einlagen im Vetrage von 353 sl., ausgezahlt wurden 184 fl., und dieselbe bcW auch einen Reservesond. — Ein Reisender hat uns sein Mißgeschick gellagt, welches ihn bei seiner Anlunft mit dem Nachtttain in Laibach kein Unterkommen finden ließ. Da ihn die Gasthäuser wegen ^ebcrfüllung nicht aufnehmen wollten, anch lein (5af^ mehr Ieüffnct war, war er in der bcneidcnswerthcn Lage, einen sehr frühen Morgenspaziergang zu machen, statt der Nacht» luhe zu genießen. Könnte denn nicht von Seite des Stadt» Magistrates etwas geschehen, daß derartige Reiseabenteuer sich "icht wiederholen? — Man theilt uns auch mit, daß auf dem Frirdhose die letzten Zeichen der Liebe auf den Grab' ^geln, die Älumen, von mulhwilligen Handen abgerissen und zerstört werden. E) ware zu wünschen, daß jene Behörde "der jenes Organ, welches die Aussicht über die Iricdhöfe ^ führen hat, diese Vcichwcrde beachten und den Gräbern leinen Schutz angedeihen ließe. Und was verdient mehr ^esen Schuh, als die letzte Statte unserer theueren Verblichenen ? -— Das über den Selbstmord eines Artilleristen Mit» Meilte ist dahin zu berichtigen, daß demselben, als er fein ^"d züchtigen wollte, c>? ihm ein Auge ausschlug und er sich ""Nn aus Furcht vor der zu gewürligenden Strafe erhängte. durste Nachrichten und Telegramme. s Der Telegraph theilt den Wortlaut des preußi« '.^en Zirkulars vom 27. April in dcr Ann des« ytsorm frage mit. Dcr sscrn derselben betrifft dic^ .""schauung der preußischen Regierung, daß die Bern-'""g eines PailamentcS dcr Berathung über die Bun-^reform vorzugehen habc. Die Vorschläge für dic^ ^lornworlagen weldc dic preußische Regierung erst °"n vorlegen, wcun der Zusammentritt des ^?^lamcntcs zu einem bestimmten Ter-^,'"c gesichert ist, Die Bestimmung dicscS Tcr« '"es vor Beginn der Verhandlungen dcr Regien»!. °l" über die Ncformvorlagcu ist dcr Ncrn dcö Antrages c>"' 9. April. Mit dcr slblchnnng dieser ^««e wäre die ernstliche Behandlung der U" des reform überhaupt thatsächlich ab-urlehnt. off-,.,Erlitt, 1. Mai. Die „N. Allg. Ztg." schreibt ft>eus°- ^" ^'°ll1t dcr Rüstungen Sachsens wnrde der lz^^lchc Gesandte in Dresden angewiesen, ciue milnd« solche ° lf' 3 icllc Erklärung zu erbitten und, falls Eci. Ü"^nngend ausfiele, entschiedene. Maßregeln von Ztitu,, " ^"s '" blicht zu stellen. - Dic „Kreuz, rilie , > ^"lbt: Wic wir hören, scheint in nächslcr Zeit ^ wcltcrc Anedchnuug dcr Nilstungen bevorzuslehln. reichjs^ '^Zcidlcr'schc Korrcsp." meldet: Auf die öfter-thcr l^s ^^^^ ""l" "<>- ^lpril ist dem Baron Wer« locroc ii ' "phisch ^" Erklärung zugegangen, Preußen "^ >o veränderten Umständen auf dcn Antrag OestcreichS nicht eingehen. Eine schriftliche De» pesche werde morgen zur Kenntniß dcr österreichischen Negierung gelangen. Dresden, 1. Mai. DaS „Dresdener Ionrnal" theilt mit: Heute wurde eine vom 2U. April datirtc Antw orts d cpcsch c auf dic Samstags übcrgebenc preußische So mmati o uSo ep cschc in Berlin übergeben. Köln, 1. Mai. (N. Fr. Pr.) Die „Kölnische Ztg." sagt, die Feinde Preußens zur Vorsicht mahnend: „Hat die Nothwendigkeit rincn inneren U m schwung durchgeführt, erhcbcn die Hohcnzollcrn Schild und Schwert für ganz Deutschland, dann stimmen alle Preußen in dcn großen gewaltigen Ruf ein: Mit Gott für Kaiser und Deutschland!" Vremen, 1. Mai. (Pr.) Die „Wcscr.Zcitung" meldet: Die von österreichischer Seite uach Berlin a» gcgelicnc Erklärung gesteht für das Definitiunm die Mllitärstcllung Preußens in Schleswig, Kiel, Rendsburg unter Wahrung des Aundcsrcchtö und des Ständcrcchtö zu; bezüglich Holsteins selbständiger Konstituirung schlägt sie nach Einholung dcö BundeS-bcschlusfeS die S l ä n d ed c fr a g un g vor. Florenz, 1. Mai. Die Kammer hat in ihrer gestrigen Sitzung mit Einstimmigkeit dcr Negierung außerordentliche Vollmachten zur Beschaffung dcr finan« ' zicllcn Bedürfnisse behufs der Vertheidigung des Staates bewilligt. Florenz, 1. Mai. Dic Iourualc koustatircn die Eiutracht dcr verschiedenen Parteien in dcr Kammer und im Lande angesichts dcr gegenwärtigen Erciguissc. — Dic Blätter fiudcn dic dcr „Inocpcudancc Äelgc" entlehnten Nachrichten befremdend, wollach angeblich Frankreich ilu Namen Italiens über die tünstige Entschließung Italieus cine Verpflichtung Oesterreich gegenüber eingegangen wärc. Sic sagen, es tönnc dies nur eine falsche Annahme sein, welche durch dic, übrigens notorische (?) Thatsache dcr rcin defensiven (?) Haltung Italiens veranlaßt worden ist. Paris, 30. April (Abends). Der „Abend-Moni-tcur" meldet, daß heute ein Ministcrrath stattgefunden habe. „La Presse" glaubt zu wissen, daß dieser Mini. sterrath durch den Vorschlag des Fürsten Mctlcrnich wegen gleichzeitiger Entwaffnung Oesterreichs und Ita-licnS veranlaßt worden sei. Paris, 1. Mai. (N. Fr. Pr.) Im gestern statt, gehabten Mimstcrrathc wurde entschieden, daß StaatS-ministcr Nouhcr Donnerstag im gesetzgebenden Körper alle wünschenswcrthen Aufklärungen geben solle. Er wird insbesondere drei nach Bcrliu, Wien und Florenz crgangcnc Dcpcfchcu vorlesen, welche zeigen sollen, daß Frankreich unablässig bemüht war, dcn Frieden zu e» halten. Die uach Florenz crgangene Depesche erklärt, daß Italien gauz auf eigene (Gefahr?) hin einen An-griff auf Oesterreich machen würde. Paris, 1. Mai. Die Journale veröffentlichen dcn Text dcr auf die Entwaffuun g b ezüg lich cn D e-pefchc des Grafen MenSdorff an dcn Gesandten > Grafen Karolyi vom 26. April. Paris, I. Mai. Der „K on slituti o nncl" veröffentlicht einen Artikel LimayracS, um zu bcwciscn, daß vcnn der Kricg auSbricht, Frankreich nicht verantwortlich fei. Dcr Artikel schließt in folgender, Weise: Der Konflikt hat bedauerliche Verhältnisse angc-uommcn; dennoch ist dcr Kricg uoch nicht erklärt. Die Symptome, welche die Acugstlichkcit und daS Zögern von jeder Seite vor dcr schrecklichen Verantwortlichkeit des ersten Angriffes zeigen, sind uoch nicht uerschwuu-den. Man klagt sich an, man rüstet, oder richtiger gesagt, jcdcr nennt sich bedroht, aber niemand hat uoch dcn Entschluß gefaßt, die Feindseligkeiten zu beginnen. Diese Situation läßt noch immer Rathschlägen uud Ab-machungcn die Thüre offcn, aber wenn der Kricg aus« bricht, wird Frankreich keinerlei Vcrantworlichkcit haben Frankreich ist lici einem KricgSuorhabcn wcdcr cngagirt, noch mit im Spiele (ni l'N^i»^« ni ^>mi.'ic>mi^ lliMi, im<> >' ßu<'!i-l>), eS bleibt vollständig neutral, um seine uolle Freiheit der Aktion zu bewahren, und lein Zufall klinntc dasselbe gcgeu seinen Willen fortreißen. Paris, 2. Mai. (Tr. Ztg.) Das gestrige „Pays" sagt, daß seiue Hoffnungen auf den Frieden erschüttert seien, die Stnnde dcr Entscheidungsliisis sci herangc« kommen. DaS Blatt gibt eine Auseinandersetzung, wie die Thatsachen plötzlich im Sinne dcS Krieges vorgo schritten seien, und gelangt zum Schlüsse. cS sci zu befürchten, daß dcr erslc Flintenschuß in Sachsen abgefeuert werde, wenn nicht im letzten Momente die Kabi-ucle von Wien uud Berlin sich.ius Einvernehmen setzen,, um dcn Krieg zu vermeiden. , London, 30. April (Nachts). In dcr heutigen Sitznng dcs UntcrhaufeS erklärte Gladstone: Nach« dem die Erweiterung des Wahlrechts im Prinzip ge» billigt wurde, werden Montag die Neformbills für l Schottland uud Irland und dic RctribulionSbill eingebracht werden. Bukarest, 1. Mai. Die bis jctzt für dic legislative Versammlung gewählten Dcpntirtcn gchöreu dcr! Majorität nach dcm liberalen Vojarcuthum au. — Dcr ^ Minister dcs Innern theilt dcr Acvülkcrnug durch das! Amtsblatt mit, daß die Deputation an dcu erwählten Fürsten Karl abgereist sci, daß tciu Zweifel obwalte, ocrsclbc wcrdc atzcptircn, und daß auch die j garautircudcn Mächte dcm Akte ihre Sanktion ertheilen würden. — Um die Effektuirung der Nationalanlcihc zu beschleunigen, hat die Regierung aus den ersten Äanqnicrs und einflußreichsten hiesigen Einwohnern cin Komitcc ernannt, bci wclchcm Subskriptionslistcu austicgcn. Der Gcncralproknrator verlangt von dem Kassalions' Hofe die Berurlheilung des Metropoliten der Moldau wcgen HochuerrathcS gegen daS Land, begangen in der Eigenschaft eines Staatsbeamten. Telegraphische Wechselkurse vom 2. Mai. 5perz. Metalliqueö 53.40. - 5perz. National Anlchcii 57. — Vaulaltisu «21. — Krcditalticit 118. — 1860er Staatsanlchen «8. - Silber 113. - London 113.75. - K. l. Dulatcn 5.45. Das Postdampsschiff „Germania," Kapitän EhlcrS, ging, cxpcdirt von Herrn August Bolteu, William Millers Nachf., am 28. April voll bcsctzt von Ham« burg vin Southampton nach Ncw.Iork ab. DaS Postdampfschiff „Bavaria," Kapitän Tanbc, ist nach einer schnellen Reise von 12 Tagen am 27. d. Morgens in Eowcö augelommcu und hat alsbald die Rcisc nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe überbringt: 265 Passagiere, 0 Äricfsäcke, volle Ladung und 28.000 Dollars Komptantcn. cheschästs-Zeitunss. Verlosung. Vri dcr vorgestrigm Prrlosniiss der Nummern d e r 1 8 60rr L o f c mlsirl der erste Troffer im Betrage von 300.000 fl. auf Serie 13.750 Nr. ^0, der zweite Treffer von 50.000 fl, aus Serie 12.00? Nr. ii, der dritte Treffer von ','5.000 fl. ans Serie 17.495 Nr. 17, dcr vierte nud fünfte Treffer von je 10.000 fl. auf Serie 3632 Nr. 20 und Serie 12.298 Nr. 12. Uaibach, 2. Mai. Auf dem heutigen Marlte sind er. schienen: 3 Wagen mit Heu (85 Ztr. 59 Pfd.), 24 Wagen nnd 5 Schiffe (23 Klafter) mit Holz. DurchschnittS'Preisl. Mlt.. Mgz.. l Mlt.. Mgz.» ft.. k. fi. lr.,! fi. lr. st.lr. Weizen pr. Metzcn —^— 4 17 Butter Pr. Pfund - 45 — — Korn „ —!— 3 5 Eier pr, Stück — ii^_-_ Gürste ^ —-- 2 45 Milch pr. Masz —10 — Hafer „ — — 210 Rindfleisch pr. Pfd. -.,<; — — Halbfrncht „ -!- 3 25 Kalbfleisch „ __ 18 ^. __ Heiden , ->— 2 50, Schweinefleisch „ ..i<; —-. Hirse ^ — — 2 37 Schöpsenfleisch „ —12------- Kulunch „ -------2 67 Häliudel pr. Stilll — 35------- Erdäpfel „ 130------Tauben „ __^5___. linsen „ 5-------!— Heu pr. Zentner 2 — - — Erbsen „ 4 50— ..Stroh „ i go ^ _. ss'sulen „ 480-------! Holz,lMt.,pr,Klft. -— 7 — Nindöschmalz Pfd. —50-------^ — weiches, „ —".- 5 — Schweineschulalz „ —^40-------^ Wein, rother, pr. ! Speck, frisch, „—^25-------^ Eimer -^-13 — — geräuchert „ —38-------l — weißer „ —^— 14 — Nndolfswerth, 30. April. Die DnrchschnittS - Preise stellten sich auf dem heutigen Marllc, wie folgt: fl. lr. ! fi. lr. Weizen pr. Mehen 4 10 ! Bntter pr. Pfund . — ,45^ > Kalbfleisch „ —20 Heiden „ 2 30 Schiveinefleisch „ — -. Hirse „ 2,30! Schöpfenfleisch „ — — ssulnrutz „ 2 4') Hälmdcl pr. Stück — 30 Lrdäpfcl « — - Tauden „ — ^ -. Linsen „ 4 20 ^ Heu pr. Zentner . 1 8>) Erdscn „ 4 60 > Stroh „ . ^ 1 40 Fisolen „ 4 l 80 ^ Holz, hartes pr. Klft. L , 20 Nind?schmalz pr. Pfd. — 40 , — weiches, „ — — Schweineschmalz „ — 40' Wein, rother, pr. Eimer 6 — Speck, frisch, „---------> — weißer „ 5 — geräuchert, „ - > 35 3Noteorusäuische ^elwnchlun^'ll iil Lmlmch. ^ ! » ,5 3 " " ^ ^"H "" <;u. Mg.^ 319« -i'10^ windstill Negm ^ 2. 2 „ N. 320.7? !-l-12.2 SSW. s,sch.l trilbe ,,V^' 10., Ab. 321.^l ->w.. ! windstill j trübe . ^cgcu In dcr Nacht vom 1. auf den 2. trat um 2 Uhr Morqeus der crschmc Regen mit einem Gewitter aus SW. cin. Dic Wol« lendrcke den ganzen Tag geschlossen. Regengüsse ziemlich start Barometerstand im raschen Slcigen. Percmtwortlichcr Redakteur: Ignaz v. Kleill^äVr^ Istllazla Nrba<< gibt un eigenen nnd im Namen ihrer Geschwister allen Verwandten, Freunden nnd Ae-tamitrn Nachricht von dem hüchst betrübenden Ableben ihrer innigst geliebten Schwester Karoline Nrlms. Privatlehrcrin in Laibnch, welche am 2, Mai 136«. versehen mit dcn Tröstungen dcr heil. Religion, nach langem qMuollen Leiden zn Sagor im 48. Lebensjahre selig in dcm Herrn rittschlief. Die Beerdigung der Leiche wird am 4. Mai Frllh 10 Uhr zu Sagor stattfinden. Dic theuere Verblichene wird dcm frommen Andenke« cmpfohleu. (1047)