poStnins pIsLsna v xotovini. Nr. 3. Erscheint jeden 1., 10. und 20. 6. (21.) Jahrgang. Organ der Gottscheer Lauernpartri. Bezugspreise: Jugoslawien: ganzjährig 25 Din, halbjährig 12 50 Dm. D.-Oesterrciä.: ganzjährig 40 Din, halbjährig 20'— Din. Amerika: 2 50 Dollar. — Einzelne Nummer» 1 Dinar Der Frankstur; und die Neparations- ikandale in Frankreich. Der unaufhaltsame Niedergang des franzö¬ sischen Frank wird von amtlichen Kreisen in Paris vielfach auf das Ausbleiben der deutschen Zah¬ lungen zurückgeführt. Wie aber Frankreich bisher mit den deutschen Zahlungen umgegangen ist. erhellt am besten ans den Mitteilungen der französischen Presse über die französischen Wie¬ deraufbauskandale, über deren Einzelheiten der französische Abgeordnete JnghelS eingehende Veröffentlichungen veranstaltet hat. Mittlerweile hat die Öffentlichkeit in Frankreich selbst sich in zunehmendem Maße mit diesen Skandalen besaßt. Es finden sich weitere Artikel darüber z. B. im „Quotidien" vom 5. und 7. Dezember v. I., aber auch in Blättern ganz anderer Richtung, z. B. im „Petit Parisien" vom 29. November v. I., ferner im „Matin" vom 27. und 28. November v. I. Aus diesen ist über Reparations¬ skandale und Wiederaufbau folgendes zu ent¬ nehmen: „Das Havasbüro bemüht sich, die französische Wiederaufbauarbeit in den zerstörten Gebieten in möglichst günstigem Lichte erscheinen zu lassen. In einer amtlichen Verlautbarung heißt es, zur Zeit seien von 22.900 vom Feind zerstörten und beschädigten Fabriken 20.000 wiederhergestellt. Es seien 2,291.000 Hektar zerstörten Bodens wieder angebaut, d. h. 80°/» der zerstörten land- witschastlichen Fläche. Schließlich seien 598.000 Häuser wiederhergestellt. Allerdings seien 143.000 Häuser noch aufzubauen, aber schon jetzt besitze das Gebiet wieder seine normale Bevölkerung. Bis 31. Dezember des laufenden Jahres würden für die Wiederherstellung der sachlichen Zerstörungen 46, für die Personenschäden 35 Milliarden Franks verausgabt sein. Man käme so zu dem Gesamt¬ betrag von 100 Milliarden, welchen der fran¬ zösische Sparer und Steuerzahler in verschiedener Form dem Staat dargebracht habe. Für 1924 würden die Verpflichtungen des Staates nach den zur Zeit vorliegenden Anforderungen sich auf 18 Milliarden belaufen, von denen 9 Mil- liarden für die Regelung der Kriegsschäden bestimmt seien. In der französischen Presse, und zwar nicht nur derjenigen der Linken, liest es sich etwas anders. Ein Sonderberichterstatter, den der „Quotidien" vor kurzem in die zerstörten Gebiete gesandt hat, mußte feststellen, daß noch ganze Regionen, so der im Kriege so heiß um¬ strittene Chemin de dames, noch ganz in der „Majestät der Ruinen" daliegen. Die Meldungen Sonntag, den 20. Jänner 1924. über Reparationsskandale häufen sich. Sv hat der Abgeordnete Jnghels festgestelll, daß die Fabrikanten größtenteils das Mehrfache ihres Kriegsschadens ausgezahlt erhalten, während die kleinen Leute leer ausgehen. Auf Kosten der Ärmsten seiner Bevölkerung verfolgt so der fran¬ zösische Staat zielbewußt auch in diesem Punkte seine Politik, die ihm das industrielle Übergewicht in Europa sichern soll. Es scheint, daß die Re¬ gierung im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen nun doch, wenigstens während des Wahl¬ kampfes, den berechtigten Unwillen der Bewohner des Norddepartements etwas beschwichtigen will. Interessant ist die folgende Mitteilung des „Oeuvre". Während die Regierung den Bewoh- nern der geschädigten Gebiete öffentlich Sachliefcrun- gen aus dem Rheinland versprochen habe, habe der Kammerausschuß für die befreiten Gebiete Erre¬ gung darüber bekundet, daß die Regierung die unaufhörlichen Skandale in den nördlichen De¬ partements sorgfältig unterdrücke. Man ließ Mi¬ nister Reibel wissen, daß man sich über seine Art von Gerechtigkeit wundere. Zur großen Über¬ raschung der Regierung antwortete der Minister für die befreiten Gebiete, daß er entschlossen sei, scharf vorzugehen. Das Geheimnis habe sich ge¬ klärt, als man nunmehr erfuhr, daß Poincare in den letzten Tagen an ihn ein Schreiben gerichtet habe, um ihn darauf aufmerksam zu machen, daß in Amerika eine lebhafte Propaganda gegen die Verschwendung der Entschädigungszahlung betrie¬ ben werde. Poincare habe hinzugefügt, daß es, wenn man dieser Propaganda entgegentreten wolle, unerläßlich sei, ernstliche Untersuchungen über sämtliche bisher bekannt gewordenen Skandale ein¬ zuleiten und gegen die Schuldigen Strafverfahren einzuleiten. Reibel habe sich gefügt; er wird viel zu tun bekommen. Besonders Charakteristisches hat auch der Strafprozeß Armand, über den der „Matin" ausführlich berichtet, dem französischen Publikum und der Welt zur Kenntnis gebracht. Weiter meldet das „Echo National" vom 8. Dezember v. I., daß die Spezialpolizei für die Untersuchung der Skandale in den zerstörten Gebieten mitgeteilt habe, daß bei den Unter¬ suchungen 13.000 Aktenstücke beschlagnahmt worden seien. Die Überforderungen sollen nach dem Po¬ lizeibericht zwischen 50 und 100 Prozent schwanken. Der französische Abbauminister Reibel hat kürzlich von dem Ministerpräsidenten Poincare Weisung erhalten, künftig alle zur Kenntnis des Ministeriums kommenden Aufbauskandale zu ver¬ folgen und das Material zu sammeln. Die ver¬ Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind an die Schriftleitung zu senden. — Anzeigen-Aufnahme und -Berechnung bei Herrn Carl Erker in Kočevje. änderte Haltung der französischen Regierung in dieser Frage wird damit begründet, daß besonders in Amerika mit diesen Skandalen und Mißbräuchen eine Frankreich schädigende Propaganda betrieben werde, der am besten durch rücksichtsloses Vor¬ gehen der französischen Stellen gegen die Schul¬ digen die Spitze gebrochen werden könne. Politische Rundschau. Inland. Aus dem Ministerrate. Am 13. Jänner vor- und nachmittags hat der Ministerrat eine Sitzung abgehalten, in der Dr. Ninöiö in allgemeinen Zügen über die Zu¬ sammenkunft der Kleinen Entente sowie auch über das mit Italien abgeschlossene Übereinkommen bezüglich der Fiumanerfrage und des Abschluffes eines politischen Vertrages referierte. Der größere Teil der Sitzung war jedoch der Beratung des Staatsvoranschlages für das Jahr 1924/25 ge- widmet. Es wurden 123 Vr Millionen für die Auszahlung der Koupons und der Amortisierung der 2-prozentigen Kriegsentschädigung bewilligt. Die Auszahlung erfolgt am 1. April 1925. Eine längere Diskussion wurde über die bereits im Finanzausschüsse vom Minister für Ackerbau und Gewässer geforderten Amendements im Ausmaße von 115 Millionen Dinar geführt. Finanz¬ minister Stojadinoviö widersetzte sich dieser Er- Höhung des Amendements in einem so hohen Maße uud stimmte einer Erhöhung desselben um bloß 13 Millionen zu, worauf der Ackerbauminister erklärte, daraus Konsequenzen ziehen zu müssen, falls der angeforderte Kredit nicht bewilligt werden sollte. Diese Angelegenheit, worüber noch kein endgültiger Beschluß gefaßt wurde, wird nochmals in Beratung gezogen werden. Einen weiteren Gegenstand der Beratung bildete die Erhöhung der Beamten- und Pensionszulagen und wurde für die Pensionisten ein Kredit von 50 Millionen Dinar bewilligt, während die Verhandlungen be¬ züglich der Beamtenzulagen fortgesetzt werden. Der Finanzminister erklärte nach der Sitzung, daß der Finanzausschuß für den 17. Jänner ein¬ berufen werden wird, um mit der Beratung des Budgets für den Zeitabschnitt vom 1. April 1925 zu beginnen. Weiters hat der Ministerrat einen Gesetzentwurf bezüglich der dem Verkehrs-- minister zu erteilenden Ermächtigungen zur Sicher¬ stellung eines geregelten Verkehres besprochen- Über Antrag des Verkehrsministers Kojic wurde sodann beschlossen, jeder Zeitungsredaktion je eine MU- Hottscheer, gedenket der hungernden Kinder Deutschlands! "MW Seite 2. auf den Namen eines Redaktionsmitgliedes lautende Eisenbahnfreikarte zu erteilen, während sich die übrigen Journalisten von Fall zu Fall um die Bewilligung von gültigen Freikarten an den Finanz¬ minister selbst zu wenden haben werden. Selbst, verständlich hat diese unbefriedigende Lösung der Freikartenfrage in Journalistenkreisen eine große Erbitterung hervorgerufen, und zwar umso mehr, als der frühere Verkehrsminister Jankovič das Versprechen gegeben hatte, den Wünschen und Forderungen der Journalisten völlig entgegen¬ zukommen und jedem Mitgliede der südslawischen Journalistenvereinigung eine Jahreskarte ausstellen lassen zu wollen. Die Kagung der Kleine« Entente. Über die Konferenz der Kleinen Entente wurde folgendes Kommunique ausgegeben: Die drei Minister für auswärtige Angelegenheiten haben die auswärtige Lage ihrer Staaten dargelegt. Bei diesem Meinungsaustausch wurde ein voll¬ kommenes Einverständnis festgestellt. Rumänien, die Tschechoslowakei und das Königreich SHS sind entschlossen, diejenige Politik des Friedens, der Aufrechterhaltung der Verträge und ihrer Konsolidierung sortzusetzen, die immer das Ziel der Kleinen Entente mar. In demselben Geiste wollen sie auch die freundschaftlichen Beziehungen zu allen Staaten festigen. In dieser Beziehung haben die Minister Duca und Dr. Benesch mit Befriedigung feststellen können, daß die bestehenden Schwierigkeiten zwischen dem Königreiche SHS und dem Königreiche Italien immer mehr zurück- treten und in der Richtung einer freundschaftlichen Lösung und Annähernng der beiden Staaten geleitet werden. Die bulgarische und die griechische Frage wird in Prag, Bukarest und Beograd in der gleichen Weise beurteilt. Ohne sich in die in¬ neren Angelegenheiten Griechenlands einzumischen, wünscht man dessen Konsolidierung. Man hofft, daß sich Bulgarien im Rahmen der Durchführung der Friedensverträgc halten und es verstehen werde, Zwischenfälle zu vermeiden, die das -gute Verhältnis zu deu Nachbarn stören könnten. Ausland. Amerika erkennt die Sowjetrepublik nicht an. . Washington, 10. Jänner. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika Coolidge erklärte, die Union könne solange die Sowret- regierung nicht anerkennen, bis diese nicht ihre Lebensberechtigung durch eine allgemeine Volks¬ abstimmung erwiesen habe. Hin Aufruf an das englische Molk Die großen Londoner Blätter veröffentlichen einen Aufruf an das englische Volk, Deutschland in seiner gegenwärtigen Notlage zu helfen. Zu den Unterzeichnern gehören Ramsay Macdonald, Asquith, Lord Bangen, Lady Carter, die Bischöfe von Durham, Exeter, Manchester und Oxford, ferner Henderson, General Hutchinson, der früher Kommandat der englischen Besatzung in Köln war, Professor Murray, Lord Parmour, General Smots und der bekannte Schriftsteller Wells. Bulgarien erlaubt die MckkeHr Aerdmands von Koburg. Der Genfer „Tribune" zufolge hat die bul- garische Regierung dem Exkönig Ferdinand ge¬ stattet, als gewöhnlicher Bürger nach Bulgarien zurückzukehren. Die Grundlage« des italienisch-jugoslawischen Abkommens. Die Basis des italienisch-jugoslawischen Über- «inkommens, wovon Minister des Äußern NinLic am Schluffe der letzten offiziellen Konferenz der Kleinen Entente die Teilnehmer an derselben ver¬ ständigte, sollen folgende Punkte bilden: 1. Italien verpflichtet sich, alle Bestimmungen des Vertrages von Rapallo zu erfüllen und alle mit dem früheren Gvtrscheer Zeitung — Nr. 2 italienischen Minister des Äußern, Grafen Sforza, schriftlich festgelegten Abmachungen zu respektieren. 2. Das Königreich SHS überläßt Italien die volle Freiheit hinsichtlich der Organisation des Fiumaner Staates. 3. Jugoslawien wird das Recht aus die Benützung des Fiumaner Hafens auf 50 Jahre eingeräumt. 4. Italien und das Königreich SHS werden eine Handelskonvention abschließen. Die Lage in Griechenland. Venizelos wurde mit 345 von 395 Stimmen zum Präsidenten der Nationalversammlung ge¬ wählt. Plastiras wurde mit einem hohen Orden ausgezeichnet und ist nach seinem Heimatsort in , Thessalien abgereist. Mil großen Huldigungen überschüttet, zog er sich vom politischen Leben zurück. Venizelos nimmt an, daß sich der König nur aus Urlaub befinde, und anerkennt den Sturz der Monarchie nicht, bis nicht die Volksabstim¬ mung die Entscheidung bringt, ob das Volk für oder gegen die Dynastie sei. Die Kämpfe in ZkleriKo. Die Aufständischen haben die Pctroleumfelder von Sierra Bianca in der Gegeckd von Tuxpam besetzt und 40000 Fässer Petroleum beschlag¬ nahmt. Die mexikanischen Petroleumwerte in New Jork sind in den letzten Tagen erheblich gefallen. Die Vereinigten Staaten werden zum Schutze der amerikanischen Interessen Kriegsschiffe in die mexikanischen Gewässer schicken. Die Entscheidung über die Staatsform in Albanien. Am 21. Jänner d. I. tritt die albanische Kon¬ stituante zusammen, welche über die Regierungs- form entscheiden soll. Hiebei soll endgültig be¬ schlossen werden, ob Albanien Republik oder Mo¬ narchie werden soll. Aus Stadt und Land. KoLevje. (Vom Schuldienste.) Fräulein Helene Rom, prov. Lehrerin in Stara cerkev, wurde in gleicher Eigenschaft nach Livold ver- setzt. Fräulein Pepi Erker, prov. Lehrerin in Ko¬ privnik, kam in gleicher Eigenschaft nach Stara cerkev. — (Singspielabend.) Wie wir von un- terrichteter Seite erfahren, beabsichtigt der Gott- scheer Gesangverein am 14. Feber d. I. im Saale des Hotels Stadt Triest einen Singspielabend mit reichlichem Programm zu veranstalten. Eine nähere Ausführung über den ganzen Abend bringen wir in der nächsten Zeitungsnummer. — (Achtung.) Die Einkommen- und Renten- steuerpfiichtigen werden aufmerksam gemacht, daß die Steuerbekenntniffe längstens bis 29. Februar beim hiesigen Steuerreferate einzubringen sind, wi- drigenfalls die Steuern von der Steuerbehörde selbst bemessen werden, ohne daß gegen diese Ent¬ scheidungen ein Rekurs zulässig wäre. Auch wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Bekenntnisse mit einem Fünfdinarstempel gestempelt werden müssen. — (Jagdliches.) Am 15. Jänner fand bei der hiesigen Bezirkshauptmannschaft die Jagd- Verpachtung der Gemeindejagden Seele, Mitter- dorf, Ossilnitz, Ebental und Rieg statt. Zu der Versteigerung fanden sich viele Jagdlustige ein und wie man aus den erreichten Pachtsummen ersehen kann, ist die Jagdlust bei uns noch nicht ausgestorben. Die höchste Pachtsumme erreichte die Gemeindejagd Mitterdorf, die dem Großindu¬ striellen Pollak um den Pachtschilling von Din 26.200 zugeschlagen worden ist. Sodann folgte die Ebentaler Jagd, die eine Pachthöhe von 22.700 Din erreichte und vom Herrn Forstober¬ kommissär Jng. JenLic erstanden worden ist. Die Jahrgang Vl. Gemeindejagd Seele erreichte eine Höhe von 25.100 Din und wurde von den Herren Ge¬ brüder Loser in Pacht genommen. Die Gemeinde, jagd Rieg hat eine Pachtsumme von 20.000 Din erreicht und bekam als Pächter ebenfalls die Herren Gebrüder Losbr. Schließlich wurde die Gemeindejagd Ossilnitz um den Betrag von 3000 Din an das Gottscheer herzogliche Forst- amt veipachtet. Wir können die einzelnen Ge¬ meinden zu den hohen Pachlschillingen nur be¬ glückwünschen, verringerten sich doch dadurch die einzelnen Gemeindeumlagen um ein Beträchtliches. Die Gemeindejagd Schwarzenbach kam nicht zur Versteigerung, da die Gemeinde dieselbe den Herren Gebrüdern Loser um einen jährlichen Pachtschilling von 9000 Din auf weitere fünf Jahre verpachtet hat, welcher Gemeindebeschluß von der Bezirkshauptmannschast bestätigt wurde. — (Für die hungernden Kinder) Deutschlands wurden uns aus dem kleinen elf Häuser zählenden Dörfchen Kummerdorf 320 Din überwiesen. Wacker! Hiezu spendeten: Hans Jonke 80 Din, Georg Kosar 50 Din, Ferd. Stalzer und Wilhelm Nowak je 40 Din, Matthias Skiber und Matthias Stalzer je 20 Din, Franz Nowak und Johann Maurin je 15 Din, Rn- dolf Kosar, Ursula und Frieda Jonke je 10 Din, Anna und Pepi Kosar je 5 Din. — Das Pfarr¬ amt Masern sandte uns als Sammelergebnis 125 Din. — Von den Altfrisachern wurden uns 127 Din zugesandt. — Aus Suchen kamen uns 379 Din zu, die durch eine vom Auerspergschen Forsthüter Peter Janesch unter den Ortsbewohnern veranstaltete Sammlung aufgebracht wurden. Allen Spendern besten Dank ! — (Zitherkonzert.) Am 13. Jänner gab Fräulein Sttfi Perz mit ihren Schülerinnen im Hotel Stadt Triest ein gut gelungenes Zirher- konzert, durch das alle Zuhörer im dichtgefüllten Saale in Staunen gesetzt wurden. Denn alle Mitwirkenden, zumeist der Schulpflicht noch nicht entwachsene Mädchen, sind noch sozusagen An¬ fänger in der Musik, da sie erst kaum neun Monate lernen und doch schon so gute Leistungen ausweisen konnten. Es zeigt von großer Liebe zur Musikkunst und unermüdlichem Eifer, in so kurzer Zeit eine solche Fertigkeit zu erreichen und gebührt der Lehrerin und den Schülern volles Lob und Anerkennung. Die trefflichen Spielerinnen und Spieler waren die Geschwister: Emma und Helene Mille, Ritschi und Anna Krisch, Fini und Rudolf Jonke, Frl. Frieda Klun, Frl. Elfriede Perz, Frl. Anna Engele und Herr Ernst Kaucky. Die Zitherlehrerin Frl. Stefi Perz dankte am Schluffe der musikalischen Vorführungen den An¬ wesenden für den zahlreichen Besuch, den Eltern der Schülerinnen für das entgegengebrachte Ver¬ trauen und versprach, auch in Hinkunft alle ihre Kräfte einzusetzen, um den ihr anvertrauten Kin¬ dern gründliche Kenntnisse und Fertigkeiten bei¬ zubringen. Herr Lehrer Friedrich Kaucky hielt zunächst eine größere Lobrede auf Frau Musika, ermahnte die Kinder zum fleißigen Lernen, denn nur äußerste, ernste Strebsamkeit wird sie befähigen, Freude an der Musikkunst zu gewinnen und for¬ derte die Schüler auf, ihrer guten Lehrmeisterin dankbar zu sein und ihr ihre große Mühe mit großem Fleiß zu lohnen. In den Dank stimmten auch die Anwesenden ein. — (Die Wahlberechtigten) werden auf¬ merksam gemacht, daß die Reklamationsfrist mit 31. Jänner abläuft, weshalb sie in die bei den Gemeindeämtern erliegenden Wählerlisten Einsicht nehmen mögen, ob sie in diesen verzeichnet sind. — (Städt. Vermögensverwaltung.) Die am 29. Dezember 1923 stattgefundene Ge¬ meindeausschußsitzung hat in den Reklamations¬ ausschuß für die Wahl der Vermögensverwaltung die Herren: Bürgermeister Johann Novak, Josef Beljan, Dr. Stephan Rajh, Johann Macher und Jahrgang VI. Gottscheer Zeitung — Nr. 3. Seite 3. Matthias Rom gewählt. Die Wählerliste ist fertiggestellt und liegt seit dem 14. Jänner 1924 im Gemeindeamte auf, wo sie während der Amts¬ stunden von jedermann eingesehen werden kann. Reklamationen sind innerhalb der 14 Tage, von der Veröffentlichung an gerechnet, zulässig, worauf die Wähler aufmerksam gemacht werden. — (Ball.) Am 12. Jänner veranstalteten die hiesigen Privatangestellten einen Ball, betitelt Die rote Nacht", im Saale des Hotels Stadt Triest. Der Saal war sehr geschmackvoll deko¬ riert und unter den verlockenden Klängen einer Musikabteilung der Draudivision drehten sich die tanzlustigen Paare im Kreise. Im Klubzimmer war ein Büfett eingerichtet, das sich sehr zahl- reichen Besuches erfreute, auch sonst boten Küche und Keller das Beste, so daß sich die Ballteil¬ nehmer erst in früher Morgenstunde zum Nach¬ hausegehen entschließen konnten. — (Vorschüsse an Staatsbeamte.) Die Regierung hat über Vorschlag des Finanz¬ ministers endgiltig beschlossen, den Beamten die Vorschüsse mit 1. Jänner auszubszahlen. Jene, die ein jährliches Gehalt von mehr als 5000 Dinar beziehen, erhalten einen Vorschuß von 450 Din, jene mit weniger als 5000 Din 350 Din, Diener 100 Din. — (Herabsetzung der Eisenbahntarife in der Tschechoslowakei.) Wie man uns aus Prag meldet, beschloß die tchechische Regie¬ rung, sämtliche Eisenbahntarife auf den staatlich betriebenen Eisenbahnen herabzusetzen Die Herab¬ setzung erstreckt sich sowohl auf die Personen-, als auch auf die Frachttarife. Die neuen Tarife treten mit 1. Jänner 1924 in Kraft. — (Ein Leser vom Lande) schreibt uns: Am 13. Jänner ersuchte ich beim Schalter am Bahnhofe in KoLevje für Mich und mein krankes Kind, das ich in das Landesspital nach Ljubljana überführte, uin eine unk eine halbe Fahrkarte nach Laibach. Der Beamte jedoch rief mir zu: „Ne znam!" Ich ersuchte zum zweiten- und drittenmale. Immer die gleiche Antwort. So stand ich ratlos da, während mein Kind vor Schmerzen weinte. Erst als alle Fahrgäste ihre Karten hatten, bequemte sich der Beamte dazu, meinem Ersuchen Gehör zu schenken. Bei der Rückfahrt von Ljubljana erhielt ich ohne weiters die verlangte Fahrkarte nach G o tl s chee. Könnte man sich nicht auch in Koäevje den Fahrgästen, die nur die deutsche Sprache beherrschen und die neuen Ortsnamen nicht kennen, etwas entgegen¬ kommender zeigen? — (Der Ausweis) über Glocken- und Feuerwehrspenden erscheint in der nächsten Folge als Beilage. — (Kaiser Franz Josef) hat den Sturz der Habsburger vorausgeschen. Es wird zum erstenmal ein Dokument veröffentlicht, aus dem hervorgeht, daß Kaiser Franz Josef schon im Jahre 1901, zu einer Zeit, da Österreich-Ungarn eine Weltmacht ersten Ranges war, von der Mög- lichkeit eines Thronverlustes der Dynastie Habs¬ burg erfüllt war. Am 6. Februar 1901 legte Kaiser Franz Josef ein Kodizill zu seinem Testa- mente nieder, das außer von Kaiser Franz Josef von allen großjährigen Mitgliedern des kaiserlichen Hauses unterzeichnet war. In dieser letztwilligen Verfügung werden Bestimmungen vermögensrecht¬ licher Natur für das Haus Habsburg getroffen, wobei ein Passus lautet: Wenn im Laufe der Begebenheiten und der geschichtlichen Entwicklung die Regierungsform der österreichisch-ungarischen Monarchie eine Änderung erfahren und, was Gott verhüten möge, die Krone nicht bei unserem Hause bleiben sollte, so werden. . . usw. Diese letztwillige Verfügung beweist, wie klar Kaiser Franz Josef schon lange vor dem Kriege sich über die Lage der damaligen Monarchie gewesen sein muß. — (Eine deutsche Entdeckung) wert¬ voller als die ganze Reparationssumme! Der Oxforder Biologe Julian Huxley schreibt in einem Überblick über die Fortschritte seiner Wissen¬ schaft im abgelaufenen Jahre: Die deutsche Ent- deckung einer chemischen Substanz Beyer 205, welche die Schlafkrankheit heilt, ist ein weiterer und höchst wichtiger Schritt vorwärts, um die Tropen bewohnbar zu machen. Diese eine Ent¬ deckung ist für alle Nationen mit tropischen Be¬ sitzungen von solcher Wichtigkeit, daß sie auf einen Schlag ins Helle Licht rückt, wie verbrecherisch dumm es ist, eine große wissenschaftliche Nation wie Deutschland in eine solche Notlage zu bringen, daß es ihr immer schwerer wird, ihre wissen¬ schaftlichen Forschungen fortzusetzen. Diese Ent- deckung wird wahrscheinlich schließlich für die Alliierten finanziell weit wertvoller sein, als die ganzen Reparationssummen, die sie ursprünglich forderten. — (Slowenische Bergarbeiter aus Deutschland kommen nach Bosnien.) 40.000 slowenische Bergarbeiter, die bisher in den deutschen Bergwerken in Essen und Gelsen- kirchen beschäftigt waren, werden im Frühjahr in die Heimat zurückkehren, und zwar sollen sie in den bosnischen Bergwerken beschäftigt werden. Das Ministerium hat bereits einen Kredit von über 200.000 Dinar für die ersten Übersiedlungs¬ kosten vorgesehen und wird alle weiteren nötigen Vorkehrungen treffen. — (DasamerikanischeHilfswerksür Deutschland.) Die furchtbare Notlage Deutsch¬ lands bewegt nicht nur das Herz der Deutschen in den Vereinigten Staaten, sondern auch in den englisch sprechenden Kreisen der Nordamerikaner fühlt man sich zu helfen verpflichtet. Mit ameri¬ kanischer Großzügigkeit hat man das Hilfswerk begonnen, das binnen kurzer Zeit die stattliche Summe von 10 Millionen Dollar den Notlei¬ denden im Deutschen Reich zuführen soll. In einem Aufruf heißt es, dies sei nichts als ein sichtbarer Ausdruck des Dankes, den Amerika dem deutschen Volk für seine geistigen Gaben schulde. Vor allen durch die Ausnützung deutscher Erfin¬ dungen, Entdeckungen und Arbeitsmethoden sei das amerikanische Volk reich geworden. Bewun¬ dernswert ist besonders die Opferwilligkeit und der Wohltätigkeitssinn der Quäker, welche schon während des ganzen Krieges und in der NachkriegS- zeit ihre pazifistische Gesinnung dadurch zum Aus- druck brachten, daß sie den Kriegs- und Nachkriegs- nöten nach Kräften steuerten. Diese kleine pro- testantische Sonderkirche, die in Amerika kaum 120.000 Seelen zählt, sorgt während dieses Win¬ ters für die völlige Speisung von 2 Millionen deutscher Kinder. — (Etwas zur Winterhaltung der Hühner.) Im Winter, namentlich bei starkem Schneefall, brauchen die Hühner einen Scharraum mit trockener Erde, Sand, Holzkohle, Mauerschutt, Knochenschrot, Heublumen beschickt. Dort soll man das Körnerfutter ausstreuen und einrcchen, damit die Hühner zum Scharren angeregt werden. Auch eine Tränke soll dort sein — natürlich eine nicht eingefrorene. Bei Kälte über — 3 Grad lasse man die Hühner vom Stall in den Scharraum, sonst hat man mit erfrorenen Kämmen, Kehllappen und Zehen zu tun, wenn die Hühner mit gesträub¬ tem Gefieder irgendwo im Freien hocken müssen. Zeigen die blutreichen Kämme, Kehllappen oder Zehen Erfrierungszeichen: 1. Grad: Rötung und Schwellung, so helfen Schneeabreibungen; 2.Grad : Blasen- und Geschwürbildung, so ist Baden, bezw. Bestreichen mit dreiprozentiger Lysvllösung und darnach mit einer Mischung von Kalkwasser und Lysol zu gleichen Teilen angezeigt; 3. Grad: brandiges Absterben, so zuerst Schneeabreibung, dann Pinseln mit Jodtinktur, nachdem zuvor die abgestorbenen Teile bei Kämmen und Lappen mit der Schere entfernt und die Wundstellen mit dreiprozentiger Lysollösung gewaschen wurden. — (Untergang eines großen Aus¬ wandererschiffes). Aus Konstantinopel wird gemeldet: Der amerikanische Auswandererdampfer „Codejos", der vor zwei Tagen mit 300 Pas¬ sagieren an Bord den Hafen von Constanza (Rumänien) verließ, ist mit Mann und Maus untergegangen. Der Dampfer, der ständig zwi- schen Odessa-Constanza-Konstantinopel und New Aork den Passagierdicnst versah, wurde im Schwar¬ zen Meere auf offener See von einem heftigen Sturm überrascht. Das Schiff versuchte, einen Hafen anzulaufen, inzwischen lief es auf eine Sandbank und brach entzwei. Die zwei Stunden andauernden übermenschlichen Anstrengungen, das Schiff und seine Fahrgäste zu retten, blieben erfolg- los. Das Schiff ging mit allen Menschen an Bord unter. Die Mehrzahl der Fahrgäste waren amerikanische Auswanderer. Nähere Berichte über die Katastrophe fehlen noch. Livold. (Auswanderung.) Nach Amerika ist am 11. Jänner Frl. Magdalena Poje Nr. 2 abgereist. Weichen««. (Wir erhielten) folgende Zu- schrist: Die Nr. 35 vom 10. Dezember v. I. brachte einen Artikel über die hohen Schulumlagen, die Heuer der Gemeindeausschuß von Koprivnik in den Voranschlag zu setzen habe. Die Reichen- auer Schule benötigt in diesem Jahre nicht 14.000 K, sondern 1400 Din, was hiemit richtig, gestellt werden soll. KoL. Weka. (Zinsfuß.) Der Spar- und Darlehenskassenverein Rieg erhöhte vom 1. Jän¬ ner 1924 an den Zinsfuß für Einlagen auf 6 */2 Prozent und für Darlehen auf 8 Prozent. Najndol. (Todesfall.) Dienstag den 8. d. M. starb Herr Johann Weiß d. Ä. aus Rein- tal 16 nach längerem Leiden im 76. Lebensjahre. Der Verblichene, der als fürsorglicher Gatte und Familienvater, als guter Nachbar, ein Mann von Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Treue und des Ge- meinsivns bekannt war, war lange Jahre im Gemeindeausschufse, längere Zeit erster Gemeinde- rat, Kirchenvorstand, Mitgründer der hiesigen Feuerwehr, der er als ausübendes Mitglied und Volleingerstiltes /Iklienkspilsl K 12,000.000. Sictiei-keitsrlick- Isxen ca K 2,000.000. verrin8t Spareinlagen ru 01 (auti und Kellmut Gattin. Kinder. Anton, Josef, Adolf, Aarokine, Juli Geschwister. Freiwillige Feuerwehr in Höermöfek. * seueiMkrbatt « wird am 2. Feber 1924 in den Gasthauslokalitäten des Herrn Franz Rom staltfinden, wozu alle Feuerwehr¬ freunde und Gönner höflichst eingeladen werden. Der Wehrausschuß. Freiwillige Feuerwehr in Hrafenfeld. Sonntag den 27. Jänner 1924 im Gasthause des Herrn Max Scheschareg in Grafenfeld /. Aeuerwehr Aast /. Für gute Speisen, Getränke und Tanzmusik wird bestens gesorgt. Der Wehrausschuß. 8sUlWö lies 8tM KlMvjk Einlagenstand am 1. Jänner 1923: Din 9,401.731 53. Zinsfuß für Einlagen (ohne Abzug der Rentensteuer) 6 °/o. Zinsfuß für Hypotheken 8'/o. Zinsfuß für Wechsel 12»/v. Das AmtSlokal der Sparkasse der Stadt Kočevje be- findet sich im Schloßgebttude am AuerSpergpla». Amtstage jeden Montag und Donnerstag von 8 bis 11 Uhr und an allen Jahrmarkttagen von 8 bis 12 Uhr vormittags.