Deutsche Macht (Krüöer „Hissier Zeitung"). Mftrial )t»t« SmutHm >» dutii «>t|nl toSci Hl» »illt »» 1H m.iutlKt (I. —.56, »ituclidtnj K. tjo. I. (l. . «Wi K«Ä». I X, hdIOtIi (. LU. Txt rtnjcl»! Kmxmtt T h. Ornttnl« nach XtriJ! M »ftrm cJiMH«4tn»n RiWtt. ■«•»am «tz»n> 3ilrt.lt lli ■■fn BUtl ili MntnM lilluM »» RttartUl twttma. k. UarttlftrattM I. «»richlw-dk» M Reltcteart tiigUch. mit Intutm hl 6iu- ml IVntrtH«- »«» *>' *—* «. — R«Un*tMati Mrt*fnt. — fRaaufnUii« (Kitta aichl den Muth seinen Namen zu nennen, — it weiß e«. warum. Seine Streitschrift strotzt »m Anfang di« zu« Ende von Entstellungen üb Unwahrheiten; sie hat di« Absicht, Zwie-irachl unter die deutschen Wähler der Unter» ileurmark zu streuen, um den Boden für einen .lliversälschlen" vorzubereiten; sie trachtet taiuui auch, mich möglichst herabzusehen. Trotz-Km finde ich mich vorläufig nicht veranlaßt, »! alle Ausfälle eingehend zu erwidern, weil ich <4 eine« Deutschen allein würdig halte, offen NUan gegen Mann zu stehen. Der anonyme stinter nenne sich und ich werde nicht er-«nageln, Knoten für Knoten feine« Gewebe» zu lösen und ihn in seiner ganzen Nichtigkeit zur Schau zu stellen. Nur um dem zu er» ivattenten Fechterkniff zuvorzukommen, daß ich die Anonymität de« Verfasser« zum Vorwand genommen habe, um mich der Antwort auf die g?gen mich persönlich gerichteten Angriffe zu »ijithen, weil ich keine Antwort Hütte, gebe ich meinen Wählern eine kurze Erklärung. Auf meinen Antrag wurde im Deutschen Club beschlossen, daß dessen Programm von sämmllichen Mitgliedern zu unterfertigen fei; mit der Durchführung de« Beschlusses wurde der Vorstand betraut. Da kein Mitglied er» Karle, sich diesem Beschluß nicht fügen zu wol« Die mibtungene Attake. Ein Manöoerdild von Wilhelm Creuher. Troy der frühen Morgenstunde brannten die -trahlen der Sonne doch recht empfindlich auf die schon im ersten Schmuck des Herbstes flehende liebliche Landschaft herab, die, sonst tu Bild de« Frieden«, deute von kriegerischem Gtllimmel wiederhallte. Ein langgestreckter, sanft «i»ste,gender Höhenzug. gekrönt von Wäldern, nie« Dorfe und mehreren Weilern bildete di« Stellung, in welcher sich die am vorherge» g«genen Tage zum Rückzug gezwungene Bri» cabe festgesetzt hatte, um hier gestützt, auf natür» licht und künstliche Befestigungsanlagen, einem «muten Angriff de« Feinde« zu begegnen. Aus der ganzen Linie waren die Infanteristen und Pivmere beschäftigt, Schützengräben, kleine Ver-schsazungen und Annäherungshindernisse her-zustellen, die Brücken über den im Thale ruhig dthinstießenden Bach waren al« gebrochen de-zeichnet und von dort knallten jetzt die ersten Schüsse herauf, ein Zeichen, daß die unten auf» gestellten Vorposten mit den Eclaireur« de« an» rückenden Feinde« bereit« engagirt waren. Die Lerschanzungen, an denen eben die letzte Hand gelegt worden war. wurden besetzt, die rück» wirtt postirten Reserven traten in'« Gewehr und bald krachte der erste Kanonenschuß hin» len, kann daran« nur gefolgert werden, daß sämmtliche Mitglieder sich an da« Programm gebunden erklärten. Welche Stellung ich bei Besetzung der RedactionSstellen im Comite der „Deutschen Zeitung' einnahm, halte ich mich nicht für berechtigt, öffentlich mitzutheilen, weil die Be» schlüsse de« Comitsi naturgemäß geheime sind. Die Behauptungen de« Verfasser« der Flugschrist können darum nur aus Combi-nation-n beruhen und entsprechen im Wesent» lichen den Thatsachen nicht. UebrigenS ver-hehl« ich nicht, daß ich einen ehrlichen Juden einem un«hrlich«n Christe» vorziehe und daß in meinen Augen der ehrliche Jude, welcher gegen oie Corruption zu Felde zieht, achtda« rer ist, als der verkommene Christ, welcher mit Verdächtigungen und Verläu «düngen den Bru» derkampf unter den Deutschen enisacht, um für sich ein kleines politische« Profitche.'l herauSzu» schlagen. E« ist eine Verdrehung, wenn die Flug-schrift mir nachsagt, ich hätte im Vorjahre kurz« weg erklärt, ich „werde die Judenpresse be« kämpfen". Ich habe vielmehr getreu dem Pro» gramm de» Deutschen Club mich verpflichtet, di» Corruption. von wem immer sie ausgehe, ob von Juden oder Christen, zumal die Corruption in der Presse, welche allerdings zu« größten Theil in den Hknde» der Juden ist, zu be-kämpfen. Wenn aber die Broschüre so weit geht, mich in diesem Punkte de« Wortbruche« zu zeihen, weil ich im Preß-Comitö der „Deut- über auf die jenseitigen Höhen, wo eben die Tvte einer feindlichen Colonne sichtbar wurde. Da« Gefecht wer im Gange. Den äußersten linken Flügel der Stellung bildete eine fch nale Kupp«, welche, von der Hügelkette durch eine breite Mulde getrennt, noch vorwärts ziemlich steil abfiel, nach links aber fanst in die Ebene verlief. Dieser de-tachirte Posten war dem Hauptmann Kneifer mit feiner Compagnie zur Besetzung zugewiesen worden. Der devensiven Ausgabe gemäß hatte der Hauptmann Schützenlöcher und Gräben herstelle» lassen, diefe mit einem Theil der Compagnie besetzt und den Rest seiner Mann-schast in «ine rückwärts gelegene klein« Remise al« Refrrv« postirt. Hauplman» Kneifcr war ein feyr angenehmer Vorgesetzter, so lange es von oben herab keine Anstünde gab, bei der geringsten Rüge aber, welche di« Compagnie er-yielt, war er unleidlich. Und folcher Rügen gab e« nicht wenige, denn Hauplman» Kneifer hatte einen für einen Offizier doppelt fühlbaren körper-lichen Mangel, er war erschreckend kurzsichtig und dabei hatte «r noch die Schwäche, sich diesen Fehler nicht merken lassen zu wollen. Er trug nie Augengläser und betonte bei jeder Gelegenheit seinen Offizieren gegenüber feine guten Au ien und wenn ihn einer feiner Lieute» nant« beim Exerzieren oder bei irgend ei» r anderen Gelegenheit auf Etwa« aufmerksam schen Zeitung" mit der Anstellung jüdische^ Redacteure einverstanden gewesen sei, so ist dies e.ne Unverfrorenheit, welch« von der sprichwörtlichen Frechheit eine« jüdischen Preß-jüngelS kaum überboten werden könnte. Wirk» samer, al« durch di» ewig« Wiederholung de« Schlagworte« von der verjudeten Tage»» presse, scheint mir die Corruption durch jene Gesetze bekämpft zu werden, welch« ich im V«r» eine mit den Cludgenossen beantragte; die Gehässigkeit, mit welcher mich di« Wi«««r Pr«ss» seither ausgezeichnet, spricht wenigsten« dafür. Es ist auf daS Tiefste zu bedauern, »aß der persönliche Ehrgeiz, um sein Z'»l zu erreichen, zu solchen Mitteln greift, wi« sie in der an»-nymen Flugschrift angewandt werde» : ich hab« es stets als eine Versündigung an der natio-nalen Sache betrachtet, die Rücksichten auf die Person voranzustellen; ich habe darum auch stet« die Erklärung abgegeben und wiederhol« dieselbe, daß ich in jedem Augenblicke bereit bin. al« gemeiner Krieger in die Reihe zurück-zutreten, weil ich e« al« Pflicht jede« Politiker« erachte, den Platz eine« Bessere» zu räume», sobald er sich zeigt, und alle sei»» Bestrebungen in der Arbeit für die gemeinsam« Sache ausgehen zu lassen. Ich halte «ich jetzt und immer daran; nur um Eine« bitt» ich di« Wähler: bleibet einig, duldet kein« Störung Eurer Einigkeit, durch dies« allein wäret Ihr bi«her stark, denn Eintracht hält Macht. Dr. R. Foregger. »fachen zu müssen glaubte, dann wurde er nicht feiten mit einem „danke, Herr Lieutenant, ich sehe selbst sehr gut!" adgefchnauzt. Näher Ein-geweihte wollen wissen, daß der Hauplmann eigentlich beim Manövriren lediglich die Augen feines Hornisten den tzte, der immer um ihn war und ihm von Zeit zu Zeit le>s« zuflüsterte. Wie dem auch sei, die Offizier« der Compignie hüteten sich wohl, den Hauptmann, ohne g-fragt zu sein, auf Etwa« aufmerksam zu machen oder gar eine andere Ansicht zu haven, denn fiel dann irgend Etwa« nicht zur Zufriedenheit der Vorgesetzten aus, so gab e« Wochen lang für die Compagnie keine gute Stunde mehr und man tonnte dann alle Augenblicke hören: „So geht es, wenn man sich auf seine Organe nicht verlassen kann." Bis jetzt war während der Manöver Alle« gut abgelaufen und der Hauplman» stank', sroh, heute diesen abgelegenen Posten zu haben und wahrscheinlich nicht zum Handkuß zu kommen, am Rand ler Kuppe und unterhielt seine beiden Lieutenants, wahrend der Kampf »ach recht« sich in,mer mehr entwickelte, mit seinem Lied» lingSthema, dem schlechte» Avancement. „Ich versichere Sie, meine Herren," sa^te er eben, „ich kenne Vorleute, Die so kurzsichtig sind, daß sie auf sechs Schritte einen Pferdewärter für den Commandirenden ansehen, und wieder an-dere, die so wenig hören, daß sie beim Ab- 2 Z»ie Wegionalauskelluug in Mtau. Lriqinal.Benchi der „D- W/' 19. September 1886. sl. A u » st e llu n g S> l a g.j Bei günstiger Witterung fand heute Bor. mittags I I Uhr die Eröffnung der Ausstellung statt. Erschienen sind hiezu der Protector der» selben, Landeshauptmann Graf Wurmbrand, iowie der Präsident ler steiermärkijchen Land-wirlhschaftS-Gefellichaft Baron Washington. Der Obmann deS Au«stellnngScomil6S. Herr P i S k, begrüßte in erster Linie letzteren, bann de» Herrn Landeshauptmann, in seiner Ansprache betonend, daß daS Com,t6 mit vielen Schwie-rigkeiten zu kämpfen hatte, und daß eS nur mit Aufbietung aller Kraft gelungen sei, die AuS» stellung zu Stande zu bringe». Die Schwierig-keiten bestanden nach den Ausführungen des Herrn Redners darin, daß feindliche Elemente — wo selbe zu suchen sind, werden die geehrten Leser leicht eriathen — sich entgegenstellten, daß andereniheilS aber auch elementare Ereig-nifse einwirkten, um die Ausstellung zu verhin. dern. Nachdem Herr Baron Washington und der Herr Landeshauptmann in längerer Rede wirkungsvoll erwidert hatten, wurde mit einem Hoch auf den Kaiser Die Ausstellung eröffnet, und dieselbe eingehend besichtiget. Der AuS-stellunssplay ist nahe dem Bahnhose und sind di« Objecte in den von der Südbahn-Gesellschaft beigestellten MagazinSlocalitäten untergebracht. Gleich beim Eingänge sind die Maschinen «m Freien exponirt, während gegenüber die Släi.de für die zur Ausstellung gelangenden Pferde und Rinder sich befinden. Trotz der Schwierigkeiten mit welchen, wie erwähnt, das rührige Comitv zu kämpfen hatte, kann die Ausstellung als sehr gelungen betrachte! werden. Die Stadt ist beflaggt, selbst die ehrwür-digen Patres Minoriten lassen eine kaiserliche und st,irische Flagge wehen, nur die winvischen Doctoris sowie die Citalnica haben demonstra-uv — nicht beflaggt. Am I. Tage besuchten ca. 3000 Personen die Ausstellung. Ueber die ausgestellte». Objecte werden wir nach st e n S Ansführlicheres bringen. Montag de» 20. als II. Ausstellungstag fand d»e PferdeauSstellung und Prämiirung stall. ES kamen 285 Pferde zur Vorführung, durchgehendS schönes Material, darunter Pracht-volle Exemplare. Prämiirl wurden für folgende beste S t n t i t n : Michael RiSner von Gajoozen, Andreas Pravvic von Frieda». Ferd. Stamen von Frie-dau, Valenli» Erharlic von Ofluöovec, Blas Preac von Moschganzen, Anton Potocuik von Neukirchen, Josef Schescherko von Mergovetz. Johann Puklavec von Frankofzen, Martin Sto, nitz von Hardegg, Stefan öruko von Kranichs- feuern eines Kanonenschusses zu ihrem Neben» manne „zum Wohl" oder „Helf Gott" sagen, aber die Leute bleibe», die gehen nicht, und wen» sie Hiob'S sämmlliche Fehler hätten, nur um anderen Leulen"--„Herr Hauplmann," sagte jetzt leise der ganz in der Nähe stehende treue Hornist Planer und deutete mit der Hand nach links, „Kavallerie!" Der Hauplmann wandte den Kopf und blickte aufmerlsam »ach der angedeuteten Richtung, wo im Horizont eine Staubwolke sichtbar war. „Meine Herren," wendete sich nun der Hauptmann zu seinen Ofsicieren, ,,e» scheint, wir werden von Caval-lerie angegriffen," dabei deutete er nach einer beliebigen Richtung. „An die Plätze, meine Herren. Hornist, holen Sie die Reserve." Der Hornist that also und bald rückte im Laufschritt der Rest der Compagnie unter Führung des PremierlieutenantS >» oie Schützengräben. Wir haben schon erwähnt, daß di« Kuppe nach der Front fast unzugänglich war, und nur von der linken Seite mit Erfolg auch von Ca-vallerie anzugreifen war. In richtiger Erkennt-niß der Lage hatte der Hauptmann nach dieser Seite hin die Stellung ansehnlich verstärken lassen und nun erwartete er ruhig den drohen-den Cavallerieangriff. Auf dem rechten Flügel der feindliche» Stellung hatte sich bei Beginn des Manövers die leitende Exzellenz aufgestellt mit einem zahl- „Deutsche Macht." selb, Johann Cucek von Welitsche». Michael Kosel von Kl.-Warenza. Für Stuttfohlen: Thomas Plavetz von Frankofzen, ?vranz Korpar von Frieda», Franz CuS vor Wergo-vetz. derselbe, Andreas Muhic von Zwetlofzen, Anton Sagadin von MonSberg, Peter Kau-drik von Gr.-Sonntag, Math. Löschnigg von Unter-Wellitschen, Georg Mulletz von Marga-reihen. Thomas Plava von Frankofzen, Maria Slaudegger von Friedau. Dieselbe. Außerdem gelangten noch 30 Privalpreise, die Stutten und Stuttfohlen zugesprochen wurden, zur Vertheilnng, mit Ausnahme deS vom Herrn Landeshauptmann speziell für Hengst-sohlen gewidmeten Preises, welcher dem Stefan Wandur in Rastdorf zufiel. — Die Ausstellung war on diesem Tage wieder sehr besucht, namentlich steigerte sich der Besuch, als beim Promenade-Concerte die fröhlichen Weisen un> serer vorzuglichen heimischen Regimentscapelle e> klangen. Dienstag, 21. Sept.. fand ei» belehrender Vortrag des BienenzuchtvereineS bei mäßiger Betheiligung statt. Nachmittags steigerte sich der Besuch erfreulicher Weise. Ueber die Hornoiehausslellung. deren Prä-miirung, dann über die weiteren AuSstellungs-tage referiren wir in nächster Nummer, und bemerken nur, daß ein Hauptanziehungspunkt der Ausstellung die Kosthalle bildet, wo wirk-lich exquisite Tropfen geboten werde» ; namentlich ist das Büffet des Herrn Osterberger selbst für den verwöhntesten Gourmand ein« ladend ausgestattet. Wir werden übrigens der Kosthalle und des darin Gebotenen, nächstens auch ausführlicher gedenken. politische Wundfchau. Inland. Gestern hat die „Wiener Ztg." daS kai-serliche Handschreiben veröffentlicht, mit welchem der ReichSrath auf den 29. d. einberufen ist. Bei der au» 18. d. stattgehabten Wahl eines ReichSralhS - Abgeordneten deS Saazer Städte-Wahlbezirkes wurde der vom deutsche» VertrauensmännerCollegium empfohlene Can-didat Dr. Wilhelm P i ch l e r au» Jechnitz ge-wählt. Ausland. In Ungarn erfährt unsere auswärtige Politik, insbesondere mit Bezug auf die Ereig-»isse in Bulgarien, eine ziemlich scharfe Kritik. Wir können dem nur zustimmen : unser« Leser wissen, welchen Standpunkt wir diesbezüglich einnehmen, und wir würden auf tiefen Gegenstand heute nicht zurückkommen, wenn das Or- reichen Stab von Genaralen, Ordonnanzosficie« ren, Adjutanten und Ordonnanzreitern. Von einem erhöhten Punkte auS beobachtete Exzellenz den Aufmarsch der angreifenden Brigade und als das Gefecht im Gange war. gab sie mit den Worten: »Meine Herren nun zum Ver-theidiger!" dem Pferde die Sporen und trabte, gefolgt von dem ganzen Stäbe, gerade auf die Position des Hauplmann Kneifer zu. Dieser hatte nun doch auch die immer näher kommend« Staubwolke erkannt. „Visir 1000 Meter," commandirte er mit lauter Stimme. Jetzt waren schon einzelne Reiter zu unterscheiden, der Hör-nist wollte eben dem Hauptmann noch etwas sagen, allein dieser war schon rasch in die vor-derste Lienie gesprungen und brüllte: „Zugweise Salven!" Die Osficiere thaten wie befohlen und bald krachte Salve um Salve gegen die an-stürmenden Reiter. Diese stutzten, die voran-reitende Exzellenz sah sich um und winkte einem Oidonnanzossicier. „Schnellfeuer!* hörte man jetzt den Hauptmann Kneifer schreien. Ein höllisches Geknatter begann, die ganze Gegend war in dichten Pulverdampf ge-hüllt und dazwischen tönten fortwährend die Signale der Hornisten. „Verstärktes Schnell-seuer l" brüllte Hauplmann Kneifer mit heiserer Stimme, trotz des bittenden Blickes seines Leib-Hornisten, der, wie alle Andern, die Situation bereits erkannt hatte. „Die Kerl: laffen sich 1886 gan Tißa'S, der „Nemzet" nicht eine Frage beantwortet hätte, > ie während der letzten Woche» qar mancher ZeirungSleier gestellt haben mag. Die Frage näml'ch, w mim BiSmarck den Äneg so — man möchte fast sagen — ängstlich scheut. Di« Antwort, welche „Nemzet" darauf gibt, ist deshalb beachtenSwerth, weil fein Jiljp.ralor immerhin als gut unterrichtet gelten darf, wat ja auch die deutsche Publicistik anerkennt, welche den betreffenden Artikel zustimmend wiederqibl. Warum will Deutschland keinen Krieg'! s« tragt das Blatt und die Antwort laule» fal-gendermaßen: „Nach jenen großen Erfolgen, welche Deutschland errungen, ist es uiächliz | genug, um die großen europäischen Conflicte zu vertagen, und eS will sie vertagen, weil et sich nicht stark genug glaubt, um dieselbe» zu lösen. DieS und nichl das hohe Alter des Kaisers Wilhelm oder deS Fürsten BiSmarck ist eine der Hauplursachen besten, daß Teulsch!ani> keinen Krieg will. Wer je deutsche und französisch« KriegStruppen gesehen hat, wird »ach den Aeußerlichkeiten und unter dem Eindrucke der vor anderthalb Jahrzehnlen errungene» großen militärische» Erfolge unbedingt zur Än-ficht gelangt sein, daß die ersteren des bieget sicher sein können. Die deutsche Regierung hall den Erfolg für nicht ganz so sicher im Halle eines Zusammenstoßes. Allerdings sieh» ße ruhig der Zukunft entgegen ; aber sie weiß auch, daß, nachdem die deutsche Einheit innerlich noch nichl vollkommen cousolidirt ist, im Kriegsfalle das Höchste, die Einheit selbst, auf dem Epi-le wäre." Als zwcile Ursache der scheinbar z.iu-dernden Politik Bismarcks wird die Rülksichi aus die Entwicklung der deutschen volkSwinh-schafllichen Verhältnisse, di« nur im Friede« vor sich gehen könne, angegeben. Eines der Geheimnisse, welchen der deutsche Kinzler seine sabelhast:n Erfolge aus dem Ee-biet« der auswärtigen Politik zu danken hit, ist ohne Zweifel die Slranimheit, welche in be» vo» ihm organisirlen diplomatischen Tienk herrscht. Es giebt keinen zweite» Staatsmann, , der von Allem, was l» Europa vorgeht ober sich vorbereite», auch nur annähernd so gut u». terlichlet wäre wie Bismarck. Das hat sich wie-der einmal in den letzle» Woche» gezeigt, wo sich der Kanzler veranlaßt gesehen hat, D« Reichstag einzuberufen, nur um den spanische» Handelsvertrag durchpeitschen zu laffen, im» gewiß nicht so überstürzt worden wäre. wen» BiSirarck nicht genau gewußt hätte, daß tu Lage in Spanien wieder ei»a»al eine recht frag» würdige ist. Die in den letzten Tagen aut Madrid eingelaufenen Nachrichten lassen die Vorsicht des Kanzlers als sehr zeitgemäß er. scheinen, denn aus der pyrenäischen Halbir.iel „brandelt eS." Nicht allein die Carlistea 3f nicht zurücktreiben, sie sind schon biS auf IÄ1 Meter heran, nur Schnellfeuer!" Es wäre unnütz gewefen, den tobende» Hauplmann eines besseren zu belehren, Dah« bliesen die Hornisten sorlwährend „Schnellfeuer* und di« Soldat«« knatterten darauf loS, alt ob b«r jüngste Tag a igebrochen wäre. Auf der ganzen Linie trat unwillkürlich ein stWant im Gefechte ein. daS mörderische Feuer bet Hauptmann Kneifer zog Aller Augen auf sich. Exzellenz mit ihrem Stäbe war außer sich; so hatte man den Kommandirenden noch nie emv-sangen, und als jetzt be, diesen Höllenfeuer bat verlässige Leibpserd «inen tleinen Snlensvrwig wagte und Exzellenz sah, daß hinter ihm eue gewaltige Unruhe unter den Reitern herrsch», ja als einer der mitreitenden Generale sog« anfing, seinen Pferdehals zu umarmen, da hielt es der Leitende für gerathen, umzukehre». Unter Fluchen wandten die verschiedenen Exzel-lenzen ihre muthig gewordenen Stoff« und eilten »» wilder Flucht und Unordnung zurück. „Sie viachen Kehrt!" jubelte Kneiser. »)e?t noch ein paar saftige Salven nachV Fünf lnt sechs Salven krachten hinter der tapferen Sene-ralität her. bi« sie hinter einem Hügel oerschwm-den war. „Die Kerle werden an mich denke» sagt Hauptmann Kneiser, sich den Schweiß oo» der Stirn« wischend und tief aufaihmenb; alt 1 «86 ginnen sich wieder zu regen, sondern ti ist auch schon zu einer Militärrevolte gekommen, welche ßr den Augenblick wohl niedergeworfen wurde, u, sich aber deutlich erkennen läßt, daß im Lande der Pronunciamenti noch immer reich» Ich Brennstoff aufgehäuft ist. Man kann die Mg? Frau, wlche Königin von Spanien ist. -ad welcher oft genug die Thatsache, daß öfter» mchijche Prinzessinnen, du sich nach romani» ichen Ländern verehelichen, nicht immer vom Äiicke begünstigt worden sind, vor die Seele »«teil mag. man kann die arme Königin nur des bedauern. Eorresponden;en. Windischgraz. 17. September 1886. Be-knntlich hat unser Reichsraths - Abgeordneter Herr Dr. Aufferer zu Ende v. M. seinen hie-hin Wühlern Rechenschaft« - Bericht erstattet, reicher, >oie bereits gemeldet, seitens der Letzteren ir.it ungetheiltem Beifalle aufgenommen wurde. t'!ii Herr traf am Abende des gleichen Tages hier rm und entpuppte sich als ZeitungS - Be-lllhterstatter. Dieser Herr scheint nun damali seine böse Laune gehabt zu haben und lägt lerselben in einem Feuilletonsartikel auf Kosten kr Wahrheit vollends die Zügel schießen, in-lern er das hiesige politische, sociale und cul-melle Leben in einer unerhörten Weise entstellt. schreibt dieser wunderliche Herr z. B.: „Die .uiggestreckte H a u p t st r a ß e. die zugleich hauptplatz der Stadt ist, ein f o r m e n-reiches Hügelland, dessen Wellen-zige nur hie und da von dem Steinplateau tWt TrottoirS angenehm unterbrochen werden". Wer unser freundliches Städtchen kennt, muß m beistimmen, baß dieses „formenreiche Hügel-I«»d" und ..dessen Wellenzüge" wohl nur in j in Fantasie eines übelwollende» Zeitungs-Cor-«Konventen existiren. Auch dem eben gegründeten I Zerichonerungsvereine für Stadt und Umgebung wird von b^m Herrn in feiner liebenswürdigen Äei'e lein günstiges Prognostikon in Bezug auf die Entfaltung feiner Thätigkeit gestrlll. da in dessen Leitung auch Herr Dr. Schutz „der ein-Mß-Dictator von Windischgraz" gewählt wurde. Sm, Dictator von Windifchgraz war Herr Dr. öluy n i e, was fchonjauS der Thatsache er-hellt, daß in der Statlvertretung von Windisch» I püj bis zu feiner Ernennung als Hauptpfarrer I w St. Mail in nur unadkängige Männer von I echt deutscher Gesinnung saßen und Dr. Schutz. I i'Hijtuat von der Nutzlosigkeit einer entgegen-I jejetzten Agitation, eine solche auch niemals bei I den Gemeindewahlen in Windiichgrnz in Scene I hie. Herr Dr. Schutz wurde in den Vere nS-I «»schich gezogen, weil die Thätigkeit des Ver« I riin sich eben auch auf die Umgebung von mHie er sagen: Das war ein hartes Stück libeit mit dieser zäien Bande. Gleich daraus ertönten auf der ganzen ilviie Trompetensignale „Da» ganze — Halt - Romm-tioeur!" Ein Adjuiant sprengt in «ller Karriere zum Hauptmau Kneifer: ..Haupt» »«».zur Riitt(!M daS war etwas Seltenes, ri, Hauplmann zur Kritik befohlen! Langsam il»rd« das sanfte Schlachtroß des Hauptmanns bai während des ganzen Spektakels süß ge-iiwll hatte, vorgeführt und bestiegen. Auf 166 schritt Entfernung konnt« der Hauptmann eS wgnt, mit einem kleinen Trab «ach dem Platze Kritik zu eile«. E» verging eine gut« Stunde, schweigtnd leg die Compagnie Kneifer im Grase, da sah MB langsam im hohen Schritt den Chef her« mmlen. Die Officiere gingen ihm entgegen und a einiger Entfernung von ver Compagnie ?-»ch der Hauptmann Nichts als die Worte: I Lch bin krank, Herr Lieutenant, über-tthmea Sie die Compagnie \" Sprach«'«, B-.nkte seinem Bedienten, und ritt langsam nach seinem Quartier. Seit dieser Zeit sieht man ihn mit einer Mmkn Brille und in Civilkleidern in den I tiknsie» Vierteln der GarnisonSsladt spazieren I jihen.-- „Neuest« Nachr." ..ermarks sogenannte slovenische Lesevereine (Citalnica) bestehen, die aber, genau besehen, nichts wem-her als bloße Lesevereine sind — daS zeigt schon ihre StellungSnahme in allen nationalen Fragen, mag dies nun in dieser oder jener Form geschehen — von welchen Vereinen die slovenische Wühl- und Minirarbeit langsam aber sicher betriebe» wird, ganz zu geschweige» von den vielen flovenifch - politischen Vereinen, ist eS doppelt geboten, daß von den deutschen Städten derartigen feindseligen Bestrebungen gegenüber ein starker Gegendruck ausgeübt wird, diesbezüglich kann allen unterfteirifche» deutschen Orten Cilli als Vorbild dienen, de^i e» vefitzt nicht nur einen deutschen Verein, der seinen Einfluß gegenüber sloverifchen Ueber« griffen jederzeit geltend macht, sondern es ist auch der Sitz deS untersttlrischen Fortschritt»-Vereines, de»e» bisherige Thätigkeit eS an Erfolgen nicht gefehlt hat. Einen ganz mcrkwür« digen Gegensatz zu Cilli bietet in dieser Be-ziehung Marburg, welchem als der größten Siabt des Unterlandes die führende Rolle in um Kampfe gegen unsere rückiichtSlofen perva-tischen Feiade hätte zufallen können. Abgesehen davon, daß unsere Stadt einen nationalen Brennpunkt noch gar nicht besitzt, ist hier die deutsch-nationale Bewegung überhaupt noch kaum zu bemerken, wodurch unsere sehr wach-samen und rührigen Gegner in ihrem nationa« len Eifer natürlich nur bestärkt werden. De«» halb ist es im Interesse der deutschen Sache mich darnach. Es ist ein Brief: „Geliebter Mann! Ich muß Sie sprechen. Grenzenlose Neigung läßt mich alle Scheu bei Seile setzen. Erwarten Sie mich heute Abend« um 8 Uhr am Stiegelmayer-Platz." — Ach. bachte ich und jauchzte in meinem Innern, ein Rendez« vouS. Diesen geliebten Mann werben wir uns a'sehen. Da« Couven mi: der Adresse fehlt. Wahrscheinlich hat der geliebt« Mann «S in b«r Zerstreuung eingesteckt und den Brief weg» geworfen. Alle« schon dagewesen! Gleichviel, ich talte meine Geschichte! Da war in der ganzen Welt k terlandes unbedingt erforderlich, daß in unserer Stadt in kürzester Zeit an die Durchführung einer nationalen Organisation, an die Grün-bürg eine» deutschen Vereines ge-schritten werde, wenn wir vor dem Vorwürfe, unsere nationale Pflicht versäumt zu haben, be wahrt werden wollen. Kleine Hhronik. sDas Denkmal unsereSgroßen LandSmanneSTegetthoff.i wird, wie w-r bereilS gemeldet, am 24. d. um 9 Uhr Vormittag in Wien in Anwesenheit deS Kai-serS enthüll«. Nach t>er En'hüllung des Monumente^ celebrirt am Fuße desselben Fürstbi-schos Ganglbauer das feierliche Tedeum. wo-raus die Difilirung der Truppen stattfindet. Seitens des Denkmal-Comit^S sind Einladun-gen an officielle Persönlichkeiten und an sämmt-liche Behörden und Aemter, a» alle Hauptstädte der im ReichSrathe vertretenen Kronländer, an die Stadt Budapest und alle jene Städte, deren Ehrenbürger Tegetthoff gewesen, ergangen. Seilen« unsere: Kriegsmarine wurde vom Ma» rine-Comando allen Seeofficiren und Marine-Beamten, so weit dies die Dienstesverhältnisse nur irgendwie gestatten, zum Erscheinen bei der Enthüllung ein kurzer Urlaub ertheilt. Außer-dem werden von Seiten der Marine noch alle jene Mannschaften, die unter Tegetthoff an dem Gesechle bei Helgoland, sowie an der See-schlachl bei Liffa theigenommm und zur Zeit noch im activen Dienst« sich befinden, zur Ent-hüllungSfeicrlichkeit commandirt werden. DaS OffizierScorps der Marine wird am Tage der Enthüllung «inen prachtvollen Lorbeerkranz, mit der Jntchrift: „Die dankbare Marine — ihrem unvergeßlichen Helden" auf den roth-weiß rothen Schleifen, am Sockel deS Monumentes »iederle-gen: eben so hat die Vaterstadt Tegetthoff'S, Marburg, ein«n Kranz zu d«mselben Zwecke ge-spendet. sJ u st i n u S K e r n e r.] In der classischen Stadt der „Weibertreu", in Weinsberg, ist am 18. d. der Säculärtag der Geburt des Dichters Justinus Kerner feierlichst begangen worden. IDer G e s e tz e s v o r s ch l a g über die Berg steigeret,) welchen die „Oester-reichisch« Touristenzeitung" veröffentlicht hat, giebt der „Neuen Züricher Zig." zu folgender Reminiszenz Anlaß: Di« alt« Berner Rtgierung — sie war durchaus nicht schlechter als andere Regierungen und handelte eben nur im Geist ihrer Zeit — verbot in einer Anwandlung väterlicher Laune das Tabakrauchen und das Tragen von seidenen Strümpfen, und ungefähr im nämlichen Jahre erließ sie eine schwere „K-utsche Wacht." Strafandrohung gegen das Besteigen des Eiger, des Mönch, d«S Finsteraarhorn« und anderer „EiSgebürge". Etliche Jünglinge au« Grindel-wald hatten nämlich wiederholt den Versuch gemacht, einzeln« dieser Bergspitzen zu erklimmen, wofür sie dann freilich bei schmalster Kost und kräftigsten Ermahnungen vier Wochen einge-thürmt wurden. An Gründen, in dieser Weise einzuschreiten, fehlte e« nicht. Erstlich war der vorgeschriebene Besuch der Kirche bei dem ge-wagten Unternehmen wiederholt versäumt wor-den; zweitens zeigte sich offenbar in dem Be-streben solche Bergspitzen zu erklimmen (aus lenen gar niduS zu suchen ist und am wenigsten für einen „tölpischen Sennen"), das Bestreben, aus die übrige Welt herunterzusehen und der Weltordnung zu trotzen; dritten« lag die Ge-fahr nahe, daß bei so kühnen Wagnissen, wenn sie gleichsam zu einer Nachtbubensucht ausarten würden. ^Viele „«fallen" könnten. Einer derartigen Verschleuderung von Unlerthanlebn durften aber Meine Gnädigen Herren nicht ruhig zusehen und zwar um so weniger, als die Bevölkerung in der Gegend von Grindel-wald und in einigen anderen Thälern des Oberlandes, die sonst sehr wohlgewachsene Re-kruten gestellt hatten, seit einem Menschenalter so zurückgegangen war, daß die Completirung der Oberländercompagnien der in fremden Diensten stehenden BernerRegimenter die größten Schwierigkeiten bot. Wir lächeln über derartige altväterlichen Begebenheiten; wir lassen uns am Rauchen und Biertrinken nicht verkürzen und wenn der Staat die seidenen Strümpfe ver-bieten wollte, dann kämen sie erst recht in die Mod«. Und da« Bergsteigen — nur gemach. Die Berner Regierung hat sich wohl mit Tabak und seidenen Strümpfen, nicht aber mit dem Bergsteigen besaßt. Aber sie hätte eS sicherlich aus allwissender Vorsorglichkeit gethan, wenn dasselbe damals Mode gewesen wäre. sWie der Zar in seiner Heimat reiste In dem Krakauer „CzaS" finden wir einen interessanten Bericht, wie der von seinem Volke „vielgeliebte" Zar reist. Das genannte Blatt berichtet: „Der Zar ist am 7. Septem« ber in Wisolo-LitewSkie eingetroffen. Am Vor-abend seiner Ankunft wurde in der Warschauer Zitadelle in aller Stille »och ein Individuum, wahrscheinlich ein Nihilist, gehenkt. Läng« der ganzen Eisenbahnlinie, die der Zar passirte. wurden, wie dies bei jeder Reis« des Zar« zu geschehen pfleg», Soldaten ausgestellt. Während der Fahrt des Zuges wenden sich die Soldaten schußbereit von demselben ab und sie haben den strengsten Austrag, aus Jeden zu schießen, der trotz dreimaliger Aufforderung sich dem Eisenbahndamme nähert. Der Hoszug besteht au« drei besonderen Zügen, von welchen einer Locken und einer vielversprechenden Nase, der oft zu Aktstudien beigezogen wird, hat mir ver» sichert, daß eine Umarmung unter dem Haus-thore das Genußreichste sei, was in diesem Genre überhaupt empfunden werden kann. Nach Durchquerung verschiedener Straßen gelange ich endlich auf die Briennerstraße und von da auf den Sliegelmayerplatz. „Doch wo die Spur, die auS der Menge, der Völker fluchendem Gedränge." finden? Hunderte von Freibilletisten umstehen den Löwenbräugarten. Welcher ist der geliebt« Mann ?" Da gewahre ich einen eleganten Herrn. Er geht ungeduldig auf und nieder. Er richtet sich wiederholt die Cruvatte, putzt seinen Zwicker und giebt sich den Anschein, als studier« er die Zettel auf der Anschlagsäule. Dieser ist'S, sagt mir mein Reporter - Instinkt. Er wartet aus das weiblich« X. Ich auch; vielleicht mit noch größerer Ungeduld. Jede« Haar, an dem ich den Witz herdeijiehe. ist auf meinem Hauple gtspanu,. Wieder ein kleines Geheimniß von München, dem ich auf die Spur kommen soll. Aufgepaßt! Jetzt tritt plötzlich auS der Dechauerstraß« eine ziemlich robuste Männergestalt und legt dem „geliebten Manne", der nach dem Löwenkeller zu späh», die Hand von rückwär»« so gewallig aus die Schulter, al« wollte er ihn taxfrei zum Ritter schlagen. Di?-ser dreht sich um und erblickt zu seinem Ent-setzen seinen Schneider, dem er seit Wochen mit Glück auszuweichen wußte. Der erboste Schneider, der im gewöhnlichen Leben ein sehr sanster und witziger Herr sein soll, spielt sich jetzt aus den Abgeordneten hinaus, er nimmt sich kein Blatt vor den Mund und scyreit: „Ich habe Ihnen geschrieben, daß ich jede Scheu bei Stile seyen werde. Seit drei Wochen lause ich Ihnen nach. Nie sind Sie zu Hause. Nirgends zu treffen. Immer verreist. Jetzt wollen wir miteinander ins Reine kommen." — Die Musik im Garten verstummt. Der elegante Herr, welcher bemerk», daß die Vorübergehenden auf-merksam werden, nimmt da« schreiende X. unter den Arm und führt es mit b«fchwichtige»den Worten, die ich trotz meines feinen Gehör« nicht mehr entziffern konnte, aus meiner Nähe. — Sollt« irgend «in lokaler Thomas an der stritten Thatsächlichkeit de« Erzählten zweifeln, so bin ich gerne bereit, den Beweis der Wahr-heil anzutreten. Jedenfalls verdient der originell« Kleider» und Leutemacher die allgemeinste Aufmerksamkeit. Ich nehme keinen Anstand, ihn geradezu al« ein Seitenstück zu dem berühmten Han« SachS zu erklären. Den „geliebten Männern" aber rathe ich. vorsichtig zu sein, namentlich wenn sie kein rei-»e« Gewisse» und keine» ditto Schneiderconto haben. S. P. 188-? für den Zar. der zweite für das Gepäck nnb der dritte für di« Arbeiter, die bei einem eventuellen Unfälle sofort die Beschädigung;a repariren hätten, bestimmt ist. Niemand in welchem dieser Züge der Zar sich befind,»: eS heißt sogar, daß der Zar während der Reüe von einem Zuge in den anderen umsteig». Et ist noch zu bemerken, daß der strengste Aujtug ergangen ist, daß auf allen Stationen, die der kaiserlich« Zug passirt, nicht nur di« Feick» der Bahnhof« geschloss«», sondern, daß auch die Rouleaux herabgelassen fein müssen. sG r o b.) Ein Raucher: „Erlauben Sie. meine Gnädige, daß ich eine Zigarette rauchet — Die Duine (briisk): „Weder eine Zigaietie. noch eine Zigarre." — Der Raucher: „Äl>! Ich versteh« . . . gnädig« Frau sind an di« Pfeife gewöhnt . . ." [E i n kl«in « r Philosoph.) La in (zu seinem Söhnchen, das zum ersten Male in der Schule war): „Nun, Fritz, wie hat Tii'i in der Schule gefallen?" — Fritz: „Du lieber Gott, 's ist Alles einerlei aus der Welt. 3« HauS krieg' ich Prügel und in der schale auch!" [F r ü h übt s i ch u. s. w.! Die klei« Else hat zum ersten Male bei ihrem neues Hauslehrer Unterricht. Ihr enlsällt ein Blei-stift, der junge Mann will es aufheben ua? kniet dabei. „Um Gotteswill.n !" ruft Else au4, „stehen Sie aus, wenn unS Jemand in dieser Stellung sähe." sD i« B r «t t« r.] Director: „Ja. ant konnten Sie denn bei solcher Talentlosigku Schauspieler werden— Schauspieler: ,üi blieb mir bei meiner großen Liebe zu de» Brettern nichts Anderes übrig." — Direclvr-„O. doch, Tischler hätten Sie werden sollen.' Hrganisations-Statut für die Sicherheitswache der Stadtgemeind« Cilli. § 1. Bestimmung der Wache. Die SicherheitSwach« ist «in dem Bürger-meister und dem Stadtamie unlergeordrelet Institut, welches für die Aafrechthaltung D« öffentlichen Ordnung. Ruhe und Sicherheit zi sorgen, die Person und das Eigenthum zu schii-tzen und über die Befolgung der Gesetze inner-halb des ihm zukommende» Wirkungskreis ji wachen hat. Zugleich hat die SicherheitSwach« die städtischen Aemter, sowie die StaatSl»eIpii-den in ihren Amtshandlungen zu unterstilyni. über Bedürfnisse und Wünsche ver Bevölkerung, über bestehende Uebelftände Wahrnehmungen j» pflegen und zur Kenntnis ihrer Vorgesetzten u bringen. „ § 2. Stand der Wache. Der Personalstand der Wach« besteh» : 1 Wachtmeister, 1 Führer und 4 Wachmänner». § 3. Pension« Berichtigung. Der Wachtmeister, der Führer und Wachmänner, welche definitiv angestellt nn». sind pensionSberechtiget «ach den diesbezügliche, für die Diener ber k. k. Behörden bestehende» Normen. Einjährige tadellose Dienstleistung gibt dem Wachtmeister, dem Führer und den Wach-Männern Anspruch auf definitive Anslelliuiz. die Probezeit wird nicht eingerechnet. 4. AusnahmS-B dingungen. Zur Aufnahme al« Wachtmeister. Auhm oder Wachmann wird erfordert: 1. Die östnr-reichische Staatsbürgerschaft; 2. ein Aller x»?ti mindestens 24 und nicht mehr al« 40 Jahren: 3. vollkommene Gesundheit, rüstiger Körper!»» bei entsprechendem Aeußeren; 4. ei« in jeoer &• ziehung unbescholtener Lebenswandel; j. tfenni-nis der deutschen und slovenische» spracht bn letzterer deS üblichen Dialekts. beS Lesen». Zchni-benS unb Rechnens. VorzugSweis' ündn» be-rücksichtigung Bewerber mit besserer Schuld-dung, denen Localkenntnisse zu Gebote steh». § 5. Probe-Dienstleistung. Jeder Bewerber um bie Ausnahme al« Sicherheitswachmann hat sich einer halbjahrize» Probedienstzeit und Prüfung über den Ämit-unterricht zu unterziehen, »ach deren Ablauf :r, falls er sich als verwendbar zeigt, pro«» 1886 lon ch angestellt. im entgegengengesetzlen Fille ober entlassen wird. K 0. ErnennungSrecht. Di« Ernennung des Wachtmeisters und di« »lfi.iiiiv« Anstellung deS FühreiS und ver Wich-nünner steht dem Gemeinderathe zu. die Aus-»ahme zur Probedienstleistung und die provi-ssrische Anstellung aber dem Bürgermeister. § 7. Eid. Bei der Ausnahme leisten die Mitglieder Irr SicherheitSwache den sür die übrigen Ge-uiiitdebediensteten vorgelchrie'enen Eid. Z 8. Bezüge. Der Wachtmeister bezieht MO fl. Gehalt and bat Anspruch aus 2 Quinquenalzulagen fl., der Führer bezieht 480 fl. Gehal» *ttd tjai Anspruch auf 2 Ouinquenalzulagen i 50 fl.. die Wachmänner beziehe» 400 fl. und babrn Anipruch auf 2 Ouinquenalien it 40 fl. Für die Probezeit erhalten die Wachmänner I fl. per Tag. Sj 9. AmtSk!«idung. Sämmtliche Angestellte der Sicherheitswache haben im Dienste stets in Aintskleidung. Führer xn5 Wachmänner mit d> ni Ringkragen (Dienstliche n) welker außer Dienst unbedingi abge-ltgl werden muß, zu erscheinen. Sollte aus-«ahmSweise das Tragen von Civilkleidern an-geordnet werden, so sind die Betressenden mit nie: besondere» Legitimation zu verskhen. in t inlcher sich dies lben vei Vornahme von Amts« harivlniigen auszuwciien verpflichtet sind. ^ 10. Beischaffung der Moniur und Rüstung. Die Monlur und AuSrüstungsgegcnständ« Ai die Wachmänner, den Führer und den Wachtmeister werde.» von der Gemeinde beige» stell l § II. Bequanierung. Dem Wachtmeister wird eine Dienstwoh» innig angewiesen. Führer und Wachmann«! milden in der Regel in der Polizei-Nalural-Wohnung unlergebracht. Wachmänner, welche mchi in dieser Wohnung untergebracht werden, erhallen ein Ouartiergeld von 5 fl pr. Monat, Führer von 0 st. pr. Monat. 8 12. Obliegenheiten. Die Obliegenheiten der Mitglied« der SicherheitSwache erg«b«ii sich theils aus dcr Mimmung vei selben im Allgemeinen, »heilS oi dem OrganisationS'Ctatnte und der Dienst» Histruclion im Besonderen. Die Wachinanncr werden überhaupt zu allen Ticnstleistuiigen, welche einem SicherheitS-Or-Jane obliegen, verwendet. Sie müssen sich stets die Bestimmungen des Gesetzes vor Augen hal-l». ruhix, taktvoll, höflich, jedoch entschieden mV'est einschr«»Ien. Nüchternheil, Unbestechlich-Weil, Unparteilichkeit, strenge Gtrechtigkeits-liebe sind unerläßliche Eigenschaften fämaitlicher Mitglieder der Sicherheitswache. $ 13. Besondere Pflichten und Wirkungskreis de» Führ«rS. Der Führer muß im Dienste vollkommen «jähren sei», um die Mannschaft entsprechend sichren zu können. Es obliegt ihm di« Leitung fo* Dienstes auf dem Wachzimmer. die Jnspi-tiunj und Controllirung der übrigen Dienstes-Obliegenheiten der Wachmänner. Er ha» alle disonvere» Auflräge zu vollziehen, welche ihm de» Vorgesetzten ertheilt werden, im Uebri-i?n den Dienst wie die Wachmänner zu ver-sehen. § 14. WirkungSkr«iS des Wachtmeisters. Der Wachtmeister hat nach Weisung d«S öladlamles dir zur Ausführung drS Dienste« kaiserlichen Anordnungen zu tr«ff«n, die Mannschaft sowohl zu den gewöhnlichen, täg-licht", alS etwa nöthigen außergewöhnlich«» Dienste, zu commandire». rücksichlich deS ge-smiillei PolizeidiensteS die Control« zu üben iilid ivahrgenommene Uedelstände, die er nicht ieldfl abstellen kau,«, zur Kenntnis deS Bürger-mifler« und Vorstande« zu bringen. Er hat )>i Verpflichtung die unterstehende Mannschaft m allen Dienstpflichten zu unterrichten und die-selbe für Den Sicherheitsdienst vollkommen ausbilden. Er hat sich mit den Eigenschaften und ^higkeilen seiner Untergebenen bekannt zu »achen und die Standes- und Conduitlisten zu frören, für d«n Fell der Verhinderung deS „Deutsche Wacht." Wachtmeister« bestimmt das Stadtamt dessen Stellvertreter, jedoch hat dasselbe sofort dem G.meinderathe hierüber Anzeige zu erstatten. § 15. Gesetzlich-r Schutz. Alle Mitglieder der SicherheitSwache ge-n eßen in Ausübung ihres Dienstes den ge-setzliche» Schutz, welcher behördlichen Personen und Miliiärwachen zukommt. Jedermann, ohne Unterschied des Stands, somit auch da« Militär — ist verpflichtet, unbeschadet nachträglicher Beschwerden, d«n von Seite der Wachorgane im Dienste ergangen«» Aufforderung«» und Anordnungen nachzukommen. § 10. Anerkennung besonderer Leistungen. Dies« bestehen i» Belobungen mit over ohne Ausfertigung eines DecreteS und in Geld-belohnungen. 8 17. Strafen. Dies« bestellen: 1. in mündlicher Rüge; 2. schriftlichem Verweise; 3, Entlassung. Eine mündlich« Rüge kann der Wacht-meister und zwar bei kleineren Unachisamkeite» oder Nachlässigkeiten im Dienste. Vorschrift»-widriger Adjustirung, bei Trunkenheit außer Dienst ertheilen, den schristlichen Verweis er-theilt der Bürgermeister, wenn eine mündliche Rüge fruchtlos geblieben; gegen die mündliche Rüge sindel keine Berufung statt. Die Stras« d«r Entlassung kann ausgesprochen werden: 1. Beim ersten Trunkeuheitsfalle im Dienst« und bei öfterer Trunkenheit außer Dienst. 2. Ungehorsam gegen die Befehle d«r Vor-gesetzlen. 3. Bei wiederholter Vernachlässigung und Verletzung der Dienstpflichten »ich vorausgegangener gelinder Disziplinarbehaiidlung. 4. Bei wiederholt an den Tag gelegtem Manq?l an Thalkraft, Verläßlichkeit, Ent-schlossenheit. 5. Bei Geschenkannahme in Ämtssachen, überhaupt bei Bestechlichkeit und Parteilichkeit. 0. Wenn sich ein Mitglied der Wache eine« Verbrechens, Vergehens, einer Ueber-tretung od«r einer sonstigen, das Ansehen der Körperschaft compromittirenden Handlungsweise schulvig macht. 7. Bei Verletzung des Amtsgeheimnisse«. 8. Wenn der Führer oder ein Wachmann ohne Bewilligung des GemeinderatheS sich ver-ehelicht. Die Entlassung der provisorisch aufqe-nommtnen Wachmänner spricht der Bürger-meister auS und steht dagegen die Berufung an den Gem«ind«rath offen; die Entlassung der definitiv angestellten Wachmänner, des Führer« und de« Wachlmeisters erfolgt durch den Ge-meinderath. § 18. Freie Zeit und Uilaub. Die Mitglieder der Wache haben nur auf so viele freie Zeit Anspruch, als sie zu ihrer körperliche» Erholung dringend benothigen. I« besonder.n Fällen können auch Dienstleistungen in erhöhtem Maße beanspruch» werden. Urlaube ertheilt bis zu 8 Tagen der Bürger-meister, längere der Gemeinderalh. § 19. Verehelichung. Die BewiUig'iug zur Verehelichung für den Führer und für die Wachmänner ertheilt der GemeinSerath, jedoch nur als Ausnahmsfälle. 8 20. Nebenbeschäftigungen. Den Mitglieder» der SicherheitSwache ist keine wie immer geartete Nebenbeschäftigung gestattet. H 21. Austritt auS der Wache und Pensionirung. Wenn die Führer oder die Wachmänner auS der Sicherheitswache austreien wollen, haben sie dies dem Bürgermeister anzuzeigen und noch durch einen Monat Dienst zu leisten. Der Wachtmeister hat halbjährig den Dienst zu künden; durch den freiwilligen Austritt erlischt di« Pensionsberechtigung. Die Pensionirung erfolgt entireder von amiSwegen oder über hinlänglich begründete« Einschreiten. E« gelten für die Pensionirung die gleichen Vorschriften, wie für die Diener der k. k. Behörden. d Locates und Arovinciales. öilli, 23. September. sDie neue Vertretung des Be-z i r k e s Cilli.] Wir bringen in Folgendem die Liste der neuen BezirkSvertrelung, wie sie sie sich aus den am 15., 10. und 17. d. M. stattgehabten Wahlen ergeben hat: E« wählten: Gruppe I des große» Grundbesitzes, die Herren: Dr. Eduiund Langer. Moritz Sajovitz, Br. Hackelberg, Dr. Glantfchnigg, G. Skoberne. Joses L«nko, Dr. Joh. Sajov'tz. Jakob Je» schounig, Franz Zo»»l, Gustav Stiger. Gruppe II, Höchstdesteuert« des Handel«, Industrie, die Herren: Carl Mathe«, Julius Pogatschnig, Dr. Schurbi, Ludwig Schütz, Franz Zangger, Carl Pospichal, Joses Rakusch. Rudolf Willner, Anton Fersen. Carl Jellek. Gruppe III, der Städte und Märkte, die Herren: Dr. Josef Neckermann, Josef Negry, Adolf Mareck. Franz Kartin. Dr. Jof. Sernec, Mathias Kaneic, Johann Kleinschrott, Alois Walland, I. /.igan, Lorenz Bas. Gruppe IV, der Landgemeinven, die Herren, Michael Bracic. Konrad Wajsitich, Jof. LipuSl Ritler von Berks. Norbert Zanier, Micha«, Bizjak. Carl Schuscha. Joh. Hausenbichler Michael Vosnjak, Dr. Gregorec. Die Wahl des Obmannes, des Obmann-Stellvertreters, und des auS sechs Mitgliedern bestehend'» BezirkS-AuSschusseS findet Mittwoch den 20. d., 10 Uhr Vormittags, im Gemeinde-rathSjaale statt. __ sP e r s o » a l ii a ch r i ch t e n.j Der Reichs -ralhSabgeordnete Herr Dr. Foregger ist vorge-stern in Cilli angekommen und hat unsere Stadt gestern Abends wieder verlassen. — Dem Bür-gerschullehrer in RadkerSburg Herrn Anton Paul wurde die an der LaudeSbürgerschule in Cilli erledigte Lehrstelle für Freihand- und geometrisches Zeichnen verliehen. AIS Religions-lehrer am Unlergymnasinm in Cilli wurde der hochw. Herr F. M a j c e n bestellt. — Der Gerichlsadjunct bei dem LandeSgerichte in Lai-dach, Dr. Jakob K a v v i 6, wurde zum Staats-anwaltSsubstituten in Laibach, der Bauad-junct Fri-drich P e r n i t s ch zum Ingenieur für den SlaalSbauvienst i» Steiermark. ferner Dr. Heinrich Lenk aus Graz, AmanuensiS der Hofbibliothek in Wien, zum Scriptor an diefer Bibliothek ernannt. — Der Lanves-Schulinspector Dr. Z i n d l e r ist am 20 d. M. in Cilli angekommen uuv »m nächsten Tage nach Laibach abgereist. — In Obdach ist der Eisengewerke und Grundbesitzer, Herr Ernest Sabathy, in einem Alter von 00 Jahren, in Gastein der ehemalige Finanzrath in Laibach, Herr Thomas Bartusche k gestorben. sZ n in Ehrenbürgers deS Markte« Fraßlau wurde Herr k. k. Bezirksrichter Carl Tartnik in Franz ernannt. sVermögensgebahrung d «r B «° z i r k S v e r t r«t u n g « n.j In Folge deS Er-suchenS der statistischen Centralcommission um Nachweisuilgen der Bezirksoertretung^n über die Vermögensgebahrung sind die BezirksauS-schüsse vom LandeSausschusse angewiesen wor-den, die geforderten Aus weise pro 1884 und 1885 der statistischen Centtalcommission mitzu-theilen. sTrisailerKohlenwerksgesell-s ch a s t.] Einem Gerücht zufolge soll die Südbahn mit der Trifailer Kohlen werksgelell-schast in Verhandlungen stehen behufs Ankauf des Werkes Trifail. sDie slovenische» Abgeordne-t e n] waren neulich, als sie die bereits erwähnte „Einigung" bezüglich ihres Vorgehens gegen »ie Regierung erzielten, nicht wie wir meldeten, zu '/«, sondern zu einem halben Dutzend ver-sammelt. „SlovenSki Narod" thut über unsere fehlerhafte Meldung s«hr entrüstet, wobei wir erfahren, daß die Herren Poklukar, Klun, Gregorec, Vosnjak, Schuklje und Nabergvj es waren, welche den staatserschütternden Bund zum Sturze des Ministeriums schloße», wen» — ihre» Wüniche» nichl Rechnung getragen wird. Die Regierung dürste namentlich vor dem entschiedenen Vorgehen deS k. k. Professors k Schukle, und dem Erfindungsgeiste de» Herrn Nabergoj sehr in Sorgen sein; »or Herrn Klun zitiert namentlich der Finanzminister. und vor dem parlamentarischen Wazenthürzumacher (Schluß der Debatte!) Herrn Dr. Poklukar, das ganze Parlament. Die Thätigkeit de« Herrn Micha bereitet de? tschechischen Excellenz große Fatalitäten, und der kleine Herr Gregor« hat e» auf den Unterrichtsminister abgesehen. Daß dieser Bund ein furchtbarer ist. daran wird wohl Niemand zweifeln. sStip«ndium.] Im Studienjahre 1886/87 wird an der Bergakademie in Leonen ein Franz-Joseph'Goldstivendium im JahreSdeirage von dreihundert Gulden in Gold zur Verleihung gelangen. [9u( b e 111 BereinSlebe«! Iu der AuSfchußsitzung de» untersteirischc» Fortschritt«-vereine« vom 21. d. M. wurde über Anregung des ObmanneS. Dr. Glantschnigg. der von Dr. Foregger gestellte Antrag einstimmig angenom-n,en: „Der'untersteirische FortschrittSverein zollt dem Herausgeber der „Deutschen Wacht" für die ^uneigennützige und aufopfernde Thätigkeit zur Förderung der Zwecke de» genannten Ber-eines Dank und Anerkennung, indem er unter Einem conftatirt. daß die „Deutsche Wacht" jetzt wie früher aus dem Standpunkte des Pro-arammeS de» uni«rst«irischen Fortschrittvereines stehe, auf Grundlage dessen di« Wahlen in Untersteiermark vorgenommen wurden. — g. sN a ch ah menSwerthe Beispiele.] Einer der unermüdlichsten Agitatoren deS deut» scheu SchulvereineS ist unstreitig unser per-ehrter Mitbürger Herr Eduard Skolaut, der. wo er geht und steht, immer nur darauf be-dacht ist. sich keine Gelegenheit, dem Schulver-»iu neue Mittel zuzuführen, entwischen zu lassen. Sobald di« Stimmung in dem Kreise, auf welchen er e» abgesehen hat, sich zu heben beginnt, dann legt sich Herr Skolaut auf die Lauer, plötzlich fällt ein Stichwort, ehe man sich'« versieht hat er den Vrei»S-Vicecassier hervorgekehrt, di« Sammelbüchse macht di« Runde und — wer könnt.' seiner jovialen Be-»edfamkeit widerstehen! Dieser Tage erst hat er bei Faninger einer lustige» Tischgesellschaft den Betrag von 3 fl. 80 kr. für de» Schulverein abgenommen, und freut sich dessen nicht weniger als wir, die wir hiemit sein Beispiel zu eifriger Nachahmung empfehlen. — Herr Skolaut entwickelt übrige»» im Wohlthun eine gewiße Vielseitigkeit, denn die Besucher des genannt, n Gast-hause» mußten ihin auch in die Sparbüchse der bekannten Mariagegesellschast beim „Erzherzog Johann" das Sümmchen von 6 fl. legen. Der Inhalt dieser Sparbüchse, der «inmal zu Gunst«» des Schul-, «in zweitesmal de» Verschönerung»-vereine» geleert wurde, wird diesmal zur Be-kltidnng armer Schulkinder dienen. [D i« Gemeindevertretung] von St. Georgen a. S. wählte iu die BezirkSver-tretung — zwei in Cilli domicilirende Leute. Man sieht an dieser Thatsache, wie ü! erflüßig es ist, derselben die gleicht Anzahl Vertreter zuzugestehen, wie der Stadt Cilli. sDer Thurm der CillierStadt-Pfarrkirche] wird soeben durch Herrn Ar-chitect Walter restaurirt. Sehr erfieulich wäre e», wenn sich die Arbeiten auch auf eine Her-stellung der Fa^ade erstrecken würden, welche — wohl nicht» weniger al» schön ist. [Die windischenLehrer von der bekanntenHl. KreuyerConserenz] geben noch immer keine Ruhe. Einer au» ihrer Mitte greift im . Slovenski Narod" die Herren Lehrer de» Mahrenberger und des Radkei»-burger Bezirke» an, fällt auch über den Direc-tor Nanner her. geberdet sich in allem aber wirklich so einfältig, daß wir e» nun ganz gut begreife»', wie der bekannte Beschluß zu Stande kommen konnte. Wenn die ganze Sorte der Probe, die der Oeffentlichkeit gegeben wird, entspricht, dann bedauern wir die armen Klei-nen, welche jenen Herren zur Erziehung über-mittelt sind. Doch lassen wir diesen windifchen Lehrer selbst spreche» ...... „Aber sehen wir uns jetzt die Schule an; dort beginnt man, (dem Kinde) schon frühe — bevor es noch seine Muttersprache kennt (!) die fremde — bei un» _ .Deutsche Wacht.' die deutsche Sprache, aufzudrängen. Was bc-wirkt die» im Herzen der Kinder? Zuerst einen gewisse,, un echte» Stolz (sie) ich würde sagen Hochmuth. So ein Kind bildet sich ein, schon etwa» mehr zu sein, wie seine Angehörigen, e» wird einseitig, beginnt seine Nächsten zu ver-achten, und weßivegen? Weil e» in der Schule einige deutsche Worte hörte, welche zu Hause nicht gebraucht werden; feine Bekannten beginnen ihm zu einfach zu sein, ich möchte sagen zu dumm (!); die« können wir ja tagtäglich dei dem erwachsenen weiblichen Geschichte beob> achten — ein paar deutsche Worte genügen, und aus dem Mädchen wird eine .Frajlic*". Au» solchen Kindern weroe» zuerst Wankel-müthige; zu dieiem Wankelmuth gesellt sich Verachtung, Verhöhnung seiner Angehörigen, Verschlagenheit, Egoismu», Hartherzigkeit, Aus-geblasenheit, Schadenfreud?, Verrath und »och andere Eigenschaften." Leuten mit solcher Logik ist die Erziehung von Theilen unsere« noch un-verdorbenen braven Landvolkes anvertraut! [A » » Sauerbrunn] wird un» berich-tet, d.rß der steierm. LandeSauSschuß den Pacht-vertrag mit dem bisherigen Pächter der dortigen zweiten landschaftlichen Restauration unter den bisherigen Bedingungen aus weitere drei Jahre mit dem Zusatz« erneuert hat, daß der Landes-ausschuß auch vor Ablauf dieser Zeit den Pacht kündigen kann. Die auf 2902 fl. 99 lr. veran-schlagten Kosten für Herstellungen bei der neu erworbenen Realität „z> r So»»«" in Sauer-bru»n sind in den Präliminarantrag für 1887 eingestellt worden. sDi« n«ueVertr«tu ngd«»Br-z i r k e S Markt T ü f f « r.s B i den am 15., 16., 17. und 18. September d. I. staltgehab-ten Wahlen in di« BtzirkSvkrtretung Tüffer wurd'n gewählt: a) au» der Gruppe de» Groß-gcundbesltzes I. Herr Ferdinand R o S. 2. Tri-satter KohlenwkrkS - iÄesellschaft, 3. Südvahn-Gesellschaft. 4. Herr Thcodor G u » k«l, 5. Herr Graf Vetter v. d. Lilie, 6. Herr Andrä Schmidt, 7. Herr Joses D r o 1 z, 8. Herr Richard D i e r m a y r; l>) aus der Gruppe der Höchstbesteaerlen d«S Handel» und der In-dustrie: I. Fabrick chem. Produkte, 2. Herrn C. Uhlich's Erben, 3. Herr C. F. Bürger'» Glasjabrik, 4. Bruderlad« Oistro, 5. Bruderlade Trisail, 0. Brudtrlade Hrastnigg. 7. Herr Ednard G e i p e l, 8. Herr Anton Viteschnik; c) aus der Gruppe der Städte und Märkte: 1. Herr Conrad A m o n, 2. Herr Andrä E l »> b^a (her, 3, Herr Dr. Ernest S ch w a b. 4. Herr Adolf Weber. 5. Herr Paul B a st. 6. Herr Rudolf K h e r n. 7. Herr Johann P o n s ch e und 8. Herr Karl Valentin itsch; d) an» der Gruppe der Landgemeinden: 1. Herr Anton S « n i tz a. 2. Herr Franz G u t s ch «k, 3. Herr Franz P e k l a r, 4. Herr Johann L o g e r, 5. Herr Johann K o p a t s ch. 6. Herr Karl U n t e r b e r g « r. 7. Herr Fran, K a l -l a n und 8. Herr Georg H r a st n i k. sEine F«stvorst«llung) findet heut« Abends anläßlich der Eröffnung d«S dor-theit renovirttn Theaters in Marburg statt. Nach dem Trompeterauszuge au« „Di, Meistersinger". ausgeführt vou der Musikkapelle des 47. Infanterieregimente» Frh. v. Beck. Nr. 47 wird von einer Dame ein Prolog vorge-tragen. Hierauf folgt «in« Dilettantenvorstellung von „Regen und Sonnenschein" und „Wie denken Sie über Rußland". D«r Rnn«rtrag der Vor-ftellun.i ist für den Theaterfond bestimmt. sW i ck e n b ur g - M o u u m e n !.] Die für Gleiche nberg bestimmte überlebensgroße Statue de» Grafen Constantin Wickenburg. Gründer» de» Curortes v leichenberg, wurde vom Bildhauer Anton Schmidgruber i» Laaser Marmor ausgeführt und vorgestern im Vestibüle de» Wi.ner Künstlerhause» aufgestellt. sN e u e « Postamt.] Mit October 1886 tritt »» der Ortschaft U »t e r-P ukla an der Localbuh» Spielseld-RadkerSburg ein Postamt », Wirksamkeit welches sich mit oem Brief- und Fahrpoltdicnste dann mit dem Post-Sparcas-sendienste zu besassen und feine Verbindung durch taglich viermalige Botengänge zwischen dem Postamte Unter-Purkla und der Bahn-station Purkla zu unterhalten hat. — Mit dem 1886 gleichen Zeitpunkte werden di« Postbotensahlvii. welche bisher zwischen Gleisdorf und 'IHuted verkehrten, au' die kürzere Strecke Gleichender^ Unt^r-Purk'a verlegt. sZ w e i n « u« H e i l i q «.] Auf dem Chon d«r Kirche zu Keukirchen des,»d,.> sich jivn neue Bilder — Heiligenbilder — von welch»! da» eine die Aufschrift trägt: „Anton Majer. Klu^ar", da» ander«: „Dr. Leopold Gregor«, Canonicu»". — Wer mit den Heiligen der kattzo-lifchen Kirche auf vertrautem Fuße steht, ver dürfte der Ansicht sein, daß das erste ein 'öile-ni« Anion» von Padua, letztere» eine Darstell »z des heilige» Leopold sei; wer sich aber jen-r Vertraulichkeit nicht erfreut, der wird unfehl-bar zu dem Glauben verleitet, daß die Herr» Gregorec und Majer in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen worden seien, wa« Hoch den Thatsachen — vorläufig wenigstens — nicht entspricht. [D e r K a n z e l s ch l ü s s e l.j Die Gläubige» harre» de« Priester«, b.r ihnen da« Äon Gölte« verkünden soll, der Priester selber hu bereit» Chorhemd und Stola angelegt, und will sich eben auf die Kanzel begeben, al» er plbtz» lich die unliebsame Entdeckung macht, daß tt den Schlüssel zur Kanzel nicht be, sich habe. „Tu, Minder denn ich," wendet er sich jo» Kirchendiener, „durch>egle die Lüfte, eil- z« Pfarrersköchin und schaffe den Schlüssel herbei!' Natürlich wurden diese Worte in melodische« Windisch gesprochen, und dir Kirchendiener trabte davon. Aber eS verging Minute ans Minute und er kam nicht wieder, denn die Kochn war unausfindbar, und als die Gläubigen jchoi fast eine Viertelstunde vergeblich gewartet hatt« und ungeduldig zu werden begannen, blieb di» Herrn Dr. Giegorec — denn kein Anderer wart — wohl nichl» übrig, alS auf den Aufstieg j»r Kanzel zu verzichten und sein« Predigt mit»» unter dem Volte vom Stapel zu lassen. [D i e Cholera] ist in den letzten Taza bereit» in L b e r l a > d a ch aufgetreten. A» I I. und am 13. d. sind Konrad I l k und Ütttal Hren an Choleraverdächtigen Symptomen ze-starben und die bacteriologifche Untersuch imz ha», wenigsten» tu de» ersten Falle al« unzweifelhaft ergeben, d?ß asiatische ChoUr« Die Todesursache war. — In Ungarn breitet sich;« Seuche gleichfalls au». Am 2i). d. ,ifl u Temesvar der erste Chol«rafall vvrzelc«' nun. ^Amerikanisch« R « b « n.] Der steier«. LandeSauSschuß hat bis Verfügung geiroffei. daß der vorhandene Vorrath an amerikaiiiich-» Reben in erster Linie zur Betheilung der Ä<»>-bau treibenden Bevölkerung Untersteiecinard verwendet werde und nur et» etwaiger Ueber-schuß anderweitig veräußert werden darf. sObstbau-Verei >,.] Die Jahre«» u fammlung de» umersteirischen Odstdau-Beieue« „Kronprinz Rudolph" findet heute it Pet^» statt. sZur Cholera -Prophylaxis.] Bei Choleragefahr kann man bekiniitlich i» Bezug auf die Beschaffenheit des zum Trml» benützten Wassers nicht vorsichtig genug fe:-. Unter allen Umständen empfehlenswert ist je» doch ein r«in«r, natürlich«! Sauerbrunn, ruie z. B. Mattoni'» Gi?ßhübler e» ist, welcher 'ich schon in wied«rholtei, Fällen, namentlich auch während der Cholera in Egypten al» ein pro-phylactische» Mittel vortrefflich bewährte und von Seite« der Aerzte in dieser Hinsicht de-sonder» geschützt wird, weil derselbe ver«ozi seine» Felsenuijprunge» und seine» bedeute»»« Kohleiisäuregehalte» von schädlichen üKitra» orga»i»me» absolut frei ist. Der Genuß ditM Wassers ist daher besten» anzuraihen. sD i e M a t> o n n a vom Rad » berg i u Kärnt« n,] über welche wir unlängst b«-richtet haben, befindet sich bereits unter £ch^ä und Riegel. Natürlich war e» ein Weib, da» sie Gratisvorstellungen gegeben hat. E» heißt -iLo-lina und ist in Bleiburg wohnhajt. Aber auch ein Pritfler soll in die Untersuchung einbezo-gen werden, denn wenn di« Wundererftici' nungen nicht von diesem begünstigt worden »> ren, hätten sie vitlletcht nicht den erwüiischic» Erfolg erzielt. 1886 [Die neueCchuyhütte ober dem Xxig l n o g I f t f d) e r] ist vor Kurzem durch )\t Section wßraiis" des baulichen und öfter-mch'ich,n Aipenvereines iljrcr baulichen Vol-iabuiig zugeführt und mit der erforderlichen Hirnichtunst versehen worden, so daß sie schon ;ai)i:i von Mojstran auS »«ich ven Thalabschluß des Kot bequem in fimf stunden. Als Baustelle wurde in 2200 flirt« Seehöhe eine ziemlich flache Kuppe an tau gegen t >e Erjovina sich absenkenden Grate M Begutiski verb gewählt, welcher Hochgipfel mt der l'rbanova Öpica und mit dem Zmir slrei Hochplateau das Uratathal th-ilweise ad» itlichi. Das die Hütte umgebende kleine Plateau liligl schon in der ersten Hälfte Juli schnei mi zu iein. zu welcher Zeit die an der -lidieiie des Triglav in einer Mulde gelegene bchichhuite des Touristenclubs noch zum gro- i» Theile im Schnee steckt. » » sD i e b st a h 1.] Am 17 d. M. wurde dem tarn Ziegelbrenner Steines in Meling be« dit»!Men Ära uz Pototsch „ ig um Mitter-nodjt au» desfeu Barak- ein Koffer sammt Uhr »nö Kleider entwendet. Dieses Diebstahls ver-tifyig erscheint der Bäckergeselle Anton M e-jliidh, und wurde derselbe durch die Gen-Urmeue zur Hast gebracht. Ocrichtssaat. V. Kchwvrgerichts-Session Verbandlung vom 2V. September. Borsißenker Hofrath H e i n r i ch e r, Staats-r-iralt Dr. G e r t s ch e r, Vertheidiger Dr. Higersp erger. Anton N o v a k, Knecht, an- :ud|t deS Verbrechens des Todtschlages, be-Mt» oadurch. vaß er am 1. Juli t. I. zu -!»» den Andreas S t e r n a r d mit einem hilMiigel derart über den Kopf geschlagen t'ii. »aß dieser an Gehirnlähmung sta"b, wurde, uchdem die Geschworenen die an sie gestellte gtlgt «ustiutmlg bejaht hatte», zur Strafe d^s jhwena Kerkers in ver Dauer von 2 Jahren, schorst durch I Fasttag in jedem Monate, lun rinjane Absperrung in dunkler Zelle und l«ifiing eines harten Lagers vom Mittag JU I. di» Mittag des 2. Juli verurtheil«. — )ciks Sprach. Grunvbesiser i» Lichtenegg, ugillazt des Verbrechens der schweren körper-ichri Beschädigung, begangen dadurch, daß er » lS. Juni in St. Lorenzen den Mariin 6ogme mit der Spitze eines Regenschirmes » bol rechtt Auge stach, was d«n Verlust des-!^ii zurFolge hatte, wurde, nachdem die Geschworenen die an sie gestellten Fragen ver-iai halten (8 gegen 4 Stimmen) von der Sollte sreige>prochen. « 1J Ldmann der Geschworenen sungirte !- :ndm Fällen Herr Gustav C o n r a d i. r a n d l e g u n g.j Dieses Verbrechens ograagi erscheint ter 39 Jahre alte verehe- Mchler Florian Skornsekaus Pod-dni?, Äezirk Schönstein. Am 1. Juli l. I. Illeiidt gegen I» Uhr bem-rkten die Eheleute tlailschvik, al« sie sich gerade zur Ruhe beg«-da ivollteii, in ihrem Zimmer einen Feuer-tynn und als sie zum Fenster hinaussahen, »: tn sie gewahr, daß das Strohdach ihrer an euieni EnDe in Flammen stehe. Da huitfichent) Wasser vorhanden war. gelang es den Eheleuten, cen Brand, welcher noch keine M Äuidehnung gewonnen hatte, ohne vaß ii» vihade entstanden wäre, zu unterdrücken, üc Verdacht der Eheleute Klanenik fiel sofort Wloriaa Skornsek, welcher mit ihnen in lnm guten Einverständnisse lebte. Der An- halte vor Gericht seine That auch so» lingestanden, indem er angab, daß er .Deutsche Wacht." am erwähnten Abende auf dem Heimwege vor der Harpfe der Eheleute Klanenik seine Pfeife mit einem Zündschwamme hab? anbrennen wollen, da -r aber etwas betrunken gewe'z' sei und er gerade an die zwischen seiner und der Ehegattin des Klantschnik bestehende Feind-schast gedacht habe, sei ihm der Gedanke ge-kommen, de» brennenden Zündschwamm in daS Strohdach der Harpfe zu stecken, welchem Ent-schluße er auch sofort die Ausführung habe folgen lasse». Wie bereits erwähnt, ward durch diese Tbat den Eheleute» Klantschnik glücklicher Weise kein nennenswerter Schaden zugefügt worden, und kam dies, sowie der Umstand, daß das Feuer nickt zur Nachtzeit aelegt wurde, dem Angeklagten Florian SkornZek gut zu Statte», indem über denselben nur eine schwere Kerkerstrase i» der Dauer von 8 Monate» ver-hängt wurde. >N o t h z u ch t.j Am 21. d. M. fand unter dem Vorsitze des L.-G.-R. Pesaric die Schwur-gerichisverhandlung gegen Veit Lenarcic, einem l 7-jährige» Knecht von Doropolje, wegen Ver-brechens der Nothzucht statt. Die Verhandlung wurde geheim durchgeführt. Nach dem Urtheile, welches öffentlich verkünde» wurde, habe Veit Lenarkik in zwei verschiedenen Malen an der :!'/,-jährigen Enkelin seines Diensthhern, Johann DoberSek, Namens Lucia DoberSek, unsittliche Attentate verübt und ist deshalb, nachdem die Geschwornen die an sie gestellte Schuldfrage bejaht haben, zur Strafe des schweren Ker-fers in der Dauer von 2 Jahren, verschärst durch einen Fastlag in jedem Monate, verurtheilt worden. — Die für den gleichen Tag anbe-räumte Schwurgerichtsverhandlung gegen Franz PristouSek weg-» Verbrechen« der Nothzucht und Blutschande wurde wegen Nichterscheinens der Angeklagten Anna PristouSek vertagt. Verhandlung vom 22. September. sT o d t s ch l a g. 1 Vorsitzender L.-G.-R. Wattes, Oeffentl. Ankläger StaatSanwalS ub-stitut Schwinger, Vertheidiger Dr. Hol-z i n fl e r (aus Graz). Der neunzehnjährige Jo-ses Kofis ac von Hudina hat au» 20. Juni I. I. in feindseliger Absicht dem Georg I r-schitz mehrere Messerstiche versetz», darunter eine» Stich in die linke Brusthälste, wodurch der Herzbeutel sowie auch die Arota durchschnitte» wurden, in Folge dessen Jrschitz an Herz-und Lung.nlähmuug starb. Die an die Ge-schworenen diesbezüglich auf Todschlag gestellte erste Hauptfrage wurde einstimmig bejaht, da-gegen die Nolhwehnrage einstimmig vernein». Sohi» fällte der Gerichtshof das Urtheil aus 3 Jahre schweren Kerkers ergänzt durch ein- maliges Fasten in jedem Monat. • * Die SchwurgerichlSverhandlung in dem Ehrenbeleidigungs - Processe Appath gegen EonstantinStraub entfällt, weil Appath von der Klage zurückgetreten ist. Magenfurt, 18. September. sEin Er-pressungsprozeß.j Der Agent G. Slanje, welcher vor mehrere» Jahre» sich mit mehre-ren hiesigen Kaufleuten in grobe Unsittlichkei-ten eingelassen, hinterher aber von seinen Opfer namhafte «vchweiggelder erpreßt hat. wurde heute vom Gerichtshöfe (Vorsitzender Landes-gerichtSrath Suppantschitsch) wegen Verbrechens der Erpressung und Unsittlichkeit nach § 129 lit. b Sl-G. zu drei Jahren schweren Kerker» verurtheit. Die Mitangeklagten sind wegen Ber-brechenS nach § 129 lit. b St.-G. zu schweren Kerkerftrafen in der Dauer von mehreren Mo» naten verurtheilt worden. Laib ach, 21. September. ^Reminiscenz an die Anastasius Grün-Feier.^ Das Bezirksgericht verurtheilte wegen BergehcnS gegen öffentliche Anstalten und Vorkehrungen anläßlich der Enthüllung des AnastasinS Grün-Denkmals den Gemeinderath Valentinöik und den ehemaligen Gemeinderath Dr. Derc mit Rücksicht aus ihre Uubescholtenbeit zu 10 fl. oder 48 Stunden Arrest, den Schreiber Zagor-an, weil schon abgestras», zu 15 fl. oder drei Tagen Arrest, sprach jedoch die Genannten von der Anklage der Wachebeleidigung und den Ge-meinderath Tavöar auch vom obigen Vergehen 7 wegen Mangels eines Beweises frei. Von beiden Theilen wurde die Berufung angemeldet. Merarilches. |D e u t f ch e Woche nschrift,) Organ für die gemeinsamen Interessen Oesterreichs und Deutschlands. Herausgegeben von Dr. Heinrich Friedjung. Inhalt von Nr. 38 vom 19. Sept. 1886. (Zweite Auflage; erste wurde coufiScirt.): Fürst BiSmarck und die bulgarische Politik. Von H. Fr. — Eine sinkende Größe. Vo» H. Fr. — Preßpagoden. (Zur Abwehr) von Konrad Azzel. — Die dänische Arbei-terpartei. Von K. H. — F e u i l l e t o n, deutsche und englische Lileralur im sechzehnten Jahrhun-oert. Von A. Brandl. und Literatur, Theater und Kunst: Zum Jubiläum Iu-stinuS Kerner«. Von Richard K r a l i k. — Reineke FuchS in niederösterreichischer Mundart. Von I. E. — Vom Jahrmarkt des L e b e »S. Ei» Feuilleton. Von G. Schw. — Webermädel. Von Otto Fuchs. (Fortsetzung). — Bücherschau. Hingesendet. An der Musikschule des Phil» harmonischen Vereines zu M a r -bürg wurde mit Beginn des neuen Schul-jähre« in den Lehrpla» auch Elavierunterricht aufgenommen und damit in der Entwicklung dieier Schule ein Schritt weiter gemacht. Dieser Umstind sowohl als auch der, daß in Folge des starken Besuches der Schule eine weitere Theilung der ©lassen erfolgen mußie erheischte die Berufung einer neuen Lehrkraft, wollte man die angestelteu Lehren nicht üdermässig belasten. Als solche wurde Herr Josef Armin Töpfer gewonnen, ein Virtuos, den die günstigen Zeug-msse eines Rubinstein. Ferd. Hiller, Hanslit:c. empfehlen, der sein Können sowohl auf mehreren Knnstreisen wie auch als Lehrer an verschi.de» nen Instituten erfolgreich erprobt. Neben dem Elaviei unterrichte wurde Herrn Töpfer auch der Gesang in den höheren Classen überwiesen während die übrige» Fächer unverkürzt de» frühere» erprobten Kräften erhalten bleiben. ordiuirt noch im Monate September jeden Sonntag in Cilli Hotel Koscher. 612 lliii llnui Ar. 14 mit WirthsoliifbMjcbäude, Garten und 2 Joch Grund. I Viertrlst.iinde von Cilli, »» der Graier Straue g«. legeu, ist iu verkaufen, event, tu verpachten. Näheres daselbst. 169— Für Gutsbesitzer Eine schürn Ihtffgfit/ttituti(echte Kife) «tu Jahr alt, ist billig icaofhar. Ausk. in der Adm. ''ÄS8 JflOSlÄpscl (ranco nur Bahn geliefert kaust TJnterfertijfter fortwährend. 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Die Möbel-Niederlage Graz, Franzensplatz Nr. 1 und 2 TlM-4-vlt teaa ■«klar- u4 IpeiM ~ ' AuwaU stehlt Ikr iMiMthealer, ~WtG aai^ttaraHarcB au Nasa- nad Klchenhola. Salon-Ktotea, Cred 8alw-8»nitu«a m 90 fl. aafwftrta, Seklaf-DlTW, Ottomane» ■■ " X(kilni|M tos Lud- «ad BUiMiiot H««haoktajig(Toll Eigenthum, Druck and Verlag von Johann Raknseh in Cilli Verantwortlicher Redacteur A. Ehrlich.