42. Jahrgang. EchrMtttuig: «-tha»Sgaffc Wr. S. CelcMm *r. «. tMimNia • m « So i«»t sirn; «nlttafrni< Ht £.un- K.i-r-T»>c ->»a 11—H B6t o«nn # "»WSr«« du,»»« K« fl'Urt» »'« B «»<«-»» Crrtirt •ItaM. ®<"fl Mb fla-ionta s».»jc . Btnvalwvgz ^athauSgass« Rr S kel,»»«« «r. ?l, Mtrartoa «N»g0 «'"ttintJJOI Estö tu Vtura ■ Wnullatrtt ...»»« v»!dl»tri« . . . . K « w ®«n«8Wl . ... K 1S-M M< «tut ant Kn(UBnn» W« {*nl ! TWvant'l» . . . . K f— MkTtdtiiMa . . k s — . . . . » » — . . K 13-— t»«(S flo«laiu nstfcta Ich M< 3»tJ<^eiJTen um Mrftltnra «ftiwB6nii$».W«tU««a üüBitiitm« dtnuHOxsli 8«Ucr, 1*4 im: e. hrtrilt at Der slawische Anstnrin gegen den Staat. In seiner programmatischen Regierungserklärung nahm Graf Elam-Martinic Stellung gegen die fla° wischen RcchtSverwahrungen. Er bezeichnete diese Programme als undurchführbar und stellte ihnen als Programm der Regierung den wirklichen. den er» probten, den kräftigen Staat entgegen. Das Pro-gramm der Regierung sei Oesterreich. Die Thronrede hat, so süh-te er aus, aus die notwendige Ein« heil de< Staates und die verläßliche Sicherung sei-ner Funktionen, aus die Achtung vor dem gefchichllich Gewordenen seine« Ausbaues, das im Verhältnis deS Staates zu den Ländern ihren Ausdruck findet und auf das Bedürfnis nach dcr freien nationalen und kulturellen Entwicklung gleichberechtigter Völker hin-gewiesen. Es ist die feste Ueberzeugung der Regierung, daß e n Versuch z,r abschließenden Ausgestaltung unserer verfassungsmäßigen Einrichtungen nur dann zum ersehnten Ziele führen kann, wenn er von vorne-herein nach diesen drei großen, unverrückbaren Richt-punkten des österreichischen StaatsgedankenS gleich-mäßig und richtig auSbalanziert ist. Während die beide» ersterwähnten bereits durch Vorhandenes klar gegeben sind, steht der drille als ein Ziel der Zu-kuift vor uns, das vielleicht nur ans neuen Wegen erreicht werden kann. Die Tschechen und Südslawen haben aus dieses Bekenntnis zum Staate und auf den Aufruf, sich zum Staate zu bekennen, in sehr offenherziger Weise re«giert. Der tschechische Jude Dr. StranSky gedachte iu pietätvoller Weife deS Hochverräters Dr. Kramarsch und seiner Genossen. Der Wortführer der Südslawen Dr. Korofchetz weihte ebenfalls warmherziges Mitgefühl den un-gezählten Brüdern, die als Märtyrer wegen des Be- Aas Einkochen von Höst oöne Zucker. Mit selbst« probten Rezepten von Greta Warncyer. Gar nicht früh genug kann die Hausfrau in diese« Jahre an das Einmachen denken. Schon wenn die ersten unreifen Stachelbeeren erscheinen, wird sie mit dem so notwendigen Obsteinkochen beginnen müssen. Deshalb geben wir mit dem heutigen Ar-tikel recht frühzeiiig folgenden Anweisungen, die wir in der .Wiener Hausfrau" (H. 34) zusammengestellt finden, Raum. Zu, das Obsteinkochen geht auch ohne Zucker und auf fo verschiedene Arten, daß keine Hausfrau fürchten muß, infolge des ZuckermangelS mit leeren Töpfen und Gläsern in den Winter gehen zu müf-fen. Diese oder jeue mißtrauisch gewordene Leserin — denn nicht alle hier und da gehörten Kriegs-rezepte bewähren sich hinterher — denkt wohl im stillen bei sich: schreiben läßt sich auch allerlei. Aber in diesem Fall darf ich doch mit einigem Recht bitten, alleS Mißtrauen beiseite zu lassen, denn ich könnte den Leserinnen unseres lieben B!at« teS in der Tat noch ohne jeden Zucker Eingemachtes vom vorigen Sommer vorsetzen, das sich tadellos gehalten hat. Zur Regel macht man sich bei diesem Versah-fahren, die peinlichste Sauberkeit zu befolgen. Alle kenntnisses ihrer nationalen Ueberzeugung durch Un-recht in den Kerker mußten, in erster Linie den Genossen Grafenamr, von dem Dr. Koroschetz riofft, daß sich ihm bald die Pforten des Kerkers öffnen, „damit er zu uns komme, um fein verlassenes (!) Kärntnervolk zu verteidigen." Der Redner der Südslawen wandt? sich in lei-denfchafllicher Weise gegen die Ausführungen der Thronrede und des Ministerpräsidenten. Das Oester» reichcrtum dcSseloen sei daS Deutfchlnm „Die bö-seste KrebSwunde ist die deutsche Bureaukratie. Daher weg mit dem deutschen Beamtentum I" In der Regierungserklärung und dcr Thron-rede hören wir nur von deutschen Belangen. Die Südslawen aber wollen in der Monarchie unter österreichischem Szepter freiheitlich vereint fein. Der Redner, der bekannllich Geistlicher ist, ver-stieg sich ganz im Geiste seines Genossen Dr. Krek zu dem Schlager, daß. wen» die Slowenensorderung nach Ausrichtung eine» südslawischen Staates Hoch« verrat sei, es zu wenig Galgen gäbe, um alle Hoch-verräier zu hängen. Im Laufe feiner Rede, die von dcr alten füd-slawisch - panslawistischen Zcrfctzungspoliiik diktiert war, mußte Abg. Korosec vom slowenischen Vize-Präsidenten Pogacnik unter anderen wegen belcidi-gender Aeußerungen gegen den OffizierSstand zur Ordnung gerufen werden. Abg. Marckhl trat der Hetzrede des untersteiri-scheu FriedenspriesterS mit treffenden Ausführungen entgegen, die wir an anderer Stelle wiedergeben. Und Abg. Neuuteufel bemeikie sehr richtig: Der Haß, mit dem der Herr Abg. Korosec die deutschen Offiziere anfiel, ist ungerecht und kann diese nicht berühren, aber er hat den Priesterrock, den Rock des Friedens und der Nächstenliebe, den er trägt, beschmutzt." Wie aus den bisherigen Verhandlungen deS zur Verwendung kommenden Flaschen und Gläser müssen so lange mit heißem Wasser gespült werden, bis sie, wenn man sie gegen das Licht hält, ganz klar sind, dann werden sie zum AuStropfen umge-stülpt und muffen von innen vollständig austrocknen. Kurz vor dem Gebrauch werden sie mit einem abge» brannten Schwefeljaden geschwefelt. Sauber und frei von Spuren alles fettigen AbwischwasferS muß auch die Wanne sein, worin man die Flaschen spült, auch sollte zum Abtrocknen stets ein frisches, reines Handtuch genommen werden. DaS zur Verwendung kommende Obst muß ebenfalls von frischester Be-schaffenheit fein; hat eS bereits länger gestanden, und ist es gar etwas wässerig geworden, so eignet eS sich für diese Einkochmeihode nicht. Als frühestes Obst gilt wohl die Erdbeere, da sie aber empfindlicher und deshalb schwieriger einzu-kochen ist als anderes Obst, sollen ihr die weniger empfindlichen, weil säuerlichen Obstarten, wie grüne Stachelbeeren, reife Ribisel, Kirschen und der aller-dingS nicht als Obst anzusehende, aber dieses ersetzende Rhabarber vorwcg genommen werden. Die grünen, halbreifen Stachelbeeren werden verlesen und von Stiel und Blume befreit. Dann gibt man in einen nicht zu großen, weiß glasierten Emaille-kochtopf, worin noch keine fetthaltige Speise gekocht wurde, den ausgepreßten Saft von zwei bis drei Zitronen, schüttet die Stachelbeeren hinzu und kocht letztere so lange, bis sie gar sind, aber noch nicht Abgeordnetenhauses hervorleuchtet, gehen Tschechen und Südflaweu ganz offen auf die Zersprengung des österreichischen EtaatSgesügcs loS und befinden sich dabei in voller Uebereinstimmung mit den offi-ziellen KriegSzielen der Entente, deren Gefchaste sie im österreichischen Reichsrate besorgen. Dabei streben sie selbstredend auch die gänzliche Austilgung des bodenständigen Deutschtums auS dem tschechischen und serbokroatischen Reiche an. Abg. Heine tat den Zivischenrus: Es sind viel zu wenig aufgehängt worden. Ag. Marckhl iilier südslawische Politik. In der Mitlwochsitzung des Abgeordnetenhauses ergriff unser Abg. Richard Marckhl daS Wort, um in eindrucksvoller Rede die von südslawischer Seite gegen das StaatSgefüge vorgetriebene Minierarbeit zu beleuchten. Er führte auS: „Mit dein Voranstellin der staatsrechtlichen Erklärungen als Bedingung für das Bekenntnis zum Staate wurde dem Staate und der Bevölkerung ein schlechter Dienst erwiesen. Fährt man auf diesem Wege fort, so droht Gefahr, daß Parlament und «onstitutionaliSmuS zerschlagen werden; die Allge« meinheit möge dann nicht die Unrichtigen, sondern jene zur Verantwortung ziehen, die allein die Schuld auf sich nehmen müßten, wen» in dieser schweren Zeit den, Volke in seiner Not die einzige Möglich-keit genommen würde, seine schon lange sälligen Wünsche und Beschwerden wirksam im VolkShause vorzubringen. AuS Verständnis für die Erfordernisse der Ge-ge>'wart und der nächste« Zukunft, für die Dring» lichkeit der ErnährungS-, Wirtschaft^ und staatS-finanziellen Fragen haben eS die Deutschen hinge-nommen, das- das Parlament ohne vorherige Ord-nung bestimmter im StaatSinterefse und im Jme-reffe der Allgemeinheit gelegener Belange und ohne musig zu werden drohen. Vermittels eines Teelös« selS und eines kleinen sauberen Holzstäbchen» füllt man daS Obst in die dereitgehaltenen, vorher ge-schwefelten und leicht erwärmten, innen voll gehal-tenen Flaschen, gießt nach dem Erkalten elwaS S«-lizylfpiritus darauf und verkorkt die Flaschen, um sie dann stehend und kühl aufzubewahren. Ribifel werden von den Rispen befreit, verlesen, ohne jede andere Zulat in den Einmachekochtopf ge-fchüttet und 15 Minuten gekocht, woraus man sie in Flaschen füllt und weiter wie mit den Stachel-beeren verfährt. Diese Ribisel geben später, mit Süßstoff oder Süßholz gesüßt, ohne wieder aufge-kocht zu werden, ein sehr erfrischendes und wohl-schmeckendes Kompott, auch kann man sie zu jeder Zeit und bei Bedars mit etwa« Zucker zu Püree umkochen. Dasselbe gilt von Sauerkirschen, die, ent-steint, ebenfalls ohne jede andere Zutat nur 15 Minuten gekocht werden. Auch die später aus den Markt kommenden Heidel- oder Bickbeeren können auf diese Weise hallbar eingekocht werden. Für Rhabarber, der einesteils wie grüne Sta-chelbeeren mit Zitronensaft eingekocht wird, gibt eS außerdem noch ein überaus einfaches und kosteulofeS Verfahren, daß es fast Pflicht ist, keine leer« Flasche im Haushalte unbenutzt zu lassen. Man schneidet von den Stielen nur den unteren, sandigen Teil fort, schneidet sie dann der Länge nach drei- b!« viermal durch und darauf in Würfel, die nur eben Seite 2 vsrherig« Durchführung dcr Sonderstellung Galizieni einberufen wurde. Die Verantwortung für die Lösung aller wich-eigen Fragen darf nicht der Regierung allein über-lassen werden. Fällt die Lösung übel aus, dann wüßte die Verantwortung auch jene Teile der VolkS-Vertreter treffen, die durch ihr destruktive« Verhalten vielleicht eine Förderung ihrer Sonderbestrebungen erhoffen, damit ober unseren Feinden in die Hände arbeiten. Mit den« Schlagworte der unterdrückten Ratio-nen wurde schon vor dem Kriege vielfach ein srivo-Ic« Spiel getrieben. Da« unerhörte Falschfpiel der Entente mit der Befreiung angeblich unterdrückter Völkerschaften wird durch da« Verhalten der im Auslande lebenden Vertreter jener Nationen gesör-dert, deren inländische Vertreter den Zeitpunkt für die Betreibung ihrer staatsrechtlichen Bestrebungen für gekommen erachten. Mit diesen Aeußerungen weist die vom Abgeordneten Korosec abgegebene staatsrechtliche Erklärung ein« auffallende Paralleli-tät auf. D«r Redner protestiert gegen die vom Abge-ordneten Korofcc gemachte Aeugerung. daß die straf-rechtliche Verfolgung von Angehörigen der sloweni. fchen Ration wegen politischer Delikt« dem deutschen BureaukratiSmuS zuzuschreiben sei. (Lebhafter Bei-fall bei den Deutschnationalen.» Wenn sich die staatsrechtliche Eiklärung der südsteirischen Vertreter auf das kroatische Staats« recht stützt, so muß eS den Slowenen überlassen bleiben, ob sie ihre Muttersprache ausgeben wollen. Da« nationale Prinzip, das die Südslawen ihrer Erhaltung zugrundelcgen, erscheint jedoch in ganz anderer Beleuchtung, wenn man weiß, daß in den von Südslawen bewohnten Gebieten auch zahl-reiche deutsche LandeSkinder wohnen, deutsche Stadt« und Märkte seit vielen Jahrhunderten bestehen. Wollen etwa die südslawischen Staalsrechtler Steier-mark». KärntenS und KrainS das Wohl ihrer und unserer Volksgenossen lieber sremdcn, serbischen oder kroatischen Beamten anvertrauen? Unsere deutschen Feldgrauen haben überall stet» tapfer gekämpst und geblutet und auch ihr Leben dem gesamten Vaterlande geopfert, ohne auch nur einen Augenblick daian zu deuten, daß da« geschlos. seire deutsche Gebiet Oesterreichs nicht unmittelbar und nicht entfernt bedroht ist. Sie werden ebenso tapier und siegeszuversichtlich weiterkämpfen und mit ihnen dt« deutschen Söhne au« Südsteiermark zusammen mi: den slowenischen Landeskindern. Wa« auf den bisherigen Grundlagen neu- oder auszubauen ist, soll ausgebaut werden. Die Verwirk-lichung jener Absichten aber, die die ungeheuren Opfer an Gut und Blut um alle Früchl« bringen würde», werden wir im Hinterlande stets bekämpfen. Wir wissen, daß wir damit für die Unversehrtheit von Thron und Vaterland, für die Einheit des Staate« und für unser Volk, sür alleS, waS uns heilig ist, kämpfen. (Lebhafter Beifall und Hände- so groß sein bliesen, daß sie sich in die Flasche stecken lassen. Während des Einfüllen« stößt man die Flasche öfter leicht auf ein mehrmals zusammen-gelegte«, aus dem Tisch liegendes Küchentuch auf, wa« bezweckt, daß der Inhalt der Flasche zusam-mcngerüttelt wird, und man mehr hineinstecken kann. Ist die Flasche bi« zum Halsansatz voll, so hält man sie unter die Wasserleitung, läßt sie voll lausen und verkoikt sie. Will man im Winter Mai melade oder Kompott kochen, so schüttet man den Rhabar-der unter Nachhelfen mit einem sauberen Holzstäb. chen heraus, kocht ihn mit ganz wenig Natron — damit er nicht so saucr ist und viel Zucker biaucht und süßt ihn. Auch grüne Stachelbeeren lassen sich aus gleiche Weise haltbar machen. Mit Flaschenkorken .verden wir in diesem Jahre sehr sparsam sein müssen. Da möchte ich raten, beim Entkorken aller Ernmacheflalchen die Pfropfen nie ganz durchzubohren, damit man sie noch einmal be-nutzen kann. Man wirft die alten Korken dann für ein« halbe Stunde in heiße« Wasser und läßt sie dick ausquellen, um sie dann, noch feucht, mit der Propsmaschine in di« Flaschen zu treiben. Um unsere schönste Frucht, die Garteuer»beere. ohne Zucker für den Winter haltbar zu machen, be-darf e« de« Sterilisierverfahren«. Nun wird aber nicht jeder Haushalt im Besitz deS hiefür gebrauch lichen Apparates sein, und manche Hausfrau n»rd gerade jetzt an «ine solche Neuanschaffung nicht denken dürfen. Da möchte ich einmal von meinem Ein kochapparat erzählen, dcr seiner eigentlichen Bestimmung nach ein Waschkessel ist und angeschafft wer-den mußte, als sein kupserner Vorgänger für da« Seui.'che Wacht klatschen bei den Deutschnationalen. Der Redner wird beglückwünscht.) Wir werden di« Rede im Wortlaut nach dem stenographischen Protokolle in der nächsten Nummer veröffentlich««. Anm. d, Schriftl. Der Weltkrieg. Der Krieg gegen Ruhland und Rumänien. Der Bericht de« österreichischen Generalstabes. Amtlich wird verlautbart: 15. Juni. In Ostgalizien und in Wolhynien hält die vermehrte russische Gesechtitätigkeit an meh-reren Stellen an. Der Chef deS Generalstabes. Di« Berichte der Deutschen Obersten Heeresleitung. 14. Juni. Die Gesechtstätigkeit hielt sich in den üblichen Grenzen. Die ruffischen Flieger sind in letzter Zeit wieder tätiger geworden. Sie stießen mehrfach über Linien vor. Seit Ansang Juni wur-den fünf abgeschossen. Ein Bombenwurf aus Tukum wurde gestern durch Luftangriffe aus Schlock ver-gölten. 15. Juni. Lebhafte Feuertätigkeit bei Smorgon, westlich von Luck, und an der von Zloczow und Halic; auf Tarnapol führenden Bahn. Der Krieg gegen Italien. Die Berichte des österreichischen Generalstabes. Amtlich wird verlautbart: 13. Juni. Wie aus den jüngsten Feindberich-ten hervorgeht, ist es abermals die italienischerseiis oft beklagte WitterungSunbill, die auch in den ley-ten Tagen die italienische Stoßkraft nicht zu macht' vollerer Entfaltung gelangen läßt. So vermochte auf dcr Hochfläche der Sieben Gemeinden dcr Geg. ner erst nach Einbruch der Dunkelheit seine Angriffe wieder aufzunehmen, die er zuerst im Zebio Gebiete und nach Mitternacht auch gegen den .,onte Ferno und die Grenzhöhen ansetzte. Unsere alpenländilchen Truppen schlugen den Feind zurück. Er erlitt — namentlich am Nordflügel seiner AngriffSgruppe — sehr schwere Verluste. Bei der Jsonzo Armee stellen-weise lebhasterer Geschützkampf. 14. Juni. Auf dcr Hochfläche der Sieben Ge-meinden gestern nur Geschützkampf. 15. Juni. In Kärnten steigerte sich da» seind-liche Artillerieseuer im Plöcken- und Flitscher>Ab> schnitte zu giößtcr Hcstigkeit. Ein gegen unsere Stel'ungen am Rombon geführter Angriff wurde abgewiesen. Aus der Hochfläche der Sieben Gemein-den steigerte sich der Artilleriekampf. Der Ehef des Generalstabes. Vaterland eingezogen wurde. Dieser Waschtopf ist innen mit einem durchlöcherten Einsatz versehen, und hat einen dicht schließenden Deckel; durch letzteren ließ ich vom Klempner ein rundes Loch schlagen, eben groß genug, um ein Sterilisierthermometer hinein, stecken zu können. DaS Thermometer sowie einige GlaSdosen mit Gummiring, Deckel und Klammern waren somit die einzige Anschaffung für diesen Zweck. In die sehr sauber gereinigten Gläser lege ich ohne jede andere Zutat Früchte, wie Erdbeeren, Aprikosen, Mirabellen, Reineclauden usw., die aber nicht zu reif sein dürfen und tadellos frisch und unversehrt sein müssen. Nachdem die Gläser ver-schlössen woiden sind, stelle ich sie aus den Einsatz in meinem Waschtcps, stopfe Heu oder Tücher da-zwischen, damit sie später nicht aneinanderschlagen können, und gieß? so viel kaltes Waffer in den Kessel, daß eS einen Finger breit unter den Glasdeckcln steht. Dann wird dcr Drckel ausgelegt und das Ther» omeier eingesührt. Von dem Zeitpunkte an, wo das Thermometer 90 Grad ausweist, rechnet man 30 Minuten, während welcher Zeit die Wärme stet« aus gleicher Höhe erhalten wird. Sind Sie 30 Minuten um, nehme ich den Keffel vom Feuer, lasse die Gläser in dem Wasser erkalten und entferne di« Klammern, um zu sehen, od auch alle Teckel fest schließen. Nach drei Tagen sterilisiere ich noch ein-mal 20 Miauten bei vö Grad. Da alle jetzt käuflichen Gummiringe nur au« Ersatzzumini bestehen, tut man gut, sie vor dem Gebrauch einmal in Salz-wasser aufzukochen und nach dem Erkalten mit Salmiak und Wasser abzur«ib«n. Auch Mu» läßt sich ohn« Zucker einkochen. Ich Nummer 48 Gegen Frankreich und England. Bericht« deS Großen Hauptquartier». 13. Juni. Heeresgruppe deS Kronprinzen Rupprecht. In starken Feuerwellen bekämpften sich die Artillerien im Ipernbogen und südlich der Douve, Westlich von Warneton kam mittag» «in englischer Angriff in unserem VernichtungSseuer nur an weni-gen Stellen auS den Gräben. Die vorbrechenden Sturmwellen wichen in unserer zusammengefaßten Infanterie» und Artilleriewirkung unter Verlusten zurück. Abend« scheiterte dzch in gleicher Weise ein erneuter Angriff der Engländer. Westlich der Straße ArraS—LenS lag morgens heftiges WiikungSfeuer auf unseren Stellungen. Starke englische Kräfte, die auf dem Nordufer deS SouchcSbache« angriffen und in unsere Gräben drangen, wurden in kraftvollem Gegenstoß geworfen. In nachfolgenden erbitterten Handgranatenkämpsen engten unsere Stoßtrupp« eine noch verbliebene Einbruchsstelle ein. Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen. In einzelnen Abschnitten der Aisnesront, in der Champagne und an der MaaS zeitweilig lebhafte Feuertätigkeit. 14. Juni. Heeresgruppe dcs Kronprinzen Rup»cecht. Sowohl in Flandern wie im Artoi« war nur in einigen Abschnitten der Artilleriekamps stark. Oestlich von ?)pern sprengten wir Minen, die in der englischen Stellung Verheerungen anrichteten Zu kleine» Vorseldkämpsen kam e« südlich der Douve. Die Lage ist unverändert geblieben. Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen. Lei Vauxaillon nordöstlich von SoissonS griffen die Franzosen nach mehrnündigem Feuer an. Sie wur-den zurückgewiesen. Sonst blieb die Artillerietätig-keit meist gering. 1!». Juni. HeercSgruppe deS Kronprinzen Rupprecht. In glanvern setzie nach verhältnismäßig ruhigem Tag zwischen Dpern und ArmentiereS gestern um 8 Uhr 30 Minuten abends starkes Trommelfeuer ein, dem an der ganzen Front englische An-griffe folgten. Sie drückten nach Kämpfen, die an einzelnen Stellen bis zum Morgen andauerten, die Sicherungen zuiück, die unsere weiter östlich liegende Kampjlinie zwischen Hollebcke, Donvegrund und südwestlich Warneion seit dem 10. Mai ersolgreich gegen alle ErkundungSoorstöße der Engländer ver-ichleiert habe». Nördlich de« KampfscldeS bis zur Küste nur geringe Artillerictätigkeit. Im Handstreich hoben Stoßtrupps eines niederrheinischcn Regiment» am Apern-Kanal einen belgischen Posten von 25 Mann auf. An der ArtoiSfront griffen die Eng-länder morgens nach heftigen Feuerwellen unsere Gräben östlich von Monchy an. Sie brachen in einzelnen Punkten ein, wurden jedoch durch Gegen-stoß der Bereitschaften sofort hiaausgcwoifen. Ei» Grabenstück westlich dcs BoiS du Sa« ist noch i» FeindeShond. Abends stießen mehrere englische Ba-taillone östlich von Loo« vor. Auch hier wurde un-sere Stellung durch kräftigen Gegenangriff gehalten. hatte im vorigen Jrhre «ine reichliche Menge Eier-pflaumen, von denen es bekanntlich heißt, daß sic nur zum Roheffen zu gebrauchen seien. Zusammen mit anderem Obst, wie einigen Himbeeren, Erdbee-ren sowie auch geriebenen gelben Rübe», habe ich die Eierpflaumen so lange gekocht, bis ich ein braun-glänzende«, nicht mehr wässerige« und flüssige« Püree erhielt, welche« ich dann in Steinguttöpse füllte, im heiße» Bratofen von oben gut ausnockne» ließ und dann mit Salizylspiritus bepinselte. Noch jetzt, nach JahrcSsrist, ist da« Püree, gut erhallt», und wird nach Bedarf in kleinen Menge» m i etwa» Zucker umgekocht Aus das Einkochen muß man 3 b>S 4 Stunden rechnen. Ist der Wassergehalt der Früchte besonders groß, muß man das Ankoche» am nächsten Tage fortsetzen. Fast jedes Ob» läp sich ohne Zucker zu einem haltbaren Püree ein koche», wenn man die Sochzeit hinreichend ausdeh»t und nicht eher aufhört, als bis aller Wassergehalt ver-dampft ist. Sehr empfehlen möch'e ich zum Sckuß die Herstellung von Obstsirup. Habe» wir dock >!e er-probt, wie dankbar die Bereitung von Ho, ' uche» ist, der aber immer vom Vorhandensein dcs i ttnpl abhängig ist. Dcr vo» rohen oder gekoch möz-lichst süßen Früchten durch Auspresse« g> >ne»e Säst wird mehrere Stunden langsam geko - iS cr Sirupsdicke erreicht hat. Dann füllt ui> n i» Steinkrüge und stellt ihn kühl. Wie bei d l'ürec ist a>ich hier die Aufgabe die: So lange zi .>de«, J bis der Wassergehalt verdampft ist. Tuch ll»> rühren ist nötig, da Püree und Sirur' anbrennt. „Alrt: r. Nummer 46 Deutsche Macht Sn:e 3 Heeresgruppe des deutschen Kronprinzen. Am Chemin deS DomeS lebte in den Abendstunden der Feuerkampf zu beiden Seiten der Straße Laon— SoissonS und am Winter berg aus. Unsere Sturm-truppS brachten von Unternebmungen gegen französische Gräben nordöstlich von Braye, westlich der Suippe Niederung und auf dem östlichen MaaSufer Gefangene und Beute zurück. Abdankung des griechischen Königs. Unter dem Zwange den BierverbandeS. Athen, 12. Juni. (Agence Havas.) König Konstantin hat zugunsten seines Sohnes Alexander abgedankt. Einer Meldung der „Agcnzia Stcfani" zufolge sandte Ministe» Präsident Zaimis an den Oberkom-miffär Jonnart folgenden «rief: „Da Sie mit Ihrer gestrigen Note die Abdankung Sr. Majestät des Königs Konstantin begehrten und ieinen Nachfolger bestimmten, habe ich den Auftrag, zur Kenntnis Eurer Exzellenz zu bringen, daß Se. Majestät dcr König, wie immer einzig und allein auf das Inte« reffe Griechenlands kracht. beschlossen haben, daS Land mit dem Kronprinzen ?u verlassen, und als leinen runmehrigen Nachfolger den Prinzen Alexander bestimmt hat." Der Krie? in den Lüften. Fliegerbomben auf dieFestungLondon. Amtlich wird verlautbart: 14. Juni. Ein Geschwader unserer Großflug, zeuge erreichte gestern mittags London, warf über der Festung Bomben ab und beobachtete bei klarer Sicht gute Trefferwirkung. Tiotz starkem Abwehr-feite: und mehreren Lustkämpfcv, bei denen ein eng. lifchcr Flieger über der Themse abstürzte, kehrten alle Flugzeuge unversehrt zurück. Oberste Heeresleitung. Der verschärfte U-Bootkrieg. Meldungen des Wolff-Büros: 12. Juni. 1. Bor dem WestauSgange dcS eng-lifchen Kanals und im Atlantischen Ozean wurden durch unsere U-Booie vernichtet der bewaffnete englische Dampfer .Clan Mnrray" mit 6500 Ton-uen Weizen (vrei Offiziere deS Dampfers wurden gefangengenommen), f.rner wurde ein größerer be-waffneter englischer Dampfer unbtkannten Namens versenkt. Durch weitere Berseakungen gingen u. a. verloren: 9000 Fässer Schmieröl, 10.000 Säcke Wachs nach Frankreich, weitere 1500 Tonnen Wei-zen. 2. Unsere U-Boote im Mittelmeere versenkten neuerding« sieben englische Dampfer und zehn ita-lienische Scgler mit insgesamt 33.370 Brutto-registertonnen. 14. Juni. Neue U-Boot sccht, bei dem daS U-Boot mindestens vier Treffer auf di« U-Boot-Falle erzielte. Der Ehes de« Admiralstabes der Marine. Die Vorgänge in Rußland. Neue Unruhen in Petersburg. AuS Stockholm wird vom 12. d. gemeldet: Anläßlich der Gemeinderatswahlen ix Petersburg haben sich schwere Unruhen abgespielt. Die Anar-chisten stürmten die Wahllokale und vertrieben die Wähler. Mehrere Militärautos mit Brot wurden überfallen und geplündert. Da die Soldaten scharf feuerten, wurden sie von der Menge lebensgefährlich verletzt. Der Hafen von Petersburg wird scharf bewacht, da man ein Auslaufen von Kriegsschiffen nach Kronstadt und ihren Anschluß an die dortigen Revolutionäre sürchtet. In Petersburg haben in 120 Fabriken die Arbeiter die Arbeit eingestellt. Der Krieg mit Amerika. Washington, 13. Juni. DaS Repräsentantenhaus hat den Bericht über den KriegSvoranfchlag, der sich auf 3281 Millionen Dollar belauft, angenommen. Die Zustimmung deS Senates ist sicher. Die Hurrarufe unserer Soldaten am Jsonzo können nicht ungehört verhallen. Zeichnet 6. Kriegsanleihe! Aus Stadt und Mnd. Heldentod. Der Seesähnrich und Flugzeugführer Zrich Zhuber v. Okrog. 21 Jahre alt, hat am 6. d. den Heldentod als Flieger gesunden. Er war ein Sohn des fürstlich AuerSpergschen Forst-ratcS Paul Zhuber von Okrog. Kriegsauszeichnung. Oito WieSthaler, Fähnrich in einem Gebirgsartillerie Regiment, Sohn des Notars Dr. Hermann WieSthaler, wurde in Anerkennung hervorragend tapseren Verhaltens vor dem Feinde als Aufklärer in den Waldkarpathen an der rumänischen Front mit der Silbernen Tap-ferkeitSmedaille 2. Klasie ausgezeichnet. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag findet in der CH-istuStirchc um 9 Uhr vormit-tagS ein ÜiudergolicSdienst, um 10 Uhr ein iffent-licher GcmeindegotleSdienst statt, in welch letzlerem Herr Pfarrer May predigen wird über „Wa> wir heute <-,m meisten nötig haben". Wohltätigkeitskonzert. Am nächsten Zamöiog, 23. d. um 8 Uhr abends, veranstaltet Herr Organist Eduard Jnterbergcr in der eoangeli-schen Kirche zugunsten von Heimstätten sür erblin-deie Soldaten unter Mitwirkung zahlreicher Kunst-kräfte ein Konzert, dessen BoriragSordnung bereits in den nächsten Tagen durch Maueranschlag wird bekanntgegeben werden. Wir machen unsere Leser schon heute daraus aufmerksam und wünschen Herrn Jntcrbcrger für feine monatelang? Mühe und Vorbereitung durch zahlreichen Besuch und durch Zu> Wendung von Spenden sür-den edlen Zweck reichen Erfolg. Spenden für den Noten Kreuztag: R. Stcrmecki 250, Goricar und LeSkovfek 20, Jo-sefine Smech Pöltschacb 4, D. Rakusch i00, Maria Karloviek 10, Franzieka Pollandt 5, Christine Jeraj ööudorf 4, Schirmyandlung Fornara 5, F. Schweiz Poltfchach 4, Johanlt I cha 20, Frau M. Lenz 10, Frau Luife du Nord 50, Fräulein Marianne von Czcrny 50, Frau Jofesine Kupka 50 Kronen. Städtische Lichtspielbühne. Wochenspiel, plan: Samstag 16., Sonntag 17. Juni: Kriegs-berichte. „Dorriis Eheglück", Lustspiel >n drei Akten mit der beliebten Künstlerin Dornt Weixler in der Hauptrolle. — Montag 18., Dienstag 19.: „In den Lpureu des Telemarks", Naturaufnahme. „Die Sensation des Morsetheaters', ein Großstidtdrama in fünf Akten. Ein gutes Bild, amerikan scher Her-kunft, daS spannender Bilder nicht entbehrt und sich durch schöne Aufnahmen auszeichnet. „Polidor ist eifersüchtig", hochkomischer Alt. — Donnerstag 21., Freitag 22.: .Sein Kind aus erster Ehe." Schau-lpiel in drei Akten mit Dorrit Weixler in der Haupt-rolle. Soldatendegrädnisse. In den letzten Ta-gen wurden nachsolgende Soldaten, welche in den hiesigen Spitälern gestorben sind, am städtischen Heldenfriedhofe zur letzten Ruhe bestattet: am 14. Juni Infanterist Joses Gabrovich, des LJR. 5; am 16. Juni Infanterist Ivan Schmilar, des JR. 24, Infanterist Otto Gabauer, des JR. 9l. Die deutsch-radikale Landespartei leitung für Steiermark hat sich in ihrer Sitz-ung vom I I. d. unter dem Vorsitze des Präsidenten Dr. F. Khull mit der durch den Krieg geschaffenen Lage der Festbefoldeten beschäftigt und festgestellt, daß diesem Stande, der unter der Teuerung am meisten leidet, in richtiger Einschätzung seines Wer« teS für den Staat in ausgiebiger Weife geholfen werden muß. Die Art und Weise, wie bisher von Seite des Staates seine Angestellten bedacht wmden und die dann auch für du privaten Betriebe tut» bildlich wurden, muß entschieden als ganz unzuläng-lich bezeichnet werden. Die wirtschaftliche Kräftigung dieses staatSerhaltenben Standes muß eine der Haupt-ausgaben einer fürsorglichen Staatspolitik sein, um somehr als sie auch allen anderen Ständen zugute kommt. Die deutsch-radikale Landeiparteileitung er-wartet daher von allen maßgebenden Stellen eine kräftige, energische Förderung dieser wohldegründeten Forderung. Einfuhr von Käse nach Oesterreich. Das Amt für Volksernährung hat die Wahrnehmung gemacht, daß die Bestimmungen der Verordnnug vom 26. Februar 1917, nach welchen gewiffe LebenSmittel, so inSbefondere Käse, wen sie nach Oesterreich ein-geführt werden, der Oesterreichifchen ZentraleinkaufS-gesellschaft in Wien angeboten werden muffen, viel-fach nicht befolgt werden. Ein folcheS Vorgehen ist geeignet, nicht nur die gleichmäßige Verteilung der Importe, fondern auch die mit der Verordnung be-absichligte Einflußnahme auf die Preisbildung nach-teilig zu beeinträchtigen. Die in Betracht kommenden Kreise werden auf die Anbotspflicht mit dem Bei. fügen ausmerksam gemacht, daß Berletzungen der, selben empfindlich gestraft werden. gur sechsten Kriegsanleihe. Nie ward so hehrer Zweck dcm roten Gold, Wie jetzt im Föhn von heißen Werdetagen, Es eint sich zu erhabnem Treuesold Und soll dem Feind mit hcllem Klang« sagen. Der schneidend schwirrt wie scharfer Schwerterstreich: Hand weg von unsrem Heilgen Oesterreich! Wie alle Stürme an dcr Htlden Wall In blutger Brandung rotem Gifcht zerschellen, So soll im Junern jedem frechen Prall Aus Kampf und Not der Ruf entgegengkllen: In Ewigkeit sind wir unsäglich reich, Gilt es das Höchste, unser Oesterreich! * So sammelt sich ,ur waffenlosen Schlecht Ein Strom von G&!!> in unsrer Heimat Namen, Und ri-fcngrost erhebt dcs Staates Macht Sich aus dcr Volkestreue e»zncm Rahmen. Seht her. im Opjern sind wir alle gleich — Hand weg von nnfrem heilgeu Oesterreich! Ernst R. v. DombrowS?i. Verbot der Oelzcroinnung von Raps und Rübsen. Die Siatthalterei hat bekanntlich die Sperre der Oelmühlen behufs Gewinnung von Oel aus Kürbis- und Sonnendlnmenkernen unter Aufrechterhaltung des Verbotes der Oelgewinnuug auS Leinsamen aufgehoben. Behufs Verm-idung von Irrtümern wird bemerkt, daß mit Rücksicht auf die Beschlagnahme der Ernte an Raps und Rübsen a^ch die Oelgewinnuug aus diesen O:lsaateu verboten ist. Es wird ausdrücklich daraus ausmeiksam gemach», daß Ueberirelunge» dieses Vcrboics mit aller Strenge bestraft werden und die sofortige Sperre der detref-senden Mühle nach sich ziehen. UngiltigKeit der zuletzt ausgegebenen Kaffeekarten Wie uns das LandeSwirtschaftS-amt ver Stauhalterei mitteilt, hat daS VolkSernäh-rungoamt unterm 5. Juni angeordnet, daß die Neu-auSgabe von Kiffcekarien Mute Juni zu unterlassen ist, und die Giltigkeit der im Umlaufe befindlichen Karten bis Mi»e August verlängert wird. Im Zeit-punkte dcs BekanntwerdenS dieser Verfügung waren aber die Kaffeekarlen sür die nächste Periode, daS ist die 45. bis 52. Woche (10. Juni bis 4. August) zugleich mit den übrige» Ausweiskarten für Brot und Mehl zumeist schon ausgegeben. Das Landes-wirifchaftSamt hat daher diese Kaffeekarten alS „un-giltig" erklärt und angeordnet, daß sowohl die Ab-gäbe als auch der Bezug von Kaffee und Kaffee-Mischungen aus Grund solcher AuSwciskarten ver» boten und strafbar ist. Bis 15. August dars daher nur gegen die alten Kaffeckarten „gilüg für die 37. bis 44. Woche" (25. April bis 9. Juni) Kaffee, beziehungsweise Kaffeemischungen abgegeben und be> zogen werden. Preisprüfung. Infolge der auf Grund der kaiserlichen Verordnung vom 24. März 1917, er-folgten Errichtung amtlicher PreiSprüfungSstellen in Graz, Marburg, Cilli und Lcoben, welche ihre TS-tigkeit bereits aufgenommen haben, Hot die bisher bei der Statthalterei bestandene, am 10. September 1915 gebildete PreisermittlungSkommiffion ihre Tätiglei» eingestellt. Spenden für Rann. Das Ttadtgemeind«. amt Rann erfucht unS um Veröffentlichung nach-stehend eingelaufener Spenden: (Schluß.) Gustav Münz Wien 30, Eugen Hacker Wien 4, Dr. Aloiö Hellmann Wien 5, ZentralheizungSwerke A.-G. Wien 5, Nova Werke St. Valentin 10, E. van Tongcl Wien 5, Adalbert Zeidl ZisterSdorf 2, Adriawerke Wien 2V, Singer Co. Graz 20, Stadt-gemeinde Oberwölz 20, Wilhelm Swoboda Wien 5, Gemeinde Gloggnitz 100, Franz Schweder Wien 5, K. Zwatz Wien 2, Han» Schlöffer Schönbach 2, Stadigemeinde St. Veit a. d. Glan 20, Gemeinde Gnigl 50, Ernst Hannel Troppau 10, Gemeinde AltRotwaffer 10, Josef Ginner Mattighofen 10, Bezirksausschuß Jrdning 100, Bezirksausschuß Feh-ring 250, Josef v. Payer, Peuerbach 20, Wenzel Prorazil Gonobitz 10, Josef Stichlberger 10, Anton r ^iv ^y Gmünd 3, Leopold Groß Vicklabruck 10, Eugen Marku« Oberhollabrun» 6, Marktgemeinde Unterdrauburg 150, Friedrich Lang Perchtoldsdvrs 5, Marktgemeinde Kindberg 100, Stadtkasse Heidel-berg 100 Mk. (151*51), A. Weißer u. Sohn Wien 10, Sparkasse Tuln 200, Landesausschuß Klagen-fürt 500, Jakob KampoS Sarjewo 1440, A. Sed-litzky Wien 2, Hans Lerch Groß-WeikerSdorf 5, Mariahilfapotheke Mondsee 10, Othmar Rußheim VoitSberg 10, Weidenhoffer Kuttenberg 2, Karl Rebul Windischgraz 10, Stadtkasse llrfahr 100, E. Seit« 4 Deuifaze Wacht ^tumvcr 4S Vernt Neuftlden 2, M. Zawerikq Knittelseld 10, «rlhelm Edee Freistadt 20. Marie Henne berger BischofShofen 2, Gemeinde Herzogenburg 30, Bezirksausschuß Brück «. d. Mur 500, iHubolf Dre-weny Graz 10, Heinrich Schmidt Tachau 10, Be-zirlsauSfchuß RadkerSburg .'X>0, Dr. A. v. Crippa Linz 20. Sparkasse Römerstadt 20, U. Stühlinger Graz 20, Bürgermeisteramt Michelob 10, A Bill EibiSwald 5. Eligiu» Langer G'ünburg 5. SB. Lasfak Hotzenplotz 5, Rudolf Heinz Linz 4, Anton vor-mann Wien üb, Johann Eichler Graz 40, Stadt-gemeinde Hallein 20, Binzenz Kordas Weira 2. Versicherungsgesellschaft .Donau" 200, Binz. Wotzel Althabendorf 2, Dr. Schwarz Luttenberg 20, Äe-wtiiide Zeltweg 200, Joses v. Ehrlich Reichenberg 10. Franz Mamler Wien 2. Oesterr. Oel, und Fettzentrale Wien 200. Stadlhauptkasse Hannover >00 Mk. (151 öl), Mitzi Paidasch Windiichftistritz 25. Joses Pichler Windischseistrift b, Lehrkö'per der Umgebungsschule Windischfeiftritz 7, Franz Langer Haag 2, Rentamt der Stadt Podersan 20. Wilhelm Wlatschka Hosgastein 5. A. Hosstätter Erben Linz 4, C. Hubner Wien 20, Julius Klemet Gamming 5. Gemcindekasse Briinn 300. Georg Krzywon Wien 10, P. Redtenbacher Wien 10, Narodne »ovine «gram 65-50, Wollzentrale Wien 200, Alfred Krupp v Bohlen u. Halbach Essen 2000, Stadtkasse Ludwigs» haftn am Rhein l00 Mk. (l515l), Sparkasse Mähr.'Neustadt 5>0, k. u. k. Jns.°Reg. Kronprinz Nr. 17 .'126, Haupimann Karl Goiifovic, Feldpost 515 20, Joses Schumi Laibach 100, Sparkasse Bautsch 10. Sparkasse Lienz 25, Gemeinde JDicif glan 60, Stadtvorstand Hotzenplotz 50, Siadt-gemeinde Bautsch 2, Gemeinde Göß 100. Stadt« gemeinde Hartberg 50, Franz Niederauer Steher 2, «»ton Klug Altheim 10, Franz Plumut, Friediand 10. Theodor Liebig Eichwald 3. Steiermärkische ESkomptebank Graz 5»0. Poldihütte A.>G. Wien 100. Landesausschuß Troppau 1000, G. Elmer Graz SO. Alois Lenner Wien 30, Bezirksamt Ära pina 598 32, Stadtschultheißamt Freudenstadl 5 Mi. (7 57), *ag. österr. Beamlen-Berein Wien 50, Noe Sirost A.G. Wien 10, Ernst Scherks Windisch. LandSberg 10, Gemeinde Frastanz 20, Stadtkasse Freudenthal 370, Melichar L>nt 3, Gemeinde Pe» tersdorf an der Teß 10, Eduard Sleple Schär-ding 10, Dr. August Schmidt Brünn 2, I. Zmtl Marienbad 5, B. Müller Weihwasser 4, Bezirk«' ausschuß Lichtenwald 110, Sparkasse OlberSdorf 5». Stadt Danzig 500 Mk. (757-57), Joses Doms Neustadt 5, Gemeinde Obersedliy 20, W. Tewerdy Wien 5, Gemeinde Leiiomischl 5, Sparkasse Win-dischgarsten 10, Gemeinde Windischgarsten 10, Ge-meinde Oberkurzwald 10. Landesverband Baden des Vereines zur Erhaltung dcs Deutschtums im Aus lande 50 Mk. (75 75), Franz Peharz Trisail 20, Paul Beit, Oberleutenddors 4, Fritz Strohschneider Franzensbad 5, Stadtgemeinde Amstetten 20, Be-zirkSauSschufi Dux 50. Bezirksausschuß Schladming 20, Hans Biehn Budapest 50, Marktgemeinde Mtll statt 161, Joses Ticha'schrk Wien 5, Rudols Klier Neudeck 2, Emil Reilich katharein 25, Neue Freie Presse Wien 1840, Dr. Fntsche Bludenz 5, Ge-meinde Fulpmes 10, Marktgelneinde Arnfels 33 50, Gemeinde Pobersch 9150, Max Hansel Troppau 153, Bezirksausschuß Titsser 300. Stadtamt Krei-bitz 20, Ad. Biihm Brück 5, Bürgermeisteramt DeutschlandSberg 646 50, Hugo Neubauer Wien 2 Kronen. Zwei Kanoniere als Diebe. In der Nacht vom 30. zum 31. Mai 1917 wurde» dem in Lotschiisch avsäß'geu Kenschler Franz Michelak avS versperrtem Stall 4 Huhner, i» der folgenden Nacht dem in Unterberg «ohnhasten Besitzer Franz Rojnik 7 Hennen, ein Hahn und ein Kaninchen tn der Nacht vom 1. zum 2. Juni dem Mühleubesitzer Martin Janezic in Presserje ein kleines Schwein, 9 Hühner und schließlich in der gleichen Nacht dem Eisenbahnarbeiter Antvn Podlesnik in Heilenstein edensallö ein kleines Schwein einwendet. Durch eis-rige» Nachsorschen dcr Gendarmerie gelang eS, die Täler in zwei Kanonieren einer in Heilenstein lie-genden Batterie auszuforschen. Beile sind beieits dem Gerichte eingeliefert. Durch unbekannte Täter wurden der Theresia Crrsner in ReSnik auS ihrer versperrten Wohnung eine Tausend-Kronennoie, dem Zimmer-meister Franz Marcic in Windischgraz ans seiner «nsersperrtcn Säg- ein ungeiihr 15 Meter langer und 13 Zentimeter breiter TranSmissionSriemcn im Wette von über 500 K gestohlen. Verfchleihpreife für Mais und Cin quantingries. Mit Rücksicht aus eine teilweise Aend«rung der BermahlungSvorschristen sür MaiS und Cinanantin hat die Statthalterei folgende neue Berschleißpreise sür Mai«- und CinquantingrieS fest-gesetzt. 1. Für jene Gemeinde», di« an einer Eisen-bahnstation oder in einer Entfernung bis zu 3 Km. von der nächsten Bahnstation gelegen sind: 78 Heller für das Kilogramm, 2. für jene Gemeinden, deren Entfernung von der nächsten Eisenbahnstation mehr als 3 Km. und höchstens 10 Km. beträgt 7S Heller für da« Kilogramm, 3. für jene Gemeinden, die in einer Entfernung von mehr als 10 Km. von der Eisenbahnstation gelegen sind, 81 Heller sür daS Kilogramm. FürHaserreiS und Haserkindermehl wur-den nach der gleichen Scheidung Berschleißpreise von 95, 96 und 98 Heller sür daS Kilogramm be-stimmt. Die ntuen Berschleißpreise treten 5 Tage nach ihrer Kundmachung in Krast. Aufnahme von Militär - Veterinär-Akademikern. Zur Heranbildung von militär-tierärztlichen Bernssbeamten werden mit Beginn deS Studienjahre« 1917/18 35 Aspiranten i > die k. u. k. Tierärztliche Hochschule in W en und 15 Aspiranten in die kgl. ungar. Betettnärhoch'chule in Budapest als Militär-Beterinär-Akademiker ausgenommen. Die Bewerber haben sich zu einer siebenjährigen militär-tierärztlichen Dienstleistung im Heere zu verpflichten. Sle werden »vährend der Dauer ihrer Studien auf Rechnung des HceresbudgetS gemeinschaftlich unter-gebracht, verpflegt, ausgerüstet und bewaffnet und haben weder ein UnterrichiSgeld noch auch für die Ablesung der Prüfungen o»er sür die Ausfertigung deS Diploms eine Taxe zu entrichte». Es ist ihnen somit die Möglichkeit geboten, ohne materielle Opfer ihrerseits oder seitens ihrer Angehörigen die Stu»ien zu vollenden und während ihrer militärischen Dienst-leistung bis in die Charge eines Stabs« (Oberftabs ) Tierarztes (8. bezw. 7. RangSklasse) zu gelangen. Ankauf von Queckenwurzeln im nichtgewaschenen Zustand. Wie »i« Haup:-sammelttelle beim k. k. Ami sür Bolksernährung mitteilt, werde» neuestenS auch Qiteckenwurzeln im nichtgewaschcnen Zustand, also wie sie vom Acker gebracht werde», jedoch soweit abgetrocknet, daß sie transportfähig sind, durch die Uebernahmsstellen zum Preise von 8 K filr 100 Kilogramm übernommen Kleinverkauf von Daumwollwaren. Das Handelsministerium hat di« Freigabe von wei-teren 5, Prozent der laut Verordnung vom 3l. Au-gust 1916, gesperrten Baumwollwaren und Wäsche-sotten sür den Kleinverkauf verfügt. Diese Ermäch-tigung gilt für die Zeit vom 2 Juni bis 2. Juli und ist an nachstehende Bedingungen geknöpft: 1. An den einzelnen Be.braucher dürfen nicht mehr als höchsten» 20 Meter oder ein halbes Dutzend Wäsche-stücke abgegeben werden. 2. Ueber die Verkäufe sind genaue Ausschreibungen zu führen, in welchen den Kontiollorcn des Handelsministeriums jeweils Ein-blick gewährt werden muß. 3. Es dürft» keine höheren Preise ve> langt werden als sür die betreffenden Waren und Wäschesorten vor Erscheinen der Ber-ordnung vom 31. August 1916 «rzielt wurden. 4. Ausgenommen von dieser Ermächtigung zum Klein-verkauft sind jene Waren rnd Wäschesorten, für die eine Anbotzwangsveifügung erlass n ist. Ein Einbrecher erschossen Man be-richtet auS Friedau vom 7. d.: Heute nachts stieß der Gendarinerispostenführer dis Postens Frieda», Franz Schasfaric, in Jvankoszen aus einen bepackt« Mann. Ei stellte ihn, erhielt aber von ihm sosoit einen Pistolenschuß in die rechte Brustseite, der die Lunge verletzte. Der Täter feuerte dann noch einige Schfse aus den Gendarmen ab. Trotz seiner schwe-ren Verletzung konnte Postensuhrer Schaffaric den Manu mit einem Schusse niederstrecken. Im Ruck-sak des Toten sand man geschlachtete Hühner, Schnopz und Wei», die von zwei in der Nacht zum 7. Juni begangene» EmbruchSdiebstähle» herrühren, sowie verschiedene E ubruchswcrkzeuge. 34 Hlihner gestohlen. Die Keuichlerleute Jakob, Antvnia, Anna und Maria Romih aus St. Michael, Gemeinde Süsfcnberg, bildete eine ge-fährliche DiedSd uide, deren Raubzüge nur auf Hüh-ner gerichtet huren. In letzter Zeit stahlen sie der Maria Jmensek 2 Hühner, Rosa Kampufch 2 Hüh-ner. Johann ! vreucal 5 Hühner. Anton Pacica 2 Hühner, i'Jiaria Krumpak 3 Hühner, Maria Stiplovse.' ."> H • er. Binzenz Topolovsek 2 Hühner, Franz Rlitier i Hühner, Maria Seba 3 Hühner, Theresia Host 3 Hühner, Barbara Rak 5 Hüh-ner. deien G»snmtw ^ iniiten sind Zuletzt wollten sie drm Besitzer * - Kodric in Untergabernik mehrere Hühner stehle wurden aber von den Hausse-nossen ertapp' > ' Kodric selbst erfaßte den Jakob Romih, der i - ofo-t mit dem Erschießen drohte. AuS Furcht hr *?•. Dieb wieder frei, er- stattete jedoch die L»t«igt, aus Giund der endlich der DiebSbaude das Handwerk gelegt werden touute. So wird durchgehalten (!) — An de» Besitzer eine« großen Gasthofes in Vad Jschl ist von einem Wiener ei« Schreibe« eingelangt, da« sich vorerst aus die Kundmachung der Bezirk«-hauptmannschast in Gwunden bezieht, mit der ver-lautbart wurde, daß an Saisongäste keine Leb«««-mittelkarten auSzesolgt werden, ferner keine Gewähr für eine ausreichende Lieferung von Leben« nittrt geleistet wird usw. Dann schreibt der Betreffeode wört-lich folgende« : Nachdem ich und meine Frau zur Kur nach Jschl gehen wollen und wir, wie ich JHnea schon geschrieben, Mitte Juni hinkommen wollen, wollen wir dies nur dann tun, wenn wir auf die »ollstän-dige kurgemäße Berköstigung it vollster Sicherheit rechnen können. Demzufolge ersuche ich Sie, mir s«l< gende Erklärung gefälligst einsenden zu wollen. „Ich übernehme Ihre und Ihrer Frau voll-ständige Verpflegung in meinem Hotel und verpflichte mich ihnen beiden zu geben: 1. Zum Frühstück jeder Person ein großes GlaS Milchkaffee und 2 bis 4 Stück Zwieback oder Weißgebäck. 2. Zu Mittag jeder Person I Suppe, 1 Fleischspeise, 1 Gemüse oder Salat »der Tunke, 1 Mehl« speise und l Brot. 3. Zum Nachtmahl jeder Perlon 2 Eier oder daraus bereitete andere Speise. 2 Gemüse oder Hül-senfrüchle oder Fleischspeise sür Sie und eines der vorher angejahrten für Ihre Frau. Sollte ich aus welchem Grunde immer Ihnen diese Nahrung nicht beistellen oder in noch kleineren Po tlonen, als selbe im vorigen Sommer waren und Sie sich dadurch veranlaßt ftben, mein Hotel zu verlasien, so verpflichte ich mich, Ihnen sämtliche Kosten und Spesen der Her- und Rückreise nach Wien 2. Klasse Eilzug mit Reisegepäck, Wagen zur und von der Bahn in Wien samt allen Nebenspesen noch beim Verlassen meines Hotels sosort in barem zu ersetzen." Rasche Entschlüsse nur sind zu fassen! wehe dem säumigen; er wird es dereinst gewiß bereuen: Sechste Rriegsanleibe ist ein gutangelegtes hochzinsliches Vertpapier! Nuchhanökung Writz Nasch Rathaus ♦♦ mi\: . . Rathaus gaise I »» Raim « » gane 1 | Schrifttum. Das Mieterschutzgefetz. Erläutert vo« Dr. Moriz Sternberg, Hos- und Gerichtsadvokat 2 K. (Verlag M. Breitenstein, Wien, 9./3Währin' gerstraße 5.) Die vorliegende Arbeit gibt eine gründ-liche Erläuterung der neuen Verordnung, welche die weitesten Kreise der Bevölkerung in ihren wichtigste» Interessen lebhaft berührt. Sie sieht auch ih>e Aufgabe darin, die zahlreichen Lücken und Unklarheiten, die in der Praxis zweifellos aufscheinen werden, auS-zufüllen, beziehungsweise klarzustellen. Damit hat sich diese Arbeit ein Ziel gesteckt, welches sür die An> wendung dieses wichtigen Gesetze» von besondere» Werte ist, so daß die Anschaffung dcS Buches gc« >viß wärmstenS empfohlen werden kann. Der Autor dieser Arbeit, Dr. Moriz Sternberg. ist bereit» durch seinen umfasserden Kommentar zur neuen Entmüo digungsordnung (2 Bände, Wien, M. Breitenstein) nicht nur bei den Juristen, sondern auch in weitere» Kreisen rühmlichst bekannt. Vermischtes. Die Verleumdung« Maschine, welche dir Entente vor nun bald drei Jahren in Betrieb gesetzt, arbeitet unverdrossen weiter. Hier die neuesten Still-chen: Ententeblättcr verbreiten, daß dcr in enzlischl Gefangenschaft geratene Flieger Prinz Friedrich Äiit von Preußen, der in der Gefangenschaft seinen W»»-den erlege» ist, vor feinem Tode den Wunsch geäußert habe, noch einmal seine Frau sehen zu dürfen. französischen und englischen Behörden hätten nun dar» Vermittlung Spanien» ein Gesuch nach Deutscht«» befSrdert, was aber zurückgekommen fr" nr luberd« die Vermerkitng quer über den T- t j \ , hitte: „Abgelehnt. Wilhelm I. Tv. Daran ;.a nun da: itummtt 48 Deutsche Wacht ©tut & 6tntxu»unK^I^enb*|t*rM)ej^^nKi)^ . ItateilCUhliHK Sei e 6 f»eu1s(h« Wacht Nummer 48 Möbliertes Zimmer ruhig, ist sogleich zu vergeben. Anfrage: Schulgasse 11, I, Stock links. Kaufmännisch gebildeter MANN gesetzten Alters sucht entsprechende Stelle oder Beschäftigung. Geneigt» Anträge sind unter .Streng reell* •in die Verwaltung des Blattes erbeten. 2300Ü •:u vermieten. Aufrage bei J. Sager, 3abnhofgasse. Kleine Villa nebst 2 Joch Grund in schöner Lage bei St. Paul b. Pragwald im Sanntale preiswert zu verkaufen. Adresse in der Verwaltung d. BI. ssooi Wegen Abreise verschiedene Möbel und Antiquitäten sowie verschiedene Wirtschaftsgegenstände zu verkaufen. Puntigamer Bierdepot, I. Stock. Schreibmaschine erstklassige Marke, mit sichtbarer Schi ist, zu verkaufen. Adresse in der Verwaltung d. BI. 23014 Krapina- Töplitz (Kroatien) Auskauft and Prospekt gratis. heilt Gicht Rheuma Ischias. Abgespielt« und gebrochene Grammophon-Platten einerlei welcher Marke, werden gegen neue, erstklassige Schallplatten laut Katalog umgetauscht, eventuell zu Höchstpreisen gekauft. = Schallplatten-Fabrik Haussen, Bodeubaeh-Obergrund. = Bucheinsicht Buchhaltung, Revision, Beaufsichtigung und Neueinrichtun? von Buchhaltungen sowie Aufstellung von Bi/anzen übernimmt tüchtiger Fachmann. Zuschriften an die Verwaltung des Blattes. A. Möbliertes ZIMMER separiert, ist zu vergeben. — Insel, Villa Adele, parterre links. Gasthaus hier oder auswärts, wird von gewesener Wirtin auf Rechnung genommen. Auch gegen Kaution. Anträge an die Verwaltung d. BI. 23013 empfiehlt sich für alte und neue Sachen. Geht auch auswärts. Ma2dalenaKindIhofer,Oberkötting4', Harauna-, Angora-•md musische Kaninchen ia jedem Alter nd kosten 2 Monate alte Tiere 6 K, t Monat« alte Tiere 12 K, 6 Monate Jt« Tiere 18 K, s Monate aPe Tiere 21 K, '0 Monate alte Tieie 30 K und tr&cbtwe fiere 36 K samt Garantie guter Ankunft. \1b Flewchlieferanten empfeV.e ich befion-t«m die französischen Vfidderkaninchcn, elgifchcn Biesen, Lothringer Biesen nnd ie Biesenschecke». Max Pauly, Bedaktcar, vöflach in Steiermark. Visitkarten Vereinsbuchdruckerei Celeja. Ausweis über die im städk. Schlachchause rn dcr Woche vom bis 10. Juni 1917 vorgenommenen Schlachtungen, sowie die Menge nnd Gattung des eingeführten Fleische?. Name beS Fleischers Junger Ludwig . »osiär Lubwiq . Le.kojchek Jakob Pleviak Franz . Rebeusckegg Joses EeUak Fran» . . Eteljer Ioies . . San» Viktor . . Brack Peier . . Gastwirte Private csiftliKtimnftcn ei«flcfiÜ|Etce in qan,«n €tUrffn •s ■& iß u es es .5 £ a OS " -S. F 8 n §> ff« »i) (i) aö 1 1 > I 4 2 35 - | a a, ' 1= u ? 5 1 ^ 1 J «j Eingeführtes Fleisch in Kilogramm 'S ■€■ U> U k H n «S _ e — -fr •0 5 | 8 03 0 K. k. pnv. Klavierfabrik M. ROPAS CILLI, Laibacherstrasse:: KLAVIER-NIEDERLAGE und -LEIHANSTALT = Grösste Auswahl erstklassiger Flügel und Pianinos von Hoffirmen : ------- Hofwann & Czerny, Lau berger &. G/oss, Schweighofer Massige Preise. Stlllgl HN fol't)Cl 1' & Petrof Massige Preise. Llätter zur Unterhaltung und Belcbrung für HauS nnd Familie. K-»-ta«sSetta«e der ^Deutsche» Wacht" i« SUN. Nr. 24 Die (CUaiiP erscheint j»d«a Sonntag al« unentgeltliche Beilage für die Säest* j |q| y >« »Deutschen Wacht". — Sinzeln ist „Die Südmari- nickt lüusii» «Nachdruck verboten.) von BrullMl. Griginalroinan von Karl Cd. Klopfer. „Versuchs I" wollt« er damit jagen „Eröffne dich ihr! Was anderes wird hir chnehin nicht übrig bleiben. Aber mach dich gefaßt daraus, daß sie dich mit der Gewalt der edlen Einfalt auf die gerade Linie zwingt! Dann mußt du doch dort aufhören, wo du gleich hättest ansangen sollen: ohne dich dem Verdachte unlauterer Vorbehalte auszusetzen." Schönhag warf di« Hand von sich, als gälte es wirklich, einen lästigen Mahner zuiiitfzuweisen. Er sarid es schwül in dem Zimmer. Im Aus- und Nie-vergehen holte er tiefer fttem. Nie hatte er seinen Sohn so gut verstanden wie jetzt, wo er ihn mit seiner „weiblichen Abart" verglich. ..Im Blut" haben sie« beide. Natürlich — die Verwandtschast v elleicht auch buchstäblich genom. men. JedensoUS passen sie samos zusammen. Ein Blitz schlug in diesen Gedanken. Mit einem Ruck blieb Schönhag stehen. Robert und Marta — ein Pac>r! ? DaS wäre auch eine Lösung. Die beste, die schönste, die ein-fachst: vielleicht. Haus Schönhag aus neuer Grund-läge. Damit ein neues Blühe», ein Gedeihen für und für. Besser hätte es auch der Mann auf Grünau nicht meinen können, als er „an Helminens Nachkommen gutmachen wollte, was einst ein unbarm-herziger Vater" verschuldet hatte. Ja, wenn man es mit Marta allein zu tun hätte! Wenn man ihr nur zu sagen brauchte: .Komm zu un», zu deinen Angehörigen, zurück zu deiner Familie!" Man würde sich leichtlich mit ihr verständigen. „Hier ist Robert — steh dir ihn a.,l Erfassest du nicht mit dem ersten Augenblick deine Aufgabe, mit ihm zu teilen, waS dir ein launischer Federzug des testierenden Großohms in den Schoß geworfen hat?• Robert freilich, der wäre am Ende trotzdem im stände, abzulehnen. Aber wenn sie ihm dann darin«, daß sie seine Unbeugsamkeit als Beleidigung emp-sände? Sollte ihrem liebenswerten Wesen nicht schließ-lich auch sein junges Blut entgegendrängen ? Da kam eS daraus an, wie tief die Wunde saß, die er auS dem Verzicht auf feine Mizji davongetragen halte. Die kleine Komteß — pah! Helminens Ur-enkelin brauchte da wahrhaft nicht zurückstehen. Nur diesen Herrn Hobrech», den müßte man sich genauer besehen, ehe man weiter an solchen Lust-schlössern baute. Als Marta zurückkam, schien sie darauf zu rechnen, daß der fremde Herr zu dem Entschluß ge-kommen sei, seine Austräge anderSwo anzubringen, wo man williger zugreisen würde. Schönhag fügte sich dieser Auffassung, indem er von gelegentlichem Wiederkommen sprach. E» sollte nur, wie die übliche Ausrede klingen, mit der man einen Kaufladen verläßt, wo man das Gewünschte nicht gesunden h^t. Im Stillen nahm er sich vor, sich beim Hausbesorger nach dcr Stunde zu erkundigen, wo er HanS Hobrecht selbst anzntref. fen hoffen konnie. Während er sich langsam die Handjchuhe anzog, sprach er noch von ihrem Beruf im allgemeinen. Sie arbeitete größtenteils für eine Firma dcr kirchlichen Tcxtilbranche. — Keine Kundschaft in Adelskreisen ? Nur hie und da. — Von ihrem Vater sprach er kein Wort mehr. Doch als er schon im Gehen war und sie ihm mit höflicher Zurückhaltung das Geleite gab, führte ihm ein günstiger Zufall urplötzlich seinen Mann in den Weg. Marta hielt unliebsam überrascht inne, wie sie auS dem V»rraume zwischen Küche und Zimmer den diöhnenden Schritt vernahm. Zm nächsten Augenblick flog unter einem schwerfälligen Zugriff dic Tür auf. — Das war Herr Hobrechi. Zu durchaus ungewohnter Stunde, wie seiner Tochter anzumerken. Schönhag wich dem breitspurig Eintretenden mit hochgezogenen Augenbrauen aus. Der hemmte beim Anblick des Fremden etwas verwundert den Lchritt und grüßte, indem er erst jetzt den abgegriffenen Echlapphut abnahm und so das struppige graue Haar entblödte, daS wie die Ueberwucherung feines ver-wilderten Bartes aussah. WaS für ein Gegensatz zwischen den zwei ein-ander gegenüberstehenden Mannern! Beide starke Fünfziger. Dcr Maler nach dem Bericht der Aus» suRttei sogar um ein paar Monat jünger als der andere. Der elegante, wohlgepflegle Aristokrat, ein schöner, kraftvoller Mann trotz seiner grauen Haare, jede Muskel in rationellem Sport gestählt, frisch und appetitlich erhalten bis in die Fingerspitze» — und dieser zerknitterte Alte, der vielleicht weniger in sei-ner körperlichen Konstitution, als gerade in feiner patzigen Art, sich robust und strotzend zu geben, den Eindruck des Abgetackeltcn machte. Dem einen hing der Lebenödaum noch voller Früchte, der andere mühte sich sichtbar gegen seine eigene Ueberzeugung, den Ausrechten zu markieren. Schönhag ließ einen kalt prüfenden Blick über den Menschen gleiten. Dic Tochter — Aristokratin, ja, aber der Bater: das ist der echte Enkel dcs Kunstzigeuners, den KlemcnS Schönhag die Treppe hinavgeworfen hat. Daß Herr Hobrecht sich heute vielleicht anders dargestellt hätte, wen» Pcpi SchönhagS Testament gleich nach feinem Tode zur Geltung gekommen wäre, von diesem Gedanken ließ er sich nicht belästigen. Er zauderte uuch nur die paar Sekunden der erste» gegenseitigen Beobachtung, um dann mit Be-fonnenheit die Gunst dc» Augenblickes zu erhäschen. Ob er daS Vergnügen mit Herr» Hobrecht habe. — Ja? — DaS treffe sich gut. — Und ehe eine Minute um war, hatte er sei* Anliegen an den Mann gebracht. Er habe auf feinem Schloß übrigens nicht nur Gobelin», sondern auch alte Gemälde, deren Wiedeiherstellun^ sich vielleicht verlohne. Er habe sich längst gewünscht, darüber einen Fachmann zu vernehmen und würde sich freue«, wenn Herr Hob-recht ihn an Ort und Stelle besuchen wolle. Marta ließ ihn nicht ausreden. Bater sei so sehr in Anspruch genommen, daß er kaum einen Tag erübrigen könnte. Da fuhr Hobrecht mit einem hölzernen Aus-lachen dazwischen. .Halt, mein Kindl DaS hat sich gerade ein Bißchen geändert. Wie du mich siehst, hab ich meinem alte» Ausbeuter soeben die Brotrinde vor die Fiße geworfen." «Das heißt, dich wieder einmal mit ihm zer« stritte» — und wirst dich wieder mit ihm versöhnen, wie so oft." „Wenn ich aber durch den Antrag dieses Herrn just Gelegenheit fände, mich wirklich von ihm zn befreien? Und wärS auch nur für ein paar Wochen, daß der Schubjak wenigstens lange Zähne nach mir kriegt. Weißt du, was er sich herausgenommen hat? Ich soll buchstäblich nur noch das trockene Brot von ihm haben, das lro—tfe—ne! Keinen Tropfen Wein mehr bei der blödsinnigen Arbeit. — Sagen Sir, mein Hcir: muß eine Maschine nicht geölt werden, wenn sie sunkiionieren soll? Eine Maschine bin ich ja le>der GolteS bei diesem Kunsttrösler, Aber dann soll er mich ordentlich in Gang halten. Es ist kaum zu glauben: verweigert mir der Filz den Vorschuß zu meinem gewohnten Frühschoppen!" Holuecht warf feinen schmierigen Kalabreser mitten ins Zimmer lind reckie beide Fäuste gegen Himmel, ohne sich an die scheue unv entsctzcns?olle Miene der Tochter zu kehren. Desto aufmerksamer betrachte sie dcr Baron: wlc sie mil herabgesunlenen Aimen vor ihm stand, die Finger krampfhaft ineinander vernotet, die Un-terlippe zwischen den Zähne», dic Auge» zu Bodcn gerichtet, daß man nur die langen Wimpern sah. Jetzt verstand er, daß sie sich des Balcrs schämte, des Trinkers, den sie in ihrer Odhut hielt. Darum wollte sie nicht, daß er ihm Arbeit gebe. Vielleicht hatte sie daS Schlimmste zu befürchten, wenn er ihrem hemmenden Einfluß entzogen wurde. Marta mußte das Auge dcs Fremden aus ihrem Gesicht fühlen. Sie kehrte sich ab und suchte sich dem Vater zu nähern. „Lass mich!" polterte er. Lauge» Schrittes durchmaß er das Zimmer, mit nervösen Händen bald in seinem Bart wühlend, bald sie inS Leere ausreifend, als hasche er nach Trugbildern. .Sorg lieber sür einen anständigen Trunk! Mir verdorrt die Zun.e im Hals. Bei eiium Glas Wein können wir mit dem Herrn gleich alle Verabredung treffen. Es ist gute altdeutsche Sitte, ei» Geschäft zu be-gießen. Ein ehrliches Geschäft, ja, endlich ein ehr-lichcS! Das wünsch ich mir immer. Und heute fühlt mir mein guter Genius einen wahren Kunstliebhaber in den Weg." Er schwenkte nach dem Baron herum, um ihm mit eiwaS theatralischer Geberde die Hand zu schütteln. »Ich bin der Ihre, mein Herr, so bald und so weit Sie nur wollen." Schönhag bemühte sich, einen lustigen Ton an- zuschlagen. .Sehen Sie. da kommt es uns ganz zu paß, daß sie sich aus Ihrem bisherigen Verhältnis ge-löst haben. — Mein Fräulein, ich hoffe, daß Sie jetzt ebenfalls aunkhmen werden. Ich begreife: Sie wsllten nicht ohne den Vater in einen Antrag ein-gehen, der Sie aus dem Haufe führen soll, und Herr Hobrecht sollte' ebensowenig ohne Sie nach auswärts, wie? Nun sehen Sie, wie sich die Sache ganz von selbst macht! Herr Hobrecht ist srei, und wenn Sie ihre gegenwärtige Arbeit nicht schon in den nächste» Tagen hier vollenden können, so nehmen Sie sie einsach mit. Ich räume Ihnen beiden einen ganzen Flügel im Schloß ein. Da können Sie sich nach Gefallen einrichten und haben den angenehm» sten Sommerausenthalt, denn, daß Sie und Herr Hobrecht für mehrere Monate bei mir Arbeit finden werden, ist sicher. Und drängen werde ich Sie gerade auch nicht.* Marta wollte mit einiger Befremdung bemerken, daß der Herr von außerordentlicher Güte fei, aber der Bater ließ sie nicht zu Worte kommen. „Das ist ja ein Treffer für unS!* schrie er sie lachend an, faßte sie um die Mitte und schwang ein Bein wie zum Tanz. „Kindel, so freu dich doch! Hinaus aus dm Stadtschmutz, auS dem ewigen Ruß, aus den finsteren Gaffeln — aufs Land, in Gottes freie Natur! Von der Früh bis aus die Nacht unter einem ordentlichen Stück Himmel atmen, Waldlust, Maienlnft---Sie habt» doch Waldungen, Herr . . ." Schönhag ließ ihn daS „Herr" ruhig aus-schnarre», aus daS cr mit der Nennung seines Na« menS hätte einspringen sollen, und bejahte. Er schil-derte die Reize deS ChayataleS an der mährischen Grenze. „Ah — dort oben?" — Hobrecht tat einen tiefen Atemzug . . . „Sehr anmutige Gegend, sehr anmutig." „Sie kennen sie natürlich?" Hobrecht kraute sich versonnen den Bart. „Bin nur einmal dort gewesen und schon vor vielen Jahren. Lang, lang ists her. — Na, Nebenfach! Wie heißt die Oitfchaft und Ihr Schloß, wenn man fragen daif?" „Grünau.' Dem Freiherr« merkte man nicht an, wie schwer ihm daS kleine Wort fiel Den Maler griff es förm-lich an, uno auch Marta entlockte es einen halben Laut der Ueberrafchung. Hobrechl drehte den Kops nach ihr. .Du hörst es auch erst jetzt? Hat dir den» der Herr nicht gesagt —? Und mit wem wir eigentlich die Ehre haben?" Sie verneinte mit einer Geberde, nun selber voller Spannung gewärtig, daß der Fremde endlich sein Namensgeheimnis lpfte. Der tat tS mit einer flüchtigen Berneigung. Schönhag?'. Das übte eine Wirkung die eine:l Unwissenden in Verwunderung setzen mußte. Und der Träger dieses Namens wollte eine solche Ver wundcrung ja ausüben. „Sie erschrecken ja geradezu, meine Schätzbaren. Warum das?" „Und unser Name?" trat ihn der Maler hastig an. „Sollte er Ihnen so gänzlich unbekannt sein? Eiinnern Sie sich nicht?" „Woran?" machte Schönhag mit trefflich gemachter AhnungSlosigt^i«. Der Maler bog den Kops in den Nacken, sei» Gegenüber wie ein Studienobjekt ins Auge fassend. .Warten Sie, warten Siel Sie müsse» — ja. natürlich, Sie müssen der Freiherr Ferdinand von Schönhag sein." „Der bin ich allerdings. Und Sie kennen mich erkennen mich?" . . der Sohn des Baron Alois, ter vor achtundzwauzig Jahren seinen Vetter Jofef beerbt hat." — „Derselbe. Aber was weiter? Erklären Sie mir doch . . Hobrecht erleichterte schnaubend feine Brust und wechselte einen besorgten Blick mit dcr Tochter, ehe er Antwort gab. Sein Ton war von Bitterkeit durchsetzt. „Wissen Sie nicht mehr von dem Mann, der damals zu Ihnen — oder vielmehr zu Jhicm Herrn Vater gekommen ist und sich als — einen Enkel dcr Helmine Merxwald, geborex?» Schönhag, vorge-stellt hat?" „Hobrecht?' — Schönhag fuhr sich nachdenklich über die Stirn. Dann schien eine Erinnerung in ihm aufzudämmern. ..DaS mir das entsallen konnte I Ich halte wirklich nicht im Entferntesten mehr . . . Bcr-zeihen Sie! Also Sie sind —? Aber da« ist ja ein merkwürdiges — Spiel dcs Zufalls. Ich bin aus« Höchste überrascht. Da sind wir ja eigentlich — sozusagen — verwandt miteinander?" .Einigermaßen. Ich und Sie, Herr Varo», wir haben einen gemeinsamen Urgroßvater: den Freiherr» KlemenS, der seine einzige Tochter verfluch« und ver« stoßen hat." Jetzt „ging ein Engel durch daS Zimmer." Schönhag zupfte an den Nähten seiner Hand« schuhe, Marta sah regungslos, mit Betrübnis aus den Vater. Der zerrieb etwas zwischen den Fingern und starrte i»S Weite. Er sah offenbar, wie sich die Fata Morgana der Grünaucr Gastfreundschaft ver-flüchtigte. Verstohlen tastet Marta nach feiner Hand. Es war etwas unendlich Rührendes in dieser Bewegung. Schinhag nickte ihr zu, als wollte er ihr abermals sagen: Ich verstehe Sie! Weil ihr ganzes Mühen und Schaffen nur um dieses grauhaarige große Kind an ihrer Seile ging, führte auch nur über den Vatcr dcr Weg zn ihr. DaS mußte berücksichtigt werden. „ES ist mir natürlich überaus peinlich, meine Herrschaften, an dcr Vergangenheit gerührt zu haben." „An d:e peinliche Vergangenheit, meinen Sie." Hobrecht lachte wieder sein mit der Welt zer» falleneS Lachen, mäßigte sich aber sofort, als er MartaS bittenden Augen begegnete. Mit einer cn!« sprechenden Gebcrde gab er ihr zu verstehe», daß er sich an die Zügel nehmen wolle und redete dann im veränderten Tone zu dem Freiherr». Es klang nicht mehr erbittert, nur sehr müde. „Ich habe viel eilcbt in diesen achlundzwanzig Jahren, Sie dürfen mirS glauben, und wenig Gu» tcS, Wie ich damals bei Ihnen aus Grünau war, hab ich eben mein erstes Kind verloren gehabt: meinen Schorsch. Sechs Jahre darnach — bei der Geburt meines Mädels da — ist mir auch die Frau gestorben. Vou der Stund an hab ich eigentlich erst gemerkt, wies mit mir abwärts gegangen ist. Und diß ich die ganze Zeit bis dahin nur von den Ein-bildungen gelebt hab. Bor Ihnen, da war ich noch stolz — mein Golt, erst dreißig! — Da hab ich noch die große Zukunft vor mir gehabt und meine üble Lage immer nur als daS augenblickliche Mißgeschick angesehen, daS sich nächstens ändern müsse. DaS sogenannte UebergangSstadium — daS ewige!" Marta wollte ihn unterbrechen, ebenso der Baron, der allerdings im Augenblick nicht recht wußte, ob ein Anruf an semen Ehrgeiz am Platze fei. Hobrechl ließ sich nicht abbringen. ES mußte ihm zu einer fellfamen Befriedigung gereichen, die Zcu' genschas« deS „reichen Verwandten" zu benützen, um einmal mit unbarmherzigem Rechenstifte die Bilanz feines verpfuschten Lebens zu ziehen. „WaS will man denn? ES ist ja eine schöne Sache um daS Selbstvertrauen eines jungen ManneS. ES gibt einem Halt und Rückgrct. — Wissen Sie, was ich heute möcht, das geschehen wäre? Daß ich bei meinem Vater das ehrsame Drechslerhandwerk erlernt hätt und meinen Arbeitstag an der Dreh-bank ableisten könnte." „O, «! nicht doch", warf Schönhag mit höflicher Abweisung ein. „Nein, Ihnen will ich es gestehen: der Künst» lertraum ist ausgeträumt." „Sog das nicht, Vater!" MartaS Stimme klang streng Sie mißbilligte es entschieden, daß er seine Lebensberichtc vor einem Manne ablegte, den sie jetzt sast als einen Feind anzusehen geneigt war. Auf Schönhag richlete sie auch den Blick, während sie Hobrecht zuraunte: „Du sollst dich nicht aufgeben. „Ich, ich glaube an dichl" tFortletzuriq svlgt.) Vermischtes. Unsere Zentralwirtschaft. Ueber die Futtermittelzentrale weiß die ,Reich«post" folgende nied-liche Dinge zu erzählen: Direktor dcr Futtermittelzen. träte ist ein gewisser MargulieS (3Ö.OOO K Gehalt), seines Zeichens MaiShändler und selbstverständlich Jsrae» lit. Sein Sohn Otto MargulieS ist hochbezahlter Air-gestellter der gleichen Zentrale. Sein angehender Schrote, gersohn Hirsch hat als Juvelenhändler früher nie etwas mit Futtermitteln zu tun gehabt; jetzt ist er Leiter der Abteilung für Wiener Pferdefutter. Ein in ber Futter-mittelzcntrale beschäftigter Herr Hahn ist Schwager dei MargulieS de« Netteren. Ein anderer Schwager de« Direktor«, Herr Lerner, bekleidet ebenfaU» eine leitende Stellung in der Zentrale. Ein Veiter de« Margulie«, namens Sitbermann, ist Beirat für die Lebensrnittel-Versorgung der Beamten der Futtermittelzentrale. Kas» senarzt für die Beamten ist ein Better -de« MargulieS, ein gewisser Dr. Sternberg. Unter den etwi hundert Schreibsräulein« (ebenfalls alle molailch) befindet !ich eine ganze Reihe von Nichten, Eoustnen usw. des Herrn MargulieS sowie seiner Verwandten und Geschäs!«-freunde. Früh?» Angestellte der Firma MargulieS sind die Herren Landmann, Boxer und Svira, die zum Teil hochdotierte Posten in der Futtermittelzentrale einneh-men. Der MaiSgeschäitSkoinpagnoi, de» MargulieS, ein * Herr Urban, ist AbteilungSchef iu eben derselben Zentrale. Oberreviden» ist ein Herr Pollak, ein Schwager de« bereit« obenerwähnten Herrn Hahn, der seinerseits wieder ein Schwager de« MargulieS ist. An leitender Stelle befinden sich sonst noch die Herren Rechnefter, Deutsch, Fischmann, Fischer, Äraf usw., lauter Duz-freunde de« MargulieS, zum größten Teile ungarische Händler und selbstverständlich Juden. Da» obgenannte Blatt frägt mit Recht: Verstehen von der Gebarung mit Futtermitteln wirklich nur die FamilienangehSrigen, Verwandten und Bekannten de« Direktors der Futter» mittelzentrale etwa«? Entspricht eine solche Persona-lienpolitik in einem staatlichen Amte dem Dienstregle« ment? Ist derlei vertrauenerweckend? Ist eine solche Zusammensetzung der Futtermittelzentrale etwa der rich-tige Ausdruck jener Bevölkerung«schichte, die bei uns Futtermittel erzeugt und Futtermittel braucht? ** De«tsch- M«cht ____ e«t« 7 Die entseheidenden Tage sind nun angebrochen. Die letzte Woche hat begonnen, die unseren finanziellen Sieg vollenden soll. Habet Jhr alle €ure Pflicht getan? Warst Du dabei ? Hast auch Du daran gedacht? Nur wenn alle, Mann für Mann, antreten, kann das grosse Ziel erreicht, kann unsere unerschöpfliche Kraft bewiesen, kann der nahende Friede beschleunigt werden. Kurz ist nur noch die Zeit, in der auch der letzte Manu sich grosse finanzielle Vorteile sichern, sein Vermögen mehren und sein Teil zur künftigen Grösse des Vaterlands beitragen kann. Aber es muss jeder heran! I Man wartet noch auf die Säumigen! Die Zeit des Ueberlegens, des Zauderns und Zögerns ist vorbei! Es gilt zu handeln Jeder gehe hin, jeder tue seine Schuldigkeit. Jeder zeichne Kriegsanleibe! Zeichnungen nimmt entgegen und alle Auskünfte über die Vor- nahme der Zeichnung erteilt die k. k. priv. ; Union-Bank Filiale Cilli. Seite 8 Deutsche Macht Wnroer 48 )i Zeichnungen auf die sechste österreich. Kriegs-Anleihe nimmt entgegen die Sparkasse der Stadtgemeinde (LiÜl Die Zeichnung beginnt am 10. Mai 1917 und wird Freitag den 22. Juni 191?, 12 Uhr mittags geschlossen. Der Zeichnnngspreis der steuerfreien 5.50% amortisablen Staatsanleibe beträgt . K 92.50 worauf wir eine Vergütung von '/z°/o gewähren, das sind.......... —.60 Nach Abzug dcr Vergütung beträgt demnach der Zeichnnngspreis....... K 92.— Die Stückzinsen werden mit 1. Mai 1917 verrechnet; der Zeichner hat daher 5.50°/« Stückzinsen vom 1. Mai 1917 bis zum ZahlungStage zu vergüten. Die Zinsen dcr Abschnitte zu 100, 200, 1000, 2000, 10.000 und 20.000 Kronen werden in halbjährigen Raten am 1. April und 1. Oktober eines jeden Jahres und bei Abschnitten zu 50 Kronen in ganzjährigen Raten am 1. April eines jeden Jahres nachhinein ausbezahlt. Da das Zinsenbezugörecht jedoch schon mit 1. April beginnt, anderseits aber bei Abrechnung der Anleihe die Stückzinsen ab 1. Mai 1917 in Rechnung gestellt werden, so erwächst für den Zeichner der Vorteil eines einmonatigen Zinsenge-winneS, wodurch sich der oben angeführte Zeichnnngspreis von Kronen 92.— auf K 91.54 verringert. Der Zeichnungspreis der steuerfreien 5.50"/o, am 1. Mai 1927 rückzahlbaren Staatsschatzscheine beträgt. . K 94.— worauf wir eine Vergütung von '/z °/o gewähren, daö sind.......... —.50 Nach Abzug der Vergütung beträgt demnach der Zeichnnngspreis.......K 93.50 Die Stückzinsen werden mit 1. Mai 1917 verrechnet: der Zeichner hat daher 5.50°/» Stückzinsen vom 1. Mai 1917 bis zum ZahlungStage zu vergüten. Die Zinsen werden in halbjährigen Raten ani 1. Mai und 1. November eines jeden Jahres nach-hinein ausbezahlt; der Kapitalsbetrag wird am 1. Mai 1927 zurückgezahlt werden. Die Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli gewährt unter denselben Bedinguugeu wie die Oesterr.-Uug. Bank gegen Hinterlegung dieser oder der früheren Kriegsanleihen als Deckung bis zu 75°/« des Nenn-wertes Darlehen zum Zwecke der Einzahlung auf diese Kriegsanleihe. Ueber die näheren Bedingungen, sowie über die Arten der Zeichnungsmöglichkeiten, gibt die gefertigte Anstalt bereitwilligst schriftlich oder mündlich Auskunft. Die Kriegs anleih e ist ein Papier erster Güte und sicherndem Zeichner eine günstige Verzinsung des angelegten Kapitals. Unter Berücksichtigung des Zeichnnngspreises von K 92'— und des einmonatigen Zinsengewinnes stellt sich das Erträgnis im Falle der Einlösung im Jahre 1923 aus 7-29°/0. Abgesehen von der außergewöhnlich günstigen und sicheren Kapitalsanlage ist es Pflicht jedes Einzelnen, zn einem glänzenden Ersolge nach Maßgabe seiner Mittel beizutragen. Bedenket, daß unsere braven Soldaten an der Front bereit sind, ihr Leben für das Vaterland zu opsern; bedenket, daß durch den Heldentod so vieler braver Helden, vielen Familien ein unersetzlicher, ja auch uicht durch Geld zu ersetzender Verlust zugefügt wurde. Von diesen Gedanken geleitet, kann es Euch nicht schwer sallen, dem Staate das zu geben, was eine siegreiche Kriegführung an baren Mitteln be-nötigt. Das Leben eines gefallenen Helden ist für ewige Zeiten verloren; durch die Zeichnung auf die Kriegsanleihe verliert man jedoch nicht nur nichts, — denn der Staat ist ja verpflichtet die Anleihe zur Rückzahlung zu bringen, sondern hat auch eine ansehnliche Verzinsung seiner Ersparnisse erreicht. Es bleibe keiner zurück und zeichne auf die sechste österr. Kriegsanleihe bei der Sparkasse dn Stadtgemeinde Cilli Schnitiettung. Berivoinmq. Druck uno Verlag: ÄertlnSbuchdtuane m tttUit. — Lerantwvrttichrr &itrr - Öuifco Vchidlo.