Nr. IM. Donnerstag, W.Inm 188«. 105. Jahrgang. Zeitung. Dis „?aidachci Hciluna" ?rschein< läglich nnl Nusnihinc be> Sonn und Feieltassl, Die Ud«lniftlatn ».'«.ftnklt sich NlblihosNrahe I5>, dir Mtdacti«» AUr»erftraße 15. — Nniroüliert« Vrle<« wcrdei: «lchl a»iic!wi»n,?,! uüd Manuscript»' nicht zurilsgefteNt, Amtlicher Theil. Sc. k. und k. Apostolische Majestät haw, mit ^höchster Entschließung vom 25. Mai d. I. aller-gnädiqst zu gestatten geruht, dass dem Oberfinanzrathe !>"d Vorstande des Nechnnngsdcpartcments der Finanz-^andesdirection w Graz Anton Ritter von Anrgcr "llässlich der von ihm augesuchten Versetzung in den bleibenden Rnhestcmd die Allerhöchste Zufriedenheit mit '"ner vieljährigen trencn nnd eifrigen Dienstleistnng bekanntgegeben werde. ». Ain 8. Juni 1««« wurde in der l. k. Hof- und Staats« Men>i das Stück XXIV der slowenischen M^al'e dei« ""chssscse^l'iattrs ausgeben und versendet. Uichtamtlicher Hheil. Verhandlungen des Ncichsrathcs. - Wien, «.Juni, Das Abgcordnetenhans hat, wie bereits gemeldet, Atm, die Generaldebatte über das Schwnrgcrichts-^ierllngsgesetz zn Ende gebracht nnd dasselbe in Mer Lesung mit großer Majorität als Grnndlage ." Specialdebatte, angenommen. Die Debatte war "'leressant nnd anregend nach manchen Seiten hin; ^Mpfend war sie nicht, nnd es will nns scheinen, , ^ üb kamn ein Redner dem Gegenstande ganz nnd f."" hätte Gerechtigkeit widerfahren lassen. Stets zog >'"1 die Erörterung in die Breite, niemals in die Tiefe. Herr Türk, der den Neigen der Oppositionsredner ^chl'tte, sprach — wir meinen das nicht ironisch — v'ttlich höchst amüsant. Wenn ein vor keinem Extrem !"lo keiner Cunsequenz zurückschreckendes Verleugnen Mn, was gewöhnlichen Menschen heilig ist, des "lUerlandes nnd seiner Ehre, nicht tragisch genommen wird — nnd das verdient Herr Türk entschieden Nicht — dann kann man die Rede entschieden nnr ^Misch finden, besonders wenn sie mit solchem Pathos ^rgrtragen wird. An Hciterkeitsansbrüchen hat es Mn anch wählend der Rede des Abgeordneten des ^oppancr Bezirkes nicht gefehlt. Uebrigens war ein,-^ von dem, was er sagte, speciell der Hinweis anf "e Nothwendigkeit, den Banernstand zu erhalten nnd ^ kräftigen, ganz zntreffcnd. H Ungleich bcdentender war selbstverständlich die Ade Dr. Herbsts. Der greise Führer der Linken Mrte sich anch keineswegs gegen das Gesetz, mit dem Princip desselben ist er einverstanden, er wünscht nnr eine präcisiertcre Stilisierung nnd eine Einschränkung von dessen Wirknngsdaner, Begehren, die naturgemäß in den Rahmen der Specialdiscussion fallen. Mit einem kleinen Seitcuhicb anf Herrn Gre'gr — nnd der Hieb war gar nicht unverdient — versprach Herr Dr. Herbst, er werde zum Gegenstande sprechen nnd nicht die ganze sociale Frage erörtern. Der löbliche Vorsatz war kanm ausgesprochen, nnd schon plätscherte der verdiente Staatsmann lustig im Fahrwasser der Nationalitätenpolitik! Die Laibcichcr Excesse wnrden hervorgezogen nnd gebürendermaßen gekennzeichnet. Dann rühmte Dr. Herbst in schwungvoller nnd warm empfundener Rede die Herzensgute, den edlen Charakter nnd die friedfertige Natur der Wiener. Anch da unterschreiben wir jedes Wort. Nnr fällt nns da eine classische Reminiscenz ein. Eicero erzählt einmal, dass er auf Nhodns einen Rhetor gehört habe, der eine längere Vertheidignngsrede für den Herakles hielt. Die Rede war sehr lang,' fehr gelehrt nnd sehr eindringlich nnd machte gewaltigen'Eindrnck anf die Zn-hörcr. Als aber der Redner ganz erschöpft geendet hatte, entstand doch die Frage, ob denn Herakles eine Vertheidigung bedurft habe. nachdem ihn niemand angeklagt hatte. ... Hat denn jemand die Wiener angeklagt? Und was soll dann die Polemik gegen den über Wien verhängten Ansnahmszustand, nachdem das Anarchistengeselz doch laut ausdrücklicher Erklärnng des Grafen Taaffe nnd des Freihcrrn von Prazäk eingebracht worden ist, um die Aufhebung des Ausuahmszustandes zu ermöglichen? Wie kann ein so eminent logischer Mann wie Dr. Herbst mit solchem Elfer eine offene Thür einrenncn! Anch Dr. Krouawctter verfiel in denselben Fehler, „idem er zu beweisen stichle, dass die Juni ein wertvolles ^nstitnt, ein wesentlicher Schutz der politischen Freiheit sei. Hat jemand anf der Rrgieruugsbauk das Gegentheil gesagt? Im übrigen gab der Abgeordnete fiir die Iosefstadt wieder eine Reihe von Facta znm besten, die Ucbcrgriffc von Polizeibehörden gegen die Arbeiter erweisen sollen, dabei sollte aber doch dem Inristcn Kruuawetter der Unterschied zwischen Anklage nnd Beweis nicht ganz fremd sein, und der Ab-geordnete Krouawetter sollte sich daran erinnern, dass er in einem früheren Zeitpunkt des gegenwärtigen Sessionsabschnlttes gelegentlich ähnlicher von ihm auf' gestelller Behauptungen eine Reihe amtlicher Widerlegungen erfuhr die von feiuen Behauptungen sehr wenig, wenn nberhanpt etwas, übrig ließen. Nicht etwa, dass wir der freicsten Kritik widerstreben; wenn ein ^Abgeordneter von Missbränchcn vernimmt, so ist es !bloß sein Recht, ist es seine Pflicht, sie an die Oeffent-lichkeit zn bringen, aber mit einem Vorbehalt. Die Beschuldigungen müssen erwiesen und nicht bloß behauptet sein, und gegen diesen Canon scheint uns Herr Dr. Kronawetter gestern gesündigt zu haben, wie er schon einiqemale dagegen recht arg gesündigt hat. Und das machen wir ihm, der nie ein extremer, aber durch nnd durch ehrlicher Politiker ist, znm Vorwurf. Die Anklagen des Abg. Kronawctter blieben denn auch nicht lange unbeantwortet. In der heutigen Sitzung schon hat Iustizminister Freiherr von Prazäk Anlass genommen, die Bemerkungen des Abg. Herbst und insbesondere die Anslassnngen Kronawetters gegen die Polizei entschieden zurückzuweisen. Die hentige Sitznng halte folgenden Verlauf: Bei Uebergang zur Tages-ordnnng wurde in erster Lesnng der Gesetzentwurf, betreffend die Witwen- und Waisen-Militä'r-Vrrsorgung, dem Wehransschnssc zugewiesen. Hierauf wurde in die Specialdebatte über das Gesetz, betreffend die Gerichtsbarkeit in Strafsachen, denen gemeingefährliche socialistische Bestrebungen zn-grnnde liegen, eingegangen. Zn tz 1 erinnert Abg. Nenwirth an die Beziehungen der Führer der Rechten zn den extremsten Socialisten (Rufe links: Peutert!). Er findet durch alle Socialistenprocesse den Beweis erbracht, dass dem Richterstaudc das Verständnis für die socialistische Bewegung fehle. Auch seien in den bestehenden Gesetzen hinreichende Mittel gegeben, um die anarchistische Bewegnng zu treffen. Die Vorlage mache keinen Unterschied zwischen Anarchisten nnd Socialisten. Es sei nothwendig, dem Richter bestimmte Grenzen zu ziehen. Das Gesetz müsse genau bezeichnen, was getroffen werden soll nnd müsse bezeichnen . dass nur der Anarchismus getroffen werden soll. Redner beantragt demnach: in ij 1 sei statt der Worte: «solche socialistische Bestrebungen» u. s. w. zu sctzeu: «anarchistische, auf dcn gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen». Ebenso sei im Titel des Gesetzes statt «socialistische» zu sagen: «anarchistische». (Lebhafter Beifall links.) Abg. Zallinger bemerkt gegen Nenwirth, dafs Pentcrt nnr an der gewerblichen EnaMte theilnahm, bei der, wenn sie einen Wert haben sollte, alle Schat-tiernngen der Arbeiter vertreten sein mussten. Uebrigens sei die Einladung Penkerts nicht über Anregung der Rechten, sondern über Vorschlag der Linken erfolgt. Feuilleton. Wie Franen lieben. H Es war bei dem Diner, welches der Marquis dc h "tranZ alljährlich znr Eröffnung der Jagd gab, nnd ;>' dem diesmal elf Jäger, acht jnngc Francn nnd s^ alte Doctor alls dem nahen Landstädtchen um dlc !h'M geschmückte Tafel saßen, als das Gespräch bclin ^rt anch anf die Liebe kam. Man stritt über die j^Uer derselben uud citierte berühmte Beispiele von ri^n Leuten, die ihr ganzes Leben hindurch nur eme lln'Ue. Liebe gehegt, uud von anderen, die stch wegen ^lderter Liebe aetödtct hatten. Die Herren waren Hei. licht, dass man wohl nach dem Erlösche,, emer di°?!l eine neue Liebe empfinde,, könne, ohne dafs die Meit dieses Gefühls zu bestreitcn sei. während V°'"eu dafür plaidierten, dass die wahre große <,5 "ur einmal im Leben einen Menschen beherrschen lvli^' dass überhaupt a'.'er auch uur d,e Fraueu tHu, was eigentlich Liebe sei, nnd dass nnr ste der '"' Liebe fähia ^ «D ist dies Sache des Temperaments,, memte ^H^tor. der sich der besoudereu Gu.lst der ^e?,'^ "freute. «Mir ist ein Beispiel bekannt, dass 'Ndi^ebe 55 Jahre dancrte und erst mit dein Tode '^ «l^'.^s ist schön,, rief die Herrin des Hanies; '"l«s5 7"ckllch mnss der Mann gewesen sein, und w,e l das Leben gesegnet haben, dein eme solche Anbetung zntheil wnrde.» «Sie haben in der That recht damit, Madame., erwiderte der Arzt lächelnd, «dass das geliebte Wesen in diesem Falle ein Mann war. Sie kennen ihn anch. ^ ist her Apotheker Ehonqnet in unserem Städtchen, lind ebenso ist Ihnen die Fran bekannt: die alte Korbflechtern, die mit ihrem Karren, durchs Land zog lind alle Jahre anch hier auf das Schloss kam.» Die Damen rümpften etwas die Nase, als sie hörten, dass von einem alten zigeunerhaften Weibe die Rede sein sollte, als ob nur die feinen nnd vornehmen Lentc Liebe fühlen könnten, aber der Doctor ließ sich dadurch nicht beirren nnd fuhr fort: «Vor drei Monaten wnrde ich zn der Alten gerufen; sie lag in einer elenden Herberge, in der sie abends vorher mit ihrem von einen, mageren Gaul gezogenen Karren nnd ihren zwei schwarzen Kötern, die ihre Freunde nnd Wächter waren, angelangt war. Ich sah sofort, dass ihr letztes Stündchen da war, nnd ließ den Pfarrer rufen. Uns beide setzte sie dann zu Vollziehern ihres letzten Willens ein nnd erzählte nns, um denselben zu erklären, ihr ganzes Leben. Ich habe nie etwas Seltsameres nnd Ergreifenderes gehört. Ihr Vater nnd ihre Mutter waren schon gleich ihr dnrchs Land gezogen, um überall Körbe uud Stuhlsitze zil flechten nnd ansznbesscrn, ein recht kü»,mer-liches. elendes Gewerbe. Von Ort zu Ort zog das m Lumpen gehüllte Kiud mit. am Eingang eines Dorfes oder einer Stadt wnrde Halt gemacht, das Pferd abgespannt, uud dann musste die Kleine vou Halls zu Hans gehen, nm zn sehen, ob sich etwas zu verdienen fand. Blieb sie zu lange aus, nm vielleicht mit anderen Kindern Bekanntschaft zn schließen, dann kam der Vater nnd rief: «Willst du dich wohl beeile,,, um zurückzukommen, du verdammte Kröte!» Das war die elterliche Zärtlichkeit, welche ihr zutheil wurde; sonst verkehrte sie mit niemandem, uud als sie heranwuchs, warfen die Inngen oft Steine hinter ihr her. Mit-nnter schenkten ihr mitleidige Franen einige Sous, die sie sorgfältig bewahrte. So war sie elf Jahre alt geworden, als sie eines Tages hinter dem Kirchhof in nnscrem Städtchen den kleinen Ehouquet fand. der lant schlnchzte, weil ihm ein ztamerad zwei Sons geswhleu hatte. Sie wunderte sich. dass ein Kind wohlhabender Lente nicht immer zufrieden nnd glücklich sei, sondern auch weinen könne, nnd als sie die Ursache seines Grams erfuhr, brückte sie den, Inngen ihre ganzen Ersparnisfe im Betrage von sieben Sons in die Hand. die er natürlich auch annahm, indem er seine Thränen mit der andern Hand abwischte. Anher sich vor Freude, wagte es die kleine Nomadin alsdann, ihn an ihr Herz zn drückcu und zärtlich zn küssen, nnd er ließ sie gewähren, da er noch immer sehr aufmerssam das Geld betrachtete. Ta sie weder zurückgestoßen noch geschlagen wurde, so wagte ste es noch einmal, ihn zu umarmen, nnd dann lief sie davon. Was gieng in dem Kopfe dieses armen Landstreicherkindes vor? Hatte sie den Knaben in ihr Herz geschlossen, weil sie'für ihn ihre Ersparnisse geopfert, oder Laiblicher Zeitung Nr. 131 1092 10. Juni IM. Redner erörtert die Beziehungen von Liberalismus und Socialdemokratie und sagt, der erstere führe zur letzteren. (Widerspruch links.) Die sociale Frage könne nur durch die christliche Moral gelöst werden. Für heute beschränke er sich auf diese Bemerkungen, bei dem zweiten Socialistengesetz werden wir uns wiederfinden. (Beifall rechts.) Abg. Türk wendet sich gegen Neuwirth und gegen die jüdisch-deutschen Zeitungen, die ihm wegen seiner gestrigen anerkennenden Worte für Gre'gr Vorwürfe machten. Aber die Czechen seien besser, sie lassen ihre Zeitungen von Czechen schreiben, während bei der «Deutschen Zeitung» der letzte Deutsche hinausgeworfen werde. Er will das Gesetz auch nicht auf zwei Jahre bewilligen. Gegen Herbst erklärt Redner, dass der deutsch-österreichische Club uicht das Recht habe, jemanden der Inkonsequenz zu zeihen, wie gestern das Dr. Gre'gr, denn bei den wichtigsten Abstimmungen, zum Beispiele Nordbahu, Landsturm :c., geheu die Herren hinaus. (Schönerer und Lueger rufen: Richtig!) Abg. Dr. Kopp weist darauf hin, wie verschieden die Auffassungen nicht uur bei Geschwornen, sondern auch bei gelehrten Richtern über die sociale Bewegung sind und wie nothwendig es daher sei, bestimmte Definitionen aufzustellen. Es sei unstatthaft, dass gemäß der Vorlage bloß die Gefinnungeu des Thäters über die Zuweisung eiues und desselben De-lictes au Geschworne oder gelehrte Richter entscheiden. Er beantragt einen Zusatz, dass, wenn der Gerichtshof bei der nach Schluss der Verhandlung stattfindenden Berathung erachtet, es sei nicht erwiesen, dass der strafbaren Handluug anarchistische, auf den gewaltsamen Umsturz der bestehenden Ordnung gerichtete Bestrebungen zugrunde liegen, er seine Nichtzuständigkeit ausspricht. (Beifall links.) Abg. Lien bach er anerkennt, dass bei diesem Gesetze Zweidrittel-Majorität erforderlich ist; da die gestellten Abänderungsanträge keine solchen sind, bei denen tiefgehende principielle Differenzen bestehen, und von denen man Sein oder Nichtsein des ganzen Gesetzes abhängig machen dürfte, so beantragt er Rückverweisung des Gesetzes an den Ausschuss. Se. Excellenz Minister und Leiter des Justizministeriums Dr. Freiherr von Prazäk: Hohes Haus! Ich kaun im Namen der Regierung erklären, dass ich dem Antrage des Herrn Abgeordneten Lienbacher auf Rückverweisung dieser Anträge an den Ausschuss zur baldigen Berichterstattung an das hohe Haus nicht entgegentreten kann. Der Zweck, welchen der vorliegende Gesetzentwurf verfolgt, ist vorzugsweise derjenige, dass die Regierung der Nothwendigkeit enthoben werde, in jenen Gerichtshofsprengeln, in welchen anarchistische Bestrebungen zutage treten und in welchen die Siche-ruug einer unparteiischen und unabhängigen Rechtsprechung gefährdet erscheint, nur das Gesetz vom 23. Mai 1873 anwendeu zu müssen. Es wnrden in diesem hohen Hause mehrfache und wiederholte Anregungen gegeben und der Regierung vorgeworfen, warum sie bei der im Verordnungswege erfolgten Sistierung der Schwurgerichte und bei den Gesetzentwürfen, welche darauf abzielen, diese Sistierung zu verlängern, das Moment, welches gegenwärtig in dem Gesetze ausgedrückt ist, in die Verordnung und beziehungsweise in das Gesetz aufnahm. Nun habe ich schon in der Verhandlung vom Oktober vorigen Jahres, wo dieser Gegenstand sehr lebhaft besprochen worden ist, erklärt, dass die Regierung einen bezüglichen Gesetzesantrag in das hohe Haus einbrin-gen werde, und derselbe beschäftigt nun das hohe Haus. Es hatte die Regierung nicht die Absicht, die Wirksamkeit des Gesetzes auf ciue bestimmte Zeit einzuschränken. Es sollte von so langer Dauer seiu, als die Nothwendigkeit, dasselbe aufrechtzuerhalten, bestand. Schon der Ausschuss hat die Wirksamkeit dieses Gesetzes auf füuf Jahre zu beschränken beantragt, und gegenwärtig wurden Anträge gestellt, bis auf zwei Jahre Herabzugeheu.. Nun, ich gestehe, dass das Gesetz in dem Maße seinen Wert verliert, als die Zeit, für welche es wirksam sein soll, so kurz zugemesseu werden soll. Es ist aber gewiss nicht zu verkennen, dass sowohl der Ausschuss als die Regierung sich in einer Lage befin-den. die man gewissermaßen eine Zwangslage nennen könnte, der ja oft im öffentlichen Leben die bessere Ueberzeugung geopfert werden musste. Ich kauu daher nicht jetzt schon im Namen der Regierung die Erklärung abgeben, dass dieselbe mit den Anträgen einverstanden ist, ebensowenig kann ich den Berathungen des Ausschusses vorgreifen. Ich bin aber vollkommen einverstanden, dass der formelle Autrag des verehrten Herrn Abg. Lieubacher angenommeil werde, Da ich aber beim Worte bin, kann ich über einige Bemerkungen doch uicht hinweggehen, welche im Laufe der Debatte gemacht wurden. Der Herr Abg. Neuwirth hat, sowie der erste Redner in der Generaldebatte, bei Begründung seines Antrages Socialismus uud Anarchismus wohl etwas verwechselt. Nicht die Negieruug thut dies. Was sie treffen will, sind allerdings auch anarchistische Bestrebungen. Dieser Vorwurf ist daher wohl ebenso ungerecht als der Vorwurf, welchen der Herr Abgeordnete dem österreichischen Richterstande machte. Ich erkenne die Autorität des Herrn Abg. Neuwirth iu uicleu Dingen an, aber in Beziehung auf die Beurtheilung der Wirksamkeit der Gerichte bitte ich ihn, sich vor Augeu zu halten, dass des Richters erste Pflicht ist, nach dem Gesetze Recht zu sprcchcu. Weun man es für opportun findet, sich auf die Urtheilssftrüche der Gerichte zu berufen, so thut man es; wenn es aber nicht opportun ist, dann verfällt mau iu deu Fehler, so uugerecht zu urtheilen wie der Herr Abg. Neuwirth. Ich muss auch einen Irrthum Sr. Excellenz des Herrn Abg. Dr. Herbst in seiner gestrigen Rede berichtigen. Er sprach über den Ausnahmszustand uud sagte (liest): «Erstlich hat man ihn ja doch uur wegen der augeblichen anarchistischen Verbrechen eingeführt uud, weuu Sie nuu die Verhandlungen des Ansuahmsgerichtes — nicht seit Mouateu, soudern seit Jahren —durchsehen, so werden Sie keinen einzigen Fall finden, der ein anarchistisches Verbrechen wäre uud die Verhängung des Ausnahmszustaudes rechtfertigen würde.» Ich war in der kurzen Zeit nicht in der Lage, alles Material znr Widerlegung zusammenzustellen; aber ich kann doch jetzt schon sagen, dass seit der Sistierung der Ge-schworuengerichte im Wiener Gerichtshofe allein von 15 Fällen, in welchen über solche Bestrebungen, wie sie das gegenwärtige Gesetz treffen will, verhandelt wurde, 14 durch rechtskräftige Urtheile entschieden sind uud uur einer im Zuge ist. (Hört! rechts.) Der Herr Abg. Dr. Kronawetter hat sich wieder in einer Weise über die Wirksamkeit der Polizei- nud Justizbehörden ergangen, dass ich darauf nnr erwidern kann, dass derselbe wohl sehr geneigt scheint, ihm zugetragene Klagen sofort dem hoheu Hause vorzubriu-gen, ohne sich über die Stichhaltigkeit derselben zu Überzügen. Ja, solche Behauptungen sind geeignet, auf-zuregm und eine Meiuuua. vou der Wirksamkeit der Polizei und der Justiz hervorzurufen, welche mir die Auwität dieser Behörden gefährdet. Er hat insbesondere eiues Falles gedacht, den er eutstellt und unrichtig dem hoheu Hause vorgebracht hat. Derselbe hat gesagt (liest): «Im Jahre 1884 hat sich iu Wien ein Hocy-vcrrathsprocess abgespielt. Mehrere Arbeiter soutcü Dynamit zu socialistischen Zwecken erzeugt haben. Mi Arbeiter war aber mit Wisseu der Polizei derjenige, der das Dyuamit gemacht hat, der die anderen unter--richtet, dazu verführt hat. Dieser »^"l ^wvooalLur hätte nun wegeu Mitschuld augeklagt werden miissen, und wcun man unparteiisch nach dem Straf^'sctzdilme vorgeht uud den H 5 desselben über die Mitschuld ms Auge fasst, so hätte uicht allein dieser a^snl, l'wvoc-a-«Liu- in den Anklagestand verseht werden müssen, s»^ drru auch jeucr Polizcibeamter, der ihn zu dirsel" Zwecke gedungen hat.» Nun ist es richtig, dass '»' Jahre 1884 es allerdings geluugen ist. einem Eol'i' plote auf die Spur zu kommen, welches die Abstch sslhabt hat, Dyuamit zu erzeugen uud damit mehrer öffentliche Gebäude iu die Luft zu sprengen. ^ '' wahr, dass einer der Mitschuldigen derjenige war, t>c die Handlung selbst — ich glaube, es geschah von Neue ergriffen — der BeHürde augezeigt hat. Es i! aber durchaus uicht richtig, dass irgend ein VerM zwischen der Polizei uud diesem Menschen stattqcstnw"' hat, ihu zu verleiten uud zu diugeu, als agtwl, p>'^' vueal.(>ur bei diesem Attentate aufzutreten, und da> er als folchcr überhaupt handelte. Er war eben ci Mitschuldiger wie viele audere Verleitete. . Es ist weiters richtig, dass aus strafpolizell'ch" uud anderen Gründen, uachdcm der Aufenthalt l> Urhebers uud Hauptschuldigen, welcher entflohen '""' nicht eruiert werden konnte, der Strafprocess !M die übrigen Brtheiligten. die in UlltersuchnllgslM wareu, eingestellt worden ist, und zwar im Wcge ^ Abolition. Es ist aber thatsächlich gelungen, den H"^ schuldigen später zu cruicreu, uud derselbe ist in ^' wegeu Hochuerrathes verurtheilt wurden. Wem« ^^ der Wachsamkeit der Behörden und in diesem p"" vielleicht auch einer Regung des besseren ^'! , „< eines Schuldigen zuzuschreiben ist, ein Attentat ^!!, ^ zuhalteu, welches namenloses Unglück über bie ^. ^ uud Meuscheulcbcu hätte bringen löimeu, so lst ^ Art uud Weise, wie darüber gesprochen wird, "^ passend, und man muss der Wachsamkeit der ^^^.Z nur Dauk zollen, dass es ihnen gelungen ^' ^ Atteutat abzuwenden. Auch das kann ich vcrsM" dass die Polizei nicht im mindesten einen Einst»!" einen Antrag auf Abolition in diesem P""'!^^., nommen hat. soudern dass diese auf Aulrag der 3"^ behörden geschehen ist. Es ist überhaupt uich^ ^ dass der sehr verehrte Herr Abgeordnete, von H, redlichem Streben ich überzeugt biu. so rasch ^ '.„-digungen im Parlamente vorbringt, die sich ^^„e,i meist als ungegrüudet erweisen, wie ja dies mit ^. Beschuldigungen gegen die Polizei und ^ie ^ ^ behördeu gcschehcu ist, die hier anlässlich der?'^z-dcbatte widerlegt wurden. Da nuu eigentlich !" s,M uahme der Wortführer eiucr kleinen Fraction i>u ^ ,^ Hanse alle verehrten Redner in dieser Angeleg"'^ in der Verurteilung des Anarchismus, d. h- '?^t socialistischer Bestrebungen, wie sie im Gesetze b^^g sind. eiilmüthig sind, so glaube ich. dass weil sie ihm den ersten zärtlichen Kuss gegeben hatte? Das Geheimnis ist dasselbe für die Kleinen wie für die Großen. Immer träumte sie fortan, während sie weiter durchs Land zogen, von dem stillen Winkel hinter dem Kirchhof und von dem kleinen Chouquet. Sie brachte bald hier und bald dort einen Sou auf die Seite, und als sie mit ihren Eltern wieder in das Städtchen kam. hatte sie zwei Francs in der Tasche. Diesmal bekam fte den Jungen trotz allen Spähens nicht zu Gesichte; als aber sie im nächsten Jahre wieder erschienen, entdeckte sie chn. vor der Schule mit seinen Kameraden splelend. «. ^- ^ l"^ auf ihn zu, umarmte und küsste ihn so heftlg, dass er zu heulen aufieng. Um ihn zu beruhigeu. gab ste Hm schnell ihren mittlerweile gesammelten Schatz: 3 Francs und 20 Sous. Er betrachtete das Geld nut großen Augen, nahm es und ließ sich herzen, so lange es dem Mädchen gefiel. Noch vier Jahre laua steckte ste chm so alles Geld zu. welches sie bekommen konnte, wogegen er stch abküssen lieh. Bald waren es 30 Sons. dann 2 Francs, einmal, als die Zeit besonders schlecht war, nur 12 Sous, worüber sie sich sehr schämte, zuletzt aber sogar 5 Francs, ein dickes, rundes Stück, das dem Iuugen außerordentlich gefiel Sie dachte nur an ihn; aber auch er lief ihr jedesmal ungeduldig entgegen, wenn er sie von fern gewahrte, wobei das Herz des Mädchens vor Entzücken emporhüpfte. Das nächstemal war er verschwuudeu; seine Eltern hatten ihn in eine auswärtige Lehranstalt gegeben. Sie spionierte dies mit vieler Mühe aus und wusste es dann so einzurichten, dass ihre Eltern das Städtchen während der Ferienzeit berührten. Nach zwei Jahren sah sie ihn wieder; hätte ihu zuerst kaum erkannt, so groß und schön war er inzwischen geworden. Der junge Herr aber schien das arme Korbflechtermädchen gar nicht zu sehen und gieng stolz an ihm vorüber. Sie weinte zwei Tage lang bitterlich, und dieser Stachel wich seitdem uicht mehr alls ihrem Herzen. Alle Jahre aber kam sie wieder, schaute ihn, der niemals wieder die Augen auf sie waudte. stumm an, ohne einen Gruß zu wagen, uud liebte ihu im Stillen mit verzehrender Leidenschaft. «Er ist der einzige Mensch, den ich auf Erden gesehen habe. Herr Doctor,» sagte sie zu mir, «ich weiß kaum, ob außer ihm noch andere vorhanden waren.» Ihre Eltern starben; sie setzte deren Gewerbe fort nnd zog auch fernerhin umher mit dem vor den Karren gespannten mageren Gaul uud deu zwei schwarzen Huuden, die sie selbst grußgezogen. Als sie einstmals wieder in das Städtchen kam, iu dem ihr Herz für immer zurückgeblieben war, sah sie den juugen Chouquet mit eiuer Dame am Arme aus dem Hause kommen, er hatte sich inzwischen verheiratet. Am Abend stürzte sie sich in den Teich vor der Mairie; aber zwei Männer zogen sie heraus uud trugeu die Ohiuuächtige iu die Apotheke; Chouquet erschien iu seinem Schlafrock, rieb ihr die Schläfe, hielt ihr scharfe Esseuzeu unter die Nase uud sagte dauu. als sie wieder zu sich kam. mit harter Stimme, indem er sich deu Auscheiu gab, sie nicht zu erkennen: «Ihr seid wohl toll! Ihr dürft nicht solche Dummheiten macheu! »Er h" ^„; ihr gesprochen, das genügte, um sie glücklich zu" s,e er wollte auch keine Bezahluug annehmen, ^1^.^,,. lebhaft darauf bestaud, ihre Schuldigkeit z" "/ '/ sie So verfloss uuu ihr ganzes ferneres 2^'^ zog durchs Land, machte ihre Flechtarbeiten ""^,n'g-alle Jahre wieder, um den heimlich Geliebte» ^ steus von ferne zu sehen. Weuu sie gar ^ ^hete Sehnsucht empfaud, dann machte sie iu der ^.^e wohl einige kleine Einkäufe, um wenigste"». ^ Worte mit ihm zu wechseln und ihm ihr Gell, zu können. c ,hre>" Nachdem sie die traurige Geschichte." he" Todesbett erzählt hatte, bat sie mich, demleu'li ^ sie so geduldig geliebt, die Ersparnisse '^^ se>, Lebens zn überbringen, damit er, wenn pe ^ wenigstens noch einmal an sie denke, die nur , ^ gearbeitet und selbst gedarbt habe. Sie uver., ^ darauf 2'j27 Francs; als sie todt war, uu .< s^i dem Pfarrer 27 Francs für die ÄeerduMg und nahm das übrige mit mir. ,, ^t de" Am folgenden Morgen begab ich ""1 "M Ehepaare Chouquet, das gerade e.nander ^^eil beim Frühstück saß. M'ide sind woh ge'.ahr ' ,md rothe Gesichter.' die eiueu sehr s^stz.^, ,,ch selbstbewusstm Allsdruck tragen. Man liai .^ ^ zu setzen, nnd bot mir einen Kirsch an, -^ O^ uah'n; daun begauu ich schichte vorzutragen, überzeugt, dass beld. „^ äuöbrecheu würden. Als aber der ApHur.^ ^ gc dass dieses eleuoe alte Weib, diese Lanosayrr Laibacher Zcitnnll Nr. M 1093 10. Juni 1886. wrhanden ist, das Gesch mit Zustimmung einer großen Majorität dieses hohen Hauses in kurzer Zeit zustaude zu bringe.,. Ich bitte daher, den Antrag des Herrn Abgeordneten Lieubacher anzunehmen, damit der Gegen-M>'d im Ausschusse einer reiflichen Erwägung unterzogen werde. Abg. Herbst erklärt sich mit dem Antrage Lien-bachers eiuverstauden, und zwar, wie er sagt, ungeachtet M) der Minister dafür ausgesprochen hat, stellt jedoch z^ci Zusatzanträge, nämlich: 1.) dass von jeder Nück-UNllg Umgang' genommen und dass 2.) dem Aus-Msse eine Frist' bis morgen zur Berichterstattung M'ben werde. Abg. Peruersdorfer ist der Au->lcht, dass dieses Gesch uur dazu dieueu soll, die Machtvollkommenheit der Regierung zu vermehren; er wird nnt seinen Gesiuuuuasgeuosseu gcgeu dasselbe stimmen, ^eil es ein Ausllahu.sgesetz ist, auch wenn die Anträge Herbst angenommen werden sollten, Abg. Dr. Krona-^ettcr polemisiert gegen Minister Freiherrn von ^razäk, hält seine gestrigen Behaüptuuge» aufrecht und bemerkt, dass ihm die Date» nicht aus Arbeiter-, sou-b.ern aus Beamtcnkreisen zugekommen seien. Er wünscht el"e Parlamentarische Euqnetc über den vou ihm erahnten niedergeschlagenen Hochverrathsprocess ails dem Jahre 1884. — Die Nückocrwelsuug der gestellten Ab-°"derungsanträgc au den Ausschuss wird niit 149 gcgeu "9 Stünmen beschlossen; auch wird der Autrag Herbst ^'genommen, dass der Ausschuss schou .norgcn münd-uch berichten soll. Es folgt der Bericht des Budgetausschusses, be-^effend den' Voranschlag des Melioratiousfondes für ^ Jahr 1886. Abg. Ghon klagt über zu geringe Berücksichtigung des Landes Käruteu, Abg. Kheil "ber nicht entsprechende Berücksichtigung Salzburgs. Se. Excellenz Ackcrbaumiuister Graf Falten-^hn: Ich mochte mir iu Erwiderung der beiden An-sMngeu, welche inbetrcff dieses Präliminares gefallen >'"d. einige wenige Worte erlaubeu. Vorerst ist ... ^ezng ans Kärnte'u darauf hiugewiescu worden, dass verschiedene Wünsche, welche im Landtage ausgesprochen Kurden und hier iu Erwäguug kainen, nicht berück-'Mgt wurden find, und dass dieselben der Regierung Kl Berücksichtigung empfohlen werden. und zwar mit Fezug auf das Meliorationsgesctz. Nuu muss ich erfreu, dass von allen diesen hier vorgelesenen Ve-'9lüssen in den Nahmen des Meliorationsgesetzes kein A'ziger fällt und daher im Nahmen dieses Geseyes die ^alisierung dieser Wüusche wohl zu deu Uumöglich-leltrn gehört. Was sonst die Vorkehrungen aubelmigt. welche'durch das Mclioratiousgesetz für Kärnteu gc-trvffen wurden siud, so bitte ich doch zu crwägcu, dass dlchr Meliorationsfonds fünf Millionen in zehn Jahren "halten wird. Von diesen fünf Milliouen sind heute, Au schon im zweiten Jahre der Wirksamkeit, l)7li 000 Milden für Käruteu verwendet. Man kann also wohl Nicht sagen, dass das Land Kärutcn iu dieser Beziehung zu kurz kommen wird. Was die Anregung des zweiteu Herrn Redners betreffs des SchmittenBaches anbelangt, so gebe ich gern zu, dafs die Summe, welche für hener !iir dicfe Arbeit eingestellt ist, wirtlich gering ist. Sie basiert aber auf Abmachungen, welche hierüber mit dem ^Mldesausschnsse getroffen worden sind, und ich glanbe baher nicht, dass es möglich ist, dieselbe hier einseitig Anändern, und ich kaun uur sagen: es sind anch Zuleitungen getroffen, damit iu Zuluuft cm etwas lascheres'Tempo iu dieser Hinsicht eingehallen werden könne, und ich hoffe, dass der sehr geehrte Herr Abgeordnete damit zufriedengestellt ist. Es ist durch diese Melioration wenigstens ein Anfang gemacht, nnd da möchte ich schon bitten, überzeugt zu sciu, dass, wie die Herren wissen, die Regierung nicht ganz nnschuldig daran ist. Der Ausschussautrag wird hierauf angenommen. Der Präsident bricht hieranf die Berathung ab, be-ranmt die nächste Sitzung für morgen 11 Uhr au nnd stellt als Gegenstand auf die Tagesordnung die Berathung des Zolltarifcs. Abg. Magg beantragt, diesen Gegenstand erst anf die Tagesordnung der Donnerstag Sitznug zn stellen. Bei namentlicher Ab-stimmuug wird dieser Autrag mit 152 gegen 133 Stimmen abgelehnt. Die nächste Sitzung findet also morgen statt. Politische Aeberficht. (Kaiserliches Handschreiben an Erzherzog Albrecht.) Das .Armec-Verordnnugsblatt» veröffentlicht ciu kaiferliches Haudschrcibeu au Se. k. uud k. Hoheit dcu Herru Erzherzog Albrecht, in welchem Se. Majestät der Kaiser demselben für die jüngste mühevolle Reise durch Bosnien und die Herzegovina dankt, die Allerhöchste Befriedigung ausdrückt über die Berichte des Erzherzogs betreffs der Vcrhält-uifse uud des Geistes sowie der Leistungen der dort dislocierten Trnppen, und sagt, das 15. Armcecorps, welches iu sciuer Zusammensetzung das ganze Heer repräsentiert, wirke in würdigster Weise im Geiste der altbewährten Traditionm der Armee, welche unter allen Verhältnissen mit seltener Pflichttreue und Selbstverleugnung das Ansehen des Thrones und der Monarchie hochhielt uud auch in Znlunft ihrer hohen Bestimmung nachkommen wird. (Parlamentarisches.) Im Eisenbahn-Ausschusse referierte Purgstaller über Petitioueu wegen der Tauerubahu uud beautragte, dieselbcu der Negierung znr eingehendsten Würdigung mit der Anffurderung abzutreten, im nächsten' Scssionsabschuittc Anträge wegen einer directen Verbindung von Trieft mit der Rudolfsbahn uud wegen Ausbaues der Alpcubahu cut-wcder als Taucrubahn «der als Karawankenbah» einzubringen. Der Antrag rief eine eingehende Debatte hervor. (Im ungarischen Abgeordneteuhause) hat vorgcstcru die Debatte über deu Zolltarif nach Ablehnung der vou oppositioneller Seite gestcllteu Ver-tagungsauträge begonnen. Ansier dem Referenten sprach jedoch vorgestern nnr der Handelsmiuistrr Graf Szc-cheuyi. der fur die unveränderte Annahme des Tarifes uud für die Ablchunng der Ans chuss - Modification plaidiertc. (Znr Lage in England.) Die Homcrnle-Äill lst. wie iu den letzten Taaen wohl voranszusrhen war, gefallen. Trutz der eindringlichen Mahnung Gladstone's, dle B,ll nicht zu verwerfen, ist sie bei einer ganz außerordentliche» Betheiligung an der Abstimmuug init einer Mehrheit von 30 Stimmen abgelehnt worden. Gleichzeitig mit jener Mahnung hatte Gladstone erklärt, auch bei eiuer eventuellen Verwerfuug gehöre der Regierung die Zukunft - nach dieser Erklärung dürste die nächste Zuknnft nicht die Demission des Cabinets, sondern die Auslösung des Parlameuts bildeu. Gladstone hofft alles von dein Appell ans Land. Doch werden hcnte schon in den parlamentarischen Kreisen Londons Ansichten laut, welche im Hiublick auf die nach constitutionell-englischen Begriffen ansehnliche Majorität von dreißig Stimmen die Demission des Eabinets für die wahrscheinlichere Lösung der Krisis halten. (Aaiern.) Einem in München verbreiteten Gerüchte zufolge liegt jetzt schou das Manifest an die Höfe Europas bereit, welches bestimmt ist, die Uebernahme der Regentschaft durch den Prinzen Luitpold anzuzeigen. Eine Münchener Depesche meldet: Dienstag hat eine cinstündigc Conftrcnz sämmtlicher Staatsminister bei dem Prinzen Luitpold stattgefunden. (Die griechische Frage) ist aus der Welt geschafft. Vorgestern hat der griechische Minister des Aenßern der Kammer in Athen die Mittheilung gemacht, dass die fünf Mächte der griechischen Regie-rnng die Aufhebung der Blockade notificiert haben. Tllgcsilciliglcitcil. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das ungarische Amtsblatt meldet, für die römisch-katholische Gemeinde zn Ohlop, die griechisch-katholische Gemeinde zu Veci nnd die reformierte Gemeinde zu Apahegy je 100 fl. zu spenden geruht. — (Zwei neue Landplagen.) Inder «Physio-kratischcn Gesellschaft» in Prag berichtete Dr. Nicke rl über zwei furchtbare Landplagen, welche heuer in einzelnen Gegenden Böhmens aufgetreten sind und speciell die Felder bei Beraun total devastiert haben. Die eine ist die scchsfleckige Zwergcycade, welche in Schwärmen auftritt und bei Beraun namentlich Gerste uud Getreide ruiniert, so dass nichts übrig bleibt, als eine neue Saat an-znlcgen. Die zweite ist ein Käfer, Kirschenbohrer genannt, welcher unreifes Obst anbohrt und ungenießbar macht. Eine große Kirschcnplantage bei Beraun musste ausgerodet werden. Der Schaden ist sehr bedeutend. — (Petrarca.) Professor Peter deNolhac aus Paris hat in der vaticanischcn Bibliothek die seit langem für verloren gehaltene eigenhändige Niederschrift des schließt, gegen die Redaction des Journals «Triester ^gt habe, ihm ein zärtliches Gefühl zn weihen, ge-^'th er darüber ganz außer sich. als ob sie dadurch M»er Ehre zu nahe getreten sei uud seiu Renommee ^.'chädigt habe. Anch seine Fran war ebenso entrüstet "" er und wiederholte iueiuemfort: < Dieses Bettelnd! Dieses Bcttelweib!» ohne audcre Worte ftudeu 3 können. Chouauet war aufgestanden, hatte seine "'he cmf ci„ ,^hr geschoben und wanderte nun mit Men Schritten im Zimmer auf uud ab. .Verstehen ,!? denn das. Herr Doctor? Das ist ja eme ganz ?"/ Geschichte. Mein Gott, wenn ich das be, ihren feiten geahnt hätte, so hätte ich sie ja sofort durch w^lizei aufgreife.» uud aus der Stadt bnugeu i,,. Ich war völlia überrascht durch das Resultat l?"" Erzählung und wusste wirtlich nicht, was ich Uen sollte. Doch ich hatte ja noch einen wichtigen N'kt zu erledige., uud fuhr daher fort: -Sie hat 2 beauftragt. Ihnen ihre Ersparnisse zu übergebe,,. V'sich auf 2Ä0 Francs belaufen. Da ich aber ?. dem Gehörten am.ehmen muss. dass S.e mcht e>t seiu wrrdeu, dieses Geld zu acceplierm, so w,rd tzie Hl "" besten sei», dasselbe den Armen zu geben.. d^ ^)eleute betrachteten mich ganz verdutzt; ich zog lNrin.^len Proviuzcn zusammengescharrte Ge^ auS <Ü "5 lasche n,.d fragte: -Wofür eutsche.deu S.e sich t>^, . Madame Chouquet sprach zuerst: «Nun da es su ^'ttlnal der letzte Wille dieser Fran gewesen ,st. 'Ja "" ich. dürfen wir uus doch nicht wcigcru.» lulln..!"'' Lotterte ihr Manu in Verlegenheit, «wir " la „.it dem Gelde einiges für unsere Kmber kaufe...» «Gewiss, wie Sie wollen», sagte ich trocken. «Geben Sie es uur immer her», meinte er dann, sich verbessernd, «wir fiudeu wohl Gelegenheit, es zu irgend einem guten Zweck zn verwende».» Ich gab ihm die Summe, grüßte das würdige Ehepaar kalt uud gieug. Am andern Morgen 'tam Ehouquet zu mir uud fragte uhue weitere Eiuleituug: «Sie hat ja wohl auch uoch ihren Karreu hinterlassen, diese — diese Person, was wird damit geschehen?» »Was Sie wollen, nehmen Sie ihn doch.» «Das passt mir gerade, ich kann daraus ein Häuscheu für u.eineu Gemüsegarten machen lassen.» Damit wollte er sich empfehlen; doch ich hielt ihn noch zurück und sagte: »Auch der alte Gaul uud ihre beidcu Huude sind noch da, wollen Sie die nicht?» Er überlegte einen Augenblick uud meiute dann: «Ach nein. was soll ich damit ansangen? Bestimmen Sie doch, was damit gefchehen full.» Er lachte dabei und schüttelte mir die Haud, was ich mir auch gefaücn ließ; den» — was wollen Sie? — auf dem Lande dürfen Doctor nnd Apotheker ja nicht einander feind sein. Die beiden Hunde der Alten habe ich dauu zu mir genommen, während der Pfarrer, der einen großen Hof hat, sich des Pferdes annahm. Der Karren steht als Häuschen in Chouquets Gemüscgartcu, uud für das Geld hat er füuf Eiseubahn-Obligationeu getauft. Das ist die trenestc nnd rührendste Liebe, welche ich in meinem Leben kennen gelernt habe!» Damit endigte der Doctor seine Geschichte, nnd die Marqnisr, welche Thränen in ihren schöucu Augen hatte, rief seufzend aus: «Ja, es ist ganz gewiss, dass nur die Frauen so zu lieben wissen!» B. G. öaiwchcr Fcitlina. Nr. 18l 1094 10. Juni 1886. Tagblatt» die Klage wegen Ehrenbeleidigung anzustrengen, und beauftragt den Stadtmagistrat, den diesbezüglichen Vertreter zu wählen. — GR. Dr. Mosche begründete in ausführlicher Weise die gestellten Anträge und verlas das Sr. Excellenz dem Herrn Ministerpräsidenten zu überreichende Memorandum, welches vom Gemeiuderathe unter Beifall einstimmig angenommen wurde. Tier Herr Bürgermeister erklärte, er werde dem ihm seitens des Gemeinderathes gewordenen Auftrage entsprechen, und bemerkte ferner, dass unter jenen Journalen, welche die Landeshauptstadt Laibach am meisten zu verdächtigen und zu besudeln suchen, sich in erster Linie die Grazer «Tagespost» befinde. Dieses Journal wusste u. a. zu melden, dass seit dem Tage, an welchem die bedauerlichen Demonstrationen stattgefunden, in Laibach kein Fremder mehr angekommen sei und sämmtliche italienische Familien, welche für den Sommer hier Wohnungen gemietet haben, dieselben gekündigt hätten. Der Herr Bürgermeister erklärt, er habe diesbezüglich Erkundigungen eingezogen und könne zur Beleuchtung der Wahrheitsliebe des Laibacher Correspondenten der «Tagespost» Folgendes consta-tieren: Nach den dem Meldungsamte des Stadtmagistrates zugekommenen Meldungslisten sind allein am letzten Samstag und Sonntag 88, sage achtundachtzig Fremde in Laibach eingetroffen. Auch bezüglich der seitens der italienischen Sommerfrischler gemieteten und nach der Behauptung des Correspondenten der «Tagespost» gekündigten Wohnungen hat der Bürgermeister eingehende Erhebungen pflegen lassen, und es wurde constatiert, dass nicht eine einzige Wohnung gekündet worden sei. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. — (Einhundertjähriges Jubiläum des Laibacher Civilspitales.) Am 19. Juni 1786 wurde das damalige Augustiner-Barfüßer-Kloster von Sr. Majestät dem Kaiser Josef II. mittelst Allerhöchster Entschließung ddto. Oraz dem Convente der barmherzigen Brüder zu Krantenhauszwecken übergeben, welcher hochherzige Act im darauf folgenden Jahre (1787) bei der wirklichen Effectuierung durch die ober dem Spitalsthore angebrachte Gedenktafel verewigt wurde, welche wie folgt lautet: InliMIg . VtrlV^uo . 8sXV8 . (?208»l . lSX . pIV8 . 2VßV8tV8 posVIt. Wie wir hören, beabsichtigt die Landes-Wohlthätigkeits-anstalten-Direction durch eine einfache interne Feier dieses denkwürdige Jubiläum Samstag den 19. Juni 1886 zu begehen, worüber wir das Nähere seinerzeit mittheilen werden. Die Genesis des Civilspitales ist folgende: Das ursprüngliche Kloster der Augustiner-Barfüßer-Mönche, welches von Sr. Majestät dem Kaiser Josef II. aufgehoben wurde, ist laut Hofkanzlei-Decretes vom 10. Juli 1786, Z. 1269, mit Allerhöchstem Handschreiben ddto. Graz, 19. Juni 1786, dem Convente der barmherzigen Brüder in Laibach für dessen Spital in das Eigenthum übergeben worden, welches dasselbe bis zum Jahre 1811 im Besitze hatte. Nach der im Jahre 1811 durch die französische Regierung erfolgten Auflösung des Ordens der barmherzigen Brüder wurde das Barncherzigenspital zu einem Civilspitale umgewandelt und demselben die sämmtlichen, dem ehemaligen Discalceaten - Kloster gehörig gewesenen Gründe und sonstigen Entiteten mit Hofkammer-Decret vom 21. Jänner 1819 in das Eigenthum übergeben. Mit der Allerhöchsten Entschließung vom 2. Oktober 1618, Hofkanzlei - Decret vom 22. Oktober 1818, Z. 22 987, erfolgte die Regelung der Provinzial-Wohl-thätigkeitsanstalten, und es wurde diefes Spital als Local-spital erklärt. Im Jahre 1849 wurde die Reichsverfassung vom 4. März 1849, R. G. Vl. Nr. 150, publiciert, wodurch im § 35, I. 3, die Wohlthätigkeitsanstalten im Lande als Landesangelegenheit erklärt wurden. Mit dem Erscheinen der Landcsordnung für Kram vom 28. Februar 1861, R. G. Bl. Nr. 21, wurde diese Anstalt als Landesanstalt erklärt, worauf laut des Protokolles vom ^1 Jänner 1862 die Uebergabe und Uebernahme von Seite des Landesausschusses erfolgte, so dass mit 1. Februar 1862 das üaibacher Krankenhaus in das Eigenthum und die Verwaltung des Landes übergegangen und eme lmrlliche Landesanstalt geworden ist. — (Vom Tage.) Auch die vorgestrige und die versiosstne Nacht verliefen, ohne dass besondere Maßregeln verfugt wurden, vollkommen ruhig. - Die von verschiedenen Zeltungen gemeldete Nachricht, dass die Gedenktafel Ana stastus Grüns in Veldes zertrümmert oder beschädigt worden se>. «st vollkommen unbegründet — (Promenade-Concert.) Für das heute 6 Uhr abends m Tivoli stattfindende Promenade-Concert wurde folgendes Programm festgestellt - 1) Marsch -2.) Ouvertüre zur Oper «Mignon. von Thomas' 3.) Stefanie-Walzer von Rab; 4.) «Die Walpurgisnacht»' aus der Oper «Faust» von Gounod; 5.) «Der sanfte Friedrich», Polka fran" schieben'; Gladstone habe sich jcdoch für die Auslosung erklärt, und sei das Cabinet schlichlich dieser AiMcht beigetrcten. London, 9. Juni. Reuters Office meldet aus Sydney vom 8. Juni: Dcr Gunvcrnenr von Neu-Südwales erhielt eine Deprsche des cuglischeu Consuls in Nmneu. in welcher er die Abfahrt zweier französischer Kriegsschiffe anzeigt, welche mit vcrsicgcltcu Vefehleu nbaM« gcu, um, wie man glaubt, die neuen Hebriden zn de-schen. Die Schiffe haben Lebensmittel für drei Monate und Material zur Herstellung von Gebäuden. Der Gou-uerueiir richtete an Earl of Grauville die diesbezügliche telegraphische "^'clduug. ' .^ Volkswirtschaftliches. Lllibllch, 9. Inni. Auf dem heutigen Markte sind erschtt' nen : 3 Wagen mit Getreide. 12 Wagen und 2 Schiffe mit Holz-Durchschnitts'Preise. _____. um.. »<<»,. Ml.,. M Weizen pr. Heltolit. ii »2 7 13 Vuttcr pr. Kilo . . — «" "^ Korn » 5 20 li 20 Eier pr. Stiick . . — 2 ^ ^ Gerste » 4 87 4 95 Milch pr. Liter . . — s ^ "" Hafer » 3 9 3^22 Rindfleisch pr. Kilo — 64 -^ Halbfrucht .-------6z57 Kalbfleisch » ^ 60 ^ Heiden » 3 90 4 93 Schweinefleisch . —56^ Hirse . 4 87 4^ Schöpsenfleisch » — 36^^ Kukuruz » 4 «7 5^18 Händel pr. Stück . — 4o ^ ^ Erdäpfel 100 Kilo 3 39-------Tauben » — 20 -^ Linfen pr. Heltolit. 10-----------Heu pr. M.'Ctr. . 2^5 -" ^ Erbfen » 12-----------Stroh » . . 2 75 -Fisolen » 11-----------Holz, hartes, pr. ^. Rindsschmalz Kilo 1----------- Klafter 6.«)"'^ Schweineschmalz» —66-------— weiches. » ^^«^ . Speck, frisch. » - 66-------Wein. roth., 1lX)iiit. ^ ^ AI. — geräuchert » — 64-------— weislcr, » -^ ^^-^- Angctommcne Fremde. Am 8. Juni. Hotel Stadt Wien. Schulte. Director: WirZauer, VlM. Schmidt und Ungar, Kaufleute, Wien. — AodnanslY. >" fender, Vudweis. — Raifp. Gülcrverwalter, und G"^l.' Bescher, Pcttau. — Meslo. Pfarrer, St. Lorcnzen. - AodM, Pfarrer, Leslovica. — Varon Ritter, Privatier, 6mi Priston, Handlungs-Commis, Guttschcc. ^,,«^, Hotel (kltfaut. Trel>rn und Weber, Private, Milnchen. ^ "U Privatier, Köln. — Fahr, Fabrikant, Darmstadt. -- "" ", D., Färber A. und Lilles, Kanfleute. Wien. - Wag' ^ Kaufm., Innicheu. — Giildenprain, Kanfm., Salzburg- ^ Nagl, Privatier. Wolfsberg. — Kardos. Reisender, Si^"-Fiala, k. k. Militär.Official. Trieft. — Stcmbergcr, P"""", Dornrgg. — Sencar, l. k. Gerichtsabjunct, Senosetsch- . Gasthof Slidbahllhof. Wiesner. Privatier, Wien. — Wollcl. A" bcamter, Innsbruck. - Corobul Katharina, Coronim ^" ^. und Ehiriego Maria. Trieft. — Golup, Privatier. StclN-Matenic, Privatier, Scbenico. Verstorbene. Den 6. Juni. Iofefa Masic. Heizers-Tochter 3 M"^ ,^ Vahnhofqasfc 20. Bronchitis. — Francisca Gaber. Ps"?" 75 I.. Froschgasse 7. Altersschwäche. — Ialob Gcoselj, M^ 37 I,, Polanadamm 50. Darmintus. «.«»iat D e n 9. Juni. Ecncstiue Amalia Zatlolal. bal'Nl)"^ Schwester, 42 I,, Kuhthal 11, Lungentubermlose. -^ " gg, cigala, SchlosserS'Tochtcr, 2'/, Monate, Floriansgasse "r-Atrophie. Im Spitale: ,^ Den 8. Iuni. Hugo Planinc. Schreiber, 20 I-, " Mlttr^lmsssche Beobachtllllsscu ils^äiba^- i W ft ' Ä 5 ^2ß ^ ^^.____"^^3 7 U. Mg. 726M s"i4.6 W. schwach ' bewölkt 10,? 9,2 . N. 727,84 17,8 SW. schwach bewölkt M" 9 » Ab. 729,30 14,8 SW. schwach Negen ^ Regen mit Unterbrechung den ganzen Tag H Pol-Das Tagesmittel der Wärme 15,8°, um 2.3° über or> male. _________________ ^^____.—-^— Verantwortlicher Redacteur: 5». Naalii. ^^» (49) 48—23 ^__________^^^ bestes Tisch- „.Ersrischungsgctni^ erprobt bei Husten, Halskrankheiten, Man«"' und Blasenkatarrh. _—• Heinrich Mattoni, Wwh&Vto^ 1095 Course an der Wiener Oörse vom 9. Juni 1886. N^ dm. of^en TourMatte Elnats.Nulehen. ^,'""N,e ....... 85-15 85 35 ,^"'c,»t....... «b?b «s.!)l, ,^" <°/° ktaaiolofc »50 fl, i3.,«O 18^''^'' Vunstcl 1UU « !4O--I4<,l.o ,7?^'l Slaatslofe . . >00 « >s>8?51«9 25 ^°w/n> " . . 50 „ !«« —Ib8'50 ^'«o.Nenlenschcine , . per kl. 5li----------- O^^l>. Voldrenle. s,^,^^ ,is.80!l7-'»eir. Nolenilnie, slcuerfrei , >0l'95>l0,i0 ""» ^vldrenic 4°/„ . 100 25 1c!« 40 " fopilrrentc 5°/« ... l»4<»5«'5-,0 " «l!enl>..N»l. 1^0 s>. ö, W. S. <54 Ü5 ,54 ?l. " ^ftb.ibn.'l'liorilälci, . . 10!» 70!»1 l<> " ^>«al«°Obl.0,U!»5^ " ^,, , " „ von, I, 1«7U . ll« ?5------ ll.i!/v.?"'ll"'«»l. ü, !«0 fl. ö. W, l2o 10 ,20 <0 »t'«'V!eg..z«<>st <°/n ION ll, . . >i!4 ?0iz?4 »0 l lundrntl.. Obligationen 5/° böhmisch,.......,<,„,-------,^ l'/»°!!"ch'-....... ! 05-20! VLSI) z/<"'«>hr,l.che....... ,08------------- l°° "'°d"°s,e>ieichls i!0 lO5 «0 ° "ebe»bil»«iich«..... ixk^o 05. eo Gc!d warc 5>"/« Temesn Vanat . . . . l05 2U lOs,'b/,"/« '"O«o l0l-^ d!o. !» 5<» « „ <"/« . »?- »^"' tlo. Pfä»,lcn-Echuldvel< 'OOLkioo-75 c cst.Hypolbelcnbanl ic,». 5>/,°/„ loi - - — Ots!..»ül,, Büül Verl. ü«/„ . , ioii5,0,-<5 blo. „ <'/2°/, > »0, «o>oi!«o dli'. „ <<"/<, . . !>»'9O W L« U„a. allss. Botencn-dit«Act!cng«.<. »l Pl-sl >>, ^'. It>^» ve»l, 5>/,"/<> !"!-?5lOL lü PriorUätil'Obligationen ,!><> KW fi.) «ilÜablth Wcslbahn l. Emission ,20— — — he»b!naub<>^Nc,tl^^!i i» milder <»u?i> u» >5 ^,n»z'^o!c,.^.il/>!.....8ß>— „«-»b Valizij^e ^a,l» ^ubw,g> Bahn „. IV81 ÄUU f>, E. ^/,"/n - 101 «5101 7b iDcslc». iKordwcslbahu . . . inö so io«!'— ßill>n,l>l!»„cv.......>0l'—10140 Geld Wals Staatsbabn I. Emission , . >9»eo - - KOdbahn k «<>/,.....i«o— — — „ k 5«/„.....181 50I3L — Ung..gal!z. Nahn.....10175102 — Diverfe Lose (p« Stüs). Creditlose 100 fl...... 176'— i?e'b« — Laibachcr Prämien.Nnlch, 30 st, 21'^ ll bO Osener Vose 4N fl..... 48 »5 45-75 Palsfy.Lose 40 N..... 4150 42 - Nolye« «»uz, öst. Ges. v. ><»>>. 13 <0 1< — 3!udo!s-l!ose IU fi..... i» 50 i»>- Ealm^'ose 4<» sl...... 5?-— 5? 75 St.°^c»oi«^ 55 — Walds!c>»o»sl, 533—542 — Hyfolhelend., öst. 20« !i. ^'>"/<>2i!^-L0 Oeslcll.'Uug. Ba»l .... «»1—^8«2 — llnionb.!»! 10« sl.....73 to 78 75 «crlehl«vanl. All«, 14,0 sl. . izz —!iL4 — «clb Ware Nctlen von Transport» Unternehmungen. (per Stllck). Nlbrechl'Bahn Loo fl, Silber . —-— —>— Alsöld'stium.'Vahn »00 fl. Silb. ll>2«5i9L75 Aulsig'TepI. «tisenb. »oofl.EM.-----------— Vohm. Nordbah» 150 fl. . . — —____ WestbahnLOOfl.. . .«60—262 — Vuschtiehraber Eisb. 500 fl. LM. 773—775 — Mt.U) »00 fl. .------------^ Donau » Dampsfchiffahlt« . Vef. Ocsterr.500 ss. s> ., Sljb,»T>r,I^l. o s>.S. »«7 — zu?'.<, Keldl»anb«.V!oit>b. 1000 sl. Cilll. LA«? 237') Frau,,Iosc!.Bahn !lO0 sl, Silber liu 502,7-. ßiwslirchen-!l alcserachel<>t,.^,200fl. ö.W.------— — Kahlenbrig «iisenbahü 100 fl, . 41 25 41 .<-,o Kaschau Odeil'. Vijenb. «00 fl, S, 152-75 I5»'25 Vcmbcrg^,!0wih«Iassy «tise». bahN'Oescllsch.!,! üol» fl. ö, W. «,!>—zzgvh Nryd. öst. mlg.. Triesl 500 sl.Cüll. 591 ..59«,- Oesterr, Nordwcstb. lllw fl. Silb, 157,^15775 dlv. Oil.«) liO» j!. Silb« . l5»?.',i«u.l!5 Prag-Duscr Lifenb, 15.0 sl. Silb. ^z-.o ^ ,,,o «udol,.^al,n 200 fl. Silber , IU8 «ü i<,8 75 Siebeubulstcr Lifenb. Luo fl. . i90l.i<»0 7b Slaat«eifelll'a>,>u ^„0 il, >>. W. . «725^7,7h Gelb, Wo« Südbahn «00 sl. Silber , , H4 25 1X75 S fl,40«/, »8>— 90' — „ElbcmUhl", Papierf. u, V,»O. «z — «L 50 Hitonlan-Oefellfch., öfterr,»aloin« 23 — 23 50 Präger Elsen.'.1nb,-Oel. llOU fl. . l4« — 150 — Salno.Iari, «iifenraff. ,01) fl. . 14»'5O »47 b0 Waffcnf.G., Oest. in W, II«» fl, — — — — lrifailer Kohlen»,«Gef. 70 fl. . — — —-— Deoifen. Deutsche Plätze......«, ,a «, 1« ^oudon.........l,«»o!2«»o p""« .........«» U5 50 10 Petersburg .......^. _ — — Valuten. Ducaten........ 5.9, 5,5 !tO'Klanc»'Stü— Deutsche Neichlbanlnolen . , ßl-^o «l l»5