Nr. 285. 11.Dezember. -^«^N«^k7'"^^ 1884. Amtlicher Theil. Se. f. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem Obersten im ^enichabe August Müller den Adelstand mit dem Ehrenworte «Edler" und dem Prädicate „Rhein. Wall" allergnädigst zu verleihen geruht. Se. f. und k. Apostolische Majestät haben mit «Uerhöchster Entschließung vom 4. Dezember d. I., ben Ministerialräthen im Finanzministerium Heinrich A.tler von Auerhammer und Anton Ritter von A'ebauer den Titel und Charakter eines Section«. Chefs allergnädigst zu verleihen geruht. Dunajewsli m. p. . Ee. l. und k. Apostolische Majestät haben mit «lllerhöchstsr Entschließung vom 3. Dezember d. I. Ml Oberlandesaerichtsralh Johann Prochäzka in Prag zum Präsident«'» des Kreisgerlchtes in Piset allergnädigst zu ernennen geruht. Prajäk m. p. Se. k. und t. Apostolische Majestät haben mit Merhöchster Entschließung vom 2. Dezember d. I, die e>ste Assistentin drs k. t. adeligen Damenstiftes auf dem Hradschin in Prag Emma Gräfin Welsers -hei mb zur Dechantin dieses Damenstiftes allergnä-blgst zu ernennen geruht. Nichtamtlicher Theil. Reichsrath. 389. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, l). Dezember. Se. Excellenz der Herr Präsident Dr. Smolla eröffnet um I! Uhr 15 Minuten die Sitzung. Auf der Mmisterbanl befinden sich: Se.'Excellenz der Herr Ministerpräsident und Leiter des Ministeriums des Innern Graf Taaffe, Ihre Excellen« zen die Herren Minister: Dr. Freiherr von Ziemial-lowsti. Graf Fallenhayn. Dr. Freiherr von Prazäl, Dr. Freiherr von Conrad-Eybesfeld, Dr. Ritter v. Dunajewsli und Freiherr v. Pino. Der Präsident theilt mit, dass beider in der lchlen Sitzung vorgenommene« namentlichen Nbstim» wUlig über das Loblowih'sche Fidcicomuiisgeseh ein Irrthum unlellaufen sei, indem Abg. Graf Goes als wit .Nein" stimmend verzeichnet wurde, während er '« der letzten Sitzung nicht anwesend war. Infolge dessen stellt sich da« Resultat der fraglichen Abstin«. "ung mit 112 «Ja" und 103 „Nein" heraus. Se. Excellenz Fmanzministsr Dr. R. v. Du-l'ajewsll beantwortet die Interpellation der Ab» sseordneten Löblich nnd Genossen wegen eines Mi-^swialerlasse«, in welchem die. Tara für Fässer mit Mineralöl, welche bis dahin mit 20 Procent bemessen bürde, mit 18 Procent normiert wird, und beruft sich auf die diesbezüglichen Bestimmungen des Zollgesetzes vom 25. Mai 1882. Es wird zur Tagesordnung übergegangen. Die zur ersten Lesung auf der Tagesordnung '"henden Regierungsvorlagen werden dem Budget« Ausschüsse zugewiesen. Das Steuerprovisorium sür das "ste Quartal 1885 (Referent Graf Heinrich Clam) ^vird ohne Debatte angenommen. (Die Linke stimmt . agegen.) Das Czarlowsli'sche Fideicommisa/sch wird !^, driller Lesung angenommen. Das Lodkowitz'sche "ldeicommisgesetz wird bei namentlicher Abstimmung '^ Killer Lesung mit 133 gegen 129 Stimmen zum Beschlusse erhoben. , . Der Immunitiits-Aubschuss beantragt d,e vom l l- Bezirksgerichte Langenlois angesnchte Zustimmung ^ gerichtlichen Verfolgung des Abg. Fürnl ranz ^cien Ehrenbeleidigung zu ertheilen. Abg. Ritter von schönerer beantragt RückVerweisung an den Nusschuss, "'"tuen Nichterlheilung der Zustimmung. Dieser An-""N wird abgelehnt der Ausschussanlrag angenommen, l^cc^ folgt die'zweite Lesung d«« Gesetzes be-Mnd die Dauer und Aurechenbarle't der Ger'chts. v °i.'2 und die Disciplinarbehandlung der Recht«, ^alllcanten. Eine Generaldebatte findet nicht statt. In der Sftecialdebatte werden die §§ 1 und 2 ohne Debatte angenommen. § 3, welcher von der Anrechnung der Zeit der Gerichtspraxis für die Vemes' sung der Nuhegenüsse handelt, wird, nachdem Regie-lungsverlreter Ministe»ialrath Dr. Steinbach sich gegen dessrn Fassung und für jene der ursprünglichen Regierungsvorlage ausgesprochen, über Antrag des Abg. Dr. Tonlli in der letzteren Fassung angenommen. § 4, welcher die Behandlung der Prakticanten im Falle von Vernachlässigungen oder Pflichtverletzungen zum Gegenstande hat, wird nach einer ziemlich un« wesentlichen Debatte, an welcher sich die Abgeordneten Dr. Meuger, Dr. von Stourzh, RegierungLvertreter Ministerialrath Steinbach und Referent Dr. Fander, lit betheiligen, unverändert angenommen und der Rest des Gesetzes ohne Debatte genehmigt. Es werden hierauf eine Reihe von Ergänzung«» wählen in Ausschüsse vorgenommen. Dr. Portugal! und Genossen beantragen einen Gesetzentwurf wegen facultativer Zulassung der Leichen» Verbrennung. Die Abgeordneten Friedrich Sueß und Genossen beantragen die Einführung der directen Wahl in den Wiener Vororten und die Vermehrung der Abgeord-netenzahl für dieselben um drei. Nächste Sitzung Freitag. Postwesen in Oesterreich. Das österreichische Postwrsen hat seit drei De-cennien einen fast ununterbrochenen Aufschwung genommen. Nach den statistischen Mitlheilungen des Handelsministeriums hat sich in den Jahren 1853 bis 1883 sowohl die Zahl der Postanstallen al« auch die Höhe der Einnahmen mehr als verdreifacht und der Brief« wie Frachlpostverlehr mehr als verzehnfacht. In der Reihe der europäischen Staaten nimmt Oester-reich-Ungarn in Bezug auf die Zahl feiner 73 l 7 Post. anstalten den dritten Rang ein, da es dicKfalls nur von England mit 15 951 und vom deutschen Reiche mit 13 637 Postanstlllteu überragt wird. während Frankreich mit 6486, Russlaud mit 4586, Italien mit 3609. die Schweiz mit 2909, Spanien mit 2655 Postanstalten:c. ihm nachfolgen. Die im Reichsralhe vertretenen österreichischen Länder zählten im Jahre 1863: 4148 Postanstalten (Ungarn 3169); die österreichischen Postanstalte» beförderten indem genannten Jahre 383 619 900 Briefe. 33580460 Kilogramm an Paketen und 5069621400 Gulden in Wertsendungen; die Einnahmen betrugen 20020 730 fl,. die Ausgaben 16473 730 fl., und standen 15 367 Personen im Dienste der österreichischen Post. Bei den ungarischen Postanstalten waren 5556 Personen beschäftigt. Die Einnahmen bei den ungarischen Postanstalten betrugen 7 908397 fl, die Aus» ! gaben 6051858 fl. Außerdem bestanden in Bosnien und der Herzegowina 72 Postanstalten mit einem Personalstande von 333 Köpfen. Die österreichische PostVerwaltung besaß ferner im Jahre 1883 41 Post-ämter auf fremdem Staatsgebiete in Europa und Asien, und zwar je ein Postamt in Constanlinvpel, Rustschul. Salonichi, Beirut und Alexandrien. Die übrigen 36 Postämter sind theils Consulal«-, theil« «Lloyd".Postkxpeditionen. Bei der Gesammlzahl der Postsendungen von 464 922 040 Stück Briefen. Drucksachen. Waren-proben lc. steht Niederösterreich mit 155421400 Sen-düngen an der Spitze, ihm folgl Böhmen mit 107974700, Mähren mit 43954000, Galizien mit 38483 300. Sleieimark mit 25 505 400, das Küstenland mit 17 945 700. Tirol und Vorarlberg mit 15658 600. Obe'üsterreich mit 14 935 300, Karnten mit 10 617400, Schlesien mit 10189 420, Krain mit 6 299 900, Salz-bürg mit 6254 600. Dalmatien mit 6 055 380 und die Bukowina mit 4625 300 Sendungen. Eben so verschieden wie in den einzelnen Pro« vinzen ist auch die Betheiligung an dem Briefpostver» leh'e in den zehn Bezirken Wien«, welche zusammen 147 090134 Sendungen lieferten; davon entfielen auf dle innere Stadt (mit Inbegriff der Bahnhöfe) 75 783352 Sendungen; der Rlst vertheilt sich in ab-steigender Reihe aus die Bezirke: Leopoldstadt 13499965. Neubau 12 774450, Mariahilf 10263 956, Landstraße 10034178, Nlsergrund 8745419. Wieden 7 212 479. Iosefstadl 4 128 490. Margarethen 3 180 010 unv Favoriten 1447827 Sendungen. Im internationalen Poftverkehre ist jener zwischen dem österreichischen und dem deutschen Reichs« postgebiete der bedeutsamste und ausschlaggebende; er betrug allein 63 514 310 Stücke. Der gegenseitige Vriefpostverkehr mit den übrigen emupäischen Staaten bewegt sich weit unter dieser Ziffer. So zählte man im Verkehre mit Italien 6121500. mit Frankreich 4 937150, mit Enaland 4 237528. mit Russland 3094620. mit der Schweiz 2 809530, mit den Ver« einigten Staaten von Nordamerika 2 809530, mit Rumänien 1684 906 Stück. Die übrigen Staaten stcheu inbetreff der Postsendungen alle unter der Zahl von einer Million. Inland. (Parlamentarisches.) Die nächste Sitzung des Herrenhauses findet Dienstag, den 16. b. M., um II Uhr vormittags mit folgender Tagesordnung statt: Mittheilung des Einlaufe«; erste Lesung de« Staats-Central-Rechnungsabschlusses für das Jahr 1879; erste Lesung des Gesetze», betreffend die Ab-änderung und Ergänzung der Gewerbe.Ordnung; erste Lesung des Gesetzes, mit welchem einige Bestimmungen hinsichtlich der Pfandleihergewerbe erlafs-n werden; Wahl je eines Mitgliedes in die Budaet-Commission, in die volkswirtschaftliche Commission und in die Eisenbahn-Commission. Diese Sitzung des Herrenhauses wird im neuen Parlamentsgebäude abgshallsn, von welchem da« Herrenhaus am 16. M. Besitz ergreist. Per Gewerbe-Ausschuss begann vorgestern die Generaldebatte des Gesetzentwurfes betreff« der Unfallversicherung der Nlbeiter. Referent Fülst Liechten« stein und die Mehrzahl der Redner erklären sich für die Regierungsvorlage, wünschen jedoch einzelne Nb-äi'dllungen. Nachdem der Regielunglverlreter den Standpunkt der Regierung dargelegt, wurde die Debatte abgebrochen. Die Vereinigte Linke hat vora-stern die Neuwahl des Vorstandes vora/nommel,. Mit Rücksicht auf die lstzlhin genehmigte Slaluteimnderunq wurd-n sieben Mitglieder gewählt, und zwar R. v. Chlumecly, Dr. Kopp. Dr. Herbst, Dr. Rechbauer, Dr. v. Plener,' Dr. Sturm, Dr. Tomaszczul. Der Strafgesehausschus« hat die Vorlag,, betreffend die Veilangeiung des Nusnahmszustande« in Süddalmatien, mit acht gegen sechs Stimmen angenommen. De Vereinigte Linke hat die Eins-tzung eines Central-Wahlcomitis für die bevorstehenden ReichsrathLwahlen beschlossen, in welches von den Ab-geordneten der einzelnen Kronländer Delegierte entendet werden sollen. (Das ungarische Abgeordnetenhaus) setzt die Specialdebatte über den Voranschlag fort. Man glaubt, dass die Verhandlung gegen Mitte der nächsten Woche beendet werden dürfte, da die Opposition nur bei einzelnen Titeln Einwendungen zu er-heben beabsichtigt. Dagegen wird die Appropriations-Debatte voiaussichtlich längere Zeit beauspruchen, weil sich insbesondere die gemäßigte Opposition an derselben bethriligen und die Bewilligung des Budgets zur Ver« trauensfrage machen will. Trotzdem dürfte die Budget-beralhung gegen Schluss der nächsten Woche beendet werden, worauf das Abgeordnetenhaus seine Weih-nachlsferien antritt. (Kroatien.) Die kroatische» Mitglieder de« unganschei, Reichstages beabsichtigen dem Minister« Präsidenten Kvloman Tisza dieserlage ein «Memorandum über den Auibau des slavonischen Eisenbahnnetze« und die Hebung des Handels mid Verkehr« der Hauptstadt Essel" zu überreichen. Das Memorandum soll nachweisen, dass die Verbindungen Essek« mit Buda-Pest. Wicn. Finme u»o dem Arlbrra inflilge der durch die zahlreichen Umschlanstatiol"» bebinale'' ver. schiedenen Tarifsätze, durch die vermehrte Emhebm,<, 2, dem Schluß. dass zur Hebung der Production m,d des Handele in Slavonien nothwendig wäre: 1) die Verbindung Aaranyavär.Mohäcs'Nättaizek-Keczel; 2.) eine Linie Essek'Slatina — mit einer Ub-zweigung üb?r Naiic nach Vutrina zum Anschlüsse an die Brod - Sunjaer < Bahn und einem Flügel nach Laibacher Zeitung Nr. 285 2350 11. Dezember 1884. PoZek; ferner 3.) außer der im Stadium des Pro-jectes befindlichen Localbahn Zdenci>Belovar-Vrbovec; 4.) eine Flügelbahn von Illol an der Donau an die zu erbauende Grenzbahn Mitrovic-Vinlovce bei Kuzmin. Ausland. (In der italienischen Kammer) legte der Finanzminister die finanzielle Lage dar. Bezüglich des Ergebmsse« d,s Budget« pro 1883 constalierte der« selbe einen schliehlichen Gesammtüberschuss von 44 Mil» lionen. Was die laufende Gebarung betrifft, so be< ziffere sich infolge der Cholera der Ueberschuss bloß mit 300000 Franc«. Derselbe dürfte sich in Wirklich, keit jedoch viel höher gestalten und hinreichend sein, um alle außerordentlichen Ausgaben zu decken. Was da« Budget pro 1885/86 betreffe, so sei der Ueber« schuss mit 1()s/lo Millionen beziffert, von welchen 9'/, Millionen zur Nmortisierung von rückzutaufendm Staatsschulden bestimmt sind. Der Gesehentwurf über die Reorganisierung der Geschäftstaxen und die Eisen« bahn»Conventionen, sagte der Minister, werden das Budget vor jeder zufälligen Eventualität sicherstellen und in endgilliger Weise das große Schuldbuch schlie« ßen. Der Minister theilte sodann mit, dass er gegen« wärtig einen Entwurf prüfe zur vierteljähligen Ve« zahlung der Interessen der öffentlichen Rente, sprach die begründete Hoffnung au«, das« der Coursstand der Rente sich heben werde, und betonte schließlich die Nothwendigkeit eine« organischen Institutes zur Nmortisierung der Rente. Die Ausführungen des Mi nisters wurden beifällig aufgenommen. (Frankreich.) Per französische Senat nahm sämmmtliche Artikel der Wahlreformvorlage den An« trägen der Commission entsprechend an und genehmiqte sodann mit l36 gegen 24 Stimmen den ganzen Ve« sehenlwutf. — In der Kammer forderte Lepöre die Abschaffung des Eullusbudgets. Bischof Freppel sagt-, dass die Kammer hiezu nicht das Recht habe, weil dieser Vorgang eine Kündigung des Concordat?« ware. Der erste Artikel des Cullusbudgets wurde sodann mit 378 gtgen 140 Stimmen angenommen. Ungeachtet der Einsprache des Cultusministers nahm die Kammer den Commissionsantrag an, welcher die Herabminderung der Bezüge der Erzbischöfe und der B,schöfe bezweckt. (In Rusiland) sollen zahlreiche Verhaftungen politischen Charakter« erfolgt sein. Unter den Ver« hafteten sollen sich fünf Officiere befinden. Diese neuesten Verhaftungen werden in Zusammenhang gebracht mit der Ergreifung des Verschwörers Lopatin. E« ist unanzweifelhast, das« durch diese sämmtlichen Verhaftungen diesmal rechtzeitig ein gefährlicher Nn« schlag durchkreuzt wurde. (Das rumänische Ministerium), welches nach den Neuwahlen der Kammern sein Entlassung«« gesuch eingebracht halte, nicht etwa, weil die Wahlen gegen dasselbe ausgefallen wären, sondern weil die Kammern auf Grund eines neuen Wahlgesetzes ge» wählt wurden, bleibt im Amte. Nach einer Besprechung mit den Präsidenten des Senates und der Kammer, welche conftatierten, dass die Stimmung der Mehrheit des Parlamentes gegen eine Cabinelsände« rung sei, lehnte nämlich der König die Demission des Cabinets ab. Beide Kammern nahmen die Erklärung des Ministerium«, dass es seine Demission zurückziehe, mit lebhaftem Beifalle auf. (Ueber die Lage Vordons) und die von dem Mahdi gegen denfelben unternommenen Schritte liegen genaue Nachrichten aus der letzten Zeit nicht vor. „Daily News" verbreiten ein Gerücht, nach wel-chem der Mahdi eine Herausforderung Gordons an« genommen und seine Anhänger über den NRevucza und die röm.«kath. Kirche zu Nagy.Kamalä« je 200 fl.; ferner für die griech..la>h. Kirche zu Irholcz. die griech.'kath. Schule zu Nechoall. die griech.'kath. Kirchen zu Vzähvüros und Züvidfalva je 100 fl. zu spenden geruht. — (Anarchist««,) In Sternberg wurden vor-gestern Vier Anarchisten, da» Ehepaar Karger. Benle und Pavlik, verhaftet. Im hausgarten. wo Karger Wohnt, wurde eine Kifte mit 8 Kilo Dynamit gefunden, die vergraben waren. Die Anarchisten sollen die Ermor« dung zweier reicher Sternberger. Namens llunze und Kreuz, für nächsten« beabsichtigt haben. Sie wurden nach Olmüh escortiert. — (Vater und Sohn auf der Jagd erschossen.) Der Iimmerpuher Leser, ein 64jlihriger Mann. der durch seine langjährige Thätigkeit auch an der Wiener Börse bekannt gewesen. gieng als Passiv-nierter Jäger in Begleitung seine« Sohnes, der al« Mechaniker im Wiener Arsenal beschäftigt, verheiratet und Vater von zwei Kindern war. am 8. d. M. in der Nähe von Sühenbrunn auf die Krähenjagd. Als beide die SchusslM« verliehen, gieng der Vater voran und der Sohn mit schussbereitem Gewehr hinter ihm. Plötzlich gieng das Gewehr des Sohnes unglücklicherweise los, die Ladung traf den alten Leser im Rücken und tödtete ihn augenblicklich. Als der Sohn das von ihm angerichtete Unglück sah, erfasste ihn Verzweiflung und er richtete einen Schuss gegen seine eigene Brust. Herbei» geeilte Landleute brachten ble Leiche und den Schwerverwundeten nach Süßenbrunn, wo der letztere nach ungefähr zwei Stunden seiner Verletzung erlag. Der Jam« mer der beiden Witwen ist unbeschreiblich, von denen die eine in einer Minute gleichzeitig den Gatten und das einzige von einer einst zahlreichen Familie überlebende Kind durch ein wahrhaft tragisches Geschick verlor. — (Tabakbau in Dalmatien.) Ein für Dalmatien bedeutsames Ereignis hat sich Ende No« vember vollzogen. Cs hat die Einlösung des ersten in Dalmatien gebauten Tabaks durch das Aerar stattgefunden. Der Versuch, in Milteldalmatien Tabak zu pflanzen, ist trefflich gelungen. — (Eine Entdeckung PasteurS.) Pasteur hat im Vereine mit Dr. Lemaire unlängst an die Pariser Akademie der Wissenschaften einen Bericht erstattet, in welchem beide Gelehrte zu beweisen suchen, dass das Genießen von Wild in einem Zustande, der mit baut Foüt bezeichnet wirb. die Gefahr einer Blutvergiftung zur Folge habe. Sie behaupten, dass in dem halbver« borbenen Fleische Organismen vorhanden seien, welche das Muskelgewebe weich machen und verderben, und dass der genaue Zeitpunkt, zu welchem die Verwesung beginnt, sich nicht bestimmt feststellen lasse. Die beiden genannten Männer der Wissenschaft haben bei ihren Untersuchungen nicht weniger als dreißig verschiedene Organismen entdeckt, von denen einige dieselben sein sollen, welche in lebenden, von einer ansteckenden Seuche befallenen Thieren vorgefunden werden. — (Krapotkln.) Aus der Strafanstalt zu Clair-vaux, wo Krapotkln gefangen sitzt, kommt die Nachricht, dass der Nihilistenführer wieder fo schwer von dem Scorbut heimgesucht ist. dass seine Genesung von den Aerzten bezweifelt wird. — (Die Rache einer Frau.) Aus Paris wirb gemeldet: Der Winlelagent Morin, welcher vor einigen Tagen von Madame Clovis Hugues im Justiz« Palaste niedergeschossen wurde, ist seinen Wunden erlegen. — (Großmüthig) Dame (zum neu eingetretenen Dienstmädchen): «Anna, ich gehe jetzt ins Theater und werde daher wahrscheinlich spät nach Hause kommen!" — Anna: „O, bitte, gnädige Frau brauchen sich nicht bei mir zu entschuldigen l" Local- und Provinzial-Nachrichten. Der Process der Kaibacher Anarchisten. (Fortsetzung.) Die Verhandlung wurde Sonntag um 2 Uhr 7 Minuten nachmittags wieder eröffnet mit der Ver» nehmung des Zeugen Josef Tlampusch.. Zeuge wirb vereidigt. Zeuge war Mitglied des Arbeitervereine« von 1879 bis 1884. Seit Juni 1884 ifi er Mitglied des sla. vischen Gesangsvereine» «Slavec." Zeuge kennt die Angeklagten als Nusschussmitglieder des Arbeiter-Nildungs-Vereines. Von Streitigkelten in diesem Vereine weiß er nur als aus nationalen Gesangsrücksichten. Von „Wort« führern" im „Verein" weih er nichts. Ein gewisser Serlol habe die gemäßigten Vlätter „Schmierlilätter" genannt. Ueber die Ausschließung Sadnils äußert Zeuge, Stückbauer sei dagegen gewesen; Tuma habe geäußert, Sadnik sei nicht für die Partei, eine Correspondenzkarte habe vor ihm gewarnt, deshalb sei er auszuschließen. Um die Art der Parteien habe er sich nicht gekümmert und verstehe nichts davon. Davon, dass Sadnil aus nationalen Gründen ausgeschlossen worden, weiß Zeuge nichts. Sadnik sei anfänglich nicht slavisch'National gewesen. Von den Angeklagten war nur Dhü „beim Gesang". Seit Sadnik in den Verein gekommen, habe es Streit gegeben. Er sei auf Sadniks Seite gestanden; Zeleznikar hab« ihn deshalb einen „Bemüßigten" gescholten. In einem Gasthause habe er Streit mit Sturm gehabt, der ihm gesagt habe, er sei dumm, es wachse ihm Vaumwolle im Kopf, er wolle so, aber sie (Tuma und Consorten) wollen anders. Zeuge Mathias Kunz, Redacteur des „Obrtnik" und Schneider, wird beeidigt. Zeuge ifi seit 1866 in Laibach, war von 1871 bis 1874 Obmann des Arbeiter-Vildungsvereints. Nach seiner Militärdienflzeit war er nur noch einige Monate Mitglied des Vereines. Als er zuerst im Vereine war, war derselbe Schulze Delihisch'; später wirkte er selbst dazu. die Ideen der Staatshllfe und des allgemeinen Wahlrechtes im Vereine wirksam zu machen. So sei der Verein geblieben, bis durch die Wirkung der Peukert'schen Agitation ein Umschwung in anarchistischer Richtung eingetreten sei. Zeuge charak« tenstert d,e Anarchisten al« auf den Umsturz alles Bestehenden ausgehend. Da« Schlagwort ..ökonomische Befreiung" hält Zeuge für einen Unsinn und glaubt, die meisten Verbinden damit keine irgend klare Vorfiel-lung, meinen aber vielleicht die Inbesitznahme (den Raub) fremden Eigenthums. „Propaganda der That" versteht er als Terrorismus zur Durchsetzung anarchistischer Zwecke. Ueber die Stellung der Angeklagten im Vereine weiß er aus eigener Wahrnehmung nichts. Nach seiner Ansicht aber habe Zeleznikar vornehmlich beigetragen, die radicalen Ideen wirksam zu machen. Kriegt kenne er nur wenig, Sturm sei vielleicht von Zeleznilar verleitet worden, von Dhü und Tuma wisse er zu wenig; übrigens wisse er auch von Zeleznikar am meisten vom Hören, und habe er ihn seiner Ueberspanntheit und Inconsequenzen wegen für einen Narren gehalten, der ebenso gern --aus Größenwahn — Präsident einer Republik als einer katholischen Gesellschaft zu werben bereit gewesen wlire. Schaden mochte er viel bei in sich Unklaren haben stiften können. „ Zeuge äußert sich über Most und dessen ..Freiheit und die unglaubliche Wirkung des Npostolates des Peulert für die Most'schen Ideen. Die „Zukunft" habe viel mehr gewirkt, als je die „Freiheit." Zeuge erklärt, die Streitigkeiten im Verein über die focialen Fragen seien unter dem Deckmantel nat«o< nalen Streites verhüllt worden. Der Redacteur des „Ljudskl Glas", dessen M-eigenthumer Zeleznikar geworden, äußerte zu dem Jeu-gen, Zeleznikar habe ihm Artikel gegeben, die er aber nicht habe bringen können, weil sie zu radical-soc«a' listisch gewesen. , Ueber die Triester Flugschriften.Sendung äußw Zeuge. er habe darin im großen die Ideen des Z^ leznilar gefunden. er würde gemeint haben, ihn darin zu erkennen, und halte ihn für fähig, wenn auch M" Mühe, dergleichen zu schreiben. Zeuge sagt vom Angeklagten Sturm, derselbe lM ein Wirtsgeschäft unternommen, um sich aufzuhelfen;b" nun Zeleznikar und andere hingekommen, habe er vltl-leicht aus Connivenz in deren Horn geblasen. Bezüglich der Vreskoar'schen Flugschriften h^ Zeuge von Peckwall gehört, Tuma habe schon, bevor dieselben angekommen, geäußert, es würden solche'" Laibach eintreffen. Zeuge Deckwall, der vorgerufen wird, erklärt die von ihm gethane Aeußerung bezüglich Tumas!^ eine von ihm ausgesagte Lüge. Zeuge Grablowitz wirb vorgerufen, spricht un" verständlich. Vom Staatsanwalt über eine Aeußerung Sturms über Zeleznikar gefragt, äußert Zeuge, er h°^ Sturm vor Zeleznikar gewarnt und Sturm habe vel" sprachen, zu folgen. Als Zeuge gelegentlich sagte, Z^. leznilar sei feige, habe Sturm geäußett. Zeleznilar >e nicht so feig. er sei imstande zu unternehmen, was so"! Vielleicht keiner. Sturm sagt. seine Aeußerung über Zeleznikar h«^ sich nur auf die Thätigkeit des Zeleznikar in Versal lungeu bezogen. Der Vertheidiger fragt den Zeugen, ob er that' sächliche Anhaltspunkte dnfür habe. dass Zeleznilar g«' fährlichen Einfluss auf Sturm halte. Zeuge erwibe"' Sturm sei Arbeiter des Zeleznilar gewesen, habe Oel° von ihm erhalten. Er halte den Zeleznilar für ungeM^ lich im Verkehr mit vernünftigen, gebildeten Personen-für gefährlich im Verkehr mit Ungebildeten, Es entspinnt sich eine durch die schlagfertige 3'^ telligenz des Zeugen sehr interessante Debatte zw^ , diesem und dem Vertheidiger über die Beziehungen o Zeugen zu Zeleznilar. . ^ Zeleznikar bezeichnet den Zeugen als einen I ^ eitlen Menschen, der ihm gelegentlich gesagt habe» sei schade, dass er (Zeleznikar) nicht heuchle, wen ' sonst zuschaben kommen werde; Zeuge habe °at habe. Der Angeklagte erklärt dies für eine Er-slnbung. Nach einigen Vemerkungen der Angeklagten bricht "r Vorsitzende um 7 Uhr die Verhandlung ab. « Am dritten Verhanblungstage, Montag. °en 8. Dezember, wurde bie Vernehmuug der Zeugen fortgesetzt. Zeuge Stück bau er. vom Vertheidiger gefragt, ob "«geklagter Dhü verbotene Flugschriften in den Verein gebracht, erinnert sich deren nicht, aber gelegentlich außer-Mb des Vereines habe er (Zeuge) zu College« geäußert. Ne sollten sich mit solchen „Schmierblätlern" nicht be-Mn. Zeuge Sadnil habe einmal «zusammengefaltete" «latter an Genossen gegeben, ob dies Flugblätter ge« Wesen, wisse er allerdings nicht. Zeuge Sadnil gibt diese Thatsache zu. aber diese fristen seien nicht Flugblätter gewesen, sondern Schriften blr'„gemäßigten" Partei, die er. er wisse nicht von wem, aus Zürich erhalten habe. Zeuge Tramp usch wird entlassen. Zeuge Koste lac, vom Vertheidiger befragt, ob ^^nil n» den Arbeiterverein einen Drohbrief geschickt, kcklÜlt. dlcü sci k<'in Drohbrief gewesen. Zeuge Sadnil citiert den slovenischen Wortlaut seine» Briefe» in Uebereinstimmung mit der Aussage deS Zeugen Kostelac. Der Staatsanwalt fragt den Zeugen Kunz bezüglich der Aeußerung des Angeklagten Zeleznilar, worüber Zeuge Redacteur Zeleznilar gestern ausgesagt. Der Zeuge bestätigt aus Mittheilungen des Journalisten Karl Konschegg diese Mittheilungen des Zeugen Meznikar. Geschworner Varbolani fragt Zeugen Kunz. ob er 'n seinem Glatte („Obrtnil") Bemühungen gemacht, die ladicalen Arbeiter auf den rechten Weg zurückzubringen, oeuge bejaht dies und bringt zu diesem Behufe Stellen °u» feinem Blatte zur Verlesung. Angellalter Zeleznilar weist auf einen Artikel im -Dbrtnil" acht Tage vor seiner Verhaftung hin, worin tl von Kunz gelobt worden. Der Staatsanwalt beantragt die telegraphische ^Ulladung deS Zeugen Konschegg. der Vertheidiger Meßt sich diesem Antrage an und der Gerichtshof verfUgt diefe Vorlabung. Zeuge Ferdinand Suhabobnil, Redacteur des ''Ljudsli Glas", wird beeidigt. Zeuge gibt Nusluuft "ber die Gründung dieses Blattes, an welchem Nn-»ellagter Üeleznilar später finanziellen Antheil hatte; ^lnstitsz auf die Redaction habe der Augeklagte nicht Wammen, jedoch habe dieser ihn öfter aufgefordert, '^tfer zu schreiben. Zur Charakteristik des Blattes erfolgen Verlesun« ^ in Uebersehuug aus demselben. Angeklagter Zelez-,lar bemerkt, er habe dem Zeugen die „Morgenpost" "2 Muster empfohlen. ,, Zeuge Haberlap. Redacteur des ..Mir", wird "'digt, It„ge war Redacteur des „Ljudsli Glas" un-^elbnr nnch dessen Gründung, Er gibt Aufklärung ^," die Ursachen dieser Gründung; er habe für nöthig "funden, ein latholisch'demolratische« Gewerbeblatt zu Mnden. Von den Angeklagten sei keiner an der Griln. f> bttheiligt gewesen. Vine Noliz im „Glas" erklärt 5s"a.e in einem Briefe an seinen Nachfolger Suhadobnik «, nil Ik heleznilar" und warnte ihn aus diefem s"°sse. sich" „it den «Socialisten" zu tief einzu- „« Angeklagter Zeleznilar erklärt, seine Aufforderungen ? die Redaction des „Ljudbti Mas", «schärfer« zu U"ben. hgtten sich nur auf die Vertretung „gewerb-^Angelegenheiten" bezogen. ^.. ^"ge Johann Brand stätter wird beeidigt. 3'"gr war Mitglied dcS Urbeiter.Vildungsveremes im ^" 1881 während einiger Mona»- Zeuge erhielt von Hönigmann eine Schrift, kann aber nicht lesen. Ueber Parteiungen im Vereine versteht Zeuge nichts. Ueber Ausrufe im Vereine aus Nnlass der Ermordung des Kaisers Alexander gibt Zeuge Auskunft im Sinne der Anklage, ohne zu wissen, von wem diese Ausrufe ergiengen Zeuge erinnert sich bestimmt. Sturm sei bei dieser Gelegenheit anwesend gewesen, die übrigen Angeklagten nicht. Zruge Johann Wissinl wird beeidet. Derselbe war etwa sechs Wochen Mitglied des Vereines. Ueber Spaltungen im Vereine weiß er nichts, Von Flugschriften hat er im Vereine nichts, wohl aber außerhalb desselben vom Ausschussmitgliede und Obmann-Stellvertreter Max Serkol gehört. Geschworner Barbolani fragt, ob Zeuge in der Voruntersuchung deutsch und slovenisch vernommen worden sei. Der Staatsanwalt constatiert aus den Protokollen des Vereines, dass Tuma zur Zelt der Ermordung des Zaren stets bei den Sitzungen zugegen, also nicht, wie er angebe, krank und deshalb abwesend gewesen fei. Der Vorsitzende bringt Stellen aus Briefen des einen der Brüder Hubmayer aus Bukarest zur Verlesung, Um N Uhr vormittags wird die Verhandlung auf einige Zeit unterbrochen. Bei Wiederaufnahme der Verhandlung wird das Factum Jakob Waitz Gegenstand derselben, Zeuge Deckwall verneint. Waih zu kennen, er habe von dessen Anwesenheit in Laibach erst später erfahren. Zeuge Grablowih weiß von Waih' Anwefen-helt und von dem Ausfluge nach St. Veit; er kennt Waitz, mit dem er in Trieft öfter zusammen gekommen. Vom Hörensagen weiß er. dass in St. Veit über die Arbeiterfrage gesprochen worden, und vermuthet, dass dort beschlossen worden, im Vereine nur die radicalen Blätter zu halten. Auf die Frage des Staatsanwaltes verneint Angeklagter Tuma. den Waih auf dem Bahnhöfe bei feiner Uukunft erwartet zu haben. Zeuge Hönigmann kennt Waih nicht, weiß nichts von dem Ausflüge nach St. Veit. Der Staatsanwalt wünscht conftatiert. dafs Sturm in der Voruntersuchung geständig gewesen sei. eine Zuschrift an die „Zukunft" gerichtet zu haben, bafs der Verein dem Programme des Blattes beitrete. Dies geschieht; Sturm bestreitet aber diese Thatsache. Zeuge Cas ermann kann. weil der Theilnahme am Verbrechen des Diebstcchls verdächtig, nicht vereidigt werden, Zeuge leunt Waitz nicht, weih nichts davon, ob Waitz in Laibach Albeit gesucht habe. Angeklagter Sturm hat Waitz Arbeit verschafft, dieser habe aber Laibach wieder verlassen, weil ihm der Lohn nicht hinreichend gewesen. Cs folgen Verlesungen bezüglich der Thätigkeit HubmayerS. Waitz' und Karl Hausers und über die Anarchisten-Zusammenkunft in Langenzersdorf. welcher Waitz als Delegierter beiwohnte. Der Vertheidiger verwahrt sich gegen die procefsuale Benützung der verlesenen Acten über den Langenzersdorfer Conventlkel, weil er sie in keinem Zu> fammenhange mit der vorliegenden Affaire findet Der Vorfitzende geht zur Thatfache der bei Tuma gefundenen, mit ^. W. gefertigten Correspondenz-karte über, Angeklagter Tuma erklärt, gar nicht gewusst zu haben, von wem diese Karte an ihn gekommen sei. Der Vorsitzende conftatiert au« dem Befund der Sachverständigen, dass die Fertigung der Karte von Jakob Waitz herrührt. Der Vertheidiger protestiert speciell gegen die Vorlesung eines Expose der Wiener Polizeidirection über die Entwicklung der Arbeiterfrage in Oesterreich; der Elaatsauwalt besteht darauf und der Gerichtshof be-schließt dieselbe. Um 1 Uhr nachmittags unterbricht der Vorsitzende die Verhandlung, Der Vorsitzende eröffnet wieder die Verhandlung um 3 Uhr nachmittags mit der Mittheilung, dass ein Geschworner die telegraphische Nachricht Vom Tode seiner Mutter erhalten habe, und ladet im Einvernehmen mit dem Staatsanwalt und dem Vertheidiger den Ersah. Geschwornen Franz Kürschner ein. den Platz des ver< hinderten Geschwornen einzunehmen. Der Vorsitzende verliest die Beilagen zu dem in der Vormittags. Verhandlung verlesenen Expos« der Wiener Polizeibir-ction und eine Note über den Zeugen Petrovinik. Dieser wirb darauf vorgefühlt, erklärt keinen der Angeklagten zu kennen, und wird (slovenisch) beeidigt. Zeuge ist Wächter bei der Verzehrungssteuer. Als er (etwa im Juni) auf der Wache in der Prula war. fah er zwei Männer, einen älteren, wie ein Beamter aussehend, und einen jüngeren, die ihn nicht sahen. Der Aeltere sagte zu dem Jüngeren: „Du, werden die noch lange d'rin sein?" worauf der Jüngere erwiderte: „In ein paar Monaten werden sie heraus sein", worauf der erste wieder gesagt habe: «Fond hätten wir genu«. aver Wie werden wir die .Munition hineinbringen/ — «»"» wird meine geringste Sorge sein " — »Nie wird e» dem armen Volle fonft gehen?" — Er habe feinem Vorgesetzten sogleich davon Mittheilung gemacht. Den jüngeren der beiden — einen Auslocher — habe er später in der Eternallee gesehen und auch auf seinem Wachposten. Von den Angeklagten kennt keiner den Auslocher V regant. Zeuge Bajc, Uhrmacher in Laibach, kennt keinen der Angeklagten, Zeuge wird beeidigt. Er fagt über ein Gefpräch aus, welche» er zur Zeit der ersten Verhaftungen abends vor feinem Hause in Laibach gehört habe. dahingehend, dem Magistratsrath Perona den Kopf abzufchneiden und das Rathhaus mit Dynamit in die Luft zu sprengen u dgl. Um 4 Uhr nachmittags verkündet der Vorsitzende den Beschluss deS Gerichtshofes, die Oeffentlichkeit der Verhandlung aufzugeben. » Am vierten Verhandlungstag, Dienstag, den 9. Dezember, war der Iuhörerraum weniger besucht als während der ersten drei Tage. wo er stets überfüllt gewesen. Die Verhandlung wurde mit Mittheilungen des Angeklagten Zeleznikar und des Vorsitzenden über den slavischen Arbeiterverein eröffnet, welchem Zeleznikar in Paris einige Zeit angehört hat. Zeuge Arlo wird über die Aeußerungen des Journalisten Konschegg vernommen, Zeuge Karl Konschegg. Journalist in Laibach, kennt von den Angeklagten bloß Zeleznilar und Sturm. Zeuge wird beeidet. Zeuge sagt über die Theilnahme Zeleznikars auf dem Gewerbetage in Wien in ähnlicher Weife aus wie Zeuge Kunz und bemerkt, dass er be-müht gewesen, das Gespräch mit Zeleznikar in der Nähe der Burg baldigst abzubrechen. Zeleznilar bestreitet die Aussage de« Zeugen durchwegl. Der Vorsitzende fährt mit Verlefungen fort. Ueber Vorhalt des Vorsitzenden, dass Zeleznikar beschuldigt worden, im Jahre 1883 Flugschriften an hervorragende Persönlichkeiten in Laibach gesendet zu haben, bestreitet Zeleznilar dies. Es wurde deshalb damals gegen Zeleznilar gerichtlich verhandelt, er aber freigesprochen. Der Vorsitzende bringt Berichte der Gendarmerie über Ausflüge der Laibacher Arbeiter zur Verlefung. Zeuge Anton Kocmur wird beeidigt. Er kennt nur den Angeklagten Zeleznikar. Er macht Mitthei-lungen über Aeußerungen des Zeleznilar. worin dieser die Vorzüge der republikanischen Regierungsform und die «rothe Fahne" gepriesen und sich höchst abträglich über die Monarchie u. f. w. ausgelassen habe. Zeuge, welcher Wirt ist. erklärte dem Angeklagten, das» er solche Reden in seinem Locale nicht dulde, Zeleznikar bestreitet die Aussagen des Zeugen. Zeuge Klein sagt über sein Zusammensein mit Zeleznikar bei dem Gewerbetage in Wien in ähnlicher Weise aus wie Zeuge Konschegg. Ieleznikar beftreitet die Aussage des Zeugen. Der Vorsitzende geht nun zu dem Anllagepunlte bezüglich der Weiterverbreitung verbotener Druckschristen über und bringt darauf bezügliche Voracten über die Hausdurchsuchungen bei Zeleznilar und Tuma und die dabei gefundenen Schriften und Drucksachen zur Ner-lefung. Zeuge Franz Poti sel. früher Lehrling bei Tuma. kennt die Angeklagten außer Dhü. Zeuge wird beeidet. Zeuge erzählt, bald nach Ostern fei Heleznitar morgens zu Tuma ins Geschäft gekommen und habe ihm ein in blaues Papier gewickeltes Palet gebracht; daraus habe Tuma die Schlüssel zum Abort und zur Holzlammer genommen, sei hinaus gegangen und bald zurückgekommen. Um Mittag, als Tuma nicht zugegen, sei er neugierig hinaus gegangen, nachzusehen, habe aber nichts in der Holzlammer gefunden, Nachmittags sei er wieder nachsehen gegangen, da habe er in einer der Ofenröhren, welche in der Kammer aufbewahrt waren, das Palet gefunden, welche» Zeleznikar dem Tuma gebracht hatte und welches eine größere Anzahl von Exemplaren de» ..Mahnruf an das Voll" enthielt. Sonntags fei Kriegl gelommen. habe Tuma nach der Adresse des I Waih gefragt, und Tuma habe bei dieser Gelegenheit die Ndresse »Karl Häuser" aufgeschrieben. Als die Haus-durchsuchung bei Tuma stattfand, fei dieser verwirrt und erschrocken gewesen. Schon früher habe Tuma ein Palet durch die Post erhalten, in welchem sich Exemplare der ..Freiheit" u. dgl, befanden. Auf den Vorhalt des Staa tsa nwalte». das» Zeuge bei der Haussuchung auf die C°rr-spondenzkc,rte als Wichtig aufmerksam gemacht habe, weil sie f,ch auf Flugschriften beziehe, »»'b wa^um er die» gemeint habe. g,vt 3 u.e b e «uSkunf er sei darauf g'lommen. we.l ,n m e^ s''" die «lnkunft eine» Bruders oder einer Schwester angezeigt gewesen aber nie,emand aekommen sei Zeuge gibt an. Tuma habe sich zu Zelez-nllar auch über an Vreslvar gekommene Flugschriften geäußert. Vom Vertheidiger gefragt, ob Zeuge deutsch lesen könne, bejaht dieser und wird aufgefordert, den Anfang der Hruckichrift: „Der Kampf der Mehrheit ..." Laibacher Zeitung Nr. 285 2352 11. Dezember 1834. vorzulesen. Die» geschieht; den Inhalt zu verstehen verneint Heuge. Zeleznilar bestreitet die Aussage des Zeugen bezüglich dessen, dass er dem Tuma Ilugschschriften ge« bracht; zu einer früheren Zeit. als der Zeuge angegeben, habe er Tuma einige Exemplare Laibacher Blätter — allerdings, weil es regnete, in ein Papier eingeschlagen — gebracht. Tuma beftreilet die Aussagen des Zeugen durchwegs; er habe weder Flugschristen gehabt noch bekommen, noch also in die Ofenröhren legen können. Zeleznilar bemerkt, es sei aus den Localver-hiiltnissen des Tuma'schen Gewölbes unmöglich, dass Zeuge von seinem Arbeitsplätze aus habe sehen können, was er (Heleznikar) dem Tuma gegeben habe. Der Zeuge sagt dagegen, der Vorhang, welcher sonst am Sehen ge hindert hätte, sei schadhaft gewesen. Kriegl erklärt die Aussagen des Zeugen bezüglich des Factums Waih für lügnerisch und gehässiig gegen seinen Meister. Zeuge Valentin Michler, Nuchbinderlehrling,kennt leinen der Angeklagten, wird beeidigt. Zeuge hat vom Zeugen Potisel Flugblätter zu lesen erhalten, der ihm bei dieser Gelegenheit erzählte, wie er dazu gekommen. Der Zeuge sagt conform den Aussagen des Zeugen Po^ tisel aus. Zeuge ist wegen seiner Ieugenschaft von dem Ieuzen Trost beschimpft worden. Zeuge Trost. Schlosserlehrling. 15 Jahre alt. wird beeidigt, hat wie der frühere Zeuge uud in derselben Weise ein Flugblatt zu lesen bekommen. Gefragt, warum er den Michler «Verräther" geschimpft, gibt dieser keine rechte Auskunft. Zeug« Johann Franzl. Sicherheitswachmann, lennt die Angeklagten, wird beeidigt. Zeuge sagt über Vorgänge bei der Hausdurchsuchung bei Tuma aus. Ec erklärt, es sei möglich, durch den Vorhang im Gewölbe zu sehen, was jenseits desselben vorgehe.^ Aeleznitar, neuerlich vom Vorsitzenden gefragt, ob er nicht schon einmal gestraft worden, erinnert sich, in den sechziger Jahren wegen Theilnahme an der Ab singung der russischen Hymne und Gewaltthätigkeit gegen deutsche Turner zu sechs Wochen verurtheilt worden zu sein. Die Verhandlung wird um 12 Uhr 50 Minuten abgebrochen. (Fortsetzung folgt.) — (DerhochwürdigsteHerrFürslbischof Dr, I. Missia) tr,sst heute nachmittags in Laibach ein. Aus diesem Anlasse erlieh der Herr Landes» Präsident an sämmtliche Beamten der Landesregierung und Grundlasten-Ablösuiigs- und Regulierung«« Landescommission Laibach folgendes Circulandum: „Laut Mittheilung des Herrn Capitel»Vicars in Lailiach wird der neuernannte Herr Fürstbischof Dr. Jakob Missia Donnerstag, den U.d.M.. um 1 Uhr 22 Minuten nachmittags mit dem Postzuge Wien-Triest auf dem Bahnhöfe in Laibach eintreffen, sich von dort in die Domlirche zu einem Danlsagungsgebete begeben und darauf die fürstbischöstiche Residenz beziehen. — Am Sonntag, den 14. d M. wird in der Domkirche die um halb 10 Uhr beginnende Inthronisationöfeier des Herrn Fürstbischofes stattfinden. Indem ich die Herrn Beamten hievon in Kenntnis sehe, mache ich die weitere Mittheilung, dass ich mich am N. d, M. zur besagtcn Stunde mit dem Herrn Cultusreferenten zum Empfange in schwarzem Anzüge auf dem Bahnhofe einfinden und d n Herrn Fürstbischof von dort in die Domkirche begleiten werde. Am Tage der Ixthronisationsfeier werde ich den selben bei seinem feierlichen Einzüge in die Domkirchc am Haupteingange in Gala« Uniform mit den Herren Beamten der Landesregierung, die sich dort einfinden Wollen, erwarten, in die Kirche geleiten und daselbst der kirchlichen Feierlichkeit beiwohnen." — (Aufführungen des Domchores wäh» rend des Kirchenbesuches des hochw. Herrn Fürstbischofes.) Heute Donnerstag um halb 2 Uhr: Ein vocales Ncc6 Lkceräos magnuiz von A. Foerster, I'kuwm ergo von Pitoni und 0 8n,Iutu.ri8 doäUa, von Josef Renner. Zur Inthronisationsfeier Sonntag halb 10 Uhr: 1e vsurn von Dr, Fr. Witt, beim Ho. magium ein feierliches Lccs 8acol'(i08 iuaßnu8, dann Festmess« und Ofsertorium ^ontirma doc I)eu« von N. Foerster. Graduale Voni »aucte Zpiritus von Dr. M. Brosig; Introitus und Communio.Choral mit Orgel. — (Todesfälle.) Der hochw, Herr Ioh Go. stisa, gewefener Cooperator bei St. Jakob und St. Peter, zuletzt Curat in der k, t. Männer-Strafanstalt auf dem Castellberge. nun im Ruhestände, ist gestern um '/.9 Uhr abends im Siechenhause zu St. Josef gestorben. Das Leichenbegängnis findet morgen. 4 Uhr nachmittags, vom Sterbehaufe aus statt. — Laut einer uns zugekommenen Mittheilung starb am 1. November d. I in Los Angelos (Ealifornien) in seinem 34. Lebensjahre Arthur Hei-mann. der zweitgeborne Sohn des ehemaligen hiesigen Kaufmanns Gustav Heimann. Arthur Heimaun war ein hoffnungsvoller junger Mann. der bei seinen vielen hiesigen Freunden im besten Angedenken steht Er hinter' lässt eine Witwe (eine geborene Laibacheun. Tochter des gewesenen l l. Majors Fritz Lavatschel) und drei Kinder. Er hatte sich in Amerika eine achtenswerte Stellung geschaffen. — (Das k. k. Handelsministerium) theilt der Handels« und Gewerbekammer mit, dass laut eines Berichtes des k. und t General-Consulates in London ei» dortselbst bestehendes, höchst angesehenes Crebit-Aus-lunfts-Bureau die Drucklegung eines Verzeichnisses der seit 1865 bis 1884 in Großbritannien und Irland vor« gekommenen Fallimente (circa 80 000) beabsichtiget. Allfällige Bestellungen sind dem k. und l. General.Con» sulate in London bekannt zu geben. Die Drucklegung der in Rede stehenden Zusammenstellung, deren Preis mit Pfd. Sterling 2.20 pro Exemplar festgefeht ist. ist von einer genügenden Anzahl von Abonnenten abhängig — (Unglücksfall.) Als am 7. d. M. der Fotsthüter Mathias Zabkar aus Arch und der Jagd. Hüter Jakob Bajc ans Vinivrh von Planina, woselbst sie jagten, gegen Ielenk nach Hause giengen. rutschte Bajc aus und fiel auf den Boden, wobei sich sein mit Schrot geladenes Gewehr entlud und den Zabkar am Oberkörper so unglücklich traf. dafs derselbe vorgestern ge storben ist. — (Einen grässlichen Fund) hat am Sonntag ein Fiumaner Fischer gemacht, welcher am Hafen in der Nähe der Marine«Akadem!e in Finme fischte. Er erblickte im Wasser einen Sack, und als er denselben herauszog und in der Meinung, dass er Wert' Ware enthalte, öffnete, fand er darinnen den grässlich verstümmelten Leichnam eines noch jungen Mannes. Wahrscheinlich liegt ein Verbrechen vor, und hat die Fiumaner Polizei umfassende Recherchen eingeleitet. Aunst und AiteratitT7. — (Landschaftliches Theater) Eine der wider« wärtigsten aller Pariser Sittcntomödien ist „Frou«Frou". Der dramatische Conflict beginnt erst im vierten Acte und ist so mühselig hergestellt, dass man sich unbedingt vorerst ein paar Stunden langweilen muss, ehe man der Handlung Interesse abgewinnt. Die Herren Mcilhac und halevy. die Dutzende von drolligen Komödien zusammengeschrieben haben, sorgten in „Froil'Frou" für unterhaltende Staffage, die sonst doch den Voulevardstüclen eigen ist, gar nicht. „Frou«Frou" (Gilberte) wird uns von ihrem Eintritte in die Gesellschaft bis zum letzten Athemzuge als nnglückliche Gattin vorgeführt, die Entwicklung sehen wir zum größeren Theile nicht, wir hören nur von ihr, kurzum, das Stück ist ein vollkommener Noman oder ein Drama ohne dramatische Berechtigung. Wir bedauern wahrlich, dass die liebwerte Gastin Frau» lein Kathi Schratt diese Nolle in den ohnehin sehr lurz be» messenen Cyklus aufgenommen hat. Wie alle ihre Leistungen, war auch diese eine künstlerische. Die Nolle der „Gilberte" dürfte kaum eine bessere Interpretin finden, nur ihre gediegene Darstellungsweise hielt das Interesse des Publicums wach, allein trotzdem hätten wir die liebenswürdige Künstlerin in einer jener Nullen gesehen, für welche Frl. Schratt ganz befonders prädestiniert ist. Wir meinen damit das Fach der „jugeiidlichcli Liebhaberinnen", und wir wären imstande, ein Dutzend solcher Nollcn zu nennen, von denen uns bekannt ist, dass die Künstlerin in denselben paradiert. Schalkhaftigkeit, herzhafte Munterkeit und wirklicher Humor sind doch bei Frau» lein Schratt so innig vereint, und außer als „Therese Krones" hatte die Gastin fast leine Gelegenheit, uns mit den» selben zu erfreuen. Bedauernswerter Weise endet heute das Gastspiel mit — „Divoryons", und so werden wir denn nicht das Glück haben, die Gastin in einer Rolle zu sehen, durch welche sie sich den Ruf als hervorragende deutfche Schauspielerin begründet hat. Zum Schlüsse noch Eines. Frl. Schratt ist gegenwärtig Mitglied des t. k. Hofburgtheaters, aber keines der vier Stücke des Gastspielcyklus fällt in das Repertoire dicfer Bühne. Mit welchem Interesse hätte man einer ihrer Burgthcaterrollen ent> gegcngesehen. Schade, sehr schade! ^ — (Afrika, der dunkle Erdtheil,) ist ein Schlagwort unserer Zeit geworden; ein Culturkampf, wie ihn Columbus mit der Entdeckung Amerikas vor vier Jahrhunderten angeregt, dringt jetzt von dort herauf, doch nicht mit den Waffen in der Hand. an Europas kriegerischen Einfall in Central» und Nord« amerika gemahnend, nein, mit dem Oelzweige des Friedens und der Civilisation zieht Europa ins Herz des dunklen W Schöpsenfleisch ., - 7", Hirse „ 4 55 hähndcl pr. Stück . - ^' Kukuruz „ 4 88! Tauben „ . 2" Erdäpfel pr.Meler" vate. f. Kind, Schlan. ,,, Gasthof Südbahnhof. Vecile. Holzhändler, Trieft. — Maresic, Holzhändler, Fiume. Kaiser von Oesterreich. Pelroveu', Handlungscommis, KroPP- Verstorbene. Den 8. Dezember. Josef Ianuvöky, LchrerSsoh«, 21 Tage, Glockengasse Nr. 3, Fraisen. , Dcn 9. Dezember. Johanna Toman, LlNideSunchlM' tui,s,3 Rcchnungsoffictals Gattin, 37 I., Alter Markt Nr, <", 3«1»l,ikaom!2 niioliwi-alig, — Josef Obtat, ArbcitcrösohN-2l Tage. Karlstädtcrstrasje Nr. 15. Fraisen. Landschaftliches Theater. heute (gerader Tag) lchtcs Gastspiel der k. l, Hofschanspielerw Frl. Kathi Schratt: Cypricnne (I)iv<>r,.!unn). LilsM" in :i Acten voll Victoricn Sardou, ^. Meteorologische Beobachtungen in Laiback^. F "Z W z^ 2 -5 ift ?ll.Mg. 7«?,22 > 6.6, W. schwach bewölkt ! .„ 10, 2 „ N. 739.00 >10.0 SW. schwach heiter ^ 0,0" 9 „ Ab. 742.W -^ L« O. schwach sternenhell l Morgens bewölkt, dann Aufheiterung; sternenhelle Nachl-DaS TagcSmittel der Wärme -»- 6,1°, um «.?" über dem N°r male. ____ ^ Verantwortlicher Redacteur: I, Nagl i i. ^ W Für die herzliche Theilnahme während der M M Krankheit wie auch für die zahlreiche Nelhcilignng ^ ^ am Leichenbegängnisse meines »nvcrgcfslichen Gatte», ^ des Herrn ^ Wl l. k. Bezirksgerichts «Kanzlisten W W spreche ich besonders den Herren Beamten, Aürgcrn, W W Gendarmen. Sängern mid Spendern der sclM"' ^l W Kränze, außerdem noch dem geehrten Herrn VeztrlS- « W Wundärzte Vachmann sür die liebevolle Vchano- ^ W lung des Verstorbenen und für die Pielätvollc ^e- ^ M miihnng bei», Leichenbegängnisse den tiefgefühltesten, « herzlichen Dank aus. ^ W Marie Oager. W W Illyrisch.Felstriz, 4. Dezember Laibacher Zeitung Nr. 285 2353 11. Dezember 1884. Course an der Wiener sörse vom 10. Dyember <8N4. ^ d«, °Meu« 5««.^.) ««r. «oteniellte. fieuerftli . ,7 45 u?.««, °°« ""lbltNt, «°/. . . . . „z,,o „4 ,« ' N°ud,.«lnl.iz!°fi.«.w.S. lie l______ . e»«at«.Ol»l. (Ung. Oftb.) ,„.'5 n».,5 ' », , » vo« I. 1«7S 1«,, ^ lc« 5«. '«!. «<«..«o,e 4'/» ilX, st. . . ii«.,o 111 .,o """«-'oblizatlonen (f«r l fl. «,.M.). !°^»c«'chifche . . . . io4-b0l«».. t^s°"lche.......,04l«l^l» '/»>."!»«« und slavonisch« . iou—lOi!'-^^benbürgi,^'. , . . . »»1—10175 »°/, r«lne»v«»«»natn . . , ,50 50 l0'.-— k°,, ungarische......101 .- lci 50 «»dere »ffentl. N»l«hen. Donau.«tn..^s« 5'/, ,oo fl. l,«5c.»7--bt°. «nl«ii:l, (Gilbn oder «old) . . . . — - ^'-Prlm!en»«nl. b. Vt«bt«em w< l" l»5l(< t><7 — Pfandbriefe lftrloofi.) »«btncr. »ll«. «sterr. 4'/.'/. <»°ld l« - i« l>ü bto. in 5« , , "/, °/° »7 5N !"»l> dto. in »0 , , <°/« - b» bt »2 — blo. Prämien-Schulbverschr.»'/« b«
  • li bto. , <°/, - - 9b'25 — — Nng. alla.Vobcncleoit'Acttlng^l. »n Pefi in 8< I Verl. b'/,«/, . l»l 75 10« «o PrisritätS. Obligationen (sür 100 fl.1. «Usabtth'WeNbabn 1. «imissiou llli »» ll« l« iftrblnanbd.Nrsdbahn lu bllb. l0t 70 ic,«-^ >Zran,,Ioscs,V<,hn..... «»' - »0 ,s ^^l!,isch<: ^tarl > Lubwl«. Va^u En,, i«»l noa N. S, 4'/,'/» - . !»« so »» <»» c>«fter». «°rb»«,»vahn .... l« tu u>» 7» «lebenbllrgrr. . . . »» - «>»50 Vt»at»b»h« 1. «mlssson . . . 18? 7l '.i8 eo bübdahn «»3»/,......i«üc, i« «7 t» Vanl > Actieu sser Vtlii). »nglo^Oest«,. Van, ,00 st. . . ,05 ,l 105 ?l «oftt«!b^,«!ia.^0ft. . . .,»,75,03 72 T»comptc.Ocl., Nil,b«öft, .^00 ss, 8,7 — »il — ^ypothetcnb., l!ft. «00 st. ,5°/, «. tU'- -^ »I' -Länbndanl öft. iwu ss. «. ü„"/,E. i<», 59 10,-bO Oefterr.Un«. »>,nl.....5«» — «7l - Uuionbanl luu fi......Lb 75 »?'- » V«lehl«b°nl «lll«. 140 st. . I4k-Lc l47< - Nette« v»n Transport« U«ter»eh««»ge» Mbrecht.Bohn »l»0 fi. «) — »« 5.^, MslId'stlum«l,Vahn«0?Il.Sill, 181 «5 181 5l» »lllfig..Tepl.«k!' ^.,»0st.«M.------^,_ Vlhn. Nordbahn 1« fl. . . . 1S0 - i„i . „ Nestbahn z«X» ll. . . .------____ Vufchtilheab«, « Ges. Oefterr. 500 fi. «lVl.....kiz« — 55: — Drau.»fi.V. — — —> . «lisob«tb.«ahn 20U st. «M. . . «4 «284 50 , Lln,»Vud»«i» «on N. . . , x»,. . ,07 5,(, ,SIzb.«Tlrol.IH.«,i8?»z<>«>7 7s, ff«rbina»b«»Nor>b, iaac> ?l. «?l. „55 ^v« ssranz.Ioses.Vahn «no ft. Vilb, znz-l5 »c» ?!. ssünflirchen.VarcserEil.^<)0fi.3. ^ . . .. Hal,.«arl»Lul»n>!!,.V. 2oofl. «Vl. ,7, — z?:^» Vra»«««fiacher»..V. «oost.K.W.____— ll»bleub««.tiise!l5, «0» ff. , . ^.^ ^.^ ilaschan»Oberb. «lsenb, »oofi. S. ,4» 5« 14» »0 8emberg»6»in°v,.« Iassy «isen» b»hn<»escll. «00 st. «. W. . . 1Y5 lü Ibö 7l^ i!l°vb, üft.'UNg., Inest N00st.«V>. ^« — 57« .. Oeftel«. »lorb»estb. «00 «. Gilb. 17, «» l?» 5« bto. (U». «> «00 st. Vi!!»er . ,7, iv '?»> -Prag.Dnr« Eisenb. ibo fl.Gilb. 57 l,u 25 — «ub«ls.»ahn «00 fi. Silier . izz-5«, 1»,— S!«b«udülger (lisenb. »l» fi. G, ,7» ,5 lbc» -Vtaatseisenbabn lwc> ss, ü. ll>. . »>,« ?b X>^ -> G«lb War, ««bbabn «» st. «,t.Vl!«Nlchast l00 st. . «— «_ Nn,..»a,i». »lsenb. «a fi. Gilbn ,74 5» l?3 .. U»,. «orbostbahn ,00 fl. «llbn ,«8 ?b ,«-«» Unss.«estb.(«aab.»ra,),«»fl.«. „4 b<) ,7^ „ I»b«ftrle«ctie« . Ugybl und Kinl'ber», Elsen» nnb Slahl.Iub. in wltn 100 st. . «» ». »« — «üi'nbabnw.'i'eiha. l. KV fl. 40"/, ,y, ,08 - > „4 « Waffens.-V, OeN. in w.iuafi — _ .... l,,f»il« «ohln»«.»Ves. >«» fi, . . ^ ^ .. Devisen. Deutsche Pl»,e......«0 lb «0 5« London.........1« 5c, >»t 72 P»rl«.........«?<. 4>7e Pete««bnr«......—-— —-— Valnte«. Hlucale»........ »77! »7» »o.ifran'»'Vt«,« »7«. «llber....... —— — — Veutlche ««ich»b«nln°t«». . . «^«, «»»5 Leberthran-Oel (Oleum Jecoris Asselli). Ein Ool, welches aus don frischen Loborn, wolcho Gndus Morrhua Linn6, •ino Schollfischart, inno hat, boi aohr golindor Wärmo im Dampfbado boroitet wird, ist blassgolb, von oigonthümlichom, nicht ranzigem Geruch und Geschmack. Man unterscheidet im Handel vorschiodono Thransorton: _..,,,„. . 1.) Dor blanke, hollblanko odor gelbe Loberthran (dor ofTicinollo) fliesst unter gelindem Erwärmen im Waasorbado aus den Fischloborn, odor man gowinnt ll»n durch Einwirkon von Wassordämpfon auf dio zorkloinerto Lobor (Darapllobor-thran). 2.) Dor braungolbe odor blanko hollbraune Leberthran (früher ebon-falls ossicinoll) ist das Ool, wolches nach Abschoidon dor orsteu Sorto durch stur-keros Erwärmon und Auspressen gewonnen wird. 3.) Brannor Leberthran wird aus dorn Rückstando dor Lebern nach don haidon vorgoliondon Sorten durch Auskochen mit Wassor oihalton. (Froyborgor, Prüparato dor doutschon Pharmacopoc, Ansgabo II) W" Die erste Sorte, die auch die beste und wirksamste ist, in Flaschen a 60 kr. vorkauft (4839) 12-4 die Apotheke Piccoli „zum Engel' in Laibach, Wienerstrasse. Das Dampf-Leberthranöl naoh der deutsohen Pharmaoopoe vom .X*iln'o i>4j-il litfCr als die reineregund wirksamere, von mir annonolerte Sorte. Laibach, 26. November 1884. <3"- IFICCOlI, Apotheker. HF* >Viehtig für alle *W Wt)lcho boi Unwottor zur Herbst- und Wintorszoit zu Fussgängon bomüasigt sind Und doch trockene und warme Fllsse bohalton wnllon. Solchen kann nur das 20ntal (4854) 10-3 prUmiierte k. k. ausachl. priv. wasserdichto Leder-Nahrungsfett des J. Bendik in St. Valentin bestens ompfohlon wordon. r, Donn „kein nasser Fass und harte» Leder mehr" ist das Beste und Billigste ,Ur Schuhwork, Pfordogobchirr etc., und der beste Bowoia der Vorziighchkoit ist, 788 og niclit nur vom k. k. 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X ^j wird gewiss so mancher fragen. ^\ /\ a n t~WOT*t * Dio österreiohisohe Pharmaoopoe (gesetr- /X \ž -^^-mJ ?? ^-^X tj • licheg Arzncibereitungsbucli) sohreibt einen \t Q Leberthran vor (Oleum Jeooris asselli flavum — gelber Leber- Q /S thrän), der aus den frisohen Lebern von Gadus Morrhua (Klipp- /\ \t flsoh), Gadus Callarias (Dorsoh) freiwillig ausfiiesst oder duroh \t ö gelindes Erwärmen erhalten wird, gelb oder goldgelb, von IJ Q gohwaohem Fisohgeruoh und Gesohmaok sein muss. /\ \f Der von mir annoncierte Leberthran ist der aus den frischen Lebern \t Q nur freiwillig ausfliessende und daher der natUrliohste. Q ^\ Ueber die Aufnahme eines medicinischen Artikels in die österr. Pharma- ^\ \t copoe haben die ersten Koryphäen der weltberühmten alten Wiener medicinischen \f CJ Facultät, welche Facultät als die erste und massgebendste unseres Erdballes *5 Q anerkannt dasteht, zu entsoheiden. „Dampf-Leberthranöl", welches einer ^\ JK 100-bis 120gradigen Erhitzung unterliegl, saljriksiriassig erzeugt und von Specu- jr ^3 lauten um theures Geld verkauft wird, weiss, geruch- und geschmacklos ^J /\ ist, wurde von dieser autorisierten medloinlsohen Commission in die Ä JC österreichische Pharmacopoe nioht aufgenommen und also daher verworfen. N£ ^3 Wir machen nun das p. t. Publicum höflichst darauf aufmerksam, dass C^ ^S eine Firma schon seit Jahren in der Wintersaison mit bewusstem, in der öster- ^% JK reichischen Pharmacopoe nioht zulässigem «Dampf-Leberthranöl» in hiesi- Jr W gen Blättern erscheint. ^J Q Sobald also ein Arzt einem Bedürftigen Leberthran (Oleum jecoris asselli ^* jC flavum) verschreibt, so hat jeder gewissenhafte österreichische Apotheker, dem \f ^J einzig und allein nur die österreichlache Pharmacopoe bei Arzneienverabreichuog Cl /\ und Zubereitung massgebend sein darf, kein «Dampf-Leberthranöl», sondern ^% \t nur stets obig beschriebenen Leberthran (dio reinste, von unserer neuen öster- \f CJ reichischeii Pharmacopoe allein geforderte Sorte; zu verabfolgen. ^* ^\ Nachdem unsere österreichische Pharmacopoe gleichsam eine Toohtor #% S£ der weltberühmten medioinisohen Faoultät Wiens ist, so blicke ich \f C5 mit Stolz auf diese gediegene österreichische Pharmacopoe, welohe beliufs ^X /S Zusammenstellung einer internationalen Pharmacopoe beim internationalen ä\ Vi Pharmaceutencongress in London 1881 (dem ich persönlioh beiwohnte) Sr O die meiste BerUoksiohtigung fand und laut welcher ich diesen gesetz- Q ^K lloh vorgeschriebenen natürlichen Leberthran als auf natürliohem J\ \£ Wege erzeugtes und also ungekünsteltes Product am Lager führe. \f Q Der duroh natürliohen Vorgang aus den Lebern freiwillig ^M /\ ausfliessende Leberthran ist ein uraltes Volksheilmittel. ä\ \£ Jeder Flasche a 60 kr. und Doppel-Flasche ä 1 fl. ist eine Gebrauchs- S# Q anweisung beigefügt, __^J ^\ die der Echtheit wegen ^7 —— * "» ^% \t nebige Unterschrift l/ ^^ ^f J? / \t 0 Apotheke Trnk^czy O X in Laibach, Rathhausplatz, X jr tu haben ist. (4936) R—r) JK Cxxxxxxxxxxxxoxxxxxxxxxxxx9 (5020—I) Ni, 22242. Bekanntmachung. Nachdem da»k.k.LandesgkrichlLaibach mit Beschluss vom 28. Oktober 1684, Z. 0039. über Julius Dürr. Kunstgärt, ner in üaibach, wegen Blödsinn« die Curatel verhängt hat. so wird demselben hiemit Max Gimzler. Agent in Laibach, zum Curator bestellt. li. l. städt. - d^'leg. Bezirksgericht Laibach, am 14. November 1884. (5013-1) Nr. 23720. Bekanntmachung. Vom f. l. städt. delc-g. Bezirksgerichte Laibach Wird hiemit b,k'a,mt geaeben: Es sei dcn verstorbenen Tabular-glä'.biqern Agnes Sada klntm, Glc>v.e sen. Jakob Habjan. Varlhelma Habzan. '/l ne» Habia^ Franz Glav.k und Manc. Glavie, resp. deren unbekannten Erben und Rechtsnachfolgern, der Advocat Dr. Pseff^rer in Laibach zum Curator kä kctum bestellt und sohin diesem der hiergerichtliche Realfeilbieluugsbescheid vom 5. November 1884. Z. 14000, zngestellt worden. Laibach am 25. November 1884. (4997-1) Nr. 5)7,5'. Dritte e^ec. Feilbietuug. Weaen Erfolalosigseit ^s zweilo, Termines wird <" der Efccilllonssache des Alois Fr^hm vo», Mann-burn (durch Dr. Gte>»p!har. Adoocat