Laibilchkr Tliistlntt. Redaction imb Expeb iti on: Bahnhosgasse Nr. 16. _ _ BtSnamcretionepteile: $|>v Q O Pr Laibach - ®anjj- fi. 8 *0; «7tl. Uvt Zustelluna in« čaueortlj. 25tr. Mt bet Post: Gan,jahr. fi. 1«. Dienstag, 20.April 1880. — Morgen: Anselm. IKSKSi'VV^’S 13.Jah Die Sch«le unb die nationale Agitation. Wenn die Wiener Blcitter gut unterrichtct sinb, hat die Rechte barauf verzichtet, die Special-debatte fiber das Budget zur demonstrativen Publication ihres national-clericalen Wunschregisters auSzunfitzen. Doch durfte differ Verzicht nut in gewissem Matze Geltung besitzen unb namentlich nicht auf jene Gravamina der Verfassnngsgegner auszudehnen sein, welche das Gebiet der Schule betreffen. Denn gerade auf diesem Felde zeigt die nationale Agitation bit grotzte Thatigkeit, ge-rabe auf dem Gebiete des Schulwesens glaubt selbst der seichteste Krakehler mitreden zu konnen. Vergleicht man aber die Wiinsche dieser Wort-ffihrer beziiglich Nationalisierung des gesammten Unterrichts mil den wirklichen Anschauungen der Bevolkerung, so witb man alsbald mit leichter Muhe zur Ueberzengung gelangen, dass hier nicht nur feme vollige Uebereinstimmung, sondern in den weitaus meiften Fallen der offenkundigste Widerspruch besteht. So find beispielsweise selbst die Czechen — offenbar der culturfahigste unb fortgeschrittenste Zweig ber Slaven — vollig fiber« zeugt dotion, dass die Echtsarbigkeit einer durch-wegs nationalen Erziehung deS Volkes dem Ein-zelnen noch lange feine entsprechende Entschadi-gung sfir die Nachtheile gibt, welche ihnt aus ber Vernachlassigung der deutschen Sprache erwachsen mfissten. Die parlamentarischen Wortffihrer wer-den zwar das nicht zugestehen wollen; dass sie aber den Sochverholt recht wohl durchschauen und dass sie sich auch diesbeziiglich keinen Tciuschungen hingeben, geht aus der Zcihigkeit hervor, mit welcher sich die czechischen Nationalen gegen die Durchffihrung des Projectes zur Griinduug einer besonderen czechischen Unitierfittit verwahren. Man weih eben nut zu gut, dass fiit ben Fall einer Zweitheilung der Prager Universitat die czechische Hochschule dutch die Geringffizigkeit ihrer Frequenz seht bald die agitatorische Phrase toiderlegen wurde, nach welcher der Anschluss der Czechen an das deutsche BildiingSelement eben nur cine Folge des nnertraglichsten autzeren Druckes sein soil. Der Gefahr eines solchen thatsachlichen Dementis will man sich aber nicht aussetzen und verlangt daher, dass der Prager Universitat ein utraqut« stischer Chorakter, d. h. ein Charakter gegeben werde, welcher den nationalen Stellenjagern die Aussicht auf einzelne Lehrkanzeln und dem notio-iialen Chanvinismus eine gewisse Besriedigung sichert, ohne deshalb die fiblcn Folgen der Zwei-theilung herbeizusfihren. Weil man uberzeiigt ist, dass fine felbstanbige czechische Universitat sich nur schwet auf eigenen Fiitzen zu erhatten ver« mochte, soll aus ber Prager Hochschule eine Art siomesischet Zwilling wetden, bei welchem sich votauSsichtlich ber Magen auf ber czechischen Seite befinben wfitde, wahtend die geistigen Functionen zumeift vom deutschen Partner besorgt werden mfissten. Nicht besser sieht es uin den Resolutions-antrag, welchen bet Budgetausschuss fiber An-regung des „gtohen Schuimannes" Dr. Vosiijak behuss Slovenisierung ber Mittelschuleii in Unter-steiermarf unb Krain dem Abgeoibuetenhaufe zur Beschlussfassung vorlegen wirb. Hett Vodnjak hat leicht teden. Er ist fiber feine Universitats-ftudien hinaus und spricht ein passables Deutsch. Wie aber bie heranwachsenbe slovenische Jugend ihr Fortkommen sinden soll, wenn sie, den „natio* nalen Mittelschulen" entwachsen, den Boden des Brotstudiums betritt, das ist eine Frage, uni welche sich Herr Dr. Vodnjak uinso weniger kfim-mern barf, als ihm ja bie Nationalisierung des Unterrichts nur ein agitatorischer Behelf ist. MLglich, bass ber Abgeorbnete aus Untersteiermarf sich ben Anschauungen des grohen StaatSmannes R. von Schneid anschlieht, dessen sublime VotauSsicht sich bcreits mit dem Gedanken eiiier Slovenisierung Bosiiiens vertraut gemacht hat und deit Uebet* schuss an nationaler Jntelligenz in die Herze-gowina abzuleiten gedeiikt. GegenwSttig ledoch haben derlei Zukunststranme keinen Anwktt, und wenn man heute die BevSlkerung KtainS ftagm wollte, ob sie sich ffir den Fortbestanb ber heu-tigen Unterrichtsverhaltnisse obet fur ben AuS-schlnss allcs Deutschen aus bet Schule entscheiben ivollte, so sinb wir uberzengt, bass bie Anttoort hierauf gewiss nicht im Sinne jenet Wortffihrer tauten wfitde, die sich jetzt mit ebenso viel Eigen-diinkfl als Eigennutz als die Retter bet Nation vor dem Gespenste der Gerrnanisierung hinauL-zuspielen belifbeu. Wir glauben zwar nicht, bass zwischen den Herren Vosjnak unb Poklukar einer* seits unb bem Cheruskersursten Hermann jene Verwandtschaft besteht, welche Dr. Rieget zwischen sich und dem Sieger vom Teutoburger Walde an-nehinen zu durfeu nicht fur unstalthaft halt. Aber wir find trotzdem der Meinung, dass schon die alltaglichste Pflicht bet Dankbarkeit biefen Herren bas Austiirmen gegen bos deutsche Element ver-wehren solite, dem sie ja doch eigentlich ihrt ganze Bildung und Existenz verdanken. Oesterreich-Angar«. Im Abgeorbnetenhause wurde gestern die Specialbebatte fiber bas Budget fortgefetzt. Wie verlautet, fell nun zwischen Taaffe unb den Parteien ber Rechten ein neues Uebet-einfommen getroffen worden sein, dutch Welches sich die letzteren verpslichten, in det Budgetdebatte alle uimothigen Abschweifungen zu vermeiden unb die Berathungen fiber ben Staalsvoranfchlag mit moglichster Beschleunigung zu Ende zu fuhrtn. Imisseton. HerzenszLge. Eine flcitte Erzcihlung von Harriet. „Bitte, komm heute nach Schloss galfenau, bu wirst eine intercffante Bekanntschast machen. In Eile beine Liane." Die Dame, an welche biese Zeilen gerichtet toaren, schob die Karte unmuthig zur Seite: „Jn-tetessaute Bekanntschast I Jrgend ein Gutsuachbar hat sich angesagt. — Um solch' einer unangenehmen Erfindung des SchSpfers willen, soll ich hinfiber — neiti, nein, Marie, das thun wit unS sicherlich nicht an." Eeht originell Wat biefc Selbstautzerung, abet fie stand in vollster Harmonic zu der Erscheirning ber Ftau, welche sie von sich gab. Das war ein ausgesptochener Mannetkopf, bet auf breiten, vollen Schultern sah; bie ganze Haltung hatte ctwas mi-litSrisch Strammes, dazu das kurze Haar, das eng anliegende dimkelblaue, teich mit Silbetschnfiten geziette Kleid — mit einem SBotte, ein titchtiger Soldat war in der in ganz Westfalen ihreS Geistes und zugleich ihres MSnnethaffes bekannten unb gefeierten Grafin Buchen dem Sonde vetloten gegangen. Watum hafSte fie die Mcinner, welche meist den Sieg fiber Frauenherzen, auch die startsten und eigensinnigsten, davontragen? Das war eine Frage, die sich nicht leicht beantworten lietz. Un-zahligc male wurde fie von Grafin Marie nahe-und fernstehenden Menfchen gefteflt, aber weder Freunde noch Fremde fanden die richtige Erwide-rung auf die im Stillen gehegte Frage. — Die Grafin, welche vor wenigen Wochen ihr 36. Lfbens-jahr zuritckgelegt, war bie treueste, ja aufopserndste Tochter, welche man sich nur denkcn konnte, die liebevollste Freundin, die feurigste Verehrerin alles Hohen unb Reinen, was Menschenherzen erhvht, was Menschenherzen begliickt, nur die Liebe, das vielbesnngene, weltbeherrschende Wort, hatte me biese Frauenseele mit seinen GStterflammen beruhrt. In ber Richtung war fie alien, die sie nmgaben, ein Rathsel; sie nanute stets, was andete mit fiitzem Bangen, oft mit tiefem Schmetz erfutlt, nut No-turnothwenbigkeit, ber man absolut nichtznm Offer fallen muffe. In herbstem Spott ergieng sie sich fiber Gefiihle, die doch so uralt sinb, wie die Welt, die mit Adam und Eva, den ersten Menschen, gleichzeitig ihr Wiegensest seicrten. Biele Ritter hatten schon zu ihren Ffitzen gelegen unb um Liebe gefleht. — Ein helleS, metallartiges Auslachen war der einzigt Cohn ffir treue Minnedienste. GrSsin Buchen glaubte nicht an GStterflammen, weder in ihrer ersten BlSte noch im gereiften Alter. — Gerade das schien ihrem ganzen Wesen jenen mi-litarisch strammen Zug auszupragen. Man hatte nut einmal in ihrem Leben eine Ihrane in ihrem Auge schimmern gesehen. Es war in der Sterbe-stunde ihrer vor zwei Jahten verstorbenen Mutter. Den Vater hatte sie me gekannt, er vermiglfickte brei Monate vor ihrer Geburt auf ber Jagd. — Einsam, frei unb allein lebte sie jetzt in bem alien Stammschlosse ihrer Water. So sehr sie frfiher, da ihre Mutter noch lebte, im regsten Berkehre mit ber Welt stanb, so aiisfSllig hatte sie sich nach ihrem Hinscheiben aus ben heiteren Gesellschaftskreisen zuriickgezogen. Nur mit ihrer Sltesten Jugenb-gespielin, deren Gut bem Schlosse am nfichfien lag, stanb sie im Verkehrc; aber oft vetgiengen Wochen. ehe sie einmal nach Falkenhorst ritt. Baronin Liane kam weit fleitziger zu ihr her-fiber, fie war seit Diet Jahren Witwe unb besatz zwei schSne Kinder, welche die Freude unb der Stolz ber Mutter toaren. Grafin Marie nahm die Heine Karte toiebet zur Honb, fie trot bamit vor ben Kamin und wars baS Billet in baS lnstig brennenbe Fcuer. ®6 war bas einzige, warm betebenbe Element in bem hohen, kfihlen Raum, eS warf weuigste«- helle, Wirklich Hat sich benn auch cine grofje Anzahl vorgemerkter Redner wieder auS bet Liste strei-chen lasscn, waS wohl schwerlich geschehen ware, wenn nicht gewisse Abmachungen bestiinben, welche bie rebelustigen Herren von ber Rechten auf bie Auskramung ihrer nationalen Wiinsche unb Be* schwerben verzichten liehen. Vor allem verbient in bieser Beziehung bie Melbung Beachtung, basS Stremayr etnen langeren Urlaub antreten unb -tbafS ber Minister ohne Portefeuille Dr. PraZak das Ressort ber Justiz iibernehmen roerbe. Denn bekanntlich war gerabe Dr. Stremayr ben Auto-nomisten ein Dorn im Fleische, unb liegt baher ’ ber Gebanke nahe, bass ber „langere Urlaub" StreniayrS mit ber griSfjerett Bereitwilligkeit ber Rechten in Zusammenhang zu bringen ist. Im Herrenhanse roirb eine Einigung ber Parteien bahin angeftrebt, bass in ber General-bebatte fiber baS Bubget kein Rebner bas Wort ergreifeit unb man sogleich in bie Specialbebatte eintreten moge. Kommt biese Einigung zustanbe, so roiirbe schon am ersten Tage ber Bubgetbebatte ber Dispositionsfonb zur Sprache fomrnen. Es toirb von Leo Thun unb eventuell von Hubner, toenn ber letztere es nicht vvrzieht, zur Bubgetbebatte nicht nach Wien zu fomrnen, abhangen, vb bas Budget auf biefem abgefiirzten Wege er-lebigt roerben fann. In ber Frage betreffs ber Prager Universitat haben sich beibe verfassungstreuen Fractionen bež Abgeorduetenhauses bahin geeinigt, bie vorn Bud* geta«sschusse vorgeschlagene Resolution abzulehnen. Bei bieser Gelegenheit roirb von Seite bes Fort-schrittclubs auch bie Erklarung abgegeben roerben, dasS eine Vermehrung ber czechischen Lehrkanzeln stur zu einer Verscharfung ber nationalen Gegen-fatze siihren unb bass bie Prager Universitat zurn Tunirnelplatz nationaler Karnpse ftatt zu einer ©ttitte roissenschastlicher Arbeit gemacht roerben wiirbe, bass es abet bie Verfassungspartei fiir zroeckentsprechenb halt, bass bie (Sinrichtungen an ber Prager Universitat analog den ©inrichtungen am Prager Polytechnicuin gestaltet werden, d. h. toenn die czechischen Lehrkanzeln eine selbstanbige Organisation, getrennt von ben beutschen Lehrkanzeln, crhalten. Die juribische Commission bes Herrenhauses, loelche bie Ablehnung bes vom Abgeorbnetenhause beschlossenen Gesetzentwurses iibet die Aushebung bes Legalisierungszwanges beantragt, empfiehlt bie Annahme bes zroeiten ihr vorgelegten Gesetzent-rourses, her mehrere (Srleichterungen bes Legali-siemngszwanges enthalt. Zuvorderst svllen nicht mehr fammtliche Unterfchriften, sondem nur die freunbtiche Lichtstreifcn fiber bie biistem Tapeten, fiber die hohen, jeder Zierlichkeit entbehrenden MS-bel mit ben schwarzen Seberiiberziigen. Das Ge-mach besatz nichts, was einer verwShnten Fran traut unb wvhnlich ersdjeint. Seine Blumcn btiihten an ben Fenstern, feine Gemalde zierten die Wande, leine Albums schmuckten die Tische. „Jch roerbe doch hinfiberreiten," murmelten Grafin Maries Lippen; ihr Ange schweiste iiber ben roeiten Ranm unb blieb an ber hohen Balkon-thilre hasten. Gran unb triibe war das Land-schaftSbilb. Ein Hauch frSstelnder Einsamkeit lag iibet berselben. Die Haibe, welche sich zur Linken auSbehnte, schien mit bem niebethangenben Nebel-mrete vetschwistert zn sein, toahrenb bet Walb jut Rechten sich ernst buster von bem wolkenschweren girmamente abhob. Die Dame trat Dot bie Glas-thfire: „Melancholisch genug siehst bu heute aus, mein liebeS Heiinatlanb!" fuhr fie in ihrem Selbst-gesprache fort, „bu senkst einem so recht fiihlbar das Herbstwch in bie Seele!" Sie fuhr sich tafch fiber die ©time: „Dnmme Empfinbnng," ein sri-sches, helles Auflachen schien bie eigene Weichheit verspotten zn wollen.---------------------- (Fottsetznng folgt.) ber verpflichtenden Perfoueit auf einer Urtunbe legatiftert roerben; banu soll eine Urfunbe, auf welcher bie Unterfchrift bes AusstellerS legalifiert ist, ber Mitfertigung von ZeugeA gar nicht be-biirfen; ferner foil bei Urkunben, welche eine be* hotbliche ©enehmigung ber batin ausgefprochenen Verpflichtung enthalten, bie Legalifieruitg ber Unterfchrift des Ausstellers wegfaSen. Die Zu-laffung von Frauen als zroeiten Jbentitatszeugen toirb oerfiigt unb bass bei notarieHen Geschafteu, toenn ein ztoeiter Rotar beigezogen toirb unb die Sbentitdt bes Ausstellers beftatigt, bie Beiziehung von anbern Jbentitatszeugen ganzlich entfaUe. Italicn. Das eutfchiebeue Vorgehen ber Triestiner Polizei gegen ben Kammerbeputierten unb Jrrebentisten Cavalotti hat zu Jnterpellationen in ber italienifchen Kammer Veranlassung gege-ben. Herr Cavalotti, ber angeblich uur deshalb nach Triest getommen mar, urn ber Aitffiihrung eines von ihm verfassten, zieinlich inittelmatzigeii Dramas beizutoohnen, toar namlich von ber Trie-stinet Polizeibehorde veranlasst toorben, vor ber Auffiihrung bes betreffenbeu Theaterstiickes toieber abzureifen, roeil man nicht mit Unrecht oermuthete, bass bie Anroefenheit eines ber Hciupter ber Irredenta ben Jtalianissimi von Triest Veranlassung zu Demonstrationen geben tonne. Darob selbst-verstaublich grofie Entrustnng ber Gesinnungs-genossen Cavalottis in ber italienifchen Kammer unb eine Interpellation an ben Minifterprasibenten Sairoli, welcher inbeffett erflaren fonnte, bass es mittlerweile ber biplomatifchen Intervention ge-lungen fei, ben ofterreichifchen Minister bes Aeuhetn zur Riicfgangignmchung ber gegen Cavalotti ertaffenen Ausroeifuiigsbefehles zu veran-laffen. Frankreich. Papst Leo XIII. hat sich nun bennoch ber bebrohten Orben nngenomtnen unb gegen bie Mdrzbecrete Verroahrung eingelegt, nach-bem et schon friiher in einer Anfprache an ben neu erncmnten Botschafter beim Vatican, Herrn Desprez, Erklarungen abgegeben hatte, toelche das muthige Vorgehen ber franzosifchen Bifchofe hin-langlich motivieren. „Jch bin iiberzeugt — so antzerte sich Leo XIII., — bastz bie Wahl Ihrer Person ein Beweis bes Wnnsches Ihrer Regie-rung ist, bie Beziehungen guter Freunbfchaft mit bem heiligen Stuhle toeiter aufrecht zu erhalten. Jhrerseits hot die Kirche, toelche immer das Heil ber Seelen sucht, keineit heitzeren Wunsch als ben, ben Frieben unb die Eintracht mit benen zu be-toahren, toelche bie ©taatsangelegenheiten leiten, fotoie unter ben Vblkeru. Man dnbert bie Kirche nie. Deshalb bebauern toir auch, zu erfahren, bass man geroiffe Mahregeln gegen gewisse religiose Orbensgesellschasten ergreifen will. In ben Augen bes heiligen Stuhles haben die Orbens-gefetlfchasten ben namlichen Wert, unb unset Herz roiirbe einen tiefen Schmerz empfinbeit, roenn wit fie ber Feinbfeligkeit ber Gewalt preisgegeben fehen unb toir genbthigt roaren, unfere Stimme zu ihven Gnnsten zu erheben." Spanien. Der Attentater Otero soll kurz vor seiner Hinrichtung bem Herzog »on Scsto ein Gestcinbnis abgelegt haben, nach toelchem in Spanien eine geheinte ©enoffenfchaft besteht, beren Ziel auf bie Beseitigung nicht nur bes Konigs, sondem auch des Minifterprasibenten hinauslaust. Me das „Diatio" mittheilt, soll namlich Otero ertlart haben, bass et getanscht toorben fei. Et fei in eine ihm unbekannte ©efetlfchaft eingetreten unb in Tolebo in geheime Sitzungen gefiihrt toorben, too ihm uermummte Manner die Weifung gaben, Canovas zu tobten. Et tehrte nach Ma-brib zutiick, too et 130 Francs unb einen Revolver unb eine attbere Weifung, ben Kbnig zu tbbten, mit ber gleichzeitigen Drohung empsieng, felbft ermorbet zn roerben, toenn et eine giinftige Gelegenheit versciumen toiirbe. England. Nachbem bie Reuwahlen fur das Parlament bis auf fiinf Falle beenbigt finb, be- steht basfelbe berzeit aus 349 Liberalen, 63 Home* rulern unb 235 Conservatism. SechS Mandate find roegen nachgewiesener Bestechung berzeit noch aufgehoben. Was ben Regierungsroechfel anbe-laitgt, so steht, nachbem Sorb Beaconssield »or* geftern feine Demission gegeben unb biefelbe »oil ber Konigiu auch atigenommen tourbe, bie enb* giltige Lofung bieser Frage bereits fur bie nachften Tage in stcherer Aussicht. Beachtenswert ist, baf$ numnehr auch bie ..Times", roelchen man gewiss feine besonberen Sympathien fur ben tabicaleren Fliigel ber Liberalen zufchreiben fann, sich nun-! mehr mit bem Gebanken an ein Cabinet Gladstone nicht nur vollig oertraut gemacht haben, son* bern fur bie Berufung eines folchen geradezu Propaganba machen. Die neue Regierung, fagt fie, roerbe nur bann mit Festigkeit unb Zuversicht auftreten fonnen, roenn Glabstone mit ihr Hand in Hanb gehe unb ofsiciell bie Vetantroottlichkeit fiir ihre Mahregeln theile. Mr. Chilbers, im smheren Glabstone'schen Cabinete Marineminifter, erflarte in einer Rebe, bie er in Spalbing hielt, aus bas entfchiebenfte, es fei unroahr, bass bie Liberalen Englands bie AHiierteu Russlanbs ober die Feinbe irgenb einer anberen Macht roahrenb ber letzten Jahre gewesen seien. Sie seien weber bie Freunbe Oesterreichs noch Russlanbs unb hatten nur bie Uebereinstimmung Eutopas im Auge. In ben schtuierigen orientalischen Ftagen seien sie alien Separatallianzm unb Vertragen unb einer geheimen Uebereinfunst zwischm Eng-lanb unb Russlanb abgeneigt. Es fei ihnen ba* rum zu thnn, bass bie europaischen Machte ge-meinsam hanbeln unb Englanb, seine ihm ge* biiretibe Stellung unter ben europaischen Machten einnehmenb, in den orientalischen Angelegenheiten jenen Einfluss geltenb mache, ben Lord Palmerston geiibt Habe. Nussland. Ueber bie Katnpfe, toelche bem Grafm Loris-Melifoff bei ber Realisietung feineS roichtigstm, bie Uingestaltung ber mit ber Ver* toaltung ber Lanbschast betrauten Zemstvos be-treffeuben Programmpunftes bevorftehen, fotoie iiberhaupt iibet bie Sage ber Reformbestrebungen in Rufslanb toirb geschrieben: „Bis jetzt lietz man ben Hauptches noch immer, toenn auch mit grofjem Wiberstreben, getoahren. Abet bie Er-roeiterung ber Befugnisse ber Zemstvos roirb ben sich gegeniibcrftehenben Parteien bie Gelegenheit zur Meffung ihrer Krafte geben. So tiiel ist ge* wifS: ber gefainmte Hof, mit Ausuahnte bes Ze* farewitsch, ist bagegen, die Grohfiirsten unb, roaS noch roichtiger, bie Grohfiirstinnen, bet tartan* bifche Hofabel unb was bei uns fonst noch zu Hose gehort. Die Halb beutschen, halb mssischen Prinzen unb Prinzessinnen welche so vielfach in mssischen Angelegenheiten drein-rebeit: die Olbenburger, die Wiirttemberger, Hessen unb Mecklenburget sind lauter gefchtoorene Feinbe eines jeben Fortfchrities in Russlanb. Wird bet Cesarcroiisch, dessen Einfluss heute sreilich roeit machtiger als vor Jahressrist ist, alleiu imstanbe sein, ben Hauptches gegen biefe Uebermacht zu fchiitzm? Er roirb es uur koimen mit Hilfe bet Gesellfchast, welche heute in diesen beiben die li* beralsten Manner Russlanbs sieht. Alles, ja alles hangt davon ob, ob bie Reform ber Sand* fchaft burchgesetzt roirb, Russlanbs Zufunft unb die Sofung ber Frage, ob eine Regenerierung vhne Blutvergiehen moglich ist. Unterliegt Loris* Melifoff in bieser Frage, bann ist feine Mission gefcheitert. Jch fann nicht glauben, bass, toie man bei Hofe fpricht, ein Theil, namlich bie Creiemng ber sovješčatelnaja komisija (eine an Stelle ber heutigeu oberften Commission zu setzenbe be« ratheitbe Korperschast, in toelche von ben resor* mierten Zemstvos Deputierte getoahlt roerben sollen), bereits verrovrsen fei. So tafch geht bas roohl nicht. Der jetzige Moment ist fritifch. Schon jetzt geht Loris-Melifoff in ber ©chulfrage (ange nicht mehr so fiihn vor, roie bei b?t Re- form der Gendarmerie. Die Stimmung der Be-amten ist besser geworden. Ob spontan oder durch die Promptheit verblufft, mit welcher die raider* haarigen Elemente aus den Aemtern entfernt werden, genng, die hoheren Beamtenspharen denken heule schon ganz anderS iiber den Hauptchef, alS vor Monatsfrist. Freilich, die Position der Minister ist unertraglich geworden. Jhre Rathe ver-krhren iiber ihre Kopfe hinweg direct mit dem Haupichef. Die Ministerialinstanz selbst hat alle Bedeutung verloren, seitdem die Gouverneure direct dein Hauptchef rapportieren. Dieser Zustand ist nicht haltbar, die Administration kann in dieser Weise nicht mehr lange functionieren. Deshalb muss, wenn das Resormwerk gelingen soll, die Sache binnen kurzem entschieden werden. Die oberste Coinmissioil und die Position des Haupt--chess konnen nur Uebergangsstadien sein." Vermischtes. — Selbstm ord. Aus Karlsbad, 19. d., wird telegraphiert: „Eduard Bachmann, der Pachter des hiesigeu Stadttheaters, vormals Opernmitglied des deutscheu Theaters zu Prag und der Hostheater zu Kassel und zu Munchen, hat sich gestern abends ous Lebensfiberdrnss, hervorgerusen durch cine lang> wierige Erkrankung, erschossen." — (Sin grausiges Verbrcchen. Aus Paris. 17. d., wird geschrieben: „Wieder versetzt eiii Morv, auf den die Zersifickelnng der Leiche folgte, das hiesige Publicum in Ansregiing. Die Arbeiterssrau Den besuchte vorgesteru ihren kranken 3)inim im Hospital Necker, inbem fie ihr jungstes Kind »lit sich nahm und ihre sechs grohern Kinder zu Hause lieh. Bei ihrer Rfickkehr — fie bewohnt iu der Borstadt Grenelle cine der fiblichen Miets« kasernen — fiet ihr das Ansbleiben der vierjah* rigcn Louise auf. Vergeblich sragte sie uberall nach dem Kiude. Keiner der beuachbarten Ladenbesitzer hatte es auf der Strahe geseheu, und die zehnjah* rige Schwcster des vermissten Madchens versicherte, dass sic das Kind tin Lause des Nachmittags ans eiiier zum suusten Stocke, too Louise cine Alters* genossin besnchen toollte, sfihrenden Treppe verlassen hatte. Fran Den klopste in dieser obersten Stage an alle Thiiren, erhiett abet, toeil sammtliche Mieter tibtoefenb tonten, nur an einer einzigen Slnttoort. Ein jitnger Taugenichts, der Sohn ehrbarer Eltern, toelchcr frither Schiffsjunge geweseu und seit zwei Jahren zu keiner Arbeit zu betoegeu war, der zwanzigjahrige Louis Meuesclou, rnachte seine Thiire auf und schnob die Frau, die nach ihrem Kinde fragte, abweisend an. Die Nachsorschungen wurden inbessen unermiidlich fortgesetzt, und als Meuesclou um 6 Uhr cinen Eimer Wasser holte, klopste et an Las Fenster der Frau Deu und erkundigte sich theil. nehmend. ob sie ihre Kleine gesunden hatte. Man beschloss. einc allgenteine Hausdurchsuchung zu hal-tcn, und Frau Meuesclou, die eben aus der Tabat-fabrik, wo sie arbeitete, heimkam, fiihrte die geang* stigte Mutter mit dem Hauswirte selbst in ihre Wohnung. Sie konnte ihr Erstannen nicht verber-gen. als sie ihren Sohn, der sonst abends herum* zuschwarniei, pslegte, schou im Bette liegend fond. Er schutzte UnpofSIichkeit vor, knurrte, als man alle Winkel durchsuchte, und bat, man mbchte ihn endlich in Rnhe lasseu. Nachdem alle Bemfihuugen sich als srnchtlos erwiesen, wurde bei dem Polizeicommissar des Viertels das Verschwinden des klcinen Madchens angezeigt. Die Nacht verstrich, ohne etwas Neues zu bringen. In der Nachbarschast fliisterte man sich zu, Louis Meuesclou ware Wohl eiues Vetbrechens fahig, und man nahm sich vor, ihn zu fiberwachen. Es siel auf, dass er wider seine Gewohnheit zu Hause blieb, als sein Vater, der in einem Mini-sterium Bureaudiener ist, und seine Mutter aus-gegangen waren, und ein Kaminfeger wurde mit dem Auftrage, den juugeu Mann zu beobachten, auf das Dach geschickt. Nach einer Weile meldete der Kundschafter, dass Louis an seiner Dachluke Wasche gereiuigt hatte und daun in der Mansarde ver-schwnnden ware. Jetzt stieg eine altere Frau in den funften Stock hinauf, wo nun der ehemalige Schiffsjunge ganz allein hauste. Bald konnte sie erzShleit, dass sie beim Horchen an der Thiire ein Gerausch ahnlich dent gehtirt hatte, welches die Fleischer beim Zersagen von Knochen und Knor-peln tnachen, und dass etwas Fettes auf dem Feuer schmorte. Matt holte ben Polizeicommissar, der mit einem Gehilfen tarn und Einlass verlangte. Louis bsfnete die Thiire, suhr aber zuriick, als er die Po* lizei erkannte. Der Commissar Veroit sasste ihn am Kragen, und bei der Bewegung, welche der junge Mann rnachte, urn sich loszuwinden, lieh er zwei Weihe runde Aermchen fallen, die unter seinem Rocke verborgen waren. „Sie habcn also das kleine Mabcheit umgebracht?" — Ja. — „Wie ist es in Jhre Kammer gekommen?" — Jch ties es gestern wahrend des Gewitters vom Flur herein, um ihnt einen Flicderzweig zu geben. ES schrie, und baitn erwurgte ich es. — „Warum schrie bas Kinb?" Seine Antwort. „Was thaten Sie bonu weiter?" — Jch hob meine Matratze vom Bett, steckte bie Seiche iu ben Strohsack uiib legte mich zeitig fchla-sen, urn zu verhinbern, bass man sie ba fanbe. Sobald meine Eltern heute morgens ausgegaugeu waren, fieng ich an, mit einem Febermefser ben KSrper zu zerschneiben. Jch toollte ihn verbrennen... Wahrenb dieser Gestcinbnisse briet etlvas auf dem Herbe. Herr Veron fah in bet Pfanne nach und entbccfte fchmorrenbe Eingetoeibe, aber sein Entsetzen wuchS noch mehr, als er im Bratosen ben Kops ber klcinen Louise schon Halb verkohlt sanb. Die ubrigcit Stiicke, 35 an ber Zahl, hatte ber MSrber theils in Lumpen, theilS in einem Eimer, der im SBanbfchranfe stanb, verborgen; bie noch fehlenben Gliebmahen will er in bier ©tucken in ben Abtritt geworfen haben. Nach biesen Erhebungen wurde er auf den Posten des Gros Caillon gebracht. Eine erziirnte, dichte Menge sfillte bie Strahe und wich nicht, bis der jugeudliche Mifscthatcr toieder, be* gleitct von bent Untersuchungsrichter Nagon unb Herrn Mace, bent Ches ber Sicherheitspolizei, iu bas Hans zuriickgesiihrt tourbe, um hier an Ort unb ©telle seine Gestanduisse zu toiederholeu. Das Volk schrie unb drohte, ein Arbeiter sprang sogar mit geballten Fauften vor unb rief: „Uebertafsen Sic ihn mit, ich toerbe ihm balb ben Hals urn* gedreht haben!" „Rfihtt diesett Mann nicht an," entgegnete Herr Mace, bet vor Erregung blass war, „er gehort ber Justiz". Louis Meuesclou sitzt gegenwartig in Mazas. Er behauptet gegen alle SBahrscheinlichfeit, bass er das kleine Mabcheit nicht missbraucht hat. Die aufgrfunbeneit ©tficke ber Seiche wurben zur Zufammeiiftcllung unb Unter* fuchung nach ber Morgue gebracht; fur bie arnie Mutter, welche bie Verzweiflnng arbeitsunfahig rnachte, legten SSorubcrgehcnbe gestern eine Summe zufammen, die fie mit ihren fechs Kindern fur einige Zeit vor bet Noth fchiitzt." — Frau Abelina Patti tourbe von Baron Hirsch in Paris ersucht, sich aus eiuet Soiree bei ihm hiken zu lassen. Die beriihmte Sangerin begehrte fflt biefe Gnnst bie Summe von 20,000 FrancS. Baton Hirsch war baniit einverftanden, obtvohl die Diva von ber Prinzessin Sagan tiut 15,000 Francs verlangt hatte. Et hielt bas Ans-treten ber Patti siir ganz sicher unb traf fehr toft* fpielige Anstalten, unt sie in seinem Salon wiirdig zu empsangen. Da etschien plStzlich der Impresario Meretti bei ihm und erflarte, er tonne die Patti — welche bei ihm im sesten Engagement ftcht — nicht in einer Privatgesellschaft singen lassen, deu-tetc jedoch an, dass er sur 10,000 Francs biefe Erlaubnis „vieUeicht" ertheilen werbe. Baron Hirsch rnachte gute Miene zum bSsen Spiele unb zahlte demnach fur ein Concert der Patti 30,000 Francs. Local- mtb provmzial-Angelegeuheilen. — (Petitionsschwindel.) Dr. VoZnjak fcheint sich mit seinen ResolutionSantrSgen betreffS bet Slovenisietung ber Mittelfchulen in den flove-nischen Sanbestheilen nicht ganz sicher zu stihlen; es wirb bahet von ihnt ein Petitionssturm bei ben untetfteierifchen Sandgenteinden in Scene gefetzt zum evidenten Beweife, dass wirtlich bas Volt nichtS Sehnlichetes wiinsche, als bet Qualeteien mittelst ber beutschcn UntcrrichtSfprache loS unb lebig zu wtrben. Der letzte „Slov. Narob" bringt hieftit ein Formulate mit bet Auffotdetung, sich mit ber Abfen-dung bet Petitionen ja fehr zu beeilen, inbent Dr. BoZnjat biefelben langftens binnen zehn Tagen be-nSthiget. In bent fantofen Schtiftstitcke beflagen sich die untetfteierifchen Banetn bitter doriiber, dafS ihre SSHne, bie aus ben Bolksfchnlen in bie Gym-nnfien aufsteigcn, gegenubet ben SShnen ber Stadter unb Beamten benachtheiliget feien, toeil ihnen die Sehtgegenstande in ber uuverstanblichen beutfchen Sptache vorgetragen toiitben. Auch bie Baitern zahlen ©teuern, bnher ihren SShnen alleS ftobenifch vorgetragen werden miiffe. — Bisher schickte der slo-venische Bauer seine Kinder in bie stabtischen ©chulen nur zu bem Zwecke, bamit sie Deutsch lernett; jetzt wollen bie Bvltsvertreter aus ©lovenien bie Welt glautien macheit, bass bet Sanbmann ihre vertracten Jbeen wegeu Austreibung des Deutschen aus ben Mittelschulen theile. — (Aus ber Hnttbelslammei.) Die Hanbels- unb Gewerbetanimer in Saiboch nahm in ihrer geftrigen ©itzung ben Bericht fiber die Bet-wenbung bes Ausstellnngssonbes zur Kenntuis unb beschloss: 1.) Uebet die Zuschrift der Egerer Kammer, bettefsend die Bestellnng von Fachleuten ali ©achverftandigen fur gerichtliche Schatzungen unb von gcfchaftSfunbigen Handels- und Gewetbettei-benbtn zu Masievetwaltetn, zur Tagesotbnung fiber-zugehen; 2.) bie Petition bes VereineS der Sster-reichifchen Baumwollfpiuner, betreffend die Ntgelung der Sauntwollgarn-Numerierung, beim 1.1. Handels* minifterium zu unterftfijjen; 3.) bas Anfuchen der Olmutzet Schwestettammer, betreffend die Aufstel-lung van Viehwagen auf dem Schlachtviehmartte in Wien, zu befurtvorten; 4.) die Jndnsttiellen KtainS nochmalS auf die Ausstellung in Melbourne auf* metksam zu machen und ben Ssterreichifch-ungarifchen Exportvereiu fiber bas in dieser Sache Veranlasste zu verftandigen. — (Wohnungseinfchleicher.) Gestern vormittags hat sich ein zerlumptes Individuum in bie Wohnung bes hiefigen Scberfabrilanten Janefch eingeschlichen unb aus berselben mehtere Stfick Bein-fleiber unb Wasche geftohlen. Det fteche Gauner trug, als er bas Haus vetlieh, die entwenbeten Kleibnngsstficke so ungeniert fiber ben Atm gehfingt, bass bie ihm begegnenben Hausinsassen det Mei-nung waren, man hobe ihm biefelben gefchenft. Auch von anberen Seiten gehen uns Mittheilnngen fiber fleinere Diebstahle zu, welche im Saufe ber letzten Tage verfibt wurben. Bei ber grohen An-zahl vagabnudierender Tagdiebe, welche sich gegen-wartig in der Umgebung von Laibach herumtreiben, ware eine grfindliche ©auberung ber Atmosphare unsercr ©tabt von berlei eigenthumsgesahrlichem Gesinbel wohl nicht ohne Gtuiib zu empsehlen. — (Neue Atlee-Anlagen.) Im Lause ber letzten Woche wurden parallel mit ber Haupt-allee der Lattermann’schen Anlagen zwei Neihen Baume gefetzt, welche bie Allee ber verlangerten Knafslstrahe bilben werben. lleberhaupt routbe in* nerhalb bet letzten Tage in ben Tivoli-Anlagen eine ziemlich grohe Thatigteit entfaltet, unt die in* folge bes langen Anhaltens ber ungfinftigen Wit* terung etwas verfpateten Fruhjahrsarbeiten in ben Alleen unb im Parte zu Enbe zu fuhren, bevor KSnig Lenz im vollen Blaiterfchmucke ins Lanb zieht. — (Zut Dutchf fihtung bes Jagd* fchntzgefetzes.) Man fchreibt uns: „Nicht genug, bass hier ©chnepsen unb Rebhfihnet grohtenlheil» von Wilddieben gefauft werden, wvdurch die Wild, bieberei ncitiirlich nur unterMtzt und gepflegt toitb, stehen auch jetzt noch, den bestehenden Jngdgesetzen zum Hohne, Waldschnepfen und Rebhiihner auf den Speijekarten bet ersten Gasthauser Laibachs. Jeden-falls wird die Mehrzahl dieses Wildgefliigels von Wilddieben herruhren, und werden insbesondere die Rebhiihner zu jenen gehSren, welche die hiesigen Jngdeigenthiimer und Jagdpcichter mit Miihe und auf kostspielige Art lebend sich verschafft und zur Hebung bet Jagb in ben Jagddistricteu erst vor kurzem bet Fteiheit iibetgeben haben. Nach ben Lsterreichischen Gesetzen soll ber Hehler wie bet Etehler besttaft wetben, in bieset Richtung scheinen jedoch die Jagdgesetze eine Ausuahme zu machen, beuii sonst kSnnten biese Falle sich nicht fortroahrenb etneuern." — (Philharmonisches Concert.) Das Eonutagsconcett bet philharm. Gesellschaft hat neuet-dings ben Nachweis geliefett. dass dieset Serein in bet ihrn unb feinen Leistungen innetoohnenben TLchtigkeit bie beften Garantien fur bie Sympathie des Publicums und sein ferneres erfolgreiches Wir> ten besitzt. Vor allem sei hier bet sotgfaltigen Schulung gebacht, welche, eitt unbesttittenes unb un-bestteitbates Verdienst det Leitung Nedv^ds, bei Auffiihrung det gemischten Chvre zutage trat. An bos prachtige Ensemble von Brahms „Von alten Liebesliebetn" schlossen sich zwei von Hetrn Fritz Putgleitnet aus Graz gesungene Liebet an. von welchen namentlich Potpetschniggs zartes unb boch so iuniges „Ja, bu bist mein!" vom Pnblicum in jibetaus beisalliget Weise ausgenommen wurbe. Hert Putgleitnet, ber schon bei seinem Erscheinen leb-haft applaubiett tuutbe, besitzt aber auch eine Stim-me von so toeichem Klange und weih sich, was den Vortrag anbelangt, so eng in den Geist des betref-fendcn Mnsikstiickes anzuschliehen, dass seine Lieder« vortrage nach beiden Seiten hin wirklich exquisite Leistungen genannt werden miisseu. Die erwahnte Jnnigkeit des Vortrages. welche uns fast daraus vergessen lasst, dass Compositeur und Siinger nicht ein unb bieselbe Person sinb, kam ouch im „Jta-lienischen Liederspiel" von Engelsberg zur brillan-ten Geltung, in toeichem Herr Purgleitner den „Gen-naro" sang, wahrend neben ihrn Frl. Clem. Eber-hard in ber Soptanportie eine Leistung von wohr-hast bestrickenber Vollendung tieferte. Auch die Herten Koslet (SBotiton) unb Kulp (Bass) ivaten prachtig bei Stimme unb enttebigten sich ihrcr Auf. gabe in allseitig befriebigenber Weise. Sagen wit noch. boss unset Herr Getstnet im ochten Concert von Spohr sich als vollenbeter Meister seines Jn> strunieutes unb boss Herr ZShrer die Clovier-begleitung in gewohnter rnnstergiltiger Weise be. sorgte, so ist es wohl keine Selbstitberhebnng. wenn Wir behanpten, dass er nur wenige Provinziol-hauptstobte gebcn dllrfte, wo ein auf seine eigenen matetiellen SDZittel ongewiesenet Vetein iihnliche Leistungen zu bicten imstonde ist, wie uusete Phil hatm. Gesellschaft. Mohren. Saučii, Obcrkrain. — Georgi unb Margreit, Privatiere, Graz. Verstorbene. Den 18. April. Bogomil Svetek, Sudbahnajsisten-teus-Sohn, 2 I. 3 Mon., Bahnhosgasse Nr. 24, Laryngitis croup. J m Ci v i l s p i t a l c: Den 15. April. Maria Scbul, Jnwohnerin. 50 I., MaroSmus. — Jakob Osredkar, Jnwohner, 46 I., rechts-seitige Lungenentziindung. — Joses Mohar, Arbcitcr, 62 I., sterbend iiberbracht. — Josefa Florijancit, Schuhmachers-tochtcr, 11 Mon., Fraisen. Den 16. April. Ursula Mitri, Jnwohnerin, 52 I., chron. Lungentuberculose. Berick>tiguug. Im letzten Todtenrapporte soll es heihen: Victor šufotiic, magistrati Amtsdienerssohn statt Amtsdicnerstochter. Gedenktafel tiber die am 21. April 1880 stattfindenden Lici-tationen. 3. Feilb., Jer^e'sche Real., St. Michael, BG. Seisen-berg. — 3. Feilb., Premrov'sche Neal, St. Michael, BG. Senosetsch. — 8. Feilb., Ursii’fche Real., Seedors, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Kodrii'sche Real., Brezovica, BG. Landstrah. — 1. Feilb, tinbluDii’fche Real., Lozice, BG. Wippach. — 3. Feilb., Nagode'sche Reol., Ravnik, BG. Loitsch. — 3. Feilb., Franz Lekan'sche Real., Gereut, BG. Loitsch. — 3. Feilb., Johann Lekan'sche Real., Gereut. BG. Loitsch. — 3. Feilb., Bajt'sche Real., Planina, BG. Loitsch. — 3. Fcilb., Opeka'sche Real., Zirkniz, BG. Loitsch. — 3. Feilb., Ro^anc'sche Real., Zirkniz, BG. Loitsch. — Relic. Prah'scher Real., VerhovLkavas, BG. Landstrah. — 3. Feilb., SnsterjU'sche Real., Seedors, BG. Laibach. — 1. Feilb., Fajfar'sche Real., ZgoL, BG. Radmannsdors. — 3. Feilb., Globevnik'sche Real., St. Cantian, BG. Nassen-suh. — 2. Feilb., Zadnikar'sche Real., Dobrava, BG. Laibach. — 3. Feilb., Primc'schc Real., Jggdors, BG. Laibach. 2. Feilb., Brezovarsche RealBrezje, BG. Laibach. Am 22. April. 2. Feilb., Peterncl'sche Real., Birnbaum, BG. Kronan. — Freiw. Feilb. Delacorde'scher Real., Lobe, BG. Littai. — 1. Feilb., ZupauciL'sche Real., Maledule, BG. Sittich. In einer an der Bahn gelegenen betriebsamen Stadt Krains ist ein Wohnhans sammt Stallungeii, WerkstLttenraumlichkeitcii ic. aus sreier Hand zn verkaufen oder auch zu vcrmieteu. Dasselbe ist fur cine Lederci eingcrichtet, ist aber auch sonst zum Be-triebe eines jeden Gewerbes geeignet. Ansragen find an die Expedition dieses Blattes zu richten. (141) 2—1 Dienst sucht ein ausgedienter Militar, der langere Zeit als Be-zirksdiener und Lerzchrungssteucrpachtungs-Bediensteter ge» dient und sich iibcr seine bisherige Berwendung mit guten Zeugnissen answeisen faun. Gesiillige Adressen, damit sich Bittsteller persiiulich vorstellen kann, werden an die Administration miter „Dienst" erbeten. (138) 2-1 Wiener Borse vom 19. April. Aflguatiac Steals- M . fAuW. EaOimcnte............7*95 ilberrentc.......... 73 5ft (fcolbrente........... 89 20 StaatSlofe, 1854. . . 123 — , I860 . . . 130— „ 1860 »U 100 fl. 133 - „ 1864. . . 174 - <6cood«ntlaNnfl*-•Bliflalianeu. i 'Salijien............. 98 30 Siebenvurgen ... I 92 25 temcfer Banar . . .| 91*75 ttngarn.................9225 UiitWrt An(ehen. Vonau-Regul.- Loic . ting. Praouenanleben Wiener Anlehen . . . jlctitn o. £aaK«n Creditanftatl iPtaiicnolbant......... Witterung. Laibach, 20. April. Morgens Nebel, burnt heiter, schwacher Siidwest. Wiirme: morgens 7 Uhr + 7 2°, nachmittags 2 Uhr + 218° C. (1879 + 13 4°, 1878 + 16 7° C.) Barometer im Fallen, 735 44 Millimeter. Das gestrige Tages-mittel ber Wiirme + 13 9°, uni 4 5° iibcr bem Normale; ber gestrige Nieberschlag 6 50 Millimeter Regen. Angekommene Fremde am 19. April. Hotel Stadt Wien. Weber, Schletzinger, Kohn. Winter-haller, Farber und Ruliback, Kausleute, Wien. — Stampfl, Gottschee. — Weih, Melsane. — Stern, Ksm, Kanischa. — Einstein, Ksm . Mnnchen. — Kohnstam, Ksm., Furth. Hotel Elephant. SnZi?, k. k. Oberst, Cilli. — Bruck, Ksm., s. Frau, Wien. — Cavelli, Ksm.. Triest. — Kuller, Beamier, Ratschach. — Braun, Gottschce. —- Hanzik, Lieut., Agram. Kaiser von Oesterreich. Boztt und Koh, Commis, Laibach. — Pandur, Potok. — Bauer, Reis., Wien. ilctitn v. Ironspert Unltrnifcrnuagen. Alfold-Bahn.......... Donau - Dampfschiff» LUsabetv-Westdahu . FerdinandS-Stordb. izranz-Ioseph-Bahn Galiz. Larl-Ludwigb. Lemberg - Szernowitz. Lloyd-Gesellschaft . . War. 73 05 73-65 8930 123 50 130 25 133-50 17450 98-70 92 50 92‘2o 92-75 1)3 — U2 75 U8-— 2S2--639 * 155-60 C04 — 189'— 2440 69 50 113 2 113 — 115-25 282 25 840 - Stordwestbadn . . . RudolfS-Bahn . . . StaatSbahn .... Sitdbahn............ Nng. Nordeftbahn . PfaodBrlefe. Bodencreditanftalt in Gold........... in osterr. Wabr. . Natioualbank.... Nngar. Bodenkredit- Prioriloli-^BIifl. Elisabethbahn, i.Cm Ferd.-Nordb. i.Silbei Franz-Ioseph-Bahn. Galiz.K-Ludwigb.I.E Left. Nordweft-Bahi! Liebenbitrger Bahn LlaarSbahn, 1. 6m. Siiddahn 4 3 Perz. k5 , . Privntkos«. Creditlose.......... NudolfSlose .... Geld ware 165 25 165 50 159 60 160— 277-50 277 75 80*50 80 85 147 50 148 — 157 — 605 — 18925 2445 170'— 264 25 264 75 169*50 169 75 660 - 661 — Devis««. Loudon 120 — 102 — 103 45 102 75 98 80 107 25 ICO 40 106f»0 101*25 84 50 177 25 126-50 112-— 177 — 18 — S«ld|ocl