^84. Freitag, 15. April 1887. 106. Jahrgang. Aibacher Zeitung. g»n.^M,"«tlonsprel«: Mit P ° st v e r s e n b u n g: ganzjährig fl. 10, halbiährig fl. ?,5l>. Im T ° mPtoir: iV"s N, ii. halbjährig sl, b,»o, FUr die Zustellung in« Haus ganzjährig fl- 1. - Infertlonsalbür: YUr ^ '^ Inserate l>!« z>, 4 Zeilen 2b lr.< größere per Zcile « lr,; bei östttl,» Wiederholungen pr. Zeile 8 tr. Die „Laibacher Zeitung" «scheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Die Nbmlniftration befindet fich Vahnhofgasse 15, die Mtdottlou Nienerftraße 15. — Unfrankierte Vliese roertcn nicht angenouimc» und Vlanuscripte nicht zurückgestellt. Amtlicher Mil. All, A' k. und k. Apostolische Majestät haben mit W, ?" Entschließung vom 9. April d. I. den ^"deutlichen Universitäts-Professor Dr. Friedrich tz:^ Hefner zum außerordentlichen Professor der tr"/Mlllunde an der Universität mit deutscher Vor-tHAache in Prag und den Privatdocenten Dr.Rn-y^ ^ltter IalschvonWarten horst zum außer-^,-,"^chen Professor des bezeichneten Faches an der ^stlä't in Graz allergnädigst zu ernennen geruht. __________ Gautsch m. p. All.^' k- und k. Apostolische Majestät haben mit ^"Mster Entschließung vom 9. April d. I. den Ptns s/^ ^lkl eines außerordentlichen Universitäts- zilin ''?^ bekleideten Pnvatdocenten Dr. Alois Monti dei ^""ordentlichen Ploftssor der Kinderheilkunde an "uwersität in Wien allergnädigst zu ernennen geruht. ______ Eautsch m. p. dertr^" Minister für Cultus und Unterricht hat den ^7«äßig bestellten Director der k. k. Fachschule in Hm,- '^ Pliva unter Aufhebung des bisherigen y, ^Verhältnisses und unter Einreihung desselben Dir^ °^k Rangsclasse, unterste Rangsstufe, zum defin ^ ^^ genannten Anstalt in der Eigenschaft eines ^ven Staatsbeamten ernannt. Nichtamtlicher Mil. ^ Aus der Schule. Von einem Schulmann. 3ch ^.'^ .^bru heuer ein schönes Osterfest erlebt, ein ^ü ' ? jung und alt zum erstenmale mit frischen wieder würzige Friihlingsluft athmen, sich an dem Nie h Achten Leben in der Natur ergötzen konnte. >vo dnz ch ^"0 solche Tage gerade in unserer Zeit, "ltnnit k wssleben "^^ ^^t derart in Anspruch ^lnilip ^ ^" hoher Festtag sein mnss, wenn ein lich ^^ater aus den mittleren oder unteren Ständen ? t>ah? " Seinigen widmen kann. Wie wichtig ist ^tflii/' ^^ '^ diese Freude nicht noch durch ^ ch^ ^^gen getrübt werde; wie oft kommt ^iil^ dor. dass die Schule, die bei dem g/geu« Bildungsdrange alle Familien interessiert, an dem Missmuthe im Kreise der Familien Schuld trägt. Fritz darf den Ausflug nicht mitmachen, darf nicht zum Onkel gehen, denn er war in der letzten Eonferenz getadelt und hat der Familie Schande gemacht. Wäre nun Fritz unbegabt, unfleißig oder ungezogen, so müsste es sich Papa gefallen lassen, dass ihn die Schule rechtzeitig darauf aufmerksam macht, für seinen Sohn ent« weder einen anderen Aerufszweig zu suchen oder zu Hause darauf zu wirken, dass der Junge sich eines anderen Lebenswandels befleiße. Nun ist aber das ganz und gar nicht der Fall. Fritz ist nach dem Urtheile seiner Lehrer der artigste Knabe von der Welt, er ist auch fleißig, erscheint nie unvorbereitet in der Schule, aber mit der Handhabung des schriftlichen Ausdruckes in den alten Sprachen ist es bei ihm schwach bestellt; das geht nicht und wird wahrscheinlich nicht gehen. Er hat in seiner letzten griechischen Schularbeit einen abhängigen Aussagesatz in den Conjunctiv gesetzt, wo uach § 486 der Optativ stehen müsste, und selbst den star, ken Aorist von einem Zeitwort gebraucht, welches nur den schwachen haben darf. Mit einem Wort: es wird im Gymnasium nicht gehen. Fritz wird natürlich zu Hause ausgescholten; er betheuert wohl, an seinem Misserfolge unschuldig zu seiu, aber Papa, der sich iu seinen Lieblingshoffnungeu getäuscht sieht, ist böse und will keine Entschuldigung annehmen, da ja Nachbars Franz und Onkels Heinrich über § 486 gauz gut hinweggekommen sind; Mamas Vermittlungsversuch bringt ihn erst recht in Harnisch, weil sie den Jungen durch ihre Übertriebelle Zärtlichkeit verwöhnt, ein gnt Stück der Festtagsfreude ist dahin, Fritz ist gauz entmuthigt und will gar nicht mehr studieren, und das alles hat der § 486 gethan. .. Es hat nun der Unterrichtsminister den Eltern der Gymnasiasten ein Oster-Ei geschenkt, das auf allen Seiten freudig entgegengenommen werden wird, indem er in dem letzten Verurdnungsblatte die Weisung veröffentlichte, dass die schriftlichen Uebersetzungsarbeiten nicht mehr für die Zeugnis-Note ausschlaggebend seiu sollen. Der Erlass nimmt auf die vor zwei Jahren Herallsgegebenen Instructionen Bezug, in welchen ausdrücklich bestimmt wird, dass die schriftlichen Ueber-sehungen nur als Uebung zu gelten haben und nicht den Maßstab für die Beurtheilung der Leistungen eiues Schülers abgeben dürfen. Herr von Gautsch hat mm mit seinem Erlasse bewiesen, dass er ge- sonnen ist, seine Actionen mit vollem Ernste zu verfolgen, was auf dem Gebiete der Schule ganz beson« ders freudig zu begrüßen ist, wo das Experimentieren häufiger uud doch schädlicher als in irgend einem an« deren Zweige der Staatsverwaltung ist. Wir nehmeu daher mit Freuden die Gelegenheit wahr, eine im Interesse der Bevölkerung liegende Action zu begrüßen. Eine solche That ist die Ein-schränkung dcr lateinischen und griechischen Schul-arbeiten, welche die drückendste Last für unsere studierende Jugend sind. Der Unterricht in classischen Sprachen ist einmal Zopf. wohl ein ehrwürdiger, grauer Zopf, aber immerhin Zopf. Unsere Jugend fühlt es als Zwang, dass darin das Schwergewicht des ganzen Unterrichtes liegen soll, und die Eltern fügen sich auch uur der Nothwendigkeit, wenn sie ihre Kinder ins Gymnasium schicken, weil es der gelehrte Beruf verlangt. Iu diesem Zopf ist die Schularbeit das Zopfigste. Man klügelt Sätze aus, die abgeschmackt, mitunter geradezu sinnlos sind, nur um die Anwendung einer grammatikalischen Regel zu ermög-lichen. Von frühester Jugend auf werden die Knaben pro nikilo aufgeregt; Schularbeit ist angesagt, man strengt sich einen ganzen Tag an, um den zuletzt durchgenommenen Stoff aus der Grammatik zu beherrschen, man übt sich nochmals in der letzten Partie aus dem Cäsar oder aus dem Cicero ein, um die darin vorkommenden Phrasen anwenden zu können. Der Ausfall der Arbeit ist von ausschlaggebendem Einflüsse auf das Zeugnis, davon kann eiu ganzes Jahr unseres kurzlebigen Daseins abhängen. Die Oym-nasialschüler leben in der größten Aufregung uud natürlich vergessen sie gerade da, wo es am nöthigsten wäre, den Unterschied zwischen oum NäversaUvum und euln wmporaw, und das Unglück ist geschehen, die Eltern sind verdrießlich, der Junge ist gekränkt, er wird in seinem geistigen Streben ganz entmuthigt oder sein Gerechtigkeitsgefühl lässt ihm die ganze Angelegenheit als küusllich aufgebauscht erscheinen, er wird blasiert und lernt alle geistige Thätigkeit als Schwindel betrachten. Eine fremde Sprache wird sich immer am besten analytisch lernen lassen, indem man aus der Uebung im Lesen der Schriftsteller die Spracherscheinungen kennen zu lernen sich bemüht. Die synthetische Methode, welche einige Sprachgesetze heraushebt und sie ill allen möglichen Variationen wiederkäut, um sie dem Feuilleton. ^ Nenn mau nicht schlasen kann. ^ ^ über Mitternacht. . . Man hat im Bette ^ ^.. Stunde gelesen, nun geht der Lampe, die auf ?" enZMchen jh^, Platz hat, der Athem aus, uud Mjif '^ueßt sich, si«, abzudrehen. Als ob man ein ?ert,e fi.).'" Sinne der Bibel wäre, ruft man: «Es ^'st'ein !' und sieh, die Dunkelheit tritt ein. . . s?^tl' s,' Deludes Buch, das mau in Händen ge-Ascher? Geist und Witz überquillt es. und auch ein ,M, h.^°n fehlt darin nicht, und wenn man es ge-5'l". al« 3 """ auf weichem Pfühle lagert, wird einem .'chlürfe man den Saft einer köstlichen Frucht, ^ ^ber !?. V"t hineingewachsen. °?Ü Müde ^ der Trinker, und sei es der stärkste, M daz n,"",rt> als der Becher, so muss man endlich ^"e Wohls "^würdigste V"H "us den Händen legen. n° ^nrqesii^s ^9-^lt überkommt einen, die man wie 3'U der 3 n" nahenden Ruhe verspürt. Man hat lv beutsH "^Uectuellen Freuden und nimmt sich vor. ^l^Ersch°Z"udlichkeit zu schlafen. Zu schlafen, »o^ iugrm? - ""d sich nicht zn regen, wenn eine i^.eine Hn^ glenge. In dem Buche da steht gewiss Ian. der «;.. ^ des Interessanten, aber morgen kommt / T°ae so viele! Freilich sind Leute <>«n sich""ben. 'Mir wird das nicht geschehen,. O. glllcks. die Lampe, die langsam verdä'm« ^nu.7"" schle^ h" zu Ende gebrannt. ' "nd l.A die Augen, als sei man selber die '"Hl sich im Bette den richtigen Platz zum Schlafen. Findet man ihn, fo ist das eine der behaglichsten Sensationen des menschlichen Daseins. Es kann einem dabei einfallen, dass Diderots Jacques, w latalisw mit Hinblick auf die Besitzlosen sagt: «Es ist das einzige Vergnügen, das nichts lostet; ohne Geld ausgeben zu müssen, tröstet man sich zur Nachtzeit über die Unbill des Tages.» Ich kann mich in diesem Augenblicke nicht erinnern, ob Diderot dabei gerade ans Schlafen gedacht hat, aber seine Worte lassen sich immer« hin darauf anwenden... Vielleicht entrüstet sich irgend jemand darüber, dass ich den Menschen ein Schlafplatz-chen suchen lasse, wie den Hund. Da aber die Hunde nicht lesen können, dürfen wir getrost niederschreiben und drucken lassen, dass wir es oft genau so machen wie uusere vierfühigeu Hausfreunde, die sich ihre Lagerstätte zuerst mit den Pfoten zurechtmachen und dann die verschiedensten Positionen versuchen, bis eine ihnen endgiltig passt. Seltsam, mau findet sich im Bette nicht zurecht, und uuu schlägt man die Augen wieder auf und sieht, wie der Mondschein beim Fenster hereinströmt, als er> gösse eine silberne Flut sich ms Gemach. Die Sinne schärfen sich. man hört Geräusche, die man tagsüber niemals vernimmt. Da draußen rauscht und rollt und flüstert nnd brodelt es. Ein Pfiff ertönt, ein gedehnter, langgezogener Pfiff. Er kommt von einer Locomotive. In der That . . . man erinnert sich jetzt daran . . . in der Nähe liegt der Bahnhof. Mau vergegenwärtigt sich den Zug, der eben ankommt, die Lente, die ihm entsteigen, man stellt sich das geschäftige Treiben vor, welches dort herrscht. Seltsam, bisher ist einem von dem Bahnhofe und von seinem Lärm nichts ans Ohr gedrungen. N«m rollen Wagen vorüber, nnd da sie ganz nahe sind, erklirren leife, ganz leise die Fensterscheiben. Das Rollen wächst und schwindet, verliert sich ins Unbestimmte, man kann die Wagen zählen, die vorüberfahren. Dann hört man deutlich, wie jemand an ein Hausthor pocht; endlich geht dieses auf und wieder zn, der späte Ankömmling hat Einlafs gefunden. Oute Nacht, namenloser Fremdling! Dann dringen Menschenstimmen empor. Es ist, als könne man verstehen, was sie sagen, Wort für Wort. Bei Nacht hört man schärfer als bei Tag. Trotzdem ist man sich manch« mal nicht klar darüber, was die Geräusche bedeuten: eiuen Wortstreit, einen Hilferuf. Einer pfeift sich auf der Heimlehr ein lustig Stückleiu. Hierauf eine Pause, als sei die Welt schlafen gegangen. Aber das dauert uicht lange. Eiu Hofhund fängt an zn bellen und bellt in der gleichen Tonart ein uud dasselbe; ich begreife nicht, wie man so monoton bellen kann. Da wird das Bellen übertönt. Etliche Nachtschwärmer ziehen daher und siugen, dass es eine helle Att hat, in die Nacht hinaus. Man lauscht alledem und vergisst, dass man dringend zu schlafe» hat. Man seht sich im Bette auf. als wäre das eine der vorgerückten Stunde angemessene Position. Es schlägt 2 Uhr, zuerst von der Pendeluhr, hierauf von einem Thurme, von einem zweiten, einem dritten — bei Tage gibt es gar nicht so viele Thürme. Als ob ein Kind mit seinem dünnen Stimm-chen sich in einen Chor erwachsener Variwnisten und Bassisten mischte, tickt zu alledem die Tascheuuhr mtt jener unentwcgbaren Oleichmäßigkeit, die den Men-scheu und seine Aufregungen verspottet. Mail hat sich an all diese Geräusche, an die großen und kleinen, ge« wohnt; man beachtet sie uicht mehr. Was einem um Laibacher Zeitung Nr. 84 702 15. U^il 1887. Schüler begreiflich zu machen, wird es nie über einen mittelmäßigen Erfolg bringen, wenigstens beim Sprachunterrichte; im Rechnen ist sie allerdings ganz vorzüglich am Platze. Man könnte mm einwenden, dass die Kunst des schriftlichen Gebrauches der alten Sprachen schwinden wird. Daranf ist zu erwideru. dass darin kein großes Unglück zu erblicken wäre. Der Gebrauch der lateinischen Sprache hat sich ohnehin auf die Theologie und Philologie zurückgezogen, und selbst da bleibt sie auf Dissertationen, Vorreden zu den Classikcrn uud ähnliche Decorationöstückc beschränkt, der weitaus wichtigere Theil der schriftstellerischen Production auch auf diesen Gebieten gehört der Nationalliteratur an; beim Griechischen hat man überhaupt von jeher darauf verzichtet, den schriftlichen Gedankenansdrnck in dieser Sprache zn erzielen, nnd allerendlich bleibt ja noch immer das kleine Zöpfchen der lateinischen und griechischen Schularbeit mit beschränkter, nur nicht ausschlaggebender Wirkung, Die Herren Philologen können ihr Herz an den rothen Strichen ergötzen, die sie in die Arbeitshefte hineinzeichuen, können noch immer Strafreden über den unrichtigen Gebrauch des ^ccusativu« cum InNnitivo halten, nur sollen sie darauf bedacht sein, dass davon allein weder die sittliche noch die intellectuelle Bildung eines Menschen abhängt. Das große Pnblicum, das mit dem Unterrichtswesen in so enger Fühlnng steht, aber wird es dank« bar begrüßen, dass ihm durch das Oster-Ei aus dem Unterrichtsministerium von seinen vielen Sorgen eine unnöthige genommen wurde. Zur inneren Lage. Die oppositionelle Presse variierte anlässlich ihrer diesjährigen Osterbetrachtuugen ihr altes Lied von dem «gestörten inneren Frieden», von der «ungünstigen Finanzlage», von dem «Rückschritte auf allen Gebieten» und was dergleichen beliebte Schlagworte sonst noch sein mögen. Um Beweise für diese Behauptungen kümmern sich die betreffenden Organe diesmal ebensowenig wie sonst; es genügt ihnen, die alten, längst widerlegten Phrasen anfs neue aufzuwärmen, nm ihr Pensum für erledigt zu betrachten. Ob Logik nnd Wahrheit hiebei zu kurz kommen, das ficht sie nicht im mindesten an, gibt es doch immer noch Leser genug, welche das auf Trcu nnd Glauben hinnehmen, was ihnen ihr Leibjournal aufzutischen für gut findet, und auf diese Classe der Bevölkerung hat es ja die oppositionelle Presse zumeist abgesehen. Glücklicherweise gibt es aber außer diesen Leuten, welche olle Behauptungen der oppositionellen Blätter gläubig nachbeten, auch innerhalb der deutschen Bevölkerung Oesterreichs weite Kreise, welche sich die Nüchternheit ihres Urtheils bewahrt haben und unbefangen genug sind, erst alles zu prüfen und zu erwägen, ehe sie Lob oder Tadel aussprechen. Diese Kreise, welche die weitaus überwiegende Majorität bilden, werden sich sagen müssen, dass eine Regiernng und ein System, welche sich bereits acht Jahre lang erhalten haben, schon in dieser ihrer verhältnismäßig langen Lebensdauer den Beweis erbracht haben, dass sie auf uatür-lichen Voraussetzuugen bcruheu und mit dem Wesen nnd den Existenzbedingungen Oesterreichs im Einklang stehen müssen, weil ja sonst ihr ungestörter Fortbestand undeukbar wäre. In keinem civilisierten Staate der Welt, am wenigsten aber in einem verfassungsmäßig legierten Staate könnte sich ein politische» System acht Jahre lang erhalten, wenn es mit den Grundbedingungen des Staatswesens, mit den Anschauungen und Gefühlen der Mehrheit der Bevölkerung im Widersprüche stünde. Liegt aber in dem langjährigen Bestände des gegenwärtigen Regiernngssystems ein Argument dafür, dass das Ministerium Taaffe einem wirklichen Bedürfnisse entspricht, so hat dasselbe anderseits auch wesentlich dazu beigetragen, den Glauben an die Stabilität unserer inneren Zustände zu befestige», ein Fortschritt, der wahrlich uicht gering angeschlagen werden darf. Auch der Verfassuugsgedanke ist durch die gegen> wärlige Regierung erweitert, vertieft nnd verallgemeinert wurden, denn das Ministerium Taaffe hat nicht blos das Vollparlament zustande gebracht und dauernd erhalten, sondern auch durch eine bedeutende Aus-dehuung des Wahlrechtes die breiten Schichten der Bevölkerung, welche früher vou der Theilnahme am constitutiunellen System ausgeschlosseu waren, für das verfassuugsmäßige Leben herangezogen. In wie tief« greifender Weise hiednrch die patriotifche Gesinnung gefestigt wurde, das haben die wahrhaft erhebenden Kundgebungen, deren Schauplatz in den letzten Mo« naten die österreichische Delegation nnd der österrei» chische Reichsrath gewesen, klar bewiesen. Die bloße Möglichkeit einer Kriegsgefahr genügte, um die Vertreter aller Stämme uud aller Parteien zu der größten Opferwilligkeit, zu der bewunderungswürdigsten Hingebung zu veranlassen. Das zeigt denn doch klar, dass das echt österreichische Bewusstsein durch das Walteu des Ministeriums Taaffe nicht mir keine Be> einträchtiguug, sondern im Gegentheile eine in jeder Beziehung kräftige Förderuug erfahreu hat. Was das Verhältnis zwischen beiden Neichshälften betrifft, so hat auch iu dieser Hinsicht das Ministerium Taaffe den Vergleich mit keinem seiner Vorgänger zu scheuen. Allerdings war die Erneuerung des jüngsten wirtschaftliche» Ausgleichs mit Ungarn nicht frei von Schwierigkeiten und Gegensätzen, wie dies ja auch uicht anders sein kann, wenn zwei gleichberechtigte staatliche Faetoren ihre gegenseitigen wirtschaftlichen Beziehungen anf ein Jahrzehnt neu regeln sollen. Allein zu solchen Krisen uud Kämpfen, zu solcher gegenseitigen Verbitte-rung, wie sie den ersten und den zweiten Allsgleich charakterisiert haben, ist diesmal auch uicht einen Augenblick lang gekommen. Der Geist der Zusammeugchörig-keit beherrschte stets die gegenseitigen Verhandlungeu, nnd die Billigkeit uud Gerechtigkeit wurden auch dann nicht außeracht gelassen, wenn der natürliche Gegensatz der Interessen die Verständigung erschwerte und verzögerte. Dank diesem beiderseitigen Entgegenkommen erscheint der Ausgleich, trotzdem er formell nocki nicht perfect ist, heute bereits jeder ernstereu Gefahr entrückt. Eine Regierung aber, welche den Gedanken au die Stabilität der Verhältnisse wesentlich gekräftigt, das verfassungsmäßige Leben zu vollem Durchbrüche gebracht, die patriotische Gesiuuuug gehoben und gestärkt und unter gewissenhafter Respectiernug des dualistischen Systems auch das Gefühl der Zusammengehörigkeit zwischen beiden Reichshälften zu erhalten gewusst hat, eine solche Negieruug ist gefeit gegen Anwürfe, welche, abgesehen von ihrer inneren Haltlosigkeit, in allein ulw jede in nur zu deutlich die Signatnr der Parteileidc^ schaft nnd der Opposition um jeden Preis an B tragen. Politische Ueberlicht. (Verhandlungen des Neichsrathes.) ^f die Tagesordnung der uächsten Sitzuug des Abholt" netenhauses am ^j. d. M. wurde ausschließlich t" Erledigung von Petitionen gestellt. Es geschah dtt" aus dem Gruude, weil einerseits zahlreiche AbaMd/ nete den Wunsch ausgesprochen hatten, es möge M" der Budgetdebatte nicht gleich in der ersten Sitzung nach dem Wiederzusammentritte des Hauscs begonnen werdeil und weil anderseits ein längerer Aufsch^ dieser Debatte aus naheliegenden Gründen unthnnllO erscheint. Um also die Bndgetberathung gleich in der zweiten Sitzung nach den Osterferien eröffnen zu ">!' nen, Mllsste die Tagesordnung der ersten Sitzung inn Gegenständen gefüllt werden, die jederzeit eine Üntes' brechuug der Berathuug zulassen, wozn sich die inM' schen zu bedeutender Zahl angewachsenen Petition?" ihrer Natur nach am besten eignen. , (Fest stellung der g e m e i n s a m e n Quote.) In Wien begannen gestern die mündlichen Verhak luugen der beiderseitigen Quoten-Deputationen. ^»' gesichts der wesentlichen Differenzen, welche MM'' den Anträgen des ungarischen nnd des österrcichis^ Nuntiums bestehen und sich sowohl auf die Frage dcl Präcipllums als auch auf die ernstere Angelegen^' des Theilnngöverhältnisses beziehen, wird viel g"^ Wille nnd aufrichtiges Entgegenkommen nöthig ^ um zu einer Verständignug zu gelangen. Wein "'" darf die Zuversicht hegen, dass diese gnten Disposition^ thatsächlich vorhanden sind, und wir schöpfen bm Ueberzeugung ans der wohlthuenden Ruhe und "^ sachlichen Behandlung, welche sich sowohl in den E!»i> ^ ciationen der beiden QnoteN'Depntationen als in ^ maßgebenden Blättern diesseits wie jenseits der Üeity geltend machen. (Vom jnngczechischen Parteitag.)^ Altczechen-Organe verdammen den jungczechischen ^ teitag; es sei unerhört, erklärt «Hlas Naroda», in eN" Nation, dass eine ganze Reihe von Abgeordneten '. solcher Waffen bedient uud doch im gemeinsamen Cl" verbleibt. «Hlas Naroda. ruft höhnend aus. das" ^. Iungczechen anders denken, anders sprechen und a^' handeln. .. (Militär.Strafgesetz.) Wie ein uuaM.^ militärisches Blatt meldet, liegt dem Kriegsminister"" schon der Eutwurf des neuen Militär-Strafcodex "' welcher in Bälde den Gegenstand einer eingehen" Berathuug bilden wird. ^ ^ (Fürst Bismarck) ist vorgestern von Ä"^ nach Friedrichsnlh gereist. Man will in diesem fl"^ Beginn der Villeggiatur des Reichskanzlers den Ä^ schen, dass sich die Situation geklärt habe. ,,^ (Die Petersburger Atteutatsgernch^ erhalteu sich; sie kehren, im Norden dementiert, ,^ dem Süden nnd werden geglaubt. Neuestens läO^. das «BerlinerTageblatt» aus Stuttgart das ang^ 1 Uhr ungewöhnlich erschien, kommt einem um 2 Uhr ganz natürlich vor. Man erstaunt sogar, dass uicht ganz uugewöhnliche Lebenskundgebnngen sich geltend machen. Wenn ein Erdbeben käme, wenn eine Fcuers-brunft uusbräche, weun auf der Straße jemaud ermordet würdc — was gäbe das für einen Lärm! Und dabei spitzt man die Ohren. Ist nicht jemand durch das Nebenzimmer gegangen? Nein, man befindet sich allein, keine Räuber und Mörder haben sich eingeschlichen. Hie und da macht man Versuche, einzuschlafen. Es geht nicht, beim besten Willen nicht. Man beginnt sich zu langweilen. Man steigt aus dem Bette und sieht zum Fenster Hinalls. Alles vereinsamt und verlassen. Da entdeckt man, dass man nicht als der ein» zige wacht. Gegenüber brenut noch Licht. Die Phantasie spinnt verbindende Fäden zwischen hüben und drüben. Brütet da ein Gelehrter über einem Problem der Wissenschaft? Arbeitet einer der Heloten der modernen Gesellschaft, um der Nacht einen Separat-Er-werb abzujagen? Liest eine Dame einen Roman, der die TaaM)rile scheut? Oder liegt dort ein Kranker, der gepflegt werden muss? oder ein Todter, bei dem eine fromme Seele Gebete verrichtet? Oder wacht einer, der eben blos nicht einschlafen kann? Oder liegt die Wahrheit in der simpelsten Lösung: schläft dort jemand, der vergessen hat, Nacht zu machen? Eiuige Zeit denkt man darüber nach, dann findet man es ganz begreiflich, dass drüben noch Licht brennt; man würde staunen, wenn das nicht der Fall wäre... Man begibt sich zurück ius Bett. Noch immer lein Schlaf! Und wie man nun sinnt, erscheint man sich abgeschnitten von den übrigen Menschen, und man stagt sich: «Nie, wenn für dich keil! Morgen mehr anbricht? Wenn keine Brücke mehr vou dir zu den anderen führt?» Man gemahnt sich daran, was man alles versäumt hat; es wird einem, als müsse man anf nnd hinans und den oder jenen ans dem Schlafe rütteln, um ihm ein gutes, eiu freuudliches Wort zu sagen, das »nan ihm schon lange schuldig ist und das man ihm vorenthalten hat, man weiß selbst nicht, warum. Maucher, dem wir nicht gezeigt, wie lieb wir ihn haben, wartet auf einen wohlwollenden Blick nn« seres Auges; wir sind kalt an ihm vorübergegangen — wäre er jetzt zur Haud, wir würden unserem Empfinden Sprache leihen, aber die Nacht hat ihre Scheidewand aufgerichtet, uud wer weiß, ob wir bis zum Morgen nnsere Meinnng nicht wieder geändert haben! Zur Stuude jedoch ist uus, als köuute diese lange, endlose Nacht das Ende von allem sein, und eine geheimnisvoll klingende Stimme raunt uns zu: «Viel-leicht zum letztcnmale!». .. Ein unnennbares Sehnen erfasst uns. Wir rufeu uus zurück, was alles wir versäumt, zu thun, zu wirken, zu geuießen, eine Schaffenslust nnd eine Lebenslust sonder Grenzen erfüllen nns, nnd schandcrnd zählen wir nns anf, was alles wir vernachlässigt haben, und wir entdecken, dass gerade der gehätscheltste uuserer Liebliugswüusche bisher unerfüllt geblieben. Wenn nun wirklich alles aus wäre und kein Tag mehr käme? Wenn man in ewige Nacht versänke, ein nnersülltes Verlangen im Herzen? Nichts spornt einen so sehr, sich an das Gegenwärtige zn klammern, als der Gedanke: «Vielleicht zum letztenmale!» Niemand liebt so heiß, so schrankenlos wie die alternde Frau, die bei jedem Kusse, der auf ihren Lippen glüht, sich bangend sagt, eZ könne der letzte sein, den eines Mannes Muud ihr scheute. Die Jugend nimmt das Leben leicht, sie trägt es wie ein Wertloses, und wenn der eine ^ sie betrogen, hofft sie anf den nächsten, denn ^ ^ Muße. zn warten. In wallenden Locken hält man ^ ^ Zeit für die Ewigkeit. Das Alter sieht seine Fr^ ,H zugemessen, nnd obzwar kein Mensch imstande '>'', ^ aus der Welt hinauszudcukeu, will es doch I Stuude — wer weiß. was die nächste Zeit bringt. . das Möglichste abgewinnen, es fühlt, dass es E'"^ nnd so sucht es die Citrone zn pressen, so lange ^ , ein Tröpfchen Saft darin enthalten ist. Die ^"^ kann verschwenderisch sein mit verlorenen Tage«, „, sie ist reich; das Alter muss sparen, denn es i! .^ ^ «Vielleicht zum letztenmale!. wiederholt jene ^ ^ ? Vielleicht sehen wir einen Menschen nicht wied^,,, l täglich zn begegnen uns so selbstverständlich ael"«,^' dass wir das Beisammensein mit ihm eindl" ,^ hingenommen, wie den Morgenkaffee oder das ^ brot! < / Noch immer kein Schlaf! Man ist «M ,.„ träumt mit offenen Allgen von längst veraa'.^, Tagen, die einen, sonst nie in Sinn kommen- ^„i< vergegenwärtigt sich, wie besser es damals '" hec z bestellt war, als mail den Kopf nnr in den «"^ 1^' j Mutter zu legen brauchte, um einzuschlafen ^ü>' sicher und so sauft wie später nicht wieder. UN .h, ^ fühlt man den tiefen Unterschied zwischen einst " ^ , fühlt, dass man älter geworden, nnd w'^. ^ 5"f einemmale erschreckend klar darüber, wie "^ Fo^ man unnütz vergeudet hat. Ist die Jugend e' ^ so meint man: Wenn sie ein zweitesmal tan". ^ man sie vernünftiger verwenden als vorher. " ^ ^ sie wirklich, so würde man die Thorheiten, ^ ,B' ^ einmal begangen, ein zweiteömal begehen. ^ c> , in der Schlaflosigkeit bildet man sich "', ! ^wchci Zeitung Nr. 84 703 15. April 1887. Attentat von Gatschina bestätigen und erbringt neue, Uzende Details dazn. Dass Verhaftungen ver-uMlcler Individuen erfolgten, scheint übrigens nach "«er Angabe der «Nordo. allg. Ztg.» festzustehen, "left Thatsache mochte für die weiteren Sensationsmeldungen einen willkommenen Anhaltspuukt bieten, den m?// französische Ministerrrath) hat "m Beschluss gefasst, alle nur irgend möglichen Er-Mrmigen im Budget für 1888 eiutreten zu lassm. "'e der «Eve'nement» mittheilt, hätte der Präsident "u ^trpublik an der Discnssion, welche diesem Beschlusse siH^ena., persönlich theilgenommen und seine An-nyten über die im nächstjährigen Budget vurzuneh-"lMden Ersparungen bekanntgegeben. Herr Grövy soll M besonders den Mitgliedern des Cabinets die "vthniendigkeit nahegelegt haben, dem Wnnsche der ^Udget-Commission zu entsprechen, da er der Ueber-Mgung ist, dass diese dnrch die neue Art ihrer Zu-unimcnsehung eine höhere Autorität besitzt, als in den lMeren Jahren, und dass sie auch die Tendenzen der mnnier, aus der sie direct hervorgegangen, genauer '"eoergibt. c„ (Die Passsteuer in Russland.) Selten ^u e,n Project in der russischen Gesellschaft einen sol-dnl» ^^l^en hervorgerufen haben, als die Nachricht. «I« dem Reichsrath der Vorschlag einer Passsteuer ^gelegt wird, die den Aufenthalt im Auslande künftig ^'"unteren und dem Mittelstande verschließt. Es würde un l^ ^ zweiten Jahre bereits eine Steuer von ^Whr 800 Creditrnbeln zu tragen haben. Das können j, eichen Magnaten bezahlen, die in Paris und Nizza ^? Luxusaufeuthall nehmen; aber für die Mehrzahl hWlgen, die sich ihres Studiums oder ihrer Gesuud» vt halber in das Ausland zu begeben pflegen, wirkt "" solche Steuer wie ein Verbot, den ^ulgarien.) Die in Constantinopel weilen-c»,« ^Mischen Emigranten habel, beschlossen, eine h? ^n Herren Bobccv. Stefan GcZov und Musevit dal n s"^ Deputation nach Russland zu entsenden, um , '"ust filr hie caukovistische Opposition Propaganda A dachen. Die Deputation gibt sich der Hoffnung « ' °ass sie in offtciöser Weise von Herrn von Giers "Plangen werden wird. h.,. (Irland.) Oberst Edward King-Harman, conser-is""es Unterhausmitglied für die Insel Thauet. Kent. Ill ^Ü" Parlamentarischen Unter-Staatssekretär für h'"nd ernannt worden. Es ist dies ein nenes Amt, ver« ^" ^^^ ^^ gegenwärtig von General Sir Red-lttr "lMer bekleideten permanenten Unter-Staats» ^ etarlats für Irland geschaffen wurde. Diese Erneu-tvil-z? hat, wie den «Times» aus Dublin geschrieben der w k Natioualisten in Wuth versetzt, die Auhäuger ^«gierung jedoch befriedigt. Tagesneuiglciten. 'Gr?^' Majestät ber Kaiser haben, wie die wehr ^ ^orgenpost» meldet, der freiwilligen Feuerwehr '" Scheifliilg 190 fl., der freiwilligen Feuer-i>, ^ ^' Schäffern 50 fl.. der freiwilligen Fellerwehr fe>.^"'chendorf und Straden, ersterer 80, letzterer 40 fl.. N^ . Vorstehung der Priesterseminar-Kirche in bieikv Ä ^"^ Herstellung eines neuen Steinpflasters in <^uche 300 st. zu spenden geruht. — (Dienst - Cauti 0 nsle istung inBürg -schaftsform.) Es dürfte für viele Dienstgeber und deren Angestellte von Interesse sein, zu erfahren, dass nunmehr die Möglichkeit gegeben ist, für den Schaden, welcher dein Dienstgeber aus einem vom Bediensteten, welcher mit Geld oder Geldeswert zu thun hat, begangenen Vcrtrauensmissbrauch erwächst, Ersatz leisten zu lasseu. Der allgemeine Ncamtenverein, welcher bereits seit vielen Jahren für in öffentlichen Diensten stehende cau-tionspflichtigc Beamte die Dienstcautionen darlehensweise beschafft, hat, wie uns aus Wien berichtet wird, neuestens die Einrichtung getroffen, dass er gegen Erfüllung gewisser Bedingungen auch die Bürgschaft gegenüber dem Dieustgcbcr übernimmt, denselben für den Fall einer Handlung oder Unterlassung des Bediensteten im Dienste, woraus seinem Chef ein Nachtheil widerfährt, bis zu einem im voraus vereinbarten Höchstbetrage schadlos zu halten. Diese Einrichtung, welcher wir sonst nur in Eng« land und in der Schweiz, in welcher sich zu diesem Zwecke besondere cantouale Genossenschaften gebildet haben, begegnen, scheint uns für beide Theile sehr nützlich zu sein; für den Dieustgeber, weil er durch ein solches Unterpfand der Treue feines Personales gegen Verluste geschützt wird; für den Bediensteten, weil er leichter eine Anstellung findet, wenu er ein solches Unterpfand anbieten kann. Wenn also die Bedingungen, unter welchen der Beamtenverein die Bürgschaft übernimmt, nicht drückende sind — wir hören, dass der Betrag für die Gewährleistung ein geringer ist — so steht zu erwarten, dass diese Einrichtung viele Theilnahme finden wird, weil fie einem hauptsächlich in den Kreisen der Privatbeamten gefühlten Bedürfnisse entspricht. — (Duell mit blutigem Ausgang.) Einer Warasdiuer Meldung zufolge fand dort ein Duell mit blutigem Ausgange zwischeu dem Grafen Ianko Vojkffu und einem Uhlauen-Obcrlieuteuant statt. Einer Version zufolge foll Vojtffy todt, einer anderen zufolge schwer verwundet fein. Vojtffy, der letzte Sprosse einer alten kroatischen Magnateufamilie, ist der Schwiegersohn des Grafeu Fugger. Vor einigen Jahren verlor derselbe in Klageufurt im Duell mit dem Grafen Wolkensteiu den rechten Arm, war jedoch als tüchtiger Schütze mit der linken Haud bekaunt. Die Ursache des jüngsten Duelles soll in Familienverhältnissen liegen. — (Slavische Liturgie.) Wenn der Agramer «Obzor» recht berichtet ist, hätte der Papst der neu-begründeten römisch-katholischen Erzdiöcese für Montenegro (Sitz des Erzbischofs zu Antivari) eine wichtige nationale Concession gemacht. Das citierte Blatt meldet nämlich, Nom habe für diese Erzdiöcese den Gebrauch der slavischen Liturgie gestattet. — (Der Leibkutscher des Kaisers.) Der bisherige Leibkutscher Sr. Majestät des Kaisers, der 72jährige Martin Michalel, wurde vorgestern, nachdem er nahezu 40 Jahre gedient hat, pensioniert. Seine Majestät der Kaiser hat angeordnet, dass die jährliche Pension des Michalek aus 1000 fl. erhöht werde, damit derselbe nach so laugjähriger treuer Dienstzeit seiue alten Tage nun in Ruhe genießen könne. Michalek, der im Jahre 1848 in den Hofdieust trat, wurde seiner Ge-schicklichkeit im Fahren und seiuer Vcrlässlichtcit und Pünktlichkeit wegen in kurzer Zeit zum Leibkutscher Seiuer Majestät des Kaisers eruaunt, welche Stelle er nun 39 Jahre zur vollsteu Zufriedenheit seines kaiserlichen Herrn bekleidete. — (Ein neues Theater in Wien.) Man berichtet uns unterm Vorgestrigen aus Wien: Die Gründung eines neuen Theaters in Wien erscheint nun« mehr sichergestellt. Gestern faud die constituierende Versammlung der Gründer desselben statt, welche den hervorragendsten bürgerlichen Kreisen angehören und von dem eine halbe Million betragenden Stcnmncapital bereits 240 000 si, zeichneten. Das Theater soll am Neubau zwischen dem «Hotel Holler» und den Hofmuseeu zu stehen kommen uud wird von den Architekten Hellmer und Fellner gebaut werden. Das neue Theater soll von dem bekannten Schriftsteller Franz von Schönthan geleitet werden. — Auch die Weiterführung des Carltheaters ist nun gesichert, nachdem der Pachtcontract mit dem Berliner Unternehmer Steiner bereits abgeschlossen ist. — (Vorsicht.) Viele Eisenbahureisende haben die Gewohnheit, leergetrunkene Flaschen durchs Fenster zum Waggon hinauszuwerfen, ohne sich viel darum zu sorgen, dass die Flasche nicht etwa einen Bahnbediensteten oder, wenn die Bahn an der Fahrstraße hinzieht, ein Gespann oder einen Fußgänger treffe. Wie die «Deutsche Wacht» erzählt, warf ein unbekannter und auch nicht zu ermittelnder Passagier Sonntag nachmittags um 4 Uhr auf der Strecke Cilli-Tüffer aus dem Eilzuge eine Flasche heraus, welche dem Ablöswächter Eduard Stasnicki vor dem Wächterhäuschen Nr. 522 an den Kopf flog, in Scherben zersplitterte und das Gesicht des Mannes vielfach zerschnitt; es fehlte nicht viel, so hätte der arme Vahnwächter auch ein Auge verloren. Will man entbehrlich gewordene Flasche» nicht weiter mitnehmen, so kann man sie ja unzerbrochen unter dem Sitze lassen oder in einer Station weglegen. — (Ein berühmtes Wirtshaus.) Das berühmte alte Wirtshaus zum «Pickwick» in Cobham unweit Rochester, in welchem Charles Dickens mit Vorliebe von Zeit zu Zeit wohnte und das er in seiner Novelle »I'iekwi(ck i'avoi-8» beschreibt, ist am Charfreitag morgens theilweise niedergebrannt. — (Eine nette Gewohnheit.) «Ach, Arthur, es war ein schöner Augenblick, als du mir im Garten der Tante deine Liebe gestandest; aber sage mir aufrichtig, war dir nicht etwas bange dabei?» — «Hm, nicht sonderlich, mein Kind, weißt du, das kommt nur auf die Gewohnheit an.» Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Allerhöchste Spende.) Se. Majestät der Kaiser haben dem Ortsschulrathe Großgaber zum Schulbaue eine Unterstützung von 300 Gulden aus der Allerhöchsten Privatcasse allergnädigst zu bewilligen geruht. — (Stapellauf in Trieft.) Gestern um 8 Uhr morgens hisste das Castell zur Feier des Tages die kaiserliche Standarte. Die im Hafen vor Anker liegende Schiffsdivifion zog unter den üblichen Kanonen»-falvcn die große Flaggcngala auf. Desgleichen waren sämmtliche anderen Schiffe im Hafen reich beflaggt. Die Schiffsdivision hat in der Bucht von Muggia längs der Werfte des «Stabilimento tecnico Triestino» Anker ge» worsen. Vier Lloyddampfer mit Gästen kamen an, ebenso brachten viele Dampfer der Seebehürde Gäste. Privat- hei, ?^ Tage brauchten nur neuerdings zu kom-und'^-d »nan würde sie ausuützeu zum Heile für sich "Nt i/^ ""deren. Auf die Nacht folgt ein Tag, aber ^"er sind die gnten Vorsätze verflogen. ^; ,,^?t b°ln Hundertsten ins Tausendste. ^ ^rhält sich aber immer der Wunsch, diesem sich. Zustande endlich zu entrinnen. Man nimmt d^ge/' einmal auszuführen, was man sich fchon lange eiüsH^uien: genau zu beobachten, wie man allmählich ^lllne zV ' ^" Kinder fragten einmal, wann die steh^ ^ Blüten bekommen, man sehe diese nie ent-^ is^'^^ Blüten kommen über Nacht.» antwortete ^e K,n?' "^ überhaupt irgend etwas zu antworten, ^lten I "ahmen ^s erust, gieugen abends in den ^ Äesi l wollten zuschauen, wie die Blüteu sich auf ^ Ply. '"'^>n. Darüber fchliefen sie ein. und als sie ^lchem s-^ erwachten, fanden sie den Banm, uuter Eie h.ne geruht, über und über mit Blüten besäet. Yachten " '"^ mehr als früher. . . Will eiucr 9cht ^.z ;,' wie der Schlummer ihn umfäugt, so er-kt ei„ ^" ähnlich. Während des Veobacht'ens schläft !" eineln 6 zieht langfam empor. Ein Vogel, der >!ken ^"ahen Baume sein Nest hat. flötet schlaf- kl'lrr iv^7 ^s sei er ein berühmter Tenorist, der auf i^Uiro C, >7'"e Partie nur «markiert» — sein Mor- ll trän/ ^ vorzeitig aufgefchreckt worden; sein Ge- ^ lich lpl^ da« Nachthäubchen, es ist, als wollte 7er. .'"vst wieder in Schlaf lullen. Der Mensch i. t^use w N"cht dnrchwacht hat — verzeihe mir, "solge ^ '°enn ich es künde der Wahrheit gemäß — wrnlndung schnarcht er nun. F. Groß. (Nachdruck verboten.) Zie Mlutno des Glücks. Roman von Max von Weißenthurn. (b«. Fortsetzung.) Wie lange sie so zugebracht, sie wusste es wohl selbst kaum. Endlich erhob sie sich. Im hause war längst alles still geworden. Sie verließ das Zimmer und begab sich nach dem Atelier ihres Gatten. In einer Ecke des weiten Raumes stand ein großer Schrank, in welchem Sir Alan auch verschiedene Chemikalien uud starke Gifte, deren er zu wissen» schafllichen Zwecken bedürfte, aufzuheben pflegte. Das Licht, welches sie mitgebracht hatte, auf eiuen daneben stehendeil Tisch stellend, öffnete Cora eine der Flügelthüren des Schrankes. Sie blickte mimitenlang forschend hinein uud griff nach mehreren Fläfchcheu, ehe sie jenes fand, welches sie suchte Doch dann — ihre Hand bebte nicht, während sie sich nach der kleinen Phiole ansstrcckte, auf welcher mit dentlichen Lettern «Belladonna» zu lesen stand. Kein Lid an ihr znckte, indem ihre Augcu das furchtbare Wort trafen; ihr starrer Blick zeugte vielmehr von einem unerschütterlichen Entschlnss, der sie ganz und voll beseelte. Die Schrankthür schließend, trat sie um zwei, drei Schritte zurück; jetzt lösten ihre Finger den Stöpsel, noch einige Minuten, die sich zu Ewigkeiten dehnten, dann blitzschnell erhob sie den Arm und setzte das verhängnisvolle Fläschchen mit seinem todbringenden Inhalt an ihre Lippen.... Aufklärungen. Keine Secuude hätte es bedurft und Cora Vincents kurzes Leben würde beendet gewesen sein. Doch kanm hatte sie den Arm emporgehoben, als derselbe von rückwärts erfasst und die Phiole ihren Händen entrissen wurde, dass sie klirrend zu Boden fiel. Cora stieß einen Schreckensruf aus nnd sank, das Antlitz mit beiden Händen verhüllend, auf die Knie nieder. Mehrere Minuten lang wagte sie es nicht, emporzublicken, um sich zu überzeugeu, wer sie daran verhindert hatte, ein Dasein von sich zu werfen, das keinen Wert mehr für sie besaß. Als sie endlich langsam das Haupt erhob, traf ihr Blick ihren Gatten, der, offeubar iu der höchsten Aufregung gegen die Wand gelehnt, dastand, den Kopf tief an die Brust herabgescnkt. Der starke Mann zitterte an allen Gliedern. Cora richtete sich ans ihrer knienden Stellung empor und sah ihren Gatten fast trotzig an, aber sie sprach nicht, und es währte einige Minuten, ehe Sir Alan sich hinreichend zu beherrschen vermochte, um her« vorbringen zu können: «Cora was warst du im Begriff zu thun?» «Mich einer Bürde zu entledigen, die mir un< erträglich wnrde, und zugleich dich von meiner Gegenwart zu befreien! Wärest du um eiue Minute später gekommen, so würde alles für beide Theile befriedigend beendet gewesen sein.» «Wie kannst du so sprechen, Cora! Ich danke Gott, dass ich rechtzeitig gekommen bin! O, bedenke, was hast du thun wollen -^» «Ich habe alles reiflich vorher bedacht,» unter« brach sie ihn voller Bitterkeit, «und eben. weil ich c» gethan, weil ich fühlte, dass mein Elend uüch zum Mliacher Zeitung Nr. 84 704 15. April 18«?. dampfer, unzählige Voole und andere Fahrzeuge füllten förmlich die Bucht, Die Einweihung des Schiffes erfolgte um 1 Uhr nach dem usuellen Rituale durch den Marine-Superior Mfgr. Racic auf dem Schiffsverdccke. Das Wetter war prachtvoll. — (Auszeichnung.) Dem Forst-Inspections-Ad-juncten Iofef Lasic wurde in Anerkennung feiner verdienstlichen Thätigkeit bei der Leitung der im Vorjahre durch Sträflinge am Laaser Wildbache in Kärnten ausgeführten Arbeiten das goldene Verdienstkreuz verliehen, — (Concert der philharmonischen Gesell^ schaft.) Die philharmonische Gesellschaft in Laibach vcr anstaltet unter der Leitung ihres Musikdirektors Herrn Josef Zöhrer Sonntag den l7. April im landschaftlichen Nedoutensaale ihr fünftes Concert in diefcr Saifon. Anfang präcis 7 Uhr abends. Programm: 1.) L. Cherubim: Ouvertüre zur Oper «Der Wasserträger», für Orchester. 2.) A. Vazzini: ttnmä ^Ho^ro 6o Nonooi-t,. für die Violine mit Orchesterbcgleitung; Solo Herr Hans Gerstner. 3.) Julius Zellner: Notturno für kleines Orchester. 4. a) C. M. von Weber: Nondo brilliant, Op. 62; d) Fr. Chopin: Etude, Op. 25 Nr. 3; o) St. Heller: Saltarello über ein Thema von Mendelssohn-Vartholdy — sür das Pianoforte, gespielt von Fräulein Valentine Ka ring er. ü.) Ü. van Beethoven: Symphonie Nr. 2, v-äur, für Orchester: «) ^äuzfio molw und ^IlsFi-o eon brio; b) I^lLustto; c) 8oliyl20 ^.Ilo^ro; ti) H.I1oßl0 woito. — (Krainischer Gewerbeverein.) Iuder jüngsten Sitzung des krainifchen Gewerbevereines wurde die Betheiligung an dem fünfzigjährigen Jubiläum des steirischen Gewerbevereines am 23. und 24. April d. I. durch vier Deputierte des Vereines beschlossen und die betreffenden Reifediäten seitens des Gewerbevereines votiert, und zwar mit Rücksicht darauf, dass weiland Erzherzog Johann auch ein Förderer des Gewerbesteißes und der Landwirtschaft in Krain war. Weiland Erzherzog Johann verdanken bekanntlich die k. k. Landwirtschafts-Gefellschaft für Kram fowie die erste slovenische Wochenschrift, die von Dr. Bleiweis redigierten «Novice», ihr Entstehen. Auch andere Theilnchmer aus Gewerbekreiscn würde der Gewerbeverein freundlichst begrüßen, und ist seitens des Grazer Gewerbevereines für Wohnung und freundlichen Empfang der Laibacher Gäste geforgt. — («Matica Slovens! a».) Bei der vorgestern vorgenommenen Ergänzungswahl in den Ausfchuss der «Matica Slovenska» wurdeu gewählt die Herren: Franz Hubad, Franz Levec, Lucas Robic, Johann Subic, Johann Flis, Dr. A. Gregor cic, Dr. L. Pozar, Andreas Senekovic, Franz Wies-thaler und Anton Krzic. — (Todesfall.) In Graz wurde vorgestern die Operetlensängerin Fräulein Mizi Massa (roeta Kotz beck) zu Grabe gctrageu. Die Künstlerin, welche im 81. Lebensjahre stand, ist einem Brustleiden erlegen, welches sie seit nahezu zwei Jahren nöthigte, jeglicher künstlerischen Thätigkeit zu entsagen. Sie war mit dem Grafen Blücher vermählt, doch feit fechs Jahren Witwe. Die Verblichene, die sich in drückender Nothlage befand, fo dafs erst kürzlich für sie eine Collecte veranstaltet werden mufste, hinterläfst drei Kinder. Fräulciu Massa hat in: Jahre 1880 unter der Direction Emil Ludwigs am Laibachcr landschaftlichen Theater gastiert und hatte sich seitens des Wahnsinn treiben würde, wünschte ich meinem trostlosen Dasein ein Ende zu machen. So lange mein Knabe lebte, war ich nicht ganz so hoffnungslos; jetzt aber —» Mit verzweifelnder Geberde wandte sie sich ab. «War es denn wirklich fo schlimm, armes Kind?» fragte er mitleidig. «Cora, das wusste ich nicht, das ließ ich mir nicht träumen. Wenn ich nur etwas für dich thun könnte, um dich glücklich zu sehen, aber, ach, — ich bin machtlos! Sage mir, was ich für dich thun soll, und was in meinem Können gelegen ist, soll geschehen?» Er hielt mit unsicherer Stimme inne. «Was ou für mich thun sollst, fragst du?» erwiderte sie mit dem Ausdruck grenzenloser Traner. «Du hast mich streng uerurtheilt, mir jede Möglichkeit entzogen, mich zu rechtfertigen. Würdest du mich je geliebt haben —» «Nicht weiter!» unterbrach er sie bittend. «Du kannst jenen Wohn nicht aufrecht halten. Du weißt, wie ich dich liebte, — dafs — Gott stehe uus beiden bei! — ich dich auch noch heute liebe!» «Du liebst mich? Du liebst mich und hältst mich doch für schlecht?» Sie schlug, während sie dieses sprach, ihre Augeu vorwurfsvoll zu ihm empor. Eine Secunde zögerte er, dann zog er sie mit Ungestüm in seine Arme und drückte feine Lippen, von Leidenschaft hingerissen, wiederholt auf die ihren. «Nein.» sprach er heftig erregt, «ich will nur dir Glauben schenken. Kannst du die Vergangenheit ver-gesftn?,Wie immer du auch gefehlt haben magst, ich war uon unverzeihlicher Härte, doch wenn die zärtlichste Hingabe geschehene Grausamkeit auszulöschen imstande ist, dann soll die meine es vermögen.» (Fortsetzung folgt.) Publicums großcu Beifalls zu erfreuen. Director Lndwig starb bekanntlich im Irrenhause zu Budapest. — (Eine krainischc Bäuerin in der Hofburg.) Mittwoch abends um 6 Uhr wurde die 72jährige Bäuerin Marie Medved aus Krain in der Wiener Hofburg wegen Vedenklichkeit angehalten. Die Bäuerin, welche ihrem Manne durchgegangen war, kam nach Wien, um ein Majestätsgcsuch zu überreichen. Sie erklärte, dass sie sich lieber umbringen werde, ehe sie wieder nach Hanse zurückkehre, da sie von ihrem Manne misshandelt werde. Die Bäuerin, in deren Besitz man eine Rebschnur fand, wurde der ärztlichen Beobachtung zugeführt. — (Ans Abbazia.) Von den Festtagen in Abbazia wird noch nachträglich berichtet: Ein Theil des Ertrages des am 11. d. M. abgehaltenen Concertes war der freiwilligen Feuerwehr gewidmct. Diefelbe hatte auch Gelegenheit, fich am nämlichen Tage schon auszuzeichnen. Während man nämlich für das neue Corps musicierte und sang, rettete es zwei in Brand gerathene Amiernhäuser in nächster Nähe Abbazia's durch ihr promptes und rationelles Einschreiten. Die Bauern an der Brandstätte, die eine ähnliche Hilfe durch tüchtige Wiener Spritzen noch nie gcfehen hatten, waren erstannt und gerührt und veranstalteten nach Dämpfung des Feuers ein kleines Mahl für die Löschmannfchaft, bei dem es sogar zu dankbaren Toasten auf die Feuerwehr kam, — (Auswanderer.) Vorgestern find von Laibach aus sieben Männer aus Tscherncmbl sammt ihren Familien nach Hamburg abgereist, um sich dort einzu« schiffen und nach Nordamerika auszuwandern. Dieselben werden sich im Staate Minnesota ansiedeln. (Gemeindewahl.) Bei der jüngst stattgefundenen Neuwahl des Gemeindevorstandes von Ceöence wurden gewählt: zum Gemeindevorsteher Alois Rus, Grundbesitzer in Velke CcZencc; zu Gemeinderäthen die Grundbesitzer Johann Ceglar von Velka Dobrava und Anton Medved von Velke Ccsence. — (Gattenmord.) Aus Graz wird uns telegraphiert: Der Fleischhauer Franz Prochasta kam vorgestern abends angeheitert nach Haufe, stritt mit seiner Gattin Constanze und schuss sodann mit einem Revolver nach ihr, angeblich, um sie in Angst zu versetzen. Pro-chaska legte sich sodann, ohne sich weiter um feine Frau zu bekümmern, zu Bette. Als er gestern früh aufstand, fand er die Frau beim Brunnen todt. Er stellte sich hierauf felbst der Behörde. An der Leiche fand man eine Schusswunde in der linken obern Brust. — (Dieb stahl.) Vorgestern nachts wurden im Hause Nr. 11 an der Karlstädterstraße dem Arbeiter Victor Krainz eine silberne Nemontoiruhr sammt Kette im Werte von 24 st., außerdem ein Rock, ein Hut und ein Umhängtnch gestohlen. Die Polizei ist den Thätern auf der Spur.__________________________________ Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wien, 14. April. Die österreichische Quoteu-De-putatiou hat iu das Subcomite' gewählt die Mitglieder: Grafen Nevertera, R. v. Iaworski. Dr. Kaizl, Dr. Po-klukar, Dumba und Dr. Menger. Heute nachmittags findet bereits die erste Berathung des Subcomite's mit dem von der ungarischen Quoten-Deputation entsendeten Subcomite' statt. Sau Nocco, 14. April. Nachmittags um 2 Uhr traf die Dampfyacht «Phantasie» mit dem Erzherzoge Karl Stefan uud der Erzherzogin Maria Theresia unter Kauouenfalut der Fregatte «Radehky» hier ein, nnd wurden die höchsten Herrschaften am Landungsplätze vom Statthalter, dem Marinecommandauten und anderen hervorragenden Persönlichkeiten unter den Klängen der Volkshymne nnd lebhaften Evvia-Rufen der Volksmenge empfangen. Ehrendamen überreichten der Erzherzogin ein prachtvolles Bouquet; Baron Mor» purgo drückte namens der Direction des Stabilimento die patriotifchen Gefühle aus; festlich gekleidete Kinder von Werftarbeitern überreichten mit cincr Ansprache ein Bouquet. Unter enthusiastische» Zurufen begab sich das erzherzogliche Paar in dm Hofpavillon. Nach erstatteter Meldung, dass die Freilegung des Schiffes vorbereitet sei, hielt der Marinecommandaut eine Ansprache, in welcher er die tiefste Dankbarkeit gegenüber der Für> sorge des Kaisers für die Kriegsmarine ausdrückte und die Förderung der Kriegsmarine seitens der österreichisch« uugarischeu Neichsvertrrtuug anerkennend hervorgehob. Die Erzherzogin taufte sodann iu schwungvollen Worten das Schiff mit dem Namen «Kronprinzefsin Stefanie», und unter deu Klängen der Volkshymne nud brausendem Jubel lief das Schiff dann regelrecht prachtvoll vom Stapel. Klagcufurt, 14. April. Prinz Georg von Sachsen ist mit Familie zum Besuche seiner Tochter, dcr Frau Erzherzogin Maria Iosefa, liier angekommen. Agram, 14. April. Die gestern hier allgemein verbreitete Nachricht, dass Graf Vojkffy in einem Duelle gefallen fei, hat sich als falsch herausgestellt. Das Duell hat zwar stattgefunden, jedoch einen unblutigen Ausgaua. genommen. Paris, 14. April. Vou deu 95 Passagieren, welche sich auf dem vor Dieppe gestrandeten Dampfer «Vic- toria» befanden, ertranken zwölf, größtcntheils Frauen und Kinder. ^, London, 14. April. Die Pforte verschob die M' sending der Eircularnote, welche die Aufmerksamlen der Mächte auf die Zustände in Bulgarien lenkt ui'0 neue Vorschlage zur Lösung der bulgarischen Frage macht, weil Nelidov versprochen hat, Throncandidaten. welche annehmbar für Russland wären, namhaft )" machen. Volkswirtschaftliches. Lailiach, 13. April. Auf dem heutigen Marlte sind "' schienen! 6 Wagen mit Getreide. 4 Wagen mit Heu und Stroy, 11 Wagen und 2 Schiffe mit Holz. Durchschnitts-Preise. ^_^^- f>,!^ N^'l^ st, I ll. ^5 Weizen pr. Heftolit. 7'15 ? W Vutter pr. Kilo . . -,90 — "" Korn » 4 8? 6 — Eier ftr. Stück . . — 2 -- ^ Gerste » 4^9 5 — Milch pr. Liter. . — 8 ^ " Hafer . 2 92 3 iq Rindfleisch pr. Kilo — 64 -^ Valbfrncht »-------6 9« Kalbfleisch . —56-^ Heiden » 4 22 5 5 Schweinefleisch » — 64 -"^ Hirse , 4 8? 4 95 Schöpsenfleisch » —36-^^ Kuluruz » 5 4 5 33 Händel pr. Stück . — bb — "" Erdäpfel 100 Kilo 2 94-------Tauben » — 20 - ^ Linsen pr. Hcltolit, 11-----------Heu pr. M.'Ctr. . 2 85 -^ Erbsen . 15------------Stroh . ..33-^ Fisolen » 18------------Holz, hartes, pr. Nindsschmalz Kilo — 90------- Klafter 6 50 -^ Schweineschmalz» —66-------— weiches, » 410 — ^ Speck, frisch, . - 60-------Wein, roth.,100«it. - - 24 ^ — geräuchert » — 64j-------— weißer, »-------20 ^ Angekommene Fremde. Am 13. April. Hotel Stadt Wien. Müller G., Kaufmann, München, /7 Kretschmer, Mandl, Gold, Löwy. Kirchmbergcr und Frieds Kaufleute, Wien. — Pochner. Kaufmann, Vrünu. — ^"A Franz, Kaufmann, Obcremsicdel, — Baner Carl, Neis^ und Haydcn Lndwig, Buchhalter, Gmz. — Brozovic 3°' .' Lehrer, sammt Sohn, Agrain. — Fuchs A., Privatier, s"'"'", Familie, Kanler. — Majdic. Besitzer, Domschalc. — Om>'« Anton. Kellner, sammt Frau, Gürz. — Tschopp Ml«"" l. k. Bezirls.Commissär, Adelsbcrg. ^, . Hottl Elefant. Rickl. Kaufmann, Bremen. - Löwith. S">" und Sorqer. Kaufleute, Wien. — Kleinlercher, Kaus»'^ Tirol. — Demsche , Wochtmeistec, SopronU. — Dr. eM, ' Privatirr, Nasscnfnß, — Lnckcnbacher, Straßil, Goly, ""^ Mnzoni und Raniann, Privatiers, Trieft, ^ Kulnmnn, ^ Marine-Adjunct, Pola. — Ruh Ioseftne, Private, Loitsch-Vlazic. Handlungs-Commis, Haidenschaft, .,;. Hotel Europa. Dranin, Privatier, Görz. — Rcwnilar, v' vatier, Karlstadt. Hotel Äaicrischcr Hof. Golmaier, Oberlehrer, Moräutsch-Sega, Fleischer, sammt Frau, Littai. . Gllsthof Sliolmhnhof. Rostgeber, Privatier Graz. — Mg>" Besitzer, Franz, - ^. Gasthof Kaiser von Oesterreich. Iubnic. Lehrer, Radovica-Music, Besitzer. Gottschee. <,, „^ Gasthof Sternwarte. Sterl Josef, Reisender. M^"' reichifch.Schlesien. Encr Wohlgeboren! In ErwiberM'll,^,i' erhaltenen Schreibens lann ich Ihnen nur mit DanN"'' . ^ll' theilen, dass die Apotheler Ä, Brandts SchweizerpiU"« iL j Gott sei Danl, vorzügliche Dienste geleistet haben. D"' ^ >"' ^ Pillen wandte ich auch bei meiner Frau an. welche 1 ^,F> Magenleiden nnd Atliembeschwerden zu thun hatte, n^ ^ Gaben von drei Pillen waren dieselben von wohlthut^ ^»l>' fluss. Und so sind diese Pillen bei mir ein reellcö V°. d'l' qeworden. Bei den lleinsten Kranlheitserschcinungen i h^>'>,, Pillen bei mir bis jetzt das einzige Mittel gewesen, "' ^,ch l im Keime zu ersticken. Und nicht nur bei mir. so'""'^ ""„ anderen haben slch dieselben als vortrefflich bewährt, '^l^, Hochachtung und Danlbarleit zeichnen sich rrgebenst?' ^ie^ Iustt' und Antonia Kunz, Wird vollinhaltlich . Wigstein den 20. 0ltobrr 188«. Gottfried John. ?^ Olh e»^..."''"^kl lW .. I3bbni3« — >»«4ci "°"l°se . . loo „ 165'5c,,e5?si «°Mo.N.«,' ,. , - ' 50 « 184 - I«5 - 0t^^»>^°lbiente, steuerfrei . ,1, 1511^30 - ««lenrcnte, steuerfrei , 971L U7.35 '"°5K"t«4°/, . . . . i°l«on>2- - N""'« °'/° - . - - «8»« 88 45 . » « ^''^neriläten . . »8 so 9U 10 . °l««QbI.(Unn.OfivllhN) I«? ,2 127 70 >^ Vr!>5.l ^ vem I. 187S . II» 80II« <0 ^lz.N^'«Nl.k1N°sl,ö.«). —. —- ^'^°K 4°/„ ,00 Pfandbriefe (fill 10« fi.) Bodcncr. allg. österr, <'/,"/« Gold. I2«'50 izn eo dt°. in 50 „„ 4'/» °/° l0d »u '0i<<> dto. IN 5U „ , <«/o . «sou 97 - dto. ^»amien-k chulbvttlchi.^/o 100 75 101 A5 l7eft,Hypc.ecnbant I0j. L'/»°/<> loldo —'— Qclig» 90 Nlal>z»Ioscf»!liahn....._— „ — Lm. I«8l »0l1 N. S. 4'/»°/, . 'i«0'50 101'— Ocsterr, Utordwestbahn . . . I08l0ioe s0 ^iel'tnblltger.......—>— —— Veld Ware Vtaattbahn I. «mission . . in» 25 »03 — Eübbahn k L»/».....150 s. Nng.'galiz. Nahn.....l,» 70 loo 3« Diverse Lose (per Stüs). «lreblllose 1U« fi......1?8>—17S — EIar>."l!ole ,»0 St.'GenolS^ole 40 fi. . . , 55 5,) 5« ou walbstein.i.'ost ^0 sl. . . Z4 75 35 70 Windischgläh°i!oeröst,50(1fl,!5u(».^5W-— Hypolyelcnb., oft.üuufl. li5"/<>«, nz— «7 — ^anderb.. öst. «OOfl. «. 50".» l>»l>aul K«u >l.....zi4'«0 «14?t> Acrlehisbanl. klUg. l^u si. , ,zi zo^l., 5« Acti.-n von Transport« lwt^rnehmnugen. (P« Stils). «lbrecht«Vahn »ou fi. Gilber , — ^ — — «lfölb'Fium,.Nahn «on ft. Gild, l»>' - 183 50 «u!fi^°Tepl. Lisenb. «0fl, LM.--------------- Vöhm, Nordl>ahn 1N0 fl. . ,--------------- » Weftbahn z»io fl. . , ,277 5««?»' — »uslhtiehradcr c)sI.O-----------'— Galiz.Klltl^ubwia'Ozoofl. achetH.«V,««,fI.i!.ll0,------—-— ttc>>/lcnberg>>t!sr!!l>Hhn 10o »»Ge!cllschasl AW sl. ö, W, ^2« 5,0 »«» 75 Vloyb,ost'UNss., Tries!500sl.LM 437 —^490^ Oesterr. Nordwestb. iluu sl. Gild, igz — 1L4— bto. (lit.U) 200 jl. Silver .I8i?^i«z,» Prag'Dul« liiftnd. 150 fl. Nubols'i'ayn »l)U . W. . . _ _ — — Iramway'Ves., Wr. I70sl. 5. W. «2« —»l« « , Wr., neu 100 sl, 9i>5o »» — TranspVtt-Äesellschast lau^l. . — — —-— Ung.-nall,, Hisenb. »00 ft. «llber ifi o» I7>>— Nng. Noldnstbahn üa« sl. Vilbcr 197,-. l«f li Nng.Wlstb.(«a»b-VrH,)»aosl..- —-— «ilje»!,^dilw.»Velb>j. 1. 80 fl. 4U^/i, 3550 »4S<» «üldemuhl", Papers, u. V.»V. «'. s.o «s — MuiltllN'Äcfcllsch., östell.»alvine ,0 !0 l0 «» Prag« ,««>:l. ?u sl. . — — —- — Wasscuf..«»., Oesl. in W. 1UU fl. ,1, — »,,— Devisen. Deuljche Plätze..... «, ,0 «» S5 London.........l«7'—!!«» « Uaris .........50 8» 50 >7^ Pet«r«burg .......-.— — — Valuten. Ducatcn........ , ,g ,„ !l0.,franc«>Olick«..... 10,4 l»05 «Slider......... —--. —.— Deutsche Neich«banlnot«n . m» zo y,,»