(Franko pauschaliert.) Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag und Sonntag früh. »chrtftleitng und Verwaltung: $ttfenioM ulica Rr. 5. Telephon 21. — »nlü>dtgungen werden in der Serwattuag gegen Berechnung billigster Stbübren e^tgegengeno««»» v,,ug«pr,tf»: Für da« Inland vierteljährig K ,4.-. halbjährig K 48.-. «aizjährtg K »6.—. Für da« «»«land entsprechende »rhöhung. - »in,eine Ru»«ern l ktron» Nummer 60 || Donnerstag den 28. Juli 1921 3» [46.] Jahrgang Terror. Der unerwartete Tod dcS ehemaligen Ministers Draökovii ha« im In« und Auslande daS SolidaritälS-gejühl der Menschheit ausgerüttelt. Die Ausregungen der Politik und die Schwierigkeiten der Lebensführung treten für eine Zeitlang in den Hintergrund angesichts der Trauer um einen durch Virbrecherhand gefällten Staatsmann und angesichts des Mitgefühl« für die Hinterbliebenen des Opsers. Keines Menschen Herz ist so verhärtet, daß eS am Grabe eines Mannes, der in so tragischer Weise sein Leben eingebüßt ha», und wäre er selbst sein größter persönlicher Gegner gewesen, nicht vor Schmerz um den Toten und vor Zorn über den Mörder ergriffen würde. Kaum drei Wochen sind verflossen, seitdem ein anderes Attentat versucht wurde, daS glücklicher Weise mißlungen ist. Der Anschlag ans den Thronsolger-Regenten erschien so unfaßbar, fo ungeheuerlich, daß jedermann zunächst geneigt war, an die Tat eineS Wahnsinnigen zu glauben. Denn der Thronfolger-Regent erfreut sich in der Bevölkerung einer solchen Liebe und Anhänglichkeit, sein öffentliches Auftreten ist sosehr den Wünschcn und Bestrebungen oller Staatsbürger angepaßt, daß ein Hirn, in welchem so finstere Pläne ausgeheckt werden könnten, vorweg alS unheilbar ertrankt gelten müßte. . Ja, krank, tvllkrank sind dieLeute, welche ihrer poli-tischen Gesinnung Geltung verschaffen wollen, indem sie dem Leben eine« Nebenmenschennachstellen. Aber während man unier dem ersten Eindruck der Nachricht vom Attentate auf den Thronfolger.Regenten ver-muten konnte, es mil der Tollwut eine« einzelnen Hücke der Malur. Von Hermann Kienzl. Der dunkelblaue Samt der Nachl liegt über dem Lage Maggiore; und über den buschigen Kamelien» bäumen im Garten de« Strandhotel«. Im Wasser spiegeln sich die südlich leuchtenden Sterne. Zwischen den Gebüschen de» Garten« und über den Kieswegen wimmeln Millionen von Leuchtkäfern in laultosen Koiy-b»nt«ntän»:n. Die Dame und der Herr haben die Terrasse de« Hotel« v.'rlafsen und schreiten durch den einsamen Zaubergarten. Bon drüben her klingen die feurig-melan-chelischea Geigen der Zigeuner. Die beiden gehen schweigend. Ihm und ihr ist bewußt, daß die entschei-dende Stunde schlägt. Die Natur, an keiner Stelle d«r Eid« heiliger und mächtiger, bricht die Not spröder Herzen. Freilich find schwere Hemmungen zu über« winden I Nicht äußere Fügungen de« Schicksals. Die beiden, nicht gan» vom Zusall hier im verträumten Winkel de« groben See« »u gleicher Frist eingetroffen, find freie, reife Menschen. Wa« hinderte sie die vielen Tage her, dem inneren Zuge, der sie über den Alpen-paß nach dem Süden getrieben, an» Ende zu folgen? Sie waren freie Menschen; doch unfrei in sich selbst. Gekettet an Erinnerungen, die feig und scheu machen. Die Dame zwar . . . Wenn sie an der table d'höte dem Freunde einen huschenden Blick zuwarf, hätte e« erfahrenen Beobachtern nicht entgehen mögen, daß sie zu wagen bereit war, wenn nur der andere wagte . . . Ihr Freund wagte nicht. Dieser Vierzig-jährige Halle Angst vor seinem Aller. Fürchtete, daß der Knabe Ero» de» nicht mehr leichtfüßigen Manne« spotten werde. Zittert« bei dem Gedanken an ein der» lcgeneS oder mitleidige« Lächeln der geliebten Frau. zu tun zu haben, ist diese Annahme durch die seit» her gepflogenen Erhebungen und insbesondere durch die Ermordung des gewesenen Minister« Dras-kovic zur Feststellung eine« Seuchenherde« erweitert worden. Es tst nachgewiesen worden, daß eine weit-verzweigte Organisation von lichtscheuen Elementen sich in unserem Staate eingenistet hat, welche den Umsturz der bestehenden Ordnung und die Aus« richtung der Diktatur einer politischen Minderheit durch die Propaganda der Tat herbeizuführen be» zweckt. Die Idee zu solchen Plänen ist freilich nicht heimischem Boden entsprungen. Die drei südslawischen Stämme hatten bisher, soweit die geschichtliche For-schung den Blick in die Vergangenheit zu erhellen vermag, keinen Fall eines solch verabscheuungSwür-digcn Verbrechen« zu verzeichnen. E« sind, um den Druck sremder Herrschast abzuschütteln, zwar einzelne kühne und heroische Taten vollbracht worden, über deren sittliche Berechtigung wir hier nicht weiter rechten wollen; aber die Menschen, die hiebet ihr Leben in die Schanze schlugen, handelten im Dienste der nationalen Befreiung, niemals jedoch Im Solde einer Partei oder einer Gruppe die nur eine un-bedeutende Minderheit in der Bevölkerung hinter sich hat. Akte des blutigen Terrors hat unserem Lande erst die allerjüngste Nachkriegszeit beschert. Die po> litischen Verirruugen, die in anderen Staaten als Ergebnis eine« unglücklichen Kriege« manche Köpfe vergifteten, haben auch bet uns Eingang gefunden, obwohl unser Königreich zu den siegreichen Staaten zählt. Umso weniger verständlich ist e«, daß ver- Vor zehn, vor zwanzig Jahren hatte er den unbedenk-lichen Mut, der mit leichter Wimpel anstürmt und siegt. Uebung macht nicht immer den Meister. Der ge-wissenhaft gewordene Mann beneidete seufzend jeden windigen Gesellen! Aber jetzt wandeln sie, menfchenfer«, durch die Mainacht von Baveno. Die Sterne leuchten. Millionen Leuchtkäfer schwingen Hochzeitskerzen, der warme Duft umhüllt st« ganz. Noch immer fällt kein Wort. Sie treten au« dem Dickicht der Kamelien an dir niedere Strandmauer. Blicken hinau« über da« nächtliche Wasser, da« in leisen Zügen atmet. Vor ihnen, näher und ferner, die Schattenumrisse der Bocomäisch:n Inseln, weißlich schimmernd die Ruinen der Paläste. Jsola bella! Isola Madre I Letzte« Glück de« Para-dies««, au« dem der Erzengel mit dem Schwert die Menschen verwies. Sind sie, dieser Mann, diese Frau, au» dem Paradie« verstoßen? Hier liegt e«! Breitet dir Arm« au?! Greift e« mit gesegneten Händen! Und ihm, der so lange mit sich gerungen, sprengt e« die Brust I Die Lippen öffnen sich, heiße Worte zu flüstern. Stockend, schüchtern, langsam, al« könnten ihre Flügel so viel Last kaum tragen, dringen die Worte zur schönen Frau, sie steht wie reglos; die nur vom Sternenflimmer gemilderte Dunkelflut ver hüllt ihre b«bend«n Glieder. Er spricht — er spricht zu lange! Aber da« ist e« eben, daß er verlernt hat, unmittelbar zu sein, der ungekünstelten inneren Ge> bärde zu vertrauen! In ihm ist Rausch, aber die Sätze fügt er sorgsam wie ein Aesthet, immer bedacht, um jeden Prti« eine Störung der Linie, eine etwa lächer-liche Entgleisung zu verhüten. Denn wenn sie lachen, wenn sie lächeln müßte, sein Elend wäre vollkommen I Endlich ist der Wortebau der Leidenschaft so hoch ge-schichtet, daß er kühnlich ihn zu vollenden, zu krönen brechirische Theorien bei un« tatbereite Anhänger gewinnen können, da schon die nüchternste Erwägung jeden belehren müßte, daß unsere wirtschaftliche und politische Konsolidierung nicht durch gewaltsamen Umsturz, nicht durch politisches Ehao«, sondern nur durch Eiusügung in die bestehende Staatsordnung und nur durch positive Arbeit zum Nutzen der Ge-famtheit gefördert werden kann. Der junge Mann, der den todbringenden Schuß aus den früheren Minister Draäkov^e abfeuerte, ist ein simpler Tifchlergehilfe. Er kannte sein Opfer noch nicht persönlich, als er nach Zagreb kam, um dort Arbeit zu suchen. Aber er war sogleich bereit. Milorad Draskovic niederzustrecken, alS ihm ein Exportakademiker da» häßliche Wort einflüsterte, daß an seiner Arbeitslosigkeit der ehemalige Minister durch Herausgabe der gegen die kommunistische Partei gerichteten Regierungsmaßregeln schuldiragend sei. Ein Angehöriger der Intelligenz ist also An-stifter der Mordtat und ein mangelhaft gebildeter Arbeiter ist sein Werkzeug. Beide gehören einer Parteirichtung an, die den politischen Kampf nicht durch die Kraft der Ideen, sondern durch die rohe Gewalt zum siegreichen Ende bringen will. Ein Menschenleben gilt diesen Unholden nichts und Männer, die ihren Zielen im Wege stehen, sind ihr Freiwild. Es ist naturgemäß, daß die Regierung solchem Treiben nicht mit verschränkten Armen zuschauen wird. Der Ministerrat wird sich in seiner nächsten Sitzung mit der Frage beschäftigen, wie diesen Zügellostg-leiten einzelner Menschen erfolgreich entgegengetreten werden kann, und auch die. Nationalversammlung wagen will. Er nähert sich dem vlelmißbrauchten und gewiß auch in künftigen Aeonen nicht verbrauchten Wort, da« in feinen deutschen zwei Silben die ewig« Wieder-geburt der Schöpfung verkündigt. Da . . . wie die Ahnung eine« Dämon« beun. ruhigt ihn plötzlich ein zuerst noch unbestimmte« Un-lustgefü^l. Allmählich, trotz der Inbrunst de« Augen-blick?, fixiert er den Sitz der körperlichen Unruhe. Ein störender Reiz ist e«, der sich in der Schleimhaut der Nase anmeldet und a!« böser Gedankt von der Nasenwurzel zum Gehirn zieht. Wa» tun! In solcher hochgespannten Situation, da der SchickfalShammer ' schon aufgezogen ist und zwei Augen ihm entgegen-leuchten — und ein glühender Mund de» Kasse« wartet — jetzt, jetzt die Nase schnaufen? E« tst furchtbar I Ber-wirrung droht, — aber wenn da» Hau« brennt, wagt man da» Genick und springt zum Fenster hinau«. Ich erreiche noch da» Ziel — denkt der Zitternde uud greift nach der kleinen Hand der Frau und stürzt sich in den letzten entscheidenden Satz: »Zu Ihren Füßen — hatschi! — leg ich — hatschi! hatschi! — mein ganze« Sein — hatschi! — ich liebe dich — hatschi! hatschi k hatschi!' Beinahe wäre «» ein Kniefall alter Mod« ge-worden; denn so ist ihm da« Naturereignis in die Glieder gefahren, daß er umzusinken meint. „Alle« zu Ende," ist sein erster Gedanke und er überlegt nur noch krampfhaft, ob er nach recht« oder nach link« davon laufen soll; und dann selbstverständlich schleunig abreisen . . . l Ein schlechter Menschenkenner, der Vierzigjährige! Zivei mollige Arme umfingen ihn und ein holder Frauenmund antwortete lächelnd: „Und ich — ich liebe dich erst recht! Aber nun putz dir endlich mal die Nase!" Celte 2 soll früher zu einer Sitzung einberufen werden, um den Pestherd, au» dem so giftige Blasen aufsteigen, unschädlich zu machen. Denn mag die Propaganda der Tat auch eine politische Krankheit sein, so darf ihrem Wüten doch nicht freiet Lauf gelassen werden, bi« sie die gegenwärtige gesellschastliche und staat-liche Ordnung untergräbt und in Trümmer wirft; sie kann vielmehr nur durch die Propaganda tatkräf« tizer Abwehr bekämpft werden. Die Wirkung dieser Heilung würde aber nur von vorübergehender Dauer sein, wenn lediglich die Staatsgewalt sich zum Kampfe gegen den Terror von politischen Narren rüstete. Wir all« müssen eine einheitliche Phalanx bilden, um die von dieser Seite drohende Gesahr von un» und von unseren Fami-lien abzuwenden. Nicht bloß zum Schutze von Heim und Herd, sondern zu« Schutze deS nackten Leben « müssen wir uns zusammentun. Wa« am Thronfolger-Regenten versucht, was an Milorad Drailovik ver« übt wurde und waS an Minister Pribicevtt geplant war, das könnte, wenn einmal der Umsturz sein blu-tige« Haupt erhebt, in dieser oder jener Form jede« einzelnen von uns widerfahren. Denn in diesem Kampfe von Mann gegen Mann, wo nicht die Idee, sondern der Mordstahl die Entscheidung brächte, würden wir alle nur Ziffern sein und Statisten. Wir wollen aber Menschen sein und bleiben, warmherzige und mitfühlend« Menschen, die in der Teilnahme an fremdem Schicksal keine Schranken kennen, mag der in Not und Gefahr befindliche Mitmensch sozial noch so hoch über oder noch so * tief unter uns stehen. Deshalb müssen wir aus die unS zugänglichen Kreise, auf unsere Umgebung durch Wort und Beispiel einwirken, daß das durch den Krieg verrohte Menschenherz wieder den Weg zur gegenseitigen Duldung und Achtung zurückfinde. SS soll nicht mehr vorkommen, daß jemand wegen seiner Nationalität, Religion oder Gesinnung durch da« ge-schrieben? oder gesprochen« Wort versolgt over ver-schmäht werde. Solch« Leute, die von der politischen Hetze leben, verrichten keine aufbauende, sondern zerstörende Arbeit. Denn sie ruseu die unedlen Ji» stinkte, die Raubtiertrieb« i« Menschen wach und ffad daher im Grunde genommen nicht» anderes als die Schrittmacher des Umsturzes, die Helfershelfer der Propaganda der Tat. In unserem öffentlichen Leben gibt ti manche MiaSmen, die das Zusammenwirken für die gemein-same Wohlfahrt verpesten. Die moralischen Begriffe von Recht und Unrecht, die Unterschiede zwischen Mein und Dein sind vielsach zerrüttet worden und die mit Paragraphen jonglierenden Zeitung«macher züchten eine Verwilderung groß, deren Auswirkungen sich zwar nicht in der Bedrohung de« physischen Leben« einzelner Menschen, wohl aber in der Er« schütterung und Vernichtung der wirtschaftlichen Ext-stenz ganzer Familien und BevölkerungSgruppen äußern. Wer in der Presse die Gewalt mit dem Scheine de« Rechte« bemäntelt und zur Durchsetzung dei eigenen Willen« sortwährend mit der Beweg-lichkeit der Gasse liebäugelt, der ist sich zumeist gar nicht im klaren darüber, daß er, indem er den Boden dei Rechte« und der Menschlichkeit verläßt, auf der schiefen Ebene zu« Terror hinuntergleitet. Der frühere Minister Dras?ovi! ist dem blut-künftigsten und skrupellosesten Terror zum Opfer gefallen. Sein Tod wird am Mörder und am An-ftister gesühnt werden. Aber die Sühne wird den Dunstkreis, der zu Wiederholungen anreizt, nicht zerstreuen, solange nicht auch die gesamte Oeffent-lichkeit zur Ueberzeugung gelangt, daß eine gedeih» liche Fortführung der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung bloß auf der Plattform de« Rechte«, der Arbeit und der Menschlichkeit möglich tst. Tillier Aettuvq Politische Rundschau. Inland. Die Folgewirkungen des Attentate» auf Milorad DraSkovi«. Da« Attentat auf den ehemaligen Innenminister Milorad Draikovit hat in der ganzen südslawischen Oeffentlichkeit einen Sturm der Entrüstung hervor-gerufen. In Beograd, Zagreb und anderen größeren Städten de« Reiches fanden Straßenkundgebungen statt, in denen die Regierung zu fcharf«n Maß-nahmen gegen die Umtriebe der kommunistischen Partei aufgefordert wurde. Die Erbitterung der Bevölkerung ist so groß, daß sich die Abgeordneten der kommunistischen Partei ihre« Leben« nicht mehr sicher fühlen und den Schutz der Polizei angerufen haben. Wie au« Beograd gemeldet wird, ist die Regierung entschlossen, die kommunistische Bewegung mit außer-gewöhnlichen Mitteln zu unterdrücken, deren Abge-ordnete unter Anklage zu stellen und die Organisa-tionen aufzulösen. Zu diesem Zwecke wurde der GesetzgebungSauSschuß für den 26. Juli und die Nationalversammlung für den 30. Juli einberufen. So verständlich die Maßnah«en zur Bekämpfung de« kommunistischen Terror« find, ebmso bedauerlich wäre e«, wenn die angekündigte Einschränkung der ohnehin kärglich bemessenen staatsbürgerlichen Rechte und Freiheiten für die Allgemeinheit angeordnet würde. Da« Begräbnis de« ermordeten Staat«-manne« fand am 24. Juli in Beograd unter zahl, reicher Beteiligung von staatlichen und militärischen Würdenträgern und einer beträchtlichen Volksmenge statt. Das provisorische Gesetz über die Budgetzwölftel. Da» Beograder Amtsblatt veröffentlicht das provisorische Gesetz über die Budgetzwölstel sür die Monate Juni bi« Dezember 1921. Ueber die in-direkten Steuern werden keine besonderen neuen Verordnungen erlassen. Für die Gebiete von Kroatien, Slavonien, M-dmurj«. Banat, Batschka und Barania werden die Katastersteuergrundlagen der Bodensteuer auf den vierfachen Betrag erhoben. Die Einkommen-steuern müssen alle Person:n entrichten, deren Jahre« -einnahmen mehr als 4800 K betragen. AuSnahm«-weise wird sür da« Steuerjahr 1921 die Einkommen-steuer nur sür Einnahmen über 10.000 Kronen vor-geschrieben. Die Gebühren für Exekutivtaxen werden erhöht, und zwar für die Beschlagnahme von 3 auf 6%, für die Versteuerung von 2 auf 4.%. Da die Städte in den aufgezählten Gebieten de« Staate indirekte Steuer zahlen, wird ihnen feiten« de« Staates ein Zuschuß sür die Bezahlung der Ange-stellten bewilligt. Mit dem Tage der Jnkrasttretung des provisorischen Gesetze« über die Staatskonsum-steuer und der Verordnung über tie Einzahlung der Taxen und Gebühren wird nicht mehr die EisenbahntraaSportsteuer und der EisenbahnkriegS-Zuschlag gezahlt. Die im letzten Jahre faktisch einge-zahlte Gewerbeumsatzsteuer wird als Regiesatz an-genommen und ist demzufolge dem Reingewinn de« Unternehmen« nicht einzurechnen. ES werden neue Verordnungen über die Realsteuer in Slowenien und Dalmatien und über die Personalsteuern, di« Rentensteuer und die Einkommensteuer erlassen. Die autonomen Zuschüsse können nur aas Gcund der StaatSsteuer vorgeschrieben werden. Die Sätze dieser Zuschläge müssen dieser Grundlage angepaßt sein. Für Prekmurje werden die in Slowenien in Krast stehenden Finanzgesetze Geltung haben. In den Übrigen Anordnungen wird der Finanzminister er-mächtig«, den SlaatSangestellten außerhalb Serbien« und Montenegros die Gagen in Dinar auszuzahlen. Die Einwechslung der fremden Valuten und Devisen nach dem GtaalSkurfe oder der Dinar in ausländischen Valuten und Devisen tst nicht mehr gestattet. Der Finanzminister wird ferner ermächtigt, in fein Ressort die Staatsbeamten der Rechnungskontrolle und Kassierbranche in Dalmatien, Slowenien, Bo«-nien, Herzegowina, Kroatien und Slawonien, welche anderen RessortSministern unterstellt sind, zu über-setzen, mit Ausnahme der Beamten der Post- und Telegraphendirektione» und der StaatSbahnen. Die StaatSwirtschaften Belje in der Barania und To> polovac bei Sisak sind in daS Budget deS Finanz-Ministers aufzunehmen, haben sich jedoch au« eigenen Einnahmen zu erhalten. Der Wortlaut der Verfassung. (XI. Teil. Da» Heer.) Artikel 119: Die militärische Dienstpflicht ist nach den Vorschriften de« Gesetze« allgemein. Die Einrichtung und Stärke de« Heere« und der Flotte Nummer 60 wird durch das Gesetz geregelt. Di« Formierung d« Einheiten in dem vom Gesetze vorgeschriebenen Um-fange wird durch die Entscheidung de« König« über Antrag de« Krieg«- und Marineminister« angeordnet. Alljährlich wird durch den Staatshaushalt festgestellt, wieviel Militär unter der Fahne zu halten ist. — Artikel 120: Die Militärgerichte find unabhängig. Bei der Urteilsfällung sind sie keiner Behörde unter-stellt, sondern urteilen nach den Gesetzen. Die Richter des MilitärappellationSgerichte« sind ständig; die Gläubigkeit der Richter der Militärgerichte der ersten Instanz wird durch daS Gesetz geregelt. Ein Richter der Militärgerichte der ersten Instanz kann nicht ohne Einwilligung de« MilitärappellationSgerichte«. ein AppellationSrichter nicht ohne Einwilligung de« SaflationSgerichte« wegen feiner richterlichen Tätigkeit unter Anklage gestellt werden. Ein Richter de« Mi-litärappelationSgerichte« kann >nur mit eigener Einwilligung oder bei Beförderung in eine höhere Stelle versetzt werden, die Richter der Militärgerichte erster Instanz nach den Vorschriften des Gesetze«. Die Urteile der Militärgerichte werden in letzter Instanz vom Kassation«gerichte überprüft. — Artikel 121: Für Delikte, welche von Zivilpersonen in Gemein-schast mit Soldaten begangen wurden, sind Zivil-gerichte zuständig, in Kriegszeilen jedoch Militär« gerichte. — Artikel 122: Niemand kann nach be-endete« 20. Leben«jahre eine» Staatsdienst antreten oder darin verbleiben, falls er gemäß den Borschriften de« Militärgefetze« seiner militärischen Dienstpflicht nicht nachgekommen ist oder vom Militärdienste nicht befreit wurde. — Artikel 123: Zur Erhaltung der Ordnung im Innern kann da« Heer nur über Ver-langen der zuständigen Zivilbehöcde verwendet werden. — Artikel 124: Ohne vorhergehende Einwilligung der Nationalversammlung kaun kein fremde« Heer in den Dienst unsere« Staate« genommen oder unser Heer einem anderen Staate in den Dienst gegeben werden. Errichtung von Arbeiterkammern Da« Amtsblatt vom 19. d. M. enthält die Verordnung betreffend die Errichtung von Arbeiter-kammern in den Gebieten außerhalb de« ehemaligen Königreiche« Serbien, wo solche brnit« gesetzmäßig bestehen. Turnverein und Sokol Der Genossenschafter, da« in Koccvje erscher« ntnde landwirtschastlich« Fachblatt, berichtet in seiuer letzten Nummer von einem deutsch:n Schauturnen in Zemun-Franztal, da» mit einem Gartenfest ver-bunden war und einen über alle Maßen zufrieden-stellenden Verlaus nahm. Vom Balkon de« Grand Hotel« in Zemun hab« Herr Jag. Pilic eine Ansprache in serbischer und Herr Vizebürgermeister Franz Moser eine Rede in deutscher Sprache an die Festteilnehmer gehalten. D-r Genossenschafter, der sich in seinem Berichte an da« Deutsche Voll«, blatt in Novisad anlehnt, zieht aji« di«s«m Anlaß «inen Vergleich zwischen drunten und droben und gibt seinen Gefühl«,, in folgenden Schlußbetrach-tungen Raum: Wie glücklich sind doch die Schwaben, daß sie in so guter Kameradschaft mit den Serbe» alle« durchleben können. Un» hat man alle« ge-iiommen. Auf unseren, lediglich mit unserem Gelde sauer erstandenen Turngeräten turnen heute die So-kolisten. Ebensowenig scheint man nch mit dem Ge-danken abfinden zu wollen, daß unsere Jugend sich auch körperlich stählen möchte. Unsere Turnersahne hat man nach Ljubljana abgeführt und irgendwo al« Siege«trophäe aufbewahrt. Die« sind wahrlich Dinge die einem nicht gefallen können. Wenn e« bei den Schwaben unten so gut geht, sollte man e« auch hier fertig bringen. Der Staat wird an feinem Ansehen gewiß nicht« einbüßen, wenn auch unsere Jungen turnen würden. Deutsche Turnvererne können genau so patriotisch nnd staat«freundlich wirken wie die slowenischen Sokolvereine. Ausland. Inkrafttreten des Vertrages von Trianon. Die Botschafterkonferenz hat am 23. Juli die letzten Einzelheiten de« Friedensvertrages von Trianon geregelt, worauf die Ratifikationsurkunden am 26. d. in Pan« hinterlegt wurden. Mit diesem letzteren Datum tritt also der Friedensvertrag mit Ungarn in Kraft; dadurch werden verschiedene Termine fixiert, von denen vor allem die Begrenzung ber Optionsfrist für unsere Volksgenossen in der Woi« wodina von Bedeutung sein wird. In den Bezieh-ungen Ungarns mit Deutschösterreich ist die Fragt Deutschwestungarns in das entscheidende Stadium getreten. Der schon zwei Jahre dauernde Streit zwischen diesen beiden Ländern wird durch die Nummer 60 Cillier Zeitung Seite 3 schmerzhafte Lo»lösung des sogenannten Burgen, lande» von Ungarn nun sein baldiges Ende finden. Geheimvertrag zwischen Frankreich und Polen. Da» römische Blatt Peese weiß zu melden, daß zwischen Frankreich und Polen ein Geheimvertrag besteh«, der folgende Bestimmungen enthalte: Polen verpflichtet sich, ein Heer von 600.000 Mann zu unterhalten, zu dessen Kosten Frankreich einen Gold-franken für jeden Mann täglich beiträgt. Für die günstige Lösung der oberschlesischen Frage erhält Frankreich die AuSbeutungSrechl« in den Bergwerk»« kreisen Pleß und Rybntk sowie 40 von Hundert Kapitalbeteiligung an den gesamten oberschlesischen Gruben. Die Rückführung der amerikanischen Rheintruppen. Die Resolution Borah, in der LriegSsekretär Week» ausgefordert wird, dem Senat Bericht über Stärke und Kosten der BesatzungSarmee am Rhein zu liefern, tst im Senat angenommen worden. Sobald Kriegssekretär WeekS die geforderten Erklärungen abgegeben hat, werden weitere Schritte erfolgen, um die Rückführung der Rheintruppen, entsprechend dem augenblicklichen Plan der Gruppe Borah, zu erzwingen. Englische Zugeständnisse an Irland. Der englische Ministerpräsident Lloyd George gibt sich alle Müche, den Jahrhunderte alten Streit mit Irland zu begraben. Im Austrage der britischen Regierung hat er »em Jrensührer Devalera wichtige politische und finanzielle Zugeständnisse gemacht, die da» Verhältnis Irlands zu England von Grund auf umgestalten sollen. Unter anderem soll die irische Insel die Stellung eine» Dominion» im Reiche erhalten, wie sie Kanada, Australien und Südafrika innehaben. Dle neueste Schwenkung des russischen Bolschewismus. Der in diesen lagen abgeschlossene bolschewikische Weltkongreß brachte eine völlige Abkehr der Bol-fchewiken vom Kommunismus. So darf man in kurzen Worten da» neue Programm Lenin» charak« terisieren. t. Mario w schildert in der Berliner Frel-^ heit da» neu» Bolschewikensystem und schreibt unter anderem: Die von Lenin vorgesehene neue Politik besteht auS folgenden Elementen: 1. Raturalsteuer und Freihandel mit Getreide; 2 Entwicklung deS „genossenschaftlichen Kapitalismus" in Form einer „Kooperation der kleinen Warenproduzenten' ; 3. Ent-Wicklung der Kleinindustrie, die bet der Beschaffung von Rohstoffen, Heizmaterialien und LedenSmuteln vom Staate unabhängig ist; 4. Verpachtung der dem Staate gehörenden Betriebe, Werke, Waldparzelle«, Ländereien usw. an Kapitalisten aus Grund von Bestimmungen, di« denen der Konzessionen ähn-lich sind; 5. Heranziehung von Händlern zum Au»-tauschverkehr zwischen dem Staat und den kleinen Produzenten. Nimmt die herrschende bolschewikische Partei in Rußland diese» Programm an, so wird sie die Verhältnisse der kapitalistischen Warenwirt-schast nicht nur dulden müssen, sondern sie wird diese Verhältnisse in jenem Hohlraum aktiv schaffen müssen, der nach den Experimenten deS utopischen Kommunismus in Rußland entstanden ist. Aus Stadt und Land. Verlobung des Thronfolger Regenten. Wie auS Pari» gemeldet wird, hat sich dortselbst der Thronfolger-Regent Al-xinder mit Fräulein Sophie d'Aza Herzogin Vando»6e verlobt. Die Vertobte ist die zweite Tochter de» Prinzen Philipp Emmanuel Herzog Vandom^e-Alencon und seiner Gattin Henriette, einer belgischen Prinzessin; sie ist am 19. Oktober 1398 in der Stadt Neuille an der Seine geboren und entstammt einer Seitenlinie de» früheren Herrscherhauses Bourbon-Orleans. Nachtrag zur Königsgeburtstags ftier in Maribor. Deutsche »reise legen Wert daraus, als Nachtrag zu den Berichten über die Feier de» Geburtstages unseres König» die Ansprache des Bürger« Karl Naiko zu veröffentlichen, welcher an der Spitze einer großen Abordnung an dem Fest-tage in der BezirkShauptmannschast erschien. „Herr BezirkShauptmann I Der Geburtstag Seiner Majestät des König» hat die deutsche Bevölkerung Mari-bor« bewogen, ein« Abordnung zu Ihnen, Herrn BezirkShauptmann, zu entsenden. Wir, die wir hier erschienen sind, haben gern« und willig diesen Auftrag übernommen und bitten Sie, Herr BezirkShauvt-mann. Seiner Majestät unserem König die ergebensten und herzlichsten Glückwünsche zu dessen heutigem GebortSfeste zu übermitteln. Wir Deutsche waren im alten Oesterreich stets loyale Staatsbürger und unsere« Kaiser treu ergeben; ebenso wollen wir auch in unserm neuen Baterlande loyale Staats, bürger sein. Ich bitte daher nochmals Herrn BezirkShauptmann, der deutschen Bevölkerung Ma-ribor» ergebenste und herzlichste Glüchwünsche Leiner Majestät unserem König am heuligen Tage zu unter-breiten." Hochsommer in Maribor. Man schreibt uns auS Maribor: Wer schon lange hier lebt, muß mit dem heurigen Sommer zufrieden sein. Die Witterung ist die normale, die fürchterlich« Hitz«, der unerträgliche Staub manches anderen JahreS eft bisher ausgeblieben, kurze Gewitter schafften er-trägliche Luft. Nichts Großartiges bietet das Leben hier, aber für verschiedenste Anforderungen ist ge« sorgt. Mm geht zur Dämmerzeit in den Mond-abend hinaus. In einer Viertelstunde hat man die Häuser hinter sich, man ist in Feld und Flur. Gelb, fast weiß in rauschender Reife dehnen sich die Felder. Am Südwesten dunkelt das Bachermassiv, heute wie ein riesiger MooSpolster weich und wellig, ein an-dermal eine düstere Wand, die baldigen Reaen be-deutet. Hoch steht der sattgelbe Vollmond, schwarz zeichnen sich die Umrisse der Pappeln auf dem hellen Grunde ab, Wachtelschlag ertönt auS allen Wiesen, in den Telephondrähten singt ein vieltönigeS Lied. Wir gehen heimwärts. Schon zeigt sich die Reichs« brücke, tief unten zieht die Drau, drüben erhebt sich ein vielgestaltiges Häuser-, Giebel-, Dachgewirr, steil und hoch, flach und niedrig, rund, eckig, breit und schmal, der unbestreitbare Typus einer alten 'KWUUi Mittelstadt. Wer schon dort gewesen ost, glaubt sich noch einmal nach Rothenburg, Ansbach oder Nürnberg versetz». Am E,,de der Brücke erhebt sich der moderne Theresienhof mit der Belika Kavarua. Biet elektrisches Licht funkelt uns von weitem ent-gegen, buntes elegantes Nachtleben lädt uns ein. Von der Terraffe nicken Blumen, an den Tischen sitzen in lebhafter Unterhaltung viel« Menschen, auS dem Hauptraum erklingen feurige Geigen. Ja, es ist schön da, auch im Hochsommer und immer sicherer, immer besser: "P« „MqrbmWc Hütte" hat nun auch aufgehört H«t»^Inventar mußt« „aus strategisch^ Gründn, Mb wegen mangel« haster Loya^itä^" Muidiert werden. Nan ist der Htagt nicht mehr flrftortaU.«-. Todesfall Am ist in Konjice Frau Jofesine Lederer, geb. Stepischnegg, im 76. Lebensjahre gestorben und am 25. Juli unter zahlreicher Beteiligung aus dem Friedhofe St. Anna in Ko> njiee zur letzten Ruhe bestattet worden. Sie war die Witwe nach dem Advokaten und ehemaligen Bürgermeister von Konjice, Herrn Dr. Michael Lederer, und erfreute sich ob ihres wohltätigen und gastfreundlichen Sinne» in allen Bevölkerungsschichten der größten Beliebtheit. Besonders in deutschen Kreisen wird ihr Hingang auf» tiefste betrauert, da die Verblichene eS verstanden hatte, ihr Heim zum Mittelpunkte de» unterländischen Deutschtums zu gestalten. Sie entstammte einer hochangesehenen Celjer BürzerSfamilie. Ihr Vater war Bürger-meister dieser Stadt, ihr Onkel, Maximilian Ste-pischnegg, viele Jahre Bischof von Lavant, der Vor-gänger de» Bischof» Napotnik; eine Schwester der Verstorbeneu ist die Frau de» Großkaufmanne» Albert Stiger in SlovenSka Bistrica. Die Erde sei ihr leicht i Todesfall In Zidanimost ist am 25. Juli der Gastwirt und Fleischhauer Jgnaz Moser au» dem Leben geschieden. Die irdisch« Hülle de» Ver-storbenen wurde am 27. Juli auf dem Friedhose von Radece der Mutter Erve zurückgegeben. Der Bäckerstreik, der mit Beginn der laufenden Woche auSgebrochen ist, konnte bis zu dem Zeitpunkte, wo dies« Zeilen in Druck gehen, nicht beigelegt werden, da die Unterschiede zwischen den GehaltSforderungen der Gehilfen und den Anboten der Meister zu groß sind. Wie wir erfahren, hat die Landesregierung durch ein Organ der sozialen Für-sorge eingegriffen und aus dem Stadimagistrate Ver« Handlungen zwischen beiden Parteien eingelkitrt, ohn« bisher einen Ausgleich erzielt zu haben. Die Meist« erklären, die hohen Forderungen der Gehilfen nicht vefriedigen zu können, weil die Brotverteuerung aber-malS auf die Konsumenten abgewälzt werden müßte, waS aber nicht begründet sei, da einerseits die Lebenshaltung der weitesten Bevölkerungskreise schwierig und andererseits die materielle Bezahlung der Bäckergehilsen günstiger alS in irgend einem an-deren Gewerbe sei. Der Streik macht sich übrigen? nicht allzu empfindlich bemerkbar, da zwar nicht das feine Gebäck (Semmeln, Salzstange! usw.), wohl l aber daS gewöhnlich« Brot erzeugt wird. 1 Offizierspenflonen. Mit Entscheidung vom 10. September 1919, Zahl 36531, hat der Minister» rat v:rfügt: Jene Personen, welche Gesuche um Aufnahme in »aS königliche Militär eingebracht haben, jedoch abgelehnt wurden, werden auf Antrag des Kriegsministers mit königlichem Erlasse p«nsio-niert. Offizieren oder Beamten, di« zehn oder mehr Dienstjahre haben, wird die Pension nach der Höhe des Gehalte« und der Zahl der Dlenstjahre zuerkannt, jenen abrr, die noch nicht zehn Jahre gedient haben, wird ein UnterhaliSbeitrag von 30 Prozent ihreS systemisierten GehalteS bewilligt. Nach Anord» nung de« Kriegsminister« sollen aktive Offizier« der österreichisch-ungarischen Armee, deren Gesuch« um Ausnahme abgelehnt wurden, ihre Bitten um Pen-sionierung im Wege der ArmeekommandoS einbringen. Dem Gesuche ist beizulegen die Bestätigung der Landesregierung, daß er Staatsbürger unsere» Kö-nigreiche» ist. Jene, di« im Sinne deS Friedens« vertrage« da» Optionsrcch! haben, können ihre Ge-suche erst nach Ablaus der OptionSsrist einbringen. Diese Gesuche müsse» jene Offiziere einbringen, die zur Zeit deS Umsturzes im aktiven Dienste waren, nicht ausgenommen auch „der Armeestand". Jeder muß den Stand deS Schematismus im Jahre 1913 bezeichnen und außerdem erwähnen, ob er vielleicht aktiviert worden war oder avanciert ist und die Zahl und Seite deS PersonalblattrS. Schließlich ist auch noch der Geburtsschein beizulegen. Alle jene aber, die vor d«m Umsturz« pensioniert wurden, müffen auf daS Gesetz warten, mit welchem ihre Lage ge-regelt wird. Kohlenprelsermäßlgung Wie aus Beo- grad gemeldet wird, ist aus Anordnung deS Minister« sür Forst- und Bergwesen der Kohlenprei» in sämtlichen staatlichen Kohlengruben herabgesetzt worden. Konsumenten mögen sich wegen Kohlenbestellung an die GeueralwerkSdirekiion wenden. Die neueste Börfenglosse. Au» Trieft übermittelt unS ein Abnehmer des BlalteS folgende Gloffe, die in Börsenkreisen die Runde macht: Die Wiener Regierung hat sich durch 500 Jahre umsonst bemüht, die Triester zu guten O isterreichern zu erziehen. Den Italienern ist dieS nach knappen 30 Monaien glänzend gelungen. Sport. Fußballwettspiel. Sonitag, den 24. Juli, spielte in Eelje der Sportklub VaraZdin gegen den Athletilsportklub 3:3 (3:1). Da die bereit» an-gekündigt gewesene Wiener Mannschaft wegen Paß« fchwierigketten nicht rechtzeitig einlangen konnt«, ist es im letzten Moment gelungen, den Varajdiner Sportklub zu laden. Die Varazsiner stellten eine sehr flinke, jedoch derbe Mannschaft, wodurch der Wettkampf sportlich viel einbüßte. Bald nach Be« ginn des Spiele» wurde gegen BaraZdin ein Elf« meter-Strafstoß gegeben, welcher vom rechten Ver-binder der Athletiker glatt verschossen wurde. Eine darauffolgende Ecke gegen Eelje wurde, da der Ball dem Tormann ausrutschte, in den ersten Treffer für Varajoin verwandelt. Bald daraus schoß der linke Flügel für Athletik ein Tor. Ein Verteidiger der Athletiker wurde im weiteren Spielverlaufe so fchwer verletzt, daß er aus dem Spielfelde getragen werden mußte, fo daß da« ganze Spiel mit nur zehn Mann beendet wurde. Die Varajdiner erzielten daraufhin noch zwei Treffer. Halbzeit 3 : 1. Mit nur zehn Mann bedrängten die Athletiker da« VaraZdiner Tor mehr als in der ersten Halbzeit; sehr viel schöne Torschüsse- wurden abgegeben, der Tormann arbeitete ausgezeichnet, bis endlich der linke Flügel das zweite Tor erzielte. Die Varajdiner schössen hierauf ein Tor, welches wegen Abseits nicht gegeben wurde. Ein darauf gegebener Elsmeter-Straf« stoß wurde vom Mittelstürmer der Athletiker derart verschossen, daß es den Anschein hatte, als ob dies absichtlich geschehen wäre. Spieler, die nicht Tor-schützen sind, sollen keine Strafstöße schießen, bi» sie eS gelernt haben. Noch einmal erfolgte ein scharser Angriff der Athletiker, die rechte Verbin-dung ging durch, wurde aber von einem Varajdiner derart im Strafraum geworfen, daß der SchiedS-richtn einen Elfmeter-Strafstoß diktieren mußte. Die Gäste waren mit dieser Entscheidung nicht zufrieden und traten ab, nachdem der Elfmeter-Strafstoß in ein Tor verwandelt worden war. Schiedsrichter Planlo war in feinen Entscheidungen zu wenig selbständig, weshalb das Spiel darunter litt. Der Besuch ließ sehr viel zu wünschen übrig. Internationale Spiele. Voraussichtlich spielt Samstag, den 30. und Sonntag, den 31. d. Ente 4 Cillier Zeitung Nummer 60 der Wiener Sportklub, welcher momentan die beste Kombinationsmannschaft in Wien ist. Radrennen Celje—St. Peter—Celje. Der hiesige slowenische Radfahrklub veranstaltete Sonntag, den 24. Juli, ein Straßenrennen auf der Streck« Eelje—St. Peler —Celje. Erster Franz Demel, zweier Rauch, dritter Schmigowetz. |>ie ZZraunkohtenproduktion Sloweniens im Zayre 1920. Aus einer Veröffentlichung im Zagreber Tech-ni»ti list vom 15. Zuli l. I., betreffend die Berg-bauproduktion in Slowenien von Jng. B. Strgar, entnehmen wie folgend« Daten : Bon den 52 Braun, kohlengruben waren 23 im Betriebt, wogegen 4 dem Königreiche Italien zufielen. Bei der Pioduttion von 12,163.761 q Braunkohle wurden 10.250 Männer, 942 Weiber, 216 männliche und 144 weiblich« Jungarbeiter, insgesamt 11.552 Arbeiter und 263 Ausseht! beschäftigt. Diese Produktion re-präsentiert einen Gesamtwert von 458.248.372 Kronen zu einem durchschnittlichen Einheitspreise von 37 K 67 h pro 100 kg. Außerdem waren bei 4 Kohlenwerken, die außer Betrieb stehen, 16 Bergarbeiter mit Borbereitungs-, bezw. Erhaltungsarbeiten beschäftigt. Bon der obigen Gesamtproduktion entfällt aus jeden der 11.552 Arbeiter ein« durchschnittliche Mtuz: von 1053 q Brannkohle mit einem Werie von 39.668 K. Ferner ist zu bemerken, daß in der Gesamlproduktion auch eine Menge von 1,505.900 q Lignit eingerechnet ist; sonach wurden 10,579.861 q ältere Braunkohle erzeugt. Die Erzeugung von mehr als 50.000 q lieferten 12 Kohlenwerke und zwar: 1. Trbovje: Trifailer KohleuwerkS-gefellfchast......................4,928.400 q 2. Zagorj«: Trifailer Kohlenwerls-geselljchaft......................1,720.400 „ 3. Hi apnik: Trifailer KohlenwerkS-gefelljchafl......................1,087.300 „ 4. Ko^evje: Trifailer KohlenwerkS-«esellschast......................1,000.000,, 5. Cjstro: Trifailer Kohlenwerks« gefellschajt........... 596.200 „ 6. Rajhenburg: Trifailer Kohlen-werksgesellschast ......... 7. Belenje: (Lignit-Bergbau) dcS Königreiches SHS........ 8.Zabukovca: Braunkohlengrube. 9. K'nijanS: Andreas Jakil . . 10. L«8e: Graf Henckel Donners» mart ••<•••*11,,., 11. Brezovica: KohleuwerkS-Aktien-gesellschasl Mirna ........ 12. Hcastovcc: Aktiengesellschaft in Topronj . ........... 55.601, Di« übrigen 16 kleinen Kohlen» werfe zusammen......... 207.898 . Insgesamt: . 12,163.761 q Bon dieser Gesamtmenge und den vorjährigen Lagervorräten wurden abgegeben: in Slowenien....... . 6,208.361 q nach Kroatien........ 1,814.993 , . S«rbi«n........ 532.539 . 56.013 q 1,565.900 .. 220.911 „ 441.199. 168.091 „ 109.818 „ Inland zusammen Zum Export gelangten nur 8.555.893 q ______ » . . . 1.4t)0q An die die Staatsbahnen und die Südbahn in Jugoslawien, ferner an die Eigenindustrien, an die Beamten und die Arbeiterschaft der Kohlenwerke wurden 3,554.706 q Kohle abgegeben. Mit Jahres-schluß blieben sonach 51.762 q Sohle auf den Liger-Plätzen der Gewerkschaften zur weiteren Verfügung. Zollbefreiung für die fllr Gottesdienst-zwecke nötigen Gegenstände. Laut Mitteilung der Geueralzolldirektion sind die für Gottesdienst-zwecke in den ärmeren Kirchen notwendigen Gegen» stände, sowie das B »umaierial für die Errichtung solcher Kirchen vom Einsuhrzoll befreit, wenn solche Gegenstände oder ein solches Baumaterial im Lande selbst nicht erzeugt wird. Ausruf. (Für die Hinterbliebenen deS Eisenbahn beamten Otto Heinrich) Ein „slowenischer Gelegenheitsleser der Eillier Zeitung" schreibt unS an« Sarajewo: Den beiliegenden Artikel betreff Einleitung einer VolkshilsSaktion für die Hinterbliebenen deS so heldenhaft in daS Jenseits abgegangenen Otto Hein« rich, vor d.sien Schatten wir uns alle ehrfurchtsvoll beugen, beehre Ich mich. Ihnen zur atlfalligen Ge» brauchnahme und Berwendung in Ihrem geschätzten Blatte zu übersenden. Der Zuschrift lag ein Ausschnitt an« der in Sarajewo erscheinenden HrvatSka Sloga vom lS. Juli bei, welcher einen Ausruf sür die Familie de« der-ewigten Otto Heinrich enthält, der in deutscher Ueber-setzung wie folgt lautet: Der Nnterftühungsverein der Post- und Tete» graphenangestellten (Potporno druStvo poätanskih i brzojavnih namjestenika u Sarajevo) hat die Aufgabe übernommen, für die Familie des verstorbenen PostkondukteurS Otto Heinrich, der in getreuer Pflichterfüllung dem bekannten Raubüberfall bei Trebinje zum Opfer gefallen ist, eine LolkShilf«. aktion einzuleiten. Er hinterließ eine Witwe und drei schwache unversorgte Waisen, denen gegenüber jed«r von uns seine Achtung vor dem Schatten d«s be-scheidenen, aber ehrlichen toten Heinrich bezeugen muß. Nicht nur Rücksicht« der Menschlichkeit, sondkra auch Gefühl« tiefster Ehrerbietung verpflichten jeden von unS, daß er in Gemäßheit seines Ei», koinmens zur Sammlung eine! Nationalgeschenkes sür die Familie Otto Heinrichs beitrage. Alle Spenden sind an den Unterstützungsverein der Post- und Tele-graphenangestellten in Sarajewo zu richten. Die Cillier Zeitung schließt sich diesem Aufrufe an und ist gerne bereit, einlaufende Beträge ihrer Bestimmung zuzusühren. Die Spenden, welche fort» lausend ausgewiesen werden, mögen an die Berwal-tung deS BlalteS eingesendet werden. |DerH unmtJiclK Kaiitsciiq Sciiu/iabsatz Malerlehrliog intelligenter, brayer, starker Jnnge, Weicim zur Zimmermä!?rei Lust und Liebe hat, wird sofort auffctjnoniraPD* Gute Verpflegung, gstmtige Lehr-verhältnis-io gesichert Zuschrift ist zu richten an Oustav Weiss, Malermeister in AUbofen- Treibach, Kärnten. Schlaf- und Stütze der Hausfrau wird gesucht fstr Landgut. Erforderlich praktische Kenntnisse u. Tätigkeit in allen Haushaltungszweigen. Gebildeter Persönlichkeit freundlicher Fanrilienauschluss zugesichert. Photographie erbeten. Baronin Codelli, Viänjagora, Dolenjsko. iu verkaufen. Ljubljanska cesta 23, 1. 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