Nr. 888. Plän»me»»l»»n»ple>». H«n «lvmptoil ganzj. ss, il. halbj. fi. 2-50, sslll tie Zusttllunq in« hau» halbz. 5« fl, M!t bts Post „an,j, N, ,!>, 6albj, 7 5« Dienstag, 16. Dezember. 4 He, Dezember '879, g, «2S7, die Wciterverbreitling der in gürich cischeineiiden Zeitschrift „Der Tocialdemofrut" Nr, 1 vom 5. Qltober 1879 wegen des Corrcspondrnzartitcls „8.». Wien, 29. September 187l!" nach H :^00 St, O., der Nummer 5 dieser Zeitschrift vom 2, November 1879 wegen des Aufrufes „An die deutsche, Partrinenoffen" nach 8 :i(»5 St, G., dann dcr Nilm-mer U vom 9, November 1879 wegen des Artikels, beginnend mit „Dem österreichischen Volt" und endend mit „selbst regieren lünnc", nach ß 65» » St. G., ferner der Zeitschrift „Nous tokoi, Probcnulmncr, Neili», 15. November 1879" wegen der Artikel „hungertuphus", „Vernichtet die Infame" und „Es lebe die Ordnung" nach § »02 St, G, dann wegen des Artikels „Stellung der Commmlislcn zu den verschiedenen oppositionellen Par. teien" nach § t»5 <: St. G. verboten. _________________ Nichtmittlicher Theil. Die Annahme des Wehrgesetzes im Herren-hause. Dem ill der Samstagsitzung des österreichischen Herrenhauses, über deren Verlauf wir an anderer Stell»: unseres heutigen Blattes detailliert berichten, einmüthlg gefussten Beschluss auf Annahme 5er um« der Regierung ciilgebrachlell Wehrgesetzuorlage widmet das „Fremdeilblalt" nachstehende Wiudiguug: „Das Herrelihaus hat eii, neues Blatt in den Kranz seines Auhmes geflochte», nnd seille Geschichte um einen dcnt> würdigen Tag ber,nchelt. Seine Abstimmung über das Wehrgesetz war eine Manifestaliun des Patriotismus Ulld des gelälülliru StaalLliewusötseins, welche sich Über das Partelgelriebe. des Tages ii, die höheren Regionen des »ielchsiiedankcnK cinpurgeschluuilgell. Einstimmig nahm das Herrenhaus das Wchrgejetz nach dem Antrage der Regierung an^. lHinstlMlnig bewilligte es die Kriegsstärke, und mit lHiimmeneinhelligkeit gewährte es dem Reiche in dem wiederhergestellten Paragraphen 2 der ursprünglichen Regierungsvorlage jene Stabilität seiner Mllltärlschcn Institutionen, ohne Welche diese selbst und mit ihnen ein Vollwerk der Einheit dem wechselnden Spiele der Parlaments-Majoritäten, den Strömungen des Tages, den Wirren des Parteilebens überantwortet wären. Es schien, als würden sich alle Parteien des Hauses mit gleicher Be-geistcrung um das Reich geschaart haben, das in seiner Mlte erschienen ist, um semen Schutz und seine Si-tzerheit zu begehren. „Es war allerdings kein Geheimnis, dass das Herrenhaus nur dicse und keine andere Haltung ein nehmen werde. Es galt für gewiss, der Appell des Reiches werde nicht wirkungslos in den Räumen der PairKkammer verhallen. Um so trauriger »st es. dass dessenungeachtet die VerfasslllMpaNrl des Abgeordnet teichanses in ihrer ablehnenden Hallung beharrte. Und gerade Mil Rücksicht auf die bisherige Opposition der Verfassnngspaitei des Abgeordnetenhauses ist die Haltung der Versassungspartei des Herrenhauses, sind die Reden der Führer derselben , welche zugleich die Häupter der Gesammiparte, sind, von so bedeutungs-vollem Interesse. Denn in diesen Emanationen, in den Worten eines Schmerling, eines Fürsten Aucitzperg ttilt uns jene Aufgabe der Velfassnngspartei entgegen, welche bei dieser jede andere zurückdrängen sollte: die Sorge für das Reich. Die Verfassnngspartel des Herrenhauses behauptet den Standpunkt des Reiches. Jene des Abgeordnetenhauses lrifft alle Anstalten, nm ihn zu verlassen und dessen Wahrung anderen Parteien zu überliefern. „Die Gefahren, welche auS einer ferneren Oppo» sition der Verfassungspartei des Abgemdnelenh^nses gegen das Wehrgesetz entspringen, hat Fürst Carl Anersperg vernehmlich genng angedeutet. Er stimmte für das Wehrgesetz, well ei Oesterreich vor schweren Prüfungen bewahrt wissen will, und es ist offenbar. dass der Redner jene unabsehbare Reihe innerer Kämpfe im Sinne hatte, welche die Fortdauer des Wehrconfllttes im Gefolge haben müsste. Das Reich kann und wird auf die Garantie» seiner Wehr. organisation, wie Her» v Schmerling betonte, nicht verzichten. Jede Regierung wird vor die Volksveitre« lung mit dem gleichen Gesetze koinmen. Wird die Vei> fassimgspartcl des Abgeordnetenhauses den Kampf gegen jede Regierung fortsetzen? Wird sie auch den Conflict gegen das Herrenhaus und die Häupter der eigenen Partei verewigen? WM sie den ungarischen Reichstag zum Rückzüge zwingen und hiebe, das Cabinet Tlsza neuen Stürmen aussetzen? Gestützt auf itn Veto kann die Opposition ihre eigene Partei sprengen; dcn Re-glernngs. mid Parlamentscoüflict permanent machen aber lm Kampfe gegen die drei übrigen Häuser tus o,terreichljchen nnd nngarischen Parlaments, lm Kampfe vor allem gegen emc gebieterische Reichs-Nochwendig-tett kann ihr tem Lorbeer erblühen. Ii, äußerst licht-voller Welse hat auch namentlich Herr v. Schmerling alle Argnmente widerlegt, welche die liberale Opposition znr Rechtfertigung ihres uun p08ijumu8 blslzer auf gewendet hat. D,e Worte dieses illnstien Führers werden die Rnnde durch das Reich machen. Mit der chm eigenen bezwingenden Dialektik warf Herr 3on Schmerling zuerst die Frage auf: Kann die Opposition des Abgeordnetenhauses thatjächllch der üüruölkernng gioße Erleichterungen schaffen? Diese Frage beantwortete er mil einem Nein! Denn sie hat den Para-araphen 1. das ist die Kriegsstärke mit 800.000 Mann, votiert und damit das geforderte Maß an Opfern an Mann und Geld bewilligt. Ob die Wehrverfassung für e,ne kürzere oder eine längere Dauer fixiert sei, dies bl inqe der Bevölkerung gar keinen Vortheil, Mit aller Entschiedenheit widerlegte der Sprecher die bekannte Theorie, dass die Annahme des Paragraphen 2 einer Abdication des Parlaments fur zehn Jahre in den Milltäl fragen gleichkäme, nnd diese Worte des im parlamentarischen Leben ergrauten Staatsmannes werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Herr v. Schmerling leate fodann der Verfassmiaspartei die Integrität und die Machtstellung des Reiches ans Herz. Integrität und Machtstellung — dass sind zwei inhaltschwere Worte, an die man bet der Behandlung dieser Frage nie vergessen sollte. „Aber die Sitzung sollte nicht schließen, ohne zugleich von Seiten des obersten Kriegsherrn den Ge-weis zu erbringen, dass der Sonvelän sich der Nothwendigen, den Sparsamleitslendenzen nach Möglichkeit ReäMing zu tragen, keineswegs verschließe. T»enn Barun Hurst kündigte im Auftrage Sr. Maiestät an, oaji durch die Uebernahme der Kosten des neuen Ein« quartieningsgesetzes auf das Oidlnarium und durch die Äestlcllung der Waffenübungen der Reserve aus demselben eine Ersparnis von vier Millionen erzielt werde. Damit lsl jedoch der Inhalt dieser Erklärung leiiil'swt'a.s erschöpf». Freiherr v. Horst eröffnete auch, oass der Schln>s>atz des Motivenberichtes der Regie-rnngsvurlage, die Regierung werde aoch vor Ablauf der zehn Jahre an eine Äbrüstnng und eine Einschränkung des Wehrsystcms schreiten, falls unter den Mächten eine darauf abzielende Verständigung erreicht winde, als eine nach Art des Gesetzes bindende Norm sül alle österreichischen Cabinete zu gelten habe. Die oberste Militärverwaltung und die Regierung haben damit ein Entgegenkommen bekundet, in welchem eine gei echte Alielkennung der Opserwilligleit der Volksvertretung und zugleich ein offenes und loyales Bestreben elblickt weiden mujs, die Befürchtungen der Oppl'sitiun des Abgeuidnetelihauses zu zerstreuen. Denn die Acisussu,»geante» des Abgeordnetenhauses wollte durch eine dleijähiige Dauer des tz 2 nur die Waffe behalten, um die Regierung nölhlgenfalls vor zehn Jahren zur Abrüstung zu zwlügen. Diese Waffe stellt >hr die Reglrlnng in geänderter Form, aber nut der» selben Wiilsamkrll versehen zurück. Wenn sie trotzdem auf dem § 2 bestehen muss, so geschieht dies nicht mehr, um zehn Jahre hindurch denselben Mllitäretat unter allen Umständen zu erhalten, sondern um die Feuilleton. Was die Liebe vermag. ^»Mnn, ftel nach dem Englischen bearbeitet »,n ltd. » as n er (Verfasser der Meza"). lForts.) 2». Capitel. Lady Romondale. . Der Palast des Marquis von St. Berry in Lon-°"tl war festlich geschmückt. Tausende von Lichtern gellten die großen Räume der Halle, des Salons, 3^ Bibliothek nnd der Nebenzimmer, und die großen ?p>egel an den Wänden strahlten den Lichtschein ill Mendfachem Glänze zurück. Kostbare Blumenpflanzen Zuteil die Nifchen. An geeigneteil Stellen waren ^prrssen nnd Palmen zu künstlichen Lauben gruft-f/^t, und Schlingpflanzen umrankten dle Marmor-'lllturn. Den Glanzpunkt aber bildete der Wintergarten ."l seinen Grotten und Springbrunnen, mil seinen uudervollen Blumen und Blattpflanzen, und vor-Mwcise in seiner magischen Velenchtnng. Das ganze U"2 glich emem Feen'palast, wie ihn die lebhafteste ^Miltasie nicht schöner ausmalen tonnte, der «A"^'d befand sich mit feiner Schwiegertochter, H ".Wwc srims Sohnes, die mit ihm bci jestllchen ,,^!Mirileil i,„ Ha„i> die Hmlncms machte, allem ! El>r„ l>», des Ankunft der Gäste hm, end, die zu Dies., ^'"^ 3"Ulldes des Grafen geladen waren. l '" Freund, den er über alle anderen Männei wertschätzte, war nach langer Abwesenheit nach Eng» land zurückgekehrt, und ihm zu Ehren war der Gesell» fchaftsabend veranstaltet und diese feenhafte Pracht entfaltet worden. > , 1 , ->> ", Der alte Graf war von hoher, kräftiger Gestalt; ,em Haupt umwallten weiße Locken; auf semen Zügen. d,e gewöhnlich ernst waren, lag jetzt der Ausdruck freudiger Erwartung, während er unruhig ,m Zimmer auf- und abschritt. ^ Die Witwe seines Sohnes, Lady Georgine Ro-cester, sah n, emem Lehnstnhl in voller Gesellschasts-wllette. Sie war sehr geschmackvoll und reich gekleidet. Ihr volles Haar fiel in schweren Flechten auf den Nacken hernieder, während es vorn. kinz abgefchnitten, über die schmale Stirn herabhieng. Sie bildete eine Erscheinung,' wie man sie in den Salons häufig antrifft. Dabei war sie herrisch und stolz, ohne jenes feine Ehrgefühl zu besitzen, welches edlen Naturen eigen ist. Der Marquis von St. Berry hatte die Heirat seines Sohnes mit ihr sehnlichst gewünscht, aber er hatte sie damals nicht so gekannt, wie er sie im Laufe der Zeit kennen gelernt. Er hatte ihr nie etwas von der Heirat feines Sohnes mit Emmy Reynold mitgetheilt, weil deren Tod als wahrscheinlich angenommen werden mnssle. Ebenso wahrscheinlich schien es ihm, dass das Kind aus jclier Ehe entweder bei der Geb»'! oder doch bald dmauf gestorben sei. Der Graf hatte längst bei sich beschlossen, dass Lady Georgine, wenn er mcht die Elistenz eines Enkels ober einer Enkelin nach» weisen konnte, nichts von ihrer ungiltigen Heirat «it Oscar erfahren sollte. Diesen Gedanken hieng der Lord von neuem nach, als die Thür geöffnet wurde und Mr. Martin Clif. ford angemeldet wurde, welcher gleich darauf eintrat. Sem geschmeidiges Benehmen und seine Ehr« erbietnng hatten ihm die Gunst der Lady Georgine erworben, welche »hu mit freundlichem Lächeln begrüßte. Lord St. Berry drückte Elifford die Hand. Der Graf hatte früher tiefen Widerwillen gegen ihn empfunden ; in letzter Zeit aber hatte er seine Meinung über ihn geändert. Seitdem Elifford den Grasen in der Nachforschung nach der ersten Gemahlin Oscars nnd ihrem Kinde unterstützt, waren beide zu einander i,l ein freundschaftliches Verhältnis getreten und der Lord bedauerte, dafs er dem Freunde seines Sohnes früher Unrecht gethan hatte. „Es frcnt mich, Sie zu sehen, Clifford," sagte er. „Ich habe Sie während der letzten Tage sehr vermisst. Wann sind Sie aus Schottland zurückgekehrt?" „Ich habe Schloss Winham vor einiger Zeit verlassen, habe aber seitdem Lord Albert Eornbridge auf seinem Jagdschlösse im Hochlande besucht," erwiderte Clifford sorglos. „Vor wenigen Tagen bin ich nach London zurückgekehrt. Erwarten Sie heute abends Gesellschaft?" ' «Ja," entgeanete der Graf. „Die Saison hat noch nicht begonnen, und vielleicht scheint die Zeit zu einer großem Gesellschaft nicht paffend, aber dies ist eine besondere Gelegenheit. Ich habe meine Bekannten eingeladen zu eine» Begrüßung meines alten Freundes 2458 Eicheiheit der Monarchie von den Meinungsverschieben-! heiten un Schoße dreier Regierungen und sechs parla« ^ mentarischer Vertretungen wenigstens für eine gewisse! Zeit unabhängig zu machen. „Das Wehrgesetz wird nunmehr neuerdings in das Abgeordnetenhaus zurückgelangen. Welchen Eindruck wird nun die imponierende Manifestation, dieses einmütlnge Festhalten des Herrenhauses an der Heeres-v^fafsung, welchen Eindruck werden die Worte des Schöpses der Verfassungöära auf die Verfassungs- i partei des Abgeordnetenhauses ausüben? Da bekanntlich nach der Cluborganisatwn zeoe Einsicht vor dem Clubbeschlusse weichen muss, so kann heule hierüber noch kein Urtheil gefällt werden. Aber es scheint uns undenkbar, dass die Epigonen der Verfassungspartei der wmm'üden Stamme der Hegemonen kein Gchör schenken. Die Worte ihrer bewährten Führer verkünden dieser, was das Reich bedarf und worauf es nie verzichten kann, die Worte des Landesvertheidiqungs-ministers bieten ihr die möglichsten Garantien, dass chre Wünsche nach Sparsamkeit u»d ihre Angst vor einer Verewigung des Militarismus in sorgsamer Weise berücksichtigt werdeu. Man darf deshalb hoffen, dass Mer Theil der Verfassungsparlei, welcher stets den Muth fand, den Reichsbedürfnissen Rechnung zu tragen, im Vereine mil dem Herrenhause zu beweisen bemüht sein wird, dass in Oesterreich Parteirücksichien und die sonstigen Erwägungen schweigen, sobald es gilt. das Neich gegen den Andrang unvorhergesehener Ereignisse, die Launen der Zukunft und die Wechselfälle der Geschicke zu wahren." Oesterreichischer NeichSrath. 1l). Sitzung des Herrenhauses. Wien, 13. Dezember. Präsident Graf Trauttmansdorff eröffnet die Sitzung um N'/, Uhr. Am Mimstertische: Graf Taaffe. Baron Horst, Ziemialtowsli, Prazat. Ihre k. und k. Hoheiten die Herren Erzherzoge Carl Ludwig, Ludwig Victor und Carl Salvator sind zur Sitzung erschienen. In einer Zuschrift des Ministerpräsidenten wird das Herrenhaus von der Einberufung der Delega' tionen auf den 16. d. M. verständigt. Nach Zuweisung der Zollvorlagen an eine zu wählende volkswirtschaftliche Commission schreitet das Haus zur Verhandlung über das Wehrgesctz. Berichterstatter ist Freiherr v. Hye. Für die Generaldebatte sind zum Worte vorgemerkt, und zwar für die Commifswusanträge Baron Koller, Fürst Schönburg, Fürst Carl Auersperg. Baron Koller gibt seiner Ueberzeugung Aus« druck, dass die Wünsche nach Ersparunqen und selbst andere gewichtige Bedenken vor dem höchsten Staats' zwecke, der Wahrung des Ansehens und der Machtstellung des Reiches, in den Hintergrund treten müssen. Von diesem Standpunkte kann angesichts der europäischen Lage der Herabminderung der Wehrkraft des Reiches ebensowenig beigepflichtet, als deren Bestand von Jahr zu Jahr in Frage gestellt werden. Fürst Schön bürg erklärt, für die Ausschuß antrage zu stimmen, weil der Finanzkrieg, in welchen die Staaten Europas nach und nach hineingeratheu sind. schwere Opfer fordert, die wir bringen müssen, weil es gerade in so schwerer Zeit gilt, das Vertraue,, zwischen der höchsten Macht des Staates und den parlamentarischen Körperschaften zu erhalten Rednev erinnert an die patriotische Feier der silbernen Hoch zeit Ihrer Majestäten, welche imponierend nach außen, versöhnend im Innern wirkte. Möge das vorliegende Gesetz in gleichem Sinne nach beiden Richtungen wirken. Fürst Carl Auersperg hebt hervor, dass, mögen die Meinungen über die Kriegsstärke noch so schr getheilt sein, eines ungetheilt sci: die wärmste Sympathie für unsere Armee, deren glänzende Proben von Tüchtigkeit und Wehrfähigkeit jeden Oesterreicher mit dankbarer Bewunderung erfüllen. (Beifall.) Die Wehrfrage ist objectiv aufzufassen und schafft mcht Raum für ein Vertrauensvotum; in der Votievung des Wehrgesetzes liegt ein berechtigtes Misstrauens-votum gegen die europäischen Verhältnisse. Die Rechnung der Mächtigen mit den Schwächern ist noch keinesfalls abgeschlossen, und dicse Abrechnung dürfte sich kaum ohne blutige Zusammenstöße vollziehen. Das Wehrgesetz spielt aber auch vielleicht in der inneren Politik eine bedeuwlde Rolle. Ein eminrnter Lehrmeister der modernen Staatslunst l>it die Theorie aufgestellt und befolgt: Ich nehme das Geld, wo ich es finde. Derselbe hat auch die Zölle genommen, wo er sir fand. Beispiele sind verlockend, ninn nimmt da« Wehigeseh, wo man es findet. Es sei im hohen Grade wünschenswert, dass bei Erledigung dieser Angelegen' heit der bewährte Patriolismns sich nicht überflügeln lasse vom klugen Patriotismus. Redner votiert das Wehrgesetz, weil er seinem theuren Oesterreich Einheit und Macht wünscht und es vor schweren Prüfungen und Wandlungen bewahrt wissen will. (Beifall.) Fürst Hugo Salm spricht für die unveränderte Annahme der Regierungsvorlage unter Hinweis auf das Dichterwort: „Es kann der Beste nicht iin Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt." Ritter u. Schmerling ist gleichfalls der Ansicht, dass die Commissionsanträge keine Frage des Vertrauens oder Misstrauens involvieren. Er ist überzeugt, dass jede Regierung diesen Gesetzentwurf, vielleicht unwesentlich modificiert. eingebracht halte, den er entspricht den Bedürfnissen. Auf die Bestimmungen des Entwurfes eingehend, weist Redner nach, dass für die Bevölkerung nichts gewonnen wäre. wenn man nicht die Kriegsstärke, sondern nur die Dauer der Bewilli« gung ändern würde. Der Schwerpunkt liege nicht in den 800,000 Manu Kriegsstäärte, sondern in den 5)00,000 zumeist verheirateten Reservisten. Für die Bewilligung der Vorlage sei die allem vorangehende Rücksicht auf die Integrität des Reiches maßgebend. Die Frage der Herabminderung des Präsenzstandes hält Redner für einigermaßen berechtigt und glaubt, das5 im Wege der Administration, vielleicht in Zukunft sogar durch die Legislative, auf dieses Ziel hingearbeitet werden kann. Dass die Regierung oei Feststellung des Kriegsstandes eine längere Dauer vorschlägt, erscheint dem Redner im Hinblicke auf unsere staatsrechtlichen Zustände ganz gerechtfertigt. Redner trilt der Ausl«'m,ng entschieden entgegen, dass mit der Votierung des Gesetzes das Parlament aus die Möglichkeit verzichle, innerhalb der nächsten zehn Jahre die Kriegsstärke herabzumindern. Sollten die Verhältnisse die Herabnlindcrung der Kriegsstarke gestatten, so gebe cs Mill.! a/nng, line Regierung, die sich dem widersetzen würde, dazu zu nöthigen, wie beispielsweise die Nichtbewilliguug des Rekrutencoutingents. Redner gelaugt zum Schlüsse, dass das Parlament für das Wehrgesetz eintreten müsse, und kann nicht zugetan, dass von einer Abdication der Volksvertretung die Rede sein kann. Es tritt eine theilweise Beschränkung der Prärogative des Parlamentes ein, Romondale, welcher mehrere Jahre im Auslande ver« weilte und nun zurückgekehrt ist." «Es ergicng die Einladung wohl auch, um die Gattin Romondales zusehen," bemerkte Lady Georgine lächelnd. „Sie ist, wenn man alles glauben kann, was man hört, eine Frau, welche die höchste Schönheit in sich vereinigt. Sie wird den Glanzpunkt der Saison bilden, Clifford." „Wenn sie nicht vollkommen wäre. würde Lord Romondale sie nicht geheiratet haben," sagte der alte Vraf. „Er ist einer der edelsten Männer, und die Thatsache, dass sie seine Gattin ist, muss uns ein Beweis sein. dass sie unserer höchsten Verehrung würdig ist." «Aus welcher Familie stammt sie?" nagle Clifford. «Ihr Familienname war Miss Fulgor; sie stammt aus dem Kentischen," antwortete Lady Georgine. „Lord Romondale leruie sie vor etwa fünf Ilchrc.i m Flo« renz kennen, wo sie nebst ihrer Mutter wohnte. Die Geschichte ist sehr romantisch und wird Sie gewiss interessieren. Wollen Sie sie hören. Mr. Clifford?" Der Gefragte antwortete bejahend. »Lord Romondale ist vierzig Jahre alt. wie Sie wissen. Er sah Miss Fuldor. verliebte sich m sie und warb um sie. Sie hat seinen Antrag dreimal abgewiesen, wie ich aus zuverlässiger Quelle crfahven habe. Vor zwei Jahren starb it>c Mutter, lind Lord Ro« mondale zeigte so viel Interesse für die verwaiste junge Dame, dass sie ihn schließlich heiratete. Sie haben sich seitdem auf Reisen befunden. Bis zu ihrer vor kurzem erfolgten Rückkehr nach England hat Lady Romondale die angestammte Heimat ihres Gatten nicht gesehen. Sie ist eine ideale Schönheit und ihr Gatte betet sie an. Ich bin neugierig, sie zu sehen." „Der Marquis von Romcmdale und seine Gattin sollen sehr glücklich mit einander leben," sagte der Gras. „Ich habe ihn, seit er nach Italien reiste, nicht wieder gesehen." Der Lord schritt langsam dem Wintergarten zu. Lady Georgine spielte ungeduldig mit ihrem Fächer und vergaß ganz die Anwesenheit Cliffords, welcher dem Grafen langsam folgte, als beabsichtige er, die große Ausstellung seltener Blumen zu bewundern. Die beiden Männer blieben an dem breiten Bo-gengang stehen und blickten in den „Garten". „Ein wundervoller Anblick!" nef Clifford aus; dann fügte er leiser hinzu, indem er in die Palmen-allee trat, welche zu einer reizenden Grotte führte,: „Mylord, ich denke, Sie haben die Hoffnung ganz aufgegeben, Ihren Erben oder Ihre Erbin zu finden?" Der Graf seufzte. „Ich habe die Hoffnung nicht verloren. Clifford," antwortete er; «aber das Suchen ist längst aufgegeben, uud es scheint mir, als habe ich umsonst gehofft. Aber dennoch hoffe ich. Ich kann nicht glauben, dass cm Fremder mein Nachfolger werden wird und dass ich sterben soll, ohne von einem nahen Verwandten betrauert zu werden. O, lebte sie doch, das arme unglückliche Weib, das sich von ihm betrogen glaubte. Fünden wir doch das Kind auf, — ich winde glücklich sein und ruhig von dieser Welt scheiden." lFortseyunfl solzt.) ' aber von einem Todtmachen desselben könne nicht ge« , sprochen werden. Redner stimmt daher aus Pflicht uud Ueberzeugung für die Commissionsanträge. (Lebhafter Beifall.) Nachdem noch Fürst Carl Schwarzenberg für das Gesetz gesprochen, ergreift der Landesver-lheidigungsminister Freiherr von Horst das Wort zu nachstehender Rede: i Hohes Herrenhaus! Die eben beendete Debatte ^war in sachlicher und politischer Beziehung fürwahr , eine so lichtvolle und zutreffende, dass es nur von !Ueuelfluss wäre, wollte ich nock zu einer längeren > Erörterung schreiten; ja es wäre fast unbescheiden von mir, auch uur auf meine ja bekannten Auseinandersetzungen in dem anderen hohen Hause hinzudeuten. !Als eine wahre Pflicht betrachte ich es aber, dafür, !dass sowohl die Commission als auch die sämmtlichen ! hochverehrten Herren Redner des hohen Hauses die Ansichten der Regierung in der in Verhandlung stehenden hochwichtigen Frage als die richtigen ancrkannle», im Namen der Regierung den wärmsten Dank zu fageu. Wir schätzen die hiei gehörten Ausführuugen als ein 'äußerst wertvolles Z'Ugnis. dass die Regierung bei der Vorlage des Gesetzentwurfes und den« Festhalten an demselben keinem m»deren Beweggründe als dem mächtigen Zwange der Verhältnisse' gefolgt ist. Gewiss ist es eine schwere Pflicht, in schwerer Zeit Schweres zu begehren. Das Begehrte übrigen« durch möglichste Sparsamkeit zu mildern, ist gleichzeitig das unablässige Streben der Regierung, und sie folgt dabei dem vom Allerhöchsten Throne herab empfangenen bestimmten Befehle. Znm Beweise dessen sei nur gestattet, zu sagen, dass Se. Majestät, unser allergnädigster Kaiser und Herr, anzuordnen geruhten, dass von Seite der Kriegs-Verwaltung sowohl die durch das neue Einquartierung^ gesch bedingten Erhöhungen der Miethzinsc nnd son-stigrn Untelfunsjnne des H 13 des Wehrgesetzes — abgesehen von den jeweilig diese Plätze einnehmenden Männern — ? und behält. Hierin wird wohl zuverlässig jene allgeme»^ Beruhigung gefunden werden, welche — gegenü^ d< n begehrten patriotischen Opfern — begreiflichern»^! leucht wird. Ich bitte das hohe Haus, den O^ «'Ntwurf in der von der Commission beantragten FA sung, welche mit den Anträgen der Regierung "^ kommen übereinstimmt, gütigst anzunehmen. (A^,.se Berichterstatter Freiherr v. Hye dankt dem H°"', für das einmüthige Eintreten zu Gunsten der >^" änderten Annahme der Regierungsvorlage. ..,^ Hierauf wird in der Specialdebatte ohne welle Debatte das Wehrgesetz in der Fassung der Reg" ruugsvorlage einstimmig angenommen und > fort auch in dritter Lesung zum Beschluss erhov" (Beifall im ganzen Hause.) ^c, Ebenso wird die vom Abgeordnetenhaufe "k'M^ sene Resolution ohue Debatte mit überwiegender «" jorität angenommen. .^«Ht Der Präsident erklärt, dass er mit NuMA auf die vielen dringlichen Gegenstände, die zu " gen sein werden, dic nächste Sitzung binnen wen u Tagen einberufen werde. ^ Parlamentarisches. Wien, Ul. Dezember^ Im Abgeordnetenhause und namentlich '"^ Kreisen der VerfassnnMreuen haben die Erklaru"^ welche Minister Baron Horst in der heutigen ^,, gesetzdebalte des Herrenhauses abgegeben. l'beni,o ^ die Ausführungen des Herrn u. Schmerlm.) emrn^. deutenden Eindruck hervorgerufen. Im ^luu ^ Liberalen, welcher heute abends d" durcy Beschluss des Herrenhauses neugeschaffene ^u s, in Erwägung zoa, wurde während der ganzen " ^ sion auf dusc beiden Momente reflecNcr^ '"w^ haben in der That meh.'ere Redner stchsl^^, Beitritt zum Beschluss des He' renhan^s ausg 'p ^ freilich sprach sich noch umner oie Mhrza l ^ wcseliden Clnbmitc,licder für das Festhal »"^. einmal vom Maeordnetenhause gefaM» ^ ^'^.^st; Der Club hat heule noch keinen ^'^l"'^"' dass aber es kann als feststehend angenommen wcroe ,^„ der bindende Clubdeschlnss, welcher vor ^ ^,„, Abstimmung im Abgeordnetenhausc zusian «45N dlesmal nicht wird aufrechterhalten werden können,' wenn nicht eine größere Secession innerhalb dieses AubK einreihen soll. Der Obmann Dr. Werber berichtet zu Beginn der Sitzung nicht nur über die Confereuz bei Schmerling, sondern »nachte auch die Mittheilung, dass er heute von Sr. Majestät dem Kaiser in längerer Audienz empfangen wurde. Dr. Weeber wurde heute in seiner Eigenschaft als Obmann des Clubs der Liberalen durch die Cabinetskanzlei zu Sr. Majestät dem Kaiser berufen, welcher demselben rn»e längere Unterredung in Angelegenheiten der weiteren parlamentarischen Behandlung des Wehrgesetzes" gewährt!'. Bezüglich del Details dieser Audienz wmde oen Clubmilglieoern naturgemäß die Wahrung der strengsten Geheimhaltung auferlegt. D.ls ^xecil til»climits der Ve»fasfungspartei > besprach ebenfalls heute, und zwar noch während der Dauer der Hi-rrenhallssitzung, das Verhalten der Partei zum Beschlusse des He»renhauses. Die der Fortschritts- ^ Partei ungehörigen Mitglieder erllärteu namens ihres! ^lubk. oasi dieser unter allen Umständen an den ?rul)e>sn Beschlüssen festhalten werde, und meinten,! dass ein Nachgeben gleichliedeulend wäre mit der Abdication der Verfafsungspartei. Aber auch die übrigen, dem Club der Liberalen angehörigen Mit' glieder iprachen sich mit einer einzigen Ausnahme dafür aus, dass die früheren Beschlüsse aufrechterhalten bleiben. Das Comite überließ es dem Club der Lib«-, raleu, bei de» neuerlichen Verhandlung im Plenum den Antrag auf dreijährige Verlängeruuq einzubringen oder einfach gegen den 8 2 zu stimmen. Der Beschluss des Herrenhauses ist bereits im Laufe des Nachmit-tags an oas Präsidium des Abgeordnetenhauses zurückgelangt. I>l der MuntagssitzlMg wird das Gesetz an den Wehrausschnss gewiesen, welcher sodann mundlichen Bericht erstatten wird. Wie die „N. fr. Pr." mittlM, hat die Rechts. Partei beschlossen, ciuen Amrag auf Revision des Volks Schulgesetzes im' Abgeorduetenhause einzubringen, und zwar beabsichtigt die Partei diesen Antrag noch im Laufe dieser Woche dem Präsidium zu überreichen. Der Autrag ist in die Form cin-l , Resolution gebracht, welche die Regierung auffordert,! dem Hause einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den, die Schulpflicht auf sechs Jahre, d. i. bis zum vollen, beten zwölften Lebensjahre, beschränkt und das Schul» aufsichtsrecht der Kirche wiedergegeben wird. Diese/ Nnttag ist auch an den czechischen Club gelangt! "l,lt dem Ersuchen, denselben zu unterstützen. Der czc. cyyche Club hat deu Autrag in Berathung aezoaen. ^^?^^^lbc von den feudalen Mitgliedern des ^lubs lebhaft befürwortet wurde, hat der Club beschlossen, dem Antrage nur für den Fall seine Hu. stlmmuug zu geueu, wenn derselbe allgemein gefasst wird und dahin lautet, dass der vorzulegende Gesetzentwurf die Compctenz der Landtage iu Angelegenheit des Volksschulwesens erweitern wolle. Der czechische Club verweigert dem Autrage in dem Falle seine, Zustimmung, wenn derselbe die Herabsetzung der Schul« Pflicht Präcisiert und eine Acnoerung des Schulgesetzes un ultramontane« Sinne anstrebt. Hagesneuiffkeiten. - (Der älteste Theresienritter) lebt im Hranciscanerkloster zu Pilsen. Es ist dies der Major Freiherr Füller von der Brücke, welcher die erwähnte Auszeichnung seit 1814 trägt. — (Professor Lorenz Stein.) In theil, leiser Richtigstellung ihrer vorgestrigen Bemerkungen "nläszljch der Concursverhäugung über dcn k, t. Wiener Univetsitatsprofessur und ehemaligen Besitzer des Bades j '" Markt Tüffer, Herrn Dr. Lorenz Stein, schreibt die gestrige „N. fr. Pr." : „Mit Bezug auf die von uns "utgetheilte Nachricht, dastz die Verhängung des Con-^ursez üue,.. Staatsbeamte, mithin auch über Professoren ^ Universität, die Enthebung vom Amti- zur Folge ^""e. schreibt unS ei» Freund unseres Blattes: Es ^lßt im § 7 - ^Beamte und Diener, welche in Concurs ^fallen und ln dcr Crida-Untersuchuug nicht schuldlos °efnnden wurden, sillt, sogleich u. s. w." Es ist also ^"eufallK das Resultat der Crida,Untersuchung abzu-?"«en. Außerdem sligt der letzte Paragraph (17) gelben: ...... Auf den Lehrstand hat die gegen. e»m^ Verordnung keine Anwendung zu finden. Damit ^ ällt die Anwendung auf Professor Stei.l uon selbst. — fin"! ^"' ^^lnze» Brette der Wiener Universität betn,, , ^ srit Sonntag folgender Aufruf: „Commili-sitii!" ^"' schwerer Verlust droht die Wiener Univer-»virk ö" ^"ffen, Prufess»r Dr, Loreuz Ritter v, Stein Prol n'"^' Früchte zufolge aus den Reihen unserer e>"a >! " ^"^" ^ bedarf wohl keiner langen Aus^ schaf? « ^""^». um darzuthun. dass die Studentcn-"M ^ 5 aufbiete» muss. was in ihre» Kräften steht, rine K".Verlust i" verhüten, g« diesem Behufe soll Ilirrdt . ^°" "" ^" ^^" akademischen Senat gerichtet shaft '^ '" sicher dieser gebeten wirb, für die Studenten lichr ^' "bthi^ei, Schrille zu thun. um diese »merseh. schule ^^sl' diese anertannte Zierde unserer Hoch-! durch /" "halten. Cummilitouen! A» Euch liegt etz, ^chrittc , '^ Vetheilignng ml dieser Petltiou unserm °'r »utsplschende Bedeutung zu verleihen. Im Au5schus«locale der akademischen Lesehalle liegen von, heute ab die Bogen zur Unterschrift auf. Men, den 14. Dezember 1879. Für den Ausschuss der alaoemi' scheu Lesehalle: Adolf Back. derzeit Präses; Julius Monath, derzeit Secretär." — (Gegen die Neujahrs . Oratul a -tioneu.) Die Agitation gegen die slcujahrs-Gratula. tionen. oder richtiger gesagt: zu Gunsten der Losung von Euthebungslarten. wird iu Pest dieSmal im großen Stile betrieben. Sie geht von den dortigen wohlthätigen Damenvereinen aus und hat in der Person des Ministerpräsidenten K. Tisza einen mächtigen Protector gefunden. Dieser hat sie sogar unter seine offieiellen Fittiche ge< nommeil und an sämmtliche Mumcipie» und Obergespäne ein Rundschreiben gerichtet, in welchem er sich über das moderne Gratulationsunwesen, „das einen von Haus aus pietätvollen Brauch in eine gehaltlose Formalität umgestalllte und jedem Einzelnen überflüssige Sorge, häufig Unnnnehnlllchteit-n. auf alle Fälle aber übelflüssige Auslagen verursache", sehr geringschätzig aus-spricht. Consequenterweise versichert denn aucb der Mi« nistcr. dass er nicht nur weder von Korporationen noch uon Einzelnen GratulationSboge». Briefe oder Visit, karten erwarte, dass c,. eb vielmehr lieber sehen würde, wenn die Betreffenden KaK, was sie in dieser Weise er» spnren, mittelst der E'tthrbungsbogen den rrwähnten Wohlthätigteitsuereine» zuführen wollten. Zum Schluss fordert der MiMcr d,e Adressaten auf. sich un seinem Vorgehen ein Exempel zu nehmen und in gleichem ^ Sinne auf die ihnen unterstehenden Kreise zu wirken, l In Wien ist bekanntlich die Agitation gegen die Neu» , jahr^-Gratulutione» schon vor zwei Jahren eingeleitet , worden, und zwar mil dem besten Erfolg. — (Die «Ueberproduction« au Advo-caten in Wien) wird wohl am besten durch die Thatsache illustriert, dass Wien un, 44 Rechtsfr^unde mehr ausweist, als da» ganze, weit über fünf Millioueu .Bewohner zählende, industriell und landwirtschaftlich ! hochentwickelte Mnigreich Bühmen, Während nämlich j letzteres Kronland 492 Advocaten besitzt, entfallen von ' den t>47 Rechtsanwälten Niederästerreichs a,,,' Men nicht! weniger als 53«. Von dieser Gesammtzahl finden sich! "" »Bezirke allein 490. indes im zweite« 5. im j dritte» 3. ,m vierten 8. im fünften ,. im sechsten 7.,' "n siebenten 11. im achten 5. im neunten Bezirke 5' Advocaturskanzleien bestehen. Die Wiener Vororte zählen > 27. die ttreisgerichtösprengel: Korueudurg 27. Krems ' 1<>. Wienerneustadt 21. St, Polten 20 Advocate». Von ^ den 492 Advocate« Böhmens sind 15)3 in Prag. ln' den Vororten dieser Landeshauptstadt aber 33 etabliert. .«^""."F".^'" Böhmen 2l7. davon II in Prag.« während N.ederijstrrrc.ch deren ^26 aufwe.st Von letzteren entfallen auf W.en 40, m.f di.Vor ° 17 Aus N"^ '"^' öur Genü«.. ervVrgeh ^ dass spec.ell m Wien der von den Advocate» zu führende! lkampf ...» das Dasein keineswegs e.n leichter fein kann > 5«^"^""^"' ^"^^> Die von den Pariser Tagesblatter» eröffneten Subscript.oue» für die Pari er Armen erwe.st sich sehr fruchtbar; so hat der „Figaro" m wemgen Tagen 463.761 Francs, das „Petit Journal« « « . ^!"« aufgebracht; desgleichen hat die Pariser Presse beschlossen, das Erträgnis des von ihr für die> Ueberschwemmten von Murc.a veranstalteten Festet,, mit welchem eme Lotterie von vier Millionen Francs ver. vunden ch. zwischen jenen spanischen Verunglückten und den Panser Armen zu theile». Das Hau5 Rothschild yat der ..Asslslauce publique" dic Summe von 150.000 6rancs überwiesen, - Die „Franz, Corr.« uon, ,1. d. lneldet über d>c momentanen Lebensverhältnisse in Paris :! H'e Temperatur bereitet den Parisern jetzt täglich einr' m'ue Ueberrajchung. Gütern sahe.l sie dic Seine von der ^usterllhbrncke bis zum Trocadew zugefroren, und heute! lagert dc» ganzen Tag aus Pari^ ein so dichter Nebel, dasb man »,cht zwanzig Schritte weit sehen konnte. Na >n v.ele» Häusern das Gaä .bensalls eixgefroren ni^ 7"7^" ^°^" u"d ^"'"pwirs me.stens gar ch oder doch »ur i» ganz imp.ov.sierter Weise, bei' nahe wle ,n dem unvergesöliche» B.lageru»g«wintel beleuchtet werden so dass der Geschäfts^kch^ er sch chon ,e.t acht Tagen auf ein Minimum beschränkt hatte nun ganz und gar ms Stocken gcrieth. Auch d.e Elsenbahuverbindungen mit der Provinz sind. obgleich tne Temperatur seit 24 Stunoen wieder crheb-llch gestlegen,st. durchaus noch „icht allenthalben wieder hergestellt. Die Verproviantierung der Hauptstadt be< gmnl ebenfalls schon an dic traurigen Zeiten oo» 1870/71 zu erinnern; in den Halle» fehlt es an Fischen. Gemüse lc, gauz und gar. die Picisc des Geflügels, dann des Brennmaterials, des warmen Schuhwerlee. ,dcr PelztMdschnhe und anderer winterlicher Artikel sind ullverhältnismäßig gestiegen, manche dieser Gegenstände sogar nur äußerst schwer zu erhalten," Für uusere Hausfrauen geben wir nachsteheuo nur einige Details über das Steigen der LebrnSmittelpreise iu Paris. Erdapfel, die in gewühulichen Zeiten 10Frcö per 100 Kilo losten, stiegen auf 32 Francs; gelbe und weiße Rüben kosteten in der vorige» Wuche das Doppelte. Sulnte zu kaufen war fast unerschwinglich. Für Endiuie». die sonst der Büschen 1 Franc loste», wurden 42 bis 45 Francs verlangt. Sauerampher wurdc das ^ Pfund mit 1 Franc verlauft, Geradezu unglaublich stieg der Preis von Petersilie; für den Vund. der sonft 30 Centimes kostete, begehrte man 85 Francs, und oer Preis wurde gezahlt. — Da geht es uns in Laibach gottlob doch entschieden besser. Locales. Nns dem VanttittSderichte des Uatbacher Gt»Dt, physikates für den Monat Oktober 1S79 entnehmen wir folgende Daten: l. Meteorologisches. Luftdruck: Monatmittel 737 tt mm.; Maximum am 12, um 7 Uhr 74ü'0lluu.; Minimum am 21. um 7 Uhr 7209mm. Lufttemperatur: Monatmittel -j- 8 5 ° (?.; M«z« ximum am 3. d. ^ 19 8 "C; Minimum am 18. d. 4-8 "0, Dunstdruck: Monatmittel 7 4 mm.; Maximum am I. d. um 2 Uhr l2 8 mm.; Minimum am l8. d. um 7 Uhr 3 4 mm Feuchtigkeit: Monatmittel 87 Procent; illlinimum am 4. d. um 2 Uhr 5 7 Procent. Bewölkung: Monatmittel 65 (zum Verhältnisse 1 : 10). Nlrderschlüge 6, m Summe 13l 1 mm.; 2mul Schnee ^ Maximum des Niederschlage» am Ib. d. »>5 t) mm,, Regen und Schnee mit Gewitter, am 19ten nno 20 d. Reif, 7mal Morgennebel. 5mal Abendroth. Windnchtung: Vorherrschend Ost 37mal, dann Südwest 14mal beobachtet; Windstille war 27mal wahr« qenonllnen in den Beobachlungsstunoen 7 Uhr früh, 2 Uh, mittags und 9 Uhr abend«. Das Tagesmittel der Temperatur nur bmal über und 2ttmal unter dem Normale und am differenteften am 10. d. 10 4" 0. unter und am 3. d. 2 8« 0. über demselben. II. Morbilität. Dieselbe war ebenso bebeu« send wie im Vormonate. Vorherrschend war der entzündlich katarrhalische Klankheitilcharakter, besonders noch in den Verdauungsorganen; so waren Durchfälle und Brechdurchfälle nicht selten zur Behandlung gelangt; von den zymotisch''N Krankheiten km» Dyphthe« ritis häufiger als im Vormonate zm Behandlung, vereinzelt Rothlauf und Typhus. III. Mortalität Es starben 74 Perfonen, davou waren 36 männlichen und 38 weiblichen Geschlechtes, 48 Erwachsene und 26 Kinder, daher das weibliche Geschlecht und die Erwachsenen überragend an der Mortalität participierten. (Im Vorjahre starben im Monate Oltoder 75 und im Vormonate Sey» tember d. I. 89 Personen.) Dae Alter betreffeud wurden: todt geboren......2 Kinder und starben: im 1. Lebensjahre .... 16 , vom 2. bis 5. Jahre . . 8 . .. 5. „ 10. „ . 0 . „ 10. „ 20. , . . 0 Personen .. 20. „ 30. , . . 4 „ 30. .. 40. „ . . 11 „ 40. „ 50. « . . 5 . 50. „ 60. « .9 .. 60. « 70. „ . . 12 . 70. « 80. , . . 4 .. 80. „ 90. . .2 über 90 Jahre alt .... ^1 ^ ^ Summe 74 Personen. lFortsshmlg folgt.) — (Ingdergebnis.) Vei der vorgestern im Reviere der krai»ischen Industriegesellschaft nächst Iauerburz ab-^chaltene» Jagd. a» welcher sich zahlreiche geladene Schützen autz Laibach betheiligten. wurden 21 Rehe ge-schössen. (Philharmonisches Concert) Das zweite Conn'lt der philharmonischen Gesellschaft fand vorgestern um 7 Uhr abends im Nedoutensnale statt, welchen ein ^ überaus zahlreiches Auditorium süllte. Das Toncert war ein vorwaltend vocales, und war es insbesondere der Mäl!»erchor. der z..m erstenmale in der heuriaen Saisoil ins Treffen ^suhrt wuroe. Me fünf Chöre, die znn, Vlirtraa lame» (Ei.gkledergs „Am obern Langbathsee" u»d „Heini von Slcier", Weinwurms «Noe Maria". Herbecls „Wanderlied der Prager Studenten" und E, Klmtzers Arie aus der Oper „Der Schwur"), heben den, Männerchore reichlich Gelegenheit. nach» ^zuweisen, das«. <-Z nicht die Stinnnenanzahl eines llhore» , ist. in der das Geheimnis des Effectes liegt, sondern die . Schulung, und dieser Beweis wurde im sonntägigen , Concerte vollständig erbracht, denn nlle Nummern wur« - den mit Präcision und Discretion gesungen, insbeson-l dere aber waren es der Herbeck'sche und Kreuher'sche j llhor. welche besonders gelangen und auch besonders , ansprachen. Letzterer gab überdies auch Herr» I. Kosler , Gelegenheit, durch seine sympnlhische Stimme und seinen ^ schöuc» Gesangsvorlrag ei»en vollständigen Erfolg als ,Solobaritoil zu erringen, der sich durch rauschenden , Beifall ulld viele Hervorrufe manifestierte. ! Frl. Marie Perko. in unserem Concertsaale eine stets willkommene Erscheinung, entledigte sich ihrer Ausgabe durch den simngen Vortrug zweier Lieder (Scheerer: «Du Ring an meinem Finger" und Ed. «4»N Lofsar: „Tommerabenb") in einer Weise, die ih, ben größten Beifall verdientermaßen eintrug. Den instru» mentalen Theil des Programmes eröffnete Frl. Fanni Kordin durch den Vortrug dreier Musiistücke: A. Heller, „Tarantelle"- U. Rubinstein. „Aus den 2 Melodien Nr. 1", und I. Raff, ,I.a polka äe 1a ksme«. Das Fräulein, eine im Eoncertsaale neue Erscheinung, führte sich als talentierte Clavierspielerin ein und spielte die genannten Pieren mit großer Fertigkeit und durchwegs hervortretender Klarheil. Möge die junge Künstlerin in dem reichlichen Beifalle, der ihr zuthcil ward, oie Aust munterung zu tüchtigem Weiterstreben finden. Herr Ger stuer spielte den zweiten Satz aus Mendelssohns Violinconcert und I. Vrahms« Joachims „Ungarische Tänze". Den ersteren spielte Herr Geistner durchwegs stimmungs- und stilvoll und mit pietätvoller Hingebung an des Eompositeurs Intentionen, sich hie-durch als wahren Künstler manifestierend, wogegen die „Ungarischen Tänze" auch den Ansprüchen an ^ie Vir» tuositiit in ausreichendstem Maße entgegenkamen. Wir freuen uns immer, Herrn Gerstner auf nnseren Programmen zu begegnen, uno stimmen vollauf in den stur« misclM Beifall mit ein, der seinem Spiele folgte. Wir können übrigens unferen Bericht nicht schließen, ohne auch Herrn Zöhrers zu gedenken, der fämmtlichc Piece« auf dem Pianoforte mit Meisterschaft begleitete, sowie Herrn Nedveds für die ernste Einstudierung der Männerchüre. — (Vermuthlicher Selbstmord.) Der Schütze des Rudolfswerter Landesfchützenbataillons Nr. 24 Josef Blatnit wurde am 7. d. M. in einer dem Besitzer Fortunat Medle in Dratschdorf im Oerichtsbezirke Seisenberg gehörigen, jedoch leer stehenden Mühle todt aufgefunden, und war der Leichnam infolge der Kälte bereits vollkommen erstarrt. Da mail an dem Verunglückten m letzterer Zeit bereits wiederholt Anfälle von Geistesstörung wahrgenommen hatte, so vermuthet man. dafs er in der Absicht, sich zu todten, den Gurt-fiuss überschwommen und sich sodann in der leeren Mühle niedergelegt haben dürfte und so den Erfrie« rungstod fand. — (Aus dem Gerichtssaale.) Der aus Oberlaibach gebürtige Rothgerber Lukas Molle und der aus ikronau in Obertrain gebürtige Steinmetz Johann Märtl wurden kürzlich vom Erkenntnissenate des l. k. Lalldrsgerichtes in Klagenfurt. ersterer wegen Verbrechens des Diebstahls, letzterer wegen Verbrechens der schweren körperlichen Beschädigung, zu je dreimonatlicher schwerer Kerlerstrafe verurtheilt. - (Kalender.) Von Vogl-Silbersteinö Volkskalender ist der 3tt. Jahrgang (Wien. Carl Fromme) erschienen. Das Jahrbuch enthält unter anderem eine spanm'nde Volksgeschlchte von August Silberstein: «Das Liedl der Singerin". Hierauf finden wir in diesem Jahrbuche das Maria-Theresia-Denkmal abgebildet nnd die zeitgemäßen „Gedenkolätter zum hundertsten Jahre nach dem Tode der großen Kaiserin" mit einer Reihe von Porträts ihrer liebsten und berühmtesten Zeitgenossen. Professor Dr. Haselbachs geschichtliche Darstellung ist sehr interessant. Der Kalender enthält außerdem: „Eine Rundreise m Oesterreich" mit einer großen Anzahl Bilder aus den schönsten Gegenden der Monarchie; eine Erzählung oou F. Frank: „Der Weg zum Gluck". I, Schnitzers ungarisches Bild „Der iilinde Üaczy", A. Schlossars „Steierische Voltspoesien", Grandjeuub Humor über „Ehe und Eisenbahnen". Relnhards „Be-lehrnilgen über Augenkranlheit" ; Sildersteins ernste ui,n heitere Gedichte sind Zierden eines Volksbuches. Io^l.^: Strauß hat zu emcm der letzteren eine neue Eompositim, gefügt. Schließlich bietet oiefetz empfehlenswerte Jahr« buch einen reich illustrierten „Rückblick auf das Jahr 1878,9" und ein vielseitiges Nachschlags- und Vustunftsbuch, ein Kalendarium und Notizblätter. Neueste Post. Original-Telegsamme der „Laib. Zeitung." Wien, 15. Dezember. Im Abgeordnetenhaus« wurde das aus dem Herrenhause zurückgelangte Wehrgesetz zur mündlichen Berichterstattung dem Wehr« ausschusse überwiesen, die Verlängerung der Handelsverträge mit Frankreich und Deutschland genehmigt. Paris, 15. Dezember. In der Kammer erklärte Waddington, man dürfe hoffen, die Anerkennung Nu« mäniens werde demnächst eine vollendete Thatsache werden. Calcutta, 14. Dezember. General Roberts berichtet, dass fortwährende Kämpfe stattfinden, der Feind rückt in immer großer Zahl uor. Roberts beschloss, scine Streitlüste in Shergur zu concentricren und die Höhen oberhalb Kabuls aufzugeben. Die At> thcilmigeil von Gundamut nnd Dschrllalabad wurden befehligt, auf Kabul vorzurücken. Wien, 14. Dezember. Zum Präsidenten der Delegation soll Ritter u. Schmerling erwählt werden, zum Stellvertreter desselben em Föderalist. Wien, lü. Dezember. (Mom..Reu.) Aus Alllass der kriegerischen Ereignisse in Peru und Chili hat sich das hiesige Cabinet an die kaiserlich deutsche Regie< rung mit dem Wunsche gewendet, es mögen die diplo« malischen Vertreter Deutschlands in Peru und Chili und oie Befehlshaber der nach den dortigen Gewässern entsendeten kaiserlich deutschen Kriegsschiffe beauftragt werden, im Falle die österreichisch»ungarischen Con-sularorganc in die Lage kommen sollten, deren Schutz für österieichisch-ungarische Staatsangehörige anzurufen, denselben nach Maßgabe der Umstände zu gewähren. Die, kaiserlich deutsche Regierung hat diesem Wunsche mit dankenswerter Bereitwilligkeit entsprochen und sofort die erforderlichen Weisungen nach Lima und Santiago telegraphisch gerichtet. Wien, 14. Dezember. Wenn die Montenegriner selbständig gegen Gusinje vorgehen, so wird Mukhtar Pascha sich zurückziehen. Russlands Vorschlag, einen Colleclivschritt in Constantinopel wegen der Uebergabe Gusini.cs an Montenegro zu unternehmen, fand beim Pariser Cabinetc eine günstige Aufnahme. Prag, 14. Dezember. (Pr.) Fürst Carl Auers-perg erhielt, bevor er noch zur gestrigen Herrenhaus, sihung abreiste, die Einladung, am Momag bei Sr. Majestät zur Audienz zu erscheinen. Lemberg, 14. Dezember. (N. fr. Pr.) Die mit Neujahr bevorstehende Aufhebung des Brodyer Zollallsschlusses wird auch eine Aenderung im bisherigen Pvupinationsvel Hältnisse der Vrodyer Commune zur Folge haben, welche die Erlassung eines diesbezüglichen Gesetzes seitens des galizischen Landtages nothwendig macht. Agram. 14. Dezember. Der Landtag wurde heute vom Präsidenten Kresti«! eröffnet. Folnegoviö und Genossen interpellieren die Regierung, nnt welchen Mitteln sie den renitenten Wahlauöschuss in Vulovar zu der Vornahme der Wahl zu zwingen beabsichtigt. Marco interpelliert, warum der am 25. Juli gewählte Abgeordnete des Tovarniker Aezuk« das Mandat noch mcht eingereicht habe. Sodann legt der Banus Gesetze entwürfe inbetreff der Indemnität und der Verlängerung des Ausgirichs vor, worauf die Sitzung geschlossen wird. Rom, 14. Dezember. (Presse.) Das für Dezember anberaumte Consistormm wurde auf Mitte Jänner verleg. — D<,'v deutsche Kronprinz trifft am 24. Jänner wieder in Pegli eil». Paris, l3. Dezember. Die Regierungsvorlage, welche eine Entschädigung der Bank von Frankreich fiir die Summen, die dieselbe im Jahre l871 an die Commune zahlen musst!-, beantragt, wurde von der Kammer abgelehnt. London, 14. Dezember. (Frdbl.) Depeschen au» Bombay zufolge wurde Achmed Ayub Khan. der vor einigen Tagen Herat mit einer großen Armee verlassen hat, um gegen Kandahar zu marschieren, von den vor Kabul stehenden Meuterern eingeladen, sich mit ihnen zu vereinigen, um gemeinschaftlich letztere Stadt anzugreifen. — Auch in den Provinz Farrah, nördlich von Kandahar, sammeln sich jetzt einige Stämme, welche dicse Stadt zu belagern gedenken. London, 13. Dezember. Nachrichten aus Cap« stadt zufolge wurde das Fort des Häuptlings Moi-rosi mit Sturm genommen, und ist Moirosi gefalle». l Dei Angriff auf das Fort des Häuptlings Secocoeni l wurde verschoben. Petersburg. 14. Dezember. An Stelle jenes Hauses bei Moskau, wo das letzte Altentat gegen den Kaiser Alexander stattgefunden, soll eine Kapelle erbaut werden. Die Geldmittel sür den Bau derselben sollen durch Nationalsubscription aufgebracht werden. Pera, 14. Dezember. (Presse.) Die kaiserlichen Beamten in Gusinje und Plava, welche diese Ortschaften schon vorgestern, den 12. d. M., verlassen sollten, erhielten Befehl, noch auf ihren Posten zu verbleibe,!, um so di? Ruhe daselbst aufrechterhalten zu können. Dagegen wurde ihnen gestattet, ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Telegraphischer WechfelcurS vom 15. Dezember. Papier - Nrnte 68 75. — Silber. Rente ?»i 45. - ltteme 81 , lUttOer Staats.Änlehen 121 8b, - Aant«Actlen 845. Credit«Actien 280 40. — London 116 70. — Silber -—, ss. l. Miinz.Ducatcn 5 54. - 20. Franlen < Glück? 9-»0»/.«. - 100 NeickiSmarl 57 70 Wie», 15. Dezember, 2'/« Uhr nachmittags. (TchlusScurse-) Cx't'itaclit!! ?80 w». 1860er Lose 131 25 18«>4er Lose 1. UO.^rantenstucfe 931. türkische Lose lb^, «»qnriiche Creoitoclien 262 50. Lloudaclien 627 --, österreillMl Allgllchant i:l?8l». Lombarden 80 25, Unionbanl 96 50, l!"^ mlmliianlshen Iü, . Eaupliiche-. Golorente 81- ungarische !!. Trieft. - Klcinl.rchcr. Prag. — Globoknil sammt N'chtt, (Yrwcrtbl.'siher6'Gllttiil, Eisncrn. Hotel Elephant. Waldburger, Grillitsch. Hausleute, und Wolf, ssabritant, Wien. Dcmberger. Neumarlll, — Tr»g«l, Villach - Ritler v. Koch, l. t. Oberst. Graz. Mohren. Otschlo, Wachszieher. und Iallen, LMach. Verstorbene. Den 14, Dezember. Maria Svetc. Ableberin. 74 3" Rosengasse Nr. 13, Altersschwäche. _ Den 15. Dczembcr. Gertraud Sirnit. 3iäherin, ^"" Fischgassc Nr. 7, Gehirnlahnnmg. Im Civil spitale: Dcn 13. Dezember, Theresia Feichtinaer, 3»"^ nerin. 7l I. Eitcrungöfieber. Den 15. Dezember. Maria Merlat, Inwohne""' 85 I.. Marasmus, ^ Äemard Potolar. Inwohner, ?l) ^ Polaiiastraßc Nr, 42 (Filiale), Altersschwäche. _____, Theater. He »ltl! (ungerader Tag): Andrea. Komödie in b ^ von Victorin Sardou. ^^g-? Meteorologische Beobachtungen iu Laiba^ ^ -ß 'ß^ 5Z - " r 5?lZ z ^H W^ ßs ^ ?? 5-ß « »SA Z 3 « " ^" "^7U7Mg, 75233 -20l) NO, schwach theilwheiter ^ 15, 2 „ N. 752 1» -123 !NO. schwach theilw.he't" " » . Äb, ^ 753 02 ! -108 l)ottllckcc llieducteur: Qttl,mar Äamb^ra^. >N^»li^^i^t' Wlen, 18. Dezember l i Uhr) Schwache Pariser Curse und aus Verlln ilnportierte Gerüchte beeinträchtigten dcn Anfang des Geschäftes, das sich jedoch später m 'dVllt.l^l.lU/l. lnaler Weise entwickelte. Veld wa«f «apierrente........ S865 6875 Bilberrente....... 70 50 70 60 Goldrente......... 80-80 80 90 Lose. 1854........ 12450 125 - . I860........ 131— 131 50 . 18«0 (zu 100 fl.) 13550 136 . 1864........ 167— 167 25 Ung. Prämien-Anl..... — — »redit-L.......... 1782b 17875 Rudolf««»......... 18 25 18 75 Prämienanl. der Stadt Wien N9 11925 Dollau.RcguIieruna.s.Lose . 11250 113 Domänen. Pfandbriefe .143 50 14375 Oesicrr. Schahscheine 1881 rück. zahlbar......... 101 10150 Qestcrr. Schatzscheine 1882 rück- zahlbar........ !0l - 101 50 Ullüarischc Golorentc .... 3580 »5 90 Ul^amchc Eisenbahn.Anleihe , 115 75 116 — Ungarische Eiscnbahn^Anleihe, Lumulativstücke...... 114 25 114 50 Ungarische Schatzanw. vom I. 1U?4.......... - — — Nnlehen drr Stadtgemeinbe «trunl»entl«ftunge Vbllgattsnen «ödmen......... lU2 75 103 75 Iliedero'fterreich...... 1047.'» W525 Oaliz«en......... 96 - 9625 Siebenbürgen....... 85 8550 lemeser Vanat...... 8? — 8750 Ungarn ......... 3325 8350 «lenccedit.)nst, (Ä..«.j 101 30 101 6» Pri«ritats Dblt«atl«nen. Elisabeth.«. 1. Em.....^6 9625 Kero..Norol,. in Silber . . . W6'- 1'>« 50 ^rll!,i.I°seph.Val,n , , . . »5 90 96 10 Wal. Cirl.lludwig.N. ' T'«. 102 50 l^ Qesterr. Nordweft.Äahn . - A" ^.^. Ziebenblirger Vahn .... "./.> i ^ . Napoleonsd'or . 9 ^ 31V« . Datsche Reichs- ^ ^ 80 ' Noten - b^ - '" " ,(,0 - "" ' vilberaulden , 100 . — » ,«irl» ^« ^'^ <"— »!l7 3^ ^ «achtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente 68 65 bis 68 75 Hilberrentc 70 50 bi, 70 60. Goldrcnt« 80 95 bis 81 - Credit 276 40 bls 278 b 187 40 London 116 65 bis 117 05 Napoleons 9 31 bis »32 . Mlber 109' bis 109 .