MbacherG Zeitung. Nr. 122. fi. ll, halbj. sl. 5-öu. ssüi »>!« »zufiellu^.; >»» Hau» halb,. 5» »i. Ml d« Von z«»,,, ft. >5. halbj. fi. ? zu. Montag, 29. Mai. 4 Zeilen I5 lr, g«ß«e pr. »jl«l« « li.; bel l!t««» l^i«. Anltlicher Mil. M, ?^' ^ und !. Apostolische Majestät haben laut «Uerhüchsten llabinetsschreibens vom 18. d. M. den l. l. "derlandesgerichts.Präsidenlcn Dr. Joseph Ritter von ^"aser in Oraz und Alois ssarfoglia zu Innsbruck °" Würde cines geheimen Rathes mit Nachsicht der "t-aren »llergnadlgst zu verleihen geruht. ^ Sr. t. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 14. Mai d. I. dem ^lessor an der Eommunal-Rcalschulc im 9. Bezirke u Wien. Dr. Gustav Mahr, in Anerlennllng seines "trdienstlichen Wirkens im Lehramte und seiner Lcistun» Nn< auf dem Gebiete dcr Wissenschaft das goldene Ver-"'enstlreuz >nit der Krone allergnädigst zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Theil. Ioulllalstimmen. Die Presse meint, daß die Ablehnung der bri» !'!che«, Regierung, sich den bevorstehenden Schrillen der l'brigen Mächte bei der Pforte anzuschließen, geeignet sei, b>t Pacificatiuns.Vclnilhungen, soweit dieselben vom gulen Willen der Pforte abhängen, zu erschweren. Die Türlei dchnde sich nicht mehr der einmUlhlgen Pression aller Orohmääile gegenüber und tonnte da« traditionelle Spiel mit der Rivalität der Mächte wieder versuchen. Der Neuen freien Presse verursacht die k"rch diese Ablehnung veränderte Lage der Dinge leine ^nmcuhigung Auch bürge der Name Midhat Pascha's ^fur, daß man in dem schwierigen, avtr absol.lt noth. "tndlgel, Reformwerke fortfahren werde. In dem von " tzoftas gegebenen Impulse erblicke England vielleicht welck ^ *"^" Zulnoftsgarantie, als sie von irgend ^k Diftlomale«Conferenz gewährt werd:n könnte, lebn ^°«es presse erörtert die Motive der Ab. «^"""s England«. Die Eventualität, daß England den tre n ?« "' vestrebungen der Mächte activ entgegen, land w « t' stehe hiebel a'lßer aller Combination. Eng. sich max "" nicht, wie ein englischer Staatsmam, fz„ ""^rückte, dem Schlcksalsrad in die Speichen grei« Nal>t«"°l. c """, durch sein Dazulhun das Rollen des sbentt ?^'^eunigen. Uebrigens tonne nur die eitle Ge-tln, !3'^^ im Entgange der Mitwirkung Englands Gefährdung des Endziels der Mächte erblicken. l»r°s^ , Deutsche Zeltung rälh. daß Graf An, ^d» Interesse der Monarchie einen Gegensatz Eng " z^Drei.Klliselpülllil nicht auskommen und seinen ganzen Einfluß »ufbleten solle, daß die Verständigung „von Fall zu Fall" auf einer Basis hergestellt werde, welche allen Großstaalen. England inbegriffen. den An» schluß ermöglicht. Die Morgenpost schließt aus einer Aeußerung Derby's, daß England leine unbedingte Absage ertheilt zu haben scheine. Immerhin aber sei da« Verhallen Englands von unberechenbarer Tragweite. Die Türlei werde dem „Nein l" Englands vielleicht ihre Rettung verdanken. DerOsseroatore triestino, die Triester Zeiiung und dleGazzettabiTrento heben die beruhigende Wirkung der von dem Minister des Aeußcrn im Vudgetausschusse der österreichischen Delegation gemachten Eröffnungen hervor und finden, daß damit die diesjährige Session der Delegationen in jeder Hinsicht ihren Höhepunkt erreicht habe. Aus den Delegationen. Vierte Sitzung der reichsriithlicheu Delegation. Budapest, 24. Mai. Präsident Dr. Rechdauer eröffnet die Sitzung um N Uhr. Auf der Ministerbanl: Graf Andrassy. Freiherr v. Holzgethan; auf der Bant der Regie-rungsvertreler: nectiouschef Baron Hofmann, Vice-Admiral v. Pöck, Hofrath v. Falke und die Scctionsräthe Varon Krauß und Weiß. Strudel bringt die bereits mitgetheilte Inter« pellation an das Kriegsministerium ein. > Hierauf referiert Dr. Schaup und bemerkt, die vom Ausschüsse beschlossene politische Einleitung knüpfe an die Versicherung der Thronrede an, daß der euro» päische Friede erhalten bleiben werde. Redner spricht die Hoffnung aus. daß man die in der letzten Session von der Delegation gebilligten Gesichtspunkte auch ferner festhalten, daß es den Bemühungen der riuigcn Mächte gelingen werde, wciterc Verwicklungen hiuta»zuhallen. In der Genrraldebalte nimmt zunächst das Wort Kuranda, «m, obwol seit eioigrn Tagen sehr unwohl, doch ,.i»nui- I'lwuulM! cll, li^'sillu- die Debatte einz«, leiten. Derselbe führt aus. daß die orientalische Frage in Europa nicht neu sei; sie schwebe vielmehr seit 1'/>. Jahrhunderten wie eill Damoklesschwert über unseren Häuptern. Seil Rußlaxd in, Frieden rwu Kulschuk-Kainaroschi einen großen Theil der Türkei sich angeeigucl hat, sieht jedermann Rußland als den Erben der Türlei an/falls es gelingen sollte, dieselbe zu beseitigen. Ganz Europa betrachtet dies aber als eine große Gefahr. Oesterreich habe ein besonderes Interesse an der Erhal. tung der Türlei und habe eine dem entsprechende Po- litik auch bis in die neuste Zeit verfolgt. In den letzten Jahren sehe man d.ese Polllil sich ändern; die orient«, lischc Frage sel gegenwärtig eine acute geworden nemlick durch die Politik Rußlands, welches auch jetzt au f^ied. lichem Wege dasselbe erreichen will, als vor 10 und 20 Jahren durch die Gewalt der Waffen. Nach drr gegenwärtigen Lage Europa's scheme Rußland den Augen blick für gekommen zu erachten, gleichsam zu seinem Ziele heranzuschleichen. Redner bezeichnet es als die Aufgabe der österreichischen auswärtige,, Politik in Bezug auf die Türlei, nicht mit den alten Traditionen zu brechen, dieselben vielmehr fortzusetzen. Redner glaubt in dieser Beziehung mit den, gröfztcu Theile der Dele' galionsmitglicder sich in Uebereinstimmung zu fiutxn nnd schließt mit dem Ersuchen an den Minister des Aeußern, Aufklärungen zu geben. Dcmel schickt voraus, daß iu der Besprechung der orientalischen Frage vom Standpunkte unseres Ministe, riums des Aeußern in der Delegation vor allem iede ungehörige Aeußerung schädlich sein könne. Die Frage M ist alt und ist in neuerer Zeit ohue jede Initiative « unseres auswärtigen Amtes mit zwingender Nolhwcn. digleit an dasselbe herangetreten. Den Schlüssel für die richtige Stellung unseres auswärtigen Amtes liefert die Erwägung, daß dasselbe von bestimmten, unanfechtbaren Zielen ausgehen mußte. Diese Ziele könnten nur sein > die Erhaltung des allgemeinen europäischen Friedens die Pacification des Streites unter gleichzeitiger ^olalisieruna des Streitgebietes bei Aufrechterhaltung des gegtMvär. tigcn Slaatenbestandrs und die Sicherung gegen dir Wiederlehr der gegenwärtigen Beunruhigung Europa's. In dieser Situation hat unser auswärtiges Amt dns gethan, was eben allein zu lhun war, und man tönn? sich daher mit seinen Maßnahmen befriedigt erklären. Ein positives Programm des Ministeriums dürfe hier noch uicht aufgestellt werden; man könne ein solches nicht begehren, weil eben das Ministerium leine Initill tive in dieser Frage ergriffen habe, weil ein positives Programm »mmöalich sei imter den täglich wechselnde!, Verhältnissen in dieser Frage. Die Bestimmtheit der Ziele allein könne begehrt werden, diese lägen klar vor -die Mittel ihrer Ausführung müßten von Fall zu Fall dem freien Ermessen dek Ministeriums überlassen bleiben in der Hoffnnng. daß dasselbe Herr der Situation zu verbleiben vermöge, im Interesse des europäischen Frie dcus und zum Heile des Reiches, wic lslls bisher in be. friedigeuder Weise constatierl werden lauu. ttjubisü spricht sich gegen Kuranda aus, indem er der Anschauung entgegentritt, daß Oesterreich tein Iuteresse 'M Orient habe. Oesterreich lönne ans seine soclak Mission un Orient nicht verzichten, welche ihm e,n zwettes Krben sei. ° -? , ^ »v« Feuilleton. ' ler Uhrmacher von Straßburg.* Historische Novelle von F. Klinck. (Fortsetzung.) Unttl^" wollt Ihr, Hans Hllberlein." wandte er sich y^e« >u ,«mem Angreljer M" «ib'Euch ew ^°l"it mlr;u reden? Wol habe ich An,tand dr«na "e ""letzt, als ich hier wie ein Unberufenerem. "H "er zieht in Ve.racht. bah Ihr m.r Euer Paus ltitt "' weil ich Eure Tochter liebe. Gewährt mu Zu- v>^ " kurrm Hause und verstaltet mir, um Gunda zu ^ ' A« bin nicht mehr der arme Gesell, der lein ^^" Einkommen hat, sondern der Magistrat von eh<°"g hat mich mit einem wichtigen Auftrage be- ijlls ' und wenn ich ihn ausgerichtet habe, mag lch es ">» ^ "n Ansehen und Ruhm mit manchem Bewerber ''da'«l Haut. aufuehluen." »>it ^". ",ti„ Pater'." flehte jctzt Gm'da. ihre B'Ucu ^ idn'I ^<"ls vtreintnd. ..Habt Erbarmen mit mir > ^' Seht. hier liegt Euer Kind zu Euren Füßen '^ b^l "" ihr ttebensglück. Warum wollt Ihr es ""sage,?.. ^Un^ . ^ Is««, Habrecht die Erlaubnis, wieHer um . N't in .^"ben, wenn er sein Werk vollendet hat," ." Ntrl^.lt" Augenblick, scheinbar von Gunda's V.t. " n!iH^' Wltr Hugo von Raveshorst. ..W°l schmerzt "dlt ^ ehr. hon dem Fräulein verworfen z» werden, » '^lrttt willig vor dem glücklicheren Bewerber zu- rück. dieweil ich nicht in ihren Augen als cm frecher EwdrwaUno. dastehen mag." Hans Haberlein starrte den Rltter an, als habe er nicht recht aehör,, aber ein zustimmender Blick aus des. sen Augen sagle ihm, daß cr seine Einwilligung ge« ^"' Hans Häberlein ^dachte der Worte des RilteiS, „ach welchen man nicht Gewalt anwenden solle, wenn man es mit W haben könne. 2« sei" sagte er da.m, ,.IHr sollt Euren Willen baben' «n dem Tage, wo Euer Werk vollendet ist, wo >br das Ansehen und den Nuhm eingeerntet habt, von welchen, Ihr jetzt mit so großer Zuversicht «det könnt >br Eure Werbung erneuern. Bis dahin aber." fuhr bans drohend fort. ..hallet Euch von meiner Tochter iern ober unier Vertrag lsi null und mchl.g." ' ' HM Dank, Herr Hans!" sagte Isaal, ihm die band"tntqe.enstreckend, aber d,e er sließ sie zucück. ^ Odo! n°ch 'wd wir mcht so wcit! Ihr wißt, wir sind niemals Me F«u"de gewesen um so schnell all s zu vergessen. Thut Eure Schuld.g e.l und dann tmmu wilder -bis dahin aber kennen wir uns nicht." Du aber" wandle er sich dann zu Gunda. wel ^«. >!',r iNlick des Einverslänbllisses zwischen dem Ritler u em Bat r, der dessen schnelle« Nachgeben zur .Äae h ltt "icht entgangen war begib dich in dein ^olgc ya i, ^ , verlassen, bis du von mir 'einem Schritt sollst ^7au«"d^7Ha"se trete, bi« dein Geschick en.schie^ ^" ^»..« Miller bua.o's Augen blitzte ein Strahl freu .. ^ 7«^« Kans Hüberlein tam unbewuhl seinen Ab1ichtt"in K N s< e"'«egen, welche die Erfüllung M Wm!s«e durchaus begünstigten. Gunda folgte b«. ümmert der Wnsuua des Vater«; ihr ahnte nicht« Gutes, sondern fte suhlte, duh ihre Hoffnung jede Ve rechtigung verloren hatte, daß Isaal Habrecht, wenn er m'chl V0'< ihr lassen würde, das Opfer seiner Treue werden müßte. Aber wenigstens warnen wollie sie ih„, er durfte nicht blindling« an die Ausrichligleil seiner Gegner glauben. Noch einmal wandte sie sich um, i'nd ehe Hans Häberlein ihre Absicht errieth, halle sie Isaals Hand ergriffen. .Ihr habt meines Vaters strenges Verbot gehört. Isaal," sagte sie dann laut. „Gehabt Euch wohl und lragt Sorge, daß ich. bald erlöset werbe." peise fügte sie hinzu: ..Hütet Euch, Ihr seid in größerer Gefahr, als je zuvor." Dann eilte Gunoa mil flüchtige,, Schrillen in da« Haus, während Isaak gleichzeitig dem Thorwege zuging, durch welchen er in den Karten gelangt war. „Nun über sagt mir. Ritter, was dies Gautel« spicl bedculcl?" flagle Hans Hüberlein. als Isaal Hab« recht weit genug enlfernt war. „Slcht mir Rede, denn ich weiß, was Euch veraolaßle, Eule Verbindung m>l meiner Tochter iu so weile >5elne zu rücken. Ihr habt mich t>n in eine arge Verlegenheit gebracht, denn ebenlo wenig, wie ich geonncn bin. mein Kind diesem Gesellen zu geben, ebenso wenig habe ich pust, als ein Schurke dazustehen, wenn er eines Tages mich an mein Wort erinnern sollte." Der Riltcr lachte laut auf. „Ihr feid beinahe solch ein Narr. wie dieser Isaal Habrecht selbst. Han« Häberlein." sagte er. „Merlt Ihr'o denn rüchl. dah es mit ihm nicht richtig ist? Der «erl weiß vor lauter Hochmuth nicht, wo er zunst an. fangen und zuletzt aufhören soll. Mit seinem dummen Geschwätz hat er dem Magistral eine Flitze ins Oh? 936 Nußland verfolge eine solche Mission in Central» Asien, und man könnte im Ernste nicht verlangen, daß sich Oesterreich ganz vom Orient zurückziehe. Dr. Sturm spricht die Ueberzeugung au«, daß die parlamentarische Behandlung schwebender auswärtiger Fragen von dem Vertrauen bedingt ist, welches man dem Ministerium entgegenbringt. Der Minister könne im offenen Hause nicht mehr sagen, als er im Ausschusse bereits sagte. Als Zielpunkte seiner Politik hat derselbe die Erhaltung des europäischen Friedens und eines verbesserten status quo bezeichnet und die Absicht einer Annexion oder Occupation entschieden ausgeschlossen. Der Ausschuß habe in der heutigen Erklärung des Berichterstatters diesen Zielpunkten zugestimmt und damit dem Minister sein Vertrauen ausgesprochen. Delegierter Lienb acher sagt: Mit dem Ausspruche : Oesterreich habe keine civilisatorische Aufgabe mehr, verzichte man vollständig auf das Lebensprincip, welches Oesterreich gegründet und groß gemacht. Oesterreich habe eine Summe von Völkern, die nicht der deutschen Nation angehören, aber dennoch eine große Aufgabe in Oesterreich zu erfüllen und Ursache haben, zu hoffen, es werde eine andere Zeit kommen, welche den Wünschen der Völker Oesterreichs mehr gerecht werden wird, als es bisher geschah. Oppenhelmer glaubt, daß Oesterreich leine clvilisatorische Aufgabe nach außen, sondern nur eint solche nach innen habe. Der einstimmige Wunsch gipfelt in einer Vermeidung jeder Intervention und jedes ^iin-dererwerbeS. Giskra erklärt sich entschieden und unter lautem Velfalle der Versammlung gegen jede Gebietsoeränderung und Schädigung der Türkei, gegen jede Stärkung der russischen Macht, bezeichnet es als eine der größten Gefahren für Oesterreich, wenn statt des Halbmondes das griechische Kreuz auf der Agla Sophia glänzen würde, «rklHrt sich gegen jede Bildung neuer, kleiner Staaten auf der Balkan-Halbinsel, ebenso gegen jeden Länder-erwerb Oesterreichs durch Annexion in Bosnien oder der Herzegowina und billigt vollkommen das nach den Erklärungen des Ministers bekannt gegebene Ziel der österreichischen Politik: in der Türkei den status yuo. aber amsliors, aufrecht zu erhalten. (Bravo! Bravo!) Herbst «klärt es für angemessen, sich mit den Ziel» punkten einverstanden zu erklären, weil es Pflicht wäre, Widerspruch zu erheben, falls sich Regierung und Vertretung diesfalls im Gegensatze befänden. Als solcher Zielpunkt wurde wiederholt die Aufrechlhaltung des Frie< den« und des territorialen status quo, aber eines ver» besserten status quo bezeichnet. Graf Andrassy ergreift daS Wort: Ich halte entschieden eine eingehende Discussion dieser Frage von-seite der Regierung iahme der Nachbarstaaten od« Ausdehnung der Insurrection im türkischen Reiche und drittens die Anbahnung verbesserter Zustände, die das periodische Wiederlehren gleicher Gefahren hintanzu» halten geeignet sind. Das sind die drei Zielpunkte der Politik der gegen-wärtigen Regierung, und ich habe aus der heutigen Discussion die Ueberzeugung geschöpft, baß wir über diesel» ben eine Einigkeit zwischen dem Minister beS Aeußern und der hohen Delegation constatieren können, die ich mit Dank entgegennehme. Mit welchen Mitteln diese drei Zielpunkte erreicht werden können, baS bin ich noch nicht in der Lage, Ihnen heute zu definieren. Doch kann ich Sie versichern, daß das Ministerium diese Zielpunkte energisch anstrebt und sie — vom Heere und der Legislative unterstützt — hoffentlich auch erreichen werde. Berichterstatter Dr. Schaup erklärt gegenüber den Bemerkungen des Deleg. Kuranda, der Minister des Aeußern möge das Programm seiner Politik der Delegation vorlegen, daß dies bei der stündlich wechselnden Situation unmöglich sei, und daß es nicht gestaltet wäre, dem Minister irgend eine Bahn vorzuzeichnen. In der Sftecialdebatte wird Titel 1, ^ und IZ conform den Ausschußanträgen angenommen; ebenso Titel 2 und 3. Titel 4, „Subvention an den österreichisch ungarischen Lloyd", wird nach der vom Ausschuß beantragten Ziffer genehmigt. v. Holzgethan ergreift zum zweiten Puutte das Wort, um folgende Aufklärungen zu gebe». Bereits im Jahre 1873 sei von der ungarischen Delegation der Beschluß gefaßt worden: der gemeinsame Finanzminister werde angewiesen, über die gcsammten Activen der nächsten Delegation einen erschöpfenden Ausweis zu erstatten. Das gemeinsame Finanzministerium sah sich daher veranlaßt, sich an die beiden Landesministerien zu wenden und dieselbe!» zu ersuchen, einen Ausweis über dasjenige mitzutheilen, was vorgeschrieben sei oder sich in Verwahrung befindet. Die beiden Ministerien haben damals erklärt, daß sie einen solchen Ausweis nicht geben können, weil die Grundlagen über die künftige Vertheilimg der Activen noch nicht festgesetzt seien, und insbesondere noch nicht entschieden sei, was den Activen beigezählt oder von denselben ausgeschieden werden solle, und hatten daher die Vorlage eines solchen Ausweises abgelehnt. Vonseite des gemeinsamen Finanzministeriums war damals nicht der geringste Anstand vorhanden, den Ausweis vorzulegen, wie er auch wirklich heute hier vorliegt; allein ich mußte Anstand nehmen, mich gegen den bestimmten Willen beider Finanzministerien zu engagieren. Ich glaube nunmehr der Erwägung der Delegation es anheimstellen zu sollen, ob den beiden Finanzministerien gegenüber darauf eingegangen werden, oder ob nicht diese Resolution fallen gelassen werden solle. Delegierter Dr. Herbst: Die Erklärungen des gemeinsamen Finanzministers seien im hohen Grade be- zeichnend für die Bedeutung, wie bei uns der Pariamen« tarismus aufgefaßt werde. Es handle sich hier um Summen von unendlich vielen Millionen, welche gemeinsames Eigenthum der beiden NcichslMften von Oesterreich und Ungarn seien und sich in dcr Verwaltung des gemeinsamen Finanzministers befinden. Er glaube nun, da doch in Oesterreich-Ungarn drr Constilutionalis« mus und die Ministervcraulwortlichlcit bestehen, gleich' wol die in cinem konstitutionellen Staate Europa's un> erhörte Thatsache constatieren zu müssen, daß darüber! wie viel an Centralactiveu vorhanden sei und worin diese bestehen, die Auskunft verweigert werde. Diese Geheimniskrämerei habe bereits einen Schaden von vielen Millionen angerichtet. Er beabsichtige, an der Resolution festzuhalten, un° um den Bedenken des Finanzministers, daß ein Then der Centralactiven sich nicht in seiner Verwaltung be» finde, gerecht zu werden, den Antrag auf Einschalt»»!! der Worte: „der in seiner Verwaltung stehenden Fonds zu stellen, da er den Finanzminister zur Vorlage eints solchen Ausweises für verpflichtet halte. Widmann meint, daß Herbst den Finanzminisw' misverstandcn habe, indem derselbe ausdrücklich das Vel' zeichnis der in seiner Verwaltung befindlichen ventral' activen den Delegationen zur Disposition stellte. Reichs-Finanzminister v. H olzgethau: Er könne nur wiederholen, daß er leinen Austand nehme, die Ausweise über das, was er iu eigener Verwahrung habe, vorzulegen, einen Ausweis dagegen über das, was e^ nicht iu seiner Verwahrung habe, lönuc er natürlich nicht vorlegen. Herbst zieht nach den Ausführuugen des Mi>"' sters seinen Antrag als eincu gegenstandslosen zuriw' Infolge der Erklärung des Finanzmiuistcrs e» scheint auch der dritte Antrag des Ausschusses als aegenstands' los, und entfällt somit auch die Abstimmung darüber. Schluß dcr Sitzung um 1 Uhr 40 Min. NäcW Sitzung am 27. d. M. Tagesordnung: Rechnungsabschluß pro 1874. Kriegerisches aus Serbien. Die Situation in Serbien scheint sich vo»' T»s zu Tag mehr zuzuspitzen und einen immer kriegerisch!' rin Charakter anzunehmen. Wenigstens tragen versch^ dene Maßregeln und Emanationen der jüngsten Zeit U"' leugbar diesen Charakter. Die „Pol. Corr." erhielt hierüber nachstehende«, sehr instructlv gehaltenes Schreiben ihres Original«^ Porters aus Äelßrad vom 28. d. M.: ' „Es müssen wichtige Dinge bei un« vorgehen: dil» > läßt sich nach allem, waS im Zuge ist, nicht mehr oel' hehlen. Heule verbreitete sich wie ein Lauffeuer die Na^ richt, die Regierung habe gestern ein Gesetz über die Decretierung eines allgemeinen dreimcnallichen Moral»' riumS beschlossen und dem Fürsten zur Unterschrift ^ terbreiiet. Es untelliegt auch keinem Zweifel, daß t>t Fürst noch gestern seine Unterschrift dem Gesetze 0' I geben hat. Man erwartet die amtliche Publication """ für heute, wenn nicht die Ausgabe des Amtsblattes H. flissemlich verzögert wird. Wie man weiß, schleppt i^ die Moralorlumsfrage schon seit vielen Monate» ^ Anhängsel unserer unerquicklichen politischen Sil«a^ fort. Zum erstenmale tauchte bieselbc im Septembers Vorjahres auf. Bisher leisteten alle Regierunae» °' gesetzt und die Herren vom Rathe glauben ihm, wie an das Evangelium. Wahre Wunderdinge find's, die er ihnen von seinem Uhrwerk vorgesprochen hat und wenn er daS ausführt, so muß ihm der Teufel selbst wacker dabei die Hand reichen. DaS Beste wär' gewesen, wir hätten ihn auf einmal zum Schweigen gebracht, aber «S wäre offenbar geworden, darauf könnt Ihr Euch verlassen, und dann hätten wir es mit den Herren vom Rathe verdorben. Nein, wir haben es so gut eingeleitet, und ich denke. Ihr werdet mir selber noch Recht geben. Vor. «st wird « nur mit seinem Werk beschäftig sein, Ounda ist vor ihm sicher, und Euer holdselig Töchter» leln wird Euch nicht mit ihren Thränen da« Leben v«< salzen. Vi« dahin aber, daß Isaal kommen könnte, Euch Eure« Versprechens zu gemahnen, we-ben noch viele Tropfen in« Meer fließen, und bann laßt mich weit« machen. Ihr könnt sich« sein, daß ich nicht gesonnen bin, mir von diesem Knappen die Graut wegschnappen zu lassen. Schlimmsten Falls aber — Ihr wißt, Hans Hüberlein. mein Burgverließ ist gut, und wer einmal drinnen ist, mag wol nimmer daS Tageslicht schauen." „Puhl Sprecht mir da nicht vor, Ritter," sagte Han, Hüberleln abweisend, und den starken, hartherzigen Mann überlief ein Grauen. ,I<5 denke, das werden wir nicht nillhig haben. Kommt, laßt uns inS Haus zurückkehren, mich friert. Ein Humpen Wein thut mir noth — e« ist doch ein schweres Herzeleid, so ein wider spenstiges Kind." Er «griff den Arm des Ritlers und zog ihn eilig ln da« Hau« — lange nachher aber blickte Han« Häber-lein noch voll Furcht auf den Ritt«, welcher in langen Züzen trank, bl« « sich bei Tagesanbruch auf die lichlnt Vanl niederwarf, um so den Rausch zu v«. scheuchen, welch« langst seine Ginne gefangen hielt. 2»«it<» H«l»it«l. Die Vielsteruhr. Frisch und wohlgemuth arbeitete Isaak Habrecht an dem Werke, welches ihm einen so hohen Lohn in Aussicht stellte. Nicht Ta^ und Nacht gönnte er sich Ruhe, und sein Fleiß förderte Unglaubliches zu Tage. Wol wurden seine Wangen bleich, seine Gestalt immer hagerer, wol «lahmten oftmals die Kräfte, ab« der Gedanke an Gunda hielt ihn mit aller Gewalt aufrecht. Und endlich begann er die Aufstellung des Werkes im Münster. Früh, wenn im Osten der Tag herauf, dämmerte, wanderte er hinaus, nur von einem treuen Genossen begleilet. Er halte es ftch ausgebeten, daß niemand ihn in seiner Arbeit stören möge und ungestört durste er schaffen. So stand« auch eines frühen Morgen« bei seinem Werke. Schon war ein gut Stück gefördert, nur noch wenige Tage fehlten, und dann sollte daS prachtvolle Glockenspiel der Christenheit verkünden, daß Isaal Hab. rechts Werl gelungen, daß er sein Versprechen gelöst und er Straßburg eine Uhr geschenkt, wie ln der weiten Welt ihresgleichen nicht war. Er ab« tonnte dann getrosten Muthes zu HanS Häberlein gehen und seine Werbung um Gunda erneuern, trotz der Befürchtungen des geliebten Mädchens. Konnte HanS Häberlein, wenn man ihn auch nicht allzeit einen Ehrenmann nannte, sein Wort brechen? Unter solchen Umständen schwand dem eifrigen Arbeit« angenehm die Zeit dahin, al« er plötzlich auf. fahrend eine Gestalt erblickte, die ihn eiligst sich fromm bekreuzen ließ. Vor ihm stand ein hagerer Mann mit gelblichem Gesicht, in einem langen grauen Rocke, welcher mit übereinanottgeschlagtnen Armen ihm bei sein« Arbeit zubllckle. Ein leiser Schauder durchlief Isaal, obgklch er nicht furchtsam war, aber wenn er an die fest j„ schlossene Thür dachte, von w.lcher er den Schlüssel ^ der Tasche trug, so tonnte er sich des Grauet's ^ erwehren. Aber rasch entschlossen schüttelte er die 3" von sich ab. ^ „Wer seid Ihr und was wollt Ihr?" f"s" näh« tretend. ^ „Euch bewundern," lautete die Antwort, oy«" die Gestalt sich regle. ^t ..Das lasset vorerst noch bleiben," entaeMtt^' ungeduldig. „Noch ist nichts zum Bewundern b"' < < „Ich weiß e<", es ist auch nicht daS Wert, "" ,. bewundere, sondern Euren Muth, Eure ^" ^h." Schade, daß sie niemals ihre Belohnung f"dc>' " hg's In diesem Augenblick gebuchte Isaal ^ M Worte: ..Hütet Euch, Isaal, Ihr leid in größerer ^ ' denn je zuvor." zM Gleichzeitig sah er, wie das gelbe Gesicht vor p hämisch auf das Uhrwerk schaute und fast "" flüsterte er voll innerer Anast: l,eendtt>" „Wie meint Ihr das? Mein W«l ist"« ^ Da lachte das finstere, unheimliche M'^ Schadenfreude. . ^,. d^ „Ihr arbeitet vergebens, Meister 0""^^ Uhrwerk wird untergehen — Eure Mühe un° ist unnütz verschwendet." ^, s^mind^ Da fühlte Isaal Habrecht seine Sinne 1°, ^ ^e taumelnd sanl er auf die Bank meder." ^ Augen wieder öffnete, war die Gestalt «"4"^ „ So fand ihn sein treu« Genosse nach "ntaen ^^ ab« vergebens waren dessen Fraaen "«« "^ IfA seines Kummers. WaS ihm widerfahren, vergr ^fs-tief in sein« Brust, ab« sein Muth «nd stM nung waren mit einem Schlage vermailel. (Fortsetzung l"l«<) 037 Dringen unserer Kaufmannswelt mehr au« politisch«« al« ökonomischen Gründen beharrlichen Widerstand. Es lst za bekannt, daß die Diplomatie in dieser Angeleaen. yttt seinerzeit uuch ein Würtchen mitgesprochen hat. Nun scheinen diese politischen Gründe weggefallen zu sein oder doch von ihrem Einflüsse auf unsere Regierung viel ver-loren zu haben. Ul« Rechtf.rtigung dieser exceptionellen Verfügung sühn man an, daß sich Serbien in außer-ordemliche., Verhältnissen befinde. Ucber die Natur die. ser ..außerordentlichen" Verhältnisse wird jedoch vorerst tiefes Schweigen beobachte!, wenngleich jedermann darunter nur extreme Veschlüsse in der Kriegsfrage oer« standen wissen will. Und daß diese Interpretation der Berechtigung n'cht entbehre, dafür sprechen noch andere Thatsachen, welche im Gefolge des beschlossenen Mora< toriuln«! unmittelbar einherschreilen. Man versichert, daß auch die Suspendierung des vrlßgesetze« beschlossen worden sei und daß das heulige, päteslens morgige Amtsblatt den betreffenden fürstlichen Aas bringen werde. Laut Verfassung darf eine solche -Maßregel in ruhigen und fliedlichen Zelten nicht ergrif. sen werden. Der Landfrieden ist aber weder von einem inneren, noch äußeren Feinde bedroht. Somit ist die An. "ahme berechtigt, daß es mit der Herrfchaft des Frie. ^s mindestens stark zur Nei^e gehen müsse. Es gibt wol auch Anschauungen, welche die Su spcndinung des Preßs.esetzes und ctwelche vielleicht noch "^folgende Maßregeln analogen Kalibers, wie beispiel«. ^eisc die schwerlich ausbleibende Perhüngung des Bcla» Mungszustandcs über ganz Serbi'n weniger mit der KriellSevenNllllilät. als mit der allfälllgen Absicht ^«Cabinet« Nistii in Zusammenhang bringen, durch >° extreme Mittel die zum Kriege dringende Omlabina '" Schach zu halien. Diesen relativ optimistischen Auf. sassungcn stehen aber ncch wel'ere Thatsachen im Wege, v°" welchen nicht die unbedeulsamste die gleichzeitig zu Newiirli^enoe Ausschreibung der Zwangsanleihe im Beenge von 12 Millionen Dinars (Francs) ist. Auf Belgrad enlfallen allein 1'/, Millionen. Ucberdies werden zu den Steuern (.,Prires") außerordentliche Zuschläge octroyiert; für Belgrad er-geben diese letzteren allein einen Bctrag von über 60.000 ftrs. Wären mm nicht wirtlich außerordentliche Verhält, nisse vorhanden, so würde man zu so tiefeingreifenden Maßregeln nicht schreiten. Schließlich steht noch eine andeic Ueberraschung un« ll'ittelbar bevor: Nach einer neuen Verordnung darf kein ^bischer Unterthan, im l ller vom 18. bis zum 50. >5. Er> t>i« i.:"biens steht auf dem Spiele. Versäumt es auch stirb, ^ Gelegenheit, so wird es an der Schwindsucht tzlu,!'' - ^"dessen bürgt unS der präcise Beschluß der ..Äl°.i"ma dafür, daß Serbien auf der Bahn der ^.'"""lpolllil" beharren wird. Das Programm der Kb ""l'U und noch mehr der feste Entschluß ..an maß. in t»«., " Orte" (der Fürst!) erlauben leinen Zwe,fel dir h s?, vtzichung. Die Rüstungen sind vollendet. Nie Kiltes ""nu hören, wird man olesertage zum letzten ^''/as den Krieg ermöglichen soll, schreiten: zur °x/V l ch e n Reichslanzleramte« steht, wie die bar b.», ^'^ allgemeine Zeitung" vernimmt, unmittel» d. Hu,°l' ebenso die Ernennung des Glaalssecretärs !°llsl l, zum preußischen Staalsminister. Was die Me», !"sichllglen Aenderungen in den Ressorlverhält. >°lvtlt s" ^eichslanzleramtes betrifft, so werden diese, >'t eine yrvßere grundsätzliche Bedeutung haben, voraussichtlich erst im Herbste d. I. zur Ausführung gelangen. Das deutsche Panzergeschwader, welches unter dem Eommando des Conlre.Admirals Vatsch nach dem Mittelmeere bestimmt ist, hat am 22. d. M. zu Wil. helmShaven die Anker gelichtet, um seiner Bestimmung entgegenzugehen. D>e gesammte deut e r - S ch wili b el.) Nu» Vayieulh wirb dem „V. V. E." geschrieben: ,.E« gibt eixen inuen Hanbllszwsig in Vayreulh und da« sind Wagner-Reliquien. Hier ein amüsante» Veispiel: Wagner lrinlt hie und da in einem bestimmten Vier' local ein Glas unsere« schönen baierischen «iere«. Da« wird ihm dann ans einem Stammscibel credent, da« ihm in diksem kocale gestiftet ist und da« die Inschrift trägt: «Dem großen Master Richard Wagner." FUr Fremde ist diese« Bridel gewöhnlich ?ili Gegenstand besonderer Nusmerlsamleit uud — Kauflust lind orr gute Wirth läßt sich denn auch hin und wieder erweichen. Hin und wieder sagen wir; denn wie ost diese« Seidel schon in EuriositlileNlAammlungen, zumal in« neblige Albion hinilber-gewanberl ist ^ natürlich zu „sleliquirnp^eisen" - da« veimag nur einer zu sagen, nemlich der Herr Wirth selber. Und der wird sich wol hUten, e« auszuplaudern. Da« eigentliche Gtamm» seibel aber befindet sich natllrlich unveländert an Ort und Stelle." ( Verl < ner F r i f e n r r.) Diesertage orranstaltete die Fachschule der berliner Friseur-Innung ei» Plcisflifilrel!, Deu ersten Prci« gewann ein junger Mann, dcr durch graziöse Loif« sure das Gesicht einer älteren Dame mindesten« nm zehn Jahre verjUngl hatte. Nach diesem Welllampfe traten fünf Meister der Kunli in die Schranken und boten ein äußerst intcrefsautt« Schall spiel. Hier wurde die Zcit in Wstrach! gezogen. Herr Schul, hatte es sich zur Aufgibt gestellt, schnell und mit nichl« ale Kamm und Haarnadeln sein Wrrl zu vollenden; er leillete Erstaunliche?. Locke reihle sich an i?ocle, kunstvoll, grazil)« — 9 Mnulen nur und die Loiffult war vollendet! Herr Eller brauchte W Mimilen, um ein gar liebliche« Oesichlchen mit paffender, leicht gllläusrller Haarfrisur und mit Vergißmeinnicht reizend zu schmllcl>n; nach Itt Minuten hatten auch Heir i?evin und A. Knöffler ihre bill» lanteu Arbeiten vollendet und !«»t, but «ul Iv»,l gltlnzle bi» majestätische Frisur de« Herrn L. Knöffler. Zu gleicher Zeit holte der Theaterfriseur Ollenschläger au« Schwerin am andeien Ende de« Saale« aus eiuem Podium seine erstaunliche Knust der Gesicht«, maleret gezeigt; er vsrwandelte einen sechzehnjährigen Illugüng in einlu siebzigjährigen Greil». Da« Turnier schloß mit einem Souper _________ fokales. — (W o h l lhä ti g le i t « a ben d.) Der vom .. l'a i > vacher Turnverein" ouigfstern in dn (lüsinlil.finnral!l>!! oeranstallele Woh!thätiglsil«»belid ,um Grsts» on Uebeischwemnüs!! am laiblichsr Vioure war oo» einem glünzeliden finanzieUen Re» sullate begleite! und dUlfte den Veneficianten ein Nrinerträgnis von nahezu 250 st, zufuhten. Trctz des in Anbetracht des wohl» thätigen Zweckes erhöhten Entlör« hallen sich doch einige lnmdlrte vou Gästen cingcsunbcu, die - da« Nllhlichr mit den! Ange« nehmen vilbindrnd — gelommeu waren, ihr Schelslcin z»> i!ll,< delurg der Nolh beijutrage», so daß viele deiselden in dem eigeül« lichm Pr?dl:clion«saale, dem Glaos^lon, gar nicht Platz sanden und sich denselben in den anstoßenden Zimmerlolalitälen such,» muhten. Gehr zu bedauern bleib« es daher, daß der Himmel an diesem Abende lein fleundllcherl« Gesicht zeigte un>> eiue gar luhle Lust wehen ließ. so baß injolgc dessen nu, eiue ganz lleiue, aber offenbar erquisile Schar begeisterter Polalfreund, den Muth fand, vou dem gleichfalls g.'öffuetln Galle« Gediauch zu mache« und sich daselbst zum Glsteu der Ueberschwemmle» einen pateoten Wohlthäliglcilsjchnupfei! zu holen. V,i einigen GradtU Mehlwiirme wäre der Garten sicherlich oou ^«njovirl Hnudeltsn von Gästen besucht gewesen, die da« Vergnüglu eine« nach langem, schneereichen Interregnum endlich im Flenn gtuieljbrren Gommerabende« gewiß gerne mit dem belchei» denen Obolu« von 50 lr. erlausl halten. Freund Vorlas Hot e» indeß leider anders gewollt. - Daß d2« Fest in fin°n,iellel Hinsich! dsssenungeachtel so gllnstig ausfiel, bleibt daher im Interesse der damit verbundenen guten Sache doppelt erfreulich. Nächst den einzelnen Programmnummern, die durchwegs unter großem Vrifalle abgespielt wurden und zum großen The,lr sog»-, wiederholt werden mußleu, erfreute sich nameutlich der Glilck«' Hafen ganz besonderen Nnllange«. Die 3400 N»mme,n de« selben ginge« reihend ab und waren bald «ach !» llhr bcreil« vollständig ausdertaust. Nun ging« an« Beheben der Gewinste. Die Glücksgöttin — launifch wie immer — bewährte sich nalll»' lich auch an diesem Abende »l« solche; während sie dem Einen unter 10—20 ^'vsen mitunter vier bi» fünf auch sech« Oelvn.st« bescherte, gmgtli andere wieder, die die dreifache Anzahl kose genommen hatttn, vollständig leer aus oder mnßten sich, wie der Zusall die« in ,wcien uns bekannt geworbene« Fällen fügte, mit ihren eigenen Gewlnstgegeuständen begullge», die sie lagszuvor sclbfi zum Gllickbhafen gespendet und nun wieder zurückgewonnen hatten. Line Stimme de« i'ol-e« herrschte über die Neichhaltigleil, mit der der Olttck«hafen dotiert war und woomch sich derselbe vor Nhulichen Unlernehlnungeu vorthlilhujl »uszeichnelr, 250 durchweg« sehr ,>e«te und verhal,»i«mäßig auch lverthvolle Ve: winsle waren c«. die da« schloffen und der Direction die Vorlage de« Entwurfes über» tragen; 5. auch wurde beschlossen, in Hinkunft bei Conduct«« anstelle der Wachskerzen schrrere Milllterjeu treten zu lassen. — ( Ktl ftplä he,) Für da« nächstlommeude Schuljahr 1376/77 drei lrainische Staalsstiftungsplätze an l. l. M i l i t ä r-Nildungsanftalteu zur Vesehnng. Eltern, welche sich um die näheren Vedinqungen der Lompetenz interessieren, verweifen wir auf da« Amtsblatt der «Laib. Ztg.". welche dieselben au«« fllhrlich enthält. Bewerbungsgesuche fiud bis E n o e I u n i o. I beim lrainischen Landesausschuss« zu überreichen. — (?totarstelle.j Zur Vefchung der Notarstelle in Neumarltl, deren neuliche «lompetenzausschreibung erfclglo« blieb, wurde neuerlich der Concurs ausgeschrieben. Der Termin desselben läuft bis 26. Juni. — (Verlosung.) Die Vewinftyerlosung de» steier« märkischen ilunftvereins fand heuer nicht, wie ursprüng» »ich festgesetzt war, am 28. d. M. statt, sondern wird erst am 11 Juni vorgenommen werden. (Sängerfahrt.j Unser schönes Nachbarland Kärnten scheint — wir wissen nicht mehr ob seiner anheimelnden „Kärntner« lieder" oder seiner schönen „Kärntnerinnen" wegen - bei den edlen Sangesbrüdern in großer Gunst zu stehen. Geit mehr als einem Decennium bildet es ein stet« gerne aufgesuchtes Mella filr benachbarte und auch nicht benachbarte ausflugslustige <3e-sangsvereine. Und so auch heuer wieder. Denn nicht genug, daß sich die laibacher philharmonische Gesellschaft Pillach zum Zielpunkte ihrer Pfingfifahrt auserkoren, steht nun auch Klagen» fürt der Besuch eines Gesangsvereines - und zwar eines gar renommierten und hochberllhmten - in Aussicht. Wie nemlich die gestrige '„Klagenfurter Zeitung" mittheilt, langte dieser Tage daselbst die ..frohe Botschaft" ein, daß der wiener Männer« gejangsverein, trotzdem demselben Anträge von Hamburg, Trieft und anderen Städten vorlagen, beschlossen habe, seine all» jährlich übliche Sängerfahrt sowie bereits in den Jahren 1864 und 1869 auch heuer wieder nach Klagenfurt zu richten, welche Nach» richt natürlich von dort aus mit dem freundlichsten „Willlom« men" beantwcrtet wurde. Man sieht hieraus, daß Klagenfurt nicht bei — Warasdin liegt. Die projectierle Sängerfahrt, die ssewiß auch so manchen laibacher Sangesfteund zu einem kleinen Abstecher nach Klagenfurt bewegen dürfte, soll Mitte August vor sich gehen. Für dieselbe geit ist auch die Eröffnung des im Baue begriffenen Unterlunftshauses anberaumt, das von der Section Kärnten des deutschen und österreichischen Nlpenvereines auf der Oroßglockner.Pasterze errichtet wird, und hat der wiener Männer» gesangverein zugesagt, sich an der Einweihung derselben zu be« theiligen. e»t Zeschlo 5 st ; von Helrn Johmin Baumgartner j»»i«l- 5 st.; vc'N der löblichen lrainischen Spailassr 250 fl.; von der lülillchln lrainischen Industriegesellschaf! 510 Kilo Weizenmehl. Indem ich den geehrten Gebern im Namen der betheiite» Hilfsbedürftigen den verbindlichsten Da:,l fuge, blilig, ich diese miltxhatiaen Spenden gebührendermaßen zur öffentlichen Kenntni«. La'bach den 2«. Mai 1876. Der Vülgermeiftcr: Laschan m. ,» Oesfeutlicher Daul. Herr Heinrich Slobler in Graz hat namens seiner Fräulein Tochter Paula dem Elisabeth. Kinderspilale in Laibach fünfzig Vult>en österr. Währ. gespendet, wosllr den tiefgefühltesten Dank aussprichl die Direction des Elisabeth'Kinderspilal«. Äls unterstützende Mitglieder der laibacher jreiw. Feuerwehr leisteten deu Jahresbeitrag pro 1876 : Frau Paulit Theresia in Schischla ... mit !0 ft. Herr Smole Micl'ael....... „ 10 „ Herr Burger Leopold.......„ 5 „ (Wird soltgcseht.) Ncnrlle Poll. Salzburg, 27. Mai. Das hiesige Domcapitel wählte heute unter dem gesetzlichen Eeremonicll den Benediltiner-Abt Eder zum Erzbischof von Salzburg. Prag, 27. Mai. Palacly's Leiche wurde hcute em-balsanchrt und wird im Rathhause aufgebahrt werden. Zur Theilnahme an der Leichenfeier erfolgten bereits zahlreiche Anmeldungen; auch Banderien werden sich aw Zuge betheiligen. Der Stadtrath bildete gemeinschaftlich mit den nationalen Vereinen ein besonderes Comit6 für die Leichenfeier. Palacly hinterließ ein Testament. Trieft, 27. Mai. Das Mauroncr-Theater i,t niedergebrannt. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. Das Feuer wurde lokalisiert, das Dach und die Mauern sind eingestürzt, weiteres Unglück ist dabei nicht zu be< klagen. Telegraphischer Wechselrours vom 27. Mai. Papier - Reute 64 60. — Silber - Rente 68-60. - 1""'" Ktoats-Nnleheu 10« 75. Vanl-Nctien 822 -. «llcoit-Aclilll 131 50 — London 121--. - Silber l02 90. «. l. Mm>, Du< taten 5 72 — Napoleonsd'or !^ 64. - 100 Reichsmark 59 30. Wien, 27. Mai. Zwei Uhr nachmittag«'. (Kchlußco»ck> Hrcbilactieu 13120, 1860er Lose 10650. 1«64cr lose 13! 50, österreichische Rente in Papier 64 60. StaatSbahu 255 —, N°l>" bahn 181—, 20. FranlensUicfe 9 64. nngarischc «tirditc»''^ 117—, österreichische ssraucnbanl 15 50, österreichische 3ll!a.l.'ba" 6360, Lombarden 75 -. Unwubanl 56-. austro-olientnl'l^ Vant — -, Lloydactitn 310 -, austro-ollomaliischi' Rindeschmalz Klgr. 1------ Q.-Meter ------ 9^ Schweineschmalz,, 82------- — weichl». ,. - ^ ^^ Speck, frisch „ - 70------- Wein,r°th..100Lil. - - ^'^ geräuchert „ — 75 - — Weiher. ,. - 2^ Angekommene Fremde. «m 27. Mai. Hotel Iiadt Wien. Haas, Hostnll, ssranna, Miltsch. M?.;^ lowlh, Meis.. und Brauer, Wien. — Fischer. Ncis., Paris. ^ Weittna, Prac,. — Leschtina. Stalionöchcf. Uömerbad, ^ Sartori, Steinbrilck. — Kerschih, vlrnoldstein. ~ Winters Gutsbes., Deutschland. — Franel, Kfm., Lndwiasbura.. ^ l Arnsteiu, Agram. . ^ Hotel Vlefant. Delleva nnd Prelner, Triest, — Zolonib, l. Major, Vreölau. - Ivan Anna, Sagor. - Skuvs, Klag" , fürt — Golobil'i^, Oberlrain, , H h«tel Europa. Gärtner, l. l. storfibeamter, Görz. -^ M""> Ksm.. Wien. ^.D itaijer von Oesterreich. Degrassi sammt Frau, Trieft« > Oiasutta. Sugor. . ^ Ulohren. Marlovic-, Oberlrain. - Uranit und Schuster, Ptarb^. Meteorologische VeouachlmM», lu Lailmch^,^ _ .l W kZ 7^ 'i- W '« z«l §I ° —15 Ä' 7U.Mg.! 730.o« '^- 8.» W. schwach bewöllt il.^ 27. 2 „ N. 730.7, ^>4.? ONO. schw. theilw. heiter M« 9.^ Ab 732.4, ^ 9.< ONO. schw. heiler ! " 7 U. Mg. 734m> ^- 7, SO. schwach Neliel U" 28 2 „ N. 735.,» ^.13.« SO. mäßig halbhciler M" 9., Ab. ^ 737,5» >l-1l 4 wiudstill bewölkt j,, Den 27. bis gegen l i Uhr Regen anhaltend, da"" '"^, weise Aufheiterung, abend« ganz heiler, sternenhell 2)e>" ,„ morgen« Nebel, dann heiter, Sounenschem, tie Alpe» llal, U ^ II Uhr zunehmende «cwüllung, heftiger NO., um 1 ^^„v'ß' mittags ein Strichregen, da»» theilweisc Nnfheilerung. 'v z?. abend« ganz bewülsl. Da« Tage«n»t!el der W«>me °" ^ und 28. -<- 10-7», beziehungsweise um 5 4° und 5 6" «"" Normale. Verantworlllche! Redacteur: Otto mar Vambe»«^ ^»N^spN^PI'ii^t V^^n. 26. Mai. «nfana.« geschästslos und sehr matt, später entschieden flau, vermochte sich die Vörse schließlich bedeutend zu erholen, als au« Vtrlin eine Äcsestig'"^ <^lsl-NV<.«.!^z. «onrst und die Vornahme von DeclungMufen gemeldet wurde. Mal- ) «.«.. l . . . ee>«5 7^.. 7^. Do,,au-«el,nlierung««rofe . . 10» - WSs0 llng. Li!eub«lh,l.«nl.....9Ht,0 94— Ung. Prän.ien-^nl......«950 70 - i»i,ntl 0 Depositenbank.......— - — EscompitllnNlllt...... 685— 645 - Franco-Vanl.......1b 7b 16- Haudelsbanl........5b'— lb'50 V »ionalbanl....... Hli4 — »L« — Oefierr. «ankgesellschsfl . . . - — -- Unlonbanl ........h« 5ß.zf, »erlehisbanl .......«Zf»« y^, Nette» >,n Tr«»sp«rt-U»ter«etz-»n««eu. Vllb w»« «lfölb.Vllhn........— — __.— Kall-Lndwiz«Vahn.....ij>8 - 18950 Honou.DllMpschiff.» Gesellschaft 386— 8?..«zern..Iaffy.V»hn . . Iltii - l»» — i.Ioyd'«ese«lch........815— »2li-— Otsterr. »i«rd»»stb»hn .... 1»7- «700 «eld lv«e Mubolfs-Vahn....... Ils»— 1s6 — ktaatsbahn........ zl»4k0 855 50 Sllbbahn......... 7450 7475 Theiß-Vahn........ - — — .- Ungarische Viordoftbahn . . . Il<0— 10050 Ungarische Ostbahn..... 88^5 8»?5 Iramway-GefeÜsch...... 110— 111 - vauge sell schalte«. «llg. »sterr. «augesellschaft . . —'— —-— Wiener Vangesellschaft..... .-«— — —. PsKudbriese. «llg. »sterr. Vodencrebit . . . 108 50 104 — dlo. in »8 Jahren 58 — 8840 Ziationalbaul ö. W..... 97 zy 9740 Uug. Vodencredit...... 85'50 86 — Priorttste«. «lifabeth.-«. 1. «m..... 87 2b 8750 »erd.-Uiordb.-G....... 108 50 104-— ßr»nz«I°feph.V....... 90 70 9l - ««l. «arl.z»ndwig°«., I.«m. . 97— 97 50 0:sterr. ««rd»eft.«. .... «b 7b 86- VlebenbNrger.......7-.^ ,hl'U Staalsbahn........'" 7^ ,o7«" Sllddahn k l> Hamburg......... ,.^l;ft '«"^ « London ......... 47H5 ^ Pari« ......... Geldlsrien. „ «tlb . «72 " Ducatm .... ^si.N 'r. 5 fi-^ , slapnleonsd'or - " " 3« " hft ^ »l> - «rainlfche ««ndentlaftM««.^"«^