LllibachelMMtlMg. Nr. 178. Prä,»» mcral ionöpreis : ^m öomptoii ganzj. fl. II, H.Ubj, fl. 5>.ü0. Für dic Zuslellimn in« Haus halbj. 5,0 lr. Mit der Post gcmzj. fl. lli, halbj. si. 7.5.U. Montng, «. NiWlft Insertion »gebühr l>i« 10 Zeilen: imal eu lr., üm. 80 lr., ^m. 1 fl., sonst pr. Zcile im.«lr., 2m. 8 lr., ^m. IN lr. u. f. w. Inscrtionsstempel jebcsm. U0 lr. l8?U. Amtlicher Theil. )5e. t. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 1«. Juli d. I. dem Pcrsonaldechant und Pfarrer z>, Triclisch Joseph Seiger, in Nuertcnnnng seiner vicljährigcn ersprießlichen Wiltsainkcit in der Scelsorge und auf dem Gebiete des Schulwesens, aus Anlaß scincs 50jährigcn Pricstcijubi. läums das goldene Verdienstkrcuz mit der Krone allcr-gnädigst z„ verleihen geruht. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben »nil Allerhöchster Entschließung vom 2. August d. I. dem Vezirkshauplmaunc erster Classe in Dalmaticn Emil Franz den Titel und Charakter eines Stalthaltcrci-ralhes tazfrci allergnädigst zu verleihen geruht. Taaffe m. p. Sc. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 25). Juli d. I. den ordentlichen Professor des österreichischen Civilrcchtes an der Innsbrucker Universität Dr. Peter Harum zum ordentliche« Professor desselben Faches an der Wiener Universität allergnädigst zu ernennen geruht. Stremayr m. i). Heute wird ill deutschem und zugleich sloveuischem Trftc "Nsgegebcu und versendet: Landesgesetzblatt für das Herzogthum Krain. XVI. Stück. Jahrgang 1870. Inhalt«-Uebersicht: 24. . , „ ^ ^. Gesetz vom 15. Juli 1870, "clrcffeud d,e Anhaltuu« ^meiuschädlichcr Personen in der Hwauas-llrbcitöanstnll. 85». Verordnung dcS Ministers des Innern von, 18 Inli 1870 ,.< ., Z- 10806, «bcr d,e Zusammensetzung dcs Laudcö-SauilcltSralhcs flir Krain. Kundmachung der l. l. Landeöregicrunc; filr Kraiu vom 14. Juli 1870, Z. 5380, detrefteud die den Schillern der HcmdclSlchranlM dcS Ignaz -pazclt in Wien zussestaudenr Bl'giliisticpmg in Bezug ans dai> Recht zum riujal.nia.eu Freiwilliaeudirufte i?aibach, am «. Nüa»st 1«70. Vom l. k. Ncdactiouölmrcau dcs LaubcsarsetzblatteS für Kraiu, Nichtamtlicher Theil. Politische Uebersicht. Laibach, 7. August. Der „N. Fr. Pr." entnehmen wir über die Stellung Englands zum deutsch-französischen Kriege Folgendes: Die Bennruhignng ist unter dem englischen Volke seit der Enthüllung dcs geheimen Vertragsentwurfes und der lahmen Erklärung der französi schcn Regierung fortwährend im Wachsen. Als Gran> v'lle am 29. v. M. im Obcihansc die Lavalcltc'schc Angabe mittheilte, Herr Bencdctti habe sich den Entwurf prcußischcrseits in die Feder dictircu lassen, sei adcr ganz unschuldig an dem Versuche gewesen, „die französische Ncgicrnng in eine Verschwörung gegen die Freihciten Belgiens zu verwickeln," da brach nnter den Lords schallendes Gelächter aus. Dies war doch eine zu starke Zumulhung filr ihre Glaubcnskraft. Man ist hier von diesen Enthüllungen ganz bestürzt. Ich will bei der Größe dcs Kampfes, den Deutschland jetzt zu lämvfcn hat, gern von den Gefühlen schweigen, welche die Engländer nach zwei Richtungen hin bewegen. Aber ganz unleugbar ist es, daß die Ueberzeugung, England könne kaum länger mehr thatlos zusehen, sich immer schärfer hcransbildct. Belgien und Holland sind in Aller Gedanken. Ein paar Blätter von Bedeutung, wie z. B. die ,.Pall Mall Gazette," empfehlen daher bcrcüö entschieden den bewaffneten Schutz der Neutralität Bcl^icnö und Luxemburgs von Seiten Englands. Es ist freilich "nc Frage der Machtmittel, nnd'England ist milüärisch schlecht gerüstet. Im ganzen Lande befinden sich nur '^-^0 Mann. Davon muß der größere Theil zur Deckung Irlands verwendet werden. Indessen hc,t Eng' land ciu Frciwilligcn-Hccr von 170,000 M.nni; dicsc allerdings küniuu nur im Falle eines fremdm Einfalles ausgerufen werden. ^. Ich höre, daß in aller Stille während der letzten ^age mancherlei Befehle ausgegangen sind, um Eng- lands mangelhafte Waffunng zn verbessern. Im Mini« sterium ist ein Sondcr-Ansschuß eingesetzt woldcn, der sich eigens damit brfaßl. Die Mitglieder desselben scheinen mir allerdings in ihrer Mehrheit nicht die rechten Leute. Zur Anfstuchelung der Gefühle hat in England, wic ich glaube, namentlich nuch die Durchfahrt der frcm zösischen Flotte dnrch dcu Eaual nach der Nord- und Ostsee beigetragen, nachdem Eugenic derselben umher dcn KricgSruf cttheilt hatte Ein Aimada-Schaltcn ist dadurch Plötzlich auf dic englische» Küsten geworfen worden! Was manchen wcitcrblickcndcn Engländer auch be» uuruhigl, daß ist dic Erwägung, daß bei längerer Fort° oauer dcs Krieges Rußland dci eingezogen wc,dcn könnte; daß Rußland daun die Gcll-gcnhcit ergreifen würde, seine Ziclc im Oriente zu verwirklichen, uud daß mau bei solcher Lage hier vollends nichl mehr wüßte, wohin sich wcndc». Eine Verordnung dcs Polizeivräfecten von Paris, welche dulch inucrc Manöver scilcns gewisser, in Frank« reich wohnender Ausländer gcgcu dic Sicherheit des Staates molivirt wird, fordert alle Angehörigen dcnt-schc» Länder auf, sich biuueu drei Tagen bei dem Po-lizeicommissar cinzufindcn, ,»n die Erlaubniß zum Aufenthalte zu erlangen. Die Verordnung hat leine An« wendung auf in Frankreich »aluralisiitc Ausländer und auf jcnc, wclchn, bereits die Ellaubniß, in Frankreich zu wohnen, erlhcilt wnrdc. In Paris brachte, wie vorauszusehen war, die Nachricht von der Schlappe, die das Corps Mac Mahon bei Wciszcnvurg erlitt, die ganze Stadt in Bewegnng. Die Bcvölkeruug von halb Paris bewegte sich im aufgeregtesten Zustande nuf den Boulevards Montmartre und dcs Italiens, so daß bald eine Verkehrs-Slockung eintrat, durch gauz Paris ertönten patriotische Gesänge; ecst nachdem eine preußisch-officicllc Depesche bekannt wurde, in welcher constatirt wurde, daß die Deutschen mit ungeheurer numerischer liebermacht gckämpft, l,e-ruhi^le sich dic Menge. „Ganlois"' Meldung, wonach die deutschen Truppen vci Weißenburg 7000 Mann verloren hätten, ist wohl gchöiig übertrieben, und wenn auch die baicrischc Angabe von 300 Tootcu uud «00 Verwundeten zn nieder gegriffen ist, so wird sie wohl der Wirklichkeit näher stehen, nlS dic französische, die offenbar dcn Verlust der Deutschen nur darum so hoch angibt, um dadurch die Wirkung, die das Bekanntwerden von der Niederlage der französischen Waffen auf die erregbaren Pariser ausübte, zu paralysiren. Bckaunilich haben officiösc preußische Telegramme die Klage erhoben, es seien französische Truppe» ins Luxemburg'sche ciugcdruuM und hätten dort die Marseillaise gesungen. Nun coustülirt der luxemburg-schc Eonsul in Brüssel i» einem Anschreiben an die „Indcpcul'ance," daß p r c u ß i sch c Soldaten die Grenze übcrschliticn nud in mchicicu l»xcmdurg'schcn Dörfern Lebensrnittel eingekauft hätlcu. InItalicn sind Unruhen ausgebrochcn, in Genua wurden in Folge eines politischen Processes Barricade,, gebaut, wovon vier von den Truppen gestürmt wurden, wobei ein Aufrührer gctödtet, mehrere verwundet und verhaftet wurden. Ein Correspondent der „Iudcpcndanee belge" con« statirt, das; man in Rußland von militärischen Rüstuugcn nichts bemerke; Truppen seien nirgends con-ccnlrirt nnd anch keine Urlauber einberufen worden. Allerdings ließe sich nicht in Abrede stellen, daß man die auf Urlaub bcfn.dlichen Soldatcn angewiesen habe, sich für alle Fälle bereit zu haltcu; auch werde der Bau dcr strategisch wichtigen Bahnen iu Süd-Rußland eifrig betrieben. Zu dcn Mächten, welche ihre Neutralität officiell proclamirt haben, hat sich, nud zwar schon am 18. Iul,, anch dic Türkei gesellt, So lauge die Ereignisse dic Existenz des oltomanischcn Reiclns nicht bcdrohrn. das l,cißt, so lange Rußland nicht Miene macht, im Trüben fischen zn wollen, g.dcnll die Pforte sich ganz ruhig zu verhalten. Diescr Eulschlnß dcr Stambnler Regierung wnrdc allen Großmächten und Italm' nolificirt. Nachdem mehrere cnglischerscitö ccmcessionirtc Loot-sen französische nnd dcntschc Kriegsschiffe durch den Canal geführt und einer derselben das Admiralschiff der srunzösischcn Flotte am Moulag bis Osleude gelootscl halte, haben die betreffenden Behörden cS dcn von ihnen coucefsionirtcn Loolscn verboten, sniuzösischc oder preußische Kriegsschiffe außerhalb dcrcn eigenem Sccgebict zn leiten. Zum Kriege. Die Trupp enconcentrationen beider feindlichen Mächte längs ihrer LandcSgrenzen dürften nahezu vollendet sein. Um alsbald dem Leser darzu-thun, welche riesigen Dimensionen dieser gewaltige Kampf zweier Militärmonarchien wie Frankreich und Preußen anzunehmen droht und zwar jetzt schon, ehe des Ningen in dcr ersten stattgefunden hat: führen wir hier an, daß in gleich großartiger Anlage hinter beiden gewal' ligcn Feldarmeen dir Reserven in Bildung begriffen sind. Nur zu sehr scheinen die Worte, die Kaiser Napoleon III. an die Rhein-Armee richtete: „Dcr Krieg wird lange und mühsam sein," in Erfüllung gehen zu sollen. Wir haben hieroor schon über die Formation der vierten Bataillone und der Depotsbatailloue in der französischen Armee berichtet. Auch in Preußen geht man daran, Ersahlörper der verschiedenen Infanterie» regimentcr sowie entsprechende Abtheilungen der anderen Nassen zu formiren. Der Leser weiß, daß die Oberbefehlshaber mit ihren GeneralstabSchefs und großen Stäben bereits bei den beiderseitigen Armeen angekommen sind und mittelst Proclamationen an die Armeen das Obercommando übernommen haben; daß ferner, wie auS dem Vorerwähnten hervorgeht, beide Armeen in der Hauptsache concentrirt und schlagfertig an denjenigen Operations» linien aufgestellt sind, welche zur Einleitung des großen Krieges von beiden Gegnern ausersehen sind. So gegenseitig den Entscheidungen zustrebend, sehen wir auf dcr gauzen Linie von Trier an der Mosel, läugs dec Saar und Lauter bis zum Rhein die beider» seitigtn Tropften mehr nnd mehr Fühlung an der Klinge uchmcn; sie stehen eben in dcr „Region des Feuers" und folgerichtig müssen sich die Zusammenstöße der gc» wältigen Kräfte von Tag zu Tag mehren, werden einen immer bedeutungsvolleren und emsteren Charakter an« nehmen. Von den glücklichen Erfolgen auf dcn ersten GcfechtSfcldcrn hängt cs ab, wer von beiden Theilen die Offensive im Großen ergreifen wild. Für das hier gesagte sprechen all« jene Llcllonen, dic inneihalb dcr letzten Tage auf der Linie Trier-Saar» brücken bis zu drin jüngsten S,gt und aus Nieder!/" bahndirectioncn Nord- und Suddenlschlands dazu ausgl fordert worden, ihre Ansichten hierüber tundMcvt» Mcistentheils werden die bisher in Deutschland üblich^ Wägen als nicht zum Transport von Verwundeten bl' zeichnet. Die Personenwagen mit Eingang von lieidt" Seiten eignen sich nicht dazu, da in ein Coup^ höchste" drei Verwundete placirt werden könnten, und bei ^ Fahrt in Güterwagen sind unvermeidliche Erschütterung^ Mangel an Luft und Licht u. s. w. Uebclständc, wcl<> nicht zn beseitigen sind. In Amerika wurden währet des Krieges zwischen den Nord- und Südstaaten eiss^ Ambnlancc-Wagen nach dem Enlwmfc von Dr Haw' gebaut, welchc übcr 75.000 Kraule und Verwund transportirten. Die amerikanischen Eisenbahnwagen si"' sämmtlich nur auf dcn beiden Schmalseiten mit 6>»' gangsthürcn unk eincr Plattform versehen (wie »»s^ früheren Südbahnwägen) und hat man nun in derart gen, auf vielen Feldern ruhenden und mit vielen W stcrn versehenen Eiscnbahn-WaggonS statt der SitzM dicht an den Fenstern je 15 Krankenbetten angcbraO zwischen welchen ein breiter leerer Raum zur Bewegt dcs Hilfspersonals bleibt. Zur Herstellung der Betten dient jcderseits ei"' Doppelreihe von ü senkrecht gestellten Ballen. Die <5w' fernung derselben der Länge nach entspricht der M» eines Bettes, wie die dcr Breite nach der Breite ei^' solchen. Zwischen je vier dieser Ballen sind die Oel sind, trägt die Doppelreihe von Ballen, jederseits !, Betten. Dieselben lassen so viel Raum im Wagc» s^ daß in den Ecken noch kleine Verschlage angebracht si"' das Nllhecabilict deS Arztes, die Apotheke mit dcr Th'' , küche und das Watcrclosct, in dcr vierten Ecke steht l>e ; Ofen, dessen Einrichtung zugleich für eine lebhafte M" lilation des Wagenraumes forgt. , Die ganze Schilderung läßt erkennen, daß ma» ^ hier mit wirklichen fahrenden Krankenzimmern zu <^, hat, in welchen dcr einzelne Kranke Tag und Nachts im Spital verpflegt werden kann. Von deutschen B^" wäre nur die Schweiz und Württemberg in dcr ^ leicht ähnliche Wägen einzurichten, da bei ihren P^ nenwagen das amerikanische System in Anwendung la , Außerdem sind für die hannovcr'jchen Bahnen in 3^ der Intervention dcs Professors Dr. Esmarch aus " MuMon. Die Pörcher. Welchem Wanderer durch Tirol wäre nicht, wenn er zeitweilig seinen Weg auf staubiger Landstraße fort< setzen muhte, larrenziehendeS Gesindel begegnet, dessen halbnackte Kinder ihn mit beispielloser Unverschämtheit und Ausdauer um einen Kreuzer anbettelten! Es sind die „Dörcher" oder „Laniger," welcher sprachlich noch unerklärte Name so viel wie „Durchgeher" oder „Landgeher" bezeichnet. Vom Volt werden sie auch schlechtweg „Kärner" oder „Gratelzieher" genannt. Sie sind die Zigeuner Tirols, der Schrecken aller isolirt gelegenen Höfe, eine Pslanzschulc sittlichen Verderbens, ein Haufttfactor der Verarmung gerade der ärmsten Theile Tirols, mit einem Wort ein Krebsschaden des Landes. Die Nester dieser Wandervögel sind die armen Weiler Stilfs und Schönwies im obern Vinschgau und das oberländischc Dörcherdörfchen Motz, ein schmutziger Ort unweit des reichen Klosters Stams, eines gastlichen Hospizes sür manchen armen Thalsohn, der diese trostlose Gegend durchwandern muß. An den genannten Orten halten sie sich dcn Winter über auf; aber sobald der erste Kullltruf den Frühling verkündet und die harte Arbeit für den Gauer beginnt, dann brechen sie auf und ziehen Land aus. Land ein, oft bis lief nach Kärntcn hinunter oder ins benachbarte Hoch Baiern. Der beständige Begleiter der Dörcher auf diesen Zü- gen — erzählt Dr. Ludwig o. Hörmann in AmthorS „Alpenfreund" — ist, wie schon der Name „Gratelzieher" andeutet, ein roh gearbeiteter zweirädrigcr Karren (Graten) mit einer Dopftcldcichsel, Gestänge genannt. Er wird von den Leuten selbst gezogen; häufig trifft man auch einen mageren Esel als Vorspann benutzt. Nur besser stehende Dörcher haben einen vierrädrigen Wagen, der mit einem oder zwei armseligen Gerippen von Pferden bespannt ist. Ueber den Karren wölben sich starle Hasel-reifen, worüber die ..Bleiche," ein weißes Segeltuch, gezogen ist. Dieses ist hinten durch einen Strick zusammengeschnürt und an einem eisernen Haken befestigt. Um daS Ueberschlagen des Wagens nach rückwärts zu verhindern, ragt als Verlängerung des Wagcnbodens ein armdicker, unten halbmondförmig yelrümmter Holzprügel vor, der zugleich als „Schrepfer" (Hemmschuh) benutzt wird und nachschleift, wcnn man das Gestänge vorn in die Höhe läßt. Unten hängt der Schmicrtiegel. An den Flanken des Karrens sind eiscrne Hakcn angebracht, an denen die Halftern oder Zugbänder eingehängt werden. Letzterer bedient sich fast ausschließlich der weibliche Theil der Bande, um nebenher trabend dcn Wagen ziehen zu helfen. Der Mann hat seinen Platz zwischen dem Gestänge, l'nmittelbar hinter dem Esel, und beschränkt seine Zngthäligkcit meist darauf, dcn Graten in der Schwebe zu erhalten und das Fuhrwerk zu dirigiren. Zur äußeren Etablirung dcs Wagens gehören noch einige kleine Wandctuis, die an den Außenseiten angenagelt sind und zur Aufbewahrung von Angelschnüren, Nägeln und anderem Handwerkszeug dienen. Der Inhalt des Wa- gens besteht aus Weidenkürbcn, Besen, Zunderschn'^ men oder sclbstverfertigten Küchcngerälhen !c.. je ^ dem Metier des Familienoberhauptes. Häufig findet ^ auch auf dem vorderen Theil dcs Karrens eine U"/. von Vogelbauern, angefüllt mit Meisen, Sticgl'^ „Gogatzern" und ähnlichem singenden Gevögel, das l den Verkauf bestimmt ist. Aber gewiß bci leiner u ! milie vermißt man einen Krummschnabcl, der vorn ^ ter der „Vlcichc" hängt und mit hoch aufaeblasenctH dcrn in seinem Heunest hockt und ..g'wiß an ach',. Stückten kann und eins wie's andere." Eben so ^ fchlt ein schmieriger Spitzhund oder ein einäugiger ^ del. häßlich aber treu wie Gold. D'rum heißt eS "" im berühmten Dörcherlicde: Der Krummschnabcl hangt vorn drauf, Der Spitzele lauft nebm' an Karrn. h<< Was die Neiseausrüstung der eigenen Pcrso" ^,^. langt, so ist dcr Dörcher damit nicht sehr wäM'^ Obwohl die Heimat dieser Lentc daS Ober-I"'-^ und Vinlschgau ist, so verräth doch außer dem l« ^. Dialect und dcm Gcsichtscharaltcr, was die Tracht a langt, nichts diese Gegend. Man möchte fast ""'^ daß von der Tracht eines jeden Thales, das sie d^c zogen, ein Fetzen an ihnen hängen geblieben se>/ ^ dcr schwarze „Schnauzbart" und die trotzige HAhl> fcder auf dcm Hute, sowie der cisenbcschlagcnc Stoa >^> nie dcm Manne. Dic Weiber haben gcwöhnllui ^ Kittel von verwaschenem Katlnn hoch hcraufgcsclM^ das Ziehen zn erleichtern; übcr den Kopf ist c'N so geschlagen. Da sie bei guten Wegen barfuß s^ 1268 kürzlich W neue Eisenbahnwagen vierter Classe nach dem inuerikanischcn IiUcicommuuicationssystem erbaut und in ähnlicher Weise zn Krankenwagen eingerichtet worden, Man wird deshalb wahrscheinlich die sämmtlichen wütttembergischen Wägen auch zu Krankenwagen für die deutsche Armee umgestalten und den dortigen Bahnen inzwischen andere Personenwagen leihweise überlassen. Die ..Köln.-Minducr Nahn stellte dagegen den Sc-Paratantrag, entweder eigene Wägcn zum Transport für Verwundete zu bauen oder die bisher üblichen Sanitätswagen sammt den dann befindlichen Kranken auf Pla-teauwägcn zn stellen und so zu befördern. MssesnenWeiten. Zur Anfiösulig des Arbeiter Vildunsssvereines schreibt die „Corr. Schweitzer": „Die auf Grund des Gesetzes vom 15. November 1807 unter verschiedenen Benennungen entstandenen Arbeiter- und Arbeiter-Bildungsvereine, insbesondere der durch seine Organisation und die Anzahl seiner Mitglieder zu einer größeren Bedeutung gelangte Arbeiler'VUdungövercin in Wieu und die mit ihm in Verbindung stehenden Fachvereine der gewerblichen Hilfs-Arbeiter in Wien und dessen Vororten, haben, wie die Erfahrung dargethan hat, ihren statutenmäßigen Wirkungskreis durch die Ausdehnung der VereiuöthäligM auf das Gebiet der Politik nur allzuhänfig Überschritte» und damit aufgehört, den Ncdiuguugen ihres rechtlichen Bestandes zu entsprechen. Es ist offenlundig und geht sowohl aus der bisherigen Wirksamkeit der meisten dieser Vereine als aus zahlreichen in öffentlichen und Vercinsvcrsammlungcu gehaltenen »neden der hervorragendsten Vercinömilglicdcr, sowie aus den Ertläruugen der publicistischen Vereinsurgane unzweifelhaft hervor, daß die als Vereiuszwcck bezeichnete Förde-! rung der geistigen und materiellen Interessen der Arbeiter vor allem auf dem Wege der politischen Agitation angestrebt wird. Diese Agitation beschränkt sich nicht auf die Behebung specieller Beschwerden der Arbeiter, sondern wird durch die Annahme, Verbindung und Empfehlung des iu einer Ver-'anuillung zu Eisenach im Monate August 1869 festgestellten Programmes der social - demokratischen Partei, dann durch die Förderung des allgemeinen directen Slimmrechtcs auf das Feld der allgemeinen Politik Übertragen und verstößt geradezu gegen die Grundlage der bestehenden Neichs-uud Landesverfassung. Die Neubildung von Arbeitervereinen, deren Statuten zwar keiuc staatsgefährliche Vcstimmuugcu des social-demo-lrcmschcn Programme« enthalten, die aber doch in so allae^ meinen und vieldeutigen Ausdrucken abgefaßt sind das; sich polnische Tendenzen dahiuler verbergen tonnen, wird nur unter der Bedingung zugelassen werden, daß diese Vereine stch förmlich als politische Vereine constituircu und den bezüglichen Bestimmungen des zweiten Abschnittes des Vcrcinö-gesetzes unterziehen. Von dieser Behandlung sind selbstverständlich ausgenommen: Die ans dein Principe der Selbsthilfe gegründeten Kranken-, Unterstützungs-, Pensions-, Vorschuß- und Consumvereine u. dgl. und solche Arbeitervereine, welche jede politische Agitation schon in ihren Statuten ausdrücklich ausschließen, ihrem Wesen nach den eigentlichen Bedürfnissen der Arbeiter entsprechen uud daher auch Seileus der Behörde in jeder Richtung thuulichst zu fördern sind." — Se. Majestät der Kaiser haben zur Wiederherstellung des alten historisch-denkwürdigen Krakauer Nath-hauses, „Sulienuicc" genannt, einen Staatszuschuß von 20.000 fl. in vier gleichen Jahresraten vom Jahre 1870 angefangen allergnädigst zu bewilligen geruht. Die erste Jahresrate per 5000 fl. war bereits in das diesjährige Budget aufgenommen und ist dieser Tage flüssig gemacht worden. — Se. Majestät der Kaiser haben der Congregation der barmherzigen Schwestern zu Jams in Tirol zum Wiederaufbaue ihres abgebrannten Mutterhauses 200 fl. und der Gemeinde Karröstcn in Tirol zur Erweiterung des Muhr-Ninnsales 200 fl. aus Allerhöchsten Privatmitteln allergnädigst zu spenden geruht, — (Mit 2000 Stück Napoleond'ors durchgebrannt.) Ein Eomptoirist Piro wurde am 4. d. Mittags von seinem Chef, einem Großhändler in Wien, beauftragt 2000 Stück Napoleond'ors in der Wiener Wechselstuben-Gesellschaft abzugeben. Herr Piro gab das Geld in eine Handtasche, welche natürlich ziemlich schwer wog. Am Parkring, wo die Dienstlcute ihren Standplatz haben, rief er den Stadtträger Karl Linninger herbei, und gab ihm die Handtasche zu tragen mit der Weisung neben ihm zu gehen. Auf dem Wege schien der Stadtträger den werthvollen Inhalt der Tasche erkannt zu haben, er beschleunigte seine Schritte erst mäßig, plötzlich eilte er weit voraus und ehe der Comptoirist ihn einholen tonnte, war er in einer Seitengasse verschwunden und jedes Suchen nach ihm vergebens. Herr Piro sah nun ein, daß der Dienstmann einfach dnrchgebranut sei, er machte sofort die Anzeige beim Bezirlspolizei-Commissariatc der innern Stadt, welches Organe nach allen Richtungen ausschickte und besonders in Gast- uud Kaffeehäusern, sowie in den verschiedenen Bahnhöfen Umschau hallen ließ. Bis (i Uhr Abends war es noch nicht gelungen des Flüchtigen habhaft zu werdeu. Eine Nachfrage in der Wohnung Linniugers blieb ebenfalls resultallos, da der durchgebrannte sein Quartier seit Früh nicht ausgesucht hatte. An alle auswärtigen Behörden ging das Telegramm über den Vorfall und Personsbcschreibung dcs unredlichen Stadtträgers ab. Nach dem heutigen Curse betragen die Napoleondors in uuserem Gelde 22.000 fl. — - (DerWallfahrtsortMariataferl eingeäschert.) Am 3. d. Abends brach in dem Wallfahrtsorte Mariataferl Feuer aus. Sämmtliche Gebäude brannten nieder, nur die massiv gebaute Kirche uud der Pfarrhof blieben verschout. Erzherzog Karl Ludwig hatte sich sammt Gemalin auf der Brandställe eingefunden und verweilte mehrere Stunden auf derselben. — (Vom Kirchthurme zu Kaplovic) in Mähren stürzte am 2. d. der Zicgeldeckermeister Joseph Nalzer und dessen Sohn in Folge deS Zcrrcißens eines Seiles und wurden beide auf der Straße zerschmettert. — (.Nlciu-Babylon.) Bei Großwardein befindet sich das Dorf Pccze-Sz.-Mlwon, in welchem alle Nationalitäten Ungarns vertreten siud, denn es wohnen da Magyaren, Deutsche, Rumänen, Serben, Croalen, Slovalcn nud Zigeuner, ja seit dem Cisenbahubau auch eine englische Familie mit einer französischen Gouvernante nnd einen: belgischen Stubenmädchen. — (Die Assccuranztam mern von Ant-wcrpeu) haben dem Capilän deS österreichisch-ungarischen Barkschiffcs „Cam," Anton Marcevich, mit einem Danl-schrciben eine goldene Uhr und Kelle übermittelt, als Anerkennung dafür, daß er ohne fremde Hilfe fein Schiff, das aus ciuc sehr gefährliche Weise bei der Insel Wight auf den Strand gerathen war, mit großen Anstreng"»gen wieder flott gemacht hat. Das Schiff hatte eine werlhvolle Ladung Häute von Montevideo für Antwerpen an Bord. .H ocales. — (Verlosung.) Vei der gestern vorgenommenen Ziehuug der zehn Gewinnste der Filiale dcs Kunstocreins siel auf: Serie 15 6, zwei Oelgemälde, Herr Fleischmann; Serie II 52, Insel St. Paul, Herr Mayer Emerich; Serie ? 66, Sabinerin, Herr Pauer Josef; Serie 1^ 98, Villa Gandolfo, Casiuo Nudolsswerth; Serie N 20, Madonna, Herr v. Langer in Pog.iniz; Serie N, 63 Hirtenmädchen, Herr M^ycr Emcnch; Serie 0 35, Gebirgslandschaft, Herr Dr. Wurzbach in Laudspreis; Serie X 90, kleiner Patient, Herr Mayer Emerich; Serie N 80, See« laudschaft, Herr Debeuz Johann in Stein; Serie 8 1, der Juwelier, Herr Mallilfch Andreas. — (Dr. Lovro To man) soll, wie ein nationales Marburger Blatt aus Wien meldet, in Rodcmn bei Wien an einem acuten Magenleiden noch immer schwer darnieder-liegen. — (Der Bücherschatz) der Jedermann zugänglichen k. t. öffentlichen Bibliothek mit einer jährlichen Dotation von 1000 fl. enthält gegenwärtig 40149 Bände und 3943 hefte. — (Die Oberkrainer Eifenbahn), welche bekanntlich zum Zwecke der Bahnarbeiten fortwährend von Locomotiven befahren wird, dürste erst Ende October dem Personen- und Frachtenverkehr übergeben werden. — (Der hiesige Nrb ei terb ildungsverein) hat gegen den abweiölichen Bescheid der t. k. Landesregierung, betreffend Abänderung der Statuten, den Recurs an das h. Ministerium dcs Innern überreicht. — (Raubmordversuch.) Am 30. Juli l. I. gegen 10 Uhr Abends begab sich der in Pösendorf, Bezirk Litaj, dienende Knecht Ialob Kozlevcar in das benachbarte Dorf Müllau, wo feine Geliebte wohnt. Den darauf folgenden Morgen wurde derselbe mit Wunden bedeckt in der Nähe von Groß-Tschernelo in einem Gestrüppe bewußtlos aufgefunden. Der Verwundete wurde hieraus nach Seitendorf übertragen, wo ihm ärztliche Hilfe zu Theil wurde. Die strafgerichtlichc Uutersuchung ist eingeleitet, und es wird dieselbe zeigen, ob hier außer dem Verbrechen der schweren körperlichen Beschädigung nicht auch ein Raub vorliegt, da der Verwundete nach Angabe seines Vaters eine aus 50 fl. bestehende Barschaft stets bei sich zu tragen pflegte, während nur ein Geldbetrag von 3 fl. 60 kr, bei ihm vorgefunden wurde. Auf den oder die unbekannten Thäter wird eifrigst invigilirt. — (Schlußverhandlungen beim k. k. Lan» desgerichte L a i ba ch.) Am 10. August. Franz Salär: Todtschlag; Johann Debeuc und Gregor Primojio: öffentliche Gewaltthätigkeit; Anton An^ur: schwere körperliche Beschädigung. — Am 11. August. Johann Dolar: schwere körperliche Beschädigung; Martin Komar und zwei Genossen: schwere körperliche Beschädigung; Alfred Fiala: Diebstahl. — Am 12. August. Johann Sirnic: Diebstahl; Michael Zalohar: Diebstahl; Johann Rode und Florian Keröne: Betrug; Johann Arhar: Diebstahl. — (Im Bade Krapina-Töplitz inCroa-tien) waren biö 28. Juli 1076 Parteien mit zusammen 1419 Personen eingetroffen. NrncÜr Post. (TrigimU-Telegramme der „Laibacher Zeitung.") Paris, tt.Aua.ust. (Aus »msrrcm gestrigen Extrablatte wiederholt.) Qfficicll: Bei Weißenburg wurden drei Ressnnentcr Infanterie und eine leichte Kavallerie - Brigade von sehr betrachtlichen feindlichen Streitkräften anssegriffen. Nach mchrstündissem Kampfe wurden die Trup« pen in eine feste Htellunst zurüctgezossen, wo Vtac Vtahou die Htreitkräfte concentrirt. Werden die schweren Schuhe um die Mitte geschnallt getragen. Oleich den Zigeunern, mit denen die Dörchcr Viele Achnlichtcit haben, lieben sie grelles, in die Augen stechendes Zeug; besonders hochrolhe Halstücher siud ein charakteristisches Bekleidungsstück der Manner und Weiber. Selbst den Karren findet man oft mit bunten Lappen ausstaffirt. In der Regel findet sich nur Eine Dörchcrfamilie beisammen; dessenungeachtet besteht diese aus ziemlich viel Köpfen, dem Manne, seinem Weibe oder, besser gesagt, der Mutter von einem halben Dutzend schmutziger und verwahrloster Kinder, die durch Betteln den Haushalt unterstützen müssen, ein Erwcrbszweig, in dein sie A zu einer wahrhaft entsetzlichen Virtuosität bringen, ^iicht selten bcfindci sich im Gefolge einer solchen Bande auch die Mutter des Weibes, der die ehrenvolle Rolle zufällt, Kundschaft einzuholen, Absatzortc auszuspähen, äkuvpclqcschäsle abzumachen und Achnliches; zugleich Achtet sic die Kinder zum Betteln ab, bettelt wohl auch stlbst, wobei der kleinste Schreihals, den sie auf den Nucken gebunden trägt, fic kräftig unterstützt. Kommt nnn eine solche Aandc au einen Ort, so ist natürlich ihr Erstes, ein Abstcigquartier zn suchen. In den Städten haben sie dazu ihre bestimmten Plätze, in den Dörfern wird ihnen gewöhnlich ein Schuppen, oder auch ein leerer Stall zur Wohnung angewiesen. Sie fachen sich aber gar nichts daraus, wenn dieses nicht ^r Fall ist; sie campiren dann ganz gemüthlich im '^relen. Der Wagen wird auf oen Platz geschoben, und wahrend Mann und Weib vom Karrenziehen rasten, ""den die Kinder ausgeschickt, ein Mittagessen zusam- menzubetteln. Ist ein Kloster im Orte, so holen sie d,e Moslersuppc; auch zieht der Herr Papa natürlich lein böses Gesicht, weun die hosfnuugsvollcn Sprößlinge da und dort etwas mitgehen lassen, was ihnen nicht frcl-willig gegeben wird. BcsondcrS werden die Rübruäcker der Bauern gcbrandschatzt. Das köstlichste Festmahl g,bt es aber, wenn es ihnen gelungen ist, von einem Bauer ein „gefallenes" Schaf oder Kalb zu erbetteln oder zu erhandeln. Die Zubereitung dieser appetitlichen Speise ist sehr einfach. Es werden nämlich drei mannshohe Holzstücke in Form eines Dreiecks in die Erde eingepflanzt, an den oberen Enden zusammengebogen und m das Gestelle ein kleiner Kessel gestellt. Unter diesem wird ein tüchtiges Feuer angemacht und so daS Fleisch zu einem Brei gesotten. , Oft kommen auch noch andere schmackhafte Ingredienzen zu diesem dclicatcu Gericht, welches daun von der hungrigen Versammlung mit Hochgenuß verzehrt wird. Nach dem Essen geht die Jugend gewöhnlich wieder auf Bettel ans, das Weib hat mit den kleinen Kindern zu schaffen, setzt sich auch manchmal ucben den Wagen, strickt einen Strumpf und bettet jeden Vorübergehenden an. Der Mann aber packt seinen Kram aus und geht Hausiren. Es bleibt den Bauern nichts anderes übrig, als den: zudringlichen Verkäufer etwas abzunch' men, um seiner angcuchmen Gegenwart überhoben zu werden. So lann dieser schließlich ein ziemlich gespicktes Beutclchcn mit ins Wirthshans nehmen. Dort pflanzt er sich stol; uud herausfordernd au den Schenktisch und thut sich beim Glase Schuaps gütlich, so lange bis er ganzlich betrunken ist und wohl nicht mehr den Weg zum heimatlichen Wagen finden würde, käme nicht seine zart-lichc Ehegattin ihm dabei zu Hilfe und fuchtc ihn auf. Mit einer Flut von Schmähreden begrüßt sie den Säufer und zerrt ihn, nachdem sie ihm noch getreulich geholfen, den letzten Kreuzer zu vertrinken, scheltend und znnlend nach Hause. Daß solche Gäste keinem Bauer liel, seiu tonnen, ist wohl natürlich. Dessenungeachtet schlägt selten einer ihre Bitte um Nachtquartier ab, nicht aus Wohlwollen sondern aus Furcht, die erzürnten Dörcher möchten im entgegengesetzten Falle den rothen Hahn aufs Dach setzen, obwohl es meistens beim bloßen Drohen bleibt. Man macht also gute Miene zum bösen Spiel, um nur die unheimlichen Strolche bald wieder los zu wer« den. Diese betrachten die ihnen zu Theil gewordene Gastfreundschaft indeß lcineswegs als Wohlthat, son« dcrn nehmen die milden Gaben als selbstverständliche Schuldigkeit uud ihr Betteln lann fllglichcr ein Fordern heißen. Ucberhaupt blickt der Dörchcr im Gefühle feiner Freiheil mit einem gewissen Stolz, ja mit Verachtung auf den Bauer, der an die Echollc gebannt im Schweiße seines Angesichtes sein Brot verdienen muß, und eS fchlt nicht an spitzigen Reden, die er ihm zu tosten »ibt. Hat der Bauer im Hochsommer harte Arbeit auf dem Felde und es zieht gerade cin Dörcher mit seinem Karren des Weges einher, so lagert er sich wohl ge< mülhlich im kühlen Schatten irgend eines Baumes an der Bandstraße und ruft dem Arbeitenden spottend zu: „Heut' ist's warm! Habt's wohl recht toll (tüchtig) z'atbeiten?" „Und toll z'esscn!" ist die Antwort. (Schluß folgt.) 1264 Berlin, O. August. Vei Neunkirchen fand die Vereinigung der kronprinzlichen Armee mit jener des Prinzen Friedrich Karl statt. Heute Vormarsch der vereinigten deutschen Armeen. Die badische Division rückte südwärts vor. Berlin, tt. August. Eine officielle Depesche von der Armee lautet: Der Kronprinz setzte gestern den Vormarsch über Weißenburg fort, ohne auf ernstlichen Widerstand zu stoßen. Vr passirte französische -Ortschaften, die mit Verwundeten überfüllt waren; darunter befand sich der Oberst des fünfzigsten Regiments. Vei Saarbrücken überschüttet der Feind unausgesetzt die Stadt mit Granaten. Berlin, tt. August. (Aus unserem gestrigen Extrablatt«: wiederholt.) Wolff's Bureau veröffentlicht folgendes Telegramm des Kronprinzen vom Schlachtfelde bei Wörth, Nachmittags: Siegreiche Schlacht bei Wörth. Habe Altac Vtahon mit dem größten Theile meiner Armee vollständig geschlagen und auf Bitsch zurück« geworfen. Mainz, 7. August, halb 5 Uhr Früh. Kronprinz meldete: Mac Mtahons R August ein. Oiue Proclamation des Ministers des Innern appellirt angesichts der ernsten Nachrichten an die (Snergie Aller, weißt auf die ungeheueren Hilfsmittel hin. Giue Depesche des Kaisers sagt: Man verliert nicht die Kaltblütigkeit und das Vertrauen. Florenz, 6. August, Nachts. Die ..Opinion«," die „Iildipendenza italiana" und andere Journale widersprechen den Insinuationen Wiener Blätter, daß Italien Oesterreich zum Kriege treibe. Sie begründen, daß Italien aufrichtig die Localisirung des Conflictes wünsche und daß eS leinerlei Verantwortlichkeit hätte, wenn ungeachtet seiner Bemühungen der Krieg sich verallgemeinern würde. Die ..Opinione" dementirt, daß Graf Pimercati mit einer Mission von der italienischen Regierung beauftragt worden sei. Petersburg, 6. August. Der Großfürst-Thronfolger ist gestern von hier nach Kopenhagen abgereist. Lissabon, 6, August. Ein Schreiben Dom Fernando'S besteht auf der Ablehnung der spanischen Krone und ersucht seinen Correspondenten, ihm von dieser Angelegenheit nicht mehr zu sprechen. Handel und Wl'kswirUchastliches. ^ Vaibach, 6. August. Auf dem heutigen Markte siub erschic» neu: 12 Wagen mit Getreide, 10 Wagen mit Heu und Stroh (Heu 145 Butter pr. Psund 42------ Korn „ 3 40 3 88 Eier pr, Stück — i!j - — Gerste ,. 2 «0 312 Milch Pr. Maß 10 Hafer „ 2 50 2 5» Rindfleisch prPsd, 23----- Halbfruch! „ -------4 48 Kalbfleisch ,. -24-.- Heide» „ 3— 3 48 Schweinefleisch,, 25 Hirse „ 2 60 3 32 Schöpsenfleisch „ — 15 -. Knluruh ,. -------3 84 Hilhndcl pr. Stilck - 30 . - Erdäpfel „ 150------ Tauben „ 17------ Linsen „ 4 50------- Heu pr, Zentner 120 — Erbsen „ 4 50— Stroh „ 1 — ^ _ Fisolen „ 5 —------- Holz, hart., prklft. ------7 80 Rmdsschmalz Psd - 50------- — weiches, 22" ------ 6 .. Schweineschmalz „ — 46------- Wein, rother, pr Speck, frisch, „ — 35..... Eimer 9 geräuchert,, —44------ —weißer ,. ------10 Directer Verkehr nach England. Die von der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer bei Ausbruch deö französisch-preußischen Krieges unternommenen Schrille, um dem Handelsvertchre Oesterreichs mit und iiber England fllr die durch den Krieg gestörte Noute über Deutschland mittelst Herstellung einer regelmäßigen Schiffahrtsverb indung zwischen Trieft und den englischen Häfen einen schleunigen Ersatz zu verschaffen, haben bereits zu nützlichen Erfolgen geführt. Englische Rheder wendeten dem Wege über Trieft eine erhöhte Aufmerksamkeit zu und der österreichische Lloyd wird am 6. d. M. seine erste regelmäßige Fahrt von Trieft nach England stattfinden lassen. Ebenso werde» von mehreren Triester Speditionshäusern Circulare versendet, worin sie ihre Vermittlung für Export- uud Importsendungen über Trieft nach Großbritannien, Holland u. s. w. anbieten. Soll jedoch der Seeweg über Trieft dem Verkehre Oesterreichs und seiuer Nachbarstaaten in der erwünschten Weise von Nutzen sew, so genügt die Einrichtung cincr regelmäßigen Verbindung von unserem Haupthafen nach den englischen Seeplätzen für sich allein noch nicht. Um die Kosten der längeren Landfracht möglichst zu vermindern und dadurch zugleich auf die Dauer eine Concurrenz dieser Route mit den'Handelswesen über Deutschland zu ermöglichen, müssen auch die Eisenbahn-Frachttarife dafür thunlichst ermäßigt werden. Vetauntlich hat sich die niederösterreichische Handelsund Gewerbekammer auch in diesem Sinne an österreichische Vahu Verwaltungen gewendet und es sind ihr diesfalls bereits von dcr k. t. priv. Südbahngesellschaft wie von der Kaifer-Ferdinands- und mährisch-schlesischen Nordbahngcsell-schaft befriedigende Zusicherungen ertheilt worden. Die Direction der Südbahn macht auf jene Routen aufmerksam, welche die gestörten Verkehrsvcrbinduugen zwischen Oesterreich-Ungarn, Frankreich, Belgien, Holland und der Schweiz zu ersetzen geeignet sind, mit der Versicherung, daß sie alles ausbiete, damit unser Handelsverkehr mit dem Auslande leine Unterbrechung erleide. Außerdem sprach die genannte Direction ihre Bereitwilligkeit aus, für den di-recten Verkehr zwischen Trieft uud London dieselben ermäßigten Frachtsätze anzuwenden, wie in dem seit Februar vorigen Jahres bestehenden directen Verkehre mit Liverpool. Die Direction der Kaiser-Ferdinands« und der mährisch-schlesischen Nordbahu hebt hervor, daß für die entsprechende Verbindung zwischen Trieft und den norddeutschen Handelsplätzen zum Theile bereits durch sehr ermäßigte Tarife für den directen Verkehr zwischen Breslau, Morgenroth und Stettin einerseits und Trieft andererseits vorgesorgt sei. Wegen Creirung directer Tarife von Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden via Vodenbach nach Trieft und umgekehrt, auf Basis billiger Grundtaxen, schweben die Verhandlungen mit den betheiligten Vahnverwaltuugcn und es dürften dieselben demnächst zum Abschlüsse gelang" Endlich ist es im Werke, zwischen Trieft uud den wW geren inländischen Handels- und IndustrieplW directe Tarife aufzustellen, zu welchem Behufe Verltt^ der betheiligten Eisenbahngesellschaflen am 8. d. M. " einer Conferenz bei der Sudbahngesellschaft zusammentre^ werden. Es wird sodann mit dem österrcichis^eii 5^ wohl ohne Schwierigkeit ein Modus zu vereinbaren 1^ welchem gemäß die Güter von der ursprünglichen Aufg^ station nach den Bestimmungsorten directe werden elpe^ werden können. Anstekommeuc Fremde. Am 5. August. Stadt Wie». Die Herren: Mühlstein, Kaufmann, vo>, ÄM — Rcguli, zianfm., von Wien. — Fischer. Kamm , vo" F^ denthal. — Ehrenrcich. von Ponovii. — äch. l. l. Obem^ tenant, von Trieft. Witschet Forstmeister, von Haasbclg" Fran Kaniic, Private, von Poiwuic. Elefant. Die Herren : Pogacuig, vou ^irlni,, kalbern'«"^ von Trieft. — u. Mavochini, von Fiumr. Znvicic, ^) chant, von Fiume. ^ Schul), Handelsrcis, von W>?n ^ Dr. Kosiusui, vou Warschau. Silrgcr, Handclsreis., ^ Wien Frau Gasvari, von Palraz, Mohreu. Die Herren: Zriuouic, aus der Militärgrenze ^ Kaisel, Brauer, von Graz. Lottoziehnnst von« tt. August. Trieft: 10 40 70 18 21. ^, MeleollikWsche Aeoliachlu>»l.l.m ill Umhnck iNl" M'g?"324,Ig"^15^ windstill ! f.^beröM g.,„ il 2 „ N. 324.N4 ! ~s-19.» windstill > ganz bew. a^t« 10 „ Ab. ^ 324.^ >13.? windstill < gan, bew. 6U.Ms,. 324,^ -12» windstill Nebel ^ 7. 2 „ N. 324^7 >l--20.c» windstill d«m, bewölkt^ l)" 10 „ Ab. 324.»i I4>< windstill diinn bcwcillt> Den 6.: Murgens 4 Uhr fernes Gewitter in NW. Mo^ roth. Nachmittags gegen 4 Uhr Gewitter auö SO. mit M regen und heftiger Wind. Abends gelichtet. Den 7,: *^ nnttags dilnn bewölkt. Nachmittags Regenwollen. Abends? lichtet'. Wetterleuchten in W. Das vorgestrige Tagesmitttl^ Wärme ^ 1«3", um 0."."; das gestrige -j-15 9°, um 0'1' »"' dem Nurmale. ^ Vl-raiXworlliclicr Redacteur: In»c^ n. K I e > ü m a V i ^, Mit ticfbetrUbtem Herzen geben wir allen Freu»? ^ dcu nnd Bekannte!! die traurige Nachricht von dcM I unersetzlichen Verluste der besten Gattin und vorlreff- ! lichsten Muüer, der Fran > Ichsa Mbcrger geb. Vrchl bUrgcil. Spcnglcimcislcl«,' und Hausbesi^ültzgatlin, welche am 7. August d. I. nm 2 Uhr Miltags, versehen mit allen heil. Slerbcsalramenlen, nach langen schweren Leiden im 70. Lebensjahre selig im Herrn entschlafen ist. Das Leichenbegängnis; findet den 9. August Nach-mittags um 5 Uhr vom Hause Nr. « in dcr St. Pc-tersvorstadt statt. D»e heil. Seelenmessen werden Donnerstag den Uten August nm 7 Uhr frllh m der Pfarrkirche zu Mari» Verllliidignng gelesen. Die theuere Verblichene wird dem frommen Nm denlcn der Frcnuoe und Velaunlcn empfohlen. Laibach. am «. August I870. Karl ssreiberner. Josef ssrelbersser. Istna; Frei- berncr, al« Süh„e. Georn Hreiberner, ^ Ga»c. Isjcf ttraschna, als Schwugcrsohn, Maria ^l-cl-Werner, als Schwiegertochter. Juliana Nrajchlw, «eb. ssreiberaer, Maria ssreibcrgcr, Auto»la Frciberger, al« Tüchicr. Ä2^«^«l.^^i^l.^ Wien, 5. Auqust. Ohne Velauarcichcn Umsatz verkehrte die Hürsc in wenig animirler Stimmnng. SvecuIatioiiSvavierc setzten schon im Vorgeschäsle niedriger ei" "" üü VlllltnlltllUlI. schräulten sich Mittags auf die Behauptung dcr tieferen Notirungcn. (Anglo 183, Credit 21,9. Union 168, Lombarden 181, itarl Ludwig 211, Tramway 145.) Aulaasp°> notirtm durchwegs schwächer als gestern, ohne indeß starke Einbuße zu erleiden Devisen und Lomptanten vertheuertm sich etwa um j pCt. (London 130j bis i30j. Napoleon« 10 fl. 53 tr.) Schluß ^U. Allstemeine «ltaatsschuld. ssür 100 fl. Velb Waare Einheitliche Staatsschuld zu 5 pEt.: in Noten verzinsl. Mai-November 52.V0 52.90 „ „ „ Februar-August 52.70 52.90 ,, Silber „ Jänner-Juli . 61.75 62.— „ „ „ April-October. 61.75 62.- Steueraulehcn rückzahlbar (i) . ^-— —.— Lose v 1.1839..... 207.-208.- „ „ 1854 (4 "/,) zu 250 f!. 77.— 7U.-„ ., 1860 zu 500 fl. . . 86.— 86.25 „ „ 1860 zu 100 st. . . 96— 97.— „ „ 1864 zu 100 fl. . . 102.— 102.50 Staats-Domiincn-Pfandbriefe zu 120 fl. ü,W. in Silber . . 116,— 117.- ». OrundentlastunftS-vbligationen. Für 100 fl. Geld Waare «ohmen .... zu 5 p«it, —.— —.— Oalizieu .... « 5 „ 66.— 67.— Viiedtr-Oesterreich. . „ 5 „ —.— —.— Ober-Oesterreich . . „ 5 „ —.— --.— Siebenbürgen ... ,, 5 „ 6650 67.50 Stelermart ... ^ b , -.— — — Ungarn .... » b „ 71.- 72. V. Actien von Bankinstituten. Geld Waare Anglo-üsterr. Bau! abgest. . . 183.50 184-Nnglo-ungar. Baut .... 7!.— ^''" Vllnlverem.......159.— 161.- Noden-Ereditanstalt .... —.— —-^ Ereditanstalt f, Handel u. Gew. . 218.— 218/.0 Ereditanstalt, allgem. uugar. . . 66 — 67 — Escompte-Gcsellschaft, u, ö. . . 760.- 770.-Franco-ästerr. Banl .... W.50 i>1.-~ Gencralbanl.......59.— 61,— Natioualbanl.......657.— 656 — Niederländische Vaul . . . . —,— —- PereinSbaul.......77.— 79.— Vertehrsbanl.......82.— 84.— Wiener Bant......—— ^»-^ IB. Actien von Transportunterneh» mungen. Geld Waare Alsüld-Fiumaner Bahn . . . 152.- 153.— Böhm. Wcstbahn.....217.-220- Earl-Ludwig-Bahn.....210.50 211.- Donau-Dampfschifff. Gesellsch. . 506.— 508.- Elisllbcth-Westbahn.....188—189-, Ferdluands-Nordbahn . . . .1385.—189o.—^ Fünfllrchen-Varcser-Vllhn . . 154.— 155.— ! l Fr°nz-I°stph«.V°hn . . . .169.50 170 50! ! Veld Waar^> Lemberg- «. Privatlose (per Slilcl.) ^M Lrebitanstalt f.Handeln.Gew. Geld ^>» zu 100 fl. o W......144 -^ ^ß.M Rudolf-Stiftung zu 10 fl. . . 13,^ ^,M Wechsel (3Mon) Geld ^M Augsburg fur 100 st sildd. W. 11" 2>' ^z,M Fraulfurt a.M. 100 fl. dctto 11'-^ <,ßW Hamburg, filr 100 Marl Banco 95,?^ ,gg.M London, fttr 10 Psuud Sterling 1^.2" h« Pari«, für 100 Francs . . . 51 5" > lkour« der Geldsrvten ,,^'W Geld ^ss SM K. Munz-Ducattl. . 6 fl. 7 lr. ^ >'' 54 > Napoleonsd'or . . 10 „ 53 .. l0 " g5 » Vereinsthaler. . . 1 „ 94 „ «^ ' ^ > Silber . . 129 „ 50 .. l3" " ^» Kraiuische Grundentlästüngs - ObliaatiH > > vatnotirung: —.- Gcld, l"" M