Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag und Sonntag früh. Kck>riftl«>iu»g und iperr-altung - Preternova ulica Nr 5. Zelephvn 81. — Ankündigungen werden in der Lerwaltusg gegen Berechnung billigster Gebühren entgegei gcucmm £ öt|Ufl«preif«: Für das Inland vierteljährig »4.—. halbjährig K 48.—, garijjKhriq K 86.—. A«r da» Ausland entiprechende Erhöhung. — Einzeln- Nummetn ' Krone. Nummer 78 Sonntag den 3. Oktober 1920 2. [45.] Jahrqang KmiNiKlk und Krisen. Zwischen Prag und Budapest tobt ein heftiger Streit um die Echtheit der Dokumente, die als Zeug-nisse für die Agitation iiS Treffen geführt weiden, welche angeblich von ungarischer Seite in der Tschecho-Nowak,i und in Deulschöjterreich zugunsten einer monarchistischen Reaktion getrieben wird. Einem tschechischen Llitte zufolge sei vor kurzer Zeit ein Volkskommissär der chcmaligen Regierung Sun in Prag eingetroffen und habe Schriftstücke mitgebracht, welche Hotthy einer weitverzweigten und mit Millionen Goldes unterstützten monarchistischen Propaganda in Deutschösterreich und In der Tschechoslowakei über« weisen. Diese Dokumente seien auch dem Minister Benesch vorgelegt worden, welcher photographische Abdrücke davon habe ansertigen lassen. Inzwischen hat ein Präger sozialdemokratische« Blatt und die Wiener Arteiterzeitung einige dieser Dokumente veröffentlicht, welch? jedoch von der ungarischen Re« gierung als Fälschungen bezeichnet werde». Ss läßt sich von hier aus nicht beurteilen, welche Glaubwürdigkeit diesen Schriftstücken deizu-messen ist; der Streit um ihre Echtheit beleuchtet aber die außer«rdentlichc Heftigkeit, mit welcher sich die Magyaren und Tschechen bekämpfen, und die sich roch gesteigert hat, seitdem die französische Politik darauf auigcht, die beiden zankenden Völker in emen Donaubund hineinzuzwängen. Der Lärm, der gegenwärtig in d.n beteiligten Ländern wegen dieser Dokument« geschlagen wird, übertreibt die dermalen tatsächlich schon bestehende habiburgische Gefahr. Den» vorläufig bleibt kein Grund zur Annahme, daß die ungarische Propaganda in Deutschösterreich, welchem doch eine wesentliche Rolle im zukünftigen Donaubunde zugedacht ist, den gewünschten Erfolg haben «erd». Die Anhänger der entthronten Dynastie HesterreicyFlngarns Staatsmänner und Keldyerren. 1914—1919. Tagebücher und Memoiren von Leute«, dt« »er nah hinter den Kulissen de» politischen Theater» agiert taten, liest man «eist mit Genuß und Belehrung. Die Greignissr der Snchicht« werde» plastischer und eindringlicher, wenn man die Menschen kennen lernt, die in den Sreignisse, gewirkt haben, ste beeinflussen wollten oder von ihnen beeinflußt worden sind. Ein solche« Memoirentuch, da» Augen öffnen will »nd umso interessanter ist, als e» Menschen und Dinge der aller jüngsten Vergangenheit behandelt, ist da» eben erschienene Buch de« Prinzen Ludwig Windischgraetz .Vom Noten »um Schwarzen Prinzen- sverlag Ullstein & So. Berlin). Sa» da» Buch will, sagt e» im Untertitel „Mein Kampf gegen da« f. u f. System" und im Motto „Man muß nicht mit de» Wölfen heulen". Prinz Windischgraetz will beweisen, daß die Habtburgermonarchie bloß an ihrer unfähige» Bureaukratie, an der tausendköpsigen Hydra, wie er ste nennt, zugrunde gegangen sei. Man kann diese geradlinige Anficht bezweifeln, um dennech die rückstcht«lose Offen« heit «nzuerke»nen, mit der die Menschen gezeichnet find, die Oesterreich. Ungarn repräsentiert haben. Prinz Windischgraetz kann sich rühmen, einer der nächsten vertrauten Kailer Karl« gewesen zu sein, und weiß daher manche« Neue zu erzählen. Sei» Buch ist, bei aller Giaseitigkelt, ei, wertooller Beitrag zu dem »apitel sind verhältnismäßig klein an Zahl »nd verfügen auch intellekiuell über keine nennenswerten Kräfte, vor allem nicht über Persönlichkeiten, die im stände wären, die Massen mit sich fortzureißen. In den deutschösterreich,fchen Ländern kann eher von einer allgemeinen Abneigung gegen eine allsälli?? Zurück-sührung der Habsburger gesprochen werden, die als unvereinbar mit dem Anschlüsse betrachlet wird, und auch in Wien scheut sich die Stimmung in den letzten Monaten in dieser Richtung entwickelt zu haben. Infolgedessen ist eine Verständigung mit Ungarn aus dieser Grundlage wenig wahrscheinlich, ja seit der französischen Orientierung der Budapest» Politik überhaupt jede« freundschaftliche Verhältnis unmöglich, selbst wenn die habsburgische Frage dabei nicht in Betracht käme. Freilich läßt sich nicht verkennen, daß die in Wien verfolgte Politik der unbedingten Unterstützung der tschechoslowakischen Abwehr gegenüber Ungarn Deutschiisteneich nicht zum Vorteile gereich.n kann. Gewiß haben Deutschösterreich und die Tschecho-slowakei ein gemeinsames Interesse daran, den französischen Plan dc« Donaubunde» zum Scheitern zu bringen, aber diese Schicksalsgemein chast darf nicht so weit führen, daß Deutschösterreich gewisser« maßen als Bürge für den slowakische» Besitz der Tschechoslowakei und im weiteren Sinne für die Aufrechterhaltung eine« vertrage«, der gleichzeitig ji auch den Anschluß Deutschösterreich« an« Deutscht Reich verhindert, ausgenützt bezw. mißbraucht wird. Die unbedingte Schützenhilfe, welche bisher die Wiener Regierung der tschechoslowakischen Republik geleistet hat, hat auch da« Lo« der Sudetendeutschen nicht gemildert-, d«,' ftnb im Gegenteil ärgeren Versolgungen u edriickungen ausgesetzt als srüher. Wenn nich» alle Anzeichen trügen, ist der Zu» sammenstoß zwischen der Tschechoslowakei und Ungarn „Wie der Weltkrieg entstand und wie er geführt »»rde'. Wer regierte Oesterreich, al« der Krieg au«brach? Windischgraetz erzählt: Bor metner Abreise nach vu-dopest, wo ich einzurücken halte, suchte ich noch den Ministerpräsidenten Stürgkh aus, um mit ihm die Situation zu besprechen. Ich kannte Stürgkh durch feinen Bruder, der Bezirk«hauptmann i» Aadkertburg «ar. Stürgkh gab mir anfang« nicht den Eindruck »ine« Reaktionär«, eher den eine« ketnegweg« unge« schickten professoralen, sehr bedächtigen Bürokraten, dem allerding« »iemal« der tollkühne Gedanke aufblitzen konnte, über die gegebenen Schranken, über die vielen Konventionen seine« Dienste« fich hinwegzusetzen. Au«-«ärtige Politik »ar ihm nicht geläufig; er beschäftigte sich nicht damit. Da« Wundert mich jedoch nicht. Wih-rend de« alte» Negime« braucht« ein Ministerpräsident von den i»«ere» Bttätignngen de« Auswärtigen Amte« nicht« z» wissen, ja e« «ar ihm sozusagen untersagt, etwa« davon zu wissen. Franz Josef erlaubte keinem seiner Funktionäre «der Slaattmänner, über die Grenzen seiner Verantwortlichkeit i! »über zu sehen, oder zu denken, keine«fall« aber, stch darüber zu äußern. Er glaubte ebenso, daß ei» Ressortminister bet seinem Leisten bleiben müsse. Wenn der Minister de« Innern e« jemal« gewagt hätte, ihm über die äußere Politik zu sprechen, hätte er da» Gespräch abgebrochen. Stürgkh sagte, er könne e« stch nicht vorstellen, daß e« tatsächlich zu einem Weltkonflikt« kommen werde. Bezüglich der «sterreichischen tnaerpolitische» Zustände unvermeidlich; es wäre ein schwerer Schlag für die dcutschösteircichische Republik, wenn sie durch die Kurzsichtigkeit ihrer Führer in diesen Konflikt mit hineingezogen würde. * # # * Die Rückkehr der ungarischen Politik zu den Grundsätzen und Methoden der Borkrieg«z?it ist unter dem Ministerium Teleki ohne Mitwii kung der Regierungspartei erfolgt. Der Zweck der Neuvtien« tierung ist die Wiederbelebung der alten liberalen Partei, die sich bi« Tisza vornehmlich auf den ungarischen Hochadel und das Budapcster Finanz-kapital stützte. In beide» Punkte» huldigt die gegen-wärtige Regierungspartei einer anderen und zwar entgegengesetzten Auffassung, aus der herau« sie unter anderem auch da« Gesetz über den Numcru« elausuS an der Budapester Universität, d. h. über die Beschränkung der Zrhl der jüdischen Hörer, angenommen hat. Das ungarische Finanzkapital und ein Teil des Hochad.l« haben sich bereit« vor Monaten verständigt, um die Regierung«partei au« dem Sa'tel zu heben, und die fortgesetzten Krisen innerhalb dc« Kabinette« beweisen, daß diese Bemühungen nicht erfolglos geblieben sind. Die Regierungspartei ist nicht im stände, der fianzösifchen Orientierung der auswärtigen Politik wirksam entgegenzutreten, obwohl die große Mehiheit der Bevölkerung mit diesem Kurse nicht einverstanden ist. In dem Verhältnisse zu Jugoslawien ist. »ie der Aufschub de« Besuche« der ungarisch?» Paria-mentarier in Belgrad dartnt, keine Besserung ein« getreten; eine wesentliche Verschlechterung aber in den Beziehungen zu der Tschechoslowakei und zu Deutschösterreich. ES liegt die» einerseits daran, daß sich die Abfallserscheinungen in der Slowakei mehren und die Tschechen de« slowakischen Land-gewinne« nicht froh werden können, andererfeit« meinte Stürgkh, daß innerhalb der weaigen Monate, * ja vielleicht nur Wochen de« Kriege« e« ke!ne«fall« zu Störunge» kommen werde. Ich fragte EtügkH, ob er meine Reden in »er ungarischen Delegation gelesen hab«. »Leider nein," sagt« «r. „Schad«", sagt« ich, ,dknn dort hab« ich vor törichten Aktionen gewarnt au« Glünd«n, die in meiner Brotchür« «ber die österreichische und ungarisch» Wehr-macht klargelegt sind. Sie haben ste ja gelesen, Exzellenz 5" .Leider nein," sagt« Stürgkh. „Schad«," sagt« ich, „statt Serti«n da« Genick umzudrehen, hätten wir «« an unser Her, drücke» sollen. Statt un« zu freuen, dort tald einen Gouverneur rinsr»«n zu köaaen, der all« Wächterhäuser schwarz« gelb anstreichen wird, hätten wir trachten müssen, ganz Serbien zu «robern durch da« Geschenk unserer Kultur, ein Präsent, da« Rußland unsere» Nachbar« nie Hätt« darbringen können. Wir hätt«» da« befruchtendste Tle-ment aus dein Balkan sein müssen, nur hätte» wir da« versiindni« sür die Lebev»b«dingung«n d«r dort wohnenden Nationen in un» vertiefe» müssen. Denn di« Monarchie ist durch den katriorischrn Imperativ der Geographie zum Freunde der Balkanvölker berufen." „Natürlich", sagte Stürgkh, .natürlich; da» wird Disza sehr interessiert hab«n, jedensall« Berchtold; mein« Sacht ist «» nicht." Und Disza» Windischgraetz erzählt: Ich fragt« kisza, ob wir wirklich wissen, wa» wir in Serbien »ollen. Hatin wir «in feste« Programm? Wolle» Stile 2 aber an der in Ungarn betriebenen habsburgifchen Propaganda und dritten» darin, daß Frankreich Ungarn zum Eckstein dcS DonaubundeS machen will, von welchem Tschechen und Deutschösterreich«? umsoweniger wissen wollen, alS sie zu besorgen scheinen, daß sich Frankreich nötigenfalls der »nga> rischen Armee bedienen würde, um die beiden westlichen Nachfolgestaaten in dies« Kombination hineinzuzwängen. Die schwere innerpolitische Krise, welche die Tschechoslowakei gegenwärtig durchmacht, und das geringe Vertrauen, das man in Prag aus die eigene Armee zu fetzen scheint, erhöhen natur-gemäß die Nervosität und die gegenseitige Erregung. Wie unter diesen Umständen Frankreich seinen Donauplan aus Ungarn stützen und wirksam durch-fiihren will» ist ein Räisel, dessen Lösung vorläufig noch in einiger Ferne steht. * • Die Utzte Regierungskrise in der tschecho-slowakischen Republik, sür welche innerpolitische Gründe angegeben wurden, dürfte viel Wahlschein« licher ihre Ursache in der außenpolitischen Lag« haben. Die Friedentverlräge haben auf den tschecho-slowakischen Staat eine Last gehäuft, welche er nicht zu tragen vermag, vier Millionen Deutsche liegen unverdaut in feinem Magen, mit Polen liegt er wegen TeschenS in argem Streite, die Slowakei ist ihm zum SchmcrzenSkinde gewoiden, um dessent-willen jeden Tag der Ausbruch ter Feindseligkeiten mit Ungar» droht, im Innern versagt die Ber. waltung und die durch all diese Erscheinungen h«vor. gerufene Nervosität und Unzufriedenheit fördert die Propaganda, welche die tschechische« Feudalen im Bereine mit der katholischen BolkSpartei in monar» chistischer Richtung treiben. Die Beilegung der Kabinettskrise erfolgte unter dem Einfluss« der sranzösijcheu Diplomatie, die sich diese Schwierig-keilen zunutze machte, um den tschechischen Wider« stand gegen den Plan des DonaubundeS zu breche», bezw. doch wenigstens vorläufig zu schwächen. Die tschechsch. 'litik hätte die inneren Schwierigkeiten bis zu n.,em gewissen Grade korri-gieren können, wenn ste den berechtigten Förde« rungen der Deutsch?« und der Slowake» entgegen« gekommen wäre. In Prag schlug man jedoch von vorneherei« die entgegengesetzte Richtung ein, welche auch keine Aenderung erfuhr, als das Ministerium Kramarfch durch da« Miuistenum Tusar abgelöst wurde. Die Tschechisierungspolitik, die sogleich nach der Errichtung der Republik an allen Ecken und Enden in Erscheinung trat, ist noch immer in hohem wir annektirren und noch mehr Unzufriedene in unserem Sieich habe»?' „Du hast recht," sagt« Tisza, .aber Berchtotd glaubt, e« kommt zu nicht«, im letzten Moment werden alle erschrecken!" In der ÄeneralstabSabteilung de« 4. Korps er» fuhr ich, daß bei Abfindung dr« Ultimatum« seit«»« d«r Heere«leitung keinerlei militärische Maßnahmen an d«r Grenze Serbien« vorgesehen waren. Ich sprach sofort mit Tisza darüber. Tisza erwiderte, daß die Durchführung irgendwklcher militärischer Maßnahmen an dem Widerstände Conrad« gescheitert sei. UebrigtN« sritn di« militärisch«» Maßnahmen Sache d«r Heere»-leitung und nicht der ungarischen Regierung. — Und fo ging e« weiter in den Krieg, in« Elend, tn die Niederlage, und endlich in di« Revolution. • Die Feldherrnkunst? Windischgraetz erzählt: Der Qperati»n«pla» war ein Werk de« hoch eingeschätzten Taktiker« FZM. Potiorek. S« war der Einbruch nach Serbien von W:sten gegen Osten vorgesehen. Durch einen hastig von mir improvisterten Kundschafter« dienst — ,« war auch in dieser Hinsicht nicht« vor« bereitet gewesen — erfuhr ich, daß Serbien durch unser Ultimatum überrascht worden war. Zur Zeit unserer K»ieg««rkltrung befanden stch nicht mehr al« 2000 «,u>ehre i» Belgrad. W-nn da« A.-O.-K., wie die« «rn 10. tlnguft von Ventral Ierstvrn«ki »orgeschlazen wurde, sich entschlossen hätt«, da» von allen Behörden verlassene und völlig «nverteivigte Belgrad d«rch Handstreich besetzen zu lassen, wl t Eillier Zeit u no Schwange. Seil dem Umstürze sind in der Tschecho. flowakei 734 deutsche Schulklasse» behördlich ge« schlösse» und 700 neue tschechische Schul« klaffen zum Teil in völlig deutschen Gemeinden errichtet worden. Gleichwohl war in den Prager Blätter» in den letzte» Woche» wieder viel von tiner Annäherung an die V.'uischen die Rede und eS scheint, daß aus diesem Wege die Bildung einer parlamentarischen Regierung ermöglicht werden soll. Die Deutschen haben darauf zunähst mit einer neuen Denkschrift an den Völkerbund geantwortet, welche alle die Verletzunzen aufzählt und nachweist, deren sich die tschechische Regierung hinsichllich deS i« Friedens« vertrage festgesetzten Schutzes der nationalen Minder, heiten schuldig gemacht Hit. Bor Abstellung dieser Beschwerden dürfte ein« Aenderung in der Haltung der deutschen Parteien nicht zu erwarte» fein. Die Grundlage einer positiven Mitarbeit kann eben nur durch Erfüllung des MinimalprigrammeS geschaffen werden. daS die deutsche fozialdemokratische Partei aufgestellt hat und worin sür die deutschen Bewohner im tschechoslowakische» Staate volle nationale und kulturelle Aulon»mie gefordert wird. Aus dem Wirtschaft«-rate. ilm 26. September wurde in Belgrad die erste Sitzung de« WirtfchaftirateS abgehalten, an welcher sich von den 44 ernannten Mitgliedern 28 beteiligten Ja Vertretung de« Handelsminister« Dr. Nin!,! war der SektionSchef im HandelSmini« sterium Todorovi erschienen. Die Sitzung eröffnete im Namen der Regierung der Minister für die Konstituante Dr. Markovic, welcher in seiner Rede die große Wichtigkeit dieser wirtschaftlichen Körper« schast hervorhob und den Wunsch aussprach, der Wirtschaftet möge stch zu einer autoritativen Gewalt entwickel» und auf da« Wirtschaftsleben deS dreina« mige» Königreiches einen bestimmenden Einfluß au«-üben. Hierauf übernahm SektionSchef Todorovie den Borsitz, der die Versammlung auff«rderte, sofort die Wahl der Ausschüsse vorzunehmen. Nachdem die« geschehen war, erklärte er die Tagesordnung für erschöpft und setzte den Tag sür die nächste Sitzung fest. Diese Mitteilung wurde jed.ch von den Teil, nehmern. welche sogleich in die Besprechung aller aktuellen WirtschaftSfragen eingehen wollten, mit lautem Widerspruch« ausgenommen. SektionSchef Todorovic verharrte ab«r bei seiner Verfügung und erwiderte aus den Einwand, daß doch die Meinung der Erwerbskreise gehört werden müsse: Wir hören euch schon zwei Jahre genug an! Und als einige wahrscheinlich namrnlvle« Unglück »«rhütcl werde». Aber da« ».-O. K blieb dabei, di« ursprünglich fest-gelegte Drina Forzierung von Bosnien her vorzunehmen. Di« Operation gelang, nach allen Regeln der Wisse»« schaft begonnen, vorzüglich, aber der Patient starb . . . Die Uneinigkeit zwi>chen «. O.-K. und dem Ministerium de« »eußern ging so weit, daß im Haupt« quartier de« A.O.««. strenger Befehl auSgegeb«» wurde, dem Vertreter de» Ministerium« d«s «eußern von Plänen. Maßnahm««, Operationen, Siege» und Nieder« lagen nur da» zu sagen, wa« in besonderen Kommu> niqueeS für diese Funktionäre eigen» zugestutzt wurde. Die hohen und höheren »eneratstäbler hielten stch all-sür Napoleoae, hielten stch aber ansonst an« Papier; an der Front habe ich dies« Herren nur in sel'.enen Fällen gesehen. Wir, da» vierte Korp«, waren auf da» andere Ufer zurückgezogen vvrd«n; nur «in« Division de« neunten deutsch!.'»hmischen «orp» blieb zur Verteidigung de» Brückenköpfe» zurück. Zwei Tage später gerieten dies« Trupp«n durch «in«n h«stiztn serbischen Angriff in Unordnung. Wir erhielten den Befehl, zur Unter, ftützung wieder hinüberzugehen. Wir kamen gerade im Momente de« feindlichen «nsturme«. Da sahen wir «in«n Offizier au« der Stadt un, entgegenlaufe«: zu Fuß, ohne Kappe, ohne Säbel. »« «ar Herr Lothar von H-rtstein, der K»rp»kommandavt tn eigener Person. Vor Schreck geiste«abwesend, halte er alle« im Stiche gelassen und rannt«, ließ stch in eine« Boote auf da» a>-dne User setzen und wurde natürlich gleich abgesetzt und davoniejagt. Nummer 78 Teilnehmer auf die kritische Lag.' in der jugosla« wischen Industrie hinwiesen, in welcher 30.000 Arbeiter beschäftigungslos stehe», gab er zur Antwort: Sie sollen einrücken; dort werden sie genug Arbeit finden! In größter Erregung beschloß die Ver-sammlung, bereit« am nächsten Tage wieder zu« sammenzu'.rete» und sogleich mit den meritorischen Verhandlungen zu begiru.en. Sollte SekiionSchef Todorvvii die Beratung zu verhindern suchen, so sollten weitere Schritte unternommen werden. Politische Nundschsu. Inland« Genehmigung des Friedensoertrages mit Deutschösterreich. In der Sitzung der National»ertret»«g vom 28. September wurde der Friedenivertrag von St. Germain mit 170 gegen b Stimmen ange» nommen. Ansiedlung von Kriegsfreiwilligen. Da» Ministerium für Agrarreform hat in der Woiwodina 1000 und in Makedonien 800 Krieg», freiwillige angesiedelt. Verschwundene diplomatische Akten. Aus dem Wege von Paris nach Belgrad ist irgendwo in Italien ein Waggon, in welchem die Archive der jugoslawischen FriedenSdelegation enthalten waren, aus rätselhafte Weise in Verlust ge« raten und konnte bisher trotz aller Nachforschungen nicht zustande gebracht werden. Die Belgrader Re« gierung scheint diesen Verlust nicht sehr tragisch zu nehme», obgleich sich bei den Akten auch die Instruktionen befanden, welche die Zentralregierung dem Außenminister Dr. Trumbic sür sein Verhalten in der Adriafrage bei den bevorstehend«» Verhand-lungen mit Italien erteilt halte. Die reieroierte Haltung der Regierung, welche SlovenSki Narod al« verwunderlich bezeichnet, ist auf zweierlei Weife zu erklären: entweder mißt sie den verloren gegan-gene» diplomatischen Schriftstücke« keine» besondere» Wert bei oder betrachtet sie die Lösung der Adria« frage als eine Angelegenheit von untergeordneter Bedeutung. Der Standpunkt, welchen vaS führende demokratische Organ Sloweniens diesem Ereignisse gegenüber einnimmt, stützt sich auf die allerding« nicht unmögliche Vermutung, daß die jugoslawischen Archive von Organen de« italienischen Propagand«-dienste» entwendet und dem römischen Außenmiui« sterium zur Anfertigung von Abschriften und Photo-zraphien zur VersÜgung gestellt wurden. Wen« nach Durchführung dieser Arbeit der auf so geheim-niSvolle Art verschwundene Waggon eines Tage« auf irgendeinem toten Geleise i« der Nähe von Trieft wieder zum Vorschei» kommen sollte, so werde eS die italienische Eise»b«hn»erwaltu»g an höflichen Entschuldigungen nicht fehlen lassen und di« Bel-grader Regierung werde diese Beilegung de» Z«i Au» Windischgraetz«»« Kriegstagebuch: 31. August 1914. Treffe im A..O. K. den deutschen «eneral F.—L.; er kritisiert scharf uns«?« Kriegführung, btklagt stch über die Unaufrlchtigk«it d«r österreichisch-ungarrschen Heere» leitung. 25. Nov«mb«r. Schlecht und charakterlos geführt, ohne treibende Kraft einer denkenden Autorität, l«ist«t unser Soldat an sich viel mehr al« der d«»tsch« ; aber unser ganzer Apparat ist innerlich verfault. Loya-lttät, Lügengewebe, Vorzimmerwirtschast, Spiegel« sechteret, da» zusammen bildet du Leitung unsere« StaalSwesen». Unser unglücklich«» System muß zu» sainmenbrechen, bevor andere Zustände zu erhoffen sind. Und da» Allertraurigste ist. daß. wen» unser« Sache siegt, sicher alle» beim alten bleibt. 30. Jänner. Heut« große» Diner mit BShm, «ardolss und Jelensic«. Bet der Vorstellung der Offiziere sagt General Böhm: ..Rasierte Schnurr« bärte habe ich nicht gerne, da» ist ab'cheulich." 9t »st bezeichnend, daß «in tzlrm«ek«mmandant, d«r da» erstemal zu einem Korp» kommt, da» sech» Mo« nate ununterbrochen im Feuer stand, nicht» and«re« zu sagen weiß. 27. Februar. Heute Alfred Ringhoffer statt K!n»ky al« Ordonanzossizier eingerückt, wird jedoch von ewigen der Herren Ordonanzossizier« nicht al« ,o1 an«lkaant, da er nur Baron ist. 1. März, «»end» erzählt «eneral Krcpk», daß drei tschechische Regimenter wegen Meuteret aufgelöst «u'den. Vor seiner Majestät darf aber die« nicht er» 7!nmm«r 78 schenfalleS mit einer noblen Gebärde zur Kenntnis richnicn. Slovciiiki Na'ob ist der Meinung, daß der (alludiitgS i och nicht nachgewiesene) Dicbstuhl von diplomatische» Akten in einem anderen Staate zu einem geharnischten Nolcmv'ch'el Anlaß geben würde und sich sogar zu einem bewaffneten Zu-samuiei.stoße verschärfe» kö.nte. Das slowenische Schulwesen im besetzten Gebiete. Di« italienische Regie,ung eröffnet am 1. Oktober in dem besetzte» Glbieie Sloweniens Lehikurse an d-n slowenischen Säulen. Die slowenische Privat-schule in St. Zakob soll in «Ine städtische oder sogar Slaatsschule umgewandelt werden. Auch sieben bis« her privat« KindcrgSUc» werden voraussichtlich ver> staallicht werden. Die slowenische Realschule in Jdria diirste nach Heidenschast verltgt werden. Un« gesähr -tüv slowenische Studenten sind Heuer nach Jugoslawien abgegangen, um hier ihre Studien sortzusitzen. Die italienische Regier»»!» hat die Ab-ficht, eine vollständig« slowenische Lehrerbildung?, ansialt und noch ein« slowenische Mittelschule zu errichten, damit die slowenischen Schüler ihren Stu-dien im besetzten Gebiete obliegen können und nicht zum Verlasset» der SlaalSgrerzen gezwungen wnde». Ausland. Die Behandlung der Deutschen in Italien. Lci der Eröiteruug des FriedcuSvcrtragcS von St. Germain im italienischen Senate nkl te der Außenminister Ssorza, Italien werde seine neuen Staatsbürger so behandeln, daß ste an keinen Irre dentiswn» denken würden. Auch Glolittl legte daS feierlich« Gelöbnis ab, daß sich die engeglirderte Bevölkerung einer moderne» Verwaltung und sti«ng-ster Geiechligkeit zu erfreue» habe» werdc. Bei der Abstimmung wurde der Gesetzeutwurf, welcher außer der Genehmigung di« Fiieveuiverlragc« auch die Angliedtrung der neu «rworbeneu Gebietsteile fest-legt, mit allen 200 abgegebenen Stimmen a»g « nommen. Bevorstehender Schulstreik in der Tschechoslowakei. Der deutsche parlamentarische Verband in Prag hat für de» v. und 9. Oktober «Inen Schulstrcik angekündigt und di« deutsche Bevölkerung in der tschechoslowakischen Republik aufgefordert, an diesen beiden Tagen ihre schulpflichtigen Kinder von der Schul« frrnzuhallcn. Durch dies« Kundgebung soll der Empörung über die Drosselung und Bedrückung des gesamten deutschen Schulwesens Ausdruck ge. g«ben und daS Kullurgewisien dcr gesiiteten Welt zur Verurteilung der von der Präger Regierung betriebenen, jeder Menschlichkeit und Rechtlichkeit hohnsprechenden EntnationalisicrungSpolitik aufge. rüttele werden. Di« rumänisch italienischen Beziehungen. Take JoncScu hielt b.i einem ihm zu Ehren in der rumänischen Gesandtschaft in Rom veranstalte!«» Bnikett einen Trinkspruch, in welchem er ausführte, wähnt werden, e» darf nicht sein und existiert folglich nicht. Diese Vogel-Strauß Politik vor einem senilen Manne dirigiert cben alle unsere Maßnahmen, an denen Millionen Menschc» zugrunde gehen. « Der Mazyaro« war uns vertorcn gegangen; aber der Berg war äußerst wichtig und mußt« zurück gewonnen werden. Dreimal schon war mit zwei Divisionen der Angriff versucht worden. Zwei Divt-sionire, ein korptkrmmandant waren weggejagt worden und wir beklagten den Verlust von 13 00') Mann. Daraufhin kam der deutsche General Litzmann ohne Truppen, nur mit einem sehr geschickten Generalstab» chef, sah stch den Berg an und sagte: »Wir werden c» schon machen." vr studierte den Berg gründlich, ließ die Höhen-und Ttirainverhällnisse konstatieren, Skizzen anlegen, Wege einzeichnen. Dann suchte er stch hinter der Front einen ähnlichen Berg au» und kopierte auf diesem Berge di« Befestigungen de« MagyaroS. Tagtäglich mußten nun drei Henvldinfanterttbataillone und mein Tigerbalaitlon mit scharfer Artilleiicverbereitung mit Handgranaten und Minenwersern einen Angriff aus die leere Bergkuppe durchführen. Jeder Mann bekam seine besonder« Zuteilung, jeder Man» kannte seinen Weg, seine Ausgab«. ES war reines Theater, «ine Regicleistung ersten Range». Die Uebungen haben allerdings 39 Menschen da» Leben gekostet. Al» alle» klappt«, wurden die vier Bataillone gegen den wi>k!ich,n Berg angesetzt. Alle» verlies Cillicr Zeitung daß Rumänien unter allen Umständen immer ans Seite» Italiens stehen werde. Der italienisch« Außen minister Ssorza erwiderte, er schätze sich glücklich, in Take JoneScu einen Vertreter der brüderlichen rumänischen Ration begrüßen zu können, und feierte das heizlichc Eiuvernehmeu der beiden blutSverwand« teu Völker mit begeisterten Worte». — Rumänin» ist bekanntlich ebenso wie Jugoslawien Mitglied der kleinen Entente und scheint daS italienische Doppel spiel, daS stch im Wcltkriege allerdings aus« beste bewährt hat, kopieren zu wollen. Diese Absicht ist bis zu einem gewissen Grade verständlich; aber daß unser« Außenpolitik mit einem solchen Verbündet«» «in« wertvolle Aquifition erworbnr zu haben glaubt, da« erscheint immerhin etwas verwunderlich. Selbstverwaltung für Polnisch Schlesien. Im Warschauer Amtsblatt? ist eine Verfügung erschienen, laut welcher sür Schlesien die Selbst. Verwaltung eingeführt wird. DaS La> d wird einen besonderen Landtag besitzen, in welchcn je 25.000 Einwohner einen Abgeordneten entsende» werden. Die Revolution in Irland. Die englaudseindliche Bewegung auf der i,i> schar Insel nimmt einen gewalttätige» Charakter au. AuS d«n dürftigen Nachrichten, welche der amt-licht englisch« Pressedienst verbreitet, geht hervor, daß «S an vielen Orten zu bewaffneten Zusammen stößen zwischen den Aufständischen rud der Staat«-gewalt gekommen ist. Brandlegungen, Explosionen und Totschläge mehren sich in dcr jüngsten Zeit in bedrohlicher Weise. Besonders ernst lauten die Meldungen aus Dublin. Belfast und Cok. Aus Stadt »nit Liind. Die jugoslawischen Postparkasssn-Forderungen in Wien belaufe» sich auf 15 Millionen im Scheckverkehr? »nd auf 12 Millionen an Einlagen. In Budapest beziffern stch die Post-sparkasstnsorderungen auf 23 Millionen. Sollte es bei dcr Liquidierung dieser Beträge zu Schwierig-keilen kommen, so wird zu diplomatischen Mitteln gegriffen werden. Anmeldung von Forderungen aus dem Kursunterschtede auf den Kompen sationsvertrag mit der deutschösterretchi-schen Republik. Der Verband der Handels« grcmirn und Genossenschaften sür Slowenien fordert alle Mitglltder auf, ihre Forderungen, welche ste auf Grund von Einzahlungen aus de» Kompen-falioiiSvertrag mit Deutschösterreich aus dem Kur«-unterschiede zwischen dcr jugoslawischen und deutsche österreichischen Krone für die Zeit vom l0. Okto^ ber 1919 bis zum 17. Jänner 1920 zu stelle« haben und welche ihnen bither von der Zentralverwaltung In Belgrad noch nicht beglichen wurscn, unverzüglich der Verbaud«kanzl>i in Laibach bekauntzugrben. Au-zuführen ist Datum und Ort der Einzahlung, für welche Ware, der eingezahlte Betragend der Kurs am Tage der Einzahlung. programmgemäß. In drei Stunden war der Berg genommen. Wir hatten 17 Tote und 40 Berwund«te, halten 3000 Gefangene gemacht, viele Kanonen und Maschinengewehre erbeutet. Da» war deutsche Methode. » Ich fuhr im Auto nach Baden. Dort b.wohnt« der Monarch am Hauptplatz «in« Wohnung. Da» erste war ein Vorraum, der meist mit Ministern, Generalen, Politikern, Funktionär«», Ordonanzen, Beamte», Lakaien ai^gesüut war; da» mittlere war da» Arbeit»' zimmer; im dritten im Schlafzimmer, lag die Kaiserin im Wochenbett. Bürgeitlchcr kann man nicht sein. Die Küch« war die d«nkbar einsachste. Zu Mittag trank dcr Monarch ein Gla» Bier und rauchte ein« Zigarette. So wohnte die kaiserliche Familie sechs Monat« lang. Oft standen im Vorzimmer höbe Off-zicr« und Würden-träger und die Amme ging durch, mit den Utensttien ihres Amte» in den Händen. * Vetter Berchlold, der Obersttämm«rer Sr. Maje-stät, erzählt gern ein« klein« Szene, die sich in einem Salon der Ofener Hofurg abspielte. In dir Mitte de» Salon» standen König Karl, Tikza und Burian im Gespräch. Bei der Tür stand ein Lakai. In der Fensternische stand dcr General adjudint de» König», der dicke Zdenko Lcbkowitz. Bcrchlold trat ein und begrüßte Lobkowitz. Libkcwitz flüsterte ihm zu: „In diesem Salon präpa-riert sich ein Minister de» Aeußern.* »Wer kann e» sein?" flüsterte Berchlold zurück. Seit« 8 Die Preise in den GeschäftslSden müssen einer Weisung zufolge, welche der Innen-minister au alle ihm unt«rg«ordneten Behörden hat ergehe» lassen, an sichtbarer Stelle bezeichnet sein. Die Postzustellung in Cilli, die vor dem Kriege dreimal u»d während de« Kriege« zweimal täglich erfolgte, entspricht mit dem «inmaligen Au«tragen weder dcr G ög« und Bedeutung der Siadt noch den b«r«chtigten Wünschen und Interessen der Bevölkerung. Vor allem die Geschäft«- und HandelSkreis« leben empfindlich unter dieser Uuzu-länglichkeit. Auf die SonntazSpost muß ohnehin ver-zichtet werden »nd auf di« Wied«r«insllhrung der dreimaligen Zustellung an Wochentag«» ist sicherlich nimmer mehr zu hoffen. Aber nicht unmöglich sollte erscheinen, daß bei einigem gute» Wiil«n der Post-Verwaltung die Briefe wenigsten« wieder zweimal täglich zugestellt werden. Der Briefvcrkehr ist infolge der ungeheuerlichen Porlokosten aus ein Mindestmaß zusammcngeschrunpft, sodaß der Eutsall «n Sor-tiecuugSarbeit usw. sich doch wohl ohne hervorragend« Sch-vierigkeilc» durch eine zweite Zustellung, die etwa nachmittag« vorzunehne» wäre, ausgleichen ließe. Konzert glatko Balokooie. Ueber dies,« Konzert, welches um 5. Oktober 1920 im großer Sa«!« des Hotels Union stattfindet, kommt un« folgender Vocbericht zu: Der Künstler trat schon in semem 12. Lebensjahr« al« Wundsrkind auf. An» gesichlS seiner llar zu Tage liegenden genialen Be-gabung verlieg er daS Gymnasium und widmete stch — zuerst bei Professor Humel, später beim bc-rühmten Sevtck — ganz der Ausbildung im Geigen» spiele. Al« einer der hervorragendste» S^vick-Schül«r errang er den österreichischen SlaatSprei«. Di« österreichische Regierung schenkte ihm kurz daraus auch eine wertvoll« Violine. Später wurde ihm als kroa-tische Natioualgabe eine Rottagcige von anß«rge-wöhulichem Werte zuteil, öalokov c hat in fast alle« Länder» dcr Erd« mit großartigem Erfolg« gespielt und di« uueingeschräukt« Anerkennung der gesamten Press« gesunde». Zahllos sind die uns zur Verfügung gestellte» Kritiken. Einmütig wird der seelen-volle Bortrag, die meisterhaft« Technik, d«r herrliche u.nde Ton, der Klang feiner Oktaven, Passagen. Flageolettöne gerühmt. Demnächst begibt sich der Künstler wieder in« Ausland, — zunächst nach London und Pari«. Da! Programm umfaßt fol. gendc Stück«: 1. Paganini: D Dur-Konzert (Kadenz von E. Sauret); 2. a) Pugnani-Kreisler: Praolu« äium st Aliegro; b) llorclli: Teraa coa raiLuiom; 3. a) Sarasat«: Iiomanza AnJaluza; b) Schubert: Die Bieue; c) Mavoslovit K. P.: Igra udovica; d) Bazzinr: La romio akal — und eventuell Burian; der Lakai sieht ganz intelligent au» . . . „Ich sctze 2:1 auf ten Lakai/ sagte Berchlold rasch-, denn eben trat dcr Monarch auf seine beiden Hofchargen zu und sagt«: „Ich habe Baron Burian zu meinem Minister deS Aeußern ernannt.^ Am 19. Juni vormittag» traf ich im Haupt-quartier' in Udine ein. Vorerst hatte ich eine länger« Besprechung mit IM. Beroevic, »velcher mir die Lage seiner Arme« auSrinandersetzt«. Die ganze Anlage der Offensive hält« seiner A-rstcht nach von vornherein den K?im de» Mißerfolge» in sich getragen. Schon frei der Wahl d«r DurchbruchSsteü« hätten sich Streitigkeiten zwischen ihm und Sonrad ergeben. Ar, u.-.d die Oberste Heeresleitung waren nicht imstande, ihren Willen fü( den einheitlichen Durchbruch durchzusetz:n; daher wurd^ ein Mittelweg gewählt und an vier v«rschied«nen Stellen je eine Sioßgruppe angesetzt, welch« zwar Erfolg hatten, an keiner Stell« jedoch über genügend materielle und Menschenkräst« verfügten, um die gewonnenen Vorteile auszunützen. In den ersten Tagen dcr Offensive schon war e» dcr Heeresgruppe Boroev c vei hältnismäßig Seite 4 drei Herren entschlossen, «ufetrnt titliier Publikum eine besondere, seltene Ueberraschung zu bereite». Die Sache ist schon fix abgemacht. Umso mehr ist es unsere Sache, den Saal bis zum letzten Platze z» füllen. Die vollständig nene VoctragSordming wird in unserer nächsten Aukgabe bekanntgegeben. Kartenvorverkaus bei Fräulein Jof'sin« An'ch^tz Firma Franz Krick). Evangelische Gemeinde. Der öffentliche GemeindtgotteSdienst findet Sonntag. den 3 Oktober um 10 Uhr vormittags statt. Die Predigt hält Gerhard May über ..Die Stadt ans dem Berget RegierungsKommissär Dr-LesKovar. Grient »er Stadt Marburg, wurde scineS Amtes «»hoben. Zu seinem Nachfolger soll ein höherer polnischer Beamter ernannt werden Die E-ithebung erregt in der slowenisch klerikalen Presse großen Unwillen, da Dr. Leekovar Anhänger der ÄUslowc« nijchcn Brl'tpaiict ist, nnd wird vom Laibacher Elovenec sogar als Kricgssall bezeichn.'». Trauung. Am 25. September wurde in d,r Pfarrkirche in Pettan Herr Dr. Eduard Bntschar mit Fräulein Emwy Haring, geprüfte Musiklchrcrin, ge'raut. AlS Trauzeugen fungierte für die Braut ihr Onkel Herr Josef Pirich. Ledersabrlkant, für den Bräutigam Herr I U. E Walter Karbtutz. Gehaltsaufbesserung Die Gehälicr für Postangestellte wurden von 60 aus 180 K erhöht, wobei baS weibliche Personal dem männlichen gleich, gestellt wurde. Die Gendarmen «halten eine erhöhte monatliche Teuerungszulage voi 400 K und haben außerdem Anspruch auf zwei Garnitilren Wäsche und eine Dienstkleidung. Der internationale PaKetoerKehr ist außer mit Dentschösteneich nunmehr seit l. Oklobcr auch mit Deutschland, Frankreich, der Schweiz und mit Bulgarien wieder eingeführt, mit der Tschecho-siowakei wird er am li. Oktober ausgenommen. Die Gebühren sind die nämlichen wie vor dem Kriege, nur wird der Franc in Gold mit 4 Dinar («16 jugoslawischen Kronen) gcrcchnct. Die Postmarken in Kronenwährung, deren Gültigkeit f'ühcrrn ZeitnngSnachrichte» zufolge am 30. September hätte ablaufen solle», blei» bm noch weiterhin in Geltung. Ihre Zurückziehung wird rechtzeitig bekanntgegeben weiden, — versichert die Postverwaltuno. Geschwindigkeit ist keine Hexerei, dachte sich der Herr Finanzminst«, als er das Gesetz über die Umsatzsteuer mittels telegraphischer Weisung an die Laibach« LundeSregiernng am 23. September mit GültigkeitSbeginn vom 25. September in Kraft fetz?e. Dieser Vorgang ist zum cistenmale in unserem Staate und vermutlich über-Haupt zum erstenmale aus E dcnrnnd erprobt worden; da er sich anscheinend bewährt hat, so weiden wir aus d m Gebiete der Verordnur'gsprcxiS vermutlich noch folange allerhand Erfahrungen machen, bis auch solche Absonderlichkeiten keinen Reiz dcr Neuheit mehr bieten werden. Der Preis des Kulturdundkalenders wmde mit 18 K sür daS Sulck f.-stgefetzl. Der Ver« hieb wird im allgemeinen durch die Ortsgruppen des Bundes «folgen; wo solche noch nicht bestehen, wird der Verschleiß au Wiederverkäufe? (Luch« nud leicht gelungen, über die Piav- zu kommen und stc hätte, im Falle Boioe ic' über Munition und Reserven verfügt hätte, die ganze italienische Fiont aufrollen können. Nachdem aber sowohl Munition wie Reserven über die gau«e Weite der Front verteilt standen, rieben sich die Truppen in den dreitlgigen SZmpsen auf und wuren nicht mehr in der Lage vorwäit« zu drängen, «ht Stehenbleiben mit der Piave im Riicken war aufgeschlossen. Die Gesamtverlusttisser beider HcereSgruvpen wurde mir mit 170.000 Mann bezeichnet. Die Hai« iung der Truppen sei über jede« Lob «haben gewesen. Im Verlause der Besprechungen wurde konstatiert, daß sowohl die vorhandenen MunitionSmengen alt auch die ErnährungSmittil ein weiteres Bordringen aus« schloffen. Durch die Zurücknahme der Armee über die Piave muhten nicht weniger al« 100 kolibare Waggon« Mehl verloren gegeben werden. E« war katastrophal. * Am 28. Juni wurde ich in Eckartkau von Sr. Majestät in Audienz empfangen. Am Vortag waren die Sozialisten Sei!», Renner, Tusar und Stanek sowie dcr Südslawe Korr?ec bei», Kaiser gewesen. Seine Majestät erwähnte mir, da« Stanek und Tusar sür die Lösung der tschechischen und Koreöec sür die Lösung der lüdslawischen Frage innerhalb der Habsburger« mvnarchie unbedingt gewoni ,cien. Sixtu«. Cillier Zeitung Papier Händler, Kaufleute usw.) übertragen. Die näheren Bedingungen sind beim Herausgeber des Kalenders, Herrn Schriftleiter Johann Keks in Groß B.'tfchkerek (Vlki Veckerek), Obilicgafsc 1, zu erfragen. Der Deutsche Kulturoerband in der Tschechoslowakei hat Ende September in Seit« meritz feine diesjährige Hauptversammlung abgehalten. Au« den Tätigkeitsberichte ist zu entnehmen, daß der Kiillurverband gegenwärtig 19 eigene Schulen mit 39 Lehrkräften und 87 eigene Kindergärten mit 97 Kindergärtnerinnen unterhält. Die EihallungS-kosten dieser Anstalten einschließlich der Bezüge der Lh'Personen wurden sür das kommende Jahr aus 1 Million 721.000 Kronen veranschlagt. Trotz der hohen Auslagen war eS dem Kultnrverbande doch schon möglich, in 102 Fällen auch gefährdeten öffent. lich n schulen Unterstützungen zu gewähren. Die weltumfassende Stimme. I.» der Western Electric Company, einer dcr größten ame. rikanifchen Elekttouutcrnkhmuiigen, wurde uu-längst ein »euer Telephonapparat. mit groß.», Erfolg ausprobiert, der ähnlicht Versuche weit in dcn Schatlc» stellt. Durch daS Experiment wurde bewiesen, baß eine Redc, dic jemand in dcm Saale irgend ei»« Stadt hält, in einer andere», Hunderte von Kilometern cntsernten Stadt aus einem ösfent-lichen Platze von Tausenden deutlich vernommen weiden kann. Vor dem Redner steht der Ueberträger, der den Schall der gesprochenen Worte aufnimmt. Telcphoiidiähl« lcilen den Schall weiter naef^ einer viele Kilometer entfernten Stadt. Hier hängen an den Telkphondrähten eine Anzahl Empfänger in Form von Tuben, die die Rede zu de» Ohren tiner laufendköpsige« Meng« gelangen lassen. Dieser Er-solg bedeutet die augenblicklich höchste Volleudung eines bekannten Versucht*. In Budapest gab eS schon vor dem Kriege ein« Anstalt, die ihren Abon« nenit» aus ein gegebenes Zeichen die neuesten Zci« tungSlcle^ramme telephonisch abgab. Es klingelte in hundert Wohnungen und hundert Mensche» konnte.« gleichzeitig die letzten Kurse hören. Mehr noch: um 7 Uhr abends wurden diese Abonnenten an dic Königliche Oper angeschlossen und hörten bei ihrer Zigarre im Lehnstnhl die Arien und Koloraturen. DaS amerikanische Experiment geht noch weiter. Eine neue Aera der Verständigung bricht an. Mrtschasl und Unlu'Ht. Für «in selbständiges Verkehrs-inspektorat der Staatsbahnen in Laidach wird in der slowenischen Presse Stimmung gemacht. Begründet wird die Forderung mit solgenbtn trlf« tigen Erwägungen: Die Agramer Direktion mit 30v)0 Elsenhahnkilomettrn ist start überlastet »nd Hot mit internen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die aus Laibach eingesendeten Eingaben, welche oft die klein-lichsten und nichtigsten Dinge betreffen, brauchen Wochen und Monate zu ihrer Erledigung. Rckla-mationen und juristische Angelegenheiten werden überhaupt nicht behandelt. Die Rcchnnngsbcamten, dic für Slowenien arbeiten, beziehen monatlich 60.000 K Taggelder, weil ihre Familien in Laibach wohnen. In einer Denkschrift, welche alle diese Un-zulänglichkeiirn auszählt, wird verlangt, daß die Zu» ständigkeit deS Laibacher JnfpcklorateS durch Siu räumung einer gewissen Selbständigkeit erweitert nnd der Wirkungskreis, der sich gegenwärtig bloß aus 510 Kilometer bcläuft, auf die Linie Bubnjarci-Karlstadt ausgedehnt werden soll. Hunderttausend Tonnen Eisenerz wird Jugoslawien nach Deutschland ausführen und dafür 13.000 Tonnen Koks einführen. Sine Tonne Eisenerz kostet 140 Mark, eine Tonne Koks 107 Mark franko Bosnisch-Brod. Keeresvirsorstuttg durch Ztesch ag-nasme. Amtlich wird geaieldct: Der Ministerrat hat in seiner am 24. September abgehalteren Sitzung folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Die Ausfuhr von folgenden Rohstoffen wird verboten: Wolle, Pferde, Schaf- und Ziegtnhänte, Hans, Fabrikalt dcr Lederindustrie und dcr Textil-industrie aus den oben erwähnten Rohstoffen (Seiler^ waren und T,pp'che avsgenommen). DaS Heeres und Marineministcr um wie auch das Finanzmini. sterium werden beauftragt, du*ch energische Maßnahmen das Verbot dieser Waren dnrchzusühren. 2. Solange die unumgänglich notwendigen Quantitäten von Wjlle, Häuten und Hais für die Nummer 73 Versorgung der Armee, der inländischen und 'Marincgendarmerie, sowie dcr Grenztruppen nicht gesichert sind, ist der freie Verkehr mit diesen Roh stoffen auch innerhalb dcr Grenzen des Staates (infoferne er sich nicht ans den HeerkSbedarf bezieht) verbot«!. Der Ankans dieser Rohstoffe bleibt einzig und allein dem Staate bezw. jenen Personen reser« viert, die damit von d r Heeresmacht betraut werden. Jedem anderen ist sowohl dcr Kauf wie der Verkauf dieser Rohstoffe untersagt. 3. ES wird die Anmeldung nud die Ver-zcichnung allcr oben erwähnten Artikel, die für den HeereSbedarf in Betracht kommen, angeordnet. Der Vorgang bei tet Anmeldung sowie auch die Quantitäten von Wolle, Häuten und Hanf, welch« den Produzenten »nd Landwirten für ihren HauS« bedarf sowie auch d«n Kltingewcrbctreibendcn frei-gtgtbcn werden, wird mittelst eines besonderen im Sinne de» Artikels 5 dieses Beschlusses versaßlen Statutes festgestellt werden. 4. Es wird eine solche Organisation aller unserer Fabuken, die sich mit der Erzeugung von HeereSariik'ln befassen, in dem Sinne beschlossen, daß dcr Staat selbst allcS Rohmaterial und Erzen« gungSmaleUal und alles sonst Notwendig« beschafft und auch die Kosten der Produktion trägt, während die Fabriken das ganze erzeugte Material dem Staate ausliefere Die Industriellen werden nur die Produktion unter staallicher Aussicht und die technische Leitung inne habt«, wofür ihnen der Staat eiir gewisses Gewinnprozcnt vom Werte ta erzeugten Ware zugestehen wird. 5 Im Heeres, nnd Marineministerinm ist ein industrieller HeeresauSfchuß zu grüven, der an« folgende» Pertoueo bestehen wird: Gehilfe dtS Bor« stchcr» der ökonomischen Abteilung mit dem Ehef dcr betreffenden Abteilung; Borstand der indu-striellea »nd Handclsableilung deS Handels- und JnSustrieministeriumS; Professoren der chemischen und mechanisch'» Technologie an dcr Belgrader Universität; je ein Vertreter dcr Jndnstritllen-kammer in Belgrad und der Verbände der Indu-striellen in Agram und Laibach. Dieser Ausschuß hat die Aufgabe, e'n Statut für Beschaffung, Or-gantsation und Versorgung mit den nötigen Roh« stoffeu auf Rechnung des Staates zu entwerfen. Ferner gehört in feinen Wirkungskreis die Organi-fation der Arbeit in den heimischen Tex.il« und Ledersabnken für den Bedarf dc« HecreS sowie auch die Vorbcrcitung und Leitung aller Rohstoffe und sonstiger für dit Tcxiil- nnd Lederindustrie im Lande notwendiger Einkäufe. Dieser Ausschuß hat die Arbeit in allen Tcxlil« und Lederfabriken aus dem Gebiete des Staates sowohl bezüglich dcr Ver« arbcitung der Rohstoffe wie auch der Er;cugu»g von Ganjfabcikatcn zu organisieren, die Fabriken zu be-fchäfiigcn, zu kontrollieren und iu ihrer Arbeit zu unterstützen, damit sie nur aus Rechnung des Staates arbeiten. Die einzelnen Fabriken werdtn je nach ihrer Kapazität mit Arbeit bcteill werden und der Ausschuß wird ihnen nach diesem Maß-stabe die nötigen Quantitäten von Rohstoffen wie auch alles übrige Material für ihre Produktion zuweisen. Der Ausschuß wird ferner die technischen und alle übrigen Bediugungcn feststellen, unter denen die Fabriken auf Rechnung deS Staates zu arbeiten haben wcrdcn. Der Ausschuß wird die Arbeit des Personal» und die Regiespesen in allcn Fabriken durch ständig«, aus drei Mitgliedtrn bestehende Kommissionen kontrolliere», denen Diäten wie si« im Beschlusse deS MinisterratcS vom 23. Dezember vorge>then sind, gebühren weiden. Der Ausschuß hat alle notwendigen Maßnahmen zur Wahrung des Materials gegenüber allen Eventualitäten anläßlich der Ueber gäbe der Rohstoffe zur Verarbeitung bezw. d?S MalerialeS zur Fertigstellung von Ganzsabrikalcn vcrzunehmt». Der Ausschuß stellt die Entschädigung fest, welche den Fabrikanten für dir Benützung ihrer Anlagen und sür dic Leitung dcr Arbeiten zur Eczcugung der nötigen Gcgcnstände zu eulrichten ist. Der AuS-fchuß führt die Aufteilung de» erzeugten Materials und zwar sowohl der vkrarbe^tten Rohpcoduktc wie auch der Ganzfabrikate tu ch. Der Ausschuß hat ferner Evidenz übn di« Marktpreis der ausländischen Tcxlil- und Leder industrie zu führen. Bilanzen auf-zustellen und di« Beendigung der Arbeit vorzuschlagen, wenn der Staat einer solchen Arbeit nicht bedürfen wird. Die Ausschüßmitglieder werden als Entschädigung sür ihr« Bemühungen 20 Dinars für jede Si^ung «halten. 6. Zwecks S icherstell ung einer stabilen und internst»«! Arbeit werden diese Industrie« und Fa« brikSun!errirhmungen dit Material« für den Heeres« bedarf erzeugen und für diese Zeit als staatliche Nummer 78 lii liier Zeitung Elite 5 Unternehmungen deklariert werden. In denselben wird di« Arbeitszeit verlängert und Streikbewegungen »orgebeugt werden. 7. Der Heere»- und Marineminister ist ver-pflichlet, die nötigen Arbtittkräft« durch Bildung spezieller Heere«, und Jndustriecinheiten zu sichern, welche al« Waffendienstpfiichtize nach Bedarf den Fabriken zugeteilt werden sollen. Al« Lohn erhalten sie den gleichen Betrag wie die Fabrikarbeiter — nach Abzug der Spesen für ihre E.Haltung. 8. Der Heeres- un» Marineminister wird er-mächtigt, im Wege de« militärischen Jndustrieau«-schusses bereit« jetzt 2 Millionen Kilogramm Baumwolle, 2 Millionen Kiloiramm Rohhäute und 2 Millionen 700.000 Kilogramm Wolle anznschaffen. wovon er jene« Quantum, daS er für den Heere«-bedarf nicht brauchen follte, dem Ministerium sür Volkscrnährung und den Wiederaufbau de« Landet zum Selbstkostenpreise zweck« Versorgung der Bevölkerung abtreten kann. 9. Der Finanzminister wird ermächtigt, dem Heere«- und Marineminister sofort einen Betrag von 39) (Nachdruck verboten.) U)er war es? Griginalroman von Lrich Ebenste»n. .Und an mich denkst du gar nicht?" sagte Vera zärtlich. „Daß ich doch so glücklich darüber bin, dich nun in meiner Nähe behalten zu dürfen, und nicht beständig um dich zittern zu müssen!" Da zog er beschämt und gerührt ihre Hand an die Lippen. „Verzeih, mein guter Engel!" Nun war sie sür eine» Augenblick ins Hau» gegangen. Er aber dachte, allein geblieben, nur an sie. , Jal Sie war sein guter Engel geworden seit dem ersten Tag, an de« er sie erblick: hatte. Wenn er an die döse Zeit dachte, wo er geglaubt hatte, sie fr« geben, und auf immer auf sie verzichten zu müssen, damit ihr reiner Name nicht in die schreck-lich« Angelegenheit hineingezogen würde, deren trau-riger Held er durch eine Kette von Umständen ge-worden war, legte sich heute noch ein dumpf««, at«mraub«ndcS Angstgefühl auf feine Brust. Sie nie wiedersehen — ohne sie leben zu müssen!! Nächtelang hatte «r sich in wahnsinnigem Schmerz gewunden bei dem Gedanken. Und doch konnte <4 nicht ander« sein. Der Schmerz »v -e noch wilder geworden b«i der Vor-stellnng, w n könnte mit Fingern nach ihr wcisen: „Da« ist tfe Braut Dr. HardyS. der al« Mörder im GesänguiS sitzt!" Darum hätten ihm alle Foltern der Welt nicht ihren Namen entrissen, so sehr der Unter-suchung«richter stch auch Mühe gab, ihn zu erfahren. Aber sie? Was hatte sie zur selben Zeit ge-tau? Sie war hingegangen zu einem wildfremden Menschen, hatte sich stolz al« sein« Braut bekannt und ihn angefleht, den Geliebten zu retten. Opser um Opfer brachte sie. Kämpfte wie eine Löwin gegen die cigenen geliebten Eltern, war tagauS, tag-ein nur mit dem einem Gedanken beschäftigt, den wahren Mörder zu finden, und ihm selbst dadurch Ehre und Freihrit wiederzugeben. Selbst al« ihre ehrliche Natur sich sträubte, da« Vertrauen einer anderen zu täuschen, hatte sie sich diese« Opfer um seinetwillen abgerungen. Und von all dem würde er nicht einmal etwa« ersahren haben, wenn Tante Renate und Herr Hempel e« ihm nicht erzählt hätten. Al« e« dann so weit war, daß man Kunze in Amsterdam verhaftete, und Hemp?l es Vera telegraphierte, ging sie sogleich zu Dr. Wasmu«. «Sie habm immer Dr. Hardy« Braut kennen ler-nen wollen, Herr Untersuchungsrichter," fugte sie, den Schleier zurückschlagend, und ihn freimütig au« ihren wunderschönen Augen anblickend. „Nun wohl, ich bin e«, Vera von Troll, und ich komme zu Ihnen mit einer Bitte!" Wasmut war so verblüfft, daß er ganz vergaß, ihr Platz anzubeten und nur verwirrt stam. melte: „Eine Bitte, gnädige« Fräulein?" »Ja- Ich nehme an, daß Sie bereit wissen, wer den Mord an Frau Wildenroih-Kunz« begangen hat, und Hardy daher au« der Haft entlassen." »Gewiß! Seine Enthaflung ist bereit« ange-ordnet, und ich wollte eben Auftrag geben, Dr. Hardy zu mir zu bitten, um e« ihm mitzuteilen," beeilte sich Wismut zu »ersichern. 100 Millionen Dinar« zum Ankaufe der nötigen Rohstoffe zur Organisation der Arbeit in den heimischen Industrieunternehmungen zur Verfü>ung zu stellen. Der Heere«- nnd Marineminister ist verpflichtet, diesen Betrag zu Ende deS Budgetjahre« 1920—21 zurückzustellen. Dieser Beschluß ist in da« Finanzgesetz für da« Jahr 1920—21 aufzunehmen. Aus Grund des obigen Beschlusses deS Minister« rate« vom 24. September ist mit dem gleichen Tage folgende Verordnung in Kraft getreten: 1. Alle Produzenten, Laudwirte, Kaufleute und Fabrikanten haben binnen 8 Tagen den zuständigen Behörden (Gemeinde, Stadtmagistrat. Bezirk und Komitat) genaue Verzeichnisse der bei ihnen befindlichen Vorräte an Wolle, Häuten, (Rind«häu«en, Schass-häuten, Pferde- und Ziegenhäuten) wie auch aller Fabrikate und Halbfabrikate au? diesen Rohstoffen »erlegen. 2. I« v.'rzeichnifse muß genau die Quantität. Qualität und der O.t bezeichnet w:rden, an dem fich die Ware befindet. „Dann seien Sie so großmütig und lassen Sie mich die Überbringerin dieser Botschaft fein l" „Mit Vergnügen, gnädiges Fräulein, wenn Sie es wünschen! Gleichzeitig lassen Sie mich ausrichtig Glück wünschen zu der glückliche» Lösung dieser Angelegenheit, die mir viel Sorgen machte. Sie werden ja begreifen, daß eS doppelt schwer ist, seines Amtes zu wallen, w? es sich sozusagen um einen Kollegen handelt." „Selbstverständlich begreif« ich es!" lächelt« V«ra sein. „Um so schöner, wenn cS einem dann gerade da geling», der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelsrn!" Diese Unterredung hatte Vera selbst ihm später wiederholt ausführlich geschildert und jedesmal lächelnd hinzugefügt: „Ich war so froh, djß ich ihm den kleinen Stich zulegt versetzen konnte! Denn er hat ihn gefühlt, daS las ich in feinem G;ficht!" Dann kam sie zu ihm in die Zelle — wir ein Engel de« Lichts trat sie über die Schwell«. Und er — krank, fiebernd, schrie laut auf und stürzt« ihr zu Füßen, und weinte wie ein kleiner Knabe. Vera aber wurde ganz blaß, denn damals hatte sie wohl ihre größte Kraft nötig. Ihn so ge-brochen, und krank wiederzufinden — darauf war sie »ich'. .rb«r«itet gewesen . . . Alle« dafc zog jetzt wieddr durch Hirdy s Seele, während er in das goidrole Abendgelench» ringsum starrt«. Da legten sich plötzlich zwei weiche, warme Hän5« von rückwärts um seinen Kopf. „Woran denkst du, Lieber, daß du mich nicht einmal kommen hörtest?" „An dich!" „Ach, dann ist« ja gut! Ich sürchWIe schon, du grübeltest schon wieder dösen Träumen nach, die ich dir zu vergessen befahl!" „Kann ich denn an dich denken und vergessen, was ich dir danke! Wenn du nicht zu Hempel ge. gangen wZrest — o Vera, wie stünde eS dann heute um mich?" „Still, still I Ich sehe schon, ich muß dir etwa« andere« zu denken geben, al« nur immer das! Und ich habe auch schon etwa«! — Paß auf» darüber wollen wir nun reden!* Sie zog sich einen Stuhl dicht an den seinen heran und legte den stapf an seine Schulter. „Küsse mich erst, Bertie! Dann sollst du meinen Plan hören und darüber entscheiden!" Fräulein Renate ging am Parktor auf und ab und erwartete ihren Bruder, der nun bald kommen mußte. Denn eS wir schon eine ganze Weile her, seit sie den Pfiff des einfahrenden Zuges von der Station herübergehirt Halle. Indessen spähle si« viel weniger hinan« auf die Landstraße, al« nach dem rückwärtigen Teil des Parke«, wo man zwischen Bäumen gerade nach dem Weiher hin sehen konnt,. Wie poetisch sich die beiden Liebenden auSnahmen unter den Hängebirken, wo eben die letzten Sonnen-strahl?» alles in roie Gluten tauchte! Ueberhaupt — sie konnte stch gar nicht sattseh:n an den bei-den! fi war doch zu hübsch, wenn zwei sich so über alle Maßen lieb halten! Seit Fräulein Renate K immer und Sorgen ihrer Nichte um Robert Hardy redlich ge!« l« hatte, war et auch ihr an« Herz gewachsen, nnd jie be-griff plötzlich sehr gut, wa« Liebe war. Freilich mußte eS eben ein Mann »i« BeUi« sein, so edel, anspruchslos und hochgesinnt. 3. Mit dem gleichen Tage ist jeder Berkaus, beziehungsweise jeder Transport diese« Materials au« einem Orte in den anderen verboten. 4. Alle« nötige Rohmaterial wird einzig «nd allein vom Staate, bezrr. von jenen Personen, welche die Heeresverwaltung bestimmen wird, angekauft werde» und allen anderen ist sowohl der «aus wie der Verkauf, solange der Slaat«bedars nicht gedeckt fein wird, verboten. 5. Jene« Quantum von Woll», Häuten und Hanf, welche« den Produzenten und Landwirten so»!« auch den Kleingewerbetreibenden überlassen werden soll, wird durch besondere Beschriften bestimmt werden. 6. Die Preis« für Wolle. HSnt« und Hanf werden nachträglich bekanntgegeben werden. Wer der Anmelduagspslicht nicht Genüge leisten würde, wird streng bestraft und, falls festgestellt werden sollte, daß «r einen Teil seiner Vorräte von den betreffenden Artikeln verheimlicht habe, so fällt die Hälfte dieser Borräte dem Staate, die zweite Hälfte dem Anzeiger zu. „Guten Abend, liebe Rena," sagte jemand, seinen Arm in den ihren schiebend, .was guckst du denn da so eifrig nach den Ulmen hin ?" Sie fuhr errötend herum. „Ach, du bistS schon, Han«? Ich wartete aus dich!" „Hm, und dabei drehst du der Landstraße den Rücken?" »Da« war nur einen Augenblick. Ich wollte nur sehen, ob Vera und Bert!« noch im Park find. Bertie wird sich am Ende erkälten." „Wie besorgt du um ihn bist," lachte der Ober» gerichtSrat. „Du hast dich sehr veräisert, Renate!" „Weil Bertie es verdient! Er ist ein ganz außerordentlicher Mann und Bera hätte aus der ganzen Welt keinen zweiten Hardy finden können!" .DaS haben Sephine und ich doch schon längst behauptet, aber du wolltest es ja nicht glauben?" „Ich? Da muß ich aber sehr bitten! Wer war es denn, der gleich bereit war, einen Mörder in ihm zu sehen? Ich oder du?' „DaS ist etwas ganz andere«, wie die Dinge lagen . ." „Bah, für mich und Vera lagen sie von An« fang an klar! Und ich . . „Wir wollen nicht wieder über die alte Ge-schichte streiten, Rena! Wir haben ja die Streitaxt begraben und längst die- Friedenspfeife darüber ge-raucht. Wo sind denn die beide»?" „Am Weiher. Wollen wir hingehen?" „Natürlich. Ich muß sie doch begrüßen. Auch ich habe einen Sack voll Neuigkeiten." F^nf Minuten fväter faßen alle — denn auch Frau Sephine Halle sich am Weiher «ingtfunden — gemütlich beisammen. .Nun. Papa, leg« lo«!" sagte Bera, nachdem die gegenseitigen Begrüßungen vorüber waren, un-geduldig. „Tantchen sagt, du brächtest Neuigkeiten au« der Stadt mit. Hoffentlich keine schlimmen!" „Nein. Nur eine davon ist ernst und die will ich gleich berichten: Kunze — d«r gestern tn Begleitung Inspektor RotleitnrrS hier eintraf, hat sich heute nacht, nach dem ersten Verhör, in feiner Zelle erhängt!" Hardy wurde blaß und sah den Obergericht«-rat erschrocken an. „Erhängt . . .? So kann also seine Schuld vor der Welt nicht mehr bewiesen werden, und man wird nie erfahr«», wi« sich alle« zutrug?" „Doch. Man weiß e« bereit«. Denn obwohl er ansangS entschlossen war, alle« rundweg zu leug. nen, gelang e« vem Untersuchung«richt«r dann doch, ihn derart in di« Eng« zu treiben, daß er ein volle« Geständnis ablegte. WaSmut hat in der Lei-tung dieses Verhör« ein Meisterwerk an Umsicht und Geschicklichkeit geliefert, so daß Kunze schließ-lich kein Au«weg mehr blieb. Ich habe daS Pro-tokoll heute selbst gelesen. DaS Drama spielte sich genau so ab, wie Silas Hempel annahm, und be-stätigte Punkt für Punkt seine Folgerungen." „Gott sei Dank!' „Mit der Ablegun, de« Geständnisse« sah Kanz« sein Spiel wohl endgüliig »erlaven und zog den Tod durch eigene Hand der gesetzlichen sühne vor." Tiefe Stille folgt« seinen Worlen. „Golt sei seiner Seele gnädig!" ma» melte Bera dann nach einer Pause. .Und Jrlulein Spira? Weiß sie es schou?" .Ja. Hempel teilte e« ihr gleich am M»rge» pcr'öni'ch mi>. E« soll sie sehr erschüttert haben, aber zugleich auch unendlich etUichteit. Denn nun bleibt ihr die Zeugenaussage mit Knnze erspart, vor der sie zitterte. Sie reist übriger« niichster T«je Seite 6 Cillier Zeitung Nummer 78 zur Erholung nach Böhmen, wo eine floufine ein Schloß besitzt und sie eingeladen hat." .Wird sie bei der Bühne bleiben?" .Nein. Darin ist sie unerbittlich, wieviel Muhe stch anch die Direktion gibt, von der O-ffentlichkeit will sie nicht? mehr missen." „Schade. Mau wird sie sehr vermisse» 1' „Hempel sag«, sie sei in den letzten Wochen sehr gealtert und so ruhebedllrfiiq, daß sie nur von Stille und Landleben träumt. Er meint, sie werde sich irgendwo einen Landsitz kaufen und selbst ihren Kohl bauen. Ein Plan, den Kolbe lebhast unter» stützt." „Ich möchte sie gern vor ihrer Lbieise noch besuchen," weinte Vera nachdenklich. „Weiß al'er nicht, wie sie ti aufsaßt und ob sie mir nicht jürnt?" »Im Gegenteil. Ei« sagte zu Heoipel, du und er »seien ihre Retter, und sie wäre längst zu dir gekommen, wenn sie wüßte, daß e< dir nicht nnan« genehm wäre." „Dann will ich morgen zu ihr gehen!" „V»n Hempel habt ich übrigens viele Grüß« auszurichten. Wenn kein« neue Arbeit bei ihm da« zwischen tritt, will er unseren wiederholten Ein-ladungen nun endlich Folge leisten und nächste Woche sür ein paar Tage nach WolserShagen kommen." »Wirklich?" Oh, da» wird schön sein! va freue ich mich wirklich!« rief Fräulein Renate leb« haft. „Heimlich ichwärmte ich ja schon lange sür ihn, ober die lrtzte Ausgabe, die er so glänzend löste, hat mir doch erst die richtige Porstellung seiner geistigen Bedeutung erschlossen.' ..Noch eine Neuigkeit habe ich zu berichten. Meine alte Jugendfreundin, Marie Wildenroth, war hexte bei mir, um — Abschied zu nehmen. Sie hat ihren Haushalt hier ausgrlösl und übersiedelt zu einer Verwandten nach Thüringen, die, gleichfalls seit Jahren verwitwet, schon immer wollte, daß sie zu ihr ziehe* Bera hatt« nur mit halbem Ohr zugehört. In ihren schönen Augen blitzte eS jetzt schalkhast auf. „Bist du nun fertig, Papa, mit deinen Neuig> reiten ?" .Ja. Warum?" „Weil nun ich euch anch eine Neuigkeit mit-zuteilen habe, die hoffentlich rur«n vrifall findet." .Nun?" .Berti« und ich haben soeben beschlossen, unö in vier W»chen trauen zu lassen. Denn es hat wirtlich keinen Zweck, mit dem Heiraten bis Kriegsende zu warten. Nun, was sagt ihr dazu?" „Daß ich nicht da» mindeste dagegen habe," lacht« Herr von Troll. „Daß dies der klügste Einsall deines Leben« ist 1" erklärte Fräulein Rcnäte. „Daß es ganz unmöglich ist l" sagte Frau Sephine erschrocken. „In vier Wochen! Bedenke doch, wie soll man da in diefen Zeiten eine Aussteuer beschaffen? Mindestens vier Monate brauch« ich dazu.' „Ach, wennS nur daS ist, Mamachen I" lacht« V«ra, sie zärtlich umarmend. .Ski doch nicht tör cht! Das ist ja s« nebensächlich ! W.i? nicht fertig ist, wird eben nachgeliefert." „Aber — ich bitte dich, HanS, hilf mir doch," wandte sich Frau Sephine an den Gatten. .Unmöglich ! Diesmal bist du schon über stimmt, Mnttchen 1 Bera hat ja recht. Es kann vieles nachgeliefert werden. Schließlich heiratet Bertie ja nicht Möbel und Wäschestücke, sondern unser Mädelchen'. Hab ich nicht recht, Junge?" „Tausendmal, P.ipz l" rief Bertie strahlend und zog Bera an sich. „Hurra, in vier Woche» mein Alles!!" F'.au Sephine ergab sich kopsschüttelnd. „Ihr seid wirklich närrisch alle bmel Wie man nur so kopflos verliebt sein kann!• »Ich denke, das warst du auch, Liebe, und daS müsse so sein?" stichele ihr« Schwägerin. „Wenigstens hieltest du mir einmal einen Vortrug darüb«r! Damals als . . ." Sie brach ab. .Damals", das war ja gewesen, als sie nachher die ersten Nachrichien über den Mord an Fräulein Wildenroth vorlas . . (E n d «.) Stenotypistin welche deutsch and slowenisch perfekt stenographiert, gesucht. Offerten mit Zeugnisabschriften unter Nr. 26383 an die Verwaltung des Blattes. Fuhrleute werden unter günstigen Bedingungen aufgenommen. „Ava" cementarna, La&ko. 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