„Mhitt, str Alte " 4 S»r. V». Soantag, R». J«nt RS««. V Jahrgang. Die ^Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — siir Marburg: ganzjährig L fl.. halbjährig 3 fl., vierteljährig 1 si. 50 kr; für Zustellung in< Hau» monatlich 10 kr. — mit Postversendnng: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig S si. Die ein Mal gespaltene Sarmondzeile wird bei einmalige» Einschaltung mit 10, bei zweimaliger mit 15, bei dreimaliger mit 20 fr. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung S0 kr. Jnseraten-Slempelgcbühr kommen. Zur Geschichte des Tages. Die Abstimmung über den ö st erreich» scheu Antrag am Bunde ist eine schwere Niederllige der BiSmärcker. die alleS Mög-lich» versucht, um ein solches Ergebniß zu verhindern — die noch bis zum letzten Augenblicke nicht an eine Oesterreich günstige Entscheidung glauben ivollten. Die kleinen Fürstenthümer Lichtenstein. Waldeck, beide Reuß. Lippe Detmold und Lippe Schaumburg, die für den Antrag gestimmt, bringen wir nicht in Rechnung; aber Baiern. Sachsen. Hannover. Wür» temberg. beide Hessen. Nassau. Braunschiveig und Baden, welches sich zwar der Abstimmung enthalten, aber doch zum Bunde stehen wird, gebieten über ein Heer von dreimalhunderttausend Mann. Wie ein Berichterstattrr der ,I. Ar. Presse" schreibt, hat dem Grasen MenSdors der sranzösische Botschafter mitgetheilt, ihm sei telegraphisch daS bevorstehende Eintreffen riner zur Kenntnihnahme deS österreichischen KabinetS zu bringenden Erläuterung deS Schreibens de< Kaisers an Herrn Drouin angezeigt worden, und er habe vorlänfig nur zu erklären, daß Frankreich allerdings die volle Freiheit der Entschließungen, die eS jedem der streitenden Theile in dem Bereiche seiner Interessen zuerkenne, auch sich selbst sür den Fall vorbehalte, wo im Verlauf der Ereignisse ein sranzöfischeS Interesse in Mitleidenschaft gezogen werden sollte; daß es aber im gegenwärtigen Augenblicke laut zu bestätigen sich verpflichtet erachte, daß bisher ein französisches Interesse weder verletzt noch bedroht worden sei." Bisher — daS ist sehr gnädig vom Kaiser der Franzosen. Wie bald wird aber, wenn durch daS Borrücken der süd deutschen Kontingente nach Kurhessen und Hannover die Ri)einlande und Westfalen von Altpreußen abgesperrt nnd ^ beinahe wehrlos, wie sie sind — von den Bundestruppen beseht weiden, Frankreich „seine Zntc reffen bedroht" sehen und „zur Vertheldigung derselben" in Aktion treten? Hoffentlich wird eS dann „die Wacht am Rhein" auf ihrem Posten finden und in deutschen Landen eine nationale Belvegung wachrufen, die neben anderen StaatSstreichmachern auch den Brief- und Fallensteller in den Tuilerien von der Tagesordnung streich». Preußische Truppen sitld. wie Berichte auS Leipzig melden, in Sachsen eingerückt und haben Leipzig beseht. Der Krieg ist also von Preußen nach dkM schmählichen Einbruch in Holstein mit einem zweiten Handstreich begonnen worden, und wenn stch diese Nachricht im vollen Umfange bestätigt, so befinden stch die Oesterreicher zur Stunde bereits auf dem Marsche nach Sachsen und Schlesien. Da Preußen und Italien sich gegenseitig verpflichtet haben, daß der andere Theil sechSund-dreißig Stunden nach Beginn deS Krieges durch den einen die Feindselig, keiten eröffne, so dürste auch in Italien die KriegSflamme bereits emporlodern. Die „Kieler Zeitutig" hofft, die Haltung der Schleswig-Holsteiner werde von großem Gewicht für die lSntscheidung der TageS-srage sein. „Mögen sich die SchleSwi^Holsteiner." schließt daS Blatt, „erinnern, d^iß nicht bloS ihr eigenes Wohl und Wehe in Frage steht. Es handelt sich um die ganze Zukunft Deutschlands. Wenn eS wahr ist, daß die nationale und einheitliche Einigung Deutschlands im Widerspruch steht mit einer gewaltsamen Eroberung einzelner Fetzen seines Gebiets durch den mächtigeren Nachbar; ivenn eS ein Frevel ist. daß dem Würfel-spie! eines Bruderkriegs die entgiltige Entscheidung über die staatliche iSntwicklung unseres BolkeS preisgegeben »verde; wenn der Geist unseres Zeitalters dadurch getödtet wird, daß man den absolutistischen Beliebungen der KabinetSpolitik den Willen nnd daS Recht deS Volks gewaltsam unterwirft, dann tritt an jeden deutschen BolkSstamm die sittliche Mah-nung und die rechtliche Pflicht heran, durch männliche Haltung, durch jenen echten Bürgersinn, der den Muth seiner Ueberzeugung hat. auch während des brennenden Krieges eine dritte Macht für die Entscheidung auszubauen, die Mackt deS ZornS gegen die Frevler an unsern höchsten Gütern, die Macht der Bcgeisteruna für unsere Einigung, für unsere Freiheit, sür unser Recht. Möge SqleSwig-Holstein. tvelchcS den nächsten Anlaß für den drohenden Krieg abgab, die Kraft und den Muth finden, wie eS Jahrhunderte lang im Kampfe für die Behauptung deutscher Lande gegen die Fremdherrschaft siegreich voranschritt, so auch jetzt dem übrigen Deutschland ein Borblld opferfähiger Vaterlandsliebe zu aeben." Am 8. d. M. wurde in Florenz unter dem Borsitze deS Königs ein großer KriegSrath gehalten, an welchem attch der preußische Gesandte Theil nahm: eS wurde der Operationsplan endgiltig festgesetzt. Die ^upt-aufgäbe scheint dem General Cialdini zugedacht zu sein, dessen KorpS um eine Armee-Division vermehrt wurde, und welcher die Aufgabe zu haben scheint, den Po-Uebergang zu bewerkstelligen. Die ersten Gefechte dürften in diesem Falle wohl bei Gonzaga. Sermide und Revere statt- Der Ktatthatter. Von z. Frey. (Fortsetzung.) Wenn der Mensch einmal den Glauben an den Menschen verloren, wenn er sich um Liebe und Vertrauen betrogen meint, dann fliehen auS seinem Herzen die milden Geister deS Wohlwollens und MitleidenS und an ihre Stelle treten nicht selten Härte uud Ungerechtigkeit. Christian traf zudem bald noch ein anderes Unglück. Seine gnte alte Mutter, die hie und da noch in die Verbitterung seines GemütheS ein erheiterndes, tröstendes Wort gesprochen, erkrankte und ging nach wenig Tagen den Weg, von dem Keiner tviederkehrt. So lvar er allein mit seinem Knm-mer und Mißmuthe, der über so manche an die Befreiung deS Baterlandes geknüpfte und jetzt fehlgeschlagene Hoffnung silh allmälig in einen strengen, finstern Ernst Venvandelte. „Man kenne d«n Ebnat Ehristian gar nicht mehr in dem Statthalter." sagten die Leute, „so stolz und herrisch jei er geworden, friiher sei kein Junker so gewesen. Dem gemeinen Manne möge er kaum ein Wort gönnen und schnurre selbst seine alten Freunde ab. wenn sie ihm mit einer gerechten Klage ungelegen kämen." Dieses Urtheil lvar einseitig, wie gewöhnlich daS Urtheil der Welt, die nicht nach den innern Gründen de? äußerlichen ThunS eines Menschen fragt; aber daß der Statthalter selbst seinen ehemaligen Freunden nicht immer zu ihrem Rechtc verhelfen konnte, mußte sogar der wackere Martin erfahren. ES lvar in den erste« Tagen deS Aprils 1799. der grüi»li>g war diesmal früh gekommen, als wollte er den verbitterten und kämpfenden Menschenherzen mit seinen milden Lüften und sprossenden Blüthrn eine VersöhnungSdotschaft bringe«. Der gute Alte hatte einige Säcke Korn in die Mühle nach Schloßrued geführt und ließ nun auf dem Rückwege „den Braunen" langsam den schmalen Waldweg hinangehen. Au« den schon grünen Büschen schlug die Drossel und der Kukuk bewillkommte mit weithintönende« Rufe den Sonnenschein, der um die jungen ZKätter spielte. Martin achtete wenig auf diese freundlichen FrühlingSgrüße; er saß gedankenvoll auf seinem Wägelchen und dachte an die Dinge, die ihm der Schloßmüller erzählt hatte. Die Franzosen seien draußen im Schwabenlande von den Kaiserlichen aufS Haupt geschlagen worden und über Schaffhausen her wolle der Erzherzog Karl mit mehr als hunderttausend Mann in die Schweiz einrücken, um auch hie? die übennüthigen Franzmänner anS dem Lande zn klopfen. Dan« werden die gnädige« Herren von Bem m«t denen an den Tanz gehen, die verrätherischer Weise zu den Welschen gehalten, und z. B. dem Ebnat-Bnuer zeigen, daß er vor Gott und Rechtswegen schon vor anderthalb Jahren an den Galgen gkhölt hätte. DaS habe der Junker May im Schlosse gesagt. Sicherlich wäre« die Meisten im Ruederthale froh, wenn'S schon morgen losginge. Erst vorgestern habe der „Statthalter Jnnker" einen Mann in Schmiedrued um sünszig Pfund gebüßt, weil er so einen welschen Kujon abgeprügelt; aber der Krug gehe zum Brunnen. biS er breche. „Htt." s^'gte Martin laut vor sich hin. indem er mit einem leichten Rucke des Zügeis den Braunen zum Stehen brachte, wie wenn er in seinem Sinnen durch die Bewegung deS Wägelchens gestört würde. ..ha. der Christian war doch einmal eine gute, redliche Seele und auS einem echten Dukaten ist noch nie ein falscher Batzen geworden. — Ra. Hüft Brauner, du brauchst nicht still zu stehen und deine MauSohren zu spitzen, du verstehst doch Nichts von den Dingen; freilich — ja. eS hat sich manches geändelt — wir sind elle sündige Menschen — ist er schuld, daß unter den Franzosen solche Spitzbuben herumlausen? — Kummer macht'S ihm. er sieht ja bleicher auS, als unser armeS Rosele ach. wenn die seine Fran s,elvorden und daS Unglück nicht passirt tväre. dann war' AlleS. AllrS anders gekommen.' He da. Brauner — nein. Bliß «och einmal. Wenn s drauf ankäm'. ich thät'S zum zweiten Mal für ihn wagen." Unter solchen Betrachtungen und Selbstgesprächen war Martin auf die Hölze de» BergeS gekommen, wo der Weg auS de« niedern Laubholze durch den Tannenwald nach dem Kulmerthale abwärts lenkt. Bon da herauf kam iiim ein großer Mann mit verwittertem Gesicht und eine« noch mehr verwitterten Soldatenkleid entgegen. Halt, dachte der Fuhrmann, dem Ankömmling scharf entgegensehend, ist das nicht der wilde Tlsäßer. der Dolmetsch von dem Kapitän, der letzthi« bei «ns i« Qnartier lag? finden. Allgemein erwartet man stündlich dm Ausbruch der Feindselig, teiten. Die Regierung hat den Beschluß gefaßt, cine neue Anleihe von 7S0 Millionen Frc.ntln zu machen. Mazj^ini erklärt in einem Schreiben an den Leiter der Versamm-lnng von Italienern, die am 8. d. M. in London abgehalten worden: „Gegenüber der nationalen Frage müsse» alle Fragen der inneren Politik in dtN Hintergrund treten ; wer in dem bevorstehenden Kriege für die Grenzen Italien» bis zum Meere und zu den Alpen zaudern würde, wäre ein Verräther; alle Italiener müssen wie Ein Mann sich um die Kahne des Baterlandes schaaren. um zu zeigen, daß Italien sich selbst zu vertheidigen und allein seine S-iche zu führen stark genug sei." Mit dem Briefe Napoleons an seinen Minister, worin die Einverleibung der Rheinlande gefordert wird, klills der Krieg die Macht Preußens vergrößert und Grenzprovinzen die Angliederuiig in freier Abstimmung virlangen — mit ditfem Brirfe sind alle französischen Blätter einverstanden. Alle Parteien, von den weihesten Anhängern der Bour bonen bis zu den rothesten Republikanern stimmen ia der Rheinfrage vollkommen überein. Könnten wir nur auch von den politischen Parteien in Deutschland daS nämliche sagen! Die „Time s" anerkennt in einer Besprechung der ParlamentSver-Handlungen über die Lage, daß dieselben durchaus einen Oesterreich freund lichen Charakter hatten und schließt: „Dies zeigt bereits die Wirkung, welche die Verlogenheit und Gcwaltthäti.^keit der preußischen Regierung auf das englische Publikum hervorgebracht. 3n Deutschland ist Oestrr-reich nun jene Macht, welche das Gesetz und die Gerechtigkeit ausrecht hält, und wenn der. Krieg ausbricht, so geschieht dieS durch die Machinationen seines Gegners. Selbst wenn Italien nicht existiren würde, wäre der Friede Europas durch die Politik deS Grasen Bismarck bedroht, so zwar, daß Oesterreich, wie imm»r auch seine Politik bezüglich Venedigs beschaffen, nicht die ganze Verantwortung sür den Krieg treffen kann." Die Werbung der AlpenjSger Marburg, 16. Juni. Die Werbung der Alpenjäger wird übermorgen hier beginnen. Manche halten die Bildung von Freischaaren nicht siir nothwendig: unser Heer zähle 800.00V tapfere, kriegslustige Streiter; wer. ohne geseKlich verpftich-tet zu sein, sich am Kriege betheiligen wolle, möge sich in dieses Heer einreihen lassen. Vom rein militärischen Standpunkt lzaben die Gegner solcher Wer-bnngen vollkommen recht; obwohl auch sie nicht läugnen werden, daß Kreischaaren unter einem beliebten Führer Tüchtiges zu leisten vermögen. VaS Hauptgewicht in dieser Frage legen wir aber nicht auf die militä-rijche, sondern aus die politische Bedeutung derselben. Wir sehen, welches große, politische Kapital Italien und seine Freunde aus dem Umstände schlagen, daß Tausende der heißblütigsten Jünglinge und Männer freiwillig dem Banner Garibaldi'» folgen. Wir hören die italienischen Blätter rühmend verkünden, daß die Zahl der Freiwilligen-Bataillone nunmehr auf sechzig erhöht wird. Wie schwer die politische Bedeutung der Sache in die Wagschale fällt, beweift unser Feind im Norden. Bismarck hat es noch immer nicht versucht, Freischaaren zu werben: wie tollhäuSlerisch er sich auch gebeidet, so viel Besinnung ist ihm dennoch in seinem verbrannten Gehirne geblie« den. daß er sich zu einem solchen Schritte nicht entschließt. Auf seinen Aufruf zur Bildung eines FreiwilligenkorpS würden höchstens einige Krautjunker aus Hinterpommern auf klapperdürren Gäulen sich melden: die Wehrfähigen auS dem Volte würden seinen Werbetilchen so »veit ferne bleiben, als der Abstand eiueS ehrlichen Vaterland und Freiheit liebenden Mannes von einem Schurken, Nalerlandsverräther und RechtSzertreter ist. — Richtig — wo der so eilig herkommen mag/' Der Fremde blieb eine kleine Strecke vor dem Fuhrwerke stehen und blickte rasch nach allen Seiten um sich, wie wenn noch Jemand nachkommen sollte. „He. guter Freund." rief ihm Martin entgegen, „woher deS WegeS? Ich glaubte. Ihr wäret jeßt draußen am Bodensee oder noch weiter — ist der Herr Kapitän auch wieder da?" — „Freilich ist er da." sagte der Soldat, rasch au daS Wägelchen herantretend, „er hl)t sich bereits wieder in euerm Rattenneste drunten einquartiertdie Dirne, die Rose glaul»' ich. hatS ihm angethan; aber gut. daß ich dich schon treffe — so hat mir der Fran« zosenfris. der alte Spitzbube, doch den rechten Weg gewiesen; du mußt auf der Stelle umkehren und mich nach Zofingen führen, zum General — 'S preffirt verteufelt." — „Nach Zofingen?" fragte Martin halb ver-legen, halb mißtrauisch, „ja. aber —" — „Was aber? rief der Andere, de« Braunen am Zügel fassent). „was aber, alter Murrkopf? willst du etwa dem Befehl deS Statthalters nicht Folge leisten? Sielist du. da stkht's geschrieben, schwarz auf weiß, und deine Meisterin, die Rose, h.tt gesagt, du sollest drauf losfahren, daß die Rippen krachen — es geht aus Leben, mußt du wissen, grauer Bursche, die Pfaffe» da droben im Luzernbiet wollen einen Aufstand machen und ich muß Verstärkung holen." Martin schaute mit großen Augen auf daS Blatt, das ihm der Soldat entgegenhielt; er sah da wohl, daß StwaS schwarz auf weiß i^e-schriebe» stand und erkannte sogleich daS Etatttzaljersiegel ; al»er das Lesen, besondees das Geschriebene, war nie seine Sache gewesen. Indessen fiel ihm jetzt plötzlich die Drohung ein. die der Junker gegen Christian ausgestoßen und daß der Schloßmüller gesagt hatte, es wären Viele dabei, tvenn's morgen schon losginge. „Wenns so ist. werd' ich Euch folgen müfsen," meinte er. „obgleich ich gerne noch vorerst nach Hause gefahie» wär', wir könnten dann doS Thal ablvärts über Hntfelden; ich sollt' noch was berichte» daheim." — „Dummer Teufel" schrie der Elsäßer erbost, „nuinst du. ich könnt' warten bis morgen, da uns die Rebellen heut Nacht überfalle» »olle»? Meinetwegen pack dich ins Pfefferland, ich t«»» selbst fahre»." Mit diesen Worte» sprang er auf das Wägelchen u»d wollte nach dem Leitseile greife». „Halt da. guter Freund." sagte M«rti» abwehrend, „»« der Braune hingeht, da will ich auch dabei sei» ; wir Beide haben jche» zu manche Fahrt «ttsamme» gemacht, um Um aber durch Freischaaren einen politischen Sieg über die Feinde erringen zu können, ist nach Innen und Außen eine entschiedene Volks« Politik unerläßlich. Setzt dem Volke ein Ziel. lvelcheS seinen Verstand überzeugt, sein Herz liewegt. seinen Arm bewaffnet — gebt unS ein Ziel, für das wir „froh und freudig sterben können." und dann lasset die Werbetrommel rufen, die Fahnen wehen; lasset die ermuthigenden. bezau-bernden Töne rauschen. daß eS hell durchs „Vaterland" klingt — dann sind wir itN Stande, unseren Feinden zu sagen: „Nuu seht! Nicht allein Jene, welche dem Befelile gehorchen müssen, kämpfen gegen Euch . . . was an Geist. Zugendglut und ManneSkraft noch in unS Allen lebt, hat sich vereinigt zum heiligen Kriege I" Kämpfer, die auS politischen Gründen zu den Waffen geeilt, verbür-gen am Eni)e auch den militärischen Sieg. Wir müssen unsere Feinde schlagen. daS Schwert in der Rechten, in der Linken den Freiheitsbrief— soll auS dem bevorstehenden Welibrande daS Weltglück elnporsteigen. Solche Kämpfer sind es gewesen, die den alten Napoleon gestürzt: solche Kämpfer nur werden es sein, welche unsere Fahnen auf den Zinnen von Berlin und Paris aufpflanzen. Marburger Berichte. (Aus der landwirthschaftlichen Filiale.) Schluß des Berichtes über die Sitzung vom 13. Jänner. Als die Frage über die Behandlung der erfrorenen Weinreben erledigt war, kam die Vorstellung an das Kriegsministerinm tvegen der Lieferungen für den Heeresbedarf an die Reihe. Herr Friedrich Brandstätter verlas die von ilim »»erfaßte Denkfchrift, die unter Zeichen deS Beifc.lls angehört und einstimmig ange-nommen wurde. Er hatte derselben nur allgemeine Thatsachen zu Grunde gelegt: die Versammlung beschloß aber, noch ganz besonders auf die Lieferungen hinzntveisen. die. wie Heu und Wein, vor allem daS Interesse der Filiale berühren. Herr Brandstätter erklärte: wenn diese Vorstellnag an das Kriegsministerinm nicht die ersehnte Wirknng habe, so bleibe nichts übrig, als sich unmittelbar an den Kaiser zu wenden. Diese Denkschrift wurde nicht, wie sonst gebräuchlich, nur von dem Obmanne und l)em Schrift-führer im Namen der Filiale gefertigt: eS haben fämmtliche anwesende Mitglieder zur besseren Bekräftigung eigenhändig unterzeichnet. — Ueber daS Bittgesuch ans Staatsministerium. betreffend Stener-Nachlaß tvegen der Frostschäden, erstattete Herr Dr. Radei Bericht. Man »var allgemein der Ansicht. l)aß ungeachtet bereits von mehr als 1400 Landwirthen aus 82 Gemeinden des Bezirkes ein solches Gesuch gestellt worden. eS doch wenigstens nicht schaden könne, wenn auch die Filiale, als die zur Vertretung der landwirthschaftlichen Jntereffen besonders Ver-pflichtete Gesellschast. ihre Stimme für den gleichen Zweck erhebe. Es wurde eiu Ausschuß von vier Mitgliedern (bestehend aus den Herren: von Feyrcr. Brandstätter. Dr. Radei und Domdechant Kostanjovetz) er-wählt, welcher die Ausgabe hat. das Bittgesuch der Filiale zu verfassen: nntkrzeichnen werden aber dasselbe nur Weinbancr. da sich Getreide und Feldfrüchte bei sehr günstiger Witterung von dem erlittenen Frostschaden so ziemlich erholt haben. Der Stellvertreter des ObmanneS. Herr von Feyrer. dankte den Mitgliedern für das zahlreiche Erscheinen und bat. nach Kräften dahin zu «virke/t, daß die Gesellschaft sich vermehre und so die Mi:tel geschaffen werden, um das schöne Ziel der Vereinigung leichter erstreben zu können. (Die Gründung der Reben- und Ob st b a um fch u l e), welche die landivirthschaftliche Filiale beschlossen, erleidet durch den bevor-stehenden Krieg eine Verzögernng; aufgejjeben ist die Sache jedoch nicht, wie von Manchen befürchtet wird: die stürmisch bewegte Zeit ist nur dem Plane nicht günstig und darum wurde von der Filiale der Beschluß gefaßt. die Verwirklichung desselben auf friedliche Tage zu verschieben. so leicht von einander zu lassen." So sprechend lenkte er das Fuhrwerk um und fuhr vorsichtig ivieder den abschüssigen Weg nach Schloßrued zu. Sein Begleiter saß stumm und in sich gekehrt und Martin selbst war zu sehr durch ein Wirrtvarr von Gedanken, sowie durch die Sorg-falt für den Braunen, der auf der ungleichen Waldstraße fo leicht sich stoben und stolpern konnte, beschäftigt, um sogleich ein Gespräch anzuknüpfen. Als er in das dichtere Erlengebüsch kain. wo sich der Weg schroffer nach dem „Zunkernholze" absenkt, wollte der sorgliche Fuhrmann aussteigen, um daS Pferd bei der Hand zu führen. Er erhob sich und septe den einen Fuß auf den kleinen Leiterbaum. um sicherer abzufprin-gen; aber im nämlichen Augenblick faßte ihn sein Begleiter blitzschnell um den Leib und warf den alten Mann so gewaltig gegen die kantigen Steine deS StrapenbodenS. daß derselbe besinnungslos, die grauen Haare mit Blut besprengt, regungslos liegen blieb. Als Mai^tül wieder zu sich selber kam und den ganzen Vorfall sich mühsam ins Gedächtaiß zurückrief, ivar Roß und Wagen verschwunden. Mit heftig schmerzendem, brennendem Kopfe und vom Blutverluste ge-schwächt, taumelte er nach Rued hinunter. Als ihn Schloßmüller in die-sem Zustande herankommen sah, rief er ihm erschrocken entgegen: ..Um GotteSwillen. Martin, was ist dir begegnet?" — „Der Braune, der Braune." ächzte der Alte, „habt ihr meinen Braunen nicht gesehen?" — „Freilich Hab' ich den gesehen." erwiderte der Müller, „vor anderthalb Stunden kam ein Franzose mit ihm im Galopp den Berg herabgesprengt — aus Requisition dacht' ich; aber um HimmelSwillen, wie bist du so schrecklich gefallen, oder wer hat dich so blutig geschlagm?" — Martin setzte sich auf einen Wehrstein und murmelte : ..Im Galopp den Berg herabgesprengt — den gähen steinigen Weg herabgesprengt — mit dem Brauneu — Vlitz und Niord, ivenn ihm ein einziger Nagel fehlt, jag' ich dem verfluchten Spitzbuben den Heurüpfrl durch den Leib." Es dauerte lange. diS der Müller die Erzählung des Borf«lles. von manchtm Ausrufe des Mitleidens sür den ^.liebten Braunen und allerle» schrecklichen Drohungen gegen den heimkehrenden Elsäßer unterbrochen, zu Ende hören konnte; da aber schüttelte er bedenklich den Kopf und sagte: ..Martin, Martin, »vie kannst du da die Hauptsache vergessen; es ist eiie große^Froge. ob der Kerl mit dem Braune« je «ieder heimkommt — ^Unglücksfall.) Am Donnerstag wurde der Sohn eines ver-möglichen Grundbesitzers in Jnhring von einem auSschltigendeif Pferde an der Slirne so gefährlich verletzt, daß er »im nächsten Morgen ftarb. ^Von der Straße.) Vorgestern Mittags kam ein Knecht mit einem ziveispünnigen Wagen, auf welchem sich drei volle Weinfässer be-fanden. über die Brücke gegen die Stt^dt gefal)ren. Da wegen des Kanlilbaues die Draugafse gesperrt ift. so mußte er einen llmweg machen. In der Nähe deS Gasthauses „zum scharfen Eck" schaute er zurück und gewährte, daß er ein Faß verloren: eS war auf der Strecke vom Hause des Herrn Ziegner bis zum scharfen Eck vom Magen gefallen und zer-krochen. Die öauben lagen auf der Gasse zerstreut; der Wein — echter Vierundsechziger — war spurlos verschwunden bis auf die Löcher, welche das tdle Naß erbarmungslos in den Sand und in die armen Lteine gerissen: die Luft war von angenehmen säuerlichen Düften geschwängert. "(Die Werbung der Alpenjäger) wird morgen um acht Uhr frü'q eröffnet. Auf dem Sophienplatz ivird der Werbttisch unter einem festlich geschmückten Zelte aufgestellt: die städtische Musikkapelle spielt und mehrere Bürger spenden Wein, aber keinen „Staatswein", sondern einen Rebensaft, der bei den Alpenjägern in süßer Erinnerung bleiben wird. Die Werbekanzlei befindet sich in der Vurg. (Die S ch lu ß v e r h a nd l ung) welche' über die Preßklage der Triester Versichernngsgeselljchaft „^uova Soeietü"... gkgen die Nedaktion der „Marburger Zeitung" vor dem KreiSgerichte Cilli gestern hätte statt-finden sollen, ist auf Mittwoch den 4. Juli verta,'.t worden. Die Gesell-schast hat nämlich auch gegen die „Draupost" in der gleichen Stiche eine Klage erhoben, die am 15. d. M. in Klagenfurt zur Schlußverliandlung gelangte. Die Zeugen — Grundbesitzer von Feistritz in Oberkärnten — welche die Redaktion der ..Marburger Zeitung" zu ihrer Vertheidigung angegeben, sind dieselben, die vorgestern in Klagenfurt einvernommen wurden. Da eS ihnen aus diesem Grunde nicht möglich war. am nächsten Tage vor dem Kreisgerichte Cil!i zu erscheinen, so w)!rde nuf Ansu-chen beider Parteien die Eingangs erwähnte Verfügung getroffen. Eingesandt Die Hitze deS Tages treibt bereits die badeluftige Menge in die kühlenden Wellen der Drau, und die k. k. Militär Schwimmschule, mit aller Bequemlichkeiten liusgestattet. ersrent sich unter der Leitung des gewandten Schwimm Meisters. Herrn Anton Pliberscheg. eines regen Zu« Bruches. Da aber leider nicht Allen die edle Kunst des Schwimmen» eigen ist. so befindet sich längS dcs FreiwasserS ein eingeschlossener Wasserbehälter. Auch hat der Herr Schwimm-Meister schon im vorigen Jahre vor der Schwimmschule eine ebenfalls sehr bequem eingerichtete Bodehütte aufgestellt, die insbesondere den Damcn zur Benützung anem-pfohlen werden kann. Ein Stammgast der Schwimmschule. Telegraphischer Wiener Cours vom l6. Jllni. 6'/, MetaNiques.....5K.75 l Kreditlinie»........ S^/, Rational'Anlehen.... 60.7S London.........140 — 1860« Staats-Anlehen . . . 71.60 j Silber.........140.50 Bankattien.......661.— j «. K. Miinz-Dukaten .... 6.70 Verstorbene in Marburg. Am 14. Juni: Frau Anna Dobay, Rcalitntenbestherin, vou St. Georgen a. d. Pilßnit>, 66 2., Wassersucht. Geschäftsberichte. Marburg. 16. Juni. tWochenmarktSbericht.) Weizen fi. 4.8ü, Korn fi. 3.70, Gerste si. 3.—, Hafer fl. 2.40, KukuruP fl. 3.65, Heiden fl 3.—, Hirsebrei» fl. 4.80, Trdiipfel fl. 0.— pr. Metzen.. Rindfleisch 20 kr., Kalbfleisch 20 kr., Schwein- fleisch jung 22 kr. pr. Pfllnd. Holz 18" fl. 3.30. detto weich fl. 2.40 pr. Klafter. Holz, kohlen hart fl. 0.60, detto weich N. 0.4S pr. Mepen. Heu fl. 1.40, Stroh. Lager» fl. 1.30, Stren« fl. 0.90 pr. Centiier. Pctta u, 15.Juni. (Wochenmarktsbericht.) Weizen fl. 5.10. Korn fl.4.10, Gerste fl. 3.—. Hafer fl. 2 20. Kukuriitz fl. 3.50. Heiden fl. 3.20, Hirsebrei» fi. 6.—, Erdäpfel fl. 0.— pr. Metze,,. Rindfleisch 20, Kalbfleisch ohne Znwage 17, Schweinfleisch jnng — kr. pr. Pf. Holz 36" hart fl. 8.—. detto weich fl. 6.— pr. Kiafter. Holzkohlen lunt fl. 0.40, detto weich fl. l1.30 pr. MePen. Heu fl. 1.25, Stroh, Lager- fl. 1.15, Streu- fl. 1.— pr. Centner. WaraSdin, 14. 2uiii. Mochenm arktS b e ri ch t.) Weizen fl. 4.30, Korn fl. 3.60. Gerste fl. 0.—, Hafer fl. 2.20, Kurnrnh fl. 3.40, Erdäpfel fl 0.— pr. Metze«. Vom Mörther-8ee. t5inc Bision zur Erinnerung an die zu Marburg am 14. Juni 18S6 verstorbene Frau Sabktte Edle v. Arithnber, geb. Freifrau v. Herbert. Es schäumt, eS braust der See, Die Woz^c tobt am Strande, Als klagte sie ihr Weh Ringsum dem Uferlande; Ihr Lärmen hallt nach allen Seiten, x Es gleicht der Elemente Streiten. Oft dringt de» Nachts ein Aechzen, Stölmen Vom tiefsten Grund deS See'S herauf, Zuweilen, in eleg'schen Tönen, Begleitet lcis der Woge Laus Ein Sins^en zarter AeolSlieder, Als brächte sie ein Echo wieder. Jetzt fällt ein Glanz anS der Kapelle Zu Maria Wörth hin auf den See, Vergoldend dessen klare Welle, So wie der Alpen Eis nnd Schnee I Den,, Lichter in dem Kirchlein flimmern, Als wäre es der Sterne Schimmern. Und plötzlich dessen Glocken länten, Es würzet Myrrhenrauch die Luft, Und zarte Mädchen betend schreiten In eine off'ne Marmorgruft, Z^ie eine Lilie birgt im Schooße, *) Zu der sie legen eine Rose. Und als sie unter leisem Klagen Bei LickteSglanz und Kackelschein Die Rose in die Gruft getragen, Schloß hinter ihnen sich der Stein. Verschwand de» Lichte» Strahlenfülle Und ward e» ring» am See' stille. „Nun rnhen zweier Schwestern Leichen, „Getroffen von de» Tode» Hand", So dämmert e» im Schein, im bleichen, Des Monde», an der Kirchenwand. Doch tritt ein Wand'rer zur Kapelle, So fllistert leise ihm die Welle: „Sie blühten einst am See'» Strande „Zn Reisnitz, ihre» Baters Hau», „In Kärnten, ihrem HeimatSlande, „Holdselig, wie ein Blumenstrauß. „Ja beiden bot der See den Rücken. „Im Nachen ihn zu überbrücken. „Die Lilie fand im Wellenfchooße „Des Wörther See'S ihr frühe» Trab, „DaS holde RöSlein sank zum Moose „Der jilngst geschloss'nen Gruft hinab'. „E» flechte in den Weingeländen „Die Rose von den Alpenwänden l" Am 17. Juni 1866. Wild braust de»halb der See, Tobt dessen Flnth am Strande, Als klagte sie ihr Weh Ringsum dem Uferlande i Es hallt ihr Lärm oon allen Seiten, Als ob die Elemente streiten. Hilarius« *) Fräulein Ottilie Herbert, Schwester der jüngst Verblichenen, liegt zu Maria Wörth begraben. Kvlchmltchllng. Mit Bezug auf den vom Centralkomitv des freiwilligen TcliützenkorpS erflossenen Aufruf dto. Graz 28. Mai 1866 und mit Berufnng auf die von Ebendemselben ergangene Kundmachung vom 4. d. M wird hiemit bekannt gegeben, daß die Werbung zum ftei-riscbcn freiwilligen Schützenkorps für die Bezirke Marburg, W.'Feistritz, Mahrenberg. W.Graz und St. Leonhard am nächsten Montag und Dienstag, den 18. und 19. Juni loeo Marburg am Sopliienplatze werde vorgenommen werden. Das Filialkomit«; des freiwilligen Schützenkorps. Marburg. 12. Juni I86«i Ferdinand Graf Brandis, Obmann. warum hätte er dich sonst vom Wagen geworfen?" — Der Alte stand auf und starrte dem Sprecher erschrocken ins Gesicht. „Der Braune nitht mehr zurück." sagte er nach einer Pause, die Hand auf die blutige Stirne legend, heiliger Himmel! d^iran Hab' ich noch nicht gedacht ich geschlagener Mann." „Nun. ich weiß nicht" — versuchte der Müller mitleidig zu trösten — „am besten ist's, dem Statlhaltcr sogleich Anzeige zu machen; wenn er's befohlen hat--den Andern vor Nacht zn suchen, könnt' doch Nichts helfen; aber so kann ich dich nicht gehen lassen; ich komme mit." Wenige Minuten später saßen die Briden auf deS Müllers Wägel-chen, der sein Roß den Weg hinan lveniger sch0nte. als es Martin mit seinem Braunen gethan hätte. Es ging jchon stark gegen Abend, als sie nach dem Ebnat hinabführen. Der theilnehmende Müller lenkie mit seinem Fuhrwerke dem Dorfe zu, um dort den Entscheid zu erwarten, und Martin schritt schweren Herzens durch den Baumgarten hinein nach dem Hause des Statthalters. Als er herankam, hörte er drinnen zorniges, lautes Schelten und einen Augenblick daraus kam eilfertig der Franzosen-sritz heraus. Ohne auf Martin, der ihn fragen und festhalteu lvolltr. zu achten, rannte er den Baumgarten hinaus und krächzte blos: „Nicht«, Nichts — laß mich — hörst du nicht, lvie ich ausgkpudelt »verde, lvei! meine alten Knochen nicht schon rin p^^ar Stunden weiter sind — Bomben und Granaten, wer da Etlvas recht machen könnte!" — Martin war von diesem Benehmen seines alten Freundes wenig erbaut „Du. du." rief er ihm in komischen Zorne nach, „hast du dem Spitzbuben den izezeigt, so könntcst du mir auch ein vernünftig Wort gönnen — du Spießläufer!" Zaudernd und von einem unheimlichen Bangen geängstigt trat er in die Stube. Der Statthalter saß ermüdet an einem Tische, auf dem allerlei Papiere lagen. daS bleiche Gesicht in die hohle Hand grftutzt. „BaS willst du. Martin," fragte er aufschauend, kurz, aber Nicht unfreund-lich. — „O Ehrlstian — Herr Statthalter, tvollt ich sagen." ertviocrte der Alte. 0er Kerl, der Elsäßer. ist mit den Braunen davongefahren, in vollem Galopp den Berg hinuntergesprenj^t — o^r Spitzbube." — „Wtl-chen Kerl meinst du?" — „Nu. den Elsäßer, den ich auf Euer« ^cfelil nach Zofingea führen sollte." — „Den kenn' ich nicht und habe mchts derartigrs llefohlen." — „Herr Gott." sagte Martin zitternd. „daS wird doch nicht Ener Ernst sein." — „Noch einmal, ich habe Nien." Uebcr Christians bleiches Gesicht flog eine tiefe Glut bei diefer Erinnerung; er wandte sich rasch ab und schaute eine Weile schweigend durch das Fenster in den Abend hinaus. Oline den alten anzusehen, sagte er endlich rauh: „Geh' jetzt, Martin, ich kann dir keinen lveitern Bescheid geben; du brauchst mich nicht an Vergangenes zu mahnen — dem Hause deS Untervogt bin ich keinen Dank schuldig." Martin ging -, obschon er zn Hause weder einen Kapitän noch fran-zösische Truppen lm Dorfe fand, und er nun wohl sah. wie er sich tho-richtet Weise habe betriigen lassen, so konnte er dem Statthalter doch nichl verzeihen, daß er so kalt und theilnahmsloS über das Schicksal dcS „Braunen" geblieben lvar. „Undank ist der Wtlt Lolzn." seuszte der gute Alte und — Ehristian hatte eine treue, aufopfernde Seele mehr verlorm. Das mochte dieser übrigens bald selbst gefühlt haben. Als er Martin uusichcrn Schrittes und die Thränen trocknend am Waldraade hinabgelzen sah. rmpfand er. dak er dem guten Manne in seiner Verstimmung lvoizl zu kurz und raub begegnet sei. Er ging ihm sogleich ^nach. um il>n mit dem Versprechen zu trösten. Alles anzuwenden, um ^ des Frevlers und deS'.^raunen lvieder habhaft zu tverdenaber er konnte Martiu nicht mehr einholen, und in des llntervogtS Hanse selbst zu gehe» — das vermochte Christian nicht über stch zu brrngen. (Fortsetzung solgt.) Aafr«f! Unter Hinweisuns; auf den vom Centralkomite des skeirischen freiwilligen StbuhenkorpS ergangenen Aufruf dto. Graz 2V. Mai 1866 erlaubt sich das Filialkomitv in Marburg an dcn patriotischrn Sinn und die so oft bewahrte Hochherzigkeit der Bevölkerung Unter-steiermarkS zu appelliren und um Unterstützung zur Errichtung dieses Freikorps zu bitten. Möge Jedermann herantreten an den Altar des schwer bedrängten Vaterlandes und an selben sein, wenn auch noch so geringes Schcirflein niederlegen. Die Werbung der KorpSmannschaft ist bereits im Zuge. Die volle Ausrüstung tineS Mannes kommt auf 50 fl. zu stehen. Sollte eS in dem Wunsche einzelner Freunde des Vaterlandes, ganzer Gemeinden oder anderer Korporationen gelegen sein, sich zur Aus-rüftung eines oder mehrerer Schützen herbeizulassen, so werden die dies-fülligen Erklärungen mit größtem Danke entgegengenommen. Beiträge an Geld, sowie die Erklärungen zur Ausrüstung von Schützen können bei ollen PsarrS- und Gemeindevorstehungen, sowie beim Bürgermeister in Marburg abgegeben werden. Das Filialkomit«; deS sreiwilligen Schützenkorps. Marburg, 12. Juni 1866 Ferdinand Graf Brandis, Obmann. « s««« smd noch für gut« Wecksel und Schuldschein« vor meiner heutigen Abreise z« »ergeben. Hotel „Erzherzog Johann". Thüre Nr. 10. (243 Auf Anordnung des k. k. Bezirksamtes wird heute Sonntag den 17. Juni im Schulliause zu Magdalena geimpft. An den nächsten zwei Sonntagen, d. i. am 24. Juni und 1. Juli ist die allgemeine Impfung im Schulhause in derGrazervorstadt. Die Impfung beginnt um 2 Uhr Nachmittag. Auf Verlangen wird in der Wohnung des Impflings geimpft. Anzufragen beim Gefertigten in der Magdalena Borstadt iln Hause des Herrn Jos. Wundsam. 1. Stock. Marburg am 17. Juni 1860. rr. «OmNtsoli, 242) Smpfarzt. Preis-Tarif deS steitlm. landschafllicheit Nohitscher-Wajsers (212 1 Kiste ä 25 Maßflaschen 5 1 Kiste ü 50 H,ilbflaschen 6 86 1 „ ü 20 4 9 1 .. 36 5 16 1 ä 15 „ 3 18 1 „ 3 59 1 „ k 12 2 57 l „ ^ 12 1 78 1 .. ä 6 1 41 1 „ ^ 6 „ 1 9 1 Kiste ü. 50 Seidelflaschen 4!15 Bei Abnahme von 40 1 „ 36 „ 3!l5 Kisten jeder Gattung landschastl. 1 „ il25 2 30 Flaschen erselgt eine Kiste frei 1 .. Ä 12 1 22 als Aufgabe. (212 Direktion »»r landschast ÄnranftaU Nihitsch-Sanrrdri«»» am 1. J«ni 18öö. Nr. 64öö. Edikt. (2SV Die Niederlage des Mbtauer 8auerbrunnen8 für Marburg befindet sich bei Grazervorstadt Nr. 10. Der Gurort Prebl, wegen seiner prachtvollen Lage im Lavantthale. welches mit vollem Rechte Kärntens Paradies genannt wird, ist nun zur Aufnahme von Curgnstcn bestens eingerichtet und wird dem P. T. Publikum zum Geblauche ange-legentlichst empfohlen» indem von Seite der Pachtverwaltung Alles ausge-Kothen wird, billigen Anforderungen in jeder Richtung zu entsprechen. Vom medizinischen Standpunkte ist zu erwähnen, daß der Preblauer-Brunnen nach der Aeußeruug bekannter medizinischer Autoritäten: die Blutbildung verbessert, eine normale Ernährung begünstigt und die Funk-tionSthätigkeit aller Organe erhöht. Seine heilbringenden Wirkungett in dem Bereiche der Schleiml)äute, der Verdauung. Athmungs und nament-lich der Harn- und Senlalorgane sind augenfällig. Namentlich in letzterer Beziehung genießt der Preblauer Brunnen den Ruf eineS Speeifikums. ?»ß des Prelilaaer Zaiierbra»>t»s. Warnung. Auf meinen Namen darf Niemandem eNvaS geborgt oder verabfolgt werden, indem ich in keinem Fal^e Zahler sein werde. Marburg am 15. Juni 1866. Miekael Ne?repp, 24V) Pens. Pfarrer. Bon dem k. t. BezirtSgerichte in Marburg wird betannt gemacht: Es sei über Einverständniß der Erben nach Franz Flucher zu Pöllitsch-darf zur Vornahme der freiwilligen öffentlichen Versteigerung der zum Verlasse de« Letzteren gehörigen, noch vorhandenen galirnisse. alS: Pferde, Ochsen. Kühe. Schafe, Schweine, verschiedene Getreidegattungen. Gefäße, dann WirthschaftS- und HauseinrichtungSstücke u. s. w. die Tagsatzung auf den TS. Anni l. I. Vormittags von 9 biS 12 Uhr und Nach-mittags von 2 bis 5 Uhr in loto Pöllitschdorf bestimmt, wobei die zu veräußernden Fahrnisse um oder über den inventarischen Schätzungswerth, nach Umständen auch allenfalls Jinter demselben gegen sogleiche Barzahlung des MeistboteS und Linwegschaffung werden veräußert werden. Martiurg am 29. Mai 1866. Nr. 6808. Edikt. (2SS Rr. soso. (240 Gxektttive Aahrniffe« Berst-iger««g. Vom t. t. Bezirksgerichte Marburg wird bekt^nnt «^emicht: ES sei Über Aniuchen deS Ioliann Mtglitsch durch Herrn Dr. Duchatsch die exekutive Feilbietung der dem Johann gin.inst in Kranich^s.ld gehörigen, mit gerichtlichem Pfandrechte bclrgten, und auf 363 fl. 50 kr. geschätzte» Fahrniffe. alS: ziveier Kühe, ziveier Schweine. Wägen, 1 Stutte rnd einiger HauSeinrichtung bewilliget, und hiezu zwei Feilbietungs Tagsatzun-gen. die erste auf den II. Inli, die zweite auf den BS. Jntt 1866 jedesmal von 10 biS 12 Ul»r Vor- und nötliigenfaliS von 2 biS 3 Uhr Nachmittag» in Kranichsfeld. Hau» Nr. 47 mit dem Beisatze ««geordntt worden, daß die Pfandstücke bei der ersten Feilbietung nur «m oder über den SchätznngSwerth, bei der MeitlN Aeilbietung ciber auch unter demselben gegen sogleiche 'Barzahlung und Wegschaffung hintanqegeben werden. Marburg am 26. Mai 1866. _ Vom t. k. Bezirksgerichte in Marburg wird bekannt gemacht: TS seien zur Vornahme der belvilligten freiw. Lizitation der zum Nachlasse deS Lorenz Matella von Unterklappenberg gehörigen sämmtlichen Realitäten» und hiebei noch vorhandenen Fahrnisse, als: Vieh, Getreide, Futter, Wein-Gebünde. verschiedene Wirthschafls- und Haueeinrichtungsstücke, die Tagsatzungen in nachstehender Art bestimmt. a) am 4. Juli l. I. in der Gemeinde Oberklappenberg für die Realität 8ud Berg Nr. 30. 31 und 47 aä Gült St. Jatob; Berg Nr. 1231 »ä Gutenhaag und Berg Nr. 720 »6 Helbersdorf, bestehend auS dem Weingarthause C. Nr. 13 sammt Wirthschaftsgebäuden. Weinaart-, Acker- und Weidenparzellen im Flächenmaße von 2 Joch 1414.^ Q.Kl. und SchätzungSwerthe pr. 2137 ft. österr. W. ; für die Realität Berg Nr. 78 und 1233 aä Gutenhaag, bestehend auS dem Weingarthause C. Nr. 15 sammt Wirthschaftsgeliäuden, HauSgart-, Weingart- und Ackerparzellen im Flächenmaße von 2 Joch 989.' Q.-Kl. und SchätzungSwerthe pr. 238L fl. 50 kr. österO W. ; für die zufolge Kaufvertrages vom 19. September 1865 von der Realität der Josefa Schmiermaul Urb. Nr. 261 AtZ Gült Tessenberg abgekauften, jedoch noch nicht abgetrennten Grund' theile, bkstetzend in Weingart-, Acker., Wiesen-. Weide- und Hochwaldpar-zellen im Flächenmaße von 10 Joch 56.° O.'Kl. und SchätzungSwerthe pr. 1061 fl. 25 kr. österr. W, und der bei diesen Realitäten befindlichen Fahrnisse. d) am S. Juli l. I. in der Gemeinde Rothschitzen für die unbe« hauste Realität sud Berg Nr. 178 »ä WeitenSfeld. bestehend au< Wein-gart-. Wiese- und Hutlveidenparzeken im Flächenmaße von 1 Joch 4Ü3.> O.Kl. und SchätzungSwerthe pr. 746 fl. österr. W.; in der Gemeinde Uaterklappenberg für die Realität »ud Berg Nr. ^2 aä Platzerhof, be-stehend aus dem Weingarthause E. Nr. 33. dann Weingart', Acker- und Wiesenparzellen im Flächenmaße von 751 Q.-Kl. und SchätzungSwerthe pr. 686 fl. 24 kr. österr. W., sowie der bei derselben vorhandenen Fahrnisse. in derselben Gemeinde für die Hubrealität »nd Urb. Nr. 494 »6 Gutenhaag, brstchend auS dem Wohnhause C.Nr. 11 nebst Wirthschaftsgebäuden, dann Garten-. Acker-, Wiesen-. Weingart-, Hutweiden- und Hochwaldparzellen im Flächenmaße von 18 Joch 1120 Q.'Kl. und im Schätzungölverthe von 5870 fl. österr. W. e) am «. Jnli l. I. für die bei der letzterwähnten Hubrealität vorhandenen Fahrnisse. an jedem dieser LizitationStage Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr. Sowohl die Realitäten als auch die Fahrniffe lverden nur um oder über den Schätzungswerth, letzere gegen s0t^leiche Barzahlung und Wegschaffunq hintavgegrben werden. Bor der Versteigetunq der Realitäten hat jeder Lizitant von dem Anbote zehn Prozent des SchätzungS- und AusrusspreiseS jeder einzelnen Realitat in ^arem oder steierm. Spar-kassablttlieln oder öffentlichen Obligationen nach dem KourStverthe deS der Lizitation vorangehenden VörscutageS berechnet, alS Vadium zu Hau-den der LizitationSKommiffion zu erlegen. Die übrigen näheren Lizitationsdedingniffe. daS JnventurS- und Schätzungsprotokok und die Grundbuchsextrakte können in der hiergericht-lichtn Registratur, sowie bei dem k. k. Notar Herr» Dr. Franz Radey in Marburg und dem Advokaten Herrn Dr. Mathias Kotzm«th in Graz eingesehen werden. Marburg am 20. Mai 1866. »ed«tte>ir: Ara»z 5t. «nd Verla, »o« 3«»schitz i» «arh«?g.