für Vaterland, Annst, Wissenschaft und geselliges Leben. Nedigirt von vr Johann Hladnik. «H/? VilV« Samstag den 10. November. FD^kO« Der Alchymist. sFortletzu l'ö') ll. c^D.l dieser Zeit stand ain Pohorclec ein kleines unan.-sehnliches Haus, auf der ganzen Kleinseite berüchtigt; ja mancher Ankömmling von der ?llcstadt unterließ nicht, das baufällige Gebäude i>, Augenschein zu uehinen. '.'!ber dieses Häuschen, so ummsehnlich es auch von Außen war, barg in seinen: Innern ein und das andere wohl eingerichtete ^ Zimmer, von welchen wunderliche Mährchen sich verbreitet hatten. Eine) von diesen Zimmern war der tägliche Auf. enchaltsort dreier Personen, die vielleicht unter allen Bewohnern Prags die sonderbarsten und aus Tausenden die denkwürdigsten waren. Es war ein ziemlich geräumiges, nicht hohes Zumner mit bretteruen Seitenwinden, an denen hier ein großes, aus Lindenholz künstlich geschnitztes Kreuz, dort ^ ritterliche Waffen und anderwärts verschiedene Hansgeräthe an starken Nägeln hingen. Unter dein Kreuze eine niedliche Kniebank, unter der Rüstung ein gemächliches Sopha, nnter den Hausgeräthcn eine mic Eisenbändern beschlagene, mannigfaltig geschmückte Truhe, in der Mitte ein runder Tisch von Eichenholz nebst einigen Stühlen, — das war die übrige Einrichtung des Zimmers. Jetzt hielt sich nur eine Person dort auf; aber gerade diese war des ganzen Hauses schönste Zierde, ein schlankes, liebenswürdiges, sinniges Mädchen, -__ em himmlischer Anblick, das lebendige Bild der Unschuld! Am Fenst^. stehend blickte Anna zwischen den weißen ! Vorhängen durch die kleinen, mit Blei befestigten grünlichen Glasscheiben ununterbrochen m die Nacht hinaus, als ', wollte ihr Auge sie .»it Gewalt durchdringen. Ihr jungfräulicher, schöner Busen wogte unrnhig auf und nieder. — Da raffelte die Kette an, Hansthore, und Anna eilte, das Gemach zu öffnen. Ueber die Schwelle trat rasch ein Greis, eine sonder-b^re, hohe, Erstaunen weckende Gestalt. Den Körper wie ein Felsstück, das Haupt wie einen stolzen Apfelbamn hal- tend, trat er vor das Mädchen. »Ist der Vater schon zurück?^ fragte er eilig. »Gott beschütze uns, Großvater!" encgegnere das Mädchen mir zitternder Stimme, dein Alten die Hand küssend. — »Noch ist er nicht nach Hause gekommen!" »Ein unglücklicher Tag!" seufzte der Eing.tretene, das Mädchen umarmend. »Aber tröste Dich, liebes Kind, noch ist nichts verloren. Wir müssen beide noch einmal auf die Gasse, Auf dem St. Veicsthurme hat es zwar schon zehn Uhr geschlagen; aber weder die späte Stunde noch die ^tadtwache davf uns zurückhalten, wenn es sich um die Sicherheit einer geliebten Person handelt. Reiche mir die Laterne und binde Dir ein Tuch um. Der Alte wischte sich den Schweiß von der Stirn?, den ihm das schnelle Gehen veiursachr harre, nud holte ans einem Winkel des Zimmers seinen Stock zur nächr-lichen Wanderung. In demselben Augenblicke wurde an das Hanschor geschlagen. »Anna! Vater! Anna!" — rief eine männliche Stimme von Außen, und der Alle d'rin ließ seineu Stock fallen, das Mädchen warf ihr Tuch von sich, und beide eilten hinaus, das Thor zn offnen. „Der Himmel hat uns einen Gast gesandt," ließ sich dieselbe Stimme im Vorhause vernehmen, »und ich ersuche Euch, ihn wohl zu bewirthen. Ein böser Geist versuchte sich heuce am alten Dietrich; aber Gott sandte ihm zur Zeit der größten Noth Hilfe in diesem Menschen." So sprechend trat jener Mann in's Zimmer, der Abends bei dem Funkeln des ersten Scernes unter dem weißen Berge den Schatz gesucht hatte, und die Fragen des Mädchens, wo er sich so lange aufgehalten, nichr beachtend, zog er seinen Begleiter fast mic Gewalt in das Innere der Behausung. Aber dieser blieb, als er beim Flackern der Kerze das Mädchen erblickte, auf der Thürschwelle stehen und sagte: »Mir Eurer glücklichen Ankunft unter das heimathliche Dach ist meine Aufgabe gelöst; erlaubt nun, daß ich mir in der Stadt ein Nachtlager suche." — »Ei, lieber Herr! Ihr scheint mir ein Fremder zu seyn," sprach der Greis, der früher die Besorgniß des 338 Mädchens getheilt hatte; — »auch wird Euch eine bestimmte gastliche Stube in Prag schwerlich erwarten? Meint Ihr denn, wir werden Euch in spater Nacht so,leicht entlassen ? Ihr habt, wie ich sehe, unserem Herrn einen Dienst erwiesen." — , »Ja fürwahr!" — das hat er gethan, Vater! — glaube mir, Anna! das hat er gethan!" rief Dietrich dazwischen. ^ ^,Gebt Euch keine Mühe," sprach mild der Fremde, „einen bloßen Zufall mit Lob auszuschmücken, bei dem mir doch gar kein Verdienst zukommt. — Es freut mich, daß mich meine ersten Schritte in Prag zu Menschen geführt, die mir i,'wig unvergeßlich bleiben — aber laßt diese Erinnerung meinen einzigen Lohn seyn. Unter einem Dache nur Euch darf ich fernerhin nicht weilen; denn meine Schritte verfolgt ein Fluch, und meiu steter Begleiter ist das Unglück!" «Ach, Du lieber Gott, wer seyd Ihr denn Herr?" frugen alle drei zugleich, »md traten erstaunt vor dem sich »ueigernoen Gaste zunick. »Ich bin Nichts auf der weiten Welt!" rief der Unbekannte mit Bitterkeit und Schmerz. »Wollt Ihr mich aber nicht ganz vergessen, so nennet mich in freundlicher Erinne» rung den Fremdling!" Dieß sagend, wandte er sich um, trat aus dem Hause, das die Bewohner in der Eile zu schließen vergessen hatten, und war sogleich im Dunkel der Nacht verschwunden. lll. Ein furchtbarer Negen stürzte aus den schweren Nacht, gewölken herab. Der Sturm brauste, im Blitze erglänzten die Thurmspitzen des Prager Schlosses und die Wellen der Moldau. Der Wind rüttelte mit allen Fenstern, die Gassen waren wie ausgestorben, und der Glöckner hatte schon längst für die armen Seelen geläutet. Die ordnungsliebenden Bürger lagen nach vollendetem Tageswerke entweder ruhig im Bette, oder trösteten ihre Familien bei einer brennenden Lichtmeßkerze. Nur in der Bruska, in einer unbedeutenden Gast: stube, schienen die Leute weder schlafen, noch den lauten Donner beachten zu wollen. Bei geschlossenen Fensterladen und wohl versperrten Thüren wurde da ohne Aufholen Bier aus dein Keller geholt und wacker getrunken. Es war dieß ein Aufenthaltsort der Landstreicher, Bettler und Diebe; die öffentliche Gerechtigkeit konnte ihn nie gut ge-nug bewachen. In einem Winkel saßen zwei Männer, die sich bei ihren» Kruge Bier und abgesonderten Ge-spräch um das, was um sie herum vorging, nicht beküm-mercen. Dieß Wirthshaus war gleichsam eine öffentliche Nathstube aller Uebelthaten, — Nachwehen und Ueber-bleibsel des dreißigjährigen Krieges und der schwedischen Wirthschaft. Die beiden Männer hatten mit dichtem Bart verwachsene Gesichter, hagere, durch Leidenschafren geschwächte Ge-sta cen. Ihre Augen funkelten unter den wüsten Brauen, gleich denen hungriger Wölfe, und ihre Hände spielten wie Adlerklaueu auf dem Tische. Am Leibe trugen sie Ueberbleibsel von Soldatenröcken, ihre Häupter deckten breite schwedische Hüte mit angerissenen Krampen. »>Es hilft nichts!" schrie der Eine auf, mag der Teufel seine Sacke ausleeren, wie er will — heute müssen wir anbeißen. Dn befürchtest wohl nicht, daß der Blitz Deinen Schnurrbart wegbiennt und Du Dich i:p das Mädel vergaffst?" »Ei, der Henker nehme den Bchnurrbart, der mich ohnedies; beim Trinken hindert!" entgegnete der andere laut. »Der Regen aber, wenn er nicht ctwas an uns reinwäscht, verderben wird er gewiß nichts; — doch das Alles ist nur eine Dummheit; aber es ist heute Freitag." »Fürchtest wohl die Hölle, Du ehrlicher Christ!" fuhr der erstere auf; »oder sind Dir die Altireiber - Geschichten aus dem zerschlagenen Schädel noch nicht herausgewandert? Gerade, weil es Freitag ist, eingeweihter Tag, müssen wir daran. Heute gibt auch der ausgehungerte Schwarzkünstler dem Teufel und seiner Großmutter Ruhe, und wenn nicht etwa feurige Drachen bei seinen Geldbeuteln Wache stehen, so können wir heute recht tief yincinsch.nien. Oder ist Dir schon die Lust vergangen, Du Tropf? Bleib hinter dem Ofen; da sißc noch einer, der sich gewiß nicht bitten laßt." — Dabei zeigte er auf einen neben ihnen sitzenden Mann. der die Hände auf den Tisch, und den Kopf auf die Hände gelegt hatte, und zu schlafen schien. »O , was fällt Dir ein !" bruilnnte der AndolV. »Wenn'S meinem Magen gilc, werd' ich mich selbst an: hei? ligen Tage nicht scheuen, einen fremden Geldbeutel umzukehren. Das mit dem Freitag war nur so eine Meinung; ich dachte, daß wir bis zur nächsten Nacht mit Deinem Gelde auskommen würden. »Daß Dich tausend Granaten, Du Stockfisch!" — schrie der Erstere aufgebracht, »Weißt Du denn nicht, daß ich für das heutige Nachtmahl ein Weibertuch zurücklassen mußte, das mir beim Gedränge in der Kirche glücklicher Weise am Finger hängen blieb? Ich bin dieser Lumperei schon satt, und will morgen ecmas warmes essen und mir ein Stück ehrbaren Rockes ansch^ffcn. Hole der Teufel den alcen Alchymisten, oder wie ihn sonst die Leute nennen." In diesem Augenblicke schrie der Nachtwächter die eilfte Stunde aus, «vorauf die beide» Langbärte, ihr Gesprach unterbrechend, aufstanden, sich das Wirthshaus öffnen ließen und in unaufhörlichem Regen und tiefem Dunkel den Hradschn, Hinanschlitten. Bald darauf öffnete sich abermals das Hausthor und heraus trat der Mann, welcher vorhin am Nebentische zu schlafen schien; mit geschärftem Gehör lauschte er, wohin sich die Schritte der Diebe richteten und folgte ihnen iu einiger Entfernung. (Fortsetzung folgt.) 339 - Wissenschaftliches. Neunzehnte Julammenkunst der Wilseuschaftsfrennde. Am l9. October 1849. Als Einleitung zur Bekanntmachung von zwei nenen l» Krain aufgefundenen Spinnenarten wurde vom Herrn Schmidt die Eincheilung der Spinnen besprochen und dabei bemerkt, dasi die Koch'Iche Einthcilung der Spinnen in zehn H.,uptfamilien, die abermals nach dem Stande der Augen in mehrere Unterabcheilungen zerfallen, sich vorzüglich auf die von diesen mitunter schön gefärbten und mit zierlichen Zeichnungen versehenen Thierchen verschiedenartig angefertigten Gespinste sowohl, als auch auf die Fangmethode, oder die Arc und Weise, wie sie sich ihre Nahrnng, die hauptsächlich in Insecren besteht, zu verschaffen beflissen siüd, stütze. Herr Schmidt empfahl bei dieser Gelegenheit als besondere Behelfe zum Studium der Spinnen die „Arachni-den" von Dr. C. W. Hahn, fortgesetzt C. L. Koch, köingl. bairischen Kreisforstrath in Rea/nsburg, mit trefflichen Ab-bildungen nach der Natur, und überzeugte die Anwesenden von dem Gesagten durch die Vorlage einiger Hefre der Meiste, hafren Abbildungen von Dr. C W. Hahn's und C. L. Koch'S Arachmdcn. Hierauf zeigte Heir Schn,idt eine Zellenspinnenart, aus der Gegend von Wippach, in mehl'eren Exemplaren, sowohl getrocknet, als auch in Weingeist aufbewahrt, die er für neu erkannt hat, nnd bezeichnet diese in der nochsol-geliden Beschreibung, der fünf gelben Puncte wegen, die sich auf ihrem Hinterleibe befinden, als: l)>'u«»!l8 ljuinqu«n>,l-Iglu» (die fünfcropsige Zellenspinne, rlim6nnp6^98li pgjk,). Der Körper dieser Spinne, deren Weibchen acht Linien Und darüber lang werden, während die Männchen stets klei-Ner bleiben, ist schwarzbrann, besonders der mit schwarten Haaren sammetartig dicht belegte Hinterleib; der glatte, glänzende Vorderkörper ist bedeutend lichter gefärbt, eben so die Mit langen schwarzen Haaien bekleideten Füße, die bei dem Weibchen eine rothbraune, bei dem Männchen aber braungelbe Farbe haben. Die acht Augen stehen, zu vier in einer Neihe, in zwei Reihen etwas Weniges gegen Außen gekehrt, an dem Vordertheil des Körpers, Die behaarten Fühl- und Gcmgfllße sind zil'M!ich stark. Schienen liüd Tarfen etwas lichter gefärbt. Der schwarzbraune Hinterleib ist mit fünf schwefelgelbe,, runden FIccken geziert, wovon zwei nahe der Basis in gleicher Entfernung ve" einander, das zweite Fleckenpaar ^nier der Mitte des Hinterleibes, der einzelne fünfte Flecken aber nahe dem After sich befindet u»d diese Zellenspinne sogleich kenntlich macht. Der Allfenchall dieser Spinne ist unter Steinen, an deren unterem Theile sie sich ein silberweißes, dichtes Gewebe anfertiget und darin lebt. Gefunden wurde diese hübsche neue Art schon vor einigen Jahren i" der Gegend von Wippach bei Oberfeld in einem kleinen Eichenwaldchen. Sie ist ullßer dieser Gegend noch nirgends gefunden worden und scheint ein warmes Klima zu lieben. Herr Schmidt hat die in Weingeist aufbewahrten Eremplare von Ni'as»,,» lj»illlzus<5»ltt.»l»i8 dem Museum als Gescheut übergeben. Die zweite Spinne, ihrer Gestalt nach zu den Phalan-gien in die zehnte Familie gehörig, ist besonders ausgezeich-net durch die auffallend langen, mit Dornen versehenen und in eine Krebsscheere endigenden Fangfüße. Die sogestalceten Fangfüße stellen diese Spinne den bereits bekannten, auch in Krains Wäldern vorkommenden l>!>allMKil,m /^/«'/,/,'i sehr nahe; allein unsere neue Art unterscheider sich von ?l,a!un. ßimn /i^,t?l»ti« ix »'»knvim ^»sniouln). Der zwei Linien lange Körper dieser Spinne, der an seinen obcien Theilen etwas platt gedrückt aussieht, ist länglich, vorn stumpf, rückwärts abgerundet und hat eine mit braun gemischte grauschwarze Farbe ohne Glanz, während die beinahe zehn Linien langen, mit scharfen Dornen versehenen, pech-braunen Fangfüße sehr glänzend sind. Diese Fangfüsie oder Fangzangen bestehen aus drei Gliedern, nämlich aus d.m über vier Linien langen Fangzangenstiel, dann dem einer Krebsscheere ähnlichen, fünf Linien messenden Fangzange mit langen scharfen Spitzen u»d fünf Zähnchen am innern Rande bewaffnet, wovon die auswärtige Zangenspitze, so wie bei den Krebsen und Skorpionen (als diittes Glied) beweglich ist An der Außenseite der Zangenstiele befinden sich vier große spitzige Dornen, die abwärts gekrümmt sind, nebst drei kleinen. D>e mit feinen schwarzen Borsten versehenen Fühler und Gangfüße, erstere aus füin, die letzteren aus sieben Gelenken bestehend, sind lichter braun und es besteht das äußerste Fußgelenk (ich nenne es Tarsengelenk) an dem ersten Fusipaare aus 25, an dem zweiten Fußpaare aus 46, an dem dritten ans 20, und den vierten und hintersten zwei Füßen aus 23 Gliedern, die stärker als die übrigen Fußgelenke behaart sind. An dem äußersten Tar-senglieoe, das vier Mal so lang ist als die vorhergehenden, befindet sich eine verhältnißmäsng lange schwarze Kralle. Das bein.che viereckige Rückenschild ist mit einem feinen, schmutzigweißen Saum umgeben, in der Mitte wulstig erhaben, worauf sich mehr gegen vorne das schwarze Doppelauge befinder In gleicher Richtung am Hincerrande des Nückenschildes erheben sich kammförmig fünf schwarze Zahnchen, als eine besondere Auszeichnung dieser Art. Der Hinterleib und seine Einschnitte sind schmutzig weiß eingefaßt. Die vorbesch'iebene ausgezeichnete Spinne wurde am 25. Juli d. I. vom Herrn Schmidt in der Knocheuhöhle 55invk.:l. in einem von Westen nach Norden abspringenden — 3«ft — Grottcngange, vom Tageslichte entfernt, lütter einem platten Steine, jedoch nur ein einzelnes männliches E,remp!ar gefunden. DieseKnochenhöhle oder Grotte, Ajavli», FeistritzerScics, ^loliric» bei Zirklach :c. genannt, woraus der eben so un-ermüdete als verdienstvolle Landesmuseums - Custos, Herr Heinr. Freyer, im Jahre l839 mic vieler Mühe und Anstrengung eine bedeutende Menge von Knochen zur vollendeten Zusammeusetzung des in den, Laibacher Museum aufgestellten Höhlenbäres, Hr8»8xp6lH<;»ü> ^'tt<>., brachte, befindet sich gegenüber der Steineralpe, volku ulanill», an der Krcuzer-alve, am nöi dlicheü AbHange des Mokritzberge5, in einer beiläufigen Höhe von 500 Klafter über der Meeresfläche. Das Gebirge besteht aus grauem Kalk. Man gelangt nur mit Anstrengung zu dem an einen, AbHange befindlichen, ziemlich geräumigen Eingänge in die Grotte, der von den in dieser Gegend hausenden Schafhirten bei ungünstiger Witterung als Schafstall benützt wird. Um tiefer in das Innere, das sich in westlicher Richtung ausdehnt, zu gelangen, wird es der sehr tief herabhangenden Decke wegen nöthig, einige Schritte in gebückter Stellung vorwärts zu schreiten, um erstlich auf den in südwestlicher Richtung befindlichen Platz zu gelangen, wo die meisten Knochenüberreste gefunden worden sind und noch gefunden weiden. Hinter der herabhän--«, genden Decke ist die Grotte wieder geräumiger und wird "bloß durch eine schief in den halben Naum vorragende Felsenbank beschränkt. Die ganze Decke ist mit Mondmilch, d.i. mit einem mehrere Zoll mächtigen, schneeweißen weichen Kalksinter, topfenkäseähnlich, ausgepolstert, was recht hübsch anzusehen ist. — Außer der vorbeschiiebenen Spinne, die auf der Felsenbank unter einem etwas hohl liegenden flachen Steine ihren Wohnfitz im Finstern aufgeschlagen hatte, wurde kein anderes lebendes Wesen in der Grotte gefunden. Feuilleton. Gräßliches Nnglück in Philippeville (Alge l'ien). — Am"> 4. Octcber, nach fast sechsmonatlicher Dürre, erhob sich ein Sciroccowind von nie erlebter Heftig-ke,t, und erfüllte die Luft mic dein Sande und der Glüh^ Hitze der Wüste. Eine tiübe Ahnung erfaßte alle Gemüther. Jeder, der Algerien seit längerer Zeii bewohnt, weiß, daß die Araber eine solche Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne sie zu einer Art roher Düngung und Reinigung ihrer Felder zu benutzen, die von Dornen, Disteln und Unkraut bedeckt sind. Bald begannen in der That die bereits verdun-kelten Sonnenstrahlen gänzlich verfinstert zu werden, während eiu röchlicher Dampf die Berggipfel umgab. Der immer heftiger stürmende Südwind trieb nun Funken, Rauch und brennende Kohlenstücke in Massen vor sich her, die er auf Saaten und Dächer verstreute, die bald in unzähligen Flam- mensäulen aufloderten. __ Die ganze Landschaft, in einer Ausdehnung von drei flanzöfischen Meilen, war in ein Gluchme'er veiwanoelt, das seine Wogeu gegen die Gärten und Heuschober rollte, welche man unvorsichtiger Weise in der Nähe der Stadtmauern gelassen. In der Stadt war schon um zwei Uhr Morgens Generalmarsch geschlagen wor- den, um die Einwohner zur Hilfe nach Außen zu rufen' Jetzt bedurft,.' man derselben im Inner» der Stadt, denn schon hatte die alles auf ihrem Wege Befindliche rasch vernichtende Flamme die Mauern überschritten, und an zwanzig Orren war die Brunst gleichzeitig aufgelodert, während die kräftigsten, entschlossensten Männer sich noch ferne befanden. Herr Arthus, Artillerielieutenant, hatte seine Kanoniere mit Löschwerkzeugen versehen, und nun stürzten sich diese Braven in die glühende Atmosphäre, um jede aufzüngelnde Lohe zu loschen. Ihre Bemühungen wären jedoch vergeblich gewesen, wenn nicht Männer und Frauen von den obern Gärten aus eine Kette gebilder hätten, in der die Wassercimer unablässig ab- und zugereicht wurden. Nicht Alle bewährten jedoch solche Entschlossenheit. Man sah Frauen, mit ihren Kindern in, Arme, wehklagend und heulend dem Meere, als den, letzten sichern Zufluchtsorte, zueilen; selbst Männer befanden sich unter den Flüchtigen. Nun bedeckten glühende Aschen- und Sandsäuleu die Stadt, verhüllten selbst die Flam-nen und wurden in der Richtung gegen die Seeseite so dicht, daß sie das Schaueu in jene Gegend völlig unmöglich machten. Endlich ei barmte sich die Vorsehung der Geängstigcen. Der von Südost nach Süden umspringende Wind löschte die Flammen, oder gab ihnen wenigstens eine unschädliche Richtung,. Die ^euvor-räthe der Miliiärintendantur waren jedoch j^ mehr als früher gefährdet, und in ihrer Nähe befanden sich die Pulvermagazine! Der Uiicerintendanr, Herr E h arm e tton war daher mit den kranken, in den Easernen zurückgebliebenen Soldaten dorthin geeilt, um dem Schrecklichsten, wenn möglich, Einhalt zu thun. Die Flamme wurde jedoch durch die Gewalt des Windes auch dorr unschädlich gemacht, und über die gefährdeten Orte gleichsam hinweg getragen. Das Umspiingen des Windes, durch welches Philippeville gerettet worden war, hatte jedoch das ganze Weichbild der Stadt, alle in der Nähe gelegenen Landhäuser iind die Saaten auf den Feldern in ein Aschenmeer veiwaudelt. Hcuoorraihe, Anpflanzungen von Oliven-, Maulbeer-, Feigen- und Pappelbäumen, Weinstöcke u. s. w. wurden, so weit der Blick reichte, durch das blitzschnell nm sich greifende Lauffeuer im Nu verzehrt. Obwohl um acht Uhr Abends der Wind sich legte, so hörte doch bis vor Mitternacht der Brand nicht auf, und beständig erleuchteten einzelne aufflackernde Heuschober u. s. w. die finstere Nacht. Die umliegenden Berge waren vom G^pt'el bis an den Fuß mit einem Feuermeere bedeckt. Keine Spur voi, Vegetation war am folgenden Morgen in der weiten Ebene zu sehen. (W. Z.> Vermehrung der Schifffahrt in Gngland. — Am >!>. Sept. besuchte der Herzog von Eambridge die Stadt Liverpool. Bei dieser Gelegenheit legte der Mayor den, Herzog einen Nachweis über die enorme Zunahme der Schifffahrc dieses ersten Hafenplatzes von England vor. Im Jahre 1806 besuchten nur noch l676 Schiffe mit einem Tonnengehalce von 507,825 dielen Hafen; zetzt nach 43 Jahren 20,723, Schiffe von 3.639.140 Tonnen. Die Zu. nähme beträgt also 19,047 Schiffe von 3.l3I,3l 5 Tonnen; der Tonnenzahl nach also das Sechsfache! Berichtigung. In dcin Gcdichtc „dcr Imigftrnsvrung" dcs lctztm „Illyr. Blattes" ist in dcr uorlchtcu Zcilc noch das Wuri „thcu'rc" vor „Dcnfmal" einzuschalten; sonach ist zn lcftu: Sclbst das thcu're Denkmal nicht verschonet. Verleger: Ignaz Alois Kleinmayr.