LMcher TMatt. Redaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. Nr. 166. LLWM Dienstag, 23. Juli 1878. - M-rgm: Christin-. WWW 11. Jahrg. Mit der Post: Kanzj-hr.fl.l2. ^ zeigen vis 5 .-jenen «,r. Aus dem slavischen Lager. Czechische Blätter constatieren, daß seit einiger Zeit gegen die berühmt gewordene unheilvolle Abstinenzpolitik der Czechen und ihre Verführer Sturm gelaufen wird, die Zersetzung im Lager der sogenannten staatsrechtlichen Opposition ist eine vollständige, die bisher mit eiserner Strenge geübte Disciplin ist bis auf den Grund gelockert, die gesunde Idee faßt immer stärkere Wurzel: daß die Abstinenzpolitik endlich allen Ernstes aufgegeben und das Heil der czechifchen Nation nur innerhalb der Räume des österreichischen Abgeordnetenhauses gefunden werden könne. Dort ist der Ort zur Erledigung angeblich berechtigter Ansprüche der Unterthanen der Loruna össlik! Hie lilwäus, die salta! Czechifch e Journale legen das offene, reumüthige Bekenntnis ab, daß die Hauptursache des Verfalles der nationalen Partei in Böhmen in der Unselbständigkeit und mangelhaften Bildung der czechi-schen Bevölkerung zu suchen sei. Welche Folgen führte die langjährige Dressur des Volkes mit sich? Die verführten Czechen sind, namentlich bei den Wahlacten, M leblosen Automaten herabgesunken, aus ihrem Munde spricht das eingedrillte Won der Parteiführer, die armen Czechen tanzten nach der Pfeife der Parteiführer und. bewegten sich nach dem Willen der „Staatsrechtler." Aus den Wahlkreisen lief die blinde Herde dorthin, wohin der leitende Hirt sie trieb; die Parteiführer raubten den Wählern jedwede Selbständigkeit, sie raubten den Wählern das Recht der Gedankenfreiheit. Dieses Gebaren mußte einmal in Brüche gehen, die versassnngsfeindliche Action mußte einmal ihr Ende nehmen, der Tag der geistigen und freiheitlichen Auferstehung des czechischen Volkes ist endlich angebrochen. Die Czechen mußten endlich einmal eiufehen, daß sie nur in dem innigen Anschluß an Gesammt-Oesterreich ihr Heil, die Wohlfahrt des herrlichen Böhmenlandes, suchen und finden können! Auch im slavischen Lager zu Moskau ist Deroute eingetreten, man klagt über die Presse, die nicht der Ausdruck der öffentlichen Meinung ist, sondern auf eigene Faust Politik macht. Als unbefangenstes Blatt wird die „Börsenzeitung" bezeichnet, sie gibt entschieden den Ausdruck der Wünsche des Volkes wieder. Der ganze slavifche, flavophile und panflavistische Schwindel der letzten Jahre, mit welchem manche Tagesblätter Furore zu machen suchten, drang doch nicht in die Massen hinein. Das genannte Organ sagt: „Das Volk in seiner Gesammtheit ist zu nüchtern. Nachdem wir erst die montenegrinische, dann die serbische und last not Isast die bulgarische Krankheit durchgemacht haben, wird der auch für uns so nöthige, hoffentlich dauernde Frieden uns gestatten, uns von diesen verschiedenen Krankheiten zu erholen. Und wir bedürfen der Reconvalescenz nach mehr als einer Seite hin. Wir haben stellenweise zu schnell und zu viel reformiert und werden vielfach die Reformen wieder reformieren müssen. Die social-demokratische Frage, die bei uns als Nihilismus in die Erscheinung tritt, verlangt auch bei uns ihre Behandlung, vor allem aber ist es die wirthschaftliche Seite unseres Lebens, welche eine lange Zeit der Ruhe und bes Friedens bedarf, um das wieder einzuholen, was wir verloren, respective „geopfert" haben." Zur Occupationsfrage. Der in Wien weilende türkische Feldmarschall Mehemed Ali hat, wie das „N. Wr. Tagbl." erfährt, mit dem Oberbefehlshaber der Occupations-trnppen, FZM. Philippovich, vor dessen Abreise keine Unterredung gehabt, weil über die den militärischen Fragen vorhergehenden politischen Präliminarien noch immer kein definitives Einvernehmen erzielt ist. Doch hat Mehemed Ali mit dem Chef der kaiserlichen Militärkanzlei, FML. Beck, konferiert und hat sich auch der Stand der politischen Unterhandlungen bedeutend gebessert, so daß die vor einigen Tagen fast verschwunden gewesene Möglichkeit einer Verständigung als wiedergewonnen betrachtet werden kann. Bom Occnpations-Schauplatze. In dem österreichischen Savestädtchen Mitro-witza geht es nach Bericht des „N. Wr. Tagbl." recht lebhaft zu, die Gastwirthe sowie die Besitzer von leerstehenden Wohnungen machen die besten Geschäfte, so daß das im ganzen aus einigen hundert, mitunter recht stattlichen Häusern bestehende Städtchen von Menschen vollgepfropft ist. Nebst Beamten, Matrosen, Kaufleuten, Lieferanten, Marketendern sind auch Berichterstatter vieler Journale und viele Engländer dort eingetroffen. Die Söhne Albions sind über die österreichischen Militär- und Zivilbehörden ergrimmt, welche sich erkühnen, ihnen Mittheilungen über Truppenbewegungen vorzuenthalten, indem man ihnen, die, das dickleibige Notizheft in der Hand, über alles genaueste Informationen verlangen, über die Intentionen des Armeekommandos sowie über die Zusammensetzung und Stärke der Truppen eben so entschieden als höflich jede Auskunft verweigert und im großen und ganzen diesen „Jnglis" gegenüber noch zugeknöpfter und reservierter sich verhält, als gegen das Gros der übrigen Korrespondenten. Gegen den Berliner Vertrag ergriff Gladstone bei dem am 20. d. in Ber-mondsey abgehaltenen Meeting der Liberalen das Wort. Er lehnte es ab, die Führung der liberalen Partei wieder zu übernehmen, und sprach sich JeuiLeton. Ein Lorbeerkranz. Eine Skizze aus dem Leben, von Harri et. (Fortsetzung.) Alfred erhob sich. — Sofie stützte die Hand auf das Piano nnd lauschte mit tief gesenktem Kopse den wundervollen Klängen, die, Hellen Perlen gleich, in schönster Harmonie sich aneinanderrechten. iE diese wundervolle Phantasie?" rief die Banquiersgattin, als Falkenhorst geendet hatte. Die Blicke der beiden begegneten sich. „Innige Dankbarkeit, daß ich endlich eine Freundin und Gefährtin in der Kunst gefunden habe!" „Nur in der Kunst?" „Gnädige Frau, ich bin Ihnen ein Fremder, wie dürfte ich es wagen, daran zu denken, daß Sie mich mit Ihrer Freundschaft beglücken wollten?" „Zwischen verwandten Seelen bedarf es keines langen Kennens — sie finden sich oft in einem Augenblick —" Sofie hielt inne, ihr Auge heftete sich mit einem träumerischen Ausdrucke auf Beethovens bleiche Büste, die dem Paare gegenüber angebracht war, dann setzte sie leise hinzu: „Um sich nie wieder zu verlieren!--------------------" * * * Waldesslüstern zog geheimnisvoll durch das kleine Tannenwäldchen hinter der Villa. Auch Markof mochte es finden, der den schönen Morgen nicht besser anzuwenden wußte, als ihn mit Pflanzenstudien zu verträumen. Man that dem stillen Gelehrten nicht Unrecht mit dem Worte: „Verträumen"; denn in dem kleinen Wäldchen gab es gar wenig, was für die Botanik Interesse erwecken konnte, und dann schritt der gute Professor so m Gedanken versunken durch dasselbe hin, daß er, wenn auch wirklich eine der Beachtung würdige Pflanze am Wege geblüht hätte, achtlos an ihr vorübergeschritten wäre. Da hörte Markof plötzlich das verdächtige Geräusch eines Rollwägelchens; es weckte ihn rafch aus seinem zerstreuten Denken. Und siehe da, eine gar sichere Zuflucht für das zwecklos^ Umherstreifen war plötzlich ein schön gefleckter röthlicher Pilz. Er bückte sich nach demselben. „Ich komm', ich weiß nicht woher? ich fahr', ich weiß nicht wohin," klang eine frische Mädchenstimme an sein Ohr — zugleich bog Judith mit Aurelia in dem Rollwägelchen um den Waldweg. Der Gelehrte erhob sich aus seiner gebückten Stellung, sein Antlitz war stark geröthet: „Ich wandre, ich weiß nicht wie lange; wir kommt's, daß ich so fröhlich bin?" sprach er leise vor sich hin. „Es ist ein alter Spruch, den Sie soeben gesungen haben, und der mir aus meiner glücklichen Knabenzeit im Ohre nachklingt!" wandte er sich zu dem jungen Mädchen, wobei er auf.de« unglücklichen Pilz trat und ihn zerquetschte. Judith war unwillkürlich stehen geblieben. „Fräulein, ich muß mich noch über mein Hastiges Forteilen von gestern Nachmittag entschuldigen, aber ------------ „Aurelia hat Sie in die fügte das junge Mädchen hinzu, als ber < innehielt und in größter Verlegenheit de lehrte den Blick sodann auf das entschiedenste gegen die Art und Weise aus, wie das britische Volk seit einiger Zeit regiert werde. Kein despotischer Staat hatte es gewagt, so wie das jetzige Kabinett zu handeln, das eme bedeutende Verantwortlichkeit ohne Wissen des Volkes übernahm. Die Liberalen seien weder Freunde der Russen noch der Türken, sondern überhaupt Feinde aller Unterdrückungen von Völkerschaften. Gladstone vernrtheilt heftig das Regiment der Pforte, hebt hervor, daß die liberale Partei stets darauf bestand, der Situation durch das ge-sammte Europa abzuhelsen, nicht durch einen einzelnen Staat. Der Redner kritisiert hierauf den Berliner-Vertrag und tadelt es lebhaft, daß England der Abtretung Veßarabicns an Rußland zugestimmt habe. Rußland behielt übrigens das Recht auf eine große Kriegsentschädigung und könne hieraus jederzeit einen Vorwand zu einem neuen Kriege ableiteu. Ter Berliner Vertrag zerstörte die Unabhängigkeit und Integrität der Türkei. Die Convention vom 4. Juni sei eine Abmachung ohne Sinn und Verstand; kein einziger großer Staatsmann der letzten vierzig Jahre hätte ein derartiges Aktenstück unterzeichnet, das eine Schande für England sei. England habe Beßarabien verkauft, die Eroberungen der Montenegriner den Oesterreichern und die Griechen der Türkei preisgegeben. Gladstone hofft, es werde die Stunde kommen, in der das Volk über das gegenwärtige Kabinett sein Urtheil fülle. Zur Ausführung des Berliner Vertrages. Die Grenzkommissionen werden demnächst ihre Arbeiten beginnen. Wie die „Allg. Ztg." erfährt, wird bezüglich der Vorbereitungen für den Rückzug der russischen Truppen eine möglichst baldige Pacifieation des Aufstandes im Rhodopegebirge von Wichtigkeit sein, und es vereinigen sich jetzt die allseitigen Bemühungen, um das Ende des Guerrillalcieges herbeizuführen. In den ehemaligen Vasallenstaaten werden zunächst die Gesetzentwürfe betreffend die Gleichstellung der Culte ausgearbeitet werden müssen, da die in dieser Beziehung übernommene Verpflichtung die Bedingung der diesen Staaten zugesprochenen Unabhängigkeit bildet. Die Ausführung der Vertragsbestimmungen, betreffend die Oesterreich übertragene Regulierung des eisernen Thores, wird langer Vorbereitungen bedürfen; doch steht zu erwarten, daß sich hier der Unternehmungsgeist bethätigen und sich über kurz oder lang ein Konsortium zur Lösung dieser wichtigen wirth-fchaftlichen Aufgabe finden werde. Reichstagswahlen in Deutschland. Nach dem gegenwärtigen Stande der Wahlagitation macht man sich in national-liberalen Kreisen Deutschlands auf eine Einbuße von etwa zwei Dutzend Mandaten gefaßt, es gibt sich infolge der in Berlin vorgekommenen Attentate eine konservative Stimmung kund. Der Reichstag soll erst im Spätherbste einberufen werden, die Regierung will demselben nur zwei Gesetzentwürfe, das Socialisten- und die Novelle zum Strafgesetz, vorlegen. Serbien betritt in neuester Zeit wieder sehr schlüpfrige, ja gefährliche Bahnen, die Unzufriedenheit mit den Beschlüssen des Berliner Kongresses äußert sich in gefahrdrohenden Symptomen. Die Agitation ist im Wachsen, serbische Agenten entwickeln in Bosnien eine fieberhafte Thätigkeit. Eine geheime Osficin in Serbien kann nicht genug „Proklamationen^ an die „Brüder" „aller Glaubensbekenntnisse" drucken. Man sucht die Muhamedaner zu überzeugen, daß die österreichische Occnpation eigentlich gar nichts anderes ist, als die Hölle mit allen ihren Schrecken. Innerhalb drei Monaten hat diese Agitation allein über 14,000 Dukaten gekostet, während die ersten Bedürfnisse des Staates seit Monaten der Befriedigung vergeblich harren. Das serbische Volk, welches sich nach Frieden sehnt, um seine arg zerrütteten Verhältnisse heilen zu können, beklagt diese leichtsinnige Agitation, indem es mit Recht befürchtet, daß dieselbe neuerdings große Gefahren für Serbien heraufbeschwören könne. Die Agitation ist in erster Linie gegen Oesterreich gerichtet. Wenn nur nicht Oesterreich-Ungarn zur Sicherung des Occupationswerkes Anlaß findet, in den Occupationsrayon auch das Oesterreich-Ungarn feindliche Serbien einzubeziehen? Die militärischen Vorbereitungen Serbiens dauern übrigens fort; man hat nicht, wie es nach dem Friedensschlüsse von San Stefano verheißen worden, die seit Jahresfrist unter den Fahnen stehenden Milizen in ihre Heimat zurückgesandt, sondern rüstet ruhig weiter, und unter dem Vor-wande, daß es bei einem Einmärsche der Oesterreicher in Bosnien leicht zu Feindseligkeiten mit diesen und den daselbst stehenden türkischen Truppen kommen und daß hiebei eine oder die andere Abtheilung der letzteren über die Grenze gedrängt werden könne, hat die serbische Regierung ganz respektable Truppenmassen an der Drina und am Javor aufgestellt. Fast die ganzen, auf vollen Kriegsfuß gesetzten Divisionen „Drina" und „West- Morawa" harren Gewehr bei Fuß der kommenden Ereignisse, und als ob man sich mit der Aufstellung dieses Observationscorps noch immer nicht genug gesichert hielte, werden von Kragujewatz, Schabatz und Belgrad noch immer Truppen an die bosnisch-herzegowinische Grenze entsendet. Frankreich und der Kongreß. Der Prinz von Wales soll, wie Pariser Blätter melden, der französischen Regierung die Erwerbung von Tunis nahegelegt haben, und zieht dieselbe bereits diesen den englischen Plänen entsprechenden Compensationsmodns in Erwägung, welcher jedoch nicht von allen Mitgliedern des Kabinetts gebilligt wird. Gambetta, dessen Rath eingeholt wurde, hatte mit dem Minister des Aenßern, Waddington, eine Besprechung über die Resultate des Kongresses und speziell über die Frage von Tunis, und hat sich zugunsten der Annexion ausgesprochen. Im Zusammenhange mit dieser Stellung des republikanischen Führers zur Orientfrage dürfte die Reise nach Berlin stehen, welche Gambetta, Pariser Blättern zufolge, beabsichtigen soll. Der Besuch der deutschen Hauptstadt seitens des Ex-Dictators von Frankreich wäre in jedem Falle ein Ereignis von Bedeutung, welches wieder zeigen würde, wie unberechenbar die Launen der Weltgeschichte sind. Tagesneuigkciten. — Deutsch-österreichischerHandels-vertrag. Graf Andrafsy hat, wie die „Mont.-Rev." meldet, gelegentlich des Berliner Kongreffes Veranlassung genommen, mit dem Fürsten Bismarck rückhaltlose Anseinandersetzungen in Bezug auf die fortwährende Verzögerung der österreichisch-deutschen Handelsvertrags-Verhandlungen zu pflegen, und es ist, nachdem man sich über den Standpunkt der Parteien klar geworden, kein weiteres Hindernis, daß die beiderseitigen Delegierten bald zur Wiederaufnahme und Vollendung ihrer Mission zusammentreten. Dasselbe Blatt bestätigt im Anschlüsse hieran die Mittheilung, daß der Widerstand der ungarischen Regierung den Eintritt Serbiens in den österreichischen Zollverband in Berlin verhindert hat. — Ein blutiger Conslict. Die „N. fr. Pr." empfing unterm 14. d. M. aus Cattaro eine Korrespondenz nachstehenden Inhaltes: „Vorige Woche fand bei Slano, ungefähr zehn Meilen von Cattaro, in der Nähe des Hafens von Klek, ein Zusammenstoß zwischen Jägern des 11. Feldjäger-Bataillons und türkischen Baschibozuks statt. Ein Trupp dieser Leute hatte von einer nächst der Grenze marschierenden Proviantcolonne Kenntnis erhalten, zu Boden senkte. „Ich begreife das vollkommen! Ein Mensch, der sein Dasein nur schönen Wissenschaften weiht, für den ist ein weinendes Kind ein höchst unerquicklicher Anblick — es stört ihn in semer ruhig denkenden Lebensanschauung eben so sehr wie ein mnthwilliges Mäochen. Und doch, glauben Sie mir, Herr Professor, das Leben eines Kindes bietet von seiner ersten Entwicklung an genug Stoff zum Nachdenken, und schließlich, was fing' ich ohne mein Aurelchen an? Sie ist meine kleine, sonnige Welt, wie Ihnen Ihre große, herrliche, — die Wissenschaft!" „Die Kleine ist wol das Kind Ihrer Schwester?" „Allerdings! Aber ich vertrete die Stelle der Mutter bei ihr!" „Ich begreife nicht, wie Ihre Frau Schwester anderen überlassen kann, was ihr doch süße Pflicht sein muß!" „O, ich liebe das Kind so innig — und Sofie nimmt im Leben eine Stellung ein, die ihr wenig Zeit läßt, sich um ihr Töchterchen zu kümmern!" „So, eine Mutter fände nicht Zeit, sich mit ihrem Kinde zu beschäftigen?" Judith antwortete nicht, sie hatte nur den Kopf tief auf die Brust gesenkt, während es um ihre Lippen leise zuckte. Markof trat an das Rollwägelchen heran, er beugte sich zu der Kleinen nieder: „Ein herziges Geschöpschen!" Die große blaue Brille schien nun einmal das Miß allen des kleinen Mädchens zu wecken, denn es fing wie gestern plötzlich laut zu weinen an und streckte seine Aermchen nach Judith aus. Der Professor trat einen Schritt zurück. „Herr Professor, nehmen Sie die Brille ab, Aurelia fürchtet sich vor den großen dunklen Gläsern!" „Ach, Fräulein, ich und meine Brille sind identisch!" „Es kommt ja nur auf einen Versuch an; Aurelia schreit immer heftiger und wird Sie wieder verscheuchen!" Markof nahm rasch die Brille ab und beugte sich über das kleine Mädchen. Wie durch einen süßen Zauberspruch beschwichtigt verstummte das Weinen der Kleinen; sie lächelte unter Thränen ihm entgegen; er hob das Haupt, sein Blick be-gegnete dem des jungen Mädchens: „Sie waren eine gute Prosetin, mein liebes Fräulein!" Was war es nur, das Judith plötzlich so tief erröthen machte? Vielleicht der Ausdruck „liebes?" Sie sah in ein Paar dunkelblaue Augen, über die man die unscheinbare Gestalt des Gelehrten vergessen konnte! „Nun, wie gefalle ich Ihnen ohne Brille?" „Viel besser, Herr Professor!" stotterte die junge Dame, den Blick rasch senkend. „Ist das wahr?" rief der Gelehrte lebhaft; auch ihm war es plötzlich, als sähe er ohne die dunklen Gläser das Tannenwäldchen in einem viel schöneren Lichte, vor allem aber das zarte, rosige Mädchengesicht mit den blonden Haarflechten. „Nein, Sie haben mich nicht ausgelacht, Sie sind dessen nimmev fähig!" „Das glauben Sie erst jetzt?" erwiderte Judith leise, den Wagen in Bewegung setzend. „Ich glaubte es ja schon gestern! (Fortsetzung folgt.) verkannte aber wahrscheinlich die Stärke der dieselbe begleitenden Jägertruppe und wollte gute Beute machen. Die Jäger räumten jedoch unter den Türken wacker auf, so daß 120 Baschibozuks theils verwundet, theils todt auf dem Platze blieben, während die Jäger nur fünf Verwundete und einen Todten batten. Die Nachricht von dieser Affaire dürfte kaum iu die Oeffentlichkeit dringen, und wurde dieselbe auch hier in Cattaro vertuscht, um das offiziöse Geflimmer von dem freundnachbarlichen Einmärsche nicht zu trüben. Thatsache ist es anch, daß dieser-tage hier auf zwei isoliert stehende Wachposten des Regiments Dormus gefeuert und dieselben schwer verwundet wurden." — Postdienst in Bosnien. PesterBlätter berichten, daß der Oedenburger Postdirektor Herr Wilhelm Wandler von der Regierung zum Ober-Postdirektor der zu occupierenden Länder auf der Balkan-Halbinsel ernannt wurde, d. H. er wurde mit der Durchführung der ganzen Organisation der Feldpost und der LaudeSPost betraut. Herr Bandler erhielt in Wien im gemeinsamen Kriegsministerium die nöthigen Instructionen. Am 28. Juli hat er iu Brod zu sein. Es wurde ihm bedeutet, daß er eventuell drei Jahre fernzubleiben haben werde. — Hopfenverfälschungen. Der Hopfenbauverein ist um Erlaß einer Verordnung zur Hintauhaltung der die Hopfenproducenten und Brauer gleichmäßig schädigenden Hopfenverfälschungen eingeschritten. Die Fälschungen des Saazer Hopfens hätten so sehr überhand genommen, daß jährlich Tausende fremder Hopfenballen nach Saaz transportiert würden, um, mit einem geringen Theile des dortigen Produktes vermischt, in daselbst gebräuchliche Hopfensäcke getreten zu werden. Ferner wird die Bitte gestellt um Erlassung einer Gesetzesvorschrift, daß der Handelsusus des Saazer Hopfenfprengels im Verkehr als gesetzliche Norm für ganz Böhmen zu gelten habe. Nach dieser Norm soll es keinem Hopfenhändler gestattet sein, den weiter zu veräußernden Hopfen aus seiner Originalverpackung zu entleeren, Hopfensorten verschiedenen Ursprungs untereinander zu mischen und unter einer den besseren oder besten Productionsplätzen nachg ahmten Ausstattung für Hopfen der letzteren zu verkaufen oder schlechte Sorten nnvermischt unter bloßer Nachahmung der Verpackungsart von Productionsorten qualitätreicheren Hopfens für letzteren auszugeben und zu verkaufen, und soll ferner keinem Hopfenhändler erlaubt sein, mit Umgehung der in den Productionsorten hiemit betrauten Personen durch seine eigenen Bediensteten Hopfenballen für den Verkehr herzustellen, zu signieren, zu versiegeln oder zu plombieren und den Namen seiner Handelsfirma mit Ausschluß des Productionsortes an d nselben anzubringen. — Das Kongreß-Menu. Ein Diplomat definierte das Galadiner, welches den Kongreß-Be-vollmächtigten am letzten Tage ihrer Anwesenheit in Berlin gegeben wurde, iu folgender Weise: Während Oesterreich-Ungarn die schwere bosnisch-herze-gowinische Pastete in Angriff nimmt, trinkt England den Cyper aus goldenem Becher und läßt Rußland in Beßarabien den Trajansadler braten und mit einem Hache kleiner Rumänen L 1a eosaHUö auftragen. Lokal- und Nrovinzial-Anzelegrnheiten. (Vom Laibacher Schießstande.) Bei dem letztsountagigen Bestschießen empfingen Beste die Herren: Supaneik das erste mit 61 und Ze-nari das zweite mit 81 Punkten auf der Feldscheibe; Supancic das erste und Karinger das zweite auf der Standscheibe. — (Blumenfreunde) machen wir auf die neu arrangierte Blumenausstellung im Garten-Pavillon des Kunst- und Ziergärtners Herrn Er-rnacora aufmerksam. — (Von Valvasors „Chronik Krains"), neue Auflage. Druck und Verlag von I. Krajec in Rudolfswerth, wurde soeben die 37. Lieferung, beziehungsweise das dritte Heft des achten Buches ausgegeben, worin die Orden und Pfarren in Krain, die Streitigkeiten der Curie, die Concilien und die Lebensgeschichten der Patriarchen von Aquileja besprochen werden. — (Unterrichtswesen.) Die „Wiener Ztg." brachte vorgestern nachstehende Kundmachung: „Der Minister für Cultus und Unterricht hat hinsichtlich einer Anzahl Realgymnasien, an welchen die für solche Anstalten bestehende Lehrversasinng ihrem Zwecke nicht entspricht, angeordnet, daß künftig unter Beibehaltung des Zeichnens als obligaten Gegenstandes in den übrigen Fächern der für reine Gymnasien vorgeschriebene Lehrplan zu gelten habe. Die betreffenden Realgymnasien sind jene zu Freistadt, Ried, Arnau, Krumau, Mies, Brünn, Ungarisch-Hradisch, Nikolsburg, Freiberg, Walachisch-Meseritsch, Trebitsch, Mährisch-Trübau, Weißkirchen. Villach, Rudolsswerth, Gottschee, Radautz, Weidenau, Drohobycz, Kolomea, Wadowice." — (Schulbericht.) Die Direction des Mädchenlyceums in Graz war so freundlich, uns einen Jahresbericht pro 1877/78 mitzutheilen, aus welchem wir nachstehende Details mittheilen. Diese Unterrichtsanstalt steht unter besonderer Protection des Herrn Unterrichtsministers Dr. von Stremayr, empfing auch im abgelaufenen Schuljahre eine Subvention im Betrage von 3000 fl. und zahlreiche Geschenke an Lehrmitteln. Zweck dieses im besten Rufe stehenden Mädchenlyceums ist: Privatmittelschule für die weibliche Jugend. Dieses Lyceum umfaßt 6 Jahrgänge, Normalalter für den ersten Jahrgang ist das vollstreckte zehnte Lebensjahr. Die Leitung dieser Unterrichtsanstalt besorgen ein Cura-torium und die Direction; ersteres besteht aus 15 Mitgliedern, 9 Herren und 6 Damen. Der Lehrkörper besteht aus 14 Lehrkräften. Der Unterricht umfaßt folgende Gegenstände: Religion, deutsche, französische, englische Sprache, Geographie, Geschichte, Mathematik, Naturgeschichte, Freihandzeichnen, Geometrie, Turnen, Gesang, Physik, Chemie, Stenographie und Zeichnen. Die Lehrerbibliothek besteht aus 177 Werken; überdies besitzt diese Anstalt: Wandkarten, Spezialkarten, Atlanten, geographische nnd geschichtliche Bilder, Sammlungen von Geräthen, Münzen, Medaillen, mathematische Lehrmittel, ein physikalisches Kabinett, ein chemisches Laboratorium, ein naturhistorisches Kabinett. Anzahl der Schülerinnen: im ersten Jahrgange 34 (1 aus Krain), im zweiten Jahrgange 29 (1 aus Krain), im dritten Jahrgange 37 (4 aus Krain), im vierten Jahrgange 33 (1 aus Krain), im fünften Jahrgange 14 (0 aus Krain). Der sechste Jahrgang wird im neuen Schuljahre 1878/79 am 16. September l. I. eröffnet. — Die in Laibach bestehenden, mit dem Oeffent-lichkeitsrechte ausgestatteten Privatlehranstalten werden ersucht, der Redaction unseres Blattes ihre Schulberichte pro 1877/78 zukommen zu lassen. Dieselben werden in den Spalten unseres Blattes unentgeltliche Aufnahme finden. — (Die erste städtische Knabenvolks-schuleinLaibach) zählte im Schuljahre 187 7/78 6 Lehrkräfte und 422 Schüler, und zwar in der ersten Klaffe 91, in der zweiten 96, in der dritten 99, in der vierten 82 und in der fünften Klaffe 54; hievon erhielten 77 die Vorzugs-, 204 die erste, 121 die zweite Klasse und 17 blieben unklasfificiert. Stipendien haben genoffen 5 Schüler; Schulgeld zahlten 89 Schüler ganz, 45 zur Hälfte und 288 waren befreit. Die Schülerbibliothek zählt 229 und die Lehrerbibliothek 115 Bände. Die gewerbliche Vorbereitnngsschule besuchten in der ersten Abtheilung 67 und in der zweiten Abtheilung 84 Schüler. — (Schnlschluß.) Die hiesige evangelische Schule schließt morgen Vormittag um 10 Uhr mit der Vertheilung der Zeugnisse das heurige Schuljahr. — (Der Cäcilienverein) hat Donnerstag den 25. d. seine zweite Generalversammlung mit folgendem Programm: 8 Uhr früh Hochamt in der Domkirche; lulroitus und Lomllmmo odoraUter; Messe in koiwrein 8. (Äsciliae von Ant. Förster; Graduale von Dr. Benz, Offertorium von Dr. Witt. 10 Uhr Mitgliederversammlung im Bischofhofe. 4 Uhr nachmittags kirchenmufikalische Aufführung in der Domkirche: 1.) Adventmotett von Josef Förster; 2.) Weihnachtsmotett für Sopran und Alt mit sechsstimmigem Chor und Orgel von Abundio Antonelli (17. Jahrhundert); 3.) Fastenmotett von Johann IV., König von Portugal (17. Jahrhundert); 4.) Fastenlied von Ant. Förster; 5.) Ostermotett, Männerchor von Zangl; 6.) Ostermotett von Anton Förster; 7.) Alleluja von Dr. Witt; 8.) Motett von Dr. Witt, für Sopran und Alt mit Orgel; 9.) Marienlied aus dem 17. Jahrhundert, harmonisiert von Ant. Förster; 10.) „Iu es ketrus", von Dr. Benz. 6 Uhr abends Vesper in der Franziskanerkirche. 8 Uhr gesellige Unterhaltung beim „Stern." — (Lebensrettung.) Wie uns aus Gurk-feld mitgetheilt wird, war der bei der dortigen Bezirkshauptmannschaft zur Dienstesleistung zugewiesene Regierungsbeamte Herr Otto R. v. Vesteneck so glücklich, den aus Görz zum Besuche seiner Familie in Gnrkseld weilenden Handelsmann Anton Ferfila, der sich in der Save badete und in einen Wasserwirbel gerathen war, von der drohenden Todesgefahr des Ertrinkens zu retten. — (Die Occupationstruppen) sind, wie die „Kroat. Post" berichtet, unmittelbar bei und nächst der kroatisch-slavonischen Grenze concentriert, vom besten Geiste beseelt nur einzelne Fälle von Uebertretungen der Disciplinar-Vorschriften wurden energisch bestraft. Ein Bataillon des Reserveregiments Erzherzog Leopold ist zur Besetzung des Cordons bei Kostajnica-Dubica abgegangen. — (Zum neuen Forstgesetzentwnrfe.) Eine Stimme „aus den Alpenländern" äußert sich in der „Deutschen Ztg." gegen das Zustandekommen eines neuen Forstgesetzes, wie folgt: „Reicht denn unser gegenwärtiges Forstgesetz nicht aus, Wald und Forst zu schützen? In Oberösterreich und Steiermark konnten die Behörden, wenn sie wollten, die Waldbesitzer zwingen, nach dem Forstgesetze mit dem Walde umzugehen, ihn in Stand zu halten und abgestockte Waldflächen wieder aufzuforsten. Selbst die höhern Gebirgslagen (Karst) würden wir gerne wieder aufforsten, wenn wir die zu so schwierigen Aufforstungen nöthigen Gelder hätten. Wenn einmal in den hohen Vertretungskörpern 60 Millionen für „Aufforstungen" bewilligt würden, dann sollten die Herren nach zwei Jahrzehnten die Hochgebirge der Alpenländer Wiedersehen! Mit neuen Paragraphen bessern wir nichts, wir täuschen uns höchstens selbst. Wenn wir künftig ein waldbewachendes Individuum „Waldbesorger" nennen, so ist damit gar nichts gewonnen." — (Aus den Nachbarprovinzen.) Der Männergesangverein in Klagenfurt veranstaltete am Samstag den 20. d. M. in Pörtschach eine Herbeckfeier. Im Parke zu Pörtschach wurde zum Andenken an den leider zu früh verstorbenen seinerzeitigen Chormeister, späteren Direktcr der Wiener Hofoper, Johann R. v. Herbeck, ein Denkmal aufgestellt. Der Vorstand des Klagenfurter Männergesangvereines , Herr Dr. Gustav Traun, hielt die Festrede, der Gesangverein feierte den Festtag durch Vortrag einer ansehnlichen Zahl von Chören. — Vom Kreisgerichte Feldkirch wurden zwei Verbrecher wegen Einbruchdiebstahls zu mehrjähriger Kerkerstrafe verurtheilt. Beide Verbrecher vermeinten sich vor Entdeckung dadurch zu retten, daß sie in der Wallfahrtskirche zu Bozen nicht weniger als 60 heilige Messen von den gestohlenen Geldern lesen ließen. — Die Grazer Statthalterei hat die Landtagswahlen für Steiermark ausgeschrieben; am 12. September werden die Landgemeinden, am 14., die Handelskammern und Städte und Märkte, am 17. der Großgrundbesitz wählen. — (Von der Südbahn.) Zwischen der ungarischen Regierung und der Südbahnverwaltung sind Verhandlungen im Zuge zu dem Zwecke, eme Theilung deS Verkehrs, welcher sich über die süd- lichen ungarischen Staatsbahnen und über die Linien der Südbahn nach Fiume bewegt, durch den Abschluß eines Cartells zu bewirken. Die ungarische Regierung scheint demnach ihren Plan, die ungarischen Linien der Südbahn anzukaufen, vorläufig aufgegeben zu haben. Die Südbahn hat aber gerade jetzt ein Interesse daran, in ein freundliches Verhältnis zu der ungarischen Staatsverwaltung zu treten. So dürfte denn eine der schwierigsten Angelegenheiten sriedlich und zum Vorthcile beider Theile beigelegt werden. Die Südbahn wird von der Gefahr befreit, ihre ungarischen Linien abtreten zu müssen. Sie wird das Cartellverhältnis im Verlause der Zeit zu einem Payageverhältnisse gestalten. Die ungarische Regierung dagegen wird dahin gelangen, ihre südlichen Linien rentabel zu machen, das Eisenbahnbudget zu entlasten und den Hafen von Fiume im Vereine mit der Südbahn zu heben. Das abznfchlirßende Cartell ist für die Situation der Südbahn von der größten Bedeutung. Es ist aber auch von kaum zu überschätzender Tragweite für den österreichischen Handel, da eine Lostrennung der Südbahn von Ungarn gewiß nicht in unferm Vorthcile liegt. — (Bezüglich der Pontebabahn) schreibt der »Llollitore äslls straäs ksrruts": „Gänzlich ohne unser Wissen hat Oesterreich begonnen, einen großen Bahnhof für den internationalen Dienst der Ponteba-bahn zu erbauen. Es ist dies eine Ueberraschnng, die uns unser Nachbar bereitet hat, in der Hoffnung, daß wir uns auch diesmal mit einer außerhalb unseres Gebietes liegenden internationalen Station zufriedenstellen werden. Dies war eine wenig correcte Handlung der österreichisch-ungarischen Regierung, die aber auch ohne den Wirth gemacht wurde. Nun werden auch wir uns eine eigene Station auf unserm Gebiete errichten. Der oberste Rath für die öffentlichen Arbeiten hat die auf diese Station bezüglichen Baupläne schon genehmigt und zu deren Ausführung drei Millionen Lire angewiesen. Mit dem Bau wird schon nächstens begonnen werden." Eingesendet. Frage. Lcb wohl, du schöner Hain, Leb wohl, du schöne Stätte! Muß denn geschieden sein? Ist niemand da, der rette Die Zierd' im Stadtbereich? Für immer ist verklungen Das Lied: „Mein Oesterreich?" Hat auch der Krach verschlungen Dich, Perle nns'res Seins? Soll nimmermehr dein Schatten, Die Krast des Kraincr Weins Uns stärken, uns die Matten -Soll Wagner, Mozart, Strauß, Suppe sür uns nicht leben? Jst's richtig mit dir aus? Gibts gar kein Wider st reben? — (Antwort aus dem Casino gart en.) „Slovenski Narod" stimmte sein Klagelied über die Casinorestauration zu früh an, die Directiou des Casinovereines hat Veranda, Eiskeller, Orchester und Gasbeleuchtungseinrichtung angekauft. Witterung. Laibach, 23. Juli. Morgens heiter, später etwas bewölkt, schwül, mäßiger SW. Wärme: morgens 7 Uhr -s- 19 2°, nachmittags 2 Uhr -l- 28 8° 6. (1877 -j- 284°: 1876 -j- 25 0° 6.) Barometer im Fallen, 733-94 mm. Das gestrige Tages-mittel der Wärme 22-5°, um 2-9° über dem Normale. Verstorbene. Den 22. Juli. Franz Kratner, Arbeiterssohn, 15 Monate 17 Tage, Alter Markt Nr. 3. Rücktritt der Masern. Den 23. Jul,. Felix Tratnik, Jnwohnerskind, 2 1.10 Mon., Karlstädtcrstraße Nr. 22, Diphtheritis. Gedenktafel über die am 26. Juli 1878 stattfindenden Li-citationen. 2. Feilb., Badnu'fche Real., Slavina, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Zagar'scheReal., Kroatisch-Damel, BG. Tscher-nembl. — 2. Feilb., Klemenkic'sche Real., Tschernembl, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Sprcizer'sche Real., Pugled, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Brozovii'sche Real., Kroa-tisch-Damel, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Novak'sche Real., Jernejsdors, BG. Tschernembl. — 2. Feilb-, Kuzma-sche Real., Zorence, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., JakZa-sche Real., Settendorf, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Sto-niö'sche Real., Tschernembl, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Maurin'sche Real., Vrtake, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Jermann'sche Real., Gerdenschlag, BG. Tschernembl. — 3. Feilb., Srebot'sche Real., Nevcrke, BG. Adelsbcrg. — 3. Feilb., Maßlu'sche Real., Sevce, BG. Adelsberg. — 1. Feilb, Luzia Medved'sche Real., Nezovas, BG. Tscher-nembl. — 1. Feilb., Michael Medved'sche Real., Nezovas, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Ivan Medved'sche Real., Nezovas, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Smreker'sche Real., Rozanc, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Bntala'sche Real., Bistric, BG. Tchernembl. — Relic. Spreizer'scher Real., Lahina, BG. Tschernembl. — Relic. Pavlesiö'scher- Real., Brezje, BG Tschernembl. — Relic. Wols'scher Real., Unterdeutschau, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Lindii'sche Real., Slan^jiverh, BG. Nassensuß. — Reass. 1. Feilb., Baker'sche Real., Planina, BG. Wippach. — Relic. Trost-schcr Real., Podraga, BG. Wippach. Wiener Börse vom 21. Jnli. Allgemein« 8laat»- i Papierrente............ Silberrente........... Goldrenle.............. Staatslose, 1839. . . „ 1854. . . „ 1860. . - „ 1860(5tel) „ 1864. . . Grunilentkaftungr» Obligationen. Galizien............... Siebenbürgen . . . -Temeser Banat . . . Ungarn................. Anäere öffentkitire Anleken. Donau-Regul.-Lose . llng. Prämicnanlehen Wiener Anlehen . . . Actien v. Banken. Kreditanstalt f.H.u.G. EScompte-Ges., n.ö. . Nationalbank........... Aetien v. Transport Anternckmungen, Alwld-Dahn.......... Donau - Dampfschiff -Elisabeth-Weftbahn . ^erdinandS-Nordb. . ranz-Iosevh-Bahn. -aliz. Karl-Ludwigb. Lemberg -- Czernowitz Lloyd-Gesellschaft . 64 60 66 60 75 05 332'—! 109 — 114 — 123 50 142 50 84 80 76-50 78-25 79 50 Ivb-— 85 75 92-50 260 20 129 50 493 -176 25 2055 140 50 247 50 138-75 550'— Ware 64-70 66 70 7510 334 — 109 50 114 25 124 — 142 75 85 20 77-— 79— 80— 105-25 86— 92 75 26040 835 - 130 — 495 176 75 2056 141 — 247 75 13925 551 — Geld Ware Nordwestbahn . . . . Rudolss-Bahn . . . . 122 50 126 50 26S'50 122 50 127 — 264'- Südbahn Ung. Nordostbahn . . 80'— 124-75 80 25 125 25 Ksaackbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold 108 80 108 75 93— 100'— in österr. Währ. . . 92 50 99 75 96 50 Ungar. Bodenlredit- . 96 75 Prioriläl«-Obk>g. Elisakethbahn, l.Em. Ferd.-Nordb. >. Silber Franz-JoiePh-Bahn. Galiz.A-Ludwigb.I.E. Ocft. Ätordwest-Babn Siebenbürger Bahn . StaatSbahn, 1. Em. . Südbahn ^ S Perz. , 92 25 104 75 88 75 101 — 88-75 69 50 156 50 112 40 95'- 92 75 105— 89— 10150 8S — 69 75 157'— 112 70 95'25 Krioatlos«. 162 — 162»50 Rudolföstiftung. . . . 1450 15 — Deviseiu London 115 50 115 60 Keläsortea. 5 49 9-27 5710 101 — 5 50 928 57 15 101 05 20 §raneö 100 d. Reichsmark . . Silber Tr!rgrafischl>r Liursbericht am 23. Juli. Papier-Rente 64 30. — Silber-Rente 66 40. — Gold-Rente 74 70. — 1860er Staats-Aulehen 113 80. — Bank-actien 832. — Kreditactien 259'—. — London 115 50. — Sllber 101--. — K. k. Münzdukaten 5 50. — 20-Fraucs-Stücke 9 27. — 100 Reichsmark 57 10. Marktbericht von L. Jacobius L Söhne, Berlin-Hamburg. Hamburg, 19. Juli 1878. Weizen: Ruhig, Mecklenburger Mrk. 215 bis 230, mährischer und schlesischer Mrk. 205 bis 230, österreichischer, russischer und rumänischer Mrk. 195 bis 225, Nikolajeff Mrk. 190, polnischer Mrk. 225 bis 230. Roggen: Fest, russischer Mrk. 120 bis 136, Preußischer Mrk. 130 bis 144, Mecklenburger Mrk. 135 bis 156. Gerste: Still, rumänische und galizische Mrk. 133 bis 140, schlesische, ungarische, böhmische und mährische Mrk. 160 bis 190, russische Mrk. 128. Hafer: Still, russischer Mrk. 130 bis 145, schlesischer und böhmischer Mrk. 150 bis 190, Mecklenburger Mrk. 150 bis 160. Bohnen: Still, mittel nach Qualität Mrk. 160 bis 168. Erbsen: Still, Futtererbsen Mrk. 150 bis 160, Kocherbsen Mrk. 210 bis 230. Wicken: Ruhig, kleine und mittel Mrk. 125 bis 170, große Mrk. 160 bis 190. Mais: Ruhig, rumänischer Mrk. 120 bis 124 per 1000 Kilo Netto. Kleesaat: Ruhig, roth Mrk. 40 bis 52, weiß Mrk. 50 bis 75 per 50 Kilo Brutto incl. Sack. Timothee: Ruhig, Mrk. 20 bis 26 per 50 Kilo Brutto incl. Sack. Mutterkorn: Mrk. 60 bis 70 per 50 Kilo. Kanthariden (spanische Fliegen): Mrk. 450 bis 475 pr. 50 Kilo. Spiritus: Rectis. Kartoffelspiritus pr. 100 Liter Mrk. 44 bis 48; rectis. Rübenspiritus L 100 Perz. Mrk. 43 bis 46. Buch- und Papierhandlung, LLkl S. 111L, Unter der Trantsche 2. Reich sortiertes Lager aller Bureau- und Comptoir-Requisiten, Schreib-, Zeichnen- und Maler-Utensilien, Copier-, Notiz- und Geschäftsbücher. Neuestes in Papiereonfection. (334) 1 Höchst ernpsehlenswerth: Baumwoll-Netzjacken (Schweißvertheiler), Originalsabrikat ä fl. 2, fl. 2 20 bis fl. 2 40; Jmitation-Netzjacken ü, fl. 1 80; Herren-Fußsocken, weiß und Nanking, 1 Paar nur 15 kr., bei 265)8 Für den Vertrieb eines sehr gangbaren Artikels ohne jede Auslage werden Personen aller Stände in der Provinz gesucht. Schriftliche Anfragen unter „Nebencinkominen" befördern Kolter L (,'omp., Annoncen-Expedition, Wien, Riemer-gasfe 13. (309) 20-7 AngekommeneFremde am 22. Juli. Hotel Stadt Wien. Groh-mann, Reis., und Prinz, Buchhalter, Wien. — Car-lebach, Kaufm., Stuttgart. — Schwentner, Kaufmann, Franz. Hotel Elefant. Krauß, Kaufm., Großkanifcha. — Abeles, Reif., Wien. — Blagne, Güterverwalter, Kroisenbach. -- Planinc, Gemeindevorsteher, Saven-stein. — Ahaw, Eisnern. — Schlesinger, Kaufm., Budapest. — Darilek s. Gemaliu, Brünn. — Seligmann, Hamburg. Hotel Europa. Baron Groller s. Familie, und Faro, Triest. Mohren. Okorn, Weltpriester, Wellzeb und Kos-mez, Triest. — Brezovar, Professor. St. Martin. -Kulka, Prag. — Rubau, Stein. — Koder, Littai. Flaschenbier (Märzen-Export) aus der Kr«ki ükr UM LuA in Leopoldsruh bei Laibach wird in Kisten von 25 Flaschen aufwärts versendet. Bestellungen aus Biere in Gebinden und Flaschen werden direkt in der Brauerei oder in deren Depots mit Eiskellern: in Triest bei Herrn K. N. Lorlser, Monte verde Corso Nr. 43—45; Agram bei Herrn Rankl, Seidenspinnergasse Nr. 512; Cilli bei Herrn ^nton krlxner, „Hotcl Elefant", Ringstraße Nr. 32; Tarvis bei Herrn Lvoudurät llzrenbuvli; Krain-burg bei Herrn kranr Voten«, Handelsmann, und bei Herrn keter ImssnlL, Handelsmann in Laibach, erbeten. (278) 6 Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Lttomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.