Hummer 41. p.-ttnu, öch ||. Oktober lS9». mit P-stvksitndu»g im Inland«! BierteljShrig st. t.40. halbjährig st- 2.80, ganzjährig fl. 5.60. — (f ntdnr Nummern lu It. Schriftleiter - J»s»f F«l«»rr, »Ilerheiltgtugaffe 14. - Verwaltung und Serlag: w. «la-lr, Buchhaudl««,. Ha»»tplatz Rr. S. Handschristen werden nicht zurückgestellt, Ankündigungen billigst berechnet. — Beiträge sind cnuslufcht und wollen längsten« bi» Freitag jeder Woche eingesandt werden. Gemeinderaths-Sitzung. Für bic ordentliche öffentliche GemeiuderalhS-sitzung am 9. Oktober 1896 nachmittags 3 Uhr im Sparcaffesaale wurde nachstehende Tages» ordnung ausgegeben: I. Verlesung deS Protokolles der letzten Gemeinderaths- Sitzung. 2 Mitteilungen. 3. Bericht der Sektion l betreffend den zwischen den Eheieuteu Ackermai», und der Stadtgemeiude zu schließende» Mietvertrag, 4. Bericht der Section I und lll über daS Gesuch der stadtischen Nachlivächter und Lampenanzünder um Lohnerhöhung. 5 Bericht der Section I und III betreffend die Herstellung eines Fensters in der Stadtpfarr-kirche aus Kosten der Stadtgemeinde. 6. Bericht der Sectio» III betreffend Rccon-ftructio» der Strasse beim Militär-Verpfleg«-Magazine. 7. Bericht der Seetion II über das Gesuch deÄ Anton Masten um Übersetzung einer Grenz-«auer. 8. Bericht der Section IN betreffend die Wohnung deS Organisten der Stadtpfarrkirche. 9. Bericht der Section III über da« Gesuch der Theresia Wem» um Vermietung eines Ge-wölbe« im Theatergebäude. 10. Bericht der Section III über das Gesuch der freiwilligen Feunimhr um Flüssigmachung der Dotation pr. 143 fl II. Bericht der Section III betreffend Ver-gebung der Petroleumlieserung für die Stadtbe-leuchtung. 12. Bericht der Sectio» III über die Eingabe deS R. Sadnik pcto. Ablösung eines GrnndstreiseuS im Stadtwalde. 13. Bericht der Section IV über das Gesuch der M. Nußliaumer um Ertheilung der Eouces-fiou zum AuSschanke von Kaffee. 14. Anträge deS ArmenrateS. 15. ÄllfälligeS. 16. Vertrauliche Sitzung. Nach Constatirnng der BeichlusSfähigkeit begrüßt der Vorsitzende. Herr Bürgermeister^ Joses Ornig, die Versammelten und erklärt die Sitzung für eröffnet. Tagesordnung wird wie folgt erledigt: 1. Das Protokoll der letzten Sitzung wird verlesen und genelimigt. 2. Mittheilungen: a) den Dank Sr. Majestät des Kaisers für die loyale Kundgebung anlässlich Seines Geburtstages am 18. August 1896 an die Stadtvertretung und den Stadtschulrath. — b) Mittheilungen über da» Project eines Schlacht-Hausbaues und der damit verbundenen Fortsetzung der DrauquaiS. — c) Mittheilung von der Zu« sage des k. k. Ministerium» deS Innern, zum Baue einer eisernen Draubrücke einen Beitrag (18.000 fl.) leiste» zu wollen. Der Vorsitzende bespricht diese Frage des Näheren und nach seinen Ausführungen wird der Beschlus gefaßt, neuerlich an daS Land und die h. Regierung um Übernahme eines Theiles der Bankosie» heranzutreten. 3. Der Miethvertrag wird nach der von der Section beantragten abgeänderte» Fassung nach lebhafter Debatte angenommen. Referent Ge-meinderath Filaferro. 4. Den P.tenien werden die Taglöhne auf 70 kr. erhöht. Referent Gemeinderath Filaferro. 5. Die Section beantragt, dem AnsuchenFolge zu gebe» und die Kosten pr. 1050 fl. für ei» von der Stadtgemeiude gewidmetes Kircheufenfter in »och zu bestimmende» Jahresrate» zu bestreiten. Referent Genirinderath Filaferro 6. Nach dem SectioiiS > Anträge wird die Herstellung deS fraglichen Fahrweges beschloffen und dem Militär-Ärar die bezügliche Erklärung ausgestellt. Referent Gemeinderath Stendte. 7. Dem Gesuche wird Folge gegeben. Referent Gemeinderath Kasimir. 8. Nach dem SectionSantrage wird die Zu« fchrift der hw. Pfarrvorstehung dahin erledigt, dass die Wohnung für den Organisten im Beue-fiziatenhaufe in der Färbergaffe beschafft, für Musik» probe» jedesmal ein Lehrzimmer der Mädchenschule zur Verfügung gestellt «erden wird. Die Bentellung einer Wohnung für vm Meßnergedilfen wird abgelehnt. Referent Gemeinderath Roßmaiin 9. Da» Gewölbe wird der Gesuchstelleri» gegen den angebotenen MietzinS von 120 fl. gegen dem überlasten, dass sie a»st«^m die Auslage Gegenstände vor dem GcwSlb», Nicht aufhängen oder anSlegen dürfe. Refereskt Gemeinderath Blanke. 10. Der Betrag wird nach dem Section?--antrage flüssig gemacht. Referent Gemeinderath Kasimir. 11. Der Firma Brüder Mauretter, die nnter den drei Offere»te» das billigste, d. i. 100 Kilo Primapetroleum pr. 18 fl. 10 kr. ein-gereicht hat. wird die Lieferung für de» Bedarf der Stadtgemeinde übertragen. Referent Gemeinde-rath Blanke. 12. Über Sectionsauttag wird daS Anbot als zu gering abgelehnt und die Anrainer von, beschlossenen Verkaufe im AuSfchreibungSwege iu Kenntnis gefetzt werden. Referent Gemeinderath Roßmann. 13. Dem Ansuchen wird nach dem SectionS-antrage 'Folge gegeben. Referent Gemeinderath Blanke. 14. Die Anträge deS AnnenratheS werden angenommen und dessen Beschlüsse sanctionirt. 15. AlliälligeS. Gemeinderath Filaferro bringt die Zuschrift deS HandelSgreminm« wegen Wahl eines Mitgliedes in den SchnlanSschnß der kaufmännischen Fortbildungsschule zur Verlesung. Gewählt wird Herr Bürgermeister I. Ornig. Gemeinderath Filaferro: Franz Ctdi weigert sich, einen Pachtrückstand vo» 30 kr. für die in seiner Benützung stehende, der Stadtgemeinde Petto» gehörige Grundparcelle bei seinen« Anwesen a» der Grajena z» bezahlen. Der SeetionSantrag. dem Herrn Franz öech den Pachtvertrag zu kündigen, wird angeuomme». Gemeinderath Stcudte: Die Eheleute Toplok in Rabeldorf Nr. 19 bitte» um Befreiung von der Brückeiiitianth für Wirtschafttfuhren vo» uud «ach einer von >h»e» erstandenen Wiesenparzelle in Unterrann. DaS Ansuche» wird »ach dem SectionSantrage abgelehnt. Gemeinderath Kasimir fragt an, wie di{ Angelegenheit bezüglich deS Baues einer Veranda am Perron deS hiesige» Bahnhofes stehe? Der Vor-sitzende gibt Ansschluß. Gemeinderath Roßmann ersucht um Bei-stelliing deS ftäNische» Fuhrwerkes zur Versüh-rnng vo» 50 Enmkmeter Schotter, welche die Siidbahn-Gesellschast dem VerschönernngSverein gejchenkweise zur Herstellu»g eines Fußwiges durch die zweite Bahnallee überlassen hat, wird bewilligt. Gemeinderath Xasi.nir stellt den Antrag auf Vermehrung der öffentliche» Laternen zur bessere» Beleuchtung der sreqnentesten Gassen »nd Plätze. Der Section zum Studium und zur Berichter» slattung zugewiesen. Gemeinderath Filaferro stellt den Antrag, die Brenndnuer der städtischen Laternen um zwei Stunden. daS ist fci« Mitternacht zu verlängern. Angenommen. Vicebürgermeister Franz Kaiser beglück-wünscht .Herrn Bürgermeister Josef Ornig zu feiner Wahl zum LandtagSabgeordueten (lebhafte Bravorufe!) und ersucht ihn, auch iu dieser Stellung daS Wohl der Stovt so warm z,t sdrdern, wie er es als Bürgermeister thue. lBravol) Der Vorsitzende dankt sichtlich bewegt für diese spontane Ovation und verspricht fern Bestes zu thu» zum Wohle der Stadt, dere» Go deihen ihm so innig am Herzen liege (Bravo! Sohin Schluß der öffentliche» Sitzung. Pettaner Wochenbericht. Über Einladung des Herrn k. k. Bezirkshaupt-manne» Dr.AlsonS Ritter von Schererunternahmen am 7. d. M. etwa 30 Herren eine Exkursion nach den staatlichen Rebenanlagen (VersnchSwcin-garten) in Hrastovee südlich von Sauritfch und im Anfchlnsse daran einen Ausflug in die Muster-anlagen des Herr» Rudolf Wibitter, au welcher sich außer dem Herrn Bez>rk«hauptma»ne und den dienstfreien Eoiireptsbeaniten. Herren Eontmiffär Capes und von Bouv.ird, dann Statthaltern-Lonceplspraktikantcu Herrn Dr. böiger, k. k. Bezirksarzt Dr. Saduik. die Herren Prof. Zeleuik. k. k. Notar Oichgan, Dr. Horvat und Herr Gregoriö der Bezirksvertretung. die lÄenieinde-räthe Herr W Blanke und Raimund Sadnik. der lim den Weinbau vielverdiente Herr Mikl aus St. Margarethen, die Peltauer Weingut»bcsitzer Herren Dr. von Fichtenau, Karl Kasper, dann Hans Perko iinb Fraiiz Winkler uud andere Interessenten, sowie fünf Herren aus Friedau an-geschlissen halten An Ort und Stelle gesellte sich noch Herr M. Straschill. Gutsbesitzer Ulm und Herr Joses Fürst dazu, um die Anlagen zu be-sichtigeii. Die Führung hatte der Leiter der staat» lichen Rebenanlagen. Herr Commissär Franz MatiaSi«', Überiu'mnie». Die erste Besichtigung galt der Reb>ll>»le a>» Nordhange und hier gab es bereit» des Sehenswerte» und Instruktiven genug. Die hubich umfrievete Anlage enthält die meiste» Sorte» d.s amerikanischen Nebenmaterials in verschiedene» Abtheilungen, wohlgepflegt und vor-trefflich gedeihend. Da ivaren alle Arten der Ber-edlnngen zu sehen, von deiuien die Korkvered-lnngen besonders interessirte». Nicht minder aber anch die Anlage der .gemischte» Sorten" d. i. solcher Veredlungen verschiedener Sorte» und Ver-edlungsart. die „nicht genügend verwachsen waren, oder jo»st den rigorosen Anforderungen des Herrn Leiter« nicht entsprochen hatte» und die er wie kränkliche Kinder dann iu eigene Abtheilungen ver-setzte. Man hörte die Freude über deren Gedeihen leicht aus seinen Erklärungen heran«, eine Frende, die sehr begreiflich ist bei einem Fachmanne, der mit seiner Aufgabe so eng verwachse» ist und sie so ernst nimmt wie Herr MatiaSiö. Sodann giengS aufwärts in den Versnchsweingarten, eine circa 4 Joch große, ziemlich steile Fläche, deren Anlage sofort nach dem Betreten den anwesenden Fachleuten volles Lob abrang, welche* sich zeitweise zur Bewunderung steigerte, wenn unter den durchwegs üppig wachsende« fnicheS Grün zeigende» und trotz dreimaliger Verhagelnng. deren Spuren die Gipfel der Pflanzen sehr deutlich zeigen, mit Trauben der edelste» Sorten schwerbehaiigeue» ju ige» Weinstöcken, sich dieser und jener durch eine Fruchtsülle uud Schönheit der Trauben auS-zeichnete. Es gab da Pflanzen (durchivegS vierjährige Veredlungen) die 20. einzelne sogar über 30 prächtig entwickelte, der vollen Reise entgegen-wachsende Trauben zeigten, dereji Größe, Dichte und Reifegrad nichts zu wünschen übrig ließ. Da gab eS denn ein eifriges Frage» seitens der an-wefenden Weinbergbesitzer über alle sie interessirende» Details, daS von dem lebhaften Interesse zeugte, welches sie hiehergesührt hatte in den staatlichen VersuchSwci»garten und Herr MatiaSiö wurde nicht müde, allen Anfragen gerecht zu werden. Und die sachgemäße», knappe» und dic verschieden-artigsten Frage» prompt erledigenden Antworten des Führer», die, weil sie weit entfernt von dem fchnlmeisterlich'pedantische» Tone der gewissen fach« männische» Bücherweisheit waren, auch die Laien iuteressirten, den Praktikern aber dic gewünschten Ausschlüsse in faßlichster Form gaben, dürften mehr und bessere Wirkungen erzielt nnd greif-barere Resultate haben, als lange Borträge in Versammlungen. Denn hier konnte der Leiter dieser musterhaften Anlagen den Zuhörern die Wahr-heit seiner Belia «ptungen ad ocuIo» demonstrieren, manche unklare Vorstellung berichtigen und manche übertriebene Erwartungen auf ihr richtiges Maß zurückführen, Ursache» und Wirkungen erklären und auf diese Art leicht und sicher den Zweck er-reichen, der die Teilnehmer dieser Excursion hier zusammengeführt hatte. Wie gesagt, wurden die Anlagen nach de» AnSführnngen de« Leiters deS-selben dreimal vom Hagelschla.,e heimgesucht und wenn die Resultate seiner Mühen »nd zielbe-wußten fachmännischen Arbeiten dennoch im Ver-Hältnisse zum allgemeinen Stande der Weingälten de« Bezirkes inbezug auf Fülle und Schönheit der Traube» so zufriedenstellende sind uud nach Ansicht aller Theilnehmcr ei» sehr gutes Produkt erwarten lasse», so ist es, ivie später einer der Herren beim gemeinsamen Mahle scharf hervorhob, eigentlich bedauerlich, dass mit dem Über- gange der dernialigen staatlichen Anlagen in die Landesverwaltung dein Bezirke ein Fachmann ver-loren geht, der viel Gute« gewirkt hat nnd noch mehr wirken könnte, wenn er dein Bezirke erhalten bliebe. Auch in den benachbarten Muster-anlagen des Herrn Rudolf Wibiner, der liier selbst de» Führer machte, hielte» sich die Theil-uehmer sehr laiige aus und horchten mit Interesse ans die Erklärungen des Eigenthümer«, der ja bekanntlich als eine Autorität in der Regeneration de« Weinbaues mit amerikanischen Rebennnterlagen gilt »nd der Zeit. Geld »nd Arbeit »jemals scheut, nm jede Verbesserung zu prüfe», zu ver-jiid)eu, günstige Ergebnisse zum Gemeingnte aller zn mache» und vor zweifelhaften Experimenten zu warnen. Wie Herrn Leiter MatiaSiö sind dic Theiluehincr an dieser Excnrsion auch Herrn Wibiner zn großem Danke verpslid)tet. Nach dem Nützlichen da» Angenehme. Die Begehung der staatlichen Anlagen dauerte mehrere Stunden, dann wurde and) der Wein a»S diese» Anlagen im dortigen Preßhanse versucht, die Pressen mit Eisen-spiudel und ohne Preßftein (mit doppelten Preß-bäuinc») besehen »nd ein Bissen Brod gegessen. Der äranjd)e Tropfen war gut. aber die Zeit drängte. So gieug e« in die Nachba ran lagen des Herr» Wibiner und und)l)er auf dessen hübsche, besonders schön gelegene Besitzung hinüber. Dort waltete die junge reizende HauSfra» ihre« Amtes auf eine Art. die allgemeine frohe Überraschung hervorrief. An einer langen, äußerst appetitlichem Tafel ließen sich die Theilnehmer der Exkursion im Freien nieder, ans dem terrasseiiartigen Vor-platze des Hause». Da gabS nun der guten Dinge gar viele und die hungrige» Gäste thaten dem Gouter alle Ehre an, exquisite kalte Küdje, dazu Wibmer'scher Wein, von dem die Schrift sagt, dass er deS Menschen Herz erfreue, wa« dic Gäste dc»» auch alsbald an sich selbst erprobte». Back-werk nnd frische Trauben und eine von steif'«: Etikette völlig freie Unterhaltung, während welcher Herr BezirkShauptmauu Dr. von Scherer einen Toast auf die jugendliche Hansfrau und ihren Gatten ausbrachte, dem noch andere auf die Familie, den jungen Hausherrn und fein Glück folgten, bis es endlich hoch an der Zeit war, den Heimweg anzutreten, den ein Theil über Anten« stein, der andere zahlreichere Über da» kroatische Dorf Dobrava. wo die meisten Wäjien eingestellt waren, nahm. Dort im Gasthanje Mihcliö gab's noch das vorherbestellte gemeinsame Mahl, da« eigentlich der vorgeschrittenen Zeit nach und nach dein, wa« da alle« in Menge auf der Tafel er-schien, ein ganz veritable» Souper wnrde. in dessen Verlause der präsidierende Herr k. k. Bezirk'-hauptmann die Gelegenheit wahrnahm, Herrn MatiaSiö für die thatkräftigste Unterstützung zu danke», die er al« Referent in Weinbauangelegcn-heiteu ihm. dem Ehef de» Bezirke», jederzeit mit Rath und That geleistet, und bedauerte, das« er eine., so ausgezeichneten Beamten verliere und ersuchte, in seiner künftigen Stellung bei der Statthaltern dcS Bezirke« Pettau nidst zu vergessen. Der also Ausgezeichnete wurde lebhaft acclainirt und dankte in herzlichen Worten. Auch der Herr Obmann der BezirkSvertretung und Herr Gregoriö sprachen, ersterer den politischen Chef deS Bezirkes. Herrn Dr. von Scherer, als warmen Förderer dcS Weinbaues preisend und dankend für die uner-müdliche Sorgfalt nnd da» Verständnis, welches er dem vornehmsten Zweige der Landwirtschaft i.n Bezirke, dem Weinbane. stctS entgegenbringe. Letzterer bedauert, dass Herr MatiaSiö aus seiner Stellung scheide, in der er so viel GnteS und Ersprießliches gewirkt. Noch einige wilde Toaste, dann wurde die Heimfahrt vo» der Excursion an-getreten, die. vom prad)tvvllsten Herbstwetter be-gnnstigt. ohne die Hin- und Rückfahrt geredinet, an die 6 Stunden, der Besichtigung gewidmet, gewährt hatte. (Nächllichc Nnhrstörrr.j In der Nacht vom 4. auf den 5. October gegen 2 Uhr morgeu» gab cS iu der Bahnhofgasse einen argcn Lärm. Der Knccht Franz Lubec und der Schmiedcgehilfe Georg Fud)S begannen in ziemlich angeheitertem Zustande unter heillojem SJrtrin und Geschrei den Hausknecht Ferdinand Doveöar und den Knecht Franz Petroviö durch die Bahuhofgaffe zu ver-solgen und benahmen sich endlich gegen die ein-schreitende SicherheitSwache so excessiv. dass sie arretirt und in Polizeigewahrsot» gebracht wurden. Uni dieselbe Zeit prvvojirte auch der Tischler iWiloti Balec im Gasthause der Frau Elise Wratschko einen Mordsscandal und wurde aus die Strasse geworfen, wo er erst recht zu lärmen und zu schreien begann, bi» er von der Sicherheit»« wache ebenfall» abgefaßt und i»S Kühle gesetzt wurde. Wen» die Herren Socialisten behaupte», dass eS den häuslichen und gewerblichen Hilfsarbeitern gar fo elend schlecht gehe, dann töuute man ihnen ruhig die Pvlizrirapporte als drastische Antwort vorlegen, damit sie daraus ersehen, dass ihr Eejamtmr insolange wenig Glauben finde» wird, als die P. T. „Genossen" sich jeden Sonn-tag eine» Kanone»rausch leisten können, waS mancher der so sehr gehaßten „BourgoiS" bleiben lassen muß. weil er nicht die Mittel dazu hat; Leute, »oclche da» Geld haben, ganze Nächte durch-zuzcchen, sind ein schlechtes Ben>ei»matcrial für das „Elend der arbeitenden Classen." (ßrirn Lrunncngrabcn oersctiiittrt.) Ein graß^ liche« Unglück. welches zwei Menschenleben kostete, ereignete sich Samstag de» 3. Oktober in Wm dtschdorf. Dort ließ der Besitzer ÄndreaS Petef. HattS-Rr. 34. vor circa >4 Tagen mit den Arbeiten zu einem neuen Br>. t-» beginnen, wo bei die Keufchler Lorenz Os§..>iak viilgo Kostan-jovetz. Simon Lesnik. Jakob Terbnc. der In wohner ThoniaS Supanüiö aus Skorba uud Älao Eveiko aus Picheldvrf beschäiligt waren Aiu 8. Oktober waren der 60-jähriae Blas Evetko und der 63 jährige Lorenz Ofsenjak. beide verheiratet, damit beschäftigt, den bereits auf 8 Meter Tiefe aufgehobenen Brunnenschacht auszumauern, eine Arbeit, bei der sie alle gebotene» BorsichtSinaß regeln, wie eS heißt, außeracht gelösten harten. Gegen 10 Uhr wurden die beiden, wie erzählt wird, zum Frühstück gerufen, verlangten aber, das« ihnen dasselbe in den Schacht gereicht werd-', was auch geschah. Um halb 11 Uhr gerieth plötz lich das Erdreich in Bewegung und der Schacht stürzte ein. die beide» Unglücklichen unter der Erbmasse begrabend. Die RettungSarbeiten wurden sofort begonnen, aber erst am Nachmittage ge-lang e», bis iu den Verunglückten zu kommen und deren Köpfe freizulegen. Beide waren bereit« zerdrückt und erstickt. Petck gab an. dass der Brun»e»arbeiter Ossenjat beim Zimmermeister Johann Wreßnigg in Arbeit gestanden und dem Zimmermeister die Arbeit übertragen war. waS dieser entschieden in Abrede stellt. ES scheint daher, dass Osienjak die Arbeit auf eigene Faust übernommen und ausgeführt hat. was glaub-würdig erscheint, da ein concessionirter Meister jedeusallS, seiner Verantwortlichkeit bewußt, die gebotenen Sicherheitsmaßregeln getroffen hal"ii würde. Die GerichtScommiffion. welche sofort nach der Meldung nach dem UnglückSorte abgieug. wird die Sachlage jedenfalls klarstellen Die Leich'tt der Verunglückten wurden in die Todten» kammer nach Haidin übertragen. Das Leichenbe--göligni» der Verunglückten mußte, wie man ans Haidiu berichtet, ohne Priester vorgenommen werde», da ein bedauerlicher Zufall eS wollte, dass zur Stunde des Leichenbegängnisses keiner der hochw. Herren im Orte anwesend war. »m die Einseguung vorzunehmen. (^eurrbereitschasl der freiwilligen Feuerwehr.^ Für die laufende Woche hält der II. Zug und die II. Rotte Feuerbereitschast. ZngSsührer Laurentschitsch. Rottführer Martschitsch und acht Man». Feuermeldungen sind aus der Ecntral-station in der Sicherheitswachstube im RathhauS zu machen. Zirkovetz. Die Schweinepest herrscht in Obrisch 19 Mitgliedern deS Damenchore«. Den Cassa-bericht erstattet HerrHans Strohmayer. dem da« Abfolutorium ertheilt wird. Auch der Archivbericht de« Archivar« Herrn Großauer wird genehmigt. >e«gleichen der Cassabericht de« Vergnügung»-äckelwarte« Herrn Slawitsch. Bei den nun olgenden Neuwahlen wurden gewählt: zum Ob-manne Herr Heinrich Großauer. zum Stellver-treter Herr Han« Perko. zum Schriftführer Herr R. Kalb, zum Casficr Herr Karl Kasper ,u».. um Archivar Herr Karl Wessely, zum Ökonom i>err Leopold Slawitsch. zum BergnüguiigSsäckel-wa»t Herr Wilhelm Skubitz. zum erste» Chor-meister Herr Direktor Georg Richter, zum zweiten Chormeister Herr Ludwig ttlerr. Vereinsnachrichten. (Hauptversammlung ies Männrr-Sesain» vcrriues.) Der Pettauer Männergesangverein hielt am 2. d. M. seine Hauptversammlung im .Hotel Lamm" ab. Die Versammlung war gut besucht nnd wurde um halb 9 Uhr abendS vom Obmann-Stellvertreter Herrn Han» Perko mit einer Begrüßung der Anioefenden eröffnet. So-dann verlas der Schriftführer die letzte Berhand-lnngsfchrift, deren Fassung genehmigt wurde. Den Rechenschaftsbericht erstattete Herr Perko. Derselbe kommt zuerst auf U gm>, blonderen Verdienste;n sprechen, welche sich der scheidende Obmann Herr Franz Kaiser um den Verein erworben hat und bedauert lebhaft deffen Scheiden. Desgleichen fand er warme Worte des Dankes für den ebenfalls scheidenden Chormeister Herr» Leopold Suchsland. Abgelialten wurden 4 Vollversammlungen und 13 AuSschnßsitzuuge». Der Verein wirkte in drei Liedertafeln, beim deutschen Verein«hau«>Balle »nd bei den Sängersesten in Marburg, Rohitsch und Graz mit. allenthalben Ehren und Anerkennung seiner Leistungen erntend. Am 19 März wirkte er beim musikalischen Hochamte in der Haupt-und Stadtpsarrkirchc mit und auch bei zivei Ständchen. Redner gedenkt pietätvoll der oer» storbene» Mitglieder Fiedler und Pirich, die stets treu am Vereine gehangen und wackere deutsche Sänger gewesen seien. (Traiierknndgebung seitens der Anwesenden.) Bezüglich de« Mitgliederstande« de« Vereines wurden 9 neue Mitglieder auige» nommen und find 6 Mitglieder ausgeschieden; der Chormeister Herr Suchsland hat seine Stelle niedergelegt. Der Verein besteht dermalen a»S 34 ausübenden und 64 unterstützenden, dann Kundmachung, betreffe»» dir Meldepflicht be» L«ndft»r«»fiichtige». 1. Aus «rund be« «e(ebe« vom 10. Mai IKttt, betreffend die Meldepflicht von Landsturmpflichtigen der in. Reichin»he vertretenen »ünigreich« und Länder mit Au«-nähme vo» Tirol und Vorarlberg und de» Gelege» vom 10 März 1895, betreffend da» Institut der Lande-vrr. theidigung für die gefslrftste «taffchslft Tirol nnd da» Land vorarlbkrg >z. 27), hal>e» sich diejenigen Landsturmpslich. tigen. welche Ang.höriqe de» Heere». der »rieg»,»arine. Landwehr (einfchlieblich deren Itrfapeeseeven) oder der «endannerie waeen. sowie sonstige Landsturmpflichtige. welche für den Fall der Aufbietung de, Landstürme« zu besonderen Dienstleistungen designier» und zu solchem Zwecke mit Widmungtkarten beiheilt werden uud sich !» Streiche de« »dige» »olltifche» Bezirke« »»fhalte». »» 17. ctt»b«r l»tt«. «i« ihr»« Laudst»e«posse, d»»ieh»»,«»rtfr «ili-tirische» «»il,ff»n,«.D°e»mente »ei« - St»dto»tr Petiv» persi»lich vorzustellen. beziehungsweise zu melden. Tiejenigeii Meldepflichtigen. ivelche wegen unüberwind-lieber Hindernisse oder glaubwürdig nachgewiesener, äichers» dringender und unausschicbbarer Aamilie». »der persönlicher Vkrh^linissc am vorstehenden Tage sich nicht vorstellen tonnten, haben die Vorstellung am HO. CtUber 181KI bei der obigen Meldestelle nach;utragen. L. Meldepslichtige. welche au« irgend erner Ursache nicht im Besihe ihee« Landsiurmpasfe». beziehungsweise ihre» militärischen itnilassung^-Toeumente» Abschied, lleriifieat, Bescheinigung » ) sind, haben ein andere«, ihre Identität bkglaubigende» Doeument, alt! Tauf- (AebuN«-), Heimat»-sck»in Arbeitsbuch x. und die etwa in Händen habende ®t»wm«l»r«rte, Ul La«»ft»e«.(t,lhedun»» «ertisie,». kventuell auch den L«>dft«r««el»e»I,tt-ll»»P»» «it»i° im Bereiche der obiaen politischen Bezirt«. behörde h«i«at»»rechti,te» «d»ef»«de» Meldepflichtigen erstalten ihre Meldung pers»nl«ch wie folgt ^ »> I» »e» i« Reich«r»the ofetretene* «»»«»reiche, ■■d Linder»: bei der «emeindevorstehung (Gemeindevor-steher). Meldeamte ,e defl Aufentholtorte«, b'i in d » Linder» der ungarischen Heine: bei der hiriu bestimmten politischen BeHorde i c) I» tüHnte» » d der Heeeegwi»»: beim »ichste» dortländigen Be,!rt»an»e Bezirt^kvositur, Stadtmagistrot Sarajevo! de« «ufenthallort. t. ,i j„ fiimgekicte: bei dem etwa i» Ausenthattorle oder diesem ,»»»chst befindlichen Militär-Stationt-Ilom- mando? . „ . . . e) in Auslande: bei der etwa im Aufentholtorte oder diesem ,»«»chst befindlichen f. und f. Berlretung«behörde (Botschaft, «efandtschast. Konsulat K.) — zu dem von diesen Behörden angegebenen Zeitpuntte. i. In den im Punttc » c), «I) und e) ongesührlen zollen tann die bezügliche Meldung schriftlich »der »»»Mich »ei der betreffende» Meldestelle ersolgrn. b. Landsturmpflichtige. welche sich zum W»sir»die»fte oder zu jedem Dienste im Landstürme ungeeignet halten, haben die« gelegentlich der Vorstellung Meldung» an.zu> fl. Die mit Seereise-Bewilligungen versehenen melde-Pflichtigen Landsturmmünner sinnen die vorgeschriebene Meldung — zur anberamten Zeit — «S»dlich »d«e schriftlich auch durch Venvandte. Angehörige oder Bevoll-müchtigte bei der Äeuieindevorstehung der Hemialgemeinde bewirten. ?. Krante. deren Tran»portunsähigteit glondwürdig nichgewiese» ist, tönnen ihre Meldungen, unter Anschluss des Landsturinpasse». beziehungsweise de« nulitSrischen Entlassung«-ToeumenteS , bei der Meldestelle — zur anberaumten Zeit — durch An-gehörige oder Bevollmächtigte mündlich oder schriftlich anbringen lassen. 8. Die schriftlichen Meldungen, welchen der Land-sturmpal«, beziehungsweise das militärische Entlassung» Doeument oder — nach den Bestimmungen des Punkte« 2 — ein andere« Legitimation«-Doeumei» und eventuell der etwa in Händen h->de»de Landsturmmeldeblatt-Eoupo» beizuschliefien ist. haben alle im Landsturm meldeblatte vorkommenden Daten zn enthalten. Zu den schriftlichen Meldungen können auch ..Landsturmmeldeblätter" benü»! werden, welche bei der Äemeindevorstehung de« Aufenthalt-ortet unentgeltlich bezogen werden können lg. 7 der Vorschrift. betreffend die Meldepflicht von LandsturmpflichtigenV Landsturmpflichtige. ivklche mit Widmungskattl-n, be- — 4 — jlsbungHofiie mit Landsturm-Enlbebunz« llertificaten. lf-ilKilt .'Nr ohne folctir. nl* lk>i>nl>ihtt ubrt Dampsschissahrt». V'iti, listete, L>uiii Vdiibitmutbieiifli enthuben sind, twlvn i>Kc in Kr ichuftlidir» Meldung diijusührrn. !' Die iiiidi tvn Ländern der nngaristhen firone .in"tanc>tii<-n l'aiibfiiti'mvflidjtißrit, welche der Melde» »slicht Mstplich unterliegen und sich in den im Reichsrathe iwliTtfiU'n jtöixgrnch.» nnd Landern uuft|iitt«n. haben sich analaa beti in diesem ctadtwMrlf heirnatberechligten Landsturinpflichtigen au melde» Hl. Bon bn «sistellung»- «Melde > Pflicht — nach Km eingang? erioähnten tt»eieye — sind nur die al« „wafsemiiifiihifl" erkannten Landstuimvllichtiaen enthoben, bei welchen die Aichteignung zum Äasfendicnste im Land-stürme, in« Landstiirnipasie — oder anderweitig — de-siäiiqt erscheint. A. !» der Landstnimmelde-Borschrist). II. Meldevflichiige Landsturmverionen, welche die vorgeschriebene Borstellnng ^Meldung' nicht zeltgerecht erstatten cder dieselbe ganz unterlassen, begehen eine Übertretung und versalle» einer Äeldstrase von 2 bi« zu liKI «Lnlde» Ztadtamt Petto», am 4. Cftobcr 1HOG. Der Bürgermeister: I Or»ig. rciMfll !»( (1* Zuuts »»» lohaaafc*fM <11 rtnziy getunde Kaffeegetränk U«b#r«tl tu hub». >>, Ko. 26 kf. Verlieht! D«f werthloitn Nich*hmun*en w«nen »chte «n»n auf dl* Origmalpikilc mit d«m Namen Kathreiner Billiger als überall! Den Herren Restaurateuren und Selchwarenh&ndlern offerirt sämmtliche Selchwaren-Artikel unter Garantie frisch und gut zu den billigsten Preisen. 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Vrranlworilicher Sdiriftletter: Josef FelSner. Druck und Verlag: W. Blaute. Pcllas. Verschlungene U?ege. liizShlung von Aarie Sngelhordt. räfin Katharina war aufgesprungen, sie zitterte vor großer Aufregung. das Gehörte schien ihr unglaublich. Ein Diener wnrde entsandt, er mußte sich von der Wahrheit des Ge-hörten überzeugen nnd er kam mit der Nachricht zurück, du« es so sei, Frau Kosinh sei als Witwe zuriickgekehrt und sie iverde, wen» sie von den Strapazen der Reise sich erholt habe, der gnädige» Gräsin ihre Aufwartung machen. Aber Gräfin Katharina wartete nicht, bis die Unglückliche kam, ilir Herz zog sie zu ihr hin. .Sascha! Sascha!" klang es durch den Sommembeudfrieden. .Meine arme, gute Sascha!" Es war Gräfin Katharina, die unter den Bäumen hervortrat uud die Mutter mit ihrem Knaben in die Arme schloß, wobei Thränen des Mitleids und der Freude ihre Wangen netzten. Beide hielten sich lange stumm umschlungen, die Gräfin war die erste, die das Wort wieder fand. .Und weißt Du auch, daß ich mich all dic Jahre nach Dir iier bist, erfüllt mich mit Frende, nur wünschte ich. das Wieder-ichen wäre unter glücklicheren Umständen geschehen" Gräfin Katharina sah der jungen Witwe liebevoll in die dunkeln Augen. schwere Thränen hingen in deren Wimpern, eS blitzte die ilicidende Sonne darin, langsam lösten sie sich und fielen in das lockige Saar des Knaben, auf den sie wie zwei glänzende Perlen schimmerten. Tann begann Sascha Kosinh der Freundin von ihrem hohen Glücke nnd ihrem tiefen Leide zu erzählen und die milden, trösten-t>rn Worte Katharinas waren Balsam für ihr wundes, zerrissenes verz. Daß ihr Gatte ein Bruder der Grafen Kosiny war, hatte iic keine Ursache, der Bertrauten zu offenbaren, der Geschiedene gab ihr selbst die Weisung, in völliger Verborgenheit zu leben und mt wenn gedor majoren, ihm das Geheimnis zu enthüllen, damit cr den Namen, dem einst sein Bater freiwillig entsagte, wieder aufnehmen und tragen möge. .Und weißt Du auch, sascha, daß ich in wenigen Togen dem trafen Syleitzk», angetraut werde? Papa selbst wünschte diese Verbindung, unsere Verlobung geschah an seinem Sterbebette und wir mußten ihm das Versprechen geben, nach dem Trauerjahre Vi heiraten. Wir werden in der Hanskapelle getraut, dann reisen wir für längere Zeit nach dem Orient. Du wirst mich nicht ver-«k'ien, Liebe, und wohl auch für mein Glück beten," sagte Katha-nua Boschina, indem sie sich erhob, um Abschied zu nehmen. An jenem Abend betete Sascha ans vollster Seele für das Glück der Braut, während Graf Syleitzky über ihr Verderben sann. • * * Der Gras hatte sich in seine Gemächer zurückgezogen, er war eil.» im Begriffe, sich zur Ruhe zu begeben. Die Ampel warf ein m igisches Licht über das weite, mit düsterer Pracht ausgestattete - lilafgemach, leise tickte die Uhr. Da klopfte e» an der Thüre, der Diener trat mit der Meldung «». daß jemand den Herrn Grasen zn sprechen wünsche. .Zu so später Stunde?' fragte dieser voll Unwillen. .Mag kr morgen kommen!" . .Vergebung, Herr Graf, er sagte, die Sache erleide keinen Aufschub." .So mag er eintreten!" Und eine Stunde später trat ein Hüne über die Schwelle. ..WaS ist'S, das Euch hieherführt, jetzt, um diese Zeit? V..»intet Ihr nicht bis »wrgen warten?" .Herr Graf, ich komme in Ihrem Interesse »nd bitte, mir fiir eine halbe Stunde Gehör zu schenken!" Und ohne eine Antwort abzuwarten, ergriff er eine» der sil-bernen Armleuchter nnd lenchtete in das Vorzimmer, um zu sehe», ob kein Unberufener in der Nähe sei, dann schloß er die Thüre. Die Angen des Grafen folgten ihm, er befand sich wie im Banne dieses Mensche», still ließ er ihn gewähren, als er zurück gekehrt war, fragte er mit unsicherer Stimme, den» das Gebühren des Fremde» erschien ihm immer rätselhafter: .Sie scheine» im Schlosie bekannt zu sein?" .Z» dienen. Ich war Reitknecht des verstorbenen Herrn Grasen, hatte aber das Unglück, voni Pferde abgeivorfen zn werden, weshalb er mich ans dem Dienste jagte. Später ging ich nacl» Brasilien, uud da ich dort auch kein Glück hatte, kehrte ich zurück. Seit zwei Jahren bin ich hier, aber niemand erkannte mich, ich bin ihnen fremd geworden und das ist mir lieb. In der Schenke hörte ich. daß Sie, Herr Graf, mit der vermeintlichen Gräfin Bo-fchina sich vermählen wollen." .Mit der vermeintlichen? Das wagst Du. Elender, Dn Schurke, mir zu sagen? Hinaus mit Dir, oder ich vergeffe mich!" .Gut, ich kann gehen," entgegnete der nächtliche Befncher mit eisiger Kälte. .Der Schaden ist nicht auf meiner Seite; wenn Sie mich nicht höre» wollen, so thun'» andere um so lieber, Ha. ha. t»a, es wird einen Hauptspaß geben, das. Sascha, die angebliche Tochter des Jägers, ist glücklicherweise wieder hier, sie wird nicht zögern, ihre Ansprüche zu erheben." Mit diesen Worten wandte er sich der Thüre zu. .Bleibt!" sagte der Graf mühsam. .Ich will Euch hören, aber wehe Euch, wenn Ihr mich belügt!" „Gut, Herr Graf, so bleibe ich, wie ich schon einmal bemerkte, es geschieht nur in Eurem Interesse und was die Wahrheit anbe-langt, so ist der Beweis in meiner Hand. So werde ich beginnen, allerdings muß ich etwas weit ausholen und bitte um Geduld: .Meine Eltern starben früh nnd ich wnrde bei dem Jäger des Grafen Boschina erzogen, der mein Oheim war. .Als ich zwölf Jahre zählte, kam ein Mädchen zur Welt und tags darauf wurde dem Grasen gleichfalls eine Tochter geboren und zwei Tage darauf starb dic Gräfin und meine Tante zog ins Schloß, um die Kleine zu nähren. .Dort befand sich alles in größter Benvirrung. Der Graf gönnte der Neugeborenen keinen Blick, er grollte bei» Kinde, daß es der Mutter das Leben gekostet hatte, und betrate» die Anver-wandten oder irge»d jemand von der Dienerschaft die Kinderstube, so sahen sie in dem da »mrigen Gemache so viel wie nichts vo» dem schlummernden Wesen, das förmlich vergraben in Spitzen und Falbel» in seinem seidenen Bettchen lag. .Da trat die Versuchung an dic Amme heran: Nimm Dein Kind und lege eS in die wappengeschmückte Wiege. Niemand sieht es, niemand kann es Dir beweisen. Also rasch, ehe jemand kommt. Welch ein glückliches Los bereitest Du Deinem Kinde. .Blitzschnell war der Tausch vollzogen, gerade noch rechtzeitig, denn die Thüre ging aus nnd der Graf trat mit seiner Schwester ein, die zur Pflege des Kindes kam, nun gab es kein .zurück" mehr, das JägerSkiud ward Gräfin und die Gräfin ward auf Be-fehl der gräflichen Tante in das Jägerhaus gebracht, das fortan ihre Heimat wurde. .So wuchsen die Kinder heran. Sascha kam hin nnd wieder ins Schloß, das waren dann immer Festtage für die Gräfin Katharina, denn sie hing mit Liebe an dein Iägerskind, es gab keine empfind lichere Strafe für sie, als wenn Sascha sie nicht besuchen durste. i. Weitage zuv 162 4- »Und seltsam, der Gras, der nie einen Blick ober ein Wort fiir Kinder hatte, zu der Kleinen fühlte er sich hingezogen. .Einmal war's, da begleitete ich ihn ans seinen uft sehr weiten Ritten! als wir zurückkehrten, begegnete nns sascha dort drüben im Gehölz. Als sie den Grasen erblickte, zog es wie Sonnenschein über ihr reizendes Gesicht, sie hatte beide Händchen voll Blumen nnd dicht an das Pferd herantretend, reichte sie dem Grasen die schönste». Freundlich naht» sie der Gras entgegen, dann schritt sie fröhlich plaudernd neben ihnt, die grobe» Schuhe klapperten im Takte, sie waren viel zu groß für den kleinen, zierlichen Fiib; in dem dunkel» Lockenhaare lag ein ftirmtz von roten Beeren. wo-durch das blaue Kleidchen sich gut anließ uud einen malerischen Effekt bewirkte. »Der Gras mochte sich von der eigenartigen Schönheit deS Kindes angezogen fühlen, oder war es die Stimme der Natur, die ihn zu ihr zog? Einem plötzliche» Impulse folgend, hob er sie ans das Pferd uud küßte sie. Des aitder» Tages wurde Sascha auf den ausdrückliche» Befehl des Grase» ins Schloß gebracht uud durste teil au dem Unterricht der Gräfin Katharina nehmen. „Jedermann liebte Sascha. nur die Amme war ihr gram, sie bat sogar den Grasen, daß Sascha in ihre einfachen Verhältnisse zurückkehren dürfe, allein er willfahrte ihrem Wunsche ttichl und sein Unwille wurde derart erregt, daß sie kein Verlangen hegte, ein zweitesmal mit dieser Bitte sich ihm zu nahe». Die Gesundheit meiner Tante nahm sichtlich ab. Tagelang verließ sie das Zimmer nicht, man bemerkte an ihr eine tiefe Niedergeschlagen-heit, sie bat, in das Jägerhaus zurückkehre« zu dlirseu, das bis jetzt unbewohnt geblieben war, was utan ihr auch gewährte. .Eines Abends, es war im tiesen Winter, trat ich bei ihr ein ttnd fand sie sehr verändert; mit fieberhafter Ungednld erwartete sie die Rückkehr ihres Mannes, und als ich ihr vorschlug. Sascha zu rusett, schlug sie es mit Entschiedenheit ab. .Sie mußte meine Gegenwart gänzlich vergesien haben, denn sie murmelte für mich unverständliche Dinge: .Die Last muß herunter, sonst fände ich keine Rnhe im Grabe. Ha, wenn es der Graf wüßte! Gottlob, wenn dies Leben ausgelebt ist!' .Da hörte ich Schritte im Flur. Ich hatte gerade noch Zeit, mich hinter den Vorhang, der das Bett verhüllte, zu verstecke». Ich vermochte dem Dränge nicht zu widerstehen, das Geheimnis zu ergründen. Peter, bist Dn es?' fragte sie. Verlangend blickte sie nach der Thüre, durch die ihr Manu eintrat. Er.zog deu Stuhl dicht an ihr Bett und setzte sich nebenzn, ihre Hand iu die seine schließend. Das Licht brannte düfter neben ihnen, es beleuchtete mit nnge» wissem flackernden Scheine die wachsbleichen, verzerrten Züge der Kranken. .Unwillig entzog sie ihm ihre Hand uud sagte rauh: ,Höre meine Beichte.' ..Was wäre es. was Dn zu beichten hättest? Du die Ehrbar-feit nnd Rechtschaffenheit. und ivarst Du mir nicht immer ein treues, gutes Weib?' „,DaS war ich Dir. Aber, aber! Im Augesicht deS Todes weicht der Schein; ich verübte eine Frevellhat, die mir nimmer vergeben werden wird. Sascha ist das Kind des Grasen Boschina; ich legte Katharina in die gräfliche Wiege nnd so ist sie Gräfin geworden — unser Kind, Peter, verstehe mich recht — ist die Gräfin. Katharina Boschina.' .Sie hatte dies alles gellend heransgrstoßett; starr, verwirrt blickte er sie an, er zweifelte an ihrem Verstände, er hielt sie für geistesnntuachtet, deshalb sagte er: Mein armes Weib. welche schreckliche Phantasiegebilde beängstigen Dich; Dn wärest nie im stände, ei» so gemeines Verbrechen zu begehen.' ..Und doch that ich es!' rief sie mit verzweifelnder Gebärde. .Es sah es ja niemand, als ich die Kinder vertatifchte, tver wollte es mir beweisen? Und ich wollte meinem Kinde ein reiches, glück-liches Los geben. Das kleine, schwarze Ding, das kantn lebens-sähig war, o wie haßte ich eS. Voransnchtlich würde sie ja doch sterben, dann waren keine Erben vorhanden. Aber mein kräftiges, dralle« Mädchen, es würde leben und die Erbitt all des Reiche tums, all der Pracht werden.' ..Blitzschnell wechselte ich die Wäsche nnd alö es geschehe» war. jttbelte ich: Gott grüße Dich, Gräfin Boschina! ..Noch war keine Viertelstunde vergangen, da regte sich die Stimme meine« Gewissens, die Rene pochte an mein Herz, ich stürzte zur Wiege, ich wollte das Kind herausreißen, es wieder in sein diirs tiges Bettchen bringen. da trat der Gras, von seiner Schwester begleitet, ei», dir Mutterstelle an dem Kinde vertreten sollte. ..Sie nahm das ttind ans ihre Arme, sie betrachtete es ansmerk-sant, sie forschte ttt dem kleine» Gesichte, jedenfalls war sie enttäuscht, denn sie schüttelte den Kops, nnd sich an den Grasen wen-dend, sagte sie: Keinen Zug iveder von Dir noch von Wanda, ab-solnt keine Ähnlichkeit.' ..Eine» Atigenblick zögerte ich; ich wollte ihr die Wahrheit K kennen, mich ihr zu Füßen werfen, und als ich immer noch mit tt, im Kampfe lag, da blickte ich auf; die Stelle war leer, wo , stunden.' ..Unselige!' stieß der Jäger hervor. .Dreimal Unselige, ob d, fluchwürdigen That, die Dn begangen hast!' ..Jawohl war ich unselig, all die Jahre her, ich litt Foltt quälen und seuszte unter einer Eentnerlast; aber jetzt kommt mei Befreier, und wenn meine Seele diesen Kerker verlassen hat, da»' wirst Tu dem Grase» alles bekenne».' ..Das geschieht nie, nie!' Er rief es wild und gellend. .Eli suche ich selbst den Tod! Aber Dir sinche ich. Tu. Du hast t Hölle in mich getragen! Dir fluchen sie alle! Der Graf! Sasch seine Tochter, die Du ihm raubtest und unser Kind! O, wo nehm ich Thränen her, mein Unglück zu beweinen?' ..Wo. wo hatte ich mei» Auge!' fuhr er in steigender Erregtttt fort. .Eiu jeder Zug iu ihrem Antlitz gleicht dem deS Vater wie war es möglich, so blind zu sein?' ..Peter, vergieb!' flehte die Kranke. .So wird Gott mir a»> vergeben. Thue Barmherzigkeit au mir. gehe zum Grasen, brin. ihn hieher, ich will ihm alles bekenne»!' ..Gehe Du zu ihm! Ich will, ich kann nicht!' rief er ihr , und rannte wie ei» Irrsinniger hinaus. .Ich wartete, bis feine Schritte verhallt waren, dann schlich i, mich hinaus: am nächsten Abend, als ich wiederkehrte, war mein Tante verschieden. .Mein Oheim saß im Nebenzimmer und stützte den Kopf in d> Hände: als ich zu ihm sprach, erwachte er wie aus einer schwer. Betäubung. ..Besorge da« Begräbnis.' sagte er, indem er mich uttterbrai! während ich ihn zu trösten suchte, .ich kann es nicht.' .Ich trat zur Leiche. Aus dem Tisch lag ein Blatt Papie Darauf standen die Worte: .Nicht Katharina, sondern Sascha ii, Ihre Tochter, jch vertauschte sie. Vergeben Sie einer Sterbende» .Ich steckte das Papier zu mir. Wer weiß, ob es nicht einn» von großem Werte sein kann — überlegte ich, es begleitete mi, über das Meer und wieder zurück, hier ist es." Der Fremde entnahm seiner Brieftasche das Blatt und et» faltete es vor dem Grafen; mit leere» Blicken starrte er dara» sein Gesicht war fahl und seine Lippen bebten. Nach einer Weile fuhr der Fremde fort, das drückende Schweig, unterbrechend: .Lassen Sie mich Ihnen, Herr Graf, die beruh gende Versicherung geben, daß mein Oheim sein Geheimnis in ins Grab nahm. Seit dem Tode seiner Frau betrat er das Schh' nicht mehr, und so ost Sascha an seine Thüre pochte, blieb dieselb ihr verschlossen. Es währte nicht lauge, so »ahm der rnitleidin. Tod ihm die Last ab, die ihm allzuschwer ward, zu tragen. .Sie werden mit Recht fragen, Herr Gras, warum ich itidt nach meines L hei ms Ableben dem Grafen Boschina die volle Waln heit gesagt habe? Weil ich fiir die Schuld anderer hätte büßet müssen, wozu ich keine Lust verspürte, znmal schon ein Jahr ve> gangen war, daß meine Verwandten nicht mehr lebten; bald dann jagte mich der Gras ans seinem Dienst und ich verließ Europa folgt.) KerbMage. •Iholder Lenz, d« bist dahin! ^^irgend». nirgend« darfst du Meldt», Wo ich Iah dein froh»« Blühn, '• Rausch! de» Herbste» bange» Treiben. Wie der Wind s» traurig fuhr Durch den Strauch, al» ob er mein Sterbeseuszer der Natur Schauern durch die ivelten Hai»»' Wieder ist. wie bald! wie bald! Mir ein Jahr dahin geschwunden! Fragend rauscht e» au» dem Wald: Hat dein Herz sein OHiirf gesunden V genau. 1BJER Die neu konstruierte elektrisch beleuchtete RettuugS B»je. „Wann üb. Bord!" In tiesduntler Nacht durchjittert dieser Rus wie mit einem elektrisch, Ichlage alle, die ihn hdren. Lin im Wogenrauschen kaum vernehmbar gewesen» klatschender Fall, mit dem ein dunkler itbrver über die Sterling in» Walir stürzte. Mit voller Fahrt jagt der Damvfer dahin; ehe er seine Maschim itovven »nd beidrehen kann, ist die Stelle, «o im Dunkel der Nacht der M»tn> bei Gelegenheit einer dienstlichen Hantierung über Bord fiel, mehrere Hund»'» Schritte hinter dem 3 104 +- ruf ertünte. dl'si sie nuf^iiiiuhcii, will dem spähende» Auge bei Retter anscheinend nicht gelinge» Mit übermenschliche» »rast werden von iliiie» die Riemen nehiniMliiM, um so schnell aU nidglich sich der U»glück«siittte zu näkein; weih doch ein jeder von itine», wie leicht ihn selbst ein einziger kleiner Fehltritt, ein unvorkichtige» Au«glitsche» der dunkeln Tiefe überantworte» kann; da billigt alle (ilmnee der Reit»»« von dem schnellen Herbeieilen der Kameraden alv Minute« vergehe», sie dehnen sich den Retter» wie dein Verunglückt«!! iiltie» endlo» lang! zwar sieht der lestere in der Ferne da» Boot. mit feinem l'ichlichd« auf- und »icdertanzen uud seine Richtung nngesähr zu ihm hin nehme», aber »ach ist es weit, und «ngehär» verfallt sein Rufen gegen den frischen Wind. Wird man ihn erreichen? Mit Mühe nur hat er sich zu der »»»geworfene» Boje hingearbeitet, die er kaum im Wasser z» entdecken vermochte, nachdem ihr Licht nach kurzer Brenndauer erloschen war: wie lange werde» seine Stifte i» dem eisig klihle» Wasser aufhalten, ehe der Rettung»-ring seinen machtlosen Hauben entweicht? — Die Rettung»bojei>, von deren losvrliger Verwendung durch Ueberbord-werfen ihrem Auffinden selten» de» Berlin-gluckten da» Lebe» be» zu Rettenden ab-hängt, sind im wesentlichen gleichartig kon-(liuiert. Sin meist ringförmiger Schwimmer an» einem Wulst mit Mors, Reuntierhaare» oder Lust gefüllt, wird im gegebenen Mo-«ent in» Meer geschleudert. Am Umfange de»selben sind lose Taue oder lose ange-koppelte Schiolmmkugeln angebracht, die da» Ersassen de» Ringe» erleichtern solle»; da» ist meist alle». Bei einige» kommt noch ein eine kurze Zeit hindurch brennen-de», bei Berührung der Boje mit dem Wasser von selbst sich entzündende» Licht liinzu, da» dem verunglückte« wie den herbeieilenden Rettern die Lage der Ret-tnng»boje anzeigt. Angesicht» der Unvoll-kominenheiten, die den bisherige» Ret-tungidoje» anhafteten, Ist e» dankenswert, das, von einem im Seeleben d«rch lang-jährige Dienstzeit nnd zahlreiche Übersee-iiche Reise» Eesahrenen, dem iiavitä» zur See a. D. Meiler, eine Boje großer« Formal» mit selbstthätig in Funktion treten-dem elektrischem Licht von langer Brenn-zeit konstruiert ist, die allen Ansorder-unge» entspricht, die an einen derartigen Apparat gestellt werden könne«. Unser Bild zeigt eine-Ansicht der aufrecht im Wasser schwimmenden Boje. Der Rettung», ring trägt in seiner Mitte eine durch entsprechende bewegliche Ringaushäug-ung stet» senkrecht bleibende Stange, an deren unterem Ende, al» Ballast wir-kend, ein Anumulator ist, der die an der Spihe befindliche klein», durch Glas-priemen weithin leuchtend gemachte elektrische Lampe speist. Unter einem gabelsürmige», zur Befestigung an Bord dienenden Aushängeaem befindet sich an der tragenden Stange oben ein wasserdichter Behälter für Proviant, «ine kleine Flaggenstange überragt da» Ganze. Die sech» Kerze» starke Lampe hat eine Brenndauer von etwa vienindzwanzig Stunden und kann von dem zu Rettenden auf Erfordern mittels «Ine» angebrachten Hebel» tagsüber gelöscht und nacht» neu entzündet werden, so daß sie sür sehr lange Zeit aulreicht Ein den ganzen Apparat unterfangend«» starke» Netz giebt dem in den Ring hinein gestiegenen Gerettete» «ine Stütze sür sein« Füße, so bah die häufige Gefahr, daß ihm bei langer Dauer de» Rettungiwerk» die Kräfte zum Fest-hallen an der Boje schwinde, vermieden ist. Die äußerst praktisch« Aufhang, ung der Boje außenborb» wird i« vorstehender Abbildung gezeigt. Die Boje ist bereit» an Bord eine» unserer grüßten Panzerschlachtschiffe» Werth erprobt und hat sich vier trefflich bewährt. Ihre Einführung fiir Krieg»- und Han-deUfchiffe dürfte nur noch Frage einer kurzen Zeit sein. S B. ichaft einen Teil beitragen. Der Name rechtfertigt sich dadurch, das, e» erste» besten, der auf der Straße daherkommt, freisteht, sich je eine solche <»,: anzueignen und st» ganz »ach Gutdünken zu verwerten. R emeinnühigev Vexierbild. ViiibrrungSgrund. Präsident (zum Angeklagten): .Sie sind gektän-big, den Einbruch im Steueramt verübt zu haben. Haben Sie »och etwa» vor-zubringen?" — Angeklagter: „Ich bitte um mildernde Umstände, weil ich vom gestohlene» Geld meine rückständigen Steuern bezahlt hab'." Unterschäht. »Schämen Sie sich, Sie Knuten auch arbeiten!" — „Glauben Sie denn, baß bei den schlechten Zeiten da» Vetteln keine Arbeit ist?" Orientalische Verschwendung. AI» sich da» Oberhaupt der Gläubigen, Mantiin, mit der Tochter seine» Wesir» Hassan vermählte, wurden uiiter da» Hosgesinde Nüsse, mit Moschus gefüllt, au»geworsen, und in jeder befand sich eine schristliche Schenkung, sei es eines Landgutes oder eines Sklaven, oder eine» wertvollen Lasttieres. Unter da« gemeine Volk wurden Gold» und Silber-stücke gestreut und I« Tag» lang dieser Jubel sortgesetzt. Al» Mamun da» Brautgemach betrat, ließ er von der Großmutter der Reuvermählten einen goldenen Teller voller Perlen bringe», die er Buran, seiner neuen Gemahlin, In den Schoß schüttet«. E» waren tausend Stück, welche er den anderen Hoch-zeit»gaben hinzufügt«. kollegial. Arzt: „Morgen hab' Ich «lwa» Wichtige» vor. Ich w«rde um die Hand einer reichen Erdin anhalten!" — Kollege: „Da» wird jeden» fall» Deine rentabelste Sprechstunde sein!" «Neue stieg. Blätter.» Die Garbe des Fremdlings. Eine rührende ländliche Sitte herrscht zur Erntezeit im westlichen Frankreich An der Ecke jede« an die Landstraße gren-zenbe» Felde» läßt man daselbst nämlich eine «tetreidegarbe stehen, die die „Garbe de« Fremdling«" heißt uud zu der all« Bauer« der betreffenden Cit- Ameisen zu vertreiben. Cft werde» die Ameise» aus Blumenbeeten, Mistkäste» it. recht lästig; um ste hier zu vertilgen, nehme man einen B>i: schwamm, tauche ihn in «ine konzentrierte ZuckerlSfung, drücke ziemlich au» und lege den Schwamm aus das Ameisennest. Schon in kurzer Zeit wimm» t der Schwamm innen und außen von den Plagegeister«. Jetzt nimmt mau den selben unb taucht Ihn in kochendes Wasser, um die Prozedur dann von neuem > beginnen. I» kurzer Zeit kann man sick > der Plage entledigen. (crst.ldiv.wt>» SchnittlauchbSsche pflanze man jett schon mit der Erde in Tbpse, welche tiiiiu später sür die Küche und in der Kiiit treiben kann; vorläufig bleibe» sie noch im Freien stehen. Ei» Wink für die kommende Clans zeit. Streut man frischgemahlenen Italic ans Wildpret, so kann man es bakutiti mehrere Tage wohlschmeckend und frisch ei halten. Man reinige da» Wildpret, da? heißt, man wische da» Blut ab, bebecke die verwundeten Teile mit Ltschpapier, wickle die Käpfe ein, «nb dann streue man ge mahlen«« Kaffee über «nb zwischen di Federn, oder den Pelz, wie »un eben bei Fall sein mag; man packe da« wilbpru sorgfältig ein, und es wird frisch und wol,! schmeckend In der ungünstigsten Witterung erhalten werden. Wildpret, welches offen und unverpackt gesendet wird, kann ntdn auf diese Weise behandelt «erben, aber alle.' Wildpret, welches in Kästen und Kärbe v«i packt wirb, kann auf bi« beschriebene wri in Fässrr oder große Steinguttdpfe eingelegt. Ist da» Faß bezw. der Topf dichi vollgepackt, dan« gießt man Salzwasser (auf g Liter Wasser 400 Gramm grobe» Salz und Liter guten Weinessig) zu und überläßt es offen bei Zimmerwärme ber Gähruug, wenn «btig mit Salzwasser nachfüllend. Räch vollendeter Gäh rung verspundet man das Faß, schließt bezw. den Steintops und hebt ihn im kühle« Keller auf. Um Hohlwerden ber Gurke» zu »erineiben, müsse« dieselben beim Einlege» mit einer Gabel durchstochen werden. ist Li Hung «hang? Charade. Tal «rff ist ei» Cc »ich». Schwer wiegt es »der nicht. Das Andre mußt du stets im Leben, Willst ander» d» »och vorwärts streben, las «anze ward uns Deutschen »inst gNIVMMkN« Doch wieder haben wir'» nach har-»em Kampf bekomme», gullu» (fält Homonym. St hilft mit r ei» schon Gewand t