»i« 40 Ilreitag den 8. April 1874. X!Il. Zahrga«g Vie <»M.lrburgtt Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl..halbjährig 8 si., vierteljährig 1 fl.50k; für Zustellung ganzjährig 3 fl., halbjährig 4 fl.. vierteliät)r»g Z fl. Jnsertiontgebühr 6 kr. pr. Zeile. Ktint Itsmtwstrchl? (Schluß.) Deutschland ist auf dem besten Wege, eine vollständige Umwälzung unserer Gedankenwelt durchzuführen. In der Zeit, al« Voltaires Gei-stesbliKe unsern Welttl,eil durchzuckten, als aus Rossean'S deivegter Brust die Gewitterschwüle her-oufzvg, die sich in den gewaltsamen Blut- und SrSuelthaten seit 173!) entlud, siß der deutsche Fleiß, von oller Welt vkrhöhnt, bei seinen Büchern, betastete mit vorsichtiger Prüfung jeden Buchstaben der Bibel, warf still und geräuschlos daS Senkblei aus in die Titscn beS menschlichen Geistes, und daS Hochgefühl der Weltbefreiung war es, daS in dem Busen diiser kühnen Theologkn und Philosophen mächtig pochte. In den erh^ibenen Gestalten der deutschen Denker und Dichler ist auch die Scheidung von Moral und Glauben vor sich gegangen, ous ivelchcr daS einzjt,e Heil der Menschheit beruht. Kani, Lessing, Goelhc und Schiller habtN einfach und anspruchslos ihre Tage beschloffen, und doch verbreiten ihre große Gefinttting, ihr fleckenloses Leben, .hr reiches Ge-müth «inen fast göttlichen Schirrimer um sie, »vir blicken zn ihnen' empor wie zu Wesen aus andern Welten; sie aber sagen unS, daß'sie keiner Religion angehören, daß sie den Blick nie nach oben gelvandt, daß sie Menschen und nur Menschen waren, daß sie die Andern zu Menschen nach ihrem Bilde umsormen wollten und daß sie eben daium die GiMkinhrit im wefenlosen Scheine hinter sich liegen gelassei,. Nach diesen hoben Vorbildern ist daS lieutige Deutschland erwachser,, und es hat im leßten Kriege gezeigt, waS eine Nation A e tt i l l e t o n. Kit Zittvidrr>W»r)tN. Von H. Schmid. (Fortsetzung.) Martl eiwlderte nichts; daS Schicksal deS Alten gab ihm überraschend viel zu denken und zu vergleichen. „Bin mit allerhand Leuten in der Welt herumgefahren", begann der Alte wieder, „und jetzt lvie ich ivieder in die Gegend gekommen bin, 0a Hat'S geheißen, in München war' ein reicher Graf, der t)äll' große Güter in Ungarn oder gar in der Walachei und braucht tiichtige Jäger und Förster — da' Hab ich gemeint, so weit weg thät' man'S viellricht nicht so genau lähmen und nit so viel nach der Kuridschast und nach'm Testimoni fragen; ich Hab'» prot)iren wollen, ob ich nit tvieder ein ehrlicher Kerl werden könnt', tv,e ich einmal einer getvesen bin, aber mein Uristern will'S halt Vit haben. Ich Hab' daS Palais richtig gesunden, wo der Graf logirt. rS ist auch alles wahr gewesen, wie man mir's gesagt hat; aber der Giaf ist schon fortgereist nach Wien, und wenn ich ausgenommen iverden wollte, so zu leiste:? Vermag, in welcher tiefe Einsicht in den Lauf der Dinge, strenge Rechtlichkeit, Bewußtsein des eigene? WertheS und unerschrockener Man-neSmuth im Einstehen für die Freiheit allgemein geworden Aber diefe Nation, so angesehen und von so e.ntscheidendem Geivichte unter den Völkern der Et de, lacht der Jesuiten nicht, sondern zeigt im lK.^tgcnthelle einen sehr beachtenS-ire.thcn Schrecken' vor jeder jesuitischen Regung, und ihre Vertretel haben erst jüngst ein Gesetz beschlossen, keinen Geistlichen als solchen anziler' kcnnen, der seine L."tudien an der jeluitischen Fakultät der Universt'tät zu Innsbruck gemacht hat, an derselben Fal'ultät, die mit dem Gelbe CiSlcithanienS erhalten' wird und in Bezug auf welche dki^ Edle v. Plet.'kr die Parole ausgegeben : Nur keine Jesuitensurcht.' Wi- steht es nun aber in diesem unserm Oesterreich mit der Jntellijl enz und dem Charakter seiner Einwohner? Geiviß hat der Oesterreicher Kops und Herz arn rechten .Fleck; aber die Frage ist, wi, es ihm in Kopf un^"» Herz aussieht seit der Reaktion von 1849? Oeste rreich besitzt biS zu dieser Stunde keinen Theologc»i, keinen Philosophen von Bedeutung. Wie bei uns Theologie gelehrt ivird. kann man auS dem Umgänge mit gewisser) Männern, auS dem Lesen gewisler Hir-tnlbrieft nur zu deutlich eiitnehmen. Die Schul-Philosophie, wie sie an unfern Universitäten vorgetragen wird, kommt über eine flache Geschichte d'r Philosophie, über formelle Logik und Psychologie nictjt hinaus. Die ganze jetzige Generation ist c.lisgeichofsen unter Iiem entsetzlichen jesuitischen Einflüsse deS geisttödtcnden Schnl-UnterrichteS >n dl'n Fünfziger Jahren. Man ivitzelt bei uns über Pfafsenthnm wie Vor hundert Jahren i» Paris, aber von einer gründlichen Durchbildung uuserer Schi'iftsteller ist nicht die Rede, daher auch von keinem Ernste in ihrem Austreten. WaS ober die Moral unserer öffentlichen und Privatzustiinde anbelangt, so braucht man nur auf eine Reihe land- und reichskundiger Vorfälle voo der Zeit der Affaire Richter-Eynatten biS auf den jüngsten s'cnheim-Schwmdsl aufmerksam zu machen, um . . zeigen, ivie wund und faul All-S bei unS ist bis im innersten Kerne. Außer den Franzosen gibt eS vielleicht kein Vslk in Europa, in rrelchem der JesuitiSmuS verderblicher gewirkt hätte und noch immer fortwirkt, als gerade daS österreichische. Und uns, die tvir leiden unter diesem Drucke, die wir jesuitische Predigten von allen Kanzeln der Kirchen und leider auch von Lehrkanzeln anhören müssen, die wir über die ersten Elemente der Bildung nicht hinaus sind, nnS ruft man zu: ^Nlir keine Jesuitenfurchtl" Man erzählt von «vilden, wüsten Gegenden, die d r Fuß eineS Menschen selten oder nie betreten hat, daß die Vögel vor dem Reisenden, der in ihre Nähe kommt, nicht tveichen, sondern ruhig auf den Zweigen oder in ihren Brutnestern sitzen bleiben und sich ohne Scheu haschen laffen. So ist eS anch mit einem Volke, welches dm Zug des Geistes noch nicht verspürt hat. Es fürchtet keinen Feind seines GeisteS, weil eS noch keinen Geist hat. An einen solchen Zustand müßte die jüngste Abstimmung im ReichSrathe gemahnen, wenn wir nicht wüßten, daß auS einem besonderen Fall in der Regel kein Schluß auf das Altgemeine gezogen werden darf. Die Völker 5)tst?rr ichS kennen hoffentlich ihren Reichs- und Erbfeind seit dritthalbhundert Jahren. WaS für D-utschland die Franzosen, daS sind die Jesuilea hat's- geheißen, müht' ich ihm halt nach Wien rrachreisen. Wie soll ich armer Teufel daS machen? Morgeri geht freilich am Grünen Baum der Orvinariflob hinunt.r — aber wenn ich mich anch zürn Rudern verdirigen wollt', damit hätt' ich die freie Fahrt', lvaiS sollt' ich drunten in Wien anfangen ohne einen Kreuzer Geld und in dem Auszug? Sie t^häterl mich für einen Bettel» mann hallen yder gar für —" „Sonst ist'S nix?" rief Martl fröhlich. „No, nicnn's Dir blas ta fehlt, Alter, da ist Dir g'holsen — ih Hab' frtilt^ch nit viel bei mir; aber der Flojzer-M artl von der Lenggries, der hal schoi'. so Viel Kr^'dit l Komm' wieder daher, .Venn das Pferd'renven vorbei ist — ich will sertvetl' schaun, daß ich so .viel zusammenbring', "ls Du brauchst zu der Wien erreis' und zu einer Ausstasfirung!" Dem alten Jäger war es, alS ob er plötzlich auS einem bösen Traume ei Nvachte; er wußte sich in die Wirklichkeit nicht zu fi «den. „Wie? was?' rief er lachend, lvährend li. 'm zugleich ein paar dicke Thr-^nen ,n den Nart kvg^lten. „Mir sollt' wirklich noch geholfen werden ? Es gibt wirklich noch Jemand aus der w-iten TotleS-velt, der sich um mich alten Kerl annimmt.' Und Du wollt.st eS thun, der selber nichts hat, als ivaö er mil seiner schiveren Arbeit verdient? ' Ein Kanonschnh, der au> ^ ^em Wäldchen unlv it dcr Schenke auS den Geschützei der dort aufgestellten Bürgerartillerie erdröhnte, unterbrach die Unterhaltung und Verkündete, daß der König, dem ^as Fest gegeben wurde, sich von der Tafel erhoben und die Residenz verlassen habe. Einige Bergschützen kamen eilig heran, den Hauptmann zu rufen; sie mahnten, es sei hohe Zeit, sich aufzustellen; Martl Halle nur noch Zeit, flüchtig siine Zusage zu wiederholen, und eilte hinweg. In dem Reden und Drängen hatte kein Mensch beachtet, daß auch die alte Lose sich stillschweigend erhoben u id davon gemacht hatte, nachdem sie zuvor einen Augenblick an dem Hule des Iägt's herumgenestelt. Dieser blieb eine geraume Weile allein; tr stüßte den Kopf in beide Hände, wie um sich durch Nachsinnen zu überzeugen, daß, was er gehört, nicht Spott und Scherz war, daß wirklich Jemand noch an ihm Anthcil nahm, d^ß am späten Abend seiaeS Lebens noch vaS Gewölk sich zertheilen und die Sonne durchbrechen lassen wolle. Dann sprang er hastig aus und griff nach seinem Hute, zog aber rasch die Hand wieder zurück; denn der leichte Filz war plötzlich s1)wer geworden, und als er näher zuschaue, d die ungewohnte Last untersuchle und das im Hute befindliche Päckchen beliutsam öffnete, blinkte ihm ein stattliches Häuf« ch-n Kronthaler entgegen — er hielt mit ihnen die sichere Erfüllung seiner LebenShoffnung in dn für Oesterreich, und genau seit derlelben Zeit, seit der Periode des dreißigjährigen Krieges. Wäre dos nicht überall bekannt, wäre der Dr. v. Plentr sch' Aussptuch wirklich die Ansicht dtr Menge, dann dürste man zu den Jüngern Lvyola'S sagen: Kommt nur »viedrr in Haufen zu uns Hertin und macht euch ansässig, wo nur irgend ein setter Bissen für euch abfällt. Füllt unscre Trivial», unsere Mittel-, unsere Hochschulen; verdreht die Worte der Bibel, treibt uns mit eurer Logik doS Denken, mit eurer Kasuistik die Moral gründlich aus, nur keine Sorge, daß euch zur größer» Ehr^ Gottes diese tiefste Schändung ter Menschen-Natur gelinge; nur keine Furchi, Jesuitrn, denn wir, wir haben keine Jesuiienfurcht. Kur Geschichte des Hages Der gemeinsame Voranichlag ist durch den Ministerrath festgestellt worden. Die HeereSkostkn betragen demselben zufolge fast um eine Million met)r, als die Summe, die 1873 bewilligt worden. ES ist somit unrtchtij^, wenn regierungsfreundliche Blätter behaupten, daß nun endlico der Grundsatz zur Geltung gkkommln: die Bewilligung deS Vorjahres türse nicht überschritten werden. Io allen Gauen Deutschlands sollen während der Osterferien des Reichstages die Abgeordneten moralisch genölhig tverden, sür den Entwurf dtS MilitärgeseßeS zu stimmen. Dieser Plan ist on sehr boher Stelle auSgkheckt r^'orteo. Die Regierung Mißbraucht dadurch ihre Gewalt; dürfen aiier Volk und Vertretung sich beklagen? Warum haben Biiide der Reglerung Btsugniffe eillgeräumt, die weit hinauSg'hen über den begrifflichen Wirkungskreis der Vollziehungs-behörde und beim Widerstrelt der Meinungen dohin sühreu müssen, wo Bismarck zur Stunde angklangt. Die Borlage der französischen Regierung über die Bildung eines Oberhauses — vor Beginn der Osterserien eingebracht — wird die Gegensätze der Parteien verschärfen. Di-seS Oberhaus soll theilS vom Etaatsoberjaupte ernannt, tbeils auS Notabeln und Höchslbcfteukrten zujammengesttzt werden und das Recht htibcn, in Verbindung mit der Regierung die zweite Kammer auszulöstn. Da die zweite Kammer auS dem allgemeinen Stimmrechte hervorgeht, so hofft die volksfeindliche Paittt, mit Hilfe des Oberhauses das sr.igliche Recht unschädlich zu machen. Diese Hosfnung kann einmal in Ersüllung gehen, kann aber auch die Partei deS allgemeinen Stimmrechtes zu einer „Ja, wie ist denn daS?" rief der Ert'tarrte. „Wo kommt den» auf einmal daS viele Geld der? Das kann kein anderer Mensch hingelegt haben ülS der Floßer-Martl — eS tvar also nur eine AuSred', daß er nit so vitl bei sich hat; er hat wir'S nur so Verstohlener Welj' gkben wollen, daß ich ihm Nit soll danken können. O Du guter, braver Dursch ! Du wärst Werth, daß man Dich in Gold sasseu ließ—" Plöhlich verstummte der Ausbruch seiner Freude — zu unterst in dem Blatt Papier, in welches das Geld gewickelt war, lag ein kleiner silberner Riug, den er wie ein Träumender betrachtete. „Du kommst mir nochmal vor die Augen sagte er in sich hinein. „Ich kenn' dich gut, wenn ich euch nicht gedacht hob', baß du Mir noch einmal vor die Augen kommst. . . DaS Geld ist also von iqr? Sie war also da, und ich Hab' sie nit erkannt und nit ktl>mal gesehen . . . RoSl, wo bist Du denn?" ries er aufspringend und nach allen Seiten spähenS. „RoSl, hö>' dochl Laß mich Dir wenigstens danken! Laß Dich wenigstens nochmal vor mir sehen l" Nirgends war eine Spur von der Ge. suchten zu entdeckt«, nirgends eine Mös^lichkeit, die Gesuchte nach so langer Zeit iN dem Gewühle wiederzuerkennen. Der Alte in feiner Freude überdachte das nicht; mit d'M wildrlholten Ruse „Rosl l" drängte er durch die Menge, die ihn verwundert und lachend betrachtete und meinte. Revolution treiben, welche mit dem Sturze der Versailler endet. Vermischte Nachrichten. (Gegen Mi! ch v e r f äl f ch e r.) Die Lvndesvertretung von Illinois (Nordamerika) hat kürzlich ein Gesetz gegeben, welches verfügt, daß Jed?r, der Milch verfälscht durch Hinzufügen von Wafser, Kreide oder andere Sutistanzen, oder wer solche gefälschte Milch verkaust, mit einem Jahr Gefängniß oder 500 Dollar Geldbuße bestraf! werden soll. (Rechtspflege.) In Deutschland wird über de Mängel der Rechtspflege geklagt. Bei vi'len Gerichten und in Streitsällen, wo die Beweisführung schwierig bezw. einiges Nachdenken und Arbeit erfordert, hilft man sich auS der Noth, indem man die Parteien schließlich schwören läßt, ob dies oder Jenes wirklich stattgefunden odcr od lje nach bestem Willen glaubten, daß eS sich so und so verhalte. Kurz eS wird ein Mißbrauch mit dem Schwören getrieben, der nicht ärger sein kann. — Da wird der Inhaber eines Geschäftes gezwungen, Dinge zu beschwören, von denen er gar keine Kenntniß haben kann» die vielmehr von seinen Leute» besorgt wurden. Dort muthet man ihm zu, über eine Sachlage Cid abzulegen, die weit besfer durch Zeugerl ermittelt würde; daS Gericht ist aber zu träge und bequem, um sich mit so mübsamen Dingen abzulieben. Man erledigt den Streit, indem man schwören läßt, und so kommt es denn, daß sich oft zwei Eide gege« überstehen. — Wei.n die Rechtspflege so ausartet^ dann thäte man bester, die Gesetze g.inz abzu, schaffen und kntsch«idet einfach durch CideSab-leistung, wer Recht hat. Äs ist tcicht einzusehen, wohin man da schließlich käme; viel besser ist es aber jetzt schon bei vielen Gerichten nicht. — Wenn man Jemand beschwören laßt, daß sline Waare so u^^d so viel Werth ist und nicht mehr, was tveit sicherer durch Sachverständige geschehen kann, so ist das ein Mißbrauch, der mit d m Eid getrieben wird. (Das KlosterweIen in O est errei ch.) Oesterreich zählt gegenwärtig 25 rnännliche und 27 tveiblichk Orden, welche 465 MannSklöster und 290 Frauenklöster bewohnen. Im Jahie 1851 gab eS nur 417 MannSklöster und 152 Weiberklöster mit 6379 Mönchen und 43l6 Nonnen. Nuch der Ziljlung von 1871 gibt es 7290 Möiichc und 6001 Nor-neu, zusammen I3.29l. (V e r m ä ch t n t ß.) Frau Anna FiugerhiU IN Prag hat 150.000 fl. zur Errichtung einkS Ge'lierbemujeumS hinterlassen. der alte weißhaarige Geselle hätte auch nicht mehr nöthig, so lcdhaft nach feinem Schatz zu rufen. Indessen hatte nicht fcrne davon eine Begegnung von nicht Minderer Wichtigkei! stattgefunden. Stasi tvar kaum gewahr geworden, daß sie sich von den Ihrigen verloren, als sie trotz ihres entschiedenen Wesens eine solche Anwandlung von Scheu und Muthlosigkeit verspürte, daß ihr die Wangen brannten, und sie die erste im Gewühl sich darbietende Lücke benützte, um tiinauS auf eine freie Stelle und von da zum Tölzer Wirthe zu gelangen, denn dort mußten ihre Angehörigen bereits sein oder doch in kurzer Zeit eintreffen. Gesenkten Blickes und mit hastigen Schritten eilte sie üb.r die Wiese, gejagt ron allerlei Bemerkungen und Ausrufungen der Städter, die einander Verivundert die hübsche Oiierländerin zeigten, die so ganz allein aus der Wiese herum« Ipazierc. „Aus CercviS, Bruder l" ries ein Student. „Das ist einmal eine saubere Dirne l Der sollte man eigentlich nachsteigen". Früher wäre Stasi wohl nlcht so blöde gewesen uud hätte auf solche Zudringlichkeiten urid Spöttereien zur Genüsse zu erwidern gewußt; aber sie ivar eben ganz von inuen heraus eine andere geworden, daß sie sich s'ldst nichts Mthr zutraute: der trotzige Ueber, MUth, der ihr srüher einen Halt gegeben, war gebrochen, nnd eine andere stützknde Kraft hatte sie ln sich noch nicht gesunden. Sie wußte kaum, (Amtliche Berichte üb^r die Ernte.) Angesichts der Wichtigkeit des heurig.» Ernte-ausfaües haben die Minister des Innern, des Handels und des Ackerbaues beschlossen, vom Beginne des Sommers an Saatenberichte nach amtlichen Ermittlungen aus allen Theilen des Reiches in den „Wiener Zeitungen" zu veröffentlichen. Marburger Berichte. (Bei der Verhaftung gestorben.) In Fraßlau wurden am 21. V. M. zur Nachtzeit zwei Hühnerdiebc durch GenSdarmen Verhaftet, als sie eben IM Begriffe waren, die Thü zu verüben. Der ältere Gauner ist ein Sträfling, tvelcher voriges Jalzr aus dem Gefängnisse des Kreisgerichtes Cilli entsprungen; der jüngere, e»n Knabe von dreizehn Jahren und Sohn eineS Grundbesitzers in Podgorje, starb bei der Ver« Haftung am Blutschlage. (Gewerbe.) Im vorigen Monat wurden bei der hiesigen BezirkShauvlmannjchaft folgende Gewerbe angemeldet: Bäckerei in St. Lorenzen on der Kärntnerbahn, Franz Drasch — GreiSlerei in Rothweiv, Joseph Kotzmuth — Schmiede in Obrr-Scheriafzen. Anton Schumann — Schmiede in St. Egydi, Johann Almer — Handel mit Landeserzeugnissen in St. Leonhardt. Joseph Spi"! j. Gasthäuser wurden eröffnet in: Roth-vein, Thomas Perz —. Brunndorf, Andreas Orofel — Zmolnik, Maria Krois — Ober-Los-nitz, Andreas Jesernik — Schitanzen, Alois Deutschmann — Hölldorf, Mathias Mahorko — Samarko, Johann WreSnik — Saring, Anton Flack. (Aus dem Lager der Ultramontanen.) Der katholisch-konservative Verein in Marburg hat kürzlich an den Fürstbischof von Lavant eine Adresse gerichtet, welche die Stellung zur tirchtnpolitischen Frage betrifft. Jr^ Erwiderung dieser Adresse erklärt nun Herr Dr. Ste-p'schnkgg, daß er sich in der konfeffionellen Frage ganz auf die Seile seiner AmtSgenossen stelle und fordert er die Gläubigen auf, >m bevorstehenden Kampfe unerschütterlich sür die Rechte der Kirche einzutreten. (L a n dw i r t h s ch a f tl i ch e Filiale P e t t a u.) Diese Filiale besitzt in der Kanischa-^^orstadt zu Petiau einen geräumigen Obstbaum-garten und l)at nun beivilltgt. daß dort sür dte älteren Knaben der Stadttchiile praktischer Unterricht in diesem Zweige der Landwirthschast erlheilt werden darf Dte Zahl dieser Knabej, aus den oberen Klassen beträgt achtzig und gebührt dem wie sie den Fuß deS Hügels erreichte und über denielben hinauskam; sie athmete hoch auf, alS sie, oben angelangt, die Hütte mit dem Raben erblickte. Schon tvar ste bis auf wenige Schritte herangekommen, alS sie plötzlich anhielt, und ivie ein Reh, daS iM Walde den spi^renden Jäger wittert und vor demjelben umschlägt, in daS Gebüsch sprang, daS sich an einem Feldrain in der Nähe der Schenke hinzog, eben so schnell aller hatte sie sich wieder eines andern besonnen und blieb liart am Wege stehn, das Auge fest dahin gkrichtet, von wo ihr der Schrecken gekommen war. Dort stand der Flößer-Martl mit seinen Bergschützen zusammen. Er schien ihnen Besehle zu ertheilen, und wie er so an ihrer Spitze herangeschritten kam, sah er vollends aus wie eia General, von seinem Stab und Kommando umgeben. Noch t?enige Schritte — dann mußte sie ihm gegenüberstehen; ai)cr sie wartete seiner, festen Fußes nnd ruhigen ^^lutes, ivenn ihr auch das Herzblut bis in dte Kehle hinausschlu.i und den Athein zuschnürte, daß sie dem Umsinken nahe war. Der Augenblick, nach dem sie verlangt, auf defs.n Eintritt sie gehofft, tve^en deffeu ste so gedrängt hatte, um nach München zu kommen, war da. Im Eifer des Dienst-GesprächtS hatte der Schulsreunde Herrn Wibmer, sowie den Herren Kerl und Robilsch (Lehrer der städtischen Knaben-schule) das Verdienst, den Fortschritt angeregt zu haben. (Waldbrand.) Am 1. April gegen Mittag tutstand im Frtifteiner Walde des Herrn Grasen Brandis tzeuer. Vom heftigsten Südwinde begünstigt, griff dasselbe mit solcher Schnelle vm sich, daß binnen vier Stunden dem Tenann» ten über vierzig Joch und einigen Bauern von Unter-PulSgau gegen dreißig Joch Waldung — lauter junge Baume — verbrannten. Die Schuld trügt ein Keuschler in . Freistein (Michael M.), welcher im W^lde Feuer g-macht. Der Schaden beläuft sich auf 10.000 fl. (Wachmann und Hofgensdarm.) Gestern Mittag besuchte Martin R. auS Lutten-berg, vor neun Jahren als städtischer Wachmann hier bedienstet, seine srüheren Kameraden in der Polizeitaserne. R. erschien in der vollen Uniform eines t. k. Hofgensdarmen. Der Ober-Polizei-Wachmann, durch einen Hauptmann deS Reg. Härtung aufmerksam gemacht, forschte de» Ankömmling ans und das Ergebniß war, daß dieser dem Bezirksgericht übergeben wurde. R. ist Po-lizeiwachmann in Wien und hatte aus zwölf Ta^^e Urlaub genommen, um die Ostertage in seiner Heimat zubringen zu können. Nachdem er gestern in WachmanN'Unisorm mit dem Frühzug angekommen, ließ er sein Gepäck durch einen Dienstmann in die Stadt tragen und kleidete sich bei demselben um, in der löblichen Absicht, der staunenden Bevölkerung einen k. k. Hosgensdarmen zu zeigen, wie er leibt und lebt. (Gemeindesteuer.) Die „Grazcr Zeitung" amtlicher Theii — veröffentlicht oas Gesetz, womit der Stadtgemeinde Marburg dir Einhebung einer Abgabe bei der Einführung von Bier und Spirituosen bewilligt wird. (Justizmini st er und Gerichtshof.) Einem Privaischreiben auS Wien entnehmen wir, daß der Juslizminister betreffs der Ge-richtsgebäude weder nach Graz noch nach Marburg kommt. Letzte Most. Ein halbamtlicher Artikel der „Linzer Zeitung- verlangt die Zurückziehung de» Antrage«, betreffend die Ausweisung der Jesuiten und bezeichnet Bismarck's Kirchenvo litik als eine ^.abschtlssige Bahn". Seit K. Oktober 187Z find fünfzigtansend Personen wegen ArdeitSlofigkeit auS Wien fortgezogen. ^ . Viktor Gmanuel hat die Adresse der Triester abgelehnt. Mae Mahon und sämmtliche Minister haben ihren Wohnfitz in Paris genommen. Wom Mchertisch. Meyers Konversatiouslexikon. (Dritte Auflage. Hildburghausen.) „Ein Werk redlichen deutschen Fleißes!" ist dieses Lezikon von einer beachtenswerthen Stimme genannt worden und gewiß mit vollem Rechte. Die größeren Artikel sind geradezu selbstständige Abhandlungen, welche auf der Höhe der Wiffenschast stehen, ihren neuesten Fortschritten folgen und ebenso eingehend wie erschöpfet,d geholten sind. Die meisten kleineren Artikel auS allen Fächern zeichnen sich durch scharfe Auffassung und klare, anschauliche Darstellung auS. Die Anordnung und Durchführung ist eine sehr geschickte, die nSthige Objektivität in politischen Dingen bkstenS gewahrt. AlS Mitarbeiter an drm bedeutsamen Werke sind hetvorragende Gelehrte in großer Zahl, darunter viele Träger erster Namen, thätig. Einen besonderen Werth verleihen ihm die ungemein sorgfältig gearbeiteten Landkarten und fonstigen Kunstbeilagcu. da durch bildliche Darstellung jedenfalls dos Verstöndniß vieler Artikel wesentlich, erleichtert wird. Aber auch die typographische AuSstatturg ist eine geradezu musterhafte. Milchweißes Papier, schöner, reiner, deutlicher Druck — von dem nur zu tvünschen, daß ,r so bleiben möge — und tvohllhuende Korrektheit tveisen diesem Unternehmen den ersten Plah unter allen seinen Konkurrenten an. Das ganze Werk ist auch in dritter Auflage auf 15 Bände (16 ivöchentliche Lieferungen von 4—5 Bogen), mit 360 Karten und Tafeln als Blilagen, berechnet. Die ersten zwei Halbbände sind bereits erschienen. „Viktoria." Illvstrirte Mnjler- und Modeuzeitang. (Berlin, Viktoria-Verlag, «arlstraße, 11.) Diese Muster- und Modenzkitung. 'velche dos zweite Ouartal daS Jahrganges 1874 begonnen, liefert durch ihre weitgehende Verbreitung den Beweis, daß sie es verstanden, sich die Gunst der Damcn'velt in hoh m Maße zu erringen. Die „Viktoria" folgt dem Fortschreiten der Mode sietS mit anfmeiksamen Auge und ist be junge Hauptmann die seitwärts am Raine stehende Dirne kaum beachtet — er stand daher nicht minder betroffen, als sie über und über mit Purpur bedeckt, plötzlich in seinen Weg trat. „Grüß Gott l" sagte fie mit zitternder Stimme. „GehtS nur Eures Weges, Ihr VergschüKen. Ich Hab' ein Wörtl mit Eurem Hauptmann zv reden". Martl hatte eS die Sprache verschlagen; er konnte nur mit nnem Wink seine Genossen verabschieden, die langsamen Schrittes, eiu verwundertes Lächeln in den Mienen, sich entsernten „Hab' ich denn recht gehört?" sragte er. „Du hast was zu reden mit mir?- „3a", entgegnete sie, „und Du kannst tvohl errathen. waS es ist . . . denn das wirst wohl auch begreisen, daß es nit so bleiben kann zwischen mir und Dir... drum Hab 'ich eine Bitt' an Dich". 5,Du? Eine Bilt' an mich? WaS soll daS sein?" „Frag' nit! sagte sie, ansangs mit Anstrengung ; allmählich aber wurde ihr leichter um'S Herz, und mit jedem Worte floß die Rede ihr natürlicher und so weichen Falles von den Lipptn, daß sie den Eindruck nicht verfehlen konnte. Der Bursche, schon über Begegnung und Anredung betroffen, lauschte dem Tone, als wäre er in eine Märchenwelt verzaubert; allmählich und wie unbetvußt hatte er den Hut vom Kopfe genom' wen, so war sie vor ihm gestanden beim ersten Begegnen, che die Wolken des Unmuths und Troß's das schöne Angesicht entstellt hatten! Das waren die verstrickenden Augen, in die er damals geschaut, und deren ersten Eindruck, so sehr er sich selber gescholten, olle spätere Unbill nicht zu verwischen vermocht hatte! Sie stand wieder vor ihm, dieselbe an Schönheit aber auch undendlich iiestrickender durch die weiche, fast demüthige Haltung, mit der sie ihr Auge, das sonst so stolz zu blicken pflegte, gleichsam wie Schutz flehend zu ihm «ufschlul,. Stell' Dich nit so an!" sagte sie. „Du errathst eS wohl, waS ich von Dir will; Du mußt eS erratlikn, sonst ivärst Du der Bursch nit, der Du liilt! Es ist dieselbe Vitt', wegen der ich mei.»' Vater Ichon an Dich geschickt habe, und die Du mir damals abgeschlagen hast. —" iv!°rll aiilivoilile nichl, und giiff „»will, kürlich »och drr am Halje HSngknden tSoldkav el. ..Al>, D« lvillst U S dl.!» rief -r. n>cht ohnc Bllliikett. vttstrh' ich D>ch frcllich^ ES isl Dlr >'!> daß ich ein Äudelikin von Dir Hab ^ Du ivill^t mir'S zzird dkn Leute» damlt die Mäulee slopfin». (F-rlsepUng so,zi.) strebt, vo« alle« Erziugnißen derselben da« C». "n Eizfache ist reichster Füllt und ae. schm°ckv°ll.r Aniwahl dmch Wort «»d Biid ,u v-ra»schaulicheii. Leicht faßlich« «ilchreibn»» zahlreiche Schnittmodelle ermögliche,, die Selbst! anfertlgllng aller Garderaben-Artikel «nd Seae«. stand, au« dem so reichhaltigen Äebiet i»»il>i?.i>.? Handarbeiten. Gleiche Sorgfalt wie dem technische» >st auch dem unlerhalteaden Th.il gemidmet der durch seme Rilchhaltigteit in novellistischer ivi« ^nnd^LÄrlV' Niedriger (viertel-». Ml.?/'' Verlagshandlnna den Arbeitsnummern noch fein kolorirte Moden-knpser beiglebt. Aufruf. tt - entsetzliches Unglück hat die kleine ober, stklrijcht O.tsch.'ft Kammern (Station Geitz. M-!.' ^ Kronprinz.Rut>olfsbahn) getroffen. Wahrend in der Nacht vom 27. anf den 28. MSrz alle Bewohner in tiefem Schlafe lagen, brach Feuer an-, welches bei heftigem Winde zureichende Hilfe au« der NachbarSschaft eintreffen konnte, OK Einser sammt allen Wtethschof:s. und Nebenge-banden vollkommen einäscherte. Sehn verkohlte ^elchnawe tvurden unter dem Schutte der eingestürzten Wohnungen aufjjsfunden, mehrere Be- ^lle Vorräthe an Wa che, Kle.dung. Einrichtung, an Lebensmitteln, gutter und landwirthschaftlichen Gerathen, über 200 Schwein?, mehr als 80 Rinder und Pferde und sammtliches Hausgeflügel wurden von den Flammen vesz.hrt. Der Schaden wird vorlänkia >Se^.eb«v fl.bez.ffcrt; nur Kirche, Schul?, und Gemeindehaus und einige außerhalb der Ottjchost geltl^eve Gebäude bliebeu ve>sch»nt. n vierhundert Menschen stehen obdachlos aUin Unbilden des rauhen GebirtjSwetters aui-^"'blößt von Nahrung, Kleidung und Wasche und allen sonstigen Hiissmittelo, eincr nmso schrecklicheren Zukunft eiZtaegen, als chnen auch die Miitel zum Wiel^eraufbaue ihrer Haufer mangeln. Elend und Noth sind unbefchreib. geboten! »'"d trglebigk Hilfe ist dringend Alle edlen Menschenfreunde, alle geehrten Korporationen werden um mög-Uchst schnelle Zuwendung von Unterstützungen an Gtld. ^ebensMltt In, Kleidung und Wäsche an-keltt;entl»chst rrsucht, und wollkN alle freundlichen ./caturolgaben an die Giweindevorstehung Kam. meru, Geldgaben aber zur planmäßigen Ver-thetlung IM Einvernehmen mit der Letzteren an den k. k. BezukShauptmann in Lesben gegen lLlNpsangSbestätiDpg ja den öffenttichen Blättern entweder direkte oder durch Bermittluog der Do-mizusbehorden genei^tlst eir^^escndet welden. Die l. Ätlenbahnverwaltungen werden um unentgelt. ltche Spcdition der Naturalgubeo, d»e g. Redaktionen ter öffentlichen Biälter um Aufnahme diejcs AufrnfeS und dcr Gtldsammlungen ersucht.'* L oben. Der k. k. BezirkShouptmaon: Kolmeyer. . , für die Abt^ebrannten von Kammem in der Ezpedltioil der „MarbiirtZcr Zeituug" Veldbettäae ent-gegengeiiommttt und öffentlich quittirt. Hill'Illll'MI' k8kWpl«l»!>llt. 8tanlj ltvr Kelöviniagvn »m Zl. 1ij74: Os. N. 140 820 Verloren. ^kne goldene Damenuhr Der redliche Finder wolle dieselbe freundlichst gegen Ke. lohnung von ö fl. im Comptoir dieses Blattes abgeben. ^.^9^ Han«s; Glückliche Feiertage! 303) ^ldülllno, bum bum. Josefa ScliiissniKff gibt im eigenen sowie im Namen ihrer Kinder Heinrich, Jo-8efa, Juüub und Constanzia allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht von dem Ableben ihres innigstgeliobten Gatten und Vaters, deB Herrn Franz Scliussnigg, gewes. Cantineura, welcher nach kurzem Leiden, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, am 1. April um 12 Uhr Mittags in seinem 56. Lebensjahre selig in dem Herrn verschieden ist. Das Leichenbegängniss findet Freitag den 3. d. M. um 8 Uhr Nachmittag vom Hause Nr. 66 (Führerhaus) in der Magdalenayorstadt aus statt. Die hl. Seelenmesse wird Dienstag den 7. d. M. um halb 8 Uhr in der St. Magdalena-Pfarrkirche gelesen werden. Marburg am 1. April 1874. (295 II. st. L^ichenaufb&brungB- u. Beerdigungi-Anitalt. Eröffnuligs - Anzeige. Ergcbtnft Gefestigter triaubt sich einem?. I'. Publikum die ergebenste Anzeige zu mach-n, daß er die (^^2 Tajino-Ntslauratio« «nd d°« Kafftthaus Übernommen hat und die genannten Lokalitäten Samstag den April, Abends « Uhr eröffnet. Gefertigter wird stets btmül)t sein, durch gute Küche und die besten Getränke nebst aufmerksamster Bedienung zu den billigsten Preisen die Zufriedenheit des?. I. Publikums zu erlangen Sich bestens empfehlend, ergebenst Xh. Götz* Bierhalle. SHontaß b(tt G. 8lprtl 1874 : CONCERT-SOIREE aufgeführt toon ber SunOaOii-TUerfiflflUcii-DHtirtMupcffß unlit pttfönlidjer ß'ituiii) be« (prn.«opelimtif!ev# 3. § o n 61. (294 ®cfonber« ju bmwftn: Jatel-Feit-Huich von Handl. Overture zur Oper „Orphous von Orlenbach. OperüBChau, Potpourri von Sonntag. Irma-Quadrille von Handl. Bai uns z' Haus, Walzer von StrauBs. Der grosse Urach, Polka von 08er. Schöne Frauen, Polka Mazur von Handl. 9infana 6 Ufrr. Entrcc 15 fr. GiHms-EWuiill. Gefertigter erlaubt sich dem geehrten Pub-likum die ergebene Anzeige zu machen, d.ß er das Äasthaus „zum 8t. Koeian" in der Schwarzgasse übernommen hat und stets bemüht sein wird, durch gute Getränke und schmackhafte Speisen die geehrten Gäste zufrieden zu stellen. Besonders empfiehlt: Echten Sauritscher die Maß 48 kr. Kolloser Leskow.Ker „ 48 kr. Windischbühler „ 32 kr. 300) Achiungsvoll Josef Deutfchmaan Samen - Hafer, echt amerikanischen, verkauft I. G. Gruber, Draugasse 71. (301 Zwei möblirte Zimmer find zu vermiethen. (299 Näheres im Comptoir dieses BlalteS. W I L ' s t» S V IS ^ « s -d S :ss j-s I «s W .S O -Z?«» IZ G ,8 TTt tMrt ^on a^en Modezeitungen der hat die VICTORIA lllllflllll £rÖsste Verbreitung. Sie verdankt dieselbe ^ dem Umstände, dass sie beim Wechsel der Mode stet» JllustrirU die richtige Mitte zu halten wusste, und dem einfachen ttttb Motrcuituitg. Haus-Anzuge nicht geringere Aufmerksamkeit widmete, als der elegantesten Gesel^schafts-Toilette. Mit Hülfe der correcten Schnittmuster der VICTORIA und ihrer durch leicht verständlichen Text erläuterten Illustrationen ist die SelbstanfertigunQ von Toiletten und Wäsche-Gegenständen etc. auch ungeübteren Hiinden leicht möglich. Dasselbe gilt auch von der reichen Auswahl von Handarbeiten. Als Extra-Zugabe enthält die VICTORIA ohne Preiserhöhung jährlich 24 oolorirte Modekupfer, welche ihr einen Vorzug verleihen, den kein anderes Blatt beim gleichem Preise darbietet. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Speditionen zu dem äusserst billigen Preise von 22 V2 Sgr. vierteljährlich. clem ?r0lienummern gfst!s. (293 I G I » I G I » 0 » 1 « I « I « I „iirlNollleriibo." Bei dem Uttterzeicknelkn sind lvährend der Charwoche Fische (Huchen, Karpfen u. Hecht») so wie andere Fastenspeisen um den billigsten Preis zu h.>b,n. Zu recht zaklreichen Besuch ladet freundlichst ein Franz Harina, 291) Nestaurateur. Nicht zn übersehen! der (282 gänzliche Ausverkauf des gesaut in teil Lager» von Barnen« k l©rr©as@tal©a zu staunend billigen Preisen sowohl en gros als en detail in der Niederlage der ^arbnrgtr frbrr- n. Sdiulunaarrn-^briha^htifn^fffllCdiflft Bnrgplatz, Girstmayr'sches Haus. Aus C. Schramls Weingrosshandlung sind im (223 Gasthaus „zur ieWgruke" (Rathhaushof) im Ausschänke: 1873er Koloser Weisswein pr. Mass 32 kr. 1873er Rothwein von Gonobitz „ 40 kr. 1869er St. Peterer Weisswein „ 56 kr. 1868er Stadtberger dto. „ 80 kr. sowie verschiedene Gattungen Flaschenweine, worüber auf Verlangen bereitwilligst Preis-blätter ausgefolgt werden. Gleichzeitig erlaubt sich Gefertigter anzuzeigen, dass er ein Mittags-Abonnement im Lokal wie auch über die Gasse eröffnet und bestrebt sein wird, durch gute Kilche und billige Preise die geehrten P. T. Gäste zufrieden zu stellen. Zu gütigem Zuspruch ladet höflichst ein Franz Haring. Wohnungen. Zwei Wohnungen, jede mtt vier heizbaren Zimmern, Küche, Speise Dachkammer u. Holzlege, — dann eine Wohnung mit drei kleineren heizbaren Zimmern. Küche. Speise. Dachkammer und Holzlege — sind mit I.Mai zu vermiethen. Nach Wunsch auch Garten dazu. (289 Auskunft im Comptoir dieses Blattes. Nuß-Pfosten sind bei Josef Heu in Zellnitz a. D. billig zu verkaufen._ ^ a » vIx « Ich erlaube mir dem ?. I. Publikum erzenst anzuzeigen, daß ich im Gasthause „zum Waldtoni" vom 5. April an wieder gutes Gö^'scheS Märzenbier in Ausschank bringen werde. Auch ist taglich frische Butter zu bekommen, sowie für kalte und warme Speisen bestens gesorgt wird. ^297 Um zahlreichen Zsupruch bittet hochachtungsvoll ^ ?oote. Die stkiwilligk Pilliche Verfteizlliiiii der ehemals Staudlnger'schen Lederfabrik in Marburg Urb.-Nr. 1315'/. aä Burg Marburg und 70'/^ aä SpitalSgilt Win-denau. so wie der dazu gehörigen Nendl'schen zwei Häuser sammt Gärten Urb.-Nr. 1315 aä Burg Marburg, Urb.-N?. 70 aä SpitalSgilt Wiudenau und Berg Nr. 7^4 aä Meiling hat in Folge des Bescheide» ääo. 23. März 1874, Z. 4101 mit dem Anhange deS K. 277 deS kais. Patentes vom 9. August 1854 und 208 R. G. B., am lO. April 1874 Vormittag 10 Uhr an Ort und Stelle der bezeichneten Realitäten statt. Der GesammtauSrufSpreiS beträgt 70000 fl. österr. Währ, und werden die Realitäten auch unter demftlben, jedoch nicht unter 50000 fl. hintangegeben. Bei der Feilbietung werden zuerst die beiden Nendl'schen Häuser zum AuSrufS-preise von je 5000 fl., dann die ehem. Staudin-ger'sche Fabrik fammt Z»gehör um 60000 fl. ausgerufen, und schließlich sämmtliche Obj'kte zusammen um den Gesammterstehungs- oder AuS-rufSpreiS ausgerufen. Als Valium sind der AuSrufspreise zu erlegen, die Tabularposten zu übernehmen, und die ZahlungSbedingnisse günstig. Dieselben können sowohl beim k. k. Bezirksgerichte Marburg, als auch bei Dr. Heinrich Lorber, Advokat in Marburg. eingeseben> werden. T Die Lederfabrik ist mit allen zu einer durch Dampskraft betriebenen Fabrik nöthigen Maschinen und Werksvorrichtungen versehen/ und wurde erst in neuerer Zeit vollkommen neu her« und eingerichtet. Die Gebäude find alle im vorzüglichsten Stande und bieten sowohl durch ihre Lage aa der Drau, als auch durch die Größe der dazu gehörigen Gärten den schönsten und angenehmsten FabrikS- und Wohnsitz. Die Fabrik selbst war nicht außer Betrieb, daher dieselbe unmittelbar fortgesetzt »verdcn kann. Marburg am 27. März 1374. Der k. k. Notar als Ger.'Kommissär; 288) Dr. Mulle. Personenzüge. Von Trieft nach Wien: An?unft 6 U. 11 M. Krüh und 6 U. 4ö M. Abends. Abfahrt S U. LS M. Früh und 6 U. b? M. Abends. VerantworUiche Nedaktio«, Druck und Verlag von Eduard Äanschih in Maburg. S. «. Gt. G.