LmlmchcrWMtlmg. a«. F» «l«num»r»t!°n«Pll<«: Im «omptolr «an,,. ^. ^, ^. « Insertion,,ebi! hi b!« ,<>Z«es Vahlmandales. In der kaiserlichen Thronrede wird die Vorlage eine« Gesetzentwurfes in Aussicht gestellt, welcher dem Mißbrauche deS verfassungsmäßigen WuhlmandateS wirl. sam begegnen soll. Die ..Tagcs.Presse" wilft die Frage auf, ob denn ein Gesetz gegen den Mißbrauch des Man» dates auch zulässig ist; sie beantwortet diese Frage dahin, daß sie darüber nickt einen Augenblick im Zweifel ist. „Es ist wohl nicht möglich, in diesem Punkte nach Er» fahrungssätzen zu entscheiden, weil unsere VerfassungS. erschclnungen die traurige Eigenschaft besitzen, durchwegs originell zu sei,,, und sich an lein, wenn auch noch so entferntes Vorbild anlehnen. Die Geschichte des Parla^ mentarismus. welche nur in England alt, auf dem europäischen Eontinente sehr jung und uns daher in allen Details lebendig nahegerückt ist. weist lein Beispiel auf. daß Parteien sich mit aller Hast zur Wahlurne drängt K ten. daß sie rine umfassende, liefgehende, aufregende > Wahlbewegung blos zu dem Ende organisirten, um die U Ausübung deS Mandates, also den Zweck der Wahl » zu verei tel n. Aber dieses Stillschweigen der Geschichte über analoge Vorgänge ist sehr beredt. Denn dasselbe sagt. daß das Perhallen unserer Verfassung«' m>"c,;^ ?"""" s° ""»thcucrlich ist, daß es ohne M«.^ !°^' 6" Gesetz gegen einen Mißbrauch deS d^r G ^^"." l" ^erreich geübt wird, ist daher und hn Mlt Strafe z» bedrohen: weil die That so ab. scheullch ei, daß ste gar nicht begangen werde .nd in, Strafrechte nicht vorhergesehen zu °^ ^a7ch7 N lommt aber wlder daS Zcugmß einer nahezu hundert-lährigcn conlinentalen und einer vielhundertjäbriaen liri Nscden ParlamentSgeschichte dieses Verbrechen an den Grundsätzen deS Constitutionalism»« in Oesterreich vor also muß man dasselbe durch geeignete Maßregeln zu ahnden und zu beseitigen suchen. Man muß zu diesem «noe ausschließlich aus der nn der einheimischen Oppo» sUlon gewonnenen Erfahrung schöpfen. Die vereinsamte Stellung, welche ein solche« Gesetz in dem internationalen Eodex de« ConstitutionaliSmuS einnehmen wird, ist auf Rechnung der Orlginalilül des Uebels zu setzen, welchem abzuhelfen es bestimmt ist. Nicht die Gesetzgeber wird ein Vorwurs treffen, sondern Jene. welche eine solche Gesetzgebung nothwendig gemacht haben. Ethisch liegt die Sache so: Die Verfassung ist ein Ganzes; das Wahlgesetz, die Lanocsordnung und das Grundgesetz über die ReichSoerlrelung greisen als Theile desselben so innig in einander, daß sie nicht getrennt werden lönnen. Wer die Verfassung nicht anerkennt, lann auch leineS der Rechte üben, wclchc nur der Verfassung alS Rcchtsquelle entstammen ; er lann sich nicht dcr For men derselben bedienen, weil dilsc RcchtSbenützung, dicse Formenanwendlmg nach allen Regeln der ^ogit die An» ertennung der Verfassung in sich schließen würde. Die Thal der Anerkennung würde dem Worte der Nichtanerkennung obsiegen. Nird aber die Verfassung aner-tannt, sei es ausdrücklich durch Worte, sei cS slillschwei. qcno durch concludentc Handlungen, so legt dieselbe sofort auch bestimmte Pflichten auf, deren vornehmste der Natur der Sache und dem Wortlaute dcr Gesetze nach darin besteht, das Mandat auszuüben. Zwischen diesen beiden Polen der Anerkennung und Nichtanerkennung gibt es lein Drilles. Man lann nicht die Verfassung blos so weil bethätigen und anerlcnncn. als cS zur Erwerbung eines Mandates nothwendig ist, und dann diese Bethätigung und Anerkennung dadurch in ihr Ocgen» theil verlehren, daß man dasselbe nicht anSübl und A n -dere an der Erwerbung und dem Gebrauche eines Man. dates hindert. Ein solches Verhalten ist ein inneres Widerspruch, eine Vüge. welche auf gesetzliche Schonung leinen Anspruch hat. Wir fragen auch: Wären Ezechen und Feudale im ReichSralhe verlrtten, wenn eS durch MinoritülSwahlen gelänge. Depulirte aus ihren Curien für den Rcichsralh zu gewinnen? Gcwiß nicht. Ienc Ilb-geordnelcn, welche unler dicscr Voraussetzung im RcichS-ralhc erschienen, wären deshalb noch keine MehrhellSoer» lrclcr. Wohl aber läme die Thalsache zur Geltung, daß mindestens eine Minorität sich den VcrfassungSgesehcn angeschlossen hat. Und diese Minderheit in dcr Freiheil ihreS Willens einzuschränken und an der Vclhäligung desselben zu hindern, dazu hat die Mcmhcil lcin Recht. Wir finden «ms einem anderen Gebiete der Gesetzgebung ein Analogon. Den Arbcitcin ist das Eoalilionerechl eingeräumt ; sie dürfen sich unbeschränkt verbinden, um ihre wirlhsch^fllichcn Forderungen, bitsc mögen in dcr Erhö« hung dcs Vohncs oder in dcr Herabsetzung der Nrbeils' zeit bcstehcn, durchzusehen. Aber in das Recht der Mi. noriläl. in dcn freien Willen dcr Einzelnen dürfen sie nicht beschränkend eingreifen. Jedem einzelnen Arbeiter wird von dcr Gesetzgebung die Freiheit gewahrt, sich von der Coalition fernzuhalten und über scinc wirlhschastli' chen Interessen, abweichend von dtr Anschauung der Mehrheit seiner Slandcsgcnossen, mit vollster Selbst» btstimittung zu entscheiden. WicaufnnrlhschasllichlM Ge^ biete, so soll auch auf Politischem Gebiete daS Rccht der Minderheit gegenüber einer terroristischen Mehrheit ge» scdützl werden. Die Minderheit hat ein Rcchl auf Ver» trelung, wclcheS durch die kist der Mehrheit vereitelt wer» den soll. Man wende uns nicht ein. daß baS Recht dcr Mehrheit mlt dem Wesen des EonsNlulionaliSmuS untrennbar verbunden ist und die Minderheit sich cbcn wegen ihrer Eigenschaft als Minderheit nicht bellagcn tonne. Dieser Grundsatz ist vollgillig. sobald Mehrheit, und Minderheit auf dem Voden dcr Verfassung stehen. Wenn d!c Fcndalcn des böhmischen lHrohgrunobcsihcS. nm gleich ein concretes Gcispicl anzufühlen, das von dcr Mhshci, empfangene Mandat auöüden würden, dann könnte sich die verfassungstreue Minderheit dieser Curie nichl beschweren; denn ihr Rechl auf Vertretung käme ja thatsächlich znr Geltung. Die Minorität wäre nach constilillicmclln Oiundsätzcn durch die von der Mehr. hcit clwähllcn Abgeordneten mitvcltrelcn. Ein Dcpulir-. ter mag wohl dcr VcilrauenSmann blos jener Wähler sein. wclchc ihm «hie Stimme grbcn; als Verlieler ist er dem gcsammlen Wahlkreise, dem ganzen Vande, also auch Ieucn gcgcnübcr verpflichte«, welche ihm ihre Stimmc nichl ziiwcndcten. Wenn aber die Mehrheit dic Verfas. sung, dicsc llicchleqüellc- für alle Wahl und Vertretung, lcngnct u>,d dennoch wühlt, und zwar Abgeordnete, welche leinen Gcdrauch von dem erworbenen Mandate machen, dann oicnl dieser Act nur zur Vereitlung des Rechte« der Minderheit, und da« constitutionelle Gesetz der Mehrheit büßt seine Geltung ein. Wir kenncn dcn Gesehentwurf nichl, welchen da« Ministerium dem «bgeordnetenhause vorlegen wirb. Die Formen, in welchen der Mandalsmißbrauch der Ver-fasfungsgegner zur Erscheinung kommt, sind verschieden. In Vtihmln enthalten sichl die von einer Mehrheit un» mittelbarer Wühler gewählten Abgeordneten der Au«» Übung der Deputirtenrechlc; in Kram sehen wir dieselbe Thatsache der constitulioneUcn Abstinenz, jedoch mit der Modification, daß es die von dem Landtage mit Vor, behalt gewählten Abgeordneten sind, welche den Reich«« rathssihungen fernevleiden. Tic alciche GlsehcSbestiM' mung lann wohl nichl für beidc Fülle gelten Im ersten Falle kann das Gesetz darauf bedacht sein, die Erwähl' lcn der Minderheit ans die Abgeordnetensitze zu berufen; im zweiten wäre eine solche Procedur kaum anwendbar, weil e« sich um die Wahl einer Köperschafl handelt, welche nach bestimmten gesetzlichen Regeln vorgeht und Mehrheitsbeschlüsse faßt, deren Gilligleil eine bestimmte Minimalgrenze von zu denselben mitwirleüdcn ^andtagSmitgliedcrn erheischt. Es ist nicht leicht, für diese vcrschiedlncn Formen das passcndc Gcseh zu finden. Und wir verhehlen nicht, daß es erfreulicher würe. wenn ein solchcS Nolhgesctz überhaupt vermieden werden könnte, da daSsclbc nach mancher Richlung hin Inconoenienzen bieten wird. Vcidcr sind die Verhältnisse zwingender Natur. Aber principiell lann man nicht leugnen, daß der Staat daS Recht hat, cincm Mißbrauche der Verfassung wider die Verfassung nachdrücklich entge» gen zu treten. Hat cr abcr cin solchcS Rechl, dann wird man wohl zugeben, daß dcr Zeitpunkt, von diesem Rechte Gebrauch zi, machen, eingetreten ist. Umsomehr, da unser Nolhwahlgesetz nur dcr Vorläufer der Wahl» reform überhaupt und dazu bestimmt ist. dem Reich«» rath die V e s ch l u h f ah iyl e i t für die Zeit zu sichern, wo er die dircclen Wahlen endlich zum Gesetz erheben und dadurch alle dilsc Nolhmiltcl sür alle Zeit entbehrlich machen wird." Politische Uebersicht. Vaibach, x. Jänner. Einer Mittheilung der ..Reichsr.-Eorr." zufolge steht die nächste Sitzung deS Abgeordneten, hause« sür den II. d. M. beoor. Von anderer Seile jedoch wird dieser Angabe insosernc widersprocher!. als spätere Termine, der 1?l. und nach Einigen gar der 15. als Tag des Wiederbeginne« oer Reich«ralh«oerh»nd-lungcn bezeichnet werden. In dcr öffentlichen Discussion, welche sich an die in der Allerhöchsten Thronrede ausgesprochenen Reform^ gedanlen lnüpsle, ist vorläufig eine Pause eingetreten, wclchc die Wicncr Journale in Erwartung de» bevorstehenden Ndreßoerhanolungen mit der Vcsprechung der verschiedenartigsten lHcgenstände der innercn und äußeren Politik ausfüllen. Die Aeuszerungen einiger Wiener Vlättcr bekunden eine den Wünschen dcr Abgeordneten aus Galizicn enlgegenlommende Snmmung; eS wird mehrfach betont. daß der Vorschlag, die galizische «n» gclegcnhcil im Zusamenhange mit der Wahlresorm zum AuSlragc zu bringen, leineSwegS als ein gegen die Wünsche und Forderungen der »bgeordnelcn au» Gall-zien gerichlcler Schritt angesehen werden mögt. Der neuerliche Aufschwung, welchen die Eurse der österreichi« schcn SlaalSrenlc in den letzten Tagen sowohl auf den inländischen al« auch aus den auswärtigen Vörsenplähen eisahrln habcn, wird von den Wicncr Blättern als ein erfreuliches Twnplvm des wirthschafllichen Fortschritte« nnd dcr Eonsolldirung unftrer Vethältnisse hinaesttllt. Dcr ..Pesler ^loyd" schreibt: ..Den Parlamenta» riSmllS wieder in seine Ehren und Rechte eingesetzt zu haben, ist da« Vcrdiensl de« Ministerium« «utl»' perg- ihn darin erhallen und besesl'gt ,u haben. w,rd hoffen'lich ein hervorragende« Verdienst dls NcichSrathe« werden. Hn der That leaen wir aus seine pralllschen Fü. higltllen, sline pratlische Thätiglcil das höchste Gewicht. Da« prallische Urtheil leilc seine Veralhungen m den slaa'Srrchllichcn fragen, da« PralNschc seiner Ausguben bcsdidcrc und.beschleunige scinc Nibcil ans allen anderen (yclnelm. Nur jetzt leine DoclrinaliSmtn, nur jetzt nichl ilberglohe Syslematil! Dann wird auch praktisch werden. w»S t»e Thronrede in Aussich« stellt! die Vereiniguniz «ller durch die gemeinsaml Arbeit. Mit Adsttactionen wild man dicsc Eiriigung nicht herbeiführen; die Ses» nung der Arbeit politisch zu vcrwcrlhen, «st staalSmäN' nisch gedacht. So befangen in staatsrechtlicher Romantik sind vielleicht selbst die Anhänger der Funbamenlal.Ar-lilel nichl, daß sie auf die Dauer Institutionen bekam« 3N pfen können, wtnn dieft sich als wirklich nützlich, als wirklich fluchtbimaend erwelstl,. Mit diesem Beweise muß dcv Hnf»il^ gemacht werden. Wa« lcdeudlg werdcli und bleiben soll, muß daUhuu, daß e« für das Leben, da« wirkliche praktische Leben geschaffen ist. Auf diesem Hclnllc wild l>er ReichSralh keinen Widerstand nilden. Gmd «rst dle Früchte des parlamentarischen Willens Oemeil,gut. dann wird dies allmäli^ auch mit seinem Principe der Fall sein." Im ungarischen Communications »Ministerium wcrden mth,ere Oeselzenlwürfe, darunter ein Eifelibahxl' liicosre^Iem nt aos^earbeitet. und werde» womöglich noch i» der gegenwärtigen Reichstagssessioil zur Vo'lagc gelanq-n. O>c Unterhandlungen wcqcn Al>ta»fS der „Retoi-m" dui-ch da^ Kemcny'sche Consortium sind gescheitert. — ..Magyar Pol'tlta" beschäftiget sich inil den Ulchtcrermnnull^c.l. Nachdem sie den Eindruck besprochen, welchen die ücneu^uuhlu hetl)0la>rui>u, sagt st«: Oer Erfolg der GerichtSorganisation ist so gut. als er angesichts der bekannten Verhältnisse zu erwarten gestanden. Einen großen fortschritt bezeichne er. denl, es sei nun der Anfang zur Ordnung gemacht. Dcr Organismus ist geschaffen, und ob cr auch Mic,g:l halx, so kann er doch von Jahr zu Jahr sich verroll' lommnen. Da« „Veilwll ^Mililär-Wucheliblatl" jagl: Oas Netabl'ssement der deutschen Armee lann in der Hauptsache als beendet angesehen werden. Trotz des auß'i-ordentlich großen Verbrauchs an Material aller Art würde die Ärmec schon jetzt wieder im Stande scm, in'«> Feld zu bücken. Für die Infanterie steht die Lösung der Bew^ftliungsf.agc riaye bevor. Es sind all,: Vorbireltun. gen gelroffc»'. mn nach definitiver Festilellung des ncuen Gewrhrmodell« d>e Ncubcwaffnung der sllmee in ver-hültnißmähig kurzer Zeit zu l'emillcn. Die Zahlung der eisten falliren Rale der vierten Halbmilliarde der fianzösischcn Kriegsentschädigung soll bekanntlich am 1'». Jänner slalt sinde». Ucber den Ort der Zahlung ist in dem Per« tragc nichts bestimmt, ls wiro jedoch angenommen, das: dieselbe in Berlin erfolgen soll un) es wird außerdem als sicher anzeschcn. daß die ZHh!ul:g der ganzen li50 Mlllionen (uul. l50 Mlll. Zinsen) an dcin l^treffcn den Termine ohne jeden slnsland ersolglu wird. da die französische Regierung im Besitz der „olhmentigen Geld« Mittel ist. Die große Reformbewegung. welche gegenwärtig Europa dlllchschteltet. eislrcckl sich bereits aus andere Welttheilc. Auch Japan hat sich dclsclden anacschlos« sen Ulid ist neuerdings zu einer Rsorm seiner barbari» schcn Straf^cfctze geschritlen. Die gia.lsamcii Martern, sowie die Kolter sind fast qä»zl,ch abg-schaffi. die Va ftonnade. sowie die Prüa«lsl'afe überhaupt e^txl'Üch ein« geschrälilt worinn. Die ToIcsstrafc soll nur noch durcl» Köpfen odci- E ^ariacn P0Ü; q n werden, erstere bei sehr schweren Vervrechen, le^lcres bei solchen von ge^ ringerer Biteulung, welche ader dennoch mit dcm Tode bestraft wcrden müssen. Körperstrafen dürfen an männlichen Japanesen nur vom l5>. bis zum 70. Lcbensjah'e, »n wcidl'chen nur rom 1/V bis ^0. vollzogt» werden, ferner Hal die japaücsische Regierung cinen Theil der Kirch.ngüter eingezogen und d.n Bonzen (Priestern) auf» gegeben, nur eine geringe Anzahl von Dienern zu halten. B«i der Arme« siuo Refolmen »ach europäischem Muster bekanntlich seit längerer Zeit im Zuge. Rückblick aus iag Mr l87l. Der Sensenmann hat im abgelaufenen Jahre leine geringe Anzahl von <3elebrität«n dahingerafft. Wir bringen nachfolgend die We dbo!es von Frm'lrcich Devienne, Prinz Äia-fimilian von Thurn und Taxis in Regensburg. Staats' mann ?ord Ellenliorough in London, und der bedeutendste Führer der Ullramontanen in Baicrn, Professor Greil. Unter den Gelehrten: Geologe Prof. Zajtzner in Krakau. Prof. Joseph Hillebrand in Gießen. George Ticknor in Boston, Philologe und Kenner Spaniens, Prof. Niemeyer in Tübingen, Wilhelm v. Haidingcr in Wien, Georg Gottfried Gervinus, Johann Oppolzcr. der populärste Arzt der Gegenwart, Sanilclls«Präsident Dr. Walter in Dresden, Astronom John Frederick William Herschel, der Sohn des großen Astronomen, 5 r. Maf ^ttleris in Wien. Chemiker Pay:n. Botaniker Ncilreich, Philologe Immanuel Better in Berlin. Historiker George Grote in London. Geschichtsforscher o Meiller in Wien, Dr. Keith Johnston in Vondon. Marine-Professor Albrecht v. Tegctlhoff in Graz, der spanische Geschichtsschrcioe? Sanchez Ruano. in Berlin Prof. Zahn, im Stifte 2t. Florian (Oberöstcrreich) der um die Archäologie ver« diente Chorherr Joseph Gaisbergcr, Philosoph Professor Schliephale in Heidelberg, der als Geograph ausgezeichnete Gelehrte H. A. Daniel in Leipzig, der böhmische Archüologe Wocel, Geologe Roderick Impeii Murchison in London. Unler den bildenden und darstellenden Künstlern: Eugen Eduard Schäffer, Kupferstecher. Moriz u. Schwind in München, Bildhauer Schenk in Dresden, Ludwig Löwe, der berühmte Schlachtenmaler Peter v. Hetz, der Director des Honseroalorlums in Brüssel. F6tis; Erasmus v. Engert. Director der Ge< mäldt'Galerie des Belvedere in Wien; in Neapel der Pianist Tigmund Thalberg; Auber in Par>S, Silhouet-ten'Zelchner Paul Koncwta; Planist Karl Taussig in Leipzig, der Düsseldorfer Genremaler L'lschauer. in Hamburg Heinrich Marr, der Nestor der deutschen Ora° mclturgie; Bildhauer Bcnetto Cacciatori, ein Schüler Canova's. Unter den Dichtern und Schriftstellern: in Hannover der Gründer dcr deutschen Vollszeillll,«., Eichholz, in Paris der'Chevalier Oebrauz, eiu qcuoi lier Oesterreicher, Herausgeber des Journals „Memorial Diplomatique"; in Paris der bekannte Romanschrift« stelln Ponson du Terrail. Nesthctilcr und Literar-Hi« storiler Ludwig Cckard, Nciscschrislsteller Fürst Pückler« Muslau, Schriftsteller Karl August Vcwalo in München, Schriftsteller Adalbert Baudissin in Wiesbaden, in Berlin Dramaturg Heinrich Theodor Rutscher, Schrislsteller Lcroux ln Paris, Dichter Melchior Mcyr in München, in Wien Hosrath Ferdinand Prantner (Leo Wolfram) Klititcr und Feulletonist Robeit Hcllcr in Hamburg, in, Wien CligiuS Freiherr v. Münch-Äellinghailsen (äried-1 rich Halm), der Wiener Publicist Joseph Tuvora, Frei-« Herr o. Knigge, der Verfasser von „Ueber den Umgang mit den Menschen", Lustspieldichler Karl Töpfer in Hamburg. Paul be Kock in Paris, der Herausgeber der ..Oesterreichischtn Revue", Dr. B. I. «, Meycr. d-e Schriftsteller Wilhelm Hilring (Willibald Alexis) und Bernhard Scholz. Von dcr Industrie und Finanzwelt der Vi^Präsident der Landwilthschafts^Gesellschafl in Wie», Ritter o. Feistmantel, der Elfinder der lamps Vni dvackespresse August Applegalh. die Industriellen Mi> chael Thonet und Alois R^genhart in Wien, dcr Di rector dcr Cscomfttt'ilnstalt, Theodor Bauer in Wien Fmalicicr Jules Mires in Paris, Ingenieur Soilimtillci ln Törin, Großhändler Friedlich Ritter n. iNoschau u»^ Ba^on IonaS Königswarter, Beide in Wien. Mllaubjllllung 1873. In Ulm ist, wie der ..Würtlembergische Staats-anzeiger" meldet, der Weltausstellung von Seite der Commission der schwauifchen Industrieausstellung >ü feierlicher Weise gedacht worden. Jene Mitglieder ter kaiserlichen Uu«st. Ole Ulmcr Eammlssion halle nun einen Festabend a» beraumt, an welchem der Pocal feierlich in Empfaia ^eionllnen und das Begleitschreiben verlesen worden-D^ Pocal enthält auf der Vorderseite die Widmung „Der Commission dcr schwäbischen Industrieausstellui'1 'ssMlssllM. Vie Emancipation des Trieller Hafens. ^D>e ^r»>>!! »n^ die Tliest»Latl Launsdorfer B Predilbahn ist es geradezu lächerlich, zu bthauplen. dn sie geeignet wäre, Trieft von der Concurrenz der iia lienischen Bahnen zu elrellcn. B's in das Unbegreifliche inconsequent ist es. va" der Bekämpfung jener Concurrenz zu reden. gleichzcMg aber durch die Predilbahn sich die nächste und yesälir liebste Concurrenz über Eividale«Eaporelto ü w,l< sxiu schaffen und selbst aufdringen zu wollen. Die volle Ohnmacht der Prcbilbahn zeigt sich del St. VotthardtVahn gegenüber. Die Distanzen von Genua bis Basel vi« Gotl" hardt betragen.- Von Genua - Novi..... 5, Meilen, .. Novi — Mailand . 15 „ Mailand — Como M „ Como - Belinzona . . . w » Velinzona Flücken . . . 15 .. Flückcn - Luzern .... 10 .. .. Luzern — Basel .... 10 zusammen 75 Meill,,. Von Trieft nach Basel viu Predil bellaaen d'< Eülflinungen: Von Trieft — Predil Vlllaäi . . ^'. Mlile"' .. Villach Franzensfelle . . . il2 ,. ^ranzensseste - Innsbruck . . !0 „ Innsbruck - Lindau .... 27 Lindau Tcbaffhausen . . . !" » Schaffhaus.n Basel . . , 12 . zusammen l20 7 Mc»<" Mithin zeigt sich zu Gunsten der Tt. Gollhal^ 89 des Jahres 1871 in dankbarer Erinnerung herzlicher Aufnahme die Mitglieder der Commission der Wiener ÄubsttUuüg." Auf der Nückseile sind d>e Namen der scä»szehn Gcber eingraoirt. Die Bcrsainmlun« beschloß, daß der Pocal bei feierlichen bürgerlichen Veranlassungen als „Wiener Willkomm" die Runde machen nnd die Ulmer »m Jahre 1^73 nach Wien begleiten solle. Ole«chze'lig hat sich. so meldet der „Staatsanzeiaer" weites, cine Gesellschaft gebildet, deren Mitglieder behufs Erleichterung des Ocsllchcs dcl Willaueslellung 187.'j wöchentlich elne bestimmte Summe Oeloe« einlegen, um mit den gesammelten Spareinlagen die Kosten eines gemeinschaftlichen Neiseausfluges nach Wien im Jahre 187A zu bcstreiten. Velanntlich hat der deutsche Vundesralh Ubcr Antrag des StaalöministerS v. Delbrück den Veschluß gefaßt, daß die Gelheiligung der deutschen Uandwirlhschaft, Industrie und Kunst an der Wcltausstclluna. des Jahres 1873 als ilteichsangelegenheit behandelt werden solle. Wie nun auS Berlin gemeldet wird, sind bereit« Hin« leitungen zur Bestellung einer deutschen Ausstellungs, commission getroffen. Der in Brüssel erscheinende „Monileur" veröffentlicht das königliche Decrct, mit welchem die belgische AuSstellungScommissio!« ernannt wird und publicirt die 7l Nanen enthaltende ^iste dcr Comlnissionsmitglieder. <ö n Blick in diese Liste genügt, um jedermann die Ueberzeugung von dem Eifer und der Umsicht zu verschaffen, mit welcher die belgische Ncgicrung, um eine glanzende Vertretung Belgiens anzubahnen, bei der Ernennung der Commissionsmilglieder ihre Auswahl getroffen. Die ^iste ist auS den hervorragendsten Vertretern aller Zweige der belgischen Industrie» und Kunst zusammengcseyl. Wir finden in derselben neben dem königlich belgischen Gesandten und bevollmächtigten Minister ln Wien Herrn Vlcomle dc Ionghe d'Ärdoye und dem belgischen Konsul in Wien Herrn 6. Rcntm, tue Chefs aller mit der «uestcllnng in irgendwelcher Beziehung stehenden Departements, alS: H. P. Aden, Steuer- und Zolloirccloc, tne Director««: der Aomini-stralion für Kunst und Wissenschaft im Ministerium des Innern Bcllfroid und 6. Nomberg, des Eisenbahn', Post. und Telegraphenwesens Fassiaux, des Marinc-»mscnS Michel, die iOenelallnspectoleu: der Industrie I. Kindt, der ^andwirlhschaft ^eclecc, der Künste van Soust de Borlenfcld, den Director der Gesellschaft zur Förderung der Industrie Orban, drei Senatoren, vier Dcputirte, die hervorragendsten Künstler, wie die Maler de Keyser, Gallait, Porlaels, Glingcneycr, den Kupferstecher Frank, den Bildhauer GecfS. Ein st«tlliches Contingent zu der von dem Interesse Belgiens für die Exposition da« glänzendste Zeugniß gebenden ^iste stellen die bedeutendsten Vertreter der Industrie und der wich, tlgsten Handelskammern. Die Mehrzahl der Ernannten hat sich schon bei den früheren Ausstellungen in hochverdienter Weise durch ,hre Mitwirkung hervorgethan. Zum Generalsccretär der Commission ist Herr Clerfchl ernannt, der in gleicher Eigenschaft bei den Ausstellungen von 1867, 1870 und l87l fungirte._________________ Hagesnemgkeiten. — Da wiederholt die Fälle vorkommen, daß aus dem Nachlasse von verstorbenen l. l. Kämmerern die Kam« merer«.Ehrenzeichen zufolge de« früher bestandenen Noc» bahn eine Differenz von nahem 4(l geographischen Meilen. Diese Ziffer überhebt uns jeden Beweises, daß die Predilbahn durchaus nicht im Stande ,st, der St. Gott hardloahn Eoncurrenz zu machen, nnd deutet anderseits auf die Zweckmäßigkeit.und Nothwendigkeit hin, von Trieft aus die kürzeste Verbindung mit dem Norden zu suchen und zu bewerkstelligen. Nach Norden hin von der Adria weisen die geographische ^age CiSleithanienS sowie die merkantilen und industriellen Bedürfnisse und Interessen der betreffendin Provinzen. Der nationale Reichthum der österreichischen West« und Nordprovinzen EisleithanienS ist da« Object, welches bei der Anlegung der neuen Bahn von Trieft aus entscheidend bleiben muh. Wir pcrhorresciren auf das entschiedenste die von den Gegnern der Lacker Bahn in die Welt geschleuderte ^hauptung, daß die Hinterländer von Trieft nicht im Stand« sind und nie im Stande sein werden, dem überlief Handel kin nennenswerthes Material« zu "'""' ."iir perhorresciren die daraus gezogene Folge« «^?. "« l" Vestimmung des ^uges der neu angestreb en Bahn anf den Norden keine Rücksicht zu nehmm habe und haben dabei zweifelsohne jeden Pa-Mottn und Nationalölonomen ans unserer Seile. Man lerne eben von der St. Gotthardlbatm den, Gedanken würdigen, welcher auch der Trieft Vack-LaunS. dorfer Linie zu Grunde liegt, nämlich das Anstreben der kürzesten und geradesten Verbindung des Vtldmeeres mit dem Norden. Die Staat«, und FinanMnner Preußens, Frank-«ichs, Italien« und der Schweiz erkannten jenen Ge-danken als den natürlichsten und vortheilhafleNen, und nur die Anhänger der Predilbahn versteigen sich zu der Ausnahme, ihn zu verwerfen. (Schluß folgt.) > male'« an das l, l. Obersil^nlnereramt zurückgestellt werden, so wird hiemit in (5nnnc,ung gebracht, daß lau« Allerhöchster Entschließung Sr. Majestät des Kaisers vom 4. April 1«70, welche auch den betreffenden Stellen dienst, lich mitgetheilt worden ist, diese Ohrenzeichen den Familien oder bezüglichen Erben solcher verstorbenen Hofwürdenträger zu belassen und daher nicht mehr an das gedachte Oberst, hofaml einzusenden sind. Die Vorschrift wegen unverweilter dtcnftllcher Anzeige von derlei Todesfällen bleibt jedoch fortan aufrecht erhalten. — (Heizung der Eisenbahnwaggons.) Die Direction der Staalsbahn soll dem Vernehmen nach demnächst mit tragbarem Ka« geheizte Waggons I., II. und 111. Klasse in Betrieb sehen. Da« Gas wird durch elserne Röhren, welche ober der Waggonoccle laufen, in die Eoupos geleitet; die Verbindung von einem Waggon zu dem an. dern wird mit Guttapercha.Äöhren hergestellt. Das er-forderliche GaSquantum wird in einem eigenen Waggon fammt Gasometer mitgesührt. Die Erfindung hat der bei der Frachtgüter-Erpedition bedienstete Herr Friedrich Iopp der Direction der Staatsbahn vorgelegt. Es wäre wünjchcnswerth, wenn diese wie es scheint praktische und wohlfeile Heizung«, und Beleuchlungs.Methode recht vald angewendet würbe. — (Die steierifche Ballgesellschaft) hat sich am 5,. d. in Graz constituirt, es wurde Ritter v. Frank zum Präsidenten und stieg zum Bicepräsidenten gewählt. Ebenso wurde ein Ereculiv-Eomit«' eingesetzt, das üder zahlreiche bereits vorliegende Geschäflsantriige zu entscheiden hat. — (Die Hungersnolh in Pcrsien) wüthet noch immer fort und wird ihre wirkliche Ausdehnung nie. mals bekannt werden. Eigenthümlich ist es, daß man nichts von einem organisirten Borgehen der Regierung zur Milderung der Noch hört. Die hungernden ^'eute sind sich selbst Überlassen. Diejenigen, welche im Stande sind, außer Bandes zu gehen, thun dies- die Änderen müssen sterben, wenn nicht von irgend einer unerwarteten Seite Hilfe kommt. Wie aus Mz und Bunder Addas geschrieben wird, voll' endet dort die Cholera, was dle Hnngersnolh begonnen, Fünfhundert ausgehungerte Zoroastner trafen m Bunder Ndbas ein; da sie aver fast sämmtlich lranl waren, ver. weigerten die persischen Behörden ihnen den Einlaß und legte» sie in Quaranlaine, während die Eigenthümer der Karawane, mit der sie gelummen waren, ihre Kinder als Sicherheit für unterwegs ^emachie «usqaden festhielten, bis ein wohlthätiger Parse die verlangte Summe zahlte. Locales. Zur Vcrfalsuilgsscier. ssonslyllllg. 3lede de« Dr. Alex. Tnppan: Seil der const ilutionell> Verein zum letzten male zur tteier der Dccemberverfassung sich versammelt hat, haben sich wichtige, die Gesch,cke der europäischen Menschheit aus Jahrhunderte hinaus bestimmte Thatsachen vollzogen. Am iu. Jänner dleses Jahres wurde Wilhelm von Preußen m Splegelsaale der Versailler König«schlosse« al« deutscher Kaiser proclamirt und damit die politische Eini. gung der deutschen Nation auch formell vollendet. Es wäre nicht zu rechtfertige», wenn der conslitulionrlle verein, der vor allem da« Deulschlhum in Kram zu vertreten berufen lst, ln dieser festlichen Stunde diefes Ereignisse« nicht ge-^nlen würde, umso weniger zu rechtfertigen, al« unsere Brüder :m Meich uns treu zur Seile standen, im Kampfe wider Hohenwart und seine ^zechen. Wrr erinnert sich ^nlcht an die energische Sprache der deutschen Journale, an die Kundgebungen zu Bre«lau, München und Dresden; wer weiß Nichl, wie wir uns aufrichl-len an dem Gedanken, daß wir nicht allein stehen, sondern anf die Sympathien emer großen Nation zählen dürfen. In diesen trüben Tagen des österreichischen Staalslebens, da wir dem Slaven» lhum und dem Ullramoutanismus ausgeliefert werden solllen, rangen sich die Deulschösterreicher zum nationalen B«wußtsein zmpor, und die Deutschen hüben und drüben reichten sich die Hand zum Friedensbunde, zur gemein jchasllichen Arbeit im Interesse der Cultur und Freiheil und besiegelten damit das Bündniß ihrer Monarchen. Nichl ohne Selbstverleugnung haben wir uns mit unseren Slammesbrudern im Norden ausgesöhnt; das Jahr l>6 war für uns eine zu traurige Erinnerung, alS daß wir es so schnell hätten vergessen können. Aber heute, nachdem der begreifliche Schmerz über unjcren Ausschluß au's Dculsch. land einer ruhigeren Ueberlegung gewichen ist, sind wohl wir alle zur Ueberzeugung gelangt. daß es nur eine palrio-tische Pflicht der Deutschen war, die politische Einigung anzustreben, und daß dies Ziel nicht erreicht werden lonntc, so lange Oesterreich ein Glied des deutschen Bunde« war. Mit slavisch-magyarisch, walachischcn Bändern zu einem Slaalsganzen verwachsen und schon durch unsere geogra< Phlschcn Verhältnisse hauptsächlich ans den Orient' a'nge« wiesen, konnten wir Deutschland mchl zur Einheit führen, und in dem Kampfe der beiden Großmächte mußle mil Naturnolhwendigleil diejenige siegen, die, au« größlenlhcil« deutschen Provinzen bestehend, auch nur deutsche Interessen verfechten kann. In richtiger Würdigung dieser unbestreitbaren That« fachen haben wir manchen Idealen zu entsagen gelerut, manche Hofsnungen zu Grabe getragen; und wenn wir auch an den größten Tagen der beulschen Geschichte leinen Antheil haben, so tröstet un« doch da« Bewußtsein, baß, während unsere Brüder ans den Schlachtfeldern von Weißenburg und Metz, von Sedan und Pari« die Liegeslorbeer» pflückten, auch wir einen Kampf ausfochten, einen Kampf mit uns selbst, nicht minder opferreich, wie der aus fran-zösischer Erde; daß wir e« über un« vermochten, alten Ansprüchen zu entsagen und die Wunoen zu vergessen, die un« bei Sabowa geschlagen wurden. So ist da« politische Band zerrissen, da« un« «il Deutschland einst verbunden Hal, aber nie und nimmer kann das geistige Band zerreißen, da« Sprache und Sitte, Bildung und Geschichte um uns gejchlungen haben. Die«« seil« wie jenseit« der Grenzen der beiden Kaiserreiche wird der Kampf um geistige und politische Freiheit geführt, aber diesseits wie jenseits ist man nach einer Neihe trüber Er. sahrungen zur Einsicht gelang«, daß Macht das Wesen des Staate« ist, und baß die Macht nur bestehen kann mit einer starken Centralgewalt. Hier und dort ein Ringen um Erweiterung der Reichscompetenz; hier und dort Achtung vor der Selbständigkeit der Gemeinde, aber Zurückweisung jeder Forderung einer Sonderstellung der einzelnen Bänder ; hier und dort Kampf gegen den Ultramontanismus, der mit den zerfetzenden Elementen des Staates sich verbunden hat, um durch Theilung herrschen zu können. So ist das neucrstandene deutsche Äelch nicht aus» gebaut auf dem theoretischen Staalsrechl des Mltlelalter», sondern durch und durch eine moderne Schöpfung. Man hat dem deutschen Kaiser zwar zugemulhet, den Kirchen stallt wieder herzustellen und in Rom eme Krone sich aus das Haupt setzen zu lassen, de«n Glanz längst erbleicht ist, aber in der echt modernen Anschauung, daß der Staat nur in sich selbst das Recht seines Bestandes zu suchen hat und der Welhc einer außer ihm stehenden Macht nicht bedarf, hat er dem nun völlig geeinten Italien die Freun» deshand gereicht und dem unfehlbaren Papstthum den Fehde» Handschuh vor die Züße geworfen. Wer vermöchte heutzu» tage dle Wichtigkeit dieser Thatsache zu verkennen? Nicht allem die hohe Burg des Ultramonlanismus in Deutschland, Baiern, ist gefallen, auch auf uns erstreckt sich der Einfluß der jüngsten Vorgänge un Nachbaireich. So ist denn auf der ganzen ^une von den Gestaden der l^sts« bis zum tarcnlinljchcn Golf der Streit entbrannt wider die dunkle Macht, die im UnfchlbarlellSdogma zur letzten, entscheidenden Schlacht sich emporgeraffl, ein Streit, den nicht mehr Einzelne durchfcchlcn mUsscn, wie in vergangenen Jahrhunderten, sondern in den der Staat selbst eingetreten ist. Gerade dieser Umstand gibt uns d« Berslchcrung. daß auch in Oesterreich die liberalen Ideen zum Durchbruch ge» langen müssen; denn eingezwängt zwischen Italien und Deutschland kann e« aus der Schlachtlinie nicht mehr zurückweichen, sondern wird mächtig, wenn auch mit einigem Widerstreben, von der Zeilströmung mit fortgerissen. ES knüpfen uns nicht blos natürliche Sympathien an da« deutsche Mich, sondern auch wohlverstandene« politische« Interesse. Möge dleser Freundschaflsbuud dauern, nicht blos jetzt in den Tagen des Frieden« und der innern Arbeit, sondern auch dereinst in der großen Stunde, da da« unausbleibliche Berhänglnß über die Ballanhalbinsel hereinbrechen wird und Oesterreich an die Losung semer cul» turhistorischen Aufgade herantreten muß! Freilich ist die« nur möglich, so lange die Deutschen in Oesterreich dle Stellung einnehmen, die ihnen als dem Elemente der heiligten sich 45 Paare. — (Bericht über die Wirksamkeit der Bandes a nstalten.) D« Thätigkeit, welche die ab-ministrativen und sacultaliven Organe im Verlause de« Jahres IK7I in dem Bandes. Kranken«. Irren«, Gebär-und ftmdclhause entwickelt haden, wir keine geringe. Nach dem Grundsätze: „Zlsjern sprechen," wollen wir die Gestion dieser humanen i'andesanstallen im I'hre 1871 summa« risch beleuchten, wie folgt: I« Krankenhause wur. den 2227 Individuen verpflegt; von diesen 1255 geheilt. !'s«ten. die der Medicin widerNct^n ; nämlich Maqcn:. Nerven». VruN . ^uugeil-. ^'cbcr. 5'rllseu?, Schleimhaut-. Alhem.. Blasen- «nd Niereulcideil. Tuberculos,'. Diarrhöen. Schwindsucht. ^«fthma, Husten. Unvcrbaulichteit, Verstopfung, Fieber. Schwln» ', del, Vlutaufsteigen, Ohreulilauscn, Uebelteit und Ürbrrcheu selbst ! m dcr Schwangerichaft, Diabete«, Melancholie, Abmageiung, ^Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — Auszug au« 72.0 0 lificaten über Genesungen, die aller Medici« getrohl: Certiflcat Nr. 68471. Prunetta (bei Mondovi). den 26. October 1669. Mein Herr! Ich lann Sie oersichsln, daß seit ich von der j wundervollen Nevlllenci^rs du vkrr? Gebrauch machte, das heißt ^ seit zwei Jahren, fühle ich die Vtschwerlichleilen meine« Alter« 'nicht mehr, noch die i!ast meiner 84 Jahre. Meine Beine sind «wieder schlau? geworden; mein Ccstcht ist so gut, daß ich leiner i Ärille bedarf; mein Magen ist start, als wäre ich 30 Jahre alt. !tturz, ich suhle mich veriungt; ich predige, ich höre Beichte, ich , besuche Kranke, ich mache ziemlich lan^t Vteisen zu Fuß, ich filhle meinen Verstand N»r und mein Gedächtniß erfrischt. Ich ersuche >Sie, dis'e Erklärung zu veröffentlichen, lvo und wie Sie t« will,-j schen. Ihr ganz ergrvtulr «bbs Peter «lastelli. ÜHcll.-öS'liieol. und Pfarrer zu Prunetlo, >lrci« Monbovi. ! Nahrhafter als Fleisch, erspart dle tt«>v-,!e,,<.i^!-e bei Lrlvach- scnen und Kindern 50 Mal ihren Preis in Arzneien. In Blechbüchsen von i Pluno ft 1.50. l Pfund fl. 2.50, 2 Pfund st. 4.50, 5 Pfund fi. 10. l2 Pfund fl. 20. 24 Pfund fl. 3»'. Il«!V3>«.>«:!«!-<: <'Kn Innsbruck Diechll H ^Fraul, iu Vinz Haselmayer, ,n Pest Tiirül, in Prag > I. Fürst, in Brunn F. Eber, sowie in allen Städten bei gulen Apochel.rn uud SpcccrethÄndleru; auch velseudel da« Wicuer Haxs nach allcn Gegenden gegen Postanweisung «der Nachnahme. I Wir machen auf die im heutigen Glatte eischieneue Annonc: d?n Viebig'schen Kumys-Gztract betreffend, aufmerksam. Neueste Post. (Trittinal'Ielegramm der „itaibacher Zeitung.") ^Fien, U. Jänner. Der Adreftausschuß nahm den Herbst'schen Adrepentwurf an. Der selbe paraphrasirt dle Thronrede, betont, dap Ansprüche, welche HtaatSgrundgesetze für einzelne Königreiche und Länder uuverbi»d lich erklären, vom Verfassunsssstandpunkte nicht anerkannt werden können, und drückt die Ueber,euftunss aus. daß die Vefestigunss der Verfaffunss nur dadurch erreichbar sei, daß die slcicksvertretuug von den Landtagen unabhängig gemacht werde; er sagt weiter, daß eine derart bewirkte Kräftigung der <5cntral Vertretung die Verständigung mit (Yalizien erleichtere und beide Angelegenheiten einem endgiltigen Abschlüsse entgegen führen werde, er bespricht einzeln alle in der Thronrede ver heißenen Nefurmen und Gesetzvorlagen, er« wartet namentlich, daß in Holge der llufhe» bung des Eoncordates nothwendige Vorlagen die blechte dcr Staatsgewalt gegenüber der Kirche schirmen werden ; er hebt die Nothwendigkeit der tHleichgewichtsherstellung im Staats» haushalte durch Vermeidung nicht dringender Auslagen hervor, stimmt der beabsichtigten Aufbesserung der Stellung des (llerus zu. ver« weist jedoch diesbezüglich auf die Handhabung und Reform der bestehenden besetze über die Besteuerung des geistlichen Vermögens uud die Nothwendigkeit durchgreifender 3leformen des Systems der Heranbildnng der Seelsor» ger und der gesetzlichen Sicherstellung der Vin« ftußnahme d,s Staates auf d»e Besetzung der Seelsorgerpfründen. Die «Neue Frei Presse" meldet: Die noch ab. wcstnden Abgeordneten aus Tirol und Dalmatien tün-digtcn ihr Erscheinen im Reichsrathe an. Nach der „Reichsraths'Correspandenz" werden noch nachstehende Regierung«.Vorlagen eingebracht werden, und zwar vom Handelsministerium: der Vertrag zwischen der üfterrelchisch'ungarischen Monarchie und den V«rel-nigten Staaten von Nordamerila, betreffend den gegenseitigen Schutz der HandelsMlNl>.tl; ooiu Justizministerium: ein Gesetzentwurf, betreffend die Handhabung der Disciplinargewalt über Advocaten und Advocaturs-Ean» didaten; und ein Gesetzentwurf, betreffend die Erneuerung von Inscriptionen, sowie die Anmeldung und Um» gestaltung von Hypothclarrechten in Dalmatien. Ferner wirb von dem Abgeordneten Dr. Herlist und Genossen der Antrag auf Wahl eines Verfassungsausschusses gestellt werden. Pest, 6. Ianncr. In der übermorgen beginnenden Reichstags - Sess io n, die mit dem A). April zu Ende geht, sollen der Reihe nach folgende Gegenstände erledigt werden: Die noch rüchländlgen Budget« des Cultus- und Kandcsoerlheldigungs-Ministeriums, die Nuntien des ObcchauseS in Betreff dcS Jagd» lmo 1 Gelverbe-GejetzenlwulfeS und die Gcfetzentwülfe üoer daS Tabalmonopol, über die Vereimguug der Slüdlc Pest-Ofen, über dlc Reform des 1648er Wahlgesetzes, über dle Verlängerung d>.r Dauer d.s Rcichslags-Maudales und endlich die Gesetzentwürfe des Hommunicaiiousmi-nlsters über die Pcster Velbinduligsbahn und Mlhrcre lleinere Verfügungen. Eventuell winde auch noch das Gesetz üder da« große Eifenbahn.Gefchäft zur Verhandlung gelangen. London, 6. Jänner. Das heute Mittags verüf. fentllchte osslcielle Bulletin lautet: D«e Hersttllling dc« Prinzen von Wales nimmt einen in jeder Vezlcljung günstigen Fortgang. (5 o n sta nl i n o p e l, 5. Jänner. Die zwischen der Türlei und Rußland abgeschlossene Convention wegen Regung eines Telegraphentabels zwischen Odessa nub Couslantinopcl wurde vom Sultan raüficirl. New «Hort, h Iäliner. Nachlichlci» au« Mexico melden, daß die Uieoolullo» »n Nold>nco >otlzchre>lel, dagegen sei Porfirio Diaz im Welchen. Verdo behauptet seme Position. < telegraphischer TUechsellVor» oom « Jänner. i>p>". Mslt« 6.'l.l!0. — liperc. MelulUque« m>l M«l. u,«d i/ioucmber - Ziujrn 6<<.6<». — l>p?rc, HiuUouul - Aulthen ?l. — 1«<^>er Glaato-Hillehll! 104.70. - j.7ü. — Vmide» N5.30. - Gilbsr ll4.ii5,. - lk. f ViUn^ ^lltale» i».3l). — !)lapoltond'or i1.l4 Austekommene fremde. All! ?. ^ülmcr ^l^l'^lDt. Cilovar, Zt. üteorgen. ^ Stevmola, Uiltertrain. Hirlchlsr, Mannsblirg. - Dollenz, itausm.. Men. — «brös» !l!id P^llal, Kaufl., <^ra,^. ^»««>« TV»«?«,. Woriualowsln, Wien. - Deisinger, Urauer, i.'ack. - Weicl'sler, Hlfm., Wlei». ^uh, Usm., 6 . ^ SW schw. «an, bew. «,„" !<)., Nb., 715m -l- 0, ! windstill ^ sternenhell , ?>"' Vormittag» abwechselud stalle Ollsse. schwarze« Äewillls. Nllchmilta^« aellchlc!, hcrrlichc /lbcnddclcuchlung dür Alpen, Aliexdrolh. V,^„^,h.lll Nacht. Nach Hiiltcruachl alnrmal» Regsn, Seit 5 llhr morgen« Schneeball. Da» Tage«mitlel t>s< Wärme -^ >^6", um hr durch das gestrige Vorauseilen unserer Vi)rse gsbolene Marge. Der hicdllrch geUble Druck wurde »edoch durch die vor» >i WUlfllllNllU)!. feste Stimmung des Mallle«. lheilweist paralysirl und nur in der Versteifung der Devlse», deren Anschaffung zu Netounn -rfsrdellich wurde, machte sich bl M,i:Novcml>tt 62 80 62.90 . . „ Fldruar.Nugufi 62 80 62.KO . sill,!r .. I»nner-Iull 73 — 73.2b , ^ ^ »pr,l-0ct<,del . 73.10 73.30 Lyse » ^l 1U3V..... 318- 321. .. .. 1854 (4 '/,) zu »lM st. »4 lO 95 1860 zu 500 st. . . 105.50 10V. I860 zu 100 st. N8i'0 119. « „ 1864 „' lO0 st. . 144 50 145.--e i«a^»I>(.nläl,eu ^'illildbrilst zu 120 fl. » W. in Gilder . . 120.75 121... »». .... . b . 74 75 75 25 «ieder-Oefierreich. . « 5 . 34.50 35.50 Oder iDeslerreich . » b » 9>^>erm»l' ... „5» 90-91 — llngar» .... . 5 .. 7»<5(' yo. . t. Under» öffentliche Anlehen Vonaur,gnlirnng«l<>st z» 5 pLt. 94.25 94.75» U> g. Eiscubahnanlthen zu 120 ft. 0. W. sllber 5', pr. «tu«l 110— N0.5<» Nug Prämienaulehtn zn 100 st. il.V^« 5m;<»P.) l»l. ««< 10» «f» 10350 Wiener Älunmuualanlehen, rtlck- Veld Waare zahlbar 5 plt. fUr 100 st. . . 87 50 88. - ». Actlen »,n Vanslnstltuten. Held Waare »nglo-iisterr. Va»l.....329 50 330 — Vanlver««.......306 50 307.50 Yodcil-llrebUaufiall . . , . 290.— 295 — treditanftalt s Handel u. Ten, . 338 — 338 25 «reb'tauNall. allgem. ungar. . . 130.25 I3<)75 ««compie-Oesellschast. u. «. . . 395. 1005.-Franco-öfterr. N»!,l . . . . IÜ8 80 139.— Veulialhaul.......—.— —.— Handtlsbant.......238.— 240.- 'liallonaldanl . ... 832.-- 834 — Unionbanl ..... 288.75 289.- V««in«bllnl.......111.75 112. Verlehr»bllnt.......192— 193. >3. Nctien »on irauHportunterneb» mungen. Geld Vaare »lfÜld-Flumaner Vahn . . . 1H6.— 186,50 Vötzm. Neftbahl,.....266.— 267.— tllrl-?udwlg-«ahn.....26<».50 261. Donau-Tampfschifsf. «esellsch. . 64^.— 650,— «lilodlthWestbahn.....245.50 246.— «lisabeth-Wtftbahn (i!inz - Vud- weifer Streckt).....2l l— 21150 Ferdmand«-«ordb«hn . . . zi«5 2130 — ft'v,ftlrchm.V«rcs«r«V«h» . 184 184 50 ^rnni'Isl^vds'Bllbn ... 2105.0 2ll l.'tmberl,-l,^«..Iafsyer,Vahn . 16» 166—' ««yd. ilfterr........ 4^i0.- 433— ! Oesserr. NordweNbahn . . . 222 223 — ^ «udolfs-Vahn...... 167 167.t>0 T'tbenbUrger Uahn .... 179 180.- > slaatsbllhn....... 397 - 398,— slidbahn . ...... 211—21225 Sttd.nordd Verbmd. «ahn . . 180,- 181 . Theih.Nahn....... «6» 50 270.50 Uugarische Viardoftbahn . . . l62. 164. Ungarische Ostbahn..... 155 155.50 tramway........ 238. - 238.50 »>. Pfandbrief» (fur 100 st ) »lly. »ft V«>l».»-Tredit'«uftall <2eld Waare vlc^sibar ,u 5 plt.,» silbe» 105 25» 105 7'» N2.iu 3ijI.r>ickz.,u5p.-rlorität»obliaatil»nen «," Waare H>>; -Weftb i„ s, ocr,, <>, smiff.', 95 50------ Herkmands^tordb. in silb. »erz. 105 75 106.25 j. ' V1H11 .... 1<«. - H, <<.t.«.v«^' »m. 106.- ^^f'-? «l^»„zl^«,n .. 101 t>0 102. - ! Geld Va«le Siebend, »ahn in Tilber verz. . 9l. 9l/,0 Staatsb. G. 3*/. > 5s)0Fr...! «m. 131 50 135,- - , Sttdb.O «".,5udb.-Von« 6°. (1870-74) > ^ 500 Frc« pr. Gt» :i5 5O !!5 6<» ,1jarla. '«» 100 Kr«nc« ... 44 55. 44 «!, lssvnr» >«» «eldfov,^, «. Mnnz-Ducatel . 5 st. 3« ?,. s. ft. 40 lr. I^apoltouod'or . . 9 , 16j 9 ^ Ni^ ^ Preuh. Casseusch^ne l ^ 73j . 1 . 74 „ 3ild« lI4 ^ 75 . llü . .. ssrainischl Änlubentlastnng« - O^l«o<,eiü^,n, ^il« "<^», H6