Freytag, den 6. August 1824. L a i b a ch. i (Me k k. Majestät haben geruhet, nnt a. h. Ent- ^ schließung vom .5. Iuny d. I. folgende Privilegien zu> ^ verleihen: „>,.,. r I. Dem Emanuel Scholz. Inhaber der Pr.mleg.en ' auf die Erfindungen neuer Billardkugeln und der mn ^ neralischen Mosaik, und dem Thomas Turaslewicz. dessen ^ Stiefbruder, wohnhaft in Lemberg in der untern Vä> ^ ckerstraße Nz. 42^, für die Dauer von fünf Jahren, auf ^ die Erfindung, mittelst einer neuen Gattung von Zie, ^ geln, zu deren Erzeugung eine gleichfalls neue drey. ^ fache hölzerne Müfchine angewendet werde, und mtt» telst eines, aus dem Harze des Nadelholz's zu bereitem ^ den wasserdichten Mauerkittes, statt des Kalkes, sowohl ' alte als neue Gebäude und Gebäudetheile vor ver Feuch- ' tiqkeit zu bewahren, selbst wenn die aufzuführende Mauer mit einem Canale oder mit den Abtritten zu ^ verbinden wäre, wobey übrigens die dießfällige Arbeit leicht von jedem Maurer versehen werden könne. ' II. Dem Ionathan Lazar Ussenheimer, technischen ^ Chemiker, wohnhaft zu Wien in der Stadt Nr. 3i, fur die Dauer von fünf Jahren, auf die Verbesserung des mit a. h. Entschließung vom ». April 1821 prw-leg. Sud« und Trocken«Apparates, welche der Wesenheit nach in einer Vorrichtung zur lFrzielung der Berührung des ganzen untern Raumes des Flüsstgkeitdehältcrs mit dem Feuerherde ; in der Beseitigung einer der drey Röhren des Hauptapparats; in der Nebeneinanderstellung der früher entgegengesetzt angebrachten zwey Röhren de5 auch für andere gewöhnliche Ofen tauglichen A«sah-Apparates; in der nach Umständen thunlichen Erspa» rung einer solchen Röhre; endlich ln Votrichtungen zur zweckmäßigern Einsetzung deS ganzen Apparates in das Behältniß, zur Benützung desselben als eines guten oder schlechten Wärmeleiters, und zum AuSpehen der Asche während der Operation — bestehe; wonach dann der verbesserte Apparat unter der Benennung: Lilan: ner Apparat, folgende Vortheile gewähre: ,) daß nunmehr die ganze Wärme, selbst jene der heißen Asche, zum Zwecke des Siedens in Anwendungkomme; 2) daß die Wirkung des Feuers nicht nur von innen nach au» ßen, sondern zugleich von unten nach oben, und, mit Benützung des Ansatz »Apparates, auch noch von oben nach unten erfolge; 3) daß man mildem Likanner Ap, parate in Behältnissen von wenigstens 40, statt von zehn bis zwölf Zvll im Durchmesser arbeiten könne; 4) daß Krsparniß an Zeit und Brennstoff, wie auch bef» feie Qualität der Erzeugnisse bezweckt werde; 5) daß ein solcher Apparat nicht nur in der Hauswirthschaft, in Spitälern und auf Landreisen, sondern auch beyde» Schifffahrt zum°K?chen, ohne alle Feuersgefahr, dann zur Vermeidung des Einfrierens der Schiffe, Brücken» joche und Mühlen, wie auch zur Befreyung derselben vom E»fe, wenn sie berc^ eingefroren waren; ferner bey Waschanstalten, Fluß'und Seebädern, Brauhäusern, Bleichen, Fälbereyen und Salpeter«, Pottaschen», Soda- und Weinstein - Siedereyen sehr vorlheilhaft zu bcnühen sey; 6) endlich, daß die Heitzung ohne alle Unterbrechung beliebig lang fortgesetzt, und dabey jede Vodung und jedes Faß gebraucht werden könne, ohne dcßhalb zur eigentlichen Bestimmung untauglich zu wer» den, indem der likanner Apparat für den Luftzug und Aschenabfall keine Öffnung im Behältnisse erfordere. III. Dem Johann Petrovih, befugten Wichsfabri. kauten, wohnhaft zu Wien in der Alservorstadt Nr-»3, für die Dauer von fünf Jahren, auf die Verbesserung der von ihm bisher bereiteten Frankfurter Fett. Glanz, wichse, wonach dieselbe, ohne zu schmutzen, sehr schwarz und glänzend, dem Leder zuträglich, und mit größter Leichtigkeit zu gebrauchen sey. IV. DemFlan; Anton Vdlerv.Emperger, Fabrikinha« her zu Wien in der Stadt Nr. 1126 wohnhast, für die Dauer von fünfIahren, auf die Erfindung. mit einem chemisch zubereiteten Firnisse alle Seiden,, Leinen-und Vaumwollcnzeuge u. dgl- wasserdicht, und an Güte ^ und Dauerhaftigkeit dem Leder ahnlich zu machen, dann ! denselben mit nllen Farben ein schönes, glänzendes An, , sehen zu verschaffen. 252 V. Dem Anton Schulz, dürgerl. Drechslermeister und Vlasinstrumenten^Verfertiger, wohnhaft zu Wien in der Stadt Nr. 932, für die Dauer von zwey Iah» ren, auf die Verbesserung, sowohl für alte als neue Blasinstrumente, Klappen von jedem beliebigen Metalle zu verfertigen, welche, ohne Leder oder Ventil, leicht schließen, und den Vortheil gewähren, daß die Töne gleichmäßig und leicht hervorgebracht werden. VI. Dem Joseph Daniel Hoffmann, bürgerl. Po« samentirer, wohnhaft zu Wien am Schottcnfcld in der Rittergasse Nr. 29t, für die Dauer von fünf Iah« ren. auf die Verbesserung, auf Mühlstühlen faoomrte Bauern» Groß^etour «Bänder zweyfardig za erzeugen, welche von vorzüglicher Qualität seyen, mit den bisher im österreichischen Staate verfertigten, im Preise gleich stehen, dieselben aber an Schönheit übertreffen. Wien. Se. MajeMt der Kaiser haben sich mit Ihrer Ma, jestät d,r Kaiserinn, nach gcendigter Bade - Cur, am Mittwoch den 26. Iuly früh Morgens zurück nach der Hofburg verfügt, und sind den 3o. von hier nach Lu» bereck gereiset, von wo Allerhöchstsie Sich auf die übn, gen eigenen Herrschaften in Österreich begeben werden. In Folge des a. h. Patentes vom «i. März töiö, wird am 2. August d.I. um zehn Uhr Vormittags, die fünf und dreyß'gste Verlosung der älteren in Papier» geld verzinslichen Staatsschuld, in dem hierzu bestimm-Locate in der Singerstraße im Franziscaner » Kloster« gebaude, vorgenommen werden. Böhmen. Nachstehendes ist der Beschluß der in der Präger Zeitung mitgetheilten Nachrichten (f. Laib. Zeit. Nr. 59 u. 60) über oie außerordentliche Üb erschwern» mung in Böhmen vom «6. u. «7. Iuny: »Auf der Herrschaft Königfaal nächst Prag, wo der Beraun- und Moldauftuß sich vereinigen, war bereits am 26. Vormittags das Wasser fs hoch gestiegen, daß es zu beyden Seiten über eine Strecke Landes, von mehr als einer Viertetstunde Weges längs den Ufern ' getreten war, utle Felder, Wiesen und Garten derVe« , wshner von Groß« und Kleinküche!, von Königsaal, i Nadolin, Lahowitz, Unterczernoschitz, Nczwniy und , Zahiel,tz überschwemmte, und ihre Wohn- und Wirth, . schaftsgebäude zwey biZ drey Ellen hoch unter Wasser < setzte. Den unglücklichen Bewohnern blieb nicht» anderes l übrig, als sich mit Weib und Kindern vom Hause zu l flüchten, und alles zurückzulassen, oder sich, ihre Hat), ! seligkeiten und ihr Vieh auf den BöZen vor der immer l steigenden Wasselgefahr zu retten. Viele von den Ge» c bäuden dieser unglücklichen Bewohner wurden sehr be» 'l schädigt, oder stürzten gar ein; chre Feloer liegen ver« t. fandet und mit Schlamm überzogen da, und von ihren l Wiesen ward das aufgeschoberte Heu weggeschwemmt, i c Cs isl e,n niederschlagender Anblick, die Wiesen und l selvcr, w.lche heuer die frohe Aussicht zu einer gesegnc-^ ten Ernte gewährten, verwüstet zu sehen. Die traurige z.age der hartbcdrängten Grundbesitzer, deren Hoffnun» . gen ganz vernichtet sind, stellr sich von salbst um so be. . dauernLwuroiger dar. als sie sich solchen Unglücksf.iUcn ^ liauftger aubgeftht finden, und von lensclocn dctrosfln . 3^«"' ^^" ^'^ Beschädigungen, welche an l^>! - ^.ftau^ecn, Brücken und Canälczi des Landes durch, die!« Uderichwemniung angerichtet worden sind, liefern d,e . eingelettelen Erhebungen nachslehende Resultate: Auf > ?" ?'^?^ Straße ist die gemauerte Drücke unterhall, des Großklcczkr Berges cingeslürzt, und die Passage ° wurde e,nltwe!lcn durch Herstellung einer hölzernen , 0lothdruckc gesichert; d«e Brücke in Habern unterlt,g ^ einer minder bedeutenden Beschädigung. Auf der Kö« mggiatzer «Htraße fand an d^n steinernen zwey Brücken ^ bey Hlaupittm eine Unterwafchu^g der W,dirlal,cn l Vtatt, nachdem vorher die Stcine aus der Pflasterung unterhalb dee Gewölbdogens ausgerissen, und vom Was, ser weggcwa zc waren. Ac f deriicitmeriher Straße war der Fahrdamm in Weltrus sowohl, als auch zwischen > Leltmerltz und Theresienstadt auf einige Klafter Länqe ganz durchgerissen; bey Lieben ,st cin Stück Stemtel» raffe von 28 Klaftern Länge eingestürzt, und zwischen Doxan und Dollanek wurde eine 25 Klafter lange Stein» terrasse aus ihrer Lag», verschoben, wodurch i» dcr Straße em bedeutender Einriß entstand. Im Numburger Stra, ßcnzuge wurde die hohe Aufschüttung vcy Neudorf nächst KoUm auf ^Klafter Lange unterwaschen, wodurch d>e daselbst aufgestellten Geländer herabg/stürzt sind Auf der Bud.ncr Straße wurde der halbe Fahrdamm durch emtnan der neben liegenden Anhöhe Statt gehabten Erdf.ll m,t Schutt bedeckt. Auf der Tepliycr Straße wurden ,n der Gegend von Peterswald cimqe qemauel-e drucken, dann Steinterrassen stark beschädigt. D-« hölzerne Brücke auf der Straße bey Poddaöa wurde gan; weggeschwemmt, jedoch das Gehölze davon bey HNuhci)au,en aufgefangen. An der über den Eqcrflug bey Postelberg führenden Brücke auf der LcipzigerStraße tiat ebenfalls eine Beschädigung Statt gcfu»den, welche aver wegen deü hohen Wasserstandes noch nicht nahe« untersucht werden konnte. Auf der Neichsstraße zw>. schen Veraun und Pilsen fanden an den Brücken und 6""alen d'e meisten Beschädigungen Statt, und zwar hauptfachlich an der hölzernen Brücke über den Berau.,. ssuß, welche von dem Wasser gänzlich weggeschwemmt wurde; ferner an der gemauerten Brücke übe« den Püdeitbach ,n Rok'han. an der Wegpowitzer Brücke, an der Brücke und den Terrassen auf dem großen Fahr» oamm vor Pllscn , dann an der Brücke im Dorfe Skor« nian hinter Pilsen, welche sämmtlich mehr oder weni-ger an den W'dcrlagen unterwaschen sind. und worun. ter d«e Brücke auf dem D.'mme vor Pilsen ganz ein^ gestürzt ,st, daher daselbst eine hölzerne Nothbrücke hl«' gestellt werden mußte. Im Zuge der Klattaurr Straße ^nV Vemower Brücke stark beschädigt . jedoch oie Passage daselbst durch eine angebrachte Unterstüftung ge! chert. Auf der bailischen Straße wurden drey Ca» «ale so stark beschädigt, daß sie von Grund auz neu g« baut werden müssen. Bey Königsaal im Passautl Stra-Lenzuge wurde d,e über den Veraunssuß führelide Brückc, deren Erhaltung der Obrigkeit zustehet, bey stcigendir 253 Wasscrssuth vorsscktsweise adgettaqen, daher nur die dosten der WiederherstcUung als Verlust zu betrachten sind. Im Dorfe Alcwttl ist ein Canal zum Theil ein« gestürmt, und der übrige Theil befindet sich in elnem so schlechten Zustande, daß eine Üdervauung desselben not!)' wendig w>rd. 2luf der Linker Straße sind bloß einige Unterwaschungen der Widcrlagen und Flügel an den Brücken und'Cancilcn eingetreten. Auf der Pifeker Verdindung5straße haben sich an zwey Stellen die mit Nasen verkleideten Straßenskarpcn auf^Nlafter Länge von demFahrdamme abgetrennt und bedeutend gesenkt. An den hohen Aufdam'mungen der Pilgramer Straße sind auf eine Länge von 100 Klaftern mchrere Erdschic» bungen erfolgt, wodurch an manchen Stellen die Fahr» bahn auf dic'Halfte der Straßenbreite beschränkt wurde, uno d>e W'derlngen an der großen Brücke im Smi-eauer Thalc sindlstark unterwaschen. Auf der Saarcr Straße wurden zwey Brücken und ein Canal durch Un-tcrwaschung der W'derlagen mehr oder weniger bcschä-. digt, und an den Rascnfkarpen fand auf 4^ Klafter Länge eme Senkung Statt. Auf der Politschkacr Straße endlich ist ein Canal ganz eingestürzt, und zwey andere wurden unterwaschen. Die l)ier aufgezahlten vielfältigen und bedeutenden Beschädigungen lassen auf den großen Geldaufwand schließen, welchen deren Verbessc« eung kosten wird." Deutschland. Die neue Speyerer Zeitung enthalt Fol» gendee aus Nheinbaiern: „Zu Schaidt, im Canton Kandel , sollte unlängst ein braver protestantischer linecht begraben werden. — Da die Protestanten m dem Orte keine Kirche haben, so wollte der herbeygehohlte pro» testantlsche Pfarrer die Leichenrede im Freyen halten___ Aber der Ortspfarrer und der Bürgermeister ließen das mcht zu, räumten ihm die katholische Klrche en,, und alle Katholiken wohnten dem Gottesdienste bey — Hierauf erhielt der katholische Pfarrer zu Schaidt nachfolgendes Schreiben vom 24. Iuny aus Straßburg: Christen aller Benennung in Straßburg. An den «. t. Hcrrn Pfarrer in Schaidt, Canton Nandcl, im dair- Rheinkreise. Verel, rungswürdigsler Herr Pfarrer! Wir haben im Landauer Wochendlatte die Ehrenmel> düng gelesen, die Sckaidc sich erworoen hat. — Die Rührung, die Ihr edles Benehmen in -unZ hervor, brachte, tann nur der mitempfinden, der scmcn Neben« menschen wahrhaft liebt, und Die Greuel haßr, d!e der Parteygeift gebiert. Sie haben den wahren Sinn des Evangeliums. — So hätte der Stifter unsers Wlau» bens selbst gehandelt. — Jeder Menschenfreund deut ^l'ncn , I^rem l)ieder,n Vüraermeister und jedem Schawter da.lkda« die HanD. — Der Allvater möge segnen ihr Bemühen, und Sie vor allem tt^lück dc-wahren -- M„. s^ß^ ^^ wenn d>e gan^e Christen« hclt !nit reifen, und schlägt die Stunde des Schemens, in^d bedarf es des Trostes, so nnrd der Gedanke nuch Sal^ düng führ ihn seyn, christliäi gehandelt zu haben. — Ihnen, verehrungswürdiger Her« Pfarrer, danken wn-herzlich. Sie haben sich an uns Freunde erworben, die Sie nie vergessen werden." Straß bürg, den 24. Iuny 2624. (S.Z.) Vom Rhein, den iH. Iuly. In der überrheini, fchen Pfalz herrscht gegenwärtig eine Wohlscilheit. wie man sich deren seit Menschengedenken nicht erinnern kann. 1819t und il)22r Weine werden pr. Stück 100 ft. billiger verkauft, alo in den Jahren, in welchen sie gewachsen. Von Kartoffeln giebt es noch so bedeutende Verrathe, daß man. bloß um sich ihrer zu entledigen, sie zu 12 bis 2a kr. pr. Maller fortgibt. Diese Werth» losigkeit t>'er Lebenümtttel erstreckt sich auf die undedeu» tendsten Gegenstände. (S.Z.) V a i e r n. Würzburg, vom 25.Iuly. Verflossenen Som,. tag hat die hiesige Stadt und Gegend ein gro^v Uü» glück getroffen. Nacy e>mgen sehr warmen Tagen, wo das Thermometer üdcr 24 Grad stand, erhob'stch on. Gewliier aus Nordwesten, und brach Nachmitiago uaa) zwey Uhr mit heftigem Regen und H gcl loZ; der Stu'^n riß viele Baume aus den Wurzln, um> Vs,aä) an vü'len die Arone ab, so daß die Stamme onne Äste dastehen. In den Waldungen wurden mehrere Hun» dert der schönsten Stämme von diesem fürchteillchei, Orcane niedergerissen. DasW^sftr jchoß eincm slarl«!, Strom ähnllch durch die Straßen und C^nalc, welche durch die Stadt gebauct sind, und wett!,ch von der Sladt, hadi-'n unbeschreiblich gelitten. AUe Feldsrüchce sind in den Boden geschlagen, und die Wcmgarceil, von dem Neuendcrge b,s auf die Entfernung von zwey Stunden, sind so gcinzlich von dem Hagcl zerstört, daß für einige Jahre keme Hoffnung einer Ernte geblieben ist da alle von dem Hagel getroffenen Reben dcn Triet> verlieren und abgeschnitten werden müssen. Dle Erde, die mit so vieler Anstrengung auf die stellen Anhöhe« actragen werden muß. ist heradgcschwcmmt. die Wue, icln der Wemstöckc sind entblößt, viele neue Anlagen aanz ausgerisscn. und >m Ganzen einc Verheerung ent. standtn, die unbeschreiblich »st. Aus dem Stelnbach. Grunde wurden von Reichenderg !,cr Schaft, Schweine u,id Rindvieh in den Mayn getrieben, d>e Wahlschein, lich aus der Weide von der Gewalt des Wassers ergiif, fcn, ohne Rettung verloren w^ren; auch die Maltun» gen Aldertbhausen, Lindfiur und beynahe gegen «c»Qrt< schaften verloren ihre hoffnungsvollen Er»ten. W>r kennen den garnen Umfang des Unglücks noch nicht, daß eir? einzige Stunde über die Gtgeno gebracht hat, und wissen nur, wag unter unsern Äugen geschehen ist, und hl^r >st leider die Verheerung sehr traurig. D'e Lagen im Norden uni> Osten von der Stadt, die Ge» gcndenvon Dülrback, dcr Stein. Schalküberg lc. habe„ weniger gelitten. Einige Menschen werden vermißt, und man fülchtct, sie seyen ein Raub der Fwlhen ge. wordln. 254 Gleiches Unglück traf an demselben T>ge. nur um ü «ine stunde früher, Mannheim. Ans Üa mdsheim > in N0enibai,'rn schreiet man von dorther: >,M Das Wasser schoß durch die Häuser in die Hluden, wo m.m es mit dübeln her« austcagen mußte. Fcderoieh in den Hosen, Hasen auf < dem Felde, und die Scörche auf den Dachen wurden ^ getödtet. In hiesiger Gemarkung ist die Lrnte von mehreren tausend Morqcn zu Grunde gerichtet, und auf vielen Feldern erkennt man nicht mehr. welche Ge» «rNVeart daselbst gestanden. Fast alle Baume und Wein« > berge sind zecstött." (S. Z.) > Niederlande. In Brüssel starb vor Kurzem ein reicher Bürger, welcher seinenBegrcibmßtag nicht zueinemFeste derEi-teltett und der Säwulu!t, fondern zu einem Feste der Freude für viele Nothleidende machte. Gr hatte nähmlich in seinem Testamente festgesetzt: daß nicht bloß dle^ ses eine Mahl, sondern auch in den nächsten 6 Monathen an einem gewissen Tage wieder, ioaa Brote und iooc» Plaketten (eine kleine niederländische Münze) an die Armen vertheilt werden sollten. Ausdrücklich,aber hat er ii, seinem Testamente verlaugt: daß sein Leichende« gängniß nicht mehr kosten solle, als in den Beerdigungskosten einer Leiche von der dritten Classe ausgeworfen ist. (S.Z.) Lombardischüvenetianisches Königreich. Venedig, den 23. Iuly. Der Abbe Giovanni Battista Gartori Cauooa hat der k. k. Akademie der schönen Künste in hiesiger Stadt ein Geschenk mit G>P2« Abdrücken seines Bruders, des Marchese Canova ge--macht, welche die zwey kolossalen Gruppen des TheseuS, wie er den Centauren besiegt, und des Herkules, der den Likae inü Meer wirft, vorstellt, so wie auch mit einem ModeU eines seiner für den Hof von Neapel in Erz gegossenen kolossalen Pferde. Mailand , den 2i. Iuly. Die Special« Commission in Mailand verurtheilte den Luigi Manfredini von Mantua. und den Cesare Aldertini von Quingen, tole wegen Hochvcrrath zur Todesstrafe, welches Ur, - theil der k. k. Senat der obersten Iustizstclle m Verona bestätigte. Se. Majestät der Kaiser geruhten indeß, diese Todesstrafe für Manfredini in schweren Kerker von 2n der Kirche der Dominicanerinnen die Bischöfe von Milcto, Aosta und Ivre^i unter Assistenz des Patriot» cden von Ant,ochien und des ErzdischosS vou Damiata feyerlich confecrirt. ^V. v. T.) Königreich Sardinien. Turin, den ,7. Iuly. Der kö'mgl. spanische Both« schafter bey Sr. Maiestat dem Könige beyder Sicilien ist aus Aranjuez in dieser Hauptstadt angekommen. Frankreich. Das neue Quartier, das in Paris angelegt, und den Nahmen Villa Trocadcro erhalten nird, besteht in einem großen Halbkreise auf den Höhen von ChaMot, rundum mit Häusern dcbauct, in dessen M>ue ein 120 Fuß hoher Ooelluk, vum Andenken 0eZ spalii» schcn Feldzugs, sich erhebt. Durch diesen Bau bekommt Paris eine Straße, die an Lange und perspektivische« Schönheit vielleicht in ganz Europa ihres Gleichen nickt hat, da sie gegen H5oo Meter (i2>86oFuß) lang wer» den wird, und durch die schönsten Gebäude hinläuft. Herr Düssault, Verfasser der H-unaie-ü Uu«raire8 ist am i5. Iuly zu Paris verstorben. Das Memorial BordelaiZ will wissen, der Herzog von San Carlos habe die Sielte als Vicekönig von Navarra nicht angenommen, und, obgleich man ihm die Gesandtschaft' zu Paris entzogen, sey er dennoch Willcns, in dieser Hauptstadt als Minister Sr. Hohett des Herzogs von Lucca zu blechen. Großbritannien und Irland. 'Beschluß des im vorigen Blatte abgebrochenen Artikels von dem in London erfolgten Ableben der Chinesinn P h 0 u F 0 u n g Qu e 0 n : „Diese Dame war ungefähr 20 Jahre alt, eher hübsch als häßlich, mit langen, glänzend schwarzen Haaren. Ihre Physiognomie hatte die mongolische Form, war avc« regelmäßig und hatte nichts Abstoßendes. Man halte sie. die Local-V^rurlhcile bey Seite gesetzt, in de« That schön nennen können; der Ausdruck i!?res Gc> stchts war gefällig, und verrieth eine gewisse Anmuth und Freundlichkeit, mit anständiger und bescheidener Zurückhaltung gepaart. S>e besaß die in ihrem Viter-lande gewöhnlichen literaiischen Kenntnisse, und vfi.gte sich von ihren Dienerinnen chinesische Bücher vollern zu lassen. Ihr Bück war äußerst geistreich, und sie bemerkte alles Eigenthümliche in den Manieren und in dem Benehmen der Personen, welche sie zu Gesuchen pflegten; nicht die geringsteVeränderung in dem Aufn>r>i. in demAnzuge u. f. f. dieser Personen entging ihrer Auf; > merksamkelt, und sie forschte dann neugierig nach den Ursachen derselben. So z. B. wenn eine Dame einen Tag mit einem Shawl und den andern ohne einen solchen zu ihr kam, oder wenn em Herr einen Tag eine ' goldene Uhrkette und Petschaft, und ein andersmal l ' ein bloßes Uhrband trug, wollte sie den Grund davon ^ wissen, und od etwa eine folche Veränderung des <<« ' gentbümlichen Charakters des Tages we>i?n gemacht worden sey; od die Person bey emcr besondern Cere« ! monie, welche einen besondern Anzug erheischt habe. , gewesen sey u. f. f.? Sie selbst ging immer nett uni) , zierlich in der Tracht ihres Landes, und viele ihrer Kle" dungsstücke waren von ihr eigenhändig gestickt. Sle