Areitag den 24. Septemöcr 1880. XI!. Jahrgang. Die „Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — sü? Marburg ganzjährig L fl., halbjährig 3 fl., vierteljahrig 1 fl. 50 kr.; siir Zustellung in« Hau« monatlich 10 kr. — mit Poslversendung: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 N., vierteljährig Z fl. JnsertionSgebnhr 3 fr. per Zeile. Dir Vra^er Lluidts-Aiissttllllng. In der Nähe des AZestbahnhoscS zu Graz erhebt sich da» gefällige Ausstellung«.Gebäude, da« Merk einer kleinen, aber Unternehmung«-lustigen Schaar von Männern, welche mit der heurigen Landesausstellung auch den Zweck verbanden, der Stadt Graz ein Gebäude zu gewinnen, welche« die Ausstellung ttberdanere und später ähnlichen gemeinnützigen Unternehmungen dienen soll. Bedenkt man, dab e« noch vor einem Jahre vollständig ungewiß war, ob die Ausstellung überhaupt schon Heuer zu Stande kommen wird, dab noch im August 1379 ein kleinlicher Streit zwischen den Bewohnern des rechten und linken Mur-User« tobte, wo die Ausstellung abzuhalten sei, so wird man oller» ding« die Genugthuung begreisen, mit welcher die Grazer heute da« in der Jndustriehalle lZe-botene betrachten. Die Ausstellung besteht, von den Gartenanlagen und den temporären Ausstellungen abgesehen, au« dem eigentliche» Jndustriegebäude und vier Annexen. Der südlichste der Annexe ist die Maschintnhlille. Dieselbe präsentirt sich sehr stattlich und ist namentlich mit landwirth« schastlichen Maschinen und Geräthen ungemein reich beschickt. Hier befinden sich nach der Zahl der Firmen die steirischen Aussteller noch in der Majorität, aber auch Kärnten, Böhmen, Echtesten, Deutschland und besonder« reichhaltig Wien sind hier durch beinahe ausnahmslos neue und wichtige Apparate vertreten. Die Wagen, Feuerspritzen und Löschge-räthschasten fallen ein?n eigenen Pavillon. An der Wagen'Exposition haden sich nur fünf Firmen betheiligt. Zahlreich sind dagegen Feuerspritzen und Löschgeräihschaften vertreten. Der alten Laibacher Firma Samassa begegnet man hier und dann auch noch in dem Hauptgebäude, wo sie drei große Thurmglocken von dem schöusten Klange ausgestellt hat; diese alte Glockengießerei — da« älteste Unternehmen dieser Art in Oesterreich — nimmt in der Grazer Ausstellung, wie früher in Wien, München und Paris, einen de» ehrenvollsten Plätze ein. Wenden wir un« nun dem Annexe zu, welcher sich im Süden unmittelbar an die Haupthalle schließt, so machen sich zuerst am Südende de« Annexe« die Arbeiten au« Holz sehr vortheilhast bemerkbar. Hier präsentirt sich die Bautischlerei durch ebenso mannichfaltige al« geschmackvolle Objekte, besonders durch four-nirte und massive Parquetten mit stylvollen Mustern. Unmittelbar an die Holzarbeiten schließt sich die Abtheilung für Papier und Arbeiten aus Papier und Pappe an. Hier bestreiten nur wenige Firmen die Kosten der Exposition, aber die Qualität des Gebotenen entschädigt reichlich für den befcheidenen Umfang der Ausstellung. E« sind beinahe durchau« exportfähige Firmen, welche wir hier vertreten finden. Mehr als irgend ein anderer steierischer Industriezweig hat die Papierfabrikation unfere« Landes die neuesten technischen Fortschritte sich zunutze gemacht und durch ihre so gewonnene Konkurrenz-sähigkeit ein ergiebiges Absatzgebiet in Deutschland und im Orient erschlossen. Ueberwiegen in der Abtheilung sür Pa-pier-Jndustrie die steirischen Firmen, so sind sie dagegen in der unmittelbar darauffolgenden Abtheilung sür Erzeugnisse der chemischen Industrie in der entschiedensten Minorität. Die 67 Fabrikanten, welche diese Ausstellung beschickt haben, gehören aller Herren Länder an, und die Aufgabe der Preisrichter wird bei der Vielseitigkeit der Ausstellungs-Gegenstände gerade hier keine leichte sein. Von den übrigen Industrie- und Gewerbezweigen, welche in diesem Annexe vertreten find, wäre die überaus reichhaltige Kollektion von Haushaltungs-Gegenständen ganz besonder« hervorzuheben. Auch an Erzeugnissen au« nicht- metallischen Mineralien ist die Au«stellung sehr reich. Hier nehmen besonder« die Cementwaaren, welche schon in da» Gebiet der Kunstindustrie einschlagen, einen hervorragenden Platz ein. Den übrigen Theil des Slid-Annexes füllen Bekleidungs-Gegenstände aus, von denen aber die meisten in keiner Weise hervorragen. Nur die Pelzwaaren-Ausstellung zeichnet sich durch Neichthum und Geschmack aus. Die eigentliche Kunstindustrie ist am reichsten in der Haupthalle vertreten. Hier muß ganz besonders die Ausstellung des steiermär-kischen Kunstindustrie-Vereines gerühmt werden. Derselbe hat sich die Aufgabe gestellt, alle Kunstindustriezweige des Auslandes in einer Kollektivsammlung zur Darstellung zu bringen, um so den heimischen Produzenten Hinweise dafür zu bieten, welche Richtung die Produktion nehmen müsse, um exportfähig zu werden. Die meisten Staaten sind dieser Aufforderung nachgekommen, und so bietet die Ausstellung des Kunstindustrie-Vereines in instruktiver Hinsicht wie für das Auge des Beschauers den Glanzpunkt der Au«stellung. Wir finden hier: Ge-räthe, Gewebe, Flechtwerk, Metalle und Lederwaaren, Schmuck und Waffen au« Indien, Tum«, Japan, Egypten, Spitzen aus der Schweiz, au« Tirol und Italien, die kostbare Schnitzwerksammlung de« Königs von Schweden und die Produkte norwegischer Schnitzerei al« Hau«industrie. Ein langer Mittelschrank zeigt 44 durch Reichthum der Ideen, wie durch vollendete Ausführung ausgezeichnete Adreßein-bände vom Kaiser'Jubiläum, und auf einem Tische nebenan die Avreßkaffeten des Vereines der österreichischen Eisenbahnen, der Landgemeinden Nieder-Oesterreich« und der Städte und Märkte desselben Kronlandes, jedes Stück ein Prachtwerk. Dieser Ausstellung und dem Hauptportale gegenüber füllt die glänzende Ausstellung von Philipp Haas und Söhne in Wien eine mächtige Wandnische aus: Ein prachtvoller Knüpfteppich in Einem Stücke, Hand- Aleu itle t o n. Durch Zagoritn. Die Draubrücke bei Warasdin verbindet zwei Länder, Ungarn, und Kroatien. Zagorien, da» man hier, von der Murinsel kommend, betritt, ist ein herrliches, gottgesegnetes Land. Die bis 4000 Fuß ausstergenden, in dichtes Eichengrün gehüllten Berge, die zahlreichen Punkte, von welchen sich unvergleichliche Rundblicke bieten, namentlich bei Heiligenkreuz, Oros-lawja und Etubiea und am Save-User, die lachenden Thäler verdienten, daß ein Fremdenstrom s^ch über ste ergieße. Erträgliche Unterkunft, trchliche, dabei spottwohlseile Kost, trinkbarer Wein sind überall zu finden, und selbst der Fuvwanderer, welcher die entlegensten Winkel aussucht, schlägt sich mittelst der deutschen Sprache ungefährdet durch. Die Gutsbeamten stnd Deutsche, die Staatsbeamten fprechen sammt und sonder« Deutsch, die Bewohner der winzigen Städte halten darauf, daß ihre Kinder Deutsch lernen, in den gröberen Orten ist das Deutsche die Verkehrssprache, und in jedem Dorfe gibt es wenigstens einen Bauer, welcher während der Militärdienstzeit Deutsch gelernt hat und deßhalb ein Gegenstand der Achtung pnd dsß MdtS seiner Ortsgenossen ist. Die Bevölkerung ist freundlich, dienstbereit, durchau« nicht auf Plünderung der Fremden beseffen; die öffentliche Sicherheit ist musterhast gewahrt: hier ist noch ein Eldorado für die Touristen. Leider weckt ein kurzer Aufenthalt auch trübe tÄedanken. Das geistig gut beanlagte, schnell und richtig aujfassende Volk ist entfetzlich unwissend und grenzenlos arm. Das Wort von den „armen Brüdern" ist eine schmerzliche Wahrheit, und die Kroaten sind arm in einem üppig fruchtbaren Lande, arm vom Bettler bis — zum Reichsten. Der Großgrundbesitzer, welcher Tausende von Eimern unverkäuflichen Weines in den Kellern liegen und einige hunderttausend Gulden uneintreibbarer Pachtrückstände ausstehen hat, ist am Ende auch ein armer Mann, und solcher Großgrundbesitzer gibt es viele im Lande. Wie es um das kroatische Volksschulwesen steht, vermag ich nicht zu sagen — aufgefallen ist mir nur, daß die Schulmeister gar nicht unseren Schulmeister-Begriffen entsprechen, vielmehr pensionirten Wachtmeistern, wenn nicht gar Näuberhaupt-männern ähnlich sehen. Die Zersplitterung der Bevölkerung in zahlreiche winzige Dörfer — selbst manche Städte zählen kaum 200 Einwohner — macht allerdings die Errichtung und Erhaltung von Dorfschulen schwer mi^glich; vielleicht würde da die Einführung von Giskra's Gemeinde-Ordnung, die Bildung von Kollektiv-Gemeinden, ein wenig Hilfe bringen. Freilich nur sehr wenig, denn Armuth xlus Armuth gibt immer nur Armuth. Der kroatische Bauer ist fast beispiellos bedürfnißlos: Maisbrod, Käse und saurer Wein — an den zahlreichen Wall-fahrtstagen allenfalls noch ein Stückchet^ Selchfleisch genügen ihm vollkommen; die Kleider aus roher Leinwand, über welche allenfalls ein Schafpelz geworfen wird, kosten ein Spottgeld, und der Putz und Schmuck der Dorflchönen erfordert während eines ganzen Lebenslaufes nur einige Sechser. Und weil der Bauer fast beifpiellos frei von Bedürfmfseu, ist er ,ganz beispiellos träge. Die Boden- und Forstkultur ist skandalös lotterig; als ich nach Ungarn zurückkehrte, waren alle Hände in Bewegung für die Neubestellung der Acker — in Zagorien war dafür noch kein Finger gerührt worden. Auch die Verwaltung der großen Güter ist unerhört nachlässig; mögen die Beamten verständig sein, so fthlt es doch in dem Lande, in welchem fast Jeder am Hungertuche nagt, an ardeitslustigen Händen. Der Bauer geht, fall« er überhaupt geht, zwischen 7 und 8 Uhr Vormittag« auf den Acker und macht, mit wenigen Ausnahmen, um 3 Uhr schon Feierabend. Und das in der Erntezeil. An Fleiß steht der kroatische Landmann endlos unter dem magyarischen, arbeit voi, feinster Wolle, iu: indischen Dessin, diverse Möbelsiosse, Teppiche und Decken, Dc-koration»-(?estenstande. Unmittelbar vor dieser Kollektion besindet sich in der Mitte der Halle ein mächtiges Tableau von Produkten aus Stearin, Glyzerin und Kunstwachs. Einen sehr erfreulichen Eindruck macht in der Mitte der Haupthalle noch die Ausstelltmg von Atbeilen aus gebranntem Thon, Fayence. Porzellan »nld Glas. Was in dieser Abtheilung geboten wild, ist durchaus elegant und geschmack« voll. Dominirend sind hier Firmen von Wien und Bölimen. Aber auch die steierische Industrie l?at auf diesem Gebiete nennenswerthe Fortschritte auszuweisen. Die Ausstellung von Möbeln ist glcichfalls sehr reichhaltig. Besonders stark ist die Konkurrenz in Musik-Instrumenten, v0il deneu die Klaviere und Orgeln einen groben Tlieil der Hanptholle füllen. In- und Ausland haben sich an dieser Exposition gleich lebliaft betheiligt. Die Wiener Firmen sind bei^ nahe fämmtlich vertreten. Auch die Ausstellung wisienfchastlicher In-sirumente und Arbeilen und die Unterrichts« Ausstellung besinden sich grösUentheils in der Hanpthalle. Die Ausstellung de» steiermärkischen naturwisssuschaftlichen, des historischen und des anlltropologischen Vereines j^tellen der wissen-schostlichen Regsamkeit unserer gebildeten Ge-seUjchastsschichten ein ehrendes Zeugniß aus. l^rwähnen wir noch, daß eine Wandfläche der Haupthalle durch die Uhren-Exposition in Anspruch göliommen wird, so haben wir das wichtigste aus der Haupthalle hervorgehoben und uns erübrigt uur noch, den nördlichen Annex flüchtig zn vurchwandern. Hier finden wir Er« zeugntsse der Land- nnd Forstwirthschaft ausgestellt. Die jorstwirthschaftliche Gruppe ist eiue der interessantesten der ganzen Ausstellung. Sie repräscntlrt in würdiger Weise die Forstwirthschaft unseres Landes oder, liesser gesagt, die zum GtUck noch nicht gar zu seltenen Falte einer rationellen Bewirthschastung unserer Wälder, und gibt auch dem Laien ein treues B'ld von allen forstwirthschastlichen Verrichtungen. Die reichhaltigste Kollektion brachte hier unstreitig die Staats-Forslverwaltung von Steierlnark. Es gibt kaum irgend etwas auf dem Gebiete der Forstoerwaltung, der Holzerziehung, der Gewinnung und des Transports sorstlicher Produkte, endlich der Jagd und Fischerei, was hier nicht zur Anschauung gebracht wäre. Mit ähnlicher Sorgfalt hat die Forstverwaltung des Grafen Meran (Gut Siaiuz) ihre Exposition zusammengestellt, indem sie die Letzterer liebt es, gelegentlich den großen Herrn zu spielen und in vollen Zügen zu gelneßen. Jener Schäfer, der sich Jahre hindurch wie ein Hund plackte, dann jedoch mit dem ersparten Lohne in die Stadt ging, ein paar Tage hin^ durch seine Freunde und Alle, die sich dazu fanden, frei hiclt und dann wieder zu Arbeit und Eleno zurückkehrte, ist ein — allerdings cxzedirender — Typus des magyarischen Landmannes. Der kroallsche Aauer dagegen vermag gar nicht, sich aus seinem Pariazustaude heraus zu denkeu und zu sehnen; er lebt gedankenlos vie Elendminutelt durch und seufzt und murrt höchstens ob der t)0hett Steuerli. Außer detn niedrigen Lwnäard ot' lito lvirken wohl die Pastoralen !)!t!igungen der Kroaten zu diesem traurigen Ergebnisse lnit. Trotz der herrlichen Wiesen, Weidrstächen und Wälder, ist die Vieh» zucht .die oberste Ursache der Armuth des Landes, denn beillahe jedes einzelne Ferkel, jede Kuh, jedes Paar Truthühner hat einen eigenen Hirten, und zum Hüten eintger Pserde ltimmt der MüUer wenigstens zwet Kinder zu Hilje. Es ist recht poetisch, wenn ein starkknochiger, weißge-lleideter Lümmel mit blaner Mtlltärinutze, an einen Pfahl oder Banm gelehnt, auf der Hirteu-flöte mUancholilche Weisen pfeift; doch huudert-taufeildnial besser wäre es dem Lande, wenn der Bursche an den Pflug oder Spaten gezwungen würde. Das Herumlnngern deim Vleh lst von der Klndhelt l'is znm Greisenalter beinahe die Hauptbeschästigung von neun Zehnteln aller Kroaten. Zagorien könnte eines der reichsten Länder der Erde sein. Das Klima ist herrlich, Ueberstchtskarten, eine Kttospett-, Blätter- nud eine Rindensammlung liefert. Anch die la.«d' wirthschaftliche Abtheilung bietet ein erschöpfendes Bild der steirischen Produktion, indem sich alle landwirthschastlichen und Hopsenbauvereine, alle gröberen Gutsverwaltungen Steiermark« an derselben betheiligt haben. Insbesondere die Kollektiv-Ausstellung des Hopfentiauvereines der nordöstlichen Steiermark deweist, wie der Hopfenbau in einigen Gegenden unserer Heimat schon zu einem sehr wichtigen Theile der Land-wirthfchaft geworden ist. An diese Abtheilung schließt sich die Ausstellung unserer großen Brauereien an. An der Ausstellung von Weinen und Lkqueren betheiligten sich auch Wiener, ungarische und deutsche Firmen in reicher Zahl. Die große Exposition de» Oistroer Kohlenbergbaues, welche eine Lustseilbahn darstellt, trennt die land- und sorstwirthschastliche Abtheilung im Nord-Annex von der Ablheilung für Berg- und Hüttenwesen. Auch diese Abtheilung macht einen günstigen Eindruck. Am meisten fallen hier die großen Ä?ableaux der Vordernberg-Köslacher Montan-Jndustrie-Gesell-schast unv des Schienenwalzwerkes der Südbahn auf. Die erstgenannte Gesellschaft hat eine schöne Kollektion von Querschnitten sämmtlicher in ihren Werken erzeugbarer Stahlsorten und zahlreiche Qualitätsproben ausgestellt. Das Tableau des Sädbahn-Walzwerkes ist aus den verschiedensten Schienenbestandtheilen zusammengesetzt, »velche bekanntlich in Hiesem Werke auch in der vorzüglichsten Qualität erzeugt werden. Daneben stellen die übrigen Geiverk» schaften von Steiermark und Kärnten Proben ihrer Leistungsfähigkeit aus, und fast einen ganzen Gang nimmt die noch immer blühende Sensen- und Sichel-Fabrikation ein. Ob von dieser Ausstellung ein neuer Ausschwung der heimischen Industrie herrühren wird? Gewiß ist bisher nur Eines: daß sie schon jetzt die traurige Lethargie gebrochen hat, in welche unsere industriellen Kreise versallen waren, und daß ste neue Regsamkeit und Schaffensluft geweckt. Zu«, ljjejchichle ttes Der gemeinsame Ministerrath ist über den Kriegsvoranschlag noch llicht schlüsiig geworden. Der Kriegsminister erhebt neue Ansprüche und die beiderseitigen Finanzminister können alle unerschöpfltchen Hilfsquellen nicht ftnden. Wo ober die Waffen ln die Wagschale gelegt werden, geben endlich doch diese den Aueschlag. der Boden üppig. Der Wein könnte bei einigermaßen rationeller Behandlung mit dem köstlichsten Moselwein, mit dem Champagner von Rheims und dem Asti rivalisiren; aber nirgends wird der Boden der Weinberge gelockert, nirgends ein Schößling beschnitten, und zwischen den Reben wächst Gras. Die Obstproduktion am Nordrande des Savethales könnte derjenigen Bozens die Spitze bleten; doch sie zu heben, denkt Keiner. Der unermeßliche Reichthum an Eichenholz könnte die Schaffung einer regen Industrie erteichtern; doch von solcher ist keine Spur zu entdecken, und was in den'Gewölben der Städtchen, auf den Iahrinärkten verkaust wird, ist Alles, aber auch Alles aus den nächstgelegenen österreichischen Provinzen bezogen. Wer nicht Bauer ist, der ist Beamter und Geist« licher; die Angehörigen dieser beiden Stände repräsentiren die ganze Summe von Intelligenz und das recht bescheidene Quantum vou Fleitz im ganzen Lande. Ihre Pflicht wäre es, den Bauernstand aus der unsäglich tiesen Stellung emporzuheben, indem sie ihn arbeiten lehren. Denn Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit thut in Kroatien not!?, aber sie koinmt nicht von selbst, sie könnte erst im Laufe langer Jahrzehnte denl Volke zu eigen werden, wenn nämlich nicht die Politik alle Auflnerkfamkeit und Kraft der gebildeten Klassen absorbiren würde. Die Politik ist das Unheil der östlichen Reichshälfte. Wäre nicht die Verderbniß und die Unfähigkeit des Abjolntismus längst und oft Überzeugend dargethan worden, man möchte zuweilen den Konstitutionalismus für da« be- Dnlcigno macht den Halbamtlichen baits»e vor ihrer Götterähnlichkeit. Die Blut-su.oe der Mvnteuegriner und Albanier mit allen Folgen für den Balkan und für Europa war unvermeidlich seit jenem Tage, an welchem der Berliner Kongreß die Albanier wie eine Heerde zerrissen und vertheilt. Freycinet stürzt als Minister, Gam-betta steigt als Diktator. Die Macht des letzteren führt zum Kriege, der Krieg — ob siegreich oder nicht — führt zum Ende der Republik: im Siegesfalle wird der Feldherr als Trium-phator, als künftiger Solvatenkaiser in Paris einziehen; unterliegt aber Frankreich, fo ist die Zeit des Prätendenten aus dem Haufe Napoleon gekommen. Vermischte Mchrichtel». (Post und Telegraphie im Weltverkehr.) In einer Schrift des Berliner Ober-postraths Dr. Fischer wird der Briefverkehr de» Jahres 1373 auf dem ganzen Erdball auf 3300 Millionen oder täglich 9'/^ Millionen Sendungen veranschlagt, und diese Riesenzahl wächst von Jahr zu Jahr in erstaunlichem Maße. In Japan allein ist die Zahl der Postämter von 1159 im Iahte 1872 aus 3649 in 1876 gestiegen, und die Jahres-Summe der Postsendungen in Japan betrug 1873 bereits 47 Millionen, worunter 25 Millionen Briefe, 10 Millionen Postkarten, 9^2 Millionen Zeitungen. Die Postkarte, die im Jahre 1865 zuerst in Anregung gebracht ward, ist jetzt nahezu weltbeherrschend geworden. Der Postpacket-Verkehr steht erst auf der ersten Stuse seiner Entwicklung. Die Zahl der 1877 cuf dem ganzen Erdball beförderten Depeschen beläuft sich ungefähr auf 130 Millionen, so daß aus den Tag etwa 353 000 Depeschen kommen. Mehr als ein Drittel sämmtlicher Depeschen zählen zu den reinen Privat-Tele» grammen in persönlichen Angelegenheiten; auch das Finanzleben stellt großartige Anforderungen an die Telegraphen'Verwaltung und ebenso die Preffe. (Schul-Sparkassen in Ungarn.) Ueber die Fortschritte dieser Kasten veröffentlichte kürzlich der k. Rath B. F. Weiß, dem sie ihre Einführung in Ungarn verdankt und der ste unablässig mit allem Eifer sördert, einen Bericht bis Ende Juni des vorigen Jahres. Darnach sind Schulsparkassen an 35 Orten in 49 Schulen ins Leben gerufen, und zwar sparten in diesen Schulen von 10,437 Kindern L998 (also 28 Perzent) die Summe von klagenswertheste Uebel halten. In Ungarn hat er den Bauernstand wirthschastltch unv sittlich ruinirt, da der Junker dem Bauer nur uin der Wahlen willen, also in der Schänke nalze getreten ist, ihn in Bacchanalien gezerrt und verlottert hat; il» Kroatien hat er nicht direkt demoralisireud gewirkt, doch die gebildeten Klassen ihrer Pflicht zur Hebung der niederen abwendig geinacht. Wer Uber die unterste Stuse de» Wiffens hinaus ist, wirst sich tnit ganzer Seele in den Strom lies politischen Parteitreibens. Prinzipielle Gegensätze existiren in Kroatien nicht; im Grunde sind alte Kroaten einer Meinung, und was sie trennt, sind nur persön« liche Beweggründe. Alle wollen ein selbständige» Groß-Kroatien — das dreieinige Königreich samint er Militärgrenze nnd dein Reichstande — und alle hassen sie in den Tov die Magyaren. Einem rechten Rationalen will es nicht eingehen, daß auch über Ungarn der Himmel blau und in Kroatien das Gras wie das Land grün ist; er sieht gistigen Blickes Den, welcher Salat speist, und verehrt Jeden, der im Restaurant Blaukohl bestellt. Roih-weiß-grün sind nämlich die ungarischen und Blau-weiß roth die kroatischen Rationalsarben. Von den' Chiiiesenlhutn der ungarischen Radikalen sind selbst die Star-cevicianer srei; kein Kroate sürchtet ernstlich die Gerlnanisation, und bei aller Pflege der Muttersprache und der nationalen Institutionen wird doch die Pflege diutscher Sprache uud Bildung nicht veriiachlässigt, und der Deutsche, wie jeder Oesterreicher, gilt als natllrlicher Bundesgeiiosse. Aber die Magyarisirultg sürchtet und haßt, be- 38.705, fl. 81 kr., was einen Durchschnitt von 13 sl. 16 kr. pr. Kopf ergibt. Diese 38,705 fl. »1 kr. tonnten dic betreffenden Lehrer mit Ende des Schuljahres als effektiv erspart vor-Händen annehmen. Nun haben aber viele Schlllec wohl ihre Sparbüchel von ihrem Klassenlehrer entnommen, nicht aber auch die gemachte Einlage aus der Sparkasse; vielmehr bewahrten sie das Sparbüchel entweder selbst weiter aus, oder aber sie gaben es dem neuen Lehrer oder den Ellern zur Ausbewahruug. Dürste man dlese Betrage auch mit Sicherhett als noch im Befitze der Schlüter in Nechnuna bringen, so würde der Gesammtl^etrag 48.708 fl. ergeben. Dieses Resultat darf immerhin in Ungarn fchon einige Befriedigung hervorrufen. (Eine alte Geschichte.) Der „Berliner Börsentourier" schreibt: „In dem Verein „Berliner Presie" mußte dieser Tage ein Antrag erörtert werden, der den Freund deutschen lite^ rarischen Lebens mit aufrichtigem Schmerze erfüllen muß. Es handelt sich um die Beantragung einer Pension von der Schiller^Stiftung für den bekannten Schriftsteller Temme, dessen Kriminal-Romane und Novellen jahrzehntelang von Hunderttausenden verschlungen worden sind und der als Märtyrer seiner demokratischen Gesinnungen jahrzehntelang — nachdem er zu' vor preußischer Richter und Abgeordneter gewesen war — verbannt in der Schweiz lebte. Jetzt wohnt Temme, inzwischen ein Greis geworden, in leiner oftpreußtschen Heimat, in Jnsierburg, und seine populäre schriftstellerische Wirksamkeit, die ihn in anderen Ländern zum Besitzer von Hunderttausenden gemacht hätte, hat ihn bei uns in Deutschland nicht einmal vor Sorge und Roth im Alter bewahrt." (Einkommensteuer der Südbahn.) Tie „Wiener Landwiithschastliche Zeitung" de-richtet: Es wurde erst jüngst mitgetheilt, daß die Feststellung der Einkommensteuer der Süd-blihn auf Schwierigketten stoße, da bisher eine Abgrenzung der auf die österreichischen uud die ungarischen Linien entfallenden Einkommenquoten fehlt. Wie nun neuerdings geschrieben wirv, sei die Steueradministration auf dem Verlangen nach einer sofortigen Ermittlung des Emkommens nach analogen Grundsätzen bestanden, wie jolche von Seite der österreichischen Staatsbahn beob« achtet werden. Gegen dieses Ansinnen habe die Sildbahn mit einer motivirten Beschwerde geantwortet und in derselben daraus hingewiesen, daß eine analoge Anwendung jener Grundsätze umsomehr ausgeschlossen sei, als jenes Ueber-einkommen sich als ein lediglich für die Staats« sonders seit der „Zermalmer"-Thätigkeit Koloman Tisza's gegen die Deutjch-Ungarn, jeder Kroate, vom BanuS btS zum Bettler. Jeder gegen das Deutschthum nördlich der Drau ge« fljhrte Schlag wt!ckt südlich des Grenzflusses gesteigerten Haß. Der Beamte sürchtet das Schicksal der verjagten deutschen Beamten, der Bauer zittert — unsinnig aber wahr — vor der Wiederkehr der Lnbeigenschajt. Das An-wachieu des Magyarenhasses in Kroatien unter der Herrschast des Mnnsteriums Tiöza ist überraschend. Sympathien sür die Magyaren haben auch wshreno des Ministeriums Andrassy nicht existirt, doch die Verbitterung der Slmimung i»r einzig das Werk Tisza's. Noch einige Jahre dieses Negilnents, und die Dinge stehen wieder, wie sie 1843 gestanben haben: in llngaru die Jünger und Karrikaturen Kossuth'S uiid in Kroatien die Verehrer JeUacic's die Gemüther beherrschen^ und erhitzenv; da wäre kein sried» liches Nebeneinanderleben möglich. Der groß' kroatische Traum kann nie verwirklicht werden; vier di< sechs finanziell passive Länder geben keinen aktiven Staat; aul) Grob»Kroatien müßte sich an eine Neichshälste anlehnen. Wenn aber der ungarische Chauvinismus mit dem Bande zugleich, welches Ungarn an Oesterreich fesselt, das Band zerschneidet, inittelst dessen Kroatien an Ungarn testgehalten wicd, da>in wäre es nicht Schuld der Oesterreicher, wenn die Kroaten zu — ungejuchten — Verbilndeten derer würden, welche die Einheit der Monarchie erhalten wollen. Wiener Allgemeine Zeitung".) bahn pafseildes Spezicilgesetz darstelle. Die Slld-bahn verlangt daher, daß vorerst die Frage der Abgrenzung des Einkoininens i»n Wege eines UebereinkominenS zwischen den Finanzverwal-tungen Oesterreichs und Ungarns gelöst werde, bevor an die Ermittlung des steuerpflichtigen Einkolnmens geschritten wird. Die Wiener Tages-blätter geben sich natürlich alle Mühe, haarklein zu beweisen, daß dieses Verlangen ganz gerecht fertiget fei. (Viehzucht. Einflus; der Nahrung auf die Knochenbildung.) Durch Versuche an jungen Thieren hat Lehmann gezeigt, daß eine an Phosphaten un^ienügende Nahrung nicht allein die Ansbildung des Skelets, sondern auch die einzelnen Theile desselben wesentlich beeinflußt. Bei einem jiingen Schweine, welches Lehmann 120 Tage lang nur mit Kartoffeln ernährt hatte, war Nhachitis die Folge einer solchen mangelhasten Nahrung. Bei anderen von demselben Wirrf staminenden Schweinen, welche Kartoffeln, ausgelaugtes Fleischmehl und außer-dein noch Phosphate als Nahrung gleich lange Zeit erhalten hatten, waren die Skelette normal ausgebildet. Jedoch fanden auch bei diesen Thieren Unterschiede je nach der Art der zugesetzten Phosphate statt, indem zwei mit phos-phorsaurenl Kalium ernährte Thiers porösere und spezifisch leichtere Knochen hatten, als die mit diesem Salz in Verbindung mit phosphorsaurem und kohlensaurem Calcium gefütterten Schweine. Aktirbiiriier ^ierichle. (Wählerversammlung.) In Wind.-Graz wurde am Sonntag Adends eine Wähler-versammlung abgehalten. Der Obmann Herr Dr. Tomschegg, Bürgermeister des Ortes, verlas eine Zuschrift des Herrn Dr. Ferdinand Duchatsch, in welcher dieser von seinen Wählern Abschied niinmt und sie auffordert, einen Nachfolger zu wählen, der sür Deutschthum und Freiheit krästig einsteht. Der Ovmann beantragte, dem scheidenden Vertreter sür seine entschieden freisinnige Haltung und Thätigkeit die Aberkennung der Wähler durch Erheben von oen Sitzen auszudrücken. Diesem Antrag wurde einhellig beigestimmt. Der Obmann verlas serner das Programm des Herrn Franz Bindtechner, welches dieser am Samstag zu dem fraglichen Zweck überreicht hatte. Nach einer kurzen Einleitung über den Beweggrund zur Kandidatur (Aufforderung von Seiten der Mitbürger) heißt es in diesem Programm: „Ich bin der Ansicht, daß mit Beiseite-laffung des beständigen Parteihaders und der Viel-Nednerei lieder die Interessen unserer Handel- und Gewerbetreibenden gefördert werden sollten, daß wir einlenken sollten in die Bahnen der Versöhnung, die ich — bei einigem guten Willen beiderseits — sür ganz gut möglich halte. Ich erkläre hier offen und ohne Scheu, daß ich viessalls ganz aus dem Stand» punkte der Negierung stehe, deren Bestrebungen in dieser Richtung unterstützt werden müssen, wenn wir Nicht sinanziell zu Grunde gehe»» und die Veifassang selbst der Gefahr einer Schä» digung zum Nachlheile aller — auch der konservativ konstitutionellen — Bürger aussetzen wollen. Auf dem Felde der Eisenbahnen ist ja doch schon Manches geschehen (Arlberg, Lokal» bahnen, serbische Elsenbahn.Konvention); wir ^aben auch das so sehr gewünschte Gesetz zum Schutze der Weinproduktion erhalten, aber nlanchö andere national-ökonomische Vorlagen sind noch unerledigt — worunter insbesondere das sür uns überaus nothwendige Gewerbegesetz. Diese Angelegenheiten müssen wir söedern und in der Grundsteuersrage daraus sehen, daß keine Mehrbelastung statlsindet, da wir dieselbe absolut nicht ertragen könnten. Es handelt sich nicht darum, die bereits bestehendei» freisinnigen Gesetze abzuschaffeii, — wir haben Wichtigeres zu thun, und erst, wenn wir unsere Finanzen in Ordnung gebracht und das Gteichgewicht im Staate durch vernünstige Ersparungen und Eröffnung neuer Etnnahins-queUen hergestellt haben werden, können wir noch manches Andere ansireben, was uns etwa noch von Nutzen sein köniite und worüber ich — iin Falle »neiner Wahl — mit meinen Wählern iin steten Einvernehinen bleiben würde." Der Obniann bedauerte, das; dieser Kandidat sich nicht in der Versammlung vorstelle und legte das Programtn zu den Akte»?. Hierens entwickelten die übrigen Kandidaten vor ansmerksamtn Zuböreln ihre bekannten Prograinine in der Reihe, wie sich dieselben angemeldet: Herr Dr. Lch.mderer, Herr Karl Reuter und Franz Wiesthal'r. (Zur Regulirnn^^ der Grundsteuer.) Der Bezirksausschuß Kindberg stimmt der Cillier Petition bei, daß bei Durchführung der Grnndsteucrreguliriing den unverhältnih« inäßig hohen Einschätzungen in Steiertnark gegenüber den andern Provinzen thunlichst abgeholfen werde. (FirmaeintrattIing.) Das KceiSgericht Cilli hat die Eintragung der Firma: „Adolf Selinschegg, Handel mit Spezereien znPettan" in das Handelsregister versügt. (Ernennung.) Herr Johaim Kaukler, Unterlehrer in St. Leonhardt, ist zum provi-sonschen Unterlehrer an der Lshrer-Yildungs-anstalt in Marburg ernannt worden. (Kärntnerbahn.) Vom 1. Oktober an werden die Pusterthaler Eilzüge, die gemischten Züge Nr. 417 und 4l3, sowie die Personenzüge Nr. 413, 414, 415 Nicht mehr verkehren, sondern nur folgende Personenzüge: Von Marburg um 9 Uhr 15 Min. Vorm. nach Franzensfeste und um 3 Uhr Nachmittags nach Villach; von Klagensurt um 6 Uhr 10 Minuten Früh nach Franzensfeste und von Lienz um 7 Uhr 30 Minuten Vormittags nach FranzeiiSseste. In der Gegenrichtung von Franzensfeste um 4 Uhr 50 Mmuten Früh nach Marburg, um 8 Uhr 16 Mlnuten Früh nach Klagensurt und um 2 Utir 35 Minuten Nachmittags nach Lienz: von Villach um 6 Uhr 20 Minuten Früh nach Marbnrg. Letzte Russische Grenzbeamte, welche gelegentlich der Anwesenheit des Kaisers in Krakau dorthin gekommeii, sollen disziplinarisch bestraft werden. Die englischen Regierungsblätter erklären sich mit großer Heftigkeit gegen Oesterreich. Ungarn. ^ Der montenegrinifche Kommandant in Pod-gontza hat die angesehensten Mahomedaner emkerkern lassen. Die Albanier in Dulcigno werden sich in keilie Unterhandlungen mit Riza Pascha mehr emlaslen. Eingesandt. Zur Freiheit der Wahlbewegung. Zu der am 22. d. M. sür deu Wahlort Pettau ausgeschriebenen öffentlichen Wähler-versainmlung waren ordnungsgemäß nach vorheriger Voranzeige sämmtliche drei Kandidaten der Verfassungepartei erschienen. Zur nicht geringen Ueberraschung wurde vor Eröffnung der Versammtung den beiden Kandidaten Reuter und W,esthaler durch den Obmann des Agitatione-Komites Herrn Bürger-Meister Bresnig die M.ttheilung, daß er ihnen verweigere, iii der Versaminlung ihr Programnl zu entwickeln. Auf die Entgegnung, daß dies dem Charakter einer öffentlichei» Versatnmlung widerspreche und einen Terronsinns kennzeichne, welcher eine Kopie der reaktionären Rcichsrathsmajorilät anlätzlich der Debatte über das Lprachengesetz sei, wurde als Grund angcgebeu. daß vielen Wählern dieses oder jeiies aus dem Programm entsprechen könnte und dadurch dein Dr. Lchmi-derer Stimmen entzogen würden. Aus Probewahlen lasse er sich auch nicht ttn; ein Vorgehen wie das jetzige, habe er schon bei der Kandidatur des Herrn Dr. Du chatsch angewendet, und dasselbe habe sich als sehr praktisch bewiesen. Er werde den beiden Kandidaten nur dann da» Wort ertheilen, wenn er über unser Ansuchen durch Beschluß der Versammlung hierzu gezwungen werde. Jedensall« werden diesem Antrage hi^ige Debatte vorausgehen. Daß unter solchen Umständen die beiden Kandidaten darauf verzichteten, an dieser Versammlung Theil zu nehmen, ist selbsioersiandlich. Die Beurtheilung eine« derartigen, Gottlob bei de? liberalen Partei gegen die eigenen Gesinnungsgenossen wohl noch nie vorgekommenen Vorgehens, bleibt der Beurtheilung de» Publikum« anheimgestellt. Reuter. Zur Landes-Ausstellung in Grajch Die Südbahtt-Gesellsch aft hat anläßlich der am 26. September stattfindenden Eröffnung der Hunde- und Geflügelausstellung den Besuchern derselben nach Graz und retour eine SSVs^/o Fahrpreisermäßigllng vom normalen PostzugSpreise bei Benjltzung der II. und III. Wagenklasse der Post- llnd Personenzüge mit Ausschluß der Eilzüge für die Zeit vom 25. bi« incl. 27. September l. I. zugestanden. Nr. 457. (1045 Kundmachung. Am 4. Ottober l. I. wird der gewerbliche Fortbildungskurs für Lehrlinge deS Gewerbe» stände« eröffnet. Die Lehrlinge werden Sonntag den 3. Oktober d. 3. von 9 bi« 12 Uhr Vormittag« in der DirtktionSkonzltl der städtischen Knaben-VoltSschule (Reaischulgebäüde) eingeschrieben. Dieselben haben da« Entlassung«- oder Ab-gang«zeugnib der Volksschule mitzubringen. Daselbst kann auch der Lehrplan diese« Fortbildungskurse« eingesehen werden. Indem der gefertigte Stadtschulrath sSwmt-liche Gewerbetreibende Marburg« hievon in die Kenntniß fetzt, gibt er der Ueberzeugung Ausdruck, daß kein Lehrherr diese Gelegenheit seinen Lehrlingen unentgeltlich die höchst wichtige weitere Ausbildung zu ermöglichen, um so weniger versäumen wird, weil eS nach Z 95 der Gewerbe« Ordnung Pflicht jede« Lehrherren ist, seine Lehrlinge zum Besuche der gewerblichen Fachschulen (in Orten, wo solche bestehen) anzuhalten. Stadtschulrath Marburg, 18. Sept. 1880. Der Vorsitzende: Dr. M. Reiser. Nr. 7892. (1046 Kundmachung. Die hohe k. k. Statthalterei hat mittelst Erlasse« vom 19. August d. 3. Z. 12870 die sogenannten Schweizer-Pillen des Apothekers Richard Brandt in Schaffhause« als Gehelm-mittel erklärt und deren Verkauf zu Folge St. Minifterial-ErlosseS vom 29. August 1861 Z. 15359 den Apothekern uad Kaufleuten verboten. Stadtralh Marburg am 19. Sept. 1880. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. Nr. 8432. (1032 Kundmachung. Da« Verzeichniß aller jener Perfonen, welche nach dem Gesetze vom 23. Mai 1873 R.G.B. Nr. 121 zu Geschworenen berufen werden können, für daS 3ahr 1881 ist bereits verfaßt und liegt in meiner AmtSkanzlei am Rathhause, Hauplplatz 9!r. 96 durch acht Tage, d. i. bis zum 26. Skptember 1880 zu 3eder-mann« Einsicht auf. Den Betheiligten steht es frei, während dieser Frist wegen Uebergehung gesetzlich zulässiger oder wegen Eintragung unzulässiger Personen schriftlich oder mündlich Einspruch zu erheben oder in gleicher Weise allsällige Be-freiunaSgründe geltend zu machen. Stadtrath Marburg am 17. Sept. 1880. Der Bürgermeister; Dr. M. Reiser. Mehrere Aartill alter Weilte au« den besten Gebirgen, sowie weingrüne Aäffer, darunter zwei Stück 100-eimrige, sind zu verkaufen: Kärutnervorstadt Nr. 33 neu. (988 AdonncmentA-Gilünckung nu^ 1 Issilstlirte Damen- und Zltoden-Zeilung. Abonnementspreis vierteljährig nur 2'/l Mark (in vrsterretch nach E»«r«.) Jährlich erscheinen: 24 Nummern m. Moden u. Handarbeiten, 24 Supplemente, 500 Schnittmuster, 24Nummtrn mit llnterhatung, ^ 24 Seilagen. Iii colorirte Modenbilder. Atfielrunge« auf diese öeNeöte und wettverSreitete Modenzeitung nehmen alte ZSnchhandtnngen und ZkostSmter jederzeit entgegen. (104? ? «WMDDGMGGWDUM gründliche Hilft für Zikagen- »nd Zinterleiksleidende! Die Erhaltung der Gesundheit beruht zum größten Theile in der Reinigung und Reinhaltung der Säfte und des BlutcS und in der Beförderung einer guten Verdauung. Dies z» erreichen ist da» beste und wirksamste Mittel: Dr. R()8a'8 I^6d6N8dÄl8am. 0r. Rosa's LebenSbalsam entspricht allen diesen Forderungen ans das Vollständigste; derselbe belebt die gchlmmte Thätigkeit der Verdauung, erzeugt ein gesundes und reines Blnt, und dem Körper wird seine ^ frühere Kraft und Gesundheit wieder gegeben. Derselbe ist für alle VerdauuugSbeschwerden, namentlich Ippetittllstgt^eit, janrtS AnsftoßtU, «rdrechtn, MigtiliramPs, Vlssihltimi»g, Hitmuirrhoidei, Rtbnladiig de« Ma- Atli Alt Zt. ein sicheres und bewährtes Hausmittel, welches sich in kürzester Zeit wegen seine ausgezeichneten Wirksamkeit eine allgemeine Verbreitung verschafft hat. Eine große Flasche 1 fl., eine halbe Ftasche 50 kr. Hunderte von Anerkennungsschreiben liegen zur Anficht bereit. Derselbe wird auf frankirte Z uschriften gegen Nachnahme deS Betrages nach allen Richtungen verschickt. W Euer Hochwohlgeboren! ^ Ich fühle mich daukschuldiast verpflichtet, Jhuen meinen besten Dank zu melde». Seit Februar litt^ ich an einem Magenübel, verbunden mitAufstohen, Erbrechen, Appetitlosigkeit und schlaflosen Nächten. HabeW viele Aerzte ohne Srfolg besucht. Nur durch die Kraft des „Dr. Rosa'S LebenS-BalsamS" bin ich wieder hergestellt, derselbe hat wunderbar gewirkt. Alle meine Bekannten im Orte können dies bezeugen und stau-neu über meinen Appetit. Ich habe bis nun die dritte Flasche bei Herrn Neustein, Plankengasse bezogen. Ich ersuche Sie, dieses mein Zeugniß der Wahrheit gemäß zn veröffentlichen. Nochmals herzlichsten Dank. Achtungsvoll ! 5. September 1879. . ' Gärtner in Ober.St.-Veit bei Wien, Anerhofgasse 2. ! Um unliebsamen Mißverständnissen vorzubeugen, ersuche die ?. Herren Abnehmer überall aus-drücklich Dl?. auS v. rraxner's in pi^ax zu verlangen, denn ich habe die Wahrnehmung gemacht, daß Abnehmern au manchen Orten, wenn selbe einfach ^LebenSbalfam, und nicht ausdrücklich vr. Rosa'S LebenSbalsam verlangten, eine beliebige nichts wirkende Mischung verabreicht wnrde. Echt ist vi', liosa's i.Vb0N«l»S!SAM ,» beziehen mir in Haipt-Atoot de» Erziazm «. «'Dasnei-, Apotheke „zum schwarzen Adler" in Prag, Eck der Spornergasse Nr. LOS—3. In Marburg: D. I. Banralari, W.A. König, Jos. Roß, Apotheker, dann in Apotheken zu Graz, Eilli, Fei ddach, Leob en, Lei vniK, Mürzzufchla g,j mottenmann, Windisch-Graz. Sämmtliche Apotheken in Oesterreich, sowie die meisten Material-Handlungen haben Depots dieses LebenSbalsamS. Mti« fichtre« aid trprtbltß Mittel zir Heil««g iltkr Sutjkiidiilie», Winde« md VeschwSre. ^ Selbe wird mit sicherem Erfolge angewendet bei der Enzünduul!, Milchstocknng und Verhärtung der> weiblichen Brust bei dem Entwöhnen des KindeSi bei Abscessen, Blutschwilren, lZiterpusteln, Karbunkeln! bei Nagelschwüren, beim sogenannten Wurm am Finger oder an der Zehei bei Verhärtungen, Anschwellungen,! Drüsengeschwülsten: bei Fettgewächsen, beim Uebecbeinei bei rheumatischen und gichtischen Anschwellungen; chronischen GelenkSentzüuduugen am Fuße, Knie, Hand und Hüften; bei Verstauchungen; beim Aufliegen der Kranken, bei Schweißfüßen und Hühnerauge« ; bei aufgesprungenen Händen und flechten artigen Schrauben; bei Teschwülsten vom Stich der Jnjekten, bei alten Schäden, eiternden Wunden; Krebsgeschwüren, offenen Füßen, Entzündungen der Knochenhaut zc. Alle Entzündungen. Geschwülste, Verhärtungen, Anschwellungen werden in kürzester Zeit geheilt; wo es aber schon zur Eiterbildung gekommen ist, wird daS Geschwür in kürzester Zeit ohne Schmerz aufgezogen und geheilt. In Dvsen » »S NNd SS kr, ^ VeI»KrI»al8»>u. Das erprobteste und durch viele Versuche als daS verläßlichste Mittel bekannt zur Heilung der Schwerhörigkeit^ und zur Erlangung des gänzlich verlorenen Gehöres. — 1 Fiaschchen l fl. ö. W. ^419 j Gefertigter beehrt sich, dem geehrten Publikum die gef. Anzeige zu machen, daß er seine Porzellan- und Steingutgeschirre anstatt auf dem Platze, im Hause Nr. 12 vorm. Grtliwitzer en xros vu ävtail biS zum 30. Oktober verkaufen wird, wozu er Kauflustige höfl. einladet. Hochachtungsvoll 1044) krsii» ^ .loses liortus. Gin schönes, elegant mellvtirtes Zimmer ist sofort zu vermiethen im Hause Nr. 6 am DomplaKe.__(926 Dir«»i»ortltche Redattto», vrnck »»d Verlag vov Tdnard Sauschitz » M«eb»eg. Eillgerichtkte Wohnung mit Zimmlr, Kabinet oder Küche ist mit oder ohne Lettivasche in der Herrengasse Nr. 26 im 1. Stock sogleich billig zu vermiethen, wo auch ein eingerichtetes Zimmer allein zu haben und zu erfragen ift. ^975 K»8ll>i»ls mr ilelilzriibe. ox(iui8it uu(I — omptiolilt 8S8) IkR.