MbacherG Zeitung. Nr. 1«6. «lanumerationlpltl«: Im «lomptolr »«n,>. fl. l>. halb>. fi. 5 50. ^«hl. y»l NllNt Insnale b»« »n » Zeilen «ll l».< g«öß«lt p». »jeilt « ll. > bei »s»««, Wiebelhomuk««, pr. >j»ile » «l. 187«. Amtlicher Theil. 3t. k. und l. Apostolische Majestät haben die > nachstehenden Allerhöchsten Handschreiben allergnädlgst zu erlassen geruht: Lieber Graf Andrässy! Ich habe die vom Reichsralhe ans Grund des Gesetzes Vom 21. Dezember lW7 für da« Jahr 1876 gewählte und die vom ungarischen Reichstage ans Grund des Xll, Gesetzartitels 1867 für das Jahr 1876 zur Be. Handlung der gemeinsamen Angelegenheiten zu entsendende Delegation mit den in Abschrift beiliegenden Handschreiben lluf den 15. Mai d. I. nach Budapest einzuberufen befunden und beanftrage Sie, wegen Einbringung der be« treffenden Vorlagen das Erforderliche zu veranlassen. Wien den 3. Mai 1876. Franz Joseph m. p. Andrässy w. p. Lieber Fürst Auersperg! Ich finde Mich bestimmt, die vom ReichSrathe auf Grund des Gesetzes vom 21. Dezember 1867 für da« Jahr 1876 gewählte und die vom ungarischen Reichs« tage auf Grund des XII. Gesetzartilels 1867 für das Jahr 1876 zur Behandlung drr gemeinsamen Angelegen-heiten zu entsendende Delegation auf dcn 15. Mai d. I. nach Budapest zur Aufnahme der ihrem Wirkungskreise gesetzlich oorbehallenen Thätigkeit einzuberufen. Indem Ich gleichzeitig Meine Ministerien für gemeinsame Angelegenheiten zur Einbringung der verfassungsmäßigen Vorlagen anweise, beauftrage Ich Sie, wegen der Ei,v berufung der gewahllm Mitglieder der Delegation das ^»tsurechrnde zu veraulasscn. Wien den 3. Mai 1876. Kranz Joseph m. p Auersperg m. p. Lieber v. Tlsza! Ich finde Mich bestimmt, die von, ungarischen Reichstage anf Grund des XII. Gesetzartilels 1867 für das Jahr 1876 zur Behandlung der gemeinsamen An» gelegenheiten zu entsendende und die vom Reichsrathe auf Grund des Gesetzes vom 21. Dezember 1867 für das Jahr 1876 gewählte Delegation auf den 15. Mai nach Budapest zur Aufnahme der ihrem Wirkungskreise gesetzlich vor-behaltenen Thätigkeit einzuberufen. Indem Ich gleichzeitig Meine Ministerien für gemeinsame Angelegenheiten zur Einbringung der verfassungsmäßigen Vorlagen anweise, beauftrage Ich Sie, wegen der Wahl und Ein- berufung der Delegationsmitglieder das Entsprechende zu veranlassen. Wien den 3. Mai 1876. Kranz Joseph m. p. v. Tisza m. p. Se. l. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließnng vom 24. April d. I. den Rabbiner der israelitischen Cultusgemeinde Vinz.Urfahr Dr. Adolf Knrrein zum Mitglicde dcs Lauoesschul-rathes für Oberösterreich für deu Rest der gesetzlichen Functionsdauer allergnädigst zu ernennen geruht. Stremayr w. z». Se. t. uud l. Apostolische Majestät haben mil Allerhöchster Entschließung von, 24. April d. I. dem Scriptor der Universitätsbibliothek in Oraz Dr. Ludwig v. Hörmann in Anerkennung seiner vorzüglichen Ber-wendnng den Titel uud Charakter eines Vibliothets-custos mit Nachsicht der Taxen allergnüdigst zu verleihen geruht. Stremayr m.p. Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 2 Mai d. I. dem Be» zirtsrichter Karl Dejat in Montona in Anerkennung selner vlchahrlgcn treuen und belobten Dienstleistung den Titel und Charakter eines Landesgcrichtsrathes aller, gnadlgst zu verleihen geruht. Glaser m. p. Die l. l. Finanzdirection für Kram hat den Steuer« amtspraktlcantrn Albert Halm und oe« Pralticanten dcs l. t. Finanz-Rcchnungsdeftllrlemenls in Laibach Paul Sm olej zu provisorischen Assistenten in der XI. Rangs» klasse des l. t. Landeszahlamtes Laibach ernannt. Nichtamtlicher Theil. Wien, 4. Mai Preisausschreibung. Vonscile des l. l. Ministeriums für Cultus und Unterricht wird hiemit ein Preis ausgeschrieben für das bcste Lehr. oder Handbuch der österreichischen Reichs» und Rechts «eschlchte. Der Preis besteht in dem Betrage von 2000 fl ö. W. in Silber. '' Die Arleil hat nach der für die deutsche Reichs« und Rechtsgeschichle bewährten Methode darzustellen: Die Geschichte dcs Reiches mit besonderer Berücksichtigung der diplomatischen und politischen Ge< schichte, also jener öffentlichen Acte und Begebenheiten durch welche die Monarchie im tzaufe der Zellen zu ihrem heutigen Länderbestande und Machlbesitze erwuchs ; die Geschichte des öffentlichen «echtes, also die Entwicklung des heute geltenden Öffentlichen RechtSzustandes in Verfassung und Verwaltung; die Geschichte oeS P r i v a t re chte« . also die Entwicklung des österreichischen Prioatrechtc« durch Reception oder particular Ausgestaltung des gemeinen und Ausbildung des eigenen Landesrechtes bis herab zur letzten Codification. In allen drei Theilen ist die Geschichte der oer< schiedenen im österreichischen Slaate vereinigten Volts» stamm« ausführlich erst von dem Momente ihrer Ver» einiaung darzustellen und die bis dahin zurückgelegte geschichtliche Entwicklung nur übelsichtlich anzudeuten. Die Reichs» und RechlSgtschichle der Länder der ungarischen Krone bildet leinen Gegenstand der Dalstel« lung und ist nur insofern zu berücksichtigen, als es zur Darstellung der Geschichte der Monarchie als solch« (also insbesondere zur Geschichte des Reiches und oe< öffentlichen Rechtes) erforderlich ist. Auf dem Gebiete des PrloatrechteS ist die Recht«, tntwlcklung nur so weit zu verfolgen, al« dies in den deutfche» Reich«» und Rechlsgeschichlen üblich ist, daher nur die Ausbildung der RechtSinftilute ohne dogmatische Einzelheilen darzustellen ist. Die Arbeit soll noch besonders dem Zwecke dienen, die österreichische Reichs» und Rechtegeschichte zu einer selbständigen »lademischen Disciplin zu erheben. Demzufolge h»t der Autor besonders darauf Ve» dacht zu nehmen, die Geschlossenheit dieses Wifsensgc. biete« und die Selbständigkeit der Rechtsentwicklung innerhalb der Grenzen der Monarchie zur Darstellung zu bringen; auch muß die Arbeit als Leitfaden beim akademischen Unterrichte verwendbar sein. Die eingelieferten Arbeiten müssen in deutscher Sprache neschrlebln und paainill und mit einem passen» den Motlo versehen seln. Gleichzeitig mit der «roeil ist ein versiegelter Brief einzuschicken, »elcher aus der Außenseite das Motto der Arbeit, im Innern den Namen und Wohnort des Verfassers angiebl. Autoren, welche um den von der rechts» und staalswisfenschaftlichen Facultül der Wiener Universität ausgeschriebenen Preis für eine Geschichte der Rechts, bildung in den deutsch.österreichischen Crblanoen („Wiener Zeitung" vom 26. Februar 1K74) concurrirt haben, können gleichwohl auch um oen hier ausgeschriebenen Preis in Bewerbung treten, wenn sie die Arbeit nach den Anforderungen der gegenwärtigen Preisausschreibung erweitern und vervollständigen. Der letzte Termin zur Einsendung der Nrbell ist der 31. Dezember 1879. Feuilleton. Nie Weltausstellung iu Philadelphia. i. . Die Köl>. Ztg." gibt denen, welche zur Weltaus, '«uung nach Philadelphia reisen wollen, Rathschläge an " Hand. ^ , ^Üir heben im Nachstehenden vom Wichtigsten und " '"ressantesten einiges hieraus hervor, datin- ^ Wahl der passendsten Jahreszeit heißt es d»l ^ "^lan hat sich in Deutschland daran gewöhnt, Ue b" Wortes zu betrachten, und gerade lein ^«llttn? ^" ist für den Osten der Vereinigten Hitze t» >° ungünstig wie diese beiden. Die sengende lelblr dl, ^"""enls macht bis an den Saum der Küste tilths n, ^ zu wahren Hüllen und den Landauf-einer ^,, ^ann genießbar, wenn man ihn in Gestalt Htiten A" Muße, worin der AngloAmeritaner zu "doch t>,r 2 " ^ lu den Städten der September. ^ " «ls H^?"be ist dieser Monat sowol als der Ol-°"nn mH« 'l/ wtisezeit zu betrachten; d°S Weller ist "?""' °b"' helh zu sein. und die ^"fft "praA des sogenannten ,Iu^n 8umwßl« «eilenden in dem sonst farbenarmen Lande eiu Schauspiel, welches Europa nicht kennt. DaS schöne Weller währt oft bis in den November hinein; allein mit dem Fallen der Blätter verschwindet der Reiz der Landschaft. Hiernach wird September und Ollober allenfalls mit Zuhilfenahme deS Augusts für den Nor. den und des Novembers für den Süden, als die gün. stigste Zeit anzunehmen sein. Von einer Reise im Früh. jähr ist ganz abzuralhen; ein Lenz in unserem Sinne ist in Amerika unbekannt, entweder geht Regen und Schmutz im April und Mai unmittelbar in sengende Hitze im Juni über, oder die Dauer milder Frühlings» luft ist so lurz und namentlich so unsicher, daß sich Relsepläne auf sie nicht bauen lassen. Ein Umstand fer» ner, auf welchen sich der Reisende zu jeder Jahreszeit und in weit höherem Grade als bei uns, gefaßt machen muß, ist der plötzliche Umschlag des Wetters; es kann ihm leicht begegnen, im August vor Frost auf acht oder vierzehn Tage zu klappern und die ersparte Hitze als. dann einen Monat später mit Zinsen nachgenießen zu müssen. Inbelreff der Kosten - sagt der Verfasser weiter — ist ein bemerltnSwerlher Unterschied zwischen liner Reise in den Vereinigten Staaten uno einer solchen in Europa. Bei uns, sei eS in Deutschland, in der Schweiz, in Italien, sei eS selbst im Orient, ist dem Reisenden ein ziemlicher Spltlraum gelassen b:l Bemessung der Mittel, welche er zur Reise verwenden will; er lann auf der Eisenbahn in erster, zwctter, dritter Klasse fah. ren, er kann in Gasthöfen ersten Ranges Ehampagner trinken uud Salons bewohnen, oder er lann in beschel« denen Häusern sich mit Bier und einem Stubchen unter dem Dach begnügen; er lann in vierspännigem Wagen über oie Alpenpüsse reisen ob« mit seinem Felleisen auf dem Rücken sich Schusters Rappen anvertrauen. Alle diese Unterschiede fallen in Amerika fort. Der Reisende fährt auf der Eisenbahn (abgesehen von Schlafwaggon und Salonwagen) zu Einem Preife, er zahlt in Gast. Höfen einen festen Preis für Zimmer und Mahlzeiten und eS bleibt fast nur die Benutzung von Miethwagen übrig, welche der Reiselasse einen Spielraum läßt. Es ist hiernach ga.iz unmöglich, in Amerika unter einem gcwis. sen feststehenden Satz für jeden Tag zu reisen, und an« derseitS, abgesehen Extravaganzen, schwer thunlich, diesen ^atz um ein Erhebliches zu überschreiten. Die Höhe fieses Satzes betrügt etwa 10 Dollar« Papier (circa 20 fl.) für den Tag. Sie begreift in sich die vier bis I fünf Dollars für den täglichen Board im Gasthos und eine gleiche Summe für die Menge kleinerer Nebenau«. gaben, welche in allen möglichen Formen stündlich an den Reisenden herantreten, wegen ihrer tl?inen Betrüge von W bis 25 CentS im Augenblick unbeachtet bleiben und sich doch an jedem Abend schließlich als eine ganze runde Summe darstellen. Außerdem fallen der Reiselasse zur Last: EisenbahnbiUelS. Mielhwagen, etwaige Theater, läoncerle und Schaustellungen und das in Nmerila un-newöhliliche und deshalb schwer und theuer zu befriedigende Verlangen, besser essen und trinken zu wollen, als seine Mitmenschen. EisenbahnbllletS sind im Osten der Vereinigten Staaten, wo starle Concurren; der verschiedenen Linien dle Preise herabdrückl, nicht theurer als die zweite Klasse bei uns; bei heftigen Fehden zwischen einzelnen Gesellschaften werben sie zeitweilig sogar auf ein Minimum erniedrigt; anders ist es im Westen, jenseits des Missouri, wo die wenigen vorhandenen Bahnen oft Preise fordern, für welcht man im Osten die zehnfache Entfernung hülle 814 Die Beurtheilung der Arbeit erfolgt durch eine im Ministerium für Eultu« und Unterricht niederzusetzende Commission, welche aus einem Vorsitzenden und zwei Preisrichtern bestehen und ihr Votum noch im ersten Halbjahre 1880 abgeben wird. Eine Theilung des Preises findet nicht statt. Der« selbe wird entweder ganz oder gar nicht verliehen. Dem Verfasser der mit dem Preise ausgezeichneten Arbeit verbleibt das Urheberrecht, die Arbeit muß aber noch im Jahre 1880 zum Drucke gelangen. Die Zuerlennung des Preises wird in der „Wiener Zeltung veröffentlicht. Preisansschreibung. Vonseite des l. l. Ministeriums für Cultus und Unterricht wird hiemit ein Preis ausgeschrieben für die beste systematische Darstellung des in Oesterreich ge-lt enden öffentlichen Rechtes. Der Preis besteht in dem Vetr'ag« von zwei-taus en d Guloen ü. W. in Silber. Die Arbeit muß das gesammle Gebiet unseres positiven öffentlicher! Rechtes, also das VerfassungSrech» (Staa^srech: im engeren Sinne) und das Verwaltungsrecht umfassen und als ^«hr- und Handbuch wie auch als Leitfaden für Vorlesungen verwendbar sein. Die Darstellung muß eine streng wissenschaftliche sein und einem aus der Natur des Gegenstandes ent< wickelten Syst me folgen. Derselben m^ß eine geschlossene Auffassung der allgemeinen Staatslehren zugrunde lie« gen, ohne daß diese für sich näher auszuführen ist. Ge< schichte und Literatur der einzelnen Rechtsinstitute haben jene Berücksichtigung zu finden, welche die heutige rechts» wissenschaftliche Methode fordert. Unbeschadet der systematischen Darstellung darf lein wesenllicher Bestandtheil des geltenden öffentlichen Rechtes uneröcterl bleiben, sondern hat dieses letztere vollständig ln dem wissenschaftlichen Rahmen der Darstellung Platz zu j finden. Es sind also auch die parliculären Landesrechte (Pro- j vinzialgesetze) allec imReichSralhe vertretenen Königreiche und Limder darzustellen, dagegen ist da« R,cht der Länder der ungarischen Krone zu übergehen oder doch nur im historischen Theile bis zu dem Zeitpunkte zu verfolgen, vo diese Länder wieder zu politischer Selbständigkeit ge« langten (1867). Reichsrecht, d. i. das der ganzen Mou> archie einschließlich der Länder der ungarischen ttrone gemeinsame öffentliche Recht, fällt selbiwerständlich unter die Aufgaben der Darstellung. Das Verwaltungsrecht ist vollständig, mit Unter« scheibung der administrativen und administrulio-rccht-lichen Materie darzustellen. Im Verfassungs' wie im Verwaltungsrechte ist neben dem materiellen auch das formelle Recht darzustellen und insbesondcr: auch auf Einrichung und Spruchpraxis der bestlhenden Gelichtshöfe des öffentlichen Rechtes Rücksicht zu nehmen. Die eingelieferten Arbeiten müssen ln deutscher Sprache abgefaßt, dcutlich geschrieben und paginln und mit einem passn,den Motto versehen sein. Gleichzeitig mit der Arbeit ist ein oersiegelier Brief einzuschicken, welcher auf der Außenseite das Motto te.- Arbeit, im Innern den Namen und Wohnort des Verfassers angibt. Der letzte Termin zur Einsendung der Arbeit ist der 30. September 1879. Die Beurtheilung der Arbeiten erfolgt durch eine im Ministerium für Cultus und Unterricht m:derzu< fetzende Commission, welche aus einem Vorsitzenden und zwei Preisrichtern bestehen und ihr Votum noch in den ersten Monaten d-s Jahres 1880 abgeben wird. Eiln Theilung des Preises ist im allgemeinen nicht zulässig. Nur wenn das ganze ausgeschriebene Thema von niemand in preiswürdiger Weise bearbeitet worden ist, tann durch Ausspruch der Commission die Hälfte des Preises einer Arbeit zuerkannt werden, in welcher entweder das ganze Verfassungsrecht (Staatsrecht im engeren Sinne) oder das ganze Verwaltungsrecht preis» würdig behandelt erscheint. Dem Verfasser der mit dem Preise ausgezeichneten Arbeit verbleibt da« Urheberrecht, die Arbeit muß abcr längstens in der ersten Hälfte des Jahres 1880 zum Drucke gelangen. Die Zuerlennung des Preifes wird in der „Wiener Zeitung" veröffentlicht. Iournlllstimmen. Gegenüber den aus» und inländischen Zeitungsstimmen über die bevorstehende berliner Ministerbegeg« nung glaubt das Fremdenblatt versichern zu können, daß Graf Andrassy weder die Politik der Intervention um jeden Preis, noch die Politik der Capitulation aus Gnade und Ungnade vor dem Trotze der hohen Pforte vertreten werde. Man ist einig darüber, sagt das Blatt, daß das klar vorliegende Ziel — die friedliche Lösung oeS Conflictes auf der Balkauhalbinsel — innerhalb der Grenzen der bestehenden internationalen Rechtsverhältnisse zu suchen und auch zu finden ist. Die Tagespresse schreibt mit Bezug auf dasselbe Thema: Es gilt in hiesigen diplomatischen kreisen als zweifellos, daß unser Minister des Aeußern von Einmarschprojecten absolut nichts wissen will. Er wird über sein bisheriges Pacifications-Programm nicht hinausgehen. Die Presse faßt die Stellung der Westmächte zur orientalischen Frage ins Auge und gelangt zu dem Schlüsse, daß angesichts der bisherigen Haltung derselben nichts unwahrscheinlicher sei, als daß die Ergeb» nisse der berliner Conferenzen, die sich doch nur im fried' lichen Rahmen bewegen können, oaS europäische Concert zu stören geeignet sind. Die Neue freie Presse beschäftigt sich ix anerkennendster Weise mit der vermittelnden Haltung des Grafen Andrassy bei den Ausgleichsverhandlungen und findet, daß dieselbe sowol den ungarischen Interessen förderlich, als durch seine Stellung als Minister des Auswärtigen bedingt gewesen sei. Die Deutsche Zeitung, von dem Zusammentritte und der Thätigkeit dev Delegationen sprechend, vermißt unter den oermaligcn politischen Verhältnissen mehr als je die Wirksamkeit eines kräftige», die Eon> trole über die gemeinsamen Angelegenheiten mit Ernst und Entschiedenheit ausübenden Centralparlamentes. Der Tagesbote aus Mähren bedauert, daß von ungarischer Seite der Vorschlag auf Stabilisierung des Ausgleichs nicht angenommen wurde. Ein wiener Correspondent der Bohemia betont, daß das österreichische Ministerium sein im Parlamente abgegebenes Versprechen, den Ausgleich unter entschiedener Wahrung der österreichischen Interessen zu machen, im vollen Umfange emgehalten habe. zurücklegen können/ Selbstverständlich ist auch bei dem einzelnen Reisenden das Maß der Reiselust im eng ren Sinne ein verschiedenes und deshalb eine Schätzung der anzuwendenden Mittel schwierig. Im allgemeinen läßt sich jedoch annehmen, daß die Grl'ppe einzelner Touren, welche bei einem zwelmonallichel, Aufenthalt in den Ver» einigten Staaten zwischen der Küste und dem Mississippi mit Genuß und ohne Anstrengung oou dem Reisenden zurückgelegt wecden können, eine Ausgabe von elwa 200 Dollars (750 M.) an Billets und Nebenkosten oer< ursachl Hierzu treten ferner die Kosten der zweimaligen! Ueonfahrt über den Ozean. Im Zwischendeck wird deV Verglmgungsreisende nicht fahren wollen, und der Unter» j schied im Preise zwischen der ersten und zweiten Eajüte ist im Vergleich zu den Gesammllostcn der Reise ein so geringer, daß schwerlich jemand sich auf einen Monat den mit Benützung der zwriten Cajüte verbundenen lästigen Beschränkungen gegenüber der verhältnismäßig unbedeutenden Kostenerspa-niS aussetzen wird. In erster beträgt der Preis der Ueberfa»irt von Bremen oder Hamburg nach New York 495 Ma.t, falls sich die Danipfer.Gesellschaften nlcht zu Ermäßigungen! für , usstellungsbesucher verstehen; und es kann deshalb die Hin. und Rückreise von einem Punkte in der Mit'.e Deutschlands, einschließlich der unvermeidlichen Neben toste,', auf mindestens 1200 M. veranschlagt werden. Nach dem Vorstehenden würde sich also eine Reise nach den Vereinigten Staaten mit zweimonatlichem Aufenthalte daselbst folgendermaßen stellen: U0 Tage zu 10 Dollar« -- 600 Dollars, Eisenbahnfahrten 200 Dol-l«s, allerhand unvorhergesehene Auslag:n zum minde-,1?« ^ Dollars; zusammen 1000 Dollars, und ei„. AA A ^/ »often für die Ueberfahrt in runder Summe bO00 Mark. Wührend es einerseits schwer thunlich ift (wie oben bemerkt), diesen Anschlag um ein Erhebliches herunterzusetzen, jo sind anderersei'S durch eine Erhö-hung desselben um nur ein Driltil odrr die Hälfte die Mittel z>, einer Menge Bequemlichkeiten gcb^en, welche sich der reisende Amerikaner in scin?m eigenen Lande kaum gestallet; es sind hierzu zu rechnen Miethwagen, Badezimmer in den Gasthüfen, ganze Abtheilungen (wdolo uscUouu) in den Schlafwagen der Nachtzüge und Äehn-liches, — gastronomische Genüsse, wo solche überhaupt zu habm sind, freilich noch nicht Wenn bei diesen letzten Zeilen eö manchem Leser erscheinen mag, ols ob diese Bemerkungen nur für Crösus und seine Nachfolger geschrieben seien, so muß dem gegenüber betont werde«, daß Amerika eben lein Feld für Touristen bis jetzt gewiesen ist und daß die Eigenthümlichkeiten des Landes es auch nie zu einem solchen, wie die Schweiz oder Italien es sind, werden machen können; es wird deshalb mancher, dem seine Verhältnisse eine m:hrmonalliche Ferienrelse in irgend einem Theile Europa'S wol gestalten, auf die Reise über dem Ozean ver. zichtcn müssen Äiderersei.s kann vielleicht bemerkt wer< den, daß derjenige, der zwölf Wochen und hold so viele Tausende von Mark zu seiner freien Verfügung hat, die selben weit genußreicher, sei eS in Italien, sei es im Orient, verwenden könne; auch das kann an und für sich nicht bestritten werden, und es möchte niemandem anzurathen sein, einer Reise nach Amerika zu Lirbe einen Ausflug in jene Län. der aufzugeben. Allein die Vereinigten Staaten bieten, wenn auch nicht so viel Schönes, doch so viel Iuteres. santes und so reichliche Gelegenheit, Neues zu lernen und alle Vorurthelle (günstige und ungünstige) abzustrei« fen, daß ihr Vrsnch, selbst auf wenige Mcnale, lohnend und lehrreich ist. Der Cittadino hält es als festgestellt, daß lediglich hohe politische Rücksichten für die Machtstellung Oesterreichs maßgebend bei der Vereinbarung waren. Die Politik glaubt, daß die bevorstehenden btt' liner Conferenzcn zu Entscheidungen von großer Trag weite führen können. Der Pokrot fürchtet nicht, das; Oesterreich Ruß' lano feindlich entgegentreten werde. Der Osscrvatore Triestino, die Trieste! Zeitung und der wiener Correspondent der Gaz-zetta di Trenlo begrüßen die Conferenz als ei" sehr günstiges Anzeichen für die Erhaltung des Friedens j)ie Resultate des österreichisch-ungarischen Ausgleiches. Der «usgleich ist perfect! , Iü diesem Factum concentrlel't sich die wichtiD Nachricht, vor der alle übrigen Tagcsfragen, so einschm> dend sie uns sonst auch berühren mögen, weit in den Hin tergrund treten. Die Kunde von diesem Ereignisse h^ der Telegraph bereits vorher in gedrängter Kürze »a^' Dieselben bestehen in folgend.i« Punctaliouen: 1. Das Zoll- undHau dcl sb ün dn iS >"^ auf zehn Jahre (wesemlich in der ucgenwälG" Fassung) erneuert; cine Kündigung desselben vor de^ neunlen Jahre ist ausgeschlossen. 2. In Ansehung des allgemeinen Zolltarif« einigte man sich dahin: 2) für einige Inoilstrieartilel, insbesondere zum Schutze der Textilindustrie, die ZoU" sätze in einem den wirtlichen Bedürfnissen der Industrie entsprechenden Verhältnisse zu erhöhen; d) bei eln'ge»' Artikeln der landwirlhschaftlichen Production theils die bestehenden Zollsätze beizubehalten, theils dieselben zu erhöhen; 0) den Ausfuhrzoll auf Hadern beizubehalten) cl) auf eine Reihe von Eonsumtionsartiteln, insbcsondttl Kaffee, Südfrüchte, Petroleum, Wein und derglciche" im Interesse der Vermehrung der gemeinsamen Zol> einnahmen höhere Zollsätze zu legen. 3. Inbctrcff der VerzchrungSstcuern einig" man sich dahin, daß dir Verhandlungen ülier die »»^ wendige Reform der bestehenden Gesetze über die Zu^' und Branntweinsteuer ehestens zum Abschluß gclM" und daß hiclici den lanowirthschaftlichei, Brcuneicie» »'"^' sprechende Begünstigungen zugewendet werden solle» 4. In Ansehung der Beilragölci stuug i" den gemeinsamen Angelegenheiten wurde sowol d<" bisherige Quoteuverhültniö als der Abzug der Sle»c'' Restitutionen von dem gemeinsamen Zollcrträguis ^ behalten, mit der Modification jsdoch. daß die dridt" Reichshülfteu an 5cr Restitution für ezpurtierlcn Z"^' Branntwein und Bier in dem Verhältnis participles in welche,» Jahr für Jahr dir Blulto-Erlrägmsse ^ Steuern für diese einzelnen Artikel in beiden Lä"^ gebieten zu einander stehen. ^ l>. Das Recht zur Errichlung einer scllistän^ Zettelbaul wurde von lieiocu Ncgirruugc» sich ^^ seitig zuerkannt. Für die nächsten zchu Jalirc jcoocli > unter principieller Anerkennung der Einheit del - ^ und ihrer Bedeckung in den beiden LändeigebieteN ^., ausschließlichen Ausgabe von Aantuoten nur Eine ^.. gcsellschaft mit zwei coocomicrten, in Wien und ^'^ pcst zu errichtenden Bankanstalten und mit riuri» p" tütisch zusammengesetzten (äcntralorganc ermächtigt ^, ocu, dessen Attribute auf jene Agenden beschrä»t< > ,, sollen, die aus der Einheit der Notc und ocr 25"" tung des Bankvermögens mit Nothwendigkeit f»^. Von der statutenmäßig emittierten Notenmengc sollc" .^ Bankanstalt in Wien 70 Perzeul und orv Bankans"" Budapest ^) Pevz.üt zur ausschließlichen Verweb ^ im Bankgeschäfte ;ur Verfügung gestellt werde». ,^ ^ Zugleich hl,l»cn beide Regierungen ein Proyl , zur Ausführung di^cr principiellen Abmachunge» ^^n» liert, welches sie, vorbehaltlich der nothwendig crs""" ^ leitenden Centralorgans der Unternehmung, d^sse" ^j lunqslrcis in den wichligstcn Beziehungen pracisicN n> z«S ferner Punctatiouen über die örtliche AufbewahrlwH/, einheitlichen statutenmäßigen Melullschatzes der ^ zü über welchen nur oaS Eentralorgan der Geselll^halv verfügen hat, sowie über die Bildung eines ^Hw's der Bank stehenden ControlorgaucS z»r Uebe^ des Bestandes des Vedeckungsschahes. ^^^- Die Mstungeu Montenegro's, ßD von denen Telegramme im Laufe der letzten Tagcw ^ holt zu melden wußten, scheinen sich denn doch ^, bestätigen. Neuere, inzwischen eingelaufene «cnchl ' „. di selben wenigstens entschieden m Abrede und v",'y « 816 zu haben, die zur L>-oen«filhiglei» desselben unerläßlich nothwendig sind. Von den 380 Mitgliedern, die der junge Verein zur Stunde z»hlt, hatten sich blos 21 gefunden, die, dem «use bc« Ausschusses folgend, zur Berathung mehrerer wichtiger Vereinsfragen erschienen waren. Daß die Versammlung angesichts dieser bedauer» lichen Theilnllhmslosiglcit des regeren Leben« entbehrte, ist wohl begreiflich. — Nach der Eröffnung derselben durch den bisherigen Obmann Herrn Franz Schaute! erfiattele zunächst der Vereins» SecrclUr Valenta Verichl Über die bisherige Thätigkeit des Vereins, theilte die Entlassungen der Kapellmeister Milel und Weih, sowie die Anftillung des ehemaligen Militärkapellmeister« Schinzel und die Pflege des Musilunlerrichle« auf Streich- und Vlasinftrnmenttn durch letzteren mit. — Der hierauf vorgetragene Kassebelicht gab belannl, daß die Einnahmen in der Zeit vom 1- Dezember 1875 bis 1, Mai d. I. 1057 ft und die Ausgaben 888 ft. betragen haben. Die Musikschule nahm «inen Vetrag »on b^> fl. in Anspruch. Der Verein schuldet dem hiesigen Feuerwehr» ""tine sui übernommene« Inventar (Instrumente und Uniform-ftulle) «och einen Betrag von 854 ft. — Vei den hieraus vorgenommenen Ergänzungswahlen wurden die Herren Dr. Alfon« Mosch 6 zum. Vereinsobmann, Nealitätenbesiher Franz Tchantel und pensionierter Schulinspector Pichler zu Nusschllßmilgliedern gewllhlt. — Der Antrag des VereinsauSschusse«: ,,e« seien ge< schulte Orchestermitgliedcr auszunehmen und zu besolden", hatte eine lebhafte Debatte zur Folge. Da« Nusschußmitglieo Herr Doberlet betonte, daß zur Erhaltung einer ständigen tUchtigcn llivilmuftllapelle ein Iahresbctrag von 11,000 ft. nothwendig sei, Welcher durch Musilen im Theater (6000 fl), bei Vällen (60N ft.), in Perei„«cunce»le« (400 ft), an VereinSabenden und AussiUgen (600 ft.), durch Vartenconcerte (600 ft.), in Kirchen (200 ft.) und endlich durch die Jahresbeiträge von «00 Mitgliedern il, 2 fl. und Vubveulionen des Lande« und der Sladt gedeckt werden könnte. Ausschußmitglled Redacteur Mllller erklärte sich mit dem obigen Ausschuhantrage einverstanden, stellte jedoch in der Crwä-gung. als di« Theaterfrage pro 1876, welche das Haupteinlommen der aufzunehmende» Kapelle bilden soll, noch nicht gelüst ist und der Verein erst 375 Mitglieder zählt, den Antrag, die weitere Vehandlllug diese« Gegenstandes vorläufig zu vertagen, d. h, der nächsten Oeneralverfammlung zur Beschlußfassung vorzubehalten. Dieser Nerlagungsantrag wurde denn auch angenommen und hierauf die Versammlung geschlossen. — (Theater) Unserer gestrigen Mittheilung zufolge stehen uns im Laufe der nächstfolgenden Tage mehrere sehr interessante Theaterabende in Aussicht. Herr van Hell, unter dessen Lei. tung morgen die angekündigten sechs Theatervorstellungen au unserer Bilhue beginnen, ist uns als lin vortrefflicher Schauspieler des wiener Karlthcaters, zu dessen hervorrageudsteu Kräften er zählt, persönlich sehr wchl bekannt, und dursen wir somit den angekündigten Vorstellungen mit lebhaftem Interesse entgegen» sehen. Der Erfolg derselben wirb allerdings zum großen Theile auch von der Wahl seiner Vegleiter abhängen, l!b,r welche uns zur Stunde noch nicht« Nähere« belaunl ist. Wo« da« Genre der projeclierlen Vorstellungen betrifft, so ist dasselbe durch die hinzugefügte Versicherung, daß e« ausschließlich dem Repertoire de« wiener Karlthcaters entnommen werden wird, hinreichend charakterisiert und dllrste sich somit vornehmlich in dem Gebiete ocS modernen, und zwar hauptsächlich sranzüsisch-mobelneu Effect. Schauspieles bewegen. Es ist dies eine Kunstgattung, die -- man wag über den dichterischen und ästhetischen Werth dechlben denken, wie man wolle — doch in jedem Falle das Iuteressc der Zu hürer in ganz außergewöhnlichem Maße sllr sich in Anspruch Nimmt und bei guter Darstellung auch bis zum Schlüsse stets gleich rege zu erhalt'« wciß. Von diesem Standpunkte au« glau» beu wir somit der van Hell'schen Unternehmung ein günstiges Prognostikon stellen zu bllrfen, uud zwar dies umsomehr. wenn da« gräuliche Maiwetter, wie es momentan den Anschein hat, «och länger andauern und h!edurch den Versuch des Herrn van Htll unter s>ine schlitzenden Fittige nehmen sollte. — Morgen dllrsten wir hoffentlich bereits in der Lage sein, unsere» Lesern nähere Daten über den Lyclus der bevorfiehcndcn sechs Vorstel. lungeu mittheilen zu können. -^ (Concert.) Das <5oncert, welches der hiesige Zither» Meister Herr Josef Vlumlacher verflossene» Samstag im landschaftlichen Redoutcnfaale veranstaltete, war zwar nur von einem schr kleinen, jedoch äußerst daulbaren Publikum befucht, welche« die vorgeführte« Oesammt- und Einzclproductionen mit lebhaftem Ueisall begleitete. Insbcfouber« ware» e« die Ensemble-Uutnmcrn. die dnrch ihre mufterhajte DurchsUhruuz Zeugnis von ^^Fleis^ und der guten Lehim.lb.ede des Herrn Vlumlacher ablegten und sich daher auch der allseitigsten Nnerlennun-- seilen« der Anwesenden erfreuten. Auch als Lompositeur gelangte Herr Vlumlacher vorlheilhast zur Geltung, indem sämmtliche uorge. tragen«, Piecen — worunter die meisten als sehr ansprechend bezeichnet werden können — von ihm selbst componiert sind. — Von den vorgeführten Schulern zeichneten sich in erster Linie die Herren Laurentschttsch uno Peltan vortheilhafl aus. — (Kirfchen.) Gestern sahen wir bereit« die ersten Kirschen zu Marltc; allerding« sind es vorläufig erst lllliftllcheTreib» hau«früchte, aber immerhin fllr uns willkommene Voten einer angebrochenen schöneren Zeit. — (Die lcmentsabril in Steindruck) wurde bei der diesertage abgehaltenen execulioln Feilbielung von der lroatifchcn Lscomptebanl, der bisherigen Pächtern, derselben, ge> lauft. Die genannte Bank beabsichtigt, die wegen »hres ausge« zeichneten, auch bei den Vauten in Laibach vielseits verwendeten Producte« weithin bekannte Fabrik zu vergrößern und den Vn» sorderuugen der Neuzeit noch mehr entsprechend einzurichten — (Neue Alpenverein«.Section.) «line neue Section des deutfchen und österreichischen «lpenoereine« hat sich in unserer Nachbarstadt Marburg gebildet. Mit Ministerial-erlaß vom 4. v. M. wurde der Vesland derselben bescheinig«; gestern, den 8. d. M vereinigte fich dieselbe »m großen Kasino» saale in Malburg zu ihrer erste» Verfammlulig. — (Aenderung der Fahrzeit.) D,e Oeneraldireclion der SUdbahu theilt mit, daß auf ihren Linien infnlq, hoher MinisterillllOenehmigung vom 15. Mai d. ^ an dir Fahrpltine nicht mehr —wie dies imlaufc der letzten zmr, Jahre geschehen ,ft, sich jedoch als uuproltifch und drm Puliliium uiierwUnschl eiwie-sen hat — nach der Ortszeit, soudel« „ach der V ° t, n, eit ver. üffcntlicht werden. Die Vahuzeit fUr alle auf dem ösl'rleichisch'u Gebiete liegenden L,nieu ist die dem Meridian oon Prag entspre« chenbe „Präger Zeit" ; filr jene auf dem Gebiet, dec unganschen Krone, die dem Meridian von Budapest entsprechende„Vudapester Zeit". Der „Uebergaug von der Präger zur bubapesler Zelt" wird in den Stallone» Stcinamanger. «isalalhurn und A^ram stattfinden. Die Präger Zeit ist gegen jene von Vudopest um 18 M<> nuten und gegen die wiener Zeit um 8 Minuten ,uruck. — Auch inbezug auf den Fahrp lan der Sllddahn treten auf den ein,tlnen Linien dcrfelben mit 15. d. M. mehrfache Aenderungen ,n Wirksamkeit. W,r heben nachstehend diejenigen hervor, die die Linie Wie » ' Triest betreffen und somit uns zunächst berühren. Dieselben befteheu in nachstehenden Verfügungen: Die Wien-TrieNer E.lzuae werden währen» der Badesaison iu M°,lt'Tuss°r (und >v,e b,«her auch „, Römerbad und Frohnleiten) anhalten. —Der um 1 Uhr 30 Mmulen nachmittag« von Wien nach Trieft und Italien verkehrende Eilpostzug Nr. 4 wird auch in Vöslou Rri-sende aufnehmen und zu diesem Vehufe bort anhalten, s.us der Lm,e Nubresina.Eormon« wird der EilpoNma Nr. W0I (Uom-W,en) ,u der Station Ronchi anhalten, (tndl'ch eithlille d>e Ve-iiera!b,rect!on der Sltdbahn in auerlennenswelther Toulan, gegen-»lber den Wünschen de« Publikum« auch die «swilliguug. daß uom 15. Mai d. I, an bi« „us n,e,t?r»« m,t den SUdbahn» Frachlclizügen Nr. 123/1 und Nr. 188 zwischen Graz und Mar» liulg auch Passagiere und «eisea'vilckt desördeit und zu die» seu Züssen in ollen Stationen der genannten Strecke Fahrkarten II. und !!l. Klasse uach dcu allgemclncu Tarifen ausgegeben werom dürfe.,. T>>c>e «nordnung wird gewiß vielen, die genannte Strecke passierenden Geschäftsleuten u. s. w. sehr ei-Ivllnscht lc'mmen. -— („Die Heimat".) Die vorgestern erschienene »eueste Nummer 6 dcr neugegrllndeten österreichischen belletristischen Zeit» schrift „D i! Heimat" enthält nachstehende «ussäyc: „Der Hchandfteck", Roman von Ludwig. Anzengrubei. (Forlfehnng.) „Die Kindlei» wissen'«", Gedicht von Robert Hamerling. — „O Liebchen, komm' und letz' dich her". Gedicht aus dem Vöhmi-schei, von Halel. in's Deutsche übertragen von Richard M^ria Werner. — „Meineidig", norddeutsche Erzählung von Emmy Dincllage. (Fortsetzung.) — „Das Tagebuch eine« römischen Im-peiator«". mitgetheilt von Kurl Gras Zalusti. — „Me,uo,ren eine« Frauciecaner«''. «lultur- uud Sittenbilder au« Uuaarn Von Dr. Adolf Dux. I. - „Schlösser und Ruiucn in Oester. reich-Ungarn". I. „Täufers". Von N. W. Ambro«. (Mit Illu-I stration.) - „Die fpanische Zeit Wiens". II. — Literatur. — Au« aller Welt. - „Lin Sonntag in Albano". (Mit Illustration.) - Nricslasten. Eingesendet. Da« gestrige „Laib. Tagblatl" meldet, daß laut angeblich in der sonntägigen Versammlung erstattetem Cafsabericht der hiesige ftäbt. Vtufilverein an den Feuerwehr» Fond« im »bgelausenm Vereiilsjahre den Betrag von 394 ft. abgeführt habe. Nachdem Gefertigtem leine derartige Zahlung zugekommen ist, ersuche hiemil um gefällige Aufklärung. Laibach. 9. Mai 1876. ' Albin Achlschin. Feuerwehr«Kassier. 375.000 Mark sind durch Nnlaus eine« Originallose« der 270. Hamburqer Geldlolterie zu gewinnen. Die si>i> vielen Jahren mit dem Debil dies« Los? beaustragle Vaulfirma Adolf Lilienfeld in Hamburg ofserilt dieselben, wie au» einer in unserm heutigem Watte seitens dicscr F^ini^ erschienenen Annonce ersichtlich, zum amtlich sestgesetztcn Preise. Wichtig fnr Viele! In allen Vranchen, insbesondere aber bei Bezug der allgl. mein beliebten O r , g i na l < L o<' rechlselligl sich da« Per. trauen einerseits durch anerkannte Solidität dei Fnma, anderes-seit« duich den sich hieraus ergebenden enormen Absah. Durch ihre Pünktlichkeit und Recllttiit belannt, w,rd d,e F,7M» Valentin H lateu 5 70, — Napultun«l,'lll !)ü4' ,. — 100 Rrich«ln°rl 5>'' > Wien, 8 Mai. Zwei Uhr nachmittag«. (Gchlnhcourse) «lreditoctien 138 20, I8«0er Lole 111 —, 1»64er 5.'°se'13350. österreichifche Rente m Papier W 35, Klaalsbahn 204 —, Nord, bahn 18150, 80 > Franlenstülfe 955. ungarilche «lreditaciien I25'5C, österreichische Francobank 1450. iistericichische Nnglobanl 6325, Lombarden 8725. Unionbanl 57 25, llllstro-orient«lis!' Vank - , tUrkische Lose 14 7b, tommun»! - «nlehen 96 50 . «ghptistl»' 92—. Vesser. Angekommene Fremde. ÄM tt. M°I. ^W l Hotel Sladt Lttien. Feuling, «äckermeifier, Klaaelifuu, -^W Lampert, Frankfurt. - Weltsck, Prass, lAaye sammt Schwester und Viayds, England. Poduschla. Fabrica,» ! itrumnußbaum. Neudoife». «sm., und Felll,' l. l Ober' . ! ftnanzratl,. Wir». — Urbaniii, Ttmin. - Ielinel TrieN ^ Strotz, Weißlirchen. - MlUei. iijm., Laar. ' d«tel Olefant. Äosenbersser, Köln Anbriaml, «uccari llraunizer. Vörz, Ialltt. Obertiam. P ' Hotel Vuropa. Nolli, Spengler, Cilli Lula^' Militärp ediaer vaierlfcher Hof. Lonzaritsch. Selze. - Vilbano, Stein -^. Gchwmgöhatl. Steiermail. - Francescl,,, Vauunteinehmes, Dlvazza. — Urrger. Viadlersburg. »tobren. Pirc, Bes.. Oberlrain. - «vb, «ompfrat, - »iaiiler, Lllibach. Zanoni, Trieft. Meteorolrstijche Beobachtunstri, in ^aibach. ^ T'Ü.'Vlg. '737 7^^4V NW' lchwoch Neqen ' ^ 8 2 „ N. 737 b, ^. 8,o NO. fchwach bewölkt <^'" 9 „ Nb.! 737«, ^l- 7<» NW. schwach ittegeu ^o/" Mit geringen Unterbrechunl,cn Regen anhaltend, die nahen Verge tief herab beschneit. Das Tagesimtltl der Wärme -j- 6 6" um 6 0° unter drm Normale. ' verantwortlicher Ucdacleur: Ollomar Vamber«. 3^nv^«U '^^ KUeu 6. Mai. Die profefsionelle Speculation beschWgte fich mit dem Fixen von Eoulis^ Diese« blieb jedoch fUl den Gesammtcharnlter der «a>l, t.»N!« i, ' > ^oljenbmcht. iev°3 d« Nch und zwar in Uebereinstimmung mit der Tendenz^mdn Wrfen^.^^^^^ nach^Vahnwerlhen entwickelte. """'°>°l°"" der Vörse vllll.g irre » 5,^ ) ^, l..... bb 8b «k-9b I>'r.) «knle ^..... ßb-95 ßfts'5 «prll, ) bildernnle ... H8-V5 ^95 '' ^88» ........ 2«j— L39 - " Il»4........ lOb-KO 106 - " ^8«j0........ II" bl» IN — Ü iV in 100 fi. ... Ilb- U7— d°wi.""........ 1V2" 1W — P^""'''Pf°«dbriest .... 15825 18875 . . 76 50 7? 7b Un° ^' < l>ulierung«.Lose . . I03b« 104 - Un» ^ «"'b^N'Anl..... »7 ^ 97-b0 «l'ener !"'"^"l...... 7< 7b 7b'- ""mmlmal. Anlel,tn . 9^- 912h klci»e» »0» v«nle«. ^H'H'........ e«W 6110 _____________ "*" » » » » » —"- ^ «redi.°nft°lt........ ;^/"',N «redilanfiall, ungar..... "K- l«"^ Depositenbank....... ^' .., Vscomp.canstal...... "b^ 6 .k. ^ Handelsbank........ b9-b0 60 Nalionalbanl....... ^6— l"'" Oefierr. «anlges.llschast . . . ^ - ^ ^ U'uonbanl ........ v/^. «erlehrsbanl ....... "-»l> " «ctien vou tr«nep«rt-Nntel«»- «n».„ «lls»ld.«ahn........ '"^N'n ?arl-kudwi«.«°h°..... '^^!!3^ H)°n°u.D°mpfchifi..Gesellschaft l»8h-- ^ Vlifabelh-Wefibalin..... !"bü '"") Vlisnlieth.VahnlLmz-Vudwliser ^ ^.^ Strese)......... ^ ,^<. sserdin»nds-«ordb<»hu . . . ^»^« i»n. ^°nz.I°,evh.»»hn ... '" A^ ^Mb..«,ttU..^»fly.V«hn - . '" zA- Lloyd.Oesellsch........ »^ " ««.^ c>lften. «ordwtftd«hn . . . l« " "" «nd°lf«-V°hn.......I,*z"^ ,f"I ^t»°t«bl»hn........284._ 2t.f.-. «vudbahn.........88 — 88 25 Thriß-Val)!,.......' )97 - Ift« - Unganscht »tordoftbllhu . . . Il 4 — 104 50 Ungarische Oftbahn.....8!».. «5.50 Tramwlly-Geslllsch......,17_ 117.H0 v«u,esellsch«fte». «ll«. »fterr. Vangesebschaf« . . --- - - Wuner Vaugesellschllft . . . . —- - Vf«,briefe. «ll». dsterr. Vobrncredit . . . 10» b0 104 - dll>. in 88 I»h«u 88 — tie'bo Aationalbanl «!. «8.....97- - 97 ^l< Ung. Vodeucnbll......86 «f, 86 l»0 Pllorttlte» «lisabeth.-V. 1. «m.....»l, - 89-f.O Kerb.-Nordb.-«.......1l)b— l0b2f. »r«mzlIo- H7 bv GiebtnbUrger.......56 - «6b0 Stac.lhbaljl,........148 148«) !?ut,l)uhn k 0«/,......1102b iK'7f» ' s>'/......."V80 9020 VUtbahn, Von,...... — Un». Ostoahn.......«1 - 6l-»b PrivRtloft. Credil.l!..........l5b — Ibbbv «ubols«-L.........12 50 18- . wechlel. Augsbur,.....^ - - ^'^ »runksn".....4 ... 588b 58 Ü5 Hamburg......... 5885 bll-bt» London ......... 1I9bb 119 75 Parie ......... 47»b 4780 Geltzsorten. Ducaten .... 5 fi. 68 kr. 5 ft. 6V lr »tllpoleonsb'oi . . 9 ^ 53'/.^ 9 . H4'. Pnuß «»stenscheine 58 ,W , b9 ^ - " Gilb« .... 10li»?b ^1(K .VO ^ » »««wische Grundentkstnng«,0bl,o.««i«»». « 615 daß Montenegro außer der gewöhnlichen und unter den kriegerischen Verhältnissen der Gegenwart wohl begreif' lichen Besetzung der Landesgrcnzen bisher noch keinen Schritt unternommen habe, der als eine directe Mobilisierung seiner Wehrtraft angesehen werden kann. Auch die „Pol. Corr.". die in Angelegenheit der Insurrection bekanntlich sehr wohl unterrichtet ist und deren Berichte aus den verschiedenen Theilen deS insur« gierten Terrains und der angrenzenden Länder sich bisher fast durchwegs als sehr verläßlich bewährt haben, spricht sich ganz unumwunden im obigen Sinne aus und kennzeichnet alle gegentheiligen Versicherungen als vollständig unbegründete Tendenznachrichten. Dieselbe äußert sich in ihrer neuesten Nummer in nachstehender Weise über diese Frage: „Schon gestern ist uns aus Ragusa eine analoge allarmierende Meldung über montenegrinische Dispositionen, wie sie mehrere wiener Blätter theils aus Ragusa, theils aus Zara veröffentlichen, zugegangen. Auch uns wurde angekündigt, daß für den 5. Mai alle Monte« negriner unter die Waffen gerufen sind, und die monte» negrimschen Senatoren, welche militärische Eommanoen führen, zu ihren Truppen zu stoßen haben. Wir haben von der Mittheilung dieser Nachrichten in sofortiger Erkenntnis abgesehen, daß man es da mit Angaben zu thun habe, welche, mit den thatsächlichen Verhältnissen im Widersprüche stehend, einer autoritativen Bestätigung bedürfen. In Wirklichkeit haben sich die beunruhigenden Meldungen seither als grundlose Ausstreuungen erwiesen. Man meldet uns von accreditierter Seite, daß in Montenegro nicht ein Mann mehr, als die in den Grenz-nahien seit Monaten gleichsam auf Veobachtungs-Piquets gestellten, einige hundert Mann zählenden Detachements aufgeboten worden sind. Dagegen sollen die Insurgenten beabsichtigen, ihr Operationsterrain von der montenegrinischen Grenze weg, wieder mehr ins Centrum der Provinz zu verlegen und sowol gegen Trebinje als gegen Mostar zu demonstrieren. Mulhtar Pascha hat bereits Verstärkungen nach Trebinje entsendet, wie auch die Verproviantierung dieses befestigten Platzes eingeleitet worden ist. Vassa Effendi hat den Metropoliten von Mosiar ersucht, seine geistliche Autorität bei den Insurgenten für ihre Rückkehr zu gesetzlichen Zuständen einzusetzen. Der Kirchenfürst scheint aber wenig Lust zu haben, sich in dieser Misston weit vorzuwagen." Von der bosnischen Insurrection. W« bekannt, cernierte und berannte der Insur-gentenführcr Golub mit seinen Scharen seit etwa vierzehn Tagen das befestigte Grahowo, welchen Ort in seine Gewalt zu bekommen ihn» von der Centralleitung der Insurrection befohlen wurde. Allein trotz der Ver« stärkungen, die Golub durch die Scharen des Popen Karan erhielt, gelang es ihm nicht, mit der Belagerung vorwärts zu kommen. Es ist überhaupt zu constatieren, daß weder die herzegowinaer, noch die bosnischen Auf ständischen einen, wenn auch noch so schwach befestigten Platz in ihre Gewalt zu bringen vermochten, — ein Umstand, welcher am lähmendsten auf die intensive Entwicklung der Bewegung einwirkt. So sah sich denn auch Golub bemüßigt, unoerrichteter Dinge von Grahowo abzuziehen und nach Unac zurückzukehren. Jetzt will er eine Erpedition nach Livno vorbereiten. Aber allem An< scheine nach dürfte auch dieses Unternehmen van keinem Erfolge gekrönt werden, da die Türken in Serajewo auf ihrer Hut sind und rechtzeitig Wind von diesem Vorhaben bekamen. Sie entsandten unverzüglich unter dem Miralaj Iussuf drei Tabor NizamS und Redifs nach Livno, welches auf einer von 15,000 meist Moha« medanern bewohnten Hochebene liegt und ein wichtiger strategischer Punkt ist. Diese Hochebene hat eine Länge von zehn und eine Breite von drei Stunden und grenzt an die Grahowoer. Es wird also für Golub die Eroberung von Livno nicht so leicht sein. Während die ärmere mohamedanische Bevölkerung leinen großen kriegerischen Enthusiasmus zeigt und sich am liebsten fern vom Schusse halten möchte, ist der bosnische mohamedanische Adel (Vegs) fest entschlossen, bis aufs äußerste zu kämpfen, da sie nichts so sehr wie die Schaffung eines autonomen Zustandes in dieser Provinz fürchten, waS sie mit dem Verlust ihrer Privi' legien wie eines Theiles ihres ausgedehnten Grundbesitzes gleichbedeutend betrachten. Die Repräsentanten dieser pioilegierten mohameoanischen Adelsllasse hielten eine Besprechung und beschlossen, den Sultan zu bitten, nicht nur leine Autonomie zu gewähren, sondern die aus den insurgierten Provinzen geflüchteten Rajahs nicht mehr ins Land zu lassen. Eine ..Masbata" (Bittschrift) ist abgefaßt worden, und in diesem Momente werden Unterschriften zur selben gesammelt. Bis jetzt zählt sie bereits 1750 Unterschriften. Wird auch diese „Masbata" schwerlich von praktischen Ergebnissen gefolgt sein, so ist sie doch ein Fingerzeig für die Stimmung unter der Creme der mohamedanischen Bevölkerung in Bosnien. Der türkische Militärcommandant von Aeni-Bazar meldet soeben, daß im Laufe der letzten Tage 60 Monte« negriner das bosnische Grenzdorf Proslin überfallen haben, um den dortigen christlichen Einwohnern ihren Vlehbesltz zu rauben. Die letzteren setzten sich zur Wehr und es entspann sich ein lebhafter Kampf, welcher, nach- dem inzwischen türkisches Militär den Angegriffenen zu Hilfe kam, mit der Verjagung der räuberischen Eindringlinge endigte. Nach einer Meldung des Mutessarif von Bihac beträgt die Zahl der in den Bezirk von Novoselj zurückgekehrten Flüchtlinge mehr als 6000 Personen. Bulgarische Autonomie-Bestrebungen. Je ungetrübter die Ruhe in Bulgarien herrscht — schreibt man der „Pol. Corr." aus Rust schul vom l. d. M., — desto vorsorglicher zeigt sich der notablere Theil der bulgarischen Veoöllerung für die Erhaltung dieser befriedigenden Zustände im Vilajet. Diese Prä-ventiopolitil treibt aber nicht selten wunderliche Blasen und ist eben erst jetzt wieder etwas im Zuge, wa« auf die Naivetät unserer bulgarischen Politiker ein grelles Streiflicht wirft. Seit einigen Tagen wird unter dem loyalen und wohlhabenderen Theil der bulgarischen Bevölkerung eine Petition an den Sullan colporlirt, deren Ziel nichts Geringeres, als die Schaffung eines constitutionellen Staates im absoluten Staate bildet. Mit der Moll-Vierung, jedem etwaigen gewaltsamtn Umstürze des Bestehenden begegnen zu wollen, wirl» der Sultan ehrfurchtsvoll gebeten, seinem bulgarischen Vilajet eine Reihe von Zugeständnissen gewähren zu wollen, welche die Ruhe desselben und die loyale Treue seiner bulgarischen Unterthanen für ewige Zeilen verbürgen sollen. Die Petition verlangt: 1. Bulgarien soll fortan ein eigenes Königreich bilden. 2. Dcr Sultan ist „König der Bulgaren". 3. Bulgarien erhält eine Repräsentaliv'Verfassung und eine eigene aus Christen und Mohamedanern gebildete Regierung, die der nationalen Vertretung und der Krone verantwortlich ist. 4. Die nationale Vertretung wird in Rustschlik tagen. 5. Die Centtalregierung in Konstan-tinopel behält nach wie vor die Leitung des Kriegswesens und der auswärtigen Angelegenheiten. Di: gesammten in dieser Petition zutage tretenden Ideen zeichnen sich aerade nicht durch Neuheit aus. Schon im Jahre 186? clrculierte hier eine analoge Reformpetition, welche gedruckt vom Auslande impor« tiert wurde. Damals kam es gar nicht zur Ueberreichung, da mittlerweile im Jahre 1868 der Aufstand unter Hadzi'Dimltrije ausbrach, welcher von der türkischen Arm« blutig unterbrückt wurde. Nun greift man abermals auf das alle, lvennglcich mil modernerem Gewände aufgeputzte Project zurück, über dessen praktische Seite im Grunde nicht viel zu sagen ist. Wahrscheinlich wird man die Petition in Konstantinopel überreichen, aber sicherlich damit leinen Erfolg erzielen. Politische Uebersicht. Laibach, 8. Mal. Die in der europäischen Presse noch immer lebhaft forlaesthte Erörterung dlr bevorstehenden berliner Zusammenkunft weist im allgemeinen keine neuen Gesichtspunkte auf. Je nach der politischen Tendenz der betreffenden Organe wird mit mehr oder weniger Entschiedenheit auf die hohe und immer unverkennbarer her» vortretende Bedeutung des Drei«Kalser.Bündnisfes und auf die werlhvollen Bürgschaften hingewiesen, welche die Interessen des allgemeinen Friedens durch die Wieder« aufnähme persönlicher Auseinandersetzungen der leitenden Staatsmänner Deutschlands, Rußlands und Oesterreich« Ungarns gewonnen haben. Was die verschiedenen Angaben über die künftige Organisation des deutschen Rei chs l a n zler a m-tes betrifft, so findet sich darin, wie die ..Norddeutsche Allgemeine Zeltung" hervorhebt, augenscheinlich eine Ver. Mischung derjenigen Anordnungen, welche unmittelbar bei Gelegenheit der Neubesetzung des Präsidiums nothwendig werden, mit den Plänen, welche erst in der Vorberei« tung begriffen sind und deren Verwirklichung wol noch nicht der nächsten Zukunft angehören wird. Namentlich ist zu bemerken, daß Bestimmungen über anderweitige Besetzung des ReichSjustizamtes wol erst für den Zeit. punlt in Aussicht stehen, wo die großen Iustlzgesetze in Kraft treten werden. Auch hinsichtlich Elsaß.LothrinaenS ist es nicht wahrscheinlich, daß eine andere Einrichtung schon jetzt crfolgen wird, da hitbei die sachlichen Fragen in vielfacher Beziehung mit Personenfragen zusammen-hängen, die sich nicht kurzer Hand erledigen lassen. Diese Woche treten die französischen Kammern wieder zusammen. Unter den Vorlagen von Be« deutung, welche sie zunächst zu erledigen haben werden, sind das Mairegesctz, die Amnestic.Antriigc und die Re. form des Universitätsgesetzes zu erwähnen. Bezüglich der beiden letzteren Gegenstände wird eben in ganz Frankreich eine rührige Pelitionsbcwegung in Scene geseht. Die Bischöfe fordern die Familienväter auf, gegen die Waddinglon'sche Vorlage zu protestieren; eine Masse vuu Petitionen wird zu diesem Zwecke in den Pfarreien colportiert und der Kammer eingesendet. Man bemüht sich in denselben, die Unterrichtsfrag« auf das privatrechtliche Gebiet hinüberzuspielen. Die Raoicalen andererseits arrangieren Slurmpetitionen für ein Begnadigungsgesetz, wobei ihnen freilich von der Regierung scharf auf die Finger gesehen wird. In jedem Falle kann man voraussehen, daß der zweite Theil der französischen Parlaments Session um ein Bedeutendes erregter sein ttird als ^» der erste. « Als entsprechende Einleitung zu den berliner M- ! nisterconferenzen wird ein Ministerwechsel aus Bel- ^ grad gemeldet. Das Ministerium Kaljeoit, welches bis- W her trotz alle« Drängens der Ultras die Kriegserklärung ^ an die Pforte zu vermelden gewußt hat, ist zurückgetreten, an seine Stelle ist ein Ministerium Ristit berufen worden. Zwar ist Rlstit nur Eonseils-Vicepräsident. Die Präsidentschaft ist an Herrn Steffca übertrage« worden. Aber der Umstand, daß letzterer Bautenminister ist, spricht laut genug dafür, daß seine Präsidentschaft nur eine nominelle sei. Thatsächlich ist Ristit, welcher > das unter den heutigen Verhältnissen so wichtige Portefeuille des Aeußern erhielt, al« die Seele der neuen Regierung anzusehen. « Auch in Rumänien ist, nachdem das Cabinet W FloreScu die Mehrheit im Senate nicht erhalten konnte, ^ wieder eine Ministerlrisis ausgebrochen. Das Cabinet hat seine Entlassung gegeben. Als Nachfolger Florescu's wird ein bisher unbekannter Herr Ieoureanu bezeichnet. ^ Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß in W Tatar-Bazartschil „belanglose Unruhen" ausgebrochen W sind. Tatar'Bazartschil liegt südlich des Balkangebirges, W wenige Stunden von Philipftopel entfernt. Der Aufstand W greift also bereits in das Herz der europäischen Türlei W hinüber. — Ein Schreiben des Gouverneurs von Creta M gibt bekannt, daß auf der ganzen Insel Ruhe herrscht. Hagesneuigkeiten. H — (»bschied«bries «m Sande.) Unterhalb del Nordbahnbillcke in Wien sprang am 30. «pril ein anständig gekleideter junger Maun in den Donauftrom und verschwand sofort unter den Wellen. Nevor der Unbekannte diese That vollfllhrle, schritd er mit seinem Spazierftocke in den Sand am Ufer' «Fran, U. ist Sonntag den 3<). April in« Waffer gesprungen." — (Dreifacher Vtord.j Au« Tischnowitz in Mb"" wird telegraphirt: „In dem benachbarten Oel « wurve am 4. d. M, ein dreifacher Mord oerllbt. Der Ortsmltller sammt seiner Frau und einem Kinde wurden getüdtel. Die That schenit au« räuberischen Motiven uerllbt worden zu sein." — lMord.) Iu einem M»n,schaft«zimmer der Fran, Iosef«'Kaserne auf dem prager Hradschin gerieth diesertage der Eappeur Wenzel III mit dem Genie»Soldaten der 14. Lomc pagnie de« 1. Genie-Regiment« wegen einer unbedeutend«« Ber< anlassung in einen Wortwechsel, wobei Wenzel III da« Gewehr erfaßte, dasselbe lud und d«n Oenie.öoldaten durch einen Schuk in deu Kopf »odt niederstreckte. D« Mörder wurde sofort in Hast genommen. (DerTheaterbrandinRouen.) Die amtlich festgestellte Zahl der bei dem Theaterbrande vo» Rouen verun» gluckten Personen belauft sich auf 20, nämlich 12 Militär«, wovon 1 Todter, 7 Verwundete und 4 Vermißte, und 8 Livil-persontn, wovon 3 Todte und t» Verwundete. — (Zur Weltausstellung in Philadelphia) Eine Eigenthümlichkeit der kommenden philadelphiaer Ausstellung wird, wie dem „Frdbl," geschrieben wird, ei» große« Indianer-lager sein, welche« in unmittelbarer Mhe dc« Ausstellungsplatze« errichtet wird. Nicht wema/r al« 53 Iudianerstämme weiden durch 3(X) Personen vertreten sein. Unter ihnen werden sich mehrere der berühmtesten Häuptlinge mit ihren Familien befinde», die in ihrem Nationalcostllme und ohne ihre Gebräuche und Sitten aufzugeben, während der Ausstellung da« Lager bewohnen werde». Lin halbe« Hundert I«dia,lcr (Homanchesj ist bereits m Phila« delphia eingetroffen. — (Au« 3ien see land) werden folgende Neformen ge» meldet: Der König d«r Maori« Tauliao hat unterm 25. De« zember 187b folgendes hochwichtige Reformdecret erlasse«: Vo« heute au werden abgeschafft und hären auf zu sein: I. die Prie» ster, 2 die Propheten, 3. dle Gebete, 4. die Zaubeleien, b. die Todtenfeier, 6. die Streitigkeiten über de« Grundbesitz, 7. die Streitigkeiten Über die Weiber, tj. der Vellauf von Grundstücken, :>. die Pacht von Grundstücken, 10. da« Fluchen, 11. der Dieb' stahl. 12. der Mord, 13. die Arbeitseinstellung, 14. der Aetrug, 15. die Autorität der Häuptlinge, 16. der Zorn, 17. die stach" 18. die Leckermäuligleit, 19. der Dünkel, 20. der Starrsinn, 21. d« Staatshilfe, 22. die üble Gewohnheit de» Numtliu.'tll^ 23. die Uneinigkeit, Gegeben zu Kilurange. Gezeichnet Tauli»" fokales. — (Der Herr l. l. i!an d esp rils id en t Nlltel v. Wid manu) ist von seiner Inspektionsreise im pol»lis<^ «ezirle Loitsch, »uf welch?r er auch d,e «ergftadt Id^» berührte, vorgestern zurückgekehrt. — (Installierung.) Sonntag den 7. d. M. fand '" der hilsigeu Domlirche die feierliche Installierung des hoch»!"!"' gen ucucn Domherrn Herrn Urba« statt, welcher iu da« se"'^ zeit vom vilstulbencn Domherr» Georg 6avaschuig iunegthsb Eanonicat eingesetzt wurde. .^ — (Gemeiudewahl.) Vei der am 30. «Pril 1^ der Ortsgcmemde Presser siattgehableu Wahl deö neue« mtindtvorstll'.de« wurden der Grundbesitzer und bisherige meinbevorsteher Andrea« Petelu von Oberbresoviz zu»" membcyolsteher, dann die Grundbesitzer Johann Kova! ^ Presser. Gtesau Rogel von Untlrbltsovij und Jakob K° iik von Ratitna zu Oemtinberilthen gewählt. ^ - (i! aid ach er M u,i lv e re i n.) wie au« °" ^ vtlfloss.ueu Sonntage ftattgesunbeuen Generalversammlung laibacher Mufilverein« hervorgeht, scheint derselbe m »" " P«thie bl« Publikum« leider «och »ich» jene Wurzeln ll<>"'