^N 53.^ M.'MS^ R843 Das Geheimniß der Luft. 3!3^ie stille bist du mir krystall'ne Lust Die du umwallest Thal, Gebirg und Kluft, Sanft spielend dann an mir vorüberhauchn. Dich tief in meine Lebensgründe tauchst. Und doch mir nicht verrathest was du thust. Wo du erbrausest, oder wo du ruyst! Vielleicht herab vom bunten Wolkenmecr, Vielleicht auch athmest du vom Grabe her. Von einer Gruft darin mein edles Gut, In stillem Auferstehungstraume ru^t? Vielleicht vom Grabe, drin die Aeltern sind. Begrüßest du ihr unvei:geß'ncs Kind? Vielleicht von Alpenstirncn, himmlisch Nar, Darob den Flügel prächtig schwingt ein Aar, — Vielleicht vom Ocean bist du gesandt. Von Wellendonnern flichend weit verbannt? — Ich weiß es nickt, doch inhaltschwer bist du — Und all mein Seelenleben strömt dir zu. O liebliche Verbindung dieser Welt, So lange sich dein Anhauch ebbt und schwellt! Die Felsen stehen thürmend, wurzelfest. Die Erde liegt von Meeren eingepreßt — Sie kommen nicht wenn meinc Wehmuth ruft^ Doch du antwortest mir, o milde Luft!. Denn in dem klaren, ungeheuren Ncmm, Darinnen mir aufsteigt so mancher Traum. Dem ich so viele Seufzer anvertraut. Den ich so oft mit heißem Blick durchschaut, Was herrscht in ihm? — du Athem meines Hcrrir, Durchwaltcst ihn von nahe und von fern! Albert Knapp. Vaterländisches Erinnerungen an die Kricgsereignisse des Jahres 1813 in Illyrien. (V e s ch l u s>.) Der link.,' östcrreichischeFlügcl hatte zwischen Lai» bäch und Trieft geraume Zeit hindurch die Häls'cs der illyrisch - französisch.'« Armee glücklich beschäftigt, Felozeugmeister Baron Hiller, durch die Aussicht auf günstig? Ereignisse in Obcr.-Tirol aufgemuntert, fand es an der Zeit, diesen Flügclvorrücken zu I-issen. Von hier aus tritt dieser Feldzug unter den Einfluß höherer Ereignisse, welche die militärischen Combinatio« nen beider Feldherren auf einen größcrn Schauplatz ausdehnten, die Bewegungen der Massen bedingten und der Individualität jenen Einfluß entzogen, den sie bisher auf daS Ganze ausgeübt hatte. Die bevorstehende Räumung des Salzburgischen und Ober-Tirols durch dle Baiern öffnete den Oesterrcichern, Mit dem Adda°ThaIe, im Nucken des Vicekönigz emen Weg nach dcm Herzen der Lombardie. — Dieß rief die Franzosen hinter tcn Isonzo — wle bald darauf an die Adda zurück. Schon am 23. September verließ die Division Quesnell öaibach, welcher die Obci stclr Graf Stah» lembeig und von Milucmooich mit zwei Bataillons Gränzer, einer Division Husaren und zwei Dr«i» Pfändern als Avantssardc der Brigade Ncbrovich, folge ten. Am 4. Octobir standen sie vor Heidenschaft im Angesichte des Vicckönigs und am 6. Morgens verfolgte Oberst von Milutmovich mit 200 Mann un» einem Zug Husaren die äußerste feindliche Arriere» Garde durch Görz bis an die Brücke ü^r den Ison» zo, welche der Feind hinter sich abbrannte. Wie nun der Feind das linke Ufer desIsonzo verlassen hatte, zogen sich die Truppen des österreichischen Unken F!ügels um Görz zusammen. — Oberst von Milu» linovich ward an diesem Orte durch einen der schön» ftcn Beweise der allergnädigstcn Zufriedenheit seines Monarchen beglückt: Lr erhiclt die Irisignien dcs Thercsien -- Ordens, und zugleich — w»it außer Tour — die Beförderung zum General» Feldwachtmeister, mit der Bestimmung, dem unter Gen. Baron Tcmassich nach Dalmaiien voriückenlen Corpb sich anzuschließen, wo :r sich nettiVcrdiinstc »rward, ui,d >n.'itt- 212 erkennlmg derselben in den kaiserl. österr. Freiherrn« stand mit dem Prädicate von Weichsel bürg er» hoben wurde. Mesopotamien. (Aus dem Franzosischen.) Gegenwärtig ist Mesopotamien nichts als eine traurige Einöde, welche dem Auge des Beschauers cinen sehr einförmigen Anblick darbietet. Wenige Pflanzen, durch große Zwlschenräume geschieden, bc» decken nur hier und da den brennenden Sand oder dcn unfruchtbaren Gypsbsden. Auf unabsehlichen Strecken wuchert, der Wermuch eben so üppig, als «n manchen unbebauten Ländlichen Europa's das Heidekraut, und erstickt alle übrigen Vegetationen. Kleine Hecrden von Gazellen springen auf diesen Ebenen umher, d>e ehemal) sehr reich an wilden Eseln waren. Ihnen lauert hier der Löwe auf, wel« cher sich den Tag über an den Ufern der Flüsse zu verbergen suchr, UM seiner Beute desto gewisser zu seyn. Findet er indessen hier keine Gelegenheit zu einem guten Fange, so geht er, vom Hunger ge» trieben, auö jcmem Schlupfwinkel hervor und erfüllt diese schweigenden Oeben mit seinem schauderhaften Geblülle. DaS Wasser, daS man in diesen wüsten Steppen findet, »st meistens bitter und salzig; man kann es jedoch durch Süßholz genießbar Machen, woran diese Gegend groben Ucbevsiuh har. Diese Wüste ist eigentlich eine Fortsetzung der gro» ßen arabischen, welche sich jenseitS des EuphratS erstreckt. Die 3ufc ist hier, w>e in Arabien, rein und trocken, oft ist sie aber in den großen, völlig offenen Sandst.ppen brennend heiß; auch verbreiten stehende Gewässer, Schwefel- und salzige Seen cinen unausstehlichen verpesteten Gestank. Wenn eine mit solchen Dünsten geschwängerte Luftsäule vom Winde folig.riss.n wlid, so entsteht alsdann der unter dem Namen Samum oder Sam-yeli bekannte Wind, welchen man im Innern Arabiens nicht mehr so sehr, als an den Gränzen, und vorzüglich in Syrien und ' Mesopotamien fürchtet. Wenn tiefer gräßliche W'l'd sich erhebt, so verliert die Luft plötzlich ihre ganze R.lN-h.-ic; tie Lonne bedlckt ein blutiger Schleier, alle ' Thiere werden bestürzt und furchtsam, und legen sich auf die Erde nieder, UM nicht den brennenden Hauch dieses gefäyilichen Windes emzuschlucken. Am äußersten Nande der Wüste findet man noch cmige fluchcl'are und angenehme Stellen, wo Ta- marmdcndäume, wilde Kirschräume, Cypiess.n und ?.hiänenweiden m>t ihren hangenden Zweigen wach, sen; hi.r und da desch.nren sie 5>e Ufer dei> Euphracs, welcher auch an noch fiuchtbaren Landstrichen vor» beiströmt, wo Granaten-, L'momen » und Adams-feigenbä'ume^^ooniorßZ) wachsen. Die Stadt 2ln a h ist für den Reisenden e,n herrlicher Ruhepunct. Sie breitet sich auf beiden Ufern deS EuphratS aus, und scheint Mehr dem steinigen Arabien anzugehören, des» sen Hauptstadt sie in den gewöhnlichen Geographien genannt wird, obgleich es sonderbar genug ist, hundert nomadischen, völlig unabhängigen Voltöstäm-men eine Hauptstadt zu geben! Diese Stadt scheint von einer Zeit zur andern der Sitz eines Emirs oder arabischen Fürsten, des Chefs eines mächtigen Stammes, gewesen zu seyn. Nördlich von Anal), den Eupyrat entlang, findet man emen Landstrich» welcher m>t Maulbeerbäumen bewachsen ist, Fußsteige führen hier zu Hütten, die im dichten Gebüsche ver« borgen sind, und von den Benl« Semen, einem sehr friedlichen arabischen Stamme bewohnt werden, welcher sich mit dem Seidenbaue beschäftigt, und die Producte seiner Industrie ausführt. Dieser Canton »st nur wenigen europäischen Reisenden bekannt, und heißt Zombuck. Durch Anah passiren gewöhnlich die Caravancn, welche den Handelsvcrk.hr zwischen Aleppo und Bag» dad unterhalten. Sie bezahlen an die Araber einen Ti ibuc, denn sie sehen sich für die Herren der Wü' ste und selbst auch deS LandcS jenseits des Euphrats an. Austcr dliscn haben d,e «^aravanen auch noch die erstickenden Winde, d»e Heuschieckcnschwärme, und, sobald sie sich vom Flusse entfernen, den Wasser» Mangel zu fürchten. E>n französischer Reisender hat eine Scene deS Elends geschildert, welche durch den Wassermangel entstand, und von der er zwischen Anah und Kaibach Zeuge war. Sl« war so gräßlich, daß sie jedem gefühlvollen Menschen Grausen einstoßen mußte. Die Heuschrecken hatten dcn gan» zcn Landstrich aufgezehrt, und waren endlich selbst umgekommen. Ihre unzähligen Cadaver lagen in den Pfützen, aus denen man in Ermanglung von Quellen das Wasser schöpfen mußte, und verpesteten sie. In dieser traurigen Lage wurde der Reisende cinen Türken gewahr, der verzweiflungsvoll von einem Hügel herabeilte und auf ihn zulief. „Ich b>n der unglücklichste Mensch von der Welt!" rief cr aus. „Ich habe mit ungeheuren Kosten zweihundert junge Mädchen, die schönsten in ganz Griechenland und Georgen, aufgekauft und sie auf daS Sorgfältigste erzogen. Itzt, wo sie eben mannbar geworden sind, wollte ich mit ,hnen nach Bagdad ziehen und sie dort vortheilhaft verkaufen. Ach, und nun muß ich sie in dieser Wüste verschmachten sehen und zum 213 Bettler werden. Ihre Verzweiflung kann nicht größer seyn, als die meinige." — Der Neis.nde flog den Hügel hinauf, und — welches gräßliche Schau» spiel bot sich seinen Augen dar! Mitten unccr emem Dutzend Wächter und ungefähr hundert Kamchlen wurde er diese armen Geschöpfe gewahr, von denen die ältesten nicht mehr alS 15 Jahre zählen mochten. Wimmernd, schon halb verschmachtet, lagen sie auf dcm brennenden Sande und sahen einem schauderhaften Tode entgegen.' Mehrere waren bereits todt und in einer Grube beerdigt worden; andere lagen entseelt neben ihren Wächtern, welche selbst zu ab» gematret waren, um auch sie begraben zu können. Von allen Seiten ertönte das Aechzen und Wimmern der sterbenden, und der Angstiuf Derer, wel» che noch Kraft genug hotten, um einen Tropfen Waffer zu flehen. Der Franzose wollte seinen Schlauch öffnen, in dem sich noch eme geringe Quantität Wasser befand, und einer der Unglücklichen anbieten; kaum hatte dleß aber sein arabischer Führer bemerkt, so rief er aus: „Unsinniger, waS thust Du? Sollen wir auch necy vor Durst verschmach» ten5" Schnell zog er einen Pfeil hervor, streckte das junge Mädchen zu Boden, eigriff den Schlauch, und drohte, Jeden zu ermorden, der ihn anrühren würde. Er foi derce den L clavenhändler auf, nach Taibach zu gehen, wo cr Wasser finden würde; allein der Türke ,,'eigerie sich, diesen Nach zu befolgen, wlN alsdann die Räuber »hm seine Sclavinnen wegführen würden. Der Araber zog den Reisenden mit fort. Als die Unglücklichen sahen, daß sie sich entfernten und der letzte Strahl der Hoffnung nnt ihnen verschwand, stießen sie ein furchtbares, herzzerreißendes Geheul aus. Der Araber ward gerührt, er nahm ein Mädchen, be-n.tzte ihre L>ppen mit einigen Tropfen, und setzte sie auf sein Kamchl, um seiner Frau mit ihr ein Geschenk zu machen. DaS arme Mädchen wurde mehrmals ohnmächtig, als sie vor den Leichnamen >hrcr Unglücksgefähltmncn vorbeikam. <— Bald war auch der geringe Wassn England und in Frankreich bestehenden Eifer, M>ss>onäre nach China zu senden, bemerkt der Londoner »HLi-alä,« wie auS genauen Forschungen hervorgeht, daß das Christenthum schon in den ersten Jahrhunderten seines Daseyns m jcncm Lande bekannt w5r. Der Venetianer Paolo (heißt es darin), welcher eine Reise nach der Tartarel unternommen hatte, be« richtete, wie den Christen damals der Zutritt in China gestatter war. und diese eme große Anzahl von prachtvollen Kirchen darin besaßen, deren Neste noch >n verschiedenen Provinzen zu sehen sind. Be» kanncl'ch hatten der hellige ThomaS und seine Jünger, d,e Chinesen im Christenthum unterrichtet, und vieles bringt die Thatsache außer Zweifel, daß daS Christenthum einst unt.'r denselben geblüht? hat» te. AlS vor zwei Jahrhunderten die Jesuiten die Grundlagen zu einem großen Gebäude m der Nähe der Stadt Sl'Gan»Fu graben ließen, stießen die Arbeiter auf einen weiten Quaderstein, auf welchem ein Kreuz ganz in der Art eingegraben war, wie jenes auf dem Grabe des heiligen Thomas in der Stadt Meliapor. Oberhalb deS KreuzeS war eine syrische Inschrift eingraviit. welche die Mysterien der Menschwerdung erklärte. Daraus ergab sich, daß ras Ci>,,!-lclilhu«, i.« Iah.- 631 nach Christ» Ge. buit ,n China verbreitet war. — Nicht so sehr als» die Bekehrung der Chinesen als die Herstellung deS Christenthums in jencm Lande soll fortan die Auf. gäbe der Missionarien seyn. Bei den Fortschritten der Civilisation, welche auf die von England er» zwungencn Zugeständnisse nothwendig folgen werden, kann der Götzendienst dort nicht mehr bestehen. Das wahre Licht (schließt oer „Un-alcl,") muß die Wol« ken und die Finstern,ß, worin die Völker von In. dien uno China so lange gehüllt waren, endlich zerstreuen. Sl. W e r z e i ch n i ß Nr. 3 der Museums-Beiträge, welche seit 1. Jänner 1843 eingegangen sind. Nachträglich zn den im Illyrischen Blatte vom 10. Anglist d. I., Nr. 32, veröffentlichen Mlisealge.- schenken werden noch folgende eingelangte Gaben zur öffentlichen Kenntniß gebracht: Nr. 32. Vom Herrn Johann Ogrinz, k. k. Aktuar erster Classe bei dcm landcsfürstlichen Be.- 214 Ws zirkscommissariate Weissenfels zu Kronau, ein Thaler, Ludwig I. König von Bayern, 3'/^ st., », VI! eine feine Mark (Vereins-Münze' 1843), ^M mit der Umschrift: l^onvonlil)» voüi 3. Juli 1838;—eine österreichische Scheidemünze ,802, 7 kr.; — ein vorderösterreichischcr Sechser, 1800; — ein poln. Groschen, sin'isinundils III. 1521 ; —-.ein Silberstück, jVIonotH ^Vova OivitlUi«.....<; ^4l)s^'.- I'riticiLriou« Imperator; — ein Gro-schendes Johann Reinhart Grafen von Hanau; ^t?/'6.- 1t,!I.-.- 8t. I'«N-ll8 ^Vp.; — eine detto detto ^11110 VI.; — eine detto detto ^unn XIII.; ^lie,'s.- '1'al.a lul^ra ^8.; — nnd eine detto kiiis VII. 1'. M. ^iiiio XVI.; .4i'e,-H.-?aup6ii I'orri^s Hlauuin. 1816. Nr. 33. Von ebendemse be 1. Drei Prozcst-schrifcen des Johann Earl Valvasor Freiherriu Inhabers des gnetts Willdenekh, contra N. die Nachbarschaft zn Negastran in Betreff der Pfändungen des unterthänigcn Forstholdcn im Lim-perger-Perkh, oder Plainava, an den Landeshauptmann Wolf WaykhardGrfn und Herrn von Gallenberg, 1724; — an Corbiman Grfn von Saurau,1735; — und an Anthoni IosephFgr. v. Auersperg, Lanoesoerwalter 1733. 2. Eine Prozeßschrift des Andre Ferdinand, ^ Freiherrn v. Wernekh, königl. Pfarrherrn zu Mo- reitsch oonlra Nrsulam Goriupinn an den Landeshauptmann Anthoni Joseph Fgr. v.Auersperg, 1744. 3. Ein Placatbogsn in französischer Sprache: Decret des General - Gouverneurs der illyrischep^ Provinzen, Marschalls Herzogs von RagM^ ^ lldo. Laibach am 9. Juli 1810 in Betreff Dr ____^^______^^^^ 'E^. Verpachtung des Tabak-Monopols an den Pro-prieteur Carl Schräm in Fiume. 4. Das Decret des Kreis-Intendenten Ba-selli, in deutscher Sprache, an die Kreis-Insassen von Oberkrain,