LmlmcherWMtlmg. Nr 332. Präni! merati o» eprcit«: I», Comptoir ganzj. fl. ll, I','lbj. N. 5>.s,<>. ssi!l die Zustellung inö Hau« hail'j. i>,< tr. Mil dcr Prs! gauzj. fi. I5>, halbj. fl. ?.5><», Dienstag, N. October Anscrl! on«geblihr bi» wZcilcn: imal SOfr., lm. «0 ll., 3m. ^ si.; sonst pr. Zcilc I m.«, lt., lm. X lr.. »m. 1« ll. u. s. w. ?n!cl!io»e>stcn!pcl m. »0 lr. l87«. Amtlicher Theil. Wer Minister für EultuS und Unterricht hat den ^'rector der städtischen höheren Töchtcrschnlc in Brunn ^r- Franz Krctschmnycr zmn Director der dortigen '- l. Vilduugsaustalt für ^chverinncn ernannt. Der Minister für Enllus und Unterricht hat den ^wlschullehrer in Virumau. zugleich Bczirksschulinspector mauz Weide znm Hauptlchrcr an dcr k. k. Lehrcrbil- "ln^anstalt in Budwci^ crmnmt. Dcr Minister fiir Eultns nnd Unterricht hat dcm profcssor an dcr k. k. Ol'crrcalschnlc in Spalato David «olaröky eine Lehrstelle an dcr t. k. Oberrcalschule in Salzburg verliehen. Dcr Minister für Eultus nnd Unterricht hat den ^'uipistcn dcr Vulowinacr Vande^regierung Dr. Heinrich "l»!a nnd den Eoncipisicn dcr Ezernowitzer Finanzpro "lratnr Dr. ^adislauö Bodynski zun, Eoncipistcn ^l der k. k. Direction dcr Güter dcs Bulowinaer gric ")l1ch-orientalischcn Rcligionie Reorganisation des Inslitntcö zu Brunn im Sinne U' ^chr- und ^crnfrciheit, andererseits die Erweiterung cösclbcu durch Errichtung einer ^ngcnicurabthcilung bc «uccktc. I>, ^l^ h^. hierüber eingeleiteten Vcrhand- ^ "Ncn hat der Herr Uutcrrichtsministcr Gruudzügc cincr ""'Organisation dcr technischen Institute zu Wien cm, -'"'" ""^ Grundlage dcr Vchr- und Vcrnfrcihcit 'lwcrscn lassen und haben Sc. Majestät allcrgnädigst ^ .^"chuügcn geruht, daß die bezüglichen Gesetzentwürfe, risck ^^^^ ^^ tmk im NeichSrathc, dcr andere im mäh. ri,?? Landtage zur verfassungsmäßigen Behandlung "Mbracht werden. ^ (v Durch Allerhöchste Eutschließung von, 1. October zi^'^U'dc der Untcrrichtsnunistcr ermächtigt, die Grund jähre '^ '^"^" Organisation sch"" '" diesem Studien-lvo,,,z/" provisorischer Weise zur Anwendung zu bringen, fi>I>r> ''^ ^"^ technische Institute die sofortige Ein. , ""lg dcr ^crnfreihcit, für das Brünncr Institut aber abt/,,is'"^l'ondcre hie Errichtuug dcr IngcnicurFach-^!!!^erbuudc!l ist. (Wr. Zgt.) Wien, !1. October. sich „,j/^ Gegner dcs jetzigen MinisteriuluS llammern Waßre , ^""lichcr Eonscqucnz und Ausdauer an jcdc dc»cn s' ^" l)tcssicrung, um ihr Motive zu snppmnlcn. Vöhmc» .^ücllichcrweisc ferne steht. Im Könignlchc »leicht, l'ud. da der Landtag die Beschickung dcö dilcrte,, «^ "crwcigcllc, die verfassungsmäßig gebotenen lccthcit ^V^'" ausgeschrieben worden. Da die Cor« ll^czwcissf Schrilles dcr Ncgicnlnq in lcmcr Weise dem Wz - ""den lami, so wollen nnn die Organe der des böt,.,. ?!."'"'" feindlichen Partei in dcr Vertagung aufflog I ^" ^ndlagcs. dcr ihrer Ansicht «ach hätte slwg w »> l"'^" '"l'lsscn, eine dcm Geiste der Persas-dic crwä^, ".^"'^ Maßregel erblicken. Würden sich die gcsan /' °ff"'tlichen Organe die llcine Mühe gcben. ^landvuli,! ^^°" bcs jetzigen Ministeriums vom der Widers!, l ^ lctztcrn. näiulich dem der Versöhnung ^"sassuna "^" ^alionalilätcu auf dcm Boden dcr ^'" Schl»ss , "lheileu. so lönntcn sie zu leincm an. '"t aUcr O c. , "'"^''' "ls daß die Regierung einerseits Renten n, , ^" Ausgleich mit den oppositionellen «"Mahnen, andererscilS mit aller Umsicht nnd Entschiedenheit dcn Klippen des nicht verfassungsmäßigen Weges auszuweichen bestrebt war. Sollte ihr auch das erstere nicht geliugcn wollen, vor dem Vor» würfe, die Vcrfassnng hiebei zu Schaden gebracht zu li^l,cn, wird sie gewiß bcwal,tt lilcibcn. Jedem Schritlr. den das Minislclinm bchufö mcilcrn ?lnSdaucs der Bcr-sassung unlcllunimt. liegt auch die Msicht der Versöhnung dcr Nationalitäten, sowie jedem Schritte dcr Versöhnung die Absicht dcr Wahrung dcr Verfassung zu Grunde. Von diesem und lcincm andern Ocsichtin«el nichts inchr. Nach LliflbaUonbriel'cn der „Ilidspendance" aus der französischen Hauptstadt vom 9tz. Septlmber war damals die Stimmlina eine so muthige und znocrsicht» lichs, daß, wenn selbst Preußen auf die von IuleS Faoie in5 Hanp!q»aiticr cirden wisse», es sei denn ein solchcr, der auf dcr Basis der vollständigen Ptsnichtung des Feindes abgeschlossen würde. Die Lage der Preußcu vor Paris sahen dic Vcrlheidigcr dcr Stadt damals schon l>lS sihr liitisch an. Dieselben wüiden gar nicht wagen, einen crniNichen Angriff auf die so gewaltig befestigte nnd vcrbarricadirte Stadt zu unternehme» :c. Wenn überhaupt die Diplomalie sich jctzt in Bewegung setze, so geschehe cs mehr, um Preußen auS der Beilegenheit, als Frankreich aus der Gefahr herauszureißen. In Lyon ist der sociallstische Aufstand unterdrückt worden. Die Führer desselben befinden sich im Gesang» niß. Der amcrilamschc General Cluserct wurde ausgl-wirsen und befindet sich in Genf. DaS „Journal de ViUftlicS" veröffentlicht unter aller Reserve cin Schreiben, wonach zwischen Dentlch' land und Napoleon unter Betheiligung Rußlands nnd Oesterreichs Unterhandlungen eingeleitet sind, nm nach der Einnahme von Paris, wenn doit die Nc> gicilmgsgcwalt einer Partei zufiele, die einer der genannten Mächte nicht zusagt, Napoleon zurUckzuführcli. Auch würde dcr Papst wieder restaurirt Demselben Blatte zufolge ist Peter Bonaparte nach England abgereist, um für die Rilcklchr seines VellerS nach Frankreich zu Wirten. Die Vorschläge, welche Italien dem Papst, thum macht, sind nach einer Eorresponoenz der „Presse" auS Rom. 5. October, folgende: Der Papst bleibt souveräner Fürst; die Eardinäle haben Fürstenrang; die <^tt,u I.o(»ml^ bleibt unter dcr vollen Gerichtsbarkeit und souveränen Herrschaft des heiligen Stuhles; die Frei< heit des Verkehrs zwischen dem Papst und fremden Sou-veräuen und deren ClcruS ist zugesichert; die diploma, tische Immunität der päpstlichen Nuntien und Analen ist ausrecht erhalten, alle religiösen Aemter. Einrichtungen und Körperschaften werden beibehalten; daS Eigenthum der geistlichen Körperschaften und die Kirchengiiler i" Rom und dcr OiM I^onina bleiben unauartaftel; die italienische Regierung stellt dem heiligen öluhle und d" Culte cine unveräußerliche jährliche Rente zur Vers". 1660 aung, deren Ziffer nicht geringer sein darf, als jene. welche dieselben thatsächlich aus dem Budget des Kir> chcnstaatcS beziehen; alle Civil- und Militärbcamten italienischer Nationalitat sind beibehalten. Dieser Vertrag wird im Einverständnisse mit allen Machten abgeschlossen, wclchc katholische Unterthanen haben. Der Papst hat ein Schreiben an die Cardi-nale erlassen, worin er sich beklagt, daß er, obwohl drr Stellvertreter Christi auf Erden, doch der zur Regierung Gottes und Besorgung ihrer Angelegenheiten nothwendiger Freiheit entbehre, so zwar, daß man Leute, die die Schwelle des Vatican« überschritten, untersucht habe ob sie nichts in ihren Kleidern versteckt hätten. (Doch wohl nur eine Sicherheitsmaßregel zu Gunsten des Papstes selbst ?) Auch klagt Pius IX. über gewaltsame Wegnahme der Pfarr-Register. die zu befürchtenden Irrlehren an der Universität und über die Pläne der italienischen Regierung in Vczuq auf die Kirchengüter. Diese Be schwcrden wird der Papst nächstens der ganzen katholischen Welt kundgeben. Der Avpellhof in Lucca beschloß, Mazzini und 114 Genossen wegen Conspiration und versuchten Sturzes der Regierung in Anklagestand zu versetzen. Der russische Botschafter Ignatieff ist am 8. d. aus Constaittiiwpel in Odessa eingetroffen. Krilgschromk. Die militärische Situation vor Paris wird vom „Staatsanzeiger" folgendermaßen geschildert: Nachdem es allmälig gelungen, die vor dem Anmärsche der deutschen Armeen auf Paris durchweg zerstörten Brücken wieder herzustellen, namentlich zwischen ^aferlö und Meaux, wo mehrfach die Marne zu überschreiten war, ist nunmehr dem Eintreffen des Belagerungspaltes vor der französischen Hauptstadt das bedeutendste Hinderniß aus dem Wege geräumt, und die Cernirung von Paris steht im Begriff, in ein neues Stadinm zu treten, in das der Belagerung einzelner der Hauplstadt vorgelegten Werke. Es wird der Cernirung sich nun wohl ungesäumt die Gelagnung einzelner Forts anschließen, sobald der clwa 100.000 Centner umfassende Bclagcrunqsparl eingetroffen sein wird. (Zoll am 7. d. geschehen sein.) Die Belagerung einer fast zwei Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt ist ein Unternehmen, welches noch vor Kurzem von vielen Seiten den Unmöglichkeiten zugezählt wurde. Außerdem aber steht im Westen und Südwcstcu des occupirten Gebietes die Armee, welche bisher vor Straßburg gewesen, zu weiteren Operationen verfügbar, nachdem der Oberbefehl über diesen Platz dem neu ernannten Gouverneur, Gc-nerallieutenant v. Ollech, anvertraut worden. Ein Rückblick auf die Festungen Ost Frankreichs zeigt als jetzt genommen: Straßburg. Toul, Marsal, Vitly, Sedan, ^aon, ^ützclstcin. ^ichtcubcrg und das von alterSher noch halb befestigte Wcißcnburg; als belagert: Pfalzburg. Bitsch, SoissonS; als beobachtet oder cernirt: Paris. Metz, Thionville, Mczi«rcs, Monlmedy, Verdun, Longwy, Schleltstadt. Neu-Breisach. Es sind demnach neun feste Plätze bereits in deutschen Besitz übergegangen, während deren zwölf noch zur Zeit von deutschen Truppen umstellt sind. General Trochu und seine Ingenieurs sind nicht unthätig, sie schieben die Befestigungen von Paris, nach dem Vorbilde des Vertheidigers von Sevastopol, weiter und weiter vor. So entsteht vor den Forts Ivry und Bicctrc eine vollständige neue Linie, welche die Dörfer Vitry und Villejuif zu einer starken Position mit einander verbindet und den Abschnitt zwischen der Seine und dem Bicvrcbach wesentlich verstärkt. Achnlichc, wenn auch minder ausgedehnte Arbeiten sind an anderen Punkten der Südfront im Werke. Ueber den Kampf, welcher zwischen einigen Ka. nonenboolen der Seine und preußischen Truppen statl< fand, enthält das ..Echo du Nord" folgenden Gericht: Am 23. September Nachmittags erhielt die Flo-lille der Seine-Kanonenboote den Befehl, bei Suresnes eine Brücke über den Fluß zu werfen. Es handelte sich darum, das Boulogncr Wäldchen und Mont-Val6rien in Verbindung zu setzen. Die Kanonenboote „Claymore" «nd „Sabre" wurden mit der Ausführung betraut. Bei ihrer Hinfahrt wurden sie von dem Feinde nicht beunruhigt. Da man aber einen Angriff bei ihrer Rückkehr befürchtete, so hatten sie Befehl erhalten, erst des Nachts zurückzukommen. Als sie jedoch gegen 10 Uhr Abends bei der Brücke von Saures ankamen, wurde der „Claymore" anss heftigste beschossen. Sein Steuermann wurde schwer verwundet und das Steuerruder weggerissen. Ehe man jedoch Zeit fand, den Steuermann, der eine Kugel in die Brust erhalten hatte, zu ersehen, lief der „Claymore" auf das linke Ufer auf. welches von den Preußen bcfetzt war. Während einer Viertelstunde wurde nun der..Claymore" aufs heftigste beschossen, die Kugeln drangen durch cmen njcrnen Panzer hindurch und die Matrosen war-^n l'ch auf den Veib. um dem Kugelregen zu entgehen. Der Commandant bes Schifte« verlor jedoch seine Kalt. lul'ztctt 'ncht. Mittelst der Maschine gelang es ihm. das Sch.ss umzudrehen, und als die Kanone, welche sich auf dem VordertheUe de« Schiffes befindet, auf die St Ue gcr.chtet war, woher das feindliche Feuer kam, schoß er mehrere Ladungen dicker Kartätschen «v. worauf die Preußen das Feuer einstellten. Nach einer Stunde Arbeit gelang e«. den „Claymore" flott zu machen. Die ..Sabre" und zwei kleinere Schaluppen hatten sich am Kampfe delheiligt. Bei ihrer Weiterfahrt wurden die Schiffe nicht mehr beunruhigt. Ueber den aus Paris am 30. v. M. unternom» menen Ausfall berichtet eine Correspondenz aus Versailles : Gegen 6 Uhr Früh wurde bemerkt, daß die Franzosen während der Nacht dcn Versuch gemacht, bei Meu« don eine Pontonbrücke über die Seine zu schlagen. Obwohl man sofort eifrigst bemüht war, sie an der Vollendung ihrer Arbeit zu hindern, gelang es ihnen doch, um halb ? Uhr mit zwei Bataillonen Infanterie und einigen Feldgeschützen den Fluß zu Passiren und einen Angriff auf unsere Stellung zu machen. Nachdem man durch absichtliches Zurückweichen dcn Feind eine Strecke weit auf das diesseitige Seine-Ufer herangelockt, nahm man das Gefecht auf, und dasselbe kam zum Stehen, während gleichzeitig unsere Kavallerie den Franzosen den Rückweg mit Erfolg abzuschneiden suchte. Unserseits waren der linke Flügel des sechsten Armcc-corps und die zweite baicrischc Division im Gefechte. Oic feindlichen Bataillone wnrden fast vollständig aufgerieben; was nicht in Gefangenschaft fiel. wurde niedergemacht oder in dcn Fluß gedrängt; die Zahl der Gefangenen soll sich auf mehr als 800 belaufen. Cin Blatt von Toulouse, die „Emancipation," bringt einen Artikel: „Die Ausreißer." Sie verlangt in demselben die Todesstrafe für alle Männer unter 35 Jahren, die sich der Landesverthcidigung entziehen. Ferrieres, 2. October. Da sich keinerlei Aus-ficht auf baldiges Zustandekommen einer Regierung in Frankreich zeigt, mit del über einen Frieden mit sicherer Aussicht auf Geltung für die Zukunft verhandelt werden kann, da Alles in Frankreich Chaos ist und noch für geraume Zeit Chaos bleiben zu wollen scheint, so ist, wie wir auS guter Quelle hören, vom Generalstabe der Plan alles Ernstes ins Auge gefaßt, die eroberten Theile Frankreichs den nächsten Winter über deutscherseits auch für den Fall besetzt zu halten, daß Paris genommen wird. Das unregelmäßige Viercck, dessen eine Seite durch den Oberrhein von Basel an, und dessen andere Seite durch eine Linie von Paris bis zur belgischen Grenze gebildet ist, soll, wie wir hören, von den deutschen Truppen in einer Zahl von etwa 3—400.000 Mann besetzt bleiben, während d>c übrigen Truppen vorläufig nach Hause dirigirt werden sollen. Daß Metz in kurzer Zeit, spätestens im Laufe des Monats October, sich ergeben wird. ist dabei vorausgesetzt. Von deutscher Seite liegen folgende officiclle militärische Nachrichten vor: Versailles, dcn 6. October. Am 5. Patrouillengefechte der gegen die Loire streifenden 4. Caoallcric-Dioision. 1500 Mobilgarden von der 0. Cavallerie-division aus der Gegend von Monlfort vertrieben. Vor Paris am 5. und tt. nichts NcueS. Gez. von Podbielsli. Aus Straß bürg schreibt der Mecklenburger Hofbaurath Demmler: Nach einem mil Maßstab versehenen Straßburger Stadlplan habe ich den Stadtlhcil genossen, der total in Tnunmern liegt; seine Länge beträgt 7000 Fuß und seine Breite 1800 Fuß. Auch in der übrigen Stadt sind kaum hundert Häuser zu zählen, welche von dem Bombardement lüibeschüdigt geblieben. Viele Privat- und fast alle öffentlichen Gebäude sind total zusammengeschossen und ausgebrannt, so z. B. am Paradeplatz mit dem bronccncn Standbild des G-ncrals Kleber das Museums-Gebäuoc für Malerei und 3culptur; dasselbe Schichal traf das Thaler mit einen, Säulcnportal und die Präfectur. Die sogenannte neue Kirche aus den, 13. Jahrhundert war nach der Aushebung deS Klosters 1681 den Protestanten übergeben; in einem östlichen Anbau bewahrte man die an alten Urkunden. Werken, Alterthümern reiche Stadlbibliothet: auch dieses ganze Gebäude ist völlig zerstört; man findet noch viele, wenngleich veltohlte, doch lesbare Pergament- und andere Blätter. Im Ganzen ist gerade dieser ehemalige gothische Bau in seiner gegenwärtigen Ruine mit zersprengten, durch Fcucr abgeblätterten Sandsleinsänlcn und Bögen das Ergreifendste, aber auch zugleich Pittoreskeste, waS man nur sehen laun. Viele andere große Gebäude, wie Arsenal, Fabrilsanlagcn. sind gleichfalls Ruinen, daneben vier Stock hohe Fladen, welche von zahlreichen Kartätschen« uud Wallbüch-sentugeln so zerschossen wurden, daß sie sich mit einem menschlichen Antlitz vergleichen lassen, welches mit Pollen übersäet ist. Vom herrlichen gothischen Münster des Meisters Erwin v. Steinvach (1277 begonnen, nach seinem Tode 1318 von seinem Sohne Johann fortgeführt) ist das ganze Dach abgebrannt, die Gewölbe haben aber dadurch nicht gelitten. Die Noldscite dcS Thurmes und der Kirche ist indessm an vielen Stellen doch arg beschädigt, namentlich sind mehrere Galerien dcr zahlreichen Umgänge, viele Eänlchen dcr Baldachine zerschossen, Gesimse durch Granaten beschädigt, auch der ältere byzantinische Theil, der Giebel, ist dulch eine Granate so durchschossen, daß die Dcckstcine dacha,tig von derselben in die Höhe geschoben wurden :c. Im Innern sind mehrere Kugelspuren an den Glasmalerei-Fenstern bemerkbar. Man hat jedoch später die Vorsicht ehabt, aus acht Fenstern, von denen jedes vicr Glas- gemalde in lebensgroßen Figuren hat. dieselben herauszunehmen. Endlich ist auch der obere Theil dcr Oracl durch eine Granate zerstört, die berühmte astronomische Uhr ist jedoch unversehrt, Es ist in der That ein glückliches, wunderähnliches Ereigniß, daß dieses herrliche deutsche Bauwerk erhalten blieb; in einer Straßenbreite gegenüber sind mehrere Häuser total zerschossen und ausgebrannt. Die deutschen Verluste bei der Belagerung von Straßburg betrugen 906 Todte und Verwundete, darunter 43 Officiere. Der republikanische Präfect von Straßburg. Valentin, der mitten durch die Bclagcrungsarmcc, die Fe-stungSgräbcn durchschwimmend, in die Stadt gelang war. ist bei der Capitulation dcr Festung gefangen genommen, unter Escorte nach Hagcnau und von da noch ' Ehrenbreitstein transportirt worden. M e tz. Ein dem „Frankfurter Journal" zur Disposition gestellter Feldpostbrief eines Artilleristen sagt über das Vlusfallsgcfecht vom 2. d. M.: Samstag Morgens um 3 Uhr wurden wir M' lich durch Allarm in Bewegung gesetzt, mußten unser Bivouak verlassen und lamm eine halbe Stunde wlilec nach Metz zn, auf das andere (linke) Mosel - Ufer. so' vicl wir erfahren tonnten, um eine weniger cxpolNl'le Stellung einzunehmen. Die ganze Reserve-Divisio» (Kummer) wechselte die Stellung; dies mußte, um s» wenig als möglich Aussehen zu erregen, noch bci Nachl geschehen. Die neue Stellung ist allerdings außerhalb der Schußlinie der Forts; daß dieselbe aber nicht gc' fahrloS sei, sollte uns der andere Tag lehren. Sonnte nämlich wurden wir schon um 2 Uhr Nachts durch furchlbares Oewehrfeuer geweckt, und es dauerte auch leine Viertelstunde mehr, als wir allarmirt wurde». Die Franzosen trieben noch in der Nacht unsere In-fanterie aus einem Dorfe; bei Tagesanbruch wurde dasselbe wieder von unserer Seite angegriffen, und bi< Mittags war es genommen. Wir (Artillerie) stand!" bis gegen 9 Uhr, ohne zu feuern, da wir uns nicht der Festung zu nahe heranwagen dürfen. Da ging die 1. Batterie ohne ein höh.rcs Commando vor, mußte aber mit schweren Verlusten Mittags 12 Uhr nach M wirksamem Feuer, das sie dem Feinde gegeben halte, sich wieder zurückziehen.. Sie verlor 6 Mann. darunter 3 sehr schwer Verwundete und 3 leichtere; dem einen wnrdcn die beiden Beine, dem anderen wurde der eine Arm abgeschossen, dcr dritte elhielt ein Granatstück an den Kopf; außerdem verloren sie 12 Pferde. Wir sind ohne Verlust aus dem Gefechte gezogen. waS wir un-scrcr gedeckten Stellung zn verdanken haben. Ich schreib diese Zeilen unter fortwährendem Kanonendonner. . . -Gestern Abends brannten wieder zwei schöne DMl total zusammen. Unsere Infanterie hatte schwere M' lusle. So sah ich gestern Abends rine Compagnie vo» der Borposlcntclte, die von 140 Manu 51 M"""' darunter dcn commandirendcn Osficicr. verloren halle-Es war cin ergreifender Anblick, als dieselben zu ih"'"' Regiment zurückkamen; die meisten dcr balligen i,^ind' wchrlcutc küßten sich vor Freude, glücklich wicocr >'" Bivouak zu sein. Man schreibt der „ssrcuzzcituna." vor Mctz: „^ Kranlcnbcstand der ganzen Ccrnirungsarincc beträgt »>^ ganz 7 Procent, eine gewiß günstige Ziffer. Die Nu^' ist nicht bösartig und nimmt auch täglich ab." Aus dcm Hauptquartier Corny vor Metz, 8. d.» wird gemeldet: Dcr Feind griff gestern Nachmittag 2 Uhr über Woippy die Division Knmmcr an; cS c»l'' spann sich ein heftiger Kampf, dcr bis in die sp"^ N'acht dauerte. Dcr Feind wurde überall mit großelN Verluste zurückgeschlagen. Die neunte Infanterie V^'' gadc und Theile des zehnten Corps griffen kräftig '" dcn Kampf ein. Auf feindlicher Seite fochten auch " Gardctruppen. Gleichzeitig entwickelte der Feind auf d" rcchlcn Moselufer mehrere Divisionen gegen das er> und zehnte Corps; es war dort eine lebhafte Kano"""' Die Verluste der Division Kummcr und des zeh" -Ccnps sind auf 500 Mann. die des dritten Corp^ 130 Mann zu schätzen. AuSwärligcS A"'^ Die Festung Neubrcisach verweigert die Ucbcrg« ' wird mit leichtem Geschütz bombardirt und brennt- Aus AmienS vom 4. October brinat l»e »^ depcndance" einen Bericht über den am l.^^" folgten Einmarsch von 2000 Mann preußisch" I"'". tcric, 700 Reitern und zwei Geschützen in S"Uvn" dcm Hauplort des Oise-Dcparlcmcnts (im N°rden Paris). Die Infanterie gehörte zum zwcitcn p^uß''" , Oardc-Regimcnt, die Cavallcric bestand auS '''W , Schwadronen Uhlancn und den, dritten sächsil" Regiment. ^ Aus Nou<;ant vom 3. October erfährt „Bcrlincr Börsen-Courier": , g^l; Ohne daß cin eigentliches Vombardlinent a»l^^ slaltacfuntcn hätte, ist in den lctzlcu Tagen bc, ^. recht vicl bombardirt worden. Gestern wurde daS ^ ,^ Iussy mit 250 Gratialschüsscn von »"!"" Art'lin" Trümmer gclcqt. Die Mctzcr Besatzung hat "/l^ ^ einen neuen slussall versucht. Die Nämpfc. m o' ^ sich auch das Fo.l St. Quentin belheiligt und G""" is Ars — drei haben die Kirche getroffen — gc,c. 1661 hat, scheinen auS immer ernster gewordenen Neckereien' der Vorposlcn nach der Züdwcstscite hin erwachse» zu sein. Der General v. Mansttin ist mit dem Stäbe seiner Division von Ars hiehcr übergesiedelt. Die Vorposten, kette der Franzosen wurde bis hinler )ussy zurück» a.edrä!'gt. Berlin, 9. October. (Offiziell.) Luncvillc, l8ten October, Am 6. d. M. wurden bei Ncmy (zwischen ^unvillc und Epinal) und Nompatetize 14.000 fran> höfische ^inienlruppcu und Mobilgardcn von dcn Va. dcliscrn geschlagen und auf NamberoillerS (südöstlich von Nemy) geworfen. Nciüy und Nompatctize sind cr-s'ürmt. Auf deutscher Seite sind 20 Offiziere und 410 Manu todt u id verwundet. Der französische Verlust ist dreimal so ^s;, l'.lX) Franzosen sind gefangen. Tours, 9. October. Preußische Avantgarden sind >n Dreux eingetroffen; sie meldeten 5000 Preußen an. Ebenso stehen >inch Preußen bei Pithiviers und sammeln sich bei (Stamps, Freischütz.',, schloffen 150 Preußen in Dcnol,v,lle ein. Pariser Freischützen versprengten in Ablis 150 preußische Ncitrr und nahmen deren 60 gefangen. In der Ningcblmg Artenay's zwangen die Freischützen die Preußen, sich zurückzuziehen. TourS, 9, i?c!o cr. Garibaldi ist hculc Mor» nens hier eingetroffen und im Hotel der Präfcctur ab» Nesticgcn, wn cr von den Mitgliedern der Regierung besucht wurde. G^nbclla üdc, nachtete in ManS und trifft Miüa^s in Tours ein. Brüssel, 9. October, Das AcobachtungScorpS und die Armee von Antwerpen werden aufgelöst. Brüssel. 9. October. St. Qucntin, wiewohl eine osfcnc Stadt, widersetzte sich dem Angriffe der Preußen. Der Prafctt rief die Bevölkerung zu den Waffcn, welche N'asscnhast herbeiströmte. Ei„c Äarrilade in der Vor-sladt wurde fünf Sluudcu gcgcn die Angriffe der Pren-ßcn vertheidigt. Die Preußen traten schließlich den Rück-^l>N an. Die Vertheidiger hallcn einige Verluste, der Prä-scct wurde verwundet. Die Verluste der Preußen sind well «lößer. Großer Enthusiasmus. Zur Geschichte der Festung Straß bürg bringt der ..Schw. Mcrl." folgende Notizen: ..Straßburg ist am 27. September 1870 zum er< stenmal mit Gemalt eingenommen worden; selbst die Übergabe voi, 1681 gcschah nur durch Drohungcn gc> ftcn die Stud!, wclchc, sichcr gemlicht, sich selbst durch ^l'llassung t,l<» r>gcl„mßigcu Schwcizlrmililäls eutwaff« "et halte und auf Hilft des deutschen Reiche« nicht rech« "en durste. Der Erbauer der Strahburger Vestc war Nauicl Spcckcl. Speckle oder Spccklin. von dem eine Vlogtuphic durch Ludwig SchuccganS (nebst Bildniß) Mi in den Elsässischcn NcujahrSblättcrn von 18^7 (Basel lm Schweighauscr) findet. Er war 153« in Straßburg Morcn, anfangs Formcnschneidcr und Sc'dcnstickcr, aber !«on 1555, da cr aus der Wanderschaft in Wien war. Widmete cr dem Bauwcscu seine volle Aufmerksamkeit, und bei seinem, nach langwieriger Wanderuug in den nordeuropäischen Ländern, in Wien gemachten Aufenthalt. ^61, trat er in die Dienste deS kaiserlichen obersten Baumeisters Solizar. 1576 trat er in den Dienst Hcr- z°a Albrechts von Baiern und baute in Ingolsladt, 1577 aber wurde cr in die Vaterstadt berufen und, l'achem cr ein holzmodcll angefertigt halle, welches auf der Stadtbibliolhcl aufgestellt war und dem Vernehmen "ach leider mit derselben verbrannt ist, mit dem Bau ^Festungswerke beauftragt. Er erhielt dafür 250 fl. Gehalt, 6 Fuder Holz und 1000 Wellen Reisig. 1589 «ab er sein Wert über die Kriegsbaukunst heraus und '°rb in demselben Jahre. Vaubai, erbaute die Citadelle, t?I^ wurden Nußeuwerle hinzugefügt, und so ost Frank- e'ch das Uebergewicht am Rhein erlangt hatte (1088 °'v 1697, 1703, 1733, 1796 ff.), wurde das Auofall- ?°r nach Deutschland durch Befestigung von Kehl oer- 'unlt. Kehl hielt fogar im Winter 1796 bis 1797 eine ^""monatliche Belagerung durch die Ocslerrcicher auS, M>s^ " ^' baß bei dem Ucbergewichtc der frau- « 'lichen Waffen, in dcn späteren sscldzügcu die durch ^. wasserreiche Umgcbuuc; schwer zugängliche Nhcinvcste einn^'s ^' Dünner 1814 von Russen und Baocncru wcü ^°'se" wurde. Eine Beschießung faud nur ein- Ers/ "" 14. Februar 1814 statt; sie war erfolglos. z»q de c>^'^^ ^^'^ '""" ^" Straßburg dcu Ein> aui I? "lmten iu Paris uud die Absetzung Napoleons; yesteck?' '""^^" bic weißen Fahnen der Bourboncu auf- Ke'hl ^s!? i(;. trat Waffenruhe cm, am 2. Mai wurde vcu ,,,,^^lft, am 5. die Blocadc Straßburgs aufgcho- Folac '?> ^ Vlocadchccr auf die Ortschaften gelegt. In burns n f°l"us Rückkehr aus Elba (1815) war Straß- liänaern !^""U uud Bürgerschaft unter den ersten An- 1815 «ss Kaisers. Iu dcn letzten Tagen des Juni Poleoll (22 ""ch.dcr zweiten Absetzung des Kaisers Na- ^nzösisH ? ')' luurdc nach mehreren Gefechten das von Mj i-ü "'^"' General Raftp vom Kronprinzen die Würt. l "" cingefchlosscn. Ain 4. Juli wurden Most 5- ^gcr durch Oestcrrcichcr und Badcncr ab- gcgeil's-,^"! Ausfall des Generals Rapp am !». Juli ^". Dies ^ ^"' ästete viele Ätcnschcu auf beiden Sei !'" Waffcns.itts^^^^ Wasfcnthat; anr 22. Juli wurdc ^" Be ätz .'l!'^ "bgcschlosscu, und am 30. Juli von A'" 0. Sei, P? , bourbonischc Königthum anerkannt. " """" wurde die Besatzung entwaffnet, auf- gelöst und entlassen, und am 15. September die Blocadc aufgehoben." Die bieher veröffentlichten 71 preußischen Ver» lust listen aeben nach dcr ,.C. S." Mittheilungen über 131 Triippci'lhcile, 24 Stäbe n»t> eine Anzahl von Sa-nilä's-Detachements. Nach Berichtigung von Fcblcrn, welche beim Druck der Listrn vor^ fallen, son'ir von Nach trägen, stellt sich dcr Verlust, s<, weit n bis j-h> de-lannt, auf ».) an Tadle,': 2 G.,>eralc, 43 StabSof« filiere. 477 Subaltern Officic>., 125 Feldwebel. Vice-Feldwebel, respective Wachtmeister und Vicc-Nachtmcistcr, Fähuriche, Slnbslrompctcr, 758 Sergeanten, Unterof« ficicre, Oberjagtr. Hnutboistcn. Trompeter, 6785 Gefreite, Gemeine. Spiclleulc, 7 Aerzte, ^azarcthgehllfcn, Summa 522 Officicrc, 7675 Mann; d) an Verwuudetcn: 7 Generale, 99 Stabsofficiere, 1447 Subaltern Offi-cicrc, 490 Feldwebel lc,, 2938 Unlllofsicirre n,, 35 Aerzte :c., 5 Kranlentrüger, 29.477 Gemeine. Summa 1553 Officie, e. 32.945 Mann; o) Vermißte: 1 Obelst. 12 Officicrc 5 Vicc-Fcldwcbcl, 2 Fähnriche, 1 Regiments.Tambour, 97 Untcrofficicre, 5755 Gemeine, Summa 13 Officicre, 5860 Mann. Summa de« Abganges 2088 Officiere, 46.480 Mann. Die listen sind natürlich noch nicht vollständig und hinter dcn Ereig. nisfcn weit zurückgeblieben. In Preußen und im ganzen norddeutschen Bunde wird soeben das Recruteucontingcnt pro 1870/71 ausgchoben. Es beträgt 90.000 Mann. HtMsnemsskeiten. — (Bau- und Maschinen'Gewerbeschule.) Ueber die Umgestaltung der Wiener l. l. Gewerbezeichen-schule in eine Bau- und Maschinen-Gewerbeschule schreibt die „Eorr. Warrens:" „Diese Anordnung lann als ein erfreuliches Ereigniß auf dem Gebiete des technischen Unterrichte« begrüßt werden. Zwischen der technischen Hochschule und den Realschulen bestand bisher in Oesterreich eine bedauerliche Lücke, welche die Bau- und Maschinen-Gewerbeschule auszufüllen in Stand fein dürfte. Wie in anderen Ländern, so soll auch in Oesterreich durch die Errichtung von Bau- und Maschinen-Gewerbeschulen dem Bedürfnisse und den Verhältnissen eines großen Theiles der gewerbetreibenden Bevölkerung Rechnung getragen werden, welche vorwiegend aus materiellen Gründen nicht in der Lage ist, den vieljährigeu und kostspieligen Studien an einer Realschule oder einer technischen Hochschule obzu» liegen. Hiedurch wird der arbeitenden Classe Gelegenheit geboten, in einer verhältnißmaßig kurzen Frist sich eine ihren Bedürfnissen entsprechende gründliche Fachbildung an» zueignen. Schon der Name der bisherigen Gewerbezeichenschule besagt es, was daselbst gelehrt wurde. In der neu umgestaltete» Bau- und Maschinen < Gewerbeschule werden hingegen auch Mathematik, Geometrie, Physik, Geschichte, Geographie u. s. w. so wie alle auf das Vau- und Maschinenwesen Bezug habenden Gegenstände vorgetragen und als Grundlage der Vorlesungen die nach absolvirter Volksschule gewonnenen Kenntnisse angesehen werden. Die neue Schule umfaßt einen aus zwei Semestern bestehenden Vor-dereitungscurs, sodann eine baulechnische und eine mechanisch-technische Abtheilung von je zwei Semestern, so daß die ganze Schule in drei Jahren absolvirt werden lann. Die Lehrer dieser Schule werden jenen der Mittelschulen gleich» gestellt. Die bisherige Abtheilung für Manufacturzeichnen sowie der Sonntagsunterricht bleiben vorläufig aufrecht erhalten. Es ist zu hoffen, daß die neue Echule die in sie gesetzten Erwartungen rechtfertigen und zur Gründung vieler derartigen Lehranstalten in den verschiedenen Ländern der Monarchie reichlichen Anlaß bieten werde. — (Erdbeben in Lissa.) Nachrichten zufolge, welche die l. t. geologische Neichsanstalt von dem Herrn Festungscommandanlen Morelly erhielt, wurde in Lissa am 28. September um 4 Uhr 85 Minuten früh abermals ein Erdbeben beobachtet. Die wellenförmigen, von SW. gegen NO. gerichteten Stöße währte» 3 bis 4 Secunden. Das Firmament war rein, völlige Windstille, ruhiger Seegang. — (Die Noth in Oberd rau bu r g) ist in Folge des jüngsten verheerenden Vrande« eine grenzenlose. Der Winter sieht vor dcr Thüre. Der ^sammle Viehstand muß, weil alle Futtervorräthe vom Feuer verzehrt sind, schnell veräußert werden. Es schlt nahezu an Allem, an Lcbensmitteln, Kleidung, Wäsche, Stroh und Betten sür die Mehrzahl dcr an den Acltclsiab gebrachten Bevölkerung. An Neubauten lann vor dem Frühjahre gar nicht gedacht werden. Indessen droht der erste Regenguß die Brandstätte in ein wüstes Gerölle zu verwandeln, weil der Kalkstein, aus welchem hier alle Gebäude aufgeführt sind, durch die Wuth und Intensität der Feuersbrunst zu reinem Kalk gebrannt ist. Abhilfe thut also im höchsten Grade noth. Sttine müßte es erbarmen, sähen sie die Jammer» stalten, die hungernd und in den bitterkalten Nächten srie» rend in dcu Brandruincn hausen. — (Ein Opfer dcr Hundswuth.) Der ent' schlichen Krankheit dcr Hundswulh ist am Samstag in Mainz ein Menschenopfer erlegen. Dem berühmten Veleri. närarzt Dr. Noll war vor etwa 14 Tagen ei» krankes Schoßhündchen gebracht worden. Beim Einschütten des Me-dicamenleS biß ihn das Thier leicht. Obschon er durch sofortige« Waschen und Aetzcn dcr Wunde die genügend scheinenden Vorbeugungen ergriff, schwollen Hand und Arm am sechsten Tage an und entwickelte sich unaufhaltsam die fürchterliche Krankheit Der Unglückliche erkannte seinen Zustand vollkommen, entfernte seine Familie und bereitete sich auf das Ende vor. Seinem Wunsch, ihn, im entscheidenden Stadium durch Oeffnen der Schlagadern die Leiden abzukürzen, konnten die Aerzte nicht willfahren; er starb unter den bekannten qualvollen Erscheinungen. — (Monstrum.) In Vtarienwlrder ist die Ehefrau des Töpfergesellen Steinl»ach von einem Knaben mit zwei Köpfen entbunden worden, der jedoch lmzc Zeit nach der Geburt starb. Das Monstrum kommt in da« anato. mische Museum in Königsberg. — (Eine Heldin von Waterloo.) Hin und wieder kommt es noch vor, daß man vom Tode eme« Hel» den von Waterloo hört; der Tod einer Mitkämpferin aber in der berühmten Schlacht gehört gewiß zu den Seltenheiten. Elisabeth Webber, welche für ihre unerschrockene Hilfeleistung und Pflege der Verwundeten mitten im Kugelregen zu Walerlou eine Auszeichnung und lebenslängliche Pension empfangen hatte, starb in hohem Alter zu Salt-coat in England am 2. September, am Tage der Gesan, gennahme Napoleon's lil. — (Kleine Kriegschro n il.) ssurschle ist bekanntlich leine mythische Perfon; Kutfchle ist ein Pseudonym, hinter welchem der vollsthümliche Sänger des gegenwärtigen Krieges feinen wahren Namen dcr Mitwelt verbirgt. Auf Kutschkc läßt sich Übrigen« der Sprachmeisterwiy, Frankreich habe Sedan (8(« is Wien befindet sick derzeit mit Probeblättcr» in 5!aibacl). Ticse Blätter stehen nach dem Urtheile cumpctenter Knnstlenner wirtlichen Oelgemä'lden nicht nach, und ist somit jedermann eine überaus günstige Gelegenheit gcbutcn, sich für die Verhältniß-mäßig sehr geringen Küsten prachtvolle Zimmerdecoratiunen zn «erschaffen. Diese Collcetion enthält Copien nur berühmter Meister, und ist der Vertreter dieser Anstalt gerne bereit, diese Blätter zur Prufuug uud Auswahl vorzulegen. Wünsche in dieser Richtung bittet man in dcr Buchhandlung der Herren Kleinmayer H Bambcrg abzugeben, Nentllr Post. (Orissinal'Telegramme der „Laibacher Zeitung.") Wien, lR October. Die ..Miener Zei« rung bringt die Grnennung des Grafen <2ig< mund Thu» zum Statthalter Mährens. FVtL Möring wurde aus (Hrsnndheitsr»icksichten des Tratthalterpustens in Trieft enthoben. Berlin, »«.October. (Officiell.) 'Ablis wurde wessen Verratherischen Ueberfalls einer HuHareuescadron niedergebrannt, größere Franzoscncorps südlich von Otampeö gesprengt. TourS, R<>. October. (OfficieU.) Der Be-ricbt des Kriegsministerscoustatirt. daH in Paris 2»O.OttO Nationalgarden, 8 <><>«>«> Mo bilgarden, HO.ttOO Franctireurs. > 5tt «OO Truppen, alle bewaffnet, sich befinden. Die Negierungsproclamation theilt mit, zwei Armeen zu je 8<> ttOO seien in den Departements bereits gebildet, die Vildung einer drit ten Armee ist im Zuge. Kanonen, zahlreiches Kriegsmaterial steht zur Verfügung. Aui» Berlin. 9. d., wiid dem ,.N. Frdbl." lc-lrgiaphilt: Das HaliplqMtticr dcs Kronprinzen ist, nachdrm dcr König scmcn Ausschalt in VcrsMcö gc-nommsii, von dort nordwärts nach St. Gcrmaiu-cn< Luye ucrlegt worden. Dcr Blla^crnnq^pa-l vo» Tonrs und Spmidall ist dcreits vor Paris ai'ncloinlncn und! dürste zwischen Aougival und Eövics seine Verwendung finden. Di? Perschai'znng dcr..^antcrnc dc Dio^ne" im! Parle von St. Cloud macht riesige Foxsclnitte. Glaubhafte französische Äerichic mcl^n: Die pro» uisorische Negiernug iu Paiis hal'e durch , m Decrcl uom' I. October, welches von allen Mltgliedctn unterzeichnet! ist, die Verordnung der Delation vo,, Tours, 29. v. M.. welche die W.chleu zur Constitnamc im Wid^sprnch nut dcm Erlaß dcr Pariser Ncgierling ans dcn IN. Oc- tober ausgeschrieben halte, aufgehoben, alle entgegenstehenden Verordnungen und Unteruehmungcu als null und nichtig crtlärt, und bestimmt, daß die Ve'tagung der allgemeinen Wahlen aufrecht erhalten bleiben solle, bis die Wahlen in dcr gesammten Republik vorgettommcu wcl> deu löuucn. Cardinal Antanclli trachtet, das gute Eiuvernehmcn Italiens mit Preußm zu stören; er soll angeblich dem preußischen Gesandleu in Nom viele, Italien compiomit-lircndc Details mitgetheilt haben, die sich auf Verhand» lung,» mit dem französischen Gesandten Millet und dem Prinzen Napoleon beziehen. Dcr Papst bat ei» Circular an sämmtliche Mächte gerichtet. Die lchttre" werden zu äußerster Resistenz cmfgcfoldcrt. Die Nnntia« tureu wmden ferner in einer neuen Note aufgefordert, AlleS aufzubieten, um die Mächte ;ur Ntskniration des Papstthums zu bestimmen. Gcide Documente sollen vorläufig nicht publicirl werdeu. Telegraphischer Wecliselcours vom 10. October. 5perc. Mclallianes 56,65). — 5pcrc, MrtlllliqueS mit Mo«-und Novembcr-Zinseu 56,65i — 5>pcrc. National-Änlehcu 66.25. - 1860er Staats-Anlchru 92.—. — Bcmlacticn 70!» — Credit-Nctien 254.45. — London 124 4^. — Silber 122.15. — K, l-Miinz-Dncaten 5.96. - Napoleond'ors 9.92z. Für die Abbrändler in Adelsberg * sind wnlülS cingeganglN: Durch Hsl'ni Ehrfcld dcr Ertrag der non ihm vcraustaltetti! Soiröc per 37 fl. 60 lr. * Weitere Gaben werden bereitwilligst angenommen. Theater. Hente: Iuvas von Anno Neune. Charakterbild in 4 Acten lion banger. )!leleorallMschl: HeolmMlMuell ill Lnitmch. ^ 6U.M^. 8U».,l,, -I- 6.-. SW. milßig z.Hiilfle bcw, ^. 10, 2 .. N. 31!),«? ^.15,,l SW. s!arl' gräs,!l, b.w ^,'" ,10.. NI,. 31l>.,5 -I 10,4 SW, mäßig 3icgc>, '""k" Vormittags ivechselndc Bcwijllniig. Nachmittags Nnimwüll»'«. 3lach 6 Uhr Regen, Gewitter in S. mit cm paar grcllcn Vliz-zlü. Das Tan.c«mit!cl drr Wärme -^ 10 7". uw 9 3° Über beM Normale. AsrannuorNichcr Nsdul-tr«> : In>>a^ d. il l e i >l m a y r. ^ Die Untrtfertigteu glbcii die betrilbcnde Nachrich!, M baß Herr > Stephan Taujljer, > W» Haildrlsmaiüi ulld Glil< Das Lcichcübrgttüg»!!) siodl« DilüSlag dr» 1 Neil W ^> October, ?lbei,ds halb «> Uhr, uom Hanse 2Uiener W >> stiaße Nr. 3 au« Natt, M ^R Die heiligen Secleilim'ssm luerdc» i» mrhrereil Kirche» a/lrscil. ^^ ^W Der iheinre Vnblichene wird dcm frommr» A»' ^^ ^W beulen rmpfohlen ^ i.'aibach, am 10, October 1f " in dcn Hlllsnolirungeu meist nur unwesentliche Veränderungen ergaben, 1 Uhr 30 Minuten. Schluß fest. Einige Effecten, darunter Baxllilrciü, gesucht. T. Allgemein« Staatsschuld. Filr 100 fl. Geld W°2r,> Einheitliche Staatsschuld zu 5> pEt.: in Noteu verzins«. Mai-November 56 55» 56.65 ,. .. „ Februar-August 56 55 56.65 ,. Silber „ Jänner-Juli . 66 25 66.40 .. „ „ April-October. 66.25 66.40 Steueranlehcu rückzahlbar (/.) —.— —.— ^'nsf v I, 1«39 .... 234.— 23'..- « „ 1854 (4 '/„) zu 250 f!. 83.50 84.— .. « 1860 ,u 500 fl. . . 91.80 92.— « « 1860 zu 100 ft. . . 102 - 103.— ^« ,. 1864 ,,u 100 si. . 113,— 113,25 ^tallts-Domäneu-Pfllndbriese zu 120 st. o N. in Silber . ' . 120,— 121.— ». ^rund«ntlaft.,n<,K-Qbli«atione«. Filr 100 st. ,u„, Geld Waare Böhmen . . . . zuöpE«__________ gllieder-Ocsterrcich. . «5. ,." "^ Ober-Oesterreich . . „ 5 « —.__ ,.., Siebenbürgen ... ^ 5 ^ 752.'» 75.75 Ste Gelt» Waare, Nuglo-östtrr. Vaul »bgest, . . 21925. 219 75, Auglo-uugar. Van! .... 80,75 81.50^ Vanluereiu.......216.50 217.50, Bodeu-Cieditanstalt ....-------—-— LrcdilllnNalt f Handel u. Gew, . 254.70 255 — > Credilanstalt, allgem. ungar. . . 76.— 76 50 ^ Eöcomptt-Gestllschaft. n ö. . . 865. 875,- , Franco-ostrrr. «anl .... 100.50 100.75 , Gencralbant.......7350 7450! Haudclsbaul.......89.— 90.— ' Nalionalbanl......710 — 713— > Niederländische Banl . . . .224 75 225.25 Percinsbanl.......89.50 90.50, VerlehrSbaut.......135.— 135.50 >». Actie« von TranSportnuternel,» munaen. Geld Maare Nlfold-Fiumllner Bahn . . . 168.— 168.50 Böhm, Westbahn.....240.- 241 - Carl-Ludwig-Bahn.....238. - 238.50 Donau-Dampfschiffs. Gesellsch. . 540,— 541.- Elisabeth-Wcstbahn.....211—21150 Elisabeth-Westbahn (Linz-Vnd- ^ weiser Streckt).....180.50 181.50 Ftrdn^nds-Nordbahn . . . .20^2—2097.— lFttnsl'rchen-Varcser-Vahn . . 164 165.— Ätll' Waorej ssranvIns^Iiu.Vabn . 188-- 188 50 Lemberg-Tzrrll.-Iassyer-Vllhn . 198.— 198,50 Lloyd, östrrr........328,— 330 — Omnibus........—. - __.._ Nndolss-Bllhn......163.— 163,50 Sicbcnbltrgcr Vahu .... 167,— 167.50 Slaalsbahu.......380 50 381.50 Slldbahn.......175.10 175,30 Slld-uordd Verbind. Vahu , . 169.50 170.— Theiß-Bahu.......228. - 230, - > Tramway........155 50 155.75 «. Pfandbriefe (l'ilr 100 fl) > Mg. ^ p(5t........93.20 93 35 O.'st,Hypb. zu 5'/. pLt. rllckz, 1878 —. - —.- Uug. Bod.-Crcd.-Auft. zn 5'/, M. 90.— 90.50 lk'. VriuritätSobli^ationen. i» 103 st. ü. W. Geld Waare Eüs.-Westb, in S. verz. (l. Emiss.) 93—------- Fcrdiullnde-Nordb. in Silb verz. 103.50 104 — Franz-Iosepha-Votm .... 94.75 95 — A.Tai-l-Vut» B. i,S.n?r».I 2m. 10175 »02 75 >"^lir. N^wflN'alin . . '.'3.90 94 30 s>,l" «^"20 Siebcnb. Vahn in Silber verz. . 89.90 !^ Staatsb. G. 3'/, ü 5>00Fr. „I, Em. 135.- >'"'>7) Sl!db. G, 3'/„ i. 500 Frc.....111 - lll > Si!db.-G. i. 2«.0 st. z. 5"/, für 100 fl. 89.50 «"' Si!db.-«on« 6«/. (1870-74) ,,..7 ^. > 500 Frc«......^6 -- ^!'^ Ung, Ostbahu......87.40 «^ "" «. Privatlose (per Slilck.) Ereditanstalt f. Handel u. Gew. Geld W°°^ ,u 100 fl. ö W......15.5) ^0 W»'> Y Nudolf-Stiftnng zn 10 fl. . . I4-- "^ V.^ct,sel (3M<"l) Gctt> ^'°°^ Ullgabnrg fi!r 100 st südd. W. 103,75 ^- , Franlf.Ma,M.,0l,ft. ^t!. 1"3.9'I''4^ Hamburg, fur 1')0 Marl ^aüs« 91 80 ."^ London, filr 10 Pfnnd Glerlmg 124.40 <^^ Pari«. (5our« der Grldll^-trn O.l^ ^«7lr >. Ml!nz-D>is°t<, . 5 st, 9'. lr. 5 st. -^ ^ Napolco:!«!t''or . . 9 ^ 93 - >' " '^^ ^ Bercinsthalcr. . . 1 .. 83j . ^ < _„ Silber - - '22 ^ 25 . ''" - '" Krainische Oruudcntlastiu.g« - Obliga^onc«. P". vatnotirung: -.- <»eld, - Walllk.