Mbacher Nr. 247. «liinumerati°u«Pr«l«: Im «omptolr «anzj. si. :>, halbj. fi. 5'5n aller-""«digst zu verleihen geruht. «.„ Se. «. und k. Apostolische Majestät haben mit "UU'hüchster Entschließung vom 20. Oktober d. I. den» ^lcherheitswachmllnne der wiener Polizeidirection Joseph ^kincr 111. für die von ihm mit eigener Lebens-?""ir vollbrachte Rettung eines Menschen vom Tode ves Ertrinkens das silberne Vcrdicnstlrcuz allerguädigst ^verleihen geruht.________________________ Nichtamtlicher Theil. . Zur Lage. Laibach, 26. Ollober. <> Die nenesten Nachrichten aus Konstant! novel lassen Uck b" Türkei al' cine in hohem Grade bedeck !?tn"^ «kfährdete erscheinen. Zwar war es den tülli- auf s/ÄVWl abermals gegönnt, frische Loibeersträußc scheiil '^"" ly°be" zu pflücken. Ihr jüngsw Sieg nl« >, ^r voi, weit entschiedenerer Bedeutung zu sei», Tu l ^l>^stoß ilbdul KerimS vor etwa nicr Wochen. bleu« ^ Knotenpunkt der Slraßcnverbindungen Ser. sch.° Erblich und westlich in das Innere des VandeS Ma, ^^"ltlv in die Hände des türkischen Feldherrn E»V. ^" ^'"' ^" Belgrad fürchtet man die äußersten f /"lualltüten und macht sich auf eine Belagerung ne< ! ^- Ja es ist soaar mö,,lich. daß ein raschrs Bor- "'Ngtl, der tUrttschen Heere eine Wendung auch !„ der politischen S>ll>"lion helbei^lfiihren vermachte. Das tlnzige. was. wie die Verhältnisse sich gcstaUct haben, "och eigentliche Wirkung zu äußern vermag, ist da« luit »eeom^ii. Beantwortet die Pforte die Ablehnung des sechsmonatlichen Waffenstillstandes mit der Besetzung von Belgrad, so muß ihr Zugeständnis, den swtus quo zur ^Basis der Friedensverhandlm'gen zu machen, nothwendig i,anz anders ins Gewicht fallen, als in diesem Augen. blicke, wo sie sich „och keines serbischen Gcbielstheiles eigentlich versichert hat. Aber was in dieser Richtung ueschchm könnte, muß rasch, müßte mlt unaufhaltsamer Wucht geschehen, wenn es seine Conscquenzen auf die p«lilischen Constellation«,, äußern soll, denen die Türkei «ich augenblicklich gegenüber gestellt sieht. Nichts wäre ''vlhwcndiger und nichts würde von unmittelbarerer Be^ dlutung für die moralische Stellung der Pforle sein, als wenn sie endlich den Beweis lieferte, daß sie strategische und politische Siege nicht nur zu erfechten, sondern auch auszunützen imstande ist. Die Frage ist lediglich, ob die Pforte dazu noch die Kraft besitzt, und diese Frage kann leide»- nur sehr bedingt bejaht werden. Die militärischen und finanziellen Anstrengungen, denen sie seit Beginn des Krieges unter, worsen war, haben zu einer Erschöpfung geführt, welche sich nicht mehr wegleugnen läßt. DaS mangelhafte Ver» pfiegsfystem der Armee macht rasche Vorstöße fast zu einer Unmöglichkeit. Der Winter steht vor der Thür, und bei der mangelhaften Communication, bei der Zu. sllinlnensetzlmg der türkischen Armee, die zu einem gro-ßcn Theile aus asiatischen und nnderen, an günstigere klimatische Verhältnisse gewöhnten Truppen besteht, muß er die Fortführung des Feldzuges in hohem Grade er» schweren. Andererseits dringen die Mächte immer ener> gischer aus den Abschluß des Waffenstillstandes. General Ignatieff wird, aller Voraussicht nach, angesichts der jüngsten Siege der Pforte sein Ultimatum nun unge« stümer und drohender zu stellen suchen. Noch allerdings ordnet er sich in seinen Vorstellungen, wie es scheint, den diplomatischen Couferenzen unter, die in Konstantinopel von den Vertretern der Großmächte zur Festste!» lung des uioäug procßäMäi der Pforle gegenüber ab« gehalten werden. Allein offenbar geschieht dies nur in der Erkenntnis des Umstandes, daß in der Frage des Waffenstillstandes wesentlich Einigung zwischen den Mäch« ten herrscht und daß l.'iner der fremden Vertreter sich der Unterstützung der russischen Forderungen zu entziehen vermag. Hinler der Waffenstillstands«Frage aber steht die Frage der Special. Reformen für die insurgierten Provinzen, und hinter dieser die Garanliefragc. Den drohenden Erscheinungen, der auswärtigen Politik stellen sich noch unheimlichere Mumcntc der inneren Lage zur Seile. Die in unsern» Donncrttagsblattc gebrachten Details über oic jüngsten Verschwörungen in Kunstantllwpcl werfen ein eigenthümliches Licht ans den erschreckenden Fortschritt, welchen die Unterwühluna aller staatlichen nno gesellschaftlichen Verhältnisse, welchen die Neoolutionierung aller Schichten der Bevölkerung seit dem ^lurzc Adliul Aziz' gemacht hat. Hochgestellte geistliche Würdenträger, vornehme Verwaltungsbramtc, Führer hervorragender Parteien des Reiches reichen sich die Nand zum Umsturz der bestehenden Regierung in einem Augenblicke, wo der Feind an den Grenzen des Reiches steht. Die Reformfragc mit allen den Anforderungen und revolutionären Bestrebungen, allen den Schwierigkeiten und inneren Krisen, die sie entfesseln wird, wirft ihre düster« stcn Schatten voraus. Wie an einem hinsterbenden Körper brechen plötzlich Kranlhcitserscheinungcn aus, die leine politische Diagnose vorher zu bcstimmen, keine staatliche The-rapcutik mit Sicherheit zu heilen weiß. Den Anstrengungen Mdhat Paschas, das Reich auf neue Grundlagen zu stellen, ihm neue Bedingungen, neue Mittel würdiger staat« licher Existenz zu erschließen, ist wiederum tiefe Apathie und die fatalistische Resignation des Orients gefolgt. Immer mehr scheint es, als ob das Reich, trotz des wilden Auflooerns der Ideen des Islams, als der Khalif die Gläubigen zum Kampfe aufrief, trotz des Muthe« und der Siege feiner Armee, den Glauben an sich selbst verloren Hütte. Nur auf dem Boden, den heute die eu-rupäischc Herrschaft der Türlei erfüllt, nur in den Traditionen von Byzanz kennt die Geschichte ein Beispiel gleich traurigen, gleich trostlosen, fast möchte man sagen, gleich hoffnungslosen Niederganges. Sicherlich wäre es noch immer verfrüht, die Aclen über das Schicksal der Türlei gänzlich zu schließen, und die Gerechtigkeit und das politische Interesse Europa's fordern es, nichts unversucht zn lassen, um dem türkischen Reiche die Möglichkeit der Regeneration zu gestatten und es in seinem loyalen Bestreben nach Erneuerung seiner staatlichen Kraft, nach einer durchgreifenden Reformierung seiner politischen Efistenz zu unterstützen. Aber die Klugheit fordert auch, slch Rechenschaft darüber zugeben, auf welcher Seite die absterbenden Kräfte zu suchen sind und auf welcher die aufstrebenden. Es ist eine harte, aber berechtigte politische Moral, sich von dem Schwachen abzuwenden und dem Starken zuzuwenden. Jeder Staat, der sich selbst achtet, wird Sorge tragen müssen, der brutalen Realistik dieser Moral leinen Mzu großen Einfluß auf seine Entschließungen zu gestatten, aber jeder Staat von gesundem und praktischem Realismus wird mit ihr rechnen müssen. Speciell waS Ocstcrrcich'Ungarn anbelangt, ist die Nutzanwendung davon leicht zu ziehen. Unser natürliches, gewissermaßen unser theoretisches Interesse begegnet sich unleugbar mit, dem türkischen. Aber die Indentificierung unserer Politik mit jener der Pforte würde uns in die bedenklichste und die unwtll» konlmenstc aller Bundeögenosscnschaslen drängen, in eine BlindeSacnossenschaft, nicht zur Kräftigung, sondern znr Schwächung der Monarchie. Oesterreich.Unaarn ist slürkl, wenn es allein steht, und starter nicht blos in Vezug ans seine eigenen, sondern auch in Bezug anf die Inter-essen der Pforte. Oesterreich kann sich dem rollendem Rade der Ereignisse, so schreibt der „Pester Lloyd", nicht rntgcgenwcrfen, es hat nicht den Beruf, einer Entwicklung hindernd in den Weg zu treten, die immer unaufhaltsamer zu werden den Anschein hat. Parlamentarisches. Wien, 24. Oklober. In der heute abgehaltenen Sitzung dee Abgeorb-nelcnhauses wurde nachstehender Gesehentwurf zur oer« fassungsmäßigen Behandlung eingebracht: > > „Gesetz, womit Bestimmungen über die Schnee« abrüumung auf Reichs st raßen erlassen werden. Feuilleton. Nie philharmonische Gesellschaft. H Es ist eine für den Uneingeweihten befremdliche Mieinung, daß in unserer philharmonischen Gesellschaft I einiger Zeit Symptome einer inneren Gährung ? ^'^"' bie in dem bisher glatt verlaufenden Ge-^V^gange der genannten Gesellschaft ganz besonders Uns "'^ b"6 Interesse jedes denkenden Freundes ljeres aitehrwüroigen Vereines wachrufen. Uh'.^anche fuchen die Erklärung hiefür in personellen tbum >!"' ""6 aber ganz entschieden auf einem Irr, Dirl/n ?^' be"» der wahre Grund liegt viel tiefer. UM di. "-"^'decken ist unsere heulige Absicht, cincsthcils, der z^.^"""se irregeführte öffentliche Meinung an '»" Hnt tt Thatsachen aufzuklären, hauptsächlich aber »ewacks/,w, «!"leres, ""s mit Recht so an das Herz ^«.nen Vereines. — Gesellschaft in Laibach, «c- r«nd seit 17^7 '" !^. factisch ununterbrochen eristic-^Uun» Vera's,, l bcn statutenmäßigen Zweck der Er-?lhen Kuntt <^"""u'g u"d Verbreitung der musita« läge ihrer "! - '"' "«o suchte diesen auf Grund. "°" Tonwer,P.. "'^^^tn Statuten durch Vorführung ^n deiche, Si,"'!, b"ä) Haltung einer Vcreinöschule ^".A' d?e r^'5 beitragende und ausübende Ml> ^p"lentantm l" " Kategorien entsendeten je einen "l" w die Direction. Dies war die alte Organisation des Vereins, die jedoch infolge äußerer Einflüsse eine Umwandlung erfuhr. Es war nemlich in Deutschland eine mehr von politischen als künstlerischen Motiven angeregte Bewegung durch alle Gauen gezogen: der deutsche Männcrgcsang, der in der Bildung zahlreicher Männcrgesangsvcrcine, Liedertafeln und Lieder, kränze die Pflrgc des deutschen Liedes sowol als auch die Erstartung des Gefühles der politischen Zusammengehörigkeit aller deutschen Voltsstämme gleichzeitig an- trebte. In Oesterreich, aus polizeilichen Gründen hintan-gehalten, bürgerte sich diese neuere Idee erst langsam und viel später ein. Während die ^eltcr'sche Liedertafel in Berlin bereits 1808 gegründet wurde, entstand der erste österreichische Münncrgcsangsvcrein in Wien erst 1844, die Liedertafeln in den Provmzcn erst 1848 und nachher. Das neue Tomnitlcl des vlerstlmmigcn Gesanges blieb in seiner Hauptwirtung auf das Gebiet der Volks-thümlichleit beschränkt und wurde daher nur in bescheidenem Maße von den bedeutenden Tontünstlcrn benutzt. Gluck führte den vierstimmigen Männergesang im Jahre 17W in die Oper ein (Scylhenchöre in seiner „Iphi-genie", Beethovens Gefangcinnchor in „Fioclio"). Der Männerchor als selbständiges Tonmittel zu geselligen Zwecken trat erst auf, als sich die Composite«« auf dieses Gebiet warfen; in erster Linie Lconhard o. Eall und Cismhofcr, denen dann allerdings eine Unzahl von Compositeurcn von Burschen«, Jagd-, Volts-, Freimaurer«, Wanderlieder lc. folgten, darunter Namen bedeutenden Klanges, wie C. M. o. Weber, Schubert, Mendelssohn, Silcher. Hitler, Lachner :c., und endlich folgten die Vaterlands- und politischen Lieder, als deren Repräsentanten das deutsche Lied von Kalliwoda und das deutsche Vaterland von Reichardt gelten können. — Diese kurze Stizzierung des Entstehens des deut-schcn selbständigen vierstimmigen Männergesanges mußten wir vorausschicken, um auf unsern Gegenstand einiges vorbereitende Licht zu werfen. Die Bewegung nemlich, die ganz Deutschland er. faßte und im Jahre 1848 auch die schwarzgrlbcn Grenz. pla)e "berschritt, blieb auch auf die philharmonische Gesellschaft in Laibach nicht ohne Einfluß. Im Iayre 1834 trat der vierstimmige deutsche Männergesang mit der Vorführung eines Eismhofer'schen Quartettes das erstemal, und zwar in bescheidenster Form in die Eoncert-Programme oer Philharmonischen Gesellschaft ein; es folgten nun ziemlich selten andere Quartette in die letz» leren eingestreut. Erst im Jahre 1848 traten die ausübenden männlichen Mitglieder zur Aufführung vier. stimmigen Männergesangs zusammen, und man nannte sie den Mänmrchor, sowie man heule „och d»e ausübenden weiblichen Mitglieder den Damenchor nennl, d. h. der Chor bestand thatsächlich, «der oh"« »nnere Organisation. In dieser Form chor, eimslheilö als Chorelemcnt zu «rohen Aufführungen und zur Ausfüllung °"dern. theils selbständig zu socialen mchrenthe.ls geselligen Zwecken, bis zum Iayre ittlN. Da in d.eier Zeil, m welcher die neuen Verein«, bilbungen in unserer Sladl auf der Tagesordnung »arm, unter den Mitgliedern des Mannerchores die Idee der 1962 Laut § 1 desselben ist die zur Ossenhaltung des Ver-tehres nothwendige Schneeabräumung auf den Reichsstraßen Aufgabe der Gemeinden, deren Gebiet entweder von der Straße durchzogen wird, oder die nicht mehr als zwei Wegstunden von der Arbeitsstrecke entfernt sind, und zwar dergcftallt, daß die Gemeinde zur Schneeabräu-mung pftichtig wird, wenn auch nur ein Theil ihres Gebietes innerhalb der obigen Entfernung gelegen ist. Den zur Schneeabräumung veigezogenen Gemeinden wird, wenn die Straße nicht durch einen bewohnten Ort geht (in diesem Falle ist die Schneeabräumung unentgeltlich zu leisten), eine Vergütung aus dem Staats' Slraßenfonds geleistet. Der Staatsverwaltung steht es jedoch frei, die Schneeabräumung auf den Reichsstraßen auch in eigener Regie, im Accord oder im Verpachtung«» Wege zu bewirten." Ferner gelangten nachstehende Regierungsvorlagen zu? Verlheilung: 1. „Gesetz, womit Bestimmungen zur Hintan Haltung der Trunkenheit getroffen werden. Die Wirksamkeit dieses Gesetzes soll sich nur auf Galizien und Lodomerien sammt Kralau erstrecken. Die Gesetzesvorlage wird durch das erschreckende Ueberhandnehmen der Trunksucht in Galizien motiviert, welche sich durch die Ungunst besonderer Umstände und Einrichtungen, deren gründliche Beseitigung schwer erreicht werden kann, erklärt; solche eigenartige Verhält« nisse machten in Galizien schon in früherer Zeit stren. gere Vorkehrungen gegen die Trunksucht nöthig, welche in anderen Ländern des Reiches entbehrlich waren. Die Unbedachtsamteit, mit welcher die Bevölkerung Zechschulden einzugehen pflegt, und die entgegenkommende Bereitwilligkeit der Inhaber der Schänlen, wiederholt gemachte Sechen zu borgen, macht gleichfalls die Controle des Staates nothwendig. Die Sorglosigkeit der Schuld« ner, die Schwierigkeit, welcher sie bei der Einmahnung begegnen, sich rechtzeitig auch nur geringe Beträge zu verschaffen, um sich ihrer Verbindlichkeiten zu entledigen, haben zur Folge, daß es bei Eingehung selbst unbedeuten-der Zechschuldln zur Ausstellung von Schuldbriefen und Unterfertigung von Wechseln kommt; durch Zurechnung übermüßiger Zinsen, durch Prolongationen, welche nur durch Uebernahme großer Opfer erlauft werden, gelingt es dann dem Credügeber, die ursprünglich unbedeutende Schuld zu einer Hohe zu steigern, unter welcher der Creditnehmer zusammenbrechen muß. So wurde ein Fall erhoben, wo durch Anwendung derartiger Mittel ein Schuldbetrag vm, 20 fl. in drei Jahren auf 1000 fl. angewachsen ist. Das Gesetz hat somit «ine zweifache Aufgabe zu erfüllen: es hat strafrechtliche Bestimmungen gegen die Trunksucht aufzunehmen und auf dem civilrechllichen Gebiete den Gefahren entgegenzuwirken, welche das Eingehen von Zechschulden zur Folge hat. 2. Gesetz, betreffend Abhilfe wider unredliche Vorgänge bei (Kreditgeschäften, wirksam für Galizien, Looomerien und Krakau. Dasselbe wird durch den in den genannten Ländern schrecklich überhandnehmenden Wucher motiviert." Die Tagesordnung der nächsten, heute den 27. d. stattfindenden Sitzung des Abgeordnetenhauses lautet: 1. Wahl eines Ausschusses von 9 Mitgliedern aus dem ganzen Hause zur Berathung der Petition wegen Revision des Hausierpatentes. 2. Wahl eines Ausschusses zur Vorberathung des Antrages des Abg. Dr. Bareuther wegen gesetzlicher Normierung des Concurrenzwesens hinsichtlich aller mit öffentlichen Mitteln herzustellenden Werke der bildenden Künste. 3. Ergänzungswahlen, und zwar: a. für den vollswirthschaftlichen Ausschuß fünf Mit-glieder, d. für den Budgetausschuß ein Mitglied, e. für den Eisenbahnausschuß cin Mitglied. 4. Erste Lesung der Regierungsvorlage, betreffend die Bestimmungen zur Hintanhaltung der Trunkenheit in Galizien. 5. Erste Lesung der Regierungsvorlage, betreffend die Abhilfe wider unredliche Vorgänge bei Creditgeschäften in Galizien. 6. Erste Lesung der Regierungsvorlage, betreffend die Aenderung der Bestimmung des § 2 des Gesetzes vom 15. April 1873, R. G. Bl. Nr. 52, in Bezug auf die Einrichtung der Statthalterei in Prag. 7. Erste Lesung der Regierungsvorlage, betreffend die Erlassuug von Bestimmungen über die Schnee-Avrüumung auf den Reichsstraßen. 8. Erste Lesung der Regierungsvorlage, betreffend den Entwurf einer Civilftrozeßorduung. 9. Erste Lesung des Antrages des Abgeordneten Dr. Dürrnberger und Genossen über die Behandlung der Civilprozeßordnung. 10. Fortsetzung der Berichte über Petitionen (32., 33. und 34. Verzeichnis); eventuell 11. zweite Lesung des Antrages des Abgeordneten Göllerich und Genossen, betreffend die Reform der politischen Verwaltung. Die Gefahren einer mohamedanischen Erhebung in Bosnien. Wie sehr die Aufregung der Mohamedaner in Vos» nien infolge der neuesten politischen Nachrichten und ihrer daran geknüpften Befürchtungen vor einer Verwirklichung der für Bosnien projectierlen Autonomie der Vermal» tung im Wachsen begriffen ist, beweist folgende Thatsache, welche sich rechtzeitig die „Pol. Corr." aus Sera-jevo signalisieren läßt: „Unter den Augen des Vali Nazis Pascha machte der hiesige Defterdar (Finanzdirector), Hadji Raschid Cffcndi, in der gestrigen Nachtsitzung des Landesver-waltungsrathes den Vorschlag, aus jedem Kreise deö Vilajets zwei Mohamedaner in den hier bestehenden Rath für den Religionskrieg (Dzihadije Mezdlis), dessen Präses der ObergenchtSpräsident Omer Effendi ist, als be« ständige Mitglieder zu berufen, damit sie für den stall der allgemeinen mohamedanischen Bewegung mitwirken sollen. Auf eine Einwendung des gleichfalls im Landes« verwaltungsrathe anwesenden Metropoliten Anlimos, daß wol eine solche Erhebung nicht bevorstehe, und somit die Berufung der Mohamedaner die Beruhigung der Gemüther auf das höchste steigern müßte, erwiderte der Antragsteller Raschid Effcndi, daß die mohamedanische Erhebung in BoSnien für den Fall, als die sogenannte Autonomie der Provinz bischlossen werden sollte, vorauszusehen sei. In der am nächsten Abende stattgefundenen Sitzung des LandeSverwaltungsrathes wurde der Antrag Raschid Effendi's beinahe einstimmig zum Beschlusse erhoben. Man kann daraus entnehmen, mit welchen Gefahren die Situation für die christliche Bevölkerung geschwängert ist, wenn die Einführung, sei es der von der Pforte fpontan beabsichtigten, sei es der von den Großmächten gewünschten Reformen zur Wahrheit werden sollte. Die Dinge stehen in diesem Augenblicke so, daß selbst die Regierungsorgane, wie es der Van Nazis Pascha und der Clief der politischen Correspond denz des Vilajets Jorghaki Effendi sind, gar lein M daraus machen, daß für den Fall der Einführung ei»tt Autonomie in Bosnien eine Massencrhebung der Moha-inedaner zur Vertheidigung des Islams erfolgen wclde, und die Mohamedaner ein Massacre unter den Christen anrichten werden. So gestalten sich die Zustände >n BoSnien in diesem Augenblicke." Bom Kriegsschauplätze. Aus Bel grad schreibt man der „Pol. Corr." oc"« 21. d. M.: Am Timot ist es wieder still geworden. Dic Selben besetzten Planöica, Metovmca und Vra^ogrilci. D«e Positionen Osman Paschas in u»d mn Zaj?ar her""" sind aber so stark, daß an rasche und durchschlaget Erfolge deS serbischen Corps im Timokthale laum i" denken ist. Um den Besitz dieser Positionen dürfte abel noch viel aelämpft werden. Für beide Theile stehen z^ wichtige strategische Interessen auf dem Spiele, um daß ein Mißerfolg den einen ooern andern der Gegner z»^ Aufgeben seiner Bemühungen veranlassen sollte. . Die belgrader und sumadljer Brigaden, 4(Wru!' fische Freiwillige, sowie 5 Batterien sind gestern au» Deliyrad und (Tuprija dem Horvatovic' als Succursge^ schickt worden. Es geht aus den Berichten dieses letzte' ren hervor, daß Abdul Kerim Pascha das Gros Ml Macht, weit über 65,000 Mann, am 19. und 20. o> ins Feuer schickte, um den Durchbruch der starten >e bischen Linie zu bewerkstelligen Wie türtische Gcfa"^ die am 19. d. gemacht wurden, aussagen, äußerte» ° türkischen Offiziere sich den Truppen gegenüber t>°P ' daß Kruöcvac genommen werden muß, damit der M^ des Padischah erfüllt werde. Die Angabc, daß der «M tan selbst es bcfohlen habe, spoinie die Soldaten^, umso muthiger die ihnen gestellte Aufgabe zu crM'' Am 19. d. gelang es Hafiz Pascha, drei niichw serbische Positionen zu erstürmen; am darauffolgende Tage nahm sie Tschernajeff ihm wieder ab. Es wur an beiden Tagen von beiden Seiten mit einer, in diese Kriege noch nicht dagewesenen Erbitterung gelämpft, le'd aber serbischerseits ohne Glück und mit große" V" lusten. Die vorhandenen Spllälcr genügen nicht ntty zur Aufnahme der auf 1400 veranschlagten Verwu"^ ten und werden in aller Eile neue Spitäler in OMM Paraiin und Ouprija errichtet. Der Verlust an Off^ ren ist. wie in allen bisherigen Treffen, ein enor^' Und doch steht man nach allen Anzeichen erst vor d^ Hauptschlacht. Hier in der Festung wurden 97 türkische Ol" gene, darunter 14 Offiziere, interniert. Es ^'^1 die Regierung wolle dieselben freilassen, um die ^ toisie zu beantworten, mit welcher die Pforte einige 1 bische Gefangene nach der Heimat entließ, die auch reils hier angekommen sind. — Nach dem AuSwelse officiellen „Srbsle Novine" beträgt die Höhe ber , jetzt eingeflossenen russischen Spenden (von lauter P vaten) 950,914 Rubel in Silber. Nußlands Orientpolitil. „Man darf keineswegs annehmen — so s^,,, man der „Wr. Abendpost" aus Petersburg ".. 21. d. M., — daß die russische Nation für einen ^" mit der Türlei schwärmt, uoch weniger, daß 9l^ Bildung eines selbständigen MännergesangSvereineS auftauchte und die damaligen leitenden Kreise der Gesellschaft hierin eine Gefahr der Zersplitterung der in Laibich ohnehin zerfahrenen Musillräfte fürchteten, entschloß man sich, dem Männerchor« eine selbständigere Stellung in der Gesellschaft einzuräumen, man versah ihn mit Ä."? Statuten (genehmiget mit Allerhöchster Ent-'HUcßung vom 2. Februar 1862 und bestätiget vom yoyen Staatsministermm unterm 3. Mai 1862, Z. 8712), man gab lhm Sängcrzeichen und Motto, eine Subscrip-berbei mi. " ^".um ^" Stadt schaffte eine Fahne slän aen^«"''^ c^°"°' "ach hatte seinen selbst. °r7a^ «ber so in dm Gesammt. d?ß e Ite s n^^""'^" Gesellschaft eingefügt, ,b°n bli b D>vs??U""""°" Gesellschaftszwecken unter-Xll ch t' lN .>"?« "". integrierender Theil der der Männerchor entsendete drei AussH^ seine Vertreter m d.e Direction der GeseUN? ! ,4 Der wichtigste Paragraph aber, und der Schlüswvun t der „men Organisation, war d-r §47, derworllichalo lautete: Der Männerchor hat die PsNch bei den Prod uctlonen der Philharmoni. schen Gesellschaft über Beschluß der Direction mitzuwlrlen und nimmt da. für ur Deckung seiner Bedürfnisse.,„«„ Mah'glbe deS diesfälligen Dtrect o„«-^schlusscs an dem Vermögen der Ge-len^chaft theil . Nun begann die Blütenperiode dcS Männerchors, em neues, frische« Leben pulsierte in seinen Adern, erzog nach Neumarltl, Idria, Trieft, Görz und Cilli zu den Süngerfesten, überall durch seine Leistungen Achtung erwerbend. Bei der Lethargie, welche die beitragenden Mitglieder den Plenarversammlungen und Directionswahlen der Gesellschaft von jeher entgegenbrachten, geschah es als Regel, daß der Männerchor bei den Wahlen, auch in die Gesammtdirection, sozusagen allein auf dem Platze erschien. Doch hatte es leine Noth für die Gesellschaft da sich der Männerchor stets gern und bereitwillig den Ge,ellschaflSzwecken anschloß, und so bewahrte sich die allerdings eigenthümliche Einfügung des selbständigen MünnerchorS in die Gesellschaft, umsomehr, als es dem« selben nie einfiel, eine dominierende Stellung einnehmen zu wollen, im Gegentheile, er bedauerte es, daß sich die beitragenden Mitglieder nicht lebhafter bei den Plenar-Versammlungen betheiliglen. Anders kam es nun. Als der hochverdiente Gesell-schaftSdirector o. Schöppl seine Stelle als solcher niederlegte und ein Comity gewählt wurde zu einer Revision der GesellschaftSstatuten, da setzte sich der Münnerchor das erstemal in Opposition gegen das Recht der Plenarversammlung sämmtlicher Mitglieder, auch die Statuten des Männerchors einer Revision zu unter« ziehen. Um de« lieben Hausfriedens willen gab man nach; es war das erstemal, daß sich die Gefahren einer Sonderstellung eines Bereinslheiles im Vereine oemerllich machten. Der Männerchor machte sich nun felbst neue Sta, tuten, tn welchen folgende vemerlenswerthe Abänderun-«" vorkamen (Statuten oeS Männerchores vom Jahre Während die früheren Statuten eine fortlau^ Nummer der Paragraphe bildeten und so gewisses ^ auch äußerlich die Einheit der Gesellschaft einen W'^, fand, führen die neuen Statuten den Separattitel,, ^ tulen des Männerchors der philharmonischen Gesell^ ^ und beginnen mit § I. Doch abgesehen hievon e>'t^^ eine Bestimmung, die den allgemeinen Gescllschas^s-geradezu über den Haufen wirft. Gegenstand d^ ^ fchußberathungen des Männerchors ist unter ""^dunss lautet der bewußte Paragraph, die endgiltigc E"^ ^nen über die in der Saison vorzunehmenden Pl^chci" und Unterhaltungen, insoe sonders die lö"t> ^r dung des Umfanges bei Mitwirkung ^ Concerte der philharmonischenGeselli^ mit Rücksicht auf den Zweck deS M""^t, chors. Also der Männerchor hat das legale ^, seine Mitwirkung bei den Ges-llschaftsconcertei' z"^,,, weigern; damit ist die frühere Organisation «n^ Angelpunkte verrückt, es kann unmöglich eine ^^. ^^ existieren, deren einem Theile das Recht zusteht, " f^ pflichlungen zu verweigern und doch an dem Ge>eui vermögen theilzunchmen. ^ """ Dlefer Vorgang hat über die Zwecke, we^ ^, der Männerchor verfolgt, ein eigentyüuülchcs "^,,cl worfen; also darum handelt es sich ihm, I^ ^ ^f, selbständiger zu stellen, ja die Gesellschaft "" 9 e"' zufordern, ihre Concerlprogramme so "«zur »* ^ daß der Männerchor in feinem Vep zweck (Pflege des Medes) nicht geniert »erde. ^ Das hat die Fernsehenden der beitragend" -^ glieder darüber belehrt, daß die alte Elnhclt der ^„ schaft nun erschüttert sei, und so kam es, daß ,^ 1963 Eroberungen auf Kosten der Türkei machen wolle. Am wenigsten liegt aber ein Krieg in der Absicht des Kaisers. Hütte diese Absicht bestanden, so wären ja mit Vorsicht alle Maßregeln getroffen worden, man hätte namentlich den Staatsschatz geschont, anstatt aus demselben in den letzten Monaten mehr als sechzig Millionen zn entnehmen, um den Cours der Staatspafticre zu halten. An«! w-crscits wird durch die Ereignisse auf der Hämus-Halb-iuscl scit mehr als einem halben Jahre unjcr Gcschäfts-lcdm gelähmt und werden durch die Nachrichten aus der Türkei oic Olmülhcr im hohen Grade aufgeregt. Diesen Zuständen kann aber nicht durch ein bloßes Drcinschlagcn kW Ende gemacht werden; vorher haben sich die euro> Mischen Machte zn einigen, welche Maßregeln sie für dir wirksamsten hallen, um Ruhe, Frieden und Ordnung m dcn so arg heimgesuchten Provinzen des osmanischen Reiches wieder herzustellen. Taß dies nicht so schnell und so leicht thunlich ist, liegt auf der Haud; es muß eine Einigung gefunden werden, welche auch die Interessen ^cr Nachbarstaaten sowie Englands schützt, und vor allen DlNM muß das Mißtrauen aufhören, mit welchem Nlcht allein französische nnd englische Blätter, sondern lWr deutsche Rußland überhäufen. So lauge man noch an die Fabel vom Testamente Peters des Großen glaubt, so lange man sich einbildet, seit Katharina II. habe Ruß< land leinen andern Zweck verfolgt als den, Kanstanlinovel zu erobern, so langewird oaö Mißtrauen nicht aufhören. Freilich ^ß dii Kaiserin zur Zelt des zweiten TürlcnlriegeS eine Medaille schlugen mit einer vom Blitze getroffenen "luschce, frcUlch ließ sie ihren zweiten Enkel Konstantin nennen und ihm Unterricht im Neugriechischen geben, über grwiß nicht, um Carigrad (Slambul) mil Rußland zu vereinigen, sondern um womöglich ein unabhängiges MAMnisches Reich zu stiften, auf dessen Thron der ^roßfürst Konstantin erhoben werde», sollte. Niemals hat un russischer Souverän daran gedacht, aus Konstanli-"°Pel ciue russische Stadt zu machen, und am allerwenig. Mn darf man Kaiser Mäander II. eine derartige Ab. ^s seine Pr^ , U von der Einseitigkeit des Tonmit-""d führt sein- « " stets mit Instrumentalconcerlen '""« Concertanten sogar auf seinen Kunst. greisen mit. ES erscheint daher die Krisis, die über unsere philharmonische Gesellschaft hereingebrochen ist, am besten dadurch beseitigt, wenn derselben der Charakter eines Musilvereins gewahrt wird, wenn der Männerchor sich in dcn Rahmen der Statuten vom Jahre 1862 zurück« begibt, v°c allem aber den oerhängn««vollen § 10 seiner Statuten wieder annulliert, sich den Wünschen der beitra» genden Mitglieder freundlicher gegenüberstellt in Würdi. gung dessen, daß ja sie zur Erhaltung der Gesellschaft auch beilragen, dem Männerchor gegenüber ja ohnedies verkürzt erscheinen, da der Man. nerchor das Wahlrecht doppelt ausübt: einmal bei o-n Plenarocrfammlungen der Gesellschaft und dann bei seinen eigenen AuSschußwahlen, da er ja drei Mitglieder des Ausschusses als seine Vertreter in die Ge-sammldirection entsendet. ES ist nicht klug vom MäU' nerchore, die beitragenden Mitglieder so vor den Kopf zu stoßen, sie sind ja ein gleichberechtigter Factor dec Gesellschaft, und nur im freundlichen Zusammenwirken beider liegt die Gewähr deS Gedeihens der Gesellschaft. Hebung der Musikschule, die jetzt eine öffentliche ist, Er-Weiterung ihrer Lehrfächer, Aufführung Mer Tonwerle unter Mitwirkung dcs Männer-und Damenchors, ferner Besorgung des socialgeselligen Elementes durch den Man-nerchor und Eintracht unter den Mitgliedern jeder Kalt' gorie ist der Zweck der philharmonischen Gesellschaft, und nicht die Schaffung einer selbständigen Stellung eines Theiles des Vereines, nicht die Schöpfung eines Staates im Staate. auf die orientalische Frage scheint die gesammte londoner Presse einem gleichlautenden Eommuniqu6 der Regierung zu folgen. Sämmtliche Blätter halten die Versicherung aufrecht, daß England nach dem Fehlschlagen aller bisherigen Vermittlungsversuche vorerst leine ferneren Schritte in dieser Richtung thun, sondern sich bis auf weiteres mit einer beobachtenden Haltung begnügen werde. E« ift dies eine Zustcherung, die von sämmtlichen Vlätlern, den oppositionellen sowol wie den regierungsfreundlichen, mit großer Befriedigung besprochen wird. Die „Times" und „Daily News" erachten das russische Ultimatum, so wie es bis jetzt von der Fama paraaraphiert worden, eitcns der Türkei für annehmbar, die „Times" möchten nur den geforderten militärischen Schutz von einer wirklich neutralen Macht gestellt fehen. „Daily Telegraph" er'lärt das Ultimatum für unzulässig, der „Standqro" bezweifelt dessen Echtheit. Die londoner russische Vol-fchaft erhielt noch leine Anzeige bezüglich des angclün-lugte», Besuches ocS russischen Thronfolgers. Eine Verstärkung der Schiffe und Mannschaften für oaS Mittel-meer wird vorbereitet. Die von uns seinerzeit gebrachte telegraphische Anmeldung, daß der Cza rewitsch eine Rundreise nach Wien, Verlin und London unternehmen werde, wird nun auch von russischer Seile auf das entschiedenste dementiert, dagegen bestätigt sich die Nachricht, daß oaS russische Lcoantegeschwader in Trieft erwartet wird, auf dessen Rhede es überwintern soll; man vermuthet, oah sich dle russischen Kriegsschiffe aus dem Mittelländischen Meere zurückziehen, weil ihnen dort die türkische Flotte bel-weitem überlegen ist. Rußlands mit Rumänien abgeschlossene Convention, über die wir bereits Mittheilung machten, soll der „France" zufolge außer den schon bekannten Oe» stimmungen für Rußland die Verpflichtung enthalten, auf dem nächsten Congreß der Mächte die officielle Bestätigung drr Erhebung Rumäniens zu einem Königreich zu beantragen. Einstweilen erkennt es für seinen Theil schon dcn Fürsten Karl als König von Rumänien an und verbürgt ihm, daß auch Deutschland ihn ohne Verzug als solchen anerkennen werde. Die ganze rumänische Armee soll auf den Kriegsfuß gestellt werden. Ruhland wirb die Waffen liefern, welche von Berlin nach Iassu dirigiert weiden sollen; die Schießvorrälhe werden von den russischen Arsenalen gestellt werden. Da die rumänischen Staatskassen leer sind, verpflichtet sich Rumänien, im eigenen Lande eine ZwangSanleihe aufzunehmen oder Papiergeld mit ZwangscurS auszugeben. Wenn oie Müchtl es wünschen, sollen die Truppen sich bereit halten, Bulgarien zu besehen, bis diese Provinz die neue Or< uanisierung, welche man für sie verlangen will, erhalten haben wird. Au« Konstantinopel wird berichtet, daß die Pforte nun eine zweimonatliche SuSpendicrung der Feindseligkeiten vorschlägt, um die verheißenen Reformen ins Leben treten z> lassen. Am Kriegsschauplatze, auf welchem, wie e» scheint, beide Theile der Ruhe bedürfen, ist eine Pause in der Action eingetreten. Dagegen soll, wie das ,N. Wr. Tgbl." aus Ragusa vom 24. o. meldet, eine türkische Truppe die österreichische Grenze bei Slravot auf der Besitzung deS Kalii überschritten haben, wo fte dem österreichischen Unterthan Mislo Kalit Vieh raubt« und den seinen Acker bestellenden Vlaho Kalic schwer verwundete Hagesneuigkeiten. - ( Postdebit - Entzirhung) Das l. l. Ministerium dcS Innern Hal dm Zeitschriften „Gazzetla di Trcoiso" i» Treviso, „II Niimovamciito" iu Venedig. „Il Vachiglione" in Padua, ,,L' Ädige" u«d „l." Allcanza" in Verona auf Grund des z 26 de« Prrßglschcs den Pofidcbit für die im Reichsrache verttttenl« Küliigrciche und Länder entzogen. — (Personal« ach rich ten.) Der Seclionschtf w Cultus- und Uitterrichtsmimslerium Herr Karl F i t> l e r Hot il VeuulM!» eines längeren Urlaubes eine Iuflruclionsieist naä Sildsranlriich angetreten, welche er eventuell auch auf Itolie, uszudehnen beabsichiigt. — Wie die „Pol. Corr." vernimm», i das Befinden deö vor lurzem in Lioadi» ertränkten, m Wien i der Prwalhcilansilllt des Dr. LeideOdor, zeitwnli« domitiliertnde russischen Generals und Ehcfs der Gendormeril. P ° ! » pofj ein derart gUnstiges, daß sehr zegrllndete Hoffnung vorhanbl ist, der erlranlte General werde, durch die voctrefsliche Pflege m rationelle Vehaudluua. in welcher er ftch iu Wim beflndll, stl bald wieder in seine amtliche Stellung zurncklehiell lünnen. — (Line ungewöhnliche O b ft °u« flel lun«. Man schreibt aus Graz: Ls ist in unserer i!°ndflube ein' Ob^ lluSftellung eröffnet worden, wie sie der fieiermärtisch: Oortmba« verein jährlich einmal zu veranstalten pflegt. Dem «esuch" mu es jedoch sofort auffallen, daß die heurige Au,fllllune «"»n g°n unglwühnlichen Lharatter an sich trägt, und namentlich nnrd e die durch ihre äußere Schönheit auffallenden sl'Mpl°re oermchen welche diese Nuesiellungcn sonst bereicherte« und «'"""'.""""' handelte es sich sllr den Varlenbauoere... heuer auch mcht um d° Arrangement einer der .anbla^" «ueftellungen, sondern < wollte ein anschauliches °«d „hrre.che«' «'lb °°° den verheere, den Wirlunaen liefern, welche die Sp° froste des M°n°1« « auf die O^lultur «cub. habe«. Und d.efer Zweck ift dnln 2nd« Juni d. 1.2834.071,186 fl. 11 lr., wofür jährlich 114.066,48 Gulden 53 lr. an Zinsen erfordert werde». Die gemeinsam schwebende Staatsschuld hat sich seit Ende 1875 um 14.445,21 dulden vermindert und beträgt jetzt 332.055,819 ft. — (Gast- und Schanlgewerbs «Concessionen.) In neuerer Zeit mehren sich die Fälle, baß Personen, welche ein Gast- ober Schanlgewerbe betreiben wollen, Inhaber vo,i solchen bereit« bestehenden Gewerben zur Aufgebung ihre« Geschäfte«, respective zur Zurllcllegung desselben, zu ihren Gunsten gegen eine oft durch einen förmlichen Vertrag stipulierle Entschädigung be« stimmen und erst bann unter gleichzeitigem Beginnen des Geschäftsbetriebe« , respective dessen Fortsetzung unter ihrem Namen uud auf ihre Rechnung, die zur Erlangung der gesetzlichen Lon» cession nöthigen Schritte bei der Gewerbsbehürde cinlcitcu. In »hren diesbezüglichen Gesuchen berufen sie sich häufig lediglich auf die Thatsache de« „GcschtlstSlaufeS" und den ihnen durch eine etwaige Eoncefsionsverweigerung drohende» empfindlichen Schaden. Die GewerbSbehörde geht hierauf zwar gegen den neuen GewerbSunternehmer wegen unbefugten GewerbsbetriebeS im Sinne des § 132 der Gewerbe.Ordnuug strafweise vor, verleiht aber in der Regel die erbetene Concession. Es erscheint nun noth. w:ndig, diesem immli: mehr ilberhand nehmenden Schacher in wirksamer Weise zu begegnen und jenen mit den Gewerbevolschriften weniger vertrauten Parteien den durch die Ankündigungen mancher Privai-Geschäftslanzlcien genährten Wahn zu benehmen, als seien Gast- und Schanlgcwerbs-Loncessionen läuflich und die Ertheilung der behördlichen Koncession nur eine Formsache und selbstverständliche Folge de« GeschllftSlause«. Theater. (—ß.) Octave Feuillet« fiinfactigeS Schauspiel „Die verzauberte Prinzessin" wurde gestern zum erstenmale aus unserer Bühne gegeben. Der Name de« Versasseis bürgte u>,« dafür, daß wir e« mit einem Werke zu thun haben, da« über der Mittel' Mäßigkeit erhaben ist, und wir glauben uns nicht getäuscht zu haben. Der unzähligemale al« BUHnenstoss verarbeitete Gegensatz zwischen Einst und Jetzt wird von Octave Feuillcl sehr glücklich behandelt in einer Entgegenstellung unsere« industriellen Zeitalters gegen aristokratische Vorurlheile. Zwei Geschwisterpaare — Bru> der und Schwester dieSseit« und jenseit«, sind die Vertreter der feindlichen Prinzipien uud vereinigen sich endlich auf dem allgemein menschlichen Standpunkte dcr Liehe. Einige unwahrscheinlich!: Situationen ausgenommen, ist „Die verzauberte Prinzessin" eines der besten französischen liunveisation«« stücke, und wir können es nur bedauern, daß die Vorstelluua vor fast leerem Hause vor sich ging. Wir haben bei diesem Aus- , spruche allerdings nur die Dichtung im Auge. denn tue Darstel» lung zeigte uns wieder einmal, daß bei angestrengter Verwendung des Personale« der Souffleur und der Inspicient die erste Rolle > jpieleu. Die Gedächtnisschwäche fast aller Mitwirkenden war gestern i störend im höchsten Grade, und obwol wir e« begreiflich finden, . daß ein leeres Hau« auch auf bic Darsteller deprimierend wirkt, so müssen wir die gestern vorgekommenen Nachlässigkeiten doch al« eine Unart gegen alle Anwesenden nachdrücklichst rügen. — t Nebeu Frl. NrenSdorf (Blanche von Guy.Lhatelj, welche - gestern ein hervorragende« Talent auch für da« ernste Fach au , den Tag legte, verdient nur Herr Strähl (Anton Graf von Penmarch) anerleunend bemerkt zu werden. Heir Rieger als „George« Morel" war zwar besser al« in früheren Nullen, doch >e vermißten wir an ihm auch diesmal l» seiner Darstellung jede 3 männliche Energie, und wir lönncu daher von ihm ebensowenig n behaupten, baß er seiner Aufgabe gerecht geworden wlire, trie von Herrn Leuthold, der au« seinem „Olivier von Guy. Chalel" einen gestraften Schuljungen machte. Den übrige» be» l, schäftigteu Herren und Damen glauben wir einen Gefallen zu er» weisen, wenn wir uns in eine Analyse ihrer gestrigen Darstcl-. lung nicht einlassen. Neueste Post. h (Original-Telegramm der „Laib. Heilung.") « Konstantinopel, 26. Oktober, abends. — „Phare '' Vosphore" veröffentlicht die Ansprache Ignatleffs bei b Ueberreichung seiner Creditive und die Antwort des -' Sultans. Ignalleff sagte, der Czar begreife die Schwierig« s leit der Lage, und ohne seine Sympathien für die Slaven « in der Türlei zu verhehlen, wünsche er, die gegenwärtigen '' Schwierigkeiten mögen geebnet werden, damit der Sultan ^ zur Verbesserung des Loses seiner Unterthanen schreite, r Der Sultan erwiderte, er beklage die Ereignisse, welche >e die Ausführung der reformatorlschen Projecte verhindern; ' er zähle auf die Unterstützung der Vorsehung zur Herbei- " führung einer neuen Friedensära, die ihm gestattet, sein 'l Volt glücklich zu machen. Er hoffe, der Czar werde bei- 0 tragen, ihm seine Aufgabe zu erleichtern. !t----------------- 4 Pozega, 25. Ollober. (Deutsche Zeitung.) Vor-gestern und gestern versuchte Mehmed Ali Pascha seine alten Positionen am Iavor wieder zu erobern, wurde aber an beiden Tagen von Novoseloff zurückgeworfen. Die Serben halten noch den Wasilij Vrch besetzt. Belgrad, 25. Oktober. (Deutsche Ztg.) Die Situation ist äußerst gespannt. Wenn Rußland bis Ende der Woche nicht activ eingreift, droht die serbische Regierung mit der Pforte in directe Verhandlungen zu treten. Der Minister des Innern, Nadivoj Milojtovli, ist in wichtiger Mission nach Deligrad abgereist. Die Stellung Tschernajeffs ist als erschüttert zu betrachten. Nisch, 24. Oktober. (Aus besonderer Quelle.) Djunis wurde nach zehnstündigem hartnäckigem Kampfe von den stegreichen türkischen Truppen genommen. Die meisten Verschanzungen längs dem Djunis-Bache kamen in den Besitz der Türken. In der Moravafront fand nur ein Geschützlampf statt. Kon ft an tinopel, 24. Oktober. (N. fr. Pr.) General Ignatieff ist heute in feierlicher Audienz v)m Sul< tan empfangen worden und überreichte seine Credilive. Hierauf hatte Ignatieff eine längere Conferenz mit dein Minister des Aeußern. Ignatieff stellte die bekannten Forderungen Nußlands. Authentisches über den Verlauf dieser Conferenz wird bisher nicht mitgetheilt, doch ver-lautet bestimmt, daß Ignatieff die türkischen Geacn-Propositionen nicht zurückgewiesen hat. Infolge dessen sind hier die Friedenshoffnungen im steigen. Auch in den diplomatischen Kreisen nimmt man mit Sicherheit an, daß es zum Abschlüsse eines Waffenstillstandes loM-men werde. — Prinz Buhran, ein Bruder drs Sultans, ist Donnerstag gestorben. — Seit der letzten Entdeckung einer Verschwörung sind leine weiteren Unruhen vorgekommen. _________ Telegraphischer Vechselcours vom 26. Oktober. Papier - Rcnte 61 70. — Silber - Rente «5 45 - 1360" Slaats-AnlehenI08 25. — Nanl-Nctien8l8--'. - Ereoil-ActitN 146'—. — London 124 55. — Silber l< «75- - K. l. Münz-T"'' tuten 5 05. — NapoleonSd'or 9 96 — IO) Reichsmark 61 2l)> Wien, 26. Oktober. 2 Uyr nachmittags. (Schlußcoursf.) Lreditaclien 145 20, 1860er Lose 108—, 1864er Vose 12s'25, österreichische Rente in Papier 61 75. StaalSbahn 264 —, ittor<" bahn, 172—, 2O.Frlflüsc 9 96'/,, ungarisch: Creditac!'"' 10850, österreichische Francobanl — —, österreichische «nglolMl 70 — , Lombarden 74 50, Unionbanl 51 25, austro-orirntnlische Van! — —, Llopdactien 295 >-, uustro-ottomauischr Vanl '^' tUrkische Lose 13—, Lommunal - Nnleheu 93 50, Egypt's^ 87-. Ruhig._________________________________________ Angekommene Fremde. Am 26. Oktober. h«tel Vtadt Wien. Priester, Kfm., Agram. — Ultar, Pfarrer, Michelstätten. — Madame Charlotte, Trieft. — Ehrenreich, Ponovii. — Iugowil). Krainburg. — Burlhart, «mrans. --Schöppl, Beamter, und Mebus, Wien. — Schlauf Mari», StationschefsoOattin, Littai. — Nagel, Villach. Hotel Elefant. Kottnik, Oberlaibach. — Mitzly, Reisender, U"-gärn. - Pollal, Wien. — Reißer. Stationövoistand, sw" ling. — Lovretiö, Hptm., Stein. — Waizmann, vleis,, Vl"°" ?' Hotel Europa. Samel, Naumeister, Klagenfurt. — Kenda, «"', Graz. — Merchar, Hdlsm., Niederdorf. — Veroerber, Klonau- — Dr, Lozzi, Trieft. .,, Mohren. Grünwald, Hdlsm., Schladming. — Egartner, Rolt^' — Ragsson, Maurerpolier, Eraz. — Levstil, Llpoglava. Ttadt Lalbach. Potoiuil, Agent, Wien. ^ << Sternwarte. Müller, Geschäftsmann, Tschernembl. ^ v""' Ielsenil._____________ ______- Theater. Heute: Blaubart. Komische Oper in 4 Abtheilungen ««" Mcilhac und Halevy, deutsch vuu IuliuS Hopp. Musik vo» __________________Jacques Offenbach. Meteorologische Beollachtun«ell ,u laibach. ^ 7 U.M7^739l« ^7.^SÖ"schw^ch"'beMttl'^ 26, 2 „ N. 738.75 -j- 9., O. mclßig trübe l).o° 9 „ Ab 738.8« -j- 7.«, O. schwach bewölkt .,, Die Wollendecke etwas gelockert. Das TageSmillcl c>r Wurme 4- 7 9°, um 1-2° unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: OttomarVambe r ö^ Nöss^N^^l<^t Wlen, 25. Oktober. (1 Uhr.) Einerseits unter dem Einflüsse der Tagesereignisse stehend, andererseits durch empfindliche Knappheit des Geldstandcs in ihrer Opera"'"'' ^vv,lNVcl!U)l. fuhigleit beschrilnlt. blieb die «iirse fast „anz «eschäftslo«._________________ ^, ^' "°" '^ ' - ' ' "" KA 3? »""""" l '-^ k°« °^L " ,3^........104— 104 l»0 : N elb V«« «nzlo-österr. Vanl......70- 7025 «reditauftalt........145 80 148 — «redltanstall. ungar.....108 2b 108 50 LScompteaastalt......648— 64? — ««tionalbanl.......81ß — 81» — Otstirr. Vanlgesellschaft . . . —-- —-— Uulonbanl ........bi.50 62 — Verlehrsbanl .......78 50 79— Wimer «aulverein.....— — —— «Men v,» Tr«»K«yrt-Unter»eh-»«n,e». «f»lb.V»hn....... «^ »" Elisabeth-Nestbahn.....^yh^. ,32^ sserd«ano«.«°rdb»hn . . . I732_.i?3; Frau,. Joseph.«»?» .... 124 _iA^ »elb War« ! Galizische «arl-Lndwia.Vahn . 2007b 201 — Kaschau-Oderberger Bahn . . -. _ _.^ Lemberg-Ezernowiher Vahn . 115-— libhl) Lloyü.Vesellsch.. ...... 290— 29b'- Oesterr. Nordweftbahn - ... 12150 122^ «nd>,lf,.N»hu.......1U0-50 101-— GtaatSbahn........265 b0 26Ü 50 SUdbahn.........7b- ?b'l>0 Theiß-Vahu........____ __.,__ Ungar.-galiz. Verbindungsbahn — — —>— Ungarische «ordoftbahu . . . 9059 91 _ Ungarische Oftbahn.....27 ^ 27 50 Wiener Tramway-Vesellsch. . vi _ 9g._ Ps«»d»riese. «ll«. öft. Vadei,5«dllanst. (i.Gold) 106 25 106 50 „ „ ,' (i.B.-V.) 89 7b 90-Nationalbanl.......gß._ 9520 Uu,.Vodtncrebl'-Infii1ut(V.-V.) 8b 50 8b-7b VrioriNte». Elisabeth.-«. 1. «m. .... 87 b0 88— fferd..«°rdl> in Silber . . . log-N 10ll-50 Franz-Iofeph-Äahn.....952b 9O'ho Tal. Karl.Lubwiy-V.. 1. «m. . 97>- ^ ^5 Oefierr. N°rdmest-Vahn 86 - ^?5 Sicbenbürger Bahn..... 57ftl) d, Staatöbahn 1. 60. Credit 145 90 bi« 146 .. Anglo 69 75 bis 70 25. London 124'6b v," Zlap°l«n, V9?',. i>i, 9.99 Hjlber 106'- bis 106 25.