.U «84. Mittwoch am A«. Dezember «833. ^it Lail'achcr Zcituna" erscheint. ,nit Ai^üal),nt d>'r Sonn- imd Feiertage, täglich, und kostet sammt den '^»Uagc» im Co>nptuir g>,,izjäl)rg l l st., ha I l'j ä l, r ig ö ft. Ai) fr,, mil " Kreuzband im Comptoir ganzjährig l2 ff., lia lbjäkrig 6 fi. Fuc die Zu^ellmlg in'H Haus sind h al t, i ä h ci g :i0 lr. uuhr zn tütrichten. Mit ocr Post Porto- ,rci gan,jährig, uittev Kreuzband und gedruckter Adresse 1) ft., halbjährig 7 si. 3l) lr. — I »se rationSgebil h r fur eine Sl'altenzeilc oocr de» Nan,n derselben, s»r ein° maliae Einschaltung'3 fr., für zweimalige 4 lr.. sür dreimalige 5, fr. C. Wi. Inserate l,'i» !2 Zeilen sustcn l sl. für 3 Mal, 5» lr. snr 2 Mal »nd ^0 sr. fiir l Mal einzuschalten. Zu diesen (Gebühren ist nach dem „provisorischen Gesetze vo,n «. Noveinber 1850 fnr Inserationsstämrel" noch l(> kr. sür eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Amtlicher Theil. <5^e. k. k. Apostolische Majestät haw? mit Aller» höchster Entschließung vom 4. Dezember d. I. dcm Brüuncr Landcsgcrlchtsrathe Johann Kr ruhiger einc Rathsstelle bei dem k. k. mährisch-schlesischen Ober>Landesgerichte in Brunn allerguädigst zu verleib hcn geruht. Sc. k. k. Apostolische Majestät haw, mit Allerhöchster Entschließung vom il. l. Mts. dcm Domherrn und Kathedral.Archidiakon an dcm Domkapitel zu Szatmar. Ladislaus Viro. die Ablei 8. Cl'uci,^ ull^ Vcl-lc,'5-i<(,'l'l^xllll-, allcrgnädigst zn verleihen geruht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 2ii. November d. I. das au dem Kollcgiatkapitcl zu Trau erledigte Kanonilat dcm Chorvikär und Kooperator an der Kathedrallirchc zu Macarsca, Stefan Pa ulov ich «Lucich. aller, gnädigst zu verleihen geruht. Sc. k. k. Apostolische Majestät hadcu mit Allerhöchster Entschließung vom 2«. November d. I. den Domherrn Josef u. Eomini zum Schulen'Oderauf' sehcr für dic Diözese Brireu, unter glcichzciligcr Ent> Hebung des Scholastikus Johann Ambcrg von die» str Stelle, allcrguädigst zu cruenueu geruht. Der Finanzminister hat dcu Laibacher Bcrgkom» mlssär, Thomas 3t at), zum provisorischen Verghaupt» Mann in Schemnit) ernannt. Der Minister der Justiz hat den Hilfsämter.Di. Vektor des Komilatsgcrichts zu Unier-Kubin, Gabriel Koncsek. über sciu Ansuchen in gleicher Eigenschaft zu dcm Komitatsgcrichte zu Valassa » Gyarmath zu übersetzen, und au dessen Stelle den provisorischen Grundbuchs'Direktor zu Preßburg, Wenzel Marcsch. zum Direktor der Hilfsämter bei dcm Komitatsgerichtc zu Unter Kubin zn ernennen bcfuudeu. Veränderungen in der k. k. Armee. Ucbcrsctz u n gen: Der Oberstlieutenant Eugcu Schind locker, vom Kürassier'Regimentc Kaiser Nikolaus uou Nuß» land Nr. >>, zum Kürassier - 3tcgimcntc Herzog von Braunschweig Nr. 7. Der Major Anton Gluckse» lig, des Infanterie-Regiments König der Belgier Nr. 27. zum Infanteric-Negimcnte Baron Wcrnhardt Nr. lli, und drr Major Alfred Du Nicux, von letzterem zum ersteren Negimcntc. Richlalllllich^l 3lMl. Oesterreich. Wien, 7. Dezember. Der bürgerliche Fleisch Hauer und Hofzuschrottcr, Herr Michael Fischer, hat beim Magisttatspräsidium die Erklärung abgegeben, in der k. k. Hofznschroltbank vom 6. l M. angefan» gen täglich von 8 bis l i Uyr Vormittag ^00 Pfund Rindfleisch an minder bemittelte Klassen der Bevölkerung l>as Pfund um den Preis von zwölf Kreuzer verkaufen zu wollen. — Pater Lothar l'ctet sein p sepyinischen Zeit ausgemerzt worden, wieder rcha« bilitirt werden sollen, und somit die gegenwärtig bestehenden Feiertage um die Zahl von Ui oer» mehrt werden würden." Die „Wiener Zeitung" hat dieses Gerücht als ein lügenhaftes zu erklären, über dessen Tendenz kein Verständiger rincn Angenblick zweifelhaft scln wird. Trieft. 10. Dezember. Dem Vernehmen nach hat S. kais. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzhcr» zog Ferdinand Mar dem Herrn Blastus Spolar in FlNlilleton. Ans dem Wanderbuch eines Naturforschers in Sentral-'Amerika. 111. Das Pflanze n'lebeu. Der Lichtreiz. H)ic lieblichste Tageszeit im tropischen Urwald bilden immer die ersten Morgenstunden, wo die Miloe der Luft und der eigenthümlich frische Ton in der Physiognomie der Pflanzen. und Thierwelt den nomadlsirenden Sammler fl'ir viele Entbehrungen und Leiden entschädigt. Einc Frnhwanderung durch den rngen Pfad des Dickichts, weun die zusammcngefal' tctcn Blättchcn der schlafenden Mimosen unter dem Einfluß des Lichts erwachen, wenn die schönsten pa< Nisilischen Vlülben ihre farbigen Kronen öffnen, dcmant« sprühende Colibris und glänzende Lepidoptcren sie spic> lcnd umftaltern.. und das lärmende Konzert der Waldvögel das Erscheinen der Sonne — dieser erste Mor^ gcngang bildete immer die reizendste Episode unseres Tagwerks, Welch' eine Mannigfaltigkeit dcr Erscl,ci> uungln und welch' eine Fülle des Lebens stellt sich hicr dem erstaunten Angc dar! Die Summc dcr Erfahrungen, welche die Ein« siclwrnc'.! und die fremden Reisenden dcn Geheimnis» 'sln des Waldes abgelauscht haben, wie klein ist sic >m Vergleich mit den zahllosen rätbsclhaftcn Erschei» l'ung^n. welche hier noch die Lösung erwarten! Wenn dmch Forschung oder Zufall die wohlthätige Kraft einer Baumrinde gegen das Fieber, einer Wnrzel gegen den Biß giftiger Reptilien, eines Krautes, das »er Hrilkuust oder technischen Zwecken dient, offenbar geworden, wie unbekannt sind lins dagegen die Eigen^ schaftc» und Kräfte dcr unendlichen Arten-Mehrzahl dieser reichen Flora geblieben! Und wie viele audcre Gegen-stände und Erscheinungen, die. wenn auch nicht materiellen Nntzcn bietend, doch die Wissenschaft und uusere Kenntniß dcr Natur bereichere sind noch in den Lc° bensfnnl'tionen dieser formcmcichcn Organismen zu enthüllen! Wir erinnern hier auf den merkwürdigen Einfluß des Lichtrcizcs auf viele Pflanzen. Der erfahrene und anfmerksamc Botaniker erkennt bekanntlich an der Stellung der Blätter und der Blüthen vieler Gewächse sowohl dic Stunde des Tages, als die bevorstehende Witterung, Er bedarf keines Uhrzeigers, da ilnn cin Blick anf dic Pfianzcnnhr hinreichend Bescheid gibt. In verschiedenen botanischen Gärten Enropa's bat man solche Blumcmihren anzulegen versucht, wo dic hiezu dienende», Gewächse auf einem Krcisbcct nach der Zeit des OessncnS und Schlicßcnö der Blüthen geordnet sind. Die künstliche Flora unserer bo-lanischeu Gärten und Treibhänser bietet aber nur wenige Pflanzen dar, die, wie die großblumige westindi' schc Fackeldistel (Or<,>!!5 ssi-mxliliol'^), ihre Blumen-kronen in dcr Abendstunde öffnen und um Mitternacht schließen, oder wie ^nnclni^ »ilci-lx-«'^ und ^mn-Iu»; »Imnu,^ nur den Reiz der Mutagssonnc nicht vertragen können. Noch geringer ist die Zahl dcr Gewächse, welche, wie die südamcrikanischc Wunderblume (Air:!- I)ili> jliinpi'll, die jetzt eiuc gemeine Zierpfianzc unse< rer Künstgärten, gcuau den Untergang des Tagesgc» stirns znin Oeffnen ihrer Blüthen abwarten, oder wic ^l<'5l'i!llil')!l»ll»'imii» ücclillm'iim nnr dcr Mitternacht und dcm Mond — nach des Dichters Worten — „ihr frommcö Blnmengesicht entfalten." Zwischen den Wendekreisen wäre ein solcher künst» lich gepfiauzler Blumcuchronomctcr viel weniger Be« dürfniß. Es gibt unter den Blüthen der Büsche und Bäume und der zahlreichen Schmarotzergewächse, bc» sonders in jenen Gegenden, wo Wald und Llanos sich berühren, so viele, dercn Lcbeusfnnklionen den Licht« reiz steigert oder schmälert. Blüthen fehlen in keiner Jahreszeit, und man findet in jedem Monat solebc, wclchc die Sonne suchen oder ihr Licht fliehen. Im Unterbolz, wic in der reichen Parasilcnflora der Bäu« mc find so manche, welche dem Indianer die bevor« stehende Veränderung des Wetters fast so sicher vcr« künden, als uns die Quecksilberfäule des Barometers; Pflanzen, die gleich unserer großen Eberwurz ihre Kclchc schließen oder. wie die meisten Oralisartcn. ihre Blätter fallen. odcr wic unser gemeines Hun« gerblümchen (Di'l'N!, v«>!->i!i) die Biälter herabließen, wenn ein Gewitter am Himmel grollt. Viele Bänmc dnften dort weit stärker als nnserc Birken, wenn na« her Ncgen zn erwarten ist. Andere Arten gibt es. die mit geöffneten BInmenkronen wach bleiben, gleich dcr rcgenschcucn Ringelblume (<'l>l<'n tcrdrückung des.Anfstandcs der Santhals sind cncr-gischcrc Maßregeln ergriffen worden, das Stanorechl wurde vcrküildct uno die Armee in Untcrbcngalen um 6000 Mann verstärkt. Auch in Anoh sind die unruhigen Vcwcgungeu durch die Truppeil 0tü Bönigs für den Augenblick gestillt, und der Anführer oer Ncbcllcn ist gefallen. Sonst kerrscht, in Ostlndien Ruhe; die übermäßige Hipe hat nachgelassen, der Handel aber ist flau, und man klagl über Geld» mangel. Die „Frind of India" meldet den Tod des apo> stolischeil Vilars von Vengalen, Dr. Carcw, Erz« bi>chofs von Edessa, indciu er beifügt, daß die ka> lholischc Gemeinde dadurch einen harten Verlust er> llltcn. Der Verstorbene habe sich durch seine genaue Nenmiuß aller Angrlcgcnbcltcu derselben, durch scinc Fnrsolgc fnr olc Hllföbcoürftigcu und durch seine Duldsamkeit ausgezeichnet, wodurch fast jeder Konftilt mit ocr Regierung, mit der Geistlichkeit anderer Be-kennlnisse oocr seinen Untergebenen hintan gehalten worden sei. Sein einziger Fehlgriff habe vielleicht darin bestanden, daß er die Jesuiten wcggcwiesen, welche die Sache der katholischen Erziehung eifrig gefördert hallen. Briefen aus Cair 0 vom 1. zu Folge dürften die Ernten in Egypmi nicht so spärlich sein, wie man glanben machte. Deutschland. Die „K arlsruhc r Ztg." erklärt die Nachricht, baß die Gesandten uon Oesterreich und Frankreich ans Anlaß des noch nicht ansgcglichcncn kirchlichen Konfliktes bei der großhcrzoglichen Regierung Schritte gethan hätten, für unbegründet. Z- Vom Nicdcrrhcin mcloct der ,,N. K.": Den» Vernehmen nach wäre demnächst ein ncner Noten« austausch zwischen dem niederländischen und dem preußischen Kabinttc bezüglich des projektirten Baues einer festen Rhcinbrücke bei Köln zu erwarten. Im Haag soll man entschlossen sein, unter Berufung auf den Wiener Vertrag von 18 lü und auf oie Maiuzer Konvention vom AI. März 1831 Verwalk ruug gegen die Alisfüdrung des fraglichen Bauplanes einzulegen, wofern nicht die Brücke eine solche Ocff-nnng erhielte, daß dir Schiffe jederzeit völlig freie Fahrt dnrch dieselbe haben würden. Ma.i versichert, daß Vaocu und das Gro^hcrzogthum Hessen cmer solchen Verwahrung der Niederlande sich anzuschließen bereit seien. Italien. Die Nachrichten über das Befinden der Königin Anglic lallten seit einigen Tagen befriedigender. Man hatte bereits so ernste Besorgnisse gehegt, daß einen Augenblick die Rede davon war, den Herzog von Montpcnsier ans Spanien wieder zurückzurufen; Dr. Clwmcl erklärte sich jedoch dagegen-, mit dem ^cmclken. der Zull^iw >Vi kein so verzweifelter, um DlN jungen Herzog sofort wlcoer zu einer beschwclll> chcn Reise in der stürmischen Jahreszeit veranlassen zu müsseu. Sc. k. Hoheit der Herzog von Nemours führt in Nervi ein sehr zurückgezogenes Leben, wogegen seine beiden Brüder sich ösler an öffentlichen Orten, in Lesckabincten :c sehen lassen. Der Herzog von Anmale hat einer Bencfizvorstcllnng zu Gunsten der Sängerin Bcndazzi beigewohnt. Frankreich. In einem längeren Leitartikel im „Conslitutionnel" über die gegenwärtige Lage Enropa's sind die beiden Fragen gestellt: »Ist der Friede möglich? und: «Ist in diesem Augenblicke Anssichl vorhanden, Frieden zu erlangen? Die erste Frage wird entschieden bejahend beantwortet, weil der Streit, der hellte Europa spal» let, rein politischer Natur, lein Kampf der Leidenschaft, des Völkcrhasscs, kein Eroberungskrieg sei, und allein ocr moralische Erfolg von Wichtigkeit sein könne. England und Frankreich — so raisonnirt der „Eon> stilutionnel" haben den Zweck und die Folgen dieses Kampfes von vornherein dargelegt, und die Garan^ tien, welche ihnen zur Anfrcchthaltnng des enropäi» schen Gleichgewichtes — um dessen Sicherung es sich allein handelt — erforderlich scheinen, festgestellt. Sind diese Garantien erlangt, so haben sie weder ein Interesse noch die Absicht mehr, die Waffen län< gcr in dcr Hand zn halten. Von Westen aus steht also den, Frieden nichts im Wege. Aber das Vedürf» nist des Friedens muß auch anderwärts erfaßt wer< den. Es ist klar, daß der Krieg, wenn er sich ucr< lällgern sollte, nicht in seinen bisherigen Schranken eingeengt bleiben kann, wenn Rußland tief in seiner Machl getroffen scin will, so werden die Verbünde« tcn alle ihre Hilfsquellen znr Anwendung bringen, und so muß sich oer Krieg vergrößern und ansdeh. nen. und er wird es durch die Zahl dcr Völker, die oaran Thcil nehmen. Kann Rußland etwa später günstigere Konzessionen hoffen? Was den Punkt des Selbstgefühls betrifft, so kann Nußland auch darüber l'l-ruhigt scin. Seinen Waffen fehlte nichts — als Glück. Die Vrrthcioignng von Scbastopol und Kin» burn werden in dcr Geschichte leben — die Ehre ist gerettet und Rußland kann, wenn Leidenschaft es nicht bcthört, unterhandeln, ohne sich zn demüthigen. Dic Westmächte ihrerseits können der Entschließung des Gegners ruhig entgegensehen. Großbritannien. Aus London, 6. Dezember, berichtet man: Die Königin hielt gestern Nachmittags um 3 Uhr im Schlosse von Windsor ein Kapitel des Hosenband» Ordcnö, um ihren Gast nnd Bnndesgcnosscn. den König von Sardinien, in den Kreis dcr Orocnsmit> glieocr aufzunehmen. Die Ritter dcs Ordens ersch ie-nen in ihrer Ordenstracht, d. h. in violettem Sammet» mantel, karmoisi,»rothem Barett lind mit goldener Ordcnslcttc. Die Königin, welche Prinz Albert und oer Herzog von Cambridge begleiteten, trlig das Mie« ocr (kil'll»-). den Mantel, die Haube und die Kette res Hosenband > Ordens und ein prachtvolles. Diaman» ten-Diadem. Die Schleppe Ihrer Majestät lrngen die dienstthuenden Pagen. Prinz Albert und der Her. zog von Cambridge erschienen gleichfalls in der' Or° ocnötracht. Nachdem die Königin auf einem zu Häup« ten dcs Tisches etwas vor dem Throne stehenden reich geschnitzten nnd vergoldeten Staatsscssel Platz genommen hatte, traten die Ritter und Beamten des Ordens in dcn Thronsaal und nahmen ihre Plätzc am Tische cin, wobei die Ordnung beobachtet wurde, daß die älteren Ritter sich dcr Königin zunächst niederließen. Dcn Tisch bcdccktc cine Decke von violet» tcm Sammet mit goldcin'm Randc nnd goldenen Fran, sen. Rechts von dcr Königin stand der Prälat ocs Ordens, links dcr Kanzler, während dcr Rcgistrator. der Nappenkönig und dcr Träger des schwarzen Stabes sich am andern Ende dcs Tisches aufstclltcu. Der Kanzler dcs Ordens, Bischof von Oxford, ver> las hierauf einen Erlaß, kraft dessen Se. Majcstät Viktor Emanucl, König von Sardinien, zum Ritter des höchst cdlcn Hoscnband - Ordens ernannt wird. Auf Befehl dcr Köuigiu ward hiernach der König von dem Prinzen Albert, dein Herzoge von Cambridge und den beiden ältesten Rittern aus seinen Gemächern in dcn Kapitel- oder Thronsaal geleitet. Vor ihm dcr westindischen Inseln; dic baumartigen Farren mit «locker gewebtem ourchschciucndem und an den Rän« dcril zicrlich gezacktem Laube, das bei jedem Luftzug crzittcrt"; dic Mimose, dcrcn mächtiges Laubdach sui, pimenartig ausdehnt. Diese schönsten Baumformcn dcr Acqnalorialzonc sind es nicht allciu, dic voll dic-scm eigenthümlichen Prinzip dcr Schönheit zcngcn. Auch die schwcrfälligcn Gestalten dcr Scidcnbanm-wollbäumc (Vombaccfu), dic prächtigen lwchstämmMn Voladoren. mit il'rcn scltsam gcflü^cllcn Früchten (u5 llln-'i'ic-linu^), die Ccdrclcn, gewaltige Nicscnbäumc, cbcnso dick als hochstämmig, mit asch< qraucr Rindc und röthlichem. wohlriechendem Holz, das nils für Blcisliftc und Zigarrcnschachtcln dient, in Costa rica lind Guatemala abcr das gemeinste Bauholz ist; die Swictcnicn odcr Mahagonibänmc, welche in Mittclamcrika dic doppelte Größe dcs Mahagoni- < baumcs von San Domingo crrcichen. aber cbcn deßhalb auch kcin so hübsch geblümtes Möbclholz licfcrn; ja selbst dic südlichen Eichenarten, welche zwischen dcu Wcndckreiscn erst auf eincr ziemlich bcdclitcndcn Höhc der Cordilleras in qrößcrn Grnppcn auftreten, alle habcn in ihrcn Formcn lind ihrcr Gruppirung. in dcr Stcllung ihrcs Laubcs uud in ihren» Parasiten-schmllck vor dcn Banmartcn dcs Nordens wie mn' ihren Gattlingsvcrwandtcn in dcr tempcrirten l>nd subtropischen Zonc cincn cigcnthünllichcn Zllg dcr An> muth voraus. Die Pflanze ist bekanntlich cin lichtdnrstigcs M' sen. Sie sucht die Sonne. Acstc. Zwcigc und Wat> tcr, welche mit dm Augcu. dcn Armen und Z"'^ dcr Thiere verglichen werden können, dchnen sich " lcn Pflanze sieht mm, da die Lnft und das Be« bagcll an ihrem Lcbcu so gllt an wie jenen höhcr stel'cndcn Organismen, dcncn dic srcic Bewegung gc-gölillt ist. so gut wic dein kleinen Acffchcn. das anf der grünen Hällgeinaltc dcr Palmc sich wiegt, odcr wie dcnl Colibri, dcr sic naschcnd umflattert, odcr wic die Hymcnopteren lind Cicadcil, die um die Wette sllmmcn und kreischcn. Humbold fbcmcrkt als bezeichnend für dcn Charakter'dcr Tropenflora, daß sie mannigfaltiger in Formcn und rcichcr in Farben auftrcte. daß ihrc Gc-wächsc saftstrotzcndcr, mit frischcrm Grün und mit größcrn glänzcndcrcn Blättern ausgestattct seien als dic Pflanzen der gemäßigten Zone. Mau könntc dic-scr Charaktcristik noch bcisügcn, dasi sowol'l in den Formcn als in der Gruppirung dieser südlichen Pflanzenwelt cin höchst wunderbares Gesch dcr Anmuth und Schönheit vorwaltet, dessen Wcscn und Ursprung wohl cin ewiges Geheimniß blcibcn wird. Fast allc dcr hcißcil Zone eigenthümlichen Pfian-zcnformcn, wclchc dic Physiognomie dcr Vegetation sowohl als dcn Totalcindruck dcr gailzcn Landschaft bestimmen: dic Palmc mit ihrcn hohcn, schlanken geringelten Schäften nnd ihrem anstrcbcndcn glänzcn-dcil, bald gcfächcrtcn, bald geficdcrtcn Lalibe. das illcist kroncnartig gcstcllt in Zcutralamcrika zwar nicht dcn höchsten, aber dcn edelsten Schmuck dcs Waldes bildct; dic Form dcr Ecitaminccn nnd Mnsacccn, deren gewaltige Blätter in so freudig grüner Farbe schimmern; dic Hoden, leicht zitternden Tropcnqräscr. dic in Mittclamcrila jedoch wcnigcr kolossal sind, und nicht so schöne Gruppcn bilden wic in dcn Wälocrn Dic merkwürdigste Pflanzenform blcibt hicr i>l Vczug auf Sensibilität dic dcr Mimosen, wenn gleich nicht allc Arten dieser reichen Familie denselben Grad von Reizbarkeit besitzen wic IMmoxl, mxli«'!, lind ^li mo.^ll «^n^iiiv«. Dicsc bekannten lrantartigen Siiln-pflanzen sind bci uns Zicrdcn dcr Trcibl'äuscr. und in Viittclalllcrika cincs dcr qcmcinstcn. fast uitausrott-barcn Unkräutcr. Dic „schamhafte Mimosc," dic l'icr oit zu bllschartiger Höhc hcranwächst, lilld dcrcn Blättchcu bci jcdcr Bcrühruug uuscrer Fiilgcr sich wic mit Schmcrz und Scham scnkcn ulld zusammenziehen, hat schon seit ihrcr crstcn Versetzung nach Europa dic Ncugicrdc und Bewunderung dcr Bcschaurr crrcqt. Nic aildcrs abcr ist das Erstaunen des Neulings ill dcr warmcn Zone. cinc ähnlichc Rcizbarlcit alich bci dcn höhcrn Bänmcil lind Sträuchern. ja bci gan-zcn Waldgruppcu zli schcn! Einc mäßige Erschütterung dcr Luft odcr dcs Bodens rcicht hill, cinc solchc Pfianzcnnlassc ill Bcwcgling zu sctzcn. Die crstcn Scbalicr, wclchc die Nimbuswolkc alif dic Erdc schüttct, odcr dcr crstc Windstoß, dcr dcm Gcwitter vorangcht, bcwnkcn ciu raschcs Zusammcnzichcn dic-ser Hundcrttaliscndc von zierlichen Foliolcn, dic dan» in dcr Ruhe und Heiterkeit der sonnigen Frühstundc sich wicdcr entfalten und so wohlig a.ivdclmcn! Wic hochl'errlich alich zu jeder Tageszeit dcr Anblick dicscr Waldvc.ictation blcibt, so sind cs doch immcr die Morgcnstnndcil, wo das Bild am rcizcnd-stcn ist, wo dic grüncn Blättcr und farbi^cil Blüthen fast aller Gcwächsc am vcrguügtcsttn zli qlänzcn schrincn. Dcr vom Rcgcn dcs Abcndü odcr vom Thau dcr Nacht wunderbar erfrisch- KK33 her gingen der Wappenkönig, welcher die Insignicn dcs Orocns auf einem Sauintetkisscn trng, nnd der Tragcr des schwarzen Stabes. Dcr König erschien in dnnkelblancr sardinischcr Generals-Uuisorm uud ward von semen Ministern nnd Hof-Beamten begleitet. Die Königin nnd die Ritter erhoben sich bei seinem Eintritte von ihren Sitzen, und Viktor Ema-nuel ward zu einem rechts von dem Platze der Kö> nigin stehenden Staats»Sessel gcsühct. Die Königin zeigte ihm hicranf an, daß er znm bitter des Hoscnband - Ordens ernannt worden sei. Dcr Wap» penköuig überreichte Ihrer Majestät kniend das Ho-scnband, uno die Königin schnallte dasselbe nnter Assistenz des Prinzen Albert an das linke Vein des Königs, währcuo der Kanzler an diesen folgende Er-mahnnng richtete: „Zu Ehren des allmächtigen Got-tcs nno zum Andcukcu an den gesegneten Märtyrer, den heiligen Georg, binoc dieses edle Vand zn deinem Nnhmc inn dein Vein, trage es als das Sinnbild des höchst crlanchten Oeocns. nm es nie zn vergessen oder bei Seile zn legen, aus daß dn dadurch cr< mahnt werdest, mutlilg zu sein, lino auf oaß dn, sintcmcntalcu dn einen gerechten Krieg unternommen hast, fest stehen, tapfer kämpfen uno glücklich siegen mögest." In ähnlicher Weise überreichte dcr Wap> pcnkönig das Ordensband mit dem daran befestigten Vildnisse des heiligen Georg. Dic Königin hängte dasselbe dem »en aufgenommenen Mitglicde um, und dcr Kanzler richtete an den König die herkömmliche Ermahnung, Hierauf umarmte Ihre Majestät den König von Sardinien, welcher sodann die Glückwün« schc des Prinzen Albert, des Herzogs von Cam» bridge und eines jeden dcr übrigen anwesenden Ritter empfing. Simpson ist längst vom Oberkommando i,i der Krim abberufen, Cooringlon hat dasselbe crst kürzlich übernommen ; die „Times" haben daher nnter den englischen Oberfelohcrrcu Niemanden, an welchem sie ihre militärische Kritik Betreffs der Krim »Angelegen' heilen üben könnten. Sie wandten deßhalb ihre ^iebe (nach dem Spruch l^n» :u»lU cu5!i^>l dem französischen Oberfeldherrn Marschall Pelissier zu. Das Ci< lyblatt sagt dem Marschall seine Unzufriedenheit über sein dritlhalbmonatliches Nichtsthun! ganz unoerblümt Heralis. Man hat Scbastopol gewonnen und die Frucht dieser großen Kriegsthat nicht gestuckt; Omer Pascha läßt mau ohne Unterstützung in Asten opcrircu; Kiubnrn hat mau genommen, aber keinen Angriff anf Ehcrsou uno Nikolajeff gewagt; von Eupatoria aus hat man einen komischen Anlauf genommen und sich nach cincm einzigen Rcitergcsecht zurückgezogen; statt die Begeisterung dcr eigenen Truppen zu benutzen, hat man sie verstiegen lassen nnd uur dem Feinde Zeit gelassen, sich zu erholen, kurz „Times" hat des Stoffes gcnng, nm dem Marschall Pelisslcr ganz tüchtig den Sermon zn lesen. Ob der Sermon helfen wird? Da scheint freilich Pelissicr nicht der Mann, der sich von dem, was er vor hat. dnrch irgend eiu Journal, und wäre es selbst die „Times," abbringen oder sich zu irgend etwas, was er nicht vor hat, bewegen läßt. — Eine großc Kränkung hat dic englische Iour> ualislik dieser Tage dadurch erfahren, daß Lord Ln> cam. über den die Presse seiner Zeit wegen seines wahnsinnigen Ncitcrangriffs bei Balaklawa 2ll. Okt. v. I.) ganz tüchtig bergrfallen war, znm Oberst-Inhaber des 6. Hnsarcn» Regiments ernannt wurde. Schweden. In schwedischen Blättern wird davon gesprochen, daß die schwedische Regierung einen außerordentlichen Reichstag zu Anfang des nächsteil Jahres einbsrnfrn wird. nm über die gegenwärtige ^age des Reiches zu verhandeln. Neueste Post. * Die von der griechischen Abgeordnetenkammer Sr. Majestät dem König überreichte Adresse enthält folgende bemerlenswcrthe Stellen' «Mit dcr höchsten Indignation hat dic Kammer von einem die Würde des Königthumes verletzenden Vorfalle gehört; dafür hat sie mit Vergnügen gesehen, daß die für nothwendig erachtete Genugthuung hicfür gegebeu worden ist," Ferner: „In Erwägung der wahren Interessen des Landes hat die Kammer sich beeilt, die von Eucr Majestät erklärte und in dcr letzten legislativen Session angekündigte Neutralität auzunehmeu. Getren dcr von Encr Majestät eingegangenen Vcrpftichtnng und das Gefühl der Kammer ihcilend. ha! die Nation diese Neutralität gewahrt und wiro sk' streng uuo unverletzlich wahren." W.'i» ter wird die allgemeine Befricoignng über den mit der h. Pforte abgeschlossenen Hanoclsoertrag ausgc» sprochcn. Telegraphische Depeschen. * Parma, 8. Dczemb-rr. Das Staatsbudget für 18.'^ weist folgende Posten auf: Gewöhnliche Einnahmen: Lire 8,2ü7.:l70 Ecnt, 47; Auögaben: ^'ire 8.078.412 Ct. üli. — Außerordentliche Einnah, men! Lire 1.3l)2.33l Cent. 8; ebenso hoch sind die nußrrordcutlichcu Ausgaben gegriffen. Die Ernennung einer Kommission znr Eutgegennabme der Vcdiugnu. gen für den von der saroinischcn Grcnzc bis Piaccnza zu konzcssionirenden Eiseubahnbau ist erfolgt. (Oestcrr. Corr.) Vorliebe nach obcu aus, so lange die Kühle der Atmosphäre sie ilicht zwingt, sich dem wärmeren Boden anzuschmiegen, wie anf hohen Bergen ooer in den höhcrn Brcitcgracen des Nordens. Wie verschieden gegcn den Anblick des Forstes im nördlichen Amerika ist die Physiognomic des Wal> des am San Iouauflnsse lind nm Molagua, wo dic lwchaufsttcbcnocn Bäninc mächtlgcli Sänlen gleichen, welche Knppeln oder alisgcoehntc Baloachinc »ragen! llntcr dein BlätterDonl wanoclnd. tonnte man sich oft in anittc Tempel ocrscpt glauben. Atier die Sau-lcnknänfe uuo oic Kapitaler sind h,cr uichi toolcr Marmor und Granit, sondern lebende Dianen, b!u> mcnreiche Winden, niedlich gezeichnete Ipomäcn uno Loranthccu. Wenu hoch über dc,u Haupt des Wa!o> >wanocrcrS ein Luftzug die Flügel uno Fächer der Pal< Men uno die Ric>cnzweigc oer oaumartigcu Tropen^ gräser in Bcwcgnug setzt, da rauscht cs sc> seltsam feierlich >n diesen Wäldern — fast den Acolsliarfen« tönen ähnlich, wäbreno ein steifes nnd prächtiges Un« tcrholz von Agaven. Ananasgewächscn nnd Eacteen den Wanderer oft dnrch seine Dichtheit znm unbeweglichen Stillstrhcil zwingt. Wie mouoton lilw tralirig »vird dagegen dcr Waldcharakter all der Mündung des St. ^orenzslroms im lnitischcn Nordamerika, wo die Verkümmerung Des Bau'nivuchses nach obeu schon so anffallcno ist. wie in Skandinavien! Dommircuo trcleil oa die ciu> förniigeu Eonifercil, auf. iluo machen dcu wenigen ^nbbäumeu jcoes Plätzchen streitig. Dic Aeste seu-kcn sich mit den Spitzen tief abwärts nnd suchn, dic Wärme des Booeus. Die starkslc Entwicklung dcr Bäume ist nicht gegrn den Himmel, sondern gegen die Eroc gerichtet. Welch ein landschaftlicher Kontrast im Vergleich mit ocr unendlichen Mannigfaltigkeit dcr Gcschlccl'M- nuo der Arten in dcr Aeqnatorialzonc Amerika's! Dort im Norocn von Untcrcanada. a>l dem malerischcii Gra''.itfclscn des Saglicnay bcdeckeit in er-müoendcr Einförmigkeit nur gesellig lcbcildc Pflalizcu dcn Boden. Die tranrigste Kryptoga>:>cnfiora ist oft ganz vorherrschend. FIechte>l un? Moose iit inatlgiü' ucr odcr gr^ncr Faibc übl'r;i>,'!!e!l die Acstc der Tan-ncn und Zwergeichen wie cin WoUkleid dcn fricrcndcn Körper. Hicr in dcn Waldungen von Guatemala und Costa Rica trctcn selbst viclc ^anbbänme froncnartig anf. dic Zweige sehnsüchtig den Himmel nnd dic Souuc suchend, nm dic PlN'.isnen in dcu mauuigfnl-tigslcn und heitersten Gcstalt^n. Von Baum zu Banm, z^> rcichcn Kräi'zen sich verschlingend, bilden biegsame Dianen, Bignonien und P.issislorcil unabsehbare Guirlanden, ähnlich wie die künstlichen Nebengewinoc in der Lombardei. Das so, mcrkwürdigc und artcurciche Parasitsn. gcschlccht dcr Tillandsicu odcr „Haaranauasc" . wie Olcn sie verdeutscht hat. Pflanzn zur Zunft der Vro> mclicu gehörig, in den lMcn Tirfregionen Zentral« amcrika's, die lueist voil lilienarligcm Ausscbcn, ist in dcr ^oliisiana dnrch cine einzige in Massen uer« brcitctc Art vlrtrttei,, die haarartige '1'illimj« u,^ >,<'t,!sl<^, wllche in den Mississipviwäldcru bsi New» Orleans cinc so traurige Figur spielt. Wie silbcrqrauc Bocksbärte bängrn sie dort an dcn Acsttu dcr Zyprcs> sen und ^cbenscicheu lind geben der Gegend rin über' alls melancholisches Ausschm. Dasselbe Pfiau^cugc. schlrcht ist iu Zcntralamcrika vorherrschend, aber mcist illir dlirch Artcu vou dcr gra^ioscslcn Form vcrtrrtcn, balo mit den Blättl-vn hoch aufstrebend und nnr dic gckräuscltc Spitze senkend. halo strahlcuartig sich tins-ocbncnd wic grüne Sterne, odcr in dcr Forn, vou Vasen luio Kelchen den verschiedene,! Banmästcn anf. gc,ctzt, wic 7llll,üm n!^>l!lnl<,, ,-ulAu und l^ui^urcn oocr mit riescnarligem Schaft i,no unten banchiaen' drei bis vier Zoll breiten Blättern, wic die sogenannte „ftaschentragcndc Tlllandsic" ('l'iüi.m^il, u!>-i<^,!ull>)^ dcrcn in einander getriebene Blätter großc Säckc bilocn. das Rcgrnwasser anffangcu nnd dem Vogcl wie dem Iägcr nud Sammler in warmen rcgenloscu Morgcnstllndrn cin wahres Labsal gewahren. ^'olantblisartcn u,w Ipomäeu. lctzlcrc mit großen glockenförmigen Vlütbcn, oft tausendfach sich verschlingend, schmiegen sich dcn Stämmen an und klettern an ihnen rmpor. Dic Blättchcn ordnen sich zn den wun^crlichstcu Zeichnungen nnd Figuren, wie sic oic Phantasie ciucr Kaschemirstickcrin odtr cincs per« sischcn Arabcskcilmalrrs nicht zierlicher zil erfinden vermöchte. Blättcrlosc Bauhinicn hängen aus bcdcu-lciwcr Höhe uom Gipfel eines Baumes in deu Strom. Ost auch ziehen sie sich stnckartig vou Baum zu Bannt, manchen altcu Stamm am Stnrz hindernd nnd im hohcn ^anbgchängc das zierliche Takclwcrk dcr Frc-gattc nachbildend. Dcn reichsten Schmarotzerschmnck zcigcn bicr lncrkwüroigcrwcisc nicht die heißcu Ncgioncil der Ticfc. sondcrn jene Slufcn dcr Eordillcras. wo ewige Früh-lingstempnatur herrscht, und auf den Aestcn immer» grüner Eichen sich viele Schmarotzer der milden Zone mit dcn Schüngpftanzcu dcr Aeauatorial;one bcgcg-ncu. Dic schönste Parasitenfiora fand ich auf dcn Gchäugcu dcr Vulkangrnppe des Pacaya iu cincr Mccrcshöhc oon 4 — .'il)00 Fuß, bcsondcrs in jcncn Thalcinschnittcn.^ dic gegen dcn kalten Hauch dcr Nordwindc geschützt waren. Hicr prangcu dic vcr-schicdcucn Elchcnartcu iil den, fremdartig bunten Gc> waudc cincs erborgten ^anbschinucks. Zu dcn safti> gen Pothosgcwächscn der Tropen mit dickadcrigen. tntcnförmig gestellten Blättern gesellen sich nordische Kryptogamcnformcn. wäyrcno Hcliconicn mit ihren fl-nerrolyru Blülycnfchcidcu llud zartgrünen Nlcscn« blättern. Bromclicn uuo kleine, höchst bizarr gestaltete Palmen das prächtige Unterholz bilocn. Solche Walobilocr rcgcn yier zn seltsamen Be« trachtnngcn nnd Frage!, an, selbst wenn man frei oou allen rcligiöscn Eiustnssen den rcinen Standpnnkt als Nalurbcobachter t'cwabrt. War hicr nnr dcr blmoc Zufall thätig, ocr oirse Bänmc so herrlich zu gruppi» reu. oiesc TiUanosien zn so prächtigen Vasen zu for» men und dicse sarbcnschimmcrndcu Orchioecn in die Kränze dcr ^oranthccn nsto Ipomäcn so reizend ein» znwcbcn wnßle? Oocr war dcr großc Mcistcr der Schöpfung nicht uiclmehr absichtlich bemüht, dllrch die verschiedensten Mittel und Einflüsse iu dieser Pftan< zsnwelt etwas rccht Schönes uuo Annulthiges, cin Wcrl z»l seiner Frclidc und zur i.'ust uno Bewundc^ ruitg allcr Frcnnde des Schönen zu vollbringen? Waltet bei dieser räthsclhaftcn Schönheitstcndcnz dcr organischen Welt in dicscr Zonc irgendein bc> stlmmtcs und bcstimmbarcs Naturgesetz, das sich vom Aeqnator nach dcu Poleu, wo die Formen von dcr Mannigfaltigkeit und Anmuth zur Einförmigkeit und Plumpheit übergehen, allmälich mooisi^irt V Welchen Mustern entlchmcn dicsc süollchcit Gcll'ächse dcn nn. glanblichcn R'clchtyuin iu dcu Formen, Zeichnungen uud Farben? Wcr ordnete nicht inir ^ebeu uud Wach^tl)lln>, sonocru auch die Gruppirung. Perthci» Inng und Verbreitung der Parasiten zu cincr so wunderbaren Harmonie, daß sie dem Banmgrcisc. auf dem sie leben, zum Dank ein Kleid der Jugend lei> heu uud die moderne deiche selbst noch mit ihren schönsten Todtcnkränzen schmückcn? Der alte Baumkoloß antwortete anf l'cinc Frage die nach Philosophic roch. Abcr er frcule sich recht sichtbar scincs noch frischen ^'cbcus. Er kauntc dcn Wald uno scinc Bewohner vielleicht seit Iahrtausen» deu, abcr er war kein Augcnzlugc dcs lctzteu Schö> pfungsakts so wcnig wic sein Vater mw Großvater. Dic Bäume sind hicr viclleicht dic glücklichsten Gc. schöpfe Gottes, glücklicher uoch als oic Singvögel, dic mitten im Singen, Naschen nno Nestbau oft der gefräßige Schnabel dcr Falken uuo Geicr bedroht, während die lcbcudcn Vänmc im Nrwaloc alißcr dcm BÜt) nnd der Ansiedlcratt keinen Feind fürchten. Sie uegctiren fröhlich ohne Nahrungssorgcn, ohnc phi' losophischc Grilleil, ohuc polilischeu Weltschmerz. Sie fragclt nie nach dcr Vergangenheit und uach oem Warum, sondcrn frclirn sich nnr. daß sie vegc« tircn. Im Prachtklcisc seiner tausend schöncil Sprößlinge schallte der lwhc Balim auf dcu klcincn Fragrr stnmiu majestätisch hcruntcr, wic cin König uou seinem Thron- Druck und Verlag von I. v. Klciumayr ck F. Vamberg in Laibach. — Verantwortlicher Redakteur: F. Bamberg. Anfang zur Im^aHerSeitunH. Vörsenbrricht aus dem Adendblatte der östcr kais. Wiener-Zeitung. Wien l0. Dezcmder 1855, Mittags l Uhr. Dit Tendenz der Vürse war besonders in Devisen und Va-Inten günstig. Wechsel schlösse» «in l p^t. billiger offrrirt. Gold ist von !5 p i<2 ^rundentlast.-Oblig. N, Oest.i. zn 5 7, 7« -7« 7, detto ««derer Kr^nländer 5 7« 6l< -72 ^loggnitzer cl'lig. m. N. z» 5 7« ül '/,-i'2 5Dedenburger dcttu detto .. 5 7. l»0 7.-U<»7. Hc'chcr lelto detlo ., 47« !'2 ^2'/. ' Mailänder detto detto „4 7.. ftU - 8!» V, ^^tterie-Anlehe» vom Jahre lM4 22i»-!i!tt) detto detto 1839 >1V7. 'NU7. delto detto l«54 i»Ä -i»8 7, Va»ko'Obligalio»en zu 2 '/, "/, 5>3 7,^«^ Äank-Akti,» l'r. Stilck (ohne Vezng^recht) l>15-l»!8 . Oskomvtebank-Afti.n 8V-8l» V, Alli.n lcr s. f. priv, ösierr. Steals' (5is>nbah»gesell,chaft ^u 2<>!» st. oder 500 Fr. 33» 7.-338 7. Nordbahn - Altieu 208 7. ~2W V. Äiidwcis^iüj-GlNlüidner '^lb -^2 » Preßl'nrg'iyni. (j»isl>,l', 1. (3'iüissil,'» 18-20 d,stV' 2. „ »li! Primi! 2>'>—30 Dampschiff Altien <,37 - 539 dclto 13 (8l»!ssi>,'!! .'»14-5I«: dltlo des Lloyd 405 -415 Wientr-Danchsinichl-Altil!! i> 8 - - W Nordl'ahn dct!o 5 7.. 77'/. — 77 7^ Olo>,g»il)cr betto 5 7« 70-72 .Donau. Dampfschiff',r^-Vose 23 -23 7, Waldsieln'sche „ 25-25 7^ Keglcoich'schc „ !0^i<»7. Fürst Salm „ 40—40 V. St. Oeuoirs „ 3U-40 P^lfy „ ^ 40-4U-7, ^c. t. vollwichtige Dusatcn«Aü>o 13 7,—13 7. Telegraphischer Kurs, Bericht der Stc,at5paplcre vo,n ll, Hczcmdcr l855. Staatsjchulduerschrcibuüge» . ^» 5pitiol>al-Ä»leil)e z» 5 7« ft. in CM. 77 9/16 Dar!ll,c» »ut Vcllofu»^ u I. 1854, sin l00 fi. U? ^/4 Altisn der l. l. priv. österr. StaatSciseubahu- gescllschaft zn 200 st., voll eingezahlt 2ll8 st. B. V. mit iiiateiizahlung...... 3341/2 fl. Ä. V. Glnudentl.-Ol'ligat. anderer Kronländer s,8 1/4 Banl-Ättlen pr. Stii»t...... W.', ft, i» ^z^ M. Mlien der Niederösterr. iilocompt^Or- scllschast pr. Stück zu 500 il. . . . 447 !/2 st. in C. M, Alticn dcr .Nniscr Ferdinands-Nordl'ahn zu 1000 st> (5. M...... 2082 l/2 st m l?. M Aktien der Vndwcis^iiiz^nulildner Vahn zu 250 st. C. M....... 2>6 st in (i. M Mllcn der östcrr. Don.'.u-Dampfschiffsahrt zu500si.<^M....... 53!» si. iü C.M. Wechsel Kurs voin ll. Dezember 1855, Amsterdam fnr 100 Holland. Guld,. Rthl. i>0 i/2 2 Mcnal. Ailgodur^, für !W dulden ^«r. O'nld. 109 3/4 Vf. Ufo. Frankfurt a. M. (für 120 fl. südd. Vcr- einS-Währ.im24l/2st.Fuß,Guld.) 108 «/2 3 Monat. Hainl'urg, für »00 Mark Vanco, Gillden 80 1/8 2 Monat. London, snr 1 Psnnd Sterling. Gulden 10-41 3 Monat. Mailand, für 300 Oefterr. Lire, Gulden l 08 3/4 2 Monat. Marseille, für 300 ^rmiscüMlde» 127 3/8 2 Monat, Paris, für 30» Franken . . Gulden 127 3/l 2 M^nat. Vularest, für 1 Gulden . . . p»r» 25l 31 T. Sicht, st. /l. Vollw. Münz-Ducatcn . 13 1/2 l'r. l5ent. A^io. «old- nub SilberlKurs, vom 10. Dezember 1855. Brief. Geld. Kais, Münz-Dukaten Agio .... 1334 131/2 betto ^iand' detto „ .... 13 1 4 13 Ne»'l)leonS>or „ .... 8.31 8,30 Souvi.iinHd'or „ .... 14,51 14.48 FriedrichSd'or „ .... 844 8.42 Plvuiischc „ ., .... 8,5? 8,55 Euql, Sovereigns ., .... 10,48 10,4!> Ru';, IiiN'eriale „ .... 8,45 8,43 DolN'ie „ .... 323^4 323/4 Sill.ragio.........10 l/2 101/4 ^^Nk^ Kmscrlich-Königlich Wurzeln ^^?3HMM«Ä^W und gegen Tabafgeruch; es i!^ ein unübertreffliches Mitttel gegen krankes, leicht ! ", blutendes, chronisch entzündliches Zahnfleisch, Skorbut, besonberä bei Zecfahrens, >^^MI^^Wl ^ c g ^ „ s h <>» „i atische und gichtis ch e ZahnleIdcn, bei A u f l o ck e r n » g nud S ch w iuden ^ c r ' 7>zWl Zahnfleisches, besonders im vorgerückte» Alter, wodurch nxe besond,re ^'mpmidlich^it ^. ,l '^! d sselbcn gegen jeden T c m p c r a t n rw cchse l entsteht; es stärlt oas Zahnsteisch und bewirkt 'Ui^', festeres Anschließen d^r Zähne: es schuht gegen Z a h n f ch >n erz bei kranken Zäh n e >,, g,g/n ^, >,,,>,l,^, , ,bildung: es ertheilt dem Munde ei»e a»^eneh»,c Frische uild Kühle, sowio eiuen reinen Geschmack da eS den zähen Schleim in demselben auflöst und dieser dadurch leichter entfernt wir.', daher gl'sch,>>ack,,'erbefj>r!ld Di.ses Mundwasser ist srei von allen Säuren, Salzen oder sonst schädlichen Stoffen für die I,ih,ie, daher cö auch mit Portheil und Nn^u anhaltend gebraucht werden soll; vcn de„m wohlthätiger Wirkmlg möge als ein kleiner Veweis dienen^ daii s.it dem kaum vierjährigen Bestehen dieses Mundwassers i» 200 Niederlagen des In- nnd Auslandes der Absatz und V.rbeanch sich mel,r als um das Zelinfache gesteigert hat. Selbst von den höchsteil nnd hohen Herrschaften beständig mit Erfolg angewendet, auch von renommirt.n Aerzten verordnet hat dieses Mundwasser regelmäßig staunende Wirkungen hervorgerufen. Preis pi*. Flacon t 11. 2O kr. Vegetabilisches Inhnpnlvee von «ff. s». K"«z»p^ Zahnarzt nnd Privilegiums-^nhaber des ^,/^»k»s>»«»'!»»-M»»z«Z^'N»8<;z'8^^ in VZicn, Sr.,dt, Goldschmidczass.' ^^>. <»04. Es reinigt die Zähne derart, daß dnrch dessen täglichen Gebrauch nicht nur der gewöhnlich so lästige Zahnstein enlfernt wird, sondern auch die Glasur de>' Zähne an Weiße und Zartheit immer ;mummt. Eine Schachtel kostet 3»» lr. Die Niederlage von obige» beiden Artikeln ist in ^aibach nur bei Hcrrn Alois Kaisell, ,^,im Fel^narschall Radehky", so wic in (iilli bei (5, ,<^risver, in Görz bei A»elli, in Illyri^ch - Feistril) bei Josef Litfchan, in Klagenfurt bei A. Moire, in Triest beim Apotheker Nicovich und in Villach bei Mathias Fürst. Z. »67l. (5) 3 Gine Ansicht iibcr Zahnarzt Popp's ' 8 Anat her in-Mundwasser 1 ^ In unscrm ärztlichen Vcvcmcn und Zirkeln, w» cinc Daiunatur nbcr sc> virle Grhcimlnitttl M M lNl^gcsprochrn wird, läf^t man den, „Anall'erin - Mundwasser" vmi Popp, Zahnarzt in Wien, M W Stadt, Goldsckniio^assc ?ir. Wh, die il»n gebnhrendc Gerechtigkeit zukommen. Wir haben hier M ^ in Vre^Iau, wo selbes von Mel'rcren, nntnnter ftdr Nenoinmirten, näher nmersncht und dann ^ N selbst zum Gebranch enipfohlen wurde-, schöne Beweise dessen Wirksamkeit qesehen. Während so ^ M uicle andere Mnnd< und. Zahnmittel nur als eine Ausgeburt der Spekulation und Gewinnsucht AH Ml betrachtet werden. wird da« „Anatherin - Mlindwafftr" von allen Fachverständigeil, als ein nach H M rationellen nnd chemischen Grnndsä'hen qlncklieh kombinirtcö, verläßliches Zahn- und Mundmittel M M angeseheil iind belirtheilt. Im Allgemeinen baben alle dergleichen österreichischen Fabrikate einen "A "^ solidere,! Charakter, treten ansprnchöloser hervor, und erwerben sich eben dadurch balo ein ^ 3H anoauerndcs Vertrauen. ^ Z. i903. (!) dankt dem hohen Adel/ der hohen Geistlichkeit, den ?. ^. k. k. Militär- und Zivilbehörden, so wie dem ld^lichcll PllbilNlm für das bishcr geschenkte Vertrauen, ui^d empfiehlt sein gnt assortirtes Maschinen- nnd BnttenpÄpierHager, nebst allen erforderlichen Kmtzleireguisi'te^, und französisch-parentirten SchildMdb-Gchreibfedern zu möglichst billigen Preisen. Uluer Einem gibt er sich die Ehre, seine GewölbslokalVeränderung anzuzeigen, indem er das jehigc Lokale am yauptplatze Nr. 356 verlaßt, und jenes im vormals Grarr e'schen Hause Nr. ZA begeht, und bittet, ihm das blsher geschenkte Vertrauen in der Folge ange-deihcn zu lassen, welches zu rechtfertigen er stets bemuht sein wird. Laibach am 10. Dezember 1855-