»r, »«?, Vl'11, umeration«prel«: Im «lomptoil «anzj. «. il, halbj.fi. 5 »o. ffür bit Zustellung in« Hau« oalbi. 5«'lr. wilt dtr ilioft ganzj. fl. 15, halbj. fi, ? 5N. Montag, 11. September. ?«sllllon»8«bere Zeitungen — heißt eS in derselben — w:rden gut thun, sich den Satz: „Alle Nachrichten über Truppenbewegungen in a>,ew5rtigtn Glättern entbehren jeder Begründung" für ihrr Rubrik «Neueste Nachrichten" stereotyperen zu lassen, um ihn wöchentlich elmgemile wohlfeiler verwende» zu tonnen, als es bei den immer wiederlehiendtli Sensations elcurammen übcr .Tnippenbcwegmigen in Rußland" durch den gewöhnlichen Typtnsatz möglich ist. Gerade jetzt würde eine solche Vorsicht ihre guten Dienste lhun, da man hier aus wstenroftäischen Blättern abermals erfährt, daß die russische Armee nach den Wcstssrcnzc» und nach dem Süden befördert, d,ß die Reserven einberufen und sonst die er,laui,lichsten Kriegsvorbercitungen getroffen werden. Von all' dem weiß bei uns kein Mensch etwa?, oder wenn wirklich irgendwo im Reiche Truppen in Ge< wegung sind, weiß man sehr wohl, daß sie von einem Brigade» oder Divisions Erermium in ihre Garnisonen zurückkehret,. Wcnn wirliich Vorbereitungen zu einem Kriege in der Armee stattfänden, so würde man das im Auslande bald und genau wissen. Aus diesen Dingen ist bei uns ebensowenig ein Geheimnis zu mache,,, wie in irgend eimm der westeuropäischen Staaten. Man weiß z. B. hier genau, daß die Türkei Kar« vcsser be. festigen läßt, daß Synope, Trapezunt, Erzerum und alle die kleinen Kalchs (Forts) in Kleinasien stärker befestigt werden, man weih. welche Zahl von Nizams, Rcdifs, und Baschl.Bozuts aufaebolei, wurden, man weih, welche österreichische,, Reaimenter in der Nähe des ser-b «.türkischen Kriegsschauplatzes stehen, man wciß, daß /^ '"^" Armeecorps ebenso. etwas dcrart vorginge Namentlich /5,. * " ^ A und oeutsche Blätter einer gewissen ^" "l """"'^ sondere Vorliebe für rFis^e ^ ^^e eme^ Eoncential.onen an der Grenze zuhaben, um weniastens monatlich einmal eine Bedrohun, Europa's melden zu können. Diese Passion, m,t Rußland der Welt Schrecken einjagen zu wollen, ist um so merkwürdiger, als doch dieses Rußland nur ein Koloß auf thönernen Füßen ist und also überhaupt nie bedrohlich werden kann. Es herrscht in allen diesen Dingen eine gewisse dclectiermde Variation. Hat ein „Aufstand im Kaukasus" nicht lange vorgehalten, ist eine „Revolte bei den uralischen Kosaken" nicht ausgiebig genug gewesen, will e« mit einer „furchtbaren socialistischen Verschwörung" und wenigstens „300,000 verhafteten Nihilisten" nicht mehr recht verfangen, so kommt sofort wieder die „russische Truppenbewegung" an die Reihe, um wo möglich Europa denn doch die Ueberzeugung beizubringen, daß Rußland eigentlich ein recht böses und gefährliches Land ist! Unstreitig würde die russische Naiion in dem Stadium, welches jetzt die Vorgänge auf der Baltanhalbinsel erreicht haben, sehr erfreut darüber fein. wenn Kaiser Alexander sein „buitj p0 8V6mu!" (Dem sei sol) unter eine Mobili» sierungs.Ordre für die russische Armee setzen wollte. Seit 1812 hat sich wol in Rußland noch nie die allge« meine Stimme so entschieden, unzweideutig und vor allen Dingen so opferbereit für das Gewicht ausgesprochen, welches die russische Armee doch wol in die Wagschale der europäischen Dinge werfen könnte, als es gegenwärtig geschieht. Es ist das auch lein flackern und Flun« kern, elwa wie der Ruf: u, Berlin, ü, Berlin! zwischen einem Absynlh und einer Strophe der Marseillaise. E« ist eine tiefe und nachhaltige Entrüstung über alles das, was einige Millionen Mohamedaner den europäischen Christen, die nach Hunderten von Millionen zählen, anzuthun wagen. Rußland wird allerdings nicht so un« geschickt handeln, zum drittenmal« seit 1825 und 1854 allein das erzwingen zu wollen, was jetzt alle Groß» mächte gerne erreicht sehen möchlcn. Im Gegentheil beweist unsere Regierung durch ihre vorsichtige und um-sichiige Haltung, daß sie sich begnügt, j i^ug hFr lurz, auch der wachhabende Feldwebel l5i.. ^"es !^' um dem Fremden, der an dem An- zu" U" ^ °"b^s^„ Türken sich ergötzen will, den die ^ la"o en; l« man begleitete mich sogar bis ^slll^,, ' geräumigen Zimmer hin, in welchem bsterreichischc Gastfreundschaft genießen, und mit der kurzen Bcmerluua: „Da haben S' es. schauen S' es an", wurde ich am Eingang der Thür allein gelassen. „llg 86wm aiß'ikuw ^ muLlimiu!" (Friede über euch, o Rechtgläubige) warm die Worte, durch wclchc ich mich ankündigte — eine kurze Introduction, wie der Leser sieht doch ist es unmöglich, sich von der Ueber-raschnng'. Bestürzung, ja von dem wilden Auffahren einen Begriff zn machen, M't welchen, die sechzehn Männer moslimischcn Glaubens von ihren Strohsäcken aufsprangen, mir entgegeneilten und vor dem europä.sch gell'ideten Manne, der die nwhamcdanyche Begrußungs-form ertönen ließ, wie erstarrt stehen blieben. D.e t,efe Stille währte einige Secunden, endlich trat em Tschausch (Feldwebel), wie ich aus seinem nnlttärischcn Abzeichen ersah, a.l mich heran; cr faßtc nuch ms Auge. und als wenn sie sich alle verabredet hatten erhielt ich ein ein-stimmiges ^lMum 68 8Lwm" (Ueber dich sei Friede) ur Antwort. Diese Erwiderung bedeutet so viel, daß die Türken mich für ihren Landsmann und Glaubens-genossen anerkannten, und d,e ncene d,e nun folgte, trotzt in der That jeder Beschreibung. Umringt, umarmt, auf den Strohsack des Tschausch gelben zu werden, war das Werk eines Augenblickes Efendi, wo bist du gefangen worden? Woher kommst du? Wie geht's dir? Was ist neues daheim? waren die ersten Fragen, die der Tschausch als Senior an nuch richtete, während die übrigen ouutiiMLr« omnss itsnwjus ora tßußdknt, und ich mußte in der That alle meine Beredlsamkcit zusammenfassen, um den guttu Leuten begreiflich zu machen, daß ich lein Türke, sondern nur ^urlenfreund, auch lein Gefangener (trotz meines Ehestandes), sondern ein freier Sohn der Musen sei, der lange Zeit türkisches Brot und Salz genossen und nun aus Anhänglichkeit an das Land, wo ich soviel Gastfreundschaft erfahren, dessen hier in der Fremde weilende Kinder besuchen will, uni ihnen, da hier niemand ihrer Sprache kundig ist, nöthigcnfall« behilflich zu sein. „^Ilak ömürisr ^sruin st'snaim!" (Gott verlängere dir dein Leben, mein Herr!) fiel mir ein hart sich an nnch herandrängender Jüngling aus der Umgegend von Kars in die Rede, „dich hat der Prophet Hizo (Elias) gesendet; heute Nacht habe ich erst von meiner Familie geträumt, und es soll dir im Jenseits vergolten werden, wenn du mittelst einiger Zeilen den Meinigcn Nachricht geben wolltest." Selbstverständ. lich erklärte ich mich sofort bereit, dies zu thun, doch der Tschausch gab dem Zudringlichen einen Verweis und ersuchte mich, lieber von den Vorgängen auf dem Kriegs« fchauplatze und in Konstantinopcl etwas zu erzählen, was ich denn auch that, so weit dies in meinen Krüf-ten stand. Der Anblick wie die kleine Schar in einem eng gcfchlossemn Cirtcl athemlos mit der größten Spannung zuhörte, und wie die etwas lebhafteren und jüngeren Mitglieder beim Anhören der Erfolge Kerim Pachas tief aufseufzten oder durch Ausrufungen von ^ uamäu äilllli! (Gott sei gelobt!) und ^ ^"»/^ (O Gott!) ihre innere Begeistcrnng verriethen, war 5n^ zückend schön. Ich erzählte von kleinen ""d ^ob"^^ Wichtigen und nebensächlichen Dinaen, ""d ^"^^ zehn ich es, daß während meines ^°""^" welche die Cigarrctten vor mir armen Kerle aus dem theils "be"'»^ ^ gesparten Tabal bereitet hatttn, .m ^ ^ ^ m ncn K abe der ""Mi hnßt bei mir hatte, so e^ß die s°nie 5l«t von LkblosuMn sich über ihn. 1624 sten Theile unseres Heerwesens, mobil gemacht werden kann, die Berechnung der ungeheueren Entfernungen, sowie der schlechten Wege, die jetzt von den Eisenbahnen aus den GeneralstabscalculS escamotiert worden ist. Gott möge uns vor einer Probe auf diese Rechenexempel bewahren! Rußland verlangt wahrlich nicht darnach — scheut sich aber auch nicht davor, wenn seine Ehre und seine Interessen bedroht würden. Also für heute noch» mals: „Die Nachricht westeuropäischer Blätter über Truppenbewegungen zu anderen als Uebungszwecken können auS best« Quelle als unbegründet bezeichnet werden." Zur Friedensfrage. Angesichts der diplomatischen Action, welch« zur Herstellung des Friedens in Konstantinopel eingeleitet worden, ist insbesondere die eventuelle Haltung Englands Gegenstand eingehender publicistischer Erörterung. Im allgemeinen befestigt sich die Auffassung, daß das Cabinet von Sl. James dem Umschwünge, der sich seit dein Morde der Consuln in Salonichi und seit den Be» richten über dic Niederwerfung des bulgarischen Auf< standes in der öffentlichen Meinung Englands voll« Men, Rechnung tragen und die Reserven, die es der Polilit dcs Drei.Kaiser-Bundes entgegengesetzt hat, nach den Bedürfnissen deS Augenblickes modiftcieren werde. Ein Nrtilrl der ..Schles. Ztg." setzt die zahlreichen Gründe auseinander, die zu einer solchen Voraussetzung berechtigen, und verweist gleichzeitig auf die so maß« volle und blmdestreue Haltung Rußlands, um der Hoff» nung Ausdruck zu geben, daß sich in der Friedensfrage ein vollständiges Einverständnis der europäischen Mächte werde erzielen lassen. „Wie eine in dielen Tagen telegraphisch ergangene officiöse Kundgebung constatiert — schließt das genannte Blatt, — geht das Cabinet von St. Petersburg trotz alles dessen, waS sich inzwischen vollzogen hat, materiell auch heute nicht über diejenigen Forderungen hinaus, denen die berliner Conferenz unter Zustimmung des gesammten Europa, mit einziger Ausnahme Englands, Ausdruck gab, formvg,lä svsut (einen ungelegenen Zwlschenfall, wie der 1827 vom englischen Admiral Codrington mit-erfochtenen Seesieg über die Türken und Aegyfttcr bei Navarino in einer englischen Thronrede genannt wurde) betrachten, das alle bisherigen Bemühungen zur Wieder» Herstellung des Friedens vereitelt? Wir glauben nicht, daß dieses die unausweichliche Schlußfolgerung ist, und in der That fehlt es nicht an Gründen für die Ansicht, daß der Ausgang deS Kampfes vom letzten Freitag die Vermittlung der neutralen Mächte unterstützen muß. ES waltet noch einiger Zweifel ob über die wirkliche Be deutung der Schlacht, die gewonnen und verloren wurde, aber wie man sich auch bemühen mag, deren Bedeutung abzuschwächen, so muß sie doch die FriedenSpartei in Belgrad ermuthigen und die Kriegspartei entmuthlgen. Am Tage vor der Schlacht unterzeichneten alle Mitglieder des ständigen Skupschtina-AusschusfeS eine Deukschrift für die Fortsetzung deS Kriegs, und es ist nicht un. wahrscheinlich, daß sie heute fast ebenso einmülhig auf der anderen Seue stehen. Die Zerben scheinen leine Leidenschaft für Kriegsruhm zu besitzen. Die Türken ihrer, sells dürfen offen dm Anspruch erheben, daß sie ihre militärische Ueberlegenhelt bewiesen haben, und ihrer Ehre ist genuggethan. An der Diplomatie ist es nun, den türkischen Stolz vor Ueberhebung zu bewahren. Die schwerwiegenden Gründe dafür, daß die Pforle ihren Vortheil ja nicht zu weit verfolgen sollte, bestehen nach wie vor fort."______________________________ Vom Kriegsschauplätze. 7. September. Ale finac, d. h. die Stadt und die Werke auf dem rechten Morava-Ufcr, befinden sich noch in den Händen der Serben. Die Position ist zwar, wie man aus Nlsch vom heutigen Tage telegraphisch meldet, zum größten Theile geräumt, doch haben vier Redouten der Westfront das Feuer noch nicht eingestellt. Wir habcn schon einmal betont — schreibt mit Bezug hierauf die „N. fr. Pr." — daß die Serben Alcxinac nur noch halten, um ihr Kriegsmaterial in Sicherheit zu bringen, ihren weit bis nach Knjazevac vorgeschobenen linken Flügel zurückzuziehen und überhaupt, um Zeit zur Verstärkung der weiter rückwärts liegenden Stellungen von Deligrad und Luprija zu gewinnen. Die Türken rücken, wie man uns aus Nisch berichtet, langsam auf dem linken Morava-Ufer vor, doch scheint ein Theil der Armee auch vor Alexiuac geblieben zu sein, da täglich Recoguoscierungen stattfanden. Es mag nun nicht ohne Interesse sein, zu erörtern, was wol die Türken nach ihrem glänzenden Siege vom 1. d. thun dürften, d. h. ob sie trachten werden, Ale-xiuac und Deligrad zu nehmen, oder ob sie es vor. ziehen, ohne Rücksicht auf dkse Befestigungen ihre Of. fenstvc über Krusevac gegen Kragujevac fortzusetzen. Der Umstand, daß die Türken am 1. d. die Serben bri Alexinac entscheidend geschlagen haben, ferner die von allen Seiten wiederholt und übereinstimmend gemeldete Thatsache, daß die serbische Infanterie nicht einmal hinter deckenden Schanzen einige Widerstandsfähigkeit besitzt, daß deren Verwendung im freien Felde daher ganz undeutbar ist, endlich daß die serbische Artillerie allein, trotz ihrer vorzüglichen Bedienung, nicht imstande wäre, eine Schlacht im offenen Felde zugunsten der Serben zu wenden — diese Beobachtungen enthalten ebenso viele Gründe, welche für die weitere Vorrückung der Türken auf dem linken Morava-Ufer gegen die Hauptstadt und den Hauptwaffenplatz des Landes, Kragujevac, sprechen. Für diese Operation würde endlich noch der Umstand sprecheu, daß die Türken, wenn sie direct gegen Kragujcvac marschieren, die Morava nur einmal, bei Kruseoac, zu überschreiten hätten, während wenn sie Deligrad augreifen und dann über Paracin-Tuprija auf Kragujevac rücken wollten, sie den Fluß zweimal passieren müßten. Weun die türkische Armee den directen Vormarsch wählen würde, so könnte ihr Tschernajeff bei dem Meine Seele! Mein Herzenswinkel! Mein Engel! Mein Diamant! wurde das Kiud in Nnatoliens harter Mundart angesprochen; jeder wollte es auf den Kuien haben, jeder herzte es, uud im Zwielicht der Abenddämmerung kounte ich oft eine Thräne entdecken, welche über die soimgebräunten Wangen dieser Krieger herablicf. „Ah Efendim," redete mich ein ungefähr in den Vierzigerjahren stehender Mann auS SiwaS an, „du kannst dir es kaum vorstellen, welch unsägliches Elend über unsern Kopf hereingebrochen ist. Wir bildeten die äußerste Spitze der slngriffscolonne am Tage unserer ^tsangtnnahme; im Feuer des Gefechtes waren wir PlotzUch ln eine muldenartige Verliefung gelangt, und als ^/ulverdampf sich lichtete, gewahrten wir zu unserem ^- ^"«?^ Montenegriner auf den nächsten Anhöhen, n ^t «m ,^"^"°Ue über uns herfielen so daß wir ^? Uuml v°" s^„ Waffen Gebrauch machen tonn. ^ ,nnnn«< 5 "^" Ueberzahl der Feinde wäre dies . s?-« ^,Ä? "^"!- 2« war überall ei« grauen, bwen lieber den Tod vorgezo. gen, als das schreckliche Schauspiel mit auzuseheu. Da mußte lch unter anderm zusehen, wie me^ und Schwager, die verwundet auf der Erde laa7n die Köpfe in der herzlosesten Weise abgeschnitten wurden der eine laßt zwei solche Knaben, wie dein Rustem ist daheim als Waisen zurück, der andere noch mehrere. Doch ^Uaii ralimst ^isLm!« (Gott habe sie selig!) Sie waren so glücklich, äclisliiä (Märtyrer) zu werden, und uns ist dieses ttaurige Los beschieden!« In dieser Weise ging es eine gute Weile fort, jeder wollte mir seinen wäre es mir gewesen, hätte ich einige Mitglieder lenes berüchtigten „EnlrüstungS-Meetings" an me.ner Sette gehabt, um ihnen zu beweisen, wie groß der Abstand zwischen dem Naturell tines echten Türken und der Wahr- scheinlichkeit der sogenannten „UuiFariim atrooitißL« sei. Der weitaus interessanteste Zug meines Besuches war jedoch jene Wahrnehmung, die ich hinsichtlich der Auf. fassung dieser Leute von den politischen Wirren in ihrer Heimat machte. Nach ihren Begriffen sind Montenegri. ner sowol als Serben „^si" (Rebellen) gegen die Autorität des Sultans und müssen als solche bekämpft werden. Vom heimatlichen Herde, vom Pfluge und von der Herde weggerissen — denn diese Leute sind meistens Redifs — war es wol ein hartes Los, nun in den Kampf einzugreifen; doch Mu« und „Miiot" (Olaube und Nation) haben eine gar zu mächtige Anziehungskraft, um dem Aufgebote deS Padlschah mcht allsoglcich Folge zu leisten. Weib und Kind, Haus und Hof, alles wird bereitwilligst verlassen, wenn eS sich um die zwei erwähnten Dinge handelt. Es war schon spät abends, als tch mich von den guten Leuten trennen konnte. Ueber ihre Existenz in Kla-genfurt befragt, konnten sie sich nicht lobend genug über die ihnen von österreichischer Seite zutheil gewordene Gastfreundschaft aussprechen. Unser Eomm.ßbrot fanden sie vortrefflich, nur unser Pilaw ist ihnen nicht fetl genug, und was ihnen am meisten abgeht, ist der Tabak, dessen Preis mit der karg bemessenen österreichlschen Löh. nung in einem argen Mißverhältnis steht. Auch auf die Religion kam die Rede, und da leiner dieser Leute einen Koran bei sich hatte, so war es wol leine allgewöhnliche Scene, als ich die Sure: ,Nu2. lswiiuk Iska —" (Fürwahr, wir haben dir einen glänzenden Sieg be. stimmt u. s. w.), soweit ich es auS dem Gedächtnisse imstande war, vorsprach, welche die Leute mit wahrer Andacht nachbeteten. Nur mit Mühe konnte ich mich von ihnen losmachen, und von ihren Segnungen geleitet, eilte ich dem Hotel zu." otalen Mangel einer fcldtüchtigen^ Infanterie nicht bel-kommen, sondern müßte eiligst Cuprija zu gewinnen suchen, um von diesem doppelten Brückenkopf auS einer-eits Kragujevac und andererseits die Straße nach Belgrad zu decken, während den in Alexiuac und Deligrad zurückgebliebenen Besatzungen die Aufgabe zufiele, die Nachschubslinien der türkischen Armee zu beunruhigen uud deren Proviant- und Muuitioustrausporte aufzu-hebeu. Diese Gefahr ist übrigens auch die Ursache, welche die türkische Heeresleitung verhindern dürfte, auf den dircctcn Vormarsch gegen Kragujevac zu verzichten. Würde die türkische Armee in Serbien so vorgegangen sein, wie andere Armeen im Kriege, so wäre die Möglichkeit vorhanden, die Truppen durch Requisitionen aus den occu-pierten feindlichen Gcbictstheilen zu ernähren. So aber führeu die Serben alle ihre halbwegs transportablen Vorräthe mit sich weg, und was etwa noch übrig bleibt, wird von den Baschi«Bozuks und Tscherlesscn den Flammen übergeben. Die Folge hievou ist, daß die türkische Armee gauz und gar auf den Nachschubsdlcnst äuge-wiesen ist und daher nur eine sehr geringe Opcrations-fähiglcit besitzt. Diese Umstände werden die türkische Armcclcitung zwingen, vor Deligrad llcbcu zu bleiben uud dessen Besitz abermals durch große Opfer an Mcn-scheuleben zu erlaufen. Weun die türtische Armee stärker wäre als sie ist, so könnte sie sowol vor Alexinac als vor Deligrad Beobachtungscorps zurücklassen, denen auch der Schutz der Verbindungslinien der Armee mit Nisch zufallen würde. Zu ciuer solchen Thciluug dcr Kräfte ist jedoch die Armee Abdul Kerim Paschas zu schwach, uud so dürfte deuu dem Generalissimus nichts anderes übrig bleiben, als in erster Linie durch eine» zwischen Alexiuac uud Deligrad zu effectuiereuden Morava-Ueber-gang das rechte Ufer dieses Flusses und dic diese beiden Orte verbiudeude Straße zu gewinnen, wodurch Horva-tovii zur Räumung von Alexiuac gczwuugcu würde. Ist dies geschehen, so müßten die Türtcu einerseits Kruäevac gewiuuen uud befestigen, um ihre liuke Flanke gegen serbische Angriffe vou dcr oberen SerbstarMorava zu decken, uud daun die Position vou Deligrad womöglich so angreifcu, daß nach dcreu Bewältigung es Tschcr-najcff uumöglich gemacht würde, über Razany uach Paraöill'Euprija zu entkommen. Politische Uebersicht. Uaibach, 10. September. Se. Majestät der Kaiser traf am 7. d. M. von Feldsberg in Wien-Schönbrumt ein m>d begibt sich nach kurzem Aufenthalte nach Siebenbürgen. Aus Hei-mannstadt einlaufende telegraphische Berichte bestimmen die Ankunft Sr. Majestät daselbst auf Sonntag den 10. September. Der „Budap. Corr." zufolge sollen die Verhandlungen mit der Nalionalbant zur Lösung der Banlfrage erst am 8. Oktober ihren Anfang nehmen. Bis dahin dürften keinerlei schriftliche Mittheilungen seitens der Compaciscenten ausgetauscht weiden. AuS Sem l in werden abermals Verhaftungen ge» meldet. Einer tm Verhafteten, Progovit, wird als Correspondent deS „Glas Eernagorca" bezeichnet; ein zweiter soll der Redacteur des „Graniöar", Pavlovlö, sei". Beide wurden, wie die „Pester Corr." berichtet, unler Escorte nach Petrmja gebracht; derselben Quellt zufolge sollen sie deS HochverralheS beinzichtigl sein. Die Arbeiten der Eliquete'Commisslon in Deutschland über die Patentgesetzgebung haben ein über Erwarten günstiges Resultat gehabt. Am Samstag del, 2. d. M. hat die Commission ihre Thätigkeit beendet und heute ist es bereits beschlossene Sache, daß das Pa-tcntgesctz schon in der Herbstscssion deS Reichstages vorgelegt wird. Der Präsident der französischen Republik, Marschall Mac Mahon, hat am Dinstag in Oeglci-tung des Kriegsministers, General Berthaut, seine militärische Rundlour angetreten. Vor der Abreise des Marschalls wurde im Ministerralhe vom Montag ilber den scandalösen Vorfall bei dem Begrübnisse F6licien Davids zwar nicht officiell verhandelt, doch spräche" mehrere Minister privatim ihre Mißbilligung übet das Verhalten der Militärbehörde aus. General Verthaut wird außerdem durch ein Rundschreiben die CorpS^ Generale zur Beachtung des Gesetzes vom Messidor des Jahres XII auffordern, welches die beim Begräbnisse von Mitgliedern der Ehrenlegion militärischerseilS z" beobachtenden Ehrenbezeigungen genau festsetzt. — SämlN^ liche Präfecten, in deren Departements am 1. Oltobtl, Ersatzwahlen für die Kammer stattfinden, wurden tA graphisch nach Paris beschicken und ihnen die streng»" Neutralität zur Pflicht gemacht. , Die angekündigte Broschüre Gladstone's über d" Orlenlfrage und die englische Politik ist erschieß Der angesehene Staatsmann schlägt eine ziemlich "" cale Kur vor; England müsse im Vereine mit den «'' deren Mächten auf die Autonomie Bosniens, der t>" zegowina und Bulgariens Hinwirten, da nur h^"" der Erneuerung der türkischen Greuellhaten vorgeveuu werden könne. — Der „Globe" erklärt sich für erma« tigt, das in einem londoner Blatte veröffentlichte " rücht, Sir Henry Elliot solle demnächst den , Odo Russell zum Nachfolger erhallen, ln Abrede 3 stellen. 1625 Die Unruhtn n Pest fUr da« dortige deutsche Theater engagiert. — Zwei wei» tere Nelannle: Frl. v. Iauuschofsly und Herr Kapellmeister Del in, wurden für die heurige Wintersaison an das Theater a. d. Wien engagiert. », ^ (türkische Kriegsgefangene.) Dreißig in «lagtnfurt interniert gewesene türkische Kriegsgefangene trafen Samstag nach», in Laib ach ein und wurden mit dem nächsten türMchen HiÄ«''°^"' ""ll'bll sie M) unter Führung eines lullten Qfs,z,«l« auf emem dalmatiner Lloyddampfer nachA n- tivari einschifften. Der Zufall fügte es, baß mit demselben Dampfer auch der montenegrinische Senator Mattanovit die Reise nach Lattaro machte. — (Prob ef » hrt.) Am 6. und 7. d. M. fand die com« missionelle Probefahrt auf der neugebauten Cisenbahnftrecke Di-vazza - Pola statt. Die Commission leitete in Vertretung des Herrn Statthalter« von Trieft der Herr Stalthaltereirath Ritter v. Rinaldini, und gehörten der Commission als Mitglieder fol, gende Herren an: Vonseite der lciest«.r Stattholterei Vauralh Ricci; nonseiten der l. l. Generalinspection der österreichischen Eisenbahnen die Herren: Lamillo Gerstcnbrandt, Inspector, und v. Eisenbach, Lomnnssär; von der Direction für StaatSeisenbahn-bauten Herr Gustav Platte, Oberingenieur; vom Vau-Ilisveclorate Herr Oberingenieur Millemolh; von der Finanzbchörde Ritter v. Rainer, Finanzoberinspector; von der Slldbahnges'llschaft die Herren: Verlehrechef Zanellato, Nahnverwaltuiigs-Inspector Hai» nisch und Zugbefürderungschef Bremdl. Die Eommi85—> — Korn „ 617 6 30 Eier pr. Stück — 2j------- Gerste „ 4 55 4 65 Milch pr. Liter - 8------- Hafer „ 3 25 3 87 Riubsteisch pr.Klgr. — 50------- Halbfrncht „ -------6 40 Kalbfleisch „ —48------- Heiden „ 6 — 6 13 Schweinefleisch „ — 58 — — Hirse „ 4 55 46? Schöpsenfleisch „ -28------- Kulurutz ,. 5 40 5 94 Hähudel pr. Stück — 35------- ErdäPfel100Kilogr. 4----------- Tauben „ — 16------ Linsen Hektoliter 11----------- Heu(ncu)100Kilog. 2 62— . Erbsen „ 10----------- Stroh „ 315------- Fisolen „ 8----------- Holz, hart., pr. vier Nindsschmalz Klgr. - 94------- Q.-Meter-------8 — Schweineschmalz „ — 82-------— weiche«, „-------5 — Speck, frisch „ - 66------- Weln,roth.,100Lit.-------23 — — geräuchert „ — 75------j — weißer, „ -------20 — Angekommene Fremde. Am 9. September. Hotel Vtaltt Wien. Mandl, Geschäftsmann; Enzinger, Fabrikant; Meister, Geringer, Me.; Dr. v. Pflüger, Mediziner; Polaneh, Seclionsratb im Handelsministerium, »md Lliw, Wien. — Schonta mit Frau; de Camina, Nes.; Majer, Comp-toirist; Köhler mit Schwester, und Dr. Moser, Gymn.'Pro« fessor, Trieft. — Neumann, OberappeUntionsrath, Dresden. — Friedmann, Neis., Pest. — Dr. Garelli. Italien. — Loniar, Hdlsm., Monfalcone. — Furtner, Schauspieler, üaibach. Hotel Elefant. Dominco, Masera und Gebrüder Pagliaruzzi, Karfreit, — v. Santi, Aichmspector, und Calafat, Trieft. — Herlinger, Sittich. — «lau, Kanischa. — Primitz, Graz, — «raus, Sagor. — Tunller, Professors-Gattin; Haufen Ma» rlanna, und Uubatscher, Wien. — Nratit, Marburg. — Maj« nil, Adelsberg. Hotel Europa. Kanzler, Major.Audltor, Wien. — Kordin, Klagenfurt, «ohren. G. »elher, Nes., und Maria Nelher, Besitzerin, Kram. — Gauer, Lehrer, Graz. — Schupeuz, Trieft. — Schober sammt Frau, Dalmatien. — Garin, GÜrz. - v. Laudis, pens. Hauplmann, Laibach. Vaierlscher Hof. Valeuiiö, Dorneg. — Böhm. Cilli. — Vene. dig. Prof,. St. Paul. K'ottoziehlmg vom 9. September. Tricst: tt4 70 44 22 30. Meteorologisch! BeobachtUM» in Laibach. ^ -l N ft - ^^H ______I^ "2 3___^______________« " ^"üi 7U.Mg. 728.5l > 6.» windstill, Nebel 9, 2 „ N. 729.87 ^15., windstill ganz bew. "" 9.. Ab 731.75 ^.,0.4 jNO^schwach größth. bew. ^gen 7U.Mg, 733 oo -f- 9,« NO. schwach ganz bew. ^^ 10. 2 „ N. 732.7g ^16.o NW. schwach zieml. heiter «?" 9^ Ab. 735.41 >1I.» < O. schwach ! Regen > ^"' Den 9. meist bewölkt. Nachmittags drei Uhr Strichregen mit ein paar elektrischen Entladungen. Den 10. Aufheiterung. Gegen sechs Uhr abends zunehmende Vewiillung. Regen. Da« vorgestrige Tngesmittcl der Wärme ^-10-8», das gestrige -^ 12 4«-beziehungsweise um 4 2° und 2 4' unter dem Normale. Verantwortliche Redacteur: O l t o m a r V a m b e r u. VoNMvMM. A^' ^September. Verli» sendete tiefere Course. Anlaß genug, um ---------!----- verstauten daher auch etwas, während Devisen und Valuten sich versteiften. '!^«,l°umg°ug zu einem genügen zu gestalten. «U > «ente i.....N N. N"' «""«.n.e : -! ^n ?z!3 Lose, 1829........LbU - 2L^ » ?A4........Ibl... IHH.^ - 1A0 ---..... 112- 112 ?b , 1860 zu 100 fi. ... ii?.^ 117.^ " ^./ ^'. / ' - - - l80 50 131-Dsmilnen.Pfanbbriefe .... 14z« ho 149.^ Prilmiencmlehen der Gtadt Wien 9k>l>0 96 — l)onau.sle«ulierunge«Lose . . 10b 7b 106 - Un«. Eisenb°hn°Aul.....200 50 101 Unß. Prilmien-Nnl. ..... >2^0 72 H0 «ienn «ommunal. Nnleheu . 94 25 34 50 «ttie» >«» v<»le». «ngl«.V»n,........7S'»b 7250 Vanlverein........b7— «0 — VedtNMtzwwV^l ..... —,-- ^ ü^ lreditanfialt........ 145 50 I4si 70 «reditaustall, ungar..... 122 — 122 3b Depositenbank.......— -_______-__ LScomvlellnftnlt . . . ^ ' ^ 6L3— 669 — ßillnc«,.Vanl .... ^ _ _ . »iutionlllbanl ....'' 858 — 854 — . '. . 157-- 158-umonvaul . . . f^«. «l> ^« «erlehrsbanl ...'!'.' hg.^ U? «ctieu v«n Transhort-N«ter»e»-mn»»«e«. Nlsizld'Nllhn........105 7b 106 — Karl-Ludwig.Vllhn.....203 - 8032b EN?WV'?-^^"°" ^9- 371-^»»illvlly-^tftbllhn . . . I6U- >«s>.^^ «elb «v«re Ctaatsbahn........28U— 283 50 Südbahn.........76f0 7675 Theiß-Vahn........ -._ 175.^ Ungarische Norbostbahn . . . 10375 104 — Ungarische Oftbahn.....80 25 30 75 Tramway-Tesellsch......1,150 1,2 — vangeseUschaste». Nllg. llfterr. Vaugesellschaft . . -.» ^..^ Wiener «augesellschaft..... ...^ ^..^ Pfandbriefe. «lllg. »fterr. Vodencrebit . . . 104.. iyh.^ dto. in 93 Iah«n 89 7b 90 - Nationalbanl U. W.....8770 9780 Ung. Vobencredit......86 80 8k'b0 Pri«rtt3te». Elisabeth.««. 1. «M..... 88'50 89 .^ »erd..3lorbb.«G....... 102 ?h i()8-— strl,n,«I°^vb"V....... 98»._ yg.25 Glll. Karl.Ludwig-«., 1. «m. . 97 K0 98-— Oefterr. N°rdweft-V. . , , «6-50 87 - Sieb,nl>iirl,er....... Y2 __ ßz.zh Vtllnlebahn........ 1bL— 1HZ — Geld «v«, Gildbahn 5 8«/.......11475 115 - 5»/.......»440 94 60 Südbahn. Vond«.....—- - --— Ung. Oftoahn.......61'— 612b Prl>«tl«le. ««bit.«..........162 50 163 — Nubolf««L.........13 50 14 7b Wechsel. Augsburg......... b8 6N 59— Hrcnlfurt......... 58'80 59 — Hamburg......... 5880 59— London ......... Illi 30 121 7U Pari» ......... 47 db 48 — Geldsorte». Dncate« .... bft. 83 lr. b si. 85 lr. »lapoleousb'or . . 9 ^ 70 ^ 9 „ 71 » Deutsche Reich«. banlnoten . . . b9 „ 45 ^ 59 ^ b0 » »Über .... 101 » 60 »101 » 70 » Krainische Vrundenllafiungs-Obliglltion«, Prwatustiernul,: «eld V0 —, W«u, —'—