Verwattultg: XntbbauSgasseRr. 5 . V— *^2T fl ■•••*• °-~ r-> die l'oit bqoßcs: ;«d . . . >. t.M ftät'f ~?lu«tnn> erhobn (14 »it *aii!i«gcl>ll|irRiin tu DüCtTdt H^cKniniift-iikfcilAtnu P»stspi>rca»i«»<>ioiu« smjwo. Schriftt,it««g: «atkhausgasseNr.^ lHommrr'Iche» Ept«chk»»»e: Tlijlich imit ■itiubme btt S»»»- ». ftflrt-!»«?> ton i—S llhr nachm. Handschrift«» Wih« nicht tartiijtqrttii; B «ttacges - Vti L>>«drrdol»»gk» rrci»-»»chl»s«. tu „ii«t((t< Sacht" eilchet»' yttii Cmntoa «nd D»ni>«r»t»g Ar. 59 Anfang und Ende einer liberalen Ulahlbewegung. Im Jahre 1891 wurde in Steiermark ein Teutsches VerttauenSmänner-Collegium aufgestellt, irelcheS freilich seitdem verschollen ist. Dieses Collegium, an dessen Spitze der Grazer Vicebürger-meister Herr Alexander Koller steht, sah sich nun aus später zu erörternden Gründen veranlasst, für den letzten Sonntag nach Graz eine Versammlung einzuberufen. „um anläßlich der bevorstehenden Landtagswahlen, sowie der bestehenden Partei-Verhältnisse auf die deutsche Wählerschaft aus-klärend zu wirken." Hiezu waren vorwiegend die Bürgermeister unmittelbar wahlberechtigter Städte und Märkte eingeladen. Aus dem Unterlande hatten dieser Einladung olge geleistet die Bürgermeister von Cilli. Pettau, ochenegg, Windisch-Feistritz und Mahrenberg, aus Cilli auch der Obmann deS Deutschen Vereines. Herr Rechtsanwalt Dr. v. I a b o r n e g g. AuS den übrigen Theilen des Landes waren ziemlich viel Geladene erschienen, die Nichterschienenen halten ihr Nichterscheinen brieflich und drahtlich entschuldigt. Tie Versammlung verlief nach den uns zugekommenen Berichten in folgender Weise: Herr Vicebürgermeister Koller erklärte nach einer kürzn, Einleitung, dass das Collegium nicht auf die Wahlen in den einzelnen Bezirken be-stimmend eingreife, nur Hilfe leiste, wo solche r.ölhig sei. Hierauf wurden die Entschuldigung»^ schreiben verlesen. Darunter heben wir in erster Linie jenes deS LandeSauSschusseS Dr. Reicher hervor; es lautet: Geehrtes Vertrauensmänner-Collegium! An der Sonntag den 19. l. M. stattfindenden Parieiconferenz bin ich schon aus dem Grunde nicht in der Lage theilzunehmen, da ich zur selben Zeit in Weißkirchen in einer schon früher von mir anbe-räumten Wühlerverfammlung sprechen muss. Nach meiner Ansicht, die ich im Vertrauensmänner-Colle-gium auch vertreten habe, wäre wieder ein Parteitag einzuberufen gewesen, nachdem dieses vor süns Jahren auS einem solchen entstanden ist. Aus die Änastasuis Grün und die Schlacht von üöniggrütz. In diesen Tagen ist eS gerade dreißig Jahre geworden, seitdem die Geschicke Oesterreichs mit der Schlacht von Königgrätz eine entscheidende Wendung pnommen, welche zu einer vollständigen Umgestaltung der politischen Verhältnisse Mitteleuropas geführt und eine Verschiebung der internationalen Stellung und der politischen Structur Oesterreich» verursacht hat, deren Folgen da» Tonaureich noch bis auf den heutigen Tag nicht vollständig verwunden Hit. Was damals die besten Geister Oesterreichs öber das Missgeschick ihres Vaterlandes und dessen Zukunft gedacht haben, ist nicht an die Oeffentlich-keil gekommen. Auch die seither erschienenen histo-rischen und Memoirenwerke aus jener Zeit haben noch keinen Ausschluss darüber gebracht. Den ersten intimen Einblick in die Stimmungen der geistig führenden Kreise Oesterreichs in jenen schicksals-schweren Tagen gewährt uns eine Sammlung von politischen Briefen AnastafiuS GrünS (Grasen Anton LuerSperg), des Dichters und Staatsmannes, welche eben jetzt im rechten Augenblick in der Wiener Wochenschrift „Die Zeit' veröffentlicht wird. Wie da das Seherauge des großen Patrioten die trau-rigen Ereignisse des Tages ihren Ursachen nach in der Vergangenheit, ihren Folgen nach in die Zukunft hinaus verfolgt: das ist auch heute noch nicht ver-altet, nicht bloß historisches Material, sondern eine lebendige Quelle zum besseren Verständnis der Ent-Wicklung, die sich in den letzten dreißig Jahren in der äußeren und inneren Politik Oesterreichs abge- Mi. Donnerstag, 33. Juki 1896 Nothwendigkeit der Einberufung eines solchen Partei-tages weisen die seither wesentlich veränderte politische Lage, die unmittelbar bevorstehenden Landtagswahlen und die Thatsache hin, dass die unerlässliche Fühlung mit der Bevölkerung mehr und mehr verloren ge-gangen ist. Zu meiner Ueberraschung hat das Ver-trauenSmänner-Eollegiuni von der Einberufung eines Parteitages Umgang genommen und veranstaltet statt dessen bloß ein? Paneiconferenz. In dieser vorwiegend nur aus die Bürgermeister beschränkten Versammlung kann ich aber die politische Vertretung der Deutschen in Steiermark nicht erblicken. So sehr gerade ich die Verdienste unserer Bürgermeister auf dem Gebiete der Gemeindeverwaltung zu schätzen weiss, so werden sie sich doch selbst nicht den Beruf zuerkennen, der Anschauung der Wählerschaft hin-sichtlich der politischen Tagesfragen vorzugreifen. Aber nicht nur in formeller Beziehung erscheint mir die Einberufung einer derartigen Conferenz als ein Fehler, sondern auch in der Sache selbst ist nach meiner Meinung das Vertrauensmänner-Collegium von seinen bisherigen Zielen abgewichen. Seine Aufgabe war vor allem, den nationalen Standpunkt der Deutschen in Steiermark zur Geltung zu bringen. Aus den in der letzten Zeit geführte» VerHand-lungen im Vertrauensmänner-Collegium entnahm ich ledoch, dass dem Judenthum zuliebe, das sich wesentlich von unferem VolkSthume unterscheidet, diefes entzweit werden soll. Di* Programm dir deutschen Volkspurtei, zu ter ich mich zähle, wehr« nur die schädigenden Ein-flüsse des JudenthumS von unserem Volk« ab. Und diese selbstverständliche national« Pflicht soll ein trennende» Moment zwischen Angehörigen eines und desselben Volkes bilve»? Für mich ist die Antwort gegeben. Ich sehe mich im Wid«rfpruche mit den im Vertrauensmänner-Collegium vorherrschende» Anschauungen und daher bemiiffigt, aus demselben auszutreten. Ich bitte daS verehrte Collegium, hievon Kennt-nis zu nehmen und dieParieiconferenz zu verständigen. Weißkirchen, den 18. Juli 1890. HochachtungSvollst Dr. Reicher. spielt hat, deren letztes Wort wohl auch heute noch die Geschichte nicht gesprochen hat. Nicht ohne tiefe Erschütterung wird man den Brief lesen können, den Grün-AuerSperg am 26. Juli 1866 an seinen Freund Frankl richtete. Er spiegelt deutlich die ganze Stimniung des Dichters seit König-grätz wieder, die, wie er schreibt, „aus fieberhafter Aufregung von Ungeduld, Unmuth, Zorn und In-grimm sich endlich in die tiefste Trauer uud dumpfe Resignation aufgelöst hat." „Kiniu Austriae!*, so ruft Grün aus. .wer wie ich, seit er patriotisch zu fühlen und zu denken begann, ein großes, durch Freiheit geeinigtes, durch Cultur mächtiges, durch Wohlstand glückliches, durch Arbeit blühendes Oester-reich im Sinne und Herzen trug und dazu noch die Ueberzeugung, dass dieses hohe Ziel mit sehr ein-sachen aber ehrlich angewandten Mitteln zu erreichen sei. der wird mit mir die ganze Bitterkeil und Trost» lofigkeit deS obigen AuSfpruches fühlen. Und doch kann ich zu keiner anderen Anschauung gelangen. Nicht die Größe des Unglücks und der Schmach, die uns betroffen, sondern die tiefe Ueberzeugung von der Unverbesserlichkeit der Lenker unserer Staats-geschickt ist es, die mir jene trostlose Ueberzeugung ausnöthigt. Das alle „nichts gelernt und nichls vergessen". Wer die Erfahrungen und Winke mit dem Zaunpfahl der Jahre 1848 und 49. dann 1859 und 60 so unbenüyt lassen konnte, um die Jämmer-lichkeit von 1866 möglich zu machen, dem wird auch die Feuerrulhe dieses Unheiljahres kein Lichi der Erkenntnis bringen. Oder soll vielleicht die in diesem Augenblicke decrelierte Abschaffung der Czako-Futterale es dem Himmelslichte erleichtern, in ge-wisse Hirnschalen Eingang zu finden? Oder zeugt 21. Zaörgang, Auch Dr. v. Derschatta ist auS dem Ver-trauenSmännercollegium ausgetreten. Herr Bezirksobmann Grogger au» Obdach telegraphierte, eine Wählerversammlung habe be-schloffen, den Bürgermeister von Obdach zu ersuchen, der Einladung zur Conferenz nicht nachzukommen, da die Wählerschaft in dem Bürgermeister einen Vertrauensmann in Gemeindeangelegenheiten. nicht aber in politischen Wahlangelegenheiten erblicke. Gleichzeitig habe die Wählerverfammlnng der Deutschen Volkspartei zugestimmt. Zum Vorsitzenden wurde Herr Handelskammer-Präsident Schreiner, zu dessen Stellvertreter Herr Bürgermeister Anton Fürst aus Kindberg und zum Schriftführer Herr Bürgermeister Dr. S t r a m i tz e r aus Leibnitz gewählt. Der Grazer Gemeinderach Herr Selbacher trug hieraus den vom Vertrauensmännercollegium vorgelegten Wahlaufruf für die LandtagSwahlen vor. In den einleitenden Worten sagte er. dass der Antisemitismus nicht als verpflichtend ausgefafSt werden dürfe, weil dadurch treue StammeSgenossen hinansgedrängt würden. Der vorgelegte Wahlaufruf hat folgenden Worllau«: „Auch während derlctzl«»LesisIaturperiodcuns«reS Landtages blieb den Deutschen der Steiermark die schmerzliche Erfahrung nicht erspart, das« ihr nationaler Besitzstand immer kühner und h«rauSfordirnd«r angegriffen wird, und dass sie gegen diese ?tngriffc keinen anderen Schutz finden, als jene», den ihnen ihr« eigene Kraft, ihre treue Hingebung an ihr Volks-il'um und ihr einmüthige» Zusammenstehen zur Abwehr des gemeinsamen Gegners gewähren. E« erscheint uns daher als das Gebot einer ernste» Pflicht für alle Deutschen d«r Steiermark, bei den beverstehenden Landtagö»ahlen dahin zu wirken, das» nur treugesinnte, thatkräftige Männer gewählt werden, die mit Hintansetzung etwaiger fractioneller Unterichiede in der gemeinsamen Vertheidigung unseres bedrohten BollsthumS ihre oberste Aufgabt erblicken. Indem wir an unsere Stammesgenossen die berz-liefe« und dringend« Bitte richten, allseits in diesem Sinne thätig zu sein, halten wir eS für angezeigt, eS von einer humanen Berücksichtigung der ohnedies schon sattsam auSgesogenen und gemisshandelten Volkskraft, wenn man in dem Momente und gegen Gefahren, die das disciplinierte Heer nicht zu bewältige» vermag, den ..Landsturm" aufruft, d. h. dem geängsligtrn Landmanne zumuthet, die eigene Haut den Kugeln, sein Strohdach dem rothen Hahne preiszugeben und wofür? Etwa für das elende Bewusstsein, ein Partikelchen der „rnisera contri-dnsn-> plebs* zu fein, nachdem man ihm ein edleres und stolzeres staatsbürgerliches Gefühl einzuflößen nicht verstanden hat! Man hat nicht vergessen, dass die deutsche Kaiserkrone einst bei Oesterreich war. aber man hat nicht gelernt, mit welchen Mitteln diese oder doch eine zeitgemäße Stellung in Deutschland wieder zu erringen und zu behaupten, oder wollte man dies nicht, wie mit Anstand und Würde auS dem Bunde zu scheiden sei; jetzt hat man uns mit einem Fuß-tritte die Thüre gewiesen. Ein Gymnasiast hätte aus seinem geschichtlichen Schulbuche die Lehre entnehmen müssen, dass die Frage zwischen Oesterreich und Preußen früher oder später nur mit dem Schwerte zu lösen sein werde, unsere Staatsmänner der „neuen diplomatischen Schule" aber stieße» die natürlichen Alliierten von sich und schlössen die verhängnisvolle Allianz mit dem Todfeinde! In kaum zwei Decennien haben wir aus Kosten unseres National-Wohlstandes vier Milliarden auf die Armee (d. h. zumeist aus Knöpflein und Schnüre. Cafernen und Cadetten-palaste) verausgabt, bei unserem Abscheu aber vor allem, was Geist und Fortschritt heisst, es doch versäumt, dieses Schoßkind unserer Administration mit den Fortschritten der wissenschaftlichen Kriegs- 2 ..Deutsche Wacht" 1896 gleichzeitig die politischen und nationalen Grundsätze zu bezeichnen, von denen wir dabei geleitet «erden. Wir stehen nicht auf dem Boden de« Programmes einer der alten Parteien deS Abgeordnetenhauses. Unser Programm ist den dringenden und durch die Er-fahrung der letzten Zeit jedem deutschen Manne offen kundig gewordenen Bedürfnissen angepasst. Die Wahrung unserer Nationalität, die Aufrechterhaltung unseres Besitzstände« in den uralten deutschen Wohn-sitzen diese« Reiche« gegenüber den maßlosen AuS-dehnungSgelüsten der slavischen BolkSstSmme ist unser oberster Grundsatz. Alle unsere Bestrebungen in poli-tischer und freiheitlicher Beziehung müssen diesem Grundsatz« untergeordnel werden. Auch in volkS-wirthschaftlicher »e,iebung betrachten wir das Wohl unsere« Volke« al« da« oberste Gesetz. Wir bekennen un« dabei offen zu der Ueberzeugung, das« wir neben unserer Nationalität den culturellen Fortschritt al« Devise auf unsere Fahne schreiben müssen, denn e« ist eine Lehre der Jahrhunderte, das« nur dieser Fortschritt daö deutsche Bolk grob gemacht und ihm seine heutige Weltstellung verschafft hat. Wir sind un« dessen wohl bewus«t. das« un« politische Grenzen, die wir pflichtgetreu respektieren, von dem Grofttheile unserer GtammeSgenossen trennen. Wir werden unsere Pflichten gegen den Staat jeder »eit erfüllen, aber wir empfinden al« Angehörige eines großen Kulturvolkes fortan nicht mehr den Beruf in un«. in Oesterreich die Aufgabe einer StaatSpartei zu erfüllen, während alle ReichSgenoffen außer un» nur ihre nationalen Vortheile im Auge haben Da« hohe Bewusstsein von der Bedeutung der deutschen Cultur, welches in un» lebt, bemüsstgt uns, Stellung zu nehmen gegen alle RückschrittSlendenzen der Elericalen. ob dieselben die Freiheit des Unter-richte«, die Unabhängigkeit de« Staates oder die poli-tischen Rechte der Staatsbürger bedrohen. Ebenso weisen wir die Bestrebungen der christlich-socialen Partei zurück, weil dieselben ersichtlich die Pläne der Eleriealen fördern und geeignet sind, den Absichten dieser letzteren Partei in solchen Bevölkerungs-schichten die Wege »u ebnen, an welche der offene SleriealiSmu« heute noch nicht herantreten darf, ohne zurückgewiesen zu werden. Wir sehen uns weiter veranlasst, ein Wort über den AntisemitiSmu« zu sprechen. Wir können den-selben nicht al» verpflichtend für alle Deutschen an erkennen. Eine tausendsache Erfahrung lehrt, das» er die Einigkeit nicht sördert, sondern schwächt, und StammeSgenossen von der Theilnahme an der ge-meinsamen Arbeit zurückhält, die sich sonst gerne al« werthvolle Glieder in unsere nationale Organisation einfügen würben. Wir erklären daher, das« in der großen Ge-meinschaft der deutschen Steuer sowohl für die Gegner al« für die AnhSnger be« Antisemitismus Raum fein müsse. Wir lehnen die Lehre, das« nur Jener als guter Deutscher anzusehen sei, welcher dem AnIisemitiS mu« im heutigen politischen Sinne deS Worte« hul digt, entschiedeil ab. Wir verlangen die entschlossene Bekämpfung jed-weder Korruption und eine Gesetzgebung und Ver-waltung. welche den schassende» BerufSclassen den kräs-tigsten Schutz und die weitestgehende Unterstützung gewährt. In diesem Sinne wiederholen wir unsere Bitte an die Deutschen der Steiermaik, bei den bevorstehen-den LandtagSwahlen einmüthig vorzugehen und all-Kräfte zur nachdrücklichen Abwehr wider die gemein-samen Gegner zu vereinigen." Hieran reihten sich die Erklärungen der ein-zelne» Vertrauensmänner. Der Leobner Bürger-meister Dr. B u ch m ü l ler erklärte gleichfalls seinen Austritt auS dem VertrauenSmännercollegium. da der vorgelegte Wahlaufruf eine zu wenig scharfe Stellung gegen den Antisemitismus nehme. Herr Bürgermeister Stiger (Cilli) erklärte, dass ihm die Einladung zur Conferenz erst vor einigen Tagen zugekommen sei, weshalb er nicht in die Lage ge-kommen sei, sich mit den Wählern zu besprechen und den Wahlaufruf zu unterzeichnen. Die Stellung-nähme zu diesem Ausrufe müsse er den Wählern überlassen. In Untersteiermark sei man zumeist national. Diesen Ausführungen schloß sich der Penauer Bürgermeister Herr O r n i g an, der gleich-falls daraus hinwies, dass die Pettauer Wähler national seien. Bürgermeister Langer (Mahren-berg) forderte eine schärfere Betonung des Antl-femitiSmuS. Die Mahrenberger seien stramm national und sie können sich nur erhalten, wenn sie stramm antisemitisch seien. Er könne sich dem vorgelegten Programme nicht anschließen. Bürgermeister Fürst (Kindberg) gab dem berechtigten Befremden Ausdruck, dass zur Versammlung keine ofsiciellen Vertreter der nationalen Partei und kein Abgeordneter dieser Partei eingeladen worden seien. Die Bürgermeister könnten den Wahlausrus schon deshalb nicht unter-schreiben, weil sie sich diezu nicht für berechtigt halten können. Bürgermeister Stallner (Hochen-egg) erklärt ebenfalls, dass er als Bürgermeister von Hochenegg sich nicht berufen erachte, den Wahl-aufruf zu unterschreiben. Als Mitglied des Cillier Deutschen Vereines mache er jedoch daraus auf-merksam, dass die Stimmung in Unterfteiermark nicht darnach fei, dem vorliegenden Programme zuzustimmen. Der Obmann des Deutschen Vereines, Herr Dr. v. Jobornegg, könne übrigens hierüber genaue Auskunft geben. . Bürgermeister M oSd orfer (Weiz) sagt, er könne ohne Rücksprache mit seinen Wählern mchtS erklären. Er gehöre zur deutschnationalen Partei, die meisten Wähler in Weiz ebenfalls, aber er könne heute keine Stellung nehmen. Gegen Dr. Buchmüller sagte Herr MoSdorfer. den deutschen Geistlichen wolle man hinausdrängen, den Juden aber drinnen lassen. DaS sei ungerecht. Redner sagte, sein Ideal sei. dass auch der deutsche Priester deutsch fühle, dann gehöre er zu uns. Die liberale Partei habe die Geistlichen hinausgedrängt? das sei ein großer Verlust in nationaler und Volkswirt-schastlicher Hinsicht. kunst, mit den technischen Steuerungen der Zerstörungs Mittel auszurüsten! Und so ist in kaum 8 Tagen das stolze Heer, trotz der heldenmüthigsten Tapfer-keit seiner Bestandtheile, wie Spreu im Wmde zer stoben! Eine furchtbare Nemesis für die MifSachiung der Intelligenz und GeisteSmachl! Und nun erst die Wahl einiger Führer, bereits als unermüdliche Schlachtenverlierer bekannter Individuen! Nach dieser wuchtigen Kennzeichnuug vergangener und gegenwärtiger Zustände stellt Anastasius Grün die Frage: „Wird eS künftig besser werden?" Und er antwortet darauf: „Ich glaube, nicht so bald". „Auch innerhalb enger Grenzen" — schreibt er dann — „kann eS ein freiheitlich geordnetes, gluckliches Gemeinwesen, zufriedene und selbstbewujSte Staatsbürger geben. Aber wird man nach solchen Zielen streben, sich in die Stellung einer Macht zweiten Range« mit guter Miene fügen und einleben? Ich zweifle sehr daran! Die alten Kaifer-Erinnerungen, der alte GroßmannSkitzel wird uns nicht zu den ausdauernden Arbeiten deS Friedens Zeit und Ruhe lassen und mit den alten verbrauchte» Mitteln. Bureau. Säbel und Kanzel, wird man das durch eigene alte Schuld Verlorene wieder zu erlangen fort und fort bestrebt sein. Wir Deutschen werden unter der magyarisch-slavischen Suprematie (loS-gerissen von unseren Stamm- und Culturgciiosjen) uns nimmermehr heimisch fühlen können und al« die neuesten „Schmerzenskinder" dem großen Homo-genen Elemente zusteuern, und eS wird eine Zelt kommen, wo der Patriot diese« Streben mtf aller sittlicher Kraft wird fördern müssen, in der Er-kenntniS nämlich, dass dort, wo Freiheit und Bildung icht da« einigende Band bilden, dynastische Jnter- Herr Dr. v. Ja bornegg theilt mil, das« )ie Herren Bürgermeister Amon (Tüfser). Dr. Tom-chegg (Windischgraz). FaleSchini (Rann) und Tr. Simonitsch (Gonobitz) ihr Fernbleiben mit beruf» icher Verhinderung entschuldigt hätten. Die Genannten haben jedoch den Redner ermächtigt, ihre Erklärungen über das Parteiverhältnis hier vor-zutragen. AuS den nun verlesenen Zuschriften ist Folgende« zu entnehmen: J Bürgermeister Amon schrieb u. A.: «Ich theile Ihnen mit. dass nicht nur ich. sondern ivodl auch alle meine deutschen Mitbürger bei den bevor« stehenden LandtagSwahlen unsere Stimmen im Sirme zer deutschen Volkspartei abgeben »nd auch sonst nach Kräften für dieselbe wirken werden." Bürgermeister Dr. Tomschegg erklärte sich telegraphisch mit den Grundsätzen der neuen deutschen Volk«-partei vollkommen einverstanden. Bürgermeister Faleschini schrieb: „Ich erkläre jedoch, das« ich mit dem Programme der deutschen Voltspartei vollkommen einverstanden bin und ersuche, nur ia deutschnationalem Sinne Beschlüsse zu fassen." Bürger-meister Dr. S i m o n i t s ch sagte in seinem Schreibe» u. A.: „Selbstredend bin ich Anhänger der »tuen deutschen Volkspartei, die ein wahres Bedürfnis für uns ist." In Gemäßheit dieser Zuschriften glaubt Herr Dr. v. I a b o r n e g g mit Recht erklären zu könne», dass die Wähler des Unterlandes an dem Pro-gramme der deutschen Volkspartei festhalten und deshalb dem vorgelegten Wahlaufrufe nicht zustimmen. Er bitt, daher. daS vorliegende Pro-gramm nicht anzunehmen. Bürgermeister Richte» (Ehrenhause») erklärt, das« die Mittelsteirer eben-falls auf dem Programme der deutschen Volkj-partei stehen. Bürgermeister Anton Fürst berg) verlas zwei Telegramme der Bürgermeister von Rottenmann und Uebelbach. worin dieselben ihre Zugehörigkeit zur deutschen Volksparlei er-klären Herr Fürst sagle, nach den bisherigen AuS' führungen und der Zusammensetzung der Verfamm-lung sei der vorgelegte Wahlaufruf nicht discutierbar. Er stellte daher den Antrag, darüber zur Tagesordnung überzu-gehen. Dieser Antrag wurde mit l2 gegen 8 Stimmen angenommen. Gegenüber diesem imj klaren Ergebnisse machte Herr Dr. Schlösset den Versuch, das parlamentarische Standrecht durch einen anderen AdstimmungSmoduS abzuniildern. Die Bürgermeister Dr. Potpetschnigg iStainj) und Freiberger (Trofaiach) sprachen für dai Programm. Bürgermeister R e i t t e r (RadkerSburg) saßt, er sei durch den Verlaus der Versammlung ent-täuscht. Er habe geglaubt. eS würden praktische Maßnahmen wider den gemeinsamen Gegner br-sprechen werden. Wir zersplittern un« aber immer mehr. Wenn die Herren auS Obersteiermark und theilweise auch aus Mittelsteiermark an der Sprach-grenze leben mürben, so würden sie nch vielleicht eher zur Einigkeit verstehe». Der Redner schilderte essen allein in diesem Jahrhundert viel zu schwach sind, um den Kitt deS Zusammenhaltes abzugeben Mag nach einer vielleicht sehr stürmische» Faul gährung unserer Nationalitäten Maische endlich ein mal ein gesunder, lebenskräftiger Kern, etwa in Ge-stalt eines magyarischen DonaureicheS, sich loslösen, unfer Oesterreich mit allen feinen herrlichen Anlagen und all' den stolzen Hoffnungen, die unsere Liebe daran knüpft, unser liebes alteS, aber zugleich ver-jüngteS Oesterreich wird eS nimmermehr sein! Möge Deutschland unseren Kindern und Enkeln für diese» i Verlust, dessen ganze Schwere sie nicht mehr, so .wie wir, fühlen werden, dereinst, wenn möglich, vollen Erfatz gewähren. Aber »Finia Austriae!" " Soweit der unter dem unmittelbaren Eindruck der Kriegsereigniffe geschriebene Brief Grün'S. In späteren Briefe», welche in den folgende» Heften der „Zeit" veröffentlicht werden sollen, erörtert der Dichter kühler, aber auch eingehender die künf-tige Stellung der Deutschen in Oesterreich nach dem Ausscheiden Oesterreichs aus den» Teutschen Bunde. Dieser Publication dars mit umso größerem Jnter-esse entgegengesehen werden, als ja die Stellung der Deutschen in Oesterreich gerade jetzt wieder zu einer der actuellen Fragen der inneren Politik Oesterreichs geworden ist. Skizze aus London. Wenn man durch daS sich schier in'S Unendliche ausdehnende Straßengewirr Londons schreitet, so kommt man oft in Square« (W. — SW. — NW.), wo sich die Straßen gleiche» wie ei» Ei dem andern. Da ist dieselbe Anzahl Häuser aus beiden Seiten, jedes Haus hat dieselbe Anzahl Stockwerke (meiitlNi bestehend in Souterrain. Parterre nnd 1., 2. mii eventuell 3. Stock) und wieder jedes HauS be'itzt den gleich großen Balkon und dasselbe Gilter an der Slraße, welches jedes HauS vom ander» trennt. In diesen Straßen finde» »,an äußerst häu^z an den Häusern, Thüren oder Fenstern die Jnfchriit! „Board and Residente". Damit komme ich erst zur eigentlichen Quintessenz, resp, zu dem Thema, über welches ich plau der» wollte. „Boardina House!' gleich einer Oase m der Wüste erscheinst du ost dem hierher zerschlage«» jungen Kellner, wenn er am Ende seiner Honmuiß und — seines Geldbeutels angelangt ist. Hcd will nicht zu stark auftragen oder die Boardinghaujer gar veruliglimpfe», o nein; haben doch schon 2>ie!e darin eine mehr oder weniger angenehme Zusluchi gefunden, denn wenn der junge Mann bescheiden, willig und fleißig ist, wird er bald da« «choo^inZ des HauseS. DaS hübsche Zimmermädchen An»? vergisSt schnell daS Heimweh nach dem Vorgänger. Die ältliche Köchin knurrt ihn bald freundlich an, ebenso gewöhnen sich die Mistressen und Misset bald an den Ersatz. Jetzt schon wird Mancher von den geneigte» Lesern die Achsel zucken und sich sagen: ,Ties« Artikel könnte ich zehnmal besser schreiben, beim ich weiß eS genau, ich habe öfter solche gastliche Räume besucht, überhaupt weiß Jeder, iva« em „Boarding House' ist. Gemach, mein Freund, diese Zeile» sollen jut Denen gellen, die eS nicht wissen: denn ich will mich nicht damit brüsten, dass ich alle Boarding- 189G nun die schwierige Lage der Deuis i en deS Unter» landes. ES müsse mehr deutsche Einigkeit herrschen, um die untersteirischen Städte nicht zu Grunde gehen z« lassen. Die meisten anwesenden Bürgermeister suhlen sich nicht competent, die Einladungen seien fli spät gekommen, erst am 15. und 16. Juli; es sei häufig nicht möglich gewesen, sich mit Anderen S berathen; der Aufruf hätte gleichzeitig mit den »ladungen versendet werden sollen. Redner stellt K« Aiitrag: Die Versammlung beschließt, es sei Westens ein Parteitag einzuberufen. Herr v. Knaffl fagte, für den Parteitag sei , die Zeit ungünstig, die Leute gehen fort, nach Schluss der Schulen sei w e n i g T h e i l n a h m e zu er-«arten, deshalb habe man auch die Conferenz fo rasch einberufen müssen. Anfangs September könnte eventuell der Parteitag einberufen werden. Bürgermeister R e i t t e r erwiderte, er bedauere, dass die Deutschen nicht so viel Oplerwilligkeit be. sitzen, um in den Ferien zu einem Parteitag zu kommen, die Untersteirer müssen immer im Kampfe stehen. Der Antrag aus Einberufung eines Parteitages erhielt nicht die Mehrheit. Bürgermeister Stallner stellte den Antrag, die versammelte» Bürgermeister mögen erklären, sie hallen sich nicht für berufen, in dieser ihrer Eigen-schalt ein Wahlprogramm anzunehmen, und lehnen die Beschlussfassung ab. Dr. Schlots er meinte, es gehe doch nicht an, dass in einer Versammlung nur ein Theil ab-stimm«, der andere aber nicht. Er stelle daher den Antrag: „In Erwägung, dass die die überwiegende Mehrzahl der heutigen Versammlung bildenden Herren I Bürgermeister sich nichl sür berechtigt halten, ein Kahlprogramm anzunehmen oder abzulehnen, be-schließt die Versammlung, mit einer Abstimmung über da» vorgelegte Wahlprogramm nichl vorzugehen". Der Antrag wurde mit großer Mehrheit an-1 genommen. Hierauf schloss der Vorsitzende mit Dankes-woiten die Versammlung. O ch ch Die politische Bedeutung dieser Versammlung ist in wenigen Worten gekennzeichnet. Früher ein-«al waren die freisinnigen deutfchen Steirer in ihrer Mehrheit liberal und die nationale Minderheit leisteie der liberalen Mehrheit in den Wahlangelegenheiien Gefolgschaft. Heute sind die Liberalen in der Min-derheit und eS wäre nun ihre Sache, sich einer Mehrheit unterzuordnen. Die legten Reste der alt« liberalen Richtung stehen an der Spitze deS Grazer Beitrauensmänner-CollegiumS. Sie wollen von einer llmerordnung unter die Deutsche Volksparlei nichls »issen. Urner dem Scheine, ein ganz neues, un-abhängiges Programm, ein Programm der Einig-keil auszustellen, zogen sie gegen die Deutsche Volks- Häuser von London controliert hätte, dazu brauchte ch sicher einige Jahre meines thatenreichen Lebens, md andererseits ein wenig mehr Jahresrente, als ich momentan besitze. Also kommen wir wieder auf unsere „Monton"-, patbon, Boarding HouseS zurück. Dieselben bilden ohne Zweifel durch ihre starke Anzahl eine beträcht-licht Concurrenz für die mittleren Hotels; findet man doch häusig Familien im Boarding House, die ihren Mitteln nach auch ganz gut in Hotels wohnen könnten. Der Charakter des Engländers ist viel m-hr zur Häuslichkeit geneigt, als der des Deutschen oder Franzosen: vielleicht trägt sehr viel dazu bei, das« hier zu Lande die gemüthlichen Cafe'S und ZiestauranlS fehlen, von unseren lieben deutschen Bierstuben ganz zu schweigen. Der Pensionspreis im Boarding House beträgt m der Regel I bis 2 Pfund, also 20 bis 40 Mark wöchentlich. AlleS ist gemeinschaftlich; das Frühstück um 9 Uhr, bestehend in Thee. Caffee. Toast, Marmelade. Fisch (natürlich keinen gebackene» Salm), wie z. B. Haddok, Sardinen oder ein wenig abgelagerte See-jungen, ferner Eier und Schinken oder Anderes. Luncheon um 12'/, Uhr. bestehend aus einer Platte Fleisch (meisten» Ueberreste vom vergangenen Zag), Gemüse und Kartoffeln. Der Glanzpunkt deS TageS ist daS Diner. Vollzählig versammelt daS Tam-Tam sammt-iche Mitglieder um 6'/, Uhr in bester Toilette, unge Misses, Herren, die in der City oder ander-niig angestellt sind, old LadicS, sowie der sehr ^werthe englische Ehemann sammt Ehegespons. ______«S-»tfch- W«cht" partei zu Felde, deren Antisemitismus den Manchester-liberalen auS Obersteiermark ein Dorn im Auge ist. Die Deutsche Volkspartei ist heute schon die größte Partei im Lande und eS fehlt sürwahr nichl viel dazu, dass sie die Einheil der deutschgesinnten Steirer darstellt. Jeder Vorstoß gegen diese Partei, die jedem deulschbewusSten, freiheitlich gesinnten Manne Platz bietet, ist daher ein Angriff auf die politische Einheit aller deutschbewussten Steirer. So fassen wir den Versuch deS VertrauenSmänner-CollegiumS auf, welches mit einer fchönfärberisch herauSgelock-ten Erklärung „aller Bürgermeister des Landes" der Deutschen Volkspartei auf den Leib rücken — wollte. Der Versuch ist kläglich gescheitert, man ist über ein kraft- und saftloses, deutschschillerndes Programm einfach zur Tagesordnung übergegangen. Damit hat sich der sieirische Altliberalismus in geradezu staunenswerther Naivität selbst begraben. Das erste Lebenszeichen nach langer Zeit ward gleich zum letzten TodeSseuizer. Ü. A. Tagesnettigkeiten. Deutscher Ächulverein Wien, 19. Juli. In der Autschusssitzung am 17. Juli wurde dem Damen-comitö in Mähr.-Ostrau für ein Fest, der Ortsgruppe Kaplitz für ein Waldfest, der Ortsgruppe Königsberg für einen Schüleransflug, der Ortsgruppe Eisenberg a, d. March für ein PreiSkegelschieben und endlich dem Herrn Bergwcrk«besitzer Edmund Peter in Zwodau für eine namhafte Spende der Dank ausgesprochen. Nach Berathung von Angelegenheilen der Präger Vereins-anstalten wurden die CommissivnSkvsten für den Er-weiterungtbau in Vöhin.-Trübau bewilligt, den Schulen in Bvwitz und Lindau kleine Unterstützungen gewahrt, für PhilippZberg die Ausführung kleiner Reparaturen am Schulhaust bewilligt und die baldige Fertigstellung des SchulvcreinS-jkalender» pro 1897 zur Kenntnis ge-nommcn. Schließlich wurden für baulich« Reparaturen am Gebäude der VereinSschule in Pilsen d«r nothwendige Credit bewilligt und Angelegenheilen der VereinSanstalten in Königsberg, Putzlitz, Sehndorf, Gsllschee (Holz-industrieschul«) und Prachaiitz berathen und der Er» ledigung zugeführt. Anszeichnnng eines Lyormeiflers. Der Kaiser hat dem Chormeister deS Grazer MännergesangvereineS, Leopold Wegichaider, das goldene Verdienstkreuj mit der Krone verliehen. Htie viet zahlt die österreichische kabakregie jährlich für die Strohröbrchen in den Virginiercigarren? Man schreibt unS: ES erscheint fast unglaublich, welche Unsummen unser Tabakärar jährlich für die unschein-baren Slrohröhrcheit zahlen muss, welche in die Virginiereigarren gesteckt werden. Diese Summen schwanken zwischen 80000 und 100000 fl. jährlich! Diesen An-schaffungSsummen entsprechen natürlich die riesigen Mengen der zur Verwendung gelangenden Röhrchen, denn diese DaS Boarding House wird in den meisten Fällen von Frauen gehalten. Aeltere Damen, junge Wilwen und mehr oder weniger junge oder alte Jungfern. Am Ende des langen Tisches thronen sie beim Diner häufig in elegantester, auch seidener Toilette. Der junge deutsche „Boy" serviert; er denkt mit Grauen daran, das« diese hungrige Gesellschaft jetzt wieder Sachen von ihm verlangen wird, die er nicht kennt, nie gehört, un) von denen er in der lieben Heimal keine Ahnung hatte, als da sind: „Wourjchter Sauce," „AnchooieS Sauce/ »Red Pepper" u. s. w. Die junge Dame am Präsidium (diesmal eine Wilwe) verlangt mit wunderbarer Gelassenheit zum dritten Male „Soupladel." John bleibt ruhig, er weiß nicht, was man von ihm will! — Wohl ihm, denn wenn man ihm sagte, er solle sich zum Teusel scheeren, würde er genau dasselbe Gesicht machen, als bei etwaigen Lodsprüchen. „Warum haben Sie nicht eine Grammatik gekauft?" fragte ich ihn. „Sie hälten sich mit der Erlernung der nothwendigsten Wörter, ehe Sie hierher kamen, manche unangenehme Viertelstunde erspart, umsomehr. als nicht alle Boarding House-LadieS so viel Nachsicht haben." — Es ist ja bekannt, dass die Jungfrauen, wann sie die dreißig oder vierzig Jahre hinter sich haben, nichl immer von rosenfarbigstem Humor sind. Zum Diner gibt eS in der Regel Suppe, Fisch, Mutton oder Beef, Kartoffeln, Pudding und Käse. DaS Boarding House hat seine Licht- und Schattenseiten. Man geht selten abends aus dem 3 gehen in die Tausend« von Metercenlnern, was aber in Anbetracht der jährlich erzeugten Virginiereigarren von mehr als 200 Millionen nicht Wunder nehmen darf. Knlloh««ag>der Gemeinden für die Hin-Hebung IkaaMcher Steuer«. Die Regierung bereitet, wie die „Deutsche Zeitung' meldet, einen Gesetzentwurf, betreffs der Entlohnung der Gemeinden für die Ein-Hebung staatlicher Steuern, so namentlich der Grund-, Einkommen- nnd der VerzehrungSsteuer, insofern letztere v»n Gemeinden eingeboben werden, vor. Die Ein-Hebung d«r ersteren Steuer geschieht hauptsächlich durch Landgem«ind«n, dann durch die Stadtgemeinde Wien und die Kronlandshauptstädte. Wa» speciell Wien be-trifft, dürfte diese Gemeinde an den durch das besprochen« Gesetz festzustellenden besonderen Entlohnungen kaum theilnehmen, weil Wien durch da« Zugeständnis eines Zthrvcentigen Zuschlages zur Linienverzehrungssteuer für die besorgten Geschäfte deS „übertragenen Wirkung« kreiseS" bereits entlohnt erscheint. WaS nun die Art der beabsichtigten Entlohnung anbelangt, so soll dieselbe in der Weise erfolgen, dass den Gemeinden ein gewiffeS Procent der eingehobenen Steuer — man spricht von einem halben Procent — überlassen wirb. Der hier besprochene Gesetzentwurf soll dem ReichSrathe sofort nach dem JnSlebentreten der neuen Steuerreform, also im kommenden Frühjahre, vorgelegt werd«. Hin brennender Waggon. Freitag nachmittags brach ein Feuer in einem Waggon eines GüterzugeS während der Fahrt von Saldenhofen nach Unterdrau-bürg aus. Da» Feuer griff fo rasch um sich, das« bei der Einfahrt in Unterdrauburg der Waggon lichterloh brannte. Der Schad« ist bedeutend. Hin ermordeter Hirtenknabe. Im Kuhwald« bei HochwolkerSdorf würd« im December vor. I. der Hirtenknabe Michael Berger ermordet. Verdächtig der That erscheinen der Maurergeselle Franz Seidenschmied aus Ungarn und der 40jährige Hilfsarbeiter Franz Kruta a»S Wien. Den Letzteren hat nun in Güssing in Ungarn die Gmdarineric ermittelt uiid in Hast ge-nommen. Seidenschmied ist noch nicht gefunden. Der arme Hirtenknabe hatte zwei Kreuzer bestssen, die ihm von einigen Zehnerln, die er von Touristen für Weg-Weisung bekommen und er seiner Mutter gegeben hatte, übrig geblieben waren. verbrannte Minder. Am 14. d. M. sind in Solingen infolge einer Petroleum-Exvlosion zwei Kindcr im Alter von 8 Jahren und 9 Monaten verbrannt, während ein dritte« Kind leicht verletzt wurde. Die drei Kinder waren von ihrer Mutter eine kurze Weile allein im Zimmer gelassen worden; der älteste Knabe hatte, um da« Feuer anzufachen, die Pelroleumkanne über dem Feuer ausschütten wollen; dieselbe explodierte und hüllte die beiden Kinder in Flammen. Trotz schneller Hilfe sind die armen Kinder gestorben. Hpfermntb einer HroHmntter. Am 10. d. gegen Mittag brach in Fitz - James bei Elermont lDepartemeni Oise) in einer mit Stroh gefüllten Scheune, in der der fünfjährige Knabe Delasaiinagvre spielte, Feuer au«. Als das Kind von allen Seiten die Flammen aufsprühen sah. stieb e« gellende Schreie au«, die zu Ohren seiner Großmutter, der Wittwe Rozier, drangen. Hause; nach dem Diner wird musiciert. Karten gespielt u. f. w., Alle« in ungezwungener Weise, man fühlt sich beinahe zur Familie gehörig; das Beste daran ist. dass man so nicht viel Geld ausgibt. Aber was mich niemals mir dem Boarding House aussöhnen kann, sind die Betten. Meistens schmal, niedrig, nur eine Lage Sprungfedern, eine ganz magere Matratze, eine oder zwei rech« dünne Decken, daS ist Alles. Und trotzdem bleiben manche dieser jungen Pensionäre jahrelang in demselben Boarding House, ei» leuchtendes Beispiel für uns, die wir leider in wenigen Fällen nach London kommen, um in. dem-selben Hause jahrelang zu musicieren, und fo lange in demselben Bett zu schlafen. Meine Wirthin (eine alte Miß) erzählte mir einst, die jungen deutschen „BoyS" bleiben in der Regel nicht länger wie 5 bis 6 Monate, sobald sie sich einigermaßen verständlich machen können, suchen sie sich zu verbeffern (waS ihnen auch nicht zu verargen ist). Mit stoischem Gleichmuth sieht die MistreS „Charles," „Jean" oder .Fritz" ab-reisen, um am nächsten Tage mit einem Neuling dieselbe Sprachenprocedur vorzunehmen. Sonderbar ist <«, dass die Lehrmeistermnen äußerst wenig Deutsch dabei profilieren. Sieht man in diesen Häusern immer und immer wieder junge und frische Gesichter, so ist man versucht, wie der schwäbische Bauer zu seinem Sohn zu sagen, als er »ach 20jähriger Abwesenheit wieder nach der Universität Tübingen kam: »Guck an, HanneS, dia Studentla werda gar net älter!" August Haenter, London. 4 Die iu Tode erschreckte alte Frau eilte ihrem Enkelchen zu Hilfe, aber die FeucrSbrunst hatte schon eine solche Ausdehnung gewonnen, dass auch die Greisin sich nicht mehr auS der Scheune zu retten vermochte und mit ihrem Enkel zusammen den Tod fand. Als die Feuerwehrleute deS Oertchenö nach mehrstündiger harter Arbeit daö Feuer gelöscht hatten, zog man au» dem Trümmer« und Aschenhaufen die völlig verkohlten Leichen der Grob-mutter und des Enkels hervor. Dieser Fall hat unter den Bewohnern de» OrteS eine grob« Bewegung hervorgerufen. japanisches Misstraue« gegen die Seg nvngen der ßnstvr. Einen recht tiefen und unbe fangenen Einblick in unsere so gepriesene und doch viel-sach nur überschminkte und hohle westeuropäische Cultur hat der japanische Staatsmann Marqut« Ito gethan. Einem Japan bereisenden Engländer gab er In einem Gespräche folgende Ansichten zum Besten, die umso be» merkenSwerther sind, als Marquis Ito es war, der Japan auf seine heuligen modernen Grundlagen gestellt. Man glaube nicht, dass wir Japan ganz verweltlichen wollen. Wir schreiten hoffentlich vor, aber nur auf den Grundlagen unserer urallen Gesittung. Wir sind viel zu patriotisch, als das» wir uns entnationalisieren wollen. Wir sind durchaus keine Bewunderer der west-lichen Gesittung ohne Einschränkung. Hätte unS Europa feine Gesittung abstract und nicht zugleich eine Menge Vertreter derselben geschickt, so wäre die Wirkung viel-leicht ander« gewesen. Jetzt sendet man unS Missionäre, welche unS erklären, wir seien sehr unsittlich. Man schaue sich aber einmal das Leben der in Japan weilenden Engländer und der englischen Touristen an. Vor deren Leben haben die besseren Japaner nur Abscheu. Wir merken schon allmählich, dass die neue Gesittung auch ihre Schattenseite hat und nicht so ichön ist, wie die alte war. Wir werden unzufriedener, sowohl als Jndi-viduen, wie als Nation. Das Leben wild nur müh. samer und unbehaglicher. Die alte Einfachheit der Eilten verliert sich und ein «uropäiicheü Jagen beginnt. Der Kampf umS Dasein wird schnerer. Bisher haben wir geträumt, jetzt sind wir aufgewacht, um unseren Platz unter den Nationen der Erde einzunehmen. Papier als Aaumateriak. Schon im Jahre 1857 halte man in Amerika die Eifindung gemacht, Papier als Baumat'lial brauchbar berzustellen, und für diesen Zweck eine kleine Fabrik in Wisconsin einge-richtet. Im Lause der vergangenen Jahre ist nun da» Verfahren immer mebr vervollkommnet, die Fabrik ver-gröb«rt> da« ErzeugnisS zweckentsprechender geworden, so dass jetzt diese Fabrik grob« Mengen für Bauten liefert. Wie da» Patenibureau von Hcimaun und Co. in Oppeln mitlheilt, erscheint diese» Baumaterial in Form von dicken, festen, 2—3 Meter langen und breiten Tafeln, welche je nach ihrer Dicke 30—100 Kilogramm wiegen. Da das Papier ein schlechter Wärmeleiter ist und ebenso der Wärme wie der Kalte Widerstand leistet, so sind die aus diesem Papier erbauten Häuser im Winter wärmer, im Sommer kühler als die gewöhn-lichen. Gegen Nässe von autzen schützt ein Ueberzug von harzigen Substanzen, und auch dem Feuer soll es äußerst wenig zugänglich sein. Doppelmord. Im Dorfe Klingenmünster bei B«rgzabern erfchofs der Forstwar! Kuny die achlzehn-jährige Tochter eines dortigen Wirthe», weil diese ihm, der doppelt so alt war wie sie, auf seine Werbung einen Korb gegeben hatte. Kuny richtete seine Büchse au» dem ersten Stockwerk des Bahnhostrakte» aus da» Mädchen, al» diese« mehrere Freundinnen zum Bahn-Hofe begleitete, und schoss sie durchS Herz. Mehrere Männer stürmten alsbald in da» Hau», um den Mörder zu ergreifen. Ruhig lieb er sich verhaften, kurz darauf brach er zusammen, er hatte Strychnin genommen. Hrmneruvgsseier an die Schlacht bei Zenta. Am 11. September des nächsten Jahre» werden es zweihundert Jahre, dass Prinz Eugen von Savoycn, .d«r edle Ritter", bei Zenta den großen Sieg über die Türken erfocht. Diese zweite Säcularwende wird die Stadt feierlich begehen. In ihrer unter dem Vorsitze deS Bürgermeister» Boromißa stattgehabten General-Versammlung fasste sie den Beschluss, anlässlich dieser Feier dem Sieger Prinzen Eugen ein Standbild zu er-richten und zu dessen Enthüllung die Regierung und da» Abgeordnetenhaus einzuladen. Ob e» der magvarische Chauvinismus auch dort wagen wird, den Sieg deutscher Waffen al» eine magyarische That zu feiern? Zttutthat in einem Wirthshause. In die K.'sche Wirthschaft in Heerlen (Holland) drangen während der Wirth abwesend war, drei al» roh und streitsüchtig bekannt« Menschen, zwei Brüder Krombach und ein ge-wisser Jüngst, ein, zerschlugen die Möbel und überfielen die allein im Hause befindliche Wirthin, welche so schwer mißhandelt wurde, das» sie »odt zusammenbrach. AI» die Raufbolde aus den inzwischen zurückgekehrten Wirt! eindrangen, feuerte dieser mehrere Schüsse au» einem Revolver ab. Einer der Brüder Krombach stürzte in'» Herz getroffen todt zu Boden, der andere erhielt einen ..Deutsche Macht" Schuf» in die Seite. Jüngst ergriff die Flucht, wurde aber ergriffen und verhaftet, ebenso kam der bedauern»-werth« Wirth vorläufig in Haft. Der „sächsische Kammerflein", Fr«ih«rr von Schorlemer-Alst, über dessen Wechselfälfchungen im B«-trage von mehreren hunderttausend Mark wir berichteten, dürfte nun thatsächlich vor dem Gefängnis glücklich bewahrt bleibe». Wie nämlich mitgetheilt wird, ist der edle Freiherr auf Grund eines Gutachtens feiten» sein«» früheren HanSarzte» au» der Haft entlassen und zur „einsttveiligen Beobachtung' nach der Irren-Anstalt Sonnensteiu geschafft worden, trotzdem ei» gleichfalls eingeholtes Gutachten de» beeideten GerichtSarzte» Medi-cinalraih Dr. Donau dem ersteren strack» zuwiderläuft und Schorlemer als «inen g«istig ganz normalen Men-schen bezeichnet l Nun soll noch vom Director der Heilanstalt ein drittes Gutachten gefordert werden. Wie dies lauten wird, liegt wohl auf der Hand! Polksschutunterricht. Herr Levasseur von der statistischen Gesellschaft in PariS bat eine Studie über den Volksschulunterrich! verfasst, der folgend« Angaben zu entnehmen sind: Frankreich mit 38 Millionen Einwohner hat 151850 Lehrer und 81.897 Schulen. Deutschland mit 47 Millionen hat 122 462 Lebrer und 47.391 Schulen. Italien mit 30 Millionen hat 54.193 Lehrer und 53.639 Schulen, England mit 35 Millionen hat 45.434 Lehrer und 19 498 Schulen, Russland mit 87 Millionen hat 34.487 Lehrer und 47.970 Schulen, Spanien mit 18 Millionen hat 33.54t) Lehrer und 9550 Schulen, Belgien und Holland mit 10 Millionen hat 15.192 Lehrer und 4215 Schulen, die Schweiz mit 3 Millionen hat 9239 Lehrer und 5988 Schulen. Der Kaiser, die Kaiserin und das Lanoe. Aus London schreibt mau den „M. A. N.": Mr. Poltnev Bigelow erzählt im »JeLer", wie er herausfand, da!» Kaiser Wilhelm doch nicht so allmächtig sei, al» er ge-glaubt hatte. Mr. Bigelow hatte dem Kaiser ein kleines amerikanische» Cano« mitgebracht und e» ihm selbst auf der Spree vorgerudert. Da« Canoe gefiel dem nauthifchen Auge de» Kaiser» so wohl, das« er schließlich ausrief: .Alle meine JungenS müssen Canoe sahren lernen!" Mr. Bigelow war glücklich. Kur, daraus sprach die Kaiserin mit ihm über das Cano« und er setzte mit Feuer auseinander, wie herrlich e» sei, einen schnellen Strom hinabzuschießen durch schäumend« Wellen und zwisch«» drohenden Fels«n. Di« Kaiserin theilte jedoch seinen Enthusiasmus keineswegs — zum Mindesten nichl für ihre Kinder. .O nein, e» ist zu gefährlich. Ich werde meine Kinder in kein Canoe lassen." — .Aber Majestät," protestiert« Mr. Bigelow. .der Kaiser hat e» schon erlaubt." — „C daS mag sein," war die Antwort, die da» sanfteste Lächeln begleitet«, „er mag Kaiser von Deutschland sein, ich aber bin d«r Kais«r der Kinderstube.' Das Feven eines Amerikaners besteht »ach Ansicht einer angto-amerikaniichen Zeitung in der Kindbett au» Schmerzen beim Zahnen, im Jünglingsalter au» Liebe»schinerz«n, im Mannesalter au» Magcnschmerzen und im Aller auS Furcht vor dem Tod«, noch verbittert durch die G«wifehril, dass nach d«m Tod« die Advokaten da» Testament anfechten und den größten Theil de» Vermögen» für sich nehmen. Aus Stadt und Land. Die Aezirksvcrtretung <£UK hält Montag den 27. Ju'.i um 9 Uhr vormittags im Schwur» gerichtSsaale oder wenn derselbe infolge Verlängerung der SchwurgenchtStagung nicht verfügbar wäre im Sitzungssaale des KreiSgerichteS (2. Stock) die begründende Versammlung mit nachfolgender Tages-ordnung: 1. Prüfung der Wahlacten, 2. Entscheid dnng über die Zulassung der Gewählten, 3. Wahl des ObmanneS. seine« Stellvertreters und des Be-zirk«an»schusses. Der Eintritt ist nur den mit Wahl» certisicaten versehenen Mitgliedern gestattet. Der Killier Wännergcsangsverem wird sich an dem deutschen Sängerbundesseste in Stuttgart korporativ betheiligen und auf der Hinreise auch an einem Festabende in München theilnehme». Die Fahrt unserer wackeren Sänger nach Deutschland hat ihre ganz besondere Bedeutung. Die Cillier Sänger werden nicht blos die ideale Einheit des ganzen großen deutschen Volkes bekunden: sie werden auch, gleichsam in Vertretung der Sudmarkvefte Cilli. den Dank der Siadt zum Ausdrucke bringen für die opferwillige Mitwirkung der Volksgenossen im deutschen Reich« bei der Schaffung unserer hei-mischen Bollwerke: Deutsche» Studentenheim und deutsches HauS. Unsere Brüder im Reiche sollen sehen, dass die deutschen Cillier Männer sind, die das Herz am rechten Flecke haben; unser inniger Dank' der in der Sänge, fahr! einen erhebenden und besonders seierliche» Ausdruck finden wird, soll den Reichsdeutschen sagen, dass Cilli ihrer Beihilfe, ihres nationalen Opsermuthes würdig ist. Die Brüder im Reiche werden in der Sängerfahri einen neuen Ansporn erhalten, in der Opserwilligkeit für unser» nationalen Stiftungen nichl zu erlahmen. Den wackeren Cillier MännergesangSverein beglückwün-schen wir aber zu seinem nationalen und local-patriotischen Beginnen, welches 'hm den herzlichste« Dank der Bevölkerung Cillis eintragen soll und wir». ßillier Hewervevund. Dienstag Abend jand im Hotel „Elefant" eine Versammlung des Cillier Gewerbebundes statt, zu welcher sich zahlreiche Ge-werbetreibende der Siadt Cilli. Herr Bü^germeiii« Gustav S t i g e r. niehrere Gemeinderäthe, der Ob-man» deS Deutschen Vereines, Herr Dr. von Jabornegg, Herr Badebesitzer G u n k e l au® Tüffer, sowie als Regierungsvertreter Herr Commiksär Pichler eingefunden hatten. Der Lbmann de» Gewerbebundes. Herr Altziebler. eröffnete du Versammlung, indem er die Beschlußfähigkeit 'erstellte und die Anwesenden begrüßte. Der Schrni-sührer Herr Wilhelm Higersperger verlas Mi Verhandlungsschrift der letzten Sitzung, welche ge-nehmigt wurde. Der Vorsitzende erstattete den Thätig-keitsbericht, woraus wir hervorheben, dass die Petition betreffend die Regelung deS Hausierwejens dem geordneten Dr. Foregger übermittelt worden ist Die „Angelegenheit Wratschko" — Lieferung der Särge durch heimische Tischler — ist in den letzien Gemeindeausschusssitzungen in befriedigender Weise erledigt morden. WeiterS verliest der Vorsitzende die Einläuft. Darunter besindet sich eine Huschrvt der Handels- und Ge rerbekammer über die A»«-stelliing in Paris 1900. DaS Ansuchen um nebmigung der Statuten des zu gründenden Ge-noffenschasiSverbandes wurde vo» der Ztatthalierei wieder zurückgewiesen, weil sich einige formelle Versehen, darunter auch ein — Schreibfehler, em,!«-schlichen hatten. Der zweite Punkt der TagesorS-nung bildete eine ebenso rege, wie sachliche Besprechung der LandiagSwahl. Der Gewerbediind wird in Gemeinschaft mit dem Cillier Deutschen $«< eine die Agitation durchführen. Ueber Antrag dei Herrn Schön wurde beschlossen, dem Landia.i?-abgeordneten Dr. Wokaun für seine effrrge Thälig-keil im Landtage den Dank zum Ausdrucke zu bringen. Die Hundstage, die Tage der Gewitter imd Sommerschwüle. bilden jenen Theil des Jahre», in dem alles. waS noch an aligermanischen Gonn-sagen tni Volke lebt, zu neuem Leben erwacht. fö ist die Zeit, wo der wilde Jäger zieht. In Sei Dörfern lebt mehr als ein alter Bauer, der m nächtlicher Zeit das Räderrollen und Rüden.'eUe» gehört haben will. In Wirklichkeit ist die aaazt Sache nichts als der Rest eines alten Geiviticr-mythuS. Das Unwetter selbst wird darin sqa> bolisiert. Den Donner vertritt das Peitschenknallen und Räderrollen, unier den gespenstige» 'Keilern hat Ulan sich von dem S»urm gehetzte Wollen zu denken. Die Rüden charakterisieren den Gewiner-wind. Im Havellande lauft, der Sage nach. der wilden Jagd ein wunderschönes Weib voraus; t* ist die «reiße Wetterwolke, die dem Gewitter ?or:i-geht, in der Odergegend heißt sie sogar daS V!>y kerlchen. Auch die Vorstellung des Sturme? al» eines wilden gefräßigen Hundes ist in der Mark allgemein verbreitet. In Angermünbe warf man noch zu Ansang dieses Jahrhunderts Mehl in Siurm. um seinen und seiner ttinder Hunger \u stillen; dabei wurde gerufen: „Wind, Wind, loch ein Mus für dein Kind!" Der wilde Jäger ist kein anderer, al» Wotan, der Sturmgott: darauf deutet schon die Schilderung der Sage: wie der Herrscher der Asen kommt er auf falbem in breitkrämpigem Hut und flatterndem Mantel. Wie unfere Bauern noch an ihm hängen, zeigen die mannigfachen Ernteopier. In der Priegmtz läsii man ihm und seinem Rosse die letzte Garde ans dem Felde stehen und diese heißt direc« „Vergoden«-deel/ d. h. Herrn Wotan's Theil. Auch in and.ren Landstrichen der Mark bringt ihm daS '!?olk noch in Gestalt von Garben Dank, und Biltopser dar Die Welt nennt daS Aberglauben, es ist aber nichl! als alteS Germanenthum. Auch die Furcht vor dem Blitze hat hier ihren Ursprung. Wer dem Wote nachrust oder ihn verhöhn», wird vo» der nuD-n Jagd zu Boden geritten, heißt es in der 5age. und noch heute warnt der uiärkische Bauer: Wer in den Blitz schaut oder niil den Fingern darnach weist, den erschlägt er. Anvorsichtiger Radfahrer. Am 1*. d. Ä. Nachmittags suhr der Maler Joses Ledineg ans Gaberje mittelst Fahrrades von der Grazerstraß« in die Grabeugasse derart unvorsichtig, dass er a« der Biegung in die letztere ein Landschulmädchen zu Boden rannte. Das Mädchen erlitt leichte Ver letzungen, konnte indess seinen Weg fortsetzen. Zluglückssall. Am 17. d. M. Nachmittags stürzte die im Gasthause „zum Hirschen" wohnhafte FiakerSgauin Äloifia Oset von einem im dortigen Hosraume vor dem Stallgebäude befindlichen ca. 4 Meter hohen Stiegenplaieau aus den steinigen Voden des HoseS und erlitt schwere Verletzungen am Kinne und im Kniegelenke. Gerade vor JahreS-■ frist, beinahe zur selben Stunde, stürzte von derselben Stelle der damalig« Pachter des Stallgebäudes . herab und brach sich beide Arme. Nun dürste die | zesährliche Stiege wohl bald verwahrt werden. I bevor sich ein dritter Unfall ereignet. Aad Acnhans. Donnerstag, den 23. Juli I fwdtt hier ein Benefiz-Concert zu Gunsten deS I CapellmeisterS Franz Cxner statt DaS Programm > dieses Concertes ist abwechslungsreich zusammen-I gestellt und enthält auch eine Eigentondichtung deS ! Benefizianten. den flotten Galopp „Schwalbenflug". X>o£T bei Kraknigg. Ein frecher Einbruch wurde vergangenen Samstag den ltt. Juli in der Pfarrkirche zu DoU verübt. Als nämlich der Meßner m der Kirche Umschau hielt, bemerkte er die Opser-stocke geöffnet. Bei genauerem Nachsehen fand er, dass sie gewaltsam gesprengt und ihres Inhaltes beraubt waren. Mnthmaßlich mag ein Betrag von beiläufig .'>0 fl. geraubt worden fein. Die frechen Einbrecher, von welchen leider keine Spur zu finden ist, dürsten die That am Tage begangen haben. Unter jeder Bedingung waren die frechen Diebe mit den örtlichen Verhältnisse» gut vertraut und werden daher dieselben nicht weit zu suchen sein, l Identisch müssen diese Langfinger mit jenen, vom rorigjähiigen. bei Siauser in DoU während der ftrühmess« verüblen Einbrüche sein. Es find sonach sicher Einheimische, die so kühne und freche Dieb-I stählt verüben. Hoffentlich wird man ihrer doch und zwar recht bald habhaft. Vielleicht erfährt man dann auch etwas über den mysteriösen Dieb» stahl, verübt an der Trisailer Posojilnicu. vermischtes. Anterdrücknng deutscher -Hitnfl in Angarn. Im Handumdrehen, ohne viel Aufsehen zu macht», ohne irqend Jemanden zu fragen oder einen Be-jchlujs einiuhole», hat der ungarifche Minister deS Jnneiii eine Entscheidung getroffen, deren Folge die Auslassung aller deutschen Theaterunlernehmungen in ganz Ungarn in absehbarer Zeit sei» muss. Er hat ganz einfach beschlossen. Niemandem mehr, er möge sein, wer er wolle, eine Befugnis für ein dkutfcheS Theaterun«ernehnun zu bewilligen. Stirbt ein deulfcher Bühnenleiter oder legt er seine Be-sugms auS irgendwelchem Grunde zurück, so fällt damit das ganze deutsche Theater; denn einem sich meldenden Nachfolger wird die Befugnis zur Führung ewtS Theaters, in dem deutsch gespielt werden soll, ohne jedwede Angabe von Gründen verweigert. Dazu bedarf es keiner Gesetze, keiner Erlässe; das liegt in der Macht der — „Executive"! Thatsächlich ist ein solcher Fall bereits eingetreten. Das Zominerlheater in Pressburg, in dem seit Menschen-gedenken alljährlich eine deutsche Gesellschaft spielte, steht H ute ohne Leiter da, weil Niemand, der sich um Bewilligung zur Weitersührung des Unternehmens »ach gleicher Art an das Ministerium wandte, eine vefugnis erhalten konnte. 30.000 Deutsche stehen m Pres»burg 5000 Magyaren gegenüber, und diese 3U.000 Teutschen werden plötzlich ihres Schauspiel-Hauses beraubt! Aus Pressburg können morgen schon TemeSvar und dann auch Kronstadt und Hirmannstadt, die Sachsenburg, folgen. Beschwerde giebt »s dagegen keine: da» versügt einsach der Mmister. Noch bestehen — abgesehen von einigen Gut; geringfügigen, nicht in Betracht zu ziehenden Wandertheatern — drei Befugnisse für Theater-Unternehmungen in Ungarn zu Recht, deren In-Hader deutsche Theater leiten. Lause» diese aus irgendwelchem Grunde ab, so ist damit da? deutsche lheater in Ungarn gewesen, die Millionen Deutschen stehen ohne Bühne da. aus der ihre Muttersprache zur Geltung gelangen könnte. Und deutsche Reichs-rathSadgeordneie reisen nach Ofen-Pest, um den Jahrlciusendschwindel unserer nationalen Feinde ver-herrlichen zu helfen, und lassen sich von diesen an Festtafeln füttern und hallen phrasenhafte Tischreden zu deren Lobe! Psui über solchen ehrvergessenen Schänder deS ruhmvollen deutsche» Namens! Per verkannte ZLeisterriuger. In dem un-garischen kampseSmulhigen Provinzstädtchen B. wird die Ärafiproduction am höchsten geschätzt unier allen Arte» der Kunst. DaS Werfen von Gewichten wird z, B. in B. leidenschaftlich betrieben, besonders aber daS Werten mit Liter- und Syphonflaschen. Auch da» Weilringen steht aus der Tagesordnung. In ies e BeHand-lung. Kehrt jedoch ein Exemplar in die Wildnis zurück, so ist alle Mühe sür daS Wiedereinsangen vergebens, was sich hauptsächlich bei den älteren Exemplaren bemerkbar macht, jüngere sind über-Haupt leichter einzusangen und zu zähmen. Das Telegraphieren mit den Augen. Vor mehrer. n Jahre» erichien ein Taschenkalender. in dem Regeln über vie Sprache der Augen mitge-theilt wurden. Für Diejenigen, welche diese Kunst erlernen wollen, mögen einig« Regeln hier verall-gemeutert werden. Die Auge» schließen, bedeutet: „Ich denke Dein!" Das rechie Auge schließen, meint: „Sei verschwiegen^" Schließt sich das linke, so ist damit gemeint: „Sei geduldig!" Beide Augen ausreißen: „Ich bin eifersüchtig!" Wer zum Himmel blickt, saut damit: „Ich warte!" Wer mit dem rechten Auge zwinkert, will ..warnen!" Zwinkert daS linke Auge, so verheißt daS Zeichen Gutes, nämlich: „Komm' an die bewusSte Stelle!" Will Jemand sagend „Ich bin sterblich verliebt!", so be-deckt er beide Augen mit der Hand. Wer mit dem Zeigefinger daS rechte Auge berührt, der verkündet: „Du wirst einen Brief erhalten!" Wird daS linke Auge berührt, fo heißt eS: „Für den Augenblick kann ich nichts verspreche» I" Die größte Aaggermaschine der Wett. Diese enorme, vom Ingenieur Lindon W. Bates con-strnierte Maschine wurde nun einer ersten Probe unterworfen. Die Maschine grub, wie wir einer Mittheilung de« Paienl-Bureau I. Fischer in Wien entnehmen, in der Stunde 5820 Kubikmeter Material auS. Die Bedingungen waren allerdings sehr günstige; dennoch ist die Leistung ungeheuer, wenn man bedenkt, dass die ausgehobene Erde einem 6 Deutsche Macht 1896 Graben von 3 Fuß Tiefe, 5V Fuß Breite und 1400 Fuß Läng« entspricht, demnach eine AuS-grabung, die unsere Straßen gewöhnlicher Breite in einer Strecke von 500 Metern binnen einer Stunde um drei Fuß vertiefen würde. Der un-geheuere Fortschritt, der mit diestr Maschine für ErdanShebungSarbeiie» gemacht ist. tritt besonders hervor, wenn man in Betracht zieh», dass die mäch« tigsten Maschinen, die kürzlich erst sür den Chicago« Emwäsferungscanal Anwendung fanden, nur 129 Kubikmeter pro Stunde leisteten. Acethyrengasvelcuchtung für Kisenbahn und Kramway. Man hat soeben in Paris einen Versuch zur Beleuchtung von EifenbahuwaggonS und Tram-wah'S mit AcethylengaS gemacht. Wie uns das Patentbureau I. Fischer in Wien diesbezüglich mittheilt, ist ein Gaserzeuger im rückwärtigen Theile deS Wagens unterhalb der Slusen angebracht. De>-selbe enthält Calcium-Carbid und Wasser und wiegt mit Füllung 27 Pfund. Dieser Genrator kann 35 Cubiksuß GaS erzeugen, dessen Beleuchtungskraft 15mal so groß ist als die des gewöhnlichen Kohlen-gaseS. Das Licht soll so gut sein, dass man überall im Wagen ohne Anstrengung kleinen Druck lesen kann. Die Kosten sollen geringer sein als bei Petroleumbeleuchtung, doch bedarf es erst längerer Versuche, um diesbezüglich zu einem schlüssigen Urtheil zu kommen. Woher kommt der Name „Anvezahl" l Dass der Name des unS allen seit der Kindheit wohlbekannten ungeschlacht-guimüihige» Polter-geistes deS RiefengebirgeS daher komme, dass ihm einst, da er auf Freierssüßen ging, die Ausgabe gestellt worden sei, einen Acker Rüben zu zählen, gilt wohl den meisten alS ausgemachte Sache. Diese so plausible Deutung lässt indessen die gmnani-stische Wissenschaft nicht gellen: ihr zufolge ist der Ursprung des Namens der folgende: Die Gestalt des Rübezahl ist die aller religiösen Momente ent-kleidete Karrikatur, die die germanischen Besiedler Schlesiens aus dem obersten Gölte Svanteoit der hier vordem wohnenden Wenden machten. Da zu den Attributen dieses GoiteS auch, wie beim mitiel-alterlichen Teufel, eine Art Schweif gehörte, so veranlasste dies den charakteristischen. Spottnamen .Rübezagel" gleich Rübenschwanz, aus dem all mählig Rübezahel wurde. Gleichzeitig mit dem Auf-kommen deS Oberdeutschen als Schriftsprache ging aber das Verständnis diese» ursprünglich niederdeutschen Bestandtheiles „Zaget" oder „Zahet' verloren. (DaS Wort ist noch heute in vielen Mund-arten Norddeutschlands und im Siebenbürgen Sächsisch erhalten; vergleiche auch englisch tail.) So entstand das Bedürfnis nach einer neuen Ety-mologie des unverständlich gewordene» Wortes, das erst zur Bildung der bekannten Sage führte. Schwurgericht. Killi, am 2V. Juli. In den Pfarrhösen. Vorsitzender Herr Kr.-Ger. Präs. v. Ullepitsch, öffenl-lich« Ankläger Herr St.-A. Dr. Gatt»', Vertheidiger Herr Dr. Sajovic. Joses Oset, 36 Jahre alt, kath., ledig, vagierendcr Tagwerker aus Brezje bei St. Georgen, hatte sich wegen des Verbrechois des Diebstahles zu v«antworien und zog seine Verantwortung in ein offenes Geständnis aus. welches durch die Aussagen d« Beschuldigten Andreas Winkler, Markus Perl und Theresia Url bekräftigt wurde. Der Beschuldigte ist nämlich in der Nach« auf den l. April 1896 in den versperrten Pfarr-hos in Tamsweg gedrungen und hat dem Dechant Andreas Winkler in Scheidemünzen, Papier- und Silbergeld mindestens 107 st. 50 kr. und einen Franz JosesS-Orden gestohlen und in der Nacht auf den 19. Mai 1896 drang er in den verspenten Pfarrhof in Straßgang ein und stahl dem Dechant Markus Perl 2 Schinken und Cigarren im Werthe von 10 fl. und dessen Wirthschaft«!» Theresia Url goldene und silberne Armbänder. I Broche auS einem Maria Theresia-Thaler, einem Ducaten und einem silbernen Blatt, 2 Paar goldene Ohrgehänge. 2 Paar goldene Ohrringe, I Halskette auS rothen türkischen Perlen, 1 goldenes Kreuz, I kleines Messer, 3 gol-dene Ringe, I silberne Damen-Remontoiruhr mit silberner Uhrkelle im Gesammtwerthe von 1-17 fl. Joses Oset wurde seit seinem 16. Lebensjahre sechs-mal wegen Verbrechens des Diebstahles, einmal wegen DiebstahlStheilnehmung und zweimal wegen Uebertreiung des Diebstahles abgestraft und hat als» bald nach Verbüßung der ihm andictierte» Strafen wieder Diebstähle verübt. Mit Rücksicht darauf kann wohl mil aller Berechtigung gesagt werden, dass er sich das Stehlen zur Gewohnheit gemacht habe. UeberdieS ist Oset geständig, dass er von der Be-zirkShauptmannschaft Cilli unter Polizeiaufsicht ge- stellt, die ihm bestimmte AufenthaltSgemeinde Zt. Georgen verlassen hat. Ueber Wahrfpnich der Ge-schworenen wurde er wegen Verbrechens des Dieb-stahles zum schweren Kerker in der Dauer von sieben Jahren verurtheilt. Im Pfarrhofe Feuer gelegt. Vor» sitzender Herr Kr.-Ger.-Präs. v. Ullepitfch, ösfent-lich« Ankläger Herr St.-A. Dr. Galt?, Vertheidig« Herr Dr. Sajovic. Die -12 Jahre alte Taglöhnerin Maria Tfchantsch hatte mit dem Gemeindesecretär in St. Jlgen einen Streit, worüber sie in Zorn pe-rietv, weil sie der Meinung war, der Psarrer sei daran schuld, dass sie von der Gemeinde schlecht behandelt werde; sie fasste daher den Cntschluss das Wirtschaftsgebäude des PfarrhofeS in Brand zu stecken, waS sie auch am 9. Juli d. I. gegen 7 Ubr Morgens ausführte. Es war nur ein glück-lich« Zufall, dass dem Pfa«er nicht mehr als Heu etwa 5V Centner verbrannte. *Jlach dem Wahr-spruche der Geschworenen wurde die Angeklagte wegen deS Verbrechens der Brandlegung, weil sie eine Handlung unternommen hatte, aus welcher nach ihrem Anschlage Schaden an sremdem Eigenthum« entstehen sollte und wobei daS Feuer auch ausgebrochen ist, zum schweren Kerkcr in der Dauer von 5 Jahren mit einmal Fasten allinonat-lich verurtheilt. Die Schwiegermutter. Borsitzender Herr Kr.-Ger.-Präs. v. Ullepitsch. öffentlicher Ankläger Herr St.-A. Dr. Gallv, Vertheidiger Herr Dr. Siepischnegg. Am 4. Februar heirathete der 27 Jahre alte Franz Rachle, landwinhschaftlicher Hilf»-arbeit« in Stertenik, die Landwirthin Franzisca Hren. E» kränkte ihn allgemein tief, dass er vom Miteigenibume des Anwesens ausgeschlossen blieb, man ihn zur Leitung der Wirthschaft nicht zuließ und dass man seiner Meinung in wirthschaftltchen Fragen keine Beachtung schenkte. Das gab nun zwischen ihm und sein« Schwiegermutter, der er alles dies zuschrieb, zu Streitigkeiten AnlasS, so auch am 30. Mai 1896, nachdem er dieselbe am «5. Jänner l. I. wegen eine» Todtenmales, vo» welchem die Schwiegermutter sein« Gattin abgehalten hatt«, schwer verletzt und deswegen vom Erkenntnisgericht Cilli mit 6 Monaten Kerker bestraft wurde, zu einem neuerlichen Streit AnlasS, indem er dieselbe am offenen Felde mit einer Erdhaue derart schlug, dass sie an den dadurch erhaltenen Verletzungen erlag. Er war seiner That geständig und wurde über Wahr-spruch der Geschworenen wegen deS Verbrechens deS Todtschlages zum schweren vierjährigen mit Fasten, hartem Lager und dunkler Hast verschärften Kerker »«urtheilt. Im Weingarten. Vorsitzender Herr Kr.-Ger.-Präf. v. Ullepiisch, öffentlicher Ankläger H.rr St.-A. Dr. Galle, Vertheidig« Dr. Sajovic. Am 20. .Juni d. I. entstand zwischen dem 36 Jahre alten Knecht Valentin Kovac aus Kalobje und Jakob Arlie im Weingarten des Anion Kopriuc in Kravidol, wo beide als Häuer beschäftigt waren, ein Wortstreit, der den Kovac so ausregte, dass er dem Arlic mit der Haue einen solch wuchtigen Schlag auf den Kops versetzte, dass er in Folge Zertrümmerung des Schädeldaches an Gehirnlähmung starb. Der seiner That vollkommen geständige Valentin Kova^ wurde üb« Verdikt der Geschworenen wegen deS Verbrechens des Todtschlages zum schweren Kerker in der Dauer von 4 Jahren. verschZrst mit Faste», hartem Lag« und Dunkelhas» verurtheilt. Schrifttum!. (.»•in entzückendes Bild erregt in der diesjährigen Berliner Kunstausstellung allgemeines Ausfehen durch seine ganz besondere Eigenart. Es ist dies „Klaplxrsiorchs Musterlager" von Georg Schöbet, aus welchem der .Wnftler mit durchgeijtigtem Humor z«m Ausdruck gebracht hat. das» wir Alle vo» Storches Gnaden sind. Die bekannte Familien-Zeitschrift „Für Alle Welt" (Deutsches Verlagshaus Berlin ff, Preis des Bicrzehntagsheftes <0 Ps) Hai dieses Bild in vorzüglich gelungenem Aquarell-Facsimiledriick herstelle» und ihrem soeben erschienen.'m ersten Hefte deS neuen Jahrgangs als Estrakunstbeiiage eingesagt. Da steht Freund Adebar — nur an ihm allein liegt es. als was wir aus die Welt lammen sollen, von welcher Lagersorte er unseren Eltern ein Exemplar in die Wiege legen soll. Genau »ach dem Eingang der Bestellbriefe wird versendet, trotz 'eines GejchäflSernIleS macht eS dem lieben Storch aber Späh, nichl genau nach der Bestellung zu esseltuiren, und da Umtausch nicht gestattet ist, müsse» die Eltern mit der Sorte zufrieden sein, die der Storch ihnen bringt. Er tonnte sich schon nach unseren Wünschen richten, denn er Hai ja Alles auf Lager. Zukünftige Könige, denen das hohe Ami. das sie einst bekleiden sollen, schon ihren Stempel ausgedrück bat, leichtlebige Künstler, schneidige Soldaten, lebenslustige Studenten und zimperliche Dämchen, ja — er kann's sogar, der liebe Siorch, und er thuls auch zuweilen: Ein Pärchen legt er in dieselbe Wiege, aus dem lich ein verbrecherisches Scheusal und ein kaltherziger strenger Jurist entwickeln. — Chne die Kindlichkeit der Gesichter irgendwie zu beeinträchtigen, hat Schöbel jedem eine äußerst packende Charakteristik gegeben, und besonders in der Auswahl der Attribute der einjelnen Menfchenione» ist er mit ebensoviel Poesie, als ^uraor vorgegangen. Geradezu verblüffend wirkt der zukünftige Student, dessen Wickelkissen sogar schon mit dem GerichtSosllziehersiegei geziert ist. Et ist eben dabei, dem zimperlichen, darod zeternden zukünftigen Goldfisch heimtückischer Weise die Milchflasche zu leeren nud wird dabei von dem amtZeifrigeil zukünftigen Nachtwächter attrappirt. Wer kann sich bei« Anschauen dieler köstlichen Kinderbilder wohl eine« herz, erquickenden Lachens erwehren?! FRIIZ RASCH, Buchhandlung, CILLI.' Briefkasten der Verwaltung. Herrn St. B. in St Wir übergaben Ihre Beschwerde der Post. Wir senden alle Zeitungen auf einmal zur Po» und wenn Sie unsere „D. oft um 2—3 Tage fväier erhallen, so liegt jedensaUS eine Ungehörigkeil vor und iwar — wie wir mit Recht annehmen dürfen — in der pottaliidwi Beförderung. Wollen Sie. wenn diese .Ungehörigteilen" nicht aufhören, unter gleichzeitiger Mittheilung an uns beim dortigen Postamt« Beschwerde erheben, dieser Art wird es schon möglich sein, die eigentliche Ursache »u entdecke» — Dass Sie die Zeitung vom 28. Z»ni erst am 19. I»U erhielten, giebt uns den besten Beweis, dass die Ungehörig!?»! auf Seite der postalischen Besörderung liegt. Nach Marburg. Bezüglich Ihrer Beschwerde gilt Aehnliches wie oben gesagt. Wir senden Ihre Exempla« in rother Schleife mit Vermerk „Bahnhos Marburg" — Bitten auch dort zu reclamieren. Eingesendet. Ausrvs zu Sammlungen für verlach in Körnten. In der Nacht vom 13. aus den 14. ^uli d. I. ist der Ort Ferlach in Karinen von einem schweren Brandunglücke heimgesucht worden. 12 Häuser. 6 Wirthschasksgebäude und 29 Dächer find ein Raub der Flammen geworden: über 100 Per* sonen sind obdachlos. 3 schwer verletzt; der Schade betaust sich auf 60—70.000 Gulden. Hülse für die arme Gemeinde ist dringend geboten. Tie Leitung veS Vereines Südmark ha«, getreu ihrer Pflicht und Aufgabe, den bedrängten Stammesge-»offen beizustehen, aus eigenem Antriebe der Orts-gruppe Ferlach auS Vereinsmitteln den Betrag von 100 Gulden zur Vertheilung an nothleidend« Volks-g«nofs«n übersandt. Auft« Stande, mehr beizu-steuern richtet sie an die Mitglieder des Vereines die dringende Bitte, zur Linderung b«J)iotl) beizu-tragen. Jede Ortsgruppe soll ein« Sammelslelle sein und die einlausenden Hülssgeld« an den Oder-förster Arthur Rein« zu Ferlach in Kärnten em-senden, der V«einsleitung aber zum Zwecke der Ausweisung von dem Ergebnisse der Sammlung Mittheilung machen. Die Leitung des Verein«« Südmark. Wir machen unsere Herren Leser auf das heu-tige Inserat der Firma Franz Joses Schalter. Klattau, Böhme», aufmerksam und empfehlen diese zu Le-stelluiigeii bestens. Sie kaust auch jedes Ciuantna getrockneter und frischer Speiseschwämme und aller Waldproduete. Versendung vou allen Sorten Blume« durch die Monate Juni. Juli, September und Oktober. M«trowic> den 3. Zum l Wohlgeboren Franz Giacomelli Wie». Bestätige Ihnen hiemit dankend, daß ich mit Ihre» Kindernährmehle die Anwendung bei meinem «inde ver-suchte und auch den besten Erfolg erzielie. da das flirt wirklich wunderbar heranwächst. 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Auszahlungen für Ver9icherungs- und Renten-Verträge nnd fflr Köckkäufe etc. seit Bestehen der Gesellschaft (1848) . . . Während des Jahres 1894 wurden von der Gesellschaft 9233 Polizzen über ein Capital von.......... P ausgestellt — Prospecte und Tarife, auf Grund welcher die Gesell »chaft Polizzen ausstellt, sowie Antrags-Fornuilare werden unentgeltlich ausgefolgt durch die erlaubt sich ein P. T- Publikum einzuladen «SS^S M. Trattnik. HA Hirn" anerkannt unentbehrliches Z ii I» ii p ii t as m i ttol viele nilJJOXKÜi male erpropt nnd bewährt, zahnärztlich empfohlen als bestes Erhaltungsmittel gesunder und schöner Zähne «p-in 9'Xl—>30 jVtineralwässer frisch angelangt; Landseliuttl. Rohitaeher «43—60 Radeint-r Mattoni* Giesshiibler Karlsbader Mübibrunnen Gleichenberger Kmmaquelle Wildunger Helenenquelle Original Selters (iuberquelle Ofener Bltterwawer bei Victor Wojjstt in Cilli. 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