^ 4» Sonntag den 9. Aprlt 187k. XV. Jahrgang. »Ii „M°rbmg-r S«ii>iiig'' erscheint j-den e-niitag, Mittwoch u»d Kr-itag. Preise — sür Marburg: s-n,iShr>a S N IN» Hau» mon-ttich 10 kr. — mit P°st>>erseiid»»g: ganzjährig S fl., halbjährig 4 fl., >>ierie?jährig ZUM I. österrrichischtn Wtillbaukongrtß in Marburg.* Der Wemball ist ein so bedeutender Faktor der Urproduktion vieler Länder, die Theorie und Praxi» desselben bilde»» ein ftlbständige» und so umfangreiches Gebiet, daß man zur Ueberzeugung gelaiigt ist, daß die gemeinschaftliche Behandlung der Fragen des Weinbaues bei Gelegenheit der gewöhnlichen allgemeinen Versammlungen der Landwirthe keine erschöpftnde Erledigung zuläßt, somit die Interessen des Weinbaue» nicht in dem Maße zu fördern geeignet ist, als es die Wichtigkeit lind der Umfang derselben erheischt. Daher sind in vielen Länderi» eigene periodisch wiederkehre»lde Versamnllul»gen ftir Weinbau und wa» damit im Zusammenhange steht, eingeführt worden. Ueber Anregung der k. k Ackerbaugesell-schast in Görz wurde bei der au« Anlaß der Regionalausstellung in Trient in» Sept. 1875 abgehaltenen.Versammlung der österreichische»» Weinbauer beschlossen, Weinbaukongresse für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder eii»zuführen, und es wurden als Vor« orte für den ersten, im Jahre 1376 abzuhaltenden Kollgreß die Stadt Marburg und für den Kongreß vom Jahre 1877 die Stadt Görz gewählt. Der Kongreß in Marburg wird an; 20., lind 23. September 1876 abgehalten, u»ld nlit demselben ei»« Ausstellung von Wei-nen, Trauben und anderen Prodl»kten des Wein- * Diese Einladuttn wird in 10V0 deutschen und öov italienischen Ezemplnren an hervorr^igende Weingarten-Befij^er Oesterreichs versandt. Die Kragen, nl'er welche der Weinbankongreh vechandeln wird, haben mir schon mitge-theilt. Anmerknng der NedaNion. baues, von Geräthe»», Maschinen und Lehrmitteln sür Wei»»bau und Kellerivirthschaft verbunden werden. Die Zwecke, welche durch die österreichischen Weinbaukongresse versolgt werden sollen, sind zweierlei: In der einen Richtung hal»delt es sich um die Pflege der Wissel»schast und aller jener Theorien, auf deren Grundlage allein ein sicheres und geregeltes Vorwärtsschreiten ii» der Praxis denkbar ist. In der anderen Richtung aber soll die Wissenschaft für die Praxis nutzbringend ge-luacht werde»», und es muß daher die Theorie auf die gegebenen Verhältnisse angewendet, mit denfelbei» in Einklang gebracht werden. In foferne es sich um die Pflege der Wissenschaft handelt, köilnei» und sollen die Kongresse einen internationalen Charakter ha-ben, da die Wissenschaft ein Gelnei»:gut der Menschheit u»ld nicht an Landesgränzen und Volksabstamlnung gebunden ist. Je weiter daher der ^reis der Theill»ehmer gezogen ist, desto reichlichere Quellen des Wissens ul»d der Erfahrung werden durch gegenseitige Mittheilung erschlossen, um so vielseitiger wird die Anregung zu neuem Forschen sein. Die Kongresse haben aber insbesondere mit Riicksicht ans die praktische Anwendung der Wissenschaft oft Aufgaben zu lösen, die anf engere Gränzen beschrä»»kt sind. Es handelt sich häufig »lm die Lösung von Frage»», u»n die Erf»lllui»g von Bedürfnissen, »velche in jedein Wei»ibaugebiete nach der Verschiede»»heit des Kli»nas, des Bodens, der herrschel»den Kultursart, des Geschmackes Ul»d der Gewohnheiten, des Absatzgebietes und der Handelsbeziehungen einen besondere»'! halbjährig 8 fl., vierteljährig 1 fl. 50 kr; für Anstellnig 2 fl. JnsertionSgebühr 3 kr. pr. Zeile. Charakter haben, welche keine allgemein giltige Lösung zulassen, sondern es müssen die betreffenden Forschungell und Studien einem engeren Weinbaugebiete angepaszt »Verden. U»n daher beiden Nichtu»lge»l gerecht zu werden, »»m einerseits der allgemein gültigen Wissenschaft bei »mseren Berathungen den ihr gebührende»! Platz einzl»rä»»»nen, andererseits aber den durch die speziellen und lokalen Ver-hältl»isse nnseres Vaterlandes bedingten Bedürfnissen und Interessen gerecht z»l werden, wnrde in den z»» Trient für Äe österreichischen Weinbaukongresse beschlossenen Statuten festgesetzt, daß die Theilnah»ne an dem Kongresse Jede»n ohlle Unterschied des Lal»deS oder der Nation gestattet sei. Zwischeil den österreichischen und dell freinden Mitgliedern besteht nur der Unterschied, daß in Fragen, die speziell österreichische Interessen des Weinbaues und Weinha»»-dels, dkr Besteuerung, der Verzollung u. s. iv. berühre»», nur den Angehörigen der i»n Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder das Stinunrecht zusteht. Obivohl die volks»virth'' schaftlichen JlUeressen der Wei»lprod»»ktion allen unter der österreichischen Kaiserkrone vereitüg-teil Länder»l ge»neinsa»n sind, u»ld eine gemein» schaftliche Behandlung erheischen, so si»»d bei der große»» Ausdehnung des österreichische»» Weinbaugebietes die Verhältnisse des Kli»nas und der Kultursart zwischen den nördlichen ul'd sildlichen Kronländern so verschieden, daß dieselben eine besondere Ber»'»cksichtigu»lg ersor-dern, und es wurde daher festgesetzt, daß die österreichischen Weinbaukougresse abivechselnd in ei»»enl Jahre in eine»n der nördliche»», »»nd i»n anderen in eine»» der südlichen Kronländer abgehalten werden sollen. Aus diese Art dürfte nebst der Pflege der A e n i t t t» t o n. Sii Gailg nach und durch Mclbourut. (Schluß.) Daher Nl»d diese auch reich »»nd wohlge« bildet, lvät)rend die n»oderl»e. l'odenlvse Masse, die tri»» Grundeigenthulu erwerben kann, el»ei»so verlu»npt und verkoinint, wie das Proletariat Englands. In Alnerika blühe»» Millio»»e»» srsier, deutscher Bodenbesitzer und Wei»»ba»iern ^die Znknllft de» Wei»»eS gehört A»nerika. »»»»d zwar den Deutschen); in Australien könneil Delitsche blos als Dienstbotei», Tagelöhl»er. Hatldwerter oder als Lehrer gedeihen, natürlich auch als Kneipiers, als »velche sie sich unter allen La»»-ge»»- und Breitengrade»» eliensalls auszeichnen. Doch wir si»ld innner noch »»icht ii» Melbourne, uud die große Laguue z»lr Rechten, das verhältnißmäßig schönste »tnd charakteristische LandschastSbild in der Nähe, hält uns noch ein Weilche»! a»»s. Mageres Gras mit ti»»igen violette»», stern-sörmigei», geruchlose»! Bl»i»nen knistert breche»»d unter unser»» Füßen. Dazwischen ei»»zelne trau. rige, blecharlige Bät»me »nit grauen» rothein. versengteiu Lallbwerk. Alles u»nher brütet un-heiinlich still in der Hitze: nur unzählige In-sekten druinn»en e»nsig umher, »»nd die Papageien, Kakad»t's, Lori'S und gespe»»stisch graue Kö»»igsfischer oder Lochvögel niit de»» seltsalnstcn aller »noiiströsei» Sch»»äbel krächze»», schi»npfen, pfeife»», lache»», schmatzen znweilen auf, toller »vie il» ei»»er Wolssschlncht des Freischütz, nl'er nicht ei»» eii»ziger kai»i» singei». Lange schwarze Schlangen mit »veiße»» rotl)en Streisen schnellen sich bei Seite u»ld werfe»» Dir aus grausamen, stiere»» Auge»; Blicke des giftigsten Hasses z»». Ans de»n Baninstninpfe, der wie ei»» riesiger hohler Zahn aussieht, starrt, wie versteint, eine vorsüildfluthliche Eidechsensorm Jgua»»a. Plötzlich rausche»»des Leben zwischen dein gelben, schilfige»: Usergrase. Bronzene Flügel und purpurile Schwänze d»lrchkreuzen die sapphirische Him-»»»elsfarbe — eins — zwei —- drei — vier Schüsse — ebe»! so viel fallende Eatel», die vo»» zerl»ln»pten, deutsch sprechenden Kerls aus^ gefischt »»nd an die Zpeisen»virthe vertäust »ver-de»». Von der Lagilne wir »lber Enlerald Hill il» die Mitte der Stadt, die in ilireii Straße»» »»nd Hänser»», in Arninth »»nd Pracht, ii» Liederlichkeit »»»»d sauberer Vorneh»»»heit so alltäglich »nodern nichtssage»ld aussieht, daß wir darüber kei»l Wort verliere«. Der Wuilder größtes auf diesen» Wege »n,d de»» Straße»» überhaupt ist die Fülle von U».» reinlichkeit »nit abgelegten, »na»» darf kauin sagen alten Sachen. Schllhe, ^trinnpfe. Hemde»», Röcke ,näi»nlichen und weibliche»» GefchlechtS, Hals-tücher, ganze Garderoben liegen anf den Straßen umhergestreut, ohne daß sie Je»»mnd beachtet oder gar aushebt, selbst we»»»» er in L»»»npen vorbeigehen sollte. Wo sind die Habichtsnasen »nit ihren» Ei»-thllsias»n»»s für „alte Sachen ?" Das Geliei»n-»»ih ist bald gelöst: erstens kostet ein Hcnid zn »vaschei» »nehr, als ei»» neues, ei»» N^ick auszubessern n»ehr als ein nener; ziveitellS »vuthet die Pest, der T»)ph»lS, in der Stadt vo»» Zelte»», die sich a»»» Emeraldhügel hinzieht. We»»»» Taufende voll En»»g»al»tei» »vöchent-lich hereinströ»tte»», so röi»i»e>l sich ost ai»ch »vohl-habende Le»»te n»»d Fa»nilicn für das schwerste Geld »»icht Dach ni»d Fach erkanscn. Ei»»e sehr reiche englische Fa>nilie, die »nit i»»ir geko»n»nen war, »vohnte in einein »»och nicht a»»sgel'al»ten .Ha»lft von drn Zii»»iuer eine»» Mo»mt f»»r vierzig Pfu»»d Sterli»»g. Die »»»eisten Ai»kö»n»nlii»ge sind sroh, wei'n sie znllächst in der Zeltstadt Schutz vor den Nachtregen fii»de»l; aber we»»»» die Flttthe»» die Wissenschaft im Allgemnnen, sowohl den ge» meinsamen Interessen de» österreichischen Wein-baues als auch den lokalen BedürstNssen der einzelnen Kronländer Rechnung getragen werden können. Die von dem Eentralausschuffe zur Be-rathung vorgeschlagenen Verhandlungsgegen-stände werden von den hiezu gewählten Berichterstattern nach allen Richtungen erörtert und beleuchtet und über dieselben bestimmt formu» lirte Anträge dem Kongresse zur Debatte lmd Beschlußfassung vorgelegt werden. Jedes Mitglied des Kongresses hat das Recht, zu den Gegenständen der Tagesordnung da» Wort ju ergreifen, selbständige Anträge zu stellen und hierüber Denkschriften zu überreichen. Auch über alle die Weinproduktion betreffende Gegenstände, welche nicht auf der Tagesordnung diese» Kongresie» stehen, können von jedem Mitgliede dem Präsidium Denkschriften und Anträge übergeben werden. Diese werden, wenn sie nicht schon beim ersten Kongresse zur Verhandlung gelangen können, dem Präsidium des nächsten Kongresses zur Berücksichtigung übergeben werden. Der Weinbau nimmt in den meisten Kronländern der österreichischen Monarchie unter den Produktionszweigen einen hervorragenden Platz ein, von dem Gedeihen desselben hängt das Wohl von Tausenden von Familien, der wirthschastliche Ausschwung großer Landesgebiete ab. Daher habetl sich bereit» seit einer Reihe von Jahren ausgezeichnete Männer der Wissenschaft und der Praxis mit der Hebung des österreichischen Weinballes beschäftige:. Daß ihre Bemühungen nicht ohne Erfolg gewesen sind, ist neuerdings auf der Weltausstellung in Wien zu Tage getreten, wo die österreichische»! Weine in der Konkurrenz mit den Weinen aller Länder einen ehrenvollen Platz behaliptet haben. Aber ungeachtet der errungenen Erfolge dürfen wir nicht vergessen, dab wir noch viel, sehr viel leisten müssell, unr ilnt Erfolg die Konkurrenz mit anderen Länderen aufnehmen zu können, die einerseits durch die klimatischen ;! Gewählt vom Kongresse in Trient. Robert Echlumberger, Vertreter des k. k. Ackerliaumi-nisteriums und der k. k. Landwirthschafts'Gesell» jchaft in Wien. Ludwig Ritter von Gutmannsthal Benvenuti, Ver-treter der k. k. LandwirthschaftS.Gesellschaft in Krain. Peter Gialussi, Vertreter der k. k. Ackerbaugesellschaft in Trieft. Jakob Giongo, Vertreter der Ackerbaugesellschaft in Trient. Adolf Baumgartner, Vertreter drr k. k. Landwirth-schaftS-Gesellschast in Steiermark. Dr. Julius Mullö, Vertreter der k. k. Ackerbaugesellschaften iu Gött und Roveredo und der k. k. Mähr.'Schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde. Dr. Adalbert Michel, Vertreter des steierm. LandeSauS-schusseS. Dr. Matthäus Reifer, B»^rtreter der Stadtgemeinde in Marburg. Heinrich Edler von Gaste iger, Vertreter de» Bezirk»-Au»schusse» in Marburg. Heinrich Kalmann, Sekretär. Zur Geschichte des Tages. Jenseits desBakollyerwaldeS wird den Oesterreichern Hartnäckigkeit vorgeworfen und die Nothwendigkeit starker Mittel betont. Wohlan denn! Bleiben wir hartnäckig ulld wir sind unüberwindlich. Verdienen wir im vollsten Umfange das Lob, welches die Magyaren gegen ihren Millen uns gefpeildet. Mehrforderungen für die Mannfchafts-kost und für die Berittenmach ung der Hauptleute sollen in den gemeinsamen Voranschlag nicht eingestellt werden. Der Kriegsminister hatte dieselbe zwar eifrigst vertheidigt; da er aber zur Ausgleichung die entsprechende Herablninderung de» Präsenzstandes nicht zugab, so wllrde der Antrag vom österreichischen Finanzlnillister zuerst betmnpft, welchem auch der ungarische Finanznünister beistimmte. Die Führer derAufständischen, mit welchen Rodich behuss Niederlegung der Waffen unterhandelt, stellen folgende Bedin« gungell: Entwaffnllllg der mahomedanischen BevÄkerung und Abzug der türkischen Truppen mit Belassullg kleiner Besatzungen an sechs Orten, wo österreichisch-ungarische und russische Kommissäre zur Ueberwachuilg residiren. Wiederaufbau der Häuser uild Kirchen — Betheilung lnit Sämereien, Rindvieh und Ackergeräth — Errichtung von Kornhäusern mit eilljühri-gem Vorrath — dreijährig» Befreiung von der Zehntsteuer — eiil Drittel des Grulldbesitze» — Garantie aller Großnlächte. Nodich bezeich- net diese Bedingungen als unerfüllbar, setzt aber die Verhandlungen fort. Dem Vatikan w»»rde vor dem neuen kulturfreundlicheren Ministerium JtalieilS so bange, daß er durch den Vertreter einer befreundeten Macht den König ausforschen ließ, wie sich» lnit dem Garantiegesetze und mit deln Konklave zu Rom verhalte Die Antwort soll gelautet haben: Da» geltende Gesetz muß vollzogen werden und die Freiheit, lvelche die Kirche betreff» der inneren Angelegenheiten genießt, wird sich auf die Vornahme der nächsten Papstwahl erstrecken. Zltarljurner Berichte. (Verwaltung de« Bürgerspital» in Marburg.) Die Rechnung über diese Verwaltung im Jahre 1875 enthält solgenden Ausweis: I. Empfang: Kassabarschaft....... 63239 57 Interessen (Abstattung) . . - . 2161 92 „ (Rückstand) .... 27 — Kapitalienanlegung..... 100 — Miethzinsen ....... 78 96 Verschiedenes . . . .... 197 82 Zusammen 6SS0S 27 U. Ausgaben: Psrüllderportionen..... 1699 20 Stiftungsanlagen ..... 81 20 Steuern und Umlagen .... 204 20 Kapitalienanlegung..... 100 — Winterholz u»ld Fuhrlohn ... 121 20 Baulichkeiten und Reparaturen . 71 5 Arzneien uild Heilkosten .... 1Z0 85 Löhnungen und Bestallungen . . 57 — Verschiedene» . . . .... 56 40 Zusammen 2521 10 Diese Au»gaben von den Einnahmen ab-gezogen, bleibt ein Kassenüberschuß voll 63284 st. 17 kr. (63257 st. 17 kr. Abstattung und 27 fl. Rückstand.) (Zur Rekrutiru ng.) Am 5. d. M. wurde hier die Rekrutiruilg für Marburg und dessen Ulngebung vorgenomlnen. Von 83 Stellungspflichtigen der Stadtgemeinde wurden 33 als „tauglich" bezeichnet, von 200 Laildbur» schen dagegen nlir 25. Gewissen Ortes scheint man für die Landwehr der Städter insbesondere Vorliebe zu haben. Das Kontitlgent der Getneinde Marburg beträgt: 9 Mann für die Linie, 4 Mann für die Ersatzreserve, die übrigen zwanzig werden in die Landwehr eingereiht. Koffer aus dem Zelte wegschwemmen und beim Allfwachen das Wasser bis an den Mund reicht, kein Feuer brenllen will und der Stlirm die Zelte wie Regenschirme umkrempelt, wenn Typhus-Pest und unerhörte Ruchlosigkeit um uns im tiefsten, stinkenden Schlnutze wüthen: dann verliert das romantische Zigeuner-Leben in der Leinwandstadt bald seinen Reiz. Vor meiilen Augen begruben sie eines TageS zwei TyphuS-Leichell in einem Pöckelsteischfasse und brüllten lustige Zoten dazu und trankeu LpiritllS wie Wasser. Zwischen denZeltgassen werdeil nicht selten am hellen Tage einzelne Neulinge überfallen, beraubt lind noch lebendig tief in den Koth hin» eingetreten, daß sie ersticken und liegen bleiben, bis ein Nachtplatzregeil sie zum Theil heraus-spült. Was Thucydides, Boccacto und Lefoe Schreckliches von den demoraltsirenden Wirkungen der Pest schilderten, ill der Zeltstadt von Melbourne wiederholte es sich ziemlich genau während der TyphllSzeit, deren schrecklichste Periode in das Jahr 1853 fiel, die seitdeln aber nie wieder ganz aufhörte. Weiter stadtwärt» passiren wir den botanischen Garten in noch chaotischer Unordnung und gehen über die „Fürstenbrücke", gebaut von Gold, wenigsten» lauter goldhaltigen Quarz-stücken, in das eigentliche Verkehrsnetz der Stadt. Im abentellerlichsten Gäilsemarsch ivackelt un» eine Horde Chinesen eiltgegen, weitblauhosig mit kleinen Kähnen statt der Schuhe, brauiigelb, immer lächellld, schiefschlitzaugig. lnit bienenkorbartigen Kopfbedeckungeil, J^der mit einer Bambusstange auf der Schulter nnd einetn baumelnden Bündel ganz oben an der Spitze, von detl Jungen an den Zöpfen gezupft, von Allen höhnisch verlacht und immer lächelnd, die geheimnißvollsten Menschengestalten der Welt, eben so utlverständlich in ihren Gestiklllationen wie mit ihrer bald tief im Magen knurrenden, bald in der höchsten Fistel quiekenden Sprache. Je nach der Tonlage oder Tonfolge hat lnanches einziges Wort 20—30 Bedeutungen. Ueberhaupt ist hier das wahre, lebendige ethnologische Musellm: Franzoseil, deutsche Biergesichter, Italiener, schielende Spanier, Dänen, Malaien mit wilden, lnordlustigeil Augen, tättowirte Maori'S (Eingeborne von Neuseeland), betrunkene Neger ans Amerika, zähnefletschende, bläulich-braune Papuaner ohne Stirn und mit weit Hervorragelldell, breitmäuligen Gebissell, magere, gelbe Alnerikaner, hakennasige Juden, Sngläilder, Schotten, Jrländer, alle möglichen Nationen beider Halbkugeln lnit dem charak- teristischen professionellen ,,Digger" oder „Gold-sucher", au« dessen Wasserstiefelil ein frecher, wilder Kerl hervorragt lnit einem Gesichte ans lauter Bart, aus welchein nur Nase und barbarische Augen klervorscheinen, pistolenumgürtet, Stralthenfedern ailf dem Hute, reite»ld, fahrend, brüllend, Chaittpa^^ner mlS Zinn^Bierkügen trinkend — k)eute ein Krösus, lllorgen ein Bettler. „Wie gewonnen, so zerroililen"! Vielleicht ist es ein Natur- uild Sittengesetz, daß Geld, je leichter es iil die Hände kvmmt, desto leichter ulld rascher, delnoralisirender wieder davonläust. Die „Diggers" verbringen oft thatsächlich in einer einzigen, liederlichen Nacht den Le-bensuilterhalt eines ganzen Jahres. Sie komlnen lnit einem Sacke voll Goldslaub oder an, verkaufen es im ersten besten Laden, an dessen Schaufeilstern mit ungeheueren Buchstaben tausendweise die Worte prangen: bouKdt in anx (hier wird jede Menge von Rohgold sl1r baar Geld gekauft), poltern in grobe RestauratimlS-Paläste hinein, an deren EingangSthüren ävar!"' ^sehr theuer!) als Lockspeise für die Eintagsfliegen von Krösus angebracht ist, mld verbringt die Nacht in den lebeilSgefährlichsteil Spitzbu-den-, Mörder- und Dirnenherbergen, den Klubs Loildoner „Schwarzbeine" (entkoinmener Verbrecher) und der „Herren von Drübeil", wie (Eisenbahn.) Der Landtag hat den Landesausschuß u. A. beauftragt, der Regierung mitzutheilen : es sei ein dringender Wunsch de» Landes, daß die EisenbahN'Linien Hart-berg-Radkersburg-Friedau (oder Polstrau) und Unter-Drauburg'Cilli als breitsplirige Nebenbahnen ehestens auf Staatskosten hergestellt werden. (S annr egulirun g.) Der Landtag hat die Regierungsvorlage über die Regulirung des Sannflusses unverändert angenommen. Diese Regulirung erstreckt sich von Praßberg bis Cilli und soll in der Zeit vom 1. Jänner 1877 bis I.Jänner 1867 durchgeführt werden. Die Kosten der Regulirung find mit Ausnahme der Regie auf 146700 fl. veranschlagt worden und leistet der Staat einen Beitrag von 40000 sl., vorbehaltlich der reichsräthlichen Bewilligung. (Brau d.) Gesiern um 1 Uhr nach Mitternacht brach in Windisch.Feistritz beini Hausbesitzer Josef Lückl Feuer aus und verbrannte der Stall sammt zwei Kühen. Die wackere Feuerwehr rettete das Wohnhaus und die übrigen WirthschaftSgebäude und bewältigte die Flammen binnen zwei Stuilden. Dieses Feuer ist wahrscheinlich durch die Nachläffigkeit eines Fremden entstanden; man fand nämlich auf der Brandstätte einen halbverkohlten Bettler, seine Liebste — eine Schnapsflasche neben sich. Der Schaden ist noch nicht geschätzt worden. Sämmtliche WirthschaftSgebäude waren mit 600 fl. versichert. (O b st- und Weinbau.) Der Hospitanten-kurs für Obst- und Weinbau nahm gestern nach einer Dauer von vierzehn Tagen sein Ende. Am 7. d. M. Nachmittag wurde ein Ausflug nach Pickern unternommen, und der gräflich Meran'sche Weingarten, sowie jener des Herrn Joscht behufs praktischer Demonstrationen be^ sucht. Im September wird neuerdings ein solcher Hospitantenkurs stattfinden, aber nur auf die Dauer von acht Tagen und bildet den Gegenstand desselben die Sortenkunde. Den Unterricht ertheilt wieder Herr H. Kalmann, Fach-und Wanderlehrer der Anstalt. (Arbeiter-Bildungsverei n.) Morgen, halb 9 Uhr Abend» sendet eine Sitzung de» Arbeiter-Bildungsverein» statt. (Festausschuß.) Im September d. I. werden bekanntlich der erste österreichische Weinbau Kongreß und der internationale ampelo-graphische Kongreß hier tagen. Um den Mitgliedern Beider eine gastfreundliche Aufnahme zu sichern, wird morgen um halb 8 Uhr im Speise-saal dt» Kasino eine freie Versainmlung abge- die entlassenen Deportirten von Van Dieniens-land genannt werden. Auf dein Wege nach Hause wird der „Digger", wenn er nicht Alles dnrchgebrächt hat, sehr oft nieder- oder todtgeschlagen und beraubt. Oder er besucht Konzertsäle, wo er der Primadonna Champagner reicht, den Pianisten, der ihm nicht Lärm genug macht, nnt Orangen» schalen bombardirt und fortfährt, alleil möglichen Unfug zu treiben, bis er unter kannibalischem Tumult hinaus- und den Nachthabichten als Beute vorgeworsen wird. Von Theatern, Konzertsälen, Kirchen, Spiel-und noch schlimmeren Häusern kann ich nicht viel Rühmliche» sagen, zumal ich nicht dasiir stehen kann, was sich Alles während der weiligen Monate, seitdem ich Melbourne verließ, gemodert und gebessert haben kann. Wie die süd-australische Viktoria- und Goldhauptstadt binnen wenigen Jahren äußerlich glänzend aufschoß und sich ausbreitete, verändert sie sich stets eben so rasch, immer im Fieber, imnier in einer Art von Wuth, das ältere, solidere, durch dauernd und regelmäßig aufblühenden Handel begünstigte Sidney zu übertreffen. Deshalb tragen auch alle Ullternehmungen für^Kunst ul'd Wissenschaft, für Kultur und Luxus das Gepräge des Ueber-eilten und Forcirten, de» Unfertigen, Unsoliden halten. Diese ist vom Exekutivkomite des Wein-bau-Kongresses einberufen worden und soll die Wahl eines zahlreichen Festausschusses zur Folge haben. (Aus der Gemeindest übe.) Am Dienstag 3 Uhr Nachmittag findet eine Sitzung des Gemeinderathe» statt. (Oratorium.) In der hiesigen Domkirche wird am Charfreitage um 6 Uhr Nachmittags das musikalische Oratorium: „Die sieben Worte Christi am Kreuze" von Joses Haydn, zur Aufführung gelangen. Freunde der Musik li^erhaupt und speziell Freunde der Kirchenmusik werden darauf besonders aufmerksam gemacht. Der Text zum Oratorium ist am Tage der Aufführung in der Sakristei der Domkirche gegen Erlag von 10 kr. zu beziehen. Freiwillige Beitrüge zur Bestreitung der Aus-sührungskosten ninnnt Domkaplan Jos. Hernie im 2. Stocke des Dompsarrhofes dankbarst entgegen, woselbst auch der Text vom Montage all zu haben ist. (W e i n b a u s ch u l e.) Das Erforderniß für dre Weilibaufchule beläuft sich auf 19468 fl., die Bedeckung auf 5150 fl. und siild beide Ansätze vom Landtage nach dem Antrage deSxBe-richterstatters Herrn M. Lohninger genehmigt worden. Zum Beschluß erhoben wurden auch die Anträge: „Es seien zur Aufmunterung der Bepflanzung Reben aus der Weinbauschule an fteirische Weinbauer zu den eigenen Erzeugungskosten abzugeben" (Herr Schniderschitz). Der Landesausschuß werde beauftragt, die nö-thige Einleitung zu treffen, daß die zur Er-gänzlmg des Volksfchul-Unterrichts vorgeschriebenen Sprach- ulld Stylübungen mit Schülern slovenischer Nationalität auch in slovenischer Sprache vorgenommen werden. (Herr Dr. Do-minkusch.) Letzte Vost Beim KrlegSminlstkr findet eine Kon. ferenz wegen der Vorlage de» BeguartierungS-gesetzeS statt. Die TürVen haben während de» Was fenftlllstande» ihre Trnppen beiTrebinje auf 25 Bataillone vermehrt. Die AufstSndifcheu find erbittert über diese Verletzung der Be-dingungen. In Serbien sollen Tag und »v^t de» Kriegsausbruches schon bestimmt fein. In Madrid ist eine republikauische Nerschwi^rung zur Bertreibung de» KvnigS entdeckt worden. und de» Humbugs. Erziehung und Unterricht, Kunst und Wissenschast kommen ilnnler inehr in deutsche Hände. Ich lernte mehrere Hunderte von Lalldsleuten kellilen (voil 1848 bekanllte und berühmte Nailien darunter), die theils als Privatlehrer, theils als Vorsteher eigeiier Schulen, als Gesang , Musik, ulld Sprachlehrer fast durchlveg gut leben und zunl Tl)eil reich werden. Einige deutsche Vereine sind bis jetzt ohne Bedeutllllg. Man schätzte die Zahl unserer Landsleute in Melbourile selbst allf 7—10.000, nlit der Um-gegelld und den Goldregiollen auf mehr als M000. Deutsche, die auSlvmldern, sollten am allerwenigsten an Australien denken. Die Welt ist hier schon weggegeben. So Viele unserer Lands-leute sich auch emporgearbeitet haben, wer zählt die Menge der Untergegangenen? Mir ist besonders ein Beispiel unvergeßlich. Die reiche Frau eines Berliner Philosophen und Schrist-stellexs, der in Berlin im Elend gestorben ist. lvnrde von einem ehemaligen Berliner Lieutenant hierher begleitet und verlassen. Sie suchte erst als Lehrerin, dann >Us Waschfrau zu leben, sank dann bis zum nächtlichen Wandern auf den Strahen, wurde eildlich ','iefschwester und starb mit deln Brode des LebellS, der Bibel, in der Hand, aber ans Mangel an irdifcher Nahrnilg. Eingesandt. Der gedruckt vorliegende, jedoch erst vor wenigen Tagen zu meiner Kenntniß gelangte Rechnungsabschluß der hiesigen Sparkasse fttr das Jahr 1875 trägt neben anderen Unterschriften auch die Meine mit dem Beisatze „m/p". Nachdem ich nun vor Genehmigung diese» Ab-schlußes seitens der Direktion und de» Sparkasseausschusses d. i. seit 24. Jänner d. I. auf-gehört habe, beiden Körperschaften als Mitglied anzugehören, so konstatire ich zur Vermeidung irrthümlicher Annahme»! llnd Konsequenzen, welche sich aus dein obangeführten Umstände ergeben könnten, daß ich das Original des erwähnten Rechnungsabschlußes nicht unterschrieben habe, daß daher nur gegen meinen Willen und ganz unmotivirter Weise mein Name den rechnungslegeilden Direktoren beigesellt wurde. Marburg den 7. April 1876. Max Baron Rast. Nachruf. Den^ Aprtt^achMiagM der hier-ortige Arzt Herr Anton Kasie»nig beerdiget; für Jahrring selbst so wie fltr die gan^e Umge-bullg ist dieser Verlust sehr zu beklagen. Der Verstorbene war nicht nur eill äußerst eifriger und tüchtiger Arzt, ihm lag ilberhaupt da» all-gel,leine Wohl der ganzen Bevölkerung sehr am Herzen. Er gründete hier einen Vorschußverein, der jehr florirte und dessen Direktor Herr Kas-sesnig bis zu seinem Tode war. Die abnorm große Betheiligung der Bevölkerung von der ganzen Umgebung an dem Leichenbegängnisse gab hinlänglich Zeugniß von der allgemeinen Beliebheit und Achtung, deren sich der LZerstorbene erfreute, und die er auch im ganzen Umfange durch sein uneigenützige» eifriges Streben verdiente. Kassesnig war auch Ausschußlnitglied de» ärztlichen Bezirksvereines in Marburg, der durch eine zahlreiche Deputation bei dem Leichenzuge vertreten war und einen prachtvollen Kranz an dem Sarge seines Mitgliedes niederlegen ließ. Ein zweiter Kranz wurde von den Freunden de» Verstorbenen gespendet. Die Bevölkerung wird lange den Verlust nicht verschmerzen können: und schwer wird der Verstorbene zu ersetzen sein. / s. 209. ^Z97 Kundmachung. Aus die Wurmberger, Ziglenzer ul?d Hohen-burj^er BiS 7. April: 29 2""" Anmerkung. Am 1. Abends Gewitter aut Süd-Ost nach NW. Am 2. Regen, Abends Wetterleuchte» im O. Am 3. um 2 Uhr Nachm. Gewitter auS N. nach S., Regen und Graupeln. Am 4. Mittags Gewitter mit heftigem Platzregen auS NO. nach SW., Nachm. Regen mit Graupeln. __ Summe des Niederschlages vom 1. l>iS 7. April: 29 2"""__ Gchriml'S historisches bewegliches Iliwst- mlä V»vll5lsiir«i»^diil»t, enthaltend der K»i»Ä AlvÄvIItrkRiiRSt. Weiland Er. k. k. apostolischen Majestät 426 Kaiser von Oesterreich, König von Böhmen, Ungarn lc.. geboren am 13. April 1793 in drr k. Hofburg AU Wien, gestorben am 29. Juni in der k. Hofburg zu Prag. Ausgestellt gewesen am 1., 2. unv 3. Juli 1676 auf dem Paradebette in der Schloßkapelle am Hradschin zu Pra^l, genau, bis in die kleinsten Details nach Original-Skizze naturgetreu plastisch dargestellt von dem berühm» ten Modelleur Prof. Hammer. k*. 'r. Jeder, der daS Glück gehabt, den allvereWn Kaiser zu kennen, und der Gelegenheit hatte die hohe Leiche zu sehen, wird überrascht sein über die natürliche Wahrheit, mit welcher in diesem Cabinet diese kunstvolle Copie zur Ausführung gebracht wnrde. frivllrivli ilvr Krossv, König von prvusson nach der Cchlacht bei KunnerSdorf. PrelsgkkröntkS Meisterivert der Pariser Weltausstellung 1867. vor seiner Ermordung zu Eger :n der Nacht am 24. Februar 1634. Plastisches Kunsttverk im Costüm damaliger Zeit, modellirt von James Buren in London. ZsttpolSOI» I. ckSr LlrONSSA auf der Insel St. Hklena. Die letzten Minuten vor seinem Tode. Man sieht den Weltbezlvinger von wenigen seiner Getreuen umgeben, im Bette liegend, Abschied fürs Leben nehmend; er bewegt die Augen, den Mund, um ihnen seine letzten Befehle zu erlheilen. Man beobachtet genau das Athmen und die Bcwkgung der Brust, so daß man glauben könnte am Bette eineS Lebenden ju sein, so täuschend ist dilstS Meisterwerk der Plastik und Mechanik der Natur nachgeahmt. Dieses Kunstwerk war während 3 Jahren in der Akademie äes art3 in Paris ausgestellt und vom Unternehmer mit großen Kosten erlvorben. Solvie auch die TotalsUebersicht der Weltausstellung in Philadelphia in Amerika 187k. Jerusalem zur Zeit der Kreuzigung Ehristi. Alles was Kunst und Wissenschaft auf dem Gebiete der Mechanik, Plastik und Modellirknnst Neues erforsch, und erfunden hat. ist in diesem Kabinet zur Ansfülirung gebracht worden und ist diese Specialitäten-Sollektion mit kemem gewöhnlichen WachSfiguren-Cabinet zu vergleichen, welches in Prag. Pilsen. Wien, Graz, überall den größten Beifall erhalten hat, ist auch hier dem?. 1. Publikum auf daS beste empfol)len. Entree für Erwachsene 19 ?r. — Kinder 5 kr. SoüSQpItlt» V0Q vllorxvn» di» »u OSIiSQ. _ Weillglirttll-Bcrkauf. Die Weingartrealität der Frau Louise Teuditz in der Sulz bei Marburg, in unmittelbarer Nähe der Stadt, bestehend auS einem Herrenhause mit 4 vollständig möblirten Zimmern, Dienstbotenzimmer, Küche, SpeiS, Keller und sonstigen Ncbenbestandtheilen, — gemauerter Winzerei, Obstgarten und nahe an 4 Joch Rebengrund — ist verkäuflich. ES wird jedoch ausdrücklich darauf aufmerk« sam gemacht, daß daS VerkaufSobjekt sich wohl und zwar vorzüglich für solche eignet, welche wegen der Nähe vtr St<>dt daS comsortable Wohnhau» als Jahres- oder Sommerwohnung benützen; nicht aber fiir jene, welche den Kaufpreis aus dem Ertrage des Weinberges verzinsen wollen. Wegen Besichtigung wende man sich an H. I. Retter, Schillerstrahe Weingraber'scheS HauS Marburg — wegen sonstiger Auskünfte an Herrn F. Scubitz, Haydngasie 10 in Graz._(440 Z'. 7'. Tief ergriffen von dem Bewußtsein scheiden ^ müssen, drängt es mich. Ihnen für die vielen Beweise Ihrer Huld den wärmsten, innigsten Dank auszusprechen; bewahren Sie mir eine freundliche Erinnernng, sowie mir Marburg und seine liebenswürdigen Bewohner lmvergeßlich bleiben werden. 427 In der freudigen Hoffnung eineS Wieder-fehenS zeichnet Hochachtungsvoll _Zosef Kawz. V«8inv-kvtitAurstioii. Sonntag den 9. April: ciMOkR'r-soiRLL von der 8ildbahnwerkstätten-ZltuMkapeke unter Leitu!^ ihres Kapellmeisters Herrn Ioh. Handl. 429) Ansang 7 Uhr. Entree 20 kr. Sonntag den 9. April: s c> I ^ ^ in der Ntftavration des Th. Anfang 7 Uhr. Entree frei. 4ö5 Zu verkaufen: Ein gut erhaltener Kinderkorb. Grazervorstadt Nr. 114. (394 Berautwo Sogleich zu verpachten: Eine Bäckerei und eine Greislere i, beide auf guten Posten Awei Wohnungen sind zu vermiethen. Eine verrechnende Kellneriu mit Kaution wird aufgenommen. 431 Näheres im Comptoir dieses Blattes. rtliche Mit einer Beilage. Redaktion, Druck uud Verlag von Eduard Äanlchitz in SssodiUtssriilkiaiis. loli lialze äiv Lkro, äsm?. 1'. ?ul)lilcuw äis ^i!2ojA0 wadisn, ä^s3 icli A/lontaß äsn 10. ^xril mvili 433 Hanufavtur- u. 8p«vrvigvsetiäft im katkkausv (sdemalL k'rau Ik. Ttramlitsvk) eröÜQS. Das l^olcal ist ?!V6oIcmäs8iK restaurirt, 6as ^Vaarsvla^er Kut unä neu Zortirt ^oi'ävu. li'iir 6i6 k'eiei'taßs ieti tis- soväers Lüätrüet^ts neuester Leu- Die tur im6 k«»s ze. empfiehlt bestens 421 Conditor, obere Herrengasse. Zu verkaufen: Kinderwagen, Credenzkasten lackirt, Speiskasten, Kllcheubett und Wasserbank. Bilrgerstraße Nr. löti, 1. Stock. 4^3 iKin Bauerngrund in Uttterrothweitt Haus Nr. 45, an der Gemeindestraße gelegen, bestellend aus zwei Hänsern. Bnnmgarten, Felder, Wiesen und Waldnng — ist im Gal'zen oder nllch parzellenweise zll verkanfen. 424 '^täl)eres dei^n Eigenthümer daselbst. Schuywaarcil- IckSdUll! Burgplatz Nr. 2, Marburg. Ich mache hiemit die Anzeige, daß ich zu bedeutend herabgesetzten Preisen Schuhwal,ren für Herren. Damen und ^iink^er. von der s^abrik 3ll ^nton KIvin8vkll8tvf, ülaftiufg ansverkause. Um zal)lreichkn Zuspruch bittet Achinngsvoll GSßtrll«. NL. Kefttlllnlgen nach Maß werden angenommtn. Ich erlaube mir dem ?. 1'. Publikiun anzuzeigen, daß ich ein reichhaltiges Lager von un«t G«»nnvn»vl»ji^in«n zu staunend billigen Preisen verkaufe u. zw. Banmwoll-Sonnenschirme . . .von 80 kr. bis fl. l.80 Cloth'Sonnellschirme Seiden-Sonnenschirme Herren-Sonnenschirme Alpacca Regenschirme Zieneler-Negenschirnie Seiden-Ategenschirme fl. fl. fl. 1.— 2.— i.so 2.S0 3^— S.— // „ // „ 3.— 12.— 10.— 4.50 5.— 18.— '"WW Ailch übernehme ich alle Gattungen Regen- und Sonnenschirme zun, nberziekci, und zur Stcparatutv Bei allen von mir gekansten Sonnen- nnd Regeikschir>nen besorge ich die Reparatur Ein Jahr gratis. — Gleichzeitig danke ich für da« uiir bisher geschenkte Vertrauen, bitte inir dasselbe auch fernerhin zu erhalten lnid zeichne hochachtungsvoll 8S9) Marburg, Herrengassc Fetz sches Hans. «» Ein Garten iu der Grazervorstadt, Blnmengassc, als Bau-platz geeignet, ist zu verkaufen. Näheres bei Franz Pichler sen. in der Grazergasse. (410 iilld ziv.ir lw» schwt'ichlich mn^^erein, in der (^ntivicklung Allrückgeblieiicuem Körperl'aiie t)dcr in Ktilge Krank-heitSzustülide lierlüi^iekominc». Bllltiirine »finden blildi^st sichere Al'hilfe durch das nervenstärkende. t'Illtvert'esfernde niid volles Anssehen verschaffende uml VvrsvliönerunKsmittsI ii«»). Es ist dasselbe ans den »virfsamsten Pslanzenstoffen der Tropenländer zn elnein an^^enelim schnieckenden Pnlver, äl)nlich dem bekannten cls l'<.>i itznt, jedoch eine viel größere Wirkung erzielend, ^nsanimen- ,ieset)t und kann mit dem besten Ersvl^ie tZebrancht werden, ol>ne Widerwillen zu erregen. Dieses Mittel nnrd gegenwärtig in melireren Kinder-Spitäler» nnd iiffentilchen Anstalten bei schlechtgenälirten oder sonst in der Entwirklnng zurückgebliebenen Kindern in Anioendnng gebracht, sowie eS anch nnt Vorliebe von Damen be-Erlangniig plastisch schiiner Formell vielfach in Gebranch genominen wird. Haupt-Depot: Wien, ^lpotlieke „znr heil. Dreifaltigkeit", Wieden, Hanptslraße 16. In bei Hnrn «V. ^:;64 Sonunerwohunngen in der nächsten Umgebung von Marburg zu vergeben. (404 Näljeres bei I. Kadlik in Marburg. kiiie sreiimlliclie ^«Iiiililiz. die Aussicht aus dcn Hauptplah, sonnseitig, l,e-stehend in 2 Zimmer, ist bis 1. Mai zu beziehen. Anfrage in der Handlnng Joh, Mayr 405 Hanptplatz Nr. 95. Dampf-u.Wau»cnl>lld in der Kärntncr-Vorlliidt tnglich von 7 Uhr Früh bis 7 lihr Abends. 156 Alois Zchmiederer. Ill^svllweri ' tljuieriul sot'oi't 70 I^r., si. 4l» lvr., >velNl Ivi lll^rin Vttluiis tiacr Lmli-Nkilitil." Die Realität Urb. Nr. 7 aä Amthofen bei der Kirche zu Hl. Kreuz, enthaltend A Wohn-dann 1 Wohn« und Wirthschaftsgebäude nrbst dazu gehörigen Grundstücken von 4 Joch 999 Qkl» Acker und Wiese mit Obst, auf welcher das Gasthaus. Kramerei und Brauntweinschank be-trieben wird, ist gegen billige Begingnisse aus freier Hand zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt die Eigenthümerin Maria Wruß daselbst._ 401 Gnlnd-Verpachtung. Ein neben der hiesigen evangklischen Kirche befindlicher, nach drei Seilen freigel^gener und bisher von einem Baumeister benüKter Grund im Ausmaße von cirka 1200 Qkl. wird vom 1. Mai d. I. an wilder verpachtet. Nähere Auskünfte ertheilen Herr D. Hartmaun, Reali-tätenbesißer (Kärntnergasse Nr. 210) und Herr W. Geuppert, Kausmann (Herrengnsse Nr. 126). 319 Ein G-wölb Z im RathhauShofe ist sogleich zu vergeben. Anfrage bei Marie Schrnml. Ein Bauplatz im Flächenmaße von 2 Joch 1200 Qkl. neben der Bahnstation Krani chsf e ld, für Fabrik^-zwecke sehr vortheilhaft situirt, ist billigst zu verkaufen. Anfrage bei Carl ClauS „zum schtvarzen Adler" in Marburg. _^6 Dallk mit Aiempsthlmig. Der Gefertigte beehrt sich hiemit anzuzeigen, daß er wegen sortwährender Kränklichkeit sein ILsffvi'IiÄUti- uiul Käijt-KeseliM in der Tegetthofstraße dem Herrn Franz Url übergeben habe. Indem er aus diesem Anlasse seinen bis» herigkn ?. 1'. Herren Gasten und Besuchern seinen herzlichsten Dank ausspricht, glaubt er nicht ju fehlen» wenn er seinen Nachfolger zum Besuche bestens anempfiehlt. Hochachtungsvoll ergebener Zlaoltvr. Mit Bezug auf Voriges bitte ich die k. I. Herren Besucher deS obigen Kaffee- und Gasthauses — wie bisher meinen Borgänger — künftig auch mich beehren zu wollen, mit der Versicherung der besten und zufriedenstellendsten Bedienung mit allen die beiden Geschäfte berührenden Artikeln. Zeichne hochachtungsvollst ergebenst Franz Url, 417 Caffetier. Ein Acker in Thesen Z im beiläusigctt Flächenmaße von 1'/^ Joch ist zu verkaufen. Näheres in der Milhlgasse Nr. 71. Ä?t<»rburg, 3. April. (Wochenmalf«»p: c»fe.) st. 8.10, Korn fl. 6.30, »erste f!. S.10, <>aser fl.S.50, »ttkuruti ft. S.—. H.rse ft. 0.—. H-idei, fl.4.90, Trdlipfel fl. 2.10 vr.Hktltr. Fisolen 14, Linie» 80, Erbsen 28 kr. pr. Klgr. <»irfebrein 10 kr. pr. Liter. Weizeuszrie« 26, Muttdmelil 20, Semmelmelil l5, Polentamehl N lltindschmülz fl. 1.10, SchweinfchmtUz 64, Speck frisch 56' gcränchert 90 kr., Vutter fl. 1.— pr. Klgr. liier l^i' 2 'r. Rliidflejsch 43, Kalbs^eisch 4.^, Schiueiiifleisch junZ 53 kr. pr. Klgr. Milch sr. 14, ak>ger. 12 kr. vr. Liter, !t>olz hnrt 0 5 M, l. fl. 4.—, 0-6 M. l. 4.10, 0 8 M. l. 4.20, 1 M. l. 4.30 ; weich 0 5 M. l. ft. 2.30, 0 8 M. l. Z.--- pr. Klimt. Hol)kol>leil liart fl. 1.—, weich 60 fr. pr. ^'»ttlt. Hen fl.3.20. Stroh, Lager fl.850, Streu fl. 2.70 pr. 100 Klgr. Verstorbene in Marliur^. Am 31. März: Mnrschitz Sidoiiic, Wluse, 6 I., Schmidercrgasse, Herzfehler ; 1. April: Zigler «loifia, SchuhmacherSsra», 67 I., Magdalenavorstadt, Magenent-artuttg'. Rlidl Thcrefici, Bnl)lldrehcrstochtcr, 9 Mag-dalena-Vorftadt, Beinfraß; 2.: Schwaiger Cüzilia, Maurersfrau, 36 I., Neue Kolvuie, Lungeneutziittdulig; 4.: Odepp Maria, Private, 33 I, Casinogasse, Blut-zersepung ; 5.: Moriauö Josef, Tagli^huerSsohu, 3. I., KalirikSgasse, DistcritiS', 6.: Schuopl Franz, Blnders-jl'hil, 3 Wl'chen, llriianigasse, Lebeuöichwäche. Im össentl. .«railkeu Hause: 5. Fleisch mann Kranz, Anstreicher, I., Lllttgeni>dem. SWIltlloUiiütt«! »- 8mvis llesseu /^U8svi,lag- u. fisvktvn-Salssm, Iivitik ^littol selinoll uuä siotivr >virksut1, siuci nnmm' fri3l:lt 7.u 1»al)vu livi lieirll_HK. IVRvrß« iu Stukkatur-Rohr z» verkaiifen bei Ferd. Scherbaum _in St. Josefi._^ Zu verkaufen sind lttn billigen Preis: filnfzigta»lsend gllt ge-brailnte Dachziegel beim Ziegelofen in Gams. Zlvanzig, 10 lns 12 Klafter lange ('"/.»") kantig behauene rothlärchene Stämme auf meinem Werkplatz in der Schillerstraße. Marburg. Albert ZSger, Baumeister. ff :s s r: W Eigene Erzeugung. /Mx äiö enipüelilt ^ Svdeilll'L Illsläor - llilllAlave tQ i« eizeiie« NrlislSllei zeMilel« neuester reine Uolle von 20 t1. auf^. „ au8 ?6ruvien u. ^oslcinß^ 22 „ Lein in selir netten Astern . . 25 in allen k^arben . . 11 „ aus braun, dlau l'rieot 16 Arosse ^us^adt .... 8 fn8ok angvkommvn in- uncl anslänilisclie k'akrikate, deliedte Mlster sin6 stets am I^sKer nnä werden ^nsü^e selniellstens naeli Nass anKekertiAt. li^ür AUte Mtkerei ^eci^rniann Asrantirt, melit passencle k^leiäer oline ^nstanä retourKenomwen oäer umAvtanseltt; so^ie iv netter ^us^atil Mr jeäe (Z^rösse . . . von 4'/^ ü. auk^ärts. vunvns!aH susv;H DM Lt «! s Zu vermiethen: Mgerftraßt Nr. 202, Kaiserstraße Nr. 190 Wohuuugen, daselbst auch ein Keller; Nr. 31 Mgdalckavorftadt Wohnungen unc» ein Gewölbe. Anfrage Poberscherstraße Nr. 23. 226 Rast. Unterzeichneter erlaubt sich, den ?. Wirthen !e. auf sein Lager fertiger MierkÄhter (Eiskästen) für 1 und 2 Eimer, mit und ohne Speisebes hälter aufmerkslun zu machen, mit der Zusicherung, die ?. 'k. Herren Abnehmer solvohl durch solide Ausführung, als auch Billigkeit der Waai e zufrieden zu stellen. Hochachiungsvoll Otto Schulze, 403)__SpengleiMrister. Oölürniss-I's.i'döii in allen Nnnanceu. Otltlruis!, Terpentin, Leinöl, Copallacke, aUc Gattungen Iart»tn, Pinseln» wie überhaupt alle in mein Fach schlagenden Artikeln zu heratigksetzen Preisen — bei größeren Abnahmen entsprechenden Rabatt — empfiehlt killvrtwvk, Maler und Anstreicher, Obere Herengasse, 390 _„zum Hund". ieli MldölMUS Ii.ix erkläre liiermit öffentlich, daß ich als Witwe deS weil. Dr. A. Rix seit 16 Jahren die alleinige und ein-zige Erzeugeritt der echten ilud uuverfälschten bin, da nur ich allein das Geheimniß der Zuliereitung keune. — Indem ich nun hiemit anzeige, daß besagte Pasta Pompadour von nun an uur iu meiner Wohnung: Ttavt, Adlert^asse Nr. K2, rctit zu habe« ist, warne ich vor dem Ankaufe der-selben bei jev«m Anderen, da ich gegenwärtig weder ein Depot, noch eine Filiale halte und alle früheren Depots wegen vorgekommener Falfcbnna aufqrlöft habe. — Meine echte Pasta Pompadour, auch Wunder-Pasta genannt, wird ihre Wirkung niemals verfehlen; der Erfolg dieser uniidertrefflichen GefichtS-Pasta ist über alle lZrwartung und daS eiuzig «Garant»rte Mittel zur schnellett und unfehlbaren Vertreibnng aller Gesichts-ausschlage, Mitesser. Sommersprossen, Leberflecken nnd Wimmerln. Die Garantie ist derart fickrr, daß bei Uichtwirl^ung da5 Geld retour gegeben wird. t5in Tiegel dieser vorzüglichen Pasta sainmt Aniveisuna S04) kostet z fl. Stt kr. Dankschreiben werden nicht veröffentlicht. ^Kummer durch eigene Schutd- I muhte ich erfabren, tveil ich die Spiel-Justrnktionen I ^deS Professors Herrn (290^ ?im Zweifel an ihren Werth einem Freunde nl'er-? I ließ. Dieser gewann dadurch ilber I »W 2000 a IM« Werth einem I dadurch l 2000 a 'Und ich habe nuu den Schaden ^uno icy l)ave n I mixei'eeliten ^ Gra». von meiner Meinung. Otto Bier. I I I s«« fl. ö. W. zu R27. werden gegen sichere Hypothek bis zlir henrigei» Weinlese auszunehmeil gesucht. :i7tt Näheres inr Comptoir diescü Blattes. kriUll?iM«r s«ii., Faßbinder, empfiehlt ein großes Lager von IL tt Ii 1 m n 8 8 v II zu den biligsten Preis.n. ^247