„FnIhtN, W»hlß«>», str M." Str »»» Go««tag IS. Dezember VI» Jahrgang Die ^Mnrburger Zeitung." erscheint jeden Sonntag. Mi'twoch und Freitag. Preise — für Marbnrg: ganzjährig S fi.. h.'lbjiihi, in« Hau» monatlich lv tr. — mit Postversendung: ganzjährig halbjährig 4fl., vierteljährig S fl. Die ein Mal gespaltene mit IV, bei zweimaliger mit 15, bei dreimaliger mit 20 ?r. berechnet, wozu fiir jedesmalige Einschaltung 30 kr. ! lbjiihilg S fl., vierteljährig 1 fl. bv tr; für Sustellunfl Vannondzeile wird bei einmaliger Einschaltung Jnseraten-Stempelgebühr kommen. Zur Geschichte des Tages. Außer den eigentlichen Reichsrathsverhandlnngen nehmen die Sitzungen des Adr eß a ussch u sses besonderes Interesse in Anspruch, eine elfte Nachricht darüber sagt: Hcute fand die erste Sitzung dcs Adreßaus-fchuffes statt. Die Haltung der Parteien war Anfangs abwartend. -Grocholstl. Svetee fordern Aufgelien d r Berfassun,,. Dageaen sprcchtn: Schindler, Kuranda. Rtchbaucr, Wolfrum. Tmti, Stene. Die Minister werden nächstens eingeladen. In der zweitrn Sitzung forderte Rcchbauer von der Regierung Aufklärungen über die Gerüchte betreffs der Minister« trifis, sodann darüber, was unter dem Passus der Thronrede, die Verfassung habe noch nicht allgemeine Anerkennung gesunden, zu verstehen sti. Auch wurde gefragt, wie sich die Regierung gegenüber denGtrüchten von Aenderungev der Berfafsnn,; in der Wahlrcformfragf, sowie gegenüber Dalmatien verhalte. Hierüber entspann stch eine lehr lrbhafte Debatte, an welcher Abgeordnete aller Parteischattlrungen thcilnahmen. GiStra ergriff mehrmals das Wort, erklärte, bis zu diesem Augenblicke sei kein Demlssionsgesuch eingereicht worden, die Rechtsgiltigkeit der Aerfaffung bestehe uud könne durch die Enthaltung eines größcre« oder grrinlieren Theiles der Vevülkerung nicht alterirt werden. Die Regierung bcabfichtige keinen Antrag auf Berfasiungsrcvifion zu stellen. Bezüglich einzelner Atnderuugen dersellien hänge die Haltu»^ der Regierung vom Atihalte der diesbezüglichen Anträge ab. Die Regierung werde bei Detailvtr« Handlungen Manches aufzuklären in der Lage sein, könne jetzt nur sagen, dop der verfassungsmäßige Weg der einzige fei, um die widerstredettden iiilemente zur Theilnahme au der Verfassung heranzuziehrn. GiSkra halt? jene Regierung, welche einen anderen Weg einschlage, für eine Miß-regierung. 3n Dalmatien scheint sich die Sache doch zum Besseren zu kehre«, so witd berichtet! Die Insurgenten von BnuS erklärten sich bereit, Sonntag den 19. d. M. in Eosmac die Waffen zu strecken. Auch die Erivoseianer sollen schon nachgiebiger werden; wahrscheinlich ist doch die Unterstützung von Außen nicht so groß als man sie erwartete. In Italien und grankreich geht die Ministerkrists ihrem Ende zu. während im ersten schon die Minister ernannt find, ist in Frankreich Gerüchten zusolge das neue Atchinet folgender Maßen gebildet: Daru Inneres, Ollivier AeußereS, Lonvet Finanzen, SegriS Justiz. Tal» houet Unterricht, Büffet Handel, vereinigt mit öffentlichen Arbeiten. — Leboeuf Krieg, Rigauld Marine. Der J«ferate«stempel. Die Regitrungen sind gewöhnlich nicht sehr wählerisch, um Bezugsquellen für das Staats'Einkommen aufzufinden, um neue Steuern zu entdecken, tvomit sie die oft unnöthlgen Ausgaben decken, welche die gerade am Ruder befindliche Regierung oft nicht einmal zu verantworten hat. da sie nicht Ursache des Entstehens der übertriebenen Ausgaben lvar uud dieselben, um das regelmäßige Ablaufen deS RegierungSuhrlverkeS nicht zu hindern, auch bei dem besten Willen nicht imnicr einzustellen im Stande ist. Besonders ist eS eine nur zu vorsorgliche Rücksicht für die Sicherheit deS grsekmäßigcn StaatSlebenS gewesen, daß man die Journa« listik aus alle mögUche Weise heranzog, um mehr odcr weniger durch Geldopfcr dafitr zu sorgen, daß die Bäume der freiheitlichen Gefinnuug nicht in den Himmel lvachsen. sondern die Scheere deS Finanzministers wußte alle Ueppigkeiten schnell zu entfernen oder schon im Beginne das Entstehen von solchen zu verhindern. Da wurden die Kautionen für die Zeitungen ins Leben gerufen, als ob dem Manne, der eine poli-tische Richtung nach dem Innersten skines Herzens vertritt, gar so viel daran läge, wenn er für eine, nach seiner Meinung fluchtbringende Idee, einen Theil davon verliert; die Leute, die de»n Mammon huldigen, die deu Geldgötzen anbeten, haben in der Regel keine politische Gesinnung, und werden daher leider dadurch nicht getroffen, die aber, »velche ihre politischen Ideen trotz deS AbstreichenS von ihren Kautionen festhalten, glauben damit, obgleich der materielle Verlust sie schtnerzt, auf den Altar der Freiheit ein Opfer gebracht zu haben, und sind gewiß dadurch nicht nach Regierungsbegriffen — gebessert. Ebenso der freiheitlichen Entwicklung. weil der Wohlseilhcit der politischen Organe entgegenarbeitend, ist der „Zeitungsstempel", lvelcher. nachdem er in einer Hälfte des pariser Carrieren. Von Friedrich Edi. v. Nadler (Schluß.) Georgettchens Seladon aber ist kein Freund von kahlen Wänden, noch von Schwefel, Salpeter und Kohle, weßhalb er eS vorzieht, den Hals noch zur rechten Zeit aus der Schlinge zu ziehen. — Er hat sie verlassen! — Abermals steht sie allein; nun aber fühlt sie sich nicht verlassen, denn sie hat entdeckt, daß ihr „Esprit" verteufelt groß ist. Roch-mols könnte sie auf den Bogelfang ausgehen, denn sie ist noch immer sehr hübsch; — nun aber will ue nicht. — Sie hat daS Theater kennen ^lernt. Im Stillen hat ihr oftmals ihre Eitelkeit zugeflüstert: „Auch Du bist geschaffen, von Tausenden angestaunt und angebetet zu werden." Jhir laug gefaßter Borsatz ist gereift. — sie will Thatiens Pliesterin werden. Sie hat Talent — ja mehr als das, sie hat Genie. — sie ist hübsch, — ist frivol und — ihr Glück ist gemacht. Nun erst beginnt sie zu leben, nun erst hat sie den chemin du paradiS verlassen und ist in s Paradies eingetreten. Ein vibrirender Funke, ein erhitzter PulSschlag ist ihr ganzes Das»in, de»m sie hat ja nicht einmal Zeit, den Sauerstoff ein-zuathmeu. deu die Lunge erheischt, um thälig zu sein und den OrgciniS-mus erhalten zu können. ch » . ..Veilchen, Veilchen, schöne Herren!" wimmert im kläglichen Tone eine gebrochene Weiberstimme dcn Borübergehendcn entgegkn. Matte, fahle Züge lassen in ihrem melancholischen Antlitze die gefallene Größe erken-Neil ; das tolle Leben hat ihre Haare vor der Zeit gebleicht, und die Fttrchen ihrer Wangen find laute Anklägerinnen, schreiende Sitnden ihrcS durchjagten Daseins. Mit Thräuen in ,deu Augen erblickt das verkolnmene Weib die-seltie Stelle wiel)er, an der eS vor ungefähr 20 Iahren als unschuldiges Mädchen seine Laufbahn voll Glanz und Lust begonnen. — O, welche Ironie deS „Einst und Jetzt"! Mit ihrem Leben hat sie Hazard gespielt Mld — hat den Tinfatz verloren! Glanz, Lust und tolle Vergnügungen, — sie tvaren Theaterflimmer; die tausend Männerschirüre — Theatcrphrasen und nichts blieb über, als — die bettelnde Komödiantin! — Uinsonst bietet fie ihre Veilchen an; tver sollte jetzt ihr Käufer scin? Reue und Schmerz um ein zerrissenes Leben sind tägliche Gaste an ihrem Hungertische. 9iachdem man sie eineS Morgens fast erhun^,ert und erfroren, eine lebendige phisisch uud moralisch verdorrte Mumie auf der Straße mit einem Beilchenkörbchen allfgefunden hatte, brachte man sie ins Spital der Barmherzigen. Schon am zweiten Tage schwanden ihre Kräfte so sehr, daß man sie mit den Sterbesakramenten versehen mußte. Ein milder Bruder sprach ihr Trost zu und srug sie, ob sie noch einen Wunsch hätte. „Ja. ja^', lispelte gebrochen daS sterbende Weib, „hier au meiner Brnst ruht seit 20 JahrlN ein Blatt Papier, — eS ist bereits vergilbt und seine Worte bleich getVordtn. ich glaubte damals nicht an jenen Gott — der mich S gelehrt — o er spr.lch wahr! — Dies Gebetlein würdiger Vater — nehmt und lest es mir---eS lvird — das Sterben — mir erleichtern." Der fromme Bruder entfaltete duS Blatt und begann zu lesen, lvährend sich daS Weib aufrichtete: „Wo lvohnt das ganze Glück deS Erden--" das Papier ent- saitk seiner Hand und mit einem unterdrückten dumpfen WehmuthSschrei trat er eiuen Schritt zurück und starrte mit Entsetzen in die verwelkten Zstge seines einstigen Engels. „O lest, lest doch weiter, guter Mann. lS ist ein Spiegel meines zerrissenen LebetiS. Da — ziehen sie vorüber — an mir — die Freuden, — die Feste, der Glanz, -- die Wollust — daS Spiel — die tausend Ritter, die vor mir — atis den Knien — lagen — und mir — eine Welt zu Füßrn Icgclt wollten. — ihr Tausend, die ihr keine Stunde mich verlassen, kommt nun heran — ich bin allein, bin bettelarm, k. und t. Landes ausgehoben wurde, auch in der anderen Halste füglich «icht belassen werden kann, will man nicht die dreißig Prozente, welche TranSleithanien ohmhin so vortheilhast im Staatstzaushalte stellen, im umgekehrten Berhällnifse für unS Eisleithanier in Bezug auf die freiheit-licht Entwicklung einstellen und dadurch unen Ausgleich herbeiführen. Also der „ZeituugssttMpel" wird, wie wir hoffen, durch unsere parlamen-tarischeu K?rperscht,s»,n beseitigt werl»e«. Nun kommt aber die wider-Kunigste vou allen Steuern, welche auf den Zeitungen zwar zu lasten scheint, aber thaisüchlich das übrige steuerpfilchtige Publikum trifft, cs ist dies die 3« sera teufte «er. Es ist eine gauz natürliche Sache, dab der Staat bei den immer größeren Anforderungen, die man an ihn stellt, in Vezßß »«f die Vermehrung der Unterrichtsanstalten, der Kommunika-tiousmmel u. s. w. die Steuertrast seines Voltes zu heben bestrebt ist. in dew^lbeu Maße, in welchem cS die Steuererhöhung verlangt. ES ist daher aM Pflicht der Regierung alles das zu beseitigen, was dem Steuerträger hemmend in den Weg tritt, und dazu gehört gewiß die ^Atzlerateusteuer", respektive der „Jnseratenstempel." Unsere Zeit verlangt mögttchste Verlautbarung und Verallgemeinerung aller Erscheinungen auf dem Gebiete der Industrie und des Handels und das natürlilifte Mittel dat« find Inserate in den Zeitungen. Oft ist mit wenigen Worten die Sache anempfohlen, die man dem Publikum anpreisen will, die Kosten des Inserates, insbesonders. wenn es oft erscheint, sind verhaltnißmSßig aering. die Höhe deS Stempels macht daS oftmalige Wiederholen zu einer tl^uttu Sache. Da wäre es deun nur Sache des Abgeordnetenhauses für die Jntereflen des Volkes einzustehen und die Aushebung des Jnse-raienstempels zu beantragen. Es liegt freilich die Frage nahe, ob dai'urch dem Eiutommen des Staatshaushaltes nicht ein bedeutender Schaden erwachse und wir können mit ruhigem Getviffen sagen: Nein! denn im Präliminare ist der Ertrag dieser Steuer mit 150000 fl. eingestellt. Der Schaden aber, der durch diese Steuer dem Volkswohlstände erwächst ist ein sehr großer, denn dadurch wird da» kleine Plaljinserat, welches in ausländischkn Zeitungen so sehr kultivirt ivird. das wir dort in ein oder zwei Zeilen (wofür bei uns dieselbe Steuer wie für ein großes Inserat zu zahlen ist) so häufig wiederkehren sehen, zur faktischen Unmöglichkeit. Wir glauben daher im Interesse des Volkes und dessen Wohlstandes und der daraus fich entwickelnden größeren Steuerkräftigkeit nur auf das Ein« dringlichste dastr sprechen zu müssen, daß durch einen Beschluß des Ab-geOrdnetenhauses ein Gesetz zu Stande kommen möchte, welche die „Jnse-rate»st«uer*' aufliclit. Netchsrath. Abgeorduetenhaus. 4. Sitzung. 16. Dezember. Der Prä-^eut theilt die Konstituirung des Adreßausschusses mit und gibt die Mitglieder des Petitions. Ver,jikations- und Medizinalausschussks bekannt IL ArbeiterpktiLionen werden vom Abg. Hönisch, Petitionen um Aufhe-buug des Konkordates und Einziehung der Kirchengüter (darunter zwei »«s Steiermark) vom Abg. Dr. Rechbauer überreicht; diese sowie noch mehrere andere P-^Ntionen werden dem PetitionSauSschuffe überreicht. — Abg. Dr. Roser begründet kurz seinen Antrag, der dahin geht, es sei die Regierung aufzusoroeru die Uebelstände bezüglich der Bcschwerden der Ar-heiter koustgtiren zu lassen und auf gesetzlichem Wege dahin zu wirken, daß 1. die tägliche Arbeit in den gai»riken auf 10 Stunden beschränkt. S. gewisse gK. des Strafgesetzes außer Wirksamkeit gesetzt, 3. Kinder unter t4 Jahren in gabriken nicht beschäftigt und 4. eigene Kinderarbeitsbücher ^r Kontrolle eingeführt werden. Der Antrag wird einem ZwölferauS» schuffe «bergeben. — Sodann wird der Koalitionsausschuß gewählt und kommt an und schenkt mir einen Gous. wenns euch nicht reut! — Alles, alles würdiger Herr! tvar Schaum, ausgespien aus dem Meere eiues verpraßten Daseins. — Es war ein fürchterlicher Traum, und bald werde ich erwachen, dem, ich fühls, ich habe ausgeträumt." „„Und wen beschuldigt ihr als den Urheber eures Elendsfragte der fromme Mann mit bitterem Tone. „Wen? mich — mich und mein Schicksal! O ich hätte nicht in die Hölle dieser Welt eindringen müssen, denn ich hatte einen Gott an der Seile, einen Gott der Liebe, der Wahrheit! — O mein Louis! hätte ich «immer dich — uerrathen!" Krampfhaft preßte die abgezehrte Hand an die Stirne und wühlte tief auffeufzend in den gebleichten spärlichen Haaren. Der fromme Mann, der das Herannahen des Todelsengels erkantlte, erfaßte ihre Hand und wollte ihr Trost zusprechen. Das sterbende Weib erhob fich noch einmal und sprach mit äußerster Anspannung ihrer letzten Kräfte: „Frommer Herr! — noch — eine Bitte — versprecht — mir die -^Erfülluug. Wenn — ich — gcstorben legt mir — dieses — Glatt — in meinen Sarg. — ich will ja — in der — Ewigkeit — an diesen — Worten — ihn— erken-ne« — und — lieben — lieb--" Georgette hatte ausgehört zu leben. Der fromme Bruder beugte fich über fle. blickte sie schmerzlich, wehmuthsvoll an und drückte einen glühenden Kuß auf ihre kalten Lippen. „„Arme Georgette"", murmelte er mit feuchten Augen, „„Du hast bei» u»d mein Let>en vergiftet.--es fri dir vergeben; du hast schwer gebüßt, denn du mußtest selber dich verachten, du starbst verlassen, liebeleer! „..Geh ein du Herz! zur Ruhe, die dn hier nicht gefunden. — es folgt dir bald ein zweites nach!"" Srgänzungswahlen für den volkswirthschaftliche«. den Berathungsausschuß der Ziv lprozeßorduung und dea Rotariatsausschuß vorgenommen. Der in der 3. Sitzung vorgelegte Rechenschaftsbericht über die im Eattarenser Bezirke erlassenen Ausnahmsverfügungen des Grafen Taaffe liegt tlun seinem Wortinhalte «ach vor; doch enthält er nichts Neues, was nicht schon in den amtliche« Berichten der Wiener Zeit««g friiher an« gegebe« gewesen wäre; nur in Bezug auf die Entstehu«gsursache« des A«fsta«des ergeht er fich etwas weiter. vermischte Rachrichten. (Ueber die Unsicherheit in der Nähe vo«Uym) meldet man von dort Folgendes: Drei römische Sonntagsjäger wurden jenseits des heiligen Berges auf der «omentanischen Straße vo« drei VerlarvtlN angehalten und mit Niederschießen bedroht, wenn fie nach ihren in der Kalesche angebundenen Flinten griffen. Flinten. Geld und Ul)ren mußten abgegeben werden. Schlimmeres widerfuhr ain gleichen Tage dem Bruder eines bekannten englischen Pharmazeuten, der, auch auf der Jagd angegriffen, fich zur Wehre setzen wollte; er erhielt eine« Schuß in die Schulter und mußte fich dann seine Habseligkeiten nehmen lassen. (Korrespondenzkarten.) Die norddeutsche Bundespost beab-sichtlgt. ähnlich wie in Oesterreich. Korrespondenzkarten einzuführen. Die-selben sollen »/, Silbergroschen kosten; im Format sollen fie halb so groß wie die Postanweisungen sein. Auf der einen Seite find die Linien für die Adresse, auf der anderen diejenigen für kurze, geschäftliche Mitthei-lungen. Die Einsührung dieser praktischen Neuerung wird von dem korrespondirenden Publikum mit großem Juteresse aufgenommen werde«, da dies eine gar nicht zu unterschätzende Einrichtung ist. Ein großer theil der immerhin noch theueren kaufmännische« Korrespondenz wird dann vermittelst der Karten abgemacht werden. (Gegen das Konzil) Am 8. d. M. fand im Ma«roucr. theater in Triest die angekündigte öffentliche Sitzung des Progressovereins statt, deren Zweck eine Demonstration gegen das Konzil war. Die Zatt der Anwesenden mag MN Z000 betragen haben. Als Redner traten die Herren Dr. Beneo, Dr. Dompieri, Dr. Eambon nnd Professor Oddo auf l^perer saate u. A.. der Fortschritt und die Wissenschaft, welche mehre Throne gestürzt, würden auch das Pastthum stürzen «nd eher würden der Papst sammt den Kardinälen zu Freideutern werde«, als daß die Welt fich wieder unter das Joch der Priester beuge. Der Prä. fident. Herr Hermrt brachte ein Hoch „auf die Gewjsse«ssteihkit, die ver-brüderung der Völter und unser Triest"^ aus. worauf die Versammlung, nachdem fie die vvr,geschlagene Resolution angenommen und Herrn Eugeu Sofferitti, der als Vertreter zum Antitozil nach Neapel geschickt worden, mit Ueberreichung derselben an den Präfidenten des letzteren. Herr Rie» eiardi. beauftragt, fich gegen 1 Uhr iu aller Ordnung aufiöste. (Was das Militär tostet.) Herr Direktor Engel bemerkt in seinem neuesten Heft der Zeitschrift des k. stat. Bureaus in Berlin da rüber Folgendes: „Niemand kann sich der Ueberzeugung verschließen, daß die aus dem großen Militäraufwande der größeren Kulturstaaten der alten und neuen Welt dervorgehende Besteuerung die Mehrzahl dieser Staaten bereits an den Rand des finanziellen Banterotts geführt uud den VoltStredit. d. h. den Kredit sür die Einzelwirthschaft bis ans das Aeußersle erschöpft hat. Der jährliche Betrag des Militär- uud Marine-Budgets Europa s allein wird auf 811.870.122 Thaler und die jähr» lichen Interessen des im Militär und Marinewesen augelegte« Kapitals Erinnerungen aus dem Leöen eiites Schauspirfers. Vs« Friedrich Rotter 1. Ei« Meerschvei»che«. Erschrecke nicht, lieber Leser, über diese« Titel und fürchte nicht etwa von mir eine naturwissenschaftliche Abhandlung über mehr oder lveniger bekannten Thierchen kennen zu lernen; o nein! ich will Dich mit den nachfolgenden geilen in Hallen einführen, die an manche« Orte« dieselbe Wichtigkeit haben, wie d»e größten Kunstmstitute der Refide«ze«. in die Hallen, in denen die Bretter sich befinde«, „welche die Welt bedeu-ten", und zwar „Bretter" im vollsten Sinne des Wortes. Denn iinter der Bezeichnung „Meerschweinchen" versteht die Schauspielerwelt, welche ebenso ihre technischen Ausdrücke ha», wie jede andere Beschäftigung der Erde, eine ambulante Theatergesellschaft, welche Marktflecken und Dörfer Oesterreichs bereiset und in Scheunen und Getreidespeichern Schiller s und Göthe's klassische Dramen „verarbeitet." Doch diese ist die niederste Art der Gattung „Meerschweinchen"; denn andere machen tleine Städtchen unficher, miethen den Saal eines Gasthauses, glauben einen bedeutenderen Komfort sür die Zufeher dadurch zu erzeugen, daß sie Stühle in den Saal stellen, statt der Bretter in den Scheunen nnd etwas mehr Talglichter anzüude« als ihre Berwaudte« i« den Scheunen es thu«. In dem aber find sie ihnen gleich, auch fie stellen einen Schanb-Pranger der dramatischen Kunst auf uud beginnen nun mit den haar-sträubendsten Titeln und Anpreisungen das „hochgeehrte k. I. Publikum" ins Theater (?) zu ziehen. Man tvird es vcrzeihlich finden, daß ich sehr begierig war, das Treiben dieser Künstler, die ich dem Rufe nach schon kannte, auch von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen. Zu diesem Zwecke suchte ich zu einer derartigen Theatergesellschnft stoßen zu können und — es gelang mir schneller, als ich es erwartet; ich erhielt durch die Protektion eines Mime«, der die kleinsten Dörfer Oesterreichs als Heldenspieler bereiset hatte, eine« . öu we^«r b«ti>achttichtn Summe noch v»e des Arvettsvermstes deS Militärs kommtn. die auf 898,789.265 Thlr. prv Jahr angegkbtn werden. Außerdem verloNttte»; die Kriege in Europa von 1SSS- -1866: 1.743.491 Menschen zum Opfer". Diese Zahlen sind so schauerlich, daß man mit Bestimmtheit sagen kann, die Frage der all. aemtinen Entwaffnung ist nur eine Zeitfrage. WaS Einsicht, Beredsam-teit, Berechnung und guter Wille nicht vermögen, wird schließlich die Noth »u Stande bringen; nur mit dem Unterschied, daß der Weg der Noth Weg des zerstörten MenschenglückeS. deS wirthschafllichen Ruins. deS Berderbens und des Elends ist. während der Weg. den die Einsicht acht durch Zufriedenheit. Vlüthe der Kultur und Wirlhschaft. GedcihtN und Wohlergehen martirt wird. Murbttkfter i^erichtc. Marburg. 19. Dezember. (Gemeindeausschußsitzung) Schluß. G. A. Vrandstetter begegnet sodann dcn Borwürfen über das letzte Entfernen dahin, daß er aus den Vorfall in der Bezirksvertretung hinweiset, wo den antvescnden Bertletern der Gemeinde zu Liebe die Tagesordnung umgestellt wurde und diese dann, als über das Ausscheiden der Gemeinde aus dem Be-zirte abaeftimmt werden sollte, fich entfernten. Er sagt, serner seine Ge-nofft« seien von der großen Öpferwilligkeit und den Resultaten, welche der gegenwärtige Sparkastenausschuß zu Stande gebracht, so sehr iiberzeugt. daß ste ftch mit Vergnügen einer Berttauensadreffe anschließen würden; die Gemeinde aber solle einen bestimmten Anspruch an den Gewinn der Spartaffe haben; es sei nicht »othwendig. daß die Marburger Spartaffe den Einlegern eine größere Sicherheit biete als die übrigen Spartaffen SteiermartS (hier fällt der Ausdruck „Rnubsistem". gegen den Brandstetter fich vtrwahrt und den Vizebürgermcister Stampfl ertlär.t) Die Gemeinde sei berechtigt, den Spartaffeausschuß zu wählen, aber auch verpflichtet für das Wohl der Gemeinde zu sorgen. V -A. Perko: Der 3. Wahltörper will das Vermögen der Sparkasse allsogleich verwenden, der 1. und 2. Wahltörper aber noch einige Zeit zu warten, und diese würde doch bei Steuerhöhungeu die Last mehr treffen. G. A. Marto will nicht zugeben, daß. hier Vertreter der Wahltörper seien, sondern alle seien Gemeindever-treter. G.-A. Dr. Reiser ertennt ebenfalls die Nothwendigteit der Sta-tutenrevifion an. da sie in vielen Stücken mangelhaft sind, ist aber gegen unbediugte Unterwerfung unter die'Statuten der Grazcr Sparkaffe. G.'A. Löschnigg spricht nochmals von den Aussagen Wafferfalls und Pairhubers. die doch im Gemeindelebm so gewiegt und notorische Kapa-«tüten seien. Er macht den Bürgermeister und Bizebürgermeifter ans seinen geleisteten Eid aufmerksam, daß er zum Wohle der Gemeinde lvir-ken wolle. Diese beiden antworten darauf, daß sie durch diesen Gegen» stand in keine Kolliston mit ihrem Gewiffen tommen. G. A. Dr. Walt-ner ist elgentlich gegen alle Distussion des Gegenstandes, doch betont er. daß man vor allem auf Schaffuna eineS Kapitales für die Gemeinde sehen muffe ; durch Benützung der Zinsen des Rcsrrvesondes verzögere man aber die Bervollständwung des Kapitales, ja nehme vom Kapitale eigentlich selbst weg ; die Vervollständigung stehe übrigens in nicht so weiter gerne als man glauben macheu will; die ZinStreuzer seirn ja für den Zweck bewilligt lvorden und übrigens sei ja der Neubau de» Schule nicht so dringend, seien die Lotalitäten zu wenig, so möge man solche miethen. das werde billiger tommen uud auch dem Zwecke entsprechen. G. A. Reuter spricht sodann wegen der Zinskreuzer. die nicht für den Schulhaus-bau allein bewilligt worden; G. A. Brandstetter entgegnet dem Dr. Walt ner. daß er als Mediziner nicht sö sprechen solle, wenn er die Ueberfül-lung der Klaffen und Ungesundheit der Lokale kenne. Er meint schließ-lich, das Aergste. was durch die Statutenänderung geschehen könne, sei das Liquidiren; dat^egen ist G.-A. Perto. und Dr.MuUc sa^^t. die Spar-tassebücheln seien gleichsam ein Bertrag. welchen die Tpartasse mit den Parteien ein^^egangen habe, und der müsse gehalten werden. G. A Marto beantragt, sodann zur Beilegung des Zwistes und weil der Gemeinde, ausschuß dirette auf die Abänderung der SpartaffesaKungen keinen Einfluß nehmen kann, eine Resolution, welche sagt, der Gemeindeausschuß spricht den Wuusch aas, daß der neugewählte SpartasscauSschuß eine Revision der Satzunl^en der Sp.irtaffe dahin vornehme, daß der Gemeinde-repräsenta^ nach Möglichteit ^in größeler Einfluß auf die Spartasse zu-tomme. Der G. A. Brandstetter verlangt nur noch, nachdem die G. A. Renter und Löschnigg fich mit der Annahme der Resolution zufrieden stellten, eine Probewahl, welche aber nicht angenommen wird, ja G.-A. Marto zieht seinen Antrag zurück, worauf denselben G. A. Reuter aus-nimmt und derselbe auch angenommen wird, worauf alle Ansschiiffe die Wahl vornehmen, deren Resultat wir schon in der letzten Nummer angaben. (B e z i r t S s ch u l r a t h S s i tz u n g.) In der letzten Bezirtsschul-rathssitzung hat das Mitglied Herr Seidl den Borsitzenden dahin inter-pellirt, ob er keine Kenntniß erhalten habe, ob hie und da einzelne Schul-lehrer gegen die neuen Schulgesetze agitiren. Der Vorsitzende beantwor-tete die gr.'.gc dahin, daß ihm bis jetzt ein solcker Umstand nicht bekannt geworden sei. und daß er vorkommenden Falles streng nach dem Gesetze vorgelien werde. (Dritter Schwurgerichtsprozeß des „8! vv s v 8 lci Auch in dieser Schwurgerichtsverhandlung wurde der Ange-klagte, Anion TomSiö, der wegen deS Artikels ..8Ivvvv(zi (FttlAsovogst" vor das Gericht gerufen worden war. freigesprochen. Obmann der Ge-schworenen war Andreas Plrnat. Den Gkschwo.enen wurdtn 10 Fragen vorgelegt. (Berein ..Merkur.") Die von uns schon angetündete Jahres-feier des taufniännischen Vereines Merkur findet heute Abend» 7 lUir im Bereinslokale statt. (Theater.) Die Benefizevorstellung der Kran Casanova füllte das Hau? im Parterre und der Gallerte, die Logen aber waren leer. Der Versuch mit dem lebenden Bocke unter den Wölfen gelang vollkom-MtN. Die. Posten: „Hohe Brilcke und tiefer Graben" und „Frühere Berhältniffe" gaben unseren beiden Komik.rn, den Herren Zöllner und Rotter jun. Gelegenheit ihre Komik in gelungenster Weise zu zeigen. Eingesandt. Oest erreich v oran. In Oesterreich wurden zuerst die kou« jentrirten Malzextrakte und zwar von der WilljelmSi^orser Malzprodukten-fabrik dargestellt, darnach erst führte deren Erzeul^ing der berühmte Liebig in Deutschlaud ein. Es freut uaS dalier verzeichnen zu können, daß diese von k. k. Prof. Heller an der Wiener Klinik als allein echt bei Bru st«. Lungen- und HalSleiden anempfohlenen Malz-extrakte. M a lze x t ra kt - V o n l, o n s und Malzextrakt-Ehokoladen der W i lhe l m s d o r fer Malzpro duktenfal, rik von Aug. Jos. Küfferle und Com. (Wien) auch hier in Marburg den besten Ruf vou allen Seiten genießen und in der hiesigen Niederlage bei Herrn F. Kolletnig (Tegetthoffstraße) sehr gesucht find. Gaftspielautraß z» einer Direktorin eines derartigen Kunstinstitutes. Ich war darüber über die Maßen froh. Schon am nächsten Tage führte mich das schnaubende Dampfroß der Sudbahn den Gebirgen zu und im raschen Fluge brachte es mich au de« Ort meiner Bestimmung. Kaum hatte ich das Dorf betreten, so winkte mir schon das Gasthausschild „zum grünen Baum" entgegen, wo nach deu brieflichen Mittheilungen Thalias Priester und Priesterinen ihren Tempel aufgeschlagen. Etwas befangen über daS keineswegs einem Knnstinstitute entspre-cheude Aussehen deS Gasthauses, betrat ich die unteren Räumc desselben, wo «ich ein Dienstmädchen mit barschen Worten nach meinem Begehr fragte, und als ich nach der Direktoiin deS THcaterS mich erkundigte, mit mitleidsvollem Lächeln nach „Oben" wieS. wo dieselbe wohnen sollte. Tiefer Staub bedeckte die Stufen der Stiege »um ersten Stockwerke welches ich mit baugem Herzen erstieg und plötzlich vor einer Thüre stand, deren respektable Größe in mir die Bermntyung hervorrief, daß sie der Eingang zu dem Saale und daher auch zum Heiligthume der Kunst sei. Nachdem ich einige Male mit mehr Bescheidenheit, al« nothwendig aewesen. an die Thüre geklopft, entschloß ich mich endlich, da das Still schweigen durch nichts unterbrochen wurde dieselbe zu öffnen. Kaum hatte ich einen Fuß hineingesetzt, sprang hinter dem Vorhange, der das Allerhöchste von dem HeilitZthume. d. h. die Bühne von dem Zu-schauerraume trennte, ein schwarzer zottiger Pudel mit rasendem Geklaffe auf mich los. so daß ich nichts Eiligeres zn thuu hatte als eine Bank zu besteigen, welche aber entweder an nnd sür fich schwacher Konstitution. ol!>er aus Altersschwäche oder aus Schrecken über diese plötzliche Attaque Mit Gekrache unter mir zusammenbrach und eine Wolke von Staub auf-Wirbelte, welche mich zu ersticken drohte. Der Pudel drang abermals auf mich ein und schon glaubte ich einen meiner zwei Füße verloren, als eine Stimme, welche das Mark in den Gebeinen erstarren machen konnte, denn nur so konnte die Stimme der Hexen im „Makbeth" sein, ans dem Allerheiligsten.. nämlich hinter de« Borhange ertönte und rief: „Willst du nicht kuschen, verdammte« Beest". Au gleicher Zeit flog ein Stück Holz gerade auf mich los und nur ein verzweifelter Seitensprung rettete mich von der unmittelbaren Be-rühruna mit dieser etwas sonderbaren Empfangssalve. Der Pudel kläffte und winselte um eine Oktave höher und zog sich endlich im tiessteu Baß brummend hinter den Borhang zurück. Da öffuete fich der Vorhang und — sie trat heraus. Großer, unsterblicher Shakespeare! Als du die drei Hexen im „Makbeth" schildertest, mußte im prophetischen Geiste dir diese Gestalt vorgeschwebt haben, denn das häßlichste Gesicht das ich je geschaut, war eine vollendete Schönheit im Vergleiche mit diesen Zügen. Tiefe Falten durchsurchten Stirue und Wange, welche eingefallen dem Gesichte einen geisterhaften Ausdruck verliehen, und das graue Haar hing wirr und un-geordnet über die Schultern herab, so daß ich mich unwillkiirlich an die „Hexe von Endor" erinnerte; lange Nägel. Adlcrklauen gleichend, zierten ihre zarten Knochenhände. welche den Genuß des Waffers wohl schon wochenlang nicht verspürt haben mochten und endlich ein Anzug, wie ihn Barbara llbryk beiläufig gehabt haben mochte, vervollständigte das Frauen-Gebilde, das ein Maler in seiner kühnsten Phantasie nicht abschreckender ych hätte träumen lassen können. Mit verbindlichen Worten und einem Lächeln, das Madame Casa-nova's Hyäne etwa gut gestanden wäre, frug sie mich um mein Verlan-fjtN. Ich setzte ihr das mit kurzen Worten auselnander und stellte mich als der „verschriebene Gast" vor. Ihr holdes Lächeln verdoppelte sich und so lud sie mich ein. die Bühne und Garderobe anzusehen, nicht ohne nach gewöhnlicher Franeuart die FloSkel lieizufüaen. daß es „etwas uu-ordentlich" aussehe. So trat ich denn nun in das Allerheiligste und — war starr vor Schrecken und Erstaunen. Die Garderobe, aus einigen verblichenen Ritter- nnd Traueranzügen bestehend, !ag rnhig auf ^em Boden, dem Pudel und seinen Jungen eine willkommene Lagerstätte und hie und da selbst zeigten sich Proben ihrer scharfen Zähne, indem die Zeugen ihrer Thätigkeit als her.uisgerissene Fetzen überall zerstreut herum lagen. Töpfe und „Reindeln" standen an dem Orte, wo „Julie" träumte und ein „Waffersch-^ff" und Besen nahm jene Stelle ein. wo sonst „Romeo" seine glühendsten LiebeSlieder von Stöppel ließ. (Fortsetzung folgt.) „Das ist der König unter den deutschen Kalendern (der Lohr er hinkende Bote*) mit mehr alt einer halben Million Auflage, einem Absätze, den er sowohl seiner Billigkeit olS des volksthümlichen Innern wegen, vollständig verdient. Aiir I87V ist derselbe in einer Auflage von 800,000 Exemplaren erschienen. (Reue Freie Presse.) *) Preis 80 kr. und ist zu haben bei allen Buchhändlern und Buchbindern. Verstorbene in Marburg. Am 4. Dezember: Hlatschcr Katharina, 13 Tage alt, WirthStochter, an Schwäche. — Rieß Josefa, 4 Jahre alt, an Croup.— Am 11. DerHochlvürdige Herr Dr. Lorenz Bogrin, ins. Domprovst. 61 Jahre alt. an Lungenentzündung. — Krau Denk Josefa. 28 Jal)re alt. BeamtenSwitme. an Tuberkulose. — Am 14. Herr Repnik Martin. 95 Jahre alt, gew. Bürger u. Hausbesitzer, an Altersschwäche. — Am 15. Reich Maria Anna, 16 Tage alt. BeamtenSkind, an (Sedärmfraisen. — Am 17. Hlatscher .Conrad, 4 Wochen alt, GirthSjohn, an Fraisen. Geschäftsberichte. Marburg. 18. Dezemb. (wochenmarktSbericht.) Weizen ft. 4.6b. Korn fl. 2.35, «erste fl.0.—. Hafer st 1.S0. Kukurutz st. 2.85, Heideu fl. 2.80, Hirsebrein st. 4.20. Hirse st. 0.—, Bohnen fl. 0.—, Srdäpfel fl. 1.10 pr. Metzen.Rindfleisch2S. Kalbfleisch 26. Schweinfleisch iung26tr. pr. Pf. Holz, hart 30" st.13.—. 13" fj. 5.90, weich 30" fl. S.b0, 18" fl. 4.10 pr. Klafter. Holzkol>leu hart fl. 0.50, weich fl. 0.40 pr. Meißen Heu jl. 1.70, Stroh, Lager- fl. 1.40, Streu- fl. 1.— pr. Ccntuer. Pet to u. 17. Dez. (Wo cheumarttSl»er icht.) Weizeu fl. 4.30, Koru fl. L.io, Gerste fl. 0.—, Hafer st. 2.—, Kukurutz fl. 2.50. Heiden fl. 2.20. Srdäpsel fl. 1 ^ pr. Metzen, Hirsebrein 14 kr. pr. Maß. Rindfleisch ol,ne Zuwage 25, Kalbfleisch 26, Schweinfleisch juug 25 kr. pr. Pf. Holz 36" hart st. 12.—. detto weich fl. 8.50 pr. Klafter. Holzkohlen hart fl. 0.60, detto weich fl. 0.50 pr. Metzen. Heu fl. 1.30, Stroh Lager, fl. 1.10, Streu, fl. 1.- pr. Lentner. _ 839 a 5720 (»7 Aus Anlaß des konstatirten Vorkommens der Erkrankung von Rind« Vieh in dem Hanse Nr. 207 in der KSrntnergaffe an der Maul- und Klauensenche wird zur möglichsten Hintanhaltung der weiteren Berbrei« tung für die Dauer der Seuche hiemit angeordnet, daß die Kärntnergasse als kontumazirt zu betrachten sei. und daß daher auS derselben weder Abverkäufe noch Zukaufe von Rindvieh stattfinden dürfen, daß der Trieb von Rindern, Schafen, Ziethen und Schweinen durch diese Gasse gänzlich zu unterlassen sri, und daß ferner auch dcr Perkauf der Milch von den kranken Thieren nicht Platz greifen dürfe. Dics wild behufs dcr tMauesten Darnachcichtung zur allgemeinen Kek ntniß stebracht. Ätadtamt als politische Behörde Marburg, am 14. Dezember 1869. _ Der Bürgermeister: öüNVklRN. k'rüedtendroÄ, voi» kviustv« di» «um orckinSrsten, versoliivcksne Lortoo Ilioo, )»m»ioa-Kum, ?unsvl> L»»oni (Vsnillo unck «ovie «um Bieren cker Llinstdäome smpüsklt 3. 78ö. Kundmachung. Der Boranschlag über die Einnahmen und Ausgaben des Bezirkes für das Jahr 1870, welcher bei einem Empfange von 16,825 fl. 92 kr. an Ausgaben 25,6.80 fl. — kr., mithin einln Abgan^^ von 8.804 fl. 38 kr. nachlveift uud diesen durch einen Kpetigeu. Zuschlag zu den direk-ten Steuern zu decken beantragt, liegt l»ieramtS zur allgemriuen Einsicht, was mit dem Beifügen kundgcinacht »vird. vasj allfallit^c Erinnerungen behufs deren ErwälMNg bei der Plüfung desselben durch die Bezirksver-tretung bis 28. l. M. ein<^ebracht werden wollen. Bezirks'AuSschuß Marburg, am 15. Dttember 1869. Der Obmann Conrad Seidl. g. bS41—S542. 826 ItunSmttelKUNK. Das gefertigte Stadtamt bringt wiederholt zu Folge Gemeinde-Rath Beschlusses von 9. d. MtS. i»n W'ge der öffci»tlichen Versteigerun,^ das Recht zur Einliebung des LendgesäileS im Dorfe Meiling und das Recht der Markll)üttenaufsteUung am Hauvlplatze in der Ltac»t aus die Dauer von drei Ial)rcn und zwar vom 1. Zcinnet 1870 bis Ende De-zember 1872 zur Berpachtung. wobei der lctztjähiige. im Wegc der Ver-Pachtung erzielte (5,lrag von 300 fl. — und re8peotive 15 fl. — als AuSrufSpreis fiir ein Jahr angenommen wird. Hiezu werden Unternehmungslustige mit dem Vemerlen cingelad>n. daß die diesfällige mündliche Versteigerung am-20. Dezrmber 1869 um 11 Uhr Vormittags in dcr hiesigen Amtskanzlei. wo die näheren Be-stimmungen und Lizitalionsbedingniffe wäh-end der Amtsstunden täisiich eingesehen werden können, stattfinden wird. Gtadtamt Marburg, am 13. Dezember 1869. Der Bürgermeister: öSNOSlksi._ lok dkde äis kkro 6sm ?. I'. ?uk1iknm »nüUüvixsn, Äas» iok mit ßs«'! »Mitev Wtihaachtö- ««d Utvjllhrs-Gtschtnke vvrgsksu bin; Lsme» smutekls ieli ksinsn unä^ m ^okaolltsln /.u 3.'i Iii.; uvä 8onnta»s trisod. i UInK«r» OnvÄitoi', untorv Nsrrevxks.o. 812) Oonäitor vi8-«.-vis „llotol für - 779 INähmaschi«e«HA«dler «. A«d»»strieSe Ausschlteslich alleiniger so xroi-Verkauf aller Systeme der anerkant besten Rähmafchinen. Bei einem kleinen Versuch wird fich jeder Käufer bald die! Ueberzeugung verschaffen, daß der llnterzeichnete, sowohl waS Lei-stunt^sfählgkeit der Maschinen, als deren Preise anbelangt, jeder Konkurrenz die Spiße bieten ka^ln. Außer meinem Fabrikat vertrete ich die ersten und größten^ Fabriken Europa s und Amerikas, unterhalte stetS ein Lager von vielen lausend Maschinen, so daß jeder Auftrag angenblicklich effektuirt iverden kann. Jeder Wiederverkäufer ist durch Bezug meiner Maschinen iu ^der Lage, seine Detailpreise bedeutend zu ermäßigen, und lvird trotzdem denselben Verdienst haben, den cr seither bei theuren Preisen hatte. Illustrirte Preis - Courants gi^atis. Lu ävtail wird nichts verkauft und finden demnach ^Anfragen von Privaten keine Berücksichtigung. Ulbert II. Vue^vl, HMtv«, Mariahilferftraße Rr. 70. Jur Kenntniß diene, daß Herr Heinrich Nadlinger jun. seit 14. d. M. in meinem Okschüfte nicht mehr bedienstet ist. (836 Mr MMwärtige Saison! Ii sowie Ttoffe nach Maß zur Anfertigung i« grsser Auswahl und zu billigsten Preisen empfiehlt zur gütmen Abnahme Herren- und Schnlgasse, Payer sches Haus. (83S mit gntem Fntter von 12.14.18, 20,24 fl. und höher, von fl. 8 bis fl. 24. Lo»O» . von fl. 4 bis fl. 10. s»000» .. „ 5 „ „ 15. «Ist» . „ „ 2 „ „ 8. SodM»r»O von fl. 22. aute Lode«'S»ooo> von fl.4 aufwärts. Stoik-Liits voll fl 2 — 2.80 SvQlTk^vo^«, Lsmst^ VTtUG», sowie und ^r7 vis soliöiists km köstKesodgllköll biotot uviitroltiK ^ « « rsla iin«I UrSsst« Juwelen-, Gold-, Silber- Chinalilber-Waarenhandlnng. unck ^vitxemSss I»erxvriol»tot0l» (FeseliäKs-I^vIial in Ävr Il6rrenK»886, Nau8 ».». v». a Mit einer Beilage. e!2»itraIrt-V^>l«llul». ___________ Aus 9 AußsteUangtn prümiirt. ^a^ t. k. Prof. Heller t^n der Wiener Klinik allein echt. MM Sehr nahrhaft und nicht verstopfend, fltr solche, die Erhitzendes nicht vertragen, besonders Brustleidende. 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EefichtS-, Brnst-, Hals- nnd Zahnschmerzen, Kopf-, Hand- und Knicgicht, Gliederreißen, Rückeu« und Lendenweh n. s. w. In Paketen zu 70 kr. und halben zu 40 kr. bei^s Ioh. Merio in Marburg. (661 A V»udllott Ist k«Ud»r. Länger als N0 Jalire litt ich an zuuelimeuder Taiiblieit und konsnlitrte wälirend dieser Zeit zur Abliilfe dieses Leidens die bcrithmtestcn Aerzte verget'lick. Endlich erlangte ich dnrch ein Verfahren, welche» ich einem alten, viel und weit^^ereisten Seeknpitain verdanke, mein volles Gel)i)r wieder, nilt> l)abe jetzt, nachdem ich vielen Leidenden dieses Berf'ihren mitgetlieilt, die große Keniigthunng, unzählige Dankesschreiben von Solchen zu empftmgen, denen es ebenfalls Hilfe get^rncht liat. Demzufolge bin ich auch ferner bereit, jedem Leidenden dieses so »'arzilgliche Heilverfahren gegen frankirte Einsendung von 5 fl. mit^uheilen. Louis OelSner in Berlin. 81;» neue Schönhauserstraße 12, 1. Treppe. Reereations - Fluid für Pferde V0ln k. k. Thiernrzte welches durch competente fachmännische Autoritäten der hol)en Sanitätsbehörde zu Wien geprüft und in Folge Erlasses eines hol)eu k. k. Ministeriums des Handels vom 5. März 186'.>, Zal)l 4336/724 alS Heils ^ mittel gegen äußere Krankheiten der Pferde anerkannt ^ wurde. ES wird mit dem sichersten Erfolge angewendet bei allen Schulter-läl)men, sowohl trau'i'a tisch er als rheumatischer Art, bei Hüft« und Kreuzläl)me, bei Sehnenentziindung und Sehnenklappe, bei Verstau« chungen nnd Berdickttngeu der Geleuke; fernerS bei s^essel- und Sehnenscheidengallen, sowie bei vieleil Hautkrankheiten, und endlich bei abge« nützten Pferden, die gerne stolpern und schon locker in den Gelenken find. Als Präservativmittel wird eS vor und nach größeren Strapazen angewendet. da es wieder stärkt und kräftigt und die Pferde vor Steifheit schlitzt. Neber die Wirksamkeit deS ReereationS-Fluids liegen die besten Zeilgnisse von sehr vielen Autoritäten vor. Preis einer Flasche sammt Gebrauchsanweisung 1 fl. 40 kr. ö. W. DI^Jch halte eS für meine Pflicht als Arzt, die I^. '1'. PferdebefiKer anf llerksam zil machen, daß daS privilegirte Ne««titutton^-I'"lui«l deS Herrn Joliann ÄwiSzta zu Korneut'uig durchaus keiu Heilmittel gege« ' ^ Ztraukheiten der Pferde ist. sondern ausschließlich nur als Präservativ» mittel privilegirt wiirde; überhailpt ivurde dem Pnvilegirten laut deS »WU ^ mir filr mein Heilmittel zugelangteii Bescheides eines hol)ett k. k. Handels-iniiiisterinmS vom 5. Mär^ 1869. Zlihl 4336/724 aiiSdrücklich untersagt, diesem G'IuI«! in den iiffentlichen An- küiidlguugeii oder GebranchSaniveisnngen Heilwirkungen znzuschreiben. Tljierheisputner si1r Mferde, Hornvieh und Schafe, ^welches nicht nur bei allen acuten und chronischen Katarrhen der Atl)mmigS. lind BerdaunngSorgane, sondern auch l?ei entzündlichen und fieberliaften-inneren Leiden mit dem beste» Erfolge angeivendet ivird. Als Präservativmittel ist eS vorzüglich im Frühjahre nnd Herbste anzuwenden, da es den Ausbruch vieler Krankheiten verhindert, eS macht die Thiere munter, befördert den Haarwechsel und Freßlust nnd stärkt die Berdaunng. (807 Preis eines PacketS saimnt Gebrauchsanweisung 40 kr. ö. W. Zu haben bei F. Kolletnig u. L. Korofcbetz in Marbnrg, Hrn Brüder Lberranzmeyer in Graz, Herrn Zs. C. Schwab in Pettau, Hrn C. Pruck-niayr ill Judenbtira, H I Schmidt u PvAl li> rang von seftt« Pliitze». und Schifft«, für Neisende, Ntft«l»rßvtß, für Varköche und Famme» ans dem Lande, ist der Mschertrakt ein unersetzbares Produkt ; so wie auch für die Colouit«, wo frisches Fleisch kaum haltbar und theuer ist. (7ö5 Gebrauchs-Anweifnng. Ein viertel Theelöffel voll aufgelöst in einer großen Taffe heißen Waffers mit entsprechendem Zusap von Salz ist hinreichend um augenblicklich kräftige Bouillon zu bereiten. Die Farbe der Bouillou soll dunkel gelb, nicht braun sein, nimmt man mehr Extrakt, so wird der aromatische Teschmack des Bouillon für viele zu stark und unangenehm. Man erlangt eine anSgezeichnete Snppe, wenn man einfach Suppen-gemiise (Sellerie, Wurzeln, Lauch, Zwiebeln, Kartoffeln, u. s. w.) ohne oder Keffer mit etwas Speck oder Aettzusatz, in Waffer kocht, und die erforderliche Menge von Extrakt und Salz hinzufügt. Der Kleischextrakt enthält im lonze ntrir testen Zustande alle Bestandtheile der Saucen, und ist darum als Basis fiir die Zubereitung aller Kleischfpeisen von besonders hohem Werthe ; sehr wenig Extrakt reicht hin, um die Kraft uud den Geschmack der Speisen, namentlich der gewöhnlichen HauSmannSsuppen augenblicklich zu verbessern. k » s Eine HllbrealM in der Gemeinde Ober-Pobersch. mit Aeckern, Wiesen und Wald» grund im Flächcnraum von 48 Joch, dann Wohn- und WirthsschaftS' gebäude, altrS neu gebaut, mit Ziegeln eingedeckt, die Aecker meistentheilS arrondirt beim Hause, wird vom Gefertigten unter billigen ZahlungS« bedingnifsen auS freier Hand verkauft. S4l M. Wretzl.