Areitag, den 26. ZäMer 187S. XI. Jahrgang. «ckM MU Die „Marburger Seituna" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl., halbjährig 3 fl., vierteljährig 1 fi. 50 kr: für Zustellung in» Hau» monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fi. Jnsertiontgebühr S kr. pr. Seile. Oege« die Staatspolizei! Marburg, 25. Jänmr. Die Regierung fordert auch Heuer einmal» hundert und zwanzigtausend Gulden für „Staat». Polizei". Jeder Uebergang ist schlver — zumal der Uebergong vom Polizeistaate zum Rechtsstaat. Da wir aber vor elf Jahren bcreils amtlich vom Polizeistaate Abschied genommen, so war'» doch wohl gerathen. da» alte, ausgefahrene Geleise Metternich-Bach'scher Regierung»tunst endlich zu verlassen. Mit der „alten Schule" muß auch im Polizeiwesea gebrochen werden. Im Rechtsstaate gibt e» keinen Raum fi»r Staatspolizei, die schon so Viele Millionen nutzlos verschlungen. Politisch und wirthschaftlich ist diese Polizei nicht mehr haltbar. Verwenden wir die einmalhundert und zwanzigtausend Gulden lieber für die Sicherheits« Polizei, damit auf Weg und Steg den Land-gauntln. den Dieben und Räubern da» Handwerk eher gelegt werden könne. Oder widmen »vir diesen Betrag der Gesundheitspolizei, namentlich Heuer, im „Jahre der Seuchen", wo allerwärt» die l»A»artigsten Krankheiten ausgebrochen und der Würgengel durch die Lande schreitet al» Racheengel der vernachlüsstgten Gesundheitspflege. Der Reichsroth wird die Forderung der Regierung nilttt ablehnen — auch deßhalb nicht, um derselben das vollst« Vertrauen zu bezeugen. Die wahre Steuerbelvilligung ist die Abstimmung unmittelbar durch das Volk über den von der Vertretung beratheaen Boranschlag. Hat» ten wir diese Stufe der politischen Entwicklung schon erreicht und fände sich im Voranschlag? noch der Posten: einmalhundert und zwanzigtausend Gulden für Staatspolizei, jo würde das Ergebniß der Volksabstimmung sein — die ent-schiedenste Verwerfung des Antrags. Ringen wir nach dieser Form der Steuerbewilligung l Aismartk's prMische StaatstllugHeit. Ein englisches Blatt (Saturday Rewiew) bringt einen längeren Aufsatz über Bismarck'» praktische Staatsklugheit. „Alles, was er sagt und schreibt", heißt es in demselben, „ist merkwürdig, nicht allein um deßwillen, was er sagt, sondern wie er es sagt. Er ist allem Anscheine nach die Offenheit selbst und scheint die Welt in die tief-sten Tiefen seiner Politik sehen zu lassen". So habe er im Reichstag seine französische Politik den Herren klar und ausführlich dargelegt. Ohne eine Spur von Großmuth oder Güte habe er gehandelt und gesprochen; es war der bloße Ausdruck „roher Klugheit". Er macht sich keine Trugbilder darüber, daß solche Wunden, wie Deutschland Arankreich geschlagen habe, durch Güte oder schöne Worte zu heilen seien. Ein französischer Krieg könne nur dadurch abgewendet werden, daß man der französischen Nation die Gefahr zeigt, welcher sie sich aussetzen will. Es war ein fran« zösischer Plan, Deutschland schwach zu erhalten, indem es sich in seine Angelegenheiken mischte; Deutschland werde sich hüten, es ebenso zu machen. So lange Frankreich seine Schuld zahlt, wird es seinen Weg nehmen, ohne von Mutschland behindert zu sein. Die deutsche Politik wird dahin gehen, Frank« reich durch die Bortheile von Metz und Straß-bürg, durch eine grobe Armee, eine gesunde Fi-nanzwirthschaft und eine kluge Diplomatie, die eS versteht, französische Allianzen zu verhindern. in Schach zu halten, nicht durch Einmischung in seine innere Neugestaltung. Bielleicht ziehen die meisten Franzosen diese freie Erklärung allen andern Eröffnungen über eine Aussöhnung vor. wie sie ein geistreicherer Staatsmann, al» Fürst Bi»-marck vielleicht hätte fallen lassen. Bi»marck verschmäht e» nicht, sich mit den kleinsten Einzelnheiten abzugeben, er versteht e» ebenso wie der bekannte Jude, für einen Sechser sieben Apfelsinnen zu verkaufen oder eine Anleihe von sieben Millionen abzuschließen. So hat er zwei Kirchspiele aufgegeben, weil sie von französischer Seite leicht zugänglich waren, aber diese Kirchspiele hatten doch etwa» Werth — nur etwa» — einen Wald und sonach hat er den Wald von der Abtretung au»geschloffen. Frankreich behält da» Kirchspiel, Deutschland da» Holz. An einrm andern Punkte war die Grenzlinie so gezogen, daß die Bewohner eine» kleinen Orte» stet» von Deutschland nach Frankreich hinüber gehen mußten, um die gewöhnlichsten Geschäfte zu besorgen. Fürst Bi»marck hat ihnen erlaubt, französisch zu sein, hat aber dafür die französische Regierung gezwungen, daß dem Orte aufgetragen wird, eine neue Station zu bauen. Diese einer großen Nation aufgelegte Verpflichtung, au» eigenen Mitteln eine winzige Eisenbahn-Station auf deutschem Boden zu bauen, ist ein eigenthümliche» Beispiel davon, wa» die französischen Staat»-männer sich jetzt gefallen lassen müssen, ohne den Gleichmuth zu verlieren, sowie auch ferner davon, welchen vielen Dingen Fürst Bi»marck Zeit stn-det seine Aufmerksamkeit zu schenken. Man wird bemerken, daß dies ein Geschäft war. welche» genau zu den Interessen de« deutschen Handel» paßt und dieser macht seinen Weg über die ganze Welt, indem er sich mit Sech»zehntel Prozent Gewinn begnügt, wo andere Achtel Prozente verschmähen. Aeuilteto«. Ein Deutscher. Von G. kuppius. (Fortsetzung). Kaum saß Reichardt indessen selbst vor der Klaviatur und hatte prüfend eine rauslhende Ka-denz über die Tasten laufen lassen, al» er. wie instinktmäßig die Nähe des Alten fühlte. Er blickt? auf. und da stand richtig die kleine Figur halb Verborgen in der offenen Thür, energisch winkend und zur Verstärkung eine eindringliche Grimasse schneidend. „Entschuldigung sür einen Augenblick. Ladies!" rief Reichardt sich rasch erhebend, tvährend das Gesicht von der Thür verschwand. Er eilte nach der Borhalle, an deren hinterm Ausgange ihn der alte Musiker bereits ertvartete. „Was giebt's den so Nothwendiges." sragte er, „daß Sie mich nicht die paar Minuten ungestört lassen können?" „Der Doiiner l ich suche Sie schon seit zwei Stunden!" war die ürgerliche Atitwort. „Sie wissen doch wohl, daß Sie von den „Reels und Hornpipes" noch keinen Begriff haben, und jede Biertelstunde benutzen sollten, um sie in die Finger zu kriegen? Bei der Art Musik hilft Ihnen all' Ihr Blattspielen nichts; auswendig lernen heißt es, sonst thut es der miserable Nigger besser, und lvir können uns heute Abend auslachen lassen!" „Sie sollen nicht ausgelacht werden l" erwiderte Reichardt mit einem halbverdrießlichen Lächeln, „zeigen Sie mir, was gespielt werden soll, und kümmern Sie sich dann um nichts weiter; aber kommen Sie rasch l" Er sprang dem Alten, der ihm kopsschüttelnd folgte, voran die Treppe hinauf. Noch waren aber keine zehn Minuten vorüber. als er mit leichten Sprüngen wieder herab-geeilt kam und sich dem Verjammlungszimmer zuwandte. Der Raum tvar leer; auf dem Flügel aber lagen noch die Strohhüte und Handschuhe der jungen Mädchen. Reichardt lvarf sich auf den Sessel vor das Instrument und ließ die geräuschvolle Einleitung eines modernen Salonstücks ertönen. Nach wenigen Minuten rauschten auch die beiden Verschwund-nen wie zwei wilde Vögel ill's Zimmer. Ohne sich aber an seirt Spiel zu kehren, rief ihm die Brünette schon von Weitem zu: „Was ist das, Sir? wir haben nach Ihrem Namen im Fremdeubuche gesucht und können keine Spur davon finden l" Reichardt'S Finger erlahmten — er wußte, daß jetzt seine Rolle zu Ende war. Langsam erhob er sich. .Weshalb suchten Sie nach meinem Namen?" fragte er und versuchte ein Lächeln, als belustige ihn die Szene, welche nun folgen werde, schon im Voraus. „Ich wollte ihn geschrieben sehen, um ihn merken zu können — ganz einfach!" erwiderte sie, während ihr Auge in einer Art Spannung auf seinem Gesichte ruhte. .Und ebenso einfach ist eS, daß Sie ihn nicht im Fremdenbuche finden konnten. Miß. Ich bin heute Mittag mit den Musikern gekommen, werde die Ehre haben, Ihnen heute Abend zum Tanz zu geigen, und gehöre somit nicht unter die reiche, sashtonable Gesellschaft, welche da» Buch enthält l" Er hatte die Worte leicht und lustig sprechen wollen, fast aber klang e» wie Selbstverhöhnung dazwischen durch. Er sah, wie die Fragerin leicht erbleichte, wie dann ein plötzlicher Spott sich um ihrc Lippeu Im Hefchichte des Hages. Die Reichs st raßen heißt es — sollen aufgegeben werden! Darüber läßt sich am Ende noch streiten, ob das Reich im Interesse des allgemeinen Verkehrs und der Bertheidigung gewiffe Straßen bauen und erhalten soll oder nicht — die sonderbare Politik Oesterreichs zeigt jedoch auch hier sich wieder: wenn es sich um eine Belastung der einzelnen Länder handelt, so ist man gerne bereit, die Selbständigkeit derselben zu erhöhen; soll aber ein Recht zilgestanden wer-dm, dann entgegnet man: jal das ist Sache des Reiches l Die französischen BischSse rüsten sich zu einem großen Feldzuge, welcher dem Un-terrichtsgeseße gilt. Schon sollen die unter die Gläubigen gestrenten Petitionen Hunderttausende von Unterschriften tragen. Natürlich bewendet es dann auch nicht bei der Feivdschast gegen das UuterrichtsgeseK. Hat man einmal den Muth, die Unwissenheit offen auf die Fahne zu schreiben, so muß man sie auch stützen, wo es immer sei. Da wird man also wahrscheinlich auch beim HeereSgesetz eine ultramontane Opposition auftauchen sehen, denn die Kommission hat neuer-dingS beschlossen, daß der Dienst unter der Fahne für jede« Franzosen mindestens ein Jahr zu danern habe daß er aber sür die, welche des Lesens und Schreibens nicht kundig, verlängert werden solle, bis sie diese Fertigkeiten erlangt. vermischte Stachrichten. (Vevölkerung von Nordamerika.) Die erste Volkszählung nach der Unabhängigkeits-Erklärung wurde 1790 ausgesührt. Die dreizehn Staaten besaßen damals 3,929.827 Seelen. Sie waren dünn über den Ostranv Nordamerikas verbreitet und streckten schüchtern ihre Vorläufer in das Ohiothal hinaus; kühne Pionniere gingen bis an den Miffissipi. der ferne Westen aber war ein fast unbekanntes Land. Und jetzt? In unabsehbarer Reihenfolge dehnen die Staaten und Gebiete sich bis zum Stillen Meere aus, bewohnt von S8,üöS.98H Menschen! Durchschnittlich be-trug die Zunahme der Bevölkerung in jedem Jahrzehnt 30 bis Sb Perzent und als ziemlich sicher können wir annehmen, daß 1680 die Vereinigten Staaten b0 Millionen Einwohner zählen. Auffallend erscheint, daß die eigentliche amerikani- sche (Aankee-)Beoölkerung sich ncht in dem Grade vermehrt, wie die später eingewanderte, zumal deutsche. (Freigebigkeit der Eugländer für öffentliche Zwecke.) Die Freigebigkeit für öffentliche Zwecke ist eine der schönsten Eigenthümlichkeiten im englischen Charakter. DaS Gtld findet sich meist rasch ohne Viele Worte zusammen und bedarf es nicht einmal besonderer Aufrufe; eine rein thatsächliche Darstellung deS Zweckes genügt. In diesem Augenblicke sucht eine der beiden Parteien, welche sür Frauenstimmrecht Wirten, ihren Verein auf festere Grundlagen zu legen. Ohne daß eine Aufforderung in der Oeffentlichkeit vorher erschienen wäre, zeigt gleich die erste Liste einen Betrag von nahezu 600 Pfund Sterling oder 6000 sl. Oe. W. Es find nur einundzwanzig Leute, welche diese Summe zusammengebracht — mehrere derselben, nach englischen Begriffen, durchaus nicht besonders reich. Dies ist nur ein kleiner Anfang. Der Engländer trennt sich leichter vom Gelde, alS andere Völker Europas. Er gibt ohne viel Umstände schnell und anständig. Wenn es sich um einen in Noih und Krankheit befindlichen hervorragenden Schrift-steller handelte, der eine Zierde seiner Nation ist, wie z. B. Ludwig Feuerbach, wie schnell wären in England allein durch bedeutende Verlagsfir-men und andere mit dem geistigen Leben des Volkes verknüpfte Anstalten Summen beisammen, die man in Deutschland und Oesterreich für einen solchen Zweck gar nicht zu träumen wagt — auch wenn das ganze große Vaterland ein volles Jahr hindurch in Wort und Schrift, in ungebundener und gebundener Rede bearbeitet worden wäre l Und doch gibt eS in Demschland und Oesterreich auch wohlhabende Leute! (Gegen die Verbreitnng der Blattern.) Bekanntlich hat sich die niederösterreichische Statthalterei in Folge deS häufigen Auftretens von BlatterN'Erkrankungen in Wien, in den Vororten und in einigen Orten deS flachen Landes von Niederösterreich an das Wiener medizinische Doktoren-Kollegium gewendet, dasselbe möge seine Ansichten über die zu ergreifenden Maßnahmen gegen die Verbreitung der Blattern kund-geben. Nach längerer Berathnng hat nun dieses Kollegium erklärt: die Impfung sei wohlthätig und das einzig bekannte Schutzmittel gege« Blat-tern-Erkrankungen; die in Oesterreich bestehenden Jmpfgesetze seien unzeitgemäß und reformbedürftig; es sei geboten, daS Publikum darüber auf- zuklären, daß bei gehöriger Vorsicht durch die Impfung eine Uebertragung von Krankheiten nicht zu befürchten sei; ferner daß zu jeder Jahre^eil geimpft werden könne und endlich, daß das Abnehmen des Impfstoffes dem Impflinge keinen Nachtheil bringe. Um einer Blattern-Epidemie und deren Umsichgreifen vorzubeugen, erklärt sich das Kollegium; 1. für Errichtung von Impf« stationen in den einzelnen Bezirken WienS, wo täglich zu gewissen Tagesstunden unentgeltlich geimpft werden soll; 2. die praktischen Aerzte seien gehalten, alle Fälle von Blatteru-Erkran-kungen der Behörde anzuzeigen; 3. die an Blattern Erkrankten seien von den Gesunden streng abzusondern; 4. die Lokale, worin Blatterntranke gelegen, seien sorgfältig zu reinigen. (Israe l.) Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde ia Wien hat verordnet, in jenen Tempeln und Bethäusern, welche von dieser erhalten werden, die bisher üblichen Gebete um Rückkehr nach Jerusalem, Wiederherstellung eines weltlichen meflianischen Reiches und Wiedereinführung der Thieropfer nicht mehr vorzutragen. Die Ultramontanen müssen sich jetzt zusammen« thun mit den protestantischen Muckern und den jüdischen Zeloten zu einem Bunde, damit das Judenthum der Rabbiner aufrecht bleibe. „Gott, wie schade", mag der zu Kontordatszeiten so mächtige „Herzog von Jerusalem" sich denken, „daß Graf Leo Thun nicht mehr Kultusminister ist!" Der hätte die Brandopfer und die Speisopfer und die Dankopfer und die Sühnopfer und die Schuldopfer in Schutz genommen und der hätte den Leuten gezeigt, daß das hebräische Gebetbuch so bleiben müsse, wie eS seit vielen Jahrhunderten eben ist. Wen soll eS auch kümmern, daß die Frommen täglich ein Gebet heucheln, dessen Erfüllung sie gar nicht wünschen f Es handelt sich ja um die Rechtgläubigkeit. Der große Bannfluch wird ohne Zweifel über die gottlose Wiener Judengemeinde von den Rabbinern des alten Glaubens verhängt werden und unter ihnen gibt es Männer, die Wunder, wirkliche, echte Wunder wirken können. Nicht einen einzigen Schluß in Kredit wird dann der Gläubige mit so einem Abtrünnigen machin dürfen und Spiritus und Wolle und Getreide, bis zum alten Frack hinab werden geschieden im Handel. Denn so steht geschrieben im dritten Buche Moses gegen Alle, die GotteS Satzungen verachten: „Ich will Euch heimsuchen mit Schrecken, Schwulst und Fieber, daß Euch die Angesichter verfallen und der Leib verschmachte und will Euch noch überlassen. Vor ihm stand bald die schlanke, volle Harriet Burton mit ihrem dunkeln leuch-tenden Blicke, der ihm so viel zu erzählen schien, als er nur darin hätte lesen mög^en; bald trat das frische, lachende Gesicht ihrer Begleiterin her-vor. und er hätte sich versenken mögen in die Tiefe dieser milden, blauen Augen; nach Kurzem aber sprang er kräftig von seinem Sitze auf. „Alles Unsinn l" rief er, einen Gang durchs Zimmer machend, „höchstens gut, um mir meinen künftigen Weg selbst noch zu erschweren. — Nur der Neger fiedelt zum Tanze", fuhr er stehen bleibend fort, „daS ist die richtige Arznei, und ich werde daran denken, wenn ich einmal wieder in Versuchung komme, den Gentleman zuspielen — vorläufig aber sollen sie doch einmal eine Probe vom Fiedeln bekommen!" Er öffnete seinen Violinkasteu. suchte ein Notenheft unter dem Pack der dkrliegenden Musikalien heraus und machte sich fertig, um an die ihm vorgeschriebene Uebung zu gehen. DaS .Supper" war vorüber, und in dem großen Saale, welcher der kühlen Abendluft nach allen Seiten hin den Zutritt gestattete, promenir-ten bereits ^hlreiche Paare in glänzender Toilette, der Musiker harrend, welche so eben von den Ucberbleibseln deS MahleS ihren Hunger stillten. Reichardt hatte daS nöthigste Bedürfniß befriedigt und eilte noch einmal nach dem gemein- legte, und wartete nur auf die dazu gehörige Aeußerung, um seine Rolle mit dem nöthigen Effekte zu Ende zu bringen — nach den blauen Augen hinter der Sprecherin hatte er nicht den Muth zu blicken. „Und wie lange treiben Sie schon daS Geschäft, Sir?" fragte d»e Brünette, deren Blick jetzt seine Erscheinuug überflog, alS betrachte sie «ine Merkwürdigkeit. Mache erst heute den Anfang damit. Miß. hoffe aber trotzdem, daß Sie mit mir zufrieden sein werden l" Sie schüttelte den Kopf, der Spott verschwand aus ihrem Gesichte, und die Hand auf den Flügel legend, trat sie einen raschen Schritt näher. „Sie werden das nicht thun und guten Rath annehmen, Sir", sagte sie bestimmt. „Sie werden eS schon nicht thun, weil ich mich sonst schämen müßte, Sie als Gentleman behandelt zu haben — bei uns fiedelt nur der Neger zum Tanz, und Sie werden sich nicht selbst in eine Klasse mit diesem setzen wollen l" ..Wird doch im Augenblicke nicht anders werden. Miß, so sehr ich auch begreise, wie ur»-angenehm Ihnen jetzt unser Zusammentreffen sein muß," sagte er ruhig. „Ein junger Mann, der hier erst seinen Weg beginnt, hat meist nicht die Wahl, wie er seine Kenntnisse verwerthen möchte — von solchen Lagen wissen Sie allerdings nichts. Uebrigens sind wir hier nicht in Tennessee, und ich sehe nichts Entwürdigendes in der Beschäftigung —" „Aber Sie können in anderer Weise Geld genug mit der Musik verdienen", unterbrach sie ihn eisrig, .warum denn gerade zu einem Wege greifen, auf dem man Sie nicht einmal kennen darf?" „Habe'S nicht ändern können. Miß, und muß jetzt meinen eingegangenen Verpflichtungen nachkommen". Ihre Augen ruhten einige Augenblicke unruhig in den seinigen. „Sie blkiben also dabei?" fragte sie. Dann aber brehle sie sich wie im aufwallenden Zorne um und faßte die Hand ihrer Begleitkrin. „Komm, Margaret, wir sollen nichts haben als unsere Menagerie, da belügen unS aber die Gesichter doch nicht!" rief sie und zog daS junge Mädchen mit sich zur Thür hinaus. Reichardt'S Blicke waren aber bei ihrem Wegdrehen Marga-ret'S Augen begegnet, die mit einem Ausdrucke von so reger Theilnahme auf ihm ruhten, daß er den Blick warm bis in'S Herz zu suhlen meinte. Langsam war Reichardt nach dem Zimmer unter dem Dache in Eongreßhall hinaufgestiegen, das er mit einem Gejühl der Erleichterung leer fand, und warf sich hier auf den nächsten Stuhl, um sich einen Moment seinen Empfindungen zu siebenmal mehr schlagen um Eurer Sünden wil-len." Da» erste Zeichen der Spaltung ist einge-tretm .... Rabbinats-Asiesior Spitzer hat der Kultnsgemeinde seinen sofortigen Austritt äuge-kündigt. Wehe, wehe, dreimal wehe! Marburger Berichte. tVom Südba h nh o f) Die Sitdbahn-Gesellschaft hat zur Vermeidung unrichtiger Au«-leaungen bestimm», daß unter der Bezeichnung ..KaufmannSgilter" Güter allir Art zu verstehen find und demnach der ermäßigte Tarif auf alle Eilgüter, mit Ausnahme der umfangreichen Anwendung findet, tvenn sie in Mengen von min-desttns hundert zur Aufgabe kommtn oder die Fracht für diese» Gewicht bezahlt wird. Bei Aufgabe von Eilgütern in geringeren Mengen wird der allgemeine Tarif angewendet, fall» Kch derselbe mit Berechnung nach Zehntel-Zentnern billiger als der ermäßigte Tarif stellt. (Dem Verdienste ein goldene» Kreuz.) Der Kaiser hatte dem pensionirten Lehrer von St. Rikolai-Dra»ling. Herrn ffranz Trümmer, da» goldene Verdienftkreuz verliehen — dem achtundfiebzigjähriaen Manne, welcher acht-undfünfjig Jahre dem Lehrfache gewidmet. Sonntag den 21. Jänner wurde diese» Kreuz feierlich überreicht. Schulräthe. Gemeindevorsteher, Lehrer au» Ehrenhausen, Spielfeld, Straß. Leibnitz und vielen Nachbargemeinden waren erschienen und hatte sich die Bevölkerung zahlreich eingefunden. Da» Schulhaus war mit Fahnen, mit Mchten-grün und Blumen geschmückt. Hochamt, Pöller-schüffe, Gesang, Mufik, Festrede, gemeinschaftliche» Mahl. Trinksprüche bekundeten die Bedeutung de» Tage». Bon letzteren heben wir den hervor, welchen ein Mitglied de» Ort»schulratheS Ehrenhausen ««»gebracht; er wünschte: Oesterreich» Schullehrer mögen fich jenen Ruhm erwerben, wie die .Deutschen", welche die Schlachten von 1866 und 1870 gewonnen — sie mögen eS dahin bringen, daß unser Oesterreich, einig im Innern und stark nach Außen, undestegbar werde für jeden Feind. (Für L. R. Zimmermann.) Bauern in RoSwein und Kötsch haben Geld zusammengelegt, um e» dem Schriftsteller L. R. Zimmer-mann in Paffan zu senden — al» Zeichen der Theilnahme an seinem Geschicke und zur Förderung der freien Sache. (W ei n b a u s ch u l e.) Herr Dr. Burghardt in Wien schreibt un» am 23. Jänner: „Ich war gestern den 22.d.M. in der SektionSfitzung für Obst- und Weinbau der niederösterreichifchen LandwirthschaftS. Gesellschaft anwesend, al» der bi»herige Wanderlehrer für Niederösterreich, der nunmehr zum Direktor der Weinbauschnle in Marburg ernannte Herr Göthe stch nach einem umsasseaden Bericht über seine Thätigkeit verabschiedete. Die Worte nun, die sowohl der Sektion»-Präsident, al» auch einzelne Mitglieder an Herrn Göthe gerichtet, waren so herzlich, wie man sie noch selten bei ähnlichen Gelegenheiten vernommen. Es müssen ganz besondere Verdienste sein, welche sich Herr Göthe in der kurzen Zeit seiner niederösterreichischen Wanderlehrerschast erworben und schätzenSwerthe seltene Eigenschaften müssen den Mann auszeichnen, dem eine Gesellschaft von so erprobten Fachmännern derartige warme Worte zurufen darf. Für mich al» Marburger, dem seit jeher da» JnSlebentreten sowie daS Erblühen einer Obst und Weinbauschule für die Steiermark sehr am Herzen lag, war e» geradezu ein erhebender Moment. Der Steiermark und in»besonderS Marburg ist e» zu gratuliren, daß eine solche Kraft gewonnen wurde. Der Segen wird nicht au»bleiben, besonder» wenn man denselben empfangen will und dessen eS in Bezug auf Obst- und Weinbau noch sehr bedarf." den verhältnißmäßig billige« Prei» (vierteljährlich " Thaler) erleichtert. Mom Nüchertisch. (Leipzig, Verlag von I. I. Weber). Mit Neujahr hat die „Jllustrirte Zeitung" in Leipzig ihren achtundfünfzigsten Band begonnen. Jede Nummer bringt einen so reichhaltigen und mannigfaltigen Stoff, wie er in keinem ähnlichen Unternehmen zu finden ist. Die Fülle de» Gebotenen erstreckt sich auf alle Zweige de» poli« tischen und sozialen Leben», der Wissenschaft und Kunst. Dem Berständniß de» Tezte» gehen die vorzüglichsten Illustrationen (jährlich über 1000 Abbildungen) ergänzend zur Hand und sind dieselben nicht, wie bei ähnlichen Unternehmungen, anderen Blättern entlehnt, sondern nach Originalzeichnun gen geschnitten. Die Anregung, Unterhaltung und Belehrung, welche die Jllustrirte Zeitung für alle Kreise bietet, empfiehlt ihre Anschaffung nichi nur öffentlichen Bibliotheken, Gast, und Kaffee Häusern, Vereinen . . ., sondern auch einer jeden gebildeten Familie und ist ihre Anschaffung durch Icha«bthoe. * Eine gar seltene Erscheinung kündete der Theaterzettel vom 22. d. M. — Der „lange J»rael" gehört keineSweg» in die Reihe unserer Zug- und Kaffastücke und doch ist er keine» der schlechtesten Kinder Benedix'scher Mule. Eine strikte verlaufende Handlung, scharf gezeichnete liharaktere. ein frischer Dialog zeichnen e» auf» Vortheilhafteste vor unserer seichten, höchsten» die Sinne kitzelnden und mit Schlagwörtern herumwerfenden Modewaare au». Freilich muß man selbst einmal den eigene» Zauber de» Studenten-leben» genoffen haben, um uugetheilten Genuß an dem „alten HauS" w finden. Gespielt wurde im Allgemeinen recht befriedigend. Sehr brav waren: Herr Lechner (AlSdorfl, Herr Rokn, welcher die köstliche Figur StrobelS zur vollsten Geltung brachte. Frl. Prehalek (Amalie), Frl. Ecker (am Theaterzettel ganz übersehen), Herr Slanzig (MarquiS Destieme). Der Frau Präsidentin (Frl. Laniu») hätten wir gern etwas weniger stoische Ruhe gegenüber den Anschuldigungen Al»dorf'» gewünscht. Von den Studentenszenen wollen wir ganz schweigen. Dien»tag brachte un» nicht weniger al» einen ast und S neu engagirte Mitglieder. Da» kleine Lustspiel „Doktor Robin" ist bekannt. So-wohl durch ihre anmuthige Erscheinung, al» durch ihr edle», durchdachtes Spiel hatte Frl. Harmsen bald da» Publikum gänzlich für sich eingenommen. Auch den übrigen Mitwirkenden gebührt volle» Lob. Im „LiebeSzauber" und dem schönen Liede „Gute Nacht, du mein herziges Kind" hörten wir zum erstenmale unsere ueueu Operetten-Mit-glieder Frau Weiß und Herrn Löffler, da wir ihrem ersten Austreten auzuwohuen verhindert waren. Wir getrauen unS nach dieser einen Leistung noch kein endgiltige» Urtheil zu füllen, müffen jedoch konstatiren, daß vor allem Herr Löffler, sowohl nach dem Vsrtrage de» Liede», al» auch als Peter im „LiebeSzauber" euthufia-stischen Beifall fand. Letzt- Most. Stuthe^-n aus ^ alle» LandeStheilen wer-die DerVerfung der yvl Forderungen begehren. Die krvatifche Nationalpartei entwielelt die regste Thätigkeit für die Neuwahle». schaftlichen Zimmer hinauf, um da» von ihm gebrauchte, zurückgebliebene Notenheft zu holen, während die Uebrigen fich fertig machten, um ihre Plätze im Saale einzunehmen. Da» fehlende Heft war schnell gefunden, und der junge Mann schlug einen Weg durch die Korridore ein, welcher ihm der nächste nach dem Saale zu sein schien, sah aber bald, daß er am Ende eine» Gange» stand und die Treppe Verfehlt haben müffe. Er wollte sich eben auf dem weichen Teppiche, welcher jeden Schritt unhörbar machte, zurück wenden, al» au» dem nächsten nur theilweise geschlossenen Zimmer es ihm wie eine halblaut gehaltene Predigt entgegenklang. Un-willkürlich blieb er bei dem sonderbaren Klange stehen und horchte. „ES lebt noch etwa» in Ihnen, theuere Schwester, was dem Worte, da» an Ihr Herz pocht, entgegenstrebt", hörte er; „Christus ist wohl in Ihnen, aber die Welt mit ihren Begriffen und Ansichten ist noch stärker in Ihrem Herzen. Wenn einst EhristuS ganz in Ihnen zum Durchbruch gekommen sein wird, dann werden Sie mit derselben brünstigen Liebe, mit welcher er die Seinigen umfing, den Bruderkuß empfan-gee und ihn zurückgeben, dann werden Sie in den stillen Stunden, die wir seinem Dienste widmen, an das Eine lienken, daß nur die sein eigen sind, welche sich ihm ohne Vorbehalt ergeben, und daß die Aebe, wie sie seine AuSerwühlten um-schliugeu soll, aller Heiligung Anfang ist I" ES ward still im Zimmer, und Reichardt schlich, den Athem an sich haltend, der Thürspalte näher, aber er konnte die Personen der Szene nur theilweise sehen; ein Mann in dem langen schwarzen Rocke der amerikanischen Geistlichen saß dicht vor einem Schaukelstuhle, gegen die darin ruhende Dame gebeugt und deren beide Hände in die seinigen geschlossen. Der Lauscher konnte uur daS volle braune Haar de» Manne» erblicken, während der Oberkörper von deffen frommer Gefährtin seinem Auge ganz entzogen war. Reichardt wartete noch einige Sekunden, konnte aber nicht» entdecken, al» daß die Hände fich fester in einander zu schließen schienen, und eilte mit einem Kopfschütteln leise noch der verfehlten Treppe. Auch seine Gedanken über die eben behorchte Szene wurden durch daS Anstreichen der Instrumente im Saale in den Hintergrund gedrängt, er hatte schnell die offene Thür deS Tanzlokals erreicht und schritt dort, obne sich umzublicken, nach dem erhöhten Platze, welchen seine Kollegen bereits eingenommen. Erst von hier aus übersah er die durcheinanderwogende Ge-sellschaft, und entdeckte bald seine früheren Ge« seUfehafterinnen. strahlend in der luftigen, reichen Balltoilette. Harriet in sichtlich sprudelnder Laune wanderte am Arme eineS jungen Manne» durch den Saal, und schien durch ihre Bemerkungen einen ganzen Trupp Anderer, welche dem Paare folgten, in die heiterste Laune zu versetzen; nicht einmal aber hob sich ihr Auge nach dem Orchester, so scharf sich auch Reichardt'» Gestalt im Border. gründe von den übrigen Musikern abzeichnete. Margaret dagegen ging au dem Arme eine» ältlichen Manne», welchem sie eifrig zu erzählen schien, und hier glaubte Reichardt zum Oefteren einen halbverdeckten Blick von ihr wie von ihrem Begleiter aufgefangen zu haben. „Wir geben zuerst ein Stück Unterhaltungsmusik", zischelte der kleine Diriaent dem jungen Manne zu, „eS ist noch etwaS zu früh zum Tanzen, und wir zeigen gleich, daß wir auch etwa» Or-dentlicheS leisten können; so etwaS hilft zur Re-kommandation. Nr. 4, daS Solo. daS wir gestern probirt haben". Reichardt nickte uur und blätterte sein Noten-Heft auf; er wußte, der Alte wollte mit seinem Spiele Staat machen, kaum hätte dieser ihm aber im Augenblicke einen größeren Gefallen erweisen können. Nr. 4 war nicht» Andere» al» Ernst» „Elegie", welche, au» dem Nachlasse eine» verstorbenen Geiger» in die jetzigen Hände gelangt, hier todt gelegen hatte, von Reichardt aber beim Durchstöbern de» Musikvorrath» schnell genug aufgefunden worden war. Fortsetzung folgt. Gi«gefa»dt Um Mißverständnissen auszuweichen, diene Folgendes: Im großen Geschäftsgange bei dem hieror-tigen Eisenbahnmagazine mag so Manches irriqer Weise vorgekommen sein und vorkommen; in der letzten Zeit jedoch tonnte ich nichts anderes thun, als dem Unfug bei der Aufgabe in Beziehung auf Stempelmarken ein Ziel zu setzen. Auszug Nr. 1. Herr MagazinSaufseher VratSfeld. warum haben Sie die von mir beigebrachte 5 kr.-Stempelmarke bei der Aufgabe in eine 1 kr.-Marke umgewandelt — oder deutsch gesagt 4 kr. beigebogen, wie bei vielen anderen Parteien? Nr. 2. Herr Station-Chef Franz! Warum haben Sie mir die laut Zahlungsliste vom Oktober verrechnete SustitutionSgebühr bis heute vorenthalten? (Fortsetzung folgt.) Marburg den 25. Jänner 1872. meiov zeekrten k. ?. äs.» wir ßeselisvictv Vertrauen spreolls ielz weinen innißsteu Vavic mit 6sr VsrsiodsruQK aus, äass ieli stets Iiemiilit svin iveräe, Lvliiss dureli ein reeles (?el)atirsv 2U reelztLe^iAen unä ertialtev. (^1eieti2eitiA neliine ieb mir 6ie I'reilisit aii2U2siKeii, äass ieti fernerhin alle 2>vei I^onate 8—14 ^aZs in I^ardurZ oräiniren un6 ^el^vswal ineine ^nliuvkt eine Icuri^e ^eit ti^er in 6er „^larlzurAer^eitunA" au^eiAt^n veräe. IloottaetituvASvoll 85) L. ZÜlvtd, ^oss5 ^sllslr sibt im e^övsv, kovis im söillvi' LvQväAsi'ill Lm!11ö von ^sllsle U^avdriedt voa Äern ^dledev seines InviZst ßsvIiebtsQ öru^vi's, rssx. Oatten, 6ss Herriij /^l>am kittvr von jvilvk, t. Ze. Ila-Ior w ?siisiov, Slttor äss k. t. östsrr. slsvrvsv^rovsvoräslig IH. Llasss, äss Iioriogl. ostslislsolioii ^älsroräsvs sto. sto.» vvleder vaoti Kran^tieit in (-ürzi 6ön 19. ^äUQsr 1372 ks^lb 8 I^aokmittaF im 69. Iisdevs.iakrv LnipkanA «Isr Iieiliß^eu LtvrboskIcrkMieQts svlix ävm Lerrii eat-svdlkfsll ist. Vis Ilülls üss VvrstorbvlisQ vuräs ^en 21. .säiwsr 4 sur Rul»v de- li^srburK 6sn 25. «läniisr 1872. 1<)2 92 Die «r»t« »«Ä««»« SamstagJänner. Eintrittskarten sind um in der Wohnung des Direktors V v und in den hiezu bezeichneten Lokalen zu haben. Abends an der Kasse kosten sie kr. Masken (sammt Larve) sind zu haben um fl. I. S, S. S, U«, RS und »ß», um letzteren Preis wird jede beliebige Maske (selbst im Werthe von 100 fl.) neu angefertigt. Die bereils bestellten Mnsken bittet man bis längstens Freitag 10 Uhr abholen zu lassen, da man später mit den laufenden Bestellungen zu sehr in Anspruch genommen ist. (^eseliäkts - ^aeliriekt. Ich mache dem ?. 1. Publikum höflichst bekannt, daß ich das Fleischhauer-Geschäft in der Magdalena-Vorstadt wieder in eigene Regie übernommen habe und stets bemüht sein werde, meine verehrten Kunden bestens zufrieden zu stellen. Um gütigen Zuspruch bitter 99 Adolf Fritz. 8. kriiiill'lz kleistliliiiiiei'ei (Schulgasse) empfiehlt sich stets mit bestem RA«I»»s»a«K»«K» 98 EUte CoMm- md Maske« Kränzchen. Oer Zrosse Lei5a11, velelien äas von mir am 18. I^ebruar 1871 veranstaltete Llite-Oostüme- unä ^asl^enlcrävzielien Zeiunäen. veranlasst mioli, aueli lieuer äen ^iin-sotisn Vieler äaäureli entZeZen 2U lcommen, äass ieli »»»» ZD. W'ski'uai' RSFI K>» Saiv»» ein 2U arranxiren mir erlaube. vis petails sind aus äen 2ugesanäten LinlaäunKsliriekeri 2U entnelimen. sollte aus Versvlien ^emanä, äer sieli 2ur Ilieilnalune kiir bereelitixt liält, lcsins Linlaäunx erlialten lial)en, so ersuelie ieli, bis längstens 1. k'ebruar sieli unter Xnxabs 6es Oliaralcters unä äer ^äresse in Herrn W'>'KVÄ?KvI» 2u meläen, äa nur I^inAelaäene 2u äiesem Llite-Xränzieben Zutritt liaben. Äixlom. l-edrsr üvr IsiuiIcuQst. 90 das bewährteste Heilmittel gegen Gicht und Rheumatismen aller Art. als; GesichtS-, Brust'. Hals- und Zahnschmerzen. Kops', Hand- und Kniegicht. Gliederreißen. RückeN' und Lendenweh u. s. w. In Paketen zu 70 kr. und halben zu 40 kr. beiLlorio, HardurA. (680 N« zemllllilielier ^kenil! vie biesiAsn be- ebren sieb biermit aniiuzieixen, äass ibr l^an^Icräiixebvii IZviAnerstsL^ Ä«i» I V^vIkriiar KS VIS ßiN VI», abZebalten virä. — Zutritt baben nur (Felaäene. löeAinn 8 I^br ^benäs. Untree 60 lcr. Damen irei. 91 IBss 95 Vrofegg Samstag den 27. Jänner Großer Gesellschafts-Kall. Anfang 8 Uhr Abends. — Eintritt frei. Zur Bequemlichkeit der geehrten Theilnehmer wird ein Omnibus verkehren. lKinsteigeplatz beim Hotel Mohr. PrkiS für eine Person 30 kr. Abfal>rt um 7, 8V2. 1l). 11V« Uhr. Zu recht zahlreichem Besuche l>idet ergebenst ein .?«»». jun. Malz-Extract llt mit Wckficht aus die Aussprüche von Pros OppolZüvr vnd llvlior an der Wiener Minik, mit der IU»tt^schen M W nicht )ll verwechseln, besser als alle anderen^eht im Handel vorkommenden Mal)-Ertrakte. — Ans ii Ausstellungen prümiirt. — Für Abzehrende, Schwache, besonders vriist», U.KAIIKOI»» und HUalski'snkv. NL. Wohlschmeckender Ersatz des schwer verdaulichen Leberthranes nach Proftssor Nie-meyer in Tübingen, nebst Skoda Deutschlands bedeutendster Lungenkliniker. 7S6 I. Qual. b0. 75, «5 kr.. 1.10; II. Qual. 30, 45 lr. Anerkennung: „Da Ihr Malz-Extrakt bei" ^meiner brustkranken Frau eine vortreffliche Wir-" „k u n g hat und die Krankhett sich mildert, so bitte ich" „wieder nm u. s. w. Wenzel Tausck, t. k. Finanzwach-" „Respizient zu Lofer bei Salzburg." Depot» für I>l»rdllrK bot Ii', kt^ollotnix, Wilhelmsdorser Malzprodukten-Fabrik von ^08. KiZifsrlv ^ (Zo. (>Vi6n). Das Gasthaus 92 „zur steinernen Brneke" Mellingerstraße Nr. 99 ist sogleich zu vergeben. Nähere Auskunft beim Eigenthümer daselbst. Johann Blasch »witsch. Jmpsllngs-Allzeige. Der Gefertigte beginnt hruer mit der Im» psung sogleich und zeigt daher ergebenst an. daß er in der Wohnung deS Impflings oder in seiner eigenen (Postgaffe, v. Kriehuber'sches HauS Nr. 24) impft. 101 Marburg den 26. Jänner 1872. Franz Semlitsch, _Jmpfarzt._ Nit °ur I^oses sinä 2u Ze^innen 1l)()l) Duo^tsil okielltiv in Kolli. viese I^otterie entbält ausserävm I'rvt-ker von 2vll, 200, Illll, Illv Vuvaton, 4Vll 8ildvi'-gulllon, 3 0sigin»l-l)i'0ilitloso unä viele anäere Nunst- und Vierth .gegenstände, Zusammen Zvvv Ireffer im sVerlke van k. Kv.yilA. Die ^iebunK erkolZt sebon »IN OS, IG VI Käufer von S I^osen erbalten 11^os gratis. Bei geneigten auswärtigen Anfträgen wird um gefällige Einsendung de» Betrage», sowie um Beijchließung von 30 kr. für Zusendung der Liste seinerzeit' ersucht. Wtchstlstodt »er k. k. pr. Wit»tr-Ha»d»l5da»k, vormals ^oli C?. Sotkvn, Diese Lose, sowie auch die beliebten IQQ»-druoksr I.o»o und It»tSQ»odst»v find zu beziehen durch: .?«I> GvI»HV»NI» in Marburg. 73 kerlize HsrrsMöiäör uuS GtsLke zur Anfertigung io xrosser ^usvalil empüeblt ^790 Sokeikl. Z. 21496. Edikt. (97 Vom gefertigten k. k. Notar als Gerichts-Kommissär wlrd hiermit bekannt gemacht, daß in Folge Belvilligung des k. k. Bezirksgerichtes Mar-bürg vom 23. Dezember 1871, Z. 21596 die freitviUige Feilbietung der in den Verlaß deS am 20. Okkober 1871 vkrstorbenen k. k. FeldkriegS-protokollisten H^rrn Joses Angelis gehörigen Fahrnisse, als: einer goldenen Cylinderuhr, Alei-duNt^ uttd Wäscht und dergl. im Hause Nr. 159 2. Stock in der Grazervorstadt zu Marburg Mittwoch den Zl. Jänner 1872 Bormittag stattfindet, und daß hiebet diese Gegenstände nur um oder über den Schätzwerth werden veräußert werden. Marburg am 20. Jänner 1872. Der k. k. Notar als Gerichtskommifsär x Dr. Mull^. veraMwortttch^tedaktion^ru^m^Serla^oi^tdu^