Nr IIS Monntag ZiA. August IW?O. Jahrgang PrSn nmeratiou»prei»: Kür Marburg monatlich 1 fl. Anstellung in« Haus IS kr. Fiir auswärts monatlich I fl. SV kr., vierteljährig S fl. 9V kr. Tinzelne vlätter 4 tr. -- Jnsertionsgebühr 6 kr. pr. Zeile nebst Stempel. «M Zur Geschichte de8 Tages. Die Landtage find in Voller Tbätigteit. Auch der böhmische Lmdtag wird sein Wirten beginnen. Wie e» nach den so antive rfas-siingSfrrundlichen Waltlen mit dem Beschicken des ReichSrathS. ja wie e< mit dem ReichSrathe selbst aussehen «rird. läßt stch noch gar nicht absehen. In der vorgcstriit'N Feudalen Kanferenz tvurde der Beschluß, den Reichsrath nickt zu beschicken, neuerdings gesaßt; dagegen soll in einer Adreffe die Bereitwilligkeit zu direkter Delegations-Beschickung auS dem Landtage ausgrsprochcn werden. Leo Thun wird mit der Verfassung der Adreffe betraut werden. Die mahrischkN Deklaranten Schräm. Prazak und E. Belkredi find in Wien eing-^troffen. Bon ezcchischer Sette wurden in die Ausgleichs Kommission Rieger, Alaudy. Sltidkowsky. Nielsky und OrüN' wald gewWt. Die K ndidaten der Bersaffungspartei sind noch nicht sest-^stellt; ihre Wahl findet ilbermorgen statt. Man ncnnt Herbst. Hasner, Plener. Banhans. Schmeykal. Wolsrum. Es wird sich nun zeigen, wie viel Ehrlichkeit hinter dem Entgegen-kommen der Czechen vorbanden war. 3m kärnl n er'schen Landtage wurde bei einerProbelvahl sür den Reichsrath die Kandidatur Tscha buschnigg's einstimmig abgelehnt. Der niederösterreichische Landtag wählte in den Reichsrath: Aus den Landgemeinden MlNde. Dumba. Lenz, Schürer. Hofer. Aus ven Städten und Markten Brestl (51). Glaser (48), Knranda (43). Giskra(35). Dienstl Pergrr. Czedik. Aus der Handelskammer Dr. M.iyr hoser. Aus dem Grohgrundbesih Helserstorser. Barott Ki^lmannScggc. Graf Attems. Baron Suttner. Bäucrlt. 3m oberöste rrcichl scheuLandtat^e scheint der Ltrike dcr Land gemeindeabgeordnetkn iortzudaaein; Vena nur so ist es zu erklären, daß oie Abgeordneten Sonntag. Schrems und Grub.mer schrlstlich erklärten, die Walil in den Reichsrath nicht annelimen zu können. Der Landtag genshmigte die Ablehnung nicht. 3n der NachmUtagssiKung schloß der Landeshauptmann den Landla., mit dem Wunsche, daß es der Regiernng gegönnt sei. unserem Batrrlnnde über die Klippen hinwet^zuhelfen. die Hs bedrohen. Die Eröffnung des Reichsrathes soll am 14.. der Zusamnirn-tritt der Delegationen am 20. Sept,ml>er statlfinden. Vom Kriegsschau plaj^e find keine wichligen Rachrichten von Bedeutung eingelangt. Kaiser Napoleon soll beabfichtigen. Bourges zu beseftigen. um fich eventuell mit der Regierung und den Truppen dorthin zurückzuziehen. Die Pariser Briefe und Blätter lauten keineswegs mehr so zuver-fichtlich wie die vorhergehender Tage. Seit es bitterer Ernst wird mit der Bertheidigung der Hauptstadt, hat das Reuommiren ein Ende, dastr beginiteu aber die Klagtn über die Uneinigkeit der Führer, den Zwiespalt im Ministe»ium Palikao und den fchlrcht maskitten erbitterten Kampf zwischen d,r imperialistischen und der republikanischen Partei. Schiiltttzrttpeißiisstlißt. Hchon in der vorMrigeu Seffon hatte der steierm. Landtag diesen hochwichtigen Gegenstand in Behandlung gezogen, nicht nur hochwichtig für die davon betroffenen Indtviduen, sondern ebenso sehr für ^s Land, für den Staat; denn mehr man zur Einsicht kommt, daß die Ent-Wicklung des Volkes, die Nnbahaung einer besseren Existenz, ja lvir möchte» sage» die alleinige Ems^unß eines i> Den Itahmen der Zeitverhültniffe paffende» Daseins ei»es i^es vo« der Güte der Schulbilduna abhangt, so ist ntilt. nur dai.u auf die Dauer gesichert sind, wenn für dies.Iben ein Fond gejchafscn wird, der nicht nach Belieben zu anderen Zwtckrn verlvendet werd n kann, sondern seine ftste gesetzliche Widmung hat und dadurch dir Natur der Stistuug annimmt, wornach den gesetzlich Beruseuen der Genuß nicht entzogen werden kann. Dies entspricht auch dem Geiste des vorgelegten Landesgesetzes, welches den Bezugsberechtigten regelmäßig '^eitiSge zu 10°/^ und der festen Lehrerdotatlon auferlegt, und dadurch allein schon einen Foud geschaffen hat. dessen Einkünfte den Beitragleistenden wol)l nicht zu Gunsten eines fremden Zweites entzogen werden können. Durch diese Beilrüge allein würde aber erst nach langen Jahren ein nennenswerther Fond zuiammengefiossen sein, da die peiiovijchen 2^/«-tilgen Jahresbeiträge füglich nicht kapiialifirt. sondern nur zur Deckung der 3ahreSauslagen verwendet werden können. Es mußte» daher andere Kapitalszufiüsse für den Fond geschaffen werden. Hietu fand fich die Möglichkeit in einer der geläuterten Finayz-wiffenschaft entsprechenden Rrguliruug des seit fast 100 Zähren bestehenden Rormalschnlfondsbeitrages. welchen die R gierung schon im 3ahre 1869 Dotirung des P,»fionsfondes bestimmt halte. Diese, von jeder ver-lt,ffe»schaft euefallenden ges tziichen Beit äge iv »reu schon bisher ^r Ber-sorgung dienstuntauglich gewordeuer Lehrer msoferue verwendet worden, als aus de« ßtorAglschulsonde den Änbnituten solcher Lehrer G halts« beitri^e gezahlt wurde», um diesen den .«»Sßien ttieü der Eiutü»tte des Och»idiß»stts als ei»e Utt Penfion b l».ffe» zu töuu'n. Diese Widmung des bisherige» gesetzlichen Normaljchulsondsbeitrages für den zu crrichtenden PenstonSfond ist kein Sprung, sondern eine zeit-gemäße Fortentwicklung eineS seit lange anerkannten und durchgeführten PrinziptS. Die dermal» von dtn Berlafsenschaften zu entrichtende Abgabe wird aber nach einem gänzlich veralteten SysttMe bemessen. Sie beträgt bei dem Prälaten, und Herrenstandc und der Generalität 4 fl. 20 tr, bei Geistlichen, die nicht Prälaten sind, beim Ritter« und HandtlSstande. bei Stabsosfiziern und Honoratioren 2 st. 20 kr., bei Offizieren vom Haupt-manne abwärts, bei Profcssionisten. Bürgern und Bauern 1 fl. ö kr. Oest. Währ. Daß diese veraltete, einer schon längst fallengrlaffenen Ständeein-theilung knsprossene Abstufung den dermalit^eu Anschauungen über die Staatsbürgerrechte und über die Besteuerungsfähigkkit nicht mehr entspricht, bedarf wohl keines Beweises. Dalier glaubte man statt jener veralteten Skala einen geringeren Prozentensatz vorschlai^kn zu können, dcr jenem tilnch ist. wclch?r schon bei der 1816 in einen» Bezirke bestehtndvn Vellaßarmenubgabe cinjzsführt ist. und bisher nicht ols drückeuo irschicu. Es ist daher in (YeseP der Z. 5 ciug.sschil, welcher iagl: Vom Tage der Wirksam. ^ GeseAkS angcfungcii ist vo-i jeder BcrlasseN' schaft. dcren Abhai.olun^ von einem steielMärkischcn Gerichte oder sonst hiezu berufenkn Organe gcpflogen wird, ein Britrag in der Höhe von einem halben Prozent deS rcincn Nachlasses an den allgemeinen steierm. Schullehrcr-Pension^fond zu entrichten. Die Verichtigung fällt den Erben zur Last. Ausgenommen sind: alle Erbschaften. Le^iate und Stiftungen zu Zwecken öffelitlichcr stcierm. Volks- und Miitelslliul n. oder öffentlichen steierm. Schulfonde und alle Verlafse»schafteli. welche nach Abzug der den Nachlaß treffenden Passiva den B^tratl non 400 sl. nicht erreichen. (Schiaß folt,t.) TteiermÄrkischer Landtag. (Fünfte Sitzung am 27. Au,;ust.) In oer vertraulichen SißuNs^ vom 24. Au.inst wurde die GehaltS-erhöhung des Primararztes der landichafil. Getuir. und Findelanstalt. Dr. Edlen V. Helly von 500 aus 700 fl. beschlossen. Ueber Antrag des Proflssvrenkoilej^iulns der Grazer Universität wurde beschlossen, dem Studircnden Ag^-thon Seewald eu» außerordentti-Stipendium mit 315 fl. für die Dauer seiner Stu!»len zu gewätireii. Die Herren Dr. VoSnjak und Genossen melden eine Interpellation ^ an die Regierung welken praktischer Durchsülirun^j der nationalrn Gteich- > berechtigung in Schule und Amt. besonders an den vom Staate erlial»! tenen oder subvnttionirten Mittelschulen in Marburg. Cilli und Pettau und Errichtung einer Rechtsakademie mit slov'Mtcher BortragSsprache in Laibach an. Hr. Bärnseind meldet üiu Interpellation über die baldiz^e Been« digung der Grundentlastun^^^angilegcnlielt. Hcrr Reuter betreffs der Wein-bauschule in Marburg und der Bertatjung dcS Landtages an. Die Stel-lung der Interpellationen wird sür die nächsten Sißungcn anberaumt. Abgeordneter Sei dl erhält sodann das Wort zur Stellung seiner Interpellation, welche nicht, wie es ursprüNjtlich hieß, die BrandiS'iche Gruft in der Magdalenavorstadt, sondern die Haltestelle am Kärntner-bahnhose betrifft. Er entlvickelt zunächst die Gründe der Errichtung derselben. Die Bewohner deS rechtseitigen DrauuferS mußten früher ihre Waaren auf eigene Kosten vom Südbahnhof tus den Kärntnerbahnhof schaffen, in Folge ihrer dringenden Petition forderte endlich daS Handelsministerium die Aüdbahnverwaltuiig auf. ein TranSporlejpedit in der Magdalenavor-zu errichten. Turch dreizehn Monate wurde aber die Angelegenheit noch verschleppt, bi»^ es endlich dazu kam. und man an die wirkliche Errich-tun^ schritt. Die Südbahngesellschafft fühlte sich jedoch durch dieselbe in ihrer Eitelkeit verletzt und machte solche vezatorische und Erpressungen ähnliche BerkehrSeinrichtungen und Tarifsätze, daß der Nutzen der Sta-tion illusorisch wurde. Redner zählt mehrere spezielle Fälle auf. die allgemeines Staunen erregen, und sagt d.iher auÜi. 'daß, oligleich diese '-i^orfälle alle zur Kennt« niß deS Handelsm!n!steriums'''grbracht witroen, die Nachsicht desselben nicht ^ begrcisen sei. da man in du- Gründe nicht eingewecht ist. welche das Ministerium so günstig ^ltgen dik Gesellschaft stimmen. Er ver-langt abcr eine Abänderung und fragt den Reg»erungSvertreter, ob die Statttialterei -leneigt ist. die Errichtung einer Station in der Magdalenen« Vorstadt sndlich zu verwiiklichen. Der Statthliiter sagt die Beantwortung auf eine der nächsten Siz-zungen zu. Sodann kommen wieder eine große Reihe von Petitionen. mSbesondere der Liberalen aus Untersteiermark zur Ueberreichung. welche den verschie-denen Ausschüssen zugetheilt werden. Der Bericht des LandeSauSschufseS über die Pttitioncn der Mur« ilfer-Adjaccnten der Gemeinden Liebenau und Eagelsdorf um ganze oder theilweise Urtiernahme von Muruferschutzbaukosteu auf den Landesbaufonv wird über Antrag deS Abgeordm Dr. Schlöffet dem Finanzausschüsse zu-gewiesen. E« folgt «u» di« Wahl dei Landriautschuss'« und dtffe» Eckatz. Männer. Di« Abgwldnekn dt« Sr»ßgwndb«ktz»« wSHIKn den «bg. «raf «»t-WImtky mit 1l Stimm»« zum Mitglied det LandelauSschussi». Dr. v. Neupauer erhielt eine Stimme. Die Abgkordnetea der Stadl« und Märtie und der Handeltkammer wählten de» Al»ge»rdnkien Arnold Plantenftnner mit 13 Siimmen. Dr. Schlosser erhielt 9 Siimmm. Die Abgeordneten der Landaemrinden >v>il>ltrn den Abaeordneten Hermann mit 16 Stimmen. Da« Plenum des Hanses »lählte btim ersten Wahlgange den Abg. Pairhuber mit 42 Stimmen zum Länd-sauSschuKb->,Her. Abt Allinger erhielt 1« Stimmen beim ziveilen Wahlgange de« Abg. Dr. Flrckh mit 40 Stimmen, Abt Allingtr erhielt 17 Alimm!» z biim dritten Wahl-gange den Abg. Dr. Schlosser mit 40 Stimmen. Abt Alliuaer erhielt 1« Stimmen. Sämmlliche Gewählte uchien k!»e t»rzc Ansprache an da» H.iui. Zu Ersatzmänncrii wnrdcn g.>oäiii!: Dr. Rltlcr v. Konrad (Groß-«r»»dbcsitz)^ D. Portugall (Slädtc u»d Märkle> «arlon (Landgemein-den.! unö Tonchlich. Dr. H.ilsiiklv,. Pcof.ss^ir Mich! (a»» d.m Plcnnm). Nächste Iltznug ivar hcnlc. Marburger Krrichtr. Marburg 29. August. G (Das landschaftliche Archiv) liat im Laufe deS JahreS eine lehr wertlivolle Bereich rung erfahren; es wurden demselben von Seite des k. k. HauS-. Hof- und Staats ArchivcS mehr als 8000 die Jalire 904 bis 1400 umf.issende Archivalien zugewiesen, welche den auf-gehobenen steieraiärkischen Klöstern entstammen u«,d für die Geschichte der Steiermark'sehr werthvolle Materialien enthalten. G (Stipendien sür die Weinbauschule) in Marburg. Bis nun wurde von den Bezirks Vertretungen Leibnitz und Gonob'tz je ein Stipendium von 120 sl. für 3 Jahre, von Mureck eineS für 6. von St. Marein cineS für 9 von Lutlcnberg und Ariedau eiueS. von Pettau zwc i Stipendien aus die Dautr von zehn J^»hren s^nnmiltch im Betraae von 120 fl. votirt. (Das AnSstellungSgebäudt) im VersuchSiiofe in Graz steht schon unter Dach und ist auch t>ertitS Mll F nstern Versehen. ES ist ein imposantes Gebäude voi, entsprechender Architektonik ; beionderS die Mttt-lere Halle mit ihren Thürmen und Halbbögen ist als sehr gelungen zu bezeichnen. Die Säle sind lveit und hoch, doch dürfte» sie kaum alle bisher angemeldeten Geg «stände fassen, ivenn auch der deutsch- sranzö-sijche Kriel, manche Zn^ultrielle von der BetheiligUlrg abhält. (Die alten S ilbe rsechse r) vom Jahre 1848 und 1849 werden vom l. September bis zum Ende desselben nur mehr noch an der Zen-tr.'lkassa in Wien im Nominalwerthe angenommen. (Weinbauschul e.) Unsere Bermuthung. daß der Herr Abge -ordnete Reuter sich der Sache der Weinbatischule energisch annehmen werde, hat sich alS richtig gezeigt, indem derselbe in der heutigen Sitzun g den LandeöauSschuß aufforderte, gemäß deS m der letzten Session gefaß-ten Beschlusses allsogleich den Direktor der Anstalt zu ernennen, damit der theoretische Kurs noch im Lause dieses JahreS eröffnet werde, zu welchem Zwecke Lokalitäten in der Stadt zu miethen tvären und den Direktor zutsieich zu beauftragen, wirkliche Erhebungen in Kürze zu schließen, die Pläne undKostenüberschläge auszuarbeiten, auf daß über die zu akqui -rirende Realität vom hohen Landtage in der Herbstsefsion definitiv ent-schieden und die praktischen Uebungen bereits lm Frühjahre begonnen »vrrden können. Keinesfalls könne zugegeben werden, daß daS Zustandekommen einer so wichtigen Landesänstalt von dem guten Willen einer ganz fernstehenden und für die gegebenen Verhältnisse sichjnicht interessirenden Persönlichkeit abhängig gemacht werde. (D a S G e me I nd e st a t u t) wurde von dem GemeindeanSschus^e des Landtages mit unbedeutender stilistischer Mosifikat«on zur Annahme empfohlen; auch steht zu erwarten, daß die vom RegierungStische geltend gemachten Bedenken der Sanktion nicht hinderlich seln «Verden. (Schulfeier) der Vorstadtpsarrschulen. Morgen um acht Uhr BormiitagS wird in der Grazer- und St. Magdalenavorstadtpfarrkirche zur Schlußseier des abgelaufenen Schuljahres für die Schüler der Grazer» Uttd Magdalenavorstadtschule eine heilige Segenmesse gelesen, worauf sich die Schuljugend um 9 Uhr in den RathhauSsaal begibt, wo nach emigen Bortrögen die Fortgangsnoten bekannt gegeben werden und schließlich eme Ansprache an die Schüler und deren Angrhörige stattfindet. Vtmischte Rachrichtt». Aie. Schlachtfelder bei Metz.) Ein Augenzeuge, der einen Gang über d^ Schlachtfelder bei M»tz machte, schreibt hierüber: Noch am vierten Tage nach der Schlacht lagen die verwundeten hilflos »lnd Tausende von Todten unbegraben am Schlachtfeloe. Und neben diesen menschlichen Leichen die vielen Kadaver der getödtetcn Pferde. Da« zwischen Waffen, Tornister. Feldteffel. blutige Ueberreste aller möglichen preußischen, baierischen. württembergischen und französischen Uniformen. Schon fingen die vielen Leichen zu verwesen an. die Gesichter wur-den schon schwarz und aufgedunsen, und der Gestank, den sie verbleite-ten. ward schon fast unerträglich. ES war in dieser Hinsicht eben so. wie auf dem Schlachtfelde von Königgrah, wo auch am dritten Tage nach der Schlacht so viele Leichen zu verfaulen anfingen, daß eS vor Geftunk kaum auszuhallen war. (Im neunzehnten Jahrhundert.) Auch heute noch und auch in DkUtschland geschehen Zeichcn und Wunder. So strömte am 20. August im Dome zu Würzburg eiue große Menge ab und zu. Eine Marienstatue, so hieb eS. habe die Au^endectel abwechselnd geöffnet und wieder geschlossen. Gläubige und Ungläubige schaarten sich um das Sta« tuenbild und der Grsteren Einer erklärte sogar laut und vernehmbar: „Seht, jetzt hat sie die Augen aufgemacht!" ..Seht, jetzt sit»d sie wieder zu!" Im Hintergrunde st^inden zwei Seminaristen lächelnd wie die Au« guren des Cicero. (Ein Doppelgänger Napoleons.) Sonntag Nachmittags war, wie die „Olmützer N. Z." berichtet, mit dem Oderbergcr Zage ein israelitischer Handelsmann auS Polen in Prerau angekommen, welcher im höchsten Grave die Aufmeltjamteit der im Bahnhofe Anwesenden erre-ste. Napoleon auf der Flucht, hieß eS von allen Seiten, und jeder drängte sich heran, um den interessanten Frkmden zu sehen, der sich im Waggon einschlichen mußte, um sich den lästigen Blicken dcr Neugierigen zu ent-zielien. Der Reisende soU in der That eine solche auffallende Aehnlich-tett mit Napoleon gehabt haben. daß eS sich viele Anwesenve nicht nehmen ließen, es s.i der Kaiser auf der Flucht. (Schwetnewettrc nnen.) Ein Schwein in der Rennbahn. daS ist das NlUtfte Sporttvunder. schreibt die „Pr.ssc". daS in den nächsten Tagen in Wien zu sehen llt. Am SamStag oder Sonntag und an den folgenden Tagen kler kommenden Woche soll auf dem FeueriverkSplatz im Pratrr ein S uweinewettrennen in Szene gesetzt werden. DaS Schauspiel wird lustig tlenug sein, da einige der Renner, putzig genug, selbst Barrj. ere springen weroen. Der Feuerwerksplatz ivird zu diesem Rennen mit 600 F hnenstanuen und Reisig. da»ln tom scheu Wappen u. s. w. festlich geschmückt. Ate Lieöe des Deutschen. Novelle von z. Hörmeyer. XX Auf der andern Seite deS Kampfplatzes ging eS indessen noch heißer her; Lumley, der bis dahin nur Radomontav-n im Mi:nde geführt hatte, war wät»renti der letzten Minuten ganz schlveigsam gewoldcn. jetzt, wo er seinem Freunde und Schwiegersöhne die tödtliche Waffe in die Hand drückte, überwältigte ihn angesichts deS Ernstes diefts Augenblicks die lange bekämpfte Rührung und er fiel ZoneS weinend um den HalS. indem er dabei auSrief: „Du wirft und mußt ihn trcffen. den deutschen Hund, schon um Amelia zu rächen. Jones!" Diese Hindeutung auf Amelia aber war keineswegs gemacht. JoneS Gewissen zu beruhigen und seine Hand steifger zu machen. Er ward im Gegenthetle blaß und einen Augenblick schien es. als wollte er dem Duell ein unblutiges Ende machen. alS die rauhe Stimme des Kapitäns, welcheil das Warten verdroß, sein Ohr traf: „Mr. Jones, wollen Sie denn harren. biS die Sonne unterge-gangen?" Da ermannte er sich, drängle den lveinenden Lumley von sich, warf dem Kapitän einen finster« Blick zu. erhob seine Pistole und feuerte. „ES ist nichts." sagte Darben unmittelbar nach dem Knall deS Schusses mit seiner gewöhnlichen melodischen und ruhigen Stimme. „Mr. Jones hat mich nur auf Lebenszeit gezeichnet." Während er dies sprach, wischte er mit dem Taschentuche daS von der ziemlich hart geschrammten linken Wange herabrieselnde Blut weg. „Gott ist mein Zeuge," sprach inzwischen Jon^S leise zu Lumley, der ganz vernichtet von dem Fehlschuß aussah, „daß ich ihn gar nicht treffen wollte. Sagen Sie das Amelia und auch, daß ich mein Unrecht eingesehen uud bitter bereut habe, daß aber meine Ehre mir nicht anders zu handeln erlaubte." Dann setzte er laut hinzu, ohne sich um LumleyS vollendete Schafs-Physiognomie zu kümmern: „Ich bin bereit, meine Herren." „Kapitän," sagte jetzt Darben, „haben Sie die Güte. Mr. JoneS ztt'sragen, ob er auch jetzt noch die verlangte Abbitte verweigere?" „Ich werde d0td jetzt, der Pistolenmündung gegenüber, meine Ansicht nicht ändern?" rief JoneS entrüstet. „Thue es doch um GotteSwillen," flüsterte Lumley, „du bist sonst ein todter Mann; ich habe mir sagen lassen, daß er mit Pistolenkugeln seine Lichter putzt." Jndeß Jones den vortrefflichen Schwiegervater mit seinem heilsamen Rathe ungeduldig zur Seite stieß, übersetzte der Kapitän die Antwort des Briten und setzte hinzu: „Er ist doch kein gar so erbärmlicher Kerl!" Darben nickte beistimmend mit dem Kopfe erhob daS Pistol lang, sam zu Seite und schoß in die Lust, dann »varf er die Waffe weg. kreuzte die Arme über der Brust und sagte ruhig: „Bielleicht ändert er seine Ansicht jetzt." „Vvr)^ Sontlsmaalilcs!« brüllte jubclnd Mr. Lumley. „Und ich ändere sie auch." rief jetzt Mr. JoneS. „ES tväre so viele,» Edelmuthe gegenüber schmählich, wollte ich nicht g?rne öffentlich mein Unrecht eingcstehen. Im Geheim habe ich eS bereits gethati. Rufen wir aber erst die Aerzte." Diese kamen eilig herbei. Nachdem des Lieiitenants Wunde besorgt »var. bat JoneS sämmt-liche Anwesende um Aufmerksamkeit und sprach dann: „Ich habe gcstern Abends Herrn von Darben auf pöbelhafte Art und Welse schlvcr b'leidigt; hatte ich gestern unter dem Einflüsse böser Leidnischaftcn im guten Glauben an mcin Recht gefehlt, heute mangelt mir selbst diese Eiltstiuldigung. nachdem man mich von gut unterrichteter Seite her üder mnn Uilrechl aufgek ärt h ilte. und nur die f.Usche Schanl ließ mili auf meiner Beleidi^un^i bestehen. H..rr von Dardm hinge.^c.z hat mir sttts die Hand zur Bersölinnng geboten und selbst hier, nachdem ich. obgleich obne meine Abficht, ihn verwundet habe un) er von meiner Unversöhnlichkeit so vi le Proben erlialten. appellirte er nochmals groß-müthig an mein RectitSgesilhl. i nd»-!» er es gleichzeitig amgab. meinen Schuß zu erwidern. Fern sei eS daher auch von tNlr. die mir lau' Verabredung noch zustchen!»e z veite Kugel abzufeuern, im Gegentheil ivill ich das Vertraue.i meines edlen (At.^neiS vollko nm^u rechlferti.^en. In Gegen-wart dieser vier Herren. — so viel Zeugen verlangten Sic ja. Kapitän? — il» ihrer Gegenwart erkenne ich feierlich mein Unrecht an und thue reuig Abbitte für die Ihnen zugefügte Unbill, Mr. Darben!" (Fortsetzung folgt.) Original-Telegramme. Graz, 2!). Juli. J» der heutitie» Landtagssihllug nchrte Abgeordneter Zteuter seine Jltterpellation wegen des Land-ingSschlusses »nd der Mlirliurger Weinbauschule ans. Abgeordneter K. Ieidl stellt eine Interpellation an die Regierun g wegen der Beschädigungen, welche durch die militärischen llebnn-gen in den Weingärten und Feldern gemacht werden. Abg. BoSujak begründet seine Interpellation wegen der Gleichberechtigung der Slovenen in Schule und Amt. Der Statthalter beantwortet die letzte Interpellation Seidls wegen der Eisenbahn-Station am Kärntnerbahnhofe dahin, daß wenn die Erhebungen dem Borgetragenen entsprochen eine ordentliche Station statt der Haltestelle errichtet weri>e. Abgeordneter Brandstetter berichtet über daS Gemeindestatut von Marburg; einiger Paragraphe wegen Wirdes einen Sonderausschusse zugewiesen. Nerli«, 28. Augnst. (Offiziell). Vitry (eine Festung letzten Ranges) kapitulirte. Beiut Einmarsch der deutscheu Truppen haben diese lk Kanonen vorgefunden. Gegen 20 Offiziere und über 8V0 Mann wurden gefangen genommen. Die preußische Kavallerie zersprengte 2 Bataillone Mobilgarde. Der preußische Verlust ist gering. Paris, 27. August. Palitao theilt im gesetzgebenden Körper eine Nachricht mit, nach welcher Berdun von deil Prenßen angegriffen worden sei, den Angriff jedoch zurückgeschlagen habe. DaS Kominando auf dentscher Seite führte der Kronprinz von Sachsen. Paris, 28. August — Abends: Von der belgischen Grenze wird gemeldet, die Preußen sollen entschlossen sein dc» Marsch gegen Paris nicht früher fortzusetzen, als bis dieselben gegenüber den Trnppen Mac-MahouS eine Schlacht geliefert haben würden. Der französische Minister deS Innern veröffentlichte unter Reserve Nachrichten, laut welchen die Preußen sich von ihren Lagerplätzen an der Aube und bei ChalonS weg, und gegen Norden auf Bethel und VouzisreS bewegen fallen. lvrigwal «»«rSbericht. Z Uhr Nachmittag. fl. kr Einheitliche Staattschuld in Roten .... üb S< detto detto in Silber .... S4 60 18Kver Staatt-AnlehenS-Loose............90 70 1864er detto ......114 — Bank-Aktien............689 — Credit-Attien ...........SS') 50 Anglo.Bant.«rtien..........220 2 Staatsbalin Aktien....................346 — Nordbahn-Attien ..........199 - ^anz.Iosef.Bahn.«ttiett........180 KV ,N»dolf-BahN'Aktien.........156 — Frankfurt am Main..................105 75 Lombarden........................192 25 Credit-Loose............152 — London.............126 15 Silber............................124 50 Rapoleond'orö...........10 vi A. k. Münz Dnkaten..................5 96 Stimmung: fest. Wiener Fruchtbörsen-Cvurse am 27. August : Fruchtgattung u. Gewicht Confignat.- Preit Weizen. Ort von bi» Lanater, alt 88 Pf. Raab 6.20 —pr. Aentn Dieselburger, neu 86 Pf. ^ 5.50—.— Slovatischer, neu 86 Pf. Reuhäusel 5.50 — Raaber, neu 36 Pf. Raab 5.45 — Oedenburger, neu 86 Pf. Kelizdorf 5.80 — Lanater, neu 86 Pf. „ Korn. Ungarisches 80 Pf. Ryiregyhazaer 82 Pf. Gerste. Slovakische 72 Pf. Hannakische Hafer. Ungarischer, alt 6.— 6.10 Wien 3.75 — FloridSdorf 4.--.— Wien 3.05 — 3.45 —pr. Metz. Wien 8.40 —pr. Metz. Ungarischer, neu 44—46 Wi n 2.S0 2.48 iranfito Ungarischer, neu Äalantha 5.25 pr. Nr. Ztr. Umsatz in Keizen — Metzen. Angekommene in Marburg. „Fischer." Vom 20.-26. Die Herten: Groll, Ge schSftsm , Billach. Srller, Privat, Strahn. Halber, Sattler. »Mtfter, Rudtertburg. Marschitz, Privat, Wien. — Frauen: Hlima. Priv., «lagenfurt. Grün, Tutsbes., Arilck. Huber, Private, Kapfenberg. Jahr- und BiehmLrkte in Untersteiermark. (Die mit bezeichieten find Jahr- und Biehmarkte.) 1. September: St. Egidi bei Schwarzenstein, Bez. Schön stein. * 2. September: St. Wolfaang w. V. * — Ternovetz, Vez. Pettan, Liehmartt. 4. September: St. Cgidi W. V. — St. Ilgen, Vez. Vindischgraz ^ (findet in St. Leonhard bei Mißlini statt) — Montprei». * Erste, öffentliche, höhere HmdelslehranM i» Mvii, 602 Praterstraße ZT. Die absolvirt'N Hörer genießen die Begünstigung des einjährigen Freiivilligendienstes in der k. k. Armee, ohne sich der Freiwilligen Prüfung unterziehen zu müssen. Einschreibungen finden vom 26. September an statt. Der Unterricht beginnt Anfangs Oktober Am 2. Oktober beginnt ein BorbereitungSkursuS sür den praktischen Eisenbahn- und Telegraphen dienst. Jahresberichte durch die Direktion und jede Buchhandlung. C1«r> Direktor. r«i»vss«i> »Ilk vomit w»v 2V0.000, soooo, isooo, !0.000, vooo etv. ßvvmnen kauv, vvrllkust 606) Usrburz. Si« Mraktikant aus einem soliden Hause, welcher der slovenischen Sprache mächtig ist. findet sogleich Ausnahme in der Spezerei- und Materiallvanren Handlung des 618 I.. ULtt«roMr in U»rdurss. Haushälterin gesucht. Für ein größeres Haus auf dem Lande lvird eine anständige Haushälterin gesucht, die gleichzeitig eine gute Köchin sein müßte. GSrtner gesucht. Ein braver, tüchtiger Gärtner findet aus dem Lande sofort einen dauernden guten Dienst. in Lehrjunge, welcher der deutschen und slovenischen Sprache mächtig ist. wird in eine Sprztreihandlung aufgenommen. AKin gußeiserner Öfen mit der Heizung ^i^von Innen »vird gesucht. Auskünfte hierüber werden im Comptoir diese» Blattes ertheilt. Wasserstand deS DrauflußeS am 29. August Morgen»: 3 guß 0" über dem Nullpunkte. Hottl „Eyhtyoi Joham". «VntS Montag: - 8oirev « von 62S aus Wien. — Anfang 8 Uhr. Witt ditA««Millrit der Rt«M bieltt findet man »tutig »«> Ii, »illtr «»d grlßkr «wstMrn ««> Silw- m» Ehk-ßlw- alljährlich, worunter 2 Haupttreffer il fl. 260.000 1 Haupttreffer „ „ 220.000 S Haupttreffer „ „ 200.000 l Haupttreffer „ „ 110.000 und noch »ine große Anzahl ä fl. 60.000, ö0.000, 40.000, 30.000 zk. spielt man mittelst eine« Antheilscheine» meiner Spitlgtstlllchast Vrappr ^ «nter 18 Thellnchmern zu »ö vierteljährigen Raten » 5 fl.—Diese beliebte Gruppe enytlt stwmlliolie i» öesterreiel» exktii«iiöe» »»<> ^rivit ä»teli«iv ü»«, deren kurtmäßiger Erlö» nach vollständiger EinMung unter die Theilnebmer bar »ertheilt wird. — Die gesetzliche Stempelgebtl^ für da« Dokunititt betrügt ein- sür allemal 99 kr. Gleich btt Erlag der elften »itrttljiihnge» U!ite von V GÄdm sMt man schon aus die nächsten Verlosungen der iMter, paW-, t«sr ^ I. «d lS. September, l. Gktib. «. Wmtchllms Kiluaril I^lteiit» «I» Wien, EtepljjäkitplqK. >5^ gK « s' s ^ 'ösN 'S- s w o ?«. - » ^ Z « v /rischer Bogelleim ist w haben bei H. Schmiderer in der AArut' nervorstadti. (622 Eisenbahn-Fahrordnung. Marburg. V»rs»»en< Sitze. Von Wien n«ch Trieft: Ankunft .8 U. 8 M. KrUH und 8 N. M. Abends. Abfahrt 8 U. 20 «. Hrüh und S U. öS «. Abends. Von Trieft nach vien: Ankunft S U. 10 «. Früh und v l>. 55. M. Abends. Abfn^t S U. Sl M. Früh und 7 U. 7 Ab^. GffWifchte Sgae. WI >on Mirzzüschlag yais^Abeltbeeg: '"»kuiist? Uhr 6 Min. Nachcktttsg. ^fadrt I so Min. Nochmittag. Von Adelsbetzg ««ch Mür^nschl««: Ankunft 12 Udr so Mi«. H«chmÜtag. Abfahrt 12 Ul^r 40 Min. «äch«iN»g. 1 Anftitift 1 iihr bS Am. U«ch«ttt«s. >Z tchr Z Mi«. N«ch«iMg. AriefiMch Gi«, »7 .Min «etlnALiM «edawön. »nb Verl«s?ö«?d?«?»?^