Nr. 76. Donnerstag, 2. April 1908. 127. Jahrgang. Zeitung Vriin««trationßprei«: Vl« P oslvrr I end» n a: „axzMrisi »o K, halbjahrin 15 X, Im Konlor: <,anzMlIl»,,ss , ^prschsluiitx-i, drr MrdnNion von « b,t >U Uhr vor bi« zu 4 Ml,'» 5,0 l>. grünere per ^cile 18 l>; dei öfierc» Wiedrrliolungs» prr Zcilr x li, ? mitläse. Unfillnlirrlr Bricsr welden »ichl »ngenommm. Maiiuslrw^ „icht ^isüclnsstilll Telephon-Nr. der Redaktion 258. Amtlicher Geil. Seine t. und k. Apostolische Majestät haben nachstehende Alle:höchste Handschreiben allergnä-digst zu erlassen geruht: Lieber Dr. von Korytowski! Die nun- lnohr für einen läugeren Zeitraunl erfolgte Re^ selling des lm'rtschaftlichell Verhältnisses zwischen den beiden Staaten der Monarchie bietet Mir den >lnlaß, Ihrer unter schwierigen Verhältnissen entfalteten hervorragenden Tätigkeit iil voller An-^l'kennnng zu gedeilkeil, als deren sichtbares Zeichen ^»ch Ihnen tarfrei das Großkreuz Meines Leopold-Ordens verleihe. Wien, am Nl). März l!D8. Franz Joseph m. p. Lieber Dr. von Derschatta! Für Ihre liervorrageilde lind erfolgreiche Mitwirkung an den ^oreiicharnngeu, loodurch das wirtschaftliche Verhältnis Mischen den beiden Staaten der Monarchie sur einen längeren Zeitraum auf eine feste Grundlage gestellt wurde, fpreche Ich Ihuen Meine dankbare Anerkennung aus. Wien,, am :;<>. März 1l)M. Franz Joseph m. p. Seiue k. und k. Apostolische Majestät haben Mit Allerhöchster Entschließung vom .W. März d. ^- die Einreihung des Sektionschefs im Minister-wls. P^sioium/ Geheilnen Nates Dr. Nndolf Sieghart in die dritte Rangsklasse der Staats-lx'amlen lrcl p(.'r«oni!m allergnädigst zu genehmigen gcrnht. Veck ui. p. Den ZI. März 1W« wurde in der t. l. Hof» und Staats» bruckerei das XXVIII, Stück des Reichsgesetzblattes in deutscher Ausgabe ausgegeben und versendet. Den 31. März 1908 wurde in der l. t. Hof. und Staats» bruckerei das Titelblatt, das chronologische und alphabetische Repertorium zur kroatischen und polnischen Ausgabe des Reichs» gejctzblattes des Jahrganges 1907 ausgegeben und versendet. Nach dem Amtsblatte zur «Wiener Zeitung» vom AI. März 1808 (Nr. 75) wurde die Weitcrverbreitung folgmdei Preh. erzeugnisse verboten: Nr. « .ri-olotäl-» vom 2«. März 1908. Nr. 13 «0br«lu», I.il!u. vom 27. März 1908. Mchtcuntlicher Geil. Die Sandschakbahn und die Entente zwischen Österreich-Ungarn und Rußland. Der Wiener ^'orrespondent der „Ind^Pendaiue beige" berichtet seinem Blatte über ein (Gespräch mit einer diplmnatischen Persönlichkeit, welches sich mit den aktuellen Balkanfragen beschäftigte. Gegen über den Vorwürfen, die man der österreichisch ungarischen Politik wegen des Projektes der Sand^ fchakbahn in der Richtung gemacht hat, daß durch dieses Projekt der Fortgang der mazedonischen Reformaktion ungünstig beeinflußt worden sei, be merkte die diplomatische Persönlichkeit: Als Österreich-llngarn im Dezember des Vorjahres sich zum Baue der Tandschakbahn entschloß, hatlen die Mächte bereits seit Monaten starke Schwierigkeiten bei der Verwirklichung ihres mazedonischen Iustizreformprogramms zu bekämpfen. Mau dai'f daher nicht unsere Regierung anklagen, wenn sich die Mächte bis zmn hentigcn Tage über die Form der an die Pforte zu stellenden Ansprüche nicht einigen konnten. Das Projekt der Tandschak-bahn kann höchstens als ein Zwischenspiel betrachtet werden, das bloß für kurze Zeit den Gang des Stückes unterbrochen hat. Übrigens war es von dem Augenblicke an, wo Österreich-Ungarn sein seit vielen Jahren gehegtes Projekt endlich zur Ausführnug bringen konnte, die innere Situation des Reiches, die den Ausschlag gab. Die an die bosnisch-türkische Grenze führende Vahn ist allerdings fchon seit zwei Jahren fertig. Aber erst in deu lehten Monaten des vergangenen Jahres ist der wirtschaftliche Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn von den Parlamenten verabschiedet worden, und erst, nachdem die wirtschaftlich Einheit 5er Monarchie von nenein gesiäiert war, konnte die Regierung an die Durchführung ihres Programms einer wirtschaftlichen Penetration im nahen Orient denken. AsterrMi-Ungärn hat keinen Grund, länger zu warten und mau konnte von uns nicht im Ernste verlanden, daß loir unsere Schritte bis zu dem sehr hypothetischen Augenblick dor vollendeten Pazifizierung Mazedoniens aufschieben sollten. Inzwischen hat übrigens das Reformwerk einen entscheidenden Tchritt vorwärts gemacht, da die Pforte ohne jede Einsäfränkung für die Dauer von weiteren sieben Jahren die Mandate der Reformorgano bestätigt hat — ein Feuilleton. Der Positive. Von A. Krinius. (Schluß.) Vereits am nächsten Sonnabend rückte der <^'rlilwr Maler m das hübsche Ttübchen beim ^"sitiven ein. Frau Eilerl hatte den Gast vom, ^ahnhofe abgeholt und brachte ihn uun ius Haus. ^u- lachte Meister Autoll hell ius Gesicht. „Da bringe ich Ihnen den Tunichtgut, lieber '""'r Nachbar! Alle Maler taugeu uicht viel, der !^l - . ." Und sie gab dem ebenfalls lachend an lyrer Eoüe. stehenden Maler einen leichten Backen-'troich. Als dann aber beide oben im Stübchen an-!'"""gt waren, kicherten sie sich an. „Iotte doch, Emilie, is des 'ne Type! Iroß-""'g! Allein der Reise lnrt!" «Na siehste! Das hab' ich fein gemachU" „Wie immer!" Und er zog die Fran init oen "Mwiieilaligen auf seinen Schoß und küßte sie l"ocnsch<,fnzch. . Das war jetzt ein lustiges Lebeu in der Bäk- ^! Manchmal mnßte sich Meister Anton an die ^Urn fassen, ob er denn anch nicht tränine. Ein ^'achtkerl von Maler! Das pfiff nnd sang nnd .^'M' im Laden hernm nnd brachte Leben ins ..,^"1 und machte die Kuudschaft lachen. Auch lX'r dle lielie Nachbarin schien ein nener Wiild ^"'U'nen zn ftin. Nnr selten ging der Veiter zn lN h'uiiber anf Besnch, »vahrscheiillich „der Leute M'u". ^lh^.^. j,,^ (Zarten trafeu sie sich um so li.^' ?" l)übsche, fanft ansteigende Berggnrten ' ^ !o illancherlei für eiu Malerauge. Da konnte ^un den nahen Buchenberg beftreichen, an dessen ^p'tze das alte Schloß thronte- ferner sah man ^^' rotg^iegelte Dächer des Städtchens fort. '^a^ursio!" wie es der Maler getauft hatte. llnd endlich war droben in der Ecke eine wild umblühte Lanbe. Das war sein Liebling5nufent-halt. Da saß er oft, schlug die Gitarre, sang. zeichnete oder schneb Briefe. Eine lnstigc Ait! llnd so zutraulich nnd zäi^tlich hatte Frau Eilert biöher sich uoch nicht zllin Meister Anton erwl> sen. Er brauchte ja uur die Arn,e auszustrcckeu, und er hielt ein heißes Glück an seiner Brnst. Wenn ilnr oas Positive nicht gefehlt hätte! Das war'5! Etnias Unausgesprochenes, Wartendes! Die Dachpoesie nilißte e5 dem übernnitigen Jünger von St. Lnkao ganz lx'sondero angetan haben. Es gab Nachmittage, an denen er aus der verschwiegenen Ecklanbe gar nicht heranskam. Solch ein schöner Sommertag war es, da Meister Anton freundlichen Antlitzes ourch seinen Garten schritt. Ein erquickender Miltagsschlaf lag hinter ihm. Nnn hielt er zwischen den Rosen nnd Beeren-büschen nnd ließ beruhigt die Augen anf nnd nieder gleiten. End dann richtete er den Schritt zur Ecklaube. War das ein fleißiger Maler! Selbst das Pfeifeu und Singen hatte er eingestellt, nnr seiner Kunst sich hinzugeben! Ja, die Berliner! Großes Mundwerk, geölt wie der Blitz: aber arbeiten, arbeiten, das können sie wie kaum ein anderer Volks schlag. Das muß ihnen der blasse Neid lassen! Schmunzelnd näherte sich der Meister der Laube. Ein kleiner Überfall! Tollte der Maler eingeschlafen sein? Heiß war's ja heute, und er selbst hatte dem Tranmgotte geopfert. Er bog vorsichtig die Ranken zurück. Alles leer. Ringsum uichts zu schaueu! Der Meister ließ sich nieder. Da fiel sein Auge auf das aufgeschlagene Skizzenbuch. D-achpoesie! Wahrhaf tig! Natürlich alle Seiten davon bedeckt. Er begann zn blättern, llnd dann ein leiser Ausrnf des Zornes, des Gekränktseins Pfui! Nochmals: pfui!! Da saß die Nachbariu auf dem Sofa in ihrer Stube, lind vor ihr kniete, sehr, sehr komisch anzuschauen, er selbst, der Meister Anton, und in der Rechten hielt er ein mächtiges Lebknchenherz, das er mit beteuernder Miene der schöueu Frau autrug. Noch einen letzten Blick, dann schleuderte der Positive das Buch zurück. Gleich darauf raschelte es nebenan. Ein paar Stimmen flüsterten. „Dachpoesie!" spöttelte der Maler. „Auf morgen!" „Grüß den Semnnltechniter!" lachte die Nach bariu. „Wero's ausrichten! Nur das Positive fehlt mir noch!" Gleich darauf teilten sich die Ranken. Vor Meister Anton hielt der völlig verdutzte Maler. „Nann! Sie hier? Aeh!" „Wie Sie sehen ... ja! Nur wegen des Positiven! Verstehen Sie mich? Ich hoffe!" Er deutete auf das noch inuner anfgeschlagene Skizzenbuch. „Damit Sie wissen, daß ich das Positive habe, empfehle ich Ihnen, morgen, am liebsten heute noch, mein Haus zu räumen! Auf Ihrc Tachpocsie pfeife ich was! Hören Sie? Ich pfeife was!" Noch c Ziele verfolge. Heute, zehn Jahre nach dem Besuche in Petersburg, muß man anerkennen, daß man es diesem Akkord zu danken hat, wenn die Valkanwirren nicht zu ernsten Verwicklungen zwischen den Großmächten führen können. Das Mürzsteger Programm ist sechs Jahre jünger als dieser Akkord. Infolge der zwischen den beiden befreundeten Mächten eingetretenen Beziehungen kam es anläßlich der allgemeinen revolutionären Bewegung im Jahre ll)M zu dem Gedanken einer gemeinsamen Aktion zur Pazifizic-rung Mazedoniens. Aber diese Aktion wurde nur in großen Zügen in dem zu Mürzstcg im Oktober l9M aufgestellten Programm skizziert. In diesem Programm sehte man weder die Reihenfolge in der Ausführung der in Aussicht genommenen verschiedenen Projekte, noch die verschiedenen Maßregeln zu ihrer Ausführung fest. Welches Hindernis besteht nun, zu dem Punkte, von dem man ausgegangen ist, zurückzukehren und sich zu fragen, in lvelchcr Weise das damals skizzierte Programm jetzt zu modifizieren wäre, mit Berücksichtigung der gewonnenen Erfahrungen und der vom Dcsinter-essement der anderen Machte eingegebenen Ratschläge? Es scheint mir. daß dieser Weg beiden Teilen nur Vorteile brächte. Man würde vielleicht erkennen, daß ein guter Teil der vom Mürzstegcr Programm vorgesehenen Projekte nützlicherwcisc zugunsten dringlicherer Maßregeln beiseite gelassen werden könnte und daß der Nahmen des Mürz- steger Programms elastischer ist, als man anfänglich angenommen hat. Sehr viel wichtiger jedoch als die Einzelheiten dieser geineinsamen Aktion ist dic ununterbrochene Fortdauer der guten Beziehungen zwischen Wien und Petersburg in allen Balkanfragen. Es ist dies eine Frage von allgemeinem Interesse. Denn nur wenn diese guten Beziehungen fehlen sollteu, können alle Fragen zwcileu Ranges für den curopäifchen Frieden gc fährliche Formen annehmen. Politische Uebersicht. Laibach, I.April. Das Organ der kroatischen Rechtspartei, „Hr-vatska", stellt die Forderung nach Schaffung des Postens eiues kroatischen Ministers a I :l t O i- p. auf, der jedoch nicht Mitglied des ungarischen Kabinetts sein müsse. Wir müssen uns bestreben, sagt das Blatt, daß ein kroatisches Ministerium am kaiserlichen Hofe errichtet werde, das von Kroatien direkt bezahlt wird und dein kroatischen Landtage verantwortlich ist. Die Kroaten hatten einst am Hofe ihren Mann, der den Titel i^n« i-s^ni Os)nti<:i führte. Diese Institution bestand vom Jahre lll^s) an und die Reltituierung dieses Ministerpostcns wird nunmehr gefordert. Aus Vukarest, 5N. März, wird gemeldet: In der heutigen Sitzung der Kammer unterbreitete der Iustizminister eiuen Gesetzentwurf, betreffend die Beschränkung des Rechtes, Landgüter in P a ch t zu geben. Der Entwurf enthält eine Bestimmung, die die Verpachtung von mehr als einem Landgut oder eines zwei Landgüter umfassenden Besitzes an eine einzelne Person oder an eine Gesellschaft (direkt oder durch Zwischenpersonen» gegen Bezahlung eines Pachtgeldes untersagt, sofern der verpachtete Besitz in seiner Gänze 4lAX) Hektar übersteigt. Im englischen Oberhanse sagte in Beantwortung von Anfragen Lord Lamingtons Unterstaats-sckrelär Lord Fitzmaurice, nach Mcinuug der Regierung seien die britischen Interessen in dein Lande zwischen Bagdad und der persischen Grenze vollkommen geschützt. Seit der Erörterung des englisch-russischen 1'Ibereinkom-mens sei nichts vorgefallen, was eine Ergänzung seiner damaligen Ausführungen notwendig machen würde. Tic einzige Veränderung habe in einer größeren Tätigkeit bestanden, die die russischen und die englischen Diplomaten entfaltet hätten, um einerseits auf die türkische Regierung einen Druck dahin auszuüben, daß sie das unglückliche Vorgehen der türkischen Truppen an der persischen Grenze eindämme, anderseits um die persische Regierung zu veranlassen, gegenüber diesem rücksichtslosen Vorgehen der türkischen Behörden sich nicht unbc-rechtigterweisc allzu verlcht zu fühlen. Fitzmauricc fügte hinzu, das Parlament habe volle Kenntnis von den gesamten Vereinbarungen, die zwischen England und Nußland getroffen wurden. Tagesnemgleiten. — (Vorahnungen des Telephons) waren im 17. Jahrhundert mehrfach zu verzeichnen. Eine besonders interessante Stelle findet sich in einem 1682 zu Frankfurt a. M. erschienenen Werke eines Kaiserlichen Rats Johann Joachim Becher (1635 bis 1682) dessen unendlich langer Titel anfängt: „Närrische Weisheit und weise Narrheit". und worin es an einer Stelle heißt: „Ich habe zu Nürnberg bey dem berühmten Ofttico Franh Gründler dergleichen gesehen, da der eine ein Instrument zum Reden, der andere ein Instrument zum Hören gehabt, und haben beyde solcher Gestalt auff eine ziemliche Distanh mit einander reden können, daß dazwischen nicmands etwas gehöret." Was es für eine Erfindung war. die der besagte Gründler gemacht hatte, weift man nicht sicher. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist aber die Lösung des anfangs entschiedeil verblüffenden Rätsels eine sehr banale: Das geheimnisvolle Instrument dürfte nämlich nichts anderes gewesen sein als das wohlbekannte, früher auf den Weihnachtsmärlten sehr beliebte Kinderspielzeug „Telephon", bei dem die Sprech- wie Hörftlatte durch Pappstücke gebildet wurden und die Leitung aus einem Bindfaden bestand. Auch durch solche Apparate konnte man sich, unhörbar für einen Da-zwischenstehenden „auff eine ziemliche Distantz" miteinander unterhalten. Ein derartiges Instrument war nämlich damals, 1667, von dem englischen Arzte und Physiker Hoole zum erstenmal beschrieben worden. Die Chinesen scheinen übrigens ein solches Instrument, das sie Horchrohr nannten, schon im zehnten Jahrhundert besessen zu haben. — (Die betrogenen Spieler.) Eine neue Köpenickiade wird aus Paris gemeldet: In das Hintelzimmer cines Restaurants in einem der Pariser Vororte verschafften sich sechs in elegante Gehröclc gekleidete Individuen Eintritt. Der die Truppe führende Herr zog höflich seinen Zylinderhut vor den Gästen, welche gerade in eine ziemlich hohe Pokcrpartie vertieft waren, stellte sich als Monsieur Soullu-re, Polizcitomnnssär von Paris, vor und beschlagnahmte mit schnellem Handgriff die auf dem Tische liegenden Gelder in der Höhe von 4000 Franken, die er einem seiner Genossen einhändigte. Ein anderer begann inzwischen die Namen der Anwesenden zu notieren, die zwar äußerst verdutzt waren, sich aber nicht getrauten, dem mit der Trikolore umgürteten Beamten zu widerstehen, da Glücksspiele in öffentlichen Lokalen in Frankreich ebenso verboten sind wie in Oesterreich. „Ich will Ihnen leine weiteren Ungelegenheiten machen, meine .Herren," sagte der falsche Polizeilommissär, indem er seinem Untergebenen bedeutete, seine Noiizen zu unterbrechen. „Ich denle Männer von Ehr« vor mir zu haben und bitte Sie, mich morgen früh in, meinem Bureau aufzusuchen." Der wirkliche Polizeilommissär Soullil're war am nächsten Morgen sehr er-stemnt, den Besuch eines Dutzend Herren zu erhalten, und bedauert wahrscheinlich sehr, daß ihm ein Gauner zuvorgekommen ist. — (Ein origineller Schwindel.) Aus Paris wird berichtet: Ueber 200 Pariser Drogisten si"b durch den originellen Einfall zweier junger Schwindler um beträchtliche Summen erleichtert worden. In den Läden erschienen Laufboten, die auf Grund eines ärztlichen Rezeptes außer Chinin und anderen Heilmitteln eine Flasche „Neriot Ferment" bestellten. Dies Ncriot Ferment war allen Apothekern unbekannt, aber da die Adresse einer Niederlage angegeben war, wo das Mittel zu 12 Franken Bei uns in Amerika. Von «äte van Veeler. (23. Fortsetzung.) (Nachdruck verbalen.) „Und das ist sehr vernünftig und nachahmenswert,," lächelte der General ausgleichend in das gefährlich Thema hinein. „Was meinst du, Frauchen, sind wir bcide nicht ein famoses Beispiel für die Richtigkeit solcher Mischung? Wir haben uns zwar nie den Kopf zerbrochen über den Mehr- oder Mindergehalt unseres Blutes, aber dafür haben wir fönst manch tapferen Streit der gegenseitigen Verschiedenheiten ausgekälnpft und dabei unsere Fehler und Tugenden so angenehm untereinander gemischt, das; wir nun kaum mehr wissen, wem die einen oder die anderen recht eigentlich gehören — nicht?" „O doch, das weiß ich ganz genau. Die Tugenden alle mir, die Fehler alle dir," lachte Frau von Wodeten, ihren Mann zärtlich ansehend, und Susanne klatschte jubelnd in die Hände. „Recht so, Tanichen. Immer auf dem Posten, uni die Rechte und die Stellung der Frau zu wahren! Die da" — mit einer kühnen Handbcwegung nach den Herren — „sind die Unterdrücker und die schwarzen Seelen, alle Fehler auf ihr Haupt!" Damit war die Unterhaltung in ein sehr lustiges und angeregtes (Gebiet eingelenkt, denn nun lehnten sich die Herren gegen solche Beschuldigung energisch auf, und felbst Mister Edgar gab jeinc Zurückhaltung auf und behauptete Susanne gegenüber mit fast knabenhafter Fröhlichkeit, daß er ein geborener Pantoffelheld und von sanftester, edelster Gemütsart sei und seiner Frau niemals auch nur das kleinste Recht ihrer Stellung schmälern würde, wenn sie nur immer bereit wäre. alles ;u tun, was nnd wie er es wünsche. Susanne war die einzige Person, in deren Verkehr der sonst so leicht gelangweilte junge Mann ein gewisses Behagen und soa.ar zeitweise, wie eben seht, eine An von Humor entwickelte, und die Tante Gcneralin schätzte Susannes Einfluß nach dieser Seite hin sehr hoch, jedoch daß er bei einem immerhin so vielsagenden Kapitel sich nicht an die zunächst Beteiligte, an Dilianna, sondern an Susanne wandte, ärgerte sie doch etwas. Und Iuanita, die das Thema ungemein günstig für ein kokettes, bcziehungsvolles Wortgcpläukcl fand, ärgerte sich wieder, daß der Graf zu ihren reizendsten Pointen nur zerstreut lächelte und lange nicht so eingehend und angeregt antwortete, wie ein hingerissener Verehrer eigentlich verpflichtet war, es zu tun, sondern schließlich ihren vielsagendsten Blick und ihren schelmischesten Widerspruch gegen die Tyrannei der Ehe und die bösartigen Eigenschaften der Männer sogar dazu benutzte, um über den Tisch hinüber an Dilianna die Frage zu richten: „Und Sie, mein gnädiges Fräulein, beteiligen sich gar nicht an dem uralten Kampf zwischen Mann und Weib? Nehmen Sie auch alle Tugendeil für Ihr, alle Fehler für unser Geschlecht?" Dilianna hob den Blick und jetzt lächelte s^'- Es war ein seltsames, halb spöttisches, halb schwermütiges Lächeln, mit dem sie antwortete: „Ich denke, daß wir alle die Last der Vererbung mit uns tragen nnd mit ihr rechnen nnM'N-Wir Frauen als Evastöchter, die Männer als schwache Adamssöhne, und daß die Paradiesfabcl sich noch täglich abspielt nnd beiden Geschlechtern die alte Last der Fehler und Schwächen aufladet. Dazu glitt ihr Blick nur ganz flüchtig, aber für ihn doch so verständlich, über ihn und Iuanita hin nnd senkte sich dann gleichmütig wieder auf d^ schlanken, schönen Hände, die heute müßig "" Schoße ruhten. Der Graf fühlte ein sclmelles Rot über scM Gesicht flammen. Die alte Paradiesfabel. ^ ^^ wnßtc, daß Eva den goldenen Apfel der Versuch"'^ spielen ließ, und sie vermutete, daß Adam gcacn seinen Glanz nnd Schimmer auch diesmal nicht unempfindlich sein würde. Daher ihr kaltes Abweidn und stolzes Zurückziehen. Ach, sie hatte ja recht, so recht! .^,. Er verstand ihre Antwort, aber was er nlO' sah nnd nicht verstanden hätte, war ihr Blick, dc^ sich noch einmal zu Edgar hob. In ihm lag ?n Fortsetzung ihrer Gedanken, die herb und scharf suli vorhielten, daß sie eben pharisäisch ihn verdannm hätte nnd doch die gleichen Pfade zu gleichem Zlel»-gehen wollte wie er. (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Ni. 76. 675 2. April 1908. die Flasche verlauft wurde, so zögerten die Apoiheler nicht, sich sofort einige Flaschen zu bestellen. Die Verlaufsstelle war ein kleiner Laden, den die beiden jungen Schwindler gcmi''ict hatten und in dem sie vollauf zu tun hatten, um oic auf so sinnreiche Weise hcrvorgelocltcn Aufträge zu befriedigen. Zuweilen war der Zulauf so groß, daß man laum in den Laden kommen konnte. Die Apotheker wunderten sich schließlich, daß die Laufjungen nicht wiederkehrten, um die bestellte Arznei abzuholen, sie öffneten die Flaschen und zu ihrer begreiflichen Verblüffung mußten sie entdecken, daß die schöne 12 Franken ieurc Arznei aus — reinem Waffer bestand. Die jungen Schwindler aber, die Tausende verdient haben müssen, sind spurlos verschwunden. — (Später Lohn.) Eine romantische Geschichte aus dem Leben wird uns aus Newyorl berichtet: Ein armer Landarbeiter von White Bluffs in Washington, Peter Andersen, sieht sich jetzt plötzlich als Erde eines Vermögens von nahezu anderthalb Millionen, die zu besitzen cr wohl nie im Leben sich träumen ließ. Andersen lebte in den ärmlichsten Verhältnissen, und da er das Geld für Tapeten nicht erschwingen konnte, so hatte cr die Wände seines bescheidene» Zimmers mit Zeitungspapier beklebt. Als eines Tagcö sein Nliel auf den Zcitungsblättern haften blieb, bemerkte er ein? Annonce, in der er gesucht und um Nachrichten über seinen Aufenthalt gebeten wurde. Er schrieb eine Antwort und erfuhr darauf, daß er der Erbe eines bedeutenden Vermögens sei, und zugleich wurde ihm ein Torschuß ü'berscmdt, der es ihm ermöglichte, nach Newyorl äu reisen und die Erbschaftsangelegcnhcit zu ordnen. Hier erfuhr er auch, wer ihm das Glück zugedacht. Andersen, der geborener Däne ist. war im Jahre 1873 nach Amerika aus-gewandert. Er machte die, Ucbcrfahrt auf dem Schiffe "N. I. Gottry" mit, das an der Küste von Neufundland scheiterte. Er war ein ausgezeichneter Schwimmer und während deZ Schiffbruchcs rettete er einen ertrinkenden Paffa-gicr, Pctcr Knudscn. und hielt ihn so lange über Wasser, b's sie ein Wiackstück erfaßten, mit dessen Hilfe sie schließ-"ch die Küste erreichten. Nach vielen Entbehrungen kamen die beiden Geretteten schließlich nach Newyorl, wo ihre "benswcge sich trennten. Andersen ging landeinwärts und instete als armer Landarbciter sein Dasein, Knudsen arbeitete sich empor und verdiente durch ein großes Handschuh-lleschäst Millionen. Er hat seinen Lebensretter nicht uer-^kssen, und als er kürzlich kinderlos verstarb, sehte er ihn zum Erben seines bedeutenden Vermögens ein. "^ (Furchtbarer Kampf mit einer V o c< l°n st i«ct o r.) Wie „Daily Telegraph" auü Newyort Meldet, kam es in dem dortigen Zoologischen Garten zu e>»em furchtbaren Kampfe zwischen cincr Voa constrictor "ud 15 Wärtern. Als ein Wärter in den Käfig getreten ^ar, um der Ricsenschlangc Futter zu reichen, hielt sie dcn härter an und umringelte ihn. Umsonst versucht« der ^rme, sich tz^, Umklammerung des Ricscnticrcs zu entziehen, fünfzehn Wärter eilten herbei, um zu helfen. Ein Kampf °uf Leben und Tod entwickelte sich. bis es gelang, den bereits Besinnungslosen der Schlange zu entreißen. _________________ LolaI- und Provinzial-Nachrichten. "^ (N c r i ch t über die Tätigkeit der ^ " ° ssenschaftsinstrultore n.) Das Handels. ! "unstcrium veröffentlicht für die Zcitperiode von 1905 bis, . '^7 einen Vcricht über die Tätigteil der Genossenschafts- , '"strultorrn. welche Institution im Jahre 1899 vom da- ^l'gcn Handelsminister Frciherrn Di Pauli ins Leben ge- ufe» worden ist. Die Genossenschaftsinstrultoren haben die U'gabe. die Genossenschaften und deren Verbände zu be- en und zu unterstützen und auf eine zweckentsprechende rgcinisierung hinzuwirken. Der vorliegende Vericht stellt s^ Gewerbe. 1830 solche nicht verwandter Gewerbe !Hi< l-^ Nollcltivgenosscnschaftcn. Als Genossenschafts- s!i?,3" wurden si70.040 in Evidenz geführt, weiters .."1<7 Schilfen und 237.435) Lehrlinge als An- ^"'^' Die Gesamtzahl der Gewerbegenossenschaften hat 1 um 38N. vk ^ Fachgcnossenschaftcn um 000. die der d ", ten Gewerbe um 255 vermehrt, dagegen die Zahl ^ ""'"^nschaften nicht verwandter Gewerbe um 477 ver- ^ocr^ Ebc,^ wurde die Vildung von Genossenschaften dun ">. ^" ^°^" Sp^nsseln angestrebt. Auch die Bil- Annex-Institute macht Fort- die ^. ^"^ ^" Gchilfenversammlungen beträgt 3l!22. Nr f , schiedsgerichtlichen Ansschüssc 3171. Gehilfen' Ein ^" bestanden 910, Lehrlings-Kranlenlasscn 43^. stand ^'^^^ Aufgabe der Genossenschaftsinstrultorcn be^ Inte '" ^" Mitwirkung bei 3007 Statutenänderungen, ^linttz?^ ^ ""ch ^'^ Statistik über die Zahl der im „us,- ""ch der Genossenschaftsinstrulloren bestellten Ge Ware, /"^^""""'^rc. ^°^ staatliche Kontrollorgane de> 2945 Genossenschaften bestellt, während für 3081 Genossenschaften leine .Nommissäre nominiert waren. Ein wichtiger Teil der Tätigkeit der Instrultoren betrifft eine ins einzelne gehende Einflußnahme auf die Geschäftsführung der Genossenschaften. Wie der Bericht hervorhebt, hat sich diese seit 1903, seit dem letzten Berichte, im allgemeinen wesentlich gebessert. Im folgenden werden eingehend die verschiedenen Maßnahmen geschildert, welche zu einer Verbesserung der Geschäftstätigkeit der Genossenschaften führen sollen. Auf dem Gebiete der humanitären Fürsorge waren die Instrultoren vor allem bemüht, die Bildung von ft>lchen Krankenkassen, deren Prosperität sich erwarten läßt, nach Möglichkeit zu fördern. Die Zahl der Meisterlranlen-lassen betrug Anfang 1907: 126; sie hat sich in der Berichts-Periode nahezu verdoppelt. Die Mehrzahl der Kassen, nämlich 77 war obligatorisch. In Böhmen wurde die Bildung eines Meisierlranlenlassenverbandes angestrebt. Mit Hilfe des Kaiser Franz Josef I.-Landesvcrsicherungsfonds konnte in diesem Kronlande auch eine Alters- und Invaliditäts-vcrsichcrung in Angriff genommen werden. Auf dem Gebiete des gewerblichen Bilbungswcscns wurde das Hauptaugenmerk der Verbreitung und Verbesserung des genossenschaftlichen Fachschulunterrichtes zugewendet. Auch die Erhaltung geregelter Zustände zwischen Gcwerbeinhabcrn und ihren Gehilfen, die genossenschaftliche Arbeitsvermittlung und die Genossenschaftsherbeigen waren Gegenstand der Tätigleit der Instrultoren. Besondere Vorsorge erforderte auch das Lchrlingswcscn. Die Zahl der Lchrlingsprüfungen ist in der Berichtsperiodc eine bedeutend gesteigerte gewesen. Auch auf dem Gebiete der Lehrlingsarbeiten - Ausstellungen, der Lehrlings-Heime und -Horte sind namhafte Erfolge zu verzeichnen. Weniger erfolgreich waren dagegen die Bemühungen der Instrultoren, die auf Bildung schiedsgerichtlicher Ausschüsse abzielten. Solche haben in den meisten Fällen eine belangreiche Tätigkeit nicht zu entfalten vermocht. Schließlich schildert der Bericht die Einflußnahme der In-strultorcn auf die Tätigleit der genossenschaftlichen Verbände und ihre Beziehungen zu den nicht genossenschaftlichen gewerblichen Korporationen sowie zu den staatlichen und autonomen Behörden. — (Das Segenlr e u z P a p st Pius X,) Das „Vaterland" meldet: In den letzten Tagen ist die Oeffent-lichleit viel beschäftigt worden mit einem Prospekt, den die Firma Ortner (Wien) über den Vertrieb des von Herrn Professor Marschall modellierten Iubiläumslreuzes Pins' X. zum Versand gebracht hatte. Wir erfahren nun über diese Angelegenheit von sehr wohlinsormiertcr Seite folgendes: Das „Segenlrcuz" ist ein Erinnerungszeichen an das fünfzigjährige Priesterjubiläum Pius X., für alle Priester und Gläubigen der Welt bestimmt. Im bezüglichen päpstlichen Rcslriptc vom 2l). September 1907 heißt cs: „Es solle allcn Priestern und Gläubigen dcr ganzen Welt nahegelegt werden, baß dieses Segenlreuz sowohl für jene, welche sich während des Jubeljahres nach Rom begeben, als auch für jene, welche in ihrem Valerlande verbleiben, ein erhabenes Mittel ist, um ihre Zusammengehörigkeit mit dem gemeinsamen Vater und Hirten im Geiste und im Heizen darzutun." Weiteis geruhte der höchste Kirchenfürst zu bewilligen, „daß die vorerwähnten Priester und Gläu bigcn ihre Brust mit diesem Kreuze, welches an einem weiß gelbe» Bande getragen wird, schmücken können". Mit der künstlerischen Ausführung dieses Erinnerungblrcuzes wurde Professor Marschall in Wien betraut. Da dieses Memorial-lrcuz allen Katholiken zugedacht ist, kann es gelauft werden, wobei es ja selbstverständlich ist, daß nur das Kreuz und nicht irgend ein damit verbundener Segen gelauft wird. Es handelt sich in diesem Falle keineswegs um eine Art Ordensfchwindel. * (Besetzung von Freiplähen für die l. l. Landwe h r.) Mit Begnm des Schuljahres 1908/09 (21. September) wird im ersten Jahrgang der Theresianischen Militäraladcmie eine Anzahl ganzer Freiplähe für die l. t. Landwehr besetzt. Zur Bewerbung weiden nur Angehörige der im Rcichsrate vertretenen Königreiche und Län-der zugelassen. Die Bewerber müssen alle Klassen einer Realschule oder eines Gymnasiums mit mindestens gutem Gesamtcrfolg absolviert haben. — Die nach einem beson deren Muster verfaßten und gehörig belegten Gesuche sind bis längstens 10. Juli. und zwar von aktiven Personen des Heeres, der Kriegsmarine und der l. l. Landwehr durch das vorgesetzte Kommando, von allen übrigen Bewerbern durch das Landwchrplahlommando in Wien oder das nächste Landwehr-(Landeöschühen-)Ergänzungöbezirlslom-mando an das Ministerium für Landesverteidigung ein-znscnden. —,-. - (S t a a t b st i p c n bi e n zum Besuche staatlicher gewerblicher Lehranstalten.) Mit Beginn des Schuljahres 1908/1909 gelangen an den staat lichen gewerblichen Lehranstalten, insbesondere auch an der l. t. Staatsgcwcrbeschulc in Graz, mehrere Staatsstipendien im monatlichen Betrage von 30 bis 40 Iv für Angehörige des lrainischen Verwaltungsgebictes zur Verleihung. Die Verleihung findet durch die l, t. Landesregierung für Krain in der Regel für die ordentliche Unterrichtödnuer statt, Bewerber um eines dieser Stipendien haben ihre an die t. l. Landesregierung in Laibach gerichteten und mit ' dcn erforderlichen Nachweisen versehenen Gesuche bis läng- stens 15. Mai bei der Direktion jener Anstalt einzubringen, an welcher sie im Schuljahre 1908/1909 ihre Ausbildung genießen wollen, und zwar auch bann. wenn der Standort der betreffenden Schule einem anderen Verwaltungsgebietr (Lande) angehört, als der Wohnort des Bewerbers. — Die näheren Bedingungen sind in der im Amtsblatt« verlaut-bartcn Kundmachung der Landesregierung ersichtlich. —r. — (Das Iubiläumswerlfür das Kind.) Die heutige „Wiener Zeitung" bringt in ihrem nichtamtlichen Teile folgende Verlautbarung: „Das Iubiläumswert für das Kind." Wie wir erfahren, beabsichtigt der Ministerpräsident Freiherr von Beck, nunmehr an die Einsetzung der bereits in unseren Mitteilungen vom 15. Februar und 1. Mäz d. I. erwähnten großen Kommission heranzutreten, deren Aufgab? es sein wirb, der Regierung bei der Anlage und Organisation des Iubiläumswerles für das Kind mit Bedacht auf die Bedürfnisse der einzelnen Königreiche und Länder zur Seite zu stehen. In dieser Kommission soll den einzelnen Königreichen und Ländern eine entsprechende Vertretung in der Weise gesichert werden, daß aus jedem Verwaltungsgebiete ein bis zwei Mitglieder zu berufen sind. Auf diese Weise werben auch die verschiedenen Nationalitäten eine angemessene Berücksichtigung finden. Außerdem ist beabsichtigt, in diese Kommission auch noch eine Reihe hervorragender Fachmänner sowie einige andere Persönlichkeiten zu entsenden, auf deren Votum mit Rücksicht auf das Gelingen des Iubiläumswerles gleichfalls besonderes Gewicht gelegt werden muß. Die Lanbeschefs sind bereits beauftragt worden, wegen Berufung von Mitgliedern aus den einzelnen Verwaltungsgebieten im Einvernehmen mit den Landcsausschüssen Vorschläge zu erstatten. We wir ferner erfahren, besteht der Plan, aus den ein>langenben Mitteln eine Reihe von Instituten zur Fürsorge für das Kind ins Leben zu rufen, aber auch dort. wo bereits solche Institute bestehen, diesen entsprechende Beträge zuzuwenden. Um in letzter Richtung sckon jetzt ein vorläufiges Bild zu erhalten, sollen die Landeschefs nach Einvernahme der beteiligten Faktoren jene bereits bestehenden Institute des Vcrwaltungsgebieles namhaft machen, welche in dieser Hinsicht in Betracht kommen würden. — (Ve re i n s w e se n.) Das l. l. Landespräsidium für Krain hat die Bildung des Vereines „Xllwii^lc« »Il>v«n5lc« i/nbrn^vaino sli-u^vci" mit dem Sitze in Vrh im Bezirke Loitsch nach Inhalt der vorgelegten Statuten im Sinne des Vereinsgcsehes zur Kenntnis genommen. —<". — (Hilfsstelle für Lungenkranke.) Frau Marie P l a n i n 5e l hat der Hilfsstelle ein vollkommen ausgestattetes Kinderbett und Frau Rosy von VIei -weis ein Feldbett und ein Vettgcstelle zukommen lassen, wofür dcr herzlichste Dank ausgesprochen wird. Der Lan-deshilfsverein für Lungenkranke erlaubt sich bei dieser (5K-lcgenhcit zu bemerken, baß er für Betten, Bettzeug. Wäsche. Kleider, insbesondere Kinderkleider nach wie vor die beste Verwendung hat; er bittet deshalb Wohltäter, ihm solche, wenn auch alte und abgebrauchte Gegenstände zukommen zu lassen. Zur Verständigung genügt eine Karte an die „Hilfsstelle für Lungenkranke", worauf die Sachen sofort abgeholt werden. Ein Grundprinzip der Hygiene ist es, dah jeder Mensch seine eigene Liegestätie habe. Bei der Hlim-abwehr der Tuberkulose wirb nur zu oft die Beobachtung gemacht, daß diese der Mehrzahl so selbstverständlich erscheinende Forderung nicht erfüllt ist. Durch Zuweisung eines Nettes kann oft der drohendsten Ansteckungsgefahr abgeholfen werden, — (Spende.) Aus dem Kreife der ersten Bolzschützengesellschaft in Laibach sind vom Mitgliebe Herrn Ivan N o 5 t a n 10 X und von den übrigen Mitgliedern 19 k ali> erste Spende anläßlich des Kaiserjubiläums dem „Landeshilfevereine für Luiigenlranlc in Krain" zugekommen. — (Die Leitung der Simon G r e g o r 5 i <- -schen öffentlichen Lesehalle) brachte mit Gestrigem in den erweiterten Leseräumen die zweite Serie der für die „Vollbgalerie" angeschafften Reproduktionen zur Aufstellung. Die Zusammenstellung, in welcher vorilehmüch Bildwerke moderner Meister vertreten sind, macht einen günstigen Eindruck und bildet eine gut gewählte Fortsetzung der ersten Serie. Wir dürften auf die Besprechung des Dargebotenen noch zurückkommen. Hier sei anerkennend hervoigehoben. daß sich die Tätigleit des Vollsbilbungs-vercins in seiner Seriengruppirrung durch eine glückliche Erfassung des Aktuellen kennzeichnet, indem er auch die modernen Meister einer entsprechenden Würdigung unterzieht und hiebri insbesondere jener nicht vergißt, deren Schöpfungen gerade jetzt auf dem Podium der großen Welt in Diskussion stehen, So brachte die erste Ausstellung mehreres von Wyspiansli. dessen Bildwerke erst kürzlich durch den polnischen Verem „Eztuta" im Wiener ..Hagenbund" mit großem Erfolge zur Ausstellung gelangten — so wird. wie wir erfahren, wahrscheinlich schon die nächste Gruppierung verschiedenes vom berühmten spanischen Impressionisten Goya aufweisen, mit dessen Kunstrichtung ^erade jetzt die Wiener durch die in der Miethleschen Kunfthalle eröffnete „Goya-Ausstellung" Bekanntschaft machen. Und eben dieses, wenn auch in Miniatur sich vollziehende Schritthalten mit den Bestrebungen der großen Kunst ist ein kräftiger Hebel, Laibacher Zeitung Nr. 76. 676 2. April 1906. um Sinn, Interesse, ja Verständnis für Fragen der .Kunst im Volle zu beleben, zu steigern, auszubilden . . . lind zu den ständigen Besuchern der Lesehalle zählt gerade die liebe Jugend, das Lebensmark jedes Volles — deren wissensdurstige und zugleich aufnahmsfähige Seele oom sonnigen Glänze echter edler, wahrhaft bildender Kunst durchleuchtet werden soll! — Die Frequenz der Lesehalle, die samt dem früheren Vibliothelsraume das Ausstellungs-lotale bildet, war in der letzten Zeit stets im Wachsen begriffen, weshalb sich die Leitung entschloß, die besagten Räumlichkeiten in der Vcgagaffe von nun an dem PublÜum ausschließlich als Leseräume zur Verfügung zu stellen, während die Vibliothet mit dem Gestrigen in einem eigenen auf dem Hauptplatze gelegenen Lokale untergebracht wurde, * (Aus dem V ollsschu ldienste.) Der l, l. Bezirksschulrat in Loitsch hat die bisherige Supplentin an der Volksschule in Babenfeld Fräulein Marie Modic zur provisorischen Lehrerin und Leiterin an der vorgenannten Volksschule ernannt. —r. — (Automobilverbindung zwischen Fiumc und Trie st.) Aus Trieft. 31. März, wird gemeldet: Die schon seit längerer Zeit projektierte und durch den seinerzeitigen Fiumaner Gouverneur Grafen Szapary angeregte Schaffung einer Automobilverbindung zwischen Fiume und Trieft soll nun durchgeführt weiden. Die finanzielle Grundlage zu diesem Unternehmen bietet ein Konsortium, dem eine Reihe hervorragender österreichischer Kapitalisten angehört. Die Vorarbeiten sind bereits technisch so weit gediehen, daß die Automobillinie dem Verkehr schon in allernächster Zeit wird übergeben werden können. Was dic Details anbelangt, so soll die Fahrzeit für die ganze Strecke Fiume—Trieft ungefähr zwei Stunden betragen. Zunächst werden drei große Automobilomnibusse in den Verkehr gebracht, deren jeder für 14 bis 16 Personen Raum bietet. Die Automobillinie berührt auch Abbazia, — (Zum Fremdenverkehre in Laibach.) Im Monate März 1908 sind in Laibach 3904 Fremde angekommen — um 301 mehr als im Vormonate und um 16 mehr als im gleichen Monate des Vorjahres. Hievon nahmen ihr Absteigequartier: im Hotel Union 809, Elefant 744. Stadt Wien 317. Lloyd 307. Kaiser von Oesterreich 219, Grajzar 172, Ilirija 164, Südbahnhof 133, Bayrischer Hof 129, Ktrulelj 103 und in sonstigen Gasthöfen und Uebcrnachtungsstätten 805 Fremde. — Hiebei wäre noch zu bemerken, daß jene Fremde, die bei ihren Anverwandten und Bekannten abstiegen, in dieser Statistik nicht mit-inbegriffen sind. 1«?—. — (Heimkehrende Zugvögel.) Heute nacht zogen einige Schwärme Wildenten und Wildgänse, vom Süden kommend, über unsere Stadt und verschwanden dann in nördlicher Richtung. Die beleuchtete Stadt schien sic in ihrem Fluge, nxnn auch hoch in den Lüften, etwas gestört zu haben, da sie einigemal die Stadt wild schreiend umkreisten und erst in später Stunde den verfehlten Weg wiederfanden. 1«^—. " (Strahenexzc ß.) Gestern abend exzedierte vor dem Krankenhause der 44jährige Taglöhner Alois Malende! aus Vründl, Bezirk Gurkfeld, in trunkenem Zustande so sehr, daß ein Sicherheitswachmann zu dessen Verhaftung schreiten mußte. Vor dem Krankenhause sammelte sich eine große Menschenmenge an, die dann teilweise die Eskorte bis zum Rathause begleitete. Der Verhaftete war schon zehn Jahre in der Irrenanstalt interniert gewesen. * (Vom Schlage gerührt.) Vorgestern wurde der Tabalfabrilsbeamte Herr Heinrich Ulrich auf dem Wege aus der Fabrik auf die Römerstrahe vom Schlage gerührt. Einige Paffanten brachten den Ohnmächtigen in ein Vorhaus, worauf er mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus überführt wurde. Gestern erlag er dort dem Schlaganfallc. * (In den Armen der Mutter gestorbe n.) Vorgestern brachte die Besitzeisfrau Marianna Dem^ar aus Malinsli Vrh, Gemeinde Pölland in Oberlrain, über Anraten eines Arztes ihren fünfeinhalbjährigen. an Diphthe-ritis erkrankten Sohn auf einem Wagen ins Krankenhaus. AIs sie vom Wagen stieg, bemerkte sie, daß das Kind bereits tot war. — (Die Laib ach er Vereinslapelle) konzertiert heute abend in der Restauration zum „Schwarzen Adler" (Herrengasse). Anfang um 8 Uhr abends, Eintritt frei. — (Im städtischen Schlacht hause) wurden in der Zeit vom 15. bis einschließlich 22. März 76 Ochsen. 10 Kühe und 12 Stiere, weiters 148 Schweine, 189 Kälber, 21 Hammel und Böcke sowie 54 Kitze geschlachtet. Ueberoies wurden in geschlachtetem Zustande 1 Kuh, 5 Schweine, 52 Kälber und 21 Kitze nebst 481 Kilogramm Fleisch eingeführt. — (Wochenmarlt in L a i b a ch.) Auf den gestrigen Viehmarlt wurden 754 Pferde und Ochsen sowie 136 Küh< und Kälber, zusammen daher 890 Stück, auf-gctrieben. Der Handel hätte sich namentlich mit dem Pferdematerial sehr lebhaft gestaltet, wenn das schlechte Netter nicht störend gewirkt hätte. — (Nichtige Zeit.) Landhausuhr am 2. April: — 1 Minute 2 Sekunden, das heißt, es muffen von der Zeit des ersten Vierielstundenschlages 1 Minute 2 Selunden abgerechnet werden, um die richtige mitteleuropäische Zeit zu erhalten. Die Uhr wird heute mittag richtiggestellt werden. — Die letzte Korrektion erfolgte am 29. Februar; also ist der Zeitfehlei erst nach einem Monate auf 1 Minute 2 Selunden angewachsen. Theater, Kunst und Literatur. — (Alois Pennarini,) der gefeierte und vielgenannte Heldentenor, zählt in den in- und ausländischen Konzcrtsälcn zweifellos zu den weitbegehrtesten Sängern. Die begeisterte Hörerschaft bereitet ihm stets stürmische Ovationen, denn er verfügt über eine herrliche, metalliciche Stimme, die'mühelos in allen Lagen erklingt. Mit der ganzen Weichheit und seelischen Ausdrucksfähigleit des lyrischen Tenors paart sich in diesem Organ heldenhafte Kraft und eine Schönheit, ein Glanz, der die Gesangspii'cen mit einer wahren Woge des herrlichsten Wohllautes übergoldet. — Das überaus reichhaltige und genußreiche Programm, das der sympathische Künstler für das in unserer Stadt Sonntag den 5. April stattfindende Konzert gewählt hat, wird sicherlich das musilfreundliche Publilum zufrieden, stellen. — Karten und Liedertexte sind in der Buchhandlung Otto Fischer erhältlich. — (Oesterreichs Hort.) Geschichts- und Kultur-bildcr aus den Habsburgischen Erbländern. Eine Festgabe an das deutsch-österreichische Voll zur Jubelfeier des Kaisers Franz Josef 1. 1908. Unter dem Protektorate des Feldzeugmeisters d. R. Albin Freiherrn von Teuffenbach herausgegeben von einem Kreise vaterländischer Schriftsteller. Zwei starke Bände in Quart mit 20 Tafeln, darunter 12 Farbendrucken, 250 Text-Abbildungen, Zierstücken usw. Preis gebunden in Leinendecken mit Neliefpressung 36 X (30 Marl). Verlag der vaterländischen Verlagsbuchhandlung „Vindobona" (Wien XVIII, Währingcrgürtel 71). — Unter den literarischen Gaben, welche dazu bestimmt sind, dem Kaiser Franz Josef aus Anlaß der 60jährigen Jubelfeier zu huldigen, dürfte die vorliegende als echtes Volksbuch in erster Linie in Betracht lommen. Es ist in mehrfacher Beziehung eigenartig: durch Belebung des geschichtlichen Stoffes (der mit Karl d, Gr., dem Gründer der Ostmark, anhebt), in Form von Einzeldarstellungen aus den wichtigsten historischen Zeitabschnitten; durch die eingestreuten, zum Teil uralten, andernteils im Vollsmunde fortlebenden historischen Lieder; drittens endlich durch die Angliederung eines kulturgeschichtlichen Teiles, der die markantesten Erscheinungen aus dem Kulturleben Alt-Oesterreichs festhält. — Ja, Alt-Oesterreich! Das ist die Signatur dieses schönen Wertes. Bilder und Gestalten in reicher Fülle — des prächtigen illustrativen Schmuckes nicht zu vergessen — die mit den Habsburgischen Erbländern in unmittelbarem Zusammenhange stehen, geben den Stoff zu den einzelnen Abschnitten. Sie rühren aus den Federn von einem Dutzend Autoren her: zum Preis und Lob jenes Bollwerkes am Donautor, das durch Jahrhunderte deutsche Gesittung und Eigenart vor den aus dem Osten hereinbrechenden Völlerstürmcn zu verteidigen hatte. Das Wert ist wahrhaft patriotisch, im Sinne jenes höheren Patriotismus, der stolz auf die Taten seiner Vorfahren ist und ihr Andenken ehrt. Selbstverständlich enthält das Werk auch ein reich bedachtes „Kaiserlapitel". So gestaltete sich „Oesterreichs Hort" zu emer Apotheose des altehrwürdiacn Geschlechtes der Habsburger und somit zu einem Hausbuche edelster Art, an welchem jeder Alt-Qesterreicher seine Freude haben wird. Die Ausstattung mit Kunstbeilagen ist wahrhaft splendid. Geschäftszeitung. — (L i e f e r u n g s au s sch re i b u n g.) Die l. t. StaatsbahndireltionVillach teilt der Handels- und Gewerbe-lammer in Laibach mit, daß durch die l. l. Staatsbahndirel-lwn Villach die Herstellung des Unterbaues, der Bahncin-friedung, die Lieferung und Versetzung der Distanzzeichen und die Lieferung der Grenzsteinne für die Erweiterung des Ttaatsbahnhofcs Villach und der Bau, bzw. Umbau der An-schlußstieclen an diese Station, im allgemeinen öffentlichen Qffertwege zur Vergebung gelangt. Die Vergebung erfolgt nach Einheitspreisen. Die Offerte sind bis 6. April l. I. 12 Uhr mittags im Einreichungsprototolle der l. l. Staats-bahndireltion Villach zu überreichen. Die Eröffnung der Offerte erfolgt daselbst am gleichen Tage um 3 Uhr nachmittags. Die Offerenten haben mit ihrem Angebote bis zur Entscheidung über dasselbe im Worte zu verbleiben. Das vor der Eröffnung der Offerte bei der Kassa der l. l. Staatsbahndireltion Villach zu erlegende Vadium beträgt 30.000 X. Die näheren Nestimmungen für die Einbringung der Offerte, die zu benutzenden Offertformulare, die Ve-dingnishefte, die Typenpläne sowie die zur Offertstellung erforderlichen Planbehelfe (Lageftlan, Längenschnitt und Erdverteilung in zeichnerischer Darstellung), liegen bei der Abteilung 3 der l. l. Staatsbahndirettion Villach zur Einsicht auf. Telegramme des k. k. Teleyraphen-Korrespondenz-Dureaus. Aus dem Budgetausschussc. Wi^cn, 1. April. In fortgesetzter Äcratuna, des Justizministeriums erklärt Ministerpräsident Freiherr von Äecl. antnüpfend an die gestrigen Ausführungen dcs Justizministers: Der Zustand der Unsicherheit, der auf dem Gebiete des Sprachcngebrauches bei den Behörden in Böhmen vielfach besteht, ist namentlich infolge der neuesten Wendung der Dinge ein unhaltbarer und politisch um so gefährlicher, als ja bekanntlich die Sprachenfrage ihre Wirkungen weit über die Grenzen Böhmens hinaus erstreai. Die neuesten Vorgänge auf diesem Gebiete brachten die Vertreter des böhmischen Volles in einc schwierige Lage. denn diese erheben Klage darüber, daß sie sich nunmehr vor die Tatsache gestellt sehen, daß einzelne Nichter die seit vielen Jahren festgehaltene, auch vom Obersten Gerichtshöfe und Reichsgerichte anerkannte Grundlage der Sprachen-Praxis plötzlich aufgeben und neue Wege einschlagen. Abcr auch die Vertreter des deutschen Voltes führen darüber Beschwerde, daß die Gestaltung der Sprachenfrage in V'öh-men auch für sie eine nicht minder unbefriedigende Lage geschaffen habe. Es ist daher'leine Täuschung darüber möglich, daß der gegenwärtige Zustand für beide Teile unerträglich ist, weil er eben keine Sicherheit und Stetigkeit des von ihnen beanspruchten Sftrachcngcbrauches ssewährt. Eine solche Unsicherheit erschwert und schädigt aber auch die Staatsverwaltung, setzt das Ansehen der Iust'ä herab und kann unter Umständen sogar zu einer arge» Gefährdung wichtiger wirtschaftlicher Interessen der Staatsbürger führen. Nur wenn an die Stelle des bisherigen Zustandes eine feste gesetzliche, das ganze Gebiet des Sprachengebrauches der staatlichen Behörden umfassende Ordnung tritt, werden die widersprechenden Urteile einer einheitlichen Iudilatur weichen und damit wird der gesicherte Besitz des nationalen Rechtes hergestellt werden. Von diesem Grundgedanken, der durch die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte in unwiderleglicher Weise bestätigt ist, ausgehend, arbeitet die Regierung einen Sprachengeschcnt-wurf aus. der nur mehr einer letzten Revision bedarf. Aber die Regierung ist sich auch wohl bewußt, daß das Schwergewicht ihrer Altion nicht nur in der Schaffung eines derartigen Gesetzentwurfes, sondern auch darin liegt, jene Kon-stellation herbeizuführen, lvclche die ruhige Aufnahme und schließliche Annahme des Entwurfes ermöglicht. Sie werde daher alles tun, um den Boden für das Gesetz auch parlamentarisch vorzubereiten, halte es aber allerdings für »>^ erläßlich, daß einstweilig, das ist bis zur Schaffung fester gesetzlicher Normen, alle beteiligten Faltoren an bew Status quo ante festhalten und an ihm leine wesentlichen Aenderungen vornehmen. Das ist der Punkt, auf den s><" insbesondere die Bemühungen derjenigen, die an einem ungestörten Zusammenwirken der großen politischen Parteien interessiert sind, richten muffen. Dem Friedensschlüsse mu^ eine Waffenruhe vorangehen. Das Sinnen und Trachten der Regierung sei darauf gerichtet, das parlamentarische Fahrzeug für die große Aufgabe, nämlich für eine, wen>^ auch nur vorläufige Ordnung des Sprachcngcbrauches be> den Behörden in Böhmen tragfähig und seetüchtig i" machen. Wenn wir nur einmal, vom Geiste der Gerecht'^ lcit und Billigkeit erfüllt, ernstlich wollen, werben wir auch bei dieser gewiß schwierigen, mühevollen Fahrt das ^/e erreichen. Abcr die Regierung kann allein nicht alles vo!^ bringen. Denselben Teil der Arbeit und Verantwortung tragen auch Sie, meine Herren! In vereinter ehrliche Arbeit werden wir auch dieses bedeutungsvolle Werk voll' bringen. — Klofä5 erklärt sich von den Aeußerung" dcs Ministerpräsidenten unbefriedigt. — Nächste Sitzu"9 morgen. Wien. 1. April. Die Regierung brachte im Reichs' rate einen Gesetzentwurf ein, wonach den Familien svl"^ Waffenübungspflichtiger, denen die Erhaltung ihrer An^ hörigen obliegt, Untcrhaltsbeiträge aus Staatsmitteln i! währt werden. Der Veitrag, deffen Ausmaß mit 50 Proze" dcs Taglohnes des Einberufenen festgesetzt ist. wird f>" die ganze durch die Waffenübung verabsäumte Zeit ue abfolgt. Wien, 1. April. (Nudolflose.) Der Haupttreffer v° 30.000 X fiel auf Serie 695 Nr. 37; den zweiten Treffe von 0000 15 gewann Serie 673 Nr.2 . . Budapest, 1. April. (Theißlose vom Jahre 187" Den Haupttreffer von 180.000 X gewann Serie 27 -Nr. 20. ,.„ Melbourne, 1. April. Premierminister D"^ teilte heute dem Bundesparlamente zwei vom ^"'^ ^ Kolonialamte eingelangte Kabelnoten mit. In der ^' Note vom 21. März heißt es. die amerikanische Fl^. verlasse am 26. Juli San Francisco und segle über Haw und Samoa nach Melbourne, wo sie etwa am 1. ^^'^j eintreffen und sich zehn Tage aufhalten werde. V"N , werde sie nach Sidney zu gleichfalls zehntägigem enthalte gehen. Die zweite heute eingegangene Kabc 2aibQd)er ßeitung «Rr. 76. 67 7 2. April 1908. besagt, die Anlunft dcr cnncrilanischen flotte in Australien wcrbc durch den Ncsnch in Iapcm nicht berührt. Die Pan.;crlrenzcr werbcn den Stillen Ozean nicht lrcuzen, aber Amtliche sechzehn Schlachtschiffe werden wahrscheinlich, in zwei Geschwader geteilt, Australien besuche». Dealin fiigtc hinzu, daß die Einladung auf Adelaide, ssreemantle und Brisbane ausgedehnt werden soll. Ncwyorl, 1. April. Nach den letzten Ausweisen sind durch dir Schließung des Betriebes in den Kohlen-bergwcrlcn in verschiedenen Teilen des Landes wcgen Nicht-zustandelommens einer Einigung in der llohnfrage 250.000 Mann entlassen worden. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehöhc 306 2 m, Mittl. Luftdruck 736 0 mm. i 2 U. «. 72«« 10 NO. schwach Schnee 9U. Nb. 730 b 1-2 SO. mäßig teilw. bew. 2,j 7 U. F, j?32 1> -2-2> windstill > Nebel >21 7 Da« Tagesmittel der gestrigen Tcmperawr 2 9°. Nm. male 6 9°. Gestern in den ersten Nachmittagsstunden kurzes Ge» Witter, darauf dichter Schneefall. ' Wettervoraussage für den 2. April für Steiermarl und Written: Trübes Wetter, sehr tühl, schlechtes Wetter; für Krain und das Küstenland: Trübes Wetter mit Nieder» ichlägen, milde, gleichmäßig anhaltend, schlechtes Wetter. Seismische Berichte und Beobachtungen der Laibacher Erdbebenwarte «grgriindcl l>o» dcr Krain, Eparlasie l«!»7), (Ort: Gebäude dcr l. l. Staats'Oberrealschule.) ltage: Nürdl. Breite 46°03'; Östl. Länge von Greenwich 14'31'. Beginn ^ ^ '^ « >w'd- K«. .^.^ 33 L«V 33 ^ distanz ^.Z I.Z «« H>U "« ^ ^ "N ^» ^" lß" G ^ IlM tlm»!imntl!N8lilll»dln^ 1. über«.'>0 10 10-----------------------------1013 02 1020 V (58) Hriest: 1. - 10 1137------------------------1012 58 1110 ll (14'0) Wien: l 1000 lOil--------------i----------1014—1030 V (7-0) Sarajevo: ^ 450 10 08 00------------------------10 09 20 1014 V (260) H> cl t> u a: l- 850 1010 V Vebenberichte.** 26. März: gegen 14 Uhr 4b Min. Erdstoß V. Grades in Pom a rico Potcnza). — 27. März: Agm 4 Uhr und l^ Uhr lü Minuten Erschütterungen "Grades in Pumarico (Potenza). — 2. April gegen Uhr 10 Minnten Fernbebenaufzeichnungen. Nodenunruhe*" aul l^. April nm 12 > Sekunden° Pendel und am 4. Selundenpendel «mäßig starl», am 7»Se. «'ttdenpendel «schwach». V lmi^ bedeuten : k — dreifaches Hor!zo»»,, ^,*,^" Z'Itannabe» beziehen sich nul miltrliulopäüche Zelt und werden Mitternacht bi« Mitternacht o Uhr bi« ü4 Uhr gezählt, N,,.,^ D'e !« zu i Millimrler .!« 2 MiNimOrr . ,""."°>'' """ ü bi« 4 Millimelern .mähi«, starl., uon ^ bis 7 Millimetern oide..','^ /.' ' ^^ WMiNimelein »sehr start, «»d ilbei ,0 Millimeter .ans,er »Nos»» >,'"'' "' '«»»rmeiiie Vodenlüiluhe. bedentel gleichzeitig anllretend, ^^Uiirnhe ans allen Pendeln Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtel. Angekommene Fremde. Grand Hotel Union Am 1. April. Nowicli; v. Kallina, t. l. Statthalters Witwe, samt Dienerschaft; Ncichel, Vlühwcis, Loschnia.fi, Nsdc.; Lorenzutti, Aglar, itsite.. Graz. — Schnabel. Tchciber. Teri. Salonschrl, Ehrenstein. Müller, Äaucr, Hammer, itnrz, Bcrgcr, Pragan, Vischofsly, Rsde.; Liede, Student, Wien. ldalan. Pfarrer, Zapogc. — Läufer, Nsdr., ^tremsier, — Vocl, Jägern borf. — Neinl, Nsdr., Eger. — Mlcttus, Cernota. Kfltc.. Flitfch. — Lcvi. Kfm., Stuttgart. — Osterrieth, Rentier, samt Frau. Cöln a. Rhein. - Loos, Jug., Agram. — Parma, l, l. Bezirlshauptmnnn, Littai. — Kaufmann, Rsdr., Budapest. — Reiter, Rsdr., Trieft. — Dr, Bunze, ssabrilant, samt Frau, Hönningcn am Rhein. Vcrstorbene. Am 31. März: Lnlas Uranic, Handelsdiener, 50 I., Chröngasse 17, kcl^lcrtiir, rl,vuinl18!(3i'tßl1. Maßstab 1: 75.000. Preis per Vlatl 1 « in Taschenformat auf Leinwand gespannt I X 80 li. z«. ll. Llkimelll z zel>. «lllllkl«s »chhllnllllll« in Acribach. Theaterverein in Laibach. Die ordentliche Generalversammlung wird für den 12. April um 12 Uhr I mittags im Balkonsaale des Kasino einberufen. Tagesordnung: ].) Mitteilungen des Obmannes. 2.) Bericht des Schriftführers. 13.) Rechenschaftsbericht des Kassiers. 4.) Wahl der Mitglieder. 5.) Entscheidung über etwaige Anträge von Mitgliedern. 6.) Wahl des Vereins- sowie des Revisions-ausschusses. (1328)3-2 Sollte die zur Beschlußfähigkeit erforderliche Anzahl von Mitgliedern nicht erzielt werden, wird eine zweite Generalversammlung eine Stunde später einberufen, welche ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder beschlußfähig ist. Vom Ausschusse des Theatervereines für Laibach. Obcni zbor ohrajne bolniške blogojne za politicni ohroj Hudolfovo se bode yrsil v nedeljo dne 12. aprila 1908 ob 10. uri dopolndne v blagajniskih prostorih v Rudolfovem. K temu shodu so vabljeni in iraajo pravico samo 26. raarca 1906 izvoljeni delegati, kateri se imajo na zboru z izkaznicami legitimirati. 1.) Poroèilo gosp. naÈelnika o blagajniškem delo-vanju v pretekli upravni dobi. — 2.) Poroèilo blagajnika o raèunskem zakljuèku. — 3.) Poroèilo zastopnikov nadzorovalnega odseka in razsodi&èa. — 4.) Volitev naèelništva. — 5.) Volitev nadzorovalnega odseka. — 6.) Volitev razsodišÈa. — 7.) Razni predlogi. Ako bi obèni zbor po pravilih ne bil ob 10. uri sklepcen, vrsi se eno uro pozneje pri vsa-kem številu delegatov. (1385) Ohrajna bolnišha blagajna v Rudolfovem due 31. marca 1908. S. pi. Sladovic, t. è. naèelnik. ! Mott dem Allmächtigen hat es in seinem un» I l erforschlichcn Ratschlüsse gefallen, uns unseren > l besten, herzensguten Gemahl, resp. Vater, Herrn I Heinrich Ulrich ! Adjnnlt der l l Tllblllregie I ! Mittwoch den 1. April IW8 plötzlich von diesem > ! Trnnentale in ein besseres Jenseits abzuberufen. > Die irdische Hülle des teuren Verblichenen D wird Freitag, den 3. April um 5 Uhr nachmittags D in der itapelle des Lconiuum feierlich eingesegnet > und am Friedhofe zum Heil. Kreuz beerdigt. > Laib ach, den 1. April 1W8, > Anna Ulrich geb Kalmus, Gattin Vla» > dimir Ulrich. Sohn (1384) > I Uradniitvo o. kr. tobaöne tovarne v ¦ I Ljubljanl javlja a tern tožno vest, da je njega ¦ I ljubljeni in obèe èislani tovariš, gOBpod { I Hinko Ulrich j I o. kr. priatav tobaöne uprave j I due 1. aprfla 1908 mirno v Gospodu preminul. \ I ZomelJ8ki ostanki pokojnika se propcljojo | I due 3. aprila 1908 ob 5. uri popnldnc iz Looni- ¦ I numa na pokopališèe k Sv. Križu in se polože J I tarn k zadnjemu poèitku. ! I Bla.gr IÄ.-U. spoaaolaa.! • I V Ljubljani, due 1. aprila 1908. | ^-------------------------^--------- T>er Veamtenlörper der l. l. Tabalsabril in Laibach gibt hiemit die tiefbetrübende Nachricht, daß ihr lieber allwerter Kollege, Herr Heinrich Ulrich l. l Ndjunlt der T«balregie am I.April IW8 sanft im Herrn entschlafen ist. Die irdische Hülle des Verblichenen wirb Freitag den 3. April 1908 um 5 Uhr nachmittags vom Leoninum aus auf den Friebhof zum Heil. Kreuz überführt und zur letzten Ruhe bestattet werden. Gl>rc feinern Andenke«! Laibach, am 1. April 1908. (1393) ^1360) ___Firm. 59/8 1.) Jožef Pungerèiè, posestnik na Gen. iir^nŠO/L štritu št. 19, naèelnik; 2.) Janez Novak, posestnik v Ra- Oklic. dulih št. 3, , 3.) Alojzij Kirer, posestnik na y . «¡«ii se je v zadružnem registru Slemenu št. 3, vrdke 4^ Janez peter]jni pose8tuik na K^eèka posojilnica in hranilnica štritu st 13> v 5.) Janez Zeleznik, posestnik, Jer- egiatrovana zadrnga z neomejeno raanvrh Št. 11, odbornikov. zavezo v Radulah pri BuÈki Zadmga s sedežem v Radulah ^ pri Buèki ima namen pospeŠevati ^ podlagi zadružnih pravil z dno gospodarstvo svojih èlanov s tem, da • marca 1908 ter vpis naèelstva, jim preskrbuje v njih gospodarstvu ' D8to]eèega iz gg.: potrebni kredit. Dan, ura, kraj in dnevni red obè- svojiin èlanora vsaj en mesec pre^l nega zbora je razglasiti vsaj osem razpisom prvega sledeèega obènega dni prej po v uradnici nabitem na- zbora z oznanilorn, nabitim v uradnici. znanilu in po razpisu v listu «Kme- tovalec», izhajajoèem v Ljubljani; èe Ravno tako se vrše vsa razglasila naèelstvo, odnosno nadzorstvo to kot zadruge, o katerih ni v pravilih kaj potrebno ali umestno spozna, pa sme druzega doloèeno. obèm zbor razglasiti po svoji pre- Naèelstvo podpisuje v imenu za-vidnosti se v drugih listih in po druge na te naèilli da ge podpišeta okrozmci. dva èlana Ija^ejgtva aji pa ejJ ^jan Oe zgoraj navedeni list preneha naèelBtva in uradnik, kojemu Ke je ali ee drugi tehtni razlogi govore za podelila prokura (p. p.; pod zadružno spremembo zadružnega glasila, doloèi tvrdko. naèelstvo skuj)no z nadzorstvom tisti list, v katerem se inia v bodoÈe C. kr. okrožno sodišèe v Rudolfo-obèni zbor razglašati ter naznani to vem, odd. 1, dne 28. marca 1908.