EINZELranS: woebMitetfi M Rpl Samslag-Soiiatag IS Up! ^ Samslag-Soiiatag la Itpl ünattiutger Leitung Amtliches Organ des Veitag un4 SchriftMtmif: Marhurff i. )i Dna. Badgasse Nr. 0, Pemnrtt 29457, 254M, 25^ Ab 1&30 Ute lit mt Schrtftteitung nur auf Pernnit Nr. 28-61 errtidibar. Unrcrtaiigte Zutchriftea werden nicht rflckgesandt — Bei 'Anfragen M da« Rückporto bthnlegen. —. Potttcheckkonto Wien Nr. M.COB. Steirischen Heimatbundes Erscheint wöchentlich sectismal als Morgenzeitung (mit Ausnahme der iionn« nnd Feiertage). Bezugspreis (im voraus zahlbar) monatlich KM 2.10 einschl. Postgebühr; bei Lieferung im Streifband zuzügl. Porto; bei Abholen in der (Jeschättsstelle KM 2.—. Altreich durch Post monatlich KM 2.10 zuzflgL, 36 Kpt. Zustellgebühr 'Xr. 233 !>Rar6urfl-2>rau, Srritag, 2i. aiuguft 1942 82. ^aOrgang Der glänzende Sieg im Westen MndHchM Grat bl« lur AuttcMffung vwfelgt — Schwerste Verluste der Transportfiotte — 112 Feindflugzeuge abgesehoesen — Sow|ets verleren 104 Hugxeuge Zehn Sfnnden zweite Front Filhrerhatiptqutrtfef, 20. August Das Oberkomman^ der Wehrmacht gibt bekannt; Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, wurde am gestrigen Tage eine Landung englischer, amerikanischer, kanadischer und De Oaulle-Triippen auf 25 Kilemetir Breite gegen die französische KanalkQste bei Dieppe, die tinter dem Schutz starker See- und Luftstreitkrifte und unter Einsatz von Panzern geführt >vurde, durch die im KQstensbhutz eingesetzten deutschen Krflfti unter hohen blutigen Verlusten IQr den Feind abgeschlagen. Ohne daß es nötig war, Reserven der höheren FQhrung einzusetzen, wurden die auf dreihundert bis vierhundert Lamdungs-booten abgesetzten feindlichen Landungstruppen im Nahkampf aufgerieben oder ins Meer geworfen. Sämtliche gelandeten Panzer in Starke von 28 Kampfwagen wurden vernichtet. Bisher wurden 1500 Gefangene, darunter allein sechzig kana-disciie Offiziere, gezählt. Der Gegner ver-' lor zahlreiche Tote, während die eigenen Verluste an Gefallenen und Verwundeten nur vierhundert betragen. Simtliche Stutzpunkte, Batteriestellungen, Pufltstationen an der KO^te wurden von ihren Besatzungen gehalten. Das feindliche Gros, das auf See in Stärke von 35 Transportern, geschützt durch zahlreich« Kreuzer, Zerstörer und Bewacher zur Fortsetzung der Landung bereitgestellt war, mußte unverrichteter Dinge, aber nach starken Verlusten durch Artillerie-feuer und Luftangriffe In seine Ausgangshäfen zurückkehren und wurde taufend durch die Luftwaffe bis zur Ausschiffung verfolgt. Die feifidliche Transportflotte verlor durch Artilleriefeuer drei Zerstörer, iwei Torpedoboote und zwei Transporter; die Luftwaffe versenkte einen Zerstörer, ein Schnellboot, einen Bewacher und fQnf Transporter mit zusa-mmen 130(X) brt, idarunter zwei Spezialschiffe. Sie beschädigte vier Kreuzer, vier Zerstörer, vier hmiiiiiiiiiiiiiniiiiiiniiiiniinniiiiniiniimiiiiiiiiiiiiiiiiniiiininiiii ..BMIfito Snw nil DlnkirdKi" Bern, 20. August Ein nordamerikanischer Sonderkorrespondent meldet aus einem Feldlazarett an der englischen SQdfcüste: »Um Mittemacht in der Nacht zum Donnerstag trafen lange Ztlge von todmüden Soldaten in diesem Feldlazarett ein, die an dem Überfall gegen Dieppe teilgenommen und Verwun(^ngen davongetragen hatten. Es handelte sich zumeijt um Arm-, Bein- und Gesichtswunden. Viele Mannschaften hatten auch infolge von Explosionen Nervenschocks erlitten. Es war die blutigste Siene hinter der Front, die ich seit Dünkirchen erlebte. Schweigend hinkten c^e Leute herein. Zwei Verwundete mußten erst aufgeweckt werden, bevor sie behandelt werden konnten. Die verwundeten Soldaten standen oder saßen umher, ohne ein Wort zu sprechen, und rauchten die ersten Zl^ garetten, die sie-seit 24 Stunden genießen durften. Ein Major mit einer schweren Schulterverletzung kniete am Boden, während er behandelt wurde, und murmelte: »Ich kann in Teufels Namen immer noch nicht verstehen, wie ich davongekommen bin.« Nach einer weiteren amerikanischen Meldung aus London waren Motorbarken und andere Schiffe die ganze Nacht hindurch mit der Heimscfiaffung von Verwundeten beschäftigt. Schnellboote, einen Schlepper, ein Sturm-landungsbopt und fUnf Transporter mit zusammen 15000 brt. Bei der Bombardierung der flüchtenden britischen Seestreitkräfte wurden Kai- unil Dockanlagen im Hafen von Portsmouth sowie andere kriegswichtige Ziele an der Südküste Englands schwer beschädigt. Hierbei verlor die Luftwaffe 18 Flugzeuge. Ein Teil der Besatzungen wurde gerettet. In Liiftkämpfen schössen eigene Jäger und Flakartillerie 112 feindliche Flugzeuge ab. 17 eigene Jagdflugzeuge gerieten in Verlust. Einige- Flugzeugführer wurden aus Seenot gerettet. In der Nacht zum 19. August stießen die feindlichen Landungsstreitkräfte überraschend auf leichte deutsche Seestreitkräfte. Diese vefsenkten sofort ein mit Truppen voll besetztes Landungsboot und zwei große Kanonenschnellboote. Sie beschädigten einen weiteren Flottillenführer und mehrere Schnellboote durch Artilleriebeschuß. Vier feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Ein eigener U-Boot-Jäger i«t dabei gesunken. Sonst traten auf deutscher Seite keine Ausfälle ein. Alle an der Abwehr der feindlichen Landung beteiligten Verbände der deutschen Wehrmacht haben sich hervorragend geschlagen. Im- Kaukasus gewannen die Angriffsoperationen weiter Raum. Die Luftwaffe versenkte an der Schwarzmeerküste drei Transporter. Zwischen Wolga und Don wurde südlich Stalingrad in harten Kämpfen ein seit längerer Zeit stark ausgebautes feindliches Stellungssystem im Sturm genommen, Der Feind verlor hierbei am 18. und 19. August 3301 Gefangene, 52 Panzer, 5ß Geschütze, 90 Maschinengewehre und Granatwerfer sowie 66 Flammenwerfer. Die Luftwaffe bekämpfte Eisenbahnanla- gen und Nachschubverkehr im rückwärtigen Gebiet des Feindes. Bei einem eigenen Angriffsunternehmen im Raum nördlich Drei wurden seit dem 11. August 14 000 Oefanpene eingebracht, 400 Panzer und 200 Geschütze vernichtet oder erbeutet. Ostwärts Wjasma und bei Rschew scheiterten auch Rcstern Angriffe des Gegners an dem zähen Widerstand der deutschen Truppen. Im Nordabschnitt der Front^wurden mehrere feindliche Angriffe zum Teil im Gegenstoß abgeschlagen. Der Feind verlor außerdem am gestrigen Tage im Osten 104 Flugzeuge. Die Erfolge der finnischen Luftwaffe Helsinki, 20. August Über die Tätigkeit der Luftstreitkräfte seit Beginn dieses Krieges gibt das finnische Hauptquartier heute folgende zusammenfassende Meldung heraus: Nach den erfolgreichen Luftkämpfen der letzten Tage hat die Zahl oer von unserer Luftwaffe atigeschossenen feindlichen Flugzeuge 1000 Überschritten und beträgt 1035. Von diesen enfallen auf unsere Jäger 610, Bodenabwehr 417, Marin| sechs und außerdem wurden zwei durcli Infanteriefeuer zum Absturz gebracht. Wenn man dazu noch oie mit Sicherheit vernichteten oder die eroberten Flugzeuge hinzurechnet, so hat der Feind seit Beginn des Krieges mindestens 1089 Maschinen verloren. Unsere Luftstreitkräfte haben außerdem erfolgreich Land- und Seezieie rtcfc Feinoes angegriffen, u. a. dem Eisenbahnpark empfindliche Verluste zugefügt, ein Kanonenboot, sechs U-Boote und vier Torpedoboote versenkt und weitere Schiffseinheiten beschädigt sowie Beob-achtungs- und Sperrballone vernichtet. An nnleren Raban und im Kaukasus Die Kämpfe südlich Stalingrad — Stunnangrifl Im dackungt- loten Galända Berlin, 20. August Das OtÄrkommando der Wehrmacht teilt zu den Mittwochkämpfen an den Frontabschnitten zwischen Kaukasus und Don folgendes mit: Am unteren Kuban und im westlichen Kaukasusgebiet dringen die deutschen Truppen kämpfend weiter, trotzdem die anhaltenden tropischen Temperaturen und die von örtlichen Gewitterregen stark ausgeweichten Wege die Märsche und Kämpfe sehr anstrengend machten. Beim Brechen feindlichen Widerstandes wurde in einem Waldgelände eine feindliche Kräftegruppe zum Kampf gestellt und vernichtet. Versenkte Transportschiffe Die Luftwaffe unterstützte den Angriff der Heeresverbände und belegte mit weiteren Kampf- und Sturzkampfflugzeugen die Hafenanlagen an der Küste des Schwarzen Meeres sowie mehrere Flugplätze im westlichen Kaukasus erfolgreich mit Bomben. Drei Transportschiffe, die auf der Reede von Tuapse die aus dem Kaukasus flüchtenden Bolschewisten aufnahmen, wurden Im Laufe der Luftangriffe schwer beschädigt. Im Raum zwischen Wolga und Don südlich Stalingrad waren am 17. August dit deutscfien Infanterie- und Panzerver- bände zum Angriff gegen die seit langem stark ausgebauten feindlichen Verteidigungsstellungen angetreten. Die vordringenden deutschen Truppen mußten bei ihrem Angriff völlig deckungsloses Gelände stürmen. In erbitterten Kämpfen Mann gegen Mann wurden die mit 118 schweren Bunkern befestigten feindliclien Stellungen den sich verbissen zur Wehr setzenden Bolschewisten entrissen und die Masse der feindlichen Kräfte in konzentrischem Angriff auf engstem Raum zusammengedrängt und am Mittwoch vernichtet. Mehrfache Ausbruchsversuche und Entlastungsangriffe des Feindes aus nördlicher Richtung wurden unter hohen blutigen Verlusten für die Bolschewisten abgewiesen. 3300 Gefangene In den Kämpfen der letzten Tage verlor der Feind in diesem Kampfraum über 3300 Gefangene, 52 Panzerkampfwagen, 56 Geschütze, 90 Maschinengewehre und Granatwerfer sowie 66 Flammenwerfer. Zu diesem Erfolg trugen deutsche Sturzkampf- und Schlachtflugzeuge durch rollende Einsätze gegen feindliche Panzer-und Truppcnansammlungen bei. Allein am Mittwoch wurden von den Bomben deutscher Kampfflugzeuge 20 bolschewistische Panzerkampf/ivagen vernichtet Marburg, 20. August Stalin hat nun seine zweite Front — gehabt, und zwar volle zehn Stunden lang. Das Versprechen, das er Churchill in Moskau abgezwungen hat, ist eingelöst. Und bezahlt wurde das großangelegte, von starken Kräften und Spczialwaffen aller Art unterstützte Unternelimen, das in einer Breite von 25 Kilometern bei Dieppe gegen die französische Küste ausgefüiirt wurde, mit sehr hohen blutigen Feindverlusten, 1500 Gefangenen und mit einer versenkten und beschädigten Flotte von vier Kreuzern, acht Zerstörern, zwei Torpedobooten, fünf Schnellbooten, einen Bewacher, einem Schlepper, einem Sturm-, zahlreichen anderen Landungsbooten und zwölf Transportern. Zerschossen liegen an der Küste die 28 gelandeten Panzer; an ihnen kleben in Haufen die Leichen gefallener Gegner, die hinter dem Stahl verzweifelt und vergebens Rettung gesucht hatten. Munition, Gasmasken, Uniformfetzen, Gewehre und Ausrüstung aller Art bedecken den Boden, in der See aber treiben Planken, die Reste der Boote, Rettungsgürtel und Trümmer von versenkten Schiffen und zerschossenen Flugzeugen. Eine vernichtende Niederlage ohnegleichen wurde dem Feind bereitet. Neuerlich ist in hervorragender Weise die zähe Tapferkeit unserer Soldaten, das wundervoll exakte Zusammenwirken aller Waffen unserer Abwehr unter Beweis gestellt. Und dieser glänzende deutsche Sieg wurde errungen trotz dem ständig raumgewinnenden Angriff im Osten, er wurde errungen, ohne daß die deutschen Reserven dem Gegner entge-^ genzutreten brauchten, der an fünf Stellen die Landung versuchte, die ihm allerdings nur an zwei Punkten — vorüber--gehend — gelang. Daß England bei die* sem aussichtslosen Angriff auf Europa irt altbewährter Übung seinen Hilfsvölkern, den kanadischen und De-Gaulle-Truppen den Vortritt ließ, das beweisen die Totert und Gefangenen von Dieppe und soll nur nebenher vermerkt sein. Am frühen Abend aber hatten die Geschäfte der Stadt bereits wieder ihre Läden geöffnet, es herrschte das alltägliche Treiben — dort, wo Churchill und Roosevelt mit einem Riesenaufgebot kurz zuvor ihren Invasionsversuch auf dem europäischen Kontinent unter* nommen halten. Ein kläglicheres und gründlicheres Ende dieses Versuches ist kaum auszudenken. Zu dem neuen Dünkirchen, das det Amateurstratege Churchill solcherart def alliierten Kriegführung bereitet hat, wird von amtlicher deutscher Seite festgestellt: Am 22. Juli forderte Stalin angesichts des Zusammenbruchs seiner Südfront in London und Washington durch seine Botschafter Maisky und Litwinow bei def englischen und amerikanischen Regierung in ultimativer Form die sofortige Errichtung der zweiten Front. Dieses Ultimatum war auf eine Zeit von zwölf Tagen t>e* fristet. Bekanntlich hat der Sender New-york am 3. August ausdrücklich bestätigts »daß die Regierung der UdSSR an die Regierungen der Vereinigten Staaten unMarburg«f Zeitung« 21. August 1942 Nummer 233 Roosevelts am 12. August im Kreml ein, um dort Stalin persönlich die Schwierigkeiten der Errichtung einer zweiten Front klarzumachen. Stalin hat sich — trotz aller Überredungsversuche Churchills — mit den gewundenen Erklärungen des englischen Premierministers nicht zufriedengegeben, sondern zur Entlastung seiner katastrophalen Lage kategorisch die Errichtung der zweiten Front verlangt, und zwar innerhalb kürzester Frist. Dem englischen Premierminister blieb nunmehr kein anderer Ausweg, als entgegen allen Bedenken seiner militärischen Sachverständigen unverzüglich eine Großlandung an der französischen Kü-ste anzuordnen ... Welch ein Jubel aber gestern früh in England und in den USA losbrach, als nach der endlosen Serie von Enttäuschungen, Rückzügen und Niederlagen der Londoner Nachrichtendienst siegesgewiß in die Welt hinausschrie: »Invasion! Auf nach Berlin!« das kann man sich denken. London beeilte sich auch, bekanntzugeben, daß die Pläne für die große Aktion schon vor Monaten von Lord Mountbatton mit mehreren anderen Sachverständigen ausgearbeitet worden seien und daß diese Aktion gegen Dieppe die seit langem angekündigte Offensivpolitik darstelle. Und in Nordamerika fanden die vielversprechenden amtlichen Meldungen natürlich gleichfalls ihr begeistertes Echo. »Wir und die Briten dringen in Frankreich ein!« setzte »American Journal« als mächtige Überschrift auf die erste Seite. Und Wenden Willkie, einst Roosevelts Wahlgegner und jetzt sein Handlanger, klatschte sich vergnügt aufs Bein und rief: »Das ist großartig! Das sind vorzügliche Nachrichten!« Der Vorsitzende des USA-Senatsausschusses für militärische Angelegenheiten, Reynolds, erklärte am Mittwochvormittag, der gemeinsame amerikanisch-kanadisch-britische Angriff auf die französische Kanalküste werde sich zur zweiten Front entwickeln, die gelandeten Streitkräfte seien stark genug dazu. Senator Pepper aber verkündete gar, daß die »verbündeten Nationen« nicht nur die zweite Front in Krankreich schaffen, sondern darüber hinaus auch die Sowjets mit Truppenverstärkungen unterstützen wollten. Vermutlich dachte er an den kürzesten Weg quer durch Europa. Und Churchill beeilte sich natürlich, seinem Gebieter Stalin den Vollzug des erhaltenen Befehls raschest zu melden. So brachte der Moskauer Nachrichtendienst zeitlich am Mittwoch die Londoner Meldung heraus: »Im Zuge der Kriegsoperationen wurde heute, ganz früh, eine Landung im Abschnitt von Dieppe in der besetzten französischen Zone durchgeführt. Die Operationen sind noch im Gange.« Man wollte jedenfalls den Sowjets die erfreuliche Vorstellung vermitteln, als marschierten Briten und Amerikaner schon kräftigst zur zweiten Front nach Frankreich hinein. Aber am Mittwochabend sprach der Londoner Sender bereits wehmütig vom Rückzug, und in England und in den USA gab es lange (iesichter und bittere Enttäuschung — wie so oft. Und um diese Enttäuschung und die Blamage vor der ganzen Welt zu mildern, ließ Churchill erklären: »Der Rückzug erfolgte planmäßig. Wir wollten ja nur feststellen, ob die deutsche Verteidigung wirklich so gut ist, wie angegeben wurde.« Er möchte also den Eindruck erwecken, daß es sich nur um eine belanglose Probe oder eine Art Übung gehandelt habe. Der Aufwand an Landungstruppen, die auf 35 großen Transportern bereitgestellten Reserven, die eingesetzten bedeutenden Marine- und Luftstreitkräfte und nicht zuletzt die riesigen Verluste, die der Gegner erlitten hat, all das beweist eindeutig und jeden Zweifel ausschließend, daß mit dem Landungsunternehmen bei Dieppe die Aufrichtung der von Stalin befohlenen zweiten Front erfolgen sollte. Wiedereinmal muß Churchill, um eine katastrophale Niederlage zu verschleiern, zur Lüge greifen. Er selbst wird in Großbritannien sowohl wie in der ganzen übrigen Welt feststellen können, daß dieses sein so eifrig, so oft und _so bedenkenlos gebrauchtes Hilfsmittel sich nach und nach abgenutzt hat. Man kann nicht drei Jahre lang — um nur von Churchills Leistungen während des gegenwärtigen Krieges zu sprechen — die Tatsachen auf den Kopf stellen und dazu ein gläubig-es Kopfnicken und den lächelnden Beifall der Menschheit verlangen. Auch der trottelhafteste Brite muß da schließlich bockbeinig werden. A. Gerschack Schutzwall in Bewährungsprobe Noch ah« die alarmierten Retarven In dan Kampf eingreifen konntan, war Widerstand gabrochen - Alles, was nicht gefallen oder gefangangenommen wari floh uoerstont Berlin, 20, August In der Morgendämmerung des 19. August beobachteten die deutschen Postierungen an der Kanalküste bei Dieppe, daß auf hoher See ein deutscher Geleitzug mit dem Feind in Gefechtsberührung gekommen war. Dieses nicht ungewohnte Bild erhielt bei Hellerwerden dadurch seine besondere Prägung, daß überraschend zahlreiche britische Flugzeuge im Tiefflug gegen die Küste anflogen und Dieppe sowie das Gelände beiderseits der Stadt mit Bomben angriffen. Alles weitere entwickelte sich Schlag auf Schlag. Während die alarmierten deutschen Truppen ihre Stellungen an den Geschützen und in den Kampfgräben besetzten, schlugen von See her die Granaten der britischen Kreuzer und Zerstörer auf Stadt und Strand. Unter dem Schutz des durch Nebelgranaten verstärkten Frühnebels tauchten auf dem Meere dicht vor dem Hafen Sturmboote, Schnellboote und zahlreiche Landungsbarken des Feindes auf, die sofort von der deutschen Artillerie unter Feuer genommen wurden. Unter der Tarnung des dichten, ktinstlichen Nebels gelang es den Briten, die Küste mit Infanterie und Panzern zu erreichen. An fünf Stellen in Dieppe selbst sowie ostwärts und westlich der Stadt hatte der Feind zu landen versucht. Doch nur an zwei Stellen konnte er Fuß fassen. Als die feindlichen Panzerkampfwapn vor den Panzerhindernissen hin und ner fuhren und vergeblich in die Stadt einzudringen versuchten, schoß ein deutsches Pak-Geschütz, das auf der Nordhöhe von Dieppe stand, allein vier von den insgesamt 28 vernichteten britischen Panzerkampfwagen ab. Ein erbitterter Kampf entwickelte sich um eine deutsche Geschützstellung. Die Kanadier waren stürmend bis an die Batterie herangekommen, so daß es unmöglich wurde, mit den Geschützen zu schießen. Trotz der örtlichen Übermacht des Feindes wichen die Kanoniere nicht von ihrem Platz. In erbittertem Nahkampf wurden die Kanadier überwältigt und mit Hilfe der vordringenden deutschen Infanterie vernichtet. Der Gegenstoß der örtlichen deutschen Kräfte führte zu einem vollen Erfplg. Während die von den deutschen Jägern abgeschossenen feindlichen Flugzeuge herabstürzten, drangen die teilweise zum ersten Mal im Gefecht stehenden deutschen Infanteristen bis zur Küste vor und brachen den Widerstand des Fefndes, noch ehe die alarmierten Reserven in den Kampf eingreifen konnten. Alles, was von den Briten und ihren fremden Hilfstruppen nicht gefallen oder gefangengenommen war, floh überstürzt auf die restlichen Landungskähne. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiininniiiiiiiiiiniiniiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiuniiiiiiiiHiiiiiiiiiin Lügennebel um Dieppe Nach anfänglicher Aufbauschung des Unternehmens versucht tondon jetzt die groteske Niederlage zu bagatellisieren auftrag durchgeführt. Im Schwtrpunkt der Landungsoperationen konnten Panzer gelandet werden. Die heftigßn Kämpfe nehmen ihren F'ortgang.« Dies sagte Lon- Berlin, 20. August Angesichts der schweren Niederlage von Dieppe geht die übereinstimmende Tendenz -des englisch - amerikanischen Nachrichtendienstes dahin, den gescheiterten Angriff nicht als einen Invasionsversuch, sondern als kleines Unternehmen ■mit begrenzten Zielen hinzustellen, im Verlauf dessen wichtige Erfahrungen hinsichtlich des Einsatzes bedeutender Truppenverbände im Angriff sowie hinsichtlich des Transportes schwerer Ausrüstungsgegenstände während kombinierter Operationen gemacht werden sollten. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß am 19. August bereits früh 7.30 Uhr vom Sender Scotch Regional in norwegischer und niederländischer Sprache mitgeteilt wurde, daß britische Truppen vor einigen Stunden im Dieppe-Gebiet emen Angriff gegen deutsche Truppen begonnen hätten. Man scheint in London angesichts des starken Einsatzes an Truppen und Material keinen Zweifel an der Durchführung des Landungsunternehmens, das ausdrücklich als Angriff bezeichnet wird, gehabt zu haben. 16.45 Uhr verbreitete London ein amtliches Kommuniquee über die Landung bei Dieppe: »Das Landungskorps der Verbündeten hat an allen Stellen, wie vorgesehen, Fuß gefaßt. Die Truppen auf dem rechten Flügel haben ihren Kampf- don zu einer Zeit, als dem deutschen Bericht zufolge sich kein bewaffneter Feind mehr auf dem Festlande befand. Auch in diesem Kommuniquee befinden sich die Bezeichnungen »Landungskorps« und »Landungsflotte«, ein weiterer Beweis dafür, daß die englische Führung ein großes operatives Ziel im Auge hatte. Die letzte Sondermeldung aus London um 22.15 Uhr abends steht bereits unter dem Eindruck der schwere.n Niederlage, die sich hinter nichtsagendtn Schlagwor-ten von »erbitterten Kämpfen«, »vermutlich schweren Verlusten auf beiden Seiten« und der »planmäßigen Landung der Truppen« verbirgt. 95 vermißte Flugzeuge werden zugegeben, 12 mehr also, als in der deutschen Sondermeldung als vernichtet gemeldet sind. Man versucht also, die Operationen zu bagatellisieren, um die Niederlage zu verwischen. Vielleicht wird man in wenigen Tagen in London soweit sein, um nach dem bewährten Muster von Dünkirchen die Niederlage in einen großen Erfolg umzufälschen. Der deutschen Führung ist die erfolgreiche Abwehr dieses Invasionsversuches der beste Beweis für die Schlagkraft unserer im Westen einge setzten Truppen und das Funktionieren der wohlorganisierten Verteidigungslinie vom Nordkap bis zur Biskaya. Druck nnd Verla«: Marburser Verlaßs- and Druckerei-Oes m b. H. - VerlaBsleltunu: Eson Baumstartncr HauDtschrUtleilerr Anton Qerschack; alle In Marburr a. d. Draa. BadRasse 6. Zur Zelt für Anzeigen die Preisliste Nr. 2 vom 1. Juli 1942 rUlllB. Ausfall der LieferunE des Blattes bei höherer Oewalt oder Betrlebsstörune Kibt keinen Anspruch aul RU^zahluni. des Betue&cddas. Südafrika weiss oder farbig? Smuts bewaffnet die Eingeborenen — Ernste Warnung des NatlonalistenffUhrers Dr. Malan Madrid, 20. August Die nationalburische Zeitung »De Burger« veröffentlicht eine ernste und warnende Rede des südafrikanischen Nationalistenführers Dr. Malan, in der er sich mit der von Smuts auf Englands Befehl durchgeführten Bewaffnung der Eingeborenen und farbigen Mischlinge auf dem Gebiete der Südafrikanischen Union beschäftigt. Malan meinte, diese Anordnung könne eines Tages eine Katastrophe für Südafrika bedeuten und erklärte: »Der politische Glaube des Afrikaners beruht erstens auf dem Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit, zweitens auf der Idee des weißen Südafrikas. Wir wollen unser Land dem weißen Mann erhalten, wir gönnen dem schwarzen seine Existenz, aber der weiße Mann kann auf seine ihm kulturell zukommende Stellung nicht verzichten. Deshalb fordern wir auch, daß unsere weißen Rassengenossen nicht in Armut verfallen und als »poor whites« untergehen, Malan steht auf dem Standpunkt, der gefährliche Erlaß zur Bewaffnung der Farbigen sei durch keinerlei dem Lande drohende Gefahren notwendig geworden. Selbst Smuts habe vor einiger Zeit versichert, er glaube nicht, daß Südafrika drohe. Mit dieser Stellungnahme habe er nicht nur alle seine früheren Gründe für den Kriegseintritt der Union überhaupt fallen lassen, sondern gebe zu, daß weder Deutschland, noch Japan, noch Italien irgendeine Gefahr für Südafrika darstellten. Sei dies aber richtig, dann sei es auch nicht notwendig, Eingeborene und Mischlinge zu bewaffnen. Smuts habe aber das Verlangen der Farbigen nach Waffen erfüllt und gleichzeitig der kommunistischen Agitation unter den Eingeborenen unc Farbigen freien Lauf gelassen. Die Rede Dr. Malans schloß mit folgenden Worten: »Wenn die Gleichstellung von Weiß und Farbig der Preis ist, den Südafrika für die Erhaltung des briti sehen Empires bezahlen muß, dann mag das Empire lieber unterliegen. Wenn das der Preis ist, den wir bezahlen müssen, dann mag Deutschland den Krieg gewinnen,« per Strand und das Meer ist weitbin bedeckt von brennenden Fahrzeugen, von reibenden Planken und Uniformen, von Bootsresten, Rettungsringen, Gasmasken und sonstigen Ausrüstungsstücken. Vor den Drahthindernissen, die von den Bri-en nicht überwunden werden konnten, stehen in langen Reihen die schweren Maschinengewehre des Feindes sowie sonstige Waffen und Munition. Der deutsche Schutz wall an der Atlantikküste, unterstützt durch die unermüdlich angrei-ende deusche Luftwaffe, hat seine Bewährungsprobe bestanden. Das Üben In Dieppe wieder in gewöhn^ tem Gang Unmittelbar nach der restlosen Erledigung des englischen Landungsversu-ches an der französischen Küste nahm in der Stadt Dieppe das Leben wieder seinen gewohnten Gang. Bereits um 18 Uhr waren alle Läden wieder geöffnet und die Einwohner von Difeppe tätigten wie eden Tag ihre Einkäufe, als ob nichts geschehen wäre. Die Haltung der französischen Bevölkerung während des letzen Tages ließ von Anfang an erkennen, daß sie vollstes Vertrauen in die deutsche Besatzung hatte und die englische Aktion lediglich als eine lästige Störung hres Tagesablaufs betrachtete. Stephan von Rorlliv (Wlallm Budapest, 20. August' Der Stellvertreter des Reichsverwesers, Stephan von Horthy, ist Donnerstag morgen an der Ostfront gefallen. Stephan von Horthy war der älteste Sohn des Reichsverwesers. Er wurde im Jahre 1904 geboren. Am 19. Februar 1942 wurde er von beiden Häusern des ungarischen Parlaments einstimmig rum Stellvertreter des Reichsverwesers gewählt. Als Fliegeroberleutnant der Raserve meldete er sich am 1. Mai d. J. freiwillig zum Frontdiest. Seit dieser Zeit nahm er an der Spitze seiner Jagdstaffel wiederholt mit Auszeichnung an Kämpfen teil. Die ungarische Regierung hat nach Eintreffen der Kunde vom Ableben des Reichsverweserssfellvertretcrs einen außerordentlichen Ministerrat abgehalten und eine achttägige Landestrauer angeordnet TeilgeslSHinis zur SdilaiM bei den Sähinratt-Innln Lissabon, 20. August Reuter meldet: »Amtlich wird bekanntgegeben, daß der australische Kreuzer »Canberra« in der Schlacht bei den Salo-mon-Inseln verloren ging. Die »Canberra« nahm mit der australischen Marine und amerikanischen Streitkräften an den Operationen gegen die Japaner teil. Sie ist der dritte und größte Kreuzer, den die australische Marine einbüßt.« Der schwere Kreuzer »Canberra«, der 9850 t Wasserverdrängung hatte, war 1927 von Stapel gelaufen. Er hatte 680 Mann Besatzung. Die Bewaffnung bestand aus acht 20,3 cm- und acljt 10,2 cm-Ka-nonen sowie vier 4,7 cm- und acht 4 cm-Flakgeschützen. Das Schiff hatte eine Flugzeugschleuder an Bord. TerHngertof Unsiediwiiisleniin Berlin, 21. August Die deutsche und italieni^he Regierung haben im gegenseitigen Einvernehmen festgestellt, daß aus besonderen durch den Krieg verursachten Umständen die Umsiedlung der Volksdeutschen aus Südtirol in das Reich entsprechend der m Rom am 21. Oktober 1939 abgeschlossenen Vereinbarung bis 31. Dezember 1942 nicht möglich sem wird. Die beiden Regierungen haben dementsprechend vereinbart, den Termin, bis zu dem die Umsiedlung beendet werden soll, auf den 31. Dezember 1943 festznsetzen. Smuts verlor bti Tobnik ülief 10000 Mann. Nachdem jetzt eine zwfeite Liste der 'südafrikanischen Verluste bei' Tobruk, die 5000 Namen enthält, veröffentlicht .wurde, stellen sich nun die gesamteti südafrikanischen Verluste auf 10000 Mann. Neuer Innenifiinister in' der Tfirkel. Der türkische Staatschef Ismet Inönü hat anstelle des verstorbenen Ministers Tüzer den Abgeordneten von Konya, Recep Peker, zum Innenminister ernannt. Exploston einer Was8erboml}e auf dem chilenischen Zerstörer »Hyatt«. An Bord de*« chilenischen Zerstörers »Hyatt«, der vor To-copUla lag, explodierte eine Wasserbombe, durch die zwei Mann getötet und der Kom-man^nt dt« Zerstörers leieht verletzt wurden Nummer 233 »A'arburger Zeitung« 2l, Augusr Seite w Jfoit MtMmduen DUpp« bringt den Briten aufs neu# das Erlebnis eines rasanten Hinauswurfs Völlige Katastrophe nach acht Stunden Bai der Kriegsmarine im August 1942 Wir stehen auf Gefechtsstand einer Infan-terieeinheit und erleben den letzten Akt des Dramas von Dieppe. Deutsche Bombenflieger zerschlagen eine Menge kleiner Boote, mit deneii die Briten noch an einer Stelle zu fliehen versuchen. Andere deutsche Kampfflugzeuge greifen unter dem Schutz von Focke-Wulf-Jägern die Schiffe an, die — draußen auf dem Meer — auf die letzten Flüchtlinge warten. Ein großer Transporter brennt. Schwerer grauschwarzer Rauch zieht zum Himmel. Einige kleinere Einheiten sinken — von den schweren Bomben getroffen. Nebelnde Zerstörer wehren sich noch, so gut si« können, und müssen doch einen Angriff nach dem anderen ertragen. Dar Tag von Dieppe Das war ein kurzer Kampftag aller Waffen, der Tag von Dieppe. Früh im Morgengrauen kommen die Briten — ihre Bomber versuchten die naheliegenden deutschen Flugplätze zu zerstören. Die Schiffe liegen im Schutze künstlichen Nebels auf dem Strand. Schon die Küstenartillerie und die Infanterie schössen Landeprähme und Sturmboote in Brand. Mehrere englische Tanks rollten von den Spezialschiffen und versuchten feuernd durch das seichte Wasser zu kommen. • Aber schon in dieser Stunde wendete sich das Schicksal gegen die Briten. Es war ihnen nicht gelungen, unsere Flugplätze und Flugzeuge zu zerstören. Bomber und Jäger stürzten sich auf die Tommies. Schnell war 'die Divisionsartillerie alarmiert, die nun ebenfalls einen furchtbaren Feuerhagel auf die landenden Truppen warf. Eine neue HAlIe Die Hölle ist los. Tanks wälzen sich noch Im Wasser, explodierten, brannten aus — grofto und kleine Schiffe zerbrachen am Strand. Dennoch kamen einige tausend Mann an Land. Wieder waren sie — wie bei anderen Landungsversuchen — bis an die Zähne bewaffnet, meist mit Maschinenpistolen und leichten MGs, Sturmtruppen hatten schwere Haumesser, Handgranaten und Sprengmittel in allen Formen . . . Da begann für uns Infanteristen der Kampf. Wie überall an der Kanalküste, standen hier alte, erfahrene Ostkämpfer. Die wenigen Tanks, die über den Strand hinausgekommen waren, wurden in Brand geschossen oder mit geballten Ladungen erledigt. Tn hartem Infanteriekampf wurden die Briten zurückgeworfen^ sie hatten dabei sehr schwere Verluste. Unterdessen kam es an vielen Stellen des Himmels zu Luftkämpfen. Jäger greifen ♦uch den Eidkampf ein. Hoch am Himmel sah man die imnjer mehr sich verschlingenden Kondensstreifen der Jagdflugzeuge, die sich'da bekämpften. Dtc) Ernte des Todes • Aber für jeden, der es erlebte, war unvergeßlich das Krachen der Bomben und Granuten. Stundenlang war Tod und Verderber über den wenigen Stellen, an denen sich Tommies festgesetzt hatten. Nun machen diese den allerletzten verzweifelten Versuch, wenigstens hier und da aus dieser Hölle wegzukommen. Unter ständigem Nebeln kamen einige große flache Spezial-kähne von Zerstörern begleitet, die ein gewaltiges Flaksperrfeuer schießen — von See her näher. Aber auch diese Fahrzeuge kamen in das furchtbare Vernichtungsfeuer unserer Artillerie und Kampfflugzeuge. Am frühen Nachmittag ist der Kampf entschieden. Die Landung einiger tausend Tommies ist vollkommen zerschlagen. .Viele .,V> , hunderte Tote und Verwundete liegen am Strand und in den Straßen, schwimmen im Meer, etwa 1500 Tommies marschieren in Trupps, an einigen Stellen in langen Zügen, in die Gefangenschaft. Vollkommen aljge-kämpft, hoffnungslos, zermürbt — oft mit zerrissenen und zerfetzten Uniformen. Kanadier als Blutopfer Dabei waren es Elitesoldaten, die Churchill wiederum sinnlos geopfert, vom Regiment Royal Hamilton und Essex. Es waren alles großgewachsene und kräftige Kanadier. Man traf kaum einen Engländer unter ihnen. Wieder hatten sie ihre Stiefel an mit dicken Gummisohlen — und auch die Gesichter waren wieder angemalt, dieses Mal übrigens meist grün. Ob Churchill wohl meinte, daß die Farbe der Hoffnung vielleicht Glück bringen würde? Am Abend — als wir noch einmal zur Küste fahren — kommt uns die letzte Gruppe Gefangener entgegen, müde und zerschlagen. Kaum hundert Meter weiter begegnen wir einer Radfahrkompanie, die stolz auf den errungenen Sieg und freudig zurück ins Quartier fährt. Eine Stunde später sprechen wir den ersten Generalstabsoffizier einer Division. „Schreiben Sie bitte", sagt er zu uns, „daß innerhalb von acht Stunden der Angriff einer mit starken Waffen landenden und kämpfenden feindlichen Division an unserer normaleu Küstenabwehr scheiterte. Wir sind stolz darauf, das wir nicht „von oben" Hilfe anzufordern brauchen. Alle unsere Soldaten, besonders auch die Kameraden von der Luftwaffe und von der Kriegsmarine, schlugen sich vortrefflich! Die Erfahrungen, die wir machten, werdtm uns bei einem weiteren Landungsversuch der Engländer von großem Nutzen sein." Aber warten wir erst einmal ab, ob die Tommies noch einmal kommen wollen. Sähen die englischen Frauen und Mütter die zerfetzten Leiber ihrer Männer und Söhne, die in dem Bombenhagel von Dieppe starben — vielleicht würden sie sich nun endlich über den Mörder dieser tapferen Soldaten ^ ihre eigenen Gedanken machen. Kriegsberichter Jochen Eichen, PK. i PK-Aulnaltme: Kriegsberichter Meyer-Willberger (Wb.) Alarm an der Kanalküste Kaum traf die erste Meldung von dem britisch-amerikanischen Landungsversuch in den Truppenunterkünften ein, erfolgte die Bemannung der bereitstehenden Fahrzeuge mit manövermäßiger Präzision und wenige Minuten später wurde die Abwehr an der Küste durch den Feuerhagel aller Kaliber verstärkt Trutzburgen am Atlantik In einem U-Boot-Bunker PK-Aufnahme: Krieesbericliier Frcytas (Wb.) Wailenstarrende Kanalküste Ein mächtiger Bunker hält an einem Einschnitt an der Steilküste Wacht und verriegelt den Eingang zur Schlucht. Hier konnten sich die Engländer nur blutige Köpfe holen. Wir stehen vor einem der gigantischen U-Boot-Bunker, dje in den deutschen Marinestützpunkten an der Atlantikküste Frankreichs errichtet wurden. Mit einer fast schön wirkenden Strebengliederung baut sich die Fassade eines mehrere hundert Meter langen und fast ebenso tiefen Bunkerbaues vor uns in die Höhe. Kräne davor. Loren rattern, Mischmaschinen speien unentwegt ihre Zementmassen, und Kleinbahnen sausen über holprigen Geleisen vorbei. Um dieses Bild der Arbeit drängt sich das gewaltige und weitgedehnte Hafen- und Werftgelände der französischen Küstenstadt mit den Docks, den Schiffen, Tankern, den Ladeaufbauten und Kränen und dem bunten Durcheinander von Arbeltern als passende Umrahmung, Keine Bombe kann da durch Diese U-Boot-Bunker sind, um es für jeden Volksgenossen verständlich und umfassend auszudrücken, alles für unsere U-Boote und zudem Unterkünfte, die keine noch so große Fliegerbombe und kein noch so gut gezielter Artilleriebeschuß ernsthaft beschädigen kann. Nach langer, erfolgreicher und auch strapazenreicher Feindfahrt im Atlantik bis zu den Küsten Amerikas finden hier unsere U-Boote sichere Unterkunft und sorgfältige Wartung und Überholung. Zunächst gilt es beim Eintritt die Wucht von Weite und Raum zu überwinden. In Kirchendeckenhöhe breitet sich schützend eine stählerne Konstruktion, ausgebreitet auf massiven Betonwänden. Was in einem Hotel die Zimmer sind, sind hier große Wasserbecken. Dock liegt an Dock und darin U-Boot an U-Boot — zugleich eine kleine Demonstration der Größe der deutschen U-Boot-Waffe. Werftarbeiter, Hilfspersonal, U-Boot-leute, Marineoffiziere. Ingenieure. OT-Män-ner, alles ist hier an der Arbeit. Der Betrieb ähnelt einem Ameisenhaufen — und alles ist eingesetzt, um Deutschlands stärkste Waffe auf dem Atlantik in Schuß zu halten und zu versorgen. U-Boot im Trockendock Tief unter uns liegt gerade ein U-Boot im Trockendock. Die Außenhaut, angefressen vom Salzwasser, liegt der stählerne Riese da. Ein vermeintliches Wirrwarr von Kabelr und Leitungen, von abmontierten Teilen und Werkzeugkästen liegt auf dem Deck und gibt ein Bild von der Gründlichkeit der Überholung der Boote. Aus dem Innern dröhnt Zischen und Hämmern und blitzt der grelle Schein der Schweißapparate. Hier stehen deutsche Facharbeiter in öligen, verschmierten Monturen auf verantwortungsvollem Posten. Von ihrem Können und ihrer Präzision hängt das Schicksal der Besatzungen und auch der Erfolg dieser Waffe ab. Regelrechte Fabriken Das technische Personal der U-Boote steht ihnen beratend zur Seite — wir erkennen es an den Kriegsauszeichnungen an den Werk monturen — und gibt ihnen Hinweise und Wünsche bekannt, Sie sind ja mit ihren Maschinen und technischen Einrichtungen im Boot auf den langen Einsatzfahrten aufs engste vertraut, ja noch besser gesagt, eins geworden. Nach ihren Angaben werden auch laufend Verbesserungen vorgenommen. Anschließend an die einzelnen Docks liegen die Werkhallen, also regelrechte Fabriken für die Instandsetzungs- und Auswechselarbei-ten und kleinen Montagen — und alles in einem und demselben Bunker, in einem mächtigen Beton- und Eisenkoloß, der trutzig und symbolhaft für unser Zeitalter aus dem Gewirr des Werftgeländes hervorragt. Hier holt man sich blutige Köpfe Das deutsche Volk macht sich, weil es im Bann der großen Offensive im Osten und der Riesenerfolge unserer stolzen U-Bootwaffe steht, sicherlich kein richtiges Bild von der Arbeitsleistung und der Kampfkraft dieser Trutzhurgen am Atlantik, ganz abgesehen von dem Ausmaß dieser Befestigungsanlagen. Dieser U-Boot-Bunker ist nur ein Teil stück des gewaltigen Befestigungsgürtels, der Im Auftrage des Führers von der Organisation Todt mit ihren Zehntausenden von Arbeltern, Fachkräften, Ingenieuren an den Westküsten Europas errichtet wird. Dieser Europawall im Westen mit seinem Beginn hoch im Norden an den norwegischen Fjorden bis herunter zur Biskaya hat sich gerade jetzt so glänzend bewährt. Und jeder künftige Angreifer wird ebenso von wachen und kampfbereiten deutschen Soldaten empfangen. In Europa gibt es für die Engländer nichts zu holen als blutige Köpfe. Kriegsberichter Heiner Seybold, PK. PK-Aufnalime: Krieesberichter Kiefer (Wh.) Kapitänleutnant Topp der erfolgreiche U-Boot-Kommandant Das ewige Delhi Notizen aus dem indischen Rom / Die Neustadt — eine Reißbrettlaune des Empire Du beugst dich über die Brüstung der Dschami Masjid-Moschee. Da liegt es vor dir, Delhi, schlaftrunken und staubig unter der Glut des Monsuntages: enge Gassen, bunte Basare, dunkle Zedern — — Der Tag neigt sich. Kühle fächelt durch Palmen. Die Dunrifeuer der Büffeltongas flammen auf. Der Abend flackert. Drüben fließt der heilige Dschumna zum Ganges, wie ein Strom voll Blut-- So rot, so rot-- Delhis Mauern sind dick und zerschossen. Gestrüpp wuchert in den Rr«sehen, gestorbene kahle Stämme — — Hier brachen die Sepoys über die Stein-guadern, drangen in die Bungalows der „weißen Sahibs", schössen, stachen — — 1857, Drüben das Kaschmirtor-- Dort das Lahoretor — — Sie erzählen noch davon, Und die Geier » Siebenmal stand Delhi auf, aus Blut an< Brand, Schutt und Asche, siebenmal — — Das achte Delhi konstruierte Sir Herbert Baker, eine Reifihreltlaune, die 25 Millionen verschlang. Aber der King nickte. King Georg V., der das Palais des Vize-Vönigs von Kalkutta 191! an die Hänge des Ridge verlegte, mit illuminierten punschroten Springbrunnen, schmiedeeisernen Gittern aus Birmingham und bengalischen Lanzenreitern am Portal-- Jetzt liegt es also da. • New Delhi — das steingewordene Wahrzeichen des Sterlings, eine Stadt der Offiziere und Clerks, mit flachen, weiRgetünch-ten Villen, Veranden und Loggien, unter Palmen und Orchideen, viel zu groß für die 70 nOO Briten. Drei Kilometer Korridore hat das vizekönigliche Palais, 65 000 gm bebaute Oberfläche beanspruchen die beiden Sekretariat^. Man fuhr mit dem Fahrrad. Von Korridor zu Korridor. Bis ein Maueranschlag das verbat. • In der gelb gebrannten indischen Heide schlafen die anderen Delhis; das älteste ist älter als Rom: zerborstene Säulen, zerstörte P (laste verblichene Moscheen — ein gewaltiges Gräberfeld untergegangener Dynastien. Büffel weiden darin, Reis rauscht. Und vor den Lehmhütten viele Kinder. Neckte, braune Hindukinder — — Hungrige-- Erich Winter PK-Aufnahme: Krlcssherichter Pincornelly (Wh.) Das Kettenrad überwindet auch die schlech-i testen Straßenverhältnisse Seite 4 »Marburger Zeltungt 21. August 1942 'Nummer 233 VotA und JCuitue Ueutsch-japaDisches Gemelnschalls-lager Um den geistigen Austausch und die persönlichen Beziehungen zwischen deutschen und japanischen liociischulprofessoren weiterliin zu fördern, veranstaltet das Auslandsaiiit der Deutschen Dozentenschaft in der Zeit vom 18. bis 30. August ein üemeinschaftslasjer deutscher una japanischer Professoren in seinem bergheim bei Innerkrenis in Kärnten. y.u diesem Lager werden sich führende Ver-ttcter der japanischen Wissenschaft mit deutschen Fachkollegen und einer Reihe von Japan-Kennern zusammenfinden, um während eines zwölftägigen Beisammenseins in ijcdankenaustausch zu treten. Eine Reihe wissenschaftlicher aud allgemeinkultureller Iiiemen wird in gegenseitiger Aussprache erörtert werden. Neben Vorträgen und llis-kiisslonen sind gemeinsame Wanderungen und Ausflüge geplant, die der besonderen kameradschaftlichen Kontaktbildung dienen werden. Im Anschluß an den Aufenthalt im lierglieiin werden ifie Wissenschaftler in Klagenfurt (iäste des Gauleiters sein und am -^9. August durch Reichsdozentenfiihrer Prof. Dr. VValter Schnitze empfangen werden. f!in eintägiger Aufentlialt in München wird Qe-leueiiheit zum Besuch des Hauses der Deutschen Kunst und anderer Kulturstätten geben. ■f Schönerer-AusstelhinR in Wien. Anläßlich der 10(1. Wiederkehr dej» (leburtstages Schönerers findet im Wiener Messepalast in der Zeit vom 26. September bis 8. November 1942 eine Ausstellung »Georg Ritter von Schönerer, Künder und Wegbereiter des GroBdeutschen Reiches« statt. + Ausstellung »Deutsche Plastik« kommt nach PreÜburg. Die in Agram mit so großem firfolg gezeigte Ausstellunj; »Deutsche Plastik der Gegenwait« wird vom 3. bis 24. September in PrelJburg gezeigt werden. Um das Zustandekommen der Ausstellung haben sich die Slowakisch-Deutsche Gesellschaft und der Verband der slowakischen bildenden Künstler verdient gemacht. Den ülirenschutz der \'eraiistaltung haben Ministerpräsident Dr. Tnka tmc» der Gesandte des Großdeutschen Reiches, Hanns l.udin, übernommen. Humor bei Goethe D«r Dichter kannte die Bedeutung und die Gefahr des „angenehmsten Gastes' In den vorvergangenen Jahrhunderten hatte dieser Ausdruck noch ausschließlich die Bedeutung von „konstitutioneller Veranlagung", und zwar erklärt sich dies aus der medizinischen Theorie jener Tage. Humor ist, wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt, ja schlechthin „Feuchtigkeit") die Arzte des Mittelalters hatten ira Anschluß an die antike Medizin die Lehre aufgestellt, daß sich das seelische Befinden und die körperliche Gesundheit des Menschen auf die Säftezusammensetzung des Leibes zurückführen lasse, also übrigens auch jede nach Besserung strebende ärztliche Behandlung die möglichst günstige Bildung der Lebenssäfte zu erstreben und zu überwachen habe, So Ist es ganz erklärlich, daß Goethe zur Charakterisierung der von Ihm dargestellten Menschen nicht nur von „gutem Humor", sondern auch von „üblen Humor" oder „bösem Humor" spricht. Aber doch bricht sich schon in seinen früheren Schriften der neue Sprachgebrauch des Wortes Bahn, und zwar verbinden sich die Begriffe noch, wenn er in einem seiner Lustspiele einmal die Heldin sagen läßt; „Man gibt sich den Humor nicht selbstl" Aber es ist In Werken Goethes bei den Stellen, die wir „humoristisch" zu nennen berechtigt sind, auch nicht zu verkennen, daß Goethes Einstellung zum Humor selbst — im gegenwärtigen Wortsinne — eine mehrfach wechselnde gewesen ist. In seinen Jugendschriften und im frühen Mannesalter, also gerade in den Werken der Zeit, wo Goethe das Wort Humor noch im alten Sinne anzuwenden pflegte, ist sein Lachen heiter und hingebend. Zeugnisse dafür sind vor allem seine Gedichte. Mit zunehmender Würde aber wird Goethes Humor teils zurückhaltender, teils herber. Das typische Beispiel dafür bietet Mepbistopheles Im ,,Faust". Ein sehr wesentlicher Satz zur Charak- !Btick nach Südosteu 0. Nur noch 20 000 Juden in der Slowakei. Bei der Auflösung des tschechischen Vielvölkerstaates im Jahre 1939 übernahm die Slowakei 89 000 Juden. Es ist eine anerkennenswerte Leistung, daß ihr seither trotz des Krieges die Aussiedlung von 59 000 Juden lerlslcrung des Humor, in Goethes Wort .Was solchen Produktionen eigentlich den höchsten Wert gibt, ist ein guter Humor, eine heitere leidenschaftlslose Ironie, wo-dörch die Bitterkeit des Scherzes, der das Tierische ira Menschen hervorhebt, gemildert und für geistreiche Leser ein geschmackvoller Beigenuß bereitet wird". Und weiter: „Der humoristische Zug, der durch die ganze nordische Mythe geht, war mir höchst lieb und bemerkenswert. Sie schien mir die einzige, welche durchaus mit sich selbst scherzt, einer wunderlichen Dynastie von Göttern abenteuerliche Riesen, Zauberer und Ungeheuer entgegensetzt, die nur beschäftigt sind, die höchsten Personen während ihres Regiments zu irren, zum besten zu haben.. Immer deutlicher also wird bei Goethe das Wort Humor im neuen Wortsinne angewendet und auch in der Sache selbst vermag seine negative Haltung sich nicht stets zu behaupten» in „Wilhelm Meister" bekennt der Dichter geradezu: „Humor ist der annenehmste Gastl" und in seinen Maximen und Reflexionen gesteht er ein: „Der Humor ist eines der Elemente des Genies» aber", fügt er hinzu, „sobald er vorwaltet, ist er nur ein Surrogat desselben» er begleitet die abnehmende Kunst, zerstört, vernichtet sie zuletzt". Diese Äußerung Goethes dürfte seine Zurückhaltung auf dem humoristischen Gebiete, so vielfältig er es bereichert hat, deutlich erklären. Werner Lenz Das dentsche Dort im Osten An dem vom Reichsführer Heinrich Himmler in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums ausgeschriebenen Wettbewerb für den besten Entwurf zur Gestaltung des Dorfkerns in den neuen Siedlerdörfern der Ostgebiete beteiligen sich etwa 50 deutsche Architekten. Dem Wettbewerb liegt die Absicht zu Grunde, diese Dörfer nicht nur als fest- Kreml, Kunst und Kitsch A\oskaus Kultur-Agitation schuf Potemkin-Fassaden In Deutschland ist, wie man nicht bloß aus Kunstausstellungen weiß, die Plastik im letzten Jalirzclint zu einer hohen Blüte gelangt. Sielit man sicli in diesem Bezirk in der Sowjet-Union lim, sn mangelt es nahezu an Versuchen. Man sieht sie lediglich in »Kulturparks«, das sind schlecht und recht angelegte (jriinanlagen, in denen armselige Plastiken stehen. Man sieht an Sowjet-Häusern, die den Organisationen gehören, Figuren, die Schalmeien und Posaunen blasen, um, wie das bolschewistische Programm meint, die Völker zur Wcltrevolution zusammenzurufen, aber «'S wurde der Prolog zum Jüngsten Gerich^ Dii'sc wcfiig erbaulichen, anatomisch stark verzeichneten Gebilde, die dem Amerikanis-niufi hnkligen. werden durch Gips-Porträts der bolschewistischen »Größen« ergänzt. Je großer ein Betonkasten, desto gesteigerter der (iipskopf Lenins oder Stalins. Die >;Sowjet-Kunst'!: der (iegenwart basiert im wesentlichen auf Darstellungen aus der Geschichte des Bnlschewismus. Sonst sieht man mehr oder weniger gekonnte Reportagen «Tus dem .Alltagsleben des Bolschewismus und der Kollcklive. Kunsihetrachttmg dieser Malereien muß auf die innere Wahrhaftigkeit Wert legen, und da erheben sich hei achtzig Prozent al- ler Äußerungen Bedenken, denn die Kunst wird durch Agitation gemacht, sie ist offensichtlich bereit, für Geld sich jedermann hinzugeben. Das Ergebnis ist armselig, in den Häusern einer so großen Stadt wie Rostow fehlt jede private Initiative für einen persönlichen Geschmack. Alles ist genormt, Photos — am laufenden Band — von den Bronzen hängen in den Wohnungen, neuerdings werden Poeten zu Gruppen zusammengestellt und als inationales bolschewistisches Emblem« propagiert. Der Kitsch regiert die Kunst. Die Potemkin-Fassade in der schöpferischen Arbeit ist weithin sichtbar geworden. Die »künstlerischen« Leistungen stellen den sowjetischen Beitrag auf diesem Gebiet durchaus als unschöpferisch dar. Was dabei an Neuartigem zu sehen ist, entstammt den Über-dimensionalitäten amerikanischer Formen, oder es ist auf der Tradition des europäischen Westens aufgebaut. Eine eigene »Sowjet-Kunst« besteht nicht. Wohl aber ein durchaus bolschewistischer Originalbeitrag zum Thema »Kitsch«, dafür aber ist allein der Kreml, der politische Demagoge, verantwortlich, dem es gelang, eine fragwürdige Einheit von »Kunst«, Kitsch und Kreml zu bewerkstelligen. Kriegsberichter Heinz Grothe zusammengefügtes Wirttchaftsgebilde, sondern auch als baulich organische Einheit zu gestalten, die in der Sammlung um einen räumlichen und geistigen Mittelpunkt ihren Ausdruck findet. In jedem neu zu errichtenden Öorf wird ein „Haus der Dorfgemeinschaft" entstehen, das alle Einrichtungen des kulturellen Lebens des Ortes umfaßt. Das Dorfgemeinschaftshaus als Wahrzeichen des Fleckens wird aus den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden durch die Beigabe eines Turmes herausgehoben. Die eingereichten Entwürfe finden vorerst zur Umgestaltung bestehender Dörfer Verwendung und werden nach Kriegsende Grundlage umfangreicher Neubauten sein. + Deutsche Schriftsteller beeucheii Kroa> tien. Am 31. August treffen zu einem zehntägigen Aufenthalt in Kroatien die Dichter Karl Hans Strobl, Georg Grabenhorst, Graf Finckenstein, Hans .lohst, Johann Linke, Friedrich Perkonig, Georg von der Vring in Begleitung des Verlegers Karl Bischoff in Agram ein. Sie werden mit den kroatischen Schriftstellern Fühlung nehmen und wollen Land und Volk kennen lernen. + Die Kriegsmuaikwoche Posen 1942. Die Kriegsmusikwoche Posen 1042, die in der Zeit vom 1. bis 7. September durchgeführt wird, steht im Zeichen des deutschen Komponisten Hans Pfitzner, der den Veranstaltungen beiwohnen und das abschließende Festkonzert selbst dirigieren wird. Während der Musikwoche werden im Gau Wartheland zwölf Musikschulen eröffnet und der Musikpreis Wartheland 1942 verkündet. + Hundert Jahre »Staffier«. Jeder, der Ober Tirol und Vorarlberg etwas wissen will, greift zum »Staffier«, ein im Jahre 1837 begonnenes, im Spätsommer 1S42 abgeschlossenes fünfbändiges Werk, betitelt »Das deutsche Tirol und Vorarlberg« und verfaßt von iL:.:~zz':7iB!gggp^.....-J_____ freiwillig zu verlassen. 0. Beginn der Wintersachensammlung in Ungarn. Die von der Gemahlin des ungarischen Reichsverwesers in einer Rundfunkansprache angekündigte Wintersachensammlung für die ungarische Honved hat in der ungarischen Provinz schon begonnen. In einzelnen Ortschaften und Städten sind von vaterländischen Verbänden Kommissionen gebildet worden, die die Sammelaktion leiten. Nach den bisher eingelaufenen Nachrichten wird sie besonders in der Provinz sehr erfolgreich sein. o. Crzeugungsschlacht in A^am. Die Bewohner Agrams haben bisher 85 000 Morgen Land bebaut, darunter zahlreiche Bauplätze. Vorwiegend wurden Gemüse- und Kartoffelgärten angelegt. Weizen, Mais, Futtermittel und Obstgärten vervollständigen das Bild der angebauten Flächen. Zahlreiche Beamte und Angestellte fanden in der Gartenarbeit eine willkommene Erholung. Ihre Arbeit entlastet den Gemüse- und Obstmarkt der Stadt in großem Maße, weshalb auch von den Behörden Maßnahmen ergriffen wurden, die Früchte dieser Arbeit vor gewissenlosen Mitbürgern zu bewahren, die meinen, jetzt aus dem Vollen schöpfen zu können. 0. Große rumänische soziale Stiftung. Der Schirmherrschaftsrat des sozialen Hilfswerks in Rumänien wurde durch ein Dekretgesetz ermächtigt, eine 300000000 Lei Schenkung von Charias Esmanschi anzunehmen. Die Schenkung besteht in 200 000 Stück Aktien und einer Zuckerfabrik, die einen Gesamtwert von 100000000 Lei hat. o. Griechische Versorgungslage günstiger. Produktionsminister Godsamanis gab eine Erklärung ab, daß dank der Landbevölkerung, die sich den Anordnungen der Regierung über die Ablieferung des Getreides und den Mehranbau des Bodens gefügt hat, Griechenland eine erhebliche Erleichterung in der Versorgungslage verspüre. iiniiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Dr. jur. Johann Jakob Staffier, der 1783 in St. Leonhard am Passeier geboren wurde und ein berühmter Zeitgenosse Andreas Hofers war. 1817 kam er nach Innsbruck, wo er sein großes Werk schuf. Der »Staffier« ist ein ausgezeichnetes Berge-, Täler-, Gewässer- und Ortschaften-Verzeichnis, enthält jedes Schloß und jeden Weiler. Rine Übersicht Ober »merkwürdige Personen« bietet Stoff für Lebensbilder der verschiedensten Art. Das Werk hat den 1868 verstorbenen Verfasser lange tiberlebt. Im Buchhandel ist es längst vergriffen. + Klenzls Totenmasko in Wien. Die städ* tischen Sanmilungen in Wien haben im abgelaufenen Vierteljahr auf dem Gebiete der Plastik wieder künstlerisch bedeutsame Werke erworben, so u. a. die Totenmasken von Wilhelm Kienzl und Josef Reiter, ferner Büsten von Friedrich Hebbel (Michael Dro-bil), Hans Knappertsbusch (Fritz Hehn), des Kamtnersängers Krik Schmedes (Hans Schwathe) und endlich mehrere Personen-Medaillen, darunter Peter Rosegger (von l.udwig Hujer) und Georg von Schönerer (Karl Perl). Durch die Erwerbung einer ungemein feinen Arbeit des Meisters des Stahlschnittes Michael Blümelhuber (Steyr, Oberdonau) hat das Museum der Stadt Wien einen weiteren außerordentlichen wertvollen Zuw!5chs erhalten. !...........................DIB VOM...........................i j HAHNENGßUNDi : ROMAN VON KURT RIEMANN \ : Ur)»!;er-RKl'.tn{t'.af7 ifurth Vrrli; Ciliar Wirdiu, ii : ............................................................................ ('{0. Fortsetzung) »Das lassen Sie bitte meine Aufgabe sein«, lächelt Dr. Holtermann. »Wir haben härtere Nüsse geknackt.« Die Aus.sicht, diese unangenehme Arbeit umgehen zu können, hebt Herrn Dr. Kramers Stimmung wesentlich. »Dann wäre das also in Ordnung«, stellt Kirsten befriedigt fest. »Holtermann, Sie haben die Güte, sich um die formellen Angelegenheiten zu kümmern. Haben Sie etwas dagegen, Herr Doklor, wenn Fräulein OMilie bei Frau Malten wohnen bleibt?« »Hs tut mir leid, eine gute Kameradin zu verlieren « Er wechselt einen schnellen Blick mit Katharina Johannsen. Aber unter diesen rmständen freue ich mich natürlich für Ottilie. Sie hat nicht viel Liehe gesptirt in ihrem Leben.« »l'rau Malten wird in jeder Weise für sie sorgen. Sie freut sich, einen jungen Menschen in ihrer Nähe zu haben, den sie betreuen kann Wir werden Sie sofort verstän-(li;.:en, wenn wu Nnchricht von Herrn fairster denn er hat zwar gehört, doch noch nicht begriffen, »Wie denn, wir sollen auf der »Klocke-berga« wohnen.« )pSie hat Platz für zwanzig Personen. Soweit ich zählen kann, sind Sie gerade neun ohne Ottilie. Das würde also keine Schwierigkeiten machen.« iNein, nein, das meine ich ja gar nichtl« wehrt Kramer verlegen ab. »Ich zweifle keinen Augenblick daran, daß wir uns sehr wohl fühlen würden. Aber ich sehe noch nicht recht ein, weshalb wir unser Heim hier mit Ihrer Jacht in Warnemünde vertauschen sollen!« »Halten Sie eine Seereise nicht für ein be-sotuleri'B Erlebnis für jimge Menschen? Ich habe unserer Geschäftsstelle in Finnland bereits Nachricht gegeben, und in Stockholm ist man auch im Bilde. Die Jungen und Mädel würden den Ostseeraum dann nicht nur aus Büchern, sondern aus lebendiger eigener Anschaming kennenlernen.« »Herr Kirsten! Ihr Angebot ist sehr großzügig, gewiß!« ruft Jochen dazwischen. »Aber was man sich bisher in Hahnengrund an Erholung und Ausspannung geleistet hat, entsprach den wirtschafllichxm Fähigkeiten des Instituts.« »Sie meinen, Sie hätten die Pflicht zu stolz zu sein, mein Angebot anzunehmen?« Kirsten lächelt ein wenig, denn er durchschaut Jochen und weiß, woher dieser Widerstand linben. Und nun noch etv/as anderes! Ich bin kommt. ^Lieber Herr Malzahn,« fährt er da- kann? ich bin also gar nicht so edelmütig, wie Sie es meinen. Sie sehen, ich rechne ganz kühl und sachlich dabei. Nun, was denken Sie, Herr Doktor?« »Daß wir natürlich mit Freude annehmen!« lacht Krämer. »Ich sehe es Ihnen am Gesicht an, daß Sie sich ebenso freuen wie unsere Schar, Herr Kirsten. Freude bereiten können, ach, vielleicht ist das der größte Segen des Reichtums. Ich danke ihnen im Namen meiner Schar!« Er schüttelte Kirsten beide Hände, lange und herzlich. Einen Augenblick i»t Arwid Kirsten versucht, dem kindlich heiteren Mann die Wahrheit zu sagen, daß er Jochen weghaben will, daß er gar nicht der uneigennützige Wohltäter ist, als der er hier erscheint. Aber er schweigt. Man würde ihn kaum verstehen. Die Männer besprechen noch alle Einzelheiten. Jochen wird dem Kapitän als Leiter für diese Fahrt beigeordnet. Fr bemerkt kein Wort dazu. »Superkargo sagt man bei uns Schiffsreedern dazu«, lacht Kirsten. »Er ist für diee Ladung verantwortlich. Achten Sie gut auf Ihre wertvolle Fracht und bestellen Sie beim Kapitän gutes W^etter. Sie sind ja vom Wind fast unabhängig. Die »Klockeberga« macht mit ihrem Dieselmotor achtzehn Knoten Fahrt. Das ist allerhand. Und wann werden Sie fahren?« »Also gut«, beschließt Kirsten, »der liebe Gott wird dem Kapitän Bescheid sagen, daß er alles klar macht. In zwei drei Tagen lichtet die »Klockeberga« die Anker. Gute Fahrt! Ich werde an Sie alle denken l< Er hat es mit dem Aufbruch nun eilig. Ihn beschämt die rührende Freude Dr. Kramers, der stürmische Jubil der Jungen, die ihm das Geleit bis zur Landstraße geben und noch lange winken, als der Wagen bereits in einer Staubwolke verschwunden ist. »Was sagen Sie nun?« strahlt Kramer und sieht sich um, als habe er einen Sieg errungen. »Ist das nicht wie ein Geschenk des Himmels?« Jochen brummt etwas Unverständliches. In der Tür wendet er sich noch einmal um. »Eigentlich bliebe ich viel lieber hier. Können Sie mich nicht entbehren.« Als Dr. Kramer entsetzt abwehrt, man könne doch nicht mit ihm als einem der Seefahrt gänzlich unkundigen Mann allein auf die Reise gehen, meint Jochen, er habe durchaus keine Lust, jetzt hier zu verschwinden. Ratlos blickt Dr. Kramer zu Katharina. »Sie wollen uns allein reisen lassen und fahnenflüchtig werden, Jochen?« fragt sie ernst und geht auf ihn zu. »Was soll der Unsinn? Ich bin ja schließlich ein freier Mann und kann run, was mir »Sobald als es Ihnen möglich ist! Jeder beliebt.« Tag ist kostbar!« strahlt Dr. Kramer. »Wir stehen auf vorgeschobenem Posten, Käthchen. rinnlann, geliören in unsere (jcmeinschaft. Sie hier zurück?« meinen Sie das, Käthcneii?« rot bis an die Haarwurzeln Sollte II IUI II.Ulli ft'.iiMuii «^11, ..VI, ........................ '"'^n seinem Verhältnis /u Renate / /u sein. Algen ansetzen, wenn rs in dergleichen sn anschaur. sind Sie für uns gleichsam der .Mallen gemerkt haben? Aber das ist wohl Dr. Krämer nimmt schnell di« IkiJle ab.' Zeit ohne besondere Kosten viel Gutes tun liebe Gott!« i ausüeschlossen. Vummcr 233 fMjirbiir^er Zefhin|^< 21. Aagutt 1042 Seite 5 Aus Stadt und £and Sein Holmaforlebnlt In dem großen Steinbruch an der Ostfront braut der Morgennebel. Einzelne Gewehrschüsse knallen wie Peitschenhiebe. Irgendwo schreit ein Vogel und fliegt mit breitem Schattenflug über den Bruch, in dem die Kompanie ruht. Der Obergefreite B. hat seine Pfeife angezündet und lehnt an einem großen, grasbewachsenen Stein. Er ist auf Urlaub gewesen, und nun blickt er manchmal ein bißchen abwegig ins Gebüsch. Früher, da war er Ofenmann in einer großen Gießerei, und als er jetzt zu Hause war, machte er »ich eines Morgens auf den Weg zum Werk. Doft waren viele neue Gesichter, nur der alte Pförtner kannte ihn gleich, rief ihn an und nahm ihn bei den Schultern: „Ach, da schau l, der Karl!" Ja, so war das. Und in der Gießerei stieg er über schwarzen Formsand und sah die Kästen mit den eisernen Griffen und die roten Modelle. So ein bißchen Formsand nahm er in die Hand und roch es an wie der Bauer seine Ackerkrume. Die Former hockten über ihrer Arbeit, siebten Kohlensand oder arbeiteten mit der Lanzette an einer fertigen Form. Na, ein Soldat in der Fabrik, da geht mancher Kopf hoch. Und sie riefen seinen Namen und lachten. Ein Händedruck, ein kurzes Fragen. „Wo bist denn immer g'wosen?" In langen Monaten hat ,er oft an seine Gießerei gedacht, nun war er wieder hier, nichts hatte sich geändert. Die Ofenmänner machten den Ofen t^urecht für den neuen Guß. Es brummte und donnerte schon im Bauch des Ofens, und der Ofenmeister rieb sich die Augen aus, als er den Soldaten lachend auf sich zukommen sah, schob die Mütze auf die Stirn; „Seh' ich recht? Du, Karl?" Nun gingen die beiden die eiserne Rundtreppe hinauf nach dem obersten Teil des Hochofens, der Gicht. Hier rollen die Loren mit Roheisen und Koks über die Brücke. Der Soldat sah sich alles an mit einem heißen Blick. Plötzlich lag die Feldbluse auf dem Geländer, und er krempelte die Hemdärmel hoch. Ach, was war das doch für ein sauberes Leben! Die Feuertür ging auf, und die weiße Schmelzflamme leckte mit lohender 7unge heraus. Die schweren Brocken Roh-pisen flogen hinein, jedesmal war es wie ein Schrei, der aus dem Ofeninnern kam. Die anderen Arbeiter staunten wohl ein wenig über ihn, und der Meister lachte zufrieden In sich hinein. Karl blieb fast den ganzen Tag. Und der Obermeister und er saßen zum Frühstück auf der Flachlore und schoben viereckige Kanten Brot in den Mund. Es war wie früher. Am Mittag begann der Guß. Die Halle war in einen dichten Nebel gehüllt, der manchmal rot aufleuchtete, wenn unten das Eisen aus dem Bauch des Ofens in die Pfannen rann. Der Soldat stand oben am Geländer der Gicht, blickte hinunter und sah dem Treiben gedankenvoll zu. Die Gießer trugen ihre Riesenlöffel mit dem flüssigen Metall nach der Form. Der Laufkran rollte her und hin. Es war schön . . . Daran denkt der Obergefreite nun. Darum blickt er manchmal noch so abwegig in die Gegend. Ja, ein deutscher Arbeiter liebt seine \rboit eben. Georg A. Oedemann m. Ab 1. September Inlandsporto mit Nor-wegeo und der Slowakei. Am 1. September treten ein deutsch-nörwegisches und ein deutsch-slowakisches Postabkommen in Kraft, wonach bei allen Arten von Briefsen-dungen im allKeineinen die deutschen Inland-Kcbühren Kelten. Ab l. September werden bis zum Gewicht von 20 kjr Kewöhnliche Postpakete, sowie Pakete (nit WertanEabe bis zu 400 RM zur Beförderunsr nach Belgien angenommen. _ Die Bergfreonile des Unterlandes sammeln sich Die Zweigstellen Marburg und ClIH des Deutschen Alpenveretnes haben mit ihrer Arbeit begonnen — Erfolgreiche Mitgltederwerbung Das Bergsteigen ist auch dem Untersteirer kein neuer Sportzweig. Das hügelreiche und gebirgige Land vom Dachstein bis in das Tal der Save lockte wohl schon seit jeher wagemutige Menschen zum Eindringen in die noch unbekannte Bergwelt. Deutsche waren es, die den Bachern, die Sanntaler Alpen, den Donati, Wotsch und alle anderen Berge des Unterlandes für Bergsteiger „entdeckten", dort Wege legten, Schutzhütten errichteten und von der Schönheit dieses Landes In alle Welt berichteten. Bereits im Jahre 1867 hatte Marburg eine Sektion des damaligen Deutschen und österreichischen Alpenvereines, viele Jahre also bevor der erst später in Laibach gegründete „Slowenische Alpenverein" seine ersten Anhänger auch in der Untersteiermark zu werben begann, die erst nach dem Zusammenbruch der alten Monarchie in Marburg genügend Mitglieder für eine eigene Zweigstelle aufweisen konnten. Der Vernichtungsfeldzug gegen alles Deutsche machte auch vor dem Älpenverein nicht halt. Den Deutschen des Landes und der deutschfreundlichen Bevölkerung war eine Neugründung der behördlich aufgelösten Vereine unmöglich. Erst die Befreiung des Unterlandes in den Apriltagen des Vorjahres bot auch den Bergsteigern der Untersteiermark wieder Entfaltungs- und Betätigungsmöglichkeit. Dank des Entgegenkommens des Chefs der Zivilverwaltung und der Organisation des Steirischen Heimat-bimdes konnten bereits im Herbst 1941 die Vorarbeiten für die Wiedererfassung der Bergsteiger und Bergfreunde im Rahmen des Deutschen Alpenvereines eingeleitet werden. Dia Zweige Marburg/Drau und Cilli wurden ins Leben gerufen und mit der organisatorischen Arbeit begonnen. Die Marburger Zweigstelle führt Rechtsanwalt Dr. Leo von Gozani, die Zweigstelle Cilli Kreissparkassenleiter Raimund Udy. Die Mitgliederwerbung begann. Alle Mitglieder, die schon früher durch Jahrzehnte dem Alpenverein angehört hatten, meldeten sich erfreut wieder. So konnte Dr. Schmiderer sämtliche Protokolle der Marburger Zweigstelle zurückgeben, die sein Vater Dr. Johann Schmiderer, der 51 Jahre lang Alpenvereins-mitglied und von 1876 bis 1918 Vorsitzender der Marburger Sektion war, rechtzeitig in Sicherheit gebracht hatte. Aber auch neue Anhänger des Bergsportes fanden den Weg in den neugegründeten Zweig, so daß die Zahl der organisierten Bergsteiger ständig im Wachsen ist. Jedes Mitglied des Stei-rischen Heimatbundes, das Sinn und Liebe für die Schönheiten der Bernwelt hat, wird eingeladen, dem Deutschen Alpenverein beizutreten und so mitzuhelfen, daß auch in der Untersteiermark das deutsche Bergsteigerwesen wieder emporglüht. Selbstverständlich können auch Mitglieder auswärtiger Zweige den untersteirischen Zweigen beitreten. Besonders an die Jugend geht der Ruf. War es doch immer die Jugend, die bannertragend wirkte. So wie in allen Gauen des Reiches, wird gewiß auch die Jugend der Untersteiermark außer ihrem Dienst der Deutschen Jugend gerne ihre Freizeit auf den Bergen und Höhen des steirischen Unterlandes verbringen. Der Deutsche Alpenverein hat als einziger Fachverband für Bergsteigen im NS-Reichs-bund für Leibesübungen die Pflege und Förderung des Bergsteigens und Wanderns zu erfüllen. Bergsteigen und Wandern stärkt die Liebe zur Heimat, ermöglicht das genaue Kennenlernen deutschen Bodens und trägt Emsig wird in der Marburger Zweigstelle gearbeitet. Die kleinen Räume in der Tegett-hoffstraße 16 sind während der Amtsstunden Jeden Dienstag und Freitag von 18 bis 19 Uhr fleißig von Menschen besucht, die ihre Anmeldung vorlegen, sich über die weitere Arbeit im Zweig erkundigen, die dort aufliegenden Fachzeltschriften lesen und dort schließlich auch ihre Bergfreunde treffen, mit denen Wanderungen und Ausflüge besprochen werden. Noch haben nicht alle Bergsteiger des Unterlandes Ihre Beltrittserklänmg den Zweigen Marburg und Cilli des Deutschen Alpenvereines abgegeben, viele werden es aber noch tun und werden trotz ihrer Arbeit und ehrenamtlicher weiterer Beschäftigung immer noch Zeit finden, um als Bergsteiger oder Wanderer noch engere Freundschaft mit der deutschen Untersteiermark zu schließen. Lied der Dresciimatchine Ich bin die Gesellin der Erde, des Sommers und all seiner Mahdj daß Frucht jetzt zum Segen euch werde, drum dreh Ich mein surrendes Rad. Ich grüße die Fülle der Garben, ich schlage die leibliche Not, Ich bringe den Menschen, die darben, das Korn für das tägliche Brot. Ich surre und schwinge und singe, vom Morgen bis spät in die Nacht, ich bleibe Im Alltag der Dinge, bis alles zum Segen gemachtl Willi Llndner m. Keine sperrigen Sendtmj^en für die Po«t. Vom 15 Auifust ab nimmt die Post bis auf weiteres keine sperrig^en Paketsendungen mehr an. Auch Paketsendungen, die in einer Ausdehnung 1 Meter und in einer anderen >4 Meter überschreiten, sind von der Annahme ausgeschlossen. Zugelassen bleiben Isdiglich sperripe Pakete mit lebenden Tieren, mit Bruteiern, mit Röntgenröhren, Quarzbrennern und anderen HeilKeräten, die von Behörden oder im Auftrage von Behörden aufgegeben werden. Aber auch diese dürfen die Beschränkungen im Umfang (höchstens 1 bezw. % Meter) nicht überschreiten. m. Todesfälle. An einem Schlaganfalle verschied in Graz Frau Wllhelmine Hofhauer, geborene Henn, Mutter der Frau Handels-schuldirektorsgattin Kowatsch In Marburg und der Frau Hertha Rothky in Graz. Ihr vor 12 Jahren verschiedener Gatte Anton Hofbauer wirkte in der Untersteiermark als Schulleiter an der Südmarkschule in Weitenstein und über 20 Jahre als Oberlehrer in Gams bei Marburg. Nach dem Umstürze im Jahre 1919 wurde die Familie Hofbauer wegen ihres deutschnationalen Wirkens von der jugoslawischen Regierung ausgewiesen. Die beiden Sühne, aktive Offiziere, fielen im Weltkriege. Die Heimgegangene war über die Heimkehr ihrer über alles geliebten Heimat, der Untersteiermark, hocherfreut. Mit Frau Hofbauer sinkt eine echte, deutsche Frau ins Grab. — Im Marhurger Krankenhaus verschied der 65jährige Winzer Franz Schenk aus Politschberg bei Jahring. — In Lendorf Nr. lOs bei Marburg ist die Resitzersgaitin Maria Kowatsch im Alter von 69 Jahren gestorben. — In Anderhurg starb der Großgrundbesitzer Franz Sdolschek. Die Zttversiclit des linterstelrers unerscliiitterlicli Eine Reihe von Kundfcebungen des Steirischen Holoiatbundes im Kreis Rann Oejcen die Agitationsversuche einzelner kommunistischer Cleniente im Kreis Rann setzte der Steirische Heimatbund eine propagandistische Aktion ein, deren Zielrichtung es war, den heiinattreuen Untersteircrn von seiner absoluten Zugehörigkeit ztnn 'Reich und zur deutschen SchicksalsKcmeinscliaft zu überzeugen, ihm die Notwendigkeit seines persönlichen Einsatzes im Kampf gegen das konmiunistlsche Mordgesindel klarzulegen und ihn für diesen Kampf auszurichten. Sonntag auf Sonntag fanden in den Zellen des Kreises Kundgebungen statt, bei denen der Leiter der Führungsamtes II in der Kreisführung, Kam. Busbach, und Kam. Gustav Paidasch aus Rann zur Bevölkerung sprachen. Die Volksgenossen, die selbst eine endgültige Ausrottung der Banditen wünschen, kamen gern und in großer Zahl zu den Versammlungen. Gerade der Mitarbeit der Bevölkerung ist es zu verdanken, daß es gelungen war, die kommunistischen Gewaltverbrecher zum großen Teil unschMdlich zu machen. Selbst in den kleinsten Dörfern, wie Buchern oder St. Anton, kamen 400 bis 500 Volksgenossen zu den Versammlungen. Sie beteuerten ihre Freude, daß nun der Zustand eingetreten ist, für den die untersteirischcn Regimenter von 1914—1918 so tapfer ihren Mann gestanden hatten und gaben ihrer Bereitwilligkeit Ausdruck, das Land von den Banditen freizuiialten. Zum Abschluß dieser Aktion fand Sonntag eine Kundgebung in Lichtenwald statt, an der Führungsamtsleiter Busbach sprach. Der festlich geschmückte Saal konnte alle erschienenen Volk.sgenossen gar nicht fassen, so daß die Türen offen gehalten werden mußten und ein großer Teil der Versammlungsteilnehmer im Freien den Ausführungen des Redners so gewiß auch wesentlich zur Rückdeut- lauschte. schung des Unterlandes bei^__| ,|;)jg Üntersteiermark und ihre Bewohner Brüderlein fein Ersählung von Heinz Steguwelt Auch die Räder der Eisenbahn machen iiire Musik. Wer sie niemals spürte, Ist em Klotz, sein Gewissen leidet Mangel an Liedern und Melodien, die uns einfallen müssen, wenn wir im Abteil sitzen, preisgegeben einer Langeweile, die um Erlösung bittet. Schließt die Augen, horcht nach innen, von den Schienen kommt der Anstoß, immer wieder, er pocht wie Herzklopfen, so sicher im Takt, bald rasch, bald retardierend. Und der Wagen wird zum Resonanzboden, nicht anders als Pauke oder Geige; du aber sit2t inmitten und hast die Aufgabe', in Gedanken einen Vers zu sumtnen, der mit tlein Rhytli-mus der Räder sic!i verträgt. Dieses stumme I.ied ist seinem heimlichen Sänger nie Im voraus bekannt, er muß sich bei Ihm ertappen, und in jedem Falle wird er' staunen über die Harmonie, mit der sich Gesattg und Gemützstimmung einig sind. Als ich zu meiner Hochzeit reiste, vernahm ich nur diesen Kantus: »Wem Gott will rechte Gunst erweisen . . • Und als ich zum Sterbelager eines alten Kameraden fuhr, sunnnte meine Seele: »In stiller Nacht zur ersten Wacht ein Stimm' begitmt zu klagen . . .« Ihr kennt das? Nun. seien wir Freunde. Warum ich aber heutt. im überfüllten D-Zug hockend in die kriegerische Enge aller mit allen teilend, immerzu Ferdinand Raitnunds »Brüderlein fein« in aller Verscliw'egenlieit psaiuiodierte. stundenweit, strcckenlang. ohne die Melodie leid zu werden, ohne sie auch fortzuscheuchen zu können wie ein Insekt, das hartniickig um Honic fliegt. wer lö^te mir das RStsel? Ich nuißte, die MiidicUeit der Nacht im spärlich beleuchteten Abteil überwindend, selber nach Grund und Ursache fahnden. Vor mir. auf der Holzbank gegenüber, saß ein Soldat. Er trug, in erquickenden Schlaf gesunken, den wunjeu Arm in einem Tucli, das Band des Eisernen Kreuzes und andere Zeichen redlicher Bewährung zierten den Rock. Doch neben dem Kameraden, ihm zur Rechten, reiste ein Fräulein, eine junge Dame, wie man sagt, offensichtlich die Schwester des Versehrten? — Ich verglich ein Angesicht mit dem andern, ach ja, die Augenbrauen, das schimmernde Haar, die gleiche Nase, der nämliche Mund — wer konnte zweifeln, Geschwister waren sie, der Soldat und das Mädchen. Demi schaut: Der brave Krieger lehnte mit dem Kopf auf die Schulter des Fräuleins, ein holder, ein wohlverdienter Schlummer, so vertrauend, ein Bild für I.yriker, ein Idyll für mein eigenes Gemüt. Und die Schwester befleißigte sich, die Last des brüderlichen Hauptes noch sanfter zu betten, sei's tpit dem Polster iiires Mantels. Immerzu rumpelten die Räder der Eisenbahn durch die Nacht: Brüderlein fein . Da wußte ich es. Und gönnte mir ein i-S-cheln. das ebenso unsichtbar blieb, wie der fiomme Gesang meiner Seele sich stumm vollzog: Kamerad, du hast in den Schlachten gestanden, den Tod verachtet und den Schmerz begriffen. Nun erführst du Liebe daheim, sei uns gesegnet Fünf und sieben Stunden verrollten über die Schienen, als das Fräulein dennoch den Kopf des Sclihmmiernden zur Seite rückte, um. selber frei geworden, aufstehen zu kön nen. Sie zog den Mantel an. setzte den Hut auf. wartete den nächsten Bahnhof ah. holte endlich den Koffer aus dem Netz und flüsterte giltig: Hier muß ich aussteigen, es tut mir leid. waren dem Blute der Tradition und dem Bekenntnis nach unlösbar mit dem Reich verbunden und haben die Loslösung vom Mutterland im Jahre 1918 schmerzlich empfunden. Der Befehl der serbischen Soldateska, gegen die Soldaten des Führers zu kämpfen, fand bei ihnen keinen Widerhall. Jubelnd begrüßten sie die einmarschierenden deutschen Truppen, nicht als Gegner, sondern als Befreier. Heute sind sie nun wieder deutsche Staatsangehörige geworden und sind sich bewußt, daß sie mit dem gesamten deutschen Volk im härtesten schicksalsentscheidenden Kampfe stehen. So wenig, wie die feigen englischen Bombenangriffe die deutsche Zivilbevölkerung einsciüichtern können, so wenig wird das verbrecherische Treiben von ein paar Banditen, die Zuversicht des Untersteirers erschüttern können. Wankelmütige haben keinen" Platz mehr unter uns. Klare Fronten sind geschaffen.« Begeistert stimmte die Versammlung zum Schluß in das dreifache »Sieg Heil« auf den Führer ein. Mit dieser Aktion hat die Kreisfilhrung klar atifgezcigt, daß der Steirische Heimatbund gewillt Ist, zu führen und den Geführten Gelegenheit zu geben, sich selbst der lästigen Störenfriede zu entledigen und aus dem Verhalten dieser einzelnen Elemente nicht unrichtige Schlüsse auf die Gesamthaltung der Bevölkerung zieht. Die Untersteirer haben bei diesen Versammlungen ein eindeutiges Bild ihrer Bereitwilligkeit und ehrlichen Haltung gegeben. Der Erfolg war also gegenseitig und zeigte, wie richtig der Weg ist, der seit einem Jahr in der Untersteiermark beschritten wird. Sammelt FallSpfel unentbehrlichen Gellerstoffe für die Marmeladenerzeugung. Sie verließ uns, der wunde Soldat schlief weiter, was blieb mir übrig, als den inneren Glanz meines Liedes zu überprüfen oder den Irrtum meiner Augen vom weiseren Sinn der unfehlbaren Gefühle trösten, wenn nicht beschätnen zu lassen: Keine Schwester, dennoch so schwesterlich! Nicht lange saß ich im Schatten einiger Zweifel: Der leere Platz wurde neu besetzt. Ein robuster Arbeitsmann, so einer vom Walzwerk oder aus den Kohlenflözen, gönnte sich die Lücke auf der Bank: freilich spürte er bald, daß der Sitz enge und für das Quantum eines mächtigen Körpers kaum ausreichend sei. Doch ehe der Kumpel mit Schenkeln und Ellbogen in die fordernde Breite ging, blickte er nach links, angerührt vom Haupt des Schluumiernden, der sich nunmehr die Schulter des neuen Nachbarn zum Kissen wählte' Seid unbesorgt: Bruder Kumpel murrte nicht. Er hielt stille wie das Fräulein vorhin. Er griff sich nur, sein Tun kaum beobachtet wähnend, nach den stoppeligen Wangen. als' wollte er solche Rauheit bedauern. Und mühte sich dann, dem wunden Schläfer ein Kamerad zu sein. Da schienen die Gesichte einander ähnlich zu werden, mochte der Junge vom Schlachtfeld träutnen oder von der harrenden Mutter daheim. Weiter rollten die Räder. Blauer sank die Nacht vor den verhüllten Scheiben, ich schloß die Augen, horchte nach innen, aus den Schienen pochte es hinauf zu mir wie Hpr/klopfen. so sicher im Takt, bald rasch, bald rotaricrcnd. Und das alte Lied kehrte wieder, nneiitriimlnir. harmonisch, voller \'ertranen: Brüderlein fein. Brüderlcin fein . . . Ihr kennt das? Nun. seien wir Freunde. Psychologie Von Josef Werdisch »Na, wenn du so gescheit bist, dann erklär mir, was das heißt: Pss . . . Psssisch . . . nein, also Psychologie!« fragte einer der Bauern den Drautaler; >es ist ja ein Wort genau so wie Keuchhusten. Bin ich froh, dal^ solche geschwollene Wörter in der Landwirtschaft nicht vorkommen. Also, sag mir, was ist das .Psychologie'!« »Psychologie ist Seelenkunde, aber damit kannst auch nichts anfangen. Ich will dir eine oder zwei Geschichtcn erzählen, dann wirst du von selber draufkommen. Da sitzen beim Fahnenwirt am Stamintisch die bekannten GfrieRer: der Postmeister, der Zwickl, und die anderen alle. Sieben Mann hoch. Sagt der alte Henderl, der zerdruckt und grau am Nebentisch sitzt: »Ich efi* kane Knödel net.« Im Gastzimmer wird es still, alle horchen auf. Dort sitzt also ein Mensch, vielleicht der einzige in der ganzen Steiermark, der keine Knödel mag! »Na, wirklich, ich ess' kane Knödel net«, das sagt der Henderl so laut, daß es jeder hören muß, dann schaut er sich im Wirtshaus um, ob ihn auch alle bemerkt haben. Siehst du, da fangt die Psychologie an. Der zerdruckte Henderl ist schmalbrüstig, in der Schule war er der Schwächste, noch heute hat er nichts zu reden; aber auch so ein Mensch braucht eine Auszeichnung vor den anderen und, weil er nichts anderes hat, was ihn heratishebt ans der Menge, weder Kraft, noch Amt, noch Geld, noch Würde, will er wenigstens der einzige in der Gemeinde sein, der keine Knödel ißt. Wenn ein 1 ausbuh in der Schule schon mit nichts anderem der erste sein kann, dann will er wenigstens — das kommt oft vor — r Seite 6 ^Marbor^ Zeitung« 21. August 1942^ Nummer 233 TodesBrtejl wm Bevaltver bmler JustiibeamUo nledergM^hlagra Die in der Grazer Untersuchun^s- und Maftanstalt befindlichen Häftlinge Viktor Veikncr aus Qraz und Johann Lehner aus Wien überfielen am 15. Aujnist heimtückisch den Justizoberwachtmeister Hofbaaer und schlugen ihn von hinten mit ehier Flasche nieder, um ihn seiner Schlüsse) ru berauben und zu entfliehen. Der durch den Lärm herbeigeeilte Justizoberwachtmeister Jannisch wurde von Völkner mit der dem niederge-•schlagenen Hofbauer entrissenen Dienstpistole bedroht. Die beiden Gewaltverbrecher konnten aber mit Hilfe weiterer Herbeigeeilter sofort unschädlich gemacht und festgenommen werden. Justizoberwachtmeister Hofbauer hatte bei dem meuchlerischen Überfall eine schwere Kopfverletzung erlitten. Schon am 19. August fand dieses Verbrechen seine gerechte Sühne. Die beiden Gewaltverbrecher wurden vom Soiidergericht Graz zum Tode verurteilt Kleine ChraniR m. BevAlkerungsbewegang In ClllL In der vergangenen Woche wurden beim Standesamt in Cilli neun Geburten und acht Eheschließungen verzeichnet. Den Bund fürs Leben schlössen; Johann Werweg und Franziska Stwarnik, Josef Raithmeier und Emma Prschin, Josef Stwarnik und Josefa Tschmak, Josef Tome und Gertrud Tschernoscha, August Grill und Emma Schket, Marian Petrak und Johanna Bowcha, alle au« Cilli, femer Josef Wittine, Cilli, und Gertrud Rielesch, Wien, und Alexander Schweickhart, Rann, rmd Klara Balde, Cilli. m. EheschlieBung In Tflchern. Vor dem Standesamt in Tüchern schlössen Martin Widmeier und Mathilde Bowcha, beide aus Tüchern, den Bund fürs Leben. m. Aus dem Krell Mureck. Freiwillige Helfer aus den Gliederungen der Partei und aus den Amtern haben in vier freien Nachmittagen kürzlich ein der Familie Trümmer in Gosdorf gehöriges, ein Hektar großes Flachsfeld abgefechst. Mit diesem und einem schon früher abgeernteten Feld haben diese freiwilligen Helfer in 1600 Arbeitsstunden zwei Hektar Flachs eingebracht und damit auch der kämpfenden Front unmittelbar wichtiges Gut gesichert. — Aus Anlaß des 80. Geburtstages de« hier noch in voller Rüstigkeit lebenden Oberst I. R. Ing. Ernst V. Umfahrer wurden ihm als ältesten Mitglied der hiesigen Kameradschaft vom NS-Reichskriegerbundes und auch durch weitere Kreise der Bevölkerung zahlreiche Ehrungen dargebracht. Der Jubilar entstammt einer alten Kärntner Familie und ist wegen «einer Tapferkeit als Frontoffizier im Weltkrieg Besitzer verschiedener hoher Kriegsauszeichnungen. — Als weitere Jubilarin wurde hier kürzlich die Weingartenbesitzerin Frau Maria Felber zu ihrem 90. Geburtstag in engem Familien- und Freundeskreise gefeiert. Unbeschwert von der Last der Jahre schritt sie frisch und froh an diesem Tage über den Berg zu ihrem Weingartenhaus hinan, um dort inmitten ihrer Kinder, Enkeln, Urenkeln und Freunde das 90. Geburtsfest zu begehen. m. 50 Jahre Wttrfelzucker. Der Hücker ist ein alter Bekannter des Menschengeschlechtes. Wie aus verschiedenen Quellen mit Sicherheit festgestellt wurde, haben ihn die Europäer schon im 4. Jahrhundert vor der Zeitrechnung als Süßstoff verwendet. Einen völligen Umschwung brachte aber erst die Zuckererzeugung aus der Zuckerrübe, die Tor 100 Jahren eingeführt wurde. Der Kolonialzucker wurde verdrängt und die Zuckererzeugung aus der Zuckerrübe immer mehr vervollkommnet. In diesem Zusammenhange sei darauf verwiesen, daß es heuer 50 Jahre werden, daß zur Erzeugung von Würfelzucker übergegangen wurde. Das Marbarger Stadttheater in der Spielzeit 1942-43 BrMlnang dea Harne« mit der Oper „Frelschfitz" am 1, September Daa Stadttheater Marburg eröffnet seine kommende Spielreit mit 1. September 1942. Der Spielbetrieb umfaßt nunmehr alle drei üblichen Kunstgattungen. Es werden also in ständiger Abwechslung sowohl Opern als Operetten, Singspiele, wie auch Schauspiele einster und heiterer Art mit eigenem Ensemble zur Aufführung gelangen. Es ist ein reichhaltiger und abwechslungsreicher Spielplan vorgesehen, der dem Marburger Publikum nicht nur die unvergänglichen Werke des klassischen und modernen Bühnenschaffens vermitteln wird, sondern es werden auch Interessante Neuerscheinungen de« zeitgenössischen Schaffens zu Worte kommen. Die Leitung de« Theaters wird bestrebt «ein, das im Vorjahre geschaffene künstlerische Niveau des Marburger Theaters weiter zn führen und spricht die Erwartung aus, daß das Marburger Publikum an seinem eigenen Theater weiterhin den erfreulichen Anteil nehmen wird, der die vergangene Spielzeit kennzeichnete. So sehr es die Pflicht des Theaters Ist, kulturelle Arbeit in der deutschen Unter Steiermark zu leisten, so sehr ist es Pflicht, diese Bestrebungen von selten de« Publikum« in Jeder Weise zu unterstützen. Der Spielplan tat so vorgesehen, daß Jedem Volksgenossen etwas geboten wird und es wird da« Bestreben aller am Theater Beschäftigten «ein, die kommende Spielzeit so zu gestalten, daß Marburg auf sein Theater stolz sein kann. In der spielfreien Zeit des Sommers 1942 wurden einige Neuerungen und Verbesserungen durchgeführt, die den Wert der Aufführungen zu steigern im Stande sind. Die Tradition der Marburger Bühne soll und wird auch im kommenden Spiel jähr richtunggebend sein für die verantwortungsvolle Arbeit, die diesem Institut übertragen ist. Wenn auch die Kriegszeiten nicht alle Wünsche erfüllbar werden lassen, so ist das Marburger Theater in seinem heutigen Bestand noch fähig, das zu bieten, was von einem deutschen Theater verlangt werden kann. Der Spielplan Der Spielplan in der Zeit von 1. September 1942 bis 15. Juli 1943 umfaßt folgende Werke; Oper: „Der Freischütz" von K. M. v. Weber, ,,La Bohöme" von G. Puccini, „Carmen" von G. Bizet, „Ritter von Humpenburg, Belcanto" von Kormann (ostmärkische Erstaufführung), „Schwarzer Peter" von Norbert Schultze, „Tosca" von G. Puccini, „Die verkaufte Braut" von Fr. Smetana, „Der Troubadour" von G. Verdi, „Die Königskinder" von Hum-perdlnck, „Die spanische Nacht" von Bodert, „Tiefland" von D'Albert, „Zar und Zimmermann" V. A. Lortzlng. Weitere Werke sind vorgesehen. Operette: „Maske in Blau" von Raymond, „Paganini" und „Friederike" von Fr, Lehär, „Die oder keine" von Hentschke, „Fanny Elßler" V. Job. Strauß, „Der steirische Hammerherr" von J. Papesch (Uraufführung, Neubearbeitung), „Abenteuer Im Atlantik" von A. Nehrlng, „Zigeunerbaron" von Johann Strauß, „Clivia" von Nico Dostal, „Annchen von Tharau" von Strecker, „Die Dorothee" V. Vetterling, „Schäfchen zur Linken" v. Gutheim. Schauspiel: „Egmont" und „Faust" von W. V. Goethe, „Kabinettskrise in Ischl" von Z. Kraft, „Kleines Bezirksgericht" von Bleden, „Wasser für Canitoga" von G. Turner, „Fahr ma Euer Gnaden" von Oskar Weber, ferner „Leutnant Vary", „Pension Schöller", „Via Mala", „Rothschild siegt bei Waterloo", „Lügner und Nonne", „Der Verschwender", „Großer Mann privat", „Große Kurve", „X für U" von H. Gustl Kermayr und ein Kindermär- der größte Gauner sein. Oder der einzige, der einen Stein über die Drau schmeißen kann. Siehst du, das ist Psychologie. Oder ein anderes Beispiel. In das gleiche Wirtshaus kommt der braune Losverkäufer. Die Herren vom Stammtisch und auch andere Gäste kaufen sich jeder ein Los. Alle fcißen die Lose auf — jedes eine Niete. Nur der Zwickl steckt das Los ins Brusttascherl. Die anderen um den Tisch herum werden neugierig, aber sie warten. Sie schauen und speangeln auf das Brusttascherl des dicken Herrn Zwickl. Sie sagen kein Wort, es ist, als ob der Todesengel durch das Gastzimmer gegangen wäre. Der sonst so lustige Wirt schaut den Zwickl zuerst entgeistert, dann aber immer kritischer und kritisier an. Stille vor dem Sturm. Wer sich in der Sec-fenkunde auskennt, weiß, was jetzt kommen muß, kommen wird. Auf einmal preßt der Wirt, der — genau wie alle anderen — wie ein Dampfkessel vor dem Zerspringen fiebert, druckt also der Wirt heraus: »Den Wein vom letzten Josefitag hast auch noch nicht zahlt I Solche üäst' hab ich gern, die kunnten mir gestohlen werden. Schau mich net so blöd an, Zwickl, zahlst den Wein vom josefitag l« »Recht hat der Wirt, ganz recht hat er, so ein Mensch macht uns die Schand und bleibt den Wein vom Josefitag schuldiglc schreien die anderen Stammtischler. Gleich geht die schönste Rauferei los, der Zwickl erwischt eine Watschen, daß ihm die Zähne aclicppern und wird unter Billigung aller Gäste hinausgeschmissen. Jeder Todl möchte denken, es war das altes wegen des Josefitag». Aber der Zwickl, sonst ein sehr gescheiter Kerl, bleibt draußen vor dem Wirtshaus sitzen, er kennt sich in Psychologie aus und sagt zu sich selber: »Ich hätt das Los vor m^elnen Kameraden aufmachen sollen. Vor lauter Neugier sind sie rabiat geworden und haben mich herausgeschmissen!« Zwickl nimmt — noch immer auf der Erde sitzend — das Los heraus und reißt es auf. »Hurrat Denkt euch, ich hab' hundert Mark gewonnen!« ruft er begeistert und läuft in die Wirtsstuben. Alle springen auf, voller Freud, daß die Rauferei ein so schönes und — vernünftiges Ende gefunden hat. Der Postmeister ruft: »Siehst du, das hättest uns gleich sagen können!« Alle verstehen und vertragen sich wieder. Zwickl zahlt eine Runde und — das war Psychologie. So hart der Drautaler die Seelenkunde deutlich gemacht. Schmunzeln und lachen Beneidenswerte Krankheit Peteripüller, nicht gerade mehr in der Blüte der Jahre, wirft wütende Blicke auf ein quäkendes Kind, das ihm gegenübersitzt. „Ich hoffe", kniirrt er, „daß es keine ansteckende Krankheit hati" „Sie könnten froh sein, wenn Sie seine Krankheit hätten", entgegnet die Mutter. „Es bekommt nämlich Zähne!" Die acfmtotzigefl Füße Es goß in Strömen. Die Straßen glichen einem Morast. Bei Otto klingelte es. Die Freundin seiner Frau stand vor der Tür. Otto begrüßte sie: »Nur herein in die gute Stube!« »Der gute Teppich!« »Wieso?« »Ich habe ganz schmutzige Füße.« Otto lachte: xDas macht nicMs — Sie haben ja Schuhe ank chen. Außerdem sind 6 Symphoniekonzerte und ein bunter Sylvesterabend geplant. Die Mitglieder Eine Reihe von beliebten Mitgliedern der vorigen Spielzeit wurden neu verpflichtet und in dem vorgesehenen Spielplan wieder vor gioße und dankbare Aufgaben gestellt. Neu verpflichtet wurden: Vorstände: Berthold Dletz, technischer Leiter, Paul Hagen-Stiller, Obersplelleiter der Operette, Rlcbard Nagy, Oberspielleiter des Schauspiels, Max Kappes, 1. Operettenkapellmelster, Wolfgang Ullrich, Chordirektor, Oskar Pfeifer, Kapellmeister, Elisabeth Splonska, Leiterin des Kostümwesens, Erich Lucas, Fundusverwalter. Oper: Pia Piazza, jugendl. dramatischer Sopran, Hanna Kappes, Altistin, Maria Luca, Soubrette, Ludwig Mönch, Bassist, Ewald Steeg, seriöser Bassist. Operette: Dagmar Schumy, 1. Sängerin, Maria Kaufitsch, 1. Soubrette, Irmgard &hmldt, Soubrette, Friedl Weiß, Charakterrollen, Hubert Römer, 1, Tenor, Konrad Ohrlein, Tenorbuffo, Josef Hell-mar, Komiker. Schauspiel; Gloria Melnold, I. Salcndame und Liebhaberin, Edith Friedl, Charakterspielerin, Inge Rosenberg, Naive, Aloisla Kokl, Charakterrollen, Johannes Fe-rlgo, 1. Held und Liebhaber, Willy Bauer, jugendlicher Liebhaber, Karl Schellenberg, Charakterdarsteller, Lots Groß, Charakter-Komiker, Alfred Ratey, Naturbursche, und Wolf Erich, Charakterrollen. Die Eintrittspreise Die Erweiterung des Spielbetriebes um das ständige Schauspiel macht eine Neuregelung der Eintrittspreise notwendig. Es werden nunmehr drei Preiskategorien, Preise I, II und III eingeführt. Die Preise I werden für Erstaufführungen und erste Wiederholungen von Vorstellungen angesetzt und sind im Verhältnis zu den bisher üblichen Preisen unwesentlich erhöht. Die Preise II sind für die laufenden Vorstellungen vorgesehen und entsprechen den normalen Eintrittspreisen des Vorjahres. Die Preise III sind ermäßigt und werden dadurch auch den minder bemittelten Volksgenossen die Möglichkeit geben, das Theater ausreichend zu besuchen. Die Preisstaffelung der einzelnen Sltzkatego-rlen wird durch Anschlag an der Theaterkasse bekanntgegeben. Wie bisher, wird der Vorverkauf für die laufende Woche mit jedem Dienstag ab 9 Uhr früh bei »der Vorverkaufskasse des Theaters einsetzen. Der Vorverkauf für die erste Woche von 1. bis einschließlich 7. September 1942 beginnt mit Dienstag, 25. August 1942. Ab 14. September 1942 beginnen jeweils an den Montagen die geschlossenen Vorstellungen der Besucherringe des Amtes Volkbildung des StPirischen Heimatbundes. Die Ausgabe von Zwölferblockkarten wird mit kommender Spielzelt aufgelassen, es ist lediglich die Ausgabe von Kartenblocks von verschiedener Größe für Geschenkzwecke vorgesehen. Die Vorstellungen beginnen wieder täglich um 20 Uhr. Nach Beginn der Vorstelhmg ist der Eintritt in den Zuschauerraum wegen Störung der übrigen Theaterbesucher nicht mehr möglich. Die Theaterbesucher werden gebeten, In dieser Hinsicht verständnisvoll den Weisungen des Personals Folge zu leisten. Möge nun die zweite Spielzelt des deutschen Theaters in Marburg ihren Anfang nehmen und der Stadt Marburg und seiner Bevölkerung die Gewißheit verschaffen, daß deutsche Kunst in der südöstlichsten Ecke unseres großen Reiches blüht und gedeiht. Weltbild 2. Straß ensammlung lOr da« Krieg«hilfswerk für das Deutsche Rote Kreuz am 22. und 23. August Jäc die Ihau Holonderlieerea Unsere Vorfahren, die besser als wir mit den geheimen Kräften der Natur vertraut waren, wußten wohl, warum sie den Holunder den »Baum des Heils« nannten. Dem Safte seiner Beeren wurde schon immer eine ganz besonders heilkräftige Wirkung zugeschrieben. Unsere moderne Forschung hat nun nachgewiesen, daß diese hohe Wertschätzung des Holunders durch unsere Vorfahren ganz zu Recht bestanden hat, denn seine Früchte sind überaus reich an lebenswichtigen Vitaminen. Schon diese Tatsache allein sollte genügen, die schwarzblauen Beerendolden unsererHo-lunderbüsche, die jetzt überall an Waldrändern, Mauern, Hecken und Zäunen reifen, zu einer begehrten Frucht zu machen. Hiezu kommt noch, daß jedem Sammler hier eine wertvolle und zusätzliche Obstmenge kostenlos zur Verfügung steht, aus der sich die wohlschmeckendsten Säfte, Marmeladen und Gelees bereiten lassen. Holundersaft, der sich gut Wr Suppen, Tunken und Getränke ei^et, wird auf folgende Weise hergestellt: Die Holunderbeeren werden gut gewaschen, von den Stielen entfernt, knapp mit Wasser bedeckt, langsam gar gekocht. Darauf läßt man die Masse durch einen Saftbeutel laufen. Der Saft wird mit Zucker vermischt aufgekocht — . man rechnet auf l Liter Saft 200 g Zucker — abgeschäumt, kochend heiß in Flaschen gefüllt und sofort verschlössen. Der Saft läßt sich auch weiter zu Gelee verarbeiten, und zwar benötigt man hierzu 600 g Zucker auf 1 Liter Saft, Holunderbeeren eignen sich auch ebensogut zum Frischverbrauch. Eine Holundersuppe mit Knödeln wird auch den verwöhntesten Geschmack zufriedenstellen. Hierzu werden 500 g Holunderbeeren mit 1 Liter Wasser aufgekocht, durch ein Sieb gestrichen und mit Sago oder Kartoffelmehl gedickt. Als Einlage gibt man Grießklößchen oder Grießwürfel. Das Beste für unseren Soldaten Gründlich geschulte Feldköche sorgen für sein leibliches Wohl Der Soldat kann alles, wenn es befohlen wird. Aber kann er denn auch kochen —. werden unsere Frauen fragen. Nun, früher einmal mußte er es eben lernen, wenn er es noch nicht konnte. Bis dahin aber verging viel wertvolle Zeit und noch mehr wertvolles Essen; und der brave Landser würgte es geduldig hinunter, nicht ohne den »Küchenbullen« und seinen »Schlangenfraß« mit zärtlichen Ausdrücken zu bedenken. Und was erst, wenn einmal vor dem dampfenden Kessel einer von jenen hantierte, die es nie lernen? Nun, heute wissen wir längst, daß nicht der Kaczmarek in die Feldküche gehört, sondern der in Lehrgängen der Heeresverwaltung gründlich geschulte Feldkoch. Er allein kann unter schwierigen Verhältnissen, notfalls auch einmal mit beschränkten Mitteln, für die Truppe ein Essen bereiten, zu dem der Unfähige auch bei Verwendung besserer Zutaten nicht imstande wäre. Solches und vieles andere zeigte die Wehrkreisverwaltung XVllI in Salzburg unlängst vor einem Kreis geladener Gäste in ihrem Lehrfilm »Der Verpflegungsnachschub für das Feldheer«. Im Film wird der gesamte, umfassende Betrieb des Verpflegungsnachschubes einmal im Bilde, unterbrochen von sinnreichen Trickzeichnungen, gezeigt, so daß auch dem Außenstehenden begreiflich wird, wie sorgfältig und gründlich die Verpflegung unseres Millionenheeres gesichert ist. Fttldktichen auf dem Marsch Nummer 233 »Marbufgef 2>itung« 21. August 1942 Seile 7 ^IHctsc^üft Bnglaid Hemel Belgiscli-Rongo nin Seit zwei Jahren scheint das riesige Qe* biet von Belgisch-Konro. das SOmal so groß ist wie das Mutterland, völlig am Rande des Weltgescliehens zu liegen. Kaum jemals tauchten Meldungen aus diesem so rohstoffreichen Raum in den Spalten der Weltpresse auf. Und doch vollzieht sich im Kongo eine Entwicklung, die in mehr als einer Hinsicht starke Beachtung verdient: England hat seine Hand auf die belgische Kolonie gelegt und ohne Rücksicht auf die Interessen des ehemaligen Verbündeten läuft nun ein Ausbeutungsprozeß ab, der selbst vor den belgischen Siedlern nicht halt macht. Mit ihnen gewann London willkürliches Kanonenfutter, vor allem für den Feldzug in Abessinien. Wesentlich brutaler Ist noch der Raubbau, den England heute mit den Rohstoffen von Belgisch-Kongo treibt. Englische Berichte betonen, daß »infolge der Bedeutung gewisser Metalje für die Rüstungsindustrie« die Gruben in Belgisch-Kongo »voll ausgewertet« würden. Das bezieht sich vor allem au! die Kupfer- und Zinngewinnung. Seit dem Juni 1940 herrschen in Belglsch-Kongo die britischen Militärmissionen souverän über die Kolonie. Sie haben erzwungen, daß die Hilfeleistung an England im Vordergrund der Regierungspolitik des Kongo steht. Sie bestimmen auch allein nach den Bedürfnissen Englands, die Reihenfolge in der Ausbeutung der Gruben und Rohstofflager. Englische Gegenleistungen für diesen Raubbau sind bisher nicht zu verzeichnen. Im Gegenteil: die Versorgung der rund 30 000 Köpfe zählenden weißen Bevölkerung nnd auch der Eingeborenen hat sich wesentlich verschlechtert. Die Kolonie ist heute bereits auf die noch immer ungenügende Selbstversorgung angewiesen. Durch Entwertung der Währung und durch die erhöhten Kosten von Transport und Versicherung sind außerdem im Kongo die Preise aller Importwaren gestiegen, während die Preise für die Inlandsprodukte von London gedrückt wurden. X Schwarze Tage für Qoldgrubenaktio- näre. Die Berichte über die bevorstehende Einschränkung der südafrikanischen Gold-Produktion um lO'/» haben in britischen Aktionärskreisen Entsetzen hervorgerufen und empfindliche KurseinbuBe an der Börse aus-gelöst. Minister Stallard hatte versichert, daß die Union nach Möglichkeit daran festhalten wolle, eine möglichst hohe Goldproduktion aufrecht zu erhalten. Er mußte aber zugeben, daß der Mangel an Arbeitskräften sich in den Goldgruben bereits sehr nachteilig ausgewirkt habe und künftig eine vermutlich noch stärkere Beeinträchtigung der Förderung nach sich ziehen werde. Die südafrikanischen Goldgruben haben infolge Kriegs-mobilisierung besonders weiße Arbeitskräfte für das Heer abtreten müssen. Dieser Ausfall wirkte sich um so stärker aus, als diese weißen Angestellten überwiegend wichtige Schlüsselpositionen In der Produktion innehatten. Aber auch die Zahl der eingeborenen Arbeiter ist seit dem Februar 1942 stark zurückgegangen. Honig aus dem Südosten Bedeutcode Ausweitung der Bienenhaltung Ist möglich — Umstellung auf bewegllcbe Stöcke Die Länder des Südostens bieten der Bienenzucht im allgemeinen günstige Voraussetzungen. Der Reichtum an Laubhölzern, deren Blüten den Bienen gute Nahrung bieten, wie z. B. Linden und Akazienbäume, ist recht erheblich. Dazu treten eine große Zahl von wildwachsenden aromatischen Blumen und Kräutern, die ebenfalls den Bienen gute Weiden geben. Die Verstärkung des Obstbaues, der in fast allen Ländern rüstig voranschreitet, bildet auch eine zusätzliche Nahrungs-quelle für die Bienenvölker. Trotz dieser günstigen Voraussetzungen leistete die Bienenzucht im Südosten keineswegs das, was man auf Grund der modernen Erfahrungen von ihr verlangen kann. Infolgedessen sind in den letzten Jahren Bestrebungen im Gange, die Bienenzucht im Südosten zu modernisieren und sie zu wesentlich höherer Leistung zu bringen. Mehr Bienenstöcke in Bulgarien In Bulgarien hat trotz der günstigen äußeren Umstände die Bienenzucht keineswegs ihre Möglichkeiten ausgenutzt, da sie in recht primitiver Weise betrieben wurde. Die Bienenstöcke waren bisher fast durchweg unbeweglich, so daß die Weidemöglichkeiten nicht ausgenutzt werden konnten. In den letzten Jahren hat man begonnen, sich auf neuzeitliche Methoden umzustellen. Vor allem ist man bestrebt, die Anzahl der Bienenstöcke zu vermehren. Es ist gelungen, die Zahl der Völker von rund 300 000 im Jahre 1W3 auf rund 600 000 zu vergrößern. Auch die Ersetzung von unbeweglichen Bienenstöcken durch moderne bewegliche ist rüstig vorangeschritten. Dagegen ist die Ho-nigerzeugung noch nicht in gleicher Weise vergrößert worden. Im Durchschnitt wird der Ertrag der bulgarischen Bienenstöcke auf 2 Millionen kg Honig geschätzt. Um die Bienenzucht weiter zu fördern, gewährt der Staat den Imkern eine Reihe von Erleichterungen. So erhalten sie steuerfreien Zucker, billige Kredite für die Anschaffung moderner Bienenkörbe und sonstiger Imkergeräte. Weiter werden Prämien gezahlt, wenn ein Imker über eine gewisse Zahl von Bienenstöcken hinausgeht. JVlan will auch die Zahl der honigspendenden Pflanzen durch Anbau vergrößern. Durch die Bienenzüchtervereine sollen die Imker über die moderne Bienenzucht belehrt werden, die Bienenzucht soll in nächster Zeit soweit gefördert werden, daß sie in der Lage ist, den Bedarf des Landes voll zu decken, was bisher noch keineswegs der Fall ist. Frostschäden In Ungarn In Ungarn stellte sich nach einer Statistik, die vom Ackerbauministerium über die Honigerzeugung im Jahre 1940 herausgegeben war, die Zahl der Imker auf über 65 000. Die Zahl der Bienenvölker wurde mit rund 575 000 angegeben. Die Produktion von Honig belief sich auf rund 2 Millionen kg. Diese Zahl stellt einen Rückgang gegenüber den Vorjahren dar. Die Ursache der rückläufigen Erzeugung wird vor allem in den Frostschä- Die Vögel wandern N«im Erktaatnlsse Ubar den Vogelzug — Viele Rätsel bleiben noch zu lösen Zur Zeit der ersten kühlen Spätsommer-und Herbsttage beginnt die Abwanderung unserer Zugvögel nach dem Süden. Schon der alte Aristoteles, der doch noch durch das ganze Mittelalter hindurch als der Gelehrte schlechthin und der Born aller Weisheit galt, zerbrach sich den Kopf darüber, wo die meisten Vögel im Winter blieben, aber er hatte über diese Frage noch sehr phantastische Vorstellungen. Er glaubte zum Beispiel, die Lerchen und Schwalben kröchen, wenn es kalt würde, wie die Molchc In den Schlamm und überwintern dort! Inzwischen hat die historische und experimentelle Tierbiologie das Rätsel der alljährlichen Vogelwanderungen, im Herbst von Nord nach Süd, im Frühjahr von Süd nach Nord, sehr eingehend erforscht und auch schon weitgehend gelöst. Es darf heute als sicher gelten, daß der periodische Zugtrieb der letzten lebenden Vogelarten Mittel-und Nordeuropas in engem Zusammenhang mit der geologischen Tatsache der Eiszeit steht. Die klimatischen Veränderungen in den Lebensräunien der Tiere nötigen sie zu Wanderungen und diese wurden durch Vererbung zum festen Trieb. Individuell ist jedoch das Knappwerden der Nahrung in der kalten Jahreszeit nicht der Anlaß, daß Schwalben und Stare, Wildgänse und Kuk-kucke, Finken und Lerchen uns im Herbst verlassen, denn wenn die Zugvögel sich aufmachen, ist der Tisch für sie Immer noch, und für viele Arten sogar besonders gut. gedeckt. Aber das Naturschutzgesetz beherrscht sie, und auch der gefangene Zeisig, dem in seinem Bauer täglich das Freßnäpfchen gefüllt wird, hüpft, wenn die Wanderzeit gekommen ist, unruhig zwischen seinen Gittern hin und her. Die Wissenschaft hat die verschiedenen »Luftstraßen« ermittelt, auf denen die einzelnen Vogelarten in ihre Winterquartiere fliehen. Wir wissen, daß die meisten Tau-ben-, Hühner-. Schwimm- und Sperlingsvögel in Schwärmen die weite Reise antreten, die Räubervögel aber einzeln ziehen, und es ist festgestellt, daß für das Wunder, wie die Tiere mit unfehlbarer Sicherheit über Tausende von Kilometern den Weg zu ihren feststehenden Quartieren finden, verschie- dene Faktoren von starker Bedeutung sind: die scharfe Sehfähigkeit, ihr stark ausgeprägter Ortssinn und die meteorologischen Verhältnisse, auf die die Sinne der Vögel ungemein lebhaft und fein ansprechen. Ermittelt ist ferner, daß bei den Schwarmflü-gen Im allgemeinen ältere und erfahrene Tiere, denen die Triebstrecke bereits bekannt ist, die Schwärme führen, und daß Jungvögel, die nur auf Grund des Instinktes die Reise antreten, in erheblichem Maß dem Verfliegen und dadurch oft dem Untergang ausgesetzt sind. Auch über die Flughöhe und Fluggeschwindigkeit bei den einzelnen Arten ist die Wissenschaft heute weitgehend unterrichtet. Daß die Möwen, Segler, Schwalben und anderen es auf ihren Wanderungen zu erstaunlichen Leistungen, bis zu 250 Stundenkilometern, ja bei besonders günstigen Luftverhältnissen mit dem Wind, sogar weit darüber hinaus bringen, steht fest. Das Wunder des Vogelfluges setzt sich, genau betrachtet, aus einer ganzen Reihe von Wundern zusammen, von denen die Tierbiologie, fußend auf den nun schon seit Jahrzehnten durchgeführten, regelmäßigen Beobachtungen und praktisclien Versuchen der modernen »Vogelwarten«, bereits einen erheblichen Teil zur exakten Erkenntnis führen konnte. Dje Zuversicht der Verfasser des großen ausgezeichneten Werkes »Tierbau Tierleben«, R. Hesse und F. Doflein, ist also wohl berechtigt, »das exakte Beobachtung sicherlich das Rätsel des Zugvogelfluges auf uns schon bekannte Faktoren zurückzuführen werde, ,deren Kombination das wunderbare, den Menschengeist aufs äußerste Fesselnde an diesem Problem sein.« Das Letzte und Eigentliche freilich muß, wie das Geheimnis der Natur überhaupt, auch hier dem Menschen unerklärbar bleiben. den des» schweren Winters 1939/40 ru Sachen sein. Auch Ungarn ist bestrebt, durch entsprechende Maßnahmen die Bienenzucht weiter zu fördern, um wesentlich höhere Erträge herauszuwirtschaften. Modernisierung In der Slowakei In der Slowakei will man die Bienenzucht durch gesetzliche Maßnahmen heben. Vor allem soll neben der Verbesserung der Zucht auch die Verwertung der Erzeugnisse auf eine gesündere Grundlage gestellt werden. Es wird angestrebt, durch die Verwendung von normalisierten Bienenstöcken die Zucht zu modernisieren, auch soll der Anbau von nektartragenden Pflanzen gefördert werden. Für den Ankauf von Bienenhonig hat eine Fachabteiiung des Slowakischen Imkerverbandes das Monopolrecht erhalten, so daß alle Imker verpflichtet sind, ihren geernteten Honig an diese Stelle zu verkaufen. Andererseits ist diese Stelle verpflichtet, den Imkern einen festgesetzten Preis zu zahlen. Der kroatische Staat ist ebenfalls bemüht, die heimische Imkerei zu unterstützen, und hat für diesen Zweck in Deutschland Material gekauft, das für die Bienenzucht gebraucht wird. Dieses Material wird über die Imkervereine den Bienenzüchtern zur Verfügung gestellt, um diese in die Lage zu versetzen, ihre Betriebe zu modernisieren. Auch liier ist man vornehmlich bestrebt, die modernen beweglichen Bienenkörbe einzuführen, die eine bessere Weidemöglichkeit gestatten. X Der Wirtschaftsauf bau in Odessa. Den Bemühungen der rumänischen Zivilyerwal-tung in Transistrien ist es gelungen, in den letzten Monaten eine Anzahl von kleineren und größeren Fabriken in Odessa wieder in Betrieb zu setzen. So haben die Städtische Leder- und Schuhwarenfabrik, eine Seilerei, eine Seidenfabrik, eine Trikotagen-Fabrik, eine Ziegelei und eine Fabrik für Handelsdünger die Arbeit wieder aufgenommen. X Japanische EnergicPläne in der Süd* see. Der große japanische Stickstoff-Düngemittel-Konzern »Nippon Chisso Hiryo« hat Wellbild Sondermarken des GeneralgouvernemeDts Zwei der vier Sondermarken, die die Deutsche Post Osten zum 600jährigen Bestehen der Stadt Lublin am 15. August 1942 herausgegeben hat. von den zuständigen Behörden den Auftrag erhalten, in Malaya, Sumatra und Borneo die elektrischen Energiequellen zu entwickeln, um dort gegebenenfalls Produktionsstätten zu errichten. X Wachsende Kohlcnot in Südafrika. Der Mangel an Schiffsraum hat zu einer derartigen Verschärfung der Kohlenot in Südafrika geführt, daß im Kriege mit erhebliclien Stillegungen in der Industrie gerechnet werden muß. In dieser Lage haben die Südafrikaner nach einer Meldung der »Daily Mail« beschlossen, die im südlichen Teil .von Tan-ganjika (dem ehemaligen Deutsch-Ostafrika) gelegenen Kohlenvorkommen aus^^ubeuten, obwohl diese Vorkommen bisher wegen ihrer, ungünstigen Verkehrslage nicht erschlossen werden konnten. Auf einer Bergwerkskonferenz in Nairobi soll der Bau einer Eisenbahn nach dem südöstlichen Ufer des Tan-ganjika-Sees beschlossen worden sein, wobei es allerdings selbst nach der »Daily Mail< dahingestellt bleibt, wer das Eisenbahnmaterial und die Grubenmaschinen liefern soll. All diese Pläne zeigen den verzweifelten Ernst der Lage, in die in allen Teilen der Welt die britische Wirtschaft infolge des deutschen U-Bootkrieges geraten ist. Saoii und JMatm Grazer LSV spieN am Samstag in Marbarg Im Marburger Reichsbahnstadion kommt Samstag abend wieder ein zugkräftiger Fußballkampf zur Abwicklung. Der Grazer LSV und die Abt. Reichsbahn der Marburger Sportgemeinschaft treten sich in einem Freundschaftsspiel gegenüber, um bei dieser Gelegenheit ihre viel umstrittenen Kräfte zu messen. In den Reihen der Grazer Fußballgäste werden mehrere bekannte Größen des steirischen Fußballsports beschäftigt sein, die schon lange auf die Form der Grazer Mannschaften bestimmenden Einfluß nehmen. Da auch die Marburger Reichsbahner wohlvorbereitet in den Kampf ziehen, ist mit einem spannenden Ablauf des Spieles, das um 17.30 U^r seinen Anfang nimmt, zu rechnen. firaier Handbattgisle in Cilli Die Handballsektion der Betriebssportgemeinschaft Westen in Cilli hat sich den Gra-zer Athletik-Sport-Klub für Sonntag, den 23, August, als Gegner verpflichtet. Obwohl der Handballsport in Cilli noch sehr jung ist, hat er unter dem Sportpublikum der Sannstadt große Anhängerschaft gefunden. Der GAK, der in den letzten Jahren immer zu den Spitzenmannschaften der Ostmark gezählt hat, wird für die Cillier Handballer ein sehr schwerer Gegner sein. Jedenfalls wird es zu einem sehr angeregten und interessanten Kampf kommen, der um 14 Uhr 30 auf dem Betriebssportplatz der Firma Westen in Tschret seinen Anfang nimmt. Der Zeifplan fOr Breslau Die deutsche Jugend rüstet zur Teilnahme an den VL Sommerkampfspielen der Hitler-Jugend in Breslau, Ungeachtet der stark beschränkten Teilnahme werden die Sommer-kampfspiele wieder die alljährliche große Leistungsschau unserer Jungen und Mädel sein. Es ist ein umfangreiches Programm, das an den Tagen vom 23. bis 30. August auf den Kampfstätten des Hermann-Göring-Sportfeldes in Breslau abgewickelt wird. Den Auftakt bilden bereits am Sonntag, 23. August, die Vorrundenspiele im Handball, Hok-key (HJ und BdM) und im Fußball. Eingeleitet werden die Sommerkampfspiele am Montag, 24. August, um 20 Uhr, mit der Er-öffnungskundgebimp und der feierlichen Verpflichtung der Wettkämpfer in der Jahrhunderthalle. Am Dienstag, 25. August, setzen die Vorkämpfe im Schwimmen, Tennis und Rollkunstlauf ein, dazu kommen am Mittwoch, 26. August, die Ausscheidungen in der Leichtathletik, Radfahren auf Bahn und Straße, Geräteturnen und Boxen. Der Tag der Zwischenkämpfe ist der Donnerstag, 27. August, bei dem gleichzeitig das KK-Schießen T^üSfhdt KfPff fsifffrüiftffr ^ Samstag und Sonntag bei der Strafiensammlung des Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz! in Angriff genommen wird. Ein Großkonzert der Hitler-Jugend in der Jahrhunderthalle beschließt den ereignisreichen Tag. Entscheidungskämpfe im Schwimmen, Bahnradfahren und im Einzelturnen sind am Freitag, 28. August. Ein Kürturnen der zwölf besten Hitler-jungen ist für den Abend in der Staatenhalle auf dem Messegelände angesetzt. Die Großveranstaltung in der Schlesierkampfbahn sieht am Samstag, 29. August, ab 14,30 Uhr, neben den ersten Entscheidungen in der Leichtathletik die Endspiele um die Deutsche Jugendmeisterschaft im Handball und , Fußball vor, nachdem bereits am Vormittag Jungen und Mädel im Handball und Hockey um den dritten Platz gespielt haben. In der Schwimmbahn sind weitere Schlußkämpfe und das Spiel um den dritten Platz im Wasserball. In der Jahrhunderthalle sind die EntscheidunRS-kämpfe um die Jugendmeisterschaft im Boxen, nachdem bereits am Nachmittag die dritten Preisträger ermittelt wurden. Die Endspiele im Tennis, das 100 km-Straßenfahreri und die Endspiele im Hockey (HJ und BdM) leiten den Schlußtag ein. Am Vormittag (Sonntag, 30. August) werden weiterhin die Schwimmkämpfe und das Wasserhnlltumier und die Handhallmeisterschaft der Mädel abgeschlossen. Der Nachmittag sieht als Hauptveranstaltung in der Schlesierkampfbahn die von Vorführungen umrahmten Entscheidungen in der Leichtathletik vor. Mit dem Aufmarsch und der Ehrung der Sieger klingen die VI. Sommerspiele der Hitler-Jugend aus. ; Gunder Hägg startet wieder. Der schwedische Meisterläufer Gunder Hägg, der vor einigen Wochen zusammengebrochen ist, soll sich nach den letzten Nachrichten wieder auf dem Wege der Besserung befinden. Wir erfahren, daß der Schwede bereits am 23. August wieder an den Start geht, und zwar in Oresund, wo er auf seinen alten Rivalen Arne Andersson trifft. : Um die Europameisterschaft Im Weltergewicht stehen sich am 12. September in Marseile die Landesboxmeister von Spanien und Frankreich Ferrer bzw. Marcel Cerdan gegenüber. ; Bei den Titelkämpfen der Radsporlama-teure In Berlin sicherte sich Hunzel das Einsitzerfahren, Bunzel-Saager das Zweisitzerfahren und Dresden-Berlin im Vereins-Mannschaftsfahren alle Meistorschaflswett-bewerbe. ; Zwei Vergleichskämpfe. In München besiegle die Mannschaft von Baden die Auswahl von München und Oberbayern mit 6:5 (3:2), dagegen schloß in Krakau der Kampf zwischen dem Generalgouvernement und dem Sudetenland 3:3 unentschieden, nachdem die Sudetendeutschen bis zur Pause mit 3:0 geführt hatten. : Um den Könlg-Stefan-Pokal war Szolnok gegen Gamma in den Vorschußspielcn mit 1:0 Toren vor 16 000 Zuschauern erfolgreich. : Belgiens Tennismeisterschaften wurden in Brüssel entschieden. In den Schlußrunden gab es folgende Ergebnisse: A^ännereinzel: Van den Eynde-Geelhand 6:3, 6:3; Alänner-doppel: Van den Hynde-Nneyacrt gegen l,o-croix-De Borman 6:3, 6:3; Fraueneinzel: Ho-yaux-De Bary.3:6, 6:3, 6:0; Frauendoppel; De Bary-Dumonveau gegen Hovaux-David 7:5, 4:6, 6:1; Gemischtes Doppel: Üe Ror-man-Cicelhand gegen David-Moreau 6:4, 9:7. Sefie 8 fMirtStifgef Zelfuwgf 21. ;Ä«gwf Ntmnnex 233 .Aus aiiu. lüdl a. Nach Jahrzehnten wieder grün. Vor Jahrzehnten versank im Schlesiertal. als der irroßc Damm der Wcißtritztaliperre vollendet War. ein Teil eines cajuea Dorfes mit seinen Gärten und Baumbeständen in die Staufluten. Durch den augenblicklichen nie-rigen Wasserstand des Stausees ist die seit Jahrzehnten versunkene Landschaft wieder ans Licht gekommen. Eine der damals mit-versunkenen Weiden beginnt trotz ihres langjährigen Unterwasserschlafes wieder auszuschlagen und zu grünen. a. lllyrlsche Gräber Im Warthegau. Die vielfach gemachte Beobachtung, daß Hügel inmitten von Niederungen alte Siedlungsstätten sind, hat bei Kempen erneut ihre Bestätigung gefunden. Im Zuge der Umgestaltung des Stadtbildes wurde ein pyramidenartiger Hügel abgetragen, wobei man auf eine Begräbnisstätte der illyrischen Bauernbevölkerung des Gaues stieß. Diese hat als ziemlich geschlossene Masse etwa zwischen Elbe und Weichsel gewohnt. Grab liegt neben Grab; eine Steinsetzung umgibt die Urne mit dem Leichenbrand, mitunter Ist diese auch daneben ausgestreut. Schmuckstücke wurden in großer Anzahl gefunden. In nächster Zeit soll eine kleine Musterschau den Einwohnern zeigen, was in ihrem Heimatboden ruht. a. Großes Reinemachen In Warschau. In Warschau wurde auf Anordnung des Stadthauptmanns eine große Reintgungswocbe durchgeführt. Unter der Leitung des deutschen Amtsarztes kontrollierte das Gesundheitsamt die Durchführung der Aktion, für die von den Gesundheitspunkten an die ärmere Bevölkerung Über 20 000 Kilo Relni-ingsmittel ausgegeben wurden. Täglich rden außerdem 3000 Personen entlaust und deren Wohnungen desinfiziert. Fürsorgeamt und Gesundheitsamt sorgten ferner guni Vui für die Räumung von Eleodswohnuncen and die Instandsetzung menschenwürdiger Behausungen. Mit dieser Aktion beugt die deutsche Verwaltung erneut energisch der Verbreitung der im ehemaligen Polen seit jeher ansässigen ansteckenden Krankheiten, insbesondere dem Fleckfieber als einer typi-schen Schmutzkrankheit, vor. Laßt keine Falläpfel umkommen^ sie können noch zur Pektinherstellung, zur Mar-metadenbereitung und zur Branntweinherstellung Verwendung finden. Amtliche Bekanntmachungen Der Chef der Zivllverwaltnng In der Unteriteiermark Der Beaaftragte für die Zivilrechtspflege Dienststelle Cilll Aanäerungen bei einer firma Im Register des Gerichte« in GilH wurde am 19. August 1942 bei der Firma: »L Jugoslovanski kovioika industrija, firuiba s omejeno lavezo Ceije« — C 1 60 folgende Änderung eingetragen: Sit« der Firma: CILLL Ftrmawortlaut: L SUdsteiritcfae Met«lIFilm, dlo Toller Last und Laune die sprühende, lebendige Fröhlichkeit des Wiener Blutes zeigt, durchwohen Toa den nnsterh-Hohen Walter-Rhythmen des Johann Strauß. 8227 Fttr Jugendliche unter 14 Jahren nicht lugelaMonl Neueste deutsche Woehensehaul ESPLANADE Baas Moser Theo Liogea 7 lahre Pech Gin GroB'Luitspiel der Styria-Film im Siegel«Verleih Tn weiteren Hauptrollen: Clara Tabody, Wolf Alhaeh. Retty, OUy Holimann, Ida Wiist, Oakar Sim« Buch und Spielleitungi Emst Marischka Die luitige Geschichte eine« Mannes, den 7 Jahr« alle« daneben ging. Eine ununterbrochene Folge gre> teaker länfälle und witiiger Situationen Lachen am laufenden Band! Woeheniehtn 824« Kulturfilm: Rund ani Kairo Für Jagendllche angelassenl iciilsiiieie Bruanilsrl Wir bitten zum Tanz Wochenschatt Kolturfnin . Für Jugendliche unter 14 Jahren nicht sngelaiMnl Vorstellungen leden Freitag titn 20 Uhr, Samstag um 18 und 20.30, Sonntag um 15, 18 und 20.30 Uhr, 8228 Mstrepel-llchttpi«!« CIIII WIENER BLUT FQr Jugendliche unter 14 Jahren nicht zugelasMnl Verlängert bis Montag, den 24. August EasHoi „Weisses Rmf Pettnu, wegen Gefolgschaftaurlauhes vom 21. Angnat bi« 5. September 1942 geschlossen. 8249 Freiwillige für den Wachdienst in den besetzten Gebieten, auch Pensionisten, Rentner, jedoch ifflf)e8cholten und einsatzfähig, im Alter von 24 bis 60, zu sofortigem Eintritt gesucht. Auskunft bei allen Arbeitsämtern und bei der Werbeleitung für die Ostmark; Thiel Rudolf, Werbeleiter, Graz, Sackstraße 27, Tel. 42-42, und Innsbruck, Hotel Mondschein, Mariahilf Nr. 6. 2609-6 Obstverwertungsbetrieb sucht 2 Schreibkräfte, 1 Buchhalter, l Lagerverwalter, l kaufm. Lehrling zu baldigem Eintritt. Bewerbungen an: Sanntaler Süßmostkelterei Karstedt & Co., K.-G., Cilli, Buchenstraße 17. 8094-6 Molkerei Marburg, Tejfetthoff-straße 51, sucht einige gesunde Articlter und Arbeiterinnen. 8166-6 Fräulein sucht möbliertes Zimmer, ohne Wäschebenützung und ohne Bedienung, mit oder ohne Kost, für sofort oder später. Anträge unter »Ruhig« an die Verw. 8241-8 Suche dringend ein möbliertes Zimmer. Angebote unter »Saubere an die Verw. 8252-8 Alleinstehender Herr, Unber-nehnier, sucht einf. Schlaf" Zimmer zu mieten. Anträge unter »289« an die Verw. 8196-8 WoiutUHtStOMtk Hausmeister wird gegen Wohnungstausch aufgenommen. Anfragen in der Verw. 8253-9 Uiitßüffiiht Erteile Unterricht In Englisch, Französisch und Klavier. Laura Hodan, Hotel Meran, Mar-burg-Drau. 8216-10 fläJkdB s l^£iilisl£ Kleine Schirmhülle m. Reißverschluß verloren (für Finder wertlos). Gegen Belohnung abzugeben in der Verwaltung. 8217-13 Kärntnerkreuz für Tapferkeit I, Klasse verloren. 10 RM Belohnung. Abzugeben Postamt Marburg, ff-Postschutzdienst-stelle. 8212-13 VeesäUedeMs Ahnenpaß - Ausfertii Famiiienforschungs - Institut» Graz, Grieskai 60, Ruf 67-95. 6987-14