ftr M." Rr IS« Freitag ES. Oktob«» ISßtS. VIII. Jahrgang Die ^Marturger Zeituns/' erscheint jeden Eonntag, MiUwoch »nd Freitag. Preise — für Marburg: ganzjährig e si., h,ilbjahs,g Zsi., vierteljcihrig Ist. 50 kr; für Sukellung ins Haus monatlich 10 fr. ^ mit Postversendung: ganzjährig 8fl., halbjährig 4si., vierteljährig 2fl. Die ein Mal gespaltene Varmondzeile wird bei einmaliger Einschaltung mit 10, bei zweimaliger mit IK, bei dreimaliger mit 20 ?r. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung 30 tr. JnserateN'Stempelgebühr kommen. Z«i ^Zisiiiichti' kti'j; T«ne>'. Die Meise des Kaisers nach dem Oriente wurde am 25. an-getreten, früher war noch- Ministerratli. in welchem der Krikgsminisler mit den ausgedehntesten Bollmachten bezüglich dcS AusstandeS in Dal-matten versehen worden sein soll. Ueber den Dalmatinischen Aufstand selbst liegen rcim neueren Rachrichten vor ; die kai>. Truppen langen nach und nach ein und werden vorgeschoben, doch scheinen die WitterungSelnflüffe den Äktio-nen sehr hinderlich zu sein. Die Türkei macht nun ebrnfallS Anstalten, durch eine Ausstrllung an der Grenze theils den Uebertritt ihrer Unter thanen zu den Aufständischen^ zu verhindern, lHeils etwa über die Grenze geschlagene Insurgenten zu entwaffnen. Die L heilnahme der Montenegriner am Kampfe ist nun erwiesen, io wurden jmnsit unter den Gefangenen auch zwei öernagorzen eingebracht. In PariS ist der so gesürchtete 26. Ottober ohne Störung vor-übergegangen, die Liberalen wollten eben der Regierung nicht die Freude machen, ihre Ehafsepot-Gewehre auch in Paris in Anwendung bringen zu können. _____ _ Red« des Abgeordnete» von Marburg, Friedrich Vrandstetter. in Angelegenheit der Weindauschule in der 19 Sitzung deS steiermarkischen Landtages. Im vorigen Jahre wurde der Beschluß gesaßt: Der L andeSauSschuß wird ermächtigt, zum" Zlvecke der Errichtung einer Weindauschule bei Marburg eine Realität ju kaufen oder zu pachten. Daß dieser Beschluß biS heute nicht ausgeführt wurde, liegt in den Schwierigkeiten, welche fich bei dem Ankauf so großer Realitäten immer ergeben; der Landes Ausschuß wollte die Verantwortung nicht übernehmen, sondern, wosür wir sicher zu Dank verpflichtet find, die Entscheidung dieser Angelegenheit der Beschlußfasiung deS h- HauseS überlassen. In diesem Momente ist aber in dieser Fraae wieder ein ganz anderer Ge-sichtSpunkt eingetreten; gegenwärtig wird der RaKerhof als verkäuflich hingestellt, während dem Ausschnffe bei seiner ersten Berathung nur ein Privatbrief vorlag, n^^ch welchem diese Realität nicht verkäuflich war. Nach dem Wortlaut deS Landes AuSsctZußBerichteS wurde die Landwirth« schaftSgescllschaftS'Filiale Marburg schon in Beginn der Verhandlungen aufgefordert, an daS Stift Admoiit eine dieSjallige Anfrage zu richten, weil mehrfache günstige Ansichten über die Tauglichkeit dieser Realität be« stehen, auf wclche Anfrage oberwähnte Antwort erfolgte; eS war daher begr,ifllch. daß durch lhren Sonderausschuß dem Antrage deS Herrn Dr. Pr'log entsprochen lvnrde. mit dcn» Stifte Admont in Verhandlung zu treten, lvaS nun geschehen konnte. alS die Geneigtheit zum Verkaufe sicher war. Es war sicher nicht die Abficht deS Sonderausschusses, die Ent-scheidung in dirser Angelegenheit zu verschleppen, lvenn er fich die Mühe nahm, sämmtliche Objekte, welche überhaupt in Betracht kommen können, zu besichtigen, denn eS ivar vorauszusehen, daß eine Debatte, wie die Heu« tige, kommen werde, und eS würde natürlich unmöglich sein, die von dem Landes Ausschüsse oder von irgend einer anderen Seite gestellten Anträge zu billigen oder zu mißbilligen, wenn man eben die betreffenden Realitäten nicht aus eigener Anschauung kennt. Es lst daher der Vorwurf, welcher durch eine Petition der Stadt Marburg dem Sonderausschüsse gemacht wird, die Entscheidung in dieser Angelegenheit durch 4 Wochen verzögert zu haben, nicht begründet. Der SonderauSschnß, der Mchfam als Käufer auftritt, hat so gehandelt, lvie überhaupt jeder gewissenhafte Käufer handeln muß; er hat die Umstände und den Preis bezüglich jeder Realität geprüft, und so kqm eS. daß eS bisher zu einem Beschlüsse über den Ankauf einer bestimmten Realität nicht kam. Der Direktor der Acker-bauschnle in Grottenhof war mit bei der Besichtigung der Realitäten und liob damals hervor. waS er heilte hier nicht wiederholte, daß nach der Beschaffenheit der Gebände in der Pikardie die Disziplin daselbst deshalb schwer zu handhaben sei. da diese Gebäude so zerstreut find; daS ist jedenfalls eine der Hauptschwierigkeitcn; man hat sodann den Ratzerhof in Erwägung gezogen, weil dort große Gebäude bestehen, welche dürch An-bauten noch vergrößert werden können, so daß e< dem zukünftigen Diret» Die vier PeWger an den Äntony-Kllen. A«i S. MDllhause«« Ntise «m MWjippi «ach der Sitts«. < (Schluß.) Alle Krieger waren jetzt lvieder umS Feuer versammelt, und daS Fäßchen wurde geöffnet. In langen Zügen schlürfte der erste, ivahrend die lüsternen Augen der übrigen an seinem Munde hingen; diese Veduld« probe war indeffen zu peinigend. DaS Fäßchen wurde in einen Wasserbehälter ausgeleert, und nun konnten alle zugleich ihr Verderben aus demselben schöpfen. Die Weiber und Kinder, die im Anfang nur auS der Ferne zusahen, rückten immer näher und kanerten bald dicht hinter den unersättlichen Trinkern. Furchtbar entstellte die Gler ihre Züge nnd Ungeduldig harrten fie deS AugenblickkS, in ivelchem der letzte bestnnungS loS hinstürzen würde, um dann selbst über den Rest des BranntlveinS herfallen zu können. Die Wirkut^g deS Spiritus ist bei der indianischen Raee fast augeu-blicklich; ein gräßlicher Anblick bot sich deshalb dem immer näher scblki« chenden Pierre dar. DumpfeS Geheul, wahnsinniges Lachet: und niüthen-deS Jammern zltterte durch die stille Abendluft, heimlich unterdrückte Feindschaft oder Eifersucht brach sich Bahn bei dem sonst verschlossenen Indianer, Messer zückten sie auf einander, und daS Kriegsbeil ward schleudert, doch der Arm war erschlafft, daS Auge geblendet und die ohnmächtigen Waffen erreichten ihr Ziel gar nicht oder doch ohne Erfolg. Jetzt erhob sich einer, um nach den Gefangenen hinzustürzen, er taumelte, siel, noch ein Versuch sich aufzurichten und betäubt stürzte er zusammen, durch keine Newegnna mehr Leben verrathend. Einer folgte dem andern wer znsammenbrach, blieb mit krainpshaft verzerrtem Gesicht nnd Gliedern in derselben Stellung liegen. Kaum war der letzte dieser todähnlichen Betäubung erlegen, als Weilier und Kinder über die Reste herfielen; jedes fand noch genug um sich dem verderblichen Genuß des Getränkes ganz hingeben zn können; sogär dem Säugling wurde von dem Feuer' Wasser in den geöffneten Mund gegossen. Als die lvuthähnliche Trunken- heil fich aller bemächtigt hatte, da begann ein furchtbarer Kampf um die letzten Tropfen über den Leibern der befinnnngSlosen Krieger. ES war ein scheußliches Gewühl menschlicher Glieder, die in abschreckender Weise fich durcheinander wanden. DaS Kreischen und Heulen wurde bald schwächer, die mit Blut unterlaufenen Augen starrten ausdruckslos umher, den Kämpfenden man« grlte die Kraft sich anS dem Ge'vühl zu entfernen, und ein grausen« erregendes Bild lag der Haufen lebendiger Leichen da: die Mutter aus ihrem Kinde, d.^Sselbe erdrückend, der Vater mit dem Messer in der krampshast geschlossenen Faust, an welchem daS Blut seines SohneS oder LrudrrS klebte. Noch war der Larm nicht ganz verstummt, alS Pierre mit raschen Schritten die Fesseln seiner Gefährten trennte und diese aufsprangen, lrm durch freie Bewegungen den gehemmten Kreislauf deS BlutteS in den von Krämpfen steif gewordenen Gliedern wieder herzu-stellen. Der eine der Trapper ivi^r, »vie Pierre und sein Geführte ge-schlössen hatten, wirtlich am Arme leicht verwundet worden, als sie von hinten heimtückischer Weise überfallen und gesangen wurden. Kaum wie-der im Besitz feiner Waffe, beseelte ihn der einzige Gedanke nach Rache, und NM mit Mülle konnte er von den andern zurückgehallen werden aus die übereinanderliegenden, besinnungslosen Wilden zu stürzen, und mit dem Messer mordend unler denselben zu tvichlen. Ein eben so sicheres und melir menschliches Ä^erfahren wurde indessen eingeschlagen ihre Feinde beim Erlvachen unschädlich uud unfähig zur Versolgung zu machen. Sechs Stunden Zeit hatten die Trapper wenigstens, um Vorsprung zu gewinnen, doch tnußien ihre Vorliereilungen schnell und mit Ueberlegung getroffen werden. Acht Pferde standen alSbald gesattelt, vier mit indianischen Reit« sätteln, die andern mit Packböcken. Eilig wurden die Zelte durchsucht, alles werthvolle Pelzwerk wurde auf zwei der Lastthiere brf.ftigt und die übrige,^ beiden dazu bestimmt die an der Mündung deS FlusseS aufbe-wahrten Schätze aufzunehmen. In knrzer Zeit waren sie zur Flucht bereit, eS mußte nur noch die Möglichkeit einer Verfolgung abgeschnitten werden. DaS verlöschende Feuer wurde geschürt, daß es hell auf!ol>erte, und da hinein lvanderten die Sättel, Riemenzeug und Fangleinen, dann alle Waffen, die nur zu t « ' tor schwieriger sein dürfte. Beschwerden und Einwürfe zu erhebe«, wenn ihm vielleicht in Hinsicht auf die Disziplin Mängrl vorgehalten wrrden. Hütte der Sonderausschuß schon damals dm künftigen Direktor der Wein-dauschule zur Seite gehabt, so würde er sich für die Ansicht des Direktors aAssprechen tSnn,n. der jedeufalls am besten wissen müßte, wie er künftig-hin seiner A»fgabe. insbesondere mit Rücksicht auf die Kellerwirthschaft. gerecht werde« tSnnte; gegenwärtig mubte aber die Gefahr vorschweben, daß man eine Realität kaufe, welche allerdings Freiherr von Babo em-psohlen hat, welche aber der künftige Direktor der Weinbauschule nicht für poffend finden könnte, und ich möchte da nur an den Umstand er-inner«, daß Areiherr v. Babo. zu drffen persönlichen Verehrern ich sicher gehöre, bei seinen Bereisungen der Steiermark Urtheile über den fteier-mürtischen Beinbau gesaUt hat. welche von Bielen nicht günstig aufge-nommen. ja von Einzelnen zurüt^ewiesen worden find. Und es ist s hr leicht möglich, daß der zukünftige Direktor, wie solche gälle in der Wissen, si^st oft vorkommen., in der Krage üdtr die Tauglichkcit der offerirten Realitäten für alle Zwecke mit dem Gutachten des Herrn Babo nicht nberemstimmen könnte, woraus für das Land wesentliche Nachtheile herbeigeführt werden^ könnten. Bezüglich der Pikardie muß ich wohl anführen, daß die große Nähe der Stadt sehr verlockend ist, und di.ser Umstand hat auch die Mehrzahl der Marburger. sowie mich veranlaßt. ^>errn Pfrimer zur Offerirung seiner Realität zu animiren. Es handelt sich b greiflicherwcise nicht blob darum, eine Weinbauscbule zu e,richten, welche durch ven Unterricht ihrer SSglinge' für die Verbesserung des Weinbaues wirksam ist. sondern die selbe soll den weitesten «reisen, so z. B. den praktischen Weinbauern, sowie auch den Zöglingen der verschiedenen Anst >lten Marburgs zu.,anglich gemacht werden, und dadurch die Verbesserung des Weinbaues so schnell als möglich erzielen. Der Sonderausschuß Hot auch dils.n Umstand ge. würdiget; nachdem aber die Verhandlungen mit d m Besitzer des Ratzer-Hofes zu keinem bestimmten Resultate füliren konnten. j desmal der von dem Sonderausschüsse angebotene Preis zu nied'ig b.funden. ein be. plmmter Preis von der anderen Seite aber Nicht genannt ivurde. konnte auf diese Real,tüt keine Rücksicht mehr genommen iverd n. Der erste Bericht des Sonderausschusses ist also unter der Zwangslage zu Stande gekommen, daß eine andere Realität niiizt zu finden war. und ich glaube kaum, daß die von dem Herrn Abg. Pfeifer iieantragte Ausschreibung zu anderen Resultaten führen würde, als daß die btreits vorliegenden beiden Realitäten erworben werden können. Der von Herrn Pfeifer gestillte neue Antrag, der dahin geht, dem Landes Ausschusse neuerlich Auftrüge zum Ankaufe cincr Realität zur Berichterstattung für das nächste Sahr zu geben, macht Besorgnisse.rege, die fich gewiß auch im Unterlande weiter verbreiten tverdrn. nämlich die Besorgniß. daß die Errichtung der Weinbkuschule schon im heurigen Jahre in Marburg in Frage kommt. Allein die Besorgnisse, daß die Anstalt hiedurch unmöglich werden könnte, haben den Sonderausschuß in seiner eisten Sitzung veranlaßt, den Grundsatz auszusprechen, daß unter jeder Bedingung die Weinbau schule schon in diesem Jahre zn eröffnen ist. daß. im Aalle die g age der Erwerl»ung der ziveckentsprecheuden Realität bis zum Schlüsse drr Session nicht befriedigend gelöst werden könnte, vorderhand die bereits normirten 10 ZögliM aufgenommen werden sollten, »velchen der theoretische Unter« richt im Weinbau und in den Naturwissenschaften in einem beliebigen in Marburg zu miethenden Lakale zu ertheilen ist. Nachdem aber nach der heut^en Stimmung das hohe Haus kaum geneigt sein dürfte, eine der beiden Realitäten als annehmbar zu betrachten, nachdem dnrch den Anbot d s Ratzerhofes Seitens des StistS Admont finden waren, sogar die Messer und Beile wurden unter den willenlosen menschlichen Leibern hervorgezogen und den Mammen übergeben, den ein-zelnen Büchsen, die geladen waren, wulden die Schäfte und Hähne ab-gebrochen, das Puli er. welches sie selbst nicht mehr mitnehmen konnten, wnrde auf die Erde gestreut, die Küchengeräthschasten mußten daS Feuer nähren helfen, und scheidend warfen die unbarmherzigen Trapper Brände in die leeren Zelte. Wohlgemutlj ritten fie dem bekannten Biberdorf zu. packten ihren verborgenen Vorrath auf die beiden unbeladeneu Pferde, «nd zogen ungestört am Miss'sippi hinunter biS zum Dorfe der Ehippe-ways, wo sich wieder Gelegenheit bot die geraubten Pferde Vortheilhaft zu vertauschen. Die Ehippeways. diese geschworenen Feinde der Sioux. entzückt über das Abenteuer der Trapper, leisteten denselben bei ihrem Ausbruch in Kauoes, wo sie nur konnten, hülfreiche H.md, immer dabei bedauernd, daß die Gelegenheit eine so reiche Lkulp Ernte zu halten unbenutzt vor« übelgegangen sei. Unter wilden Glückwünschen schiffteil sich die vier Pelzjäger in ihren gebrechlichen Fahrzeugen ein. und erreichten St. Louis früher als sie geglaubt und mit einem reicheren Gewinn als jemals. Der alte Pierre, dessen lange Erzählung ich nach treuer Erinnerung seines Bortrages hier wiedergegeben, ist sür seine Person nie »vi.der an die Falle des St. Antony zurückgekehrt ; er hatte eine geheime Schen vor der Stelle, wo das Skalpiermesser seinem Schädel so nahe getvesen war. Eine Ansicht über den, Suezkanal. von «. «. «. Wie doch die Ansichten über einen Gegenstand, über eine Person, über eine Anschauung im Laufe der Zeiten sich ändern l Heute, wo wir das Sue^kanalprojett gesichert sehen, wo die gekrönten Haupt,i^ zur Er-öffnung ldieses neuen Wunders, das die Technik geschaffen, hineilen, ist nach dem bereits abgeschlossenen ersten Bericht ein neuer Gesichtspunkt gewonnen wurde, welcher geeignet ist. die Meinungen zu theilen, und insbesondere das Gutachten deS Baudirektors über die künftig,VorzU' nehmenden Umbauten für beide Objekte vielleicht etwas überstürzt war. so scheint es mir zweckmäßig, zu »varten. biS der Sonderausschuß noch innerhalb dieser Session Gelegenheit findet, hierüber klar zu werden, und sonach zu bestimmteren Anträgen zu gelangen. Ich stelle daher den Antrag: „Es sei der. Bericht deS Sonderausschusses an denselben zur erneu« erten Berichterstattung zurückzuweisen". SteiermSrklfcher Landtag. Zweiundztvanzigste Sitzung am SS. Oktober. Die Verlesung der beiden letzten SitzungSprotokolle nimmt heute ungewöhnlich viel Zeit in Anspruch. Eine Petition slovenischer Studenden der höheren Lehranstalten in Graz um Errichtung einer Lrhrkanzel für stavische Sprache und Literatur wird über Antrag Dr. Rechliauer'S an die Petenten zurückgegeben, weil selbe in slovenischer Sprache verfaßt ist; denn jede Petition müsse in der Sprache verfaßt werden, die im Landt^ige üblich ist. Ferner kommt die Petition des kath. konserv. Vereines von Langenwang g^en die konfessionS« losen Schulen und der Pfarrgemeinde Stainz um Wahrung der katho« lischen Schule. Abg. Konrad Seidl interpellirt die Regierung wegen der ungerech» ten Vorgänge bei Einhebung der Weg« und Brückenmauthen. Die Auf-hebnng der Mauthen träre geeign.t. diesen Uebelständen abzuhelfen. Statthaltereileiter v. N^upaucr erklärt, daß vorläufig von der Auf-Hebung der Mauthen keine Rede sein könne. Desgleichen beantwortet er die Interpellation deS Abg. Dr. Prelog. daß daS Betriebspersonale der Elsenbahn im slovenischen Theile Steicrmarks slovenisch kennen solle, dahin, daß die Regierung die Südbahngesellschaft darauf aufmerksam macheu wolle. Baron Hammer begrüudet seinen Antrag betreffs der Abgeordneten, welche ohne Urlaub od'^r Entschuldigung von den Sitzuugen wegbleiben. Bon 63 Allgeordneten sciea oft kaum 40 anwesend. Der Antrag wird dem Berfassungs Ausschüsse zugewiesen. Dr. v Stremayr berichtet über daS Bolksschulgese^ Dcr Regierungskommissär hat nichts gegen die Aenderungen der Regierungsvorlage durch den SchulauSschuß clnzulvenden. Dr. Rechbauer begründet die Nothwendigkeit dieser Abänderungen. DaS Gesetz wird mit unwesentlichen Aenderungen angenommen. D reiundzwanzigfte Sitzung am SL. Oktober. Der Borsitzende eröffnet, daß der Abgeordnete Baron Hackelberg sein Reichsrathsmandat niedergelegt habe Dem Fürstbischof von Lavant wird wegen der Vorbereitungen zum Konzil, die ihn hindern, im Hause zu erscheinen, über sein Ansuchen ein Urlaub bewilligt. Die l)eute abermals eingebrachte Petition der slovenischen Studenten um Errichtung einer Lehrerkanzel sür slavische Literatur an der hiesigen Universität wird heute über Antrag des Abg. Dr. Altmann dem Landes ausschusse zur Berathung zugewiesen. es interessant einen Rückblick zu halten auf eine Ansicht, welche man zur Zeit der Entstehung des Projektes gehabt. Es war zur Feit, als die Engländer die Felseninsel Perim im untersten Theile des rothen MeereS in Besitz nahmen, ein steriles Eiland, das kaum zur Erhaltung einer i^esatzung tauglich schien, da es total an Trinkw'sser mangelt. Die Engländer hatten zivar schon früher eine militärische BeobachtuugSstation dort errichtet, als nämlich in den Jahren 1799 und 1800 die Franzosen in Aegypten standen und man damals die ostindischen Besitzungen bedroht glaubte. Man grub damals Cifteruen. um das Regenwasser aufzufangen, bedachte aber nicht, daß es in jenen Gegenden manchmal mehrere Jahre nach einander nicht regnete. Als nun die Engländer im Jahr« 1858 vom neuem Besitz nahmen von die-sem Felsenneste. war nicht nur die Diplomatie einigermaßen dürüber aufgeregt. da sie dies als Verlegung der Integrität deS oSmanischen Reiches ansah, sondern auch die Urs iche dieses Borganges sich nicht zu erklären vermochte. Endlich sand man sie da.in, daß man sagte. England wolle seinen Handel, der durch den Vau deS Suezkanales gefährdet sei. schützen; aber man lächelte gleichzeitig über diese Entdeckung, da selbst von englischen Diplomaten der ganze Suezkanal alS Seifenblase dargestellt wurde, welche schöne Farben trage, aber zerplatzen werde. Und mit dieser Ansicht harmonlrten gar Viele, die heutzutage an der Realität deS Unternehmens nicht mehr zweis ln können. Besonders tvar eS der finanzielle Standpunkt, der oft ventilirt und thatsächlich inS Lächerliche gezogen wurde. Konnte man doch Aussprüche hören, wie folgenden: „Wenn alle seefahrttreibenden Staaten Europas, die am Mittelmeere liegen, und denen eS darum zu thun ist, den ostindischen Handel wieder eine andere Richtung zu geben, sich verbilideli und sprechen würden, wir wolltn 300 Millionen Franks zus^'mmengeben und an dieses Unternehmen wegwersen. wir sordern keine Zinsen, wir »vollen nur. daß der Aan"l auf eigene Kosten sich reinigt uud ausbessert, denn lvir haben nur den merkantilen Aufschwung der Mittelmeerplätze im Auge, der mehr Werth ist als d,e Zinsen von 300 Millionen Franks, so müßte man dennoch glauben, diese wollen ihr Geld nur im Sande von Pelusium vergraben lassen. Man lasse die Aktionäre wirthschasten, warne die Klugen und lasse die Einfältigen durch die Natur der Dinge gestraft werden. Der Landeshauptmann verliest eine Sinftabe der Abgeordneten Dr. Woschniak. Herman. Lipoid. Lentschek und Dr. Prelol,. welche lautet: „Die Regierunl, schließt den Landtag am 30. Oktober d. I. Bisher war der Landtag fast nur in d,r Lage, minder wichtige Angelkgenliriten in Berathung zu nehmen. Zahlreiche und wichtige Gesetze und Beschlüsse harren noch ihrtr drinj^enden Erledigung. Solche ist bei dem nahen Schlüsse des Landtages nicht möglich. DaS vom Hohen Präsidium ergriffene Mittel taglicher Sitzungen ist unzureichend und macht auch die eingehende Prüfung der ZHebung durch die früheren Kommissionen die Lös»ng der Frage wesentlich erleichtern und sichern können. Unmittel-bar nach Schluß der Session iverde ich in einer Wählerversammlung Gelegenheit finden, mein Verhalten sowohl in dieser Angelegenheit alS auch im Allgemeinen zu rechtfertigen. Bis dahin möge die Thatsache beruhigen, daß sämmtliche Mitglieder deS Sondcraui^^schuffes von dem Bestreben geleitet tvaren. die Interessen des Landes init jenen Marburg's in Einklang zu bringen, um die u n z w e is e l li a f t hier zu errichtende Anstalt unter Vertiält-nissen ins Leben zu rufen, welche allen gerechtserti.iten A»fork>erungen entsprechen. Ob eS iinter den obwaltenden Uinständcn dem Vertreter der Stadt Marbnrg zur Ehre gereicht hätte, um jeden Preis den äugen-blickltchcn Ankauf der Pikardie und deS Burgwaldes zu fordern, und ob diese Haltung der Lösung der Fr.'ge von Vortheil geivesen wäre, darüber mögen Unbefangene erst nach einer umfassenden Rechtfertigung urthe'len. Fried. Brandstetter. vr r«rl loapl«, kilvollit ln Nsniui'g, ^dt dollklvQt, äaL8 vr seine ^ävolcaturs-Xav^lei, sveleds siel» bis-osr iu äor Vomgassv >sr. 201 bekuväeu kat, vom 1. ^ovsmdst 6 ^ SQ IQ äie (703 UGwNnßlO« 2. 8t0elc, üdsrlsKt. ^«tel »am „MZrsekvrzevK .R«I>ana." IbonnkMtnts-Eröffnvn.q. Ich gebe hiemit dcm ?. ?. verehrten Publikum bekannt, daß ich vom l. November l. I. an ein Abonnement auf Mittaqsspeisen sowohl i» als auch außer dem Hause eröffne, und spktche zugleich die Versicherung aus, daß ich es mir zur anflenelimen Pflicht machen werde, den Ansorderunften meiner ?. 's. Gaste in jeder Hinsieht zu entsprechen. Hochachtungsvoll ladet höflichst ein i^nton komvlioi'. ^ s. Ei« außergewöhnlilher Berkauf von (65tt Ltint»- Sc Cochvaarra, AlriderftoAtn, Zoppta Sc Kköolrla fiudet kurze Zeit in dem Lotale Herrengaffe Nr. IIS statt,! «ud «erde» sümmtliche Waareu tief unter dem FabritspreiS sowohl »u xroi als vu ästuLl ausverkauft. ?reili-(?oiirailt. WM'L einenwoar e.^WW t Etück 80 Ellen Halbleinen vo» fl. b «ujwärtK. 1 Stück 30 Ellen (^eas ... von fl. 7 „ 1 Stück 38 Ellen Lederleinen . von fl. 11 „ 1 Etück S0 Ellen Hollander .... von fl. 18 „ V« Dutz. Leiutntüchel 90 kr. 1 Elle Chiffon. Toilesorte, Naturell 16 kr. 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(696 Auskunft bei der Redaktion dieses Blattes. Freitag den AV. Letvber ISttV: MlsOMI-SoikLI! von «lor Ikestvi'-Hiisikkspollo Keskliilllz' kriillmnz. (z^stertigts erlkukvn sieli kiermit anZ!U2vixvll, 6t^s8 gis ä»s FVSEsrsLNÄsrM-MsekM 6eg Kerry Svk^rldaum am IIavptpI«t»V, Lelc äer!)0m8kls3s, Icäutlieli au kieli kakv», uaä empfsdlsQ ilir Aut sortirtvs reiugolimvelcvllÄoQ lIkSvv'i» feiv3tsii L»Ku»6-2uoker, de3tv lakvl-, Lpsi»«-» ItAd-, I.vjU'0o1v, 5öill8t amsrilc. ?atrolsuw, alls Lortvu VsMAr»« una 8üätrUokt« cko. cko. 2U mö^livIlZt dilliKvv krvisvu. 697) kloekaedtuliesvoU fonUm» ck Ln!iWlt«r. KSZ) Voranzeige. Gefertigter beehrt sich, einem verehrlichen Publikum die ergebene Anzeige zu machen, daß derselbe mit dem l. November d. I. hier ein photograpl,ischeS Atelier in der Schillerstraße (LudwigS-Höhe) eröffnet. langjährige PrariS in diesem Kunstzweige, wie im Besitze der neuesten und besten Maschinen, wird die eben so elegante wie geschma^olle Sinriebtnng dazu beitragen, die vollkommenste Ausstattung der Bilder zu ermöglichen. ES bittet deshalb Unterzeichneter heute schon ein verehrllches Publikum um gütiges Vertrauen und Wohlwollen, dessen Rechtfertigung seine erste Sorge sein wird. Hochachtungsvoll Hvlnrlvli ____ Photograph in Marburg. ' Uerreii' ii. iiizllelilileillek. k»WeIi«i uvck n»ek tlas» 2ur ^vkvrtizunx, xut uQä dilljx, emüsdit DQlRSlItl» Schöne große heurige HlkssS 6 lg) kauft zu höchsten Preisen r. ItvIIetnlM, 7 «I>r. Entree l« kr. Auto« Nonacher «r. 4S2, Kundmachung. Das gefertigte Stadtamt macht hiermit bekannt, daß der Voran Ein Gasthaus auf einem guten Posten ist sammt der ganzen Einrichtung billig zu ver. kaufen. Näheres im Comptoir dieses Blattes. ^S9g Zehr schililt «vd liillige Itttrptvii sind von heute an stetS bei Herrn C. Burg Hardt in der Grazervor« stadt zu haben.__^701 Die ebenerdigen Lokalitäten k im vormals Löschnilig'schen Hause Nr. 87 sind vom 1. November l. I. an zu vermiethen. Nähere Auskunft ertheilt die Priesterhaus-Direktiou. schlag des Gemeitidehaushaltes für daS Jcilir 1870 in der Amtssanzlii «nNinft 2 Uhr S7 Min. N<,chmittl,g. zur Einficht der Gemelndemitglieder vom 20. Oktober bis .8. Nov. Ivövi'ilbfahrt 2 Uhr 4v Min. Nachmittag. Eisenbahn-Fahrordnung fiir Marburg. Eilzüge. Personenzüge. Bon Wien nach Trieft: «nkunft 1 Uhr ü9 Min. Nachmittag. Ankunft 8 U. 8 M. Früh. 8 U. 44 M. Abend». Abfulirt L Uhr 2 Min. Nachmittag. Abfahrt 8 „ 20 „ „ 3 „ 56 „ „ Bon Trieft nach Wien: Ankunft 6 U. 10 M. Kriih. v U. 55 M. Abends. öffentlich aufijele,U sein wird. Ltadtamt Marburg am 20. Oktober 1869. Dtr Bürgermeistcr: Baucalari. Abfahrt L „ 31 HtÄrntner-ZÜgr. Personen. Gemischte. Nach Villach Abfahrt 8 U. 45 M. Arilh. Nach Billach Abfahrt 2U. 50 M. Rachm. Von Billach Ankunft L U. 32 M. Abend». Bon Billach Anlnnft 11 U. 56 M. Borm. Verantwortliche btedattion, ivruck und Verlag von Eduard Lanschttz in Marburg.