Laibachkr TliMtt. Redaction und Ervcdition: Baknkosgasie Nr. Ib. llränumeralioa«»reile: Hür Saibach.' Äanjj. fl. 8'4V; zni»rtioi>«prei>e: Sia- »stelluna in» Hau» vrtlj. rskr. 'ÜI der Poft I Äanzjahr. fl. li. Mittwoch. 19.Mai 1880.— Morgen: Bernhard. «L'.LNV.',!''," 13.Iah ^ ,e,ge» bi» b Zeilen iv kr. Die czechische Professorenhetze. Je deutlicher die Consequenzen der czechischen „Versöhnungspolitik" zutage treten, um so höher ist die Aufgabe, welche an die deutsch-liberale Presse herantritt, jedem weiteren Angriff aus das Deutschthum, jeder geplanten Schmälerung der verfassungsmäßigen Rechte der Deutschen in geschlossener Phalanx Front zu bieten. Schon der einmüthige Ton, den die gesammte verfassungstreue Presse anschlägt, ist uns eine Gewähr, dass es den heute auf hohen chauvinistischen Nossen nach Utopien jagenden „Staatsrechtlern", die sich durch eine ephemere Errungenschaft einer berau-schenken Siegeshoffnung hingeben, nie und nimmer gelingen wird, das Deutschthum unter das Joch einer slavischen Hegemonie zu drücken, deren Ziele weitab führen von dem Boden unserer, trotz allem Anstürmen zwar erschütterten, aber nicht wankenden Verfassung. „Der ausgesprochene Zug von Feindseligkeit wider das liberale Deutschthum — betont ein verfassungstreues Provinzblatt, — welcher seit Monaten aus den Handlungen der Regierung spricht, wird dasselbe selbstverständlich weder einschüchtern noch zu unbesonnenen Schritten Hinreißen. Wir werden dem Grafen Hohenwart nicht den Gefallen thun, seinen Appell an die Polizei zu rechtfertigen; unsere Stellung ist eine zu feste, unsere innere Ueberlegenheit über die Gegner eine zu zweifellose, als dass wir es nur im geringsten nöthig hätten, zu jenen Mitteln zu greifen, in denen es unsere Feinde zu einer so unübertrefflichen Meisterschaft gebracht haben. Aber andererseits wird das deutsche Bürgerthum, jener edle Kern, welcher dem Staate den Geist und die Kraft gibt, keine Sekunde wanken in dem Kampfe um jene großen Güter, die heute auf dem Spiele stehen." Wie ganz anders klingen die Expectorationen der nationalen Organe gegenüber dem ruhige», besonnenen, würdevollen Tone unserer Parteiblätter! Unversöhnlicher Hass spricht aus jeder Zeile, der journalistische Anstand wird von einer an Erbitterung grenzenden Leidenschaft verdrängt, der nationale Fanatismus feiert schrankenlose Orgien und dictiert die politischen Raisonnements zunächst deshalb, weil dem rohen Treiben einiger aufgestachelter Heißsporne nicht die erwartele höhere Sanktion zntheil wurde, indem der Ministerpräsident in seiner Eigenschaft als Leiter des Ministeriums des Innern unmittelbar nach Einlangen der ersten Nachrichten über die Ausschreitungen der czechischen Studenten in Prag an den Statthalter in Prag die gemessene Weisung ergehen ließ, die bestehenden Gesetze gegen jedermann streng-stens zu handhaben und insbesondere keinerlei auf die Straße getragene Demonstration zu dulden. Aus der reichen Blumenlese der gegnerischen Organe sei hier der Enunciativli der „Politik" Erwähnung gethan. „Die Saat — lässt sich das citierte Blatt vernehmen, — welche die aus Deutschland angeworbenen Apostel der Cultur säen, ist nur zu oft Drachensaat, die heute schon in Oesterreich üppig in die Halme schießt. Der Katheder wird zur Kanzel eines gefährlichen Evangeliums. Wo der Katheder nicht ausreicht, da Hilst die Kneipe aus, denn ein deutscher Professor verschmäht es nicht, in Gesellschaft flotter Studenten in Tavernen den „Salamander zu reiben" und den Landesvater zu „stechen" und den bierseligen Studenten Worte in die Ohren zu raunen, welche in die Aula nicht recht Hineinpassen wollen." Und worin bestand denn eigentlich dieses Verbrechen , um derentwillen eine Schar czechischer Universitätshörer dem Rector der Universität und dem Decan der medicinischen Facnltät die Fenster einwarf? Auf einem von den Repräsentanten aller deutschen Kreise der böhmischen Landeshauptstadt besuchten Festbankette der deutschen Burschenschaft „Carolina" toastierte Rector Mach auf die Ideale der deutschen Studentenschaft und Decan KlebS auf den deutschen Charakter der Prager Hochschule. Wo ist denn da das Verbrechen, dessen sich die eben erwähnten Gelehrten schuldig machte» ? Wahrhaftig, es gehört eine starke Dosis von nationalem Paroxismus dazu, in solchen Reden ein Verbrechen gegen das Slaventhnm zu wittern, und wir bedauern den Bildungsgrad der nationalen Presse, welche den traurigen Muth besitzt, die Bubenthat unreifer Jungen als einen Racheact des beleidigten Nationalgefühls hinzustellen; Gras Taafse tritt allerdings diesem Treiben entgegen; aber es ist doch nur die Saat der Compromisspolitik, welche gegenwärtig üppig in die Halme schießt — eine gute Lehre für jene Staatsmänner, welche auch jetzt noch der Meinung sind, dass man dort durch Nachgiebigkeit und Mäßigung Ersolge erzielen könne, wo blinder Ehrgeiz einzelner Führer und fanatische Roheit aufgehetzter Massen die letzten Triebfedern des nationalen Heldenmuthes abgeben. Italien. Die zwar unter großer Betheiligung, aber doch unter ganz unerwarteter Ruhe vollzogenen Neuwahlen für die Kammer werden zur Klärung der inneren Situation Italiens so wenig, wie zur Fixierung der auswärtigen Politik des Quirinals beitragen, denn das Ergebnis derselben wird kaum andere Parteiverhältnisse in das Parlament bringen und kaum eine definitive Majorität für die eine oder die andere Partei konstituieren. Die Confervativen haben den Ministeriellen verhältnismäßig mehr Sitze abgerungen, als diese ihnen, und sie erscheinen mit einer dicht an die Ziffer der ministeriellen Partei heranrückenden Stimmenzahl in der neuen Kammer; doch aber ist die Rechte auch für diesmal noch in die Minorität verwiesen und muss den Pact mit Jeuilleton. Eine treue Seele. Novelle von Lev in Schücking. (Fortsetzung.) Paul blinzelte mit den Augen. Es war seltsam, wie wenig Egberts Rede und Verbote ihm zu imponieren schienen. „Soll jch's denn ruhig darauf ankommen lassen, ob sie ihr ein Leid anthun?" „Das sollst du! Ich verlange, dass du mir versprichst - - -" Paul unterbrach ihn. „Herr Egbert," sagte er, „lassen Sie mich es der Mutter schreiben. Ich will ihr von dem armen Kinde schreiben und dass Sie verlangen, ich soll mich nicht darum kümmern; und dass ich das nur kann, wenn ich die Anna wohl aufgehoben weiß und die Mutter die Anna zu sich ins Haus nimmt!" Egbert sah ihn starr an; er war ganz blass geworden bei Pauls nachdenklich und langsam gesprochenen Worten. „Um Gotteswillen," ries er aus — „welche Idee! Wenn du der Mutter davon schriebest, so würde sie ganz sicherlich sofort entweder kommen, um die ganze Sache zu untersuchen, oder dem Direktor deinen Brief senden, und es würde ein schöner Sturm losbrechen." „Glauben Sie das? Die Mutter ist gut und würde einsehen, wie übel die Anna daran ist, und . . ." „Die Mutter ist gut," fiel ihm Egbert ins Wort, „aber sie würde sehr böse werden, wenn sie erführe, dass du hier an andere Dinge denkst, als zu lernen; sie würde sich sehr zornig bei dem Direktor beklagen, dass du so wenig beaufsichtigt worden — und zur Burgbäueiin würde sie auch gehen und der anempfehlen, ihre wilde Hummel besser zu Hause zu halten." „Glauben Sie das?" fragte Paul noch einmal. „Davon kannst du ganz sicher überzeugt sein." Paul versank in Nachdenken. Egbert sprang auf und gieug im Zimmer auf und ab. Er war in die größte Erregung gerathen. Wenn Paul seinen Vorsatz ausführte, so war ja alles für Egbert verloren! Und zugleich fühlte dieser, welch' eine missliche, ja unmögliche Aufgabe er übernommen, Erzieher zu sein, nicht um seines Zöglings, sondern um seiner eigenen Sache willen. Das gab ihn nun so in Pauls Hände! Und Autorität hatte er nun gar nicht mehr über ihn! Er wagte gar nicht auf daS Versprechen zurückzukommen, das er anfangs so gebieterisch verlangt hatte. Er hatte eine viel zu große Angst, dass Paul aus seine Idee, sich an die Mutter zu wenden und dabei Egberts Anwesenheit zu ver-rathen, zurückkomme. Es kan» ein Gesühl völliger Rath- und Hilflosigkeit über ihn; nichts anderes wusste er zu beschließen, als gleich morgen selbst ins Dorf zu gehen und mit dem Lehrer der Dorfschule und der Burgbäuerin zu reden, um dort den Herd des Unheils wo möglich ersticken zu lassen. Als Egbert beim Schullehrer eintrat, sah ihn dieser anfangs etwas erstaunt an. Da er aber in dessen Miene lesen mochte, dass eS auf eine Verletzung seiner Amtswürde und einen Eingriff in seine Prärogative nicht abgesehen sei, begrüßte er ihm: „Treten Sie inS Haus, Herr, und nehmen Sie Platz da; ich will Ihnen gern sagen, waS eigentlich hinter der Sache steckt; um'S so im Stehe« abzuthun, möchts aber zu lang werden!" den Dissidenten von der Linken suchen, wenn diese überhaupt noch einmal auf eine solche Allianz gegen dar Ministerium einzugehen geneigt sein sollten, die doch nur der Rechten zustatten käme und zu nochmaligen Neuwahlen und zu einem eventuellen Ministerium der Rechten führen müsste. Das Ministerium seinerseits hat durch die Neuwahlen auch nicht die genugsam überwiegende Majorität, um den geeinten Oppositionsparteien von Rechts und Links Stand zu halten, und es wird sich immer aus der oppositionellen Rechten oder aus der gegnerischen Fraktion der Linken von Fall zu Fall einige Stimmen gewinnen müssen, wenn es über die unbedingte Majorität gebieten soll. Das wird der inneren wie der auswärtigen Politik des Cabinets Cairoli etwas Schwankendes, Compromissbedürftiges aufprägen und eine entschlossene, scharf gekennzeichnete Action nach der einen oder anderen Richtung hin behindern. Eine dauernde, haltbare Position scheint also für das gegenwärtige Ministerium durch die Neuwahlen nicht geschaffen. Bemerkenswert ist, dass fast für sämmtliche hervorragende Parteiführer Nachwahlen uothwendig sind. Nicotera ist zwar in Salerno, Minghetti in Legnago gewählt worden; Lanza und Sella sind aber in Turin in der Minderheit geblieben und werden sich, falls auch die Nachwahl ungünstig ansfallen sollte, in ihre Landwahlbezirke Monserrato und Coffato flüchten müssen. Crispi muss sich in Palermo einer Stichwahl unterziehen, was für den renommistischen Mann ein harter Schlag ist; und Bertani von der äußersten Linken, der in seiner Wahlrede die Entlassung des HeereS und die Einstellung der Waffen in die Arsenale forderte, musste dem konstitutionellen Candidaten Platz machen. Schwei?. Ein Eorrefpondent der „Deutschen Zeitung- bringt über die von der „Pol. Eorr." gemeldete Absicht der Schweiz, ihre Westgrenze durch Sperrforts vor einer französischen Invasion zu schützen, folgende Mittheilung: „Schon zur Zeit, als die französischen Colonnen Bonrbakis auf Schweizer Boden gedrängt wurden, brach sich in den maßgebenden militärischen Kreisen die Uebxrzeugung Bahn, dass es gewaltiger militärischer wie fortificatorischer Reformen und Neuerungen bedürfe, wenn die Schweiz den Ereignissen Stand halten sollte, welche als die unausbleibliche Folge der Niederwerfung Frankreichs durch Deutschland die Zukunft zutage fördern dürfte. Fast zehn Jahre sind seitdem verstrichen, und die im Verlaufe derselben gewonnenen Erfahrungen genügten, um der eidgenössischen Regierung, den Eidgenossen die Lehre zu geben, dass auch für die Schweiz die Kanonen die sicherste Gewähr für ihre staatliche Existenz bieten. Dass Er gieng voraus und Egbert folgte ihm durch die Hinterthüre in die Küche, wo er sich am Feuerherd niederlassen musste, weil die Stube nicht geheizt sei und das Schulzimmer eben als Straslocal für einige junge Verbrecher diente, die hier durch „Nachsitzen" ihre Frevel sühnten. Des Schulmeisters Frau gieng dabei ab uud zu und schien eS für schicklich zu halten, für die Verhandlung ihres Mannes mit einem Fremden keine Theilnahme an den Tag zu legen; dass sie jedoch für äußere Vorgänge nicht verschlossen war, zeigte sie dadurch, dass sie, so oft der Lärm der nachsitzenden Büßer drinnen zu stark wurde, die Thür des Schullocales öffnete und ihren Kopf hindurch steckte, was jedesmal augenblicklich die gewünschte Wirkung hatte, da athemlose Stille darauf folgte. „Ja," sagte der Schulmeister, als Egbert das erstemal diesen Vorgang beobachtete, mit einem lächelnden Blicke des Verständnisses — „sie ver-steht's, sie in Ordnung zu halten — sie versteht's! Ja, die Frauen! Und was die Burgbäuerin angeht, die wird's auch verstehen. Denn, da Sie doch darnach fragen, das ist eine scharfe Frau. Uebles will ich ihr nicht Nachreden, thu's auch keinem Men- jetzt mit einemmale die Frage der Befestigung und Armierung der Schweizer Grenzen m den Vordergrund tritt, hat einen besonderen Grund. Die Berichte, welche sowohl der hiesige wie der Pariser Gesandte der Schweiz nach Bern richteten, bestätigen zwar vollkommen die Versicherung, welche die officiösen Berliner und Pariser Blätter über die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich gelegentlich der Besprechung ertheilten, die nach dem Antritte der neuen französischen Regierung zwischen dem Fürsten Hohenlohe und Herrn de Freycinet stattfand. Wenn nun aber dennoch m Bern daran gedacht wird, sich gegen die Eventualität eines deutsch - französischen Zusammenstoßes und Ent-jcheidungskampfeä zu rüsten, so dürften für diese Vorsicht die in der letzten Zeit aus Paris an die Berner Regierung gelangten Berichte den Ausschlag gegeben haben. Diese Berichte sollen, wie verlautet, dem Fortbestände der französischen Republik das ungünstigste Prognostikon stellen ('?). Der Stern Gambeltas sei im Sinken begriffen, uud selbst in den Reihen seiner Anhänger dämmere gegen diesen Staatsmann der Verdacht auf, dass sein Sinnen und Trachten jene Republik sei, welche besser die Dictatur Gambettas genannt würde. vermischtes. — Abfahrt des Wiener Männer-gesangSvereins nach Brüssel. Man meldet aus Wien vom 18. d. M.: Mehr als 200 Mitglieder des Männergesangvereines haben die Reise nach Brüssel angetreten. Schon in früher Morgenstunde bot der Westbahuhof ein heiter bewegtes Bild. Die Sänger rückten an, um noch vor der Fahrt im Garten der Bahnhofrestauration ein Frühstück einzunehmen. Die meisten waren daheim von zarter Hand mit Blumen geschmückt worden, und auf den Gesichtern aller war der Ausdruck jener heitern Erwartung zu lesen, welche die Aussicht auf eine Reihe froher Tage weckt. An allen Tischen entwickelte sich lebhafte Conversation, in denen bald der stets schlagfertige Wiener Humor zur Geltung kam. So verbreitete sich rasch der Schreckensruf: „Alle Sänger sind unpässlich," als einige Personen an die Führer der Reise die Anfrage gerichtet hatten, ob sie etwa zu Mier Reise nach Holland eines — Passes bedürfen. In mildem Contraste zu dieser „allgemeinen Heiterkeit" stand die Haltung der vielen Frauen, die ihre Gatten nach dem Bahnhof geleitet hatten und die nun. im Begriffe, der theuren Ehehälfte eine „glückliche Reise" zu wünschen, vergeblich bemüht waren, ihre Rührung zu verbergen. Auch einen Mann gab es, der Thränen vergoß: > schen nicht, absonderlich, wenn er in der Gemeinde angesessen ist und solch' ein Anwesen hat, wie der Burghof ist; aber das darf man sagen, gut Kirschen essen ist nicht mit der Frau. Und das hat ! denn auch ihr seliger Mann erfahren; weil sie das schöne Erbe hatte und eine stattliche, schöne Person ' obendrein war, hat sie viel Freier gehabt, aber sie - waren ihr alle nicht recht, und endlich, als sie schon l so ein wenig in die Jahre kam. da hat sie ihren ! Großknecht geheiratet, der eine Zeitlang bei den , Soldaten war, ein Bauernsohn aus dem Dorfe, l das drüben liegt, jenseits des Moores. Es war ! ein braver Mensch, ein guter Arbeiter dazumal, und I wenn er auch nichts hatte, als ein ehrliches, hüb-, sches Gesicht mit einem schönen blonden Barte, so war er doch ein Sohn von reputierlichen Leuten, i die einen guten Hof drüben hatten, auf dem nun > sein ältester Bruder haust; und so hat niemand - was dagegen gehabt, dass die Anerbin vom Burg-! Hofe nach ihres Herzens Gelüste thut und ihren - Großknecht zum Manne annimmt. Eine Weile ist's , auch ganz gut gegangen; mit der Zeit aber hat > nun der frühere Großknecht auch den Burgbauern > spielen Wollen, und das hat denn Hader und Span den 78jährigen Vereinsdiener Harold, der bisher an allen Vergnügungsfahrten des Vereins theil-genommen hat, diesmal aber, da man seinem Alter die Strapazen der weiten Fahrt nach Brüssel nicht zuinnthen wollte, zurückgelassen wurde. Um 9^ Nhr eilten die Sänger auf den Perron, um sich Plätze in den Waggons zu wählen und zu sichern. Dort harrte ihrer manch' heitere Ueberraschung. Das Vereinsmitglied Dr. Reiser hatte den Sängern als Labetrnnk sür ihre Fahrt 2üO Flaschen Wein gespendet, die nun zu gleichen Rationen in alle Waggons des Zuges vertheilt wurden. Die Gattin des Vereinsmitgliedes Pollak eilte von Waggon zu Waggon, um die Passagiere mit Flasche» eines in der Fabrik ihres Gatten erzeugten „Sänger-Liqueurs" zu beschenken. Jede Flasche trug ein niedliches Gläschen als Stöpsel und einen freundlichen Gruß zur Fahrt als Inschrift auf der Etikette. Um 9^ Uhr erschien (wie man sich erzählte, osficiell hiezu beauftragt) der belgische Gesandte, Herr de Jonghe. Die Sänger scharten sich um den Staatsmann und der Präsident, Dr. Olschbauer, gab ihnen bekannt: „Se. Excellenz, der Gesandte Belgiens, ist hierhergekom-men, um die Sänger zn begrüßen und ihnen glückliche Reise zu wünschen. Ich lade Sie ein, diese Ehre mit der Absingung unseres Wahlspruches zu erwidern!" — Chormeister Wciiiwurm, der in diesem Augenblicke den sorglich verwahrten Dirigentenstab schmerzlich vermisste, erbat sich rasch von einer Dame einen Sonnenschirm, und in mächtigen Tönen ließen die Sänger ihren Wahlspruch: „Frei und treu — in Lied und That!" ertönen. Der belgische Gesandte verblieb so lange auf dem Perron, bis der (aus 17 Waggons bestehende) Eisenbahnzug sich in Bewegung setzte und die Sänger, vom Publicum die herzlichsten Hochrufe als Scheidegruß empfangend, die Stadt verließen. — Brutalität in der Schule. Vom Oberinnthal, 12. d., schreibt man dem „Jnnsbrrlcker Tagblatt": „Kurz vor der Religionsprüfung gab jüngst im Wald, Gemeinde Arzl bei Imst, der dortige Kaplan Martin Babl dem etwa zehnjährigen Schulmädchen Maria Wächter aus Ried eine ziemlich lange „biblische Geschichte" zum Auswenoig-lernen auf und fchlng das nicht besonders talentierte Kind, als es sein Pensum nicht ganz correet herzusagen vermochte, mit seinem wuchtigen Stocke derart, dass er demselben einen Schnlterknochen verletzte und ärztliche Hilfe angewendet werden musste. Eine Anzeige über diese rohe, empörende Behand-lnngSweise ist bei der competenten Behörde bis jetzt noch nicht gemacht worden, obwohl die betreffenden Eltern hiezu von mehreren Seiten aufgefordert wurden und die Brutalität des wüthenden Gesalbten selbst unter den sonst keineswegs sehr feinnervigen frommen Bauern allgemeine Entrüstung hervorrief. in die Wirtschaft gebracht; Zank und Streit ist so viel im Hause gewesen, dass auf jeden Wochentag mindestens einer gefallen, und zuletzt hat gar der Sonntag auch sein Theil bekommen können; sie sind nicht einmal mehr zusammen in die Kirche gegangen, sondern jedes für sich, der Bauer mit einem der Knechte oder allein, und die Frau mit ein paar Mägden. Und sind sie nicht selbander gekommen, heimgewandert sind sie gewiss nicht mit einander, denn nach der Kirche ist der Bauer ins Wirtshaus gegangen, und da ist er geblieben und hat getrunken, bis es Nacht geworden. Und so ist er nicht aus dem Lumpen gekommen; um seinen Hof hat er sich nicht mehr gekümmert, arbeiten hat ihn niemand mehr gesehen, seine Frau hat er einen wahren Drachen genannt gegen jedermann, der'S hat anhören wollen, und wenn er kein Geld gehabt hat, ist er zum Juden gegangen. Mit der Zeit hat man ihn auch hierorts wenig mehr gesehen. Er hat sich ins Wirtshaus nach Stavern, seinem Heimatsorte, verzogen, dahin ist er oft schon frühmorgens übers Moor gegangen, und die Frau hat ihn laufen lassen; vielleicht ist sie froh gewesen, ihn den Tag über nicht sehen zu brauchen. Irgendwelche Reflexionen an diese geistliche Kraft-Übung zu knüpfen, ist überflüssig." — Drohbriefe in Rom. Der „Fansulla" berichtet unterm 11. d.: Vor einigen Tagen erhielten Graf Hahn, Kammerherr und Oberstjägermeister des Königs von Dänemark, und seine Gemahlin Briefe, in denen sie mit dem Tode bedroht wurden, wenn nicht eine namhafte Summe in einem bezeichnten Winkel der Treppe des Palastes in der Umietästraße, wo die beiden wohnen, für den Absender der Briefe hinterlegt würde. Graf Hahn übergab diese Schriftstücke der Qnästnr; Cavaliere Bacco that als Quästor sofort seine Schuldigkeit und infcenierte. um das Decorum der Sicherheits-behörde zu wahren, auf die richtigste Weise die Inhaftnahme des Verbrechers. Er ließ am 10. d. nicht etwa Carabinieri oder Sicherheitswachen ausrücken, sondern aus den Fenstern des Palastes und der umliegenden Häuser die Vorgänge in der genannten Straße beobachten. Es erschien auch tatsächlich nach 7 Uhr ein verdächtiges Individuum vor dem Palaste, hielt Nachforschung an dem Treppenabsätze nahe dem Thore und wollte sich wieder rasch entfernen; in diesem Momente aber wurde es abgefasst und auf die Quästur gebracht. In dem Verbrecher wurde ein gewesener päpstlicher Unter-officier erkannt, der seither beschäftigungslos vagabundiert und schon wiederholt abgestraft worden war. Er hatte sich nicht einmal die Mühe genommen, seine Handschrift zu verstellen. — Ein schönes Erbe. Man wird sich noch erinnern, dass 1878 der Ex-Sultan von Audh in Indien, Ekbal EddaUlet, der sich damals nach London begeben hatte, um sich von der Königin Victoria die Erlaubnis zur Rückkehr in seine Staaten zu erwirken, Wien passierte und einige Tage daselbst verweilte. Diese Erlaubnis wurde ihm jedoch nicht ertheilt, worauf derselbe wieder in die Verbannung nach Bagdad zurückkehrte. Wie nun jetzt die persischen Blätter melden, ist der illustre Verbannte, der das achtzigste Lebensjahr überschritten hatte, vor einigen Wochen in genannter Stadt verschieden, und wurde seine Leiche zur Beisetzung nach der den Schiiten heiligen Stadt Kerbulah überführt. Sein enormes Vermögen, das sich auf ungefähr 70 Millionen Gulden belief, hinterließ der Verstorbene größtentheils den Nachkommen der ehemaligen Großmoguln, zu denen er in verwandtschaftlichen Beziehungen stand, und ein Advocat in Constantinopel wurde mit der Ordnung dieser Erbschaft betraut. Die glücklichen Erben dieses Riesenvermögens leben heute als Verbannte zu Rangun in Birma, wo sie eine englische Staatspension beziehen. Auch ihnen ist die Rückkehr nach Indien strengstens verboten. Ihre Leute aber, die ihr genau zugetragen, was er da drüben mache und treibe, die muss sie schon an der Hand gehabt haben; sie hat gewnsst, dass er drüben sich sogar einen Schutz zugelegt; es hat da eine wunderliche Alte gelebt, sie haben gesagt, sie sei von einer Zigeunerbande zurückgeblieben, aber das ist nicht wahr gewesen, wenn man auch nicht recht gewusst, woher sie gekommen. Diese Frau hat eine Tochter gehabt, eine lustige und verwegene Dirne, der hundert schlimme Dinge nachgesagt worden sind, und an der ist der Burgbauer hängen geblieben, und hat's auch kein Hehl vor den Leuten gehabt, ist am Hellen Tage zu ihr gegangen uud hat sie mit schönen Kleidern und allerlei Flitter behängt. Das alles muss nun die Bäuerin recht gut gewuss haben, obwohl man nie gehört hat, dass sie auch nur mit einem Worte dazwischen gefahren. Sie ist wohl zu hosfärtig gewesen dazu, und geredet mit einander haben die beiden in der Zeit ja auch nicht mehr. Und mit der Zeit ist es denn richtig so weit gekommen, wie sich's ja vorstellen lässt — mit der Dirne in Stavern mein' ich. Und eines Tages nun — es ist mitten im Winter gewesen, es hat den ganzen Tag hindurch geweht und geschlackert und gegen Abend ist Schnee ge- — Neuer Rapskäfer. Nach Mittheilungen von verschiedener Seite ist in den letzten Jahren ein dem Kartoffelkäfer ähnlicher Käfer. Okrxsomela ^ävlliäis, in Deutschland, zuerst 1870/71 auf der schwäbischen Alb in Württeinberg, massenhaft und in schädlicher Weise in RapSfeldern aufgetreten, indem sowohl die Larve im Herbst und Frühjahr bis Mitte Mai die Blätter, als auch der Käfer von Juni an Blätter, Blüten und Schoten verzehrt. Bis dahin wurde derselbe nur vereinzelt in Oesterreich, zahlreicher in Ungarn und der Türkei gefunden. Man vermuthet, dass er mit Rapssamen aus Ungarn eingeschleppt sei, und sucht durch Samenbezug aus käferfreien Gegenden das Uebel zu beseitigen. — Sultan und Paschas in Not H. Die Geldnoth ist bei allen Behörden in Constantinopel eine nngeheuere. In der letzten Aprilwoche hätte man die dortige Garnison nicht einmal mit Brot versehen können, wenn der Banquier Zarifi nicht so viel vorgestreckt hätte, dass man Getreide einkaufen konnte. Bei dem am 5. d. begangenen Früh-lingsfeste pflegte sonst der Sultan an die Garnison eine gewisse Anzahl Lämmer vertheilen zu lassen. Dieses Jahr haben — da man zum Einkäufen von Lämmern Geld bedarf — vielleicht zum erstenmal bei dem Festmahle der Soldaten die Lämmer gefehlt. Anfangs dieses Monats zog ein Bataillon Marine-Infanterie unter die Fenster des Marineministers und verlangte stürmisch die rückständige Löhnung. Der geschreckte Minister versprach eine Anzahlung, und am darauf folgenden Tage wurden 1200 Thaler unter die Unzufriedenen vertheilt. Nun kamen aber die Weiber in großer Zahl, um ihre Pensionen oder die Löhnnngen ihrer abwesenden Männer in Empfang zu nehmen. Da die Arsenalkasse leer war, ersuchte man sie, an einem anderen Tage wieder zu kommen. Die Weiber brachen hierüber in furchtbare Verwünschungen aus, die sich verdoppelten, als der Pascha vor sie hintrat und unklngerweife einige grobe Worte an sie richtete. Man drohte, sich an der Person des Ministers zu vergreifen, dem nichts anderes übrig blieb, als schleunigst in das Palais zurückzukehren und durch ein Hinterpförtchen die Flucht zu ergreifen. Am selben Tage befahl er allen Frauen seines Harems, ihre kostbare Habe mit sich zu nehmen und in Stambul zu übernachten, denn er fürchtete im Palais einen Uebersall der Marinesoldaten oder der Verwandten der abgewiesenen Soldatenweiber. Local- und Provinzial-Ängeiegenheiten. — (Krainifche Sparkasse.) Die Generalversammlung der krainischen Sparkasse hat in ihrer Sitzung am 18. d. beschlossen, vom 1. Jänner kommen, und darum hat sich der Burgbauer auch wohl gehütet, seinen guten warmen Platz hinter dem Ofen in irgend einem Wirtshause zu verlassen und ist nicht heimgekommen. Erst in der Morgensrühe nass und schlotternd kommt er ins Haus und schleicht sich in die Schlafkammer, um in die Federn zu kriechen; da bleibt er ganz verwundert stehen und schaut auf eine Wiege, die steht vor seiner Frau Bett, und in den Kissen liegt ein kleines, eben geborenes Kind im ruhigen Schlafe. „Um Gotteswillen, was ist das?" stammelt er — „wo kommt das Kind her, Liese?" „Sei still," sagte die Frau herrisch — „weck' es nicht. Es ist dein Kind und in der Nacht geboren. Dass Ihr's todt machtet, das wollt' ich nicht ; darum bin ich durchs Moor gegangen und hab's geholt. Ich will's ansziehen. Nun schweig und leg dich!" „Ah." rief Egbert, der bisher des Schul, meisters Erzählung schweigend angehört hatte, bewegt ans — „das war doch groß! Allen Respeet vor dieser durch Nacht und Dunkel über das schneebedeckte Moor schreitenden Fran!" (Fortsetzung folgt.) 1881 den Zinsfuß für Einlagen von 4*/, auf 4 Procent und von Hypothekardarlehen von 5'/, auf 5 Procent herabzusetzen; ferner hat dieselbe sich über das Ersuchen der hohen k k. Regierung um Errichtung von Vorschusskassen für den Per« sonalcredit dahin erklärt, dass sie für den Fall, als sich Vorschussvereine mit unbeschränkter und beschränkter Haftung in Krain bilde» sollten, diesen Vereinen aus dem Sparkasse-Reservesonde Vorschüsse zu verabfolgen bereit wäre; endlich wurde für den Fall des Zustandekommens der Anschaffung einer Dampffeuerspritze der Laibacher freiwilligen Feuerwehr zu diesem Zwecke eine Beitragsleistung von 1000 fl. zugesichert. — (Dem Andenken einer Wohlthä« terin.) Heute abends verlässt die Gattin unseres früheren Landespräsidenten Ritter v. Kallina unsere Stadt, der sie, sowie überhaupt dem ganzen Lande, in so mannigfacher Beziehung eine Wohlthäterin in des Wortes schönster Bedeutung geworden ist. Frau v. Kallina liebte es nicht, die zahlreichen Spenden, welche sie allen Bedürftigen ohne Unterschied der Nation und des Glaubens zutheil werden ließ, in der Oeffentlichkeit bekannt werden zn lassen. Aber das, was darüber in die Oeffentlichkeit gelangte» reicht vollständig hin, um die wahrhaft humane Denkungsart der edlen Dame würdigen zu können, an welcher unter anderem unser Kinderspital, unsere Volksküche und unser Franenhilssverein ihre that» kräftigste Förderin verlieren. Möge die mildthätige Dame an ihre neue Heimstätte das schöne Bewusstsein begleiten, dass die Bevölkerung Krains ihr stets ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren wird! — (Vom patriotischen Frauenhilfs-vereine.) Gestern vormittags fand eine Generalversammlung des patriotischen FrauenhilssvereinS unter dem Vorsitze der Präsidentin Frau Anna voit Kallina statt. Nach Vortrag des Geschäftsberichtes und der Rechnung, welche letztere den gewählten Cenforen znr Prüfung zugewiesen wurde, schritt die Versammlung zur Neuwahl deS Ausschusses und des Präsidiums. Die in bewegten Worten abgegebene Erklärung der Präsidentin Frau v. Kallina, Kassie mit dem heutigen Tage aus dem VereinsauS-schnsse scheide, wurde von den versammelten Damen mit tiesstem Bedauern zur Kenntnis genommen und über Antrag der Frau Baronin Codelli-Schmidburg der scheidenden Präsidentin der wärmste Dank deS Vereins für ihr opferwilliges, einsichtsvolles und hervorragendes Wirken zugunsten des Vereins uud deS von demselben verfolgten humanen patriotischen Strebens mit Acclamation ausgedrückt. Frau v. Kallina, gerührt durch die Kundgebung der Sympathien der Vereinsmitglieder, sprach hiesür ihren Dank mit der Versicherung aus, dass sie dem Vereine und dem ihr wie eine zweite Heimat liebwert gewordenen Lande Krain stets ein freundliches An» denken bewahren und sich glücklich schätzen werde, dem Vereine auch noch weiterhin ihre Theilnahme bezeigen zu können. Sonach wurde zur Wahl deS Ausschusses geschritten, wobei die bisherigen Mitglieder und an Stelle der ausscheidenden Frauen vonKallina und Baronin Grimschiz die Frauen Eisl und Tormin als Ausschussmitglieder, Frau Schiffer als Präsidentin und die Frauen v. Kaltenegger und Baronin Wurzbach als Vicepräsidentinnen erwählt wurden. Frau Schiffer, welche als eins der thä-tigsten Mitglieder dem Vereine seit seiner Gründung angehört, erklärte dankend, die Wahl anznnehmen. Sonach wurde die Versammlung geschlossen. — (Schneebescherung.) Nachdem die gefürchteten Schneemänner sich Heuer gut aufgeführt hatten, war die Ueberrafchung desto größer, die nnS die jetzige Quatemberwoche mit dem gestern über ganz Krain eingetretenen starken Rückschlag der Temperatur bereitet hat. Das Thermometer zeigte noch am Pfingstmontag abends 18" 0., am 18. d. morgens war es auf 7° und abends auf 3" 6. herabgesunken. Dieser Wettersturz war von starken Schneesällen begleitet. Die Alpen, die an der Süd- seite größtentheils schon schneefrei waren, find tief herab beschneit, aber auch die höheren Berge Inner« und Unterkrains, das Mittelgebirge an der Umrandung deS Save- und des Laibacher Moorbeckens, so z B. der Jantjchberg, der heil. Berg ober Sava, die Billichgrazer Berge, der Krim, der Achaziberg, Waren heute früh tief herab beschneit, noch nachmittags zeigen die Bergwiefen ober Skril und um Golo eine zusammenhängende weiße Schneefläche. Der Karst, die Thäler Jnnerkrains, das Gottscheer Thal sind in eine Schneelandschaft verwandelt, auch im Kronauer Thale schneite es gestern tüchtig. Sollte plötzlich eine Aufheiterung eintrete», so ist für die Weinrebe und für die schön stehenden Saaten das Schlimmste zu besorgen. Uebrigens sind derartige Rückschläge der Kälte sür unsere Gegenden durchaus nichts Seltenes. Die letzten Schneetage im Mai waren im Jahre 1876, damals fiel am 15. sogar in Laibach Schnee, am 14. Mai war auf dem Großgallenberge ein vom Schneegestöber überraschter alter Mann erfroren, auch im Tschernembler Boden gieng damals um diese Zeit ein Bauer vor Kälte im Freien zugrunde. — (Generalversammlung.) Samstag, den 19. Juni, vormittags 11 Uhr findet im Fabrikslocale der Laibacher Actiengesellschast sür Gasbeleuchtung die diesjährige ordentliche Generalversammlung der betreffenden Gesellschaft statt. — (Vorsichtsmaßregel gegen die Rinderpest.) Infolge des erneuten Ausbruches der Rinderpest in Civilkroatien wurden für die in der Nähe des Seuchenherdes gelegenen krainischen Grenzbezirke die Schutzmaßregeln gegen die Einschleppung der Seuche in Wirksamkeit gesetzt und die Ortschaften Grüble, Oberh, Tributjche, Adle-schiz, Weiniz, Schweinberg, Wutorai ^ind Desinz in den aus Anlass des Auftretens der Rinderpest im Nachbarlande gebildeten Seuchenbezirk einbezogen. — (Oesterre ichischer Touristen clnb.) Soeben ist in Hölders Verlag das 3. (Schluss-) Hest des „Jahrbuches des österreichischen Touristenclub" pro 1879 erschienen. Dasselbe enthält unter anderem eine Biographie P. C Thnrwiejers von Dr. H. Wallmann, welche, überaus anregend geschrieben, viele interessante, zum Theil ganz neue Daten über das Leben und Wirken dieses berühmten Alpinisten bietet. Weiters finden wir darin von Dr. L. Schiestl einen Rückblick über das Wirken der alpinen Vereine im Jahre 1879, ein umso dankenswerterer Aussatz, als man dadurch ein klares Bild Von dem stets zunehmenden Aufschwünge der Alpen-vereiiie erhält. Eine nahezu vollständige Zusammenstellung der alpinen Literatur des vorigen Jahres liefert E Franck. Das Mühselige und Verdienstliche einer solchen Arbeit kann nur der Fachmann richtig würdigen. Der übrige Theil des Jahrbuches ist vorwiegend internen Angelegenheiten gewidmet, und man erhält daraus ein Bild der rührigen nnd umfassenden Thätigkeit, welche der österreichische Touristenclub sowohl auf praktischem Gebiete bei Bauten, Weganlagen und Wegmarkierungen, als auch auf theoretischem durch literarische Production, „Jahrbuch," „Führer." Panoramen rc., sowie endlich in geselliger Beziehung (Vorträge, Feste, Wanderver-sammlungen) entwickelt, eine Thätigkeit, die sich, durch acht Sectionen unterstützt, über einen großen Theil der Ostalpen ausbreitet. Eine sehr schöne Beilage hiezu bildet das Panorama des Großgallenberges bei Laibach, nach einer Originalausnahme von MarcuS Pernhart, mit erklärendem Text von Edmund Graf, dem Redaeteur des „Jahrbuches." Witterung. Laibach. 19. Mai. Morgens regnerisch, seit Mittag theilweise Aufheiterung, reichlicher Schneefall in den Alpen, aus den Bergen in der Umgebung lies herab Schnee, schwacher Ost. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 4 6°, nachmittags 2 Uhr -t- 10-6- 6, (1879 -i- 17 9«, 1878 -4- 290° 6.) Barometer 732 09 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s- 6 9", nm 7 9° unter dem Normale; der gestrige Niederschlag 16 00 Millimeter Regen. Wiener Börse vom 19. Mai. Geld sLokä. Pavierrente.............> 78 85 Silberrenre.............^ 73 2« Holdrenre Slaalslose. 1854. . . 1860. . . 1860 zu 100 fi. 1864. . OevaäeatkaKuag»- Obligatioae». Saltzieu............ Siebenbürgen . . . Lemeser Banal . . Ungarn ............. Aaä«e« Lff«iUki«tie Aalekea. Vonan-Regnl.-Lose llng. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . Hctiea o. Havkea. Eredi»anstalt f.H.u.G. siarionalbank. . . 88 45 123 50 130 5« 132 — 175— 98 — 92 5V 93 25 94-85 UV UV — 117 874 40 837 Aetiea v. Traarpset Unternekmuagea. Ülföld-Babn .... Donau - Dampfschiff > LIisabeth.Westbabn ßerdinandS-Stordd. branz-Ioseph-Babn Galiz. Karl-Ludwigb Lemberg - Ezeruowiy -Lloyd-ÄeseUschaft . War- 72 45 73 30 88 55 184 - 130 75> 138-5k> 175 4 98 50 93 -^3 7' 94 75 110 50 110 50 117 50 274 60 838 - 155»'—-583— 188 7b 2465 155 50 585 — 187-85 2470 68 5",16S 264 75 265 25 166'— !66 5.0 660 - 662 — Nordwestbabn . . . RudolfS-Bahn . . . StaatSbahn .... Südbabn........... Ung. Nordostdabn . Psaaäbries«. Bodencreditanftalt in Gold........... in österr. Wahr. . Nationalbank.... llngar. Bodenkredit- Heiorität«-ObkiN. Elisabethbahn, l.Em. Herd.-Nordb. i. Silbei Franz-Ioseph-Babu Galiz.K-Ludwigb. 1.L Oest. Nordweft-Badn iebenbürger Lahn StaatSbahn, 1. >Lm. üdbahn j» 3 Perz. ^5 . . privatkose. Ereditlose.......... Rudolfslose .... Devisen. London ............. Kekäsortea. Ducaren............. 20 HrancS .......... 100 d. Reichsmark . Silber............ Geld 157 75 158 50 278 — 84 146:0 120 — 101 — 102 30 101 — 98 50 1l < 50 10" — 107':» 101 75 84 — 178 — 127— 109 — 177 — 17 40 11875 5 61 46 58 50 Ware 158 85 159 — 278 50 >4 5» 146 — 120 5 0 101-75 108 50 102'- 98 75 108 -101— 102 75 84 40 127'50 Gedenktafel über die am 10. Mai 1880 stattfindenden Lici-tationen. 3. Feilb., GoriZek'sche Real , Oberfeld, BG. Land-straß. — 3. Feilb, Begel'sche Real., AbreZ, BG. Land-straß. — 3. Feilb., Pinculic'sche Real., Planina, BG. Land--stratz. — 3. Feilb., Prah'sche Real., Biniverh, BG. Landstraß. — 3. Feilb, Slivar'sche Real., Senosetsch, BG. Se-nosetsch 3. Feilb., Levar'sche Real., Grahovo, BG. Loitsch. — 3. Feilb., Borstnar'sche Real, ad Wördl, BG. Nassenfuß. — Feilb., Tratnik'fche Real., Kleinmlatschou, BG. Laibach. — 3 Feilb., Kregar'sche Real., Lnkovic, BG. Laibach. — 1 Feilb., Udovö'sche Real., gtozance, BG. Loitsch. — l. Feilb., Hladnik'sche Real., Ravnik, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Vittt'sche Real., Unterschleiniz, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Cinha'sche Real., Jnnergoriz, BG. Laibach. — 2 Feilb., Brezar'sche Real., Mitterdorf, BG. Krainburg. — 3. Feilb., Avigl'sche Real., Goricica, BG. Oberlaibach. — 2. Feilb., Vatun'sche Real., Slavina, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Trenta'sche Real., Nadajneselo, BG. Adels-berg. — 1. Feilb., Znstersii'sche Real., Seedors, BG. Laibach. >77 so ll-SV «8 85 5»-L5 Wäsche, Telegraphischer Cursbericht am 19. Mai. Papier-Rente 72 35. — Silber-Rente 73 10. — Gold-Rente 83 60. — 1860er StaatS-Anlehen 130 25. — Bank-actien 836. — Creditactien 275 80. — London 118 70. — Silber —'—. — K. k. Münzdneaten 5 62. — 28-Francs-Slücke 9 45V,. — 100 Reichsmark 58 45. »»M- irnil kilfl'sMIii'iefe vorräthig bei Jg. v. Kleinmayr L F. Gamberg, Lcribcrch, Congrehplatz, Bahnhofgasse. eigenes Erzeugnis^ und (76) 23 Kerren- u. Damen-Mockewaren solid und billig bei K. I. Karnann, Hauptplatz. — Preiscourant sraneo. Künstliche Mne und Luftdrnckgebiffe bester Construction werden schmerzlos eingesetzt, Isknopei'klllllnen mittelst l.u8igs8-k!si'!lll8e vorgenommen bei Zahnarzt Paichel an der Kr«doczkybrücke, 1. Stock. Seine Mundwafserefsenz ist außer im Ordinationslocale noch bei den Herren -Apothekern MaierundSwo -boda und bei Herrn K a r i u g e r zu haben. (157) 6 Solide Agenten jeder ohne Berussstörung eignet. -- Offerte übernimmt unter „Luor»tiv" die Annoncen-Expedition Lotter u. 6omp., Wien, Riemergasse 12. (172) 6 - 3 Angekommene Fremde am l8. Mai. Hotel Stadt Wie». Brnnei, Kfm., Wien — Korgcr, Staatsbnumcister, Graz. — Zier, Privat, sammt Frau, Klagensurt. — Frenez, Kfm., und Koschier, Haiidelslammer-Beain-ter, Triest. — Stiuzzi, «ansm., Görz. — Pevie,k.k. Verpflegsmagazinsvorstand, sammt Fran, Karlstadt. Hotel Elephant. Carnelli, k k Bczirkssecretär, Parenzo. — Ditrich, Wippach. — Konc, Oberförster, Eberstei». — SuZani, Jurist, und Voncas Josefine, Agram. — Styblo und Aittner, Prag. — Dr. Schmid, Villach. — Dr. Piamil!, Advocaturscandidat, Marburg. — Schener, Fleischhauer, Gurkseld. Hotel Europa. Granoter, Advoeat, sammt Frau, Budapest — v. Radio, Florenz. Mohren. Koller, Gastwirt, Graz. — Kersic sammt Frau, Oberkraii,. — KauduLer, Cilli. Baierifcher Hof. Herbe, Lithograph, Reicheu-berg. — Dr. Eap, Advoeat; Pospisil, Kassier; Eernoch, Redacteur, sammt Frau, und Passinger, Olmütz. — Estl, Salzburg. — Schindler, Kansm., Treismaner. — Hauska, Galleufels. — Prettner, Lederer, Klagenfurt. Kaiser von Oesterreich. Klaus, Beaniter, Ungarn — Befeljak, k. k. Lieutenant, Bosnien. — Baron Fischer, Lieutenant, und Dörsel, Kansm., Wien. — Neuwirth, k. k. Gerichts-adjunct, Wr.-Neustadt. — Weber, Pfarrer, Sacza. — Tar, Agram. — Brajkovit. Karlstadt. — Kleinmayer, St. Bernhard. Porenta, Neumarkt. ________________________ » vollküdrt eoulLnt ^ I SLvkkLUS „LeilkL" VLe», LeiSevseliuss Nr. > bei dlvs desedrllnLtem Verlu8l (?rLwie 10-30 «. n.r ^ KLRR» ^ -000 ü. Ltkeelsn LvkOperrtUoneu L 1k l>LU88S oaer dLiSkk: ^ ' ^ourgs slelxen oäsr kallkn ^ SHVLILLL o) bsi »epotdeLalten di» äie LNseten n>i^ Untreu reiaii-irvLi. ^ ' xrowvr uvä vovvortirl-SsreMo (blv815—40 ü. veekuns kvr 1000 n. Verstorbene. Den 18. Mai. Ernestine Jsatitsch, Be amtenstochter, 18 I , Schießstattgasse Nr. 2, Lungenschwindsucht. a»«I L« »r - o»»i«rti»l-2okcdilts si>> von «n» omxstuUiti-i, von V Lüdl-sL vir Lut Ltts im (^oursLstiel no^irten ^.necrev. V ksib. livn. österr.-ungsr. Oie cl°^ t 8lLLls«, Mrivstt- A. LAsr»»äer«Ll088 » vor Verlust bei Lrrtelunx ckvs xerinxsten VreKvrs. * ? VrLmlo kür L»» xaoro ^s.I»r vo» Kr. ü»k«krt». ^ ? a»r»»tlo-So-u»»s »l, 600 S. dsl Lr-t-I»»« So» irlstruitsll IrsS-r«. » * vi-se kür I,v--L>uk«r, -Lesitrer, 8xLisi»°>e« ». C-xitLÜsten döcdst viodtixe ^ o Iu°titlltio«. Seren Lkxrünännx »»» voll Seite äor ?rssso »»ä l u^ * »nl-etkeilt« änerl-eiiLLnx einI-iL-dte, >»t Lnck vom virtdscdLktlicLell - p«i>>-t« nickt r» uuterscli-ltre», unL vervsiüsa vir de-üxli-L äer § über Vortkxix!«, ».IlL»»-!«!!» «erae» M lor v«I!irviMcLL!t7^i>tl»ssso», derlvtvartst. Lremxillrs Iiostsnkrsi »I-orLUdiL. I ^ ^uk Wltv«i>-, tltvr»- llmliclniIer-Vvrsorxiiv»)" wLcden v!r I>eso»äers aukmerl-sElm. v ' K.L.StMtü-.Vribst-u.AuMndrr-Iose.!> ! , L. östsrr.-ims. Lsulon ua«I vepotlredklteu LUM G E— vLQLrlv8kll88. ^ i In 56srlei Lombwationell a)x°8«»,«rli>rvm»o»tll<-i>e G ^ Lssts Lnll»8«s.rt 5ür Sxarsiiuiiss._____________LI»«KI»x«r»IiIui>,e». B ^ vesorxllnx »Iler I>rovl-rde!>telI«n«ei>, sovie Liier ill's >Veol>»Ier- ^ ? »«»eliltkt oi°-clil!>k-->>l°ii LutlrLxe- - krospecte, iLrif« etc. vsrä-m d«reit«illix-t ^ ^ (krLveo uvä xraliZ) ruxssenäst. — 8oltckv klrwev erdsltsi» verlretnvx. H Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fcd. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Dr. Hans Kraus.