Lmtmcher Zeitung. Nr. 1U7. P r ä u:> inerat ious prci i<: II» (5omvtoir ganzj. N. ii, >,>ubj. sl. 5..5.U. F>!r di» ^uslcllunq w« Haus hnll'j.:,,) lr, W>< dcr Post «anzi. fi. 15, halbj. si. l.l.C. Ticnst.ig, 3ft. August Insertionsgebühr bi« 10 ZeiltN : imal ßvlr., 8m. «Nlr., 3m. i fl.; sonst fi.Zcilc Im. »>!o„!,c!„c»l »>if dit „Lllilincher Zeitung." Der P rännmcrai i ons < Preis beträgt für die Zeit vom l. bib (5ndr September l^70: Im Comptoir offen......._,. « <,2 kr Im Comptoir nntcr Convert . . . . j Für Laibnch ins Haus zugestellt . . . i " __ " Mit Post mtter Schleifen .....' I " 25 " Aintlicher Theil. l>^- ^' "'^ ^ Apostolische Majestät haben ,uit Aller ^cyster Entschließung vom '20. August d. I. dcu geheißn Nath Grafen Albert N ostitz Rienck zu,n Oberst. Mdmarschall dcs Königreiches Böhmen und den Dr Wenzel Ritter v. Vclsky zu defscu Stellvertreter aller madigst zll ernennen geruht. Potocki in. p. Taaffe ^i. i». ^ Der Minister des Inucru hat iu Durchführung neuen Organisation des Sanitätsdienstes den quics-MM',?Ä^' ^' ^'""' Schiffer, den Stadt-Mstws Dr Emil Ritter v. Stöckl, den Bczirtsarzt l/,' 7^""z ^ a " st c r und den Professor Dr. Alois V a ratkes i.,^ ."'^lttlichen Mitgliedern des Landessanitäts- u)es in Laibach auf die Dauer von drei Jahren ernannt. Dr. ^nold^'^ ^ Inncr.1 hat den Bezirtsarzt wundam u,,^'"" ". Aichlburg, den Primar-den Prwar^t ^^^lYsikus Dr. Alois Hussa und ttarl Virubachcr zu ordeut "'nannt. ^ Laudeösauitätsrathcs für Kärntcn steril?" .^nanzministcr hat den provisorischen Mini-cnalconclftistcn im Finanzministerium Dr. Karl Stein-^ «1 >! cr, Gnstau Lindner, Dr. Johann Schulz v "N'aßnitzki, Dr. Moriz Winter, Franz Jansky, Mtor Casati, Anton M onsc, Cdnard Alschinge r Ml Dcm mer und Philipp Stcidl systcmisirtc Mi-"lstcrialconcipistenstcllcn in diesem Ministerium verliehen. Verordnung des Ministers fur Cultus "Nd Unterricht vom 3«>. August R ^70, '^omit eine Schul- und Nntcrrichtsordnung für die allgc-meinen Voltsschulcu erlassen wird. (Fortsetzung.) ^ .§ 53. Der Unterricht im Zeichnen und in der geo> ^'Dm Formenlehre hat die Aufgabe, Auge und Hand „ ' Schüler zu vildcu und dieselben zu einer sicheren u, > vn"" Auffassung und Unterscheidung der Formen steil - ^" bringen; Geübtheit im lincarischcn Dar ^n räumlicher Verhältnisse, Zeichnen von Gcgcustäu-bccn- ^"" cbci,cn Flächen, gcradcil nnd trnlnmcn Linien ,,/! cnzt werden, Fähigkeit, einfache Gegenstände nach der ' unr darzustellen. Die Wahl der Objecte für das u)nen richtet fich nach den Bedürfnisscu des Lebens. ^.,,^"> den unteren Stufen werden einfache, anf der ^n , !!! "^gezeichnete Gegenstände nachgezeichnet. Auf "utn-r'ssi w' "'^ ^'"^" Stufen wird der Zcichnungs l lchrc f !! ''^ ^^undung mit der geometrischen Formen-Darftcs? ' '"^'" ^^' Schüler zunächst znr bildlichen, leite/ 1^.^ ^". betreffenden geometrischen Formen angc-fachcr c-> fähigere Schüler werden im Zeichnen ein-llciibt "?"cntc, Grnndrissc nnd Pläne'(Vandtartcn) i'bcrlnss^",^. ^^lchucu "'iß es übcrhanpt'dcm Vchrcrz ^ascmifs >'"'' ^"'-'^ ^"i allgemeinen, als dem hat er ^ ^"^^ "bcr engere Grenzen zu zichcu; nur ^^ilrfnis/ ^^eul Unterrichte anch alls die besonderen, ^e der Mädchen Rücksicht zll nehmen, ^en u,,^ llcomctrischc Formenlehre wird anf den miw ^acht- Vu f?" Swfen gelehrt. Es kommen in Vc. ^ Mid^ ^' Dreiecke, Bier. und Vielecke, der Kreis, !^cl. ^/"^"a, Pyramide, Cylinder. Kegel nnd "ntcnich" ?"' "uo Körperberechnnngen schließen diesen ^Mit i,^ . ^?s Ziel des Schrcibuntcrrichtcs ist: Fcr ^.^iden ^! V"'' «clänfigen »l,d möglichst gefälligen °3 drr °"- Schrift der Unterrichtssprache, bczichungs ^ d" la!> ':/" Landessprache, bei deutschen Schulen. ""Nischen Schrift. , Die Schüler find von vorn herein anzuhalten, Alles, was sie schreiben, nicht nur schön, sondern auch orto-graphisch richtig und genau zu schreibe». Dieser Unterricht ist von Anfang an mit den übri^ gen Untcrrichtögcgcnständcn in inmac Verbindung zu bringen. «,.«^ '"' D" Unterricht in den Realien hat das Wlssenswnrdlgstc ans der Raturlundc, der Geographie und Geschichte ins Auge zu fassen, ^icbci ist der Grund satz festzuhalten, daß sich dieser Unterricht auf den unteren und mittleren Stnfcn znnächst au die Fibel und die Schullcscbüchcr anschließt und daß er erst ans den oberen Stufen sclbstäudig auftritt. 8 5l>. Der Unterricht in der Naturgeschichte soll den Schülern Interesse und ^icbc für die Natur einflößen, sie mit den vcrbrcitctstcn Naturkörpern bekannt machen und zur scharfen nnd genauen Beobachtung, fo wie znr charaktcrisircndcn Beschreibung der angeschauten Natnrkörper anleiten. Besondere Aufmerksamkeit ist den einheimischen und in Landschulen vornehmlich den anf die Landwirthschaft (Feld-, Gemüse- und Obstbau, Blumen ..-ultur, Seidenraupe«,-, Bienen- und Pichzucht) bczüg lichcu Naturgcgcnständcn znznwcndcn. Soweit es thnn^ lich, muß von der Anschaunng wirklicher Naturkörpcr ausgegangen und, wo dies uicht ausreicht, zu Abbildun> gen gcgriffcil werden. Die Bekanntschaft mit einem natnrhistorischcn System ist uicht Anfgabc der allgemeinen Volksschule. Auf den uutcrcn Stnfcn wird dcr naturacschicht-liche Unlen'ichl mit dcm Anschannnasliiiterrichtc vcr-bnndcn. Die Kinder wcrdcn mit cincr Anzahl dcr wichtigsten Thiere und Pflanzen der Heimat bekannt gemacht. Damit ist die Bclchrunq über dcn Schutz dcr Thiere und der Pflanzungen passend z„ verbinden. Auf dcn Mittelstufen bildet das Lcscbuch die Grund-laac des naturliistoiischen Unterrichtes. In dcn odcl-n Classen wild dcr bcicits anacrianetc Wissensstoff erweitert. Dic charakteristischen Repräsentanten dcr wichtiastcn Gniftpcn ane« dcn drci Reichen, insbesondere jene Natullü^Pu-, wclchc dnrch Nutzen oder Schaden, dnrch vcrlncilclc^lnwcndnna in Geweiben uud Künsten oder durch ihre bedeutende Rollc iin Hanshaltc der ')ial»r licroortrctcn, hadcn vorzugsweise Vcrncksich-lianns, ^li finden. Hieran schlicht sich sodann cinc ctmas eingehendere Kenntniß des Menschen unter Hrroorhcbnna dcr wichtigsten Sätze ans der Oesundhcitslelirc. Der naturacschichtlichc Unterricht schließt sich am zweckmäßigsten an cincn zrit- und ortSacmäß cingcrich' teten Schulgarten an. ^ 57. Die Naturlchrc hat dic Aufgabe, Kenntniß und Verständniß dcr wichtigsten Natnrcrschcinungcn anzn-bahnen. Naturcrschcinnnaen und einfache Experiment«: bilden dcu Ausgangspunkt. Auf dcn unteren Stuscn wcrdcn bei dcm Anschauungsunterrichte dic wichtigsten Naturclscheinuncicn besprochen. Auf dcn milllcren Stufcn bildet das Lesebuch dic Grundlage und biclct dic ^ccline ! Gelegenheit, die wichtigsten, am häufigsten wiedcrtchicii-dcn Natulcrschcinnnacn zn bcspicchcn und zu erklären, als: Ab- und Znimhmc dcr Wärmc (Thcrmomctei). ^nftznss. Lnftdrnck (Varomttcr. Pnmpci'). Wind, Thau, Ncif. Ncbcl, Wolken. Regen, Schnee, Eis. Verbrennung. Hchnng. ?^nf den oberen Uutcrrichtsstufcn soll cinc Auswahl aus dcn verschiedenen Partien dcr Naturlchrc mit Äe-l rücksichtiauna der Fassungskraft dcr Schüler getroffen nnd dicscr Lehrstoff dcnsclbcn znin vollcn Verständniß gebracht wcrdcn. An den pliysitalischcn Unterricht schließt ! sich dasjenige auS der Clicmic an, was zum Verstand niß für dic gewöhnlichsten Voraän'ac im hänslichen ^ebcn, in der Landwirthschaft und in den Gewerben nothwcn- ! dig ist. (Forlschnüg solgt.) ! Nichtamtlicher Theil, j Üaibach, 2!». Angust. Ocgcnübcr den mannigfachcn lcndcnziöscu Äusstren-^ ungcn übcr Differenzen zwischen dcn Grafen V c n st ^nnd Andrassy bcmcrlt ciue aut m,te>richlcte Conc-spondcnz des „)tapl°:" ..Vtan kann die WMhc't ,nchl ost genua wiederholen; diese Vagheit »ibcr ,,t. duß dlc ! Grafen Bcnst und Andrassy. weit cntfcritt in einander ^ Nebenbuhler zu erblicken, im besten »nd aufrichtig>len Einvernehmen stchcn. Dieses Verhältniß wirb durch dic ! lügenhaften Gerüchte gewiß nicht gcstürt werden. Ver- sicherungen in diesem Sinne hat Graf Andrassy in jung» ster Zeit wiederholt gemacht und man weiß in Ungarn, daß ein Wort des Giafen Andrasfy ein Manneswort ist." Mehrere Journale halten dic Nachricht verbreite«, Graf Chotek, dcr österreichische Gesandte am Petersburger Hofe, habe seinc jüngste vielbesprochene Anwesen-hcit in Wien u. a. auch dazu bcnützt, um im Auftrage dcr Rcgicrutia. bci den ihm befreundeten Großgrundbt' sitzcrn in Prag für dir Politik dcr feudalen Partei zu wirken, nnd seinem Einflüsse wäre auch der für die Vel-fassnngspallti u»aünstigc Ausfall der ^andtagswahlen dcS böhmischen Großgrundbesitzes zuzuschreiben. Demgegenüber gibt die „Wr. Abdpst." die ..bestimmteste Versicherung ab. daß Graf Chotck, welcher nach seinem politischen Standpunkte keineswegs der staatsrechtlichen Opposition angehört, während seiner sich auf einige Stunden beschränkenden Anwesenheit in Prag allerdings mit verschiedenen Personen übcr politische Angtlcgenhcitcn verkehrt, aber auch nur im Sinnc der Veisöhnung und der baldigen RcichsrathSbcschickung gewirkt Hut." Ein Act von größter Tragweite ist der Per-söhnungsvcrfuch dcr Czechen, über welchen wir bcrcits kurz berichtet habcn. Die ..Bohemia" schreibt hierüber unterm 27. d, M: Im Club dcr deulschln Abgeordneten, von dencn 45 anwesend waren, darunter sämmtliche Führer der böhmischen VerfassungSparlei, erschien gestern Abends um 9 Uhr eine Deputation des czcchischcn Abgcordnctenclubs, bcstehcnd aus den Herren Dr. Ricgcr. Dr. Bielsky und Dr. Klaudy. Herr Dr. Riegcr als Sprecher dieser Deputation erklärte, cr überbringe den deutschen Abgeordneten im Namcn dcs czcchischcn Clubs dcssen freundlichste Begrüßung und suhr hierauf sort: Cine Verständigung zwischen den beiden Parteien in Böhmen sei bisher uicht anzubahnen gewesen, weil dic Unterdrückten nicht um Gnade hatten bitten können. Dcr Wunsch nach einer Vcistündigung werde aber aufrichtig und aufs lebhafteste gehegt. Wie die Dinge sich immer gestalten mögen, so sei doch eine Zerreißung dcS Landcs nach Nationen nicht möglich. Jeder der bcidc» Stämme sci start und mächtig genug, um nicht majorisirt werden zu können. Dadurch eröffne sich aber nur die Perspective eincS unendlichen KampfeS. Der Conflict könne also nicht durch Majoritäten, sondern nur auf dcni Wege dcs Rechtes entschieden werden. Dr. Riegcr machte hicbci wicdcr seinen beliebten Hinweis auf dic Verhältnisse in der Schweiz und brachte schließlich den Antrag dcs czechischen Abgeordnetenclubs vor, die deutschen Abgeordneten möchten eine Deputation von etwa fünf Mitgliedern wählen, die mit einer ebenso zusammengesetzten Deputation des czechischcn Clubs, ad» gcsehcn von der Thätigkeit des Landtages, Verhandlungen zur Anbahnung einer Verständigung zwischen den Par-tcien einleiten solle. — Dcr Obmann des deutschen Clubs Herr Dr. Schmeylal sprach dcr czcchischen Deputation dcn Dank für dic Begrüßung aus und fugte zu, daß ihr Antrag in Berathung gezogen werden follte, worauf die Deputation fich empfahl. — Der Club trat alsbald in die Berathung des Antrages ein, und nach 10 Uhr vcrfügtc sich das Bureau, die Herren Dr. Schmcykal, Dr. BanhanS und Dr. Cyhlarz in den czechischen Abge-ordnctcnclub, um dort die Begrüßung zu erwidern und mitzutheilen, daß die Wahl einer Deputation von fünf deutschen Abgeordneten zum Zwecke dcr bcaulraglen Ver« Handlungen beschlossen worden ist. (Als solche wurden gewählt: AanhanS, Schmcytal. Herbst, Plcner, Hafner.) In dcn Kreisen der dcutschcn Abgeordneten ist bemerkt wordcn. daß die czcchische Deputation durchwegs auS Mitgliedern der altczcchifchcn Fraction bestand. In dcr Sitzung des gesetzgebenden Kör» pers vom 22. d. gab cS wieder einen gewaltigen Sturm. Viamc, Minister dcs öffentlichen Unterrichts, versichert, daß dic Regierung alle Maßregeln ergreife, die in ihren Kräften stehen. „Wir haben kaiserliche Commissärc (heftiges Murren auf dcr Linken) Gcncral-commissärc — vcrbcssert sich Brame — geschickt, und . . . „Nicht Commissure werden verlangt.'' unterbricht ihn Iu les Fav re, sondern Gewehre. Sie denken uur un die Dynastie." „Sie habcn Bclfort von Trup-pen entblößt. Cin Corps von 30.000 Mann. da« dort l.g. haben S>c MMnommen," ruft T a char d. In diescni Moment und vermuthlich, weil man glaubt, daß ^llchard unvmfichtiqerwcise Trnppenbcwcgungen verrathen lönnr. wird sciuc Stimme durch cincn untici'chre'l, l'chcn Lärm übertönt. Tachard. noch leidend, n.uß s'ch nach vergeblichen Anstrengungen^ zu Worte zu kommen, setzen. 1404 Da besteigt Gam bett a die Tribüne und sagt unter tiefster Stille mit imponirender Stimme: „Es gibt eine Zeit zu sprechen, und eine Zeit zu schweigen. Denkeu Sie, daß dieser Schluß eine Antwort sein soll auf unsere Besorgnisse (Murren) und die des Landes? (Heftige Unterbrechungen.) Ah so! Sie haben keine Be« sorgnisse, Sie, die den Feind in unser Land gezogen haben." (Donnernder Beifall zur Linken. Wüthender Lärm auf der Rechten. Vergeblich versucht Talhouet, der statt Schneider den Vorsitz führt, den Sturm zu beschwichtigen.) „Das ist eine Aufreizung zum Bürgerkriege!" ruft manGambetta zu." — Gambetta: „Ich einen Bürgerkrieg, der ich stets alle Ungesetzlichkeit bekämpft, alle darauf hinzielenden Manövers gebrandmarkt habe?" (Der Tumult verdoppelt sich.) Ein De-putirter: „Das sind Beleidigungen, aber leine Discus> ston." — In gebieterischer Haltung steht Gam bett a mit gekreuzten Armen da und zwingt die Kammer, ihn zu HLren. „Ja wohl! Sie sind schwach genug, den Ministern Beifall zu klatschen, die Sie schamlos betrügen, und noch heute wollen Sie uns und das Voll mit Täuschungen nähren. Es ist Zeit, sage ich, als Männer zu handeln. Wir müssen Vorbereitungen treffen, den Feind zu vernichten oder zu fallen unter den Trümmern des Vaterlandes. (Laim.) Wir haben lange genug geschwiegen und heute, da wir einem Abgrunde entgegen gehen. . ." (Neuer Tumult, iu dem sich dic Stimme des Redners verliert. Fortwährende Schlußworte machen eineweitere Debatte unmöglich.) Gambetta muß endlich abtreten. Kriegschromk. Details aus der Schlacht bei Vlozonville. Wenn ich Ihnen — schreibt ein preußischer Special-correspondent auS Gravelotte. 21. d. — Einiges über den furchtbar blutigen Tag von Rezonvillc oder Gravelotte mitzutheilen versuche, so kann dieses auf den Namen einer Darstellung der Schlacht keinen Anspruch machen. Es ist vielmehr nur das, was ich von einem bestimmten Standpunkle aus, den ich nicht verlassen durfte, gewahren konnte, es sind. um es kurz zu sagen, rein persönliche, räumlich und zeitlich beschränkte Eindrücke. Ich traf, über Gorce kommend, am 18. d. erst im Laufe des Nachmittags auf dem eigentlichen Schlacht-felde ein, nicht wenig aufgeregt durch den Kanonendonner, den wir auf dem Wege von Pont-^Mousson her unablässig zu uns herülierschallen hörten. Der Feldweg, den wir gefahren, führt dicht vor Gorce über einen Bach, dann steilauf durch Weinberge auf eine Höhe über Stellen, wo am 16. d. das Gefecht zwischen der Armee des Prinzen Friedrich Karl und dcn von Metz abrückenden Truppen stattgefunden hatte. Alle Behausungen, die wir passirten, lagen voller Verwundeten, namentlich ein Schlößchen unmittelbar vor der Wcgsteile, dessen Namen ich nicht in Erfahrung bringen konnte. Als wir bei Re-zonville die Chaussee erreichten, bogen wir rechts ab nach Gravelotte. Die Straße senkt sich von der Einmündung des von uns verlassenen Vicinalweges ab durch eine ziemlich tiefe Muldc und steigt dann wieder zu dem höher gelegenen Dorfe empor. Dicht neben ihm trafen wir daS Frankfurter und Frankenthaler Sanitäts-carps, welche hinter einer preußischen Batterie ihre Verbandplätze eingerichtet hatten. Aus den verwirrten und unklaren Mittheilungen, welche mir von allen Seiten zu Theil wurden, konnte ich mich über das, was am Vor> Mittage und Nachmittage geschehen war, nur wenig orientiren. Nur so viel entnahm ich den Mittheilungen eines Iohannilcrrittcrs (Graf Oriolla). daß bereits einmal im Laufe des Tages daS Dorf Graoelotte Gegen-stand eines überaus heftigen Vorstoßes von Seiten der Feinde gewefen war. Die Franzosen, so sagte man mir, hätten gesucht, die bei Gravelotte aufgestellten Truppen zu durchbrechen, um die Straße nach Verdun an dieser Stelle, welche sie für die schwächste der preußischen Aufstellung hielten, zu gewinnen. Daß der Kampf ein überaus heißer, mächtig hin- und herwogcnder gewesen, bestätigten die Aeußerungen eines Verwundeten vom ?. Kürassier-Regiment (dessen weiße Uniform mit gelben Aufschlägen von dem Grafen Bismarck getragen wird. Die Red.). Das Regiment hatte in einer Attaque über Gravelotte hinaus, im Vereine mit einem Uhlanen-Ncgimmle mehrere Infanterieabtheilungen gesprengt und eine Batterie genommen, war aber dabei ohne Deckung zu weit vorgegangen und traf auf zwei feindliche Cavallericdiuisionen, von denen es durch den gewaltigen Anprall einer unver-hältnißmäßigcn, von Mitrailleuse« unterstützten Ueber-machl mit furchtbarem Verluste geworfen wurde. Der Cürassier, dem ich diese Mittheilung verdanke, ein Gothaer, der in Folge der Militärconvcntion in dem preußischen Reqimentc dient, war bci diesem Anlasse leicht verwundet hinter seinem Regimmte zurückgeblieben, als er plötzlich die feindliche Cavallerie zu neuem Angriff heransprengen sieht. Rascr, entschlossen^ springt er vom Gaul und.wirft sich zur Erde, auf die! bekannte Eigenschaft der Pferde vertrauend, die über am Boden liegende Menfchen hinwegsetzen, ohne sie zu verletzen. Es war dies auch bei den Pferden der Fall, aber nicht bei den Reitern. Fast jeder der über ihn weggehenden gab dem Daliegenden mit dcr Spitze des Palasches einen Stich, so daß der Arme sechs bis acht Wunden zählte. Als der Choc vorüber, stieg sogar ein zurückgebliebener Franzose ad, hob dem Verwundeten den Arm und versetzte ihm durch die Armöffnung des Panzere einen liefen Stich in die Seite. In diesem Zustande war der preußische Eürassicr in einen Schuppen in Gravelotte gebracht worden, das sich in diesem Augenblicke in den Händen der Franzosen befand. Französische Aerzte hatten ihn verbunden und dabei so viel Zeit gehabt, sie daß eine ziemlich unbedeutende Gesichts-wundc (Hieb über dcn Mnnd) tunstgemäß mit einer Nadel vernäht hatten. Dann war der Verwundete mit dem Dorfe, in welchem er lag, von seinen Landslcutcn genommen worden. In demselben Schuppen, wo ihn die Franzosen hingebracht, fand ich ihn. Es mochte dies zwischen 4 und 6 des Nachmittags sein. Von da ab bin ich Augenzeuge dessen gewesen, was ich weiter zu erzählen vermag. Die Batterie, hinter der wir um diese Zeit bei Gravelottc postirt waren, unterhielt ein lebhaftes Granatfeuer gegen den Feind, der selbes mit gleich grober Münze erwiederte. Vicl Schaden richtete er nicht an, da seine Geschosse alle hoch oben in der Luft platzten. An Gefahr dachte dabei eilMtlich Niemand; man zeigte sich die explodirenden Wölkchen, als seien sie ganz harmlos und unschädlich. Unsere Batterie schien ihr Handwerk schon besser zu verstehen. Der Haufttinann, auf einem Protzkastcn stehend, cummandirtc die Entfernungen und faßte dabei ein mit hohen Pappcl-liäumen besetztes Stück Chaussee, die in ziemlicher Entfernung vor Gravclotte scharf nach rechts hin, Metz zu abbiegt, ganz besonders ins Augc, da sich dort große Infantcricmassen entwickelten. Er bezeichnete für jeden Schuß einen Pappelbaum mit seiner Nummcr von rechts oder links gezählt, und jedesmal schlug der Granatschuß splitternd in denselben ein. Bis gegen 7 Uhr mochte dieser Kampf gedauert haben, ohne daß von irgend einer Seite an Terrain gewonnen oder verloren worden wäre. Da mit einem male wurde die Kanonade auf der Gegenseite von Minute zu Minute heftiger. Anch wir, die wir nichts von der Sache verstanden, fühlten in-stmctmaßig, daß unsere Truppen vor einem furchtbaren Angriffe der Franzofen wichen. Die Batterie vor uns protzt auf, fährt ab — anch uns bleibt in dem furcht baren Getümmel, was sich rückwärts wälzt, nichts Anderes übrig, als der Strömung willenlos zu folgen. Erst in diesem Augenblick überkam mich überwältigend das Bewußtsein des furchtbaren Ernstes alles dessen, was sich um uns zutrug, das mir trotz des vielen Blutes, was ich gesehen und gestillt hattc, noch nicht so lebhaft vor die Seele getreten war. Eine Granate, so hörte man, war in diesem Augenblicke mitten in den Stab des Königs eingeschlagcn und hatte den Prinzen Re.iß getödtet. Ob dies wirtlich der Fall war. weiß ich rben so wenig, wie ich sagen kann, wie weit die rückgängige Bewegung sich erstreckt. Mitten durch die weichenden Truppen sah man frische Truppen in ruhiger und fester Haltung vorgehen. Ihnen folgte ich nach tnrzer Pause. Bald war Oravelotte wieder erreicht und wie früher das Weichen, so wurde jetzt das energische Vorgehen ganz bestimmt empfunden, ohne daß man sich Rechenschaft zu geben wußte, wodurch. Um halb 10 Uhr erfuhr ich, daß der Feind auf dcr ganzen Linic zurückgedrängt worden, daß Zt. Privat, Verneville und andere Stellungen desselben genommen seien. Die Schlacht war über ein sehr weitcö Terrain verbreitet und schr, sehr blutig, das wurde von allen Seiten versichert. In gleicher Weise war man einig dariilier. daß die Entscheidung mehr wie einmal sehr geschwankt habe. Von Einzelheiten, die ich persönlich angesehen, ver< mag ich noch eine schreckliche zu berichten. Links von Graveloltc steht ein großes Gebäude, in welches die Franzosen sich festgesetzt hatten. Dorthin hatten sic auch cinen großen Theil ihrcr Verwundeten gebracht. Während des Gefechtes gcrieth das Haus in Grand und cS fanden 100 Blcssirte darin ihren Tod. Ihre verkohlten Leichen sah ich am Freitag, cS war ein gräßlicher Anblick. Von diesem Gebäude, etwa eine Stunde westlich entfernt, zieht sich niederes Gehölz, das in eine tiefe Thalschlucht abfällt. In ihm hatten sich zwei französische Iägerbataillone üvcrans stark verschanzt. Ein blutiger Bajonnetangriff vertrieb sie aus dieser Position, und auch diesen konnte ich deutlich verfolgen. An dieser Stelle spielten zwei andere Vorfälle, von denen einer besonders schmerzlich. Schon tief in der Nacht, nachdem wir todtmüde in einem stalle einen Nuheort gefunden. ! wurden wir noch einmal durch heftiges Gewehrfeucr aufgeschreckt. Nach kurzer ängstlicher Pause stellte sich die traurige Thatsache heraus, daß eben bci jener Schlucht eine preußische Infantcrie-Mtheillmg auf ein preußisches Jäger-Bataillon Feuer gegeben habe, im festen Glcuben, den Feind vor fich zu sehen. Das andere Ercigniß, welches an jener Stelle vor sich ging. ist das Alischnei» den eine« ausgezeichnet equipirlen freiwilligen französischen Sanitätscorps, welches man demnächst wohl über neutrales Land wieder in seine Heimat befördern wird. Die Abtheilung ist neunzig Mann stark und, wie gesagt, mit Wagen. Tragbahren und allem Nothwendigen überaus trefflich ausgerüstet. Noch in der Nacht vom 18. auf dcn 1^. wurden die Ortc Longcville und Mou< lin von unseren Trnppen besetzt. Um Freitag und Samstag führte mich mein Weg in die verschiedenen Ortschaften, wo der Kampf Spuren hinterlassen. Das furchtbare Elend, welches sich in der Nahe eines Schlachtfeldes findet, zu schildern, ist meine Feder zu schwach, bin ich selbst zu sehr erregt und außer mir. Gestel» Abends lehrte ich nach Gravelotte zurück und wer" heute mit einem Zug Verwundeter nach Ncmilly gehen, wohin dieselben lcidcr auf Wagen geschafft werd!" müssen. Im Laufe der Nacht fand ich Zeit, diese Ä" len für Sie hinzuwerfen, ich vervollständige sie ^' dem trüben Bildc. welches ich eben vor mir habe. ^ dcfindc mich nämlich in der Kirche von Oravclottc, ^ auf den umgestürzten Kirchenvänten und haftig zusaf? mengcrafftcm Stroh zwanzig Verwundete lagern. ^'' ^ rend man dieselben veromdet, ja während einc ?lmpu>u tion vorgenommen wird, verrichtet ein Priester vor dl>» Altare gottesdienstlichc Handlungen, deren Ocdclitu^ ich nicht kenne. Dicht vor der Vallustrade, welche ^ Chor vom Schiffe trennt, liegt auf der Bahre cin st"' bender preußischer Infanterist, dem eine Kugel »»^ den Schädel gedrungen ist. Ich habe ihn eben ^ Kaffee, der ersten Labung, welche dem Verwundeten >l dem Schlachttllsje zu Theil wird, zu crqnickcn versus Der Priester schickt sich an, dem Verscheidenden °^ Sakramente zu reichen, als ich die Kirche verlasse. ^ meine Reise fortzusetzen. Die Vtobilssardcn in Ohalons. Aus ChalonS wird der ..Daily News" ?M über die Garde Mobile geschrieben: „Am l". Ä^ waren die 15.000 Mann, die dort zusammengezogn ^ ren, in ihrcn Quartieren consignirt. Man hörte >" ,, Morgenstunden im Lager ans der'Ferne cine anhal^,,' Kanonade, und unter den nur znm Theil und zwal^ schlechten Gewehren ausgerüsteten Mobilen brach ^ ^ nischcr Schrecken aus. Die Lcnte sind mir zum gel>^' Theile cincxcrcirt und vollständig unbrauchbar Me^ Preußen. Als die Paniqnc nm sich zu greifen ^ ' verlangten sie mit lautem Geschrei nach Paris zu^ führt zu werden und erklärten cS für höchst »mj^, daß man die Pariser Regimenter hilflos als Kanons ter dem herannahenden Feinde überlasse, währcül übrigcn Bataillone auS anderen Departements zul^ lheidigung ihrer eigenen Stadt benutzt würden. S^, lich drohten sie, wenn man sie nicht nach Paris!^ würden sie von selbst dahin ziehen. Die Officicrc, ^.> nicht ihrc Slellen durch Protection erhalten haln'", nach dem Kreuz der Ehrenlegion Verlangen lrage^ ben ihnen zur Antwort, wenn sie es versuchen s^ auszureißen. werde man sie durch Artillerie zurück^,. Indessen weder Drohung noch Ucberredung richtet^ den „NiMii^ äo ?Äri«" etwas aus, der Aufruhr ^ und schließlich gaben die Officierc nach und ver^ sich mit ihren Leuten zu dem Oefuche, nach Par'^ rückgeschickt zu werden. Mehrere Stunden lana st^ die Verhältnisse so. bis endlich ein Stabsofficicl. Garde Mobile mit verhängtem Zügel dnrchs Lager sp^M seine Mütze schwenltc und dcn Mannschaften znries'",^ marschircn nach dem Lager von St. Maur (bei ^Ml! wir marschiren morgen!" Augenblicklich war d^Al Lagcr eine Scene der Aufregung und des Inbcl^. .^ Mobilen umarmten einander, tanzten umher u»d ^«o wie eine Heerdc losgelassener Schulbuben un^,, lll dann sofort daran, ihrc Tornister zu packen. ^^ letzteren Operation waren sic jedoch kaum fcrtia, ^M der Befehl, die Tornister zurückzulassen für M^,,^ hon's Corps, das keine mehr besitzt, und die >'M^ gen Pariser Kinder sahen sich daher genöthigt, ih^H in die Dcckcn zusammcnznschnüren und sic so ,i^ '..zj pen, so gut cS gchcn mochte. Inzwischen kamen ;a« > Truppen an, dic überall nntergcbracht wnrdeii, > ^ dic Linic von dcr Stadt Ehalons bis znm ^ag^ ^ lange Strecke von zusammenhängenden Lagern wu^ '^ es dcn Anschein gewann, als wolle man dcn recht^l' gel auf ChalonS-sur-Marnc und dcn linken auf ^ melon stützen." _______ M Basel. 2«. August. (N. Frdbl.) Mst^ Straßburgcr berichten über die Zerstörung 'hrer ^ Folgendes: Verbrannt sind die neue protestantische ^ dic Wilhelmskirche, die Stadlbibliothct. daS p^ ^ tische Seminar, die Bilder-Galerie am ttleberM,'^ü. großer Theil der Grand Nne. Theile anderer ^ ^/ Viele Häuser dcr Vorstädte. Die FestungM"^ 5 sehr wenig gelitten. Das Schießen dcr Deutl^F folgt nnr Nachts. Das Begehren dcS Fe,Nl"^ Mandanten. Weiber und Kinder fortschicken zu . F wurdc vom preußischen General abgewiesen. ( ist die vielgerühmte preußische Humanität!) ^^^ Krainischcr Landtag. 6. Sitzung. . .list' , Nach Verlesung dcS Protokolls dcr letzten ^ , theilt der Präsident mit. daß der VerW °c e> ansschnsses vertheilt wurdc. daß Dr. p° „lB> Petition dcS trainischen Malers Franke u" " ,^sich >" < in dcr ferneren Ausbildung überreicht hat, ^ '^^ ! chcr dcrsclbe sich cinen cigcnen Antrag vorbchal' > ^ ! Interpellation von Dr.' Pollnlar und Oe"°'' „ nw Abschreibung der Grundsteuer auch heuer "I ^„i »welche der Hcrr L andespräsidcnt s^^^H,' l antwortet, dah dies hmcr im Grunde d" ^ . Entschließung vom December l«<'»4 ""5" ^'^ ^ werde; ferner rine Interpellation in V" 14l>5 endung dcr Großlupp Gurker Straße, welche dcr Lau-oesprastdent morgen zu beantworten erklärt. Der Landespräsident beantwortet ferner die Interpellation von Dr. Pollular und Consorten. betreff fend dlc Reform der Grundbücher, dahin, daß er den dieö-saUtgen Landtagsbcschluß dem Ministerium des Inncrn nut dem Ersuchen vorgclcgt habe, denselben dem Justiz, nnmstermm zur Berücksichtigung zu übermitteln. Von 5^°^" könne mit Bezug auf den Wirkungskreis d r Landtage allerdings nur insofcruc die' Rede sein, ^n,.' .-!," 'c"""' ,^i"nchtung der Grundbücher betrifft. ^ ' —/" «!' ^'" Justizministerium bereits ein Entwurf ubcr Ncform dcr Grundbücher ausgearbeitet, welcher von^ cnicr Commission berathen wird. Dr. Na; laq refcrirt über den Poranschlag des lramlschen Lai'dcsfoudcs und seiner Subfondc pro 1871. Eapltel «V. dcr Auslagen (Landeöcultur) M. d) Veitrag an die krainische Äckcrbauschulc beantragt Dr. Vlclweis die slylistischc Abänderung: Beitrag an die lrainische Landwirlhschaftsgescllschafl. Bei lit,, e) Beitrag zu dcu Stipendien für die eventuelle Errichtung der Obst- und Weinbanschulc in Wippach, 000 ft., gibt Dr. Blciw ciS die Auikläruug über die Post, indem er die Geschichte der Entstehung dcr projcclirten Obst- und Wciubauschulc. die unseren Lcscrn aus den Verhandlungen der Landwirlhfchaftsgcsellschaft ohnehin bekannt lst, resumirt. Das Ackcrbaumiuisterium hat !"r die Schule für die Kosten dcr ersten Errichtung 6000 fi. und auf 5 weitere Jahre jährlich 2000 fl. be-wllligt unter dcr Voraussetzung. daß auch das Laud nwl angemessenen Beitrag leisten werde. Der Landes-«usschuß habe beschlossen, diese Uutcrstützuug in der l^orm von 10 Stipendien ^ 150 fi. zu gewähren. Dcr Mnanzausschuß hat getrachtet, diese Summe ohne beeren Kostcnaufwaud einzubringen. Früher wurden "W ft. «us dem Landesfoudc für die Ackcrbaufchule gezahlt, diese fallen heuer weg und können daher zur thcil-veiscn Deckung obiger Stipendien verwendet'werden; ''" vandeöculturfondc werden ferner 900 fl erspart, "a jedoch dcr Bestand dcr Schule noch nicht gesichert 'l, so wäre er dcr Ansicht, dcr Landesausschuß wäre zu Mächtigen, erst nach bewirkter Herstellung dcr Schule "" fl. in dcr beantragten Weise zu verwenden, den 5??""" Grabrijan unterstützt den Antrag durch die ,«". .^ seiner Nothwendigkeit mit Rücksicht auf leit der m ».?'^M Erzeugnisse und die Mittcllosig-trag d s^.^'7^' ebenso Dr, Razlag.und dcr An. genommen "^^ "'^^^ der Abstimmung an- Kr °mcr ^«^^ ^ (Wohlthätigkeitsanstalten) bemerkt ^andcswobltwiii^" '" be»' ökonomischen Verwaltung der '" b"' letzten Jahren große aussl ß° ^""' vorgekommen, daher er den Landes-Bcsck , - '''"bert. die bezügliche Erhcbuug mit aller sten Nk ^""6 zu pflegen und die Schuldign, dcr strengerm' 5 """li zuzuführen. Dcr Landcshaupt m a n n llvicocrt, daß dcr LandcSausschuß in dicscr Beziehung Mnc Pflicht vollständig erfüllt und dic DiSeiplinurun-'"suchung eingeleitet hade, welche jcdoch eine längere "llner erfordert, da die Rechnungen von 4 Jahren her jl« prüfen find. Uebrigcns sci bereits die Ordnnng herstellt worden, und was die Schuldigen betrifft, so werde °er Laudcsausschuß nach dcu bestehenden Gesetzen vor-«chm und sich eine unzeitige Milde nicht zu Schulden lonnnen lassen. ^ In den übrigen Punkten wird der Voranschlag ohne eoatlc. sowie auch die daran geknüpften Anträge des "Ndcsausschusses, wornach der Abgang dcs Landesfou-°°s pcr 210.021 fl. 36'/^ kr. durch einen I8°/, Zu-^^9 auf alle dircctcn Steuern ohne Kricgsznschlag und ^wchaltung dcs bisherigen 10°/„ Zuschlages auf dic crMMullMeucr vom Weine. Wein- und Obstmostc ter n^°'^ fleisch zu decken ist, angenommen und in drit- ^sung ^m Beschlusse erhoben, tress ^ .^^ Schreiben dcr k. t. Landcörcgielung, bc-lei a ^'^^ Abänderungen in den vom Landtage be-Über !." ^ vorigen Session bcschlosscucu Ocsctzcnlwürfcn, tau ck ^^s"'rccht und dic Oraauc für den Gruud-dz^^^d nach kurzer Debatte in welcher der Lan-ilbr^'"> cut ^ch diesfalls auf das Vorgehen der Vangen ""'^^c beruft. — zur Tagesordnung übcrgc- ^eqie^"^ Pin tar rcfcrirt sohiu über dic beiden dcr i^!"Utw°rlllgen. bestehend in dem flovcnischcn Texte ^oen obgcnanntcn Gesetze. ^stcr'uos!^ beantragt, diese Gesetze wegen mangcl-rung ^ ^^U"l1 dcs deutschen Urtextes an dic Regie-^rückzuleit ^^"'^ """ entsprechenden Ucbcrsctzung ^tn der^"^.^ ""d "ach kurzer Debatte uud nach-^t t>cr ^"'"^tlungsantrag Dcschmanus, dcu Ausschuß ^"fen w°>?"^^"'^ bes Textes zu beauftragen, vcr-°/ese Vorlas'e " " licno m m c n mit dem Beisätze, daß ^despräs^ ''°^ ^' ""ch bcr Versicherung dcs Herrn . Haus .'? "' "°ch vor Schluß dicscr Session vor s,!" För.,,?i?,"^" lolltcn. mit Ucbcrgehnng aller wei' lolle,,. "Nchleiten der Erlediguug unterzogen werden Er?^"twt!'.^ °c "lcnrt über den Voranschlag des N ^Hu^fondes pro 1871. Bei Pos! 2 ". des "" tve,.. ''s" börsenmäßigcn Ankauf von Obliga-! oer Landcspräsident darauf hin, daß der Grundcntlastungsfond Passiv sci, dahcr kein Einkauf von Obligationen stattfinden tönnc. Dr. Costa beruft sich dagegen auf die a. h. Entschließung vom W. Jänner 1856, womit dcr Ankauf von Gruudentlastunasobligationen aus dcm Ueberschuß der Zahlungen dcr Verpflichteten und dcr zur Zahlung dcr verlosten Obligationen nöthigen Summe bewerkstelligt werden könne. Eine andere Frage fei jene nach dem praktischen Wcrthc dicscr Post, allerdings werde bis auf Weiteres der Ankauf unterbleiben müssen, allein dcr Lan-dcsausschuß wollte durch Eiichcllni',g dicscr Summc nur sciu Recht wahren. Dcr Laudcöpräsidcnt bemerkt dagegen, daß auch die Wcglassung dcs fraglichen Postens kein Präjudiz für denLandesauSschuß bcgründcn würde, allcin bci dcm zu deckeudcn Gcbarungsabgange könne factisch dcr Anlauf von Obligationen nicht stattfinden, fondern nur bci cincm Ucberschusse; dcr zur Deckung des Abganges erforderliche Staavvorschuß könne aber nur nach dcm wittlichcn Abgänge berechnet werecn. Schließlich wird dcr Antrag dcs Finanzausschusses auf Einstellung obigen Betrages pcr 7500 fl. angenommen. Das Präliminarc dcs Laudcsculturfoudcs pro 1871 wird nach dcm Autrag dcs Berichterstatters Dr. Costa ln der Einnahme mit 1I<)7 ft. 29 kr. und dcr Ausgabe per 2li4 fl. 83 kr., sohin mit dcm Ucbcrschussc pcr 962 ft. -40 kr. genchmigt und beschlossen, dicsen Ucbcrschuß und den im LaudcSfonde für die Wippachcr Obst- und Wein-bauschulc votnteu Betrag per 000 si., zufammcn 1902 ft. 40 kr., für die beantragten zehn Stipendien ü 150 fl. und dcn Rest per 02 fl. 40 kr. zur Anschaffung von Lehrmitteln für dicsc Anstalt zu vcrwcndcn. Ferucr wird dcr Gemeinde Trala, Bezirk Krainburg, die Erhebung einer Umlage von 30 °/„ auf alle dircctcn Stcucru für das Jahr 1870 bewilligt. Das Gesuch zweier Insasscn dcö Oczilkcs Lack um Ausscheidung einiger Parzellen aus diesem Stcucrbezirlc und Einverleibung in die Slcucrgcmcindc Jama dcS Bezirkes Krainburg wird dcm Justizministerium unterslüz-zend vorzulegen beschlossen. Dcr Ncchcu sch af tsbcricht dcS LandcsauS-schusscS für dic Pcriodc vom 23. October 180l» bis 20. August 1870 wird übcr Antrag Dr. Kalte n eg-gcrs dem Landcsansschussc mit dcm Auftrage, zur Wicdcrvorlage in dcr nüchslcn Session znrückstcstcllt. Schließlich rcfcrirt Dr. Zarnit Namcns dcS Pc-litiouöausschusscs übcr dcn Entwurf eines Majcstät^gc-fuches um Begnadigung aller wcgcn dcr Ianlschberg» Ioscfsthalcr Vorfälle (Angriff auf die Laibacher Turner am 23, Mai 1809) Verurlhcilten. Der vorgelegte Entwurf wird ohne Debatte genehmigt und damit die Slz-zung um 1«/, Uhr geschloffen. Nächste Sitzung Morgen. Tagesordnung: 1. Die Adresse: 2. die NcichSralhSwahl. Der Idrcsi.Entwurs dcö krainischcn Landtages, wie cr auS dcr Ausschuß-bcrathung hcrvorncgangcn, lautet: Eure k. und t. apostolische Vcajcstät! In tiefster Ehrfurcht nahet sich dic trcugchorsamstc Vertretung dcs Hcrzogthunw Kram zu den Stufcu des Allerhöchsten Thrones Eurcr laiserlichcn uud köuiglichcn apostolischen Atajcstät. nm dcu ehrerbietigste" Daut für die allerhöchste Botschaft anzusprechen, welche Eure tai^ jcrlichc und töniglichc apostolische Majestät an diesen trcnssehorsmnstcn Landtag zu richtcu geruhten. Im Angcsichtc dcr folgcnschwcrcn Ereignisse, deren Schauplatz Europa geworden ist, hält cS die trciuzchor-sauistc Vertretung für ihre heiligste Pflicht, dcm Ruft Eurcr kaiscrlichcu uud töuiglichcu' apostolischen Majestät zn folgen und zur Wahruchmung jener höchsten Interessen mitzuwirken, deren Gemeinsamkeit eine glorreiche Geschichte geheiligt hat und dcrcn einheitliche Förderung die Macht und das Ansehen dco Rcichcs bedingt. Mit größter Befriedigung wurdc allerorts dcr Entschluß Eurcr kaiserlichen und töniglichcu apostolischen Majestät Regierung auMnommcu, dic strictcstc Neutra lität ciuzuhaltcn, so langc nicht die cigcncn Interesse» dcs Reiches gefährdet sind, und dies um so mehr, da dic noch nicht herbeigeführte Lösung dcr inneren Fragen und dcr Mangel ciucr allseitig unerkannten Grundlage und Gestaltung dcs öffentlichen Rcchtcs dic Erhaltung friedlicher nnowärtiger Beziehungen dcs Reiches dringend nothwendig machen. Bereits in seiner alleruntcrthänigstcn Adresse vom 28. Februar 1867 hat dcr treu gehorsamste Landtag sciue Ueberzeugung dahin ausgesprochen, „daß nur ciu freier Ausgleich aller Königreiche uud Länder des Kaiserreiches dic dauernde und fcstc Garantie für dic Einheit uud Machtstellung dcr Monarchie, sowic für die wahr- j haft cunslitutionclle Entwickelung derselben zu geben vermag." Dic mittlerweile eingetretenen Ereignisse gcbcn dcu Vcwcis, daß dicsc Ueberzeugung cinc schr vcgründctc und richtige war. Die Versuche, durch ciuc Verfassung, welche der rccntsgiltigcn Grundlage entbehrt und uon dcr Majorität der Völker theils uic anerkannt, theils ihncn gcgcn lhrcn Willen aufgedrungen worden ist, einen ueucu namcnloicn s. g. ciölcithanischcu Staat zu gründen, haben du Einheit dcs Gcsammtreichcs gcschäoigct, ycfährdcn du Er,-stcnzbcdingungcn desselben mehr und mchr, bccinträch^ tigen dic Eigcnbcrcchtigung dcr Königreiche, Länder und Nationen und haben sich überdies durch die Erfahrung als mit einer freiheitlichen Gestaltung unvereinbar und undurchführbar bewiesen. Deshalb erscheint eben so sehr dringend nothwendig, jene Institutionen zu stärken, welche die Einheit des Reiches erheischt, wie auch die Autonomie der Königreiche und Länder zu erweitern. Die Erhaltung und Kräftigung der Delegationen und deren unmittelbare Wahl durch die Landtage dcr Königreiche und Länder ist oaS Mittel zu ersteren: Zwecke. Dic Vereinbarung über die erforderliche Umgestaltung dcs öffcutlicheu Rechtes in Oesterreich zwischen dcr Krone und dcn Landtagen, als den gesetzlichen Vertretern dcr Königreiche uud Länder, gemäß dem Vorgange mit dcr pragmatischen Sanction Kaiser Karl des VI. vom 0. December 1724, Eurcr kaiserlichen und königlichen apostolischen Majestät allerhöchstem Diplome vom 20ten October 1860 und der im allerhöchsten Patente vom 20. September 1805 gegebenen Zusichcruug, wird jenen inucrcn Fricdcn herbeiführen, welcher die Grundbedingung dcr Machtstellung dcs Reiches nach Außen und der Befriedigung aller seiner Völker ist. Hicbci wird es Eurcr kaiserlichen und königlichen apostolischen Majestät Regierung gelingen, Mittel und Wege zu finden, dcm bereits vor mehr als 25 Jahren und seitdem immer lauter und lauter ausgesprochenen tiefgefühlten Wunsche dcr slovcnischcn Nation nach Vereinigung dcr von ihr bewohnten Gebiete zu cincm administrativen und so weit möglich staatsrechtlichen Ganzen Rechnung zu tragen. Vereinigt wird der slooenische Volksstamm nicht blos seine eigenen Rechte und Interessen genügend zu wahren in der Lage sein, sondern auch für die Zwecke des Ge-sammtstaateS mit jenem Gewichte einstchen, welches ihm die vereinigte Kraft des ganzen Stammes verleihen wird. Die Slovcncn werden dann einen lebendigen, selbstbewußten, kräftigen Wall gegen die Feinde Eurer kaiser-uud königlichen apostolischen Majestät und deS Reiches, mögen sie von Norden oder Süden kommen, bilden. Indem dcr trcugchorsamstc Landtag des Herzog-thmns Krain fich erlaubt hat. hiemit seine Ansichten und Ueberzeugungen übcr die inneren staatsrechtlichen Verhältnisse im allgemeinen auszusprcchcn, so geruhen ihm Euere kaiserliche und königliche apostolische Majestät huldvollst zu gestatten, mm auch einigen Beschwerden und Wünschen, die speciell dieses Land und dessen Bevölkerung betreffen, Worte zu leihen. In dieser Beziehung kann eS nicht verhehlt wer« den, dah der die katholischen Gefühle so vielfach ver« letzende Geist dcr Gesetzgebung und Executive in den letzten Jahren dic Bevölkerung dicscö Landes in hohem Grade beunruhiget und mit tiefen Besorgnissen für die Zukunft erfüllt hat. Der lrcugehorsamstc Landtag kann ferner nicht umhin, vor dcn Stufen dcS allerhöchsten Thrones der Klage und dcm Schmerze Ausdruck zu geben, daß die so oft feierlich versprochene und durch die StaatSgrundgeseye selbst allen Vollsstämmcn dcS Reiches verbürgte na-tionalc Gleichberechtigung in Betreff dcS slovenischen Vollsstammeö noch immer leine Verwirklichung gefunden hat. Weder in dcn öffentlichen Acmtein noch in den Schulen wird dcn berechtigten Ansprüchen der slove» nischcn Bevölkerung Rechnung getragen, und Eurer lai, scrlichcn und königlichen apostolischen Majestät Regierung hat bisher weder dic vom trcugehorsamsten Landtage wiederholt beschlossenen Gesetze zur Durchführung der nationalen Gleichberechtigung zur allerhöchsten Sanction empfohlen, noch ans eigener Initiative in ausreichen« dem Maße dic nöthigen Schritte gethan, welch: zu dem gedachten Ziele geführt hätten. Ebenso blieben die vum trcugchorsamstcn Landtage seil vielen Jahren gemachten Bemühungen, die bestehende, octroyirtc, dcn thatsächlichen Verhältnissen nicht entsprechende, in vielen Vcstimmungcn unklare LanbtagS-wnhl°Ordnmia, abzuändern und gerechter und freisinniger zu gestallen, bis hculc fruchtlos. Die Weigerung der bis-Helium Regierungen Eucicr kaiserlichen und königlichen apostolischen Majestät, die vom lrcugrhorsamsten Landtage beschlossenen Aenderungen zur allerhöchsten Sano tion zu empfehlen, wirkt ans das Land um so beunruhigender, als die bestehende LandtagSwahlordnung, indem sie durch die Unklarheit vieler Bestimmungen die Willtür begünstigt und dnrch unrichtige Verlheilung des Wahlrechtes einzelne Wahlgruppen bevorzugt, dic richtige Zu-sammcnsctznng dcr Landcsvcitrclnng gefährdet und, wie die Erfahrung lchrt, von früheren Regierungen auch thatsächlich dazu benützt wurde, mittelst derselben künstliche Wahlrcsultatc anzustreben. Dcr treugchorsamstc Landtag kann cS wohl mit Zuversicht aussftrcchcn, daß die Durchführung der sprachlichen Gleichberechtigung und die Reform dcr Landtags-Wahlordnung eines dcr dringendsten Begehren deö Landes sei. dessen Nichterfüllung wesentlich beitrug, das Mißtrauen zur Staatsverwaltung mehr und mehr zu steinern und die Beruhigunss dcs LandcS hintanzuhaltcn Eure kaiserliche und königliche apostolische Majestät gernhctcn huldvollst, dcn trcugchorsamslcn Landtag aufzufordern, du Wahl für deu RcichSrath ohne Aufschub uorznnehlnm. Der treussehorsamste Lanotaa sollte nach semtn Anschauungen und nach de» in Ollicff t>cs Ncicl^ralheS gemachten bitteren Erfahrungen, wclche seme Äb^ord' 1406 neten zur Verlassung und Euere kaiserliche und königliche apostolische Majestät zur Auflösung desselben veranlaßt haben, dicsc Wahl, nachdem eine Aenderung der Verhältnisse mittlerweile nicht eingetreten, ablehnen. Allcin der treugehorsamste Landtag würdiget die Motive, welche Eure kaiserliche und königliche apostolische Majestät mit Rücksicht auf die drohenden äußeren Gefahren bewogen haben, die Vertreter des Reiches um sich zu versammeln, vollkommen, und will, beseelt von jenem Patriotismus, welchen dieses ^'and in schwierigen Zeiten immer bewährt, gerne das Seinige beitragen, damit Oesterreich für alle Eventualitäten vorbereitet und gerüstet sei. Zu diesem Ende entsendet der treugehorsamste Landtag seine Voten in den von Eurer kaiserlichen und königlichen apostolischen Majestät auf den 5. September 1870 einberufenen Reichsrath, jedoch ausschließlich zum Behufe der Wahl in die Delegation und zur Berathung der durch die Kriegsereignisse bedingten finanziellen Maßregeln und mit der ausdrücklichen Verwahrung, daß die Beschickung kein Präjudiz für künftige Fälle bilden könne. Möge es dann Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät Regierung in Kürze gelingen, auf dem Wege des Ausgleiches, der einzig richtigen Basis für dauernde Gestaltungen, den so heiß ersehnten inneren Frieden herbeizuführen und in dem dadurch gefestigten und gc-kräftigten Reiche allen seinen Völkern eine gleich wohnliche Stätte der Freiheit und der Wohlfahrt zn bereiten. Gott erhalte, Gott schütze, Gott segne Eure kaiserliche und königliche apostolische Majestät! Vom treugehorsam st cn Landtage des Hcr-zogthumcs Krain. Locales. — Das hohe t. k. Handelsministerium hat dem vom hierortigen Handelskannnerpräsidenten vertretenen Consortium flir eine Locomotiv-Eisenbahn von Laibach über Bischoflack, Idria und Wippach nach Görz nebst Abzweigungen von Wippach im Anschlüsse an einen Punkt der Süd» bahn zur Verbindung mit der Et. Peter-Fiunianer und der Pola-Triester Eisenbahn im Sinne des Eisenbahn-Concessionsgesetzes die im August 1869 bewilligte einjährige Frist zur Vornahme technischer Arbeiten auf weitere sechs Monate erstreckt. — (Turnunterricht.) Während der jetzigen Ferienzeit hält auf Anordnung der hohen Regierung eine Anzahl Volksschull-Hrer beim Turnlehrer des Laibacher Turnvereines Herrn Schäffer einen Lehrcurs ab, um sich unter dessen tUchtiger Leitung nach Möglichkeit die Befähigung zu der Ertheilung des Turnunterrichtes an der Volksschule zu erwerben. — In Folge der andauernd ungünstigen Witterung ist seit gestern der Sommerturnftlatz aufgelassen und wird ausschließlich in der Turnhalle in der Gradischa geturnt. — (Ein kleiner Mörder.) Vergangenen Freitag war der 9 jährige Sohn eines Grundbesitzers in Unterstrasche, Bezirk Rudolfswerth, allein zu Hause. Am Ofen lehnte das geladene Gewehr des Vaters, mit welchem der Knabe sich zu thun machte. Der A^jährige Sohn einer Nachbarin trat zur Hausthür, und als dieser dem Gebote, sich zu entfernen, nicht sofort Folge leistete, legte der Bursche auf den Kleinen ohne weiters an und streckte ihn durch einen Schuß in die linke Achsel todt nieder. Korrespondenz. X Aus Tberkrain, 29. August. Die günstigen Ernteaussichten, die wir in unserm letzten Berichte ausgesprochen, sind leider durch das Negenwetter, welches seit drei Wochen hier herrscht, sehr getrübt worden. Die Erdäpfel faulen, die angebauten Ruben kommen nicht heraus, der Kuturutz und das Obst können nicht zur Reife gelangen, und was für unsere Landleute doppelt empfindlich ist, die Haidenblüthe fällt nicht in trockenes Wetter, daher derselbe nicht nur keine ergiebige Ernte geben wird, sondern es wird auch den Bienen die ganze Herbstweide benommen und so der Bienenzucht ein großer Schade zugefugt. — Bad Veldes wird bereits von den meisten Badegästen ver« lassen, indem das schlechte Wetter und die in Folge dessen eingetretene, man kann sagen empfinoliche Kälte den Aufenthalt dort eben nicht zu einem angenehmen gestalten, doch haben wir allem Anscheine «ach noch sehr schöne Septembertage zu gewärtigen, und es wäre bedauerlich, wenn Veldes, welches eigentlich im September zu einem Aufenthalt am meisten einladet, da die Gebirge nur in diesem Monate den ganzen Tag nebelfrei sind uud der Himmel wolkenlos bleibt, schon ganz verödet bliebe. — Vorige Woche schlug der Blitz während eines heftigen Gewitters in die Bahnstrecke zwischen Radmannsdorf und dem Tunnel, warf einige Arbeiter über den Damm herab und zerstörte die noch nicht ausgebaute Strecke an einigen Stellen. Die Arbeiter wurden jedoch nicht beschädigt, sondern stiegen selbst wieder den Damm hinauf und setzten ihre Arbeit fort. Nenelte M. (Oristinal'Telettramme der „Laibacher Zeitung.") Verlin, 29. August. Aus dem großen Hauptquartier wird vom HH. d. gemeldet: Gestern siegreiches Gefecht gegen (5hasseurs in der Gegend von Vuzancy (zwischen Nelhel und Steney); der feindliche Commandeur wurde verwundet und gefangen. Athe n. In Snra eingelaufene zwei französische Korvetten mit zwei norddeutschen Kohlenschiffen als Prise wurden von der Negierung gezwungen, sofort die griechischen Gewässer zu verlassen. Pest, 28. August. (Pr.) Der ungarische Reichetag wird auf den 24. September einberufen werden. Berlin, 28. August. (N. Wr. Tgb.) Mit aller Bestimmtheit erwartet man, daß die Spitzen der Armee des Kronprinzen am 31. d. M. vor Paris angelangt sein werden, Paris, 27. August. (Sitzung des gesetzgebenden Körpers.) Thiers sagt. als er aus dem „Journal offi-ciel" entnommen, daß er zum Mitgliede des Vcrlheidi-gungsausschusscs ernannt sei, habe er dies ohne einen Auftrag der Kammer nicht annehmen wollen. Nichtsdestoweniger nehme er angesichts des Ernstes der Lage die Ernennung an, wenn die Kammer dieselbe ratificirc. Der Minister des Innern Chevreau sagt: die Negierung dachte, daß Thiers, welcher die Befestigungen begründet, natürlicher Weise berufen sein sollte, zu deren Vertheidigung beizutragen. Stccnackcrs beantragt, Thiers mit Acclamation zu wählen, Dcr Präsident sagt, nachdem die Kammer bereits ihre Gcsinnung kundgegeben, sei lein Anlaß, den Antrag >2tccnackeis> in Erwägung zu ziehen. PaviS, 28. August. I>, Folge cincr Sitzung dcö Vertheidigu:!gScom!t<7s soll Trochu zugestanden tMcu, daß in jedes Linienregimcnt eiu Bataillon Nationalgnrde eingereiht werde. Pfalzburg soll capitulirt haben. Dcr Kaiser soll sich in Soissons befinden. Der Handclsmi-nistcr wird dem gesetzgebenden Körper anzeigen, daß die Verproviantirung von Paris vollständig sei. Die Liulc will verlangen, daß auch ihre Partei einen Vertreter im Vertheidigungscomit«; habe. Zwischen Trochu und dem Polizeipräfecten Pielri herrscht große Zwietracht. Paris, 28. August. Dcr „Francis" bestätigt, die Kaiseriu habe verlangt, daß General Trochu wegen seiner Uneinigkeit mit dem Polizeipräfecten Pictri seine Entlassung einreiche. Jener refusirtc. Paris, 2!). August. Ein Telegramm von der belgischen Grenze laßt vermuthen, die Preußen wollen ihrcn Marsch nach Paris nicht fortsetzen, bevor sie Mac Ma-hon eine Schlacht geliefert. Der Minister dcö Innern veröffentlicht unter Reserve, oic Strcilträfte des Kronprinzen, welche Chalons occupirtcn, scheinen sich nach SuippcS zu wenden. Die im Departement Aulic befindlichen Preußen verließen ihr i^ager und marschiren nach Lommcpy. Ungefähr 25)00 Alaun mit Trains passir-ten Ioinvillc und zogen sich gegen Vassy uud Moutiers. Dcr Feiud, von Monthois, Graudpri', Croix ciux boix! kommend, geht gegen Nethcl und VouzicrS vor. ! Florenz, 23. August. Einige Regierungsblätter entstellen die österreichische RegierungSpolitit als eine preußeilfeindlichc. Diese Mystificatiousversuche über die öffentliche Meinung Oesterreichs verfehlen aber ihren Zweck. Die „Riforma" behandelt in einem langen M« artikcl die Obliegenheiten dcr neutralen Mächtc und bil» ligt die von der „N. Fr. Pr." angedeutete HaltM Oesterreichs. „Diritto" fordert die Regie,ung in wiw digem, aber energischem Tone zu sofortiger Occupation Roms auf. Die „Opinione" befaßt sich damit, die angegriffene Tüchtigkeit der italienischen Diplomaten z» vertheidigen; politische Rücksichten erfordern es, den , Prinzen Napoleon von hier sofort abzufertigen. M^ ! ghetti'S Mission in Wien hat einen guten Eindruck bcin> Londoner Cabincle gemacht. Die Prinzessin Clotilde hal eS ausgeschlagen, in ihre Heimat zurückzukehren. Brüssel, 27. August. (C. Vorst. Ztg.) Der Kais" trifft heute in Paris ein. Die Polizei hat großartig Sicherheitsvortchrungen getroffen. Die napoleonW ! Partei dringt auf Beseitigung Trochu'S. Brüssel, 28. August. (N. Wr. Tgb.) Die ^ Bazainc's in Metz wird als eine verzweifelte angcsch^ Um einen Ausfall zu wagen, foll es ihm an MuinM fehlen. Die Preußen haben eine nach der Festung fü^ rcnde Wasserleitung zerstört. Brüssel, 28. August. (Pr.) Der „Eloile bei/ meldet: Weil die Anwesenheit von Truppen dcr trief ^ führenden Mächte an dcr Grenze bei ^ouguyon sian^' i sirt wurde, erhielten die belgischen Truppen MM näher an die Grenze heran zu rücken. In den ben»^ barten Ortschaften wurde belgische Einquartierung ""' gesagt. ______ Telegraphischer Wechselcours vom 29. August. ^ 5perc. Metalliaues 55.50, — 5perc MctalliqneS mit A und November-Zinsen 55.50. — 5pcrc, National-Aillehcn ^,! - 18Wer Staats-Anlchen 90.70. — Banlactien 689 A? Ncticn 250.50. — London 126 15. Silder 124.50. —' Miinz-Ducaten 5.96. Napoleond'ors 10.07. . M«',^l->il',lzllch'' RlNlwchlullu««, ill ^aililllb. 6U. Mg. 324.55 -»-«.7 W, schwach grüßth bcw! a„ 29. 2 ., N. 324,52 ->16.i SW. mäszia. aanl bew. !M« 10.. M. 524,,, ,.13 4 SW, mäßia aan bew. ' Wechselnde BciMlnng. Wegen 10 Mr Abends heftiger H mit Regen. Das Tagesmittel der Wärme -j. I3-I",'iitN^ unter dem Nurmale. Vi>ra,:lwurllicl,l>i' Ni'dac-ttm: Igiic,, >'- K ! r i n m n l, r^. Mm Verwandten nnd Fremidm dir Nachricht «"' dem miS mit dem tiefsten Schmerz erfüllenden H',"' scheiden unseres imiigstgeliebten Vaters, resp. Echni^ geroatcrS und Großvater«, des Herrn Gustav Hrimann Kaufmauucö in Vaidach, welcher am 2«. Aligns«, hall, 9 Uhr Abends, >'"H langem und znlcht schweren, i'cidcn, im Aller vo» ^ Jahren selig in, Herrn entschlafen ist. Die Leiche wird nm 30. Anglist Nachmittag ""' 5 Uhr nom Hause hrrrciigassc Nr. 214 anS W ^ evangelische Kirche zur Einsegnung übertrage» >"'° l dann ans dem evangelischen'Fricdhofc un eilM" « Gralic bcslalttt wrrdru. > Dcr Verblichene wird dem frommen Andenle« c»>' > pfohlen. l Laibach. am 2!». Aussick 1870. Tic trauernden Hinterbliebene«, l Mjenbericht. ________________________ _________^^_____________^____^^iF^ 'lüie,,, 27. August. Ohne Animo, aber Dank di>r uorherrschmdeii G^schästölosigleii ohm vchcmmlcs Ausgrbot schleppte sich dcr recht belanglose Vcrlchr sort. ^ B^ Rückgänge ein, d'ic jedoch eine große Dimension nirgends erreichten. Im grofwi Durchschnitt taun mim sa,M, das; die Effecten zu denselben Kursen offcrirt >"«"'' gestern als Gcldgebot notirten. Devisen und mit ihneu Münzen vcrthcuerleu sich beträchtlich. 4. Allgemeine Htaatbschuld. Für 100 fl. Geld Waa,- Einheitliche Staatsschuld zu 5 pCt.: in Noten verzinsl.Mci-Nooember 55.30 55.50 ,, „ „ Februar-Ailgnst 55,30 55.50 „ Silber „ Jänner-Juli . 64.10 «4.25 „ „ „ April-October. 64.10 64.25 Steoeraulehen rückzahlbar (^) , —-.— —.— Lose v I. 1«39 .... 227.-228.— „ „ 1«54 (4 7,> zn 250 il. 97.50 «0.50 „ « I860 ,u 500 fl. . . 90.75 91.25 „ 1860 zu 100 fl. . . 98 — 99.- .. „ 1864 zn 100 fl. . . 112,50 113.- GtaatS-Domiinen'Pfllndllriese zu 120 ft. .^. Ober-Oesterreich . . „ 5 « —.— ...— Sicbenbitrgen ... ,, 5 „ 74 — 74.75 Sleiermail ... ^ 5 > .— —, Nußorn.....b „ 76,50 77.-, O. Actien von Bankinstituten. Geld Waare Anglo-öslerr. Banl abgesl, . . ii19 75 220,— Anglo-ungar. Banl .... 73.— 75.— Bankverein.......187.— 189.— Bodcn-Ercditanstlllt .... —-^- ^--^ Kreditanstalt f, Handel u. Gew, . 246 50 247.— Crcditanstalt, allgem. nngar. . - 73,— 75 — Escomptc-Gcsells'chast, n, ö. . . 825. 830,-Frauco-iistcrr. Banl .... 92.50 93.50 lseneralbant...... 65.— 66 — Natioualbanl......684,-686 — Niederländische Vanl .... — ^ ^-.— VerriuSbanl.......88.— 89.— Vertchrsbanl.......88.— 89- Wiener Banl......^" "-«-- «. Actien von Transportuuterneh- „lUNsten. ^cld Waare Alfäld-Finnianer Bahn . . 16<>- ' ^1,-^ Böhm. Wcstbahu.....230.-262,.. Earl-Ludwig-Nahn.....237. - 237.50 Donau-Tauipfsch.fff.Gesellsch. . 547,- 550 - lilisabeth-Westbahu.....208 50 209 50 Ferdinanda-Nordbah!! , . . .1990,-1995.-Mnsllrchen-Varcser-Nahn . - l5?,50 158.50 > Franz«Iusefth««B»hn .... 180.— 181. I <>'>c'l<-, !/>.5>O! Theiß-Bahn.......215,.— 217,- -! Tramway........167.— 167.50 ! «5. «vfa»dl,riefe (filr 100 fl.) ! Allzz, üj!, Äod!:n-«b. M5 pEt........95.50 96.50 Oest.Hypb.zll5'/, pLt.rückz.1878 —.- —... Ung. Äod.-Tred.-Änst. zu 5'/, M. —.— —.— »<. Prioritätsoblislationen. !. 10) fl. o. W. ' Geld Waare ^lis.-Wcstb. in S. verz. (l. Emiss.) 91 50------ Feroinandö-Nordb. in Silb. verz. 102.25 102,75 Frunz-Inslpf^-Vahn . . . . 91.80 92.20 O.«ai?.l,'ndw.».i.G.»tr,.> ttm. 9^. -- 100 — Oesterr. Nordweftbahn.... 93.- 93.50 ^ Gel"' A/ !Sirbenb. Bahn in Silber verz. - ^'^ <> StaatSb. G. 3«/« il 5.00 Fr. „I. Lm. "7,« U» Südb.G,3'/.. «500Frc. „ . . Ul'^ , Sildb.-Bon« 6 °/„ (1870--74) „ ^ ^st i. 500 Frc«.....- ^'^ Si^ Ung. Oslbahn.....- ^', . «. Privatlose,lP"SU) ^ Ereditanstall s. Handel «. Gew. )"< ^, 1^> zu 100 fl. ü W. . . . - - 2,^ ^"> Rudolf-Stiftung zu 10 fl. - - ' ^ A?5 Augsburg fllr 100 fl, sltdd. W- ^75 1^ Fransfurt a.M. 100 fl. detto ^g.< ^,? Hamburg, filr 100 Marl Vm»" ^6.50 ^I London, fllr 10 Pfund SterlMS ^g,7.5 ^ Pari«, sllr 100 Francs --',,« ,,, ! <^..r! .er ^.ds.'"" <^ K. Miiuz-Ducatel. . 5 fl- A "' iy . ^j, Napnlkonsd'or . .1" " "7," l"^« «rainische Grnndenlla'stung« - 0^^«-^ i vatnotiruu«: -.- ^", «