SS. Jahrgang Wsdieinl wöchentlich sechsmal Hn!t Ausnahme der Feiertage). Šchriftleituug, Verwaltung und Buchdruckerei Tel. 25-67, 25-68, 25-69, Maribor, Kopališka ul. 6. $1 Li Mittwoch, den 5. Jänner 1940 Inseraten- und m da Verwaltung. Bezugspreis: Ab- holen oder durch^ajg'P^PTnonatlich 23 Din, bei Zustellung 24 Diu, für das Ausland monatiiclT'SS Din. Einzelnummer Din 150 und 2—. Manuskripte werden nicht retourniert. Bei Anfragen Rückporto beilegen. Poštnina plačana v gotovini. P FGŠS OIlV 1*50 or ib or er Heilung Finnland braucht Auslandhilie Gme Rundfunkrede des finnischen Staatspräsidenten zum Jahreswechsel / Augenzeugen-bericht vom nördlichen Kriegsschauplatz / Schwere Verluste der Russen / Auch General Stern abberusen Helsinki, 2. Jänner. (Avala.) — Ha vas berichtet: Der Sonderberichterstatter der Agence Havas besuchte den Frontabschnitt bei Tolajärvi und legte die 30 Kilometer lange Strecke zurück, auf der sich die Russen, von den Finnen unablässig verfolgt, zurückgezogen hatten. Hiebei hatten die Russen in den Kämpfen, die sich auf diesem Abschnitt abspielten, 2000 Tote. 800 Mann wurden gefangen genommen. Die Finnen erbeuteten 1580 Gewehre, 16 Panzerabwehrgeschütze, 6 Minenwerfer,. 14 Feldgeschütze, 214 Maschinengewehre, 39 Tanks und 3 Panzerwagen. Viele russische Gefangene hatten abgefrorene Finger. Wie ein finnischer Flieger erklärte, schoß er neun russische Maschinen ab, von denen 4 Jäger qualitativ besser waren als seine eigene Maschine. Die Russen seien jedoch das Fliegen in Kampfformationen nicht gewöhnt. Unter den Toten befinden sich zahlreiche junge Kommunisten der Komsomol-Organisation. Auf seinem Wege fand der Ha-vas-Korrespondent 30 verlassene Sowjettanks. Die Finnen ha*>en hier ein Massengrab für 1000 Russen ausgegraben, doch haben sie das weitere Auflesen russischer Leichen, die vielfach vom Schnee bedeckt sind, eingestellt. Ein trostloses Bild bieten die gefangengenommen russischen Trainkolonnen, denen es an Material sehr mangelt. Die roten Soldaten zersägten sogar Telegraphenmasten, um sich ihr Herdfeuer bereiten zu können. — Zahlreiche politische Kommissäre der Rus sen mußten in der finnischen Gefangenschaft erschossen werden, da sie Waffen verbargen und kommunistische Propaganda betrieben. Stockholm, 2. Jänner. (Avala.) Reuter berichtet: Die Nachrichten, die von der finnischen Nordfront hier einlangen, sprechen von der herrlichen Haltung der Finnen in den Kämpfen mit den Russen. Wenn es den Finnen gelingt, bis zum Februar auszuhalten, so wird sich ihre Lage noch weiter verbessern, da um diese Zeit das große Schneetreiben einsetzt. Ein 40-jähriger finnischer Soldat erklärte dem Sondeerberichterstatter des »Stock-, holm Tigningen« bei Petsamo, daß er mit einem leichten Maschinengewehr persönlich 200 Russen niedergestreckt habe. Moskau, 2. Jänner. (Avala.) TASS berichtet: Der erste Jänner verlief ohne besondere Ereignisse. Sowjetluftstreitkräfte unternahmen erfolgreiche Bombar dements gewisser Bezirke. Im Verlaufe der Luftkämpfe wurden zwei feindliche Flieger abgeschossen. Helsinki, 2. Jänner. (Avala.) Reu-t e r meldet: Der finnische Staatspräsi- dent K a 11 i o hielt zum Jahreswechsel eine Rundfunkrede, in der er u. a. sagte: »Der sowjetrussische Angriff auf Finnland bedroht die Freiheit und Kultur ganz Skandinaviens. Die finnische Nation braucht die Hilfe des Auslandes. Diese Hilfe muß jedoch schnell kommen, um die Bemühungen des Feindes zunichte zu machen.« Am Schlüsse dankte Kallio der schwedischen öffentlichen Meinung für die zahlreichen Sympathiekundgebungen Die finnische Nation werde alles tun, um das Vertrauen der Welt in seinem Freiheitskampfe zu rechtfertigen. M .qv,ka u, 2. Jänner. (Avala.) Stefani berichtet: Wie in hiesigen Kreisen verlautet, ist der kaum ernannte neue Oberkommandierende an der finnischen Front, General Stern von seinem Posten abberufen worden. In diesem Zusammenhang wird betont, daß General Stern bestraft werden würde. geglichen Vorausblickes bei den Gegnern nötigten Sie, das Schwert in die Hände zu nehmen. Die deutsche Nation, geeint durch die Kraft des Nationalsozialismus kämpft wie ein Mann den Endkampf um seine Existenz. Die gefestigte, sichere und entschlossene deutsche Nation folgt Ihrem Rufe. Sie sind die Personifizierung des deutschen Selbsterhaltungswillens und des Lebensrechtes der Nation. Das deutsche Volk ist zu Beginn des Jahres 1940 überzeugt, daß es unter Ihrer Führung in den Sieg und in eine glücklichere Zukunft gehen wird, in der die Früchte des Friedens und des allgemeinen Wohlstandes gedeihen werden.« Deutscher Dampfer aus Amerika heimgekehrt. London, 2. Jänner. (Avala.) Reuter berichtet: Wie der deutsche Rundfunk meldet, ist der deutsche Passagierdampfer »St. Louis« (16.732 Tonnen), der zu Kriegsbeginn in Newyork verankert lag, nach längeren Kreuz- und Querfahrten heute in Hamburg eingelaufen. Auf diese Weise ist der letzte Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie unbehindert in Deutschland eingetroffen. Die Menschenverluste des japanischchinesischen Krieges. T sc h u n g k i n g, 2. Jänner. (Avala). DNB berichtet: Aus chinesischen Militärkreisen verlautet, daß sich die in China stehenden japanischen Truppen auf 49 Divisionen und 14 gemischte Brigaden beziffern, d. i. auf 1,680.000 Mann. Während des gesamten bisherigen Feldzuges verloren die Japaner nach chinesischen Angaben 1,460.000 Mann, d. s. monatlich rund 50.000 Mann. Im gleichen Zeitraum mobilisierten die Chinesen 300 Divisionen, d. s. rund 3 Millionen Mann, wobei die chinesischen Freischärler nicht inbegriffen sind. Die chinesischen Verluste beziffern sich auf 2 Millionen Mann. Französisch-spanischer Eisenbahnverkehr wieder eröffnet. B a y o n n e, 2. Jänner. (Avala). Havas teilt mit: Im Sinne des erzielten spanisch-französischen Abkommens ist gestern der Eisenbahnverkehr zwischen Spanien und Frankreich, der am 16. Julhi 1936 eingestellt worden war, wieder eröffnet worden. Die spanischen Züge der Nordbahn-Gesellschaft fuhren, gestern über die internationale Brücke in Irun und liefen in Hendaye ein. Umgekehrt trafen französische Züge auf spanischer Seite in Irun ein. Die Wiederherstellung des Eisenbahnverkehrs nach nahezu 3% Jahren hat in der Grenzbevölkerung große Befrie gung ausgelöst. Strikte Neutralität Dänemarks Kopenhagen, 2. Jänner. (Avala) DNB meldet: Ministerpräsident Stau-ning hielt gestern abends eine Rundfunkrede, in der er die Haltung Dänemarks gegenüber dem gegenwärtigen Konflikt umriss. Für Dänemark, sagte Ministerpräsident Stauning, gebe es nur den einen Weg der strikten Neutralität. Das dänische Volk wäre verloren, wenn es seine Neutralität aufgebe. Am Schlüsse erklärte Redner, dass die Lage der kleinen europäischen Staaten unstabil geworden sei. Z ü r i c h, 2. Jänner: Devisen: Beograd 10, Paris 10, London 17.65, Newyork 445.2932, Brüssel 74.75, Mailand 22.50, Amsterdam 237.37, Berlin 178.50, Stockholm 106.12, Oslo 101.30, Kopenhagen 86.05, Prag 5.3T, Warschau 79, Budapest 3.35, Athen 3.50, Bukarest 3Č30, Helsinki 8.50, Buenos Aires. 45.000 Todesopfer Die erste offizielle Schätzung der Opfer der türkischen Erdbebenkatastrophe Ankara, 2. Jänner. (Avala) Havas meldet: Die Ueberschwemmung in Westanalolien ist viel umfangreicher als ursprünglich angenommen wurde. Die Wildbäche und die Hochflut verwüsteten ganz Westanatolien bis Smyrna. Gestern traf in Ankara der erste Zug aus Erzingjan ein, der Stadt, die unter dem Erdbeben am schwersten gelitten hat. Die Mitteilungen der Yer- London, 2. Jänner. Reute r berichtet: Während der Sitzung des gestrigen Kronrates Unterzeichnete König Georg ein Dekret über die Einberufung von nahezu zwei Millionen Kriegsdienstpflichtiger im Alter von 19 bis 28 Jahren. Die Einberufungen werden im Laufe des Jahres gruppenweise erfolgen. Die erste Gruppe wird der Jahrgang bilden, der heuter das 23. Lebensjahr erreicht, doch wird er nicht vor dem 1. März einberufen, da noch vorher die bereits im November Konsig-nierten unter die Fahnen gerufen werden sollen. Der Unterstaatssekretär des Kriegs Ministeriums, Thomas Philips, erklärte in diesem Zusammenhänge, daß alle erfaßten Jahrgänge bis Ende 1940 unter die Fahnen gerufen würden. Die englischen Morgenblätter stimmen mit der »T i m e s« darin überein, daß die Einberufung von nahezu 2 Millionen Mann in England die Entschlossenheit der, wundeten sind furchtbar. Halbnackt und ohne Lebensmittel irrten die Stadtbewohner im Schnee durch die Umgebung und mussten der Zerstörung der Häuser Zusehen. Ankara, 2. Jänner. DNB meldet: Die Regierung veröffentlicht die erste offizielle. Schätzung der Opfer der furchtbaren Bebenkatastrophe. Darnach forderte das Erdbeben in der Türkei rund 45.000 Tote. -britischen Regierung beweise, nichts zu unterlassen, was den Sieg zu fördern vermöchte. Die »Times« meint, daß die neuein Einberufungen wohl beweisen, daß England über eine genügend große Anzahl an Menschenreserven verfüge, um alle Erfordernisse des Krieges decken zu können. Der »Daily Telegraph« meint, nicht die Tatsache sei wichtig, daß Montevideo, 2. Jänner. (Avala). DNB berichtet: Die Seebehörde von Uruguay hat gestern das deutsche Handels. ' schiff »Tacorna« auf Grund eines Ent. scheides des Außenministeriums beschlag 2 Millionen Mann unter die Fahnen gerufen würden, sondern vielmehr die Tatsache, daß die englische Regierung gemeinsam mit dem Volke einen neuen Beweis ihres ernsten Willens geliefert habe, '■bis zum Ende auszuharren. Nach vier Monaten der Kriegführung treffe England alle Vorbereitungen für die Fortsetzung und siegreiche Beendigung des Krieges. Drei Milionen Mann seien in England unter den Waffen. Die Mobilisierung sei plan mäßig durchgeführt worden, so daß auch die Lebensinteressen der Industrie sicher-gestellt wurden. Die »D a i 1 y M a i 1« schreibt: Der Feind hat nicht gerade die glücklichste Formel gewählt, als er England mit den Worten verhöhnte, es werde bis zum letzten Franzosen kämpfen. Die neuen Einberufungen in England seien das beste Dementi dieser hohnvollen Behauptung. — Der »D a i 1 y E x p r e ß« betont, die britische Wehrmacht zu Lande sei jetzt auf der gleichen Stufe der Einsatzbereitschaft -wie die Flotte und die Luftwaffe. Nr. Frick an Hitler Berlin, 2. Jänner. (Avala). DNB berichtet: Reichsinnenminister Dr. Fr ick richtete an Reichskanzler Hitler folgende Depesche: »Das Schicksalsjahr 1939 war von Ihrem heiligen Willen erfüllt, durch einen friedlichen Sieg über den zerstörenden Geist von Versailles eine neue gerechte und dauernde Ordnung zu schaf fen. Eifersüchtiger Haß und Abwesenheit beschlagnahmt nahmt, und zwar mit der Begründung, daß die »Tacorna« anläßlich der Versenkung des Panzerkreuzes »Admiral Graf Spee« Hilfskreuzerdienste versehen habe. Weitere zwei Millionen Mann in England einberufen IM ALTER VON 19 BIS 28 JAHREN. Deutsches Handelsschiff „Tacorna" Jugeslaroisdie Staatsmänner zim Jahresroedisel Bedeutsame Erklärungen des Minffterpräflöenten Gve:kovlL, des Vizepräsidenten Dr. MaLek und des Genaispräsiöemen Dr. KoroZec Beograd, 2. Jänner. Ministerpräsident Dragiša Cvetkovič gab der Beo grader »Vreme« eine Neujahrserklärung über die Außen- und Innenpolitik der Regierung. Der Regierungschef sagte: «Die jugoslawische Außenpolitik bewegte sich im vergangenen Jahre auf einem besstarnnten, klaren Wege, der von allerhöchster Stelle betont unterstrichen wurde. Diese Politik brachte uns un zweifelhaft den Frieden an den Grenzen und die vollständige Sicherheit nach au-ßenhin. Jugoslawien hat seine Situation auf dem Balkan erkannt und darnach alle seine Bemühungen eingerichtet, um gute Nachbarbeziehungen aufrecht zu erhalten; ebenso aber auch die äußerste und strikte Neutralität in den Konflikten, die im vergangenen Jahre entstanden sind. In der Innenpolitik beschritt unsere Staatsführung den einzig möglichen Weg, den Weg der Regelung aller Verhältnisse, die Jahre hindurch die Entwich Hing unsres staatlichen Lebens gehemmt hatten. Der innere Friede ist die einzige Garantie für jede konstruktive Arbeit und jeglichen Fortschritt in unserem Lande. Durch diesen Frieden muß alles erreicht werden, was unseren Lebensnutzen ausmacht: den wirtschaftlichen Wohlstand auf Grund e ner gesunden, planmäßigen und wohldurchdachten Wirtschaftspolitik. Das beginnende Jahr — fuhr der Ministerpräsident fort — wild nicht so leicht sein, deshalb muß, wenn unsere Arbeit Erfolg haben soll, zunächst die geistige McLilmachung aller Volkskräfte durchge-iührt werden. Im Staate muß ein wahrhafter politischer Waffenstillstand ein-treten und alle unsere Bemühungen müssen darauf konzentriert werden, was uns allen gemeinsam und von wesentlichem Nutzen ist für unsere zukünftige Entwicklung. Auf diesem Wege wird die einträch tige und brüderliche Zusammenarbeit der Serben, Kroaten und Slowenen in diesem unseren gemeinsamen Vaterland möglich sein, das uns einmütig, neugeboren und gesund von allen auswärtigen Angriffen bewahren und uns gleichzeitig bessere Ta ge und eine bessere Existenz im Inneren sichern wird.« Dem »Slovenec« gab der Ministerpräsident eine besondere Erklärung, in der er u. a. erklärte: »Die Einigung mit den Kroaten darf nicht zu einer Enttäuschung für diejenigen werden, die an diesem Ausgleich aufrichtig und ergeben mitgearbeitet haben. Der Wunsch der Slowenen, daß auch ihre Provinz die volle Gleichberechtigung und ihren Platz in dem neu eingerichteten Staate erhalten, ist vollkommen begründet- Ich hoffe, daß v/ir im beginnenden Jahre diesen Wunsch zur Gänze erfüllt sehen werden. Das ist mein Gruß an Der Vizepräsident des Ministerrates Dr. Vlako Maček empfing zum Neuen Jahr den Vertreter des Paris S o i r«, Jules Sauerwein, und gab ihm folgen de Erklärung für das genannte Blatt: »Hinsichtlich der Außenpolitik ist jugo siawien einmütig und es hat noch keine jugoslawische Regierung gegeben, die so übereinstimmen würde wie die heutige, Vor jeder Gefahr von außen her s'nd wir eines Denkens und eines Willens. Wir wollten, daß im April die Konstituante Zusammentritt, damit unserer inneren Zer rissenheit ein Ende bereitet und die verwaltungsmäßige Einteilung des Staates definitiv bestimmt werde. Wir nähern uns Wahlen auf Grund eines Gesetzes, das wir soeben vorbereitet haben. Wir glaub ten, daß er vernünftig ist, in der Zwischen zeit die kroatische Frage zu lösen. Das ist uns fast zur Gänze gelungen.« Ljubljana, 2. Jänner. Senatspräsident Dr. Anton Korošec gab zum Neu en Jahre dem »Slovenec« die nächste hende Erklärung: »Drei Dinge sind es, die mir zum Beginn des neuen Jahres Sorgen bereiten: die Kommunisten, die Freimaurer und die Fremden. In jedem Staate ist heuzutage der innere Feind gefährlicher als der äußere. Gegen die Außenfeinde besitzen wir Maginot-, Siegfried- und Männer-heim-Linien, gegen die inneren Feinde besitzen wir fast überall nur die Front der Schwäche, Unentschlossenheit, der Rücksichtnahme vor allem aber d e Front Der englische Kön'g Hei Staatspräsident Lebrun R o in, 2. Jänner. Zum Beginn des neuen Jahres veröffentlichte die italienische Presse eine Übersicht der Ereignisse, die sich in dem schicksaireichen Jahre 1939 abgespielt haben, im Jahre 1939, welches im Zeichen Münchens begonnen hatte und das anstelle der internationalen Zusammenarbeit jeden vernünftigen Kontakt die Brüder Slowenen zum Neujahr 1940.« der verantwortlichen Staatsmänner, die 2m evakuierten Gtraßburg Unser Bild zeigt den englischen König nach einem Frühstück bei Staatepräsident Lebrun in Pars. Von links« König Georg VL, Staatspräsident Lebrun, Ministerprä sident Daladier und General Cort, der Oberbefehlshaber der englischen Truppen Vor riner beuW-ruMchen MllilämManr? PROGNOSEN DER ITALIENISCHEN NE Ui AHRSPRESSE. — SOWJETRUSSLAND WIRD ENGLAND ANGREIFEN. WENN DIE ALLIIERTEN DIE BEVORSTEHENDEN DEUTSCHEN FRIEDENSVORSCHLÄGE ABLEHNEN SOLLTEN? Auch im Anblick dieser Stadt spiegelt s ch der Krieg wider: Gendarm muß sich der hungernden Tauben annehmen. Der französische am Friedenswerk hätten arbeiten sollen, unmöglich machte. Das neuc Jahr — so schreibt die italie. nische Presse — beginnt im Zeichen groß ter Unsicherheit, da der Krieg, obwohl er schon vier Monate dauert, weder strategisch noch politisch eine Klärung der Lage brachte, deren Entwicklung man nicht voraussehen kann, obzwar die Hoffnung noch nicht verloren ist, daß irgendwelche Friedensinitiative unternommen werden wir. In diesem Zusammenhänge kann gesagt werden, daß die kriegführenden Mächte die Friedensbestrebungen Roms nicht aus dem Blickwinkel verloren haben. Aber Rom wird so lange keine Initiative unternehmen, als die verantwortlichen Faktoren, von denen das Schicksal Europas abhängt, nicht wenigstens ein kleines Verständnis für die even tuellen Vermittlungsbestrebungen zeigen würden. Als ein Zeichen dafür, daß die Kriegspropaganda des Westens jede neue Friedensaktion vereiteln will, wird auf die Information eines Londoner Blattes hin. gewiesen. Der Information jenes Blattes zufolge beabsichtigt die deutsche Regierung eine neuc Friedensoffensive zu unternehmen mit der gleichzeitigen Drohung, daß das j Deutsche Reich im Falle der Nichtannah-j :ne seiner Vorschläge durch die Alliierten I mit Sowjetrußland ein Militärbündnis ein. gehen werde, worauf Sowjetrußland die britischen Besitzungen in Asien angreifen würde. einer ungeheuren Unreife. Da die verderb ten Linksagitatoren dies benötigen, erdachten sie sich, es gebe keine Sowjetei mehr, sondern ein — slawisches Rußland. Tausende und Abertausende sind auf diese raffinierte Leimspindel gegangen und w ederholen dies bis zur Absurdität. Wir alle wünschten uns lieber ein slawisches Rußland und die Russen, aber wir lehnen die Sowjetei und den kulturlosen Kommu nismus ab. Was der Kommunismus aus dem begabten und hellhörigen russ sehen Volke getan hat, sieht man am besten in Finnland. Anstatt des Fortschrittes und der Freiheit sehen wir lauter Früchte einer dunklen Reaktion. D e Verlogenheit des Kommunismus wird immer offenkundiger. Statt für den Frieden einzutreten, hetzt er zum Kriege; anstatt demokratisch zu herrschen hält er sich an d e schlimm ste Thyrannie; anstatt die Schulen zu füllen, besitzt er volle Gefängnisse, der Arbeiter wird aber anstelle der Privatkapitalisten b's zu den Knochen vom Staats kapitalismus ausgebeutet Die Bauern sind wieder unter die Feudalknute geraten, die jetzt Kolchose heißt anstelle des früheren Grafen und der Vögte. Alles "st Lüge! Und dennoch fallen auf diese Lügen auch diejenigen herein, die es nicht dürften. Wir sind schwach, unentschlossen, rücksichtsvoll und unreif! Es ist unglaublich — fuhr Dr. Korošec fort — wie in Jugoslawien die Freimaurerei in der Oeffentlichkeit zu immer größerem E nflusse kommt. Dies bedeutet für das Vaterland eine große Unsicherheit und Gefahr. Wem dient der jüdische Freimaurer? Wem der serbische, kroatische und slowenische Freimaurer? Daß die E nzelnen in erster Linie für sich sor gen, ist uns wohlbekannt, wie sie jedoch der Gemeinschaft des Volkes dienen, wissen wir nicht, da wir die B ndungen der Einzelnen nicht kennen. Deshalb: Vor- sicht gegenüber diesen schwarzen Maulwürfen! Wenn ihr heutzutage im Zuge fährt, im Hotel abste’gt oder in warmen Restaurants das Abendessen einnehmet, dann sehet auf eure Füße, daß ihr nicht auf einen Fremden tretet. Es sind dies fast lauter junge Menschen, die an der Front stehen müßten und nicht auf Reisen. Nehmt euch in Acht vor d'esen Leuten, damit ihr nicht selbst und das Va terland ins Unglück geraten. Wer nicht dumm ist, wird dies verstehen!« Jugoslawien und 1 Ungarn Eine Erklärung des Ministerpräsidenten Cvetkovič. Beograd, 2. Jänner. Dieser Tage besuchte der Chefredakteur des »Pester Lloyd« Georg v. 0111 i k, o'er in den letzten Tagen des soeben abgelaufenen Jahres in Beograd weilte — vom ungarischen Gesandten eingeführt — auch den Ministerpräsidenten Dragiša Cvetkovič, mit dem er eine längere Unterredung über die ungarisch-jugoslawische Freundschaft und Interessengemeinschaft hatte. Im Laufe der Unterredung erklärte ihm Ministerpräsident Cvetkovič unter anderem: »Sie werden sich im Laufe Ihres hiesigen Aufenthaltes selbst von der Sympathie für Ungarn und die ungarische Nation überzeugen können, die sich immer mehr vertieft und sozusagen alle Zweige und Schichten des jugoslawischen Volkes erreicht. Kundgebungen aller Art — politische, intellektuelle, kulturelle, ja selbst sportliche: Es gibt viele neue Bande, die uns näher aneinander knüpfen. Ich heiße denn auch jede Initiative willkommen, die geeignet ist, die natürlichen Bande ddr Freundschaft und der Interessen zwischen den beiden Völkern zu stärken. In diesem Sinne beglückwünsche ich den Pester Lloyd, das von Ihnen geleitete Blatt, zu der von ihnen geleisteten Arbeit und seinen Zukunftsplänen. Wir sind ja tatsächlich bloß am Anfänge unserer Bestrebungen, eine Annäherung herbeizuführen. Die beiderseitige Veranlagung ist gut, der Augenblick ist günstig; wir müssen also diese Faktoren mit ganzer Kraft zu vertiefen trachten. Das ist fast wie ein formeller Befehl, den das Schicksal uns Jugoslawen ebenso wie Ihrem ungarischen Volke erteilt.« Georg v. Ottlik gestattete sich am Schluß des Gespräches zu bemerken: Ein finnisches „TodesbataMon" DIE TRUPPE, DIE DIE EISENBAHNVERBINDUNG LENINGRAD — MURMANSK ZERSTÖRTE. — DIE FINNEN ERWARTEN EINEN SOWJETRUSSISCHEN GROSSANGRIFF. — FIEBERHAFTE VORBEREITUNGEN. ' »Ew. Exzellenz können überzeugt sein, ..ciaß, wenn Sie sich' entschließen sollten, sich im Augenblick' der Ihnen günstig erscheint, , und unter. Umständen, die Sie selbst zu' Bestimmen hätten, nach- Um garn zu begeben, die ganze ungarische Nationen Ihnen einen begeisterten Empfand bereiten würde.« Die Erwiderung - des Ministerpräsidenten auf diese Einladung lautete: »Das glaube ich Ihnen gern. Unsere beiden "Völker,, beide männlich und aufrichtig, sind miteinander- durch eine gegen seitige Hochschätzung. von langer. Dauer .verknüpft, ebenso wie: durch gemeinsame Interessen, die uns, eine innige Zusammen arbeit vorschreiben. Ich wäre glücklich; Ihrer. Einladung Folge zu leisten, und Ihre Politiker zu besuchen, doch, heute, da wir uns so. vielen,wichtigen Problemen gegenüber befinden und da mir die Regierungsgeschäfte nicht erlauben, das Land..zu ver lassen, wäre es schwierig für mich diesen Wunsch zu. erfüllen, der uns gemeinsam ist. ' Japan und Sowjetrußland Einigungstendenzen, die der Sowjetunion freie Hände im Westen sichern sollen. — Amerikanische Feststellungen. Tokio, 2. Jänner.,Am 31. Dezember wurde in Moskau durch. M 6 1 0 t 0 w und durch Botschafter T 0 g 0 ein modu? yiyeridi zwischen Sowjetrußland und Japan unterzeichnet. Das Abkommen ent-häl't u. ä. auch die Klausel, auf. Grund deren sich Sowjefrußland bereit erklärt, in Verhandlungen über ein äöwjetrussisch-japanisches Fischereiabkommen auf lange Frist.:'einzutreten. .Ebenso wurde die Frage der Nordmandschu ri‘s chen Bahn in der Weise gelöst, daß die • sowjetregie-rung :..d'eip jniandschutischen Regierung 1,300,000 .Yens bezahlt, während Mano-schukuo den Sowjets 5,900.000 Yens entrichtet. J ' Washington, 2. Jänner. In amerikanischen diplomatischen Kreisen wird die Ansicht ausgesprochen, daß die sowjetrussische Tendenz .der Vereinbarungen mit Japan nur das eine Ziel verfolge: im Osten Frieden zu haben und sich mehr in Europa zu engagieren. Japan wiederum wolle durch die Einigung mit Rußland ein Propagandamittel erhalten, welches dazu dienen sollte, die Vereinigten Staaten für eine Politik der Befriedung im Fernen Osten zu gewinnen. ' Steuer Ghef des Aeniralpreß-bmoö Beograd, 2. Jänner. Der Beograder Publizist Predrag M i 1 o } e v i c, dessen Reportagen aus. Deutschland und aus England in. der gesamten jugoslawischen Oeffentlichkeit. immer größte Aufmerksam keit gefunden hat, ist zum Chef des Zen-tralpreßbüros. ernannt worden. Predrag Mjlbjeyic zählt zu den. besten Federn des Landes. Sein großer geistiger Horizont, gepaart, mit Erfahrungen auf. dem Gebiete der. internationalen Politik, befähigt ihn zu diesem Amte in gleicher Welse wie sein umfassendes Wissen um den modernen Nachrichtenübermittlungsdienst. Seine Ernennung hat nicht-.nur.in den Kreisen seiner- Kollegen, sondern darüber hinaus auch in den. politischen Kreisen des Landes größte■'Befriedung ausgelöst. Der neue Polizeiwachkommandant von ' Zagreb. Z ag r.d-b, 2. Jänner. Zum-Kommandan ten. der ,Z,agreber- Polizeitruppen ist der Pensionierte . Gendarmeriemajor Milan G. e r ,0 č ernannt worden, Die Slowakei von Jugoslawien de iure . anerkannt. B e hg rjad,\ 2. Jänner. Ueber -Vorschlag des Außenminister ist das- bisherige jugoslawische Generalkonsulat in Preßburg ^geschafft und statt dessen eine .Diplomatische-: Agentur errichtet worden:. Den bisherige- Generalkonsul Stanoje Si ni.ic. wurde: zum diplomatischen Agenten-; des. Königreiches Jugoslawien in der slowakischen Hauptstadt ernannt. ln Belgien wurden die Standbilder der vor einigen Jahren verunglückten Königin Astrid mit insgesamt 100.000 Tulpen geschmückt. H e 1 s i n k i, 2. Jänner. Re ater Berich teti Wie man erfährt, hat das finnische »T ode s-b a t a i 11 o n«, das auf Skiern operiert, ■ die Bahnstrecke Leningrad-Murmansk an drei Stellen zerstört und da mit den Verkehr abgebrochen. Aus diesem Grunde ist an jenen Fronten, die auf die Zufuhren mit Hilfe dieser Bahn angewiesen sind, Proviantmängel eingetreten, Die Instandsetgungsärbeiten werden durch die grimmige Kälte sehr erschwert, -. H e 1 s i n k i, 2. Jänner. R e u t e r meldet:, Nachdem bekannt geworden war, daß die -Sowjets 150.000 Mann vor Le- A n k.a r a, 2. Jänner,. Die Änatolische Nachrichtenagentur. berichtet": In der Türkei folgt. eine Katastrophe -der anderen. Seit-zwei Tagen gehen .über West-nnato-lien wolkenbruchariige RegenstiVrme nieder, die die. Wildbäche und. Flüsse, aus ihreh Ufern drängen. Eine große Anzahl der auf dem anatolischen Hochplateau liegenden -Dörfer, wurde von der Umwelt abgeschnitten.- Das. Hohchwasser zerstörte Hunderte von Häusern. Viele. Personen wurden. durch Blitzschlag getötet. An k ara,.2. Jänner. Präsident-1 s 111 e t Inö n il ist gestern über- Diarbekir und Malatia. in, Erzingan eingetroffen.- Tagszu-vor sind die. Minister des Innern und der Volksgesundheit in der genannten, vollkommen verwüsteten Stadt eingetroffen. Wie die Minister auf Grund neuester behördlicher Daten erklärten, haben allein in Erzihgan 8000 Menschen das Leben verloren. 300.000 türkische Lire wurden ningrad zusammengezogen haben, bereiten sich die finnischen Truppen fieberhaft auf die neue sowjetrussische Offensive auf der Männerheim-Linie in der karelischen Land enge vor. Nach den Berichten der finnischen Spähtrupps wird es eine Offensive großen Stiles sein. Die. aus Sibirien eingetroffenen Truppen sind bereits zusammengezogen und die Geschütze in Stellun gen gebracht. Einzelne sowjetrussische Infanterieverbände greifen an sämtlichen Frontabschnitten unablässig an, doch ist eine gemeinsame Großaktion bis zur Stünde noch nicht unternommen worden. unter die. Notleidende Bevölkerung verteilt. Istanbul, 2. Jänner, Wie, die U n i-t e d Press berichtet, wurden in Anatolien bei dem jüngsten katastrophalen Erdbeben innerhalb von 48 Stunden nicht weniger als 44 Erdstöße verzeichnet. Die "ersten zwei Stöße in der Nacht zum 27. Dezember waren hiebei die katastrophalsten, da. sie die meisten Bauobjekte in Schutt, und Trümmer legten. Istanbul, 2. Jänner. Reut c r berichtet: Aus vielen Staaten ist bereits Hilfe für die verwüsteten Gebiete eingetroffen. Aus Rumänien ist Holz im Werte von 15.000 Pfund eingelangt. Griechenland überwies Medikamente im Werte von 2000 Pfund. Die englische Regierung überwies 250.000 Pfund, die amerikanische Regierung 10.000 Dollar und die Regierung des Irak 120.000 türkische Lire.- die Zeit viel zu kurz, um den Zug zum Stehen zu bringen, oder die Geschwmctig keit bedeutend zu mäßigen. Leprakranke sollen sich selbst ernähren Holland beschreitet neue Wege der Seuchenbekämpfung auf Sumatra. Der Spezialist für Leprabekämpfung in Niederländisch-Indien hat der holländischen Regierung neue Vorschläge zur Lösung der Aussäszigenfrage eingereicht. Ein eigentliches Heilverfahren gegen den Aussatz kennt man heute noch nicht, obwohl der Leprabazillus bereits seit 60 Jahren bekannt ist. Die Ärzte müssen sich daher meistens auf die sogenannte »symptamantische Behandlung« beschrän ken, d. h. sie versuchen durch die Ernährung, durch Linderung der Schmerzen und durch operative Entfernung der Geschwülste den Kranken zu helfen. Für Niederländisch-Indien hat die Frage der Lepra-Bekämpfung in den letzten Jahren nicht an Bedeutung verloren. Im Gegenteil. Die Provinz Atjeh im Nordwesten Sumatras- ist seit langen für eine besonders hohe Zahl von Aussatzerkrankungen bekannt. Alle Maßnahmen, die von der Kolonialverwaltüng zur Behebung der Lepra getroffen wurden, haben keinen entscheidenden Erfolg gebracht. In erster Linie spielt auch die finanzielle Frage eine bedeutende Rolle. Die Summen, die allein für die Aussatzbekämpfung ausgegeben werden müssen, liegen sehr hoch. Es müssen isolierte Krankenhäuser, besondere Laboratorien für Forschungszwecke gebaut werden und schließlich müssen all,e Kranken auf Kosten der Regierung ernährt werden. Dr. J. B Sitananla, der Spezialist der Leprabekämpfung in Niederländisch-Indien, hat jetzt der Regierung nach einer Forschungsreise durch Sumatra neue Vorschläge: für die Lösung der Leprosen-frage unterbreitet. Neu ist der Vorschlag zur Gründung von Landbaukolonien, in denen die Aussätzigen zu Arbeitsgemeinschaften vereinigt werden sollen. Bisher wurde, wie im Altertum in Aegypten, Indien und China, jeder Lepra-Er,krankte sofort aus dem Dorfe oder der Stadt aus-gestoßen. Eine grausame, aber im Interesse der allgemeinen Gesundheit notwendige Maßnahme. Die Aussätzigen schleppten sich dann durch die Provinzen, rotteten sich auch zusammen und ernährten sich so gut es ging, bis sie dahinstarben. Jegliche Verbindung mit der »anderen Welt«, der Welt der Gesunden war ihnen untersagt. Gerade dadurch aber, daß die Aussätzigen in ihrer Lebensnot zu allerlei Listen greifen mußten, um zu Lebensmitteln zu gelangen, wurde die Gefahr einer Ansteckung ver-größer. Dem soll nun nach dem Vorschlag des Sachverständigen dadurch vorgebeugt werden, daß isolierte Arbeits lager, Landbaukolonien gegründet werden, in denen die Leichtkranken für ihre eigene Ernährung und die der Schwerkranken arbeiten und sorgen können. Der Kolonialverwaltung würden dadurch erhebliche Kosten erspart. Die Bevölkerung von Atjeh hat aber durch ihre Vertreter erklären lassen, daß sie keine Leprosen-Lager duldet, die auch nur die geringste Bziehung zu der Außenwelt ermöglichen. Außer zahlreichen Landbaukolonien soll auf Sumatra: ein großes Siechenhaus für rund 2000 Leprakranke und ein wissenschaftliches Laboratorium gebaut werden. , ., ........... Den betrunkenen Vater erdrosselt Beograd, 2. Jänner. Der Landwirt Stanko Miloševič aus dem Dorfe Mačko-vac bei Kufsumlija war dem Trunk ergeben und mißhandelte, wenn er betrunken nach Hause kam, Frau und Kinder auf das schwerste; Es ist klar, daß die Gemißhandelten ihren rohen Peiniger aus tiefster Seele haßten. In einer der letzten Nächte kam Miloševič wiederum schwer betrunken" näch Hause. Er begann wie ein Rasender zu toben, jagte Frau und Kinder aüs den Betten und sperrte sie vor das Haus. Die Arfnen verbrachten, notdürftig bekleidet, einige Stunden in der bitterkalten Nacht im Freien. Erst als Miloševič, vom Alkohol überwältigt, eingeschlafen war, wagten sie sich ins Haus (Fortsetzung Seite 4.) Mmfirömeim „Tai ©er Hölle" DIE ERUPTIONSTÄTIG KEIT DES VESUVS. Neapel, 2. Jänner. Die Eruptionstätigkeit des. Vesuvs,'die iy der Weihnachtswoche zahlreiche Fremde nach Neapel gelockt hatte, um das Nattirschau. spiel zu bewundern, ist wieder abgeflaut. Über dem Kraterkegel schwebt nur mehr eine dünne Rauchwolke. Während der Eruptionstätigkeit des feuerspeienden Beiges war über der Spitze des Kraters ein weit, über das Tyrrhenische Meer hinaus, leuchtender -Feuerschein zu sehen, der zur Nachtzeit wie ein intensives - bengalisches Feuerwerk wirkte. Gleichzeitig er- Zagreb, 2. Jänner. Gestern um 7.15 Uhr früh ereignete sich zwischen den Bahnstationen Generalski Stol und Zvečaj ein folgenschweres Bahnunglück. Der gemischte Zug Nr. 346, der Karlovac um 5.30 Uhr verlassen hatte,' stieß mit dem ■ aus. Sušak kommenden Güterzug Nr. 355 zusammen. Der 'Zusammenprall war so heftig, daß: sich die beiden Lokomotiven i ineinanderschoben und vier Waggons ‘ des gemischten - Zuges sowie drei Wag-igons - des Güterzuges vollständig zertrümmert wurden. Drei weitere Waggons Entgleisten und stürzten um. Die Personenwagen des, gemischten Zuges waren stark besetzt, doch kamen die Reisenden ‘mit geringen Verletzungen. oder dem bloßen' Schrecken, davon. Den .Tod fanden dagegen der 35jähr:ge Eisenbahner Marko B e n i č aus Zvečaj , und der 33-jährige Bremser Mijo Blat aus Generalski'Stol, die sich, im Dienstwagen des gemischten •. Zuges befunden hatten. Verletzt wurden der Bahnarbeiter Josef Tro-fosič aus Generalski Stöl, der Lokomotivführer des gemischten Zuges Ivo Jadro ,und der Bauer Jakov Protofil aus Vrbov- gossen sich aus dem kleinen Eruptions-kegel. des Vesuv weißglühende Lavaströme durch das »Tal der Hölle« in Richtung gegen die Ortschaft Terzigno, die von der Bevölkerung panikartig geräumt wurde. Inzwischen sind aber die Bewohnern wieder in -ihre Heimstätten zurückgekehrt. Der Verkehr auf der Bisenbähn-strecke Pugliano und auf der Drahtseilbahn zum Vesuv haben während der ganzen "Ausbruchstätigkeit des Vesuvs keine Unterbrechung erfahren. sko Selo. Der Lokomotivführer des Güterzuges erlitt nur Abschürfungen im Gesicht. :; -• > ■ - ' 5 ■ -' : Zahlreiche Bauern, -die durch das Getöse des Zusammenstoßes aufmerksam geworden waren, eilten sofort zur Un-! glücksstelle und leisteten den. Verletzten erste Hilfe. Gegen 10 Uhr träfen Hilfszüge aus-Zagreb, Karlovac und Ogulin ein, "Worauf sofort mit den Aufräümungs-: arbeiten; begonnen wurde.. An der Unglücksstätte fanden sich der Chef der Verkehrsabteilung Ing. Horvat aus Zagreb und der Chef des Verkehrsdienstes Matija Sta?ic aus Karlovac mit mehreren Beamten ein. Da die Strecke' durch die Waggon trti mm er verlegt ist, muß . der Verkehr -durch Umsteigen aufrechterhalten werden. Man hofft, - die Strecke bis 17 Uhr freilegen zu können. Das Unglück1 ist darauf zurübkzuführen', daß der Lokomotivführer des gemischten Zuges: infolge-Nebels' und der großen Dampfentwicklung zu spät bemerkte, daß das Ausfallrfsäignal in der Station Zvečaj nicht auf freie Fahrt stand. Er sah wegen des Nebels auch den entgegenkommenden Zug erst im letzten Augenblick. Er zog zwar sofort die Bremsen, doch war tieberfthtoemmunasfataftropfte In ©er Türfei DEM KATASTROPHALEN ERDBEBEN IST NUN DAS HOCH WASSER IN WEST-ANATOLIEN GEFOLGT. —: IN ERZINGAN SIND DURCH DAS ERDBEBEN 8000 MENSCHEN GETÖTET WORDEN. — 44 ERDSTÖSSE IN 48 STUNDEN. — iüdi Jikd Maribor, Dienstag, den 3. Jänner Rund um die Jahreswende... MARIBOR IM ZEICHEN EINES LEBHAFTEN SILVESTERRUMMELS. Trotz der an den Nordrändern Europas sich austobenden Kriegsfurie, deren Fanfaren weit über die Welt tönen und manche Herzen vor kommenden schweren Ereignissen erzittern lassen, trotz pfeilgeschwind emporschnellender Teuerung, las sen es sich die Menschen nicht nehmen, die letzten Stunden des fliehenden Jahres in einer selbstvergessenen Freude hinzubringen, die durch eine unendliche Reihe von Jahrzehnten schon Tradition ist: bei den Silvesterfeiern. Die alltäglichen Sorgen werden in den hintersten Winkel verkramt, um einer kleinen Freude Platz zu machen, die gerade in diesen letzten Stunden des Jahres überall spontan zum Ausbruch kommt und den ärgsten Griesgram zum jungenhaft fröhlichen Menschen macht... Auch unsere Draustadt machte vorgestern abends hievon keine Ausnahme. Als der sternenhelle, frostklare Winterabend hereingebrochen war, herrschte in unseren Gassen und Straßen ein Treiben, wie es die Stadt wohl selten bietet. Alles rettet, rennet Eingehüllt in schützende Mäntel und Pelze, vermummt oft bis zur Nasenspitze, um den beissenden Wind nicht heranzulassen, eilten jung und alt, Männlein wie Weiblein, in die Lokale ihrer Wahl, um nicht Gefahr zu laufen, das neue Jahr auf der Straße begrüßen zu müssen, denn der Zudrang war überall so stark, daß besonders die größeren Lokalitäten, wo die eigentlichen großen Silvesterfeiem stattfanden, bald kein leeres Plätzchen mehr boten. Vor allem war es die Silvesterfeier des S o k o'l s in den Sökolsälen (Union), wo es ein rauschendes Getriebe gab.- Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge füllte die geräumigen Säle, und bei mannigfachen Darbietungen und ungebun denef Fröhlichkeit flohen die Stunden, bis die Stunde kam, in der alles vom gleichen Gedanken beherrscht einander die Hände reichte und den üblichen herzlichen Neuiabrsgruß bot.... Eine zweite große Silvesterfeier, veran staltet von den Vereinen »Na no s«-»j a d r a n«, vereinigte in den Räumen des Narodni dom eine Menschenmenge, wie sie noch selten , dort versammelt war. Bald waren die großen Räume bis auf das letzte Plätzchen gefüllt, und der Bedauernswerten gab es viele, die unverrichteter Din^e wieder abziehen und sich ein anderes Unterkommen suchen mußten ... Der junge agile Gesangverein »G r a - zurück. Der älteste Sohn Milutin, der im Alter von 16 Jahren steht, war über die Roheit des Vaters derart erbittert, daß er den Schlafenden überfiel und ihn mit einer . Schlinge erdrosselte. Der jugendliche Vatermörder wurde festgenommen fika« versammelte die Jünger der schwarzen Kunst und seine Freunde und Anhänger im unteren Kasinosaal. Auch dort gab es einen Massenbesuch, daß sich bald der Saal als zu klein erwies. Bei Gesang und und anderen fröhlichen Darbietungen wurden auch hier die Stun den bis zum Jahreswechsel hingebracht und dann flott ins neue Jahr hineingetanzt . . . Als nächste Jahreswendefeier wäre die in der »Velika kavarna« zu erwähnen, deren große Räume wie immer die Besucher kaum fassen konnten und wo in alter traditioneller Fröhlichkeit das Neujahr erwartet und mit Hallo und dem Grunzen junger Ferkeln begrüßt wurde. Atich die Silvesterfeier in den Räumen des Hotels »O r e 1« verzeichnete wie alle Jahre einen Massenbesuch. Auch 1 hier wogte eine bunte, fröhliche Menschenmenge durcheinander,, bis das neue Jahr kam und die ungehemmte Freude und sorglose Ausgelassenheit ihr traditionelles Bacchanal feierte .... . Viel Stimmung gab es auch bei der Sportlersilvesterfeier des ISSK. Maribor inj Cafe »Astoria«, zu der sich ein illu-sfcres Publikum eingefunden hatte. Das fröhliche Treiben hielt bis weit in den Neujahrstag an und'brachte. Stunden ungezwungenster Fröhlichkeit. . ..Im Zeichen überschäumender Heiterkeit stand auch der Silvesterrummel im K i n o-Restaurant, wo die einzelnen Darbietungen des Varieteeprogramme's die Besucher restlos begeisterten. Aber auch alle übrigen größeren und kleineren Lokale der Stadt boten dasselbe Bild. Fast überall ein selten verzeich-neter Massenbesuch, ein Leben und" Treiben, das nicht ahnen ließ, daß draußen in der Welt die Kriegsfurie tobt und auf Opfer lauert . . . Auch unser Theater wollte in der Reihe der Silvesterveranstaltungen nicht Zurückbleiben und brachte den Operetten Schlager »Alles zum Scherz« von Gorinšek-Ji ran e.k zur Aufführung. Auch hier war das Haus sehr hoch besucht und die Stimmung der Besucher ließ nichts zu wünschen übrig. Um Mitternacht entbot Fräulein Jelka Iglič dem Publikum den traditionellen Neujahrsgruß. Bei: der Verlosung der Prämien für die Besucher (drei Preise zu 100 Dinar) waren' zwei Studenten die glücklichen Gewinner, wäh rend der dritte Prämiierte seinen Anteil den Stadtarmen zukommen ließ. Unendlich groß aber war die Zahl derer, die es vorzog, mit »Brett und Stek-ken« in unsere herrliche Bergwelt zu fah ren und hier das neue Jahr in »sausender Fahrt« zu feiern. Die Berghütten unseres Bachern, auch die entlegensten, konnten eine Skijüngerzahl begrüßen, wie es wohl noch nie vorher der Fall war. Dazu mag wohl der Umstand beigetragen haben, daß auch denen, die keinen Neujahrsurlaub besassen, heuer zwei volle Tage zur Verfügung standen, um dem herrlichsten aller Sporte zu frönen . . . Es ist selbstverständlich, daß der Silvesterabend in den zahlreichen Berghütten gebührend gefeiert wurde, bis der frostklare Neujahrstag und der herrliche Wintersonnenschein sie daran erinnerte, zu welchem Zwecke sie eigentlich gekommen waren. Und dann gab es nichts mehr zu sehen als spritzende Schneestaubwolken. Aber auch die Silvesterfeiern in unseren Umgebungsorten fanden ihren zahlreichen Anhang. So jene der Freiwilligen Feuerwehr in Studenci, wo bei lustigen Theater- und sonstigen Vorführungen eine Besuchermenge versammelt war, deren Zahl beim Bau des neuen Wehrheimes nicht in Betracht gezogen war: sie war nämlich viel zu groß und konnte darin nicht recht untergebracht werden... In Pobrežje, Radvanje, Kamnica usw. gab es ebenfalls wie alle Jahre ein, fröhliches Silvestertreiben, nur litt diesmal der Besuch aus der Stadt unter dem Umstande, daß ja der Verkehr mit Privatautos zu solcher Abend- und Nachtzeit eingeschränkt ist — und" ein Fußmarsch in der herrschenden Kälte nicht recht einladend war ... — Trotzdem kam auch dort jedermann auf seifte Kosten. Alles in allem gab es diesmal einen Sil-vesterbetrieb, der alle seine Vorgänger in den Schatten stellen wollte. Und als der • frostklare Neujahrsmorgen anbrach, sah man in allen Gassen und Straßen flüchtende Gestalten, die aus verschleiert. Augen blinzelnd in die aufkommende Son ne blickten und eilends »wärmeren Gefilden« zustrebten... Wieder ^Mrunaswechfel im Schachturnier Marolti stösst vor — Gerželj holt Kukovec ein — Noch drei Runden ausständig Die elfte Runde des Weihnachts-schachtumiers im Cafe „Central“ brachte wiederum einen Führungswechsel. Marotti, der in den letzten Partien eine starke Form Verbesserung auf zeigte, rang Gu j znik glattweg nieder und bezog mit 8 Punkten die Spitze der Tabelle. Im folgen Gerželj und Kukovec mit je 77ä Punkten, dann Küster mit 7, Mišura mit 673 (1), Babič und Foray mit je 6V2, Rupar mit 5>/z, Marvin und Lukeš mit je 5, Audič mit 1, Ketiš mit 3, Nosan mit 2 (1), Guj znik mit 2 Punkten u. Bakarič ohne Punkt Gerželj nahm Rupar den ganzen Punkt ab, Babič unterlief gegen Marvin ein Fehler, der seine Niederlage unabwendbar machte, F o-ray machte mit Lukeš diesmal kurzen Prozess, desgleichen Mišura mit Bakarič und Ivuster mit Ketiš. Mit gleichen Chancen gingen Nosan und Audio in den Endkampf, aus dem letzterer mehr herausholen konnte. Kukovec war gestern spielfrei. Die nächste Runde wird am Mittwoch, den 3. Jänner gespielt. Achtung, Hausbesitzer! Im Sinne der geltenden Bestimmungen haben die Gemeindebehörde., alljährlich im Laufe des, Monates Jänner den Familienstand der Steuerpflichtigen aufzunehmen. Deshalb fordert der Stadtmagistrat die Hausbesitzer u. deren Stellvertreter im Bereiche der Stadt Maribor, auf, die Steuer bogen, die in den nächsten Tagen zugestellt werden, binnen drei Tagen genau auszufüllen und sie zur Abholung durch Gemeindeorgane jederzeit bereitzuhalten. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, dass die Bogen genau nach dem Vordruck gewissenhaft ausgefüllt werden müssen. Der „1939er" stellt sich vor Weltausstellung und Weinmarkt in Ivanjkovci. Die Weinbaugenossenschaft in Ivanjkovci veranstaltet am 24. Jänner 1. J. ihren 15. Weinmarkt, verbunden mit der ersten Ausstellung des Jahrganges 1939. Der neue Wein entwickelt sich wunderbar und weist nur wenig Säure auf, so-daß er,bis zum Zeitpunkt der Ausstellung seine völlige Reife erreicht haben wird. Zur Ausstellung kommen nur Weine aus den bekanntesten Weingebieten von Ljutomer und Ormož. Auch werden die Besucher Gelegenheit haben, sich bei der Weinkostprobe über die Güte des ausgezeichneten Tropfens zu überzeugen. Es wird eine genügende Menge von sortierten und gemischten Weinen zur Verfügung stehen. Das Wetter Wettervorhersage für Mittwoch: Veränderlich, bewölkt, und kalt. Keine Temperaturzunahme zu erwarten. m. Aus dem Gendarmeriedienst. Der Kommandant der Mariborer Gendarmerie truppe Hauptmann Josef Sosič wurde zum Major befördert. — Wir gratulieren! m. In Ljubljana verschied der Oberbaurat der technischen Abteilung in Kranj Ing. Wilhelm Babnik. — In der Vorstadt Vič starb der Unternehmer Georg P e t r o vč i č, der der letzte Bürgermeister der vor der Inkorporierung selbständigen Umgebungsgemeinde Vič war. — Friede ihrer Asche! m. Zugsverspätungen durch die Kälte bedingt. In den letzten Tagen sind auf den Bahnen größere oder kleinere Zugsverspätungen auf der Tagesordnung, nicht nur wegen der erhöhten Frequenz zu den Feiertagen, sondern auch infolge der starken Kälte, die die Dampfentwicklung in den Lokomotivkesseln beeinträchtigt. — Aus diesem Grunde ist auch die B e h e i-z u n g der Personenwagen geringer, da die Maschine zu Heizzwecken nicht genug Dampf abgeben kann. Aus diesem Grunde empfiehlt die Bahnverwaltung den Fahrgästen, die Fenster und Türen nicht zu öffnen, wo es nicht dringend not wendig ist. Die Reisenden sollen wärmere Kleidung mitnehmen, um sich nicht Eismonat mit oder ohne Frost? JANUARKÄLTE IST GESUND. — NÜN WERDEN DIE TAGE WIEDER LÄNGER! Ein neues Jahr hat seinen Einzug gehalten, und wieder einmal steht der Name »Januar« auf dem Kalender. Januar — mit diesem Monatsnamen verbindet sich untrennbar die Vorstellung des kältesten Monats des ganzen Jahres. Wenn auch schon Ausnahmen die Regel bestätigt haben und gelegentlich einmal im Monat Januar Frühlingslüfte wehen, so bleibt doch das Normale, daß uns dieser Monat strengen Frost und echtes, rechtes Winterwetter beschert. Diese Eigenschaften des ersten Monats des Jahres haben ihm schon in frühen Zeiten seinen besonderen Namen eingetragen: Hartung oder Hartmonat nannten ihn die Germanen, oft auch Eismonat. »Januar« dagegen geht auf den lateinischen Namen Januarius zurück, und in ihm finden wir den Namen des altrömischen Gottes Janus, der ursprünglich der Gott der Tür und des Torbogens, zugleich der SduLzer des Hauses, später aber der Gott alles Anfangs war. Janus zeigte, als Gott der Tür, nach außen wie nach ihnen schauend, ein doppelgesichtiges Haupt. Später wandelte er sich vom Gott der Tür, des Eingangs zum Gott des Anfangs schlechthin. Man rief ihn im Anfang jedes Gebeis an, die ersten Stunden des Tages, die ersten Tage des Monats, der erste Monat des Jahres wurden ihm geweiht. Januar, der Hartmonat, der Eismonat, ist ins Land gezogen. Er ist der eigentliche Wintermonat, dem sich später noch der Februar hinzugesellt, während der März dann bereits den Frühlingsanfang bringt. Trotz der oft beträchtlichen Kälte, die das neue Jahr in seinem ersten Monat bescheren kann, pflegen aber die Menschen gerade ln dieser Zeit wieder mit neuem Mute in die Zukunft zu schauen. Dazu trägt vor allem die Tatsache bei, daß nun die dunkelste Zeit des Winters überwunden ist. Wir haben zu Weihnachten den Tiefpunkt des Jahres überschritten, im Januar werden bereits die Tagd spürbar länger und durch das kalte Winterwetter sind sie meistens auch heller und klarer. Gegen Ende Januar haben wir bereits wieder eine volle Stunde Tageslicht zurückgewonnen. Nach der Zeit der vielen Feiertage zu Weihnachten und Neujahr stürzen wir uns im Januar alle ausgeruht und mit umso größerem Eifer wieder in die Arbeit. Nur auf dem Lande ruht noch die eigentliche Feldarbeit, die Saaten liegen geschützt unter der Schneedecke und waren auf den Frühling. Frei ich gibt es trotzdem auf dem- Bauernhöfe immer zu tun: es wird auch jetzt noch gedroschen, es wird Holz gesägt, und manches Werkzeug muß instand gesetzt werden. Gerade im ersten Monat des Jahres richten sich die Gedanken fragend in die Zukunft. Nach altem Volksglauben kann man zum Beispiel aus der Wetterbildung des ersten Monats im Jahre Rückschlüsse auf die gesamte weitere Wetterbildung des Jahres und auch auf den Ausfall der Ernte ziehen. So heißt es zum Beispiel nach einer alten Bauernregel: »Januar weiß — der Sommer heiß, Januar warm — daß Gott erbarm!« Oder: »Ist der Januar nicht naß, füllt sich des Winzers Faß.« Ein Stichtag für das Wetter ist der 10. Januar, von dem es heißt: »Am 10. Januar Sonnenschein, bringt viel Korn und Wein!« Dem Bauern ist eine normale Winterkälte im Januar erwünscht, wenn der Boden gründlich durchfriert, wächst die Saat im Frühling umso kräftiger. zu erkälten. Jedenfalls ist es geraten, die vorderen Waggons zu besetzen, da bei langen Zügen die rückwärtigen Wagen weniger gut geheizt sind als die vorderen. Sobald die Kälte nachläßt, werden auch die Zugsverspätungen abnehmen u. die Beheizung wird wieder besser funktionieren. m. Todesfall. Im Alter von 77 Jahren ist die Hausbesitzerin Frau Karoline U f. b a n nach schwerem Leiden gesiorb n Friede ihrer Asche! Der schwergetroffe-nen Familie unser innigstes Beileid! m Die Fürsorgestelle tur rekoma leszente Arbeiter in Maribor, die bereits einige Jahre besteht, erhielt als Ergebnis der Dinar- und Halbdinar-. Sammlung bisher Zuwendungen in der ansehnlichen Höhe von 327.900 Dinar. Die Fürsorgestelle wünscht allen Industriellen, Fabrikanten, Kaufleuten u. Gewerbetreibenden sowie den Arbeitern und deren Betriebsvertrauensleuten im Namen aller Beteilten ein recht fröhliches und glückliches Neujahr! m An der Schwelle des neuen Jahres spricht die Antituberkulosenliga in Maribor, deren Asylbaufond bereits auf mehr als eine halbe Milhon Dinar angewachsen ist, jedermann für die Mitwirkung an der Sammelaktion ihren herzlichsten Dank aus. Die Liga wünscht allen edlen Menschenfreunden ein fröhliches und insbesondere an Gesundheit reiches Neujahr mit der Versicherung, dass die Besprechungen zwecks Ankaufes eines Objektes für ein Asyl für Tuberkulosekranke vor dem Abschlüsse stehen. Die Liga ersucht die Oeffentlichkeit, auch im neuen Jahr 1940 der menschenfreundlichen Aktion wie bisher gewogen zu sein. i Altes Gold zu höchsten Preisen kauft O. Kiff mann, Aleksandrova cesta 11. m. Sonntagsausflügler können künftighin schon am Tage vor ihrer Abreise die Fahrkarte im »Putnik«-Reisebüro lösen, wodurch sie sich das unangenehme Anstellen und Warten am Bahnschalter ersparen. ■ m. Altkatholisches. Die hiesige altkatho fische Kirchengemeinde Verzeichnete im verflossenen Jahre 16 Tauffälle, und zwar 6 Knaben und 10 Mädchen (3 mehr als im Vorjahre), 8 Sterbefälle (5 männl. und 3 weibl.), d. i. um 3 mehr als im Vorjahre. Die Zahl der Trauungen belief sich auf 78. In die altkatholische Kirche sind in diesem Zeitraum 87 Personen eingetreten, d. .i. um 11 mehr als im Vorjahre. • m. Der älteste Feuerwehrmann Slowe niens dürfte wohl der Besitzer Anton M u-h -j c aus Sv. Lenart (Slov. gor.) gewesen sein, der jetzt im hohen. Alter von 84 Jahren verschieden ist. Er war nicht weniger als 65 Jahre aktives Mitglied der dortigen Feuerwehr. — Friede seiner Asche! m. »Hotel Graf« — ohne Gäste. Am Silvester- und am Neujahrstag war der Mariborer Polizeiarrest in der židovska ulica ohne Inhaftierte, was wohl selten vorkommt. Verhaftungen wurden während der beiden Tage keine vorgenommen —r sodaß auch der Profoß in Ruhe den Jahreswechsel feiern konnte. Sltyfleriöfer Tod einer Frau REICHE BÄUERIN TOT AUFGEFUNDEN BEGÄNGNIS. UNTERBLIEBENES LEICHEN Aus Sv. Marjeta a. P. wird eine mysteriöse Angelegenheit berichtet. Schon am Samstag frühmorgens wurde die etwa 40-jährige Realitätenbesitzerin Ivana O r o-v e c in ihrer Schlafkammer tot aufgefunden. In demselben Raum schliefen auch der Bruder der Toten sowie der Neffe, die beide nichts Verdächtiges bemerkten. Auf Grund aufgetauchter Gerüchte, untersagte jedoch die Gemeinde die für gestern anberaumt gewesene Beisetzung der Leiche und verständigte hievon auf telegraphischem Wege das Mariborer Gendarmeriekommando Und die Staatsanwaltschaf. Am Halse der Toten wurden verdächtige blutunterlaufene Stellen festgestellt, die den Verdacht nähren, daß es sich um einen gewaltsamen Tod handeln könnte. Für heute nachmittags wurde die gerichtliche Obduktion der Leiche angeordnet. ■nKMOBaeneDeaBDeaeaeaeaacui □ □ ■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■cmcmo» Weihnachten 6 Dinar verloren und sich deshalb nicht nach Hause gewagt habe. Seit vier Tagen und vier Nächte habe er sich, im Streu vergraben, im Schuppen aufgehalten. Von den Erfrierungen, die der Knabe erlitten hatte, sind die an den beiden Beinen die schlimmsten. m. Billige Bruteier. Die Banatsverwaltung wird im Frühjahr Interessen.en Brut. eier der weißen steirischen Hühnerrasse zu ermäßigten Preisen abgeben. In Betracht kommen nur jene Interessenten, die sich mit Stallzucht befassen oder die von anderen Züchtern, die das braune steirische Huhn halten, so weit wohnen, daß es zu keiner Kreuzung kommen kann. Die Anmeldungen nimmt in Maribor das städtische MarkiLnspek.orat bis 20. d. M. entgegen. m. 10.000 Dinar für arme Kinder. Das Gemeindeamt in Pobrežje spricht auf diesem Wege der Seidenfabrik Thoma & Co. für die ansehnliche Spende von 10.000 Dinar zur Unterstützung armer Schulkinder den herzlichsten Dank aus. nt. Die tiefste Temperatur des Jahres 1939 wurde am 31. Dezember frühmor gens vermerkt und zwar sank das Thermometer bis.. auf 23.5 Grad unter Null. Heute, Dienstag, wurden 15 Grad unter Null „gemessen. Die gestrige Höchsttemperatur betrug minus 1.1 Grad. Der Feuch tigkeitsmesser „zeigte heute 90 und das Barometer 744.1. m, Tragisches Mißgeschick eines jungen Sporfsmannes. Vergangenen Samstag verunglückte der Septimaner des hiesigen klassischen Gymnasiums Marko Pogačnik, ein Sohn des Bankdirektors Herrn Bogdan Poagenik, beim Rodeln mit einem Bobsclilitten unter dem Kalvarienberg und •ach sich dabei den linken Fuß. Der ' tunglückte wurde mit dem Rettungsau .o ins Sanatorium Dr. Černič überführt. m. Vier Tage und vier Nächte im Streu chuppen vergraben. In Pobrežje traf ein Besitzer in semem Streuschuppen den ■ 'ihrigen Albin P. aus der Delavska ulica mi, der völlig erfroren war und sich aum noch auf den Beinen halten konnte. Oer Knabe, den man unverzüglich . ins Krankenhaus brachte, gab an, daß er zu m. Schadenfeuer. In Kozjak nächst Zg. Sv. Kungota brach im Hause des Besitzer Josef škof ein Feuer aus, das großen Schaden anrichtete, da auch die ganze Fechsung vernichtet wurde. m. Wem gehören die Fahrräder? Im Walde von Betnava wurden zwei demontierte Fahrräder aufgefunden. Das eine ist ein Steyrrad mit der Fabriksnummer 3164612, während das zweite mit der Fabriksnummer 883438 gekennzeichnet ist. m. Schneeberichi.e. Dem »Putnik« sind heute, Dienstag, folgende Schneeberichte zugekommen: Sv. Lovrenc n. P.: —17, heiter, ruhig, 8 cm Pulver auf 9 cm hoher Unterlage. Kotlje und Rimski vrelec: —19 heiter, ruhig, 8 cm Pulver auf 12 cm hoher Unterlage, Schneeverhältnisse auf der S raße günstig. Petzen: —16, he'ter, ruhig, 15 cm Pulver auf 50 cm hoher Unterlage. Günstige Skfähre. Senjorjev dom: —17, heiter, ruhig, 10 cm Pulver auf 25 cm hoher Unterlage. Wilderer ihren Beifall nicht versagen. Dem „Jäger von Fall“ ist ein starker Publikumserfolg beschieden. p Im Stadtkino gelangt Dienstag und Mittwoch der Sensationsfilm „D i e Goldgräber“ zur Vorführung. Eine packende Filmgeschichte mit einer Reihe von aufregenden Abenteuern. Im Beiprogramm ein Kulturfilm und die neue Wochenschau. fkotißam REPERTOIRE. Dinstag, 2. Jänner: Geschlossen. Mittwoch, 3. Jänner: Geschlossen. Donnerstag, 4. Jänner um 20 Uhr: „Verlobung an der Adria“. Ab. B. Freitag, 5. Jänner um 20 Uhr: „Alles zum Scherz“. Ermässigte Preise. ■äus p Der Männergesangverein veranstaltet am 8. d. um 20 Uhr im Vereinshaus eine öffentliche Singstunde. p Der Verband deutscher Hochschulen veranstaltet am 5. d. im Vereinshaussaal einen grossen Tanzabend mit verschiedenen Programmpunkten. Beginn um 20 Uhr. p Landfeuer. In Blahovica bei Sv. Tomaž brach im Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Besitzers Anton Bratuša ein Feuer aus, dem ausser dem Objekt auch die Futtervorräte u. verschiedene Einrichtungsgegenstände zum Opfer fielen. Der Schaden beläuft sich auf 50.000 Dinar. Man vermutet Brandlegung. p Lebensmüde. In Apače am Drau-feld „wurde der Besitzer und Maurer Josef Skledar in seiner Wohnung tot aufgefunden. Skledar, der in letzter Zeit reichlich trank, hatte sich durch Erhängen selbst das Leben genommen. Er stand im 46. Lebensjahr. p Im Tonkino Royal läuft bis einschliesslich Mittwoch der Ganghofer-Film „Der-Jäger von Fall“. Die Kenner des Romans werden ihre Freude haben. Selbst Ludwig Ganghofer hätte gewiss ein grosses „Danke“ gesagt. Aber auch die Anhänger des guten Volksfilmes dürften der Peter-Ostermayr-Expedition ins Revier der ©filüeUMmofe in Lisce bei (Seife Klub- und Jugendskitag am 6. und 7. Jänner. Der ergibige Schneefall knapp nach Weihnachten ermöglicht es, daß der Skiklub am 6. und 7. Jänner im schönen Berg gelände von Lisce den vorgeschriebenen Pflicht-Kl'Uibtag und seinen Jugendskitag zur Durchführung bringen kann. Am Sams tag, dem 6. Jänner, mit dem Beginn um 13 Uhr starten die aktiven Wettkämpfer des Skiklubs zum 6 km Langlauf, um sich den Ehrentitel eines Klubmeisters u. Die Verewigung im Lorbeerkranze des von Kameraden Franzi Zangger gespendeten Wanderpreises zu erkämpfen. Ein Staffeloder Patruillenlauf, je nach Wetter und Schneelage, soll die alten Skikanonen au die Tour bringen und ihre Beweglichkeit, ihre gereifte Erfahrung im Tourenlauf unter Beweis stellen. Die ganz junge Jugend, in verschiedenen Altersklassen eingeteilt, wird hernach auf einer neu angelegten Langlaufstrecke zum Wettkampfe antre-ten und mit der bekannten sprühenden Be jgeisferung und verbissenem Kampfesmut ihrem Ziele zustreben. Für alle Zuschauer ist hernach im Gasthof Petrul ein gemütliches Beisammensein, mit Musik und Tanz vorgesehen. Am zweiten Feiertage, Sonntag, dem 7. Jänner, gehen um 13 Uhr die Frauen und Mädchen zum Langlauf an den Start. Die neue Rennstrecke hat alle Vorzüge einer sympathischen Piste und bietet auch den Zuschauern die Möglichkeit die Rennen zu verfolgen und die anfetiemden Zurufe an ihre Lieblinge wertvoll anzubringen. Den Höhepunkt der Wettkämpfe bilden aber die damit folgenden Sprungkonkurrenzen, die auf der Dr. Kugy-Schanze u. der kleinen Schanze von den 8- bis 28-jährigen Teilnehmern bestritten werden. Da die harte Schneelagc ein gutes Training ermöglicht, sind gerade in den Sprunglaufkonkurrenzen spannende Kämp fe zu erwarten. Es ist zu erwarten, daß diese sportli chen Festtage unseres rührigen Skiklubs bei den unterstützenden Mitgliedern und ihren Bekannten den richtigen Widerhall finden und eine zahlreiche Zuschauerschar den Wettkämpfen beiwohnen wird. Sport in jeder Art und Weise war immer das beste Bindeglied zwischen jung und alt. Ein Spaziergang in der märchenhaften Winterlandschäft wirkt oft Wunder, nicht nur an Leib und Seele, sondern auch als sichtbares Zeichen der Anerkennung bewährter Vereinsarbeit. Und wen das alles nicht lockt, so sei verraten, daß Herbergs vater Erwin mit edelstem Tropfen untersteirischer Weinkultur versorgt ist und auch für des Gaumens Genüsse Vorsorgen wird. Deshalb fehle niemand am 6. und 7. 'ärmer bei den Skiwettkämpfen des Skiklubs in Lisce. — Er schafft damit sich und anderen Freude! Esplanade-Tonkino. Der neueste und bisher beste Tarzan-Film »Tarzan und sein Sohn« mit dem bekannten Frauen-Herzensbrecher Johnny W e i ss m ü 11 e r und dem 6-jährigen Wunderknaben Tarzan junior in der Hauptrolle. Dieser unübertroffene Film bringt ein ganz neues Sujet, neue, fabelhafte Akrobationen und Abenteuer des Königs der Dschungel. Der populäre Affe Cheeta und der kleine Ele-phant Bea wirken mit. — Unser nächstes Programm bringt die größte Überraschung: »Heimatlose«, der schönste Film der letzten 10 Jahre mit Tracy Spencer und Mickey Roonay. Burg-Tonkino. Ab heute der große Lustspielschlager »Die Frühlingsparade« (Marika) mit Franziska Gaal, Wolf AI-bach-Retty, Paul Hörbiger, Theo Lingen und wieder mit Hans Moser in den Haupt rollen. Eine neue Lachbombe, die jung und alt in ihren Bann zwingt. Es folgt der beste Emil Janings-Film »Dr. Robert Koch, der Bekämpfet des Todes«. Union-Tonkino. Bis einschließlich Donnerstag der beste Film des berühmten Wallace Berry »Der Tiger von Arizona«, ein klassisches Werk der Gesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer. Das Drama eines Mannes, der seine Lebensart seinem Sohne zuliebe ändert. Ein Film von Menschen mit stählernem Charakter. In Vorbereitung »Das Lied der Freiheit« mit dem beliebten Darsteller Eddy Nelson. AyvttzekennaHMenI Bis zum 5. Jänner versehen die S v. Areh-Apotheke (Mag. pharm. Vidmar) am Hauptplatz 20, Tel. 20-05, und die S t. M a g d a 1 e n e n - A p o-t h e k e (Mag. pharm. Savost) am Kralja Petra trg 3, Tel. 22-70, den Nachtdienst. findet sich im Saale der Stadtsparkasse, das Lager aber einstweilen in den Räumen des ehemaligen Lagers der Firma „Sladkor“ in Celje, welches an das Bahnhofgebäude angrenzt. Als Verwalter des Hauptzollamtes in Celje wurde Herr Fabjan aus Maribor bestallt. c Trauungen. In Celje fand die Trauung des Herrn Josef Pogačnik, Stadt-Oberkommissars in Celje, mit Fräulein Maria Pešec statt. Ferner wurden hier der Friseur Herr Alois Urh mit der Beamtin Fräulein Krive c und Herr Ing. Karl Urack mit Fraulein Valči Rom, Stadtbeamtin in Celje, getraut. Wir gratulieren! - c Verkehrsunfall. In der Maribö-rerstrasse beim Cafe Petschuch wurde der Knecht des Kaufmannes Gobec in Sp. Hudinja bei Celje Johann Soline beim Begleiten eines Fuhrwerkes von einem Lastwagen des Spediteurs Josef Kovač aus Tržač erfasst und zu Boden gestossen. Der Mann erlitt.einen Armbruch, drei Rippenbrüche und eine schwere Kopfverletzung. , c Kino Dom. Bis einschliesslich Donnerstag wird der Monumentalfilm „Union Pacific“ gezeigt. Das abenteuerliche Geschehen deš Filmes, dessen Regie Cecii B. de Mille führt, spielt zurzeit des Baues der amerikanischen Eisenbahnen ab. Ab Freitag „Carioca“ mit Dolores del Rio. lj c Das Hauptzollamt in Celje hat zu amtieren begonnen. Die Kanzlei be- Gut gegeben. »Hör mal, lieber Freund, deine Fraü erzählt überall, sie hätte erst einen Mann aus dir gemacht. Ich finde das unerhört. Meine Frau würde so was nie zu erzählen wagen!« »Nee, die erzählt, sie hätte vergebens versucht, einen Mann aus dir zu machen.« Die neue Steuerreform BEREITS MIT NEUJAHR IN KRAFT GETRETEN. Wie wir schon berichteten, hat der Ministerrat vor Weihnachten eine Reihe von Verordnungen erlassen, durch die verschiedene Steuer- und. Gebührenvorschriften zilm "Teil, "wesentlich abgeändert werden. AlTe diese neuen Vorschriften traten bereits ani“ 1.‘ Jänner 1940 in Kraft: Die neuen Verordnungen enthalten folgende wichtige hind allgemein ' wissenswerte Änderungen: Bodensteuer Bei der Steuer nach dem Einkommen aus .Grundbesitz; der sogenannten Boden Steuer, ist die wichtigste Bestimmung die, durch die der Grundbesitz jener Land-werte, die nur derBode-nSteuer unterliegen, von dieser Steuer befreit werden, wenn der Gesamtbetrag -ihres kätastermäßig festgestefiteg.'Reineinkommens von ihrem gesamten Grundbesitz, der sich im Bereiche eines 'Steueramtes befindet, 1000 Dinar nicht - überschreitet. Die Grundlage für die Bemessung; der Bodensteuer für das Jahr 1040' bleibt auch weiter 10% des Kataštereinkommensi Größere Veränderungen sind bei der Ergänzungssteuer nach dem Katastereinkommen zu verzeichnen. Die Skala blieb unverändert für alle Jene landwirte, deren Katastereinkommen 20.000 Dinar im Jahr nicht überschreitet. Bel ' größeren Katasterreineiftkpmmen würden die Sätze der Ergänzüfigssteüer erheblich geändert, und zwar reichen die Sätze bei -Einkommen über 1R.000 Dinar, die bisher mit 8% begrenzt wären-, nun bis 16%. Bei Katastereinkommen über 250.000 -Dinär beträgt der Steuersatz unverändert 16%. Erwerbsteuer Wichtige und einschneidende Veränderungen sind bei der Erwerbssteuer nach Unternehmungen^ Geschäften und Berufen etngetrefen. Vor allem würde bei gewissen - freien Berufen eine Umgruppierung vorgenommen. Rechtsanwälte, Rechtsvertreter, öffentliche Notare, Ärzte, Architekten, Ingenieure, Geodäten, Tierärzte und Zollvermittler wurden in die erste Gruppe eingeteilt. Diese Berufe haben von nun an 10% anstatt 8% ihres Reineinkommens an Erwerbsteuer zu zahlen. > : Weiters würden gewisse Erwerbsteuer pflichtige zur Führung von Geschäftsbüchern verpflichtet, so daß bei diesen die Steuergrundlage nach ihren Geschäftsbüchern festgesetzt wird. Dies gilt für alle Industrie-, Bergbau-, Bank-, Verkehrs-, - Schiffahrt?-, Straßenbahn- u. internationale Speditionsunternehmungen und Wechselstuben, ferner für Unternehmungen und Geschäfte, deren Steuergrundlage im vorhergehenden Jahre mindestens 10.000 Dinar, oder deren Jahresumsatz mindestens 2 Millionen Dinar betrug. Auch die Skala der Ergänzungssteuer auf die Erwerbsteuer wurde abgeändert. Bisher reichte diese Skala bei Einkommen bis zu 150.000 Dinar bis 12%, von nun an aber bis zu 20;%. Außerdem wurde bei der Erwerbsteuer nach dem Muster der Gesellschaftssteuer eine Neuheit eingeführt. Danach darf die Grundlage und die. Ergänzung der Erwerbsteuer nicht kleiner sein als die Mindeststeuer, die sich von 2 bis 10 Dinar von 1000 Dinar bewegt. Als Grundlage für diese Steuer dient der jährliche Bruttoumsatz. Für jene, die dem Sonderzuschlag auf die Erwerbsteuer unterliegen, beträgt die Mindeststeuer das Zweifache. Kleingewerbetreibende . zahlen von nun an die Steuer, im Pauschale, die je nach der Größe des Ortes abgestuft ist. Für Schuhmacher und alle ähnlichen Gewerbe sind besondere Vergünstigungen vorgesehen, und zwar zahlen jene, die in Städten mit über 20.000 Einwohnern leben, die für Städte: mit 10.000 bis 20.000 Einwohnern ■ vorgesehenen Sätze. Kleingewerbetreibende, die der Pauschaleinkommensteuer unterliegen, haben alljährlich bis zum 31. Jänner dem Steueramt die Zahl, der bei ihnen arbeitenden Gehilfen anzumelden. Wenn die Zahl der Gehilfen'sich-Jmr-Laufe des Jahres erhöht,, haben sie dies binnen 15 Tagen anzu-meldeiv widrigenfalls sie das Recht auf Pauschalbesteuerung auf zwei Jahre verlieren. • ' Die Gesellschaftssteuer Auch" bei der ''Gesellschaftssteuer, die-alle zur öffenttic-hen Rechnungslegung verpflichteten Unternehmungen zu zahlen haben, sind große 'Veränderungen eingetreten. Vor allem wurde genau bestimmt, welchen Gesellschaften als ausländische Rechtspersonen anzusehen sind. Ferner wurde die Skala der Ergänzungssteuer von Grund,,aus., geändert, Bisher reichte diese Skala bis ‘zu 12%, wenn die Rentabilität der Gesellschaft 24% des Anlagekapitals überschritt. Jetzt würden die Sätze der' Ergänzungssteuer in Fällen, wo die1 Rentabilität 100% überschreitet, fortschreitend bis zu 20%- erhöht. Außerdem wurde auch der Mindešt-steuerSatz, der -sich bisher zwischen; 2 und 8 Dinar fcstgestellter Grundlage: bewegte, bis auf 10 Dinar ausgedehnt.; Die Grundlage der- Mindeststeuer wird -ähnlich bestimmt wie bei den Erwerbsteuerpflichtigen, die der Mindeststeuer Unterliegen. Außerdem wurde auch der .Satz-des Sondersteuerzuschlages auf die. ..Gesellschaftssteuer verschärft. Gebäudesteuer In der Gebäudesteuer ist insoferne eine Änderung eingetreten, als von nun an Gebäude, die Gewerbetreibenden als. Werkstätten dienen, von dieser Steuer befreit sind. Die Grundlage der Gebäudesteuer wurde nicht geändert,, dagegen wurde' die "..Ergänzungssteuer nach dem gesamten Reineinkommen aus Gebäuden eines Steuerpflichtigen im Bereiche eines Steueramtes von Grund aus geändert. Die Sätze dieser Steuer bewegen sich von 2% für Einkommen , bis zu 10.000 Dinär, bis zu 15% für Einkommen über eine.Million Dinar. Lohnsteuer Die Vorschriften über die Besteuerung des Einkommens aus unselbständiger Arbeit, die sogenannte Lohnsteuer, wurde nur unwesentlich geändert. Eine Änderung besteht darin, daß in Hinkunft auch ausbezahlte oder zuerkannte Tantiemen, Taggelder ■ oder .ähnliche Honorare der Mitglieder der Direktion, des Aufsichtsrates oder der Angestellten jener Unternehmungen-dieser Steuer unterliegen, die bisher dauernd oder vorübergehend von der Gesellschaftssteuer befreit waren, oder denen in Ermangelung einer Steuergrundlage; auf Grund ihrer Bilanz die Mindeststeuer vorgeschrieben wurde, In Hinkunft werden ferner auch unregelmäßige Bezüge, wie 13.. Gehalt, Remuneration usw. besteuert, und zwar zusammen jni't den regelmäßigen Bezügen im Monate ihrer Auszahlung. Die Skala der. Lohnsteuer für Wochen-iöhne wurde nicht geändert, jedoch erweitert. Bisher wurden Wochenbezüge über 2880 Dinar mit 12% besteuert. Diese obere Grenze wurde nun auf 4809 Din hinausgeschoben, für die die Besteuerung 16% betragen, wird. Fallweise Einnah. men, deren Höhe veränderlich ist, werden in Hinkunft nach einer neuen Skala besteuert, die sich voh 4% nach Einnahmen vßn 1000 Dinar, bis zu 18% nach Einnahmen über 100.000 Dinar bewegt. Für Beträge über 12.000 Dinar wurde die Skala bedeutend verschärft und in der Weise ausgedehnt, daß der Satz bis 18% reicht anstatt bisher 12%. »Gradjanski« siegt mit 20:0! Mit einem fast unglaublichen Resultat fertigte am Sonntag der Zagrebel' »Gradjanski« eine.-Auswahl des Zagrebei" Unterverbandes ab. »Gradjanski« siegte' mit 20:0 (9:0). Der ’erfolgreichte. Schütze war Wölfl, der allein 11 Treffer erzielte. Das Spiel zählte, zum Kroatischen Cup. Staats- statt Banats-Ver-zeHrungSsteuer auf Wein und Branntwein Mit Neujahr bereits in Kraft getreten. — Abschaffung der entsprechenden Banatssteuer. Auf Grund eines Beschlusses des Muu-sterrates wurde mit Neujahr eine Verordnung herausgegeben,, mit der die Banats-Verzehrungssteuer auf Wein und Brannt wein eingeführt: wird. Zu diesem Zweck wurde das Gesetz über die staatlichen Verbrauchssteuern im Verordnungswege entsprechend abgeändert. . Darnach werden alle Banats-Verzehrungssteuern auf Wein und Branntwein in welcher Form immer abgeschafft. Statt dessen wurde mit Neujahr .eine Staatssteuer auf Wein und Branntwein eingeführt, die 1 Dinar pro Liter bei gewöhnlichem, 3 Dinar bei feinen Weinen (mindestens 16.Vi Grad) und 10 Dinar pro Liter bei Schaumwein- sowie 10 Dinar pro Hektolitergrad Branntwein beträgt. In Slowenien betrug die Banatssteuer bei Wein 1 und bei Schaumwein: 3 Dinar pro Liter und bei Branntwein. 5 Dinar pro Hektolitergrad. Diese Steuer hat der Käufer anzumelden und zu erlegen. Die. für den Konsum des Wein- oder Branntweinerzeugers oder dessen Familienangehörigen 1 bestimmte Menge, .ist steuerfrei. Die Händler haben für die in ihrem Besitz befindlichen Wein- und Branntweinmengen ein Buch zu führen. Die Alkoholmengen werden mit dem Stande vom Neujahr erfaßt werden. Zu diesem Zweck haben auch die Produzenten die verfügbaren Mengen der Finanzkontrolle anzumelden, Wasserkessel aus feuerfestem Porzellan. Die feuerfesten keramischen, Massen , er obern sich, namentlich nachdem man in zahlreichen Kulturländern mehr und mehr zum elektrischen Kochen übergeht, immer weiteren und neuen Boden. Jetzt, kommt aus Deutschland die Nachricht, daß auch der gute alte Messing-Wasserkessel, der in vielen Haushaltungen noch aus Großen utters Zeiten einen Ehrenplatz innehat. der neuen Zeit und den neuen Werkstoffen weichen muß. Eine bekannte fränkische Porzellanfabrik, die in der Herstellung von Gebrauchsartikeln aus feuerfestem Porzellan über langjährige Erfahrun gen verfügt, wird auf der Leipziger Früh jahrsmesse 1940 einen -Wasserkessel aus feuerfestem Porzellan für zwei Liter In halt auf den Markt bringen. Diese Neuheit will durchaus nicht den emaillierten Wasserkessel, der heute noch den unbe strittenen Platz in der Küche einnimmt, verdrängen. Sie will ihn nicht einmal ersetzen, sondern sie will vielmehr, wie gesagt, an die Stelle des früheren Messingkessels, der hochglanz-vernickelt oder ver chromt war und heute aus den verschie densten Gründen fast' überall nicht mehr fabriziert wird, treten. Dieser neue Was serkesse! aus feuerfestem Porzellan will also gewissermaßen ein Paradestück der Küche sein. Zu diesem äußerlichen Vor teil tritt die Tatsache, daß dieser Porzellankessel ein ganzes Leben lang halten kann, daß er hygienisch ist und auch in jeder Hinsicht einwandfreier als irgendein anderer Wasserkessel, den wir bisher keil neu. Wie werden mit dem neuen Wasserkessel auf dem Elektroherd das Wasser kochen und im ganzen praktischer eingerichtet sein -als-heute. Pflasterarten, die für die Straßen der großen Weltausstellung von Rom verwendet werden Rom, Dez. (Agit.) Es sind sorgfältige Studien für die Auswahl der geeignetsten Pflasterarten vorgenommen worden, die für den Sträßenkomplex der Weltausstellung von Rom verwendet werden sollen, der 35 Straßen und 26 Plätze umfaßt, in einer Gesamtheit' von 32 km Länge, wäh rend die Beanspruchte Gesamtfläche 800.000 Quadratmeter beträgt, von denen 25.000 für die- Fahrbahn und 250.000 für-die Bürgersteige bestimmt sind. Die Straßen und Plätze mit dem größten Ver kehr werden deshalb, wie die »Agit« schreibt, mit Porphyr- und Granitsteinen und einem Schamotteuntergrund gepflastert werden. Alle anderen werden hin gegen eine Pflasterung leichteren Typs Ungarische Profis in Subotica. In Subotica gastierte am Sonntag der SK. Szeged.und Schlug den ZAK mit 4:0. Die Eisenbahner hielten sich in der ersten Halbzeit recht gut'. Gestern spielten' die Ungarn gegen eine Auswahl von Subotica, die aus "den . besten Spieler der »Bačka« und des žAK gebildet wurde. Auch diesmal siegten die ungarischen Profis mit 2:1, " J" Neuer jugoslawischer Boxmefster. In Beogtad kam Samstag abends de jugoslawische Boxmeisterschaft im Mittelgewicht. zwischen dem. bisherigen Meister Stevan Jakšlc und Luka Popovič zur Entscheidung, Luka Popovič landete.nach 12 Runden einen sicheren Punktesieg'und heimste den stolzen Meistertitel ein. Zwei Eishockeyspiele . Die Eislaufsaison wurde gestern mit zwei Eishockelspielen offiziell eröffnet, ln Varaždin kam.. es-zu. einem Treffen zwischen dem Zagreb er Marathon - und dem dortigen Eishockeyklub. Die heimischen siegten überraschend glatt mit 4:1. In Karlovac spielten, der dortigen KSU und der Zagreber- Eisfäüfvere'in. Letzterer gewann mit 5:2. Ferencvaros in Istanbul. Nach e-nem Gastspiel in Npvi Sad trat der Budapester »Ferencvaros« in -Istanbul gegen ein dortiges Auswahlteam an. - Im ersten Treffen- wurden die Ungarn mit 5:3 geschlagen, gewannen jedoch tags-darauf das zweite Spiel mit 3:1. Nur zwei Remis des »Ujpest«. Der Budapester »Ujpest« leistete einer Einladung des SK. Bata Folge, vermochte aber in Borovo nur ein 2:2 (2:0) zu erzielen. Am Neujahrstag spielten die Ungarn in Osijek gegen Gvoždar und müßten sich auch in diesem Match mit einem 1:1-Unentschieden zufriedengeben. Italienische Fußballmeisterschaft. In der italienischen Fußballmeisterschaft gab es am1 Sonntag, folgende . Ergebnisse: Juventus—Venez a 3:0, Bologna—Napoli 1:1, Novara—Liguria 1:0, Lazio—Ambrosiana.l :1, Milano—Roma 3:0, Genova—Triestinä 1:0, Bari—Tor no 2:2, Bologna liegt mit ■ 18 Punkten an der Spitze, gefolgt von Lazio und Ambrosia-na mit je 16 Punkten. Ringkämpfe in Zagreb. In Zagreb wurde, ein Ausscheidungstreffen de.r besten Ringkämpfmatadore ausgetragen. Auf. Grund der Kämpfe dürf te sich die Zagreber Auswahl, die Wettkämpfe gegen -Maribor und Sarajevo am Programm hat,-.wie folgt aussehen: Fliegengewicht -Hudek, - Federgewicht Moguljak, Leichtgewicht Mrkus, Halbmittelgewicht Glumpak, Mittelgewicht Halužan, Halbschwergewicht Metzner und Schwer gewicht Gcrovac. Wiener Fußball. An der Spitze der Wiener Fußballmeisterschaft steht nach wie vor Rapid. Die Ergebnisse der letzten ' Runde waren: Adature Fiat Austria" 5:2, Rapid — Ad mira 5:3, Wienna — Wacker 2:1. • haben, mit Verwendung von Konglomeraten aus Teer, Erdpech und Asphalt. Be sondere Bedeutung wird die Pflasterung des grandiosen Imperialistischen Platzes haben, der mit besonderen, auf. die bauliche Umgebung abges.immten Materialien ausgeführt werden wird. Mittwoch; den 3. Januar 1940. 7 »Mariborer Zetung« Nummer 1, 1940 wieder ein Schaltjahr! Resizeiten der vier letzten Aahre werden am 29. Februar „gesammelt" / Rechmkunftstüüe, d.e sich aus dem Kalender ergeben Der Eintritt in das neue Jahr, das ein Schaltjahr sein wird, lenkt den Blick auf dig verwickelte Geschiebe unseres Kalenders. Das Jahr 1940 ist ein Schaltjahr. Es zählt nicht 365, sondern 366 Tage. Mancher mag sich darüber freuen. Denn er stellt sich vor, daß ihm durch das Schaltjahr ein Tag seines Lebens zusä züch geschenkt wird. Aber das ist nur ein Selbstbetrug. Denn erstens richtet sich ja das Leben nicht nach der Länge der Jahre und zwei-ens ist eigentlich jedes Jahr gleich lang. Jedes Kalenderjahr dauert nämlich genau 365 Tage, fünf Stunden, 48 Minuten und 45,97 Sekunden. Man kann sich vorstellen, welche Rechenkunststücke für den einzelnen Menschen notwendig wären, wenn er sich mit diesen überschüssigen S unden, Minuten und Sekunden zurechtfinden sollte. Die Schwierigkeiten wurden dadurch beseitigt, daß man ein Schaltjahr einrichtete. Das heißt, man zählte die Restzeit von vier Jahren zusammen und »baute« daraus einen neuen Tag. Das ist der 29. Februar. Die Stunden, Minuten und Sekunden, die eigentlich auf die drei vorausgegangenen Jahre und auf das vierte Jahr verteilt werden müß.en, füllen nun stets einen zusätzlichen Tag im Schaltjahr. Aber auch durch diese Ordnung entsteht noch keine ganz genau stimmende Verrechnung. Mit dem Schaltjahrtag hat man des Guten etwas zu viel getan. Wir würden im Laufe der Jahrhunderte der mathematisch genauen Zeitrechnung vorauseilen, weil die Summe der restlichen Stunden, Minuten und Sekunden noch keinen 24stünd gen Tag ergeben. Und deshalb wurde im gregorianischen Kalender die Bestimmung getroffen, daß zwar an sich jedes vierte Jahr ein Schaltjahr ist, daß aber die Jahre, deren Jahreszahl durch 100 teilbar ist, nicht als Schaltjahre gerechnet werden. Deswegen waren die Jahre 1700 ebenso wie 1800 und 1900 keine Schaltjahre. Aber noch eine weitere Sonderbestimmung war notwendig. Das Jahr 2000 wird ein Schaltjahr sein, ebenso wie das Jahr 1600 ein Schal.jahr war und wie das Jahr 2400 ein Schaltjahr sein wird. Durch diese komplizierten Anordnungen kann man einigermaßen die Differenzen wieder ausgleichen, die mit der Einrichtung eines Schaltjahres entstanden. Die Entstehung unseres Kalenders ist reichlich verwickelt gewesen. Die erste große Kalenderreform nahm Numa Pom-Pilius im Jahre 717 v. Chr. vor. Er ersetzte das Mondjahr durch ein Sonnenjahr. An Stelle des bis dahin in 10 Monate eingeteilten Jahres trat das Jahr mit 12 Monaten. Der März wurde als erster Monat des Jahres enthront und ihm der Januar, der nach dem Gotte Janus, der Gott des Anfangs genannt wurde, vorangestellt. Der Februar bekam den letzten Platz im Reigen der Monate. So erklärt sich auch, daß der Februar, was seinen Reichtum an Tagen anbetrifft, am schlech testen behandelt wurde. Es war das Stief kind des Jahres und mußte sich mit dem Rest der Zeit, mit 29 Tagen begnügen. Aber nicht einmal diese 29 Tage konnte der Februar behaupten. Zu Ehren von Augustus wurde er nämlich nach der julianischen Kalenderreform um einen wei eren Tag verkürzt. Der bis dahin fünfte Monat des Jahres erhielt den Namen Julius. Einige Zeit später beschloß man auch, einen Monat zu Ehren des Kaisers Augustus umzubenennen. Man nahm dazu den Monat, der auf den Juli folgte. Nun hatte der Juli, der Monat Cäsars, 31 Tage, der Monat des Kaisers Augustus jedoch nur 30. Man hielt es aber für unehrbie:ig, dem Kaiser Augustus wen:ger Tage zu gönnen als JuVus Cäsar. Deshalb wandte man sich an das Stiefkind, den Februar, und nahm ihm vpn dem wenigen, das er hatte, noch ®]nen Tag weg. Der August erhielt 31 _Dige und der Februar schrumpf e auf 28 tage zusammen. Im julianischen Kalender wurde weiterhin die Reihenfolge der Monate geändert. Das Jahr begmnt mit dem Januar, aber die Monate September :Sep:em gleich sieben) bis Dezember (decem gleich zehn) behielten ihre alten Namen bei, obwohl sie jetzt nicht mehr die siebenten bis zehnten, sondern die neun en bis zwölften Monate des Jahres waren. Alle diese merkwürdigen Unstimmigkeiten nährten jahrhundertelang die Reformbestrebungen. Im 16. Jahrhundert berief Papst Gregor XIII. eine Kommis- sion, der berühmte internationale Mathematiker angehörten. Die Kommission nahm die von dem Italiener Luigi Lilio vorgeschlagene Reform an. Seit der Einführung des julianischen Kalenders waren damals ungefähr dreizehn Mal 129 Jahre vergangen. Damit war eine Zeitdifferenz von nicht weniger als 13 Tagen einge reten. Durch eine Bulle vom Jahre 1582 bestimmt der Papst, daß im Oktober dieses Jahres 10 Tage ausfalten sollten. Auf den 4. Oktober folgte gleich der 15. Ok ober. Das geschah, um die in Unordnung geratene Zeitrechnung wieder »zurechtzubiegen«. Der gregorianische Kalender traf auch d e Bestimmung, daß die vollen Jahrhunderte nicht mehr als Schal jahre gerechnet werden sollten, mi' Ausnahme der durch 400 teilbaren Zahlen. Das Schaltjahr, dem wir den 29. Februar verdanken, ist also schon fast 2000 Jahre alt. Aber d’e eigentliche Kalenderbereinigung liegt erst rund vier Jahrhunderte hinter uns. Die Todesfahrt in den Tay 23rtiMariborer Ze tung« Nummer 1. 8 Mittwoch, den 3. Januar 194C. ßäst Weä Der Fluß der fischenden Frauen. Die Frauen Amerikas feiern einen neuen Sieg, den sie gegen die Männer, weit errungen haben. Seit Jahren führen sie einen heftigen Kampf für die Vollwertigkeit der weiblichen Anglerinnen. Der Angelsport wurde aber bisher in Amerika immer als ausgesprochener Man nersport angesehen. So kam es, daß Frauen, die zum Wochenende mit Angelrute und Zelt an die Flüsse und Seen hinauszogen, verlacht und verspottet wurden. Darüber waren besonders die Leiterinnen der großen Frauenorganisatio-nen empört. Eines ihrer Ziel, das sie in den letzten Jahren mit Leidenschaft verfochten, bestand darin, den Angelsport auch für das schwächere Geschlecht »legitim« zu machen. Der Kampf ist nun erfolgreich abgeschlossen worden. Sämtliche Frauenorganisationen wandten sich mit ihren schweren Sorgen an die Regierung und baten um ein »Angel-Reser. vats-Gebiet«. Der Wunsch fand an offizieller Stelle Gehör. Kürzlich wurde das Gebiet um den Mount-Mitchel-Natur-schutzpark gleichzeitig als Schutzpark für fischende Frauen erklärt. Ein ganzer Fluß ging damit gleichsam in die Pacht der Frauenwelt Amerikas über. Wenn Männer den Park betreten, so sollen sie regelmäßig von >den Polizisten hinaus- geworfen werden, damit die Frauen ungestört angeln können. Nachdenken überflüssig. Die amerikanischen Hotels sind neuerdings dazu übergegangen, ihren Gästen alles Nachdenken '— wenn nur irgend mögl-ch — zu ersparen. So haben verschiedene Hotels für ihre Gäste eine eigene Hotelzeitung eingeführt, die am Morgen auf den Frühstückstisch gelegt w rd. In dieser Zeitung heißt es folgendermaßen: »Wir wünschen Ihnen, einen gu- ten Morgen, und hoffen, daß Sic gut geschlafen haben. Heute ist das Wetter schön. Für den Ablauf des Tages würden w'r Ihnen, falls Sie nicht geschäftlich überlastet sind, zu folgenden Dingen raten . . .« Und dann folgt eine Aufzählung der Unterhaltungsmöglichkeiten, der lohnenden Spaziergänge und schönen Autoausflüge. Jedes Nachdenken ist völ. ! g überflüssig. Das besorgt der Hotelbesitzer, der für jede Wetterart, ob nun die Sonne scheint, ob es stürmt, regnet odr schneit, besondere Programmvor- schläge ausarbeitet und sie seinen Gästen auf den Tisch legt. Selbstverständl ch müssen auch die Konkurrenzunternehmen, sofern sie es wirtschaftlich leisten können, sich zu einer eigenen Hotelze -tung entschließen, damit die Gäste nicht böse werden, wenn sie plötzl'ch über ihr eigenes Tagesprogramm nachdenken sollen, Meinet Auttiw. Kleine Antelgen kosten 60 Para pro Wort. In der Rubrik „Korre •pondenz“ 1 Dinar I Die tnserateneteuer <3 Dinar bio 40 Worte 7 SO Dinar für grössere Anzeigen) wird besonders berechnet / Die Mlndestiaxe kür eine kleine Anzeige beträgt tO Dinar / hur die Zu-• endung von chllfr. Briefen Ist sine Gebühr von IO Dinar zu erlegen Anfragen Ist eine Gebühr von 3 Dinar ln Fostmarken beizuscnllesser Motorrad »Triumph« 350 ccm, fabriksneu. billig. Magazin, Meljska 29. 12065 la. Eier, garantiert irisch. 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Jänner für immer von uns gegangen ist. Das Leichenbegängnis der teuren Dahingeschiedenen findet am Donnerstag, den 4. Jänner um Ve 16 Uhr von der städtischen Aufbahrungshalle in Probrežje aus statt. Maribor, Villach, Wien, den 2. Jänner 1940 15 Familien Rudič, Curič und Urban Sag' doch ja zu mir ROMAN VON GERT ROTHBERG Urheber-Rechtsschute durch Verlag Oskar Meister, Werdau. 28 Am Begräbnistage hatte sich wohl aus jedem Hause des Dorfes mindestens ein Familienmitglied eingefunden, um dem Toten auf dem Wege zur letzten Ruhestatt das Geleit zu geben. Und einmal haben Michaels Augen in die ihren gebrannt — so groß und voll Zorn, daß sie die Lider niederschlug, was er nun wohl auch noch als Schuldbewußtsein gebucht haben mochte. Sie hat seine Mutter genau gesehen: eine große stattliche Frau. Seine Schwestern standen mit ihren Männern neben ihm. Alle haben sich um den Erben des Brandtnerhofes geschart. Es erschien so selbstverständlich, daß jedermann sich mit ein paar teilnehmenden Worten an ihn wendete und ihm die Hand drücken wollte, daß sie, die Anka, glaubte, sich nicht ausschließen zu können. Sie schritt also mit den Okmanns gemeinsam auf ihn zu — aber er übersah ihre Hand so geschickt, daß es niemandem weiter sonderlich auffallen konnte. Ihr Herz blutete, gepeinigt und gedemü-tigt kam sie sich vor. Er stellte sich dann an die Seite seiner Braut, die ein ganz verweintes Gesicht zeigte. Gerade in diesem Augenblick hatte Anka hinter sich zwei alte Frauen zischeln hören: »Na ja, wenn den beiden die Hochzeits freu dp aber auch so mit Wehmut versetzt-wird! Ein Jahr müssen sie nun warten. Die Bäuerin vom Brandtner-hof hat es gesagt, daß kein Bauer vom Brandtnerhofe je in einen Trauerfall hinein heiratet. Schlimm für solch junges Blut, wollten endlich zusammen. Aber immer bestimmt cs der Herrgott anders, als die Menschen es sich entrichten wollen —« Anka vernahm die leisen Stimmen, und ihr Blick hob sich scheu zu Tora Forke, die mitten aus Glück und Erfüllung gerissen worden war . . . Nun sind schon ein paar Tage über das Grab des Bauern vom Brandtnerhof dahingegangen. Ein paar Tage und ein paar Nächte, die voll wie immer wilden Schneegestöbers waren. Und jetzt herrscht eine Kälte von seltener Strenge. Die Holzhaufen nehmen gewaltig ab, der Kohlenmann hat zu tun und wird schier nicht fertig mit all den plötzlichen Aufträgen. Drüben am Hang schreien und lachen die Kinder, wenn die Sonne scheint. Ihre Schlitten sausen lustig zu Tal. Und vom Weihnachtsbaum haben sie bunte Pfefferkuchen umhängen am blauen oder roten Band. Der eine Junge hat eine große bunte Uhr aus Pfefferkuchen, das kleine Mädel eine Puppe aus demselben Teig, und ab und zu leckt das rote Zünglein schnell einmal über die bunte Pracht der Pfefferkuchenpuppe hin. Und ein anderes hat einen Blumenkorb umhängen, wieder ein anderes einen großen Hasen. Mit all diesen Pfefferkuchenherrlichkeiten handelt vor dem Fest der Krämer im Dorfe und die Kinder haben schon lange vor Weihnachten ihre Nasen an seinem Schaufenster plattgedrückt. Anka schaut zuweilen kurz von Ihrer Näherei .auf. Sie sieht die Kinder drüben und dann blickt sie auf ihren Buben. Wild und lustig soll er sein und nie will ich zanken, wenn er mit zerrissenen Hosen heimkommt. Ein Junge, ein richtiger wilder draufgängerischer Junge wird er sein . . . Anka ist jetzt viel allein. Die alte Herzlichkeit, mit der ihr früher Fritz Okmanns gutherzige Frau entgegengekommen ist, ist fort. Anlca fühlt das deutlch. Aber sic fragt gleichfalls nicht. Mehr und mehr bleibt sie für sich. Da Fritz Okmann das Reißen in allen Gliedern hat, so findet er nicht die Möglichkeit, sich wie früher um sie zu kümmern.. In letzter Zeit hat er auch die beiden Stuben seiner verstorbenen Mutter an ein junges Ehepaar, einen Arbeitskameraden und seine Frau, die ein Kind erwartet, abgegeben, nun wird’s ihm. ein bissel eng im Haus; er ist ganz froh, wenn die Anka nicht allzu oft kommt. Aber er hat nichts gegen sie und meint zu seiner Frau, daß die Anka es gewiß selber merke, wie verändert es im Augnblick bei ihnen zugehe. Und er setzt hinzu, daß im Frühling, wenn man nicht mehr so auf die Stubenhockerei angewiesen sei, Anka gewiß eher mal zu ihnen käme. Und schließlich dürfe man nicht übersehen, daß sie jetzt mehr Vieh als früher habe und da eben nicht immer so fort könne, wie sie es vielleicht wollte. Seine Frau nickt dazu, aber ihr ist das Herz schwer. Sie weiß ganz genau, weshalb die Anka so selten, man kann sagen, fast gar nicht mehr kommt. Doch sie kann es nicht ändern. In ihr leben Furcht und Scheu vor Ankas Vergangenheit, in der sogar ein Mörder umgeht. Aber Frau Okmann schweigt gegen jedermann, selbst gegen den eigenen Gatten: nur mit sich selber wird sie nicht fertig, wenn sie an Anka denkt. Sie will ihr kein Unrecht tun, aber sie hat nun doch einmal die Fieberreden des kranken, erinnerungsgepeinigten jungen Weibes gehört und über gewisse erschreckende Sätze kommt sie eben nicht hinweg. So ist denn Anka viel allein. Es schmerzt sie zuweilen unerträglich ihre VerlassenheT, aber auch diese schenkt ihr dann wieder Freude, wenn sie, wie jetzt in diesen hellen Wintertagen, ihr E'mssein mit dem geliebten Kinde aufs innigste verspürt ... • An einem Sonntag ist’s. Die Dämmerung senkt sich schon gemächlich nieder, aber vom Hang schallen -mmer noch die Kinderstimmen herüber und den Kraucr hat die Anka bereits zum Dorf stapfen sehen. Er hat freundlich gegrüßt, als sie gerade mit ihrem Futterzuber zur Kuh g ng. Jetzt an den Wintertagen füttert sie schon zeitig, dann hat sie so köstliche lange Abende frei und kann lesen, etwas nähen oder ihren Gedanken und lieben Träumen nachhängen. Mit all der anderen Arbe t ist sie fertig. Keine Stunde ent bindet die Seele so und kommt ihrem Bedürfnis nach Gelöstheit entgegen, wie die Stunde der Dämmerung, da der Tag-wehmütig sehe det und mit ihren Schatten geheimnisvoll die Nacht heraufkommt. So hat Anka noch kein Licht angedreht, ganz dem Erlebnis der Stunde hingegeben. H nter den Luftschlitzen der Ofentür flackert das Feuer, knacken die dicken Scheite. Mitunter zuckt der Widerschein hell knisternder Flammen durch den Raum, dann jauchzt Peterle, den Anka neben sch sitzen hat, und seine strahlenden Augen lassen keinen Blick von diesr interessanten Ofentür. Es klopft draußen an die Tür. Anka geht und öffnet. Jäh prallt sie zurück. Der Kizeck! Sie w 11 ihm den Eintritt verwehren, will die Haustür schließen, aber er lacht nur und ist schon im Flur bei ihr. »Laß das doch, Anka, ist doch schön so. Wirst doch nicht immer und immer allein sitzen wollen.« »Gehen sollst du, Johann Kizeck!« »Ich denke ja nicht daran, Anka. Dumm wäre ich. Habe lange genug auf die gute Gelegenheit gewartet!« »Ich wüßte nicht, was du zu erwarten hättest!« bemüht sie sich gleichgültig zu erscheinen. Er faßt ihre Hände. He ß kommt sein Atem. Chefredakteur und für die-Redaktion verantwortlich: UDO KASPER. — Druck der »Mariborska tiskarna« in Maribor. — Für den Herausgeber und den Druck verantwortlich Direktor STANKO DETELA. — Beide wohnhaft in Maribor.