Nr 149. Samstag. 4. Juli 1914. 133. Jahrgang. Mbllcher Zeitung ^^"ü^"."? ""?"^' ^'' T?l'vcrscndung: ^an^jahrig »0«. balbjäbrig ib K, Im tloxlor: gonzliilirig " ^, Nlllbillhrlg ,i l^,. ssür die .^u'' vom 26. Juni 1914. Nr. 25 «Volkstribüne, vom 24. Juni 1914. Nr. 173 «5seotivi8i)- äeuuilc .LamoLtktuost,'» vom 25sten Ium 1914. Nr. 18 «Deutschmährische Vollszeitung» vom 27. Inni Nr. 18 «Deutschvöltischc Südmährerzeitung» vom 27. Juni Nr. 26 «Nzz kiaj» vom 26. Juni 1914. Nr. 1801 «6kxot2 coc^ionuH» vom 7. Juni 1914. Nr. 20 «?i»ßt, vom 28. Juni 1914. Nr. 26 «6a2«tk ludona» vom 28. Juni 1914. Nichtamtlicher Heil. Das Konkordat zwischen Serbien und der Kurie. Tie „Pol. Korr." schreibt: Tie t. und t. Regierung hat im Laufe des Monates November 1913 der päpstlichen Kurie und der königlich serbischen Regierung die offizielle Mitteilung zulommen lassen, daß sie in den serbischen Neuerwerbungen dic 'Anpassung des Kultus-ftroteltorales an die geänderten politischen Verhältnisse davon abhängig inacht, daß zwischen Serbien und der Kurie ein Konkordat zustande komme und daß in diesem Konkordate gewisse Vorbehalte, die wir im Interesse unserer bisherigen Schutzbefohlenen zu formulieren nötig fanden, berücksichtigt würden. Tic Konkordatsvcrhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhle und Serbien sind kürzlich zum Abschlüsse gelangt und das Konkordat wurde in Rom am 24. Juli l. vi- unterzeichnet. Wir registrieren diese Tatsache mit Befriedigung, oa wlr davon Kenntnis haben, daß unsere eingangs er- wähnten Vorbehalte bei den Konkordatsuerhandlungen entsprechend zur Geltung kamen und mithin Vorsorge getroffen worden ist, daß die Katholiken Neuscrbiens auch fernerhin im Genusse der ihnen bisher durch uns verbürgten Rechte bleiben werden. Unser erster Vorbehalt galt der Sicherung der materiellen Subsistenz des katholischen Kultus und der katholischen Geistlichkeit. Diesem Vorbehalte ist in dem Konkordate hinreichend Rechnung getragen. Es ist nämlich eine Dotation für die beiden zu kreierenden Bischöfe von Belgrad und lislüb vorgesehen, es ist weiters die Dotation eines Seminars ins Auge gefaßt, es ist der Kirche und ihren rechtlichen und hierarchischen Vertretern das Recht zum Erwerb und Besitz eingeräumt, es ist die Exemption der Steuern sowohl für die Kirchen wie für die Residenzen der beiden Bischöfe und die Wohnhäuser der Pfarrer vorgesehen und es ist auch die Besoldung der Rcligionslehrcr geregelt. Wir haben Versicherungen, welche uns zur Annahme berechtigen, daß die serbische Regierung auch für den Unterhalt der niederen Geistlichen „convenablcment" Sorge tragen würde. Ein weiterer Vorbehalt betraf die Sicherung des rechtlichen und materiellen Bestandes der in Ncuscrbien bestehenden Pfarrschulcn, in denen die albanische Sprache die Unterrichtssprache bildet. Auch diese Frage erscheint in günstiger Weise gelöst, da die katholischen Pfarrschulen in Neuserbien unbeanstandet als Privatschulen weiterbestehen und die Mittel zu ihrer Erhaltung von den lokalen kirchlichen Behörden erhalten werden. Der katholische Religionsunterricht im allgemeinen wird in einer den Kindern gut verständlichen Sprache stattfinden. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß das Konkordat die vom katholischen Standpunkte aus erfreuliche Bestimmung enthält, daß der Religionsunterricht in allen Schulen den zwei Vifchöfcn unterstellt bleibt, die auch die Katechisten cinverständlich mit dein königlich serbischen Unterrichtsminister emennen. Was nun die Ehrenrechte anlangt, in denen seil altershcr die Dankbarkeit der Kirche für die ihr erwiesenen Wohltaten zum Ausdrucke gelaugt, fo hat die Kurie sowohl uns als auch Serbien gegenüber die Er- klärung abgegeben, daß die kirchlichen Behörden dem kanonischen Rechte gemäß die dem jus patronatus re» gium anhaftenden Ehrenrechte anerkennen werden. Unsere Vertreter werden infolgedessen in den obenerwähnten Gebieten auch in Hinkunft die „honores" in der bisher üblichen Weise erhalten. Die Türkei und Griechenland. Aus Paris wird der „Pol. Korr." geschrieben: Die französische Diplomatie beginnt der Hoffnung Raum zu geben, daß die Gefahr eines griechisch-türkischen Zusammenstoßes nicht bloß für den Augenblick beseitigt ist, sondern daß der Waffcngang zwischen den beiden Staaten wegen der Inseln Mytilcnc und Chios sich überhaupt wird vermeiden lassen. Die griechische Regierung hat als beatus ftossidens keinen Grund, ihrerseits den Krieg zu wünschen oder zu beschleunigen, seit die Eventualität eines türkischen Übergewichtes zur See und des in einem solcheu liegenden Anreizes für die Türkei, angriffsweise vorzugehen, alle Wahrscheinlichkeit vcrlorrn hat. Das ist aber gegenwärtig der Fall durch die der griechischen Staatslunst geglückte Erwerbung der zwei amerikanischen Panzer „Idaho" und „Mississippi", deren geringer Wertrückstand gegen den Zuwachs, welchen die türkische Mariue in nicht ferner Zeit zu erwarten hat, nach fachmännischen Urteilen, durch die überlegene Seetüchtigkeit dcr Griechen mehr als ausgewogen wird. Es wird also der griechischen Regierung nunmehr leichter fallen, der zu einem Prävenire drängenden öffentlichen Meinung Griechenlands gegenüber ihre friedlichen Absichten endgültig durchzusehen. Für die Türkei aber besteht ohne ausgesprochenes Übergewicht zur See kaum eine Möglichkeit, den Griechen den tatsächlichen Besitz der zwei Inseln Zu entreißen. Es ist also durch die Zustimmung der kompetenten Faktoren in den Vereinigten Staaten zur Veräußcning der genannten zwei Panzer der Friedenssache ein guter Dienst geleistet worden und man muß — mindestens nach der hier herrschenden Auffassung -— dcu amerikanischen Staatsmännern für ihren Entschluß dankbar sein. Feuilleton. Prinz Arthurs Abenteuer. Von Hrcl«z Zttol'n^r. «Nachdruck verboten» Während meiner Studienzeit in Genf war ich mit """" russischen Chemiker befreundet, der mich mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt bekannt machte, mich in Familien einführte, mir den Zuctcrbäckeiladcn zeigte, in dem man für 95 Centimes die besten Apfelsortcn bekam, und das Kaffeehaus, in dem man die meisten Witzblätter sand Er war ein bemostts Haupt, ein überall bekannter unb beliebter Student, der von dem neuesten Klatsch bis all den jüngsten Theater- und Kunstnachrichten über alles genau informiert war. An einem Sonntagnachmittag führte er mich auf oen Fnedhof und zeigte mir die Gräber seiner Lands-ü.^ ^^" gekommen waren, um Zerstreuung zu ^?/"'^ ^ ewige Ruhe gefunden hatten. An viele mem Graber knüpften fich interessante Geschichten, am ^7" "ber hat sich die des Prinzen Arthur meinem 3,.^^ .eingeprägt. Ich gab meiner Verwunderung ^U5oru« datz ein Prinz vom reinsten Geblüt nicht da-yenn m der Familiengruft, sondern hier in der Fremde Araben wurde, und mein Freund erzählte mir die Geschichte des armen Prinzen, der ausdrücklich gewünscht yatte hter am Genfer Friedhof beigesetzt zu werden. Prinz Arthur war neunzehn Jahre alt, als er sich m ein schönes Bürücimädchen.^die Tochter eines unbemittelten KaufmaMs.iierliebM^Das Mädchen erwiderte seme Liebe und die beiden befchlosfen, miteinander über die Grenze zu flüchten. Der Fluchtplan ward jedoch verraten, die Kaufmannsfamilic übersiedelte gezwungenermaßen nach Berlin und der Prinz wurde in Begleitung eines Mentors nacli Genf geschickt, wo er in derselben Pension abstieg, in der auch der russische Chemiker wohnte, der sich mit den Landslcuten bald befreundete. Prinz Arthur, der, sehr bleich und niedergeschlagen war, machte seinem Begleiter große Sorgen, so daß dieser einen Arzt zu Rate zog. Dieser riet dem Prinzen, Zerstreuung und Bekanntschaften zu suchen, ein Heilverfahren, das bei dem jugendlichen Kranken am besten Erfolg versprach. Er befolgte denn auch gewissenhaft den Rat des erfahrenen Arztes, besuchte in Begleitung feines Mentors und des russischen Studenten öffentliche Unterhaltungen, knüpfte Bekanntschaften an, war aber von einer so auffallenden Abneigung gegen das weibliche Geschlecht befallen, daß er kein Frauenzimmer auch nur mit der Fingerspitze berühren mochte. Eines Tages erblickte der Prinz die Tochter des Professors Boucherie, die eben den Vorgarten ihrer Villa verlassen hatte und gegen die Stadt zuschritt. Die junge Dame war achtundzwanzig Jahre alt, eine schlanke sehr elegante Erscheinung, die mit einfacher Vornehmheit gekleidet war und die jedermann kannte. Es hieß, daß sie ein Verhältnis mit einem Millionär hätte, der seine Frau und drei Kinder um ihretwillen verlassen hatte lind sie heiraten wollte. Nach dieser Begegnung war der Prinz sehr schweigsam und aufgeregt. Am nächsten Morgen erhob er sich fchon um vier Uhr und fuhr mit dem Rad nach Saint Julien hinüber, das feiner Veilchen wegen berühmt ist. Um neun Uhr kehrte er nach Genf zurück, auf feinem Rade einen ganzen Sack voll Veilchen schleppend. Vor der Villa Boucherie stieg er ab und streute die Veilchen auf die Kieswege des Vorgärlchens, unbekümmert darum, daß Fräulein Bou-chcric ihm vom Fenster aus zusah. Einige Tage später stand der Prinz, mit einer kostspieligen Kamera bewaffnet, vor der Villa Noucherie und wartete auf die junge Dame. Als sie von ihrem Spaziergang heimkehrte, trat der Prinz höflich grüßend alls sie zu und bat, sie möge ihm erlauben, sie zu photographieren. Das Fräulein lächelte freundlich und fagte: „Faitcs monsieur!" Der Prinz verneigte sich dankend lind hob den Del-kel seines Apparates. Dann aber nahm er die Platte heraus, steckte sie in die Brusttasche und schleuderte den kostbaren Apparat zu Boden, daß er in tausend Stücke zerbrach, wodurch er zu erkennen geben wollte, daß er nach diesem Bilde kein anderes mehr in sich aufnehmen dürfe. Fräulein Noucherie errötete über diese stumme Huldigung, der Mentor aber, der den Vorgang von weitem beobachtet hatte, schrieb an die Angehörigen seines Schutzbefohlenen: „Wir sind auf dem besten Wege, der Rat des Arztes hat sich glänzend bewährt, Prinz Arthur geht seiner vollkommenen Genesung entgegen." Einige Tage später sagte er zu dem Prinzen: „Die Familie Aoucherie weiß nun schon, wer Sie sind, ste wäre glücklich, Euere Hoheit bei sich empfangen zu dürfen." .. Prinz Arthur antwortete: „Auch ich aber weiy nun, wer Fräulein Boucheri? ist: Sie ist die Gcltebte eines ganz gemeinen Gcldsacks." Jeden Morgen um acht' Uhr hielt tatsachlich der Reitknecht des Millionärs mit zwei Vollblutpferden vor Laibacher Zeitung Nr. 149__________________________1264 4. IM 1914 Volitische Uebersicht. ____________.....^ ______Laibach,^3. Iuli^ Das „Fremdenblatt" bezeichnet die massenhaften Tcilnahmslundgelmnll.cn als die Kullursolidarität auf dem ganzen Erdball gegenüber der Freveltat und den Tendenzen, aus denen sie hervorging. Die Meldungen über die Ausschreitungen in Bosnien waren übertrieben, insbesondere wurden keine Delikte aus Gewinnsucht begangen. Die bisherige Untersuchung läßt die maßlose serbischnationale Agitation seit 1908 in Vosnien als Urheberin des Attentats erscheinen. Es zeigt sich, welche Gefahren eine solche Verhetzung der Jugend mit sich bringt. Die unqualifizierte Sprache der Velgraver Presse ist verwerflich, weil sie die Leidenschaften aufpeitscht und gewisse Vermutungen zu bestätigen scheint. Man schreibt der „Pol. Korr." aus Nom: Der tragische Tod des Erben der Habsburgischen Krone, Erzherzogs Franz Ferdinand, hat in den kirchlichen Kreisen Roms einen überaus starken, aus Schrecken, Empörung, Schmerz und Mitseid zusammengesetzten Eindruck hervorgerufen. Papst Pius X. war aufs tiefste erschüttert und kam seiner Umgebung gegenüber auf die gräßliche Tat und auf sein inniges Mitgefühl für den von Sr. Heiligkeit hochverehrten Kaiser Franz Josef immer wieder zurück. Der verblichene Erzherzog genoß im Vatikan wegen seiner katholischen Gesinnung und seiner vielen menschlichen Tugenden sehr lebhafte Sympathien, die voll auf den nunmehr zur Thronfolge in der habsburgischen Monarchie berufenen Erzherzog Karl Franz Josef übergehen. An die edle und männliche Persönlichkeit des Erzherzogs Franz Ferdinand hatten sich viele Hoffnungen auch im Vatikan geknüpft. Das Ung. Telegrafthen-Korrespondenzbureau wird von zuständiger Stelle zu der Erklärung ermächtigt, daß die Meldungen, wonach Ministerpräsident Graf Tisza die Aktion zur Regelung der serbischen Kirchenanaclegen-heiten sistiert hätte, den Tatsachen vollständig widerspricht. Der Ministerpräsident gehe auf dem beschrittenen Wege vorwärts, mit dem festen Entschlüsse, diese Fragen mit den daran geknüvftcn wichtigen staatlichen lind kirchlichen Interessen einer befriedigenden Lösung zuzuführen. Nichts liege den Absichten des Ministerpräsidenten ferner, als für das verruchte Attentat in Sarajevo die Gesamtheit der einheimischen Serben verantwortlich zu machen. Das Belgrader Vlatt „Piemont" verweist darauf, daß nach dem lauten Proteste des Attentäters Zerajic der Protest Princips gefolgt sei. Das Werk des letzteren finde gleichfalls seine Aufklärung im bosnischen M-yieruugssystcm. Der Umstand, daß Princip den Racheakt am heiligen Natioualwg Vidovdan verübte, welcher ,für die Vornahme der Manöver gewählt worden war, lasse die Verzweiflungstat des jungen Märtyrers verständlicher und natürlicher erscheinen. Hütte Erzherzog Franz Ferdinand nicht gerade am Vidovdan in Sarajevo Ovationen gesuckt, wäre er sehr wahrscheinlich noch heute am Leben. Auch in Serbien tommt niemand auf den Gedanken, die Tat Princips zu glorifizieren, und während Princip sich in durch die Kerker Inquisition verursachten Schmerzeu widmet, wird der tragische Tod des Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Gattin von allen Seiten beklagt, welche beide aus dem Leben schieden durch die Hand eines 19jährigen Jünglings, der seine Heimatscholle, wo er das Licht der Welt erblickte, bis zur Unsinnigkeit geliebt hat. Aus Konftantinovel wird geschrieben: Es ist sicherlich von Interesse, die Beurteilungen kennen zu lernen, Welche der von Nutzland und Rnmänicn bei der Pforte unternommene Schritt gegen die etwaige Tpernmg der Meerengen für die Handelsschiffahrt bei türkischen Politilern gefunden hat. In türkischen Abgeordnetenkreisen lauteten die Äußerungen dem Sinne nach sämtlich dahin, den Meerengen komme die Bedeutung eines Schlüssels zur Türkei zu, so daß letztere einem Hause mit zwei offenen Zugängen gliche, wenn sie in ihrem Rechte der Verwendung des Schlüssels zur Haussperre irgendwie beeinträchtigt wäre. Niemals könne die Pforte einer Entwaffnung ihrer zum Schutz der Meerengen errichteten Befestigungen zustimmen und ebensowenig könnte sie jemals in eine Änderung des heutigen völkerrechtlichen Zustandes im Punkte der Meerengen einwilligen; die Lösung auch nur eines Stcinchens aus der völkerrechtlichen Schutzmauer für die Meerengen schaffe furchtbare Gefahr für die Hauptstadt d?s Reiches, für das Khalifat, ja für deu Islam. In diesem Belange könne sich also die Pforte nicht empfindlich genug zeigen. Sie fei überdies, obwohl die souveräne Macht, nicht die einzige der an der Aufrechthaltung des Meerengen-Status quo stark interessierten Mächte und könne daher einseitige Verzichte auf dieses oder jenes ihrer bisherigen Rechte nicht nussftrechen. Tagcsncuigtcitctl. — (Glücks- «nd Unglülközahlcn.) Die meisten Menschen haben ihre „Zahl". Entweder läuft irgendeine Zahl wie ein goldener Faden durch das Gespinst ihres Lebens, oder sie wittern Glück nnd Unglück bei einer Zahl. Der Zahlenabcrglaube ist ja nicht ganz neu. Seit Urmenschen an ihren damals noch nicht manikürten Fingern zählen lernten, haben alte und junge Zeitgenossen den Zahlen Seele, Sinn und tiefere Bedeutung beigelegt. Glückszahlen waren 3, 7 und 10; Unglück brachte,: die 6 und die heute noch sehr unbeliebte 13. Bekannt ist — so führt ein Mitarbeiter im Berliner „Tageblatt" mis — daß durch Vismarcks Leben die Zahl 3 eine sichtbare Linie zog. Er diente drei Kaisern, führte drei Kriege, war der Vater des Dreibundes, hatte drei Kinder, und ein emsiger Historiker hat rund 120 Beispiele von der 3 in Bismarcks Leben herausgeschält. Kaiser Wilhelm H. hat bemerkenswerte Beziehungen zu der Zahl 9. Er wurde 1859 geboren. Am 27. Jänner (2 47^9, wie Zahlenfanatikcr feststellen). 1869 trat er in die Armee ein. 1879 beendete er seine Studien. 188 l (zweimal: 1 -j- 8 — 9! heiratete er. Und zwar am 27. Febrnar (2^-7^ 9). Viel mehr läßt sich bei Richard Wagner feststellen. Sein Unglück lag in der 13. Daß sein Name 13 Buchstaben hat, gibt den Zahlenmystikern schon zu denken. Er wurde 1813 geboren (1>84-1-^3^13!). Von seinen 13 Hauptwerken wurde „Turmhäuser" am 13. April 1845 vollendet. Er verließ Vayrcuth am 13. September 1861 und starb am 13. Februar 1883 in Venedig. Daß Zola am 17. eines Monats niemals etwas von Bedeutung unternahm, ist nicht weniger bekannt, als die Tatsache, daß in sehr vie» len Hotels die Zimmernummcr 13 nicht zu finden ist. Wenn Große schon irgendwelchen Zahlen Kraft und Wir-kuug zuschrieben, da können wir Kleinen doch getrost, ohne Erröten, unseren Glauben an die 6 oder 13 bekennen! Ich weiß, daß die 25 meine Zahl ist. Am 25. Juni 1897 (1 -<- 8 ^ 9 -> 7 -. 25) genoß ich das höchste Glück, das einem Deutschen auf Reisen begcguen kann: ich wurde in einem Hotel in Kairo für einen Engländer gehalten. Hch bezahlte dieses Glück mit 25 Schilling per Tag. (Zimmer mit Bett, ausschließlich Bedienung.) Am 25. Juni des letzten Jahres verlor ich in einem Zivil-ftrozcß 250 Mark (250:10 ^- 25!). Aber auch sonst ist der 25. Juni ungemein reich an geschichtlichen Ereignissen. Der Regierungsantritt des Königs Peter I. von Serbien vor elf Jahren wird zwar auf Hauskalendern neben delikaten Champignonrezepten erwähnt^ aber weniger bekannt ist, daß Theodore Roosevelt an diesem denkwürdigen Tage bei einem Wahlkampf in Dakota einen Zahn verlor. Am 25. Juni 1889, also vor 25 Jahren, wurde in einem sehr kalten Sommer die Influenza erfunden, und am gleichen Tage des Jahre 1498 entdeckten die Chinesen die Zahnbürste. Man sieht: Ereignisse über Ereignisse! Aber auch sonst ist die Zahl 25 bemerkenswert. Die Schläge, die uns sorgende Vatergüte auf die Erzichungsfläche verabreichte, belicfen sich, bet mir wenigstens, immer auf 25. Silberhochzeiten und viele Geschenke einbringende Geschäfts- und Verufsjubi-läen stehen mit der 25 in engem Zusammenhang. Daß ich seit 25 Jahren das Los 234.853 (Quersumme 25) spiele und in 25 Jahren zweimal mit einem Freilos herausgekommen bin, verdient gleichfalls noch Erwähnung. Wenn ich das Los aufgebe, kommt es in der nächsten Ziehung, die am 25. Juli stattfindet, mit einem Gewinn von mindestens 2'5.000 Mark heraus. Aus diesem Grunde werde ich die Nummer 234.853 noch 25 Jahre weiter-sftielen. — (Ein vergessenes zweihundertjährissed Jubiläum.'» Der fruchtbarste aller Komponisten vollzog vor 200 Jahren seinen Umzug von Berlin nach Dresden, »veil am Hofe Friedrich Wilhelms I. für ihn kein Raum mehr war. Einer der Konzertmeister Friedrichs I., ein gewisser Volumier, ein sehr sorgfältiger und ordnungsliebender Mann, hatte nämlich seine sämtlichen Musi-kalien nach den Komponisten geordnet und über jedem Fach des Musikschranks den Namen des betreffenden angebracht. Was durchaus unbrauchbar war, lagerte in ciuem Fach, über welchem in Großbuchstaben geschrieben stand '1'ittt« ^I'V^I8 (Sehr schlecht). Als nun nach dcm Tode des Konzertmeisters die Sammlung verkauft werden sollte, erschien eines Tages ein polnischer Musikfreund, musterte die Schätze, blieb vor dem zuletzt genannten Fach, das bis oben hin gefüllt war, nachdenklich stehen und sagte endlich: „Es ist wahr, dieser Trös-mauvais hat doch erschrecklich viel komponiert!" Er ahnte nicht, wie recht er hatte. Dieser Trösmauvais ist nber 1714 wahrscheinlich nur scheintot gewesen. Manche sagen, er lebe uud komponiere noch heute. — (Der verfilmte „Tunnel".) Die „Erste internationale Filmzeitung" bringt in ihrer letzten Nummer folgende Anzeige, die in ihrer Art ein Dokument der Zeit ist: ,Der Tunnel', Roman von Bernhard Kcller-mann, zur Zeit wohl das meistgelesene Buch, das in deutscher Sprache im letzten Jahre allein eine Auflage von 110 Tausend erlebte — bedenken Sie, ein Buch, das im Vücherladen 4,50 Mk. kostet — wird an 110 Tausend Leser verkauft — 110 Tausend Käufer, deren Familien und Freunde Millionen von Lesern in einem der Gartenpforte der Villa Voucherie. Nach fünf Minuten trat das Fräulein im Reitanzug heraus, bestieg das eine Pferd und ritt die Landstraße hinunter, der Reitknecht hinter ihr. Eines Tages bai Prinz Arthur seinen Mentor, für dm nächsten Morgen zwei Reitpferde zu bestellen. Um acht Uhr galoppierte der Prinz mit seinem Begleiter die gleiche Straße entlang, bis sie, in eine Staubwolke gehüllt, Fräulein Voucherie mit dem Reitknecht erblickten. „Bleiben Sie zurück," rief der Prinz, „ich will die beiden einholen!" Bei diesen Worten spornte er sein Pferd und die junge Dame erreichend, rief er ihr zu: „Mademoiselle V'iucherie, vous nc m'aimerez jamais!" Bei diesen Worten zog er einen Revolver aus der Tasche und feuerte ihn auf die Reiterm ab, die, einm lauten Schrei ausstoßend, davongaloppierte, dienn '.ie war unverletzt geblieben. Dann richtete Prinz Arthur die Waffe gegen seine eigene Brust, traf mit sicherer Hm,d und stülzte vom Pferde. Man brachte ihn in das Spital, wo die Urzte ihn untersuchten und seinen Zustand für hoffnungslos er-tlärteu. Er lebte aber noch einige Stunden und sprach den Wunsch aus, Fräulein Voucherie zu sftrcchcu. Ter ganz trostlose Mentor suchte die junge Dame auf und bat sie, den letzten Wunsch des Sterbenden zu erfüllen. Sie trat an sein Lager und sagte sanften Tones: „Ich verzeihe Ihnen, Prinz, denn ich weiß, daß Sie von Sinnen waren." Der Verwundete lächelte und sagte flüsternd: „Ich habe Sie ja gar nicht geliebt, Fräulein Boucherie; ich dachte ja auch hellte nicht an Sie, sondern an eine andere, die ich nie vergessen habe." Er sank zurück und starb. Talmanns Mondfahrt. Humoristische tosmische Erzählung von Z. Z?. Sckiffver. (4. Fortsetzung.) (Nachdruck Verbum,.) Es war am Abende vor der Mondfahrt, als sich Herr Talmann mit den Mitgliedern seiner Expedition beim „Asteroiden" versammelte. Die Wahl des Tages für die Abreise auf den Mond fiel auf den ersten Montag nach der Sonnenwende im Juni, gerade zur Zeit des Neumondes. Tüchtige, wissenschaftlich hochgebildete Männer hatten sich der Expedition angeschlossen. Astronom Tremel und Luftkapitän Streicher sind uns bereits bekannt. Letzterer erhielt, da er nicht nur die Luft, sondern auch den leeren Raum befahren sollte, vom Flugministcrium den Titel eines Flugadmirals. Sein Stellvertreter, der Flugkapitän, eine lange, hagere Persönlichkeit, hieß Kuno. Ein entfernter Verwandter der schönen Helene, war er, was wir schon verraten müssen, deren leidenschaftlicher, wenn auch geheimer Verehrer und deshalb auf seinen glücklicheren Nebenbuhler in allem Ernste eifersüchtig. Sonst auch fiel er in der Gesellschaft durch sein verschlossenes Wesen auf. Es erübrigt nur noch, den Arzt der Expedition, Dr. Anterich, vorzustellen. Als eifriger Liebhaber des edlen Weidwerkes genoß er den Ruf eines großen Nim-rods, der aber durch sein berüchtigtes Jägerlatein nicht wenig Schaden litt. Die Dienerschaft bestand aus einem Koch mit einem Gehilfen, einem Diener und zwei Maschinenwärtern, von denen der eine zugleich Monteur, der andere Lamftist war. Diese wagemutigen Männer waren fest entschlossen, ihrem Führer auf dm neuen, unbekannten Überweltspfaden treue Folge zu leisten. Ein jeder von ihnen war davon beseelt, voll und ganz feiner Aufgabe gerecht zu werden. Nur noch wenige Swnden bis zum Mittag des fol-geudcn Tages — und sie schwebten empor zum Monde, um eine neue, überirdische Welt zu erobern. 5. Die Fahrt zum Monde. Die Zeit drängte zur Abfahrt. Alle Vorbereitungen dazu waren getroffen. Noch einmal wurde schnell Abschied genommen. Dieser fiel besonders Herrn Talmann sehr schwer, da er seine, sonst so tapfere Helene, die voll Elend war, kaum beruhigen konnte. Was half's, er mußte zuerst den Mond, das Ziel seines Forschungsdranges, erreichen und dann sollte Hochzeit gehalten werden. Die Mondfahrer betraten den balkonartigen Aus-lugftlatz der Drehtür. Noch ein Wink, ein letzter Abschiedsgruß. Der Admiral und Kapitän standen auf der Plattform und salutierten stramm. Schlag zwölf Uhr! Wie von Geisterhänden erfaßt, erhob sich die „Properatrix", um zuerst langsam, dann aber immer schneller zum blauen Himmel emftorzuschwe-ben. Nur allzurasch war sie den Blicken der mächtig ergriffenen Zuschauer entschwunden. Die Mondflicger genossen von ihrer schwebenden Aussichtswarte einc überwältigend schöne Aussicht. Im goldigen Sonnenglanze lagen unter ihnen die immer winziger werdenden Berge, die buuten Ebenen, zwischen denen sich gleich Silbcrfäden die Flüsse schlangelten. Me Kindcrsftielzeug nahmen sich die großen Städte, die kleinen Dörfer mit den rotblinkenden Kirchtürmen, die einsamen Weiler und die alten Burgen aus. Allmählich gestaltete sich die Erdoberfläche zu einer riesigen Reliefkarte. In der Hohe von über 6000 Meter machte sich die Kälte bereits ernftfindlich bemerkbar. Die zunehmende Laibachcr Zeitung Nr. 149 ______ _______1265____________________ _________4. Juli 1914 Lande darstellen — ein Vuch, das in alle Kultursftrachen übersetzt, in allen Ländern der Welt einen beispiellosen Erfolg hatte, wird verfilmt. ,Dcr Tunnel' ist seit einem Jahre nicht mehr ein Wort, sondern der Begriff des kühnsten Traumes, den jemals ein Autor in lebhaften Farben schilderte. Aber lebhafter, als die Feder des Autors diesen kühnsten aller Menschenträume beschreiben konnte, wird der Film dem Beschauer dieses Wunder vor Augen führen." — Darauf folgt die Angabe der Gesellschaft, die die Verfilmung vornimmt. Glücklicher Kcllermann! ^ (London in Tränen.) In London hat sich etwas Merkwürdiges ereignet: Fuhr da vor einigen Tagen ein ^astwagen schwankend über den Leicesterplatz und lieh eme wahre Flut von Tränen hinter sich zurück! Leute, die sich eingebildet hatten, ganz glücklich zu sein, begannen bitterlich zu weinen, als er vorüberfuhr. In den Läden und Gastwirtschaften flössen die Tränen in Strömen. Sogar ein Pferd, das hinter dem Lastwagen lief, weinte still in sich hinein. Schutzleute, reiche Müßiggänger und Zcitungsvcrkäufer fühlten sich als ein einzig Volk von Brüdern, zusammengehalten durch die gemeinsam fließenden Tränen. Sie weinten, ohne zu wissen, warum. Dabei war an den: Lastwagen nichts Trau-nges zu sehen. Er war ein ganz gewöhnlicher Lastwagen, gezogen von einem gewöhnlichen Pferde, gelenkt von einem Kutscher, der sich durch nichts von seinesgleichen unterschied, und doch brachte er zuwege, was kaum je dem größten tragischen Schauspieler gelungen ''st- Die Leute weinten, husteten und schneuzten sich und sahen sich mit erstaunten, wässerigen Äuglein an. Warum sie das alles taten, konnten sie nicht sagen und niewand fand eine Erklärung für das seltfame Ereignis, bis endlich ein tränenübcrströmter Drogist aus seinein Laden herausstürmte und mit beiden Händen auf ein Bächlein einer Flüssigkeit wies, das von der Rückseite des Wagens herabströmtc. „Formalin!" hüstelte er. '.^eht ihr's nicht auch? Auf dem Wagen steht ein Bal-^n, und der ist zerbrochen. Es ist eine ganz harmlose ^ache. Es ist nur Formalin!" Der Wagen fuhr weiter, und fchlicßlich war der Ballon leer gelaufen und der ^>uell des Anstoßes versiegt. Aber die weinende Menge starrte noch lange auf den nassen Streifen auf dem Pflaster und wunderte sich über die seltsame Macht des stechenden Geruches, der noch immc? die Luft erfüllte. Nach^einer Weile kam ein Sprengwagen und versuchte, das Formalin wegzuwaschen; aber bis spät in den Abend hinein schwebte noch der Geruch über dem Wege, den der Wagen genommen hatte. — (Sarah Bernhardt und der Äruplan.) Sarah Bernhardt ist, wenn man sich auch hüten wird zu sagen: eine alte Frau, doch auch keine junge mehr zli nennen! jedenfalls aber ist sie unermüdlich bestrebt, ihre Jugendlichkeit ins rechte Licht zu setzeil und gleichzeitig Kapital aus ihr zu schlagen. Wie man hört, hat die Künstlerin den schon lange beabsichtigten Plan zu einem Aufstieg im siroftlan nun definitiv für die diesjährigen Sommermonate festgesetzt. Das Interesse Sarah Bernhardts an der Luftschiffahrt war von Anfang an ein sehr großes; daß sie sich als Künstlerin danach sehnte, die Empfindungen und Gefühle, die durch eine solche Fahrt ausgelöst werden, kennen zu lernen, ist begreiflich. Trotzdem gebot aber eben ihr fortgeschrittenes Alter einige Vorsicht. Sie hat sich nun im vorigen Jahre zu diesem Zweck durch Maultiere, anläßlich eines Ausenthaltes am Genfer See, auf den Dent du Midi und den Mer dc Glace lragen und ihre Herztätigkeit hernach von ihrem Arzt uutcrsuchen lassen. Auch dieses Jahr ist dies schon ein- mal geschehen, und der Arzt kann nach seinen: Befund einen kleinen Ausstieg gestatten. Der Aufstieg und der Flug sollen gefilmt werden und die Künstlerin will später an Hand des Films einen Vortrag über das Erlebte halten. — (Afrikanische Fraucnschictsale.) Bei den Dfchag-ganegcrn am Kilimandscharo ist es Sitte, den Kindern Namen zu geben, die mit den Ereignissen übereinstimmen, die bei ihrer Geburt die Eltern betrafen. Da ist es denn ein erschreckendes Maß des Elends, was man aus diesen Namen gerade bei den Frauen herauslesen tann. Daß die afrikanische Frau nur das Lasttier des Mannes ist, ist allgemein bekannt, aber welche Schicksale diese armseligen Geschöpfe schon in ihrer Jugend durchmachen, davon geben diese traurigen Namen beredtes Zeugnis. Eine deutsche Missionärin nennt einige dieser Namen: Ndcwuliso „ich wurde mit Unglück geweidmet", Ndckjarniso „ich wurde hin und her gestoßen", Mamsue, „die Gehaßte", Mraische, „die Umhcrgetriebenc", Nde-singo, „ich wurde in die Sklaverei verkauft", Msamise, „ich mußte auswandern", Ndesoko, „ich wurde beraubt", Ndeljawesi, „ich aß Ungemach" und viele andere; nur ganz selten erzählen die Namen der Dschaggafrauen von freudigen Ereignissen ihres armseligen Lebens. Lokal- und Provmzial-Nachnchtcn. > Erzherzog Franz Ferdinand und > > Herzogin von Hohcnberg f. > Alle hiesigen Mittelschulen und Voltsschulen wohnten gestern in verschiedenen Kirchen einer hl. Seeleninesse für Weiland Seine k. und k. Hoheit den durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Franz Ferdinand und Höchstseine Gemahlin, Frau Herzogin von Hohcnberg, bei. Überaus zahlreiche Mädchen hatten sich dazu mit Flor am linken Arme eingefunden. — Nachmittags von 4 bis '5 Uhr, in der Stunde, als in Wien die Leichenfeier stattfand, waren alle Kaufläden in der Stadt geschlossen. In sämtlichen Straßen und Gassen brannten die Straßenlaternen. i« Die .Masbena Matica" hat anläßlich des erschütternden Ereignisses im erlauchten Kaiserhause durch eine Deputation im Namen des Zentralausschusses, des Ge-saugschurcs und es Lehrkörpers, bei Sr. Erzellcnz dem -Vcrrn ^andcspräsideuleu ihr herzliches Beileid zum Ausdrucke gebracht und eine Ergebenheitserklärung abgegeben. Auch haben sowohl der Gesangschor bei seiner ersten Zusammenkunft als auch der Zentralausschuß beschlossen, das Gedächtnis des Herrn Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Frau Gemahlin im Herbste durch ein Traucrkonzcrt zu ehren, in dem ein Requiem von Weltruf aufgeführt werden soll; zum Zeichen der Trauer aber hat der Gcsangschor seine Übungen sofort unterbrochen. Gestern als am letzten Tage des Schuljahres richtete der Anstaltsdirektor an die versammelte Schuljugend eine Traucransprache, worauf die Schulleitung den Unterricht unterbrach und die noch nicht beendeten Prüfungen auf den Herbst verlegte. « Der Singverein der Philharmonischen Gesellschaft hat unter dem Eindrucke des erschütternden Ereignisses, von dem das Allerhöchste Kaiserhaus wie das ganze Vaterland in diesen Tagen betroffen wurde, beschlossen, seinen auf den 5. d. M. angesetzten Ausflug zu unterlassen und einen solchen, wenn möglich, in den ersten Herbsttagen zu unternehmen. Aus Sagor wird uns geschrieben: Am 2. d. M. um 2 Uhr 22 Minuten nachmittags versammelten sich anläßlich der Durchfahrt des Extrazugcs mit den Leichnamen Seiner k. und k. Hoheit des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Franz Ferdinand und höchstdcssen Gemahlin, Ihrer Hoheit der Herzogin von Hohcnbcrg, am Bahn-Hofe Sagor die Gemeindevertretung von Sagor, die Lehrerschaft von Sagor und Töplitz mit den Katecheten und der Schuljugeud, die Feuerwehr und ein sehr zahlreiches Publikum. Der Herr Pfarrer und geistliche Nat Rott fand sich auch am Bahnhöfe ein und spendete den hohen Toten den letzten Segen. Eine tiefe Rührung ging durch die Anwesenden, als sie den vorüberfahrcndcn Toten stumm den letzten Gruß zusandten. In ernster Stimmung gingen sodann die Trauergästc auseinander. <° Die Wochenschrift „Slovenski Ilustrovani Tednik" veröffentlicht in ihrer letztausgcgcbencn Nummer ein Tableau, das in der Mitte Ccine Majestät den Kaiser, rechts und links oben den verblichenen Herrn Erzherzog Franz Ferdinand und Frau Herzogin von Hohenberg, rechts und links unten den Herrn Erzherzog Karl Franz Josef und die Frau Erzherzogin Zita zeigt. Weiters befindet sich im Hefte eine Aufnahme des verblichenen hohen Paares von dessen Aufenthalt auf den Vrionischen Inseln und ein Dovftclporträt der beiden hohen Toten. Ncssclnuss dcr bcrufsmnszigcn Krankenpflege. Im Vorjahre hat das Ministerium des Innern eine Aktion zur Hebung des sachlichen und wirtschaftlichen Niveaus des Krankcnftflcgcberufes eingeleitet und hie-bci zunächst angeregt, daß im Anschluß an geeignete Krankenanstalten Schulen zur gründlichen praktischen und theoretischen Ausbildung geistlicher und weltlicher Krankenpflegerinnen errichtet werden. Bei der bedeutendsten derartigen Krankenanstalt, dem k. k. Allgemeinen Krankenhause in Wien, wurde, entsprechend dieser Anregung, zu Beginn des Schuljahres 1913/14 die „Kran-kenpflegcschule des Wiener k. k. Kranlenanstaltcnfonds" gegründet, dic im September 1914 den zweiten Jahrgang eröffnet. Eine zweite Schule, die dcr Lsterrcichi-jchcn Gesellschaft vom Noten Kreuze, wurde mit dem l. k. Krankenhause „Wieden" vcrbundcn. Weitcrc Kran-kcnvflegcschulen werden im Herbst mit staatlicher Subvention in mehreren Landeshauptstädten aktiviert werden. Durch Errichtung dieser Lehrstätten tritl auch im Kranlcnpflegcbcriife an Ttclle dcr bisher üblichen, vorwiegend rein empirischen Ausbildung, die in den meisten übrigen Berufen längst verlassen wurde, eine einheitliche, planmäßige Schulung in allen Zweigen dcr Krankenpflege. Di/c Organisation dcr ^rankenpslcgcschiilcn sowie andere Gebiete des >t'rankenpflcgcwcsens regelt nunmehr die auf Grund Allerhöchster Ermächtigung vom 17. Juni 1914 erlassene Verordnung des Ministers des Innern wclchc in der „Wicncr Zeitung" veröffentlicht wird. In dcr gleichzeitigen allergnäoigstcn Verlcihung cincs Ehrenzeichens an Krankenpflegerinnen, die sich im Kriege und in sonstigen gefahrvollen Zeilen der Pflegc von Kranken und Vcrwundctcn zu widmen verpflichten, wird dem Allerhöchsten Interesse sür diesen in erster Linie dcr ^-ünnheit der Luft verursachte unangenehme Zustände: Ohrensausen und Schwindelanfällc. Ein längerer Aufenthalt im Freien schien nicht mehr ratsam. Die Drehtür wurde in Bewegung gesetzt und die -"lllnorciscndcn begaben sich ins Innere. Wie wohnlich es hier war! Dcr Raum war angenehm durchwärmt, die Luft rein und erfrischend: man fühlte sich ganz gemütlich ""d — „federleicht". Der Apparat für die Erneuerung und Reinigung der Luft funktionierte vorzüglich. Die Insassen dcr „Trix", wie das Flugschiff dcr Kürze halber genannt wurde, konnten mit dem Reservcvorrat an Luft ganz «ut für die Dcmcr eines Monats ausrcicheu. Die Luftsrage machte übrigens bei diesem Unternehmen noch die geringste SchwiericM. ^e Beleuchtung und Erwärmung geschah durch Radium, wozu eigens konstruierte Lampen und Ofen verwendet wurden. Durch die großen, dicken Kristallgläscr lonnte man die Vorgänge in der ferneren und näheren Umgebung genau beobachten. Besonders allseitig und lrcl war die Aussicht von dcr „Sternwarte". Als der Astronom Trcmel 10.000 Meter Höhe — oder besser gesagt, Entfernung von der Erde - festgestellt hatte, zogen Herr Talmann und Chemiker Pipau recht ,onderbarc Rüstungen an, die Ähnlichkeit mit einer Taucherglocke besaßen. Am Rücken befand sich das Luftreservoir, wodurch mittels eines selbsttätigen Mechanismus der verbrauchte Sauerstoff ersetzt wurde. Zur Erwärmung diente ein kleiner Radnimthermophor. Der Kopf steckte in einem umfangreichen Glashclm, an dem Zum Schutz gegen all-zugrclles Licht cin beliebig drehbarer Schirm angebracht war. Professor Himberger konnte beim Anblick dieser zwei sonderbaren Gestalten ein Lachen nicht unterdrücken. „Ätherische Wesen sind es gerade nicht, die da in den sither tauchen," mcinle er. Die beiden hüpfenden „Phantome" begaben sich zur Ausgangslür: die obligate Drehung — und sie standen im Freien. Im wirklich „Freien", denn die Luft war schon äußerst dünn, die Entfernung vom Erdboden betrug bereits 30.000 Meter und das Ultrathermometer zeigte 65° () unter Null. Flugadmiral Streicher beschleunigte, wie es im Fahr-ftlan genau festgesetzt war, die Geschwindigkeit, so daß nach einigen Minuten die ersten 50 Kilometer erreicht wurden. Die Instrumente verzeichneten eine stetig zunehmende Feinheit der Atmosphäre und eine immer intensivere Kälte. Tie „Trix", die bereits einen Kilometer in der Sekunde zurücklegte, nahm schon in 50 weiteren Sekunden den hundertsten Kilometer. Während sich der Himmel zusehends verdunkelte, erhellte sich um so mehr das Angesicht der Erde. Eine Art von Heimweh und Trennungsschmerz bemächtigte sich dcr Mondsahrer, als ob Mütterchen Erde ihnen Zuraunen wollte: „Warum in dcr Fcrnc schweifen, denn das Gute liegt so nah!" Allerdings nicht mehr so nah, denn nach Verlauf von drei Minuten und zwanzig Sekunden betrug die Entfernung von der Erdenhcimat fchon volle 300 Kilometer. Damit war die Grenze dcr irdischen Atmosphäre erreicht: man befand sich bereits im luftleeren Weltraum, in der Sphäre des „Allnichts", des rätselhaften und unfaßbaren Äthers. Das Ultrathermomcter zeigte 151° <^ unter dem Gefrierpunkt, cine Kälte, welche die strengste Sibiriens mehr als ums Dreifache übertrifft. Am tiefdunklen Himmel, dem jede Luft- und Wollen- Hülle mangelt, erschien die Sonne als eine grcllglänzcnde Kugel, die sich unvermittelt und hart gegen die ringsherum gähnende Leere abhob. Obwohl sie hoch am Himmel stand, sah man im ungetrübten Glänze zahlreiche Sterne. Einen überwältigenden Anblick gewährte der ungeheuer große Erdenglobus. Ein wunderbares Schauspiel entrollte sich tief unten. Wahrhaftig: „entrollte", — das ist der richtige Ausdruck. Fortwährend wechselten die in den verschiedensten Farbcntöncn schimmernden Bilder: ja der Glanz war stellenweise so stark, daß das Auge förmlich gcblcudet wurde. Infolge dcr Ächscndrchung, die bei dcr Beobachtung sogleich auffiel, kamen immer wieder neue Erdengcbiete zum Vorschein. Allerliebst nahm sich das Sfticl und dcr Kampf der Wolken aus, unter denen sich die Necgc türmten, während sich dic weite Fläche dcs Meeres im milden Schimmer im wirkungsvollen Hintergrunde ausnahm. Nur noch 11 Minuten und 40 Sekunden: die „Trix" erreichte den ersten Tausender in der Zahl der Kilometer. Durch den Degravitator war sie von dcr Ächscndrchung der Erde und deren Flugbahn um die Sonne gänzlich unabhängig. Dem gewichtslosen Vehikel konnte man mittelst leitungsloser magnetischer Kraftübertragung eine Schnelligkeit von 30 Kilometer in der Sekunde geben, demnach einen halben Kilometer mehr, als die Geschwindigkeit des Erdflugcs um die Sonne beträgt. Bei der Berechnung dcr Reisedauer auf den Mond mußte sowohl diese wie auch die Entfernnng vom Monde berücksichtigt werden. Mit diesem leichten Rechenexempel war übrigens Astronom Tremel längst fertig. (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 149__________________________1266__________________________________4. Juli 1914 Hingebung und dein Opfermute der Frau überantworteten Beruf Ausdruck gcgeben. Durch diesen kaiserlichen Gnadeualt soll die pflichttreue Pflege von Kranken überhaupt sowie insbesondere von Verwundeten im Kiiege eine Anerkennung erfahren. Die Aufnahme in Krantenftflegcschulen wird vom Nachweise dcr moralischen, intellektuellen und physischen Eignung abhängig gemacht. Die Dauer der Ausbildung beträgt zwei Jahre; das erste Jahr (Lehrjahr) ist für den praktischen sowie den — auf das notwendige Ausmaß zu beschränkenden — theoretischen Unterricht, das zweite Jahr (Probejahr) vorwiegend für die probeweise Verwendung an den einzelnen Fachabteilungen der mit den Schulen verbundenen Krankenanstalten bestimmt. Der Forderung der Berufsorganisationen des Krankelyiflege-Personals nach englischem Muster die dreijährige Ausbildungsdauer einzuführen, konnte aus praktischen Gründen nicht Rechnung getragen werden. Bei Auswahl der Lchrgegcnstände fanden nicht nur die Bedürfnisse des Sftitaldienstes sowie der Privat-kranlcnftflege Berücksichtigung, sondern es wurde auch dafür Sorge getragen, daß die Schülerinnen für die Mitwirkung in der sozialen Fürsorge (insbesondere auf dein Gebiete des Säuglingsschuhes), ferner für die Verwendung im administrativen Spitalsbetriebe und bei Bekämpfung von Infektionskrankheiten besonders ausgebildet werden. Hiedurch erweitern die Krankenftflegeschulen, welche Personen weiblichen und männlichen Geschlechtes zugänglich sind, jedoch naturgemäß in erster Linie von Fraucu besucht sein werden, das Gebiet beruflicher Ve-tätiguug der Frau. Für das ärztliche Hilfspersonal männ-lichcu Geschlechtes, das iu Österreich — außer in der Irrenpflege — vorwiegend auf dem Gebiete der physikalischen Heilmethoden (namentlich Massage und Wasserbehandlung) verwendet wird, sind bei den Krankenpflege-schuleil eigene mchrmmlatige Sonderlurse zur Ausbildung in diesem Teilgebiete in Aussicht genommen. Im Zusammenhange mit dem hohen Lehrziele der Krankenpflcgeschulen wird in der Verordnung die Stellung der Krankenpflegepersonen als Hilfskräfte des Arztes, dessen Anordnungen sie durchzuführen haben, besonders betont. Einem langgehegten Wunsche der im Krankenftflege-berufe tätigen Personen entspricht die Einführung einer staatlichen Diftlomsprüfung. Das Diplom berechtigt zur Führung des Titels „Diplomierte Krankenpflegerin" („Diplomierter Krankenpfleger"). Die Interessen der vorhandenen Krankenftflegeperso-nen sind durch außerordentlich milde Übergangsbestimmungen geschützt. Während einer fünfjährigen Übergangszeit können moralisch, intellektuell und physisch ge-eignete Kranlcnpflcgepersoncn, die durch wenigstens drei Jahre in der Krankenpflege tätig waren, auch ohne Ab-solvicrung einer Krankenpflegeschule zur Diplomsftrü-1 fllug zugelassen werden; für Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen mit wenigstens vierjähriger Tätigkeit in der Krankenpflege sind Erleichterungen bei der Prüfuug vorgeseheu. Zur Vorbereitung für die Prüfung werden in deu Krankenpflegcschulcn ,lachmittägige Fortbildungskurse von mehrmonatiger Dauer für entsprechend vorgebildete Krankenpflegeversouen veranstaltet. Im übrigen wird das Diplom nicht als obligatorischer Befähigungsnachweis eingeführt, so daß auch nicht diplomierte Kran-kcnpflegcpersonen ihren Beruf weiter ausüben dürfen. Die Wirkung der Krankeuftslegefchulen auf die im Interesse der Kranken und des Pflegepersonals notwendige Verbesserung der fachlichen Ausbildung, ferner auch auf den erhöhten Zufluß zum Pflcgeberuf kann sich naturgemäß erst nach einigen Jahren allgemein geltend machen; namentlich der große Bedarf der Krankenanstalten wird schon deshalb erst nach Jahren durch diplomierte Krankenpflegerinnen gedeckt werden können, weil die Schülerzahl beschränkt werden muß, um den Unterricht als Anschauungsunterricht gestalten und bei der Ausbildung auf die individuelle Charakterbildung deu erforderlichen Nachdruck legen zu können. In der Zwischenzeit wird es den Krankcnpflcgeschulcn außer den erwähnten Aufgaben obliegen, Anfängerinnen m ganztägigen praktisch-theoretischen Einfühmngstursen durch mehrere Monate zu schulen, bevor ihnen der Dienst am Krankenbette anvertraut wird; in den Kranlenpflegeschulen sind demnach niedere und höhere Fachschulen vereinigt. Das von Seiner Majestät gestiftete Ehrenzeichen wird diplomierten Krankenpflegerinnen zuerkannt werden, die freiwillig durch ein Gelöbnis die Verpflichtung übernehmen, sich für die Dauer von wenigstens drei Jahren zur Pflege von Verwundeten und Kranke» im Kriege dem militärischen Sanitätsdienste, bei Epidemien der staatlichen Sanitätsvcrwaltung zur Verfügung zu stellen. Den zum Tragen des Ehrenzeichens berechtigten Pflegerinnen werden bestimmte Vorrechte bezüglich der Anstellung als Krankenpflegerinnen eingeräumt und eine Entlohnung für die Krankenpflege im Kriege lowie bei Epidemien sichergestellt. Ruhe- und Versorgungsgenüsse für Pflegepersonen, die im Gvidemietilgungsdienstc verwendet werden, sowie für ihre Hinterbliebenen sieht bekanntlich das Epidemiegesetz vor. Die Osterreichische Gesellschaft vom Roten Kreuze erhält das Recht, in die Prüfungskommission, die bei jeder Krankenpflegeschule unter dem Vorsitze des Landes-sanitätsrefcrenten zusammentritt, einen ärztlichen Delegierten zu entsenden. Schließlich behandelt die Verordnung die Wahrung des Berufsgeheimnisses und setzt eine Meldepflicht für Krankenpflegepersonen fest. Die besprochene Verordnung bezweckt im wesentlichen die Besserung der fachlichen Ausbildung des Kranken-Pflegepersonals, wird jedoch mittelbar auch einen Einfluß alls die wirtschaftlichen Verhältnisse des Standes üben, und zwar schon deshalb, weil die Verbesserung der Qualifikation allein — namentlich in Anbetracht des Maugels an tüchtigen Krankenftftegepersonen — eine Verbesserung der Erwerbsverhältnisse bewirkt; ähnliche Vorgänge haben sich in den letzten Jahrzehnten in zahlreichen anderen Berufen durch Erhöhung der Qualifikation der Arbeitnehmer vollzogen. Unabhängig hievon sind in Fortsetzung der gegenständlichen staatlichen Aktion Maßnahmen zur Hebung des wirtschaftlichen Niveaus des Krankenpflegeberufes — darunter auch auf dem Gebiete der Kranken- und Altersversorgung — in Aussicht genommen. — Manifestationsvcrfammlung.) Die Slovcnische Volkspartei veranstaltet, wie eine uns zugekommene Ein» ladling besagt, morgen um 10 Uhr vormittags im großen Saale des Hotels „Union" eine Manifestationsver-sammlung, um der Entrüstung über das ruchlose Attentat in Sarajevo und gleichzeitig der Treue zum Allerhöchsten Kaiserhause Ausdruck zu geben. An der Versammlung werden die der Slouenischen Volkspartei angehörigen Reichsrats« und Landtagsabgcordneten, Bürgermeister und Gemeindevertretungen teilnehmen. — (Allerhöchste Spende.) Seine k. und k. Apostolische Majestät haben der freiwilligen Feuerwehr in Sto-ftn-e, politischer Bezirk Rudolfswert, eine Unterstützung von 200 /< aus Allerhöchsten Privatmitteln zu spenden geruht. — (Zur Militiirradfahrtonlurrenz.) Die Krainische Sparkasse erhielt vom k. und k. Kriegsministerium folgende Zuschrift: „Das Kriegsministerium erlaubt sich für die außerordentliche Unterstützung, die die Krainische Sparkasse der iu Laibach zur Durchführung gelaugten Militärradfahrkonkurrcuz iu der selbstlosesten Weise an-gedeihen ließ, seinen verbindlichsten Dank auszusprechen." Gez. A r z, FML. — (Schnlschluß.) An den Mittelschulen und ver-wandten Lehranstalten wurde das Schuljahr 1913/14 heute mit einem Gottesdienste und der darauf erfolgten Zeugnisverteiluug geschlossen. — (Von der k. k. Lehrer und Lehrcriuueubil-duugsanstalt.) Der Vorbercituugskurs und die drei ersten Jahrgänge der k. k. Lehrerbildungsanstalt zählten am Schlüsse des Schuljahres 108 Zöglinge. Der Nw terrichtscrfolg war bri 82 Zöglingen günstig, (bei ciuem Zögling mit Vorzug), bei 13 ungünstig; 13 Zöglinge haben zu Beginn des nächsten Schuljahres eine Wieder« holungsprüfttng abzulegen. An der k. k. Lehrerimienbil-duugsaustalt wareu von 127 Zöglingen der ersten drei Jahrgänge 117 zum Aufsteigen in die höheren Iahr° gange geeignet <16 mit Vorzug), 8 Zöglinge erhielten eiue Wiederholungsprüfung, 2 blieben krankheitshalber ungeprüft. — Zur Reifeprüfung haben sich an der Üch. rerbildungsaustalt 21 Zöglinge und 1 Privatist, an der Lehrcriunenbildungsanstalt 42 Zöglinge und 4 Priva-tistinnen gemeldet. ^ (Dienftbotenprämien.) Diesertage erfolgte die Verteilung des von der Generalverfammluug der Kraini-schen Sparkasse für Dienstbotenprämien gewidmeten Betrages von 3000 X. Bei der Sparkasse sind heuer 110 Gesuche um Verleihung einer Prämie eingelaufen. Unter den Bewerbern befanden sich 36, die bereits in den früheren Jahren bcteilt waren, und daher diesmal nicht in Betracht kamen. Von den verbliebenen 74 Bewerbern haben vierzig Dienstboten 15 bis 20 Jahre, zweiund-zwauzig 20 bis 25 Jahre, sechs 25 bis 30 Jahre, drei 30 bis 35 Jahre und drei 35 bis 40 Jahre bei dem gleichen Dicnstgebcr ausgeharrt. Da 60 Prämien mit je 50 /v zu vergeben waren, sind nur 14 Bewerber, die den gestellten Bedingungen entsprachen, leer ausgegangen. Bemerkenswert ist, daß unter den Vetcilten auch heuer landwirtschaftliche Dienstboten in größerer Anzahl vertreten waren. ~ (Das städtische Pfandamt) teilt mit, daß die diesmonatliche Lizitation der im Mai 1913 belehnten Wertsachen (Gold- uud Silbcrwareu, Juwelen ?c.) sowie der im Juli 1913 belehnten Effekten (Waren, Wäschestücke, Maschinen, Fahrräder ?c.) Donnerstag den 9. d. von 8 Uhr früh bis 12 Uhr mittags in den Amtslokali-täten, Quergasse 2, stattfinden wird. — lFuftllllllwettspicl „Libcrtaö":„Ilirija-Rcserve".) Wie gemeldet, findet morgen um 5 Uhr nachmittags auf dem Sportplätze „Rennbahn" in Tivoli ein Fußball-wettsftiel zwischen der besten Fiumancr Mannschaft „Li-bcrtas" und der Reservemannschaft des hiesigen Sportklubs „Ilirija" statt. Da die beiden Mannschaften ungefähr gleich stark sein dürften, ist mit Recht ein spannender und abwechslungsreicher Sftortbewerb zu gewärtigen. Das Wettspiel wird wie üblich bei jedem Wetter ausgetragen werden. Die Eintrittskarten sind bis morgen mittags in den Trafiken ('e^arek und Dolenc im Vorverkaufe zu ermäßigten Preisen, und zwar zu 2 X und 1 /v, 50 ü und 30 // erhältlich, während bei den Tageskassen, die eine Stunde vor Beginn des Wettspieles eröffnet werden, für dieselben Karten 2,20 X, 1,20 X, 60 /, uud 40 /l gezahlt werden müssen. — (Der Laibacher Gemeinderat) hält Dienstag den 7. d. M. um 6 Uhr abends eine ordentliche Sitzung ab. Auf der Tagesordnuug, die wir iu der nächsten Nummer vollinhaltlich veröffentlichen werden, stehen u. a. folgende Berichte der Finanzscktion: l.) über die Zuschrift des Bürgermeisters, betreffend die Aufnahme der bewilligten städtischen Anleihe von 1,100.000 /v; 2.) über die Zuschrift des Bürgermeisters, betreffend die Aufnahme einer neuen Anleihe für Zwecke der Kanalisie-rung, des Baues der neuen Brücken und des Baues von Marltständen; 3.) über die Zuschrift des Bürgermeisters, betreffend die Herbeiziehung der Reserven des städtischen Elektrizitäts- und Wasserwerkes zur Deckung der laufenden Ausgaben pro 1914; 4.) über die Zuschrift des Bürgermeisters, betreffend die Genehmigung der Rechnungsabschlüsse des Regulierungsfonds für die Jahre 1906 bis 1913, Auflassung des Regulierungsfonds, Auflösung der Regulierungssektion und Löschung der Schuld de« Stadtrcgulicrungsfonds im städtischen Konkretalfons. — (Vermählung.) Heute, nachmittags findet in Krainburg die Trauung des Herrn Franz Emer, k. k. Ingenieurs beim Vaudeftartement der l. k. Bezirtshaupt-mannschaft in Krainburg, mit Fräulein Anica 3av-n i k, Tochter des Altbürgermeisters von Krainburg, kais. Rates Karl Zavnik statt. Den Trauakt wird Herr Mon-signurc Tomo Zufta n, k. k. Professor i. R., vollziehen. —8'. — (Alpines.) Der „Triglavsti dom" auf der Kre-darica (2515 Meter) wurde auch schon am 28. v. M. eröffnet. Wegen des Toftpelfeiertages bestiegen viele Touristen den Triglav und suchten auch den „Triglavski dom" auf, der überhaupt die höchste bewirtschaftete Alpenhütte in deu Ostalften ist und sich, nur eine schwache Gehslundc unter dem Triglavgiftfel gelegen, ob seines nach allen Seiten offenen Ausblickes der größten Beliebtheit erfreut. — Scharf zu verurteilen aber sind jene rücksichtslosen Personen, die im Winter entgegen den Ver-rinsvorschriften führerlos diese der größten Kälte und den heftigsten Stürmen ausgesetzte Hütte aufsuchen. Derlei Besucher brachen im verflossenen Winter die Ein-gangstür auf, verunreinigten die Hütte und ein Bett und benutzten das gastfreundliche Asyl ohne Zahlung und ohne Daul. Fortan wird jeder solche Fall mit aller Strenge verfolgt und der Täter dem Strafgerichte eingeliefert werden. — (Statistik der Notare.) In ganz Österreich waren zu Beginn dieses Jahres 1115 Notare systemisiert. Die älteste Dienstzeit weist ein im Jahre l851 ernannter Notar auf. Im verflossenen Jahre sind 25 Notare hinzu-cn'kommeu. Die Zahl der Notarintstandidateu betrug am Schlüsse des vorigen Jahres 783. — (Dir Auoftellung der Zcichcnnrbeitcn an der hiesigen k. l. Lehrer und Lchrerimlenbildunnsnnftalt» hatte sich an beiden Eröffnungstagen eines überaus großen Besuches Zu erfreuen. Sie wurde u. a. von deu Herren Hof raten Hu b a d u. L ev ec und vom Herrn Lyzeumsdirck-tor Macher besichtigt. Herr Landeshauptmann Doktor ^uster^il" hatte sich dringender Amtsgeschäftc halber entschuldigen lassen. — (5t. l. Postsparkasse.» Im Monate Juni betrugen iu Krain die Einlagen im Spartterkehre 66.408 /v 79 /<, im Echeckverkehrc 9,716.493 X 83 /l, die Rückzahlungen im Sparverkchre 72.895 /t 60 ü, im Schcckverlehre 6,2l2.686 /v 33 /,. — (Grand Hippodrom Noblesse.) Direktor Kornel Kabath trifft mit seinem erstklassigen Hippodrom, auf einer Tournee durch die Alveul ander begriffen, in Laibach ein und wird morgen nachmittags in der Latter-mannsallec feine Vorstellungen eröffnen. — Näheres besagt das Inserat in unserer heutigen Nummer. ^ (Das Denkmal des hl. Johannes von Nepomut iu Krainburssj wurde unter persönlicher Leitung seines Schöpfers, des bekannten Bildhauers Franz Verne-k e r, im Oktober uud November 1913 aufgestellt. Wegen der damals bereits eingetretenen ungünstigen Wittterung wurde das Denkmal, das in genial cntn/orfener Form einen Brunnen darstellt, mit einem hölzernen Schutztasten umgeben. Diesertagc wurde nun der Schutzkasten entfernt »,id das Denkmal erschien iu all seiner Schönheit. Das Publikum eilte scharenweise berbei, um es zu bewundern. Dem Testamentvollstrecker des seligen Johann Majdi5, der dieses Denkmal gestiftet hatte, Herrn Großweinhändler Rudolf Kokalj, war es daran gelegen, daß dieses Denkmal, ein Kunstwerk ersten Ranges, insbesondere eine stilgerechte passende Einfriedung erhielt. Deswegen hat sich die ganze Angelegenheit etwas in die Länssc gczogeu. Das Gitter für dnö Denkmal hatte Herr Kokalj im Einvernehmen mit dem Bildhauer Ber-ncler in Wien bestellt; mit der Ausführung der Einfrie-dungsarbciten wurde die Laibacher Steinmetzfirma Felix Toman betraut. Das Denkmal dürfte Ende der künfti-» gen Woche in allen Teilen vollendet dastehen. —3. — (Eine Wctterkatastrophe in Graz.) Gestern abends um (> Uhr ist über Graz eine Wetterkatastrophe hereingebrochen. Durch eine volle Stunde prasselte ein furchtbarer Hagelschlag hernieder, erst trocken, dann mit einem Wolkcubruch vermengt. Nach eiuer halben Stunde war fast halb Graz unter Wasser. Selbst in der Herren-gaffe stand das Wasser einen Viertelmeter hoch lind drang in alle Geschäfte und tiefer liegenden Räumlich» leiten. Der furchtbare Hagelschlag hat alle Kulturen in und um Graz vernichtet, in deu Boden gestampft, die Bäume entlaubt und der Früchte beraubt. Iu den Gassen, auf den Dächern, in den Höfen lagen noch in später Nachtstunde ganze Haufen von Hagelkörnern, so daß die Stadt das Bild des Winters bot. Laibachcr Icitunq Nr. 149 ____ 1267 _____ 4. Juli 1914 — (Schadenfeuer.) Am 26. v. M. vormittags, als samtliche Hauslcute vom .hause abwesend waren, brach in der Laubhütte des Besitzers Josef LeKe in Ladna, Gemeinde Gurkfeld, ein Feuer aus. das in kurzer Zeit die Laubhütte, den anstoßenden Vieh- und Schweinestall, dann die Holzlage und das Wohnhaus einäscherte. An eine Rettung der Objekte war nicht Zu denken, da es an ?."" nötigen Wasser mangelte. Dein Feuer fielen auch ^amtliche Iimmercinrichwngsgegenstäude, einige Ge-treidebehaltnisse, fünf Weinschafsc und etliche Kleidungs-'/^ sum Opfer. Lek^e erleidet einen Gcsamtschadcn von oubd ^, die Versicherungssumme beträgt 2200 /v. Das ^euer dürfte ein zehnjähriger Knabe gelegt haben. —s— — lSchadenfcuer infolge Blitzschlages.) Am 29. v. nachmittags schlug der Blitz ins Haus der Katharina Kren m Klancc, politischer Bezirk Laibach Umgebung, em, wodurch das Strohdach in Brand gesetzt wurde und das Haus gänzlich niederbrannte. Die Besitzerin Kren erleidet einen Schaden von 2000 X, dem nur eine Ver-Ncherungssummc von 300 X gegenübersteht. Um dieselbe Hit schlug der Blitz auch in den Dachstuhl eines Wirtschaftsgebäudes des Besitzers Valentin l'rnc in Sne-bcrje ein, wodurch das Gebäude bis auf die Mauern eingeäschert wurde. Der Besitzer One erleidet einen schaden von 3000 /x; die Versicherungssumme beträgt — MnMe.) Dem 18 Jahre alten Schmicdgehilfen Matthäus Zore in Savlje flog am 30. v. M. während der Arbeit ein Eisenstück mit großer Gewalt in die linke Hand, wodurch er schwer verletzt wurde. — In Pod-molnik, Gemeinde Dobrunje, verunglückte der 18 Jahre alte Arbeiter Josef Vre<-ar dadurch, daß ihm beim Kap-iclschicßen ein Kapsclsplitter ins rechte Auge flog und cs schwer verletzte. . — lDurch cinc Excrzicrftatrone verletzt.) Ein 30jäh-nger etwas schwachsinniger Hilfsarbeiter fand unlängst m Laibach eine leere Excrzierpatrone, in der siä) noch die Kapsel befand. Er steckte die Patrone in die Rock-taichc, in der er bereits einen Eiscnstift hatte, und manipulierte damit so ungeschickt, daß die Kapsel während des Gehens explodierte, wobei er eine schwere Verwundung der rechten Hand erlitt. -" (Schwer verletzt.) Am verflossenen Sonntag wurde der 20 Jahre alte Vesitzerssohn Florian Celta in -praprotni 5-akelj, Gemeinde Bistii^ica, von einem Burschen im Streite mit einem Messer in die Brust gestochen und erlitt eine so schwere Verletzung, daß er ins Landesspital überführt werden mußte. — iGlimpflich al'sselaufcn.) Gestern gegen -M Uhr in der Frühe, als c!u Lastzug deu Übergang auf der Wicucrstraße passieren sollte, kam plötzlich ein mit einem Pscrd bespannter Wagen bei noch offenen Bahnschranken angefahren und wollte rasch den Bahnkörper übersetzen. Plätzlich fiel knapp vor dem Verlassen des Geleises die Schranke infolge Loslösung der Kette an der Hebevorrichtung nieder und konnte absolut nicht mehr in die Höhe gebracht werden. Das Gespann, der Knecht, drei Vahnbedicnstctc und ein zufällig angekommener Bahnbcamtcr befinden sich nun innerhalb der Bahnschranken. Zum Glück blieb das Pferd ruhig; wärs es jung oder störig gewesen, oder wäre es scheu geworden, so hätte sich unbedingt ein schweres Unglück ereignen müssen. Durch Geben von Haltesignalen blieb der ^ug cm paar Meter vor dem Gespann stehen. Es wurde m aller Eile ein Schlosser herbeigeholt, der die Kette wicoer an das Zahnrad befestigte, wodurch die Schranke w'-L ?'^" konnte. - Der aufregende Vorfall be-m^ '!! . "' «larhcit, wie sehr an den verkehrsreichsten ^annulicr,chungcn, so an der Wiener- und an der Maria ^liclc,ienitra Erzherzog Franz Ferdinand und ! > Herzogin von Hohenberg -j- ! Wien, 3. Juli. Um -4 Uhr uachmittags fand in der Hofburgpfarrlirche die Leichenfeier für Erzherzog Franz Ferdinand und Herzogin von Hohcnbcrg statt. Es wohnten ihr bei: Seine Majestät derKaise r, die Erzherzoge und die Erzherzoginnen, der gesamte Hofstaat der in Wien cingelroffenen Familienangehörigen der Verstorbenen, die österreichischen, ungarischen uud gemeinsamen Minister, die Präsidenten der österreichischen und ungarischen Parlamente mit Deputationen derselben, der päpstliche Nuntius, sämtliche Botschafter und Gesandten in Vertretung ihrer Souveräne u>>o Staatsoberhäupter, viele Militärdepntationen, zahlreiche Staats- und Hof-würdcnträger, die Generalität, die Bürgermeister von Wien, Budapest und Agram mit Deputationen. Auf dem hohen Katafalk ruhen die zwei silbernen mit Gold verzierten Särge in dein vollkommen schwarz ausgeschlage-ncn inneren Raume der kleinen Kirche, in die nur schwaches Tageslicht einfällt. Es macht einen feierlich düsteren Eindruck. Die doppelte Reihe der brennenden Kerzen umschließt das Schaugerüst. Tiefe Bewegnng ging durch den stillen Raum, als Seine Majestät der Kaiser, gefolgt von den Mitgliedern des Kaiserhauses, im Oratorium erschieu. Unter großer Assistenz nahm Fürsterzbischof Dr. Piffl dir feierliche Einsegnung der sterblichen Überreste vor. In namenlosem Schmerze und tiefer Ergriffenheit folgten die Traucigäste, dercu rmüc sich mir schwer der Trciueu erwehren lonnlcn, der feierlichen kirchlichen Zeremonie, nach deren Beendigung die Kirche geschlossen wurde. Ein dichtes Meuschcnspnlier nmsnumte die Ringstraße bis zur Hofburg. Das Publikum bereitete Seiner Majestät dem Kaiser bei der Rückfahrt nach Schönbrunn stürmisch begeisterte Ovationen; ebenso wurde Erzherzog Karl Franz Josef vom Publikum lebhaft akklamiert. Wien, 3. Juli. Die Leichen des Erzherzog-Thronfolgers und höchstdessen Gemahlin, .Herzogin von Hohen-berg, werden heute um 10 Uhr 50 Minuteu abends in Begleitung des Hofstaates nach Großpöchlarn überführt, mittelst Fähre um halb 3 Uhr nachts über die Donau nach Artstetteu gebracht und in der Pfarrkirche aufgc bahrt. Morgen vorm. treffen mittelst Sonderzuges in Art-stettcn Seine k. u. k. Hoheit der durchlauchtigste Erzherzog Karl Franz Josef und Ihre l. und k. Hoheit die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Zita, die nächsten Verwandten und die Kinder des verstorbenen Thronsolgcr-paares ein. Nach der Einsegnung erfolgt die Beisetzung der Särge in der Gruft des Schlosses Artstctlen, worauf die Trauergästc nach Wien zurückkehren. Wien, 3. Juli. Die letzte Fahrt des Erzherzogs und seiner Gemahlin zum Wcstbahnhofc gestaltete sich nicht nur zn ciucr Heerschau über das patriotisch fühlende Wien, sondern auch über die Truppen der Wiener Garnison, die dem Allerhöchsten Befehle zufolge aus dem ganzen Wege Spalier standen und dem toten Thronfolger huldigten. Auch heute hatten viele Vereine mit umflorten Bannern auf den Straßen, die der Traucrzug passierte, Aufstellung genommen. Punkt 10 Uhr abends wurden die beiden Särge von, Hofbnrgftfarrer Seydl in der Hofburgpfarrkirchc nochmals eingesegnet und sodann in den Burghof gebracht, worauf sich der Traucrzug, den eine halbe Eskadron Franz Ferdinand-Ulanen geleitete, in Bewegung setzte. Überall in den Straßen stand hinter dem Militär eine überaus zahlreiche Menschenmenge Nom Burgtor bis zum Westbahnhofe. Beim Passieren der Särge leisteten die Soldaten die Ehrenbezeigung, die Fahnen senkten sich, das Publikum grüßte ehrerbietig in tiefer Trauer die beiden Toten. Die stille, herzliche Huldigung der schweigenden Masse griff jedem ans Herz; man hörte Schluchzen und Weinen. Knapp vor -^N Uhr erreichte die Tete des Zuges den Bahnhof. Auf dem Wcstbahnhofe, wo der Hofwartesalon in eine Traucr-kaftellc umgewandelt war, erwartete der Hosburgpfarrer mit der assistierenden Geistlichkeit die Leichen. Auf dem Perron hatte eine Ehrenkompanie mit Fahnen und Musik Ausstellung genommen. Im Bahnhöfe hatten sich die Erzherzoge Karl Franz Josef, Peter Ferdinand, Josef Ferdinand, Leopold Salvator, Franz Salvator, Friedrich, Karl Stephan, Eugen, Karl Albrecht, Josef und Prinz August Leopold von Sachscn-Koburg-Gotha cin-gcfunden; außerdem war die gesamte Generalität, Stabs- und Obcroffizicrc mit dem Kriegsminister an der Spitze, im Bahnhof erschienen. Nachdem der Hof-burgpfarrcr die Leichen neuerlich eingesegnet hatte, wurden die Särge cinwaggonicrt. Um 10 Uhr 50 Minuten fuhr der Separathofzug aus der Halle. Erzherzog Karl Franz Josef wurde bei der Hinfahrt und der Rückfahrt von dem massenhaft angesammelten Publikum auf das lebhafteste begrüßt. Artftcttcn, 3. Juli. Weitauf stehen die Torflügel der Gruft, die des Schloßherrn harrt, der im ersten Morgengrauen mit seiner Gemahlin in das Schloß wiederkehrt, um hier ewige Ruhe zu finden. Im Jahre 1910 hat der hohe Verblichene die Gruft für sich und seine Familie unterhalb der an das Schloß angebauten Pfarr- und Schloßkirche anlegen lassen. Sie liegt obertags und empfängt durch kleine Fenster in der Höhe das Tageslicht. Die Gruft ist uach den genauen Anordnungen des hohen, Verblichenen so angebracht worden, daß sie des gruftartigen Eharaltcrs ganz entbehrt, denn die Kirche, in deren Unterbau die Gruft liegt, steht hoch oben auf einem Plateau, zu welchem 36 Stufen führen, so daß das nunmehr schwarz verhängte Gruftportal, das von dem erzherzoglichen Wappen gekrönt ist, noch über dem Niveau der Parkanlagen liegt. Das Innere ist puritanisch einfach gehalten. Die Wände sind glatt weiß, weiß auch und schmucklos der Mormoraltar in der Nische. Dem Altar gegenüber im Gewölbe stehen die beiden mit schwarzem Bahrtuch bedeckten Katafalke, dazwischen ein kleiner silberner Sarg mit der Leiche des vor drei Jahren tot geborenen Töchtcrchens des Herrn Erzherzogs. Über den Katafalken in der Decke ist der durchsichtige Gruft-deckel angebracht, der sich in den Erdboden vor dein Altar der Kirche einfügt. Links vor dem schwarz ausgeschlage-ncn Eingangstor der Schloßkirche, die zugleich die Pfarrkirche von Artstcttcn ist, steht an der Umfassungsmauer des Gartens ein Rondücui aus Palmen, Lorbeer- und Nuchsbäumeu. Blumenarrangements der gleichen Art, nur dnrch verschiedenartige Hortensien belebt, füllen alle Nischen im Innern der Kirche und reiche Blumendekora-tioncn verkleiden die Wände auf beiden Seiten des Haufttaltars uud flankieren die beiden Teitenaltäre. Der 5lircheuraum ist ganz schwarz aufgeschlagen, das Oratorium und der (5hor siud gleichfalls schwarz verhängt uud die Wände, an denen die Altäre stehen, tragen das ^reuzluch. Schwarze Teppiche sind über den Boden gebreitet und auch die Bänke im .Kirchenschiff sind in schwarzes Tuch gehüllt. Über dem Kirchenvortal uud im Innern in der Höhc des Ehorcs sind die Wappen des Erzherzogs und der Herzogin angebracht. Silberne Kandelaber vor den Altären leuchten aus dem Dunkel hervor. Vor dem Hauptnltar stehen die Schaubcttcn. Hier werden beide Särge um 3 Uhr 30 Minuten morgens re-poniert und um 11 Uhr vormittags erfolgt iu Gegenwart der Mitglieder des Kaiserhauses und der Gefolge die feierliche Einsegnung. Im Laufe des gestrigeu Nachmittags brachten Automobile und Eisenbahnzügc eine unübersehbare Zahl von Kränzen, die zum Teil in der Gruft niedergelegt, zum Teil zu beiden Seiten des Weges von der Kirche zum Gruftcingaugc ausgebreitet werden. In Artstcttcn, Großpöchlarn und Kleiupöchlarn wehen schwarze Fahnen von den Giebeln der Häuser und auch auf der ganzen Westbahnstrecke sind die Häuser zn beiden Seiten des Geleises mit Trailerfahnen geschmückt. Die große Rolleufähre, welche die Leichen von Pöchlarn über die Donau, die hier breit uud mächtig dahinfließt, an das andere Ufer übersetzen wird, ist schwarz drapiert und Trauerfahnen sind am Gitter angebracht. Um 12 Uhr 37 Minuten nachts trifft der Separatzug mit den Leichen in der Station Großftöchlarn ein. Den Zug begleiten Obersthosmcislcr Freiherr von Numerskirch, Dicnstlammcrcr Rittmeister Graf van der Stratcn, Ticnstkämmcrcr Dr. Freiherr von Morset), Flügcladjutant Oberst Vardolff und die Beamten des Obersthofmcistcramtes und dcs Sekretariates des Verblichenen sowie das erzherzoglichc Kammcrpersonal. Die Särge verbleiben bis 2 Uhr 30 Minutcu im Waggon, zu welcher Stunde ihre Überführung nach dem Schloß erfolgt. Wien, 3. Juli. Die Kinder des verblichenen Erz-herzogspaarcs Franz Ferdinand sind um halb 5 Uhr nachmittags in Begleitung dcr Gräfin Hcnriette Chotck aus Chlnmetz hier eingetroffen uud begaben sich um halb 8 Uhr abends in die Hofbnrgftfar'kirchc, um an den Särgen ihrer jäh entrissenen Eltern Gebete zu verrichten. An den Sarkophagen spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Die weiteren telegraphischen Nachrichten befinden ich auf Scite I278. Heute 4. Juli und darauf. folgende Tage Überführung der Leichen Sr. k. u. k. Hoheit Erzherzog -Franz Ferdinand und der erlauchten Gemahlin Her- v zogin von Hohenberg in Triestu. Leichenfeier in Wien. KINO IDEAL Laibacher Zeitung Nr. 149__________________________1268_______________________ 4. Juli 1914 — (Einbruch in ein Büfett.) In der Nacht auf den 30. u. M. haben unbekannte Diebe das am Grotteneingange in Adelsberg befindliche Büfett aufgebrochen und daraus verschiedene Eßwaren und Getränke im Werte von 40 X entwendet. — (Der Petrus Häutemarkt) wird am Montag dm 6. Juli l. I. in den Lagerräumen der „Balkan-Handels-, Speditions- und Kommisswns-Akt.-Ges., Wiener-straße 33, wie üblich stattfinden Gutachten des Herrn Dr. G. Fronius, Spitalsoberarzt, V e r s e c z. Herrn I. Serravallo Trieft. Ich beehre mich Ihnen hiemit die Erklärung abzugeben, daß Ihr Scrravallos China-Wein mit Eisen den höchsten Anforderungen entspricht, die man an ein Präparat stellen kann. welches berufen ist, die verlorene Gesundheit wieder herzustellen. Ich verordne diesen ausgezeichneten Medizinalwein in allen Fällen, wo es sich darum handelt, nach erschöpfenden und schweren Krankheiten die Körperkräfte baldigst wieder herzustellen. Ferner bei Anomalien der Vlntmischung, bei Vlutarmut, Bleichsucht, bei Nervenschwäche, chronischer Magen- und Darmnenrose, bei Menstruationsanomalien, in allen Fällen hat eine vicr> bis sechswöchentlichc Serravallos Cur die Erwartungen des Arztes und des Kranken vollauf befriedigt. Gott segne Sie für die glückliche Znsanlmenstellnng Ihres Medizinalweines. Verse cz, V. April 1909. 5021 Dr. G. Fronius. I SANATORIUM -EMONA/i <1.CLASSE:12-K • ILCLASSE:8-Kk B»L AB ACH • KOMENSKEGA-UL4S |[mF-ARZT: PRUTOJS PR FRJDERGANC \| Ausweis über den Stand der im Lande Krain nach den am 27. Juni 1M4 vorliegenden Berichten der politischen Vczirksbchürden herrschenden Epizootic«. Vläude der Pferde im Bezirke Gurlfeld in der Gemeinde Zirtle (1 Ort. 1 Geh.). Echweinepest im Bezirke Adclsberg in den Gemeinden Adels» bcra (1 Ort. 1 Geh.). Tornegn (2 Orte. 2 Geh.), Grafen» brunu(8Orte, 6 Geh,). Iablanch (2 Orte. 2 Geh.). Koöana (3 Orte, 4 Geh.): im Bezirke Gottichec in den Gemeinden Niederdorf l3 Orte, 3 Geh.). Eoderschih (2 Orte. 2 Geh.); im Bezirke Gurtfeld in der Gemeinde Groß-Dolina (1 Ort. 1 Geh,); im Bezirke 5krainburg in der Gemeinde Bischof-lack (1 Ort, I Geh.)-. im Bezirle Littai in den Gemeinden Gloßaalier (1 Ort. 1 Geh.), Lcskovec (1 Ort. 1 Geh.), Ober» gurl (4 Orte, 4 Geh.), St, Veit <1 Ort. 5 Geh.); im Bezirke Loitsch in den Gemeinden Alteumarlt (2 Orte, 4 Geh.). St. Veit (3 Orte, 3 Geh.), Zirlnitz (1 Ort. 3 Geh.); un Bezirke Rndolfswert in den Gemeinden Ambrus (1 Ort. 1 Geh.). Vübernil s2 Orte. 3 Geh.), Tt. Michael-Stopitsch ii Ort, 1 Geh.). Pöllandl (1 Ort. 1 Geh.), Seisenberg (3 Orte, 5 Geh.), Tschermoschnitz (1 Ort, 1 Geh.). «otlaus der Schweine im Bezirke Adelsberg in den Ge» meinden Koöana (2 Orte, 2 Geh.). Obervrnne (1 Ort, 1 Geh.): im Bezirke Gottschee in der Gemeinde Reifnch (1 Ort, 2 Geh,); im Bezirke Gurlfeld in den Gemeinden öatei (1 Ort, 4 Geh.), Sanenslcin (t Ort. 1 Geh.), Sankt Ruprecht (1 Ort, 3 Geh.), Zirkle (1 Ort. 3 Geh.^; im Bezirke Krainbura. in der Gemeinde Smlednil (1 Ort, 1 Geh.); im Be» zirle Laibach Umgebung in den Gemeinden St, Martin (1 Ort. 1 Geh.), Oberlaibach (2 Orte, 2 Geh.), Zwischen» wässern (1 Ort, 1 Geh.); im Bezirle Littai in den Gemeinden Tednidol (1 Ort, 1 Geh.), Konj (1 Ort, 1 Geh.). Sagor (1 Ort. 1 Geh.). St. Lamprecht (1 Ort. 1 Geh.), St. Mar» tin (1 Ort, 1 Geh.); im Bezirke Radmannsdorf in den Ge» meinden Aßling (1 Ort, 1 Geh.), Löschach (1 Ort. 1 Geh.). OusiZe (1 Ort, 1 Geh.); im Bezirke Rudolfswert in den Ge» meinden Großlack (1 Ort, 1 Geh.), St. Michael-Stopitsch (1 Ort. 1 Geh.). Neudegg (I Ort, 1 Geh.), Nußdorf (1 Ort, 1 Geh.), Pöllandl (1 Ort, 1 Geh.), Preöna (1 Ort. 1 Geh). Tressen (3 Orte, 4 Geh.); im Bezirle Stein in den Gemeinden Moräutsch (3 Orte, 3 Geh.), Unterkoses (1 Ort. 1 Geh.). Prevoje (1 Ort, 1 Geh.); im Bezirle Tschernembl in den Gemeinden Nltenmarlt <1 Ort, 1 Geh.), Kälbersbera (1 Ort, 1 «eh.), Radovica (1 Ort. 3 Geh.), Tuberkulose der Minder im Bezirle Laibach Umgebung in der Gemeinde Rudnil (1 Ort, 1 Geh,), A. k. Aandesregierung für Arain. Laibach. am 27. Juni 1914. /MÄrTONW* / EINZIG I / IN SEINER /ANALYTISCHEN I BESCHAFFENHEIT. BESTES \ ALTBEWÄHRTE» FAMILIEN- 1 GETRÄNK. ijjijEjtiJXUiXÄiJu Niederlage bei den Herreu Miohael Kastner, Peter Lassnik und A. Šarabon in Laibaoh. 145 13 Die Erkenutnis vou der Bedeutung der Luft- und Sonnenbäder dringt in immer weitere Kreise. Sollen diese Faktoren aber zu wahren und dauernden Erfolgen führen, so kaun dies nur durch sorgfältige individualisierende Dosierung, wie boi anderen Heilmitteln, geschehen. Vielleicht ist darauf das rasche Aufblähen von Sanatorium Bad Topolsohltz in der Südsteiermark zurückzuführen, wo unter strenger ärztlicher Kontrolle in den herrlichen enormen Luftbädern das hygienische Turnen, Beschäftigungstherapie und Sporttherapie (im Luftbadekostüm) vor sich geht. Unterstützt werden alle diese Faktoren durch alle übrigen physikalisch-diätetischen Kurmittel, vor allem aber durch die günstige klimatische Lage, inmitten meileuweiter Nadelwälder, durch die eigene 30 Grade warme Wildbadquelle, mit ihren großen Bassins. So erklärt sich die immer mehr steigende Frequenz und wachsende Beliebtheit, ura so mehr als Bad Topolschitz der einzige Ort in Österreich ist, in dem Lahmannsohe Ideen durch den ärztlichen Leiter Chefarzt Dr. Vlotor Heoht, früheren Assistenten von Prof. von During, vortreten werden. Drei Zahlen aus der vorjährigen Saison sprechen für Sanatorium Bad Topolschitz: 40% der Kurgäste waren «alte> Stammgäste, 10°/o waren Ärzte, die selbst Kur gebrauchten; an 120 Kurtagen des vorigen Sommers gab es 90 Sonnenbadtage. 2737 a Der postseksetär im Himmel von Ludwig Thoma Neuester Äand der Ullftein-^>üches 3u trieften burdj: Jg, D. Klrinmayr & fed. Bambcrgs Buchhandlung in Caibach, Kongrefjplat; 2. Für die vielen Beweise liebevoller Anteilnahme anläßlich des schmerzlichen Verlnstes danken innigst die Familien Krisper - Töunies - Mahr - Schneditz. Taibach, am 4. Juli 1914. Aktienkapital: 150,000.000 Kronen. Geldeinlagen gegen EinlagsbDcher und Int Konto-Korrent; Gewährung von Krediten, Eskompte von Wechseln etc, Filiale der K. K. priv. Oesterreichlschen in Laibach__________ Creditnnstilt fiir Hani und Bewerbe Prešerengasse Nr. 50. »«*> Reserven: 95,000.000 Kronen. Kauf, Verkauf und Belehnung von Wertpapieren; BSrsenordret; Verwaltung von Depots; Safe-Deposits; MilitSr-Heiratskautlonen etc. Telegramme: "ff1 T — Verkehrsbank Laibach. Jhdia **¦ _,. • Telephon Nr. 41. allgemeine Verbehrsbank Filiale Laibach vormals 1C. Mayer Laibach, IVIsticienplEitz. IZerLtxatle In TTVIeza- — Q-egrx-üaa.<ä.et lQ@-4. — 33 nilauleaa» — -A_3ctie:n.lca,pJ.ta,l und Beserven 65,000.000 üionen. Stand der Geldeinlagen gegen Sparbücher am 30. Juni 1914 K 92,535.931-—. Stand am 31. Dezember 1913 auf Bücher und im Kontokorrent K 236,633.923-48. Besorgung sämtlicher baiikgescbäftlichen Transaktionen, wie: Übernahme von Geldeinlagen gegen rentensteuerfreie Sparbücher, Kontobücher und im Kouto-Korrent mit täglicher, stets günstigster Verzinsuug. Abhebungen können jeden Tag küudigungafrei erfolgen. An- und Verkauf von Wertpapieren streng im Rahmen der amtlichen Kursnotizen. Verwahrung und Verwaltung (Depots) Bowie Belehnung von Wertpapieren. Kulanteste Ausführung von Börsenaufträgen auf allen iu- u. ausländischen Börsen. 1603 Einlösung von Kupons und verlosten Wertpapieren. 66 Ad- und Verkauf von fremden Geldsorten und Devisen. Vermietbare Panzerfächer (Safes) zur feuer- und einbruchsicheren Aufbewahrung von Wertpapieren, Dokumenten, Juwelen etc., unter eigenem Verschlüsse der Parteien. Ausgabe von 8checks und Kreditbriefen auf alle größere Plätze des In- und Auslandes. Korrespondenten auf allen größeren Plätzen in Nord- und Südamerika, wo Einzahlungen und Auszahlungen kulantest bewerkstelligt werden köuuen. MüncUiohe oder sohrlftllohe Auikünfte and Ratsohläge über alle Im Bankfaoh elnsohlafflgen Transaktionen Jederzeit ko«tenfrel. Laibacher Zeitung Nr. 149 ___________________1269_______________________________________4. Juli 1914 Amtsblatt. 2744 g. ,9418 Kundmachung <"^'..^,Ä"^"sicrllug fi,r jtrain vom I.Iul, 1914 Z. N).418, betreffend die Sie- gelung deö Verkehrs mit itlaueutierc» auö Hosmen-Herzegouina «ach iiraiu. Auf Grund des letzten offiziellen Tier. jcuchcnausweises der Landesregierung in Sa-ra,evo wir' infolge der Erlässe des t. t, Acker-daumlnistcrmms vom 31. Dezember 1909, Z. 46,338/6858, und vom 24. Juni 19!4, Z. 29.181, unter Aufrechthaltung der Bosnien-Herzegovina gegenüber geltenden allgemeinen Bestimmungen der h. ä. Kundmachung vom 27. Juli 1895, Z. 9837, hinsichtlich der Einfuhr von Tlcren aus Bosnien-Herzegovina nach Kram Nachstehendes verfügt: H. Wegen des Bestandes der Schweinepest in den Vezirlen: Bijelina, Äos. Dnbica, Vos. Krupa, Nos. Gradista. Vos. Novi. Boe. Pe-trouac. Bugojno, Dcrvent. Glamoc, Livuo. ^,ubusti, Mostar, Var. Vliluf, Visolo und ^upanjac ist die E,ufnhr von Schweinen aus dm genannten Bezirken verboten. K. Aus den wegen Versenchnng nicht gesperrten übrigen Bezirken Bosniens und der Herzegovina ist die Einsuhr von ledenden über 120 II^ schweren Schweinen mittels Eisenbahn Mr sofortigen Schlachtung, jedoch nur in die Stadt Laibach, unter folgenden Bedingungen gestattet: Die bei der Ausladung gesund befundenen Schweine sind auf Wagen mit Pferdebespannung '„" das städtische Schlachthaus in Laibach zn »oerführen. wo sie längstens binnen 48 Stunden "^' Schlachtung zn unterziehen siild. . Nach ullrn übrigen Orten «rains ist die Einfuhr lebender Schweine aus Bosnien-Her-zeguviua verboten, ^. Transporte von lebenden Schweinen, unter welchen solche mit einem geringeren Gewichte als 120 kj? sich befinden, sowie Transporte von Manentirren, nnter welchen bei der tierärztlichen Un Iios- GradiSka, Uy'*V\ B°": 1>etr°vac, Bilgojuo, Glamoè U 7nn» J 1Škl) Mostar- Var. Vakuf, Vigokd navrdaa:'krParjoPvOVeda!l * UV0R prCŠiȰV " KOviiS' ki i'Urri1.' °krajcv Bo8ne iu Herce" dovofen / ,k"Žne b0lezui ni8° ^Prti> J Ss 120 ?°i ŽOlOZuid uvoz živi1' P"Si*ev ^fAr, takrjšiiji zako1' pogoji • ljJibljano pod uastopnimi neauSSi, morajoP8e jlW" ^""t vp^clih . Lonji i°"e.?M^iBcao ilTaS najkasneje tokom 48 ur zaklati uvn.V-T dr^r° kraje na Kranjskom je uvo* ziy,h preSicov ,. B08»0 in Hercogovine prcpovedun. B n^,,^-1^?^ ,Živ-h P.rešièov. v katerib Be 2dJIIHkl1 kl HnaJ° teް P°l1 12Ü kil°" granov, kakor prevo/i parkljate živine, med da Beiif iT^08^1' .kamor 80 «ame»jeui, «a se jih izloZ1, prj živmozdravniškcm pro- gledu najde lo on sluèaj kako kužne bolezni, bodo se odpOBlale na stroške odpošiljavca na postajo, od koder so prišli. D. Iz okrajev, ki niso zaprti, kakor tudi iz neokuženih obèin vsakoèasno zaprtih okrajev BoBne iu Hercegovine dovoljeu je le uvoz zaklanib, ne razBekauih prešièov, pri kojih se nahajajo so lodvico iu cela ledvièna mast, po železnici in tudi samo v klavnico v Ljubljani. Taki prevozi inorajo biti iükazaui z uradno izdanimi certiiikati. Prestopki toga razglasa so kazuujejo po zakonu z dne (>. avgiiBta 1909, drž. zak. St. 177. Te odredbe stopijo takoj v moè; tukajšuji razglas z due 30. maja 1914, St. 16.064, jo pa razveljavljen. C. kr. deželna vlada za Kranjsko. Y Ljubljani, due 1. julija 1914. 2726 3—1 St. 2800 ex 1914. Razglas zaradi vložitve hišnih popisov in najcm- ninskih najjovedi v svrho odmere hišne najmarine za do bo 1915 in 1910. V svrbo odmere bišue najmarino za leti 1915 in 1916 jo vložiti bišuim posestuikom v obinestji Ljnbljane predpiaaue popiso his iu uapovedi o najeinninBkom dohodku naj-kasneje do 31. avgoMta 1914 pri c. kr. davèni administraciji v Ljubljani in sicor na predpisanih tiskovinah, katoro se pa ne priskrbujojo uradoma, inarveè so kupljive v «Zadružni tiskarni» (Stari trg štev. 19). Natan^nejša doloèila o sestavi napovedi se nabajajo v tozadevnem, z dekrotom dvornc pisarne ¦/. duo 6. septembra 1821, St. 1589 (zbirka deželuib zakonov, stran 331) objav-ljenem navodilu in zakonu z dne 12. julija 1K9G, drž. zak. St. 120. Pripomni so, da jo sedaj napovedati najonišèiue, pogojene za èas od 1. novembra 1912 do 31. oktobrn 1914. Za vsako osmerih najomninskib èetrtletij, ki pridejo v poštev, je v dotienem razpre dolku posebej vstaviti najonišèino, tor so napovedi, v katorih bi bila vpisana letua najemšèina le v eni vsoti, ne bodo sprejemale. Izpovedbo najemninskib dohodkov naj potrdijo najemniki y. lastnoroènim podpisom v za to nalašè odloèenem razpredelku. V sluèajili, kjer so strauko tekom ua-jemninskih let menjalo stanovanja, a je biš-nenni poscstniku ujih sedanjo bivališèo zuaiio, je /.avezan v kolikor mu je mogoèe storiti to v doloèenem roku preskrbeti potrdilo najemniuske izpovedi tudi pii prejšnji stranki. Kot najemšèina se pa ne vpoštova samo pod ten: imenom dogovorjoua dajatev v do-narjih, marveè vso zaradi najema doloèeue dajatve, naj vžo obstoje v gotovini (n. pr. douesck za snaženje, za razsvetljavo) ali pa v delu ali v èem drugem. Ako so je dogovorila istoèasno s sta-uovanjem kaka postrauska dajatev, kakor oprava liise ali prodajalnice, zakup vrta, priskrhovanjo pobižtva in porila, zakup obrtne pravico in dr. jo napovedati vendar le skupno najomšèiuo, v nalašè za to doloèenib razpre-delkih pa jo oznaèiti, koliko spada od ua-jomš(uno na dotiène postrausko dajatve. Stanovanja, katera rabi bišni posestnik sam, ali pa ki jih je oddal brezplaèoo so-rodnikom in drugim oscbam, se morajo tudi upoštevati in sicer z onim zneskom, s ka-terim bi so lahko v najem oddala tujim strankam. Da bode mogoèo primerjaujo, se pripo-roèa, napovodati obrtne prostore hifinega posostnika loèeno od zasebnega stanovanja. Ravuotako je vBtaviti za izpraznjeuo stanovanje priinerjalno najernšèino. Napoved naj na za to doloèenem pro-storu lastnorofno podpiAe hiSni poaostuik ali pa k toinu pooblasèeni namestuik, ki bo mora pa izkazati z nalašè za to uapravljeniin in napovedi priloženim po obiasti loin. Pri sopoKostnikih jo treba podpis, ozir. pooblastilo vsoh soposestnikov. Razun imoua in priimka posameznoga najomnika je navesti tudi njegov posel (stan). K vložitvi napovedi se bišni poseBtuiki ne bodo posamiè pozvali. C. kr. davèna administracija v LJubljani dne 25. junija 1914. g. 2800 ox 1914, Kundmachung wegen Überreichung der Hauöbcschreibungcu u«d Zinsertrnnijlielcnutnisse behufs Haus» zinösteuerbemcssunll für dir Pcrisdc 1!>1'> und 191li. Behufs Bemessung der Hnuszinsstruer für die Jahre 1915 und 1916 sind von den Haus-beschern im Gebiete der Stadt Laü'ach die Hansbeschreibungen und Zinsertragsbelenntnisse bis längstens 31. August 1914 auf den vorgeschriebenen Druckblanketten, welche jedoch nicht von Amts wegen beigestellt, sondern in der «Genossenschaftsdruckerei» (8t»ri tl-js Nr. 19) täuflich sind. bei der l. l. Steuer« admiüistration in Laibach zu überreichen. Die genaueren Bestimmungen über die Verfassung der Bekenntnisse entl,ält die dies-bezüglich mit dem Hofkanzleidelrete vom 6. Sep» tcmber 1821, g. 1589 (Prov. Ges. Samml. S, 831) kundgemachte Belehrung, dann das Gesetz vom 12. Juli 1896, N. G, Bl. Nr. 120. Hiezu wird bemerkt, daß diesmal jene Zinse einzubetennen sind, welche für die Zeit vom 1. November 1912 bis einschließlich 31. Oktober 1914 bedungen wurden. Es ist für jedes der acht in Betracht kommenden Zinöquartale der Zins in der betreffenden Spalte besonders ein» zusehen und werden Zinsertragsbelenntnisse, welche die Iahreszinse nnr summarisch enthalten, von der Annahme ausgeschlossen bleiben. Die Zinsertragsangaben haben in der dazu eigens eröffneten Spalte die betreffenden Miet. Parteien durch ihre eigenhändige Unterschrift zu bestätigen. Iu Fällen, wo die Mietparteien im Laufe der Zinsjahrc die Wohnung gewechselt haben, dem Hauseigentümer aber deren gegenwärtiger Aufenthaltsuit bekannt ist. muh letzterer, foweit dies innerhalb der zur Überreichung der Fassion bestimmten Frist möglich ist, auch die Bestäti-gung der Zinsaugabe bei der früheren Partei einholen. Als Mietzins kommen nicht nur die unter diesem Titel stipnlierten baren Geldleistungen, sondern alle wegen der Miete bedungenen Lei-stuugen, sie mögen in barem Gelde (z. B. P'ch-heller, Äeleuchtungsbeiträge oder in Arbeit oder dergleichen bestehen, in Betracht. Wurde mit der Wohnung gleichzeitig eine Nebenleistung als Zimmer» oder Gewölbeein-richtung, Garteupacht. Möbel» und Wäschebeistellung, Gewerbekonzejsionspacht und der-gleichen verabredet, so mns; gleichfalls der ge samte Mietzins einbctannt werden, es ist jedoch in den eigens hiefnr eröffneten ttolouuen er> sichtlich zu machen, welcher Teil des Zinses auf die betreffende Nebenlcistung entfällt. Die von den Hauseigentümern selbst be« nützten oder an Perwandte und andere Personen unentgeltlich überlassenen Wohnungen sind bei der Einbekennnng des Zinses in Anschlag zn bringen, und zwar mit denselben Beträgen, nm welche diese Wohlinngen an fremde Parteien vermietet werden tonnten. Um diese Vergleichung zu ermöglichen, empfiehlt es sich, die vom Haus« eigeutünier selbst benutzten Gewerbelokalitäten abgesondert von der Privatwohnung einzu» bekennen. Desgleichen ist für leerstehende Wohnungen der vergleichsweise Zins einzusetzen. Die Bekenntnisse sind an der hüfür be» stimmten Stelle dnrch den Hauseigentümer oder den hiezu bevollmächtigten Vertreter, der fich mit einer eigens hiezi, ausgestellten und drin Belenntnifse beizuschließende» Vollmacht ans» zuweisen hat, eigenhändig zu unterfertigen. Wenn mehrere Eigentümer vorhanden sind, so ist die Unterschrift, beziehungsweise Vollmacht, fämtlicher erforderlich. Nebst dem Vor» und Zunamen der Mieter ist auch deren Beschäftigung (Charakter) ersichtlich zu machen. Eine eiuzelweisc Aufforderung der Haus» eigcntümer zur Einbringung der Bekenntnisse findet nicht statt. K. k. Stcucradministration Laibach am 2b. Juni 1914 2746 3-1 Z. 18,509 Knndmachung. Bei der Franz Küerlerschen Stiftung für die nächsten, wirklich armen Blutsverwandten des Stifters bis zum vierten Verwandtschafls» grabe gelaugt vom 1. März 1914 an ein Stiftplatz jährlicher 376 X zur Besetzung. Bewerber nm diesen SNftplatz haben die vorschriftsmäßig instruierten, mit dem Nach weise über diese Verwandtschaft mit dem Stifter und die Hilfsbedürftigteit belegten Gesuche bis zum 15. Juli Il>i4 bei der gefertigten Landesregierung einzubringen, K. k. Landesregierung für Krain. Laibach, am 2. Juli 1914. 2723 3-3 Z, 2070/B. Sch. R. Konkursausschreibllng. An der sechsllassigen Vollsschnle in Soder» schitz wird eine Lehrstelle mit den snstemisierten Bezügen und mit Beschränkung anf männliche Bewerber zur definitiven Besetzung ausge, schrieben. Im lrainischen öffentlichen Volksschnldienste noch nicht definitiv angestellte Bewerber haben dnrch ein staatsürztliches Zeugnis den Nachweis z» erbringen, daß sie die volle Physische Eig° nung für den Schuldienst besitzen. Gehörig instruierte Gesuche sind bis 25. Juli 1914 im vorgeschriebenen Dienstwege Hieramts ein» zubringen. K. k. Bezirksschulrat Gottschee am 25. Juni 1914. 2751 CII 214/14/1,011215/14/1 Oklic. Zoper Franceta Pucelj, posestnika iz Iglenka St. 7, sedaj neznanega bi-vališèa, se je podala pri c. kr. tej sodniji po «Hranilnici in posojilnici za Kandijo in okolico» tožba zaradi 400 K, 100 K in 800 K. Na podstavi tožbe se je doloöil narok za ustno sporno razpravo na dan 7. julija 1914 dopoldne ob 10. uri. V obrambo pravic toženega se postavlja skrbnikom gospod Ivan Smolik v Rudolfovem, ki ga bo za-8topal v oznamenjeni pravni stvari na njega uevarnost in stroške, dokler Be ali ne oglasi pri sodniji ali ne iraenuje pooblašèenca. C. kr. okrajna sodnija Rudolfovo, odd. IV., dne 25. junija 1914. 2752 C II 219/14/1 Oklic. Zoper Jožeta Prhne, posestnika iz Pristave St. 9, Bedaj neznanega biva-lišÈa, se je podala pri c. kr. tej sodniji po «Hranilnici in posojilnici v St. Jerneju* tožba zaradi 800 K s pp. Na podstavi tožbe se je doloÈil narok za ustno sporno razpravo na 9. julija 1914 dopoldne ob 10. uri. V obrambo pravic toženega se postavlja skrbnikom g. Ivan Smolik v Rudolfovem, ki ga bo zastopal v oznamenjeni pravni stvari na njega nevarnost in stroske, dokler se ali ne oglasi pri sodniji ali ne imenuje pooblašÈenca. C. kr. okrajna sodnija Rudolfovo, odd. IV., due 2G. junija 1914. C 65/14/1, C 66/14/1, C 67/14/1 C 71/14/1, C 72/14/1, C 73/14/1 Oklic. Zoper a) Marijo Gerbec, omoŽeno Pucelj v Rebri, b) Bernarda Femca iz Rožemplja, c) Jero Testen, omož. Kukenberger iz Meglenika, d) Jožeta, Antona, Ano in Cecilijo Barle iz Go-renjega Kamenja, e) Marijo Kic iz Gorenjega Kamenja, f) Matijo Zu-panèiè iz Deèjevasi, katerih bivališÈe je neznano, se je podala pri c. kr. okrajni sodniji v Trebnjem po ad a) Francetu Gerbec iz Prapreè ät. 7, ad b) Janezu Feme, posestniku iz Rožemplja št. 7, ad c) Antonu Testen, posestniku iz Dol. PodborŠta St. 9, ad d) in e) Janezu Barle, posestniku iz Gorenjega Kamenja St. 4 in ad f) Mihaelu ZupanOiÈ, posestniku iz Deèjevasi št. 13, tožba zaradi ad a) 370 K 60 h, ad b) 680 K, ad c) 260 K, ad d) ä po 382 K 98 h, skupaj 1531 K 92 b, ad e) 400 K in ad f) G26 K 05 b, s prip. ' Na podstavi teh tožb se dolocajo naroki na 9. julija 1914 ob 9. uri dopoldne, pri podpisani sodniji, soba St. 2. V obrambo pravic odsotnih to-žencev se postavlja za skrbnika gosp. Ivan Malenšek, posestnik v Trebnjem. Ta skrbnik bo zastopal odsotno tožence v oznamenjeni pravni stvari na njih nevarnost in stroäke, dokler se ali ne oglasijo pri sodniji ali ne imenujejo pooblašèenca. C. kr. okrajno sodišèe Trebnje, odd. 1., dne 1. julija 1914. 2750 Laibacher Zeitung Nr. 149__________________________1270____________________________________4. Juli 1914 «. 19.53b. 274b Kundmachung der k. k. Landesregierung für Kimin vom 1. Juli l914. Z. 19.535. betreffend die Pegelung der Einfuhr vou Uieh uud Fieisch aus deu Landern der heil. uugari scheu Krone uach Kraiu. Das l. t. Ackerbauministerium hat mit der Kundmachung vom 2b. Juni 1914, Z. 29.439, womit die Einfuhr von Viet, und ssleisch aus den Ländern der heil. ungarischen Krone nach den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern bis auf weiteres geregelt wird, auf Grund der 88 4 und b des allgemeinen Tier-seuchengesetzes vom 6. August 1909, R. G. Vl. Nr. 177, uud der Mimsterialverordnung vom 10. Februar 1910, R. G, Bl. Nr. 36, nach-stehendes verfügt: I. In Gemäßheit des ß 1, Absatz 1, des I. Teiles der Ministerialoerordnung vom 31. De« zember 1907, 3t. G. Bl. Nr. 282. nnd nach Maßgabe des 8 1, Absatz 2 und 3, sowie des 8 4, Puntt 2, desselben Teiles der zitierten Verordnung ist wegen Bestandes von Tierseuchen in den Ländern der heil. ungarischen Krone die Einfuhr der jeweilig in Betracht kommenden Tiergattuugen aus den in den offiziellen, periodisch erscheinenden, den t. l. politischen Behörden I, Instanz und den Beschau-tierärzten zukommenden ungarischen. beziehungs° weise lroatisch'slavonischen Tierseuchenausweisen verseucht angeführten Gemeinden und deren Nachbargemeinden nicht gestattet. II. Wegen des Bestandes von Tierseuchen in den Grenzbezirlen, und zwar: u.) der Maul" „nd Klauenseuche in deu Stuhlrichterbezirtm Nezsider, Najla (Komitat Moson). Vägujhely (Komitat Nyilra), Malaczla. Pozsony einschließl.dcr Stadtgem. Tzeut.György (Komitat Pozsuny). Kismarton einschließlich der Stadtgemeinden Kismarton und Ruszt, Nagy. marton, Sopron (Komitat Sopron), Trencftn einschließlich der gleichnamigen Stadtgemeinde, Vägbesztercze (Komitat Trencsön) Felsüor, Küszeg einschließlich der gleichnamigen stadtgemeiude (Komitat Vas), sowie in der Mumzipalstadt Pozsouy in Ungarn ist die Einfuhr von «lauen» tieren; d) der Schweinepest in den Stuhlrichter, bezirlen Nezsider (Komitat Moson). Vägujhely (Komitat Nyitra), Malaczka, Pozsony eiuschließ. lich der Stadtgemeinde Szentgyörgy (Komital Pozsony), Büitfa einschließlich der gleichnamigen Stadtgemeinde (Komitat Säros), Alftlendva (Komitat Jala), sowie in der Munizipalstadt Pozsony in Ungarn und in den Bezirken Gratac (Komitat Lila.Krbava), Cabar. Vrbovslo (Ko> mitat Modrus-Rielll), Ivanec, Klanjcc, Krapina (Komitat Varazdin), Iasla VastrebarSloj, Kar-lovac einschließlich der gleichnamigen Stadt-gemeinde (Komitat Zagreb) in Kroatien ° Slavonien ist die Einfuhr von Schweinen; c) des Sckwcinerotlaufes in den Stuhl« richterbezirlen Rajla (Komitat Moson), Pozsony einschließlichdcr Stadtgemeinde Szentgyörgy (Komitat Pozsony), Felsöpulya (Komitat So» pron), Puhö (Komitat Trencsin), Murüszombat, Szentgotthard (Komitat Vas), Älsölendoa (Komitat Jala) in Ungarn und in den Bezirken Ivamc (Konntat Varaidin), Iasla ^Iastre« barsloj Zagreb (Komitat Zagreb) in Kroatien-Slavonien ist die Einfuhr von Schweinen aus dm bezeichneten Gebieten nach den im Neichsrate Vertretellen Königreichen und Ländern verboten. III. Wegen erfolgten Einschleppung von Tier» seuchen ist verboten: 2) Wege» Einschleppung der Maul» und Klauenseuche die Einfuhr von Klauentieren: Aus Ungarn: aus den nachstehenden Stuhlrichterbezirten: Aranyosmaröt einschließlich der Stadtgemeinde Ujbänya (Komitlit BarS). Erselnjvär einschließlich der gleichnamigen Stadtgememde, Gal° gücz, Nagytapolcsäny, Nyitra einschließlich der gleichnamigen Stadtgemeinde, Nyitrazsämbokröt, Vägsellye (Komitat Nyitra), Csurgü. Igal, Tab (Komitat Tomogy), Tamäs (Komitat Tolna), Ban (Kumitat Trencsön). Czelldömülk (Komitat Vas), Devecser, Papa einschließlich der gleichnamigen Stadtgemeinde (Komitat Veszprem), N^gylanizsa einschließlich der gleich» namigen Stadtgemeinde, Sümeg (Komitat Zala). d) Wegen Einschlepftung der Schweinepest die Einfuhr von Schweinen: 1. Aus Ungarn: aus den nachstehenden Stuhlrichterbezirlen: Szilszö (Komitat Abauj-Torna). Kisjenö (Ko» mitat Arad), Apatin, Baja, Zombor (Komitat Bäcs-Vodrog), Varanyavar, MohäcS, Tillüs (Komitat Baranya). V^s, MMa einschließlich der gleichnamigen Etadtgeuieinoe (Komitat Bölss), Mezöcsat (Komitat Vorsod), Mezülo« v/lcshaz (Komitat Csanä,d), Tiszäntul ein» schließlich der Stadtgemeinde Szentes (Komi-tat Csongr:^d), Adony, Sä.rbogärd (Komitat ssejer», Rimaszombat einschließlich der gleich-namigcn Stadtgemeinde (Komitat Gömör-Kis' hont), P6tcrvilSä,r (Komitat Heues). Mcdgycs einschließlich der gleichnamigen Stadtgemeinde (Komitat Nagylülüllö). Balassagyarmat, Losoncz einschließlich der gleichnamigen Ttadtgemeinbe, Sziral (Komitat Nügrä,d). Dunuvecse, Vacz einschließlich der gleichnamigen Stadtgemeinde (Komitat Pcst'Pilis-Slilt..«islmi). Alsödada einschließlich der Stadtgemeinde Nyircgt,hä,za. Nagylttllü (Komitat Szabolcs), Csenger, Erdöd. Szatmärnömeti (Komitat SMtmär). Versecz (Komitat Temes), Dunaföldvär, Tamas (Kom. Tolna), Banlak, Töröllanizsa (Komitat Toron» tal), Letenye, Pacsa, Zalacgerszeg einschließlich der gleichnamigen Stadtgemeiude (Komitat Jala), sowie ans den Munizipalstä'dten Szat» mörnömeti, Versccz und Zombor. 2. Aus Kroatien »Slavonien: aus dem Bezirke Poz>ga einschließlich der gleichnamigen Stadtgemeinde (Komitat PoHega). Die Einfuhr von frischem Fleisch ist nur zulässig, wenn die Sendungen durch Zertifikate des Inhalts ausgewiesen werden, daß die be-treffenden Tiere bei der vorschriftsmäßig ge> pstogenen Beschau sowohl in lebendem Zustand als auch nach der Schlachtung von einem be» hürdlichenTierarzte gesund befunden wurden sind. Durch die gegenwärtige Kundmachung werden die Kundmachungen des k. t.Ackerbau» Ministeriums vom 27. Mai und 13, Juni 1914, Z. 24.279 und 27,001 («Wiener Zeitung» vom 28. Mai und 14. Juni 1914. Nr. 121 uud 134). bezw. die h. o, Kundmachungen vom 3. und 19. Juni 1914. ZZ. 16.418 u, 18.112, außer Wirksamkeit gesetzt. Übertretungen dieser Vorschriften werden nach den Bestimmungen des allgemeinen Tier« seuchengejetzes vom l» August l909, N. (Y, Bl Nr. 177, geahndet. A. k. Landesregierung für Arccin. Laibach, am 1. Juli 1914. 1 t St. 19.686. j Razglas c. kr. deželne vlade za Kranisko z dne 1. juliia 1914, St. 19.535, glede uravnave uvažanja živine in mesa iz dežel sv. ogrske krone na Kranjsko. C. kr. poljedelsko ministrstvo je z raz-glasom z dne 26. junija 1914, Stev. 29.439, s katerim se uravnava uvažauje živino in mesa iz dežel bv. ograke krone v kraljovine iu dežole, zastopane v državnem zboru, do nadaljnje odrodbe na podstavi §§ 4. iu 6. obènega zakona o živinskib kugah z dno 6. avguata 1909, drž. zak. št. 177, ter mini-Btrskega ukaza z duo 10. februarja 1910, drž. zak. Št. 36, ukazalo tako: I. V zmißlu § 1., odstavek 1., prvega dela ministrskega ukaza z due 31. docombra 1907 (drž. zak. št. 282) in po doloèilu § 1., odstavek 2. in 3., ter § 4., toèka 2 , istega dela navedenega ministrskega ukaza je zaradi obatojeèib živinskib kug v deželab svete ogrske krouo prepovedano uvažati vsako-kratno v poštev vzete živinske vrste iz okuženib obèin in njili soseduih obèin, na-vedenib v uradnib, periodièuo izbajajoèib, c. kr. politiènim oblastvom prvo stopnje in ogledniin živinozdravnikom pošiljauib ogrskib, oziroma brvaško-slavonBkib izkazib o živin-skih kugab. II. Zaradi obatojeèih živiuskib kug v mej-uib okrajib, iu sicer: a) zaradi kuge v gobcu in parkljih v županijakib okrajih Nezsidor, Rajka (žu-panija Moson), Vagujbely (županija Nyitra), Malaczka, Pozsony z mestno obèiuo Szent- György (županija PozBony), Kismarton z meat-nimi obèinami Kismarton in RiiBzt, Nagymar-ton, Sopron (županija Sopron), Trencsen z mestuo obèino iatoga imena, VagbeBztercze (županija TroncBÈu), Folaöor, Köszeg z mestno obèino istega imena (županija Vas) in v mestu Pozsony na Ogrskem je uvoz parkljate živine; b) zaradi svinjske kuge v županijakib okrajib Nezsider (županija Moson), Vagujbely (zupanijaNyitra), Malaczka, Pozsony ztnestno obèino Szoutgyörgy (zupanijaPozBony), Bartfa z mestno obèino istega imona (županija Saroß), Alsolendva (županijaZala) in v meBtu Pozsony na Ogrskem in y okrajib Graèac (župauija Lika-Krbava), Èabar, Vrbovsko (županija Modruš-Rioka), Ivanec, Klanjcc, Jvrapina (županija Varaždin), Jaska [Jastrebarsko], Karlovac z mestuo obèiuo istega imena (žu-panija Zagreb) na Hrvaško-Slavonskem je utoz prašièev; c) zaradi sviujske rdeèice v županijskib okrajib Rajka (županija MoBon), Pozsony z meBtno obèino Szeutgyörgy (županija Pozso-ny), Felsöpulya (župauija Sopron), Pubö (žu-panijaTroucBön), Muraszombat, Szentgottbard (županija Vaa), Alsölendva, (županija Zala) na Ogrskem in v okrajib Ivauec (županija Varaždin), .Taaka [Jastrebarsko], Zagreb (žu-panija Zagreb) na Hr-vaško-Slavouskern je uvoz prašièev iz tob okrajev v kraljoviuo iu dežele, zastopane v državuem zboru, pre-povodan. IU. Zaradi zanešenih živinskih kug je prepovedano : a) Zaradi zaneSene kuge v gobcu in parkljib je prepovedano uvažati parkljato živino : iz Ogrske: iz sledeèib županijskib okrajev: Ara-nyo8maröt z mestno obèino Ujbauya (župa-nija Bars), Ersekujvär z mestno obèino istega imena, Galgöcz, Nagytapolcsauy, Nyitra z mestno obèino istoga imena, Nyitrazsam-bokr<5t, Vagsollye (župauija Nyitra), Csurgo Igal, Tab (županija Somogy), Tamäs (župa-uija Tolna), Bän (županija Treucsèn), Czolldömölk (županija Vas), Devecser, Papa /. meatno obèino istega imena (županija Ve8zprem), Nagykauizsa z mestno obèiuo istega imoua, Sümeg (županija Zala). b) Zaradi zaoešene svinjske kuge uvoz prašièev: 1. Iz Ogrske: iz sledeèih župauijakib okrajev: Szikszö (župaiiija Abauj-Torna), Kisjenö (zu-pauija Arad), Apatin, Baja, Zombor (žnp. Bacs Bodrog), Barauyavar, Mobacs, Siklöa (žup. Burauya), Bèkès, Gyula z raestno obè. istega imena (županija B6k6s), Mezöcsat (žup. Bor-8od), Mezökoväcsbaz (županija Csanad), Ti-Bzdntul z meßtuo obèino Szentos (županija C8ongrad), Adony, Särbogard (županija Fejer), Rimaszombat z mestno obèiuo istoga imena, (županija Göraör - Kishont), Pötervasär (županija Heves), Medgyes z mestno obèino istega imona (župauija Nagyküküllö), Balassagyarmat, Losoncz z mestno oWino istega imena, Szirak (županija Nögräd), Du-navecse, Vacz z mostno ohèino istega imena (županija Pest - Pilis - Solt - Kiskun), Alsöilada z mestno obèino Nyiregybaza, Na-gykällö (županija Szabolcs), Csenger, Erdöd, Szatmarnometi (županija Szatmdr), Versecz (županija Temes), Dunaföldvär, Tamas (žu-panija Tolna), Bänlak, Törökkanizsa (župa-nija Torontal), Leteuye, Pacsa, Zalaegerszeg z mestno obèino istega imona (župauija Zala), in iz mest Szatmarnometi, Voraecz, in Zombor. 2. Iz Hrvaške in Slavonije: iz okraja Požega z meBtno obäino istega imoua (županija Požega). Uvažanje svežega mesa je dopustno le tedaj, kadar je pošiljatvam pridejano potr-dilo, da je dotièno živino po predpisu ogle-dal oblastveni živinozdravnik v živem in zaklanem stanju, ter je našel popolnoma zdravo. S tem razglasom bo razveljavljeni raz-glasi c. kr. poljedelskega miniBtrstva z due 27. maja in 13. junija 1914, ät. 24.279, in 27 004, oziroma tukajšnji razglasi z due 3. in 19. junija 1914, št. 16.418 iu 18112. ProBtopki teb prepovedi so kaznujejo po predpisib obènega zakoua o živinskih kugab z dne 6. avgusta 1909, drž. zak. št. 177. V LJLibljani, dne 1. julija 1914. Laibacher Zeitung Nr. 149 1273 ________ 4. Juli 1914 Wien, 3. Juli. Kaiser Wilhelm hat an den Marine-kommandanten Admiral Haus nachstehende Depesche gerichtet: Nehmen Sie als Vertreter der k. und k. Marine den Ausdruck meines ganz besonderen Veileids entgegen anläßlich des jähen Hinscheidens Ihres Erzherzogs-Ab-mirals. Ich weiß, wie sein Herz für die Flotte schlug und wle er siir sie gewirkt hat. Ich habe aber auch die Zuver-' ^ mx '^" ^lsr weiterleben wird in den Offizieren und Mannschaften der österreichisch-ungarischen Marine. Alm mn- trauert meine Flotte, in deren Mitte ich mich oesmde, und welche morgen den Trauersalut feiern soll Z"r den fürstlichen Admiral, der auch ihr Freund war. Wilhelm II. N. ^ Admiral Haus hat wie folgt geantwortet: Niedergeschmettert von der Tragik des Schick-Ms sind uns die gnädigen Worte der Teilnahme, die Eure Majestät an mich zu richten die Gnade hatten, ^n wahrer Trost und ein Ansporn zu weiterer Arbeit. Genehmigen Eure Majestät meinen und der k. und k. -Kriegsmarine tief ergebensten Dank und die Bitte, anzubefehlen, daß Eurer Majestät mittrauernder stolzer Flotte unser innigster kameradschaftlicher Dank bekanntgegeben werde. Wien, 3. Juli. Die „Korrespondenz Wilhelm" meldet: Die von einem heutigen Morgeublatte zur Er« tlärnng des Fernbleibens des deutschen Kaisers gebrachte Notiz, daß der Polizeipräsident erwidert haben soll, er könne nicht für die Ruhe in Wien garantieren, entspricht selbstverständlich nicht den Tatsachen. Richtig ist vielmehr, daß für die Aufrechthaltimg dor öffentlichen Ordnung And Sicherheit aus Anlaß der Trauerfeierlichkeiten und üer in Ausficht gestandenen Ankunft des deutschen Kaisers von der Polizeidirettion alle Vorkehrungen in weitestem Maße getroffen waren und kein Grund zu Besorgnissen Horlag. Wie«, 3. Juli. Das Kriegsministerium gab einen 'Erlaß heraus, worin bekanntgegeben wird, daß die Hoftrauer für Erzherzog Franz Ferdinand als Armeetrauer M gelten hat. Demgemäß find in den ersten zwei Wochen an den Fcstungs (Käsern)flaggen Trauerflore zu befestigen. Die Wachen haben ohne Musik aufzuziehen. Das Spielen der Musik bei dienstlichen Anlässen entfällt. Ebenso haben keine Platzmusiken stattzufinden. Wien, 3. Juli. Das „Fremdenblatt" schreibt: Die Demonstrationen uor der serbischen Gesandtschaft haben !sich gestern leider im verstärkten Maßstabe wiederholt. Die 'Polizei hat selbstverständlich umfassende Abwehrmaß-regeln getroffen und alle Zugänge zur Gefandtschaft abgesperrt. Die Demonstranten versuchten aber gewaltsam in die Paulanernasse einzudringen und es lain zu förmlichen Attacken auf die Polizei. Die Vorfälle sind tief bedauerlich. Die Trauer der Bevölkerung follte nur in erhebender Weise zum Ausdruck kommen. Besonders die Wiener haben sich auch in Tagen großer und begreiflicher Erregung stets Zurückhaltung auferlegt und immer Disziplin zu wahren gewußt. Es ist deshalb auch die bestimmte Erwartung gerechtfertigt, daß Ruhe und Besonnenheit wieder die Oberhand gewinnen und daß sich die Ruhestörungen nicht mehr erneuern werden. Wien, 3. Juli. Unter dem Titel: „Aufrichtig und l offen" schreibt das Regienmgsorgan „Samouprava": Die furchtbare in Sarajevo verübte Tat und die gräßlichen Folgen, welche in schrecklicher Weise das unschuldige Serbenvolk in Bosnien und der Hercegovina treffen, machen es uns nnabweislich zur Pflicht, offen und wirklich die Wahrheit über das große und verabscheu-ungswürdige Verbrechen zu sagen und zu erklären, daß wir es aufrichtig verurteilen, daß wir aber den Vanda-lismus verurteilen, dessen Opfer das serbifche Volk in Bosnien und der Hercegovina ist. Es darf nicht vergessen werden, daß übereilte Konzeptionen über die Urheber und Initiatoren des Verbrechens das schon geschehene Übel nicht gut machen, sondern größeren Schaben zufügen können, als mcm im ersten Augenblicke annehmen kann. In den österreichischen und ungarischen Blättern wird teils mittelbar, teils ganz offen der Verdacht geäußert, daß Serbien in das Sarajevocr Verbrechen verwickelt fei. Unberechtigte Verdächtigungen und Beleidigungen berühren uns nicht. Das Sarajevoer Ereignis kann nicht gewaltsam zu einem Streitobjekt zwischen uns und Ostcrreich-Ungarn gemacht werden, weil über das Ereignis auch die übrige zivilisierte Welt urteilen wird. Am wenigsten kann dieses Ereignis durch journalistische Polemiken einem Volke und einem Staate aufgezwungen werden, welche davon keinen Nutzen haben. Denn heute wenigstens hat in Serbien die Überzeugung genügend Wurzel gefaßt, daß Serbien wegen seiner zahlreichen wichtigen Interessen in guten Beziehungen mit Österreich-Ungarn stehen und sich jeden Schrittes enthalten müsse, der eine allgemein scharfe Verurteilung bei allen Völkern erfährt. Die rohe, durch nichts gerechtfertigte Malträ-tierung der unschuldigen Serben in Bosnien und der Hercegovina wird als schwerer und politischer Fehler betrachtet. Gegenwärtig sind wir doch geneigt zu glauben, daß dies die Frucht der engcn Auffassungen der anderen behördlichen Organe in diesen Ländern ist, welche die Schuld an dein Attentate von sich abzuwälzen suchen. Wir glauben an den Verstand Wiens und erwarten deshalb, daß mail rasch und energisch diesem Wahnsinne entgegentreten werde, der den Brand des inneren Hasses und Kampfes in Bosnien und der Hercegovina schürt. Unser aufrichtiger Wunsch ist, daß die Verhältnisse in Bosnien und der Herccgovina so bald als möglich zur normalen Ordnung zurückkehren. — Bezüglich der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten, welche cms dem Wege der gesunden Nor« malisierung schon so fortgeschritten waren, sind wir der Ansicht, daß diese Beziehungen auch nicht aufgehalten werden können durch unbedachte, ungerechtfertigte, journalistische Verdächtigungen. Eine gewisse Störung in diesen Beziehungen als Frucht des uns nicht erwünschten Unglückes kann beseitigt werden und wir hoffen, daß sie rasch beseitigt werden wird durch aufrichtige und ernste Bekämpfung eines Übels, das in allen Ländern, dcm. nach auch in Serbien auftaucht. Neuc Herrcnhnusmitglicdcr. Wien, 3. Juli. Wie das k. l. Telegraphen «Korre« svondenz-Bnrean erfährt, sind Fürst-Großprior des sou« veränen Malteser«Ritterordens Fra Rudolf zu Har-degg zu Glatz und im Marchlande und der Präsident des evangelischen Kirchenrates Sektionschef Dr. Wolfgang Haase zn lebenslänglichen Herrenhaus-mitgliedern berufen worden. Das Friedensprotokoll von Niagara-Falls. Berlin, 3. Juli. Das Friedensftrotokoll von Niagara Falls, zu dessen Unterzeichnung Huerta seine De< legierten am 1. Juli ermächtigte, hat zum Inhalte die Organisierung einer provisorischen Bundesregierung von Mexiko. Sie soll, sobald sie sich in der Landeshauptstadt organisiert hat, die Anerkennung der Vereinigten Staaten und der drei Vermittlerstaaten Argentinien, Brasilien nnd Chile erhalten, zur Union, sowie zu den AVC> Staaten sofort in normale diplomatische Beziehungen treten. Die Vereinigten Staaten verzichten auf die Kriegsentschädigung. Das Nebcnprotokoll zum Friedensftrotokoll besagt, daß Huerta zurücktritt, und daß Veracruz tat> sächlich bis auf weiteres von den Amerikanern besetzt bleibt. Josef Chamberlain -j-. London, 3. Juli. Der frühere Staatssekretär für die Kolonien Josef Chamberlain ist gestern abends hier gestorben. ___ Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtet. Angekommene Fremde. Hotel „Elrf«nt". Am 2. Juli. Von Delpiny, t. u. l. Major; Rosenbaum, K'fm.; Kabath, Hippodromsinhaoer s. Familie; Sommer, In» aenieur; Sobelsohn. Ingenieur; Knoir. Köllner, Uhlmann, Rsde.. Wien. - Fritsch. Kaufmann. Tuppy, Rsoe., Graz. — Horvath, Nso.. Marburg. — Gustin, Kfm., Mottling. -Mooic, Kfm., Neudorf. — Slribe, Weingutsbesitzer s. Schwester, Marburg. — Kastner, Apotheker, Tolmein. — Dr. Haas, l. u. l> Regimentsarzt, Tuzla (Bosnien.) — Sterle, Rso. samt Familie, Forest Louisiana U. S. N. — Schäfer, Architekt, Reichenberg. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehöhe 306-2 m. Mittl. Luitdrucl 736-0 mm._____ « 2 U. N. 731b 28 0 S. mäßig teilw.oew. ^ 9 U. Nb. 32 1 19 3 SW. schwach 4> 7 U. F. 31 4! 18 5j NO. schwach ! halb bew. ! 0-0 Tas Tagesmittel der gestrigen Temperatur beträgt 21'?°, Normale 19-3°. I Viele Millionen I Conserven -Gläser Einkoch- Apparate I verbilligen I die HaushaU-Conierven I Eine neue Erfindung: I Dreyer'8 Fruhtsaft-AiWirat „RET I «Kex» Con8ervenglas-Ge8ell-Bchaft, Homburg v. d. II. ^eneral-Dopot: Wien, VII., Neubaug. 31. Verkaufsstelle in Laibach : Zweignieder-aasung der Firma l). Ramsch, Cilli ; Stefan Nagy, Laibach, Voduikplatz 5. Geldvermittler gesucht. Beamter wird instruiert. 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