Laibacher SCHULZEITUNG. Erscheint am 10. und 25. jedes Monats. Organ des krainischen Landes - Lehrervereins. ------- Vereinsmitglieder erhalten das Blatt gratis. Pränumerazionspreise :Für Laibach: Ganzjähr. (1.2-60. halbjähr. fl. 1-40.— M i t d e r P o s t: Ganzjähr. fl. 2*80, halbjähr. fl. 1-50. Expedizion: Buchdruckerei lg. y. Kleinmayr A Fed. Bamberg, Bahnhofgasse Nr. 15. Inserate werden billigst berechnet. Schritten und Werke zur Rezension werden franko erbeten. In Vereinsangelegenheiten. In der letzten Versammlung des krain. Landes-Lehrervereines wurden einige wichtige Beschlüsse gefasst, die wir im Nachstehenden auch den ausserhalb Laibach domizilierenden Mitgliedern mitteilen und sie hiemit zur Teilnahme bei der Ausführung derselben einladen. Es wurde nemlich beschlossen, dass sich der Verein in seinen diesjährigen Versammlungen hauptsächlich damit zu befassen habe, festzustellen, wie die Schulbücher lür die slovenischen Volksschulen auf Grund des von der letzten Landes-Lehrerkonferenz festgesetzten Lehrganges eingerichtet sein sollen. Das Gesammtresultat der Debatten und Beschlüsse würde dann eventuell in einer Art Memorandum an den hohen k. k. Landesschulrat geleitet werden. Vorläufig wurden bereits folgende Referenten bestimmt: Turnlehrer Herr Schmidt berichtet über den Turnunterricht (Versammlung am 30sten November); Herr Razinger über den Schreibunterricht (Versammlung am 15. Dezember); ferner wird Herr Belar Bericht erstatten über die Verwendung der slovenischen Volkslieder beim Gesangsunterrichte; Herr Žumer über den Abecednik, Herr Raktelj über den Sprachunterricht in der II. Klasse und Bezirksschulinspektor Herr Sima über das Zeichnen. Die Zeit der Versammlungen, in welcher die vier letztem Referate vorgetragen und über dieselben debattiert wird, wird später bekanntgegeben. Wir ersuchen nun alle unsere auswärtigen Gesinnungsgenossen, uns über diesen oder jenen der angeführten Gegenstände auch ihre Meinungen und Ansichten im schriftlichen Wege zukommen lassen zu wollen; dieselben würden vom Referenten zur Kenntnis der Versammlung gebracht, und könnten viel zur Klärung der Ansichten beitragen. Die Zuschriften sind entweder an den betreffenden Referenten, oder an die Redakzion der „Laibacher Schulzeitung“, oder endlich an die gefertigte Vereinsleitung zu adressieren. Laibach, 25. November 1878. Die Leitung des krain. Landes-Lelirervereines. Zweite krainische Landes-Lehrerkonferenz.* (Fortsetzung.) IV. Rechnen. Der Referent über diesen Gegenstand, k. k. Bezirksschulinspektor Job. Sima, schickte dem Ganzen^einige Worte voraus und sagte unter anderem: Bei dem Umstande, als * Zu Schluss dieses Artikels in der jüngsten Nummer (S. 325) hat sich ein uns unangenehmer Irrtum eingeschlichen. Der Berichterstatter über „Deutsche Sprache als zweite Landessprache“, Herr Gerkmanu, hat sich nemlich (was bei seiner Eigenschaft als Beferont der Ansschussantrügo auch solbst- % über das Rechnen ohnehin gediegene Werke und selbst recht gut eingerichtete Schulbücher existieren, erscheint es fast als überflüssig, hierüber noch Worte zu verlieren. Zieht man jedoch in Betracht, dass in vielen Schulen eben an der Hand der Rechenbücher eine Art Mechanismus einreisst, weil man vergisst, den Zahlen Leben zu geben, und dass ferner sowol der formale wie der materiale Zweck des Gegenstandes mehr oder weniger aus den Augen gelassen wird, so erscheint die Schaffung eines eigenen Lehrganges auch für das Rechnen als notwendig. Sie finden in dem Ihnen Vorliegenden vieles aus der von Dr. R. v. Močnik herausgegebenen „Anleitung für Lehrer zum Gebrauche der Rechenbücher“ verwertet; was jedoch den detaillierten Stufengang bei den Rechenoperazionen anbelangt, so erscheint derselbe vielfach als neu. Der Text des Lehrganges ist nun folgender: Erstes Schuljahr. Die vier Grundoperazionen im Zahlenraume von 1—20 mündlich und schriftlich: a) Anschaueu jeder Zahl (Kugeln, Stäbchen, Punkte, Linien, Buchstaben u. s. w.); &) Zerlegen und Zusammensetzen in Verbindung mit dem Messen und Vergleichen ; c) Vorführen der Ziffer, schriftliche Hebungen; d) Anwendungen; e) Wiederholungen: mündlich und schriftlich. — Bei Ueberschreitung des ersten Zehners ist besonders darauf zu achten, dass die Schüler den Einer- und Zehnerwert vollkommen erfassen. Die Reehnungsoperazionen schreiten nebeneinander fort und werden durch Zerlegung gewonnen. — Von 10—20 ist besonders darauf zu sehen, dass die Schüler bei der allseitigen Behandlung der Zahlen im Zu- und Wegzählen die vollste Sicherheit und Geläufigkeit erlangen. — Die sogenannte „angewandte Zahl“ hat sich mit Münzen, Massen und Gewichten zu befassen, die auf der Zehnteilung beruhen. Zweites Schuljahr. Die vier Grundoperazionen im Zahlenraume von 1—100 mündlich und schriftlich. Wiederholung der Rechnungsübungen im Zahlenraume bis 20; Betrachtung der reinen Zehner (Vorwärts- und Rückwärtszählen); Entwicklung der Zahlen in den aufeinander folgenden Zehnerräumen; eingehende Wiederholung der Rechnungsübungen im Zahlenraume bis 20, und zwar: Vor- und Rückwärtszählen, Zuzählen, Zu-sammensetzen, Wegzählen, Vervielfachen von 2 und mit 2, Messen und Teilen durch 2 mit entsprechenden Anwendungen. — Rechnungsübungen im Zahlenraume bis 30: a) Vor-uud Rückwärtszählen; b) Zu- und Wegzählen, und zwar Zuzählen der Einer, dann der Zehner zu Zehnern, der Zehner zu Zehnern mit Einern, der Zehner mit Einern zu Zehnern mit Einern (das gleiche Verfahren ist beim Wegzählen einzuhalten); c) Vervielfachen von 3 und mit 3; d) Messen durch 3; e) Teilen durch 3; f) Anwendungen. — In derselben Weise werden die Hebungen in den weitern Zehnerräumen vorgenommen, stets aber auch mit entsprechenden Anwendungen auf Münzen, Masse und Gewichte, soweit deren Gliederung auf der Hundertteilung beruht. — Elemente des Bruchrechnens: Halbe, Drittel, Viertel, Fünftel, Sechstel u. s. w., Zehntel und Hundertel; Preisberechnungen. Erittes Schuljahr. Die vier Grundoperazionen im Zahlenraume 1—1000 und bis zu den Tausendtein. Wiederholung der Hebungen im Zahlenraume bis 100; Erweiterung des Zahlenraumes bis 1000, und zwar: ä) Auffassung der Hunderte; b) Auffassung der Hunderte mit Zehnern; c) Auffassung der Hunderte mit Zehnern und Einern. — Addieren im Kopfe: a) Zuzählen von Einern zu Einern; b) Zuzählen von Zehnern zu Zehnern; c) Zuzählen von Zehnern zu Zehnern mit Einern; d) Zuzählen von Zehnern mit Einern zu Zehnern mit Einern; e) angewandte Aufgaben. — Schriftliches Addieren, erst ohne Uebergaug, dann mit Uebergang in höhere Ordnungen: a) Addieren blosser Einer; b) Addieren reiner Zehner; c) Addieren von Einern zu Zehnern und Einern verständlich ist) für die Ausscliussantriige und nicht für den. Originalentwurf erklärt. Er suchte demnach auch nicht die Gründe Professor Linharts zu entkräften; was er gegen die Ausführungen des letzteren vorbrachte, betraf nur Nebensächliches. A.d. E. d) Addieren von Zehnern zu Zehnern und Einern; e) Addieren von Zehnern und Einern zu Zehnern und Einern; f) Addieren mehrerer Summanden; g) angewandte Aufgaben. — Subtrahieren im Kopfe, unter Einhaltung desselben Vorganges, wie beim Addieren im Kopfe. — Schriftliches Subtrahieren, erst ohne, dann mit dem sogenannten Borgen1). — Multiplizieren im Kopfe: «) Vervielfachen von Einern mit Einern; b) Vervielfachen von reinen Zehnern oder reinen Hundertern mit Einern; c) Vervielfachen von Zehnern und Einern; d) Vervielfachen mit reinen Zehnern; e) Vervielfachen mit Zehnern und Einern; f) abgeleitete und angewandte Aufgaben. — Schriftliches Multiplizieren : a) Multiplizieren mit Einern; b) Multiplizieren mit Zehnern; c) Multiplizieren mit Zehnern und Einern; d) angewandte Aufgaben (kleine Flächenberechnungen). — Dividieren im Kopfe: Messen, dann Teilen: