^t.277. Dienstag, 1. December 189ß. _______ Jahrgang 115. Aibacher "Mw73"?<""5": Mit V»stv,l,endun°- ganzlühr««, st l». Halbjahr!« st, '«'Im «°"pl°^: ^ " Inseln»« bl« z„ 4 Zfli«n »» lr grOß,?« ptr Ztilr » tt-: btl üfierfn Wlobrrhol'iugm per Zeile » lr. Die »Latb. Zelt.» «rlcheint lüfllich, mit «u«nal,me der Vonn» und fseieita«. Die >b»»«lftr»tt»»» befindet ftH T»»«re<«vllltz Vll.», dir «ed»c^»n «»Hnbolga/Ie Nr, iz. Kprechstunben der «eboctlon von » bi» li Uhr »onnltt»««, Nnfrantierte lttriese werden nlcht angenommen, Vlanusrripte nicht zurüllgeftellt Amtlicher Theil. M-^^' u"d t. Apostolische Majestät haben mit ueryüchsier Entschließung vom 21. November d. I. zu^ntrolor der Staatsschuldencasse Josef Hi er at N^.""ector der Staatscentralcasse mit den system-ß'gen Neziigen der sechsten Rangsclasse allergnädigst '""nennen geruht. Vilinski m. p. llllp.^ k- und l. Apostolische Majestät haben mit k""Mster Entschließung vom 21. November d. I. l>if ""rrechnungsrath Cyrill Fuchs zuin Rechnung«« 3ina ""^ Vorstände des Rrchnungsdepartements der leck« ä'5!°"oesoirection " Wien und den Ober-^nungsrath Albert Tursky zum Rechnungsdirector s,^^nam mit den systemmäßigen Bezügen der ^ltn Nangslasse allergnädigst zu ernennen geruht. BilinSki m. p. W. ?^' k' und t. Apostolische Majestät haben mit deui «M" Entschließung vom 24. November d. I. h" «uteidirector Karl Hiltl in Treibach taxfrei ll«t l/^^ ^ues Forstraths allergnädigst zu verleihen »„ Ee. k. und k. Apostolische Majestät haben mit ^thiichft» Entschließung vom 23. November d. I. j" Msiich Schlick'schen Reviersörster Johann Laitl in ^"ne Verdienstlreuz mit der Krone allergnädigst ^ geruht. ^ und ^ ^ k' Landespräsibent in Krain hat den illy l .'Mär.Unterthierarzt Theodor Schaeber ' "ezirlsthierarzt in Krain ernannt. ^ei/ä^d hiemit bekanntgegeben, das» das l. l. Ehrengericht (i. V^z., Schillerplah Nr. 4) im ^ 5ä.. ^lne regelmäßigen Quartalsitzungen am ginnen ^'26. ^p"l' 5. Juli und 18. October ^ln am 26. November 1896. Vom l. k. Reichsgerichte. !?bte?b?»'?5v"'ber 1696 wurde in der l. l. Hof- und Staats» Blatts «,,^V'LtUck der rumänischen Nuögabe deö Reichs-"usg«geben und versendet. ---------------___________ Nichtamtlicher Theil. Aus dem Abgeordnetenhaus Wien, 29. November. Die Wiener Blätter ohne Rücksicht auf ihre Parteistellung würdigen die Bedeutung der inhaltsvollen Rede Sr. Excellenz des Herrn Unterrichtsministers Freiherrn v. Gautsch und bezeichnen sie als Ereignis des Tages. Das «Fremdenblalt» schreibt unter anderem: Der Unterrichtsminifter Baron Gautsch griff, schon heute in die Debatte mit einer Rede ein, die als eine ebenso lehrreiche wie gelehrte Abhandlung über diese Frage der sorgfältigsten Beachtung gewiss bleiben kann. Er führte hier auch den Nusspruch Platos an: «Leicht wird, der für Geld lehrt, der Sclave feines Schülers,» Er folgte der Entwicklung der Universitäten von ihrem Entstehen bis auf unsere Tage. Er bewies, dass die Grundzüge der Thun'schen Unioersitätsreform durch die Aufhebung der Eollegiengelder nicht tangiett würden. Die eigentlichen Vortheile des Eollegiengeldwesens treffen in Oesterreich nach seinen Ausführungen nicht zu, weil hier obligate Lehrgegenstände den Studenten zwingen, bestimmte Professoren und bestimmte Vorlesungen zu hören. Es gieng zweifellos ein ethischer Zug durch die Rede des Ministers. Er will den Professor frei von pecuniären Rücksichten wissen und jeden egoistischen Antrieb bei ihm vermieden sehen. Deshalb weist er ihnen feste und erhöhte Bezüge von staatswegen an. Tr stellt die idealen Ziele der Lehrer in den Vordergrund, denen sie jetzt viel freier nachstreben werden. Zweifellos hat der Minister alle Schaltenfeiten der Eollegiengelder anfchaulich hervortreten lassen. Den Autoritäten, die sich für diese erklärt haben, stellte er gleichwertige Gegner entgegen. Er wies sogar auf Hyrtl und Skoda hin. Er trachtete, alle Befürchtungen über die Schwierigkeiten auswärtiger Berufungen zu wider« legen und hob den Wert der Vorlage für die kleinen Provinzuniversitäten hervor und für jene theoretischen Lehrfächer, welche selbst in Wien nur über wenige Hörer verfügen. Eine gründlichere Behandlung dieser Frage, als sie seitens des Ministers geschah, ist gewiss nicht denkbar, und Baron Gautsch erntete auch in dem Beifalle des Hauses den Lohn für die Vertiefung dicser An-gelegenheit. Die «Reichswehr» äußert stch über den Gegen-stand folgendermaßen:___________________________ Der übrige Theil der Sitzung erledigte die Ve» haltsfrage der staatsgewerblichen Lehrkräfte und begann die Verhandlung über die Gehaltsfrage der Fachfchulprofefsoren. Es war zu erwarten, dass das Gros die Anschauungen, die sich schon im Budgetausschusse geltend machten, heute auch noch vertreten würde. Neues oder Richtunggebendes ist von den einzelnen Rednern heute nicht beigebracht worden. Der Unterrichtsminifter präcisierte den Stand» punkt der Regierung in einer langen, mit praktischen Beispielen und Erfahrungssähen reich gespickten Rede. Was in seiner Rede besonders angenehm berührte, war die peinliche Objectivität und das entgegenkommende Eingehen auf alle Bedenken, die in Theorie und Praxis gegen die «Aufhebung» der Eollegiengelder geltend ge« macht wurden. Die Rede des Ministers holte weit aus. sie suchte aber auch das kleinste Detail und behandelte es mit derselben Sorgfalt, wie die großen, principiellen Fragen. Von diesem Gesichtspunkte aus war die heutige Rede des Ministers das Ereignis des Tages. Die «Neue freie Presse» sagt unter anderem : Die Bedeutung der heutigen Rede des Freiherrn von Gautsch ist nicht zu verkennen, und man mag sich zu dem Problem wie immer stellen, Anhänger oder Gegner des Collegiengeldes sein, so wird «an aner-kennen müssen, dass der Unterrichtsminifter die Sache nicht leicht genommen, sie weder auf das Niveau administrativer Zweckmäßigkeit herabzudrücken noch in der unscheinbaren Verkleidung einer Budgetfrage durchzuschmuggeln versucht hat. Vs ist nicht zu leugnen, dass Freiherr v. Gautsch in Bezug auf manche Einwendung gegen seinen Vor« schlag neue Perspective« eröffnet, manches, was schon vordem zu seinen Gunsten angeführt worden war. in eine hellere Beleuchtung gerückt hat. Er wies in einer über« aus forgfältig gearbeiteten historischen Studie nach, dass die Einrichtung des Collegiengeldes keineswegs unterrichtspolitischen, sondern lediglich finanziellen Ursprungs ist, dass es zur Zeit, als die deutschen Universitäten als autonome Körperschaften sich selbst zu erhalten hatten, durch das primitivste Bedürfnis ge< boten war, dass es später, als die Universitäten Staats-anstalten oder Schöpfungen der Landesherren geworden waren, eine nothwendige Ergänzung der zu karg bemessenen Professorengehalte bildete, und dass es in der That auch eine Epoche gab. wo die Universitäten so hinreichend dotiert waren, dass der Unterricht öffentlich und unentgeltlich sein konnte. Feuilleton. '" Wort Plato's über die Vertraulichkeit. 'Ni l ^°" ^"' Ebmund Naher. >t,der w«5 H ist's, wenn Brüder einträchtig bei ^" ist ?« ^" I. heißt es in der Schrift. In der Mber s" .""e schöne Sache darum, wenn nicht bloß ^ 3reun^ °"ch andere Leute, gute Freund.', ge. t^°Nen i°°' streue Nachbarn und ferner stehende ^: »^"em. Einvernehmen ihre Tage dahin« ö^rtM, - °ucht gerade lein Friedensapostel nach Il?^Nisch°n >,""^ ^ihu Vllrrit zu sein, um an einem ^" ^ohllleV l"'"" Missklang gestörten Zusammen- 3 °uf^.?5 e" zu finden. Indessen nur selten stößt ö ewiaen «>'°^ trauliche Gemeinschaft. Wie es «M besH. ?°lnpf in der Natur gibt, so platzen >>»^. der « ^ Geister aufeinander, von denen der Hr glimvm>° lo gartet ist. Dabei geht's nicht ^w'NanH,V t°b- In der Hitze des Wortgefechts ^Muckz ^.P""ne verschossen, und die Wahl ^ '' Praktik A " °"zu sorgfältige. Dann kann ^ >„>: «N^ Anwendung der Sprichwörter wahr- ! ^ NllldV^lt wird. fallen Späne», «Wie es V/^uf ei,.„ "schallt, so schallt es wieder heraus» >^>te^ Klotz gehört ein grober Keil». V^e in k, 5" "un soll man es nicht verargen. >M^ vorb^ 7"egung sich der Worte entäußern. I zu legen; wenn aber ^ "" ho,, Erziehung ihr grobes Geschütz spielen lassen, so ist dies ein Zeichen, dass die guten Manieren in vielen Fällen nichts als Tünche sind. Und doch wird in diesen Kreisen recht viel nach der angedeuteten Richtung hin gesündigt; namentlich seitens der Gelehrten und Schriftsteller. Umversitäts-Professoren kanzeln ihre wissenschaftlichen Gegner auf dem Katheder ab alS wären es Schulbuben; und diese dienen ihnen auf die nämliche Weise. In ihren Schriften aber fowie in den beliebten Recensionen lassen die gelehrten Herren an ihren Eollegen, wenn sie auch nur eine geringfügige Meinungsverschiedenheit an den Tag legen, häufig lem autes Haar. Man kann da mitunter böse Worte lesen, die in einer weniger zahmen Welt, als die der Bücher-Würmer zu sein pflegt, blutige Handel nach stch ziehen würden. . ^ ., l. „, Wie derb Dr. Martm Luther seme Gegner ab« zufertigen pflegte, ist bekannt; es lag das in der Zeit. aus der als Andenken an den streitbaren Gottes« gelehrten Matthias Flacius sich bis auf unsere Tage der Ausdruck «Fläz» erhalten hat, womit man in manchen Gegenden einen groben, ungeschliffenen Menschen bezeichnet. Auch das Wort «Beugel» hilft die Erinnerung an zwei lampfesfrohe Theologen dieses Namens fortpflanzen. In unserem Jahrhunderte sagten sich d,e Philosophen Schelling, Hegel und ihr Anhang die Meinung, dass es eine Art hatte. Schopenhauer war groß im Schimpfen. Der Keltologe Glück entwickelte in seinen Streitschriften eine classische Grobheit; ebenso machten es die Naturforscher Schleiden und Vogt. Pie gegen- wärtige Tagespresse zeigt sich als eine unerschöpfliche Fundgrube aller Arten von Herabsetzung und Verdächtigung eines Gegners vom leisen Tadel an bis zur moralischen Hinrichtung, Aber nicht nur im Hörsaal und in der Literatur, auch im Salon und am Wein- oder Biertische gerathen sich die Vertreter entgegengesetzter Ansichten je und dann in die Haare; und zwar nicht nur Gelehrte, sondern auch Ungelehrle. Von spitzen Worten und stacheligen Redewendungen geht man zu Injurien über, ja kommt wohl gar thätlich aneinander. Es ist das eben lein erquicklicher Anblick; und der unbetheiligte Zuhörer, der bei dem Lärm wie ein Geist über den Wassern schwebt, möchte da manchesmal ausrufen: «Samiel, hilf!» Alle diese streitsüchtigen Individuen sollten sich einen Ausspruch Plato's, des unsterblichen Meisters der Philosophie merken, der in der That ein goldenes Wort ist und von jedem vernünftigen Menschen unter seine Lebensregeln aufgenommen zu weiden verdiente. In dem Dialoge von den Gefetzen sagt nämlich der große Athener über die Streitsucht Folgendes: «Wahnsinnige Menschen gibt es viele und in mancherlei Weise. Die einen sind es durch Krankheit; es gibt aber auch andere, die es durch ihre Leidenschaftlichkeit sind, durch ihren schlechten, natürlichen Charakter, in Verbindung mit einer schlechten Erziehung. Diese beginnen bei jedem kleinen Zwiste, der ausbricht, alsbald lein hestiges Geschrei und schimpfen dann jämmerlich > aufeinander los, während doch ein solches Benehmen in Laibacher Zeitung Nr. 277. 2370 1. December 1896^ Man wendet ein, dass mit der Aufhebung des Collegiengelds ein wesentlicher Anreiz für die Professoren entfalle, ihre ganze Kraft in den Dienst des Lehramts zu stellen, weil die geringere Leistung ebenso entlohnt werde wie die große. Darauf erwidert Freiherr von Gautsch nicht mit Unrecht, dass namentlich auf unseren Universitäten ein stalk besuchtes Colleg nicht immer ein Beweis für die große wissenschaftliche Bedeutung des Lehrenden, sondern sehr häufig darauf zurückzuführen sei, dass in diesem Eolleg ein obligates Fach gelehrt wird, für welches nur ein Professor bestellt ist, der überdies dadurch, dass er Mitglied der Prüfungs-Commission ist, eine starke Anziehungskraft auf die Studenten ausübt. Freiherr v. Gautsch bestreitet auch. dass durch die Aufhebung des Collegiengelds die Freizügigkeit zwischen den deutschen und österreichischen Universitäten leiden werde. Er gab in dieser Beziehung Daten und Ziffern, die Beachtung verdienen. Von 39 aus dem Auslande nach Oesterreich berufenen Professoren lehren 24 an den philofophischen Facultäten, an denen fast gar kein Collegiengeld gezahlt wird; sie können somit nicht durch die Aussicht auf reichliche Collegiengelder verlockt worden sein, dem Rufe nach Oesterreich zu folgen. Politische Ueberficht. Laibach, AU. November. Das Abgeordnetenhaus soll — wie in parlamentarischen Kreisen verlautet — in ununterbrochen aufeinanderfolgenden Sitzungen ungefähr bis zum 20. December die Budgetdebatte fortführen und nach den Weihnachtsferien die Debatte wieder aufnehmen. Im ungarischen Abgeordnetenhause wurden in der Sitzung vom 28. November nach Ueber-reichung der Mandate die Sectionen ausgelost. Der! Alterspräsident theilte mit, dass bisher gegen zwölf ^ Mandate Protest eingelegt wurde. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen. Die Sectionen traten sofort zusammen. Die nächste Sitzung findet heute statt. Der deutsche Reichstag setzte die Debatte über die Strafprocessordnung am 28. November fort. Nach Ablehnung des Antrags auf Entschädigung für unschuldig in Untersuchungshaft Genommene und nach Annahme des Antrags zum § 444, wonach ein Anspruch auf Buße seitens der Erben des Verletzten nur erhoben oder fortgesetzt werden kann, > wenn durch die Strafhast ein Vermögensschaden verursacht worden ist, erledigte das Haus den Rest der Iuftiznovelle in zweiter Lesung zum größten Theile in' der Fassung der Commission. Die von der Commission beantragte Resolution, die reichsgesetzliche Einführung der bedingten Verurtheilung zu erwägen, sowie eine Resolution, die Vollstreckung der gerichtlich erkannten Freiheitsstrafen durch das Reichsgesetz zu regeln, wurden angenommen. — Die Weihnachtsferien sind vom 18. December bis 8. Jänner geplant. Nach Neujahr soll, abgesehen von den Schwerins-Tagen, ununterbrochen die zweite Lesung des Etats gefördert werden. Hinsichtlich der Befreiung dergefangenen; Italiener meldet die Agenzia Stefani aus Gibati: Major Nerazzini beabsichtigt, in der ersten Woche des Monats December mit einer Colonne von ungefähr 300 Gefangenen Harrar zu verlassen. Nerazzini verlieh Adi'Sabeba am 7. November mit 26 Gefangenen, worunter sich der Commandant Gamara befindet. General Nlbertone bleibt bei Menelit in Adi-Sabeba, um den Transport der Gefangenen zu leiten. Eine weitere Colonne Gefangener wird in den erstm Tagen des Monats Jänner in Harrar zum Abmärsche beieit sein. Im französischen Ministerrathe machte Minister Hanotaux Mittheilungen über die Lage im Orient und erklärte, dass die Botschafter in Constantinoftcl ihre Thätigkeit in energischer Weise und im vollständigsten gegenseitigen Einvernehmen fortsetzen und sich ins« besondere mit der Ueberwachung des Verfahrens der Strafgerichtshöfe beschäftigen. Der Schweizer Vundesrath beschloss ein« stimmig, bei der Bundesversammlung die Revision der Bundesverfassung zum Zwecke der Einführung einer Einheitlichkeit auf dem Gebiete des gesammten bürgerlichen und Strafrechts mit Ausschluss der Gerichtsverfassung und der Civil- und Strafprocessoronung zu beantragen. Die Volksabstimmung über die Einführung der Einheitlichkeit wird getrennt erfolgen. Die rumänische Kammer und der Senat wählten das vorjährige Bureau wieder. Der ehe« malige Maire von Bukarest, Filippesco, und der Bruder des conservativen Exmimsters Ionescu verursachten an der Spitze von circa 400 lichtscheuen Individuen Straßenunruhen und Ansammlungen, welche die Polizei mit Steinwürfen empfiengen. Dieselben wurden jedoch leicht zerstreut. Das der serbischen Slupschtina unterbreitete Budget weist 66'73 Millionen Francs Ausgaben und 66 79 Millionen Francs Einnahmen aus. Die Steuereingänge übertrafen bedeutend den Vor« anschlag, namentlich die indirecten Steuern und die Ausfuhrzölle. Die diesjährige Ausfuhr war nahezu doppelt gegen das Vorjahr, besonders in Feldfrüchten und Borstenvieh infolge der günstigen Ernte sowie der ' gelösten Viehausfuhrfrage. Durch bedeutende Erhöhung des Nationaleinkommens wuchsen auch die Eingänge an directen Steuern sowie die Spareinlagen bei den Banken erheblich. Der Verkehr zwischen Belgrad, Sofia und Constantinopel ist wieder hergestellt. Aus Sofia meldet die «Agence Valcanique»: Die Agitation aus Nnlass der stattfindenden allgemeinen Wahlen hat in den letzten Tagen ihren Höhepunkt erreicht. Nahezu alle Minister, mit Aus« nähme des Ministerpräsidenten Stoilov, ferner sämmtliche Führer der Opposition sowie die hervorragenden Mitglieder beider im Wahlkampfe einander gegenüberstehenden Lager entfalten bereits seit Wochen eine intensive Agitation, Nichtsdestoweniger und trotz des Umstands, dass die drei oppositionellen Gruppen solidarisch vorgehen, ereignete sich keinerlei Zwischenfall. Die Regierungsblätter erheben gegen die Opposition den Vorwurf, dass sie durch Terrorismus nach unten den Wahlact zu beeinflussen beabsichtige. Das Journal «Mir» meldet, dass in Wraha, wo Canlov candioiert, eine Proclamation verbreitet wurde, in welcher seine Parteigänger aufgefordert werden, eine mit Dynamit bewaffnete Bande zu bilden, die am Wahltage die Behörden und das Wahlbureau angreifen folle. Aus anderen Orten, wo oppositionelle Candidaten aufgestellt ^wurden, meldet man ähnliche Vorbereitungen. Trotz der vollen Freiheit der Agitation sind die Aussichten der Regierung sehr gute. Aus Petersburg wird in Bezug auf die Audienz, welche der in besonderer Mission nach Russ-^land entsendete Adjutant des Königs von Serbien, ! Major Kasidolac, kürzlich beim Zaren in ! Zarsloje - Selo hatte, gemeldet, dass der Major bei i dieser Gelegenheit dem russischen Herrscher ein eigen- händiges Schreiben des Königs Alexander u reicht hat. „ M Das Athener Journal «Asty» "W" ^ folgende Note: Wie wir erfahren, hat der !"" ^ Gesandte, Bouree, das Gerücht, wonach ErMu u der griechischen Regierung über die U'^M Griechenlands zum Dreibunde nach einer "Iv 7^, zwischen ihm und dem Minister des Neußern,Slug abgegeben worden wären, für unbegründet """ ' Berichte aus Constantinopel W""^l-ein daselbst verbreitetes Gerücht, dass der ft"^ . Stallmeister Izzet Pascha, jetzt Commandant in Aleppo, exiliert und »n» «" g. flüchtet sei. . Nio dl Die Agenzia Stefani meldet aus "l Janeiro: Die Deputiertenlammer geneym'g einstimmig die an Italien zu zahlende EntM" z^ Der Gesetzentwurf wurde sogleich dem ScnatuM»^ Tagesneuigleiten. ^ - (Biographie des Erzherzog« ^ Ludwig.) Mit Genehmigung und unter dem ^ Ihrer l. und k. Hoheit der durchlauchtigste« s" ^ Herzogin Maria Theresa erscheint in der erft n v^ de, Jahres 189? eine Darstellung des ^ sl>' lauchtigften Erzherzogs auf humanitärem, lv>!1 ^, lichem. künstlerischem „no gewerblichem Gebiete z« »^. Das literarische Unternehmen, welches 5°"°"..° «Ml ceptlon seines Programms als auch die ^'^^ zstM der Durchführung der Initiative des Herrn «A^F< von Lindheim verdanlt, wird unter der "," ^ wissenschaftlicher Fachkraft« auch in <""""" ^ seiner schönen Ausgabe zu entsprechen trachten " ^ selbstverständlich mit seinem Reinerlrägmsse nl,r i ^ tären Zwecken dienen. Die Vestimmung derselbe« "^ Ihre l. und l. Hoheit die durchlauchtigste Frau U"" Maria Theresa vorbehalten. e st»^ - (Process Krauthauf.) KrautM Film Sinne der Anklage einstimmig huldig erl""' ^' Iusahsrage auf Slnnverwirrung wurde einftim ^» neint. Das Urthnl lautet auf achtzehn 3^"'/,<>"" Kerler«. Als mildernd wurde neben dem Gefta^g^ der schädliche Einfluss der Mutter auf den ^I^" berücksichtigt. Kcauthaus verzichtet aus jedes 3"°» und tritt die Strafe sofort an. «7 v.^ - (St er befall.) In N!zz° lft "" ^> der preußische Oberftmarschall und Reichstags« M> Karl Egon Fürst zu Fürfienberg geM iß Egon Iiirst zu Fürflenberg, geboren am 25.""" stt" , solgteimIahre1892seinemVllteralsH°uPtd"6 ,HB' schen Hauses und war Abgeordneter des deutsch" ^ll^ Mitglied des preußischen Herrenhauses, der ^M bergischen Kammer der Standesherren und oe .^,, ersten Kammer. Der Verstorbene war mit eine Talleyrand.Perigord vermählt. . > Aus ^ ! - (Ermordung eine» Kindes.)^ wird gemeldet: Per Droschkenkutscher Orig°rl!^ M!^ den das einjährige Kind seines Dienstgebers ° ^ M^ nachts im Schlafe sMte, gerieth darüber der ^ dass er dem Kinde die Gurgel durchschall- «-„ ,e> haftlt und erzählte kaltblütig alle Elnzem> . That. Der Mörder ist volllommengechesW^-^^ einem gesetzlich wohlgeordneten Staate nie und nimmermehr vorkommen sollte. Ueber diese Schimpfereien soll für aUe nur das einzige Gesetz aufgestellt sein, dass niemand einen anderen schimpfen soll. Wer bei irgend welchen Gesprächen mit einem anderen abweichender Ansicht ist, soll diesen belehren und sich selbst belehren lassen, ja belehren seinen Gegner und die sonst Anwesenden, aber dabei sich schlechterdings jedes Schmähworts enthalten. Bei dem gegenseitigen Verwünschen und Verfluchen, bei den weibischen Redensarten, die man sich mit hässlichen Benennungen gegenseitig zuwirft, gehen aus den Worten einer leichtwiegenden Sache bald die thatsächlichst schwersten Nusbrüche von Hass und Feindschaft hervor. Da redet man nur dem unliebenswürdigsten Dinge, der Leidenschaft, zuliebe, gibt seinem Zorne das reichlichste Futter; und in dem nämlichen Grade, als man früher einmal durch die Erziehung zahm geworden ist, macht man nun die Seele wieder wild, verliert sich, wird ein Mensch, der nur in wider» wärtiger Stimmung lebt — lauter bitterer Dank, den man von seiner Leidenschaftlichkeit empfangen muss. Zudem sind alle gewohnt, bei derartigen Vorfällm häufig auch noch dahin überzugehen, dass sie über den G?gner etwas Lächerliches sagen. Wer diese Gewohnheit annimmt, ist noch immer entweder vollständig von dem ernstanständigen Benehmen abgewichen, oder hat er doch grohtentheils eine höhere Gesinnung ver- Unerbittlich Gericht. Roman von K. Klinck. (52, Fortsetzung.) So fand sie keine Entgegnung auf die Worte drs Bruders. Dieser stand ihr mit verschränkten Armen gegenüber, sie finsteren Blickes betrachtend. Nach einer Pause erst fuhr er mit leicht erhobener Stimme fort: «Erinnerst du dich der Stunde, als wir uns genau so wie heute gegenüberstanden? Ich kann dir heute nur wiederholen, was ich dir damals sagte: das Opfer, das der Ehre der Familie Grüner gebracht worden ist, war ein vergebliches. Ihre Glieder werden zugrunde gehen, elend, eins nach dem anderen, und vielleicht — vielleicht auch einen Unschuldigen hinabreißen!» Seine Stimme war bei den letzten Worten zum Flüstertone geworden. Herbert Grüner schauderte frö« stelnd zusammen, während sein Blick wie in einer fernen Zukunft suchte. «Und dein Sohn?» fragte sie in der leisen Hoffnung, dass der Gedanke an diesen ihm neuen Muth einflößen werde. «Gerade an ihn dachte ich. Gebe ein barmherziger Gott, dass ich nicht an diesem meinen Sohne für die Stunde gestraft werde, in welcher ich meine Ehre, die Ehre meiner Familie höher stellte, als die Gerechtigkeit. Wo ist Irene?, fügte er rasch hinzu. ! ____— .-^ lviev'sie In Frau Hartorts Augen le^te e» M>^ wie in einem leisen Schimmer von yon» » ^ >v senkte den Blick, um nicht zu verrathen, Seele vorgieng. «Ich will dich zu ihr führen.» . «Weiß sie von meiner Anwesenyenl «Sie weiß von ihr.» f ^e s^. ^ «Und wie — ich meine —,w^..' erk"<'F> «Sie gibt nie ihre Gefühle z" ^ -^5 verräth ihre Gedanken nicht. Sle " ^ntgH"^ theilung von deiner Ankunft so "y^chlicht habe ich ihr eine andere gleichgll"ge ^, bracht.. Oje ist " «Ich will zu ihr gehen- ^ finden?» , Mlid" Ueberzeuqe dich von demselben i' ^n ^/ Frau Erkort schritt ihm ^sjM' >e entlang. An der letzten Thüre bl'eb ste 'zhc'" jF gerte, sie zu öffnen. Herbert Grün r, o^.g Entsernung nur langsam gefolgt wal, ^ r Schritte. , aehe"''.M ., «Ich werde allein z" hr ^ch -^t i" mit unsicherer Stimme '^wane ,H deinem Zimmer. Mit Harlort wo«, ^ ^ sammentreffen.» . ^ Thüre i ^Ht ß Frau Harkort trat von der ^1 ^b " c U den Bruder eintreten zu lassen. A,. dH 5- , auf sie; fönst würde er , in ihren Augen glühte und d^H sjch i" ^ Hände wie in ohnmächtiger MtY Laibacber'Neiwna Nr. 277. 2371 ^^^____________________1. December 18W. ^ -^(Zusammenstoß zweier Elsenbahn-iuge.) Einem Telegramme der «Peterburgslija Vjedo« °>°stl» aus Roftow am Don zufolge fand am 25.d.M. «ei der Station Nachilschewan der Südostbahn ein Zu« <°»«enftoß zweier Cisenbahnzüge statt, wobei viele Passagiere schwer verwundet, einige gelobtet und fünfzehn «°«m zertrümmert wuiden. «, —(Die Medaillen von Chicago.) Au« «etvvorl schreibt man: Endlich find die Prelsmedalllen ur die auf der Weltausstellung in Chicago Prämiierten '"tiggefttllt und sollen vertheilt werden. Nun find aber »on den Preisgekrönten etwa dreihundert nicht mehr auf-zufinden l Eine köstlichere Ironie auf die Vummelei, die °el der Herstellung dieser Medaillen geherrscht hat, lässt Nch lau» benlen. Nächstens werden in den Zätungen Aufrufe nach vermissten Prelsgellönten von der Chicagoer Ausstellung erscheinen. _____ üocal- und^Provinzial-Nachrichten. * Philharmonisches Concert. Wenn Kulchberichtelstatter so von berusswegen allwöchentlich «ine Anzahl von Ausführungen verfchiedenster Gattung zu besuchen haben, da gleitet wie an einem lkaleiboslop der Inhalt der mannigfaltigen Kunstgenüsse °" ihrem geistigen Auge oder Ohre vorüber, und es "Gn schon bedeutende Vorlommnisse. Kunstereignisse hervorragender Art sein, wenn sie mehr als vorüber-«thend durch sie gefesselt werden. Ein solche« Ereignis A" das am Sonntag veranstaltete zweite Mitglieder. Koncert der philharmonischen Gesellschaft, auf dem, wie " ersten Concerte, ein Hauch seltener künstlerischer Voll» °m«enheit ruhte, und den Zuhörern eine Fülle mufila» Wee Genüsse geboten wurde. Die Zuhörerschaft nimmt don Concert zu Concert zu, der große Saal der Tonhalle blro fich bald als zu llein für die große Kunstgemeinde "Weisen, und jeder Besucher lehrt ficherli " erfreut und "friedigt aus dem schönen Concerlsaale heim, denn die Andrücke, die er dort empfängt, bleiben ihm lange haften, l° die Erinnerung an derlei Kunstgenüsse ist gleich, bedeutend mit dem Zuge zum Idealen. Den Höhepunkt des Programms und auch den Höhe» punlt der Begeisterung von Seite des Publicums bildete bl« dritte Nummer: Veethovens poetisch-schwärmerisches Elllvler.Concert in Omol! op. 37. Herr Mufildirector Illhrer, der leider viel zu selten das Publicum durch !kine Kunst elfreut, lann den besten Veethovm-Spielern ^ziihlt werben. Seine vornehme, geistige Auffassung, ^ Aarheit der Wiedergabe, die überzeugende Art, den ^.M wiederzugeben, die reine Technil, die fich nie .? Mannten lrastgenialen Unschönheilen gefällt, ver- ,?" sich zu einer meisterhaften Leistung, die ihren ^? «tindruck auf die Zuhörer ausllbt. Das Orchester ^"legte ftch trefflich, unter Leitung des Concertmeifters H"" Verftner. der fich. wie in ähnlichen Fällen, als Mhtiger Plrlgent erwies, dem Solisten an. H-rr 5^"r wurde nach jedem Satze durch begeisterten Veisall ""Zeichnet und musste nach demselben ungezähllemale ""' den, P^lum erscheinen. .^,,^n Veginn des Abend« machte die Ouvertüre zur fischen c»per «Donna Diana» von E. V. v. Rezn!k,. "".ei« gebürtiger Wiener, derzeit als Kapellmeister am U « " ln Mannheim thätig ist. Die Ouvertüre er. ' "' nch befonderer Beliebtheit seitens der Eoncerlvereine "° Wurde überall mit groh?m Beifall aufgenommen. In h-"l ist gestern die Oper ausgeführt worden, doch ist uns 'zur Stunde ihr Schicksal noch unbllannt. Es ist ^Mcn. Es war"^ eine solche sich gefallen lassen und dazu schweigen h. Herbert Grüner öffnete die Thüre, aber gleichsam lle n^""t blieb er auf der Schwelle stehen. Das betr^ A""", welches er in diesem Augenblicke un^ fidele einen grellen Contrast zu dem Glänze ^zeichn«. ^"' welcher die Harlort'sche Wohnung lose »^ !°" "ur nothdürftig eingerichtet. Eine farb-8ewttl7?^erwftete bekleidete die vier Wände; weihe, Fe2"'he Vorhänge, die nicht einmal der Höhe der V ^sprachen, verhüllten dasselbe, so dass em °es^ "°ch außen nur beim Zurückschlagen derselben aus?« ""' Die wenigen Möbel, welche den Raum stanzn- waren Herbert Grüner bekannt; ste ent. "Men dem Elternhause. «UH ?? " in seinen Knaben- und Iünglingsjahren erinn ''^^ °lt in der Msindcstube gewesen war so Wen ! ^ ^^ von einem gelgentlichen Besuche deö> lvübnsi^ kine« Schranke«, der, bei einer ganz ge-hol> '^" Ausstattung und obwohl von geringwertigem Enae.F"beitet, nn paar vergoldete, gut geschnitzte bei /el« ^ "s Zierat trug. Diesen Schrank sah er Negen3"^'"tt." in das Zimmer sogleich au der ih^°" befindlichen Wand, und daduich dräligte ftch stiiti^n, 7"""tl)ung °uf, die auch später ihre Be-tichtu "^land, dass seine jüngste Schwester d,e Em-ihtiaen " Gesindestube aus dem Elternhause zu der urn gemacht habe. ^ (Fortsetzung folgt.) immerhin sehr ehrenvoll für den Componisten. das« die Ouvertüre, losgelöst von der Oper, fich im Concertsaale so rasch die Gunst des Pubiicums erobert hat; ein gleich glückliches Los warb wenigen solchen Weilen beschieden. Um zwei Hauptthemen schlingen fich gleich duftigen Ranken im »/i« Takt in brillanter Mache reizende Gewebe blühender, klingender Instrumentation. Die leicht-fassliche, fröhliche und dabei doch geistvolle Composition, die. frei von Trivialitäten, so glücklich die Luftspielstim, mung vorbereitet, wurde vom philharmonischen Orchester unter Leitung des Herrn Directors göhrer mit feu» rigem Schwung« und großer Technil wiedergegeben. Da« Publicum bereitete dem schönen Werke einen fehr warmen Empfang. Wie wir bereits kurz berichtet, verabschiedete fich die Opernsängerin Fräulein Antonie Stifter, deren leider fehr kurzes Willen auf der deutschen Bühne in an« genehmer Erinnerung bleiben wird, vom Publicum, indem fte die Romanze von Myerbeer aus der Oper «Prophet» und die Lieder «Der arme Peter» von Schumann und «Per Engel» von R. Wagner vortrug. Die Stimme der Künstlerin ist ein Mczzosopran, der sich mehr nach der höhe hin ausdehnt, dessen Töne in der Miltellage eine schöne Klangsülle besitzen, während es dem liefen Register an Kraft und Farbe fehlt. Die Vorzüge, die wir Fräulein Stifter als Opernfängerin zuerkannt, schöne Empfindung, gute Vocalisation und muftergiltige Deutlichkeit der Nus/prach?, treten auch im Concertgesange sehr Vortheil-hast hervor. Das starke Tremolo der sonst ganz angenehmen Stimme, eine Folge der Ueberanftrengung einer vielbeschäftigten Sängerin, ist für ein empfindliches Ohr auf die Dauer jedoch weniger leidlich. Fräulein Stifter wurde sympathisch empfangen und nach jeder Nummer ihce« Vortrug« durch wiederholte Hervorrufe gechrt. Das fesselnde, reichhaltige Programm des Concerts beschloss die Symphonie in v-äur, op. 4, von Johann Suendsen. Der norwegische Componist ist der Zuhörer» schast ein lieber Bekannter, seine Kammermusilweile haben das größte Wohlgefallen erregt. Wie alle Kompositionen Svenbsens, ist auch die hier zum erstenmal ausgeführte Symphonie natürlich und fließend, dabei fesselnd und von gesunder Empfindung. Während bei G^ieg und Sindlng der Scanbinavlsmus in häufig sehr aufdringlicher Weise bis ans Barocke streift, tritt die Beeinflussung Soendfens durch nationale Weisen wenig hervor. Der Wert der einzelnen Sähe ist ungleich; die dräuenden Wollen, die der Componift im ersten und letzten Sahe auflhürmt, sind ganz vorübergehend, schnell heitert fich der Himmel auf und dem geüngstigten Zuhörer, der nach den M Steigerungen das furchtbarste Ungewitter über feinem unfchulbigen Haupt« sich entladen siehl, reicht der Componist «it einem liebenswürdigen, harmlosen pp lächelnd die Hand. Am zutreffendsten könnte man da» mit der Bezeichnung »erkünstelte Steigerung mit nachfolgendem Verflachen der Stimmung» charakterisieren. Bedeutungsvolle Momente voll Tiefe und edler Gedanken weist da« Andante auf. Leider traf diefer schöne Satz nicht mehr die richtige Stimmung beim Publicum an und üble nach den aufregenden voran« gegangenen musilalifchen Genüssen, bei der hohen Tempe-ratur im Saale fogar bei einem Theile eine fanft-einlullende Wirkung aus. Der Uebelftand, dafs eine große Symphonie, die die ganze Spannkraft des Zuhörers in physischer und Psychischer Beziehung beansprucht, den Schluss eines Concerts bildet, haben wir wiederholt beklagt. Ltider lässt sich da wenig ändern, denn selbst die Wiener Concerte müssen mit diesem nothwendigen Uebel " Einen leuchtenden Schimmer wirft der drille Sah, ein ^llogro 6(ckor2»näo in °/. Takt, auf die ganze Symphonie; da« singt, jubelt, levenssprühenb von Anfang bis zu Ende, dass es den hellen Jubel beim Publicum hervorruft. Ueppig strömt der Klangreiz einer frischen, überquellenden Empfindung hervor. Dieser prächtige Sah sichert schon der Symphonie die sreunblichfte Ausnahme, wobei nicht übersehen werden soll, dass die Form» und Klangschönheit aus allen Sähen der Symphonie eine beredte Sprache spricht. Die prächtige Ausführung bewies, dafs der Dirigent tief in die Geheimnisse der Partitur eingedrungen war. Klarheit und Energie war in der thematischen Gliederung »u spüren und die Einzelnheiten, die Anmuth im zweiten, die seelische Belebtheit im dritten Sahe, gelangten zu» schönsten Ausdrucke. Größere Zartheit wünschten wir nur bei den bolzinstrumenlen, die im dritten Sahe gar zu trocken ihre Figuren brachten, während da« Blech stellen-weise des Guten zu viel that. Diese Andeutungen mögen aber nur beweisen, wie hohe Ansorderungen bereits an ieden der ausübenden Künstler gestellt werden. Wie bereits erwähnt errang der dritte Sah einen durchschlagenden Elfolg, 'während die anderen Sähe mit freundl'cher Hochachtung aufgenommen wurden. ^. — (Allerhöchster Dank.) Ihre Majestät die Kaiserin haben Allerhöchstihren Ooersthofmeisler zu beauftragen geruht, dem Oemeinberathe der Landes-Hauptstadt üaibach sür seine üoyalitätslundgebung an» lässlich des Allerhöchsten Na«ensfefte« dcn allergnäoigsten Dank Ihrer Majestät der Kaiserin aussprechen zu lassm. — (Militärisches.) Transferiert wurden: Der Lieutenant Karl v. Nagel vom Landwehr-Infanterie-Regiment Klagenfurt Nr. 4 zum Landwehr-Infanterie-Regiment Przemysl Nr. 18; der Oberlieulenant Hugo Diamant (Domicil Brück a. d. Mur) be« Landwehr-Uhlanenregiments Nr. 2 zum Landwshr.Uhlanenrfgiment Nr. 6; die Lieutenante: Karl Nessel (Domicil Mittlrn-borf) des Landwehr»Infanterirregiments Linz Nr. 2 zum Landwehr-Infanterieregiment Vraz Nr. 3 ; Franz Voftischa (Domicil Cilli) des Landwehr-Infanterieregiment» Eger zum Landw?hr°Infanterierfgiment Klagenfurt Nr. 4; der Äau'Rechnungsaccessift im Verhältnisse «der Evidenz» Alfred Haußner (Domicil Brunn) des Landwehr-Infanterieregiments Graz Nr. 3 zum Landwehr-Infanterieregiment Brunn Nr. 14. — (Umfang der Steuerpflicht der Notare.) Auf Anfrage be« l. l. Justizministeriums, ob im Sinne der bestehenden Steuernormen die l. k. Notare auch aus dem Erwerbe bei Vcschäften des Ge-richtscommissarlats steuerpflichtig seien, hat da» l. l. Finanzministerium mit Note vom 17. October 1896 dem Justizministerium eröffnet, daf«, da die Notare zweifellos der Erwerbsteuer unterliegen, im Sinne des H 4, I de« Einkommensteuer-Patents, allerdings ihr gesammtls Ein-lommen aus dem Notariat in der Einkommensteuer erster Classe zur Besteuerung gezogen werden muss. zumal fich in den bestehenden Steuergesrhm eine Ausnahme sür das Einkommen, welches aus den über öffentlichen Auftrag beforgten Gefchäften flieht, nicht vorgesehen ist, vielmehr ja auch alle Staatsbedienftete rückftchtlich ihrer Dlenft-bezüge zur Besteuerung herangezogen werden. Selbstverständlich find die Notare aber im Sinne de« 8 10 des Einkommensteuer-Patents berechtigt, von diesem ihrem Gesammteinlommen alle im Notariat auflaufenden Auslagen, soweit das Geseh dieselben nicht ausdrücklich für nicht abzugssähig erklärt, in Abzug zu bringen, und besteht daher auch lein Zweifel, dass dieselben in jenen Fällen, in welchen sie gewisse Amtshandlungen über öffentlichen Auftrag unentgeltlich besorgen müssen, alle hiebei etwa auflaufenden, gehörig nachgewlefenen Auslagen von ihrem steuerpflichtigen Einlom«en abzuziehen be» rechligt sind. — (Ans der Central-Commission fllr Kunst« und historische Denkmale.) Au« de« Protololle der am 13. November 1896 unter dem Vor-sihe Sr. Excellenz des Herrn Präsidenten Dr. Joses Alex. Freiherr« von Helfe rt stattgehabten 12. Sitzung der zweiten Section der l. l. Centralco««isfton sür Kunft-und historische Denkmale entnehmen wir. dass Correspondent Lehrer Konrad Crnologar in Gt. Martin berichtete: 1.) das» da» gothische Ehorgewölbe der Filial-llrche zu Z?leznica (Eisenhof) bei Auersperg i» Jahre I860 abgebrochen und vier Console» daraus in die Um-fassungsmauer der Kirche eingesetzt wurden; 2.) das» in Gradiice bei St. Veit in der Filiallirche des heiligen Nikolaus alte Fresken hinter de» St. Anna-Altare aufgesunden wurden. Die Centralcommisfion beschloss, ihren Eonservator zu beauftragen, die Fresken zu besichtigen und wegen eventueller Vloßlegung derselben Vorschlüge zu machen; 3.) dass die alte Martine-Kirche bei Littai im kommenden Frühjahre abgetragen werde. Nach dem Antrage des Berichterstatter« beschloss die Centralcvmmis« fion die entsprechenden Schritte einzuleiten, dass das schöne Presbyterium in den aufzuführenden Neubau einbezogen werde. — (Zur Volksbewegung.) I« dritten ab-gelaufenen Vierteljahre wurden in dem 42.806 Einwohner zählenden politischen Vezirle Vottschee 110 Ehen geschlossen. Die Zahl der Geborenen belies fich aus 30b, jene der Verstorbenen aus 302, welche sich nach be« Alter wie folgt vertheilen: Im ersten Monate 18. i« ersten Jahre 46, bis zu b Jahren 137. von b bis zu 1b Jahren 46. von 15 bis zu 30 Jahren 14. von 30 bis zu b0 Jahren 25, von 50 bis zu 70 Jahren 39, über 70 Jahre 41. Es starben an angeborener Lebensfchwüche 3, an Tuberculose 29, an Lungenentzündung 19, an Diphlhe-ritls 2b, an Keuchhusten 6, an Blattern 1, an Scharlach 8, an Typhus 6. an Dylenlerle 12, an Wund« Injectionskrantheiten 2, an Gehirnschlagfluss 5, an organisch?m Herzfehler und Krankheiten der Vlulgtfilhe 3, an bösartigen Neubildungen 3, an verschiedenen sonstigen Krankheiten 176. Virunglückt find 3 Personen; Selbst-mord ereignete sich einer, hingegen lein Mord oder Todt-schlag. —o. — (Section Krain des deutschen und österreichischen Alpenverein«.) Wie bereit« ge-meldet, findet heute um 6 Uhr abends in der Glashalle de« Casino» ein Vortrag»»Nbend statt, auf dessen Programm ein Vortrag des Herrn Dr. Emil Bock über eine Be« stcigung des Vesuvs steht. Durch Mitglieder eingesührle Gäste find willkommen. * (Ueberfall.) Am 22. d. M. abends würd«, wie man uns aus Krainburg berichtet, ein gewisser Georg Ienlo aus El«ern, als er au« dem Gafthaufe des Michael Sterl in Zauchen trat, von dem auf ihn lauernden Andreas Piol von Nischostack, mit de» er vorher in dem Gasthause einen Streit gehabt hatte, «ittel« eim« sechslüufigen Revolver« angeschossen. Georg I.nlo fiel zu Voden; al» er wied« ausstehen »Me. gab Plol eluen Laibacher geitunq Nr. 277. 2372 1. December 189^ zweiten Schuss ab, und ein anderer Vauernbursche brachte Ienlo überdies eine Schnittwunde an der rechten Schulter bei. Die beiden Schüsse trafen den Ienlo ins Hinterhaupt. An dem Auskommen des Schwerverwunbeten wild gezweifelt. —r. "(Deutsches Theater.) Die gestrige Ausführung del neuesten Wertes der fruchtbaren Firma Echönthan und Koppcl'Ellfild, einer unmuthigen, luftigen Komödie in Knittelversen, gehört zu den besten in dieser an Novitäten reichen Spielzeit der fleißigen deutschen Vühne. Dieses unterhaltende Lustspiel mit dcm viel verheißenden Titel «Die goldene Eva» ist am vergangenen Samstag im deutschen Vollstheater in Wien zum erstenmale aufgeführt worden und hat nach dem übereinstimmenden Urtheile der Wiener Presse eine sehr günstige Aufnahme gefunden. Auch hier hat fich das Publicum an der schmucken, an lustigen Einfällen reichen Komödie sehr erfreut und ihr einen herzlichen Empfang bereitet. Die Hauptrolle lag in den Händen der beliebten Venefiziantin Fräulein Vichler, der das Publicum schmeichelhafte Ovationen durch stürmische Hervorrufe und in der Gestalt schöner Vlumenspenden bereitete. Die Künstlerin charakterisierte mit großem Liebreiz, schallhaft und doch voll inniger Empfindung, die junge, reiche Witw?,! deren Eitelkeit und hochfahrender Sinn durch die alles ^ bezwingende Liebe besiegt wird. Hervorzuheben sind auch die geschmackvollen, stilgerechten Toiletten, die Frl. Vichler zur Schau trug. Den Liebhaber, der im Oewande des Voldschmiedgefellen die schöne Witwe durch seine persönlichen Eigenschaften lirre macht, spielte Herr Müller! mit warme« Temperament und schöne« Etslihl in den! Liebesscenen, ohne den Humor, der über dem Ganzen ^ schwebt, aus dem Auge zu verlieren. Einen komischen Ritter von edlem Durste gestaltete Herr Felix mit seiner stets wirksamen gemüthlichen Komik ausgezeichnet, ebenso war Herr Am an als Graf «mit der traurigen Vlftalt» tresslich in Maske und Spiel. Fräulein Per-linger brachte mit ihrem bekannten ungezwungenen Humor wie immer fröhliches Leben in die Vor» ftellung und Fräulein Brauer war als vorlauter Lehljunge ganz in ihrem Elemente, denn da konnte sie Hände und Füße nach Herzensluft bewegen und ihrem Digagemtnt den lautesten Ausdruck verleihen. Das Publicum unterhielt sich prächtig, äußerte seine Ve-friedigung durch lauten Beifall und gieng mit dem größten Wohlbehagen aus die gelungenen Späss« der luftigen Toftümlomödie, die hoffentlich wieberholt werden wird, ein. Das Haus war sehr gut besucht. ^. — (Todt aufgefunden.) Per 52 Jahre alte, verheiratete Grundbesitzer Varthlmä Dolenc vulgo Kar° lovcan aus Glinel bei Großlupp wurde am 26. v. M. um halb 8 Uhr abends aus seinem mit zwei Pferden bespannten, leeren Wagen, der vor dem Gasthause des Anton Gale in Großlupp stehen geblieben war, lodt aufgefunden. Die sofort angewendeten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Nls Todesursache wurde Tchlagflufs con« fintiert. —I. — (Errichtung einer Fleischkonsum» Genossenschaft in Trieft.) In Trieft hat sich eine Flcischconsum«Genossenschaft unter der Bezeichnung «(^ouZornio popoIarL ßconoinieo per 1». vsuäita, äi ourrie, mkCLllüta,» gebildet. W>e die «Triester Zeitung» schreibt, sind, dank der eifrigen Thäligleil des Gründung«« Comite's, in weniger als zwei Monaten alle Schritte zur Verwirklichung der Unternehmung durchgeführt worden, der in allen Classen der Bevölkerung die wärmsten Sympathien entgegengebracht werden und die auch seitens der berufenen Ächöcden, und zwar der Statlhalterei, des Stadlmagiftrats und des Handels« und Seegerichts das gröhle Entgegenkommen gesunden hat. Das Gründung»« Comite wird nach den ersten Beitrittserklärungen zur Einberufung der ersten Generalversammlung behufs Wahl der Vereinsdirection schreiten, um darauf durch persönliche Einladungen dic Zahl der Genossenschaftsmitglieder zu verstärken. Die Nntheilsscheine zu 25 st., welche bann sogleich zur Ausgabe gelangen, werden bei der Vunca popolai-L eingezahlt werden, welche der Genofscnschast e,n Contocorrent für alle anderen Zahlungen eröffnet. Das Consortium wird ehestens vier oder fünf Fleischbänke in den ceutralen Stellen der Stadt eröffnen und Rind« und Kalbfleisch der besseren Qualität um circa 20 Procent unter den gegenwärtigen Preisen abgeben, so dass die Erwartungen, die die Bürgerschaft an die Thätigkeit des Conforlium« knüpft, sicherlich in Erfüllung gehen werden. In Laibach ist inzwischen sür die arme Äevüllerung durch Eröffnung einer Pferdefteisch'Verlaufs» halle, die fich des größten Zuspruchs erfreut, ebenfalls etwas geschehen. — (K. l. 0 sterr. S ta a ts b a h n e n.) Die Local« bahn'Linie Tarnopol'Kopyczynce mit den Stationen Ostrow« Berezowica, Proszowa . Milulince, Strusow, Trembowla, Dereniowla und Chorofllow wird am 25. November 1696 dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Hiebe« ge« langen sämmtliche Stationen für den Oefammtoerllhr, mit vorläufiger Ausnahme von Sprengstoffen, zur Eröffnung. Von dem Elüffnungstage dieser Linie an« gefangen wlrd der Personenverkehr bei den Güterzügen A«^.?"^°^ b« Swcke EtanMau.Hufiatyn von — (Cur-Liste.) In der Zeit vom 18. bis 28. November sind in Abbazia 193 Curgäfte an« gekommen. Neueste Nachrichten. Sitzung des Abgeordnetenhauses am 30. November. (Original'Telegramme, > In fortgefehter Generaldebatte wird der Gesetz' entwurf über die Regelung der Bezüge der Hochschulprofessoren verhandelt. Es fprechen die Abgeordneten Bärnreither, Groß, Pientak, Generalredner contra Sueß, Generalredner zn-o Kaizl und Referent Milewski, worauf das Eingehen in die Specialdetiatte bcschlossen und die Verhandlung sodann abgebrochen wird. ^ Abg. Pacal überreicht einen Antrag betreffs Regelung des Depositenwesens. Nächste Sitzung morgen. Die Vorgänge in der Türkei. ! (Original-Telegramm.) ! L o nd o n. 30. November. Die «Times» melden aus Constantinoptl, dass Mittheilungen aus russisch« ^ ! diplomatischen Kreisen auf ein vollkommenes Zusammen-gehen der Mächte der Pforte gegenüber hindeuten. > Philippopel, 30. November. Nach aus Con-> stantinopel eingetroffenen Berichten wurden in Slambul neuerliche Verhaftungen von Softas vorgenommen. ! ! Constantinopel. 30 November. Heute hat! die letzte Berathung der Commission für dieReorgani« sierung der Gendarmerie auf Kreta stattgefunden. Das' ^Protokoll wurde unter dem Vorbehalte der türkischen^ ^Delegierten geschloffen, welcher dahin geht, dass die ! Pforte principiell gegen die Einreihung fremder Mann-! schaflen in die Gendarmerie sei. den provisorischen Eintritt fremder Officiere jedoch gestatte. Die Abreise der Commission erfolgt Dienstag. Der russische Militär«! !Attachi, Oberst Peschkow, reist um einen Tag später! ! ab. Die Abreise der Mitglieder der Iustizcommission ist ! gleichfalls auf Dienstag festgesetzt. HelegratNtne. Wien, 30. November. (Olig.-Tcl.) Wie verlautet, begibt sich Ihre Majestät die Kaiserin von Wels unter dem Incognito einer Gräfin von Hohenems zunächst nach München und von dort über Paris nach Südfrankreich. Wien, 30. November. (Orig.-Tel.) Eine Wiener Privatcorrespondenz erhielt ein Telegramm von Vizzavona, ! wonach Prinz Ernst Windischgrätz, Oberlieulenant im Corpsartillerieregiment Nr. 11 in Lemberg, welcher aus Gesundheitsrücksichten in Corsica weilte, und sein Begleiter, der Arzt Maade in Vizzarona, von Banditen ausgeraubt wurden. Im fürstlichen Palais in Wien ist leine diesbezügliche Depesche eingetroffen. Der Prinz hatte sehr beträchtliche Barmittel und viel kostbaren Schmuck bei sich. Wien, 30. November. (Orig.-Tel.) Auch das Pro-fefsorencollegium der philosophischen Facultät der Wiener Universität erklärte in einer besonderen Kundgebung an den Minister Baron Gautsch, sich mit den Principien des Regierungsentwurfs, betreffend die Re« gelung der Gehalte der Hochfchulprofessoren, einverstanden. Wien, 30. November. (Orig.-Tel.) Heute fand im Festfaale der Universität die prornolio nub auspioii» der Candidaten der Rechte Emanuel Adler und Josef Fuchs statt. In Vertretung Sr. Majestät des Kaisers erschien Statthalter Graf Kielmannsegg, in Vertretung des Unterrichtsministers Sectionschef Beck. Wien, 30. November. (Orig..Tel.) Gestern fand unter dem Vorsitze Sr. Excellenz des Herrn Finanzministers R. v. Bilinsli eine mehrstündige Berathung der Experten der Iuckerindustrie statt. Dem «Fremden« blatte» zufolge legte R. v. Bllinski dar, die Belassung der hohen Ausfuhrprämien werde durch die Cartelle erschwert. Der Erlass eines allgemeinen Cartellgesetzes sei als möglich in Betracht zu ziehen. Die Experten bemühten sich, die Cartelle als Lebensbedürfnis der Zuckerindustrie hinzustellen, und erklärten sich bereit, demnächst Vorschläge zu erstatten, um die Bedenken gegen die erhöhten Ausfuhrprämien durch die Caitelle zu beseitigen. Wien, 30. November. (Orig.-Tel.) Die «P. E.» meldet aus Sofia vom Heutigen: Eine aus compe« tenter Quelle zugehende Mittheilung stellt fest, dass die Wahlen im ganzen Fürstenlhume, von unbedeutenden Ausnahme abgesehenn, in größter Ruhe und vollster Ordnung verlausen sind. Der Regierungspartei brachten die Wahlen einen über alle Erwartung glänzenden Erfolg. Sämmtliche Minister wurden gewählt, während von den Führern drr Opposition keiner ein Mandat zu erlangen vermochte. Die Opposition erlitt zahlreiche Einbußen, so dass sie kaum ein Fünftel der Gesammt» heit der Deputierten betragen wird. Budapest, 30. November. (Orig.-Tel.) Das Ab« geordnetenhaus wählte Defider Szilagyi mit 250 ' Stimmen wieder zum Präsidenten. Kossuth eKlt ^ Stimmen, der Rest der Stimmen zersplitterte M «" Haus wählte ferner die Abgeordneten Verzewiczy m Lang zu Vizepräsidenten und nahm sodann ^„77 ^ der Schriftführer und des Quästors vor. P"!^ Szilagyi, mit stürmischem Beifall begrüßt, erllal.^ werde ebenso wie die übrigen Mitglieder des «ur^ ohn Rücksicht auf den Parteiftandp'unkt stets m vou,« Objectivität vorgehen. . -^ Berlin, 30. November. (Orig.'Tel.) Fmauzn""'' Miquel ist erkrankt. Die für heute vormittags " beraumte Sitzung der Commission zur Vorberatyu^ des Schuldentilgm,gsgchtzes wurde infolge dchen u ", abgehalten. —' Reichskanzler Fürst Hohe"^ " Staatssecretär v. Marschall waren gestern mittags Neuen Palais zum Immediatvortrage beim Ka>" ,, Hamburg, 30. November. (Orig.-Tel.) D,e M^ der am Strike Aetheiligten wurde von der.^^ Commission noch nicht festgesetzt, soll aber b's l^-13.000 betragen haben, darunter 8000 veryem« mit 17.000 Kindern. Morgen beginnt die Vertye'lu « der Unterstützungen. Dieselben betragen für v" verheirateten acht, sür die Verheirateten neun uno > jedes Kind eine Mark per Woche. Die.StMen" glauben, diese Unterstützungen drei bis vier >w ^ aufrechterhalten zu können. Mehrere Lagerhaus-^, schaften entließen Leute, die zur Arbeit "Mnen " lassen den Betrieb vollständig ruhen. Die Mv.» verhalten sich ruhig. ^ „,„,on , den Prinzen von Nrupel. Der Miniswpr"!'" fügte hinzu, der König habe beschlossen, diese <5lM> ^ an den Staatsschatz aus seiner Ciuilliste zurückzUM , (Lebhafter Beifall.) Die einzelnen Minister leg<"' ". ischirdene Gesetzentwürfe vor, darunter das UM^ leinen Gesetzentwurf betreffs Reorganisation ber ^ ^ und den zwischen Italien und Tunis avaeschlo^ Vertrag. M Rom, 30. November. (Orig.-Tel.) Heute " der Papst ein geheimes Consistorium ab, in wel^ Pierotti und Prisco zu Cardinälen ernannt mehrere italienisch? Bischöfe präconisiert wurden- . Neapel, 30 November. (Orig.-Tel.) Der K" von Serbien schasste sich in Begleitung des WM' ,^ Corri an Bord der «Consienza» ein, um eine FH,M Golfe zu machen. Um 11 Uhr 15 Minuten nacht« der König die Rückreise nach Rom an. .^ Paris, 30. November. (Orig. Tel.) Die Le ^ feier des dänischen Gesandten Grafen Moltte-H"''^. fand heute unter außerordentlicher ^Heiligung >l>. Der Sarg verschwand unter den zahlreichen "^ll" Die Truppen erwiesen die militärischen ^ ^ bezeuqungen. Das ganze diplomatische Eorps >oiv ^ Präsident der Republik und sämmtliche Mimster vertreten. ^. c des Sofia, 30. November. (Orig.-Tel.) Der ^' ^ GencralMs, Oberst Iwanow, wurde inter,«!'!' >" der Leitung des Kriegsministeriums betraut^^^-? Aiterarisches. ^M Wiener Hausfrauen. Zeit!unl,- Diese, Ofl Wochenschrift tritt zu Neujahr den 23. I^g""« „er " empfehlen unseren Lesern, nur einmal eine Pr^'" ^ 6) i', «Wiener Hausfrauen.Zeituna.. (Wien. I. Salvatoraan ^ hcö verlaiMN, um sich von dem ungewöhnlich «lchen .' ^B»' Vlattes zu ulierzeua.cn. Da wird in Leitartikeln!^ g^M das die Familie oder Gesellschaft berührt, mit H",, " ^M l' behandelt; das Feuilleton bietet Beiträge von fei'""^^^"/... für unsere Vaclfischchen ist eine besondere Rubr^ ^hth"^ welcher sie ein gcistia.es Turnier abhalten, die Am ,f bringt spannende Novellen, mit junge Lescwelt. die sparsame Hausfrau findet ""cep,, ch^ gU Andeutungen zur Führung des Haushalts. W Hauo ^ neue Arbeiten für deu Arbeitstisch. ModcbcnclNc ^ ^" geistige Anregung in der Rüthsel. und Scha^ directs Jahresabonnement beträgt nur 5 Oulden und "' ^„„eM gesendet werden. Auch nehmen alle Buchhandlungei auf diese jeden Sonntag erscheinende Ausweis über den Stand der Thierseuche« «l für die Zeit vom 17. bis 27. November Es ist herrschend: ., ^uMb""" die «otzlranlheit bei Pferden im Bezirke ^ai" ^, in der Gemeinde Vrunndorf; . ^„ aleich" Mst die «chweinepest im Nezirle Nbelsbcrg "i °" "inde"...W Stadt; im Bezirke (Vottschee in den ^en Oroß"f,). (2 H.), St. Oreg'r (7 H.). Gottschee 2 No'M ^o,rf (1 H.), Gr°ßMaud(8 H.), Hinterberg 4.P.), H) 3^,. Kostet (l H.), Luscharie (2 H.), »l ^ Kr>'^ ^M (1 H.), Reifnitz (2 H.), Sodcrschw (^h ' Oezi^ /^l Tiescnbach und Unterdeutschau (ie 1 b,-)!/"/,(,.); "'^ol^'' in den Gemeinden Arch (4 H.) und Z'^^'s St. ^ H.)! Wrainburg in den Gemeinden Flödmss (1" Vilrcd"^ . alst^ (2 H.), Hrastje (3 H.), Maucic (2 H)./"d ^P.l.- ^.dc'! im Bezirke Laibach-Stadtmagistrat m o^ ^ A' ^tt" (1H,); im Bezirke Laibach.Umgebung '" Oez'". Piauzbüchel (1 H.) und St. Martin (4 V-I'^ih ^^ 0bl in den Gemeinden Obergurl (1 H.) ""°,^U "'/in?, Bezirke Loitsch in den Gemeinden Menmar" ,^cl. ^. (10 H.) und Zirkm» (2 H.); im Gemeinden Nmbrus (4 H.)! Döbern.l (l VsenH^de" St. Michael.Stopitsch (1 H.). Sagraz (» -V-/' -^ hctt ^ und Tüplih (1 H.); im Bezirke Ticherne"" ^^. Nutorai" öo a und Thal (e 1 H.). Tr.buce (-