PrSnumeratiouS Preise: Fitr Laibach: ^anzjiihrig ... 8 ft. 40 kr. H-lbtithrig ... 4 „ 20 „ Lierteljiihrig . . 2 „ 10 „ Mvuatlich „ 70 „ Laibacher Mit der Post: Vanzjithng. . . 11 fl. — kr. Holbjiihrig ... 5 „ 50 „ Biertkljiihrig . . 2 „ 75 „ FLr Zustcllung ins HauS vier-trljiihrig 25 kr., monatl. 9 kr. ttinjtlne Nnmmern 6 kr. 1 'agblfltt Anonyme Mittheilungen tntcbtn nicht beriickstchtigt; Manuscripte nicht zuritckgesendet. Redaction: Lahnhofgofle Nr. 132. Expedition- & Snferetee* Bureau: Longretzpla^ Nr. 81 (Buch-handlung eon Jan. v. jžftine mayr & Fed. Bamberg.) Jnsrrtion>-.)reise/<- Fttr die einspaltige Pl 6 4 kr., bei zwein,»Iia> schaltnng L 7 kr., br»n L 10 kr. InsertionssteKpel jedesmal 30 ir. Bei griSfjertn Inscriten unb Ssterer (Sinfchdllung chender Rabatt. Nr. 123. Freitag, 30. Mai 1873, — Morgen: Angela. 6. Jahrgcmg. Lack oder Predil? Wir geben im folgenbett die Vertheidigungs-ttbe des Jngcnieurs Herrn v. Siidenhorst, die sich zu einer glanzenden Apologie der lacker Linie gestaltete, im Auszuge wieder. „Hoher Gerichtshof! Als ich auf einer tech-nischen BegehungScommission beschafligt, die Nach-richt von der Beschlagnahrne der von mir verfahten Brvschfire erhielt, war ich im ersten Augenblicke fiber-rascht unb konnte mir eigentlich bis zum heuligen Tage bie Ursache bieser gerichtlichen Versugung nicht rrcht erklaren. Heute nach ben Auseinanbersetzun-gen des Herrn Staatsanwaltes ist es mir klarer, warum bie Broschiire confisciert wnrbe. Es hat bei Beurtheilung meiner Auseinanber-srtzungen cine ganz eigenthiimliche Auffassung platz-gegriffen, welche ich nicht einmal geahnt Habe. Die Broschiire wurde von der k. 1. Staatsanwaltschaft so aufgefaht, alS fei sir tine Schmahschrift, tine gegen bie Regierung gerichtett Streitschrift; das kann nun allerdings hcrausgelesen rotrbtn, roenn man diese Tendenz barin finben will, wenn man t6 fiber nicht unbebingt finben will, so rust diese Broschiire wohl einen ganz anderen Einbruck her-vor; fie ist direct gegen bas Monopol der Siid-bahn und gegen bie Bestrebnngen gerichtet, welche auf bie Fortbauer unb bie Erhaltung dieses Mono-pols gerichtet sinb. Die Frage, ob dieses Monopol gtbrochen oder erhalten werben soil, hat sormell rinen anberen AuSbruck gewonnen, und so ist der Kern der Frage: „Ob Predil- oder lacker Linie" tigentlich tein ondtttt als ,.Ob Monopol, ob freie Cvncurrenz". Beibe in Frage stehenben Linien haben ben ausgesprochenen Zweck, bie Rubolssbahn bis nach Triest zu verlangern; bit Rubolssbahn ist nur mit grotzen Opsern beS Staatsschatzes ermSg-licht worben, fit hat ben ausgesprochenen Zweck, cine selbstanbige Eistnbahnvtrbinbnng von btr Do-nau bis zum Mttrt htrzusttlltn. Das Projtct btr Rubolssbahn slieh abtr vorn Anbtginnt an auf grohe Schwierigktittn unb Hinbtrnisst, und trst ben energičen Anstrengungen be« Hanbelsministers Baron Wullerstorf gelang es im Jahre 1866, in bie gegen das Zustandekommen des fiir die Sfibbahn unbequemen ProjecteS gerichteten Machinationen eine Bresche zu legen, indem er allerdings mit grohen finanziellen Opsern eine Berzichtleistung ber Sfibbahn auf bas bem Zustanbtkommtn btr Rubolssbahn ent-gegenstehenbe Prioritatsrecht zu erzielen wutzte. Von biesem Momente an hat abtr auch btr Kampf um bit nach Tritst ffihrenbe Tract begonnen. Die Trace ber Rubolssbahn von der Donau bis Villach stieh auf ftine btfonbere Gtgntrschaft; anbers verhielt es sich deziiglich der Endlinit nach btm abriatischtn Mctrt. AlS bit Conctssionitrung ber Rubolssbahn im ffitrlt war, hattt man anfSng-lich btn AuSgangSpunkt fiber Ponteba nach Ubine unb Cervignano ins iluge gefaht; bamalS war Oesterrtich noch im Btsitzt bts vtnttianischtn KSnig-reicheS. Damals abtr schon rourbt das Prebilpro-jttct alS Gegtnprojtct aufgtsttllt, btnn bie Sfibbahn suchte bie Entscheibung fiber bie Richtung ber Trace moglichst zu verzSgern. Mit bem Btrlustt dts vtnt-tianischen KonigreicheS war die Frage ber Ffihrung nach Triest prinzipitll tntschitdtn, und nun gait eS fiir bie Sfibbahn unb ihre Gsnner, bie AuSfuhrung einer zweiten Linie nach Triest moglichst zu hem men; bas Prebilproject solite laitafatti vtsiitigt unb durch bie Linie Tarvis-Laiba.. "be? Ri.'rolfS» bahn ein Ausweg geboten werben. Die Rudol'fSbahn sollte an bie Sfibbahn angeschm' bet werben, abtr gerade bie Tracirung ber Linie Tt ,'oiG-Scir ’> gab ben AnstStz zur Slufftelluny b 3 PcojecteS, welches sehr schnell SBcbei. fahi' Nnn wurbe oaf Veranlassung dnzefoet Sami, .rrfi j; ber triefter Hanbelskammer unb tii;;eli ^4". ^ri!:n, welche mit ber Sfibbahn in ei.,;m \-§". tutr bn Brrhalt-nisse strhen, bas Project 1 % wUuer her. vorgeholt; untcv bieseti Prcftr. , ,!>n ist tc:r in btr Broschiire nicht M; Pff> : '.) gf-nwattlgrn Finanzministers beztichnet. 5>? w fl ing, al« set bie Broschiire zunachf; gegen b-’-; Casw be« Fiuanz-ministers ober gegen bie R'gienmg ger> )Ut, must ich entschieben enigegen-r^ten, unb ich glaubf, bag, ware bie Broschfire iib»rha''.pi yit 58trb>-ei(ung gr« langt, ‘faum bie Leser bitfelbtn bie Auffassung be« Herrn StaatSanwalteS /;*rooncett h'"?;. Die Bro» schfire geht der Tendenz ber Sfibbol,..gefellfchaft unb alien senen, welche sich an si> anschliehcn, scharf zu Leibe, bit Person deS Finanzministers unb baSBor-gehen ber Regierung wirb nur nebenbei evtoo.hnt. E« ist schwer, ja faum mSglich, bet Besprtchmig vvlkswirthschastlich-r Fngen bit Sacht von btn Ptrsontn vollstanbig zu trtnntn, btnn bit Ptrsontn treibtn unb machtn ja die SaI hcitte es sehr gewfinscht, ber Rothwenbigfcit fibtrhoben zu sein, bei Besprechung ber von mir ccr'retenen Eisenbahn-linie bie Person be« Flnanzministtr« in bit Discussion tinbtzithtn zu rnfissrn; abtr btr Ramt btS Baron be Pretis war mit ben vetschitbtnen Be-strtbungm zugunfttn ber Pttbillinit schon zu tin« Aemlleton. Fiir Baum und Wald. Eine Schuhschrift von M. I. Schleidm. Wer vermag sich bem Zaubtr zu tntzithtn, den bet toalb mit seiner feierlichen, tiefen Einsam-feit unb ©title, bit nur unterbrochtn wirb von gt-htimnisvoll seltsamem Fliisttrn, auf jebes empfSng; liche Gemfith au«fibt? Unb wit machlig mutztt bit-str (šinbruck trst auf btn Mtnschtn in stintr Kinb-hkit wirken, wo bit Fantasie noch ungtziigtlt von VtrstanbtSbilbung daS Roturteben in jtnt wundtr-bartn Sagen unb Marchen umfchuf, an benen wir un« noch heute gerne ergvtzen. Damals wurbe bem Walbe tiefe Ehrfurcht bargebracht, ber Baum als Stammbaum des Menschengeschlechtes betrachtet unb ben ©ottern in heiligeff Hainen gcopftrt. Abtr was vtrsttht man unttr Walb? Eint grotze Anzahl von Ba«nen, bie auf einer gegebenen Fliiche so dicht beisammenstehen, als e« ihre eigenthiimliche Natur ulaubt. Unb was sinb bie Baume, bie ben Walb znsarnrnensetzen? Die Btantwortung bitstr Fragt ist schon schwitriger, unb ts gtnfigt, barauf hinzu-wtistn, bah btr Baum tin Aggrtgat von Jnbivi-butn ist, bit au« einem einfachen holzigen Stamm in gewisser Hvhe sich zu einer astigen ober btiittri-gen Krone entwickeln unb butch eine eigenthiimliche btltbtt Masse, bem perennitrtnbtn Theile (ber lebenben Haul) be« PolypenstockeS vergltichbar, mit tinanbtr in Btrbinbung stthtn. Da« Ktrnholz ist tobte Masse pnh nut cine Stfitze fiir ben lebenben Theil bet Baume. Cine bestimmtt Lebensbauet berselben liitzt sich gar nicht bestimmen, unb bas Alter mancher noch existitrenbet Baume reicht bis zu ben srfihe-sten Daten ber griechischen und rSmischen Geschich>e. Die Cypresse be« Cortez in Mexico wirb von De-canbolle auf 6000 Jahre geschiitzt; ebenso alt ist ber burch Humbolbt berfihmt gewordene Zamang bei Guayra in Venezuela. Noch fteht bie Platane in Lybien, von beren Schonheit TerxeS auf fcinem Zuge nach Griechenlanb fo hingerissen wurbe, bah er fie mit Golbschmuck behiingte unb 3 Tage unter ihrem Schatten lagerte. Unter ben europaischen Baumen erreicht bit Eibe (TajuS) baS hSchste Alter, bann bie Eiche unb bit Linbe. Letztere ist auch bet beutfche Nationalbamn; Linben pflanzte man fiber* all in HSsen, DSrsern unb StSdten; Kirchen unb Kapellen zierte man bamit, unb Siegfried tčbtet btn Drachen unter eiyer Linde. An bie Eiche knfipst sich ber DruibenkuItuS ber Kelten, unb ber Slave hiingt befonber« an ber ©eibe. Die Natur blieb bem finblicheren Menschen btr Ttmptl Gotte«, bi« ba« ausgeartete, befehrung«wfithige Christenthum bei Mittelalter« bie fchone Symbolik vernichttte. Die Auffassung btr Wtlt at« tintr von Gott verlaff e» nen unb vom BSsen in Besttz genemmenen be-tvirlte jene entsetzliche Roheit gegen bie Natur, bit nvch heute burchgehenbcr Charakterzug bet Christen ist unb bie bebauerlichsten Folgen fiir Baum und Walb hatte. Um un« dieselben in ihrem ganjen Umfange tlarzumachen, ist eS nSthig, etwa« nSher auf bie Vebeutung des Walbe« einzugehen. Der Baum gewfihrt btm Menschen zunachst butch Stamm unb Aeste Bau- unb Brennholz, butch bie Blatter Refervefutter, burch bie Rinbe Gerbstofs. Die Nabtlhiilztt litftrn Harz, Pech, Theer, Buchm unb Eichen Mastfutttr fiir Schwtint, Mattrial zu Tisch- Aeit innig verknupst, als ftttt Einfluh Teitt so beSeu-tenber war, role er es heute ist. — Baron be Pretiš hat die Prebillinie seit bem Entstehen bieses GebankenS befitrroortet, ich Habe niemals es aus-gesprochen, bah eigenniltzige, unmorolische oder ver-achtliche Beweggrllnbe fiir sein Vorgehen mahgebenb waren. Baron be PretiS ist wahrscheinlich iiberzeugt, dah bie Prebilbahn fiir Oesterreich werthvoll iff, er betrachtet auch wohl das Monopol ber Siibbohn fiir nicht gefahrlich, vielleicht halt er es svgar fiir vortheilhaft; bos alles ist mvglich und bedingt durch-aus keine ehrenriihrige Voraussetzung. ES lag und liegt auch mir feme, Sr. Excellenz unmoralische Beweggriinbe zuzumuthen. Nach meitter Ueberzeugung bei-uht aber bie Pro-lection, welche bet Finanzminister ber Prebilbahn unb somit inbirect bem Monopole ber Siibbohn an-gebcihen ISHt, auf eineut Jrrthum. Die Prebillinie ist nichts anberes als bie Maske, unter welcher bas Monopol ber Subbahn gerettet roerben soll. Gegen bieses Monopol halte ich mich aber mit atier Entschiebenheit zu rampsen fttr uerpflichtet. Ich halte bie Ueberantwortung un-feres ganjen sublichen Verkehrs an eine auslanbische Gesellschast fiir bie Jnteressen Oesterreichs hochst schoblich, benn bie Vorgiinge be« JahreS 1859 stehen Mir noch in sehr lebhaster Erinnerung." Jngenieur v. Siibenhorst weist im ferneren SBertaufe seiner Rechtsertigung barauf Hitt, bah er in ber Verurtheilung bes Prebilprojectes mit vielen allgemein anerkannten EapacitLten des Abgeorbneten-hauses Lbereinstimme, unb berust sich speciell auf bie AuSspriiche Seiner Excellenz bes Dr. Herbst, Dr. Brestl, Manner, welch- gewih nicht bie Absicht haben, ber Regierung Hindernisse in ben Weg zu legen. (Der Borsitzenbe bis GerichtshoseS unterbricht ben Redner mit ber Mahnung, sich nur auf bie bom Staatsanwalte angefuhrten Puntte zu be« fchranfen.) Rebner erwibert, er Habe dies anfuhren mtlffen, urn zu zeigen, bah auch Persdnlichteiten von politischer Bedeutung unb ftreng patriot if cher Gesin-mmg bad PrebUprofect tierwerfen unb belampfen, unb beruft sich roieberholt auf bie Worte bes Dr. Herbst, bah baS Gelb, Welches ber Stoat fiir die Prebilbahn ausgeben wttrbe, buchstoblich ins Waster geworfen wSre. Rebner wieberholt nochmals, bah alle incrimi-nierten Stellen, wo von Entstellung, Falschung von Ziffern, politischer Gaukelei u. s. w. bie Rebe ist, ftch absolut nicht auf bie Regierung ober ein ein* zelneS Glieb ber Regierung brziehen fonnen, unb beweist bies bamit, boh er ja selbft in ber Bro-schllre, ©cite 48, jene Personen namentlich attgefiihrt WWMU, . ...■ v »T ■ - ■ SC —— terarbeiten, SOBalbftren u. s. w. Wichtiger wirb aber die Vegetation iiberhaupt baburch, bah in ihr ein toefentticher Factor liegt fiir bie (Srhaltung beS thierischen LebenS durch Regelung ber Warme unb Feuchtigkeit von Luft unb Šoben. Die erfte SchS-pferin bes organischen LebenS auf ber Erbe ist die Sonne; von ihr hangt bie Vertheilung ber Warme (Klima) ob, bie Storung bes atmospharischen Gleich-gewichtes (Luststromungen, Winde) unb bie Bil-bung atmosphcitifchet Nieberschlage, welche ber tro-ckeuen Erbe bie zum Bestehen ber Organismen nSthige Feuchtigkeitzusuhren. Die Pflanze verbraucht bei ihrer Vegetation eine grohe Menge Wosser, welches fie dutch die Blatter unb griinen Theile bleber ausbOnftet, dadurch viel Warme binbet, bie Lust obfilhtt und ihren Fcuchtigkeitsgehalt vermehrt. Die Luft lann bei jeber gegtbenen Temperatur nut kine ganz beftimmte Wassermenge in Dunstform aufnehmen; wirb nun bie Temperatur erniebrigt, so fcheibet sich ein groher Theil ber Feuchtigkeit aus unb bitbet Rebel (Wolken) „ober, roenn bie Aus-fcheibung gr8her wirb, Regen. Grohe, mit Vegetation bebectte Flochen fiihren so bem Boben bircct blebet Wasser zu. Die Auffasiung unb Slnerfennung Habe, auf welche sich bicfe Beschulbigungen beziehen. Es roerben ba ganz ousbriicklich bie Herren Escher unb Zisser als Versechter ber Prebillinie in ben Vorbergrunb geftetlt, benn biese beidcn Herren find gerabe so mit ihrettt Namen fiir bie Prebillinie in Bro-schuren unb offentlichen Vortrogen eingetreten, roie Rebner mit seinem Namen fur bad lacker Project eintritt. Nicht die Person, wohl aber die Ueberzea-gung bes Finanzministers 1st es, roetche Rebner in ber Broschiire zu bekcimpsen suchte, und nichts tag unb liege ihm serner, als ein Angriss aus bie Ehre unb ben Charakter besselben. Rebner schlieht mit ben Worten: Nicht bit Schmcihung unb Verbachtignng der Regierung ist das Motiv unb Enbziel ber von mir versahlen Broschiire, wohl aber ber von mir seit meiner Jugenb in mir lebenbe, ich mochte sagen an-erzogene warmste Patriotižmus, bas Streben, fiir bie Grohe unb Entwicklung Oesterreichs miizuwir-k:n, haben mir ben Jnhalt ber Broschiire bictiert unb rnich beroogen, mit atier Scharse gegcn die Bestrebungen zur Srhaltung deS Siibbahnmonopols, Bestrebungen, welche sich hinter bem Predilprojecte bergen, ouszutreten.________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 30. Mai. Inland. Die Regierung hat sich onge-sichts ber beispiellosen Borsenkatostrophe nicht uur barauf beschrankt, nenen Actiengesellfchaf-ten bie angesnchte Concession zu verroeigent, sie ertheilt auch keine Bewilligung mehr zur Errichtung von Spar-, Vorschuh- unb Crebitvereinen unb racist serner alle auf eine Erroeiterung deS Wirkungskreises unter neuer Belastung bes GelbmarkteS hinzielenben Statutenveranberungen schon bestehenber Vereine zu-riick. In Prog hot bie Statthalterei bies bereits befannt gemacht; es gilt bies aber auch fiir bie an* beren Lanber. Dies heijjt aber iibers Ziel hinaus-fchiehen. Wie bie Regierung bis vor kurzem bes guten zu viel that bei ber Ertheilung von Conces-sionen, so geht sie jetzt roieber viel zu raeit, roenn sie auch alien anberen Gesellschasten, bie nicht aus Actien gegrQnbet roerben sollen, bie Concessionen verweigert. Die Bilbung von Vorschuh- unb Sparkassen belaftet keineswegs bie Borse, unb bie Neiguug zum Sporen solite vonseite bes Stootes kein Hinbernis zu befahren haben. Im Kriegsministerium wirb eifrig an einetn neuen Str osgesetzb uch gearbeitet. Die jetzt noch in Kraft bestehenben ..Theresiana" ent-sprechen weber ben Ansorberungen an bie moberne Justizpsiege, noch ben Bebtirfnifsen ber Armee. Urn ben letzteren wenigstens theilweise gcrecht zu roerben, muhten bie mangelhaften Gesetzesbestimrnungen burch eine Menge von SSerorbnungen erganzt roerben. bieser wichtigen Thatsache ist alt, aber erst sehr split wurbe sie geroiirbigt. Die Folgen ber Entroalbung tonnen nach bem vorhergehenben leicht entwidelt unb historisch nach-gewiesen werben. Ueberalt, wo bieselbe eintrat, wur-ben grohe Lonberstrecken ben vernichtenben Angrissen von Winben unb Stitrmen pceisgegeben, bie Quel-len versiegten, bos Klimo verschlechterte sich, unb Durre unb Unfruchtbarleit trot ein; ber troctene Boben wurbe berwcht ober oom Regen fortgefpiilt, bis nichts blieb als bos nadfte Gestein. Die Wolbverwiistung zeigt sich in breierlei For-men: in volliger AuSrobung, im Vernichten bed Nachwuchses burch Weibevieh unb in Entfernung ber Bobenbecke burch Entnehmen von Wolbstreu. Die burch ben Loubfoll entstonbene Bobenbecke hat nciml'ch eine boppelte ©ebeutung; erstens vertheilt sie bos follenbe Wosser, hinbert seine Betdunstung unb erhitlt bem Boben bie nothige Feuchtigkeit; zweitens ffthrt fie ihm bie unentbehrlichen, loslichen Minerolsalze in gUnstiger Form zu, inbetn burch FaulniS bes gefallenen Loubes unb anberer Pflon-zeniheile einerseits bie Alkolien sreigemocht werben, anbcrerseits baburch Humus (Morerbe) enlsteht, Diese bilbeten nun einen sehr empfinblichen Hemtnschuh in ber Strosrechtspsleze ber Armee. Schon in ber nachften parlamentarischen Session roitb ber Reichsrath und das ungarische Parlament ben neuen, bis bahtn vollendeten Strafgcictzentraurf be-rathen. Bersasser besselben soll dec Ches der vierten Abiheilung bes KciegsministeriumS, General-Auditor Boro vicska, sein. Was die allgemeine Zenbenz bes Entwurses anbelangt, so soll bos Prinzip der Miinb-lichkeit bes Versahrens jugrunbe liegeit. Die Rechtspre-chung in Strassachen in ber Armee roirb Collegialgerich» ten aichcimfallen. DicAnzahl ber Collegialgerichte ist auf 38 fiir bie ganzc Monarchic sestgesktzt. Fnns-richtercollegien roerben liber schwere Verbrechen unb Drcirichtercollegien uber Vergehen unb Verbrechen nieberer Gattung entscheiben. Das Prinzip ber Vet-thcibigung bes Angeklagten, entroeber burch einen Abvocaten ober burch einen rechtskunbigen Militiit ist beibehatten. Das Untersnchungsverfahren soll sich mehr bem Anklageprozeh als bem nicht sonbet-Itch ersolgreichen inquisitorischrn Prozeh nahern. Mit bett am Dinstag abgehaltencn zwei kurzen Sitzungen haben bie beiben Hauser bes ungari* schen Patlornents ihre Thcitigkeit, roenigstenS bie offeiitliche, auf eine Woche vcvtagt.' Im Unter8 terhaufe warden blos einige Com aissionswahlen bliciert, raahrend daS Oberhaus nach kurzer De-batte die Gesetzentwiirse uber die Mobificierung ber Concessionsurkunbe fiir bie erfte ungarisch-galizische Eisenbahn mid uber die Bewilligung der 1872et Creditreste fiir ben Communicationsminister annahm-Der Finanzausschuh hat nun die Aufgabe, bas M»‘ terial fiir bie parlamentarische Thatigkeit so rasch als moglich vorzubereiien, unb er hat sich auch mit anerkennendroerther Rafchheit an bie Berathung beS I874er Bubgets gemacht. — Der ungarische Lanbesvertheibigungs-Minister hot seinem Bubget sOt bas Jahr 1874 ein lcingeres Expose uber bie Noth* roenbigkeit ber Vermehruitg ber Honvebcavallcrie bei-gesugt; biese soll vorlaufig baburch erreicht roerben, bah bie Jnsanteriecabres in biesem Jahre keine Zu-nahme sinbeii sollen. Aus bem ExposS geht aber gleichzeitig hervor, bah auch ber gemeinsame Krieg«' minister eine roeitere ethebliche Vermehrung ber Ca-vallerie als zur Schlagsertigkeit bes Heeres fflr noth-roenbig erachtet, unb es ist wahrscheinlich, bah schon bie nachstjahrige Delegation mit einer berartigen Vor-lage iiberrascht roirb. Ausland. Der beutsche Reichstag hat bie erfte Lesung des Etatgesetzes vollzogen. Zuc Einleitung in bie Debatte gab Delbriick eine lleber* sicht uber bie gesammte finanzielle Lage bes beutschen Reiches, roie sich bieselbe aus ber Zahlung ber franzosischen Kriegskosten-Entschabigung crgibt. Donoch hat Fronkreich bis jetzt vier Milliards auf die Contribution unb 278,900.000 FrancS ber bie FShigkeit hat, Wossetbirnste in groher Menge ausjunehinen unb zu tropfbor fliiffigcin Wosser zu oerbichten. Dieses sickert langsam in bie Tiese, bis es einen unburchdtinzlichen Baden erreicht, auf bem es in Fiiben abtduft unb enblich olS Quelle zutoge tritt. Durch Entwalbung ber Quellengebiete roirb aber bie quetlenbilbenbe Kraft zerstiirt, unb baS Land geht bet Wafferlosigkeit, ber Wiistennatur tnt‘ gegcn. Dir Belege hiefiit sinb leiber fo zahlreich, bah wit hier nicht naher barauf eingehen kSnnen. Wich» tiger noch fur ben Wohlstanb bes LoubeS als die OuontitSt bes Ttiu!- uttb NutzwasferS ist bie re* gelutagige Vertheilung bed fliehenben WafsrrS. Die bicfe Bodenbecke bes Wolbes hat die Aufgabe, baS oberflochlich verroitternbe Gestein zusammenzuholten unb vor bem Fortteihen zu schiitzen. Auf entblohtem Boben aber fturzt bas fallenbc Sasser rasch in grohe Rinnsale zusammen,_ reiht burch seine (Sfc* schwinbigkeit jeben Schutt, selbst grojjere Felsblocke mit unb iibcrbeit bamit in der Ebene sruchtbarc Lonbstriche. Wit erinnent nur an bie Ueberschwem-mungen, die im vorigen Jahre Bohmen verwilfteten. Auch die iibrigen Kronlanber Oesterreichs, vor alle tt -an Zinsen gezahlt mid schuldet demnach noch auf die erstere eine Milliarde und an Zinscn bis zum September b. I. etwa 22% Millionen Francs, so dah sich das gesammte Soll auf 1.413,406.706 Thaler belaufen wird. Zu dieser Summe kommen noch an sonstigen in Frankreich erhobenen Contribu-tionen 68,500.000 Thaler, wovon indes wiederum der fur die elsatz-lothringischen Eisenbahnen an Frankreich gezahlte Betrag in Abzug kommt, so dah fiber-haupt ein Soll von 1.395,000.000 Thalern ver-bleibt. Hievon kommen ferner in Abzug diejenigen l'/g Milliarden Francs, welche von vorneweg zur Bestreilung der durch die dem Reichstage vorgeleg-ten Gese^entwurfe erforderlich werdenden Beitrage reserviert warden, so dah von dem zur Vertheilung gelanzenden Bctrage auf ben norddeutschen Bund 591,232.278 Thaler und auf Siiddeutschland 143,662,771 Thaler entfallen. Die sfiddeutschen Staaten haben bis jetzt bereits zehn Millionen mehr rrhalten, als denselben nach Mahgabe der bisher von Frankreich gezahlten Contributioneu zusteht; inbezug auf den norddeutschen Bund bleibt indes noch cine Slide iibrig. In Deutschland ist man entschlossen, sich in die inneren Angelegenheiten Frankreichs nicht einzu-mischen und die Gestallung der Dinge ruhig abzu-warten, so lange fie nicht die deutschen Jnteressen beriihrt. Die gleiche Ansicht wird jedensalls von den ubrigen Machten getheilt. Wenn es sreilich der neuen Regierung einsallen sollte, was aus innern Grundeu allerdings mehr als unwahrscheinlich ist, in Spanien und It alien zu intervemeren, so konn-ten dadurch, wie der „Schlesischen Zeituug" officios telegraphiert ward, Deutschland und die ubrigen Miichte aus ihrer Reserve herauszutreten gezwungen werden. Mit welchem Ernste man ubrigens die Vrranderung in Berlin aussaht, geht daraus hervor, dah am Sonntag bereits sosort nach dem Eintressen der Nachrichten aus Frankeich eine vierstundige Mi-nistersitzung stattsand, in welcher man sich aufs ein-yehendste mit dieser Frage beschastigte und alle Even-iualitaten erwog; am Montag mittags wurde Bismarck in das Palais des Kaisers zu einer lan-geren Conserenz berufen, zu welcher daS Eintreffen «iner Depesche des deutschen Botschasters in Ver-lailles die Veranlassung gab. Der neue franzSsische Minister des Auswar-tigen, Mr. be Broglie, hat endlich Zeit gefun-den, den Cabineten die stattgehabten Veranberuntzen in ber Regierung zu notificieren. Wenn es wahr "•fy bah ber KlericaliSmus unb bas Jesuitcnthum on bem Sturze Thiers' einen grohen Antheil haben, werden namentlich die officiellen Kreise die neue Regierung Frankreichs, Mac Mahon an ber Spitze, das Kfiftenlanb, Krain, Tirol unb Vorarlberg, lei- *cn empstnblich unter den Folgen sinnloser Entwal-dung. Werden Walder an Kustenstrichen niederge-schlagen, so ergieht sich ber feint Flugsand ber Du-Nen weit in das dahinter liegende Land ; das cilteste Brispiel der dadurch angerichteten Verwfistungen tst !die Ostseite ber Sahara. Auch die „Lanbes" der 'Gascogne, einst waldreich und blfihend, zeugen von den schrecklichen Folgen leichtsinniger Waldverwustung, ^bensv die Kfiste von Ost- und Westpreutzen. Sol-chen Verhrerungen vorzubeugen, thut vor allem ver-niinftige Behandlung des Waldes vonseite bed Staa-4e« noth, both kann auch jtbtt rinzelne hiezu sein ^Dcherflein beitragen, denn: . „Wer einen Baum umhaut, dem fluchen die Kinder. Wer einen Banm pfianzt, den segnen die Enkel." Soweit Schleiben in seiner ebenso anziehenben ’»Is beleh enben Schrift: „Fur Baum unb Walb," welche hier im Anszuge mitzutheilen wir uns nicht verfagen konnten, umsomehr als gewissenlose Specu-lanten seit Jahren den Holzreichthum Krains in un-berantwortlicher Weise ausbeuten. Mogen die Wahr-heiten, tie batin niedergelegt finb, nicht ungehort ^erhallen unb uns vor Folgen bewahren, wie wir lie geschildert haben! sympathisch begruhen. Die darob herrschende officielle Freude wird vielleicht nur durch die Erwagung ge-trfibt werden, dah eben franzSsische Regieruugen und parlamentarische Majoritaten in Versailles etwas sehr wandelbares sind. Von Thiers ist es jetzt ge-wih, dah er auf feinetn Posten als Volksvertreter ausharren unb seine Niederlage parlamentarisch rachen roerbe. Beziiglich der Jntentionen Mac Mahons wird man im Urtheil vorsichtig sein miiffen. Es ist selbstverstandlich, dah die sranzosischen Ereignisse auch in It alien sehr bedeutenden Ein-druck machen muhlen und dah sich die publicistische Discussion derselben augenblicklich bemachtigte. Die „Jtalie" sagt in ihrem Seitortifel: „Alles dieses ist sehr ernst, ernster, als man auf ben erfteit Blick glauben miichte. Man fiihlt ben gewaltigeit Ernst ber Situation, ohtte dah man sich iiber den Eiu-druck klar werden kvnnte. Die Ereignisse des gestri-gen Abends hatten eine Lofung sein tonnen, wenn sie nicht in Wirklichkeit blos ein Auskunstsmitlel waren. Mac Mahon faun (eine Cosung sein, er ist nur ein Nothbehels. So ist die Nationalvetsamm-lu*g, weil es sie gar zu sehr brangte, aus bem Provisorium herauszukommen, zuletzt mit gesenktem Kopse nur in ein neues hincingcrnnnt." Weit cnt> schiebener spricht sich bie rabtcatc „Risorma" aus. Sie sagt am Schlusse eines interessanten Artikels iiber die militarische Dictatur: „Der erste Gedanke Mac Mahons war der an die Armee. Der Ge-walt, nicht der Freiheit wird von nun an .die Wiederherstellung der moralischen Ordnung" in Frankreich anvertraut sein. Niemand verkennt ben Sinn einer solchen Sprache. Cayenne wird ben Com-mentar bazu geben. Aber wenn bie militarische Dic-tactur bie Unterbriickung ber Freiheit im Innern be-deutet, enthalt sie zugleich die Drohung des Krieges. Ein General, der die Geschicke einer kriegerischen Nation in der Hand halt, wird ben eigenen Neigungeu nicht lange wiberstehen tonnen." Wie man ber „Pr.“ aus Rom mrlbet, waren der Pa p ft unb Pater Beckx die ersten, denen Nachrichten fiber ben Sturz bis Herrn Thiers zu-gingen, ber ihnen nicht uncrwartet tarn. Man roar im Vatican fiber die Conspiration der durch das gemeiusame klericale Banb zusammengehaltenen mvn-archischen Parteien offenbar sehr gut unterrichtet. Der „Koln. Ztg." roirb sogar aus Paris gemeldet, bah bie bortige pap ft It the Nuntiatur bei der reactionaren Intrigue gegen Thiers unmittelbar bie Hand im Spiele hatte und dah eS ihr namentlich gclang, die Unabhangigen, die keiner parlamentari-fchen Gruppe angehoren, fast alle in die Coalition gegen die Regierung hineinzuziehen. Die befannten klericalen Abgeorbneten Keller und Chesnelong spiel« ten hiebei bie eifrigen Vermittler. Das Confpirieren bleibt bas Hauptgeschaft ber papstlichen Emiffare, bie sich Nuntien nennen. Zur Tagesgeschichte. — Uebet die Stimmung in Wien- of ft« cieller Welt liegt — wenn man nicht schon ein Symplon derselben batin finden will, bag bie .Wiener Abenbpost" ben scharfen AuSdruck .Katastrophe" gebraucht — bie erste Anbeutung im „Pester Lloyd" vor, in welchem eS heiht: ,Jn ben biplomatischen Kreisen hat — wie man uns aus Wien schreibt — ber Rlicktritt Thiers’ laum minder itberrascht, ale im Publicum. JedenfallS ries diesel EreigniS allenthal-ben bas tiesste Bedauern hervor, unb der Ex - Prasident darf sich schmeicheln, bah wenigen abtretenben Grv-tzen so sympathische Nachruse werden, alS ihm. In ber Wahl Mac Mahons, hinter bem bie durch unb butch monarchifch gesinnle Armee steht, will man eine Gewiihr basUr erblicken, doh es auch der monarchischen Majoritat ernstlich datum zu thun ist, die Ordnung ausrecht zu erhalten, unb dah votderhand alle Frac-lionen der Rechlen auf Sonder-Aspirationen verzichten, „um bos Prinzip zu retten". Wie lange diese Stimmung vorhalten werbe, bas steht sreilich sehr bahin. Sehr gespannt ist man aus bie Haltung bet bemschen Regierung in ber R-iumungSfrage. Dah sich Deutschland mit ber Aushebnnz der Occupation einem Mac Mahon gegenllber nicht so coulant zeigen werde, alt gegen Thiers, ist eine ziemlich Willkllrliche Annahme, zumal wenn man sich erinnert, dah berliuer OfficiLse mit diesem Marschall deS britten KaiserreicheS hciufiz. viel sauberlither umsptangcn, als mit Herrn Thiers selbst." — Der Schah von Persien. Die wPe»-tetSburger Ztg." schilbett bag vuSsehen beS Cch-ch vo» Petsien bei seiner Ankunst in ber ruffischen Hauptstadt^ wie solgt: „Von mittlerer Gtohe, mit edlcn, aus» btnckSvollen Zllgen, bunflen, klaten Augen unb stark gezeichnetenBtauen etschien Se.Majestat in buntler, bent Stosse nach einsachct Ttacht nach eutopaischem Schnilte, aber mit Edelsteinen in einer Weise vetziett, dah schnur-artige Querstreifen auf der 58tuft, wie auf den ihti* las ber Huharen, aus tauter aneinanbec gereihtm Diamanten von ber GtShe ber Haselnuh gebildet ware« unb jeder Knopf des GewandeS aus einem Rubin voa der GtShe einer Wallnuh bejionb. Den niedrigen, schwarzen, randetlosen Hut aus seinstgelacktem SchasS-fell ziette eine reiche Diamantagraffe mit weitzem Feder-bfischel, unb an ber Seite hing der krumme Damascener mit diamantgeschmlicktem Griff unb Scheibe. Der Gang bes Schah ist tein militarischer, auch bie Haltung feint straffe; der gauze Habitus beutet viel-mehr aus Ruhe unO Gelaffenheit, wie benn itberhaupt im Orient die Lebendigkeit unb Beweglichkeit tint feU tenere Etscheinung ist. Im Gesolge deS Schah er-schienen zuerst mehrere schon in HSHetem Alter stehende P t inzen in reicher goldgestickter Uniform mit Diamant-(temen unb Bildniffen des gegenwartigen Schah unb auch bes vetstotbenen Schah, seines VaterS, geschmvckt. Unter ihnen besanb sich auch ein jttngerer Prinz, ein leiblichet Bruder Seiner Majejifit, welcher bes Fran-zosischen machtig ist. Die iilteren Ptinzen sptechen nur die einheimischen Sptachen. DaS tibrige Gesolge sttotzte ebensallS von golbgestickten Rocken, boch hatte vielen von ihnen bag Nationalcostilm wohl beffer gestanden alg bie nngewohnte Ttacht nach europSifchem Schnitt. — Schulwestu in China. In China be# ginnt bie Schulzeit ungemein friih. Man trifft auf< ben Strahen sehr kleine ffnaben^ die mit zahlrti cht» Biichern unterm Atm ben Weg »ach der Schule tin« schlagen. Jhrt Schultaschen flit Bitcher, Tafeln and' anbere SchulgerLthe bestehen out blauem Tuch. Im chinesischen Schulzimmer befisben sich eine Anzahl von tieinen Tischchen unb an jebem btrftlbtn sind tie ober zwei Schiller mit ihrtn Aufgabtn beschiiftigt. Eine Schult ist in China tin groher Larmplatz; bit Schiller schteien alle zu gleicher Zeit, so laut eS nur gehen mag. Jeber fucht namlich bag, was im Buche steht, butch haufigeg unb touted Hersagen ftintm GedachtniS einzupriigen, unb wenn jeber ttmas anbereg schreit, so tann man sich einen Begriff machen von bem Concern, bag ba entsteht. Hat eg tin SchLltr mit btnt AuSwenbiglernen glilcklich zu Ende gtbtacht, so Iduft tr zum Schulmtisttr, gibt bem bag Buch ab, iehrt ihm btn Riicken zu, bamit er bagstlbt in btg Lehrerr Hand nicht sehe, unb sangt an, alleg herunttr zu plappcrn, wag er gelernt unb noch nicht vergeffen hat. Eg ist bag eine Art Einpsropsung, bei welcher btr*-jenige, welcher bag beste GedLchtnig hat, am hifchfk« steht; unb bag ist benn auch bag Prinzip in China, welches sich burch bag ganze Erziehungwesen wie tin rother Faden zieht. Die Lfftntliche Prtifung spielt tine gtohe, ungewohnliche Rolle. Local- unb Provinzial-Angelegenheileu. m' Morgen witb bag „Laiba»er Tazblatt" urn 4 Uhc auSzegeben. — (Aus de m B er ein Sl eben.) Die hohe frainifche Lanbegtegietung hat, wie bie Vereinsleitung berichtet, bie von der G-netaloerfammlung am 6. April l. I. abgeiinderten Statute« beg (rainischtn AuS-Hilfgbeamten-Kranktn- unb Untetstiitzunggvereineg beftfl* liget. — (Slovenišche Egcomptcbank.) Dec Minister Laffer Hat die Ecrichtung einer von Miin- win bet national-klericalen Partei angestrebten Es-comptebank mit RUcksicht auf die BiirsenkrisiS und die gegenwLrtigen schlechten GeldverhLltnifse in einem Schreiben an daS LandeSpriisidium nicht gestattet. — (Eine erhebeade Feier) bereiteten gefiern die ZSglinge bet hiesigen Handelslehtanstalt ihtem Director, Herrn Ferbinand Mahr, anlLhlich seines heuligen NamensfesteS. Det Hof deS Gebiiudes roar mit Fahnen und Šampione geschmllckt, ein kunst-voll gearbeiteteS Transparent mit bet Widrnung in ffammenter Schrift glLnzte im Hintergrunbe, wiihrend bengalische Flarnrnen den Hof taghell erleuchtelen. Bon der hiesigen RegirnentSrnusik borgetragene Weisen bkwirkten bald, dah sich ein kleims Ballfest unter fttiem Hirnrnel irnprovisierte. Ein exquisites Souper, bei welchern die Verdienste, welche sich der Herr Director in so hervorragender Weise erworben, Stoff eineS zllndenden Toastes bildeten, beschlvtz das schLne Jest in schon stark vorgeruckter Nachtstunde. — (Zurn latter Tobt schlag.) Mit Be- zug auf unferen Bericht Cora 26. b. M., betreffend die blutige Affaire bom Sonntag abends am Bahn-hvfe in Bifchoflack, constalieren roir rail Genugthuung, dah der erwahnte Franz D....., AngehLriger einer dec angesehensten lacker Biirgerfamilien, fogleich nach der ersten Vernehmung bon dem UnterfuchungS-richter in Krainbnrg auf freien Fuh gefetzt wurde, welche Thatfache zu dem Schlnsie berechtiget, batz ber-selbe nur burch Verkettung unglUcklicher Verhciltniffe im ersten Momente ftir verdLchtig gehalten und arretiert werben konnte. — (Die Maifahrt der evan g elischen ©chute) fand oergattgenen SDinStag zur allgemeincn Befriedigung der Betheiligten statt. — Morgens 8 Uhr bcmegte sich der aufehnliche Zug bon Schulkindern mit Fahnen unter Begleitung ihres Directors, deS Herrn PfarrerS Schack, der beiden Herren Lehrer und mehrerer Schulfreunbe burch bie LattermannSalle Uber Tiboli, Unterrofevbach, Rofenblichel und Uber Wiefen bis Strobelhvf. Der ganze Weg hindurch wurde unter Trommelfchlag und Maigefiingen zurLckgelegt. Im Wtildchen bei Strobelbach wurben Butterbrode tier« Iheilt, ttorauf nach kurzcr Rast der Weg bis Gleinitz fortgesetzt tourbe. Dort angetangt, wurben bie Ange-iommenen in bem wit Fahnen geschwtickten Garten, in welchem bie Tifche bereitS gebeckt waren, burch bie Frauen Bock, Fischer unb Gtinzler freunblich empfan« gen unb zum Speisen eingeladen. Wahrend deS Ef-senS wurben Toaste auf baS Oedeihen der ebangeli« schen Schule unb ©emeinbe unb ben obgcnannten Da-»en stir ihre Mlihetoaltung auflgebracht. Kaum war daS MittagSesien bcenbigt, tam bet Regen, welchet die Gesellfchaft theils in die Zimmer, theils in ben Schupfen tried, wo man sich bie Zeit burch verschie. dene Spiele ktirzte. Nachmittag kamen ungeachtet beS jRegenS biele Eltern bet Schulkinbet und attdere Schulfreunde mittelst Wagen angefahren, um sich an be* Spielen der Kleinen zu etgLtzen. Gegen 6 Uhr tvutbe die Jause beitheiU unb um 7 Uhr bet Riick-tteg in die Stadt angetteten. — (Det Postmeisterverein ftir Krain unb Rilstenlanb) halt am 23. Juni l. I. im „Hotel Elefant" in Laibach seine trste Generalver. fammlung ab. Die BetelnSmitgliebet teetben eingeladen, sich jut Festfiellung bet Tagelorbnung schon am 22. Juni l. I. in Laibach einzuftnben. Jene Postbedien-fiktrn, die ouS DiensteSrticksichten an biefer Generalver-fommlung petsvnlich nicht theilnehmen fbnnen, wollen sich dutch Bebollmiichtigte bertreten lafsen. Det Vet-riuSborstand, Postmeistet Dtagan in WeihenfelS, nimmt die Dollmachten entgegen unb hat wegen PteiS-ermiitzigung fcei ben betteffenben Bahndirectionen daS etforderliche veronlatzt. Wiltcrung. Laibach, 30. Mai. Nachts heiter, vormittac,s wechselnde BewLlknng, til61, schwacher Nordwest. Wi> rme': Morgens 6 Uhr -l- 8 2", na»-mittags 2 Uhr + 14 8° ($. (1872 + 18*3°, 1871 + 21'9°) Barometer im Fallen, 733.09 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der WLrme + 130°, um 3 5° unter tern Mermale. Der gestrige Niederschlag 0 40 Millimeter. Etngrsendet. Allen Kranken Kraft unb Gesundheit ohue Medizin imb ohne Kosten. Revalesciere du Barry uon London. Seine Krankheit vermag ter belicaten RevalesciBre dn Barry m wiberstehen, unb befeitigt biefelbe ohne SDIebizin unb ohne Kosten alle v!agen-, Nerven-, Brnst-, t'nngen., Leber-, Driisen-, Schleinibaut-, llthem-, Blasen- nnb 'Jlierenleiben, Tnbercnlose, Schwinbsucht, Asthma, Buften, Unverbaulichleit, Berstopsnng, Diarrhoen, Schlaslofigleit, Echwache, Hamorrhoiden, wassersncht, Fieber. Schwinbel, Blulausstei. gen, Chtenbtaufen, Uebellcit unb Erbrechen felbst wahrenb bet Schwan-gerschast, Diabetes, Metancholie, Abmagerung, RheumatiSmuS, Gicht, vleichlucht. — AuSjit,ie aus 75.000 Certificate!! iiber Oenelungen, die »ller Mebiziu toiberftanben, werben aus Lerlangen franco eingefenbet. Nahrhaster als Klcisch erspart bie Revalesciere bei Erwachsenen nnb Jtinbetn fiinfiigmal ihrcu PreiS in Arzueien. 3n Blechbllchftn eon ein Halb Psunb st. 1-50, 1 Psb. fl. 2 50 8 Psb. fl. 4-60, 5 Psb. 10 sl., 12 Psb. 20 fl., 24 Psb. 36 fl. — Ke-Talescičre-Biscuiten in Biichsen a fl. 2 50 unb fl. 4’50. — Revalescičre Chocolatee in Pulver unb in Tabletten ftir 12 Tassen fl. 1 50, 24 Tasseu fl. 2-50, 48 Tasfcn fl. 4-50, in Pulver siir J20 Tasfen fl. 10, fur 288 Lassen fl. 20, stir 576 Tasscn fl. 86. — Zu bezieheu burch Barry bu S.attV 6 C omp. in Wien, Wallflachgaaae Nr. 8, inLalbaoh bei E. Mahr, sowie in alien Stabten bei guten Apothekern unb Sue-leteihinbletu; auch verseubet ba» wiener HanS nach like •tgenten gegen Postanweisung oder Nachnahme. Lose der XV. StaatS-Wohlthatigkeits-Lotterie, (Ziehung am 26. Juni d. I., Haupltnffer 100 000 fl. Silberrente L 2 fl. 50 tr.) stub zn bezichen dnrch Rutlolf Flucb) W ecliselstnlbe, (219-31) Graz, Sackstratze Nr. 4. Briesliche Austiage werden prompt cffectuiert. Angekommene Fremde. Am 29. Mai. Hotel Elefant. Mlczveh, Oberbuchhalter, Prag. — Schuster mit Friedman, Kansi., Wim. — Pirc, itftit., Krainbnrg. — Tomsii, Jngenieur, Verbovsko. — Wetten-dorser, Czakathtnn. — Stermanz, Fehring. — Dr. Hofer, sammt Fran, Stein. — Schwihlik, k. k.'Major, fantttit Gattin, Pola. — Madame Koschir, sammt Tochter, War-tenberg. Hotel Enroll«. Mazanek, Jngenieur, Tarvis. — WLlwitsch, Klagenfnrt. — Janko, Lack. Hotel Staelt Wlen. Just, Schmerler, Herz, Tschinkel, Brauchbar, Kanfl., Wien. — Spieh, fifm., Reichenberg. — Lnkanc, k. k. Lieutenant, Triest. Holiren. Tigrin, Privatbcamte, Steiermbrk. Kaiser von Oeeterreleli. Pock, Maler. — Chri- stan, Kunstschmied, Zellach. Balrleeher llof. Ahatti, Neumarktl. — Lederer, Rann. — Edtbauer> Oberburg. — OstruKka, Grotzdol. — Costner, Triest. Berstorbene. Den 2 8. Mai. Martin BeSlaj, Diurnist, 73 I., Civilspital, Abzehrnng. — Josef Pauscheck, Lichorienfabriks-arbeiter, 22 I., Polanavorstadt Nr 37, Tubercnlose. — Helena Kurz, BeamtenSwitwe, 70 I., Schlagflutz. Leinwanden, Shirtings, Tifchzenge, Hrmn-, Itttnen- ttnb Kinderwische jeder Art fan ft man am besten und billigsten bei ?iic. foschnaig, Laibach, Hauplplatz Rr. 337. Dasclbst wird Wiische nach Answahl der Stofse tout speciellem Mo6t schnellstenS an-gcfertigt. Fjlr passenden Schnitt sowie folibe datikthasle Arbeit unb gule Stofse roirb garantiert. __ Aii«w!!rtige Austriige werben prompt ausgefllhrt, PreiscourantS unb Muster gratis zugesanbt. (306) X RScke, Kiiidertvasche. €itlltlllnn{| ill cittern 300.000 m. ct. im gtliistigcn Falle alS hLchsten Gewinit bietet bie nrucfte grotze Geldverlofuiig, genehmigt mid qarantiert von Dec hohcn Rrgiernng der freien Stadt Hainburg. Die Einrichtung biefer Geldverlosniig ist so gc= trofsen, batz in einmi knrzen Zeitra ime (in 7 Abthei-lungeii) 43.800 Gcwinne zur ftchenn Eiitschcidung kom-tttfit uud bcfinbeit sich hiernnter Hanppttreffer von event. M. (St. 300.000; spec. 200.000, 100.000, 75 000, 50.000, 40.000, 2 & 30.000, 1 il 25.000, 3 :i 20 000, 3 il 15.000, 6 i\ .12.000, 13 a 10.000, 11 h 8000, 12 i\ 6000, 32 il 5000, 65 il 3000, 204 ii 2000, 412 il 1000, 412 a 500, 472 a 200, 19800 it 110 ic. Schon am 18. und 19. Irmi 1873 finbet die niichste erste Gewinnziehiing biefer vom Staate garantierten Kapitalicn-Derlosung, wie amt-lich seflgesctzt, statt, unb kostct hierzu 1 gan;es Original-LoS nur fl. 3'/,, 1 halbeS dto. dtp. V/lt 1 viertcl dto. dto. 1, welche Orig.-Lose, ganz nach Belieben, gegen Einsen-bung be8 belresseitbeit BetragcS burch das unterzeich-ncte BanlhauS bezogen werdin tbmien. Mein skit II It It IN c hr 21 Iahren bestehenbeS Geschiift ersreut sich eineS ganz besonbereit Gltlckes, bcnn atitzer viclcn onbernt bcdeutenden Hanpt-gewinnen Habe erst jilngst lout officitffcr Beweise 1 Pramie bon 152.000 M. Ct. unb 1 Pramie von 152.500 M. Ct. tit borliget Gegeub auSgezahlt, unb bars ich baher mit Recht zur allgemetticit unb gliitflichcn Theilnahme aus-sorderu. Bei Ans^!ihrung der AnftrSge ftige bie eiforber-lichen amtlichen Pliine gratis bei, nnb nach stattgehab-tcr Gewinnzikhiing erhnlt jeber tncittcr Jntereffenten unaufgeforbert bie amtlichen Listen, woraus baS Re-fultat etftchtlich. Die Gewinnauszahlnng geschteht prompt unter Garantie bes Stnates. Do, wie vorauszusehen, bie Betheiliginig an biefer attf solibester Basis gegriinbeten Berlosttng feht tebhoft werben roirb, so roollc man ber nahcn Ziehung rocgen bie resp. Austriige rccht bald birect fenben au Bank- und WechselhanS J. Damniaiiii (269—5) in Mamliurg. Wiener Borke vom 29. Mai. Staatsfonds. Slietc. Rente, iist.PaP. dto. bto. Sst. in Silo, kose eon 1854 . . . Hole eon i860, gan,-8oie eon i860, gunft. Priimirnsch. e. 1864 . Grundcntl. - Obi. etcieimatf zu 5 pEi. Rdmten. Jhrain. n. Mftentanb 5 Ungarn ju. . 6 »ro-t.u.Slae.S eirttnbittg. zu 5 Actien. Rationalbant . Union - Bank . Sret itanstalt . . . . ft. o. S«compte-Bel. «ngto..6)terr.8ant Deft. Bobtncreb.-a. Franco - Austria . »»is. getb.«kotbt. Slibbabn - Gesellsch. Kail- Slisabetd-Bahn.