VrSnumeraltouS - Preiic. Für Laibach: « mzjährig . . 8 ,1. 4» kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ Viertel jährig . 2 .. i«) „ Monatlich ... — ,,7i) MitderPost: *^nzMrjg..............12 fl. Halbjährig.......... ^-MeljLhrig 3 .. Laibacher ür Zustellung inS Haus rrrtelj. 25 kr., monaU. 8 kr ^'nzeine Nummern 6 kr. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuscriple nicht zurückgelendet. Redactiau Bahnhofgaffe Nr. 15. Er»editi««S: L Jnferaten-vureau: Longreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Klein-mayr L Fed. Bamberg.) JnsertionSvretse: Für die einspaltige Petitzeil^,, L 4 kr., bei wiederholter Einschaltung L 3 kr. Anzeigen bis 5 Zeilen 20ffr. —— Lei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz beson» dere Vergütung. Nr. 241. Freitag, 20. Oktober 1876. — Morgen: Ursula. 9. Jahrgang. Fahnenflüchtig! Ist das Vaterland vom äußern Feinde bedroht, so ruft der Kriegsherr die waffenfähige Mannschaft zu den Fahnen; ertönt in Stunden der Gefahr die Kriegstrompete, so bleibt keiner der Tapferen zurück; keiner der Streiter flieht seine Fahne, wenn es gilt, sein Vaterland zu verlheidigen, seinem Vaterlande Tut und Blut zu opfern. Schon zur Zeit der alten Römer zählte man Feigheit und Fahnenflucht zu den schimpflichsten Verbrechen, die mit dem Tode bestraft wurden. Die neue Aera brachte Oesterreich eine andere Regierunusform, der Monarch verzichtete auf seine abiolute Gewalt und theilte dieselbe mit seinen Völkern. Ans Grund der Constitutionsurkunde, auf Grund der VerfassungSgesetze beruft die Krone all-jährlich die für. das Herrenhaus ernannten und die von den Steuerträgern des Reiches gewählten Volksvertreter ein, um durch diese legislativen Körper im Einverständnisse mit der Regierung jene Gesetze zu schaffen, welche für das Reich nothwendig sind. Nicht alle vom Volke gewählten Vertreter leisteten bisher dem Rufe der Krone Folge; Böhmen und Mähren "' erster Linie sind in der Lage, uns Exemplare von -Nännern aufzuweisen, welche im^Parlamentshause 'hre Sitze einzunehmen sich weigern. Böhmen, Mähren und Tirol können uns Männer nennen, welche sich um das Mandat eines Volks- vertreters eifrigst beworben, jedoch, in den Besitz des> selben gelangt, dasselbe noch niemals auSgeübk, sondern der Parlamentsstube sich ferngehalten haben. Die stenographischen Berichte des österreichischen Abgeordnetenhauses können uns Fälle erzählen, daß eine gewisse Fraclion Abgeordneter fahnenflüchtig wurde, als man nach Berathung wichtiger Gesetzvorlagen, nach einer Serie hitziger Debatten zur Abstimmung schritt. Da- Gesetz erklärt solche pflichtvergessenen Volksvertreter, die ihrer Pflicht untreu werden und das ihnen von dem Volke anvertraute Mandat mit Füßen treten, dieses Mandates verlustig. Männer von solcher Sorte haben die Achtung ihrer Wähler, haben das Vertrauen ihrer Wähler auf immer verwirkt. Die Wählerschaft hofft von dem Manne ihres Vertrauen«, daß er die Wichtigkeit seiner Stellung wohl erfasse und in jener Versammlung, in welcher über das Wohl und Wehe des Landes und seiner Bevölkerung verhandelt und Beschluß gefaßt wird, in Vertretung seiner Wähler mitberathe und mitbeschließe. Fahnenflüchtige Volksvertreter verfallen der allgemeinen Verachtung. Will ein Familienvater sein Haus ordentlich bestellen, so beruft er zur Bewältigung aller notwendigen Arbeiten die erforderlichen Hilfskräfte. In den Tagen dringender Ärbeiten müssen sich alle einfinden, damit der Haushalt gedeihe; jene Arbeiter, die sich, sei es aus Trägheit, sei es aus bösem Willen, an solchen Tagen, an welchen ein gutes Stück Arbeit verrichtet werden soll, vom Platze ent fernen, fahnenflüchtig werden, dürften in der ganzen Gemeinde zu einer Arbeit nimmermehr gedungen werden; derlei träge oder fahnenflüchtige, schadenbringende Arbeiter werden der Nichtbeachtung und Verachtung preiSgegeben. Die neue, konstitutionelle Aera brachte uns auch das G em e in d e g e setz. Die Gemeinde, namentlich jene in Landes- und Kreisstädten, befand sich in vormärzlicher Zeit unter Vormundschaft der Staatsbehörden; die Curatel ging so weit, daß zu jeder Ausgabe aus Communalkassen, welche den Betrag von fünfundzwanzig Gulden überstieg, die Zustimmung der Regierung eingeholt werden mußte. In den vormärzlichen Magistratssitzungen der Stadtgemeinden, namentlich in Böhmen und Mähren, führte ein von der Regierung ausgestellter und aus allen Fächern des politischen und Justizdienstes geprüfter Bürgermeister den Vorsitz; zu seiner rechten und linken Seite nahmen vier bis acht für alle Fächer des Verwaltung«- und Justizdienstes befähigte MagistratSräthe Platz. Dieses Gremium erledigte alle in der Gemeinde vorgekommenen Amtsgeschäfte; bei Gegenständen wirthschaftlicher Natur wurde das MagistratScollegium durch einige aus der Bürgerschaft gewählte Vertrauensmänner, die mit dem Titel „äußere" oder „Kammerräthe" beehrt wurden, ver-stärkt. Der 13. März 1848 war auch der Vater, der Schöpfer der neuen freien, autonomen Gemeinde. Feuilleton. Die bisherigen Psahlbautensunde aus dem laibacher Moore. (Fortsetzung.) W Hauptmateriale jedoch zur Bereitung von und mannigfachem Handgeräth lieferten die erlegten Hirschen und sonstigem Wild, so 's^sch sür den laibacher Pfahlbau sind die NHammerbeile aus Hirschhorn; das k ^ ^ Geweihstange ober der Rose gebracht, das andere Ende zugeschärft. Das Landes-u>eum besitzt deren über 200 Stücke in den verschieden Stadien der Anfertigung und des Gebrauches, da-""H einzelne Exemplare von bemerkenSwerthen «vweichungen von der üblichen Form. Anderwärts Pfahlbauten diese Werkzeuge sehr selten, tn »r L* der Prähistoriker sollen fit als Hauen - ?*^ung des Bodens gedient haben. ^ °uch als Hümmer verwendet ei"- energische Waffe ge-sei". Ebenst, mvssenhaft kommen die Zin-^...7" H ttchtz«weih mit Tpu^n der Bearbeitung «titelst Stein- und «ronersh^trn, auch mittelst Steinsägen vor. Einzelne davon sind an der Basis durchbohrt. Zu den häufigsten Funden gehören die meist aus Hirschknochen angeferligten Stechwerkzeuge in allen größeren Abstufungen. Es sind deren über 2000 dem Museum zugekommen. Die an vielen noch ganz gut erhaltene Politur deutet auf ihre starke Benützung. Ihre Verwendung mag eine sehr mannigfache gewesen sein : als Dolch, als Stechwaffe, als Lanzen- und Pfeilspitze, zum Durchlöchern der Felle, als Gabel beim Speisen, als Nadel, wahr-scheinlich auch als Haarnadel. Einzelne klnne Doppelgriffe! mochten zum Etnzeichnen des Ornaments auf die Thongefchirre gedient haben. Eine sehr praktische Verwerthung haben die Hauer des Wildschweines als Messerchen und Schabwerkzeuge gefunden, zu diesem Zwecke wurde die äußere mit der Schmelzschichte überzogene Zahn-substanz verwendet. Außer den aus Bein angefertigten meißel-artigen Werkzeugen, zu denen nicht selten Rippen, stücke bearbeitet wurden, gehören zu den interessan-testen Horn, und Beinobjecten die schön gearbeiteten Kleiderhaken aus Hirschhorn, ferner eine Art Dorn-haken, welche die Stellt- der Knöpfe an der Fell-bekleidunH vertraten, schön polierte Garnhiilter aus Röhrenknochen, an deren Enden die durch die Schnur gemachten Einkerbungen sichtlich find. Diese letzteren Objecte sind in ändern Pfahlbauten bisher noch nicht aufgefunden worden. Desgleichen bilden eine Spe cialität unseres Pfahlbaues die gar nicht seltenen Unterkieserästr von wilden Rindarten, deren starke Politur und Abglättung vermuthen läßt, daß man sie als Glättewerkzeuge bei Bearbeitung der Felle verwendete. Ein besonders reichhaltiges und für den Kulturhistoriker höchst interessantes Materiale bilden die ausgegrabenen Thongeschirre und deren Fragmente. Das Museum besitzt über 100 fast ganz erhaltene Stücke. Bei den meisten ist der Thon mit kleinen Steinkörnchen gemengt, die Gefäßrandungen zeigen verschiedene Abstufungen von 2 om. Dicke, wie das bei Gußschalen und Untersätzen der Fall ist, bis zu 2 mm. dicken Gefäßen. Ebenso ist in den ränderli-chen Dimensionen der Geschirre eine große Mannigfaltigkeit. Das größte ganz erhaltene bauchige Gefäß mit 2 Henkeln mißt in der Höhe 30 5 ow., in der größten Weite 24 cm., es erinnert an orientalische Formen. Einzelne Geschirrscherben von starker Wandung lassen schließen, daß sie Gefäßen ange-hörten, die mindestens einen Rauminhalt von einem halben Hektoliter besaßen. So wie sich in den sonstigen Werkzeugen ein seltener Formensinn ihrer Anfertiger kundgibt, so ist dies namentlich bei den noch Da» constitutionelle Gemeindegesetz befreiet? die Gemeinde von diesen lästigen Fesseln der Curatel und staatsbehördlichen Oberherrschaft; namentlich jene Gemeinden, welche Lebensfähigkeit i» sich fühlten, emancipierten sich von dieser lästigen Bevormundung durch Erwerbung eines eigenen Gemeindestatuts. Das constitutionelle Gemeindegesetz übergab die Verwaltung der Gemeindegeschäste den Gemeinden selbst in eigene Hand. Die neue Gemeinde wurde ermächtigt, ihre Verwaltungsorgane, ihr Gemeinderathscollegium selbst zu wählen. Die Wahlberechtigten in der Gemeinde gelangten zur Ausübung eines wichtigen Rechtes, und es ist eine heilige Pflicht, dieses Wahlrecht zum Nutzen und Frommen der Gemeinde auszuüben. In die Hand der GemeinderathSmitglieder ist das Wohl und Wehe, das Gedeihen der Gemeinde gelegt. Eine heilige Pflicht ist es, wir wiederholen es, in das RathS-collegium einer Gemeinde Männer zu wählen, von denen man voller Ueberzeugung ist, daß sie ihr schweres, verantwortliches Amt mit bestem Willen, mit redlichster Gesinnung, mit Beseitigung jeder Parteilichkeit, zur Wohlfahrt der Gemeinde ausüben. Jene Wähler, welche zur Zeit des Wahlaktes dieser drei göttlichen Bürgertugenden nicht eingedenk sind, schädigen die Gemeinde, schädigen ihre Mit-Bürger, schädigen sich selbst. In einem Gemeinderathskörper muß, wie in jeder geordneten Familie, in jedem geregelten Hausstande, vor allem anderen Eintracht die Herrschaft üben. Elemente, welche diese Eintracht, den Frieden in der Gemeinde stören, müssen von dem obwaltenden Organe der Gemeinde — dem Gemeinderathscollegium — serngehalten werden. Ele> menten, welche das auf gesunder Basts ruhende Gebäude der Gemeinde unterwühlen und unterminieren, — Elementen, welche, wenn es sich um administrative Haushaltssachen handelt, wenn formelle Gemeindebeschlüsfe gefaßt werden sollen, fahnenflüchtig werden, solchen gebührt die Bürgerkrone wahrlich nicht! Des Bürgers Pflicht ist, das durch das Vertrauen seiner Mitbürger ihm übertragene Mandat im Schöße des Gemeinderathes hochzuhalten, männlich und würdevoll auszuüben. An die Wähler tritt die ernste Mahnung heran, mit ihrem Vertrauen nicht fahnenflüchtige Mitbürger, sondern echte Männern, deren Patriotismus und Gesinnungstüchtigkeit offenkundig vor-liegt, zu beehren. Wie die alten Römer, so zählen auch wir die Fahnenflucht zu den ersten — Bürgeruntugenden. ganz gut erhaltenen Geschirren der Fall. Biele davon stehen antiken Formen nahe, und überhaupt zeigt es sich, daß schon die damalige Keramik die Formen der Lampe, der Schale, des Bechers, der Opferschale, des ein- und zweihenkeligen Geschirres mit weiter und mit ausladender Oeffnung in der mannigfaltigsten Abwechselung zum Ausdruck gebracht hat. Ein nach unten zweihörnigeS verziertes Gefäß mit mondsichelähnlicher Basis und schmaler Oeffnung, 7 Deciliter enthaltend, ist in der Form höchst sonderbar. Ebenso gehören zwei ganz geschlossene thö-nerne Klappertöpfchen oder Schellen mit Löchern zum Tragen an Schnürren versehen, wovon eines verziert, in der Größe einer welschen Nuß, zu den Speeiälitäten des laibacher Pfahlbaues. Von den zahlreichen Geschirrornamenten wurde eine sehr interessante Collection vorgewiesen. Die roheste Ornamentik ist die durch Eindrücke der Finger und Nägel oder stumpfer Grabstichel hervor, gebrachte; sodann folgte die gerade und Zickzacklinie, mitunter mit fcderartigen Seitenästen; sehr häufig P die Kreuzverzierung; an dünnwandigen Schalen ist die ovale Zierrath abwechselnd mit Zickzackstrichen nicht selten/ In der größten Zierlichkeit tritt endlich das Ornament mit eingedrückten umsponnenen Schnüren auf; mehrere solche verzierte Geschirrscherben mit eingelassenem Henkel wurden in letzter Politische Rundschau. Laibach, 20. Oktober. JulanV. Am 18. d. M. fand in Wien unter dem Vorsitze des Ministerpräsidenten ein Ministerrath statt. Graf Andrafsy hat, wie der „P. Lloyd" aus angeblich guter Quelle erfährt, nicht länger säumen zu sollen geglaubt, um sowol in Petersburg als in Berlin zu notificieren, daß ihm die Propositionen der Pforte durchaus annehmbar erscheinen und daß die Vertreter Oesterreich-UngarnS in Belgrad und Cetinje in diesem Sinne in-sormiert wurden. Das genannte Blatt schreibt: „Wenn je, so befand sich unser Cabinet in diesem Falle in völliger Uebereinstimmung mit der öffentlichen Meinung, wie sie sich bisher hüben und drüben in unzweideutiger Weise kundgab." Der „Pester Lloyd" bezweifelt übrigens, ob es dem Grafen An-drassy gelingen könne, in Petersburg, Belgrad und Cetinje Proselyten für seine Auffassung zu machen. So wird denn voraussichtlich die Entschließung un-seres Cabinets ohne greifbare Wirkung auf den Gang der Ereignisse bleiben; aber immerhin wird sie Zeugnis geben dafür, daß dasselbe den Muth der Ueberzeugung und das Gefühl sür Billigkeit nicht über Bord geworfen hat. Die österreichische Antwort auf das türkische Waffenstillstands-Anerbieten soll einen Hinweis daraus enthalten, daß — nachdem England die türkischen Vorschläge annehmbar befunden — sich die Stimmung in Oesterreich.Ungarn im selben Sinne ausspreche. Der „Pester Lloyd" erklärt sich gegen jedes Abkommen, durch welches Rußland, gleichviel um welchen Preis, sich die Neutralität Oester» reich-UngarnS sichert. Jene Politik sei schmähliche Kurzsichtigkeit, die mit Rußland auf Theilung operieren würde. Der „P. Lloyd" sagt: „Wir hätten, um es kurz zu sagen, die Erbschaft der Türkei übernommen mit allen ihren Passiven; wir müßten uns auch auf fortwährende Kämpfe im Innern und die Abwehr der russischen Propaganda einrichten, die wahrhaftig nicht so blöde wäre, an unseren Grenzen respektvoll Halt zu machen, und was wir an Umsang gewännen, ginge uns an innerm Gehalt, an innerer Festigkeit verloren." Die Verhandlungen der österreichisch-ungarischen Regierung mit der National bank sollen demnächst beginnen. Die in dieser Angelegenheit von beiden Ministerien an die Bank zu richtende Note ist fertig, das Bankstatut revidiert und collationiert, Zeit in der oben angedeutelen, dem Alter nach jüngsten Seeniederlassung ausgesunden. Nach einer Aeußerung des berühmten schwedischen Schriftstellers über die prähistorischen, in Skandinavien gemachten Funde, Dr. Montelius aus Stockholm, der vor kur-zem das laibacher Museum besuchte, haben diese letzteren Zierrathen die größte Ähnlichkeit mit den Ornamenten der nordischen Keramik, welche bekanntermaßen an Schönheit der Form die von diesseits der Alpen bekannt gewordenen Kunstproducte aus jener Epoche weit übertrifft. Bei keinem der auSgehobenen Thongeschirre läßt sich die Anwendung der Töpferscheibe Nachweisen. Zu den nicht seltenen Fundstücken aus Thon gehören ferner die durchlöcherten kreisrunden Thon-scheiben, die einfachen und Doppelkegel, die man als Spinnwirteln und Netzbeschwerer zu deuten pflegt. In den meisten finden sich beim Ausgraben noch die Reste des hölzernen Stäbchens, das im Loche steckte. Auch in der Anfertigung dieses Hausgeräthes gibt sich eine große Mannigfaltigkeit kund. Ein vorgewiesenes Stück ist mit glänzenden Schuppen bedeckt, es wurde nemlich der Thonmasse viel Glimmer beigemengt. Räthselhaft ist die Verwendung hohler kleiner Kezelstutzen, von denen bisher nur ein paar Stücke ausgefunden wurden. und wird der Bank beides in den nächsten Tagen übergeben werden. Vorgestern einigten sich im vertraulichen Wege die Mitglieder des Fortschrittsclubs des österreichischen Abgeordnetenhauses dahin, sich mit den anderen verfassungstreuen Clubs in Verbindung zu setzen, um gemeinschaftlich eine Interpellation an die Regierung wegen der orientalischen Frage und des Ausgleiches zu richten. Die „Triester-Zeitung" bestreitet die Meldung des „Pester Lloyd" über angeblich in Triest hervor-tretende italienische Umtriebe und bedrohliche Stimmung. Die Vorgänge im Trentino haben nach Bericht der „N. fr. Presse" bisher zu keinen diplomatischen Reclamationen geführt, werden aber als sehr ernst betrachtet; es soll nach sehr gemessenen Instructionen vorgegangen werden. Der kroatische Landtag behandelt den Gesetzentwurf, betreffend die Theilung der HauS-Communionen im belovarer Comitate. Ausland. Der .National-Zeitung" zufolge ist die Einberufung des deutschen Reichstages zum 30. Oktober erfolgt. Die Publikation der betreffenden kaiserlichen Verordnung steht unmittelbar bevor. Die „Agence HavaS" dementiert das Gerücht, daß der französische Minister des Aeußern, Duc Decazes, seine Demission gegeben habe. Man erwartet in London, daß das englische Cabinet binnen wenig Tagen der Königin das Decket über die Auflösung des Parlaments vorlegen werde. Aus authentischer Quelle erfährt das „Neue Wr. Tagbl.," daß die englische Regierung sich den übrige» Großmächten gegenüber dahin ausgesprochen hat, England werde sich jeder Occupatio n türkischen Gebietes, dieselbe komme von welcher Seite immer, bis auf das äußerste und mit allen Mitteln seiner Macht widersetzen. Man glaubt daher, daß das londoner Cabinet selbst Landtruppen der Pforte zuhilfe schicken werde. England läßt Mundvorräthe und Kriegsmaterial in sehr ansehnlichen Quantitäten nach Malta verschiffen. Der „Nord" dementiert die Nachricht, daß Frankreich und England den Vorschlag einer eventuellen gemeinsamen Flott en-Demonstration zurückweisen. Die Gerüchte von Vereinbarungen über ein militärisches Vorgehen Rumäniens gegen die Türkei bestätigen sich nicht. Dagegen ist thatsäch-lich eine Convention Rußlands mit den rumä- BesonderS auffallend ist die große Anzahl von kleinen Töpfchen, Schälchen, Näpfchen aus Thon, wobei nur ein paar verziert erscheinen. Es wurden davon ein paar hundert Stück ausgegraben. Man deutet sie als Kinderspielzeug. Hieher gehören auch kleine hohle Cylinder, die an der einen Oeffnung gleich kleinen Hütchen eine 1 bis 2 Centimeler breite Krämpe tragen. Thönerne Löffel gehören zu den Seltenheiten. Auch von Holzgeschirren haben sich mehrere Reste vorgesunden, darunter eine massive Schüssel, eine sehr hübsch gearbeitete, dem Aussehen nach gedrechselte Schale, am Rande mit mehreren Rillen verziert. Da die vielen Spinnwirtel und Garnbeschwerer darauf Hinweisen, daß das Spinnen, Weben, die Anfertigung von Netzen eine Hauptbeschäftigung im Pfahlbaue gebildet hat, da weiters nach etlichen aufgefundenen Nadeln aus Bein, die sehr sein gearbeitet und mit einem kleine - Oehr versehen sind, zu schließen ist, daß man auch feinere Nadelarbeiten anzufertigen verstanden hat, so ist es ausfallend, daß bisher noch nichts von Geweben oder Garnresten zutage gekommen ist. Die schweizer Pfahlbaute» haben an Geweben und Geflechten aus Garn eine reiche Ausbeute geliefert. Allein alle solchen Res» verdanken ihre Erhaltung in den dortigen Tors« Nischen Eisenbahnen wegen eventueller Truppentransporte im Abschluß. Die Verhandlungen zwischen der Türkei und Serbien über den Waffenstillstand find als abgebrochen zu betrachten. Ein großer Theil der russischen Truppen steht vollständig gerüstet an der rumänischen Grenze. Die russischen Eisenbahnzüge sind überfüllt von Soldaten und an allen Orten, auf dem Lande wie in den Städten, herrscht ein Treiben, als befände man sich mitten im Kriege. Die Werbung der Freiwilligen wird noch immer fortgesetzt, doch werden die Neugewonnenen nicht mehr nach Serbien expediert, sondern direct der russischen Armee einverleibt. Am 18. d. wurde am Timok an allen Punkten gekämpft. Die serbische Armee kämpfte gegen Mittag schon bei Kraljevica, eine halbe Stunde vor Zajkar. Die Türken concentrieren sich wieder am Veliki-Jzvor. Vom Kriegsschauplätze. Am linken Morava User hat eine Abtheilung der serbischen Armee die türkischen Trup-Pen bei Tr ikl a d en c a in die Flucht gejagt und 127 Gefangene gemacht; auch besetzten die serbischen Truppen die Dörfer Koplenica und Nikolovac. Am 10. Oktober nahmen die Abtheilungen HausemanS und PavloviL nach sechsstündigem Kampfe die Anhöhen bei Aabac, jagten 600 Arnauten iu die Flucht und besetzten diese vortheilhasten Post "vnen. Die Türken hatten große Verluste. Eine dibtheilung der serbischen Armee, welche ihre Po-sttionen bei Planinica, Metvica, BraZogruac eingenommen hatte, wurde von den Türken überfallen, die jedoch nach vierstündigem Kampfe zurückge-vorfen wurden. Die Montenegriner wurden von türki-schen Truppen mehreremale auf verschiedenen Punkten angegriffen; die Montenegriner flüchteten sich, wobei auf dem Schlachtfelde 400 Todte und ebenso-viele Verwundete zurückließen. Die Verluste der Türken waren verhältnismäßig gering. Am 17. d. wüthete ein heftiger Kampf am Ja vor. Die Türken griffen zuerst den serbi-schen linken Flügel an und besetzten Stenik und Ravnagora. Die Serben zogen mit allen Reserven ins Gefecht, eroberten ihre alle Position am linken Flügel und drangen bis Jankovit vor. Die Türken zogen sich infolge dessen hinter ihre srühern Positionen zurück. Die Serben besetzten auch den Vafilij Vrch, welcher die Javor-Pofitionen domi-nie«. Die Serben waren drei Brigaden, die Türken 21 TaborS stark. Die beiderseitigen Ver lüfte find bedeutend. moorr dem Umstande, daß sie von Pfahlbauten her führen, die durch Brände zugrunde gingen, daher auch Me verkohlten Reste in dem Moorwasser nicht ver faulen konnten. Die einzigen Geflechtreste vom lai bacher Moore sind einige Strickfragmente aus Bast, ebenfalls verkohlt. Ebenso auffallend ist der Umstand, daß bisher die Kulturschichte des laibacher Moores noch keine Spur von Getreide geliefert Hai, während in den Aweizer Pfahlbauten große Mengen von verkohltem Kreide und Sämereien zutage gefördert wurden. vegetabilischen Reste in jener Schichte bestehen L- "us massenhaft vorkommenden Haselnußschalev, der Kornelkirsche und Schalen der Wasser-n ^ uatÄlls); in dem jüngeren Pfahlbaue Md ste nj^ so häufig. Hiezu kommt noch die Eichel, «amen der Himmbeere, Körner des Weißdornes. Obst hat man nur zwei verkohlte Holzäpfel gefunden. Mit Mcksicht auf die sonstigen Erzeug-nllie einer immerhin beachtenöwerthen Kultur der einstigen See-Ansiedler darf man wol vermuthen, daß Ne den Ackerbau gekannt haben. Vielleicht wird Brandstellen auf Getreidereste kommen. Es i>t jedoch auch möglich, daß die einstigen See-Fischfang, die Jagd und die Viehzucht vvrzogen, indem letzterer jedenfalls wegen des zahlreichen Wildstandes in den das Moor ecken begrenzenden Bergen mit großen Schwierig reit»n zu kämpfen gehabt hätte. (Schluß folgt.) Zur Tagesgerichte. EinRaubmord wurde am 18. d. an dem Briefträger Guga in Wien verübt. Die wiener Polizeidirection erließ unterm 18. d. folgende Kundmachung: „Heute morgens, beiläufig um 9 Uhr, wurde der Geld-Briefträger Johann Guga in einer Wohnung im vierten Stockwerke des Azienda-Hofes (Graben Nr. 31) ermordet und beraubt. Dieses Verbrechen vollführt zu habe», erscheint ein Jndividuüm dringend verdächtig, das am 6. d. M. die Wohnung, in der die Leiche gefunden wurde, gemiethet hatte, bis heule dort logierte und seit vormittags S Uhr verschwunden ist. Der Verbrecher, der sich Alfonso Mendoza nannte und als Kaufmann aus Neapel generte, dürfte 26 bis 27 Jahre all und etwa fünf Schuh vier Zoll hoch sein. Es ist von schmächtigem Körperbaue, har ein schmales Gesicht, eine gelbliche kränkliche Gesichtsfarbe, aus der linken Wange nächst der Oberlippe, eine kleine, in der Heilung begriffene Wunde (Geschwür), schwarze Haare nach links gescheitelt, schwarzen kleinen Schnurrbart, solchen schütter« Vollbart und kleine, nicht besonders zarte Hände. Er sprach deutsch, mit zuweilen fremdländischem Accent. Bekleidet war er mit schwarzem geripptem Sommer-Jaqnet, schwarzer Tuchweste, dunkelbrauner Hose mit grauen chmalen Streifen und geflickten Sliefletten." — Landeshauptmann Gras Anton Gotz hat dem Vernehmen nach seine Stelle als Landeshauptmann in Kärnten niedergelegt. — Gau-Tururag. Am Sonntag den 22. und Montag den 23. v. M. findet, wie die grazer „Tagespost" berichtet, in der landschaftlichen Turnhalle in Graz der dies-ährige Gautag, d. i. die beratheude Versammlung der Abgeordneten der deutschen Turnvereine von Steiermark, Kärnlen, Krain und dem Küstenlande statt. Aus der Tagesordnung steht nebst Berathung der GauverbandSsatzun gen und den Anträgen der einzelnen Vereine auch die Fest iellung des turnerischen Programmes für die nächstjährigen Frühjahrs-Gruppenturnen. Eine Vorbesprechung der Abge ordneten findet Samstag den 21. AdendS im Hotel „Kaiser kröne" (Färbergasse) m Graz statt. — Verhastungen. Der „Botz. Ztg." wird berichtet, daß vor einigen Tagen in Riva der dortige Apotheker Joses anella und der Literat und ehemalige Bürgermeister Baruffaldi nach vorausgegangenen Hausdurchsuchungen verhaftet worden sind. Beide gehören der Partei der natio nalen Ultras an und haben als solche an den Festen von Legnago theilgenommen. Eine Hausdurchsuchung wurde auch beim Casetier Andreis vorgenommen. Mal- und Provinzial-Angelegeuheiteu. — (Ans dem Landesausschusse.) Ueber die am 10. und 14. d. M. abgehaltenen Sitzungen ersahren wir aus den „Novice", dem wohlinsormierten, ausschließlich privilegierten und ofsiciellen KuudmachungSorgane der na tionalen Landesausschußmitglieder, solgendeS: 1. Das Pro gramm der Landes-Obst- und Weiubaufchule in Slap wird in 500 Exemplaren der krainifchen Landwirthschastsgesell schast zur Vertheiluug an die Gemeinden übergeben werden 2. Die Jahresprüsuug in der Weinbauschule in Slap wird am 30. d. st'attfinden. 3. Das ungarische Ministerium wurde ersucht, dahin zu wirken, daß die Correspondenz der ungarischen Aemter mit dem krainischen Landesausschusse entweder in deutscher oder in irgend einer slavischen Sprache gesührt werde. 4. Der Secnndararzt im Livilspitale, Dr Lesjak, wird in dieser Stellung noch durch weitere zwei Jahre sungieren. 5. Sieben erledigte Waisenstipendien (um welche sich 283 Bittsteller meldeten) wurden verliehen (P er s o n a l n ach r i ch t e n.) Bergrath Exel wurde von Jdria nach Przibram und Bergrath Lerma von Przibram nach Jdria übersetzt. — (Zur Hebung derRinderzncht.) Die vom Centralansschusse der LandwirthschaftSgesellschaft für Krain aus der Staatssubvention angekauften 7 Stiere und 33 Kalbinnen mürzthaler Raffe wurden an krainer Landwirthe im Licitationswege abgegeben. — (Wünsche und Beschwerden.) Die für Laibach erlassenen lokalpolizeilichen Verordnungen er-ahren noch immer nicht die gebührende Beachtung und Be» olgung, namentlich inbetreff der Jauchenausfuhr, des schnellen Fahrens und des Mitnehmens der Hunde in Bast- und Kaffeehäuser. Vorgestern wurde aus einem Hause in der ,-errengasse bei Hellem Tage stinkende Jauche ausgeführt und hiedurch die Lust verpestet. — Vor einigen Tagen gerieth eine Weibsperson unter die Pferde einer Privatequipage, entkam jedoch glücklich der Lebensgefahr mit einer unbedeutenden körperlichen Beschädigung. Bei diesem Anlässe möchten wir alle Fuhrwerkslenker ausmerksam machen, langsamer zu fahre» und sich mit der Straßenbreite z» begnügen und nicht auch aus der Gehlinie oder aus dem Trottoir zu fahren. — An Magistrat und Generaleommando werden dem Vernehmen nach inbetreff des Mitnehmens der Hunde in Gast- und Kaffeehäuser Lollectivbeschwerden ge» richtet werden. — — (Die Wahlen für den triester Landtag) verursachen dem „Slovenski Narod" schlaflose Nächte, namentlich der Umstand, daß 2292 Slovenen in der Umgebung Triests nur 6 und 3566 Wähler in der Stadt 48 Vertreter zu wählen haben. „Slvv. Narod" bemerkt über dieses Verhältnis, daß, mögen die Wahlen sür den Landtag wie immer ansfallen, wenn auch ungünstig sür das slovenische Element, es denn doch Befriedigung gewährt, wenn die Welt hört, daß Triest von Slovenen umgeben ist. „Slov. Narod" betont, daß Triest sür die Slovenen deshalb von großer Bedeutung sei, weil Triest in der Zukunst für das ganze Slaventhnm unschätzbare Wichtigkeit in sich berge und wegen Triest sich noch große Dinge ereignen dürsten, nachdem Italien und Deutschland ihre Hand nach Triest ausstrecken, obgleich Triest auf slavischem Grund und Boden steht und völlig „italianisiert" ist. Wir bedauern, daß „Slov. Nar* einen Leitartikel nicht noch länger ausgesponnen; er würde vielleicht zu dem Schluffe gekommen sein, daß ganz Europa, auch das große himmlische Reich der Chinesen, aus slavi» chem Boden steht. IsuII» äiss 8lns liue». Kein Tag vergeht, an welchem das nationale Blatt der Zerstückelung Oesterreichs und der panslavistischen Idee nicht seinen gewohnten schuldigen Tribut leistet. — (Nationale Klage.) „Slov. Narod" bespricht die Landtagswahlen in Börz und gelangt bei Erörterung dieses Actes zum Ausdruck folgender Klage: „Uns fehlen Männer, die sich durch Charakter, Muth und Fähigkeiten so auszeichnen würden, daß man sie mit einer Art Begeisterung oder doch mit einigem Stolze zu Laudtagsdeputierten empfehlen könnte. Es steht bei uuS Slovenen in der That so, warum sollen wir es auch leugnen? Wenn wir also schon über keine vorzüglichen Männer verfügen, so blicken wir doch wenigstens aus solche, die ein Herz für die Nation haben." — „Slov. Narod" spricht ein hartes, ein gewagte« Urtheil, indem er behauptet, daß unter den Reihen der Slovenen Männer von Charakter und Fähigkeiten nicht aufzufinden seien! Das nationale Organ mag das Motiv zu dieser Sentenz wol erwogen nnd in seiner Ansicht durch die Haltung der fahnenflüchtigen Stadtväter bestärkt worden zu sein. „Slov. Narod" ist endlich zur Einsicht gelangt, daß im nationalen Lager geeignete Lapacitäten für den Landtag nicht auszufinden seien. Daß ein Landtagsmitglied mehr wissen müsse, als das „Mssrers nodis" geistlos herzuplappern, mit dem „Asperges" die Betschwestern zn besprengen,. Weinhandel im großen zu betreiben, Vieh zu mästen und Weizen anzubauen, ist unleugbare Thatsache. Der Landtag erfordert Kräste, die auf legislativem Boden sich heimisch sühlen, aus allen Gebieten zu Hause sind, Parteiumtrieben ferne stehen und mit Charakterfestigkeit und Muth, nicht etwa für die klerical-nationale Sache, sondern zur Wohlfahrt des Landes das Wort ergreisen und am grünen Tische Mitarbeiten bei allen Geschäften, die dem Lande noth thnn. — (Die nationale Sache inKlagenfurt.) Der Litalnicaverein in Klagenfurt hielt vor kurzem seine diesjährige Generalversammlung ab. Obgleich slovenische Blätter behaupten, daß Klagenfurt eine slovenische Stadt sei, will es, wie die „Blätter aus Kärnten" erzählen, mit der „slove nischen" Sache in Klagensurt' nicht recht vorwärts gehen; außer von Kerzelweibern, Betschwestern, Oebstlerinnen und einigen tonsnrierten Herren wird der nationale Cnltns in Klagenfurt von niemand anderem gepflegt. Der Leitung des erwähnten Vereines dürste ts selbst linier Mithilfe deS Generals Tschernajeff nicht gelingen, Klagenfurt und Villa» dem Königreiche „Slovenien" ein-zuverletben. — (Selbstentleibung.) Sicherem Bernehmen nach hat sich heute der Feldwebel Sck>efczik deS Infanterieregiments Baron Kuhn mittelst eines Gewehrschufses in der Zuckerfabriks-Kaserne entleibt. — (Die Südbahn) wurde beim SanitStScongresse in Brüssel für ausgestellte Hilfskörbe durch ehrenvolle Tr-wähnung ausgezeichnet. — (Statistisches.) In der Zeit vom l. Jänner 1867 bis Ende 1871 kamen in Krain 21 Kindesmorde und 8 Kindesweglegungen, vom Jahre 1871 bis End? 1875 13 KtndeSworde und 11 Kindesweglegungen vor. In Krain tritt die constatierte Thatsache hervor, daß durch Findelanstalten den obangedeuteten Verbrechen kein Einhall gethan wird und es wünschenswerth erscheine, daß auch die triester Findelanstalt, zu deren Erhaltung auch das Land Krain mit einer bedeutenden Ziffer beitragen muß, aufgehoben werde. — (Vieh markt.) Nachdem die Maul-und Klauen-seuche in klagenfurt bereits erloschen, weiden vom 23. d. ab die Viehmärkte dort wieder abgehalten werden. — (SLmmtliche Lehrlinge) in Klagensurt wurden, wie die „Blätter aus Kärnten" berichten, im Verlaufe der letzten Tage zu dem Zwecke conscribiert, um dieselben zum Besuche der Handels- und Gewerbeschule verhalten zu können. Auch in Klagensurt folgt ein Theil der Gewerbsinhaber dem Beispiele seiner Lollegen in Laibach und erhebt gegen den Schulbesuch ihrer Lehrlinge Protest, während denn doch die Bewerbs bescher bedenken sollten, daß ein weiterer Schulunterricht ihrer Lehrlinge nothwendiger erscheint und bessere Früchte trägt, als die Benützung derselben zu Dienstleistungen, die in das Ressort der Hausknechte, Taglöhner, Köchinnen und Kindsmädchen gehören. Aus dem Schwurgerichtssaale. Laibach, 14. Oktober. Verhandlung gegen Jakob Lerkvenik wegen Verbrechens des Diebstahls. (Schluß.) Die unter dem Vorsitze deS k. k. OLGR. Kapretz mit Präcifion geleitete Verlmndlung zeigte, daß die gegen Jakob Lerkvenik erhobene Anklage in jeder Richtung gerechtfertiget war. Der öffentliche Ankläger Staatsanwollsnbstitut Gerde § i L charakterisierte mit Schärse das curriculum vittle des Angeklagten, hob insbesondere hervor, daß er bereits in seinem siebzehnten Lebensjahre zu stehlen begonnen und seit dieser Zeit bis zu seinem dreinnddreißigsten Lebensjahre neunmal, und mitunter sehr empfindlich, wegen Diebstahls abgestrast wurde; daß er die diebischen Angriffe bei seinem jugendlichen, kräftigen Alter und bei voller Arbeitsfähigkeit ohne Noth in kurzen Zwischenräumen verübte; d^ß er nn geachtet sehr empfindlicher wiederholter Bestrafungen seinem Hang« zum Stehlen nicht widerstehen konnte, sondern, kaum in Freiheit gesetzt, immer wieder neue Diebstähle verübte; er führte alle die gewichtigen und zahlreichen Verdachtsumstände aus, unter deren Wucht der Angeklagte selbst im Laufe der heutigen Verhandlung verstummen mußte, und empfiehlt schließlich den Geschwornen die Bejahung der an sie gestell ten, die einzelnen Diebstahlsfacta betreffenden acht Haupt fragen, sowie die Bejahung der aus Gewohnheitsdiebstahl und auf die Uebertretung der Landstreicherei lautenden neunten und zehnten Hauptfrage. Der Bertheidiger Flor. Konschegg beschränkte sich in seinem Plaidoyer lediglich daraus, den Geschwornen die Verneinung der aus Gewohnheitsdiebstahl articulierten neun ten Hauptfrage zu empfehlen, indem er hervorhebt, der Angeklagte dürfte wol nur aus dem Grunde fo rasch nach einander diebische Angriffe verübt haben, um sich auf längere Zeit den Unterhalt zu verschaffen, da er bei seinem bemalet ten Vorleben und üblen Leumunde einen redlichen Erwerb nicht leicht finden konnte. Nach kurzer Replik des öffentlichen Anklägers, welcher den vom Bertheidiger angesührten Umstand als gegen den Angeklagten sprechend bezeichnet, der ja selbst bei der heutigen Verhandlung zugestand, daß er der sich bietenden Gelegenheit z«m Stehlen nicht widerstehen konnte, erklärt der Vorsitz«,»- Li« ««.Handlung sur gkschkfsen. Er sührt in objectiver und klarer Weise den Geschwornen die Resultate der Verhandlung vor, erklärt ihnen die gesetzlichen Merkmale der Delikte, auf welche die Fragen artikuliert find, und empfiehlt ihnen schließlich vor Beantwortung derselben eine reifliche Erwägung aller für und wider den Angeklagten sprechenden Momente. Die Geschwornen bejahten sämmtliche 10 Hauptfragen. Jakob Lerkvenik wurde auf Grund des VerdicteS der Geschwornen wegen Verbrechens des Diebstahls nach §S 8, 171, 173, 174 II. lit. ä und 176 I. und II. lit. s. St. G. und wegen Ueberlrelung der Landstreicher« zu s i e -den Jahren schwerem Kerker, verschärft mit einem Fasttage monatlich, verurtheilt, nud wurde aus Zulässigkeit der Anhaltung desselben in einer Zwangsarbeitsanstalt nach ausgestandener Freiheitsstrafe erkannt. Der Angeklagte ist mit der Freiheitsstrase ganz einverstanden, erklärt jedoch unverhohlen seine Abneigung gegen das Zwangsarbeitshau», indem er meint, daß man sich dort nicht bessere. _____________________ _________________________ Witterung. t!aU':1vl1s k>dön, k. k. Hoflieferant. Fabrik: Wien, VIII., Laudo.i-gasse Nr. Sk. Nustrieite Preiseouranle von Eiscnmöbcl» gratis u. franco. Llwmsrrnödsl: fl kr. Waschgestell, nußart. lack. 5- Waschtisch ................ 8-75 Kleiderständer, gr. ... 7-— dto. mit Regenschirm-fländer........ 18- Eisernes Diencrbett . . 8'5U Bett mit Blechwänden, sein, nußartig lackiert IS — Kinderbett mit Netz . . IL'— Wiege mit Netz, nußart. lackiert..............>8'— Kinderwaschtisch, nußart. lackiert.....................4 7» Nieäerkaae: Wien. I.. Kärntnerstr. Nr. 48 (Heinrichshof>. Ikistnerlc von Eisen-n.Zink-gufiwaren gratis u.sranco. Ltrnrosrillöbsl; fl. kr. 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