Laibilchkr TMatt. Redaction und Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. Rr. IIS. jMWW Freitag, 17. Mai 1878. —Morgen: Vcnantms. WWNM 11. Jahrg.-^ ^ M>kb-rP°ft:Äan,j-hr.fl.I-. ^ ^__________________________z-lg-n b.s f. Zeilen Lv k._____ SnsertionSpreise: Bn- Noch ein Wort über „nationale Entwicklung." Am 2. d. M. brachten wir ein zeitgemäßes Wort über „nationale Entwicklung" ini allgemeinen und slovenische insbesondere. Heute erst läßt ein Herr S—c im „Narod" sein spätes Licht leuchten, um uus in gewohnter Weise zu „vernichten", wie wir schon so oft vernichtet zu werden so unglücklich waren, ohne daß es doch unserm Befinden bisher wesentlich geschadet hätte. Zwar ist der Kern des Ganzen sehr geringfügig, es ist nicht viel mehr da, als einige schöngeistige Citate, einiges falsche Pathos und ein Schock jener ordinären Schimpfereien, welche das unentbehrliche Rüstzeug des „slovenski 2urnüli8t" zu sein scheinen; das späte Herbeizerren unseres vollkommen objektiv gehaltenen Artikels kommt uns fast wie ein Manöver, um die schlimmen Wirkungen unseres „Maitrankes" zu verdecken, und wir wollten cs daher schon ignorieren, allein es ist hier so viel Sophistik — das besondere Talent dafür müssen wir dem „Narod" zurück-,schieben, — so kühne Sach- und Wortverdrehung entwickelt, daß wir im Interesse der Sache ge-nöthigt sind, auf das zurückzukommen, was der Kern unserer Ausführungen war, auf die Frage: „Gibt es bei uns eine gesunde nationale Entwicklung ?" Falsches Pathos nennen wir es, wenn Schillers Wilhelm Tell citiert wird, um uns als „Verächter unseres Geburtslandes" hinzustellen, und warum? weil wir gewagt haben, zu sagen: das Volk wünsche, daß seine Söhne deutsch lernen; es sei natürlich, daß der Volksschullehrer sich dort auch der deutschen Sprache bediene, wo ihn die slovenische im Stiche läßt; weil wir zu bezweifeln wagten, daß zweisprachige Drucksorten und slo-venische Zahlungsbefehle eine völkerentwickelnde Kraft besitzen, uud daß eine Literatur sich durch Machtsprüche von oben dekretieren lasse. Renegaten, schwarze Vrrräther sind wir, weil die slovenische Literatur uns kein hoffnungsvolles Bild darbietet; weil wir in ihr keinen Ansatz zur Volksbildung, keine liberalen Prinzipien wahrnehmen; weil wir nichts von den Früchten so reich dotierter und von Vaterlandsfreunden ohne Unterschied der Partei unterstützter Institute, wie die „Matica", zu entdecken imstande sind? Beschränkt find wir, weil wir nicht zu glauben vermögen, daß unter ultramontaner Führerschaft ein wahres, fruchtbares literarisches Leben aufsprossen könne. Alle die von uns gerügten Schäden werden nicht geleugnet, denn sie können nicht geleugnet werden, all' die nationale Hohlheit, all' dieser falsche Schein eines nur auf dem Papiere existierenden nationalen Lebens können nicht wegdisputiert werden, aber — da zeigt sich der große Sophist — an all' dem sind w i r schuld. Hätten w i r dem Sprachenzwangsgesetze nicht Widerstand geleistet, hätten wir zugesehen, wie deutsche Sprache und Kultur aus ihren tausendjährigen Sitzen vertrieben werden wollten, und endlich hätten wir nicht gewagt, unsere großen slovenischen Patrioten auf das Loch in ihrem Siftem, auf die häßliche Raupe auf der auch uns werthen jungen Pflanze nationaler Entwicklung aufmerksam zu machen, so wäre alles in schönster Ordnung, die Herren könnten unbeirrt im alten Schlendrian fortwirth-schasten, jene Clique, deren patriotisches Walten dem Lande schon so schöne Früchte gebracht hat, brauchte nicht um ihr Regiment besorgt zu sein! „Ihr habt den slovenischen Namen um seiuen Kredit gebracht", schließt H. S—c mit schrecklichem Pathos, und wir fühlen uns ganz zerknirscht und vernichtet von solch' unwiderstehlicher Logik und wollen daher auch hinfort glauben, daß wir allein an dem Zurückbleiben des Wolf'fchen Wörter- buches, an der Geistes- und Stoffarmuth der slovenischen Literatur und an allem Mißgeschick der nationalen Schwärmerei die Schuld tragen. Das unbescheidene Oesterreich. Wir sind seit der Mission des Generals Jg-natieff am Wiener Hofe wiederholt mit der offiziösen Versicherung erfreut worden, Rußland sei entschlossen, den österreichischen Reclamationen gegen den Frieden von San Stefano im weitesten Umfange gerecht zu werden. Ein Korrespondent der „N. fr. Pr." bereitet uns nun eine etwas unangenehme Ueberrafchnng, indem er berichtet: auf eine vertrauliche Anfrage des österreichischen Kabinetts in Petersburg, was man von den dem Grafen Jgnatieff mündlich bekanntgegebenen Forderungen halte, habe man an der Newa ebenso vertraulich — wenn auch nicht sehr liebenswürdig, — erwidert, man betrachte Oesterreichs Forderungen als „exorbitant" und gedenke, nicht auf dieselben einzugehen! Diese charakteristische Antwort scheint, wie der Korrespondent sagt, das auswärtige Amt veranlaßt zu haben, „die moskowiti-schen Brillen, mit welchen man bisher die orientalische Frage zu betrachten sich gewöhnt hatte, abzulegen." Üebrigeus wird dem „N. Wr. Tgbl." über Berlin aus Petersburg vom l5. Mai gemeldet, daß tagszuvor unter Vorsitz des Zaren ein Ministerrath stattfand, der sich mit den von Schu-waloff gemachten Mittheilungen beschäftigte. Es soll die Ansicht vorherrschend gewesen sein, daß dieselben keine genügende Grundlage für eine ersprießliche Fortführung der Unterhandlungen mit England bieten. Feuilleton. Eine Reise durch Indien. Das orientalische Museum in Wien hat am 3. Mai seine Generalversammlung gehalten, welche im wesentlichen mit der Entgegennahme des Berichtes des Direktors A. v. Scala über die Ergebnisse seiner indischen Reise ausgefüllt wurde. Wir entnehmen diesem Berichte Folgendes: Der Directionsrath des orientalischen Museums hatte ,m Mai 1877 beschlossen, den Direktor v. Scala nach Indien zu senden, theils NM Archer Anfragen von österreichischen Industriellen nndKmifleuten die Productions- und Handelsverhaltmsse Indiens einmal gründlich an Usl!) rennen lernen, IHeilA U1N kundigungen einzuziehen über die Aussichten, welche die projektierte Erweiterung des Lloydnetzes haben würde, wenn außer Bombay auch Madras und Calcntta zu Berührungspunkte» gewählt werden würden; endlich auch, um eine Anzahl von Verbindungen anzuknüpfen mit kommerziellen und wissenschaftlichen Capaeitäten in den hervorragenden Emporien des neuen Kaiserreiches, welche das orientalische Museum in Stand setzen sollen, der Kaufmannswelt und den: Gelehrtenftand Aufschlüsse über die große britische Kolonie zu verschaffen und Mitarbeiter für die von dem Institut herans-gegebeue gediegene österreichische Monatsschrift für den Orient zu gewinnen. Direktor v. Scala hat vier Monate in Indien zugebracht und auf den dortigen Eisenbahnen, welche bereits heute das ungeheure Reich in seiner ganzen Länge und Brette durchschneiden, eine Strecke von mehr als 3000 engl. Meilen zurückgelegt. Von Bombay bis nach Calcutta und von Ceylon bis nach La-höre in der Nähe des Himalaja, von der Mündung des Ganges bis zu seinem Ursprung durchzog er das Land der Sage und der üppigsten Naturprodukte, an dessen Schwelle einst Alexander der Große auf seinem Siegeszug umkehrte, während es jetzt mit seinen fast 200 Millionen Einwohnern willig dem kleinen Volke gehorcht, das jene ferne Insel bewohnt, in welcher manche Gelehrte die ultima Iduls der Phönizier zu sehen liebten. Es ist merkwürdig, welcher Schwall von Vorurteilen über Indien zu weichen beginnt, nur seitdem der Suezkanal eine raschere Verbindung herstellt und die Menschen und Produkte des Orients leichter mit den Europäern in Berührung bringt. Seit Jahrzehnten konnte man besonders in manchen deutschen Zeitungen, gleich dem periodischen Bericht über die Seeschlange, stets wiederkehrende Kassandrastimmen vernehmen, welche von dem Aussaugungssistem der Engländer in Indien sprachen und von der Bedrohung ihrer Herrschaft durch die Russen, welche die Völkerschaften Indiens einst als ihre Befreier begrüßen würden. Es muß ein großer Reiz in etwas recht Unwahrscheinlichem liegen, denn sonst würde diese Hypothese mcht so häufig wiederkehren. Ich meinerseits, sagt v. Scala, habe es nie begreifen können, wie Rußland es anfangen wollte, um einen Angriff auf das indische Reich ansznführen. Die See ist ihm durch die englische Flotte versperrt, uud auf dem Landweg ist es wegen der Schwierigkeit der Verpflegung unmöglich, ein nur einigermaßen actionsfähiges Heer bis an die Grenze Indiens zu bringen, dem nicht die Engländer mittelst ihrer Eisenbahnen und Dampfschiffe eine zehnsach größere Truppenmacht entgegenstellen könnten. Auf Empörungen in Indien selbst ist in einem solchen Falle nicht mehr zu rechnen, denn der Unterschied zwischen russischer Eroberungspolitik und englischer Kolonialverwaltung ist auch dort nur zu wohl be- Parlamentarisches. Abgeordneten!) an s. In den Sitzungen vom 14. und 15. Mai erledigte das Haus deu ß 1 des Gesetzes über die Grundsteuernachlässe. Finanzminister Pretis trat für die Anträge des Ausschusses eiu. Er verwies auf die großen Uebclstände der jetzigen Steuerei,ihebnng, der Ungleichheit der Belastung der einzelnen Bevölkerungsklassen. Diesem ganz abzuhelfen, wäre nur uach Vornahme einer vollkommen neuen Katastrieruug möglich gewesen. Eine solche Neukatastrierung würde aber lange dauern und das Reformwerk in weite Zuknnft hinausschieben. Um aber deuuoch die größten Härten des jetzigen Zustandes zu beseitigen, wurde das Provisoriumsgesetz eingebracht. In diesem wurde die Einkommensteuer beseitigt und eine neue, die Per-sonal-Einkommenstener, eingeführt. Aber es war auch gleichzeitig im Programme der Regierung gelegen, für die Grundsteuer Nachlässe einzufüh-reu, welche den Zweck haben sollen, den kleinern Steuerzahlern Erleichterungen zu gewähren angesichts der größern Opfer, die man durch die Personal-Einkommenstener von ihnen fordert. Er hege die sichere Hoffnung, daß, wenn das Haus die Anträge des Ausschusses annehmen sollte, die Provisorialgesetze ihren Zweck erfüllen werden, nämlich die größten Härten des jetzigen Steuer-sistems zu beseitigen und die Summe der direkten Steuer auf 00 Millionen zu erhöhen. Der Antrag des Abg. Schanp auf Vertagung der Debatte wurde abgelehnt, ebenso jener des Abg. Krzecznnowiez, welcher den Paragraph an den Ausschuß rückverwiesen und in denselben die Bestimmung ausgenommen wissen wollte, daß die Stenernachläffe ebensoviel betragen wollen, als alle Zuschläge zur Grundsteuer znsammcn-enommen. Der Ausschußantrag wurde endlich ei namentlicher Abstimmung mit 188 gegen 50 Stimmen angenommen. Für die Anträge der Majorität stimmten unter anderen die Abgeordneten Graf Barbo, Deschmann, Hotschewar, Langer, Pfeifer, Dr. Snppan, Graf Thnrn, Dr. V osnjak. Unter Vorsitz Sr. Majestät des Kaisers fand am 14. d. nachmittags ein Minist er rath statt, dessen Gegenstand, wie verlautet, der Antrag des Bndgetansschusfes in Bezug auf den Sechzigmil. lionen-Kredit und die Feststellung des Termins für die Einberufung der Delegationen war. Die Regierungen werden einen Gesetzentwurf über Verlängerung des Aus gleichspro- kannt, weuu auch die von den Russen verübten Gewalttaten in Tnrkestan und den benachbarten eentralasiatischen Ländern noch nicht zu den Ohren der Masse der indischen Völker gelangt sein sollten. Die Russen geben wol vor, christliche Interessen zu vertreten nnd christliche Kultur zu verbreiten, allein in Wirklichkeit verbreiten sie nur Knechtschaft. Die Herrschaft der Engländer, so-wol zn Meer als zu Land, hat einen ganz anderen Charakter. Während die Russen überall damit beginnen, hohe Zollschranken zu errichten, strebt England überall, solche wegzuräumen! Ihm ist es hauptsächlich zu verdanken, daß Ostasien dem Welthandel eröffnet worden ist, und die 193 Millionen Menschen, welche das indische Reich bewohnen, haben es einzig der englischen Herrschaft zu verdanken, wenn sie nicht blos zu einem menschenwürdigeren Dasein gebracht, sondern auch aller neueren Wohlthaten der abendländischen Ci-vilisation theilhaftig werden. Sie haben es den Engländern zu verdanken, wenn sie nicht mehr von ein paar hundert Tyrannen willkürlich mißhandelt und in gegenseitigen Kriegen zerfleischt werden; wenn eine Sekte unterdrückt wird, welche zu ihren religiösen Geboten den Mord rechnet, wenn das Verbrennen der Witwen der Brahminen visoriums bis Eude Juni einbringen, welcher noch vor dem Zusammentritt der Delegationen zur Beschlußfassung gelangen soll. Aus Pola, 14. Mai, wird der Grazer „Tagespost" geschrieben: Heute vormittags fand im hiesigen Stabsgebäude unter Vorsitz des Herrn Hafenadmirals Anton Bourguiguon Freiherrn v. Baumberg eine Kriegsberathüng statt. Zn dieser fanden sich außer allen selbständigen Truppenkommaudauten auch der Geuie- und Artilleriedirektor und die hier befindlichen Generalstabschefs ein. Das ganze hier stationierte Artilleriedetachement wurde heute früh auf dem Dampfboote „Triton" uach der Insel Brioni zur Armierung des Forts erster Klasse „Tegetthof" überführt. Der seit zwei Tagen hier weilende Landes-Artillerie-Jnspektor Generalmajor Vetter von der Lilie besichtigt an der Spitze einer Kommission die in vier Bezirke getheilten Seebefestigungen. Heute wird der kommandierende General FZM. Baron Kuhn mit dem Postzuge hier ein-treffen und die Kasernen nnd militärischen Etablissements besichtigen. Am l8. früh wird Baron Kuhu die Weiterreise über Dignano, Valle nach Rovigno zu Wagen fortsetzen. Tagesneuigkeiteu. — Eine interessante Licitation hat am Montag in Kronstadt stattgefunden. Es gelangten da nämlich, wenn die Licitation wirklich ab-gehaltcn wurde, seitens der Betriebsleitung der ungarischen Staatsbahn, östliche Linie, welche Kauflustige hiezu „achtungsvoll" einladet, folgende Delikatessen zur öffentlichen Versteigerung: 1927 Fässer und Kisten ausländischer Weine, 97 Fässer Branntwein, 840 Gebiude Cognac, Liqnenre und Ruin, 800 Fässer marinierte Häringe, 149 Kisten Sardinen, 200 Kisten Unschlittkerzen, 296 Colli Bonbons, 204 Kisten Chocolade und Conservcn, 100 Kisten Zwieback. Alle diese Kostbarkeiten waren an die Adresse der russischen Armee in Kronstadt an-gekommen, doch die Besteller kamen nicht mehr dazu, die Waren anszulöseu, nud somit fallen dieselben der Bahnverwaltuug zu, die ihren Fracht- und Lagerzins aus dem Erlöst der Versteigerungssnmmeu decken muß. Selbstverständlich sind die Beschädigten die Lieferanten, welche die russischen Bestellungen effectuiert habeu. Uebrigeus dürften auch die Offiziere über das Ausbleiben der 296 Colli Bonbons ziemlich verstimmt gewesen sein uud auch die Herreu Kosaken dürften die 97 Fässer Branntwein und 200 aufhört; weun statt willkürlicher Erpressungen ein geordnetes Stenersistem, und statt des Faustrechts und des Raubes eine geordnete Justiz herrscht; weun Aerzte nnd Schulen in dem Lande sich verbreiten, Eisenbahnen nnd Dampfboote das Reich nach den Hauptrichtungen durchschueiden, und wenn der Post- und Telegrafendienst den Gedankenaustausch einer Bevölkerung besorgt, die vielleicht sonst in Jahrhunderten dieser Wohlthaten noch nicht theilhaftig geworden wäre. Das indische Volk scheint sich dieser Wohlthaten auch weit mehr-bewußt zu sein, als man in Europa nur ahnt, ja als man sogar in England selbst geglaubt hat. Dies zeigt sich jetzt bei dem drohenden Ausbruch eines russisch-englischen Krieges. Hier kommen zwar die religiösen Sympathien eines Theiles des indischen Volkes mit in Anschlag, allein gleichwol werden die höchsten Erwartungen der Engländer selbst übertroffen von den Beweisen opferwilliger Hilfsbereitheit, welcher sie Vonseite der kriegerischen Stämme Indiens begegnen. In sämmtlichen Städten Indiens, welche Ritter v. Scala berührte, ist derselbe sowol von den britischen Behörden als von der Kaufmannschaft und den Gelehrten mit der artigsten Zuvorkommenheit empfangen und seinem Vorhaben der Kisten — Unschlittkerzen nur mit Resignation vermißt haben. — Eiue furchtbare Explosion fand am 14. d. M. abends iu Paris im Faubourg du Temple statt. Die dortige Kapselfabrik flog in die Luft, der dadurch entstandene Brand wurde zwar gelöscht, aber es siud mehrere Häuser zerstört, viele Menschen gctödtet und verwundet. — Sie, Monsieur! Eiu Pariser Blatt schreibt: In einer Nacht hörte der Herr des Hauses auf dem Corridor Küsse austauscheu; er schleicht hinaus, setzt plötzlich ein Reibhölzcheu in Brand und entdeckt das Kammermädchen nnd deu Bedienten. Sie erröthete, senkt ihr Haupt und lispelt: „Ich dachte, Sie wären es, Monsieur, dem ich begegnet." — Was Kriege koste». Die soeben erschienene Registraude des großen deutschen Generalstabes reproduciert eine über dieses Thema an-gestellte Berechnung des Londoner „Economist." Danach kosteten die zwölf Kriege seit dein Krim-feldznge — wobei der jüngste russisch-türkische nicht mitgerechnet ist — durch Tod vor dem Feinde oder infolge der Erkrankungen 1.948,000 Menschenleben. An Geld erforderten sie einen Aufwand von 48 Milliarden uud 260 Millionen Mark, eine Summe, die dem acht- bis zehnfachen Betrage der Jahres-einküuste der sämmtlichen europäischen Staaten sowie Nordamerika's gleichkommt. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Personalnachricht.) Der in hiesigen Gesellschafts- nnd Bevölkernngskreisen im besten Andenken stehende Herr FML. Vincenz Pürcker von Pürkhain wurde zum Inhaber des Jnfanterie-Re-giments Nr. 25 (bisher Mamula) ernannt. — (Todesfälle.) Heute um 7 Uhr früh verschied hier nach langem Leiden Herr Gottfried Hofbauer Edler v. Hohenwall, k. k. Generalmajor in Pension, seinerzeit Oberst und Kommandant des in Laibach stationierten l2. Artillerie-Regimentes. Seine Heldenbrnst zierten mehrere wohlverdiente Orden. Das Leichenbegängnis findet Sonntag den 19. d. M. nachmittags um 3 Uhr statt. — Am 15. d. M- verschied nach kurzer Krankheit in Wien der Direktor des Theresianischen Gymnasiums nnd Vizedirektor der Akademie, Regieruugsrath Dr. Heinr. Mitteis, früher durch eine Zeitlang Gymnasialdirektor in Laibach und auch im hiesigen Musealvereine wissenschaftlich thätig. Die Wiener Presse rühmt seiue Begabung als Lehrer uud Erzieher. Auch aus seiner Wirksamkeit in Laibach ist dem Verstorbenen ein ehrenvolles Andenken gesichert.___________________ eifrigste Vorschub geleistet worden. Sowol in Bombay als in Madras, in Bangalore, Calcntta als in Lahore, Delhi und auf Ceylon gelang es ihm mit Hilfe der Handelskammern und anderer Autoritäten, Sammlungen indischer Rohprodukte anzulegen, welche im orientalischen Museum zu Wien Aufstellung finden werdeu. Auch zu den Eentren der indischen Kunstiudustrie hat sich der Reisende begeben uud eine Anzahl von Ankäufen gemacht, welche der Hauptschmuck der am nächsten Sonntag, 5. Mai, in Wien zn eröffnenden orientalischen Ausstellung seiu werden. Mit Hilfe einiger deutschen Häuser hat der Reisende auch eine Sammlung jener wichtigsten Import-Artikel zusammengestellt, welche günstige Aussichten für den österreichisch-indischen Handel versprechen. Aus den Jndnstrie-Centren, welche der Reisende besuchte, heben wir besouders Heiderabad mit seiner bedeutenden Metall- und Waffenindustrie hervor, deren Erzeugnisse in der Sammlung des Grafen Zichy vertreten sind; das Pendschab mit seiner Wollen-, Seiden-, Metall- und Thonwarenindustrie. Reich mit Geschenken Vonseite der indischen Regierung beladen, trat der Reisende den Rückweg an. Unter den Geschenken heben wir zahlreiche Photographien und Prachtwerke hervor, und eine — (Steckbrieflich verfolgt) wird der nach Nassenfuß zuständige Taglöhner Josef Erzen; er diente zuletzt beim Barackenwirth Frank iu Mal-borgeth und ist, wie die „Klgft. Ztg." berichtet, nach Unterschlagung von Geldbeträgen iu der Summe von 25 fl. 74 kr. flüchtig geworden. — (Aus derLaibacherDiözefe.) Versetzt wurdeu die Herren: Mathias Zarnik, Pfarr-administrator in Preloka, als Pfarrcooperator nach St. Martin bei Kraiuburg; Leopold Lotric, Pfarr-coopcrator iu Seifeuberg, als solcher nach Gutenfeld ; Anton Zlogar, Pfarrcooperator in Nassenfuß, als Stadtpfarrcooperator nach St. Jakob in Laibach, und Johann Golob, Pfarrcooperator in Dole, als solcher nach Nassenfuß. — Gestorben sind die Herren: Franz Mally, Pfarrcooperator zu Mitterdorf in der Wochein, am 11. v. M.; Anton Sovine, Triester Diözefanpriester in Untertuchein, am 10. v. M., nnd Anton Cerne, Pfarrer iu Hotederschiz, am 21. v. M. — (Auszeichnungen von Eisenbahn-beamten.) Es erhielten bei der Südbahn der gegenwärtige Generaldirektor Friedrich Schüler den Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit, der Generalsekretär Regieruugsrath Adolf Ritter v. Schreiner den Orden der eisernen Krone dritter Klasse, der Oberinspektor Samuel Hahu das Ritterkreuz des Franz-Josessordeus, der Stationsvorstand in Pettau Franz Braith und der Stationsvorstand in Vor-dernberg Mathias Rieger das goldene Verdienst-krenz; nnd bei der Kronprinz Rudolfbahn: der Generaldirektor Moriz Morawitz den Titel eines Regierungsrathes. — (Freiwilligen dienst.) Die Grazer-Handels- und Gewerbekammer hält es im Interesse des Gedeihens der Handels und der Gewerbe von eminenter Wichtigkeit, daß der Freiwilligendicnst derart ausgedehnt werde, daß den mit guten Fortgangszeugnissen entlassenen Schülern von kommerziellen, gewerblichen oder industriellen Fachschulen das Recht des einjährigen Freiwilligendienstes gewährt werde, gleichviel, ob dieselben auf das Offi-ziersexamen aspirieren oder nicht. Wie der Volkswirtschaft überhaupt die Ausdehnung dieses Rechtes zugute käme, einen nicht geringeren Nutzen zöge auch die allgemeine Bildung, der Besuch solcher Schuleu wäre ein bedeutender, der Fleiß der Schüler angestrengter, die Sorge der Eltern für die fachliche Ausbildung ihrer Kinder größer. Die genannte Kammer faßte in dieser Beziehung eine Resolution, die sie deu Schwesterkammern in Laibach und Kla-geufnrt behufs Abgabe einer Zustimmungserklärung mittheilte. — (Der stei ermärkische Kunstverein in Graz), welcher auch in unserem Lande Mitglieder zählt, veranstaltet am 30. Juni l. I. eine Werthvolle Serie der von der Regierung publi-cierten kartographischen Arbeiten, worunter 00 große Karten von ganz Indien, einzelnen Provinzen und den angrenzenden unabhängigen Staaten. Eine im kleineren Maßstabe ausgeführte Karte von Indien wird dem Juniheft der österreichischen Monatsschrift beigelegt werden. Als österreichische Fabrikate, welche bereits in Indien eingeführt werden und deren Import bei einiger Ausdauer einer nennenswerthen Erweiterung fähig wäre, bezeichnet der Reisende einfache, einfarbige, schafwollene Tücher, Seidenstoffe, Goldfäden, Papier, Glas- und Porzellanwaren, Stahl- und Messerschmiedwaren, Luxuswagen und Klaviere, Cement, endlich Wein, Bier, Kerzen und Seife, ^n Beziehung ans den Verkehr mit Indien ist wohl M beachten, daß derselbe eigentlich erst feit der Baumwollnoth NN amerikanischen Bürgerkrieg, d. H. also seit ungefähr 15 Jahren, eine namhafte Entwicklung ausweist, aber in ständiger Zunahme begriffen ist. Er wird daher in der Zukunft ungeahnte Dimensionen erreichen können. Der gesammte Außenhandel Indiens hatte in den letzten fünf Jahren folgenden Werth in Rupien (1 Rupie — 1 fl. ö. W. in Silber): 1872/73: Verlosung von Kunstwerken zum Vortheile seiner Theilnehmer. Als Gewinste werden bezeichnet die Oelgemälde: Heinels „Am Ufer des Lago di Nemi", Bonnuels „Häringsschiff", Schnsters „Der Reigen der Lachmöve", Gerasch' „Der Weinsälscher", No-wei's Thierstück, Hilverdinks „Montblanc", dann Statuetten, Chromolithographien, Kupferstiche u. s. w. — (Berichtigung.) Iu dem gestrigen Fenilleton „Bildelmaler" wolle 0. Spalte, wo von den H. drei Königen die Rede ist, statt „Führer" gelesen werden: „Füße." Aus dem Schwurgerichtssaale. Laibach, 16. Mai. V o r m i t t a g s s i tz n n g. Gegenwärtig: LGP. Gertscher als Vorsitzender, die LGRR. Baron Rechbach uud Kocevar als Votanten, Auscultant Mikusch als Schriftführer, StAS. Gerdeshizh als Vertreter der Staatsbehörde, Advokat Dr. Mosche als Vertheidiger der wegen Verbrechens des Kindesniordes augeklagten Gertraud Skumae. Gertraud Skumac, ledig, 20 Jahre alt, aus Obergraben, Bezirk Radmannsdorf, Mutter eines Kindes, wurde am 4. März l. I. nm 9 Uhr abends von Geburtswehen befallen, gebar in ihrer Stube eiu Kind, wickelte das nengeborne lebende Kind iu ihren Uuterrock uud steckte es dauu unter ihren Bettstrohsack; anderntags vormittags trug sie das nuu erstickte Kind in den Keller und bedeckte die Leiche mit Erde. Der Geudarmerieposten in Veldes erhielt Kenntnis von dem Vorfall und arretierte die Gertrand Sknmae am 11. März l. I.; sie und das aufgefundene todte Kind wurden dem Gerichte übergeben. Die Gerichtsärzte Dr. Piutar und Wolf geben den Befnnd fammt Gutachten ab, daß das von Gertraud Skumac ani 4. März l. I. geborue uneheliche Kind lebensfähig war, mindestens 10 Minuten gelebt und infolge des Einwickelus uud Verstecken- nnter dem Strohsack am Stick- und Schlag-slusse gestorben sei. Die Angeklagte ist des Verbrechens geständig und legt aufrichtige Reue an den Tag. Der Staatsanwalt betont, Gertraud Skumac habe nicht die mindesten Anstalten wegen der zu erwartenden Kindesgeburt getroffen. Der Vertheidiger bemerkt, die Uebelthat wurde aus Furcht vor öffentlicher Schande begangen. Der Gerichtshofpräsident recapituliert den Verlauf der ganzen Verhandlung uud legt den Ge-schwornen die vom Gerichtshöfe formulierte einzige Frage: ob Gertraud Skumac schuldig sei, dadurch. 915.399,284; 1873/74: 942,608,880; 1874/75: 1,006.9 l2,907; 1875/76:1,025.866,594; 1876/77: 1,117.163,364. Als die Haupterrungenschaft der Reise ist zu rühmen, daß es dem Direktor des österreichischen orientalischen Museums gelungen ist, eine große Anzahl angesehener Männer, sowol in den Kreisen der indischen Regierung als des Handelsstandes, dem Unternehmen zu befreunden und ein ganzes Netz deutscher und insbesondere österreichischer Korrespondenten an allen Hauptplätzen zu gewinnen, mittelst deren Hilfe er im stande ist, irgend welche Aufträge und Anfragen von Behörden und Handelsgremien, wie von Kauf-leuteu, Industriellen und Gelehrten, auf das prompteste und exacteste zu beantworten. Er spricht am Schluffe seines Berichtes sogar den Wunsch aus, daß man sich seines Beistandes so oft als möglich bedienen möchte! Diese Zuvorkommenheit wird nicht verfehlen, in den weitesten Kreisen gewürdigt zn werden, und das orientalische Museum wird sich dadurch zu einem Institut erheben, welches nicht blos der Geschäftswelt Oesterreich-Ungarns, sondern auch Deutschlands und anderer befreundeten Länder die wichtigsten Dienste wird leisten können. daß sie ihr außerehelich erzeugtes und am 4. März l. I. gebvrnes Kind in den Unterrock eingewickelt und unter den Bettstrohsack gesteckt hat, dasselbe absichtlich getödtet zu haben? zur Beantwortung vor. Der Obmann der Gefchwornen berichtet das Resultat der Berathung, dahin lautend: daß diese Frage einstimmig mit „Ja" beantwortet wurde. Nachdem der Staatsanwalt den Strafantrag gestellt, nachdem der Vertheidiger die Reue der Angeklagten hervorhob und den Gerichtshof ersuchte, unter das gesetzliche Strafausmaß herabzugehen, zog der Gerichtshof sich in das Berathungszimmer zurück, nnd nach Verlaus einiger Minuten verkündet der Präsident bas Urtheil, womit Gertraud Skumac wegen Verbrechens des Kindesmordes zu einer vierjährigen schweren Kerkerstrafe, verschärft mit Dunkelhaft am 4. März jeden Jahres, verurtheilt wird. N a ch m i t t a g s s i tz n n g. Johann Skerjane ans GroßluP, Viehhändler. 26 Jahre alt, hat sich über die Anklage wegen Verbrechens des Raubes zu verantworten. Der Gerichtshof besteht aus denselben Functionären, wie bei der Vormittagssitzung; als Vertreter der Staatsanwaltschaft tritt Staatsanwaltssubstitut Mühleisen und als Vertheidiger des Angeklagten Advokat Dr. Zarnik ein. Am 7. März l. I. befanden sich der Angeklagte nnd der zu ihm in freundschaftlichen Verhältnissen stehende Johann Ber 5 an auf dem Viehmarkte zu Saloch; letztgenannter verkaufte eine Kuh ; beide, Skerjanc und Bersan, begaben sich auf den Heimweg, beide zechten in einem Wirthshanfe, Skerjanc bot dem Bergan ein Stück Rind zum Kaufe an. Auf offener Straße gegen Brefie zu, in der sechsten Abendstunde, packte «skerjanc mit beiden Händen den Johann Bersan beim Halse, warf denselben zweimal zu Boden, knetete denselben mit den Füßen auf der Brust, Bersan wehrte sich und schrie um Hilfe, Skerjanc riß dem Bersan das Hemd auf und raubte ihm eine Brieftasche, iu der sich eine Barschaft von 84 fl. befand; Bersan erstattete über diesen Raubanfall die Anzeige. Der Angeklagte erzählt heute den Fall in ganz anderer Forni, Bersan sei betrunken gewesen, habe die Brieftasche weggeworfen, er — «skerjanc — habe sie vom Boden aufgehoben und wollte die Brieftasche sammt Inhalt am 8. März l. I. dem Bersan zurückgeben; der Angeklagte erwähnt, es handelte sich einfach um den Abschluß eines Vieh-kansgeschästes, uud ihm lag jede Absicht ferne, den Bersan zu berauben. Johann Bersan bleibt bei seiner Aussage, vou Skerjanc angesallen und beraubt worden zu sein. Der Vertheidiger des Angeklagten bemerkt: es sei nicht anzunehmen, daß ein Freund den ändern beraubt, betont, daß Skerjanc ein unbescholtener und wohlhabender Mann sei und wegen eines so geringen Betrages — 84 fl. — einen Ranb nicht begehen werde. Maria Schübel bezeugt, daß Bersan im Besitze einer Barschaft von 84 fl. und sie Augenzeuge war, wie Skerjanc den Bersan zu Boden geworfen nnd seiner Barschaft beraubt hat. Auch die zweite Zeugin, Maria Babnik, sagt gegenüber Skerjanc belastend aus. Die Gerichtsärzte Dr. Kapler und Wundarzt Gregor,? geben ihren Befund sammt Gutachten dahin ab, daß Bersan Quetschungen, Hautaufschürfungen und Wunden, beigebracht mit Händen und Füßen und mit einem stumpfen Werkzeuge, davongetragen, im Fieber liegend angetroffen wurde und eine starke Erschütterung der Brustorgane erlitt; letztere Erscheinung wird als eine schwere körperliche Verletzung erklärt. Die Gemeindevorstehung stellt dem Skerjanc ein gutes Sittenzeugnis aus, bemerkt jedoch, er bezahle gerne Zechen und sei freigebig. Nach Schluß des Beweisverfahrens formuliert der Gerichtshof drei Fragen, kurz gefaßt dahin lau- tend: Hauptfrage: Ist der Angeklagte schuldig, am 7. März l. I. in der Absicht, sich fremden Eigenthums zu bemächtigen, den Berßan gepackt, zu Boden geworfen, mit den Füßen auf die Brust getreten und ihm Gewalt angethan zu haben, um sich der in der Brieftasche des Bersan befindlichen Barschaft per 84 fl. zu bemächtigen? — Zusatzfrage: Hat Äerjanc dem Bersan derart Gewalt angethan, daß Bersan eine schwere körperliche Verletzung erlitt?— Eventualfrage: Ist der Angeklagte schnldig, den Bersan absichtlich zu Boden geworfen und auf die Brust getreten zu haben, daß eine schwere körperliche Verletzung erfolgt ist? Der Staatsanwalt hält die erhobene Anklage aufrecht. Dr. Zarnik ergreift das Wort, weist auf Vcu bisherigen unbeanstandeten Lebenswandel des Angeklagten hin und bemerkt, daß Skerjanc nicht die böse Absicht hatte, den Bersan zu berauben, sonst hätte er den Anfall nicht anf offener Straße nnv in Gegenwart der Schübel, sondern auf abgelegener Stelle und ohne Zeugen unternommen. Der Ver-theidiger betont, lskerjauc besitze Vermögen, sei mit Bersan in Unterhandlung wegen Kaufes eines Rindes gestanden, und ersucht die Geschwornen, die Hauptfrage zu verneinen; bezüglich der Zusatzfrage bemerkt Dr. Zarnik, die Verletzung des Bersan könne keine schwere gewesen sein, weil Bersan nach Hause ging. Der Präsident des Gerichtshofes, Landes-gerichtspräsideut Gertscher, rekapituliert den ganzen Verlauf der Verhandlung und gibt den Geschwornen zu erwägen uud nach bestem Wissen und Gewissen zu benrtheilen, ob dem Bersan absichtlich Gewalt angethan und die Brieftasche sammt Inhalt geraubt wurde. Die Geschworueu beantworten die Hauptfrage, u. z., acht mit „Ja" und vier mit „Nein"; die Beantwortung der Zufatzfrage entfällt, und die Even-tualfrage wird mit zehn Stimmen bejaht nnd mit zwei Stimmen verneint. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragt, unter das gesetzliche Strafausmaß herab-zugehen. Der Beschädigte verlangt Schadenersatz und 30 fl. Schmerzensgeld. Der Angeklagte erklärt sich zur Schaden-Ersatzleistung bereit, der Verthei-diger des Angeklagten appelliert an die Milde des Gerichtshofes und ersucht um Zuerkeunnng des geringsten Strafausmaßes. In später Abendstunde wird das Urtheil gefällt: Johann Zkerjane sei des Verbrechens des Raubes schuldig und dieserwegeu mit fünfjährigem schweren Kerker, verschärft mit Dunkelhaft am 7ten März jeden Jahres, zu bestrafen. Witterung. Laibach, 17. Mai. Die schöne Witterung anhaltend, Hitze im Zunchmen, schwacher SO. Wärme: morgens 7 Uhr -1-15-4°, nachmittags 2 Uhr 4- 23 6» 6. (1877 4 19 9°; 1876 -j- 161» 6.) Barometer 742 54 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s- 17'9", um 36" über dem Normale. Gedenktafel über die am 21. Mai 1 878 stattfindenden Li-citationen. 3. Feilb., Terlep'sche Real., Derekverh, BG. Nassen-fuß. — 3. Feilb., Cn^ek'sche Real., Altdirnbach, BG. Adelsberg. — 1. Feilb., Benkii'sche Real., Oberkoschana, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Petschnik'sche Fahrnisse, Krain-bnrg, BG. Krainbnrg. — 1. Feilb., Kovai'sche Real., Stein, BG. Oberlaibach. - 1. Feilb., Kapcl'sche Real., Altdirnbach, BG. Adelsberg. - 1. Feilb., Rebee'sche Real., Ro-dokendors, BG. Adelsberg. — I. Feilb., Cueck'sche Real., Unterkoschaua, BG. Adelsberg. Telegramme. Pest, 16. Mai. Das Unterhaus nahm die Vorlage wegen Bedeckung des Sechzigmillionen-Kredits mit allen Stimmen, ausgenommen jene der äußersten Linken, an, nachdem Uermenyi seinen Beschlußantrag zurückgezogen hatte. London, 16. Mai. Die „Times" melden aus Philadelphia: Die Nüssen kauften 200,000, ursprünglich für die Türken fabricierte Gewehre und bestellten ferner noch eine halbe Million Gewehre. — Die „Times" melden weiter aus Petersburg: Schuwaloff conferiert häufig mit den Leitern der auswärtigen Aemter. Friedliche Einflüsse sind vorwaltend; die Hindernisse gegen eine Verständigung zwischen England und Rußland sind weniger ernstlich. Petersburg, 16. Mai. Die politischen Kreise, die Mission Schuwaloffs erörternd, halten eine Verständigung mit England möglich, uuter Festhaltung des Kriegszieles und Sicherstellung der Unabhängigkeit der Christen, durch Rectificie-rung der provisorischen Karte Bulgariens und Verzichtleistung auf die Erwerbung Batnms. Angekommeue Fremde am 17. Mai. Hotel Stadt Wien. Schnabl, Fischer, Hock u. Nathansky, Kflte., Wien. - Gosamami, Oesterreich. — Frau Häring sammt Tochter, Tschernembl.— Hladnik, Loitsch. — Nierhaus, Werksbcs., Mürzzuschlag. Hotel Elefant. Kroiiimer, Verwalter, Steyr. — Edgas, Kfm., und Szalitzer, Fabrikant, Wien. — Winterhalter, Agent, Karlstadt. — Kosec, Pfarrer, St. Beit. — Zarnik, Geistlicher, Preloka. — Dekleva, Brithos. — Goldberger, Privatier, Görz. — Büchler, Produkteuhändler, Güssing. Baierischer Hof. Benedttii, Bahnbeamter, Sissck, — Ko-renkan, Unterkrain. Mohren. Schwegl, Graz. Stadt Laibach. Flara Maria, Triest. Verstorbene. Den 17. Mai. Gottfried Hofbauer Edler v. Hohen-wall, k. k. Generalmajor in Pension, 53 I 6 Monate, Polanastraße Nr. 6, Herzbeutel-Wassersucht. Trockenes Srcnnhch per Klafter fünf Gulden bei (223) 6 Emik Mükkeisen, Brühl, Haus Ziakowski Nr. 24 (vorm. Kaschier). Al» nahe dem Hauptplatze, ist Uli, eiu kleines einstöckiges Wohnhaus von jetzt ab bis Michaeli l. I. um 20 fl. zu vermiethen durch Herrn I. Grnndner daselbst. (224)6-5 Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stofs und zu möglichst billigem Preise empfiehlt 0. .1. IlittNLNN, Hauptplatz Nr. 17. Äuch wird Wäsche genau nach Maß und Wunsch an-gefertigt unv nur beslpaffende Hemden verabfolgt, (23) 20 Wiener Börse vom 16. Mai. Allgemeine 8taat«-! jckukä. Geld Ware Pavierrente Silberrente 62 — 64 80 7160 6210 65— 71 80 StaatSlos-, 18SS. . . „ ISS4. . . „ iseo. . . „ I8S0(Stel) „ ' 1884. . . 333 — 108— 113 25 120 50 142 - 335 — : 08 50 113 5tt 121 -142 50 Grul«I«i>lIaftllng»- Gl-kigatioiicn. (^ali)ien 85 75 8625 Siebenbürgen . . . -Temeser Banat . . . 77-20 77 75 79 75 77 60 78 25 8025 Anäere vssentkicke Ankekea. Donau-Regul.-Lose . Ung. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . 104— 75 50 90 — 10425 76 — 90 25 Aetjen v. Lanken. Kreditanstalt s.H.n.G. Escompte-Ges.,n.ö. . Nationalbank 214 — 801'— 21425 803 — Äetiea ».Transport Uateraekmuagea. Alsöld-Bahn Donau - Dampfschiff-Elisabeth-Westbahn . Ferdina»ds-Nordb. . Franz-Ioseph-Bahn . Galiz. Karl-Lndwigb. Lemberg -- Czernowitz -Lloyd-Gesellschaft . 114 — 393 -169 50 2077 127 75 246 — 121 25 430 — 11450 394 — 170 — 2080 12825 246 50 ^121 75 j432 — Nordwestbahn . . . Nudolfs-Bahn . . . StaatSbahn .... Südbahn............. Ung. Nordostbahn . Pfandbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold........... in österr. Währ. . Natioualbauk.......... Ungar. Bodenkredit- . Prioritiits-Oökig. Elisabethbahn, l.Em. Ferd.-Nordb. i. Silber Frauz-Ioseph-Bahn. Galiz.K-Lndwigb, I.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn StaatSbahn, 1. Eni. Südbahn L 3 Perz. Privatkose. Kreditlose........... Rudolfsstiftung. . . Geld Ware 105 50 105— 1275 11325 254-— 255 50 72'— 72 50 11025 110 75 109 5V 91 — 98 60 95 Devisen. London Geküforten. 110 — 91 25 98 80 95-25 94 60 106 50 89 30 103 — 88-75 63 70 157 112 40 93 60 16150 1450 12125 94 90 107 — 89-50 103 50 89 — 64 — 158'— 112 70 93 90 162 -15'- 12135 Dukaten................... 5 72 5'73 20 Francs.............. 9 71 9 72 100 d. Reichsmark . .'59 90 59 95tz Silber................! 10520 105-30 biete «leiu lUIüeke aufe von wenigen Xlonsten dureb 7 Verlosungen rur sicke- ren Lntsebeidung kommen, darunter betinden sieb Haupt-trelfer von eventuell li.-XI. HVÄ080 oder Luiden ö. W., speriell sber: Oewinn Oewinn Lewinn Oe^inn Kewinn Lewinnek >1. 1 6vwinn s XI. 3 Oewinne a XI. 6ewinn a XI. Lewinne L XI. Oevvinne a XI. 250.000, 125.000, 80.000, 60,000, 50.000, 40.000, 36.000, 30.000, 25.000, 20,600, 15.000, 1 Lew. 23 6ew. 4 6ew. 31 Oew. 74 Lew. 200 6ew. 412 Osw. 62l 6ew. 700 Lew. 28,015 6ew. etc. !, XI. 12,00», I »XI. 10,000, a XI. s XI. !. XI. a XI. a XI. s> XI. i> XI. a XI. 8000, 500!', I 4000, 2400, 1!^00, 500, 250, 138 etc. Telegrafischer Kursbericht am 17. Mai. Papier-Rente 6215. — Silber-Rente 64.70. — Gold-Rente 71-65. — 1860er Staats-Anlehen 114-—. — Bank-aclien 802. — Kreditactien 216 2b. — London 12125. — Silber 105.35. — K. k. Münzdukaten 5 72. — 20-Francs-Stücke 9 75. — 100 Reichsmark 59 85. Eine Jigarrentttfc^e ist anf dem Wege von Oberrosenbach bis in die Schellen-burggasse verloren gegangen. Der Finder wird ersucht, ^ gegen entsprechenden Finderlohn selbe in der Buchhandlung von Kleinmayr L Bamberg abzngeben. (242) Die 6ewinnriel>ungen sind planmassig amtlieb fesl-geslellt. /ur näebslen ei-slen Oewinnriebung dieser grossen, vom Staate garantierten keldverlosung kostet 1 ganres Original-l-os nur 6 oder il. 3-50, 1 bglbes » » » 3 » » 1'75, 1 viertsl » » » l'/2 » » —90. ä»e Luftrsge werden sofort gegen Linsendung, l'Ostöinrgblung oder Kücknslime des Letrsges mit der I ! grössten Lorgfült:>usgstul>rt, und orlislt jedermann von ^ uns die mit dem !>tggtswsppen versebenen Originsl- ^ l,ose selbst in die Uiindv. Den keslsllungen werden die erlorderlieben gmt- ! ! lieben PMne grstis beigelugt, und nsek jeder iliebung senden wir unseren Interessenten unsukgetordert smt-j liebe lösten. Oie ^usrgblung der üewinne erfolgt stets prompt ! unter Ltsstsgsrsntle und ksnn dureb direkte Zusendungen oder suk Veilsngen der Interessenten durek unsereVerbindungen gn r>IIen grösseren?!8tren Oester-reiebs verrnilssst werden. (222) 12—8 Unsere Lolleete war stets vom Llüeiie begünstigt, I > und bstte sieb dieselbe unter vielen snäeren dsdeu-tentien Lewinnen oftmsls üer ersten tlitupttrelter ru erfreuen, die den betreffenden Interessenten direkt I gusberablt wurden. Vorüussiebtlieb ksnn bei einem soleben suf der! > gegründeten vnternebmen überüll gut eine sebr rege Letbeilibung mit öestimint-beit gereeknet werden, und bitten livir dsker, um »Ile -Vullräge susfubren -in können, uns die kestellungen und jedonfglls vor dem A1. AI«! «I-»I. rukommen ru lassen. Lautmavii L 8imon. Nnnk- un«I XVvelisvIxvsellLst in Namdurx, Lin- und Verkau! aller ^rten Stsstsobligationen, kisen-baknaetien und ^nlebenslose. I 1?. S. >VLr 6LNK6Q disrävrek kür 6L8 uns Lsitdsr 868viiSQkts! Vertrauen, nnä iaäem bei Lessiun äer neuen Ver-losunx rnr Letdeiliennss einlaäen, neräen ^vir uns Lned kernerLin destroden, änred stets xromxts nnä reelle Leäienunx äie volle Lukrieäenlieit unserer xseLrten Interessenten rn erlangen. D- O. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Lttomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.