LmbacherOMtlmg. Nr. 10. P ran n nitration «preis: Im Comptoir ganzj. si.,,, hall'j. si. 5>.5>n. Mr die ^ustcllunq we Hans H.Udj.50lr. Mit dcrPost !m. 1 si.; srnst Pr.Zcilc im. ülr., 2m. «lv., 8m. i!)lv. ». s. w. Inscvtiouilslempcl jcdcsm. ^O li. 1866^ Amtlicher Theil. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschlicßnng vom 26. Dezember u. I. die graduelle Vorrückuug des t^u^w« ounou^u« Johann Papp ziinl Kantor oauunic'n«; dcs (ümwniou« «ciloin-^tiou^ Johann Korhüny znm (.'n«tu« ^inouion« nnd des Simonien« enn^Nnriu« Vazul NyiSztor zum l'unoniou« «cnu1o«ti0U5 am Großwardcincr gr. - kath. Domkapitel allcrgnä'digst zn genehmigen geruht. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchster Entschließung vom 26. Dezember v. I. den Dircktor am Lcutschaucr katholischen Obcrgyumasmm Karl Wiedcrmann znm Direktor am katholischen Obcrgymnasinm zn Prcßbnrg allcrgnädigst zn ernennen lMlih't. Der Instizministcr hat die bei dein lombardisch-vcnclianischcn ObcrlandcSgcrichtc erledigte ObcrstaatS^ muvaltsstcllucrtrclcröstcllc mit dem Range nnd Charakter ciucs ObcrlandcSgcrichtSrathssckrctärö dcln StaatSan-lvaltssnbstitutcn in Udinc Dr. Valentin Farlatti verliehen. __________ Der Instizministcr hat die bei dem Landcsgcrichtc 'n Innsbrnck erledigte Nathösckrctäröstellc dem dortigen Gcrichtsadjunktcn Dr. Karl Nlbanedcr verliehen. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 13. Jänner. Mic die meisten nngarischcn Blätter, so benutzt ^uch „Hon" die Zeit bis znr Erledigung der formellen ^"sragcu, zn deren Lösuug der ungarische Landtag bc-!?'scn ist, zur Diskussion der iuucren staatsrechtlichen "lagen. Wie bereits lclcgrapl,'sch gemeldet wurde, entwickelt „Hon" ein Programm, welches drei Pnultc als ^nsis fik- die Lösnng der betreffenden Fragen in An« lpN'ch nimmt, näinlich znnächst die ..staatliche Selbst. Ucü'digkcit" Ungarns, der zufolge cs seine geistige nnd materielle Entwickelung nud die zu derselben führende»! ^iltcl, scinc Gesetzgebung, Instizpslcgc, Verwaltung, °l>lle Uutcrordnnng unlcr djc Interessen eines anderen Landes ausschließlich nach seinem eigenen Ermessen wäh-^n und ciurichlen könne, — dann eine solche loustitu-wucllc ^ccgicrungSform, welche die R'cgicrnug vcrpflich-^, dic Angelegenheiten dcS Bandes nach dem Wunsche ^." großen Majorität der Nation zu leiten. Endlich eme Fortt, ^,^,^ ^^ ^^^ h^ Konstilulionalismus in U"garu, welche daö konstitutionelle Leben in den Erb-lindern nicht nnmöglich machen, vielmehr mit den kon-Il'wtionrllen Postulaten nach den konstitutionellen Bc< u^Nen aller Länder so zusammentreffen, daß, wenn! bcso k '^ ^' gcmcii'samcu Prinzipien sich auch nm 5m! sc" Mittclpnukte drehen, die einander begegnenden einer ^" Ganzes, den lebendigen Organismus e"oftcusclM Großmacht bilden sollen, nickl s - ^"" 2^)t hcntc über diese allgemeinen Prinzipien N nl?"'""^ sondern verliert sich in polemische Argu- nanoucn, welche er zur Begründung dieser Grundsätze "'"cud macht. Man könne - sagt er n, A. — von ^ s,,^^'ctern Ungarns nicht verlangen, daß sie solche "'' untioiicn akzeptircu, welche gegen die Interessen, das tm f!^'""o materielle Wohl, dic Gegenwart und Zn-soc'''tt ^ Bandes crfuudcn wurden, nnd daß sie die >>- Mlen Interessen ihres Vaterlandes nicht etwa den des 'w '"' Interessen oder den persönlichen Interessen essen '""^"' sondern den gleichfalls speziellen Inlcr-tritt ^ ""dcrn vcrbüudctcu Bandes unterordnen. Ferner^ rcaie," > ^chauptnug entgegen, daß eine Majorität^ wi.', '"^ '" Ungarn zu Vcrfassungsmißbräucheu führen wclcl s" ^'"'bct sich namentlich gegen jene Zcntralistcn, Niuciftf "^^' ^^' Ungarn sich bei einer solchen Regie-sonders !" ^^ .Sezcssiion nähern könnte. Es sei eine ^utzl - l^ ^ogik, bei einer befriedigten Nation einen func, ^' ä" besorgen nnd die Beruhigung in der Schaf-Un.^'"^ Maltontcntcnthnms finden zn'wollen. Wenn slituti»" ""^"' ?"""" gesetzlichen Monarchen glücklich kon-Uttc,a,?^ regiert sci, so könne „Hon" nicht einsehen, was dies a V""" bewegen sollte, die gewaltsame Zerreißung '^Bandes zn versuchen. Nalim ^ ^'^ Zugcstehung der Verfassungen führe die Vc>sf ^' Illoyalität und ein ausrichligcs, ehrliches werde die Momente feiner Freiheit znr Äcglilk- kung scincö Vaterlandes, znr Vcfestign'.ig feines Thro-' ncs verwenden, nicht zu heimlichen ^ändcrzerstücklnngcn, währenddem cs, seiner Verfassung bcranbt, wohl nicht konspirirt, sich aber znr Unlhäligkcit verdammt. ! Gegen die Schlüssigkcit dieser Argnmcntation —. bemerkt hiczu die „Wr. Abdftst," — mag theoretisch ^ nicht viel einzuwenden sein, es ist aber doch sehr die, Frage, ob sie im Eiuzclucn immer auwcndbar crschei« ncn dürfte. Es giebt Fälle, in denen cs nicht leicht ist, ciuc Nation zn befriedigen, namentlich dann, wenn die Nation nicht fchr geneigt ist, sich befriedigen zn lassen. Dic „Zngcstchnug der Verfassung" hat im Jahre 1848 den Gedanken an die „Zerreißung des Bandes" nicht zn verhindern vermocht, und da« ist eine sehr praktische geschichtliche Illustration zn den Ausführungen dcS „Hon", wenn wir auch weit entfernt siud, fic gerade in diesem Augenblicke für praktisch zu halten. Anf allgemeine Behauptungen gehören eben genau so allgemeine Erwiderungen. Oesterreich. Wien, 10. Iäuner. DaS „N. Frdblt." schreibt: Es scheint vollen Ernstes, als ob man in Berlin die plötzliche Annäherung Oesterreichs an Frankreich nicht blos nngcrn, sondern anch mit einiger Befnrchtnng sehen würde. Wenigstens mnß cS ansfallcn und bei dem Maugel jeder andern Veranlassung nur auf diesen Grnnd zurückgeführt werden, daß die Sprache der Offiziösen feit einigen Tagen einen Umschlag erfahren hat, wie denn anch der hiesige preußische Gesandte urplötzlich wicker die freundlichsten Töne anschlägt. So schreibt der hiesige Korrespondent der „Wcs.^Ztg," daß Baron Werther erst jüngst in einer Untcrrcdnng mit dem Grasen Mcnsdorff Anlaß nahm, zu bemerken, wie! wehe cS dem Herzen des preußischen Premier gethan habe, wahrzunehmen, daß die kaiserliche Ncgicrnng die Ächanptuugcu österreichischer Blätter, als habe Graf Bismarck der jüngst abgeschlossenen österreichischen Anleihe kontrckanirt, i" keine» Weise entgegengetreten sei, ja derselben gcwisscrmaßcu Vorschub geleistet l,alic, während ^ sie doch wisscu sollte, daß eine solche Intention dem ^ Herrn v. Bismarck fern lag. Graf Mcnsdorff soll hierauf erwiedert haben, daß er anf die Acnßcruugcn der nicht offiziellen Presse eben so wenig Einfluß uchme,! wie Graf Bismarck auf die Auslassungen preußischer Blätter gegen die österreichische Ncgicrnug, daß er aber glciclM'hl geneigt sci, von dieser Vcrsichcrnng Alt zu nehmen nnd derselben auch offiziös Ausdruck zu geben. So dürfte man denn in den nächsten Tagen ein sehr merkwürdiges (.'onuminilM pout l'^tum zn lesen bekommen. — 11. Iäuucr. (G. E.) Die allerhöchste Entschließung vom 16. Oktober 1865, in Folge deren die Leitnng der Strafanstalten ans dem Ressort des Staatsmiuislcrinms in jenes der Justiz übertragen wurde, hat den öffentlichen Blättern wiederholten Anlaß geboten, auf die Reformen hinzuweisen, welche in nnscrcm Gcfänguißwcscn werden eintreten müssen. Wir begreifen die Theilnahme, welche sich darin für eincn so wichtigen Gegenstand aufspricht, uuo ehren selbst die sich äußcrude Ungeduld, welche in der ersteren ihre volle Rechtfertigung findet; wir glauben aber auch für die Rcgicruug das Vertrauen in Anspruch nehmen zn löuncn, daß sie die Letzte ist, welche sich der Einsicht verschließt: daß dic Strafanstalten einer Reform bedürfen, daß dicfc im Geiste der Zcit bewirkt nnd dabei > das Gebot der Gerechtigkeit mit jenem der Hnmanität ^ wird in Einklang gebracht werden müssen. Wenn aber die „Presse" in ihrer Nnmmer 4 darauf hindeutet, daß die Reformen dcS Gcfängnißwcfeuö durch das materielle Strafgesetz bedingt sind, so hat sie damit ciucu Gedanken ausgesprochen, der wohl über die weilen Kreise ihrer Leser hinaus volle Beachtung verdienen dürfte. Sind die Strafanstalten jene Stätten, in welchen die vom Gesetze angedrohten nnd von den Gerichten verhängten Strafen abgebüßt werden sollen, so liegt cs nahe, daß die Strafen, oas ihnen zn Grunde liegende Prinzip und ^ ihre daraus abgeleiteten Abstnfnugcu zuerst im mate- ^ ricllcn Strafgesetze festgestellt sein müssen, bcoor man zn der Frage gelaugt: anf welche Art die vcrhäuglcn Strafen in Vollzug zn setzen sind. ^ So lange die Theorie den Hauplzwcck der Strafen iu der Abschreckung erblickte uud die Strafen nur nach, dem größeren nnd kleineren Maße physischer Leiden ab-' zustnfcn wnßtc, welche sie über den Vcrurthciltcu häufte, fiel den Strafauslallcn nur die allerdings harte, aber, nicht schwer zn lösende Aufgabe zu: dicfe Leiden anch thatsächlich eintreten zu lassen. Sobald aber der Gesetzgeber bei der Strafe, neben der Sühuc für den verletzten Rcchtszustand, auch den weiteren Zweck: den arbeitsscheuen Feind der bürgerlichen Gesellschaft in ein arbeitsfamcS, sich und dieser Gesellschaft nützliches Glied zn verwandeln, anstrebet, schon bei den qnali« tativcn Abstnsnngcn der Strafen auch anf dic der strafbaren Haudlung zn Grunde liegende Triebfeder vorwiegende Rücksicht nimmt nnd ans der Reihe der Mittel zu dem angestrebten Zwecke, unter Fcsthal-tung des Uebels der entzogenen Freiheit, alles ans-scheidet, :vaS der Humanität widerspricht, das Gemüth des Verirrten verbittert und daher seine Sinnesänderung beeinträchtigt, wird auch der Strafvollzug auf den höheren, aber auch dankbaren Standpunkt gestellt: die. ihm vom Gesetzgeber vorgczcichnctc Aufgabe zur glück-lichcu Lösung zn bringen. Die mit der Redaktion des Strafgesetzes betraute Kommission unterzieht sich ihrer Arbeit mit aufopferndem Eifer und wird wohl anch die Schwierigkeiten löfcn, auf welche die „Presse" iu ihrer oben erwähnten Nummer mit vollem Rechte hinweist. Erst wenn ihr dieses gclnngcn nnd das ncnc Strafgesetz in Wirksamkeit getreten sein wird, können durchgreifende. Reformen in den Strafanstalten bewirkt werden, während bis dahin nnr jene Abänderungen eintreten können, welche innerhalb des Wirkungskreises der Exekutive gelegen sind. — 11. Jänner. Der „Bohemia" schreibt man unterm x. Jänner von hier: Trotz aller Dementis halte ich die Nachricht über das Wicdcrauftanchen der Konfo rcnzprojcktc aufrecht nnd führe sie sogar des Weiteren ans. Nnnmchr ist nämlich auch die Aufnahme bekannt geworden, welche daö Pariser Projekt in London gefunden hat, nnd ein halboffizicllcr Bericht, der unterm Datum vom 24. Dezember eingelangt ist, gibt umfassenden Aufschlnß hierüber. Der englischen Regierung ist es darnm zn thnn, den internationalen Eharakter der anf der Konferenz zn verhandelnden Frage tlar ansgc« prägt zu scheu, und so macht sie es denn zur Bedin« Ogling ihrcs Eiuachcns anf dieselbe, daß der Herzog von Augustcnburg zunächst iu dcu faktischen Besitz der Sou« vcränctätsrcchtc über das Herzogthum Holstein gesetzt wcrdc. Diese Entschließung soll beim englischen Kadi« net so ziemlich unwandelbar feststehen. Es steht zn er« warten, daß von französischer Seite auf das hiesige ^'tabinct dahin gcwirlt werden wird, dasselbe zn bcwo gen, dem Herzog Friedrich den österreichischen Bcsitztitcl anf Holstein zn übertragen, wie dics doch thatsächlich zu wiederholten Malen als dic Absicht der österreichischen Regierung knndgcgcbcn wurde. — Der römische Korrespondent des „Ezas" bestätigt im Ganzen die dem Blatte anf anderem Wcgc zugekommene Mittheilung über den am Ncujahrslage im Vatikan stattgcfnndcncn Anftritt, nnr ist dic neuere Darstellung allgemeiner gehalten. Die vom „Ezas" behauptete Inanspruchnahme der österreichischen Regierung Seitens der Wiener päpstlichen Nuntiatur wird von kompetenter Seite als unrichtig bezeichnet. Ferner erwähnt der „Ezas" anch des Uinstandcs, daß der erste Sekretär der russischen Gesandtschaft in Wien derzeit anf längerem Urlanb in Rom verweile, und es biete sich dadnrch die Gelegenheit, den Baron Mcycndorff also-glcich zn ersetzen, falls die russische Rcgiernug mit Rom uicht ganz brechen will. Kraka», 6. Iäuncr. Ucbcr die Veröffentlichung dcs Staatsvoranschlagcs für das Jahr 1866 äußert sich der „Ezas": „Ohne Zweifel ist die Kontrolc des Budgets ein wesentliches konstitutionelles Privilcginm. Es kann aber auch uicht bcstrittcu werden, daß die Veröffentlichung dcs Budgets unter solchen Vcrhältnif-sen, wic die gegenwärtigen, nnd insbesondere die volle Offenheit uud Aufrichtigkeit, welche dm Bericht des Herrn FiuanzministcrS kennzeichnet, gerade daS Vorhandensein dcS konstitutionellen Geistes beweisen, wenn auch die kou« siitutioncllc Form momentan sistirt ist. DaS Vorgehen vci dieser Publikation hatte anch die Wirkung, daß, ob» zwar die Finanzlage sich nicht sehr vorlhcilhaft darstellt, der Eindrnck doch kein ungünstiger war. Dcnn man sah die Wahrheit, man argwöhnte keine künstliche Zif< fcrnznsamnieustcllung, auch kein geschicktes Verderben'des Thatsächlichen. In Ermanglung einer Versammlung hat der Minister die Kontrolc der öffentlichen Meinung anheimgegeben, er hat dies mit einer selchen Offenheit gethan, wic sie selbst beim Walten der strengsten konstitutionellen Form noch kein Finauzmiuistcr je gezeigt hat. Mm» müßte anch wirklich cin cnragirtcr Bcrchrcr ttft dcö Formcnwcscns scin, und zwar des zentralistischen, wic cs in dcr Fcbruarvcrfassnng lag, um in den von dcr 8lcgicruug soeben veröffentlichten Doknmentcil cine Verleugnung dcö konstitutionellen Geistes zu erblicken. Uns fiud dicfclbcn nach dem feierlichen ^taatsakte vom 20. September und nach dcr wahrhaft lonstitntionellen Ofncr Thronrede die dritte bedeutende Manifestation, welche von dein Festhalten an tonstitulioncllcn Inslitn-lioncn Zcngniß gibt. Pest, '.). Iäuucr. „Sürgöuy" bezeichnet das von dcu Tvicncr Blattern mitgcthciltc Gerücht, daß dcr Statlhaltcrcirath Sigmuud Hrnbowsty sciucs Amtes cuthobcu wurde, als volllonuncu unbegründet. — „M. Vilag" touslatirt die Schell, mit welcher man cö hicr-lands vermcidct, die gemeinsamen Angelegen» hciten zu besprechen, und behandelt dicscö Thema in einem Artilcl, dcsscn wesentlicher Theil, wic folgt, lau< tct: 9iach unserer Ucbcrzcnguug können die Länder dcr h. Krone, dcm unbestreitbaren Charakter dcr slaatSrccht« lichen Einheit zufolge, auf Grund dcr vollkommenen Parität nnd mittelst einer Laudcödevntation oder Delega-lion Theil nehincn, welche auf Grund ciucr von dcr Gcsctzgcbuug erhaltenen Bevollmächtigung init einer Delegation dcr Erbproviuzcu von gleicher Zahl dcr Mitglieder uud gleicher Kompetenz, unter Aufrechthaltung nnd Gcltcudmachuug dcr konstitutionellen Sprechfrcihcit, der Ocffcullichkcit und der Ministcrverantwoltlichkeit, die» jcnigcn Augclcgcnhcitcn behandeln würde, welche uach dcr dcsiuitivcn Fcslstcllung dcr ungarischen Gesctzgcbnng inncrhalb gewisser Grenzen als gemeinschaftlich aucr-kanut und in daö Gcfctz iuartitulirt sein werden. Zu« folge dcS Prinzips dcr Parität nud dcr Anerkennung dcr staatsrechtlichen Selbständigkeit glauben wir, ver-stehe cs sich von selbst, daß dcr Zusammculunftsort dcr Delegationen abwechselnd Wien nnd Pest sei nnd daß dic gemeinsame Verhandlung in Wien nnd Pest immer unter dcr Leitung des betreffenden Präsidenten staltzu-finden habe. Dieser Institution müsscu wir Stetigkeit vindizircn, wcnn wir drin politischen Bedürfniß cutsprc chcn wollen, welches anch stetig ist oder der Natur dcr Sache gemäß mit Stetigkeit wiederkehrt — mindestens alljährlich. Wir erachten cs daher als nncntbehrlich, daß die dnrch dic Gesetzgebung zur Bchandlnng dcr gemeinsamen Angelegenheiten fcstzustcllcudc Institution stetig sei. - - „Hon" bringt eine Fortsetzung seiner Ar» tilcl über die Verbesserung der Wahlordnung nnd stimmt darin einigen vom „P. Naplo" kürzlich gebrachten Vor^ schlagen bci, nämlich daß für dic Bclchruug des Voltcb über das ungarische Staatsrccht in populärer Weise gc sorgt nnd daß die Konskription dcr Wähler in den Gc-meindcn vorgenommen werde. Jedoch spricht sich „Hon" entschieden dagcgcn ans, daß auch die Abstimmung ac-mcindcwcisc statlsinde. — „P. ")iaplo" uotirt folgende Spenden, wclchc Sc. Majcslät mchrcren Pester Hilfs-bedürftigen dnrch dcn Oberbürgermeister zukommen lie« ßcn: 40 fl. einem gewesenen Frachter, 30 fl. einem gc< wcscncn Gcmcindcuotär, lOO fl. dcr Witwe eines Steuer-lassicrs, ZO sl. ciucm ehemaligen Komitatsgcschworeucn, 50 fl. einem gewesenen Grnndbnchsschreiber, 5iO fl. dcr Witwe eines Soldaten nnd je 20 fl. zwei anderen Wit. wcn. — „P. Hirnöt" kommt wiederholt darauf zurück, daß die königlichen Nestripte an dcn ungarischen Landtag in einer gemischten Sitzung der beiden Hänscr cr^ öffnet nnd vorgelesen werden sollen. Ausland. Berlin, 10. Jänner. In einem Leitartikel dcr „Prov.-Korr." heißt cö: Dic Rcgicrnng wird jetzt wic seither die verfassungsmäßige Mitwirkung zur Durch» führung dcr Reorganisation bcansprnchen. Daö genannte Blatt meldet: Der Ministerpräsident Graf Ais« marct wird dcn Landtag eröffnen. — Nach einem Telegramm aus Rom präkonisirirlc dcr Papst dcn Bischof von Osnabrück, Mclchcrö, als Erzbischof von Köln, nachdem übcr dicsc „Erncuimugsform" ohne vorherige Wahl des Kölner Kapitels, fo wic über die „Person" eine Einigung zwischen dcr prcußischcu Rcgicrnug und Nom staltgcfnndcn habe. -^ DaöNordoslseckanalprojctt sei keines' wcgö bci Scitc gelegt, die Rcgicruug wcrdc für die dringend wünschenslvcrthc Ausführung desselben die Mitwirkung des Landtages beanspruchen. — Das prcu-ßischc Marineclablisscmcnt in, tticlcr Hafen wird definitiv zwischen Fricdrichöort nnd Haltcuan angelegt, — Die Behauptungen dcr Ionrnalc, tic Gastciucr Konvention verhindere Prcnßcn an cinrr Anohcbung in Schleswig, werden bcstriltcn. Nur aus Opportunilälö-gründen unterbleibe dic Aushebung. Herr v. Zedlitz bleibt Zivilgouvcrncnr in Schleswig. Florenz, 7. Jänner. In diesem Augenblick herrscht hier vollständige Ruhe; die ncucu Minister haben ihr Amt mit voller Würdigung der Umstände angetreten, unter welchen ihnen die Handhabung dcr obersten Gewalt vertraut wurde. Das hindert abcr nicht, daß die Stellnng dcr ncucn Ncgicruug noch immcr als eine ^ vielfach bedrohte gelten mnß, bedarf es doch nnr ciucS geringen Anstoßes zur Erneuerung des kaum eingestellten Kampfes dcr Kammer mit dcm Miuistcrium. Was dic frcuudliche Gestaltung betrifft, welche daö gegenseitige Verhältniß dcr beiden katholischen Großmächte i» jüngster Zeit erfahren hat, so bildet dieselbe dcn Gegenstand vielfacher und nicht immcr freundlicher Erör-tcrung. Man möchte am liebsten gar nicht daran glauben nnd gibt sich, ^- da man doch dic Tl)atsachc sclbst nicht in Abrede stellen taun — dic Miene wenigstens, dcn längeren Fortbestand dieses Verhältnisses zn bo zweifeln. — Voran5sichligc Staatsmänner hätten sich wohl schon bci Abschl.'.ß dcr Scplcmbclkouucnliun sagen müssen, daß sic zugleich auch dcu Abschluß der italicui-schcn Auucxionsbcstrclmugeu bedeute, — abcr man glaubt nur an das, was ma» wünscht, imd so mciutcn dcnn Viele, daß dcr Scptcmbcrvertrag nichts weniger, als die stille Zusage in sich schließe, ganz Ilalicn nach Ablauf dcr bestimmten Frist an daö Königreich dicscö Namcnö überantworten zn wollen.' Gerade die Scptcmbcrkon-vcntiun war an solche Grundgedanken geknüpft, welche ein freundliches Verhältniß zwischen Ocslcrrcich und Frankreich ermöglichte». Nnn, da sich dic friedlichen nnd erhallenden Absichten dcr Napolconischcu Politik klar herausstellen, ist man hier überrascht nud glanbt dcn cige« ncn Ohren lauln trauen zn können, wenn mau vou ocu intimen Bczichuugcn hört, die sich zwischen dcn bcidcu katholischen Großmächten angebahnt hoben. Daß Frankreich nud Oesterreich in Italien, in Deutschland, im Orient gemeinsame Ixtcrcsscn hnbcu töimcu, davon ließ man sich wcdcr in Tnrin, noch in Florenz träumen, aber diese Gemeinsamkeit dcr Interessen war schon nach Villafranca vorhanden, nnd cö handelte sich seither nnr darum, ob man die vereinte Pflege derselben einer gc-gcnscitigcn Naucuuc »pfcrn, oder ob man „icht licbcr dcu praktischen Nutzen cincr völlig nnpraktischcn Lciden^ schaftlichkcit vorziehen solle. Dic bctrcsfclld,.'!, Herrscher nud ihre Regicruugcn haben sich für dcn letzteren Weg entschieden, uud au uus wird cs nuu fcin, dicscm Vci« spicl dcr Illtäßigung uud Staalsllughcit zu solgcu. —> Am 17. d. M. soll das Parlament wicdcr zlisammcu-treten. Sc. Majestät dcr König ist gestern wieder von Turin hichcr znrückgclchrt. In Paris ist das Gerücht verbreitet, daß in dic« sein Angcublickc zwischen Frantrcich nnd dcn Vereinigten Staaten Vcrhandlnngcu übcr cii^c Transallion im Gange wärcu, woruach sich die Regierung von Washington vcr-pflichten würde, uach dcm Abmärsche der französischen Trnppcn ans Mexiko dcn Kaiser Max ein Jahr lang vollkommen unbehelligt zn lassen, nnd denselben, falls cs ihm gelingen sollte, sich anf dcm Throne zn befestigen, nach Verlauf dieser Frist anf diplomatischem Wege förmlich anznerkennen. Wir wissen nicht, wie viel Wahres an dicscm jedenfalls sonderbaren Gerücht ist; glauben abcr Akt davon nchmcn zn müssen, weil thalsächlich zwischen dcn beiderseitigen Regierungen eifrig übcr Mexiko verhandelt wird. (Frdblt.) Die Nachrichtcu auS Spanien lauten noch immcr verworren nud gestatten keine bestimmte Annahme; sie stammen meistens ans spanisch«offiziellen Qncllcn nnd muffen daher mit großer Vorsicht anfgcnommcu wcrdcu. Daß die Bewegung eine dcmokratifchc Färbung hat, geht daraus hervor, das Eöcoda, einer dcr Ehcfö dcr cata-tonischen Republikaner, sich Prim angeschlossen hat. Die Insnrgcntcn sclbst lassen da nnd dort dcn Ruf: Nieder mit dcn Aonrboncn! Es lebe die iberische Union!" cr-tönen. Bis jetzt hat Barccllona noch nicht loögcschla« gcn, doch 10,000 Arbeiter sind dort bcrcit uud mit Waffen versehen. Dic demokratischen Häupter, welche ihrc Verhaftung bcfürchteu, sind abwesend, wcrdcn abcr wohl im rechten Augenblicke znm Vorschein kommen. Der Garnison sclbst tränt man so wenig, daß sie nicht blos in ihren Kasernen konsignirt, sondern zugleich cm Thcil dcr Uulcroffizierc eingesperrt wurde. Dic Aufregung in ganz Ealalouicn ist aber sehr groß. Drei Tage vor dem Ansbruchc des Aufstandcs wurden dort zahl-rcich^Protlamalioueu verbreitet, wclchc antüudigtcu, daß die ^tuudc nahc, wo Spanien von sciucn Nutcrdrückcrll bcfrcit wcrdcu Würdc nud daß sich cin beliebter Ehcf an dic Spitze dcr Bewegung stcllcn wcrdc. Madrid sclbst blicb nach dcn letzten Nachrichten noch ruhiger Beobachter, abcr dic Aufrcguug ist groß. Esparlcro hat sich bis jetzt an dcr Bcwcgnug uoch uicht bcthciligt. Er befindet fich nach offiziellen Bcr,chlcn noch immcr in Logrono. Dic Absicht dcr Jusnrgcntcn scheint gar nicht gewesen zu scin, die Hauptstadt sofort anzugreifen, sondern in dcr Mancha nud in Andalusien dcn Aufstand zn organi- Feuilleton. Laibach, 13- Iälmcr. Dic wehmüthigen Gefühle der Sylveslcrnacht sind vergessen mid wir treiben wicdcr anf dcm vollen Strome dcö Lcbcns dahin, dcr uns mitten iu dcn Karneval hineinträgt; scin erster Grnß war diesmal ciu Mittag im Thcatcr, dcr nns cin musilalischcs (^jmmor ü, Iu l'uün-lK'w' brachte, die Produltion dcr beiden Regiments» lapcllcn, zn wclchcr das tanzlustige Pnblilum als Preisrichter berufen, um übcr die iu bcuorstcheudcr Ballsaison aufzuführenden Tauzpicccn ein kritisches Urtheil zu fallen. Wirklich cin hübscher Gedanke und ein uucrwartctcS Benefize für unfcrcn Thcalcrdircltor! Denn cS kamcn uicht allein dic Preisrichter, sondern unparteiische Zu-hörcr, die cin Stündchen ihrcs Feiertags im Gcwogc dcr lockenden Töuc angcnchm uerträumeu wollten. Daö Programm war pikant genug; fünf „Sträuße" und — cin „Rosenkranz." Dcn Preis gewannen unbedingt die von dcr Gcrstncr'schcn Musikkapelle mit dcr schönsten Präzision gcspicltcn drci Picccn dcr crsteu Abtheilung: „Bürgcrsiuu-Walzcr" cin Typus dcr Wiener Gemüthlichkeit, „Quadrille übcr französische Lieder" zeitgemäß wegen dcr Allianz mit Iu dollo 1''runco und „Prozeß-Polka" mit dcm bedeutsamen Znsatze: schnell. Die zweite Abthcilnng konnte trotz dcr vielversprechenden Titel: „Himmcl voller Gcigcn," „Verliebte Augen" und „Dcbütantcupolka" nicht durchdringcn. Sü ist dic Wintcrlampagnc glücklich eröffnet, und zwar nicht allein in unfcrcr glückliche», Hanptftadt, dcnn von nnscrm Himmel voller Gcigcu ist ein uollcs Duz< zcnd, w!c wir hören, nach Rudolfswerlh dctachirt, um dic Füße seiner schönen Bcwohncrinnen zu beflügeln. Dcn Rcigcn dcr Vallnixcn crösfucte, wic gewöhnlich, unser Schützenvcrcin mit der historischen Einen Tänzerin wcnn wir dcr bösen Fama tränen sollen, und das Ca-sino mit einem halben Huudcrt von Paaren. Wir lou« ! neu dicsmal noch nicht aus eigener Anschauung übcr diese beiden Ballcrciguissc berichten, adcr wir glanbcn gnt nntcrrichtct zu fcin, wenn wir dic Schönheit dcr Damen, dcu Glanz dcr Uniformen, dic Präcision nud Anmnth der Tanzcvolutioucu untcr dcn beflügelnden Rythmcn dcr Mnsik, dic Lebendigkeit und Fülle an Geist iu dcr Konversation dcr Nastslnndc rühmcn. Dcr nächste Ball soll nns selbst als Spczialkorrcspwndcutcn aas dcm Tanzschauplatz finden und vielleicht können wir dann noch tiefer in die Ereignißc nud geheimen Tiefen cincr Ballnacht eindringen, übcr Stcigcn nnd Fallen der Kursc in dcr großen Herz^nsinarlthallc berichten. Während dic crstcu Schneeflocken iu dcr frischen Wiuterluft wirbclu, und untcr dcr weißen Hülle, wic untcr dcm festlichen Ballkleid, die Pulse des Natur-lcbcus in geheimer Stille noch heißer klopfen, wird cö öde iu dcu Räumen nnscrcr bisherigen Abcndfrcudeu, dcm Theater. Dic „fchöucn Wcibcr von Georgien" haben nufcr Publikum ganz dcmoralisirt, cs findet an keiner anderen Kost mchr Geschmack, seit cS diese Götter-speise gekostet. Henry Easpcrö' Operette: „Die Tantc schläft" mit ihren reizenden Melodien ging spurlos vor« übcr, da sic dic Schaulust uicht befriedigt, wcuu auch ihrc hübschen Arien sich noch so schmeichelnd an nnscr Ohr drängen. Man will scinc schönen Georgierinnen wicdcr haben uud zählt die Tagc, bis Direktor Ealliauo dicscs Verlangen befriedigt. Und in dcr That, die letzte Vor< stcllnng war so präcis, so gcrnudct im Spicl, Gesang und Evolutionen, daß wir dicscS Verlangen gerecht» fertigt finden. Dic Ehörc find so trefflich stndirt, Frl. Sänger als Ferosa entzückt nus durch dic Kraft uud dcu Wohllaut ihrer Stimmmittel nicht minder, als dic anziehende Erfchciunng dcö Frl. Nittingcr uud ihr graziöses Spicl iu Vcrbiudung mit cincr frischen, be-! sonders iu dcr Arie des JustrnttiouökapitäuS zur vollcu Eulfaltung kommcudcu Stimme. Nur Eines mußten wir in dcr letztcu Reprise dcr »„Georgierinnen" bedauern und müssen cs hier rügen, ! die Wcglassung einzelner Gcsangöstückc, die durch nichlS gerechtfertigt wcrdcu kann. Das Publikum hat ciu Recht anf die volle, unverkürzte Wiedergabe und hofft, daß dies bci dcr nächsten Wiederholung am Sonntag, der wir cin volles Haus prophczcihcn können, beachtet werden wird. Heute habcn wir Herrn Blumlachncrs Bene-fizcvorstclluug. Uuscr fleißiger und beliebter Gesangs-tomilcr hat sich anf cin ucucs Feld gewagt. Er ocmaS-lilt sich u»s plötzlich als Rival Osfcubachs. DicscS Waguiß wird vielleicht Mauchcm kühn erscheinen. Hat Herr Blumlachner daö Rezept zu einer Operette und die Ingredienzien dazn? Einen pikanten Stoff, wem! auch platt, doch ja uicht laugwcilig, foudcru stets von französischer Grazie dnrchwcht, cincn kecken, allenfalls sich sclbst ironisircndcn Humor, gemischt mit zcitwciscu« Anfflackcrn des Gefühls, gleich Strohfeucr, endlich ciucll genügenden, geschickt zn ucrwcudcudcu Vorrath vou Rcmi< niszcuzcn an dic lcichtcrc französische und italienische Opcrnlitcratnr? (^ni vivru voiru! Zwcifcln wir nicht und gestatten wir Herrn Blumlachncr, uns eine Probe von dcn Früchten scincr nnlcr so uiclcu Schicksals-wechseln errungenen musikalischen Bildung zu geben. Er hat unS sclbst in rührend einfacher Weife seine „musikalische Lcbcnsslizze" entworfen. Wir sehen ihn als Schauspiclcrtind anf dcr Guitarre vor hohen Herrschaften: dcr königlichen Familie von Baicrü in Aschaffcnburg, dcn Fürstinnen von Arauufcls, Hohcn' solms-Lich, dcm Hcrzog von Nassau kouzcrtircu. Il" Alter vou 15 Iahrcu mit Mutter und Schwester zn ciucll' dcr llciucn Provinzthcatcr verschlagen, vcrtanscht cr dic ull' daukbarc Guitarre mit dcr Gcigc und führt sogar dcü Taktirstock. Bei dcm Kapcllmcistcr dcö Regiments Wellington I. Schubert hört cr Generalbaß nnd Kompo" sitionölchre. nntcr dcu Sorgen cincr auf Etnudcugcbc» zu 12 kr. Rcichswähruug angcwicscncn Existenz. >^l Salzburg schricd Hcrr Blumlachncr, durch dcu freund' lichcu 9tath dcö Kapcllmcisicrö Daux ulttcrstützt, cillt komische Operette so zu sagen alö Stndic. M volm^ 8ut o«t, zn deutsch: «uch redliches Strcbcu nntcr drücket 69 siren. Nicht ohne Iutercssc ist folgende Korrespondenz des ^Tcmpö" ans Madrid: „Die offiziellen Organe vcr-sicher», daß nur eine geringe Anzahl vou Offizieren sich am Ausstände bclhciligt habe. Dies ist sehr glaublich; die Bewegung ist nämlich cinc autidyuastischc nnd geht ganz bcsoudcrö von den Unteroffizieren, dieser Seele jedes Aufstaudes, aus, denen sich einige Offiziere anschließen. Doch herrscht eine solche Anarchie, daß man kciucswcgs darauf schwören könnte, daß nicht einige höhere Offiziere hinter dieser Plntoriaucr^rhcbuug steckten. Bis jetzt hat man noch keine Knndc, daß ein anderes Regiment dem Beispiele derjenigen von Oeana nnd Aranjnez gefolgt wäre; aber hicrznlandc nnd zumal nntcr solchen Umständen lann ein Nichts den Ausbruch einer Vcrschwörnng herbeiführen, ein Nichts ihn vereiteln. In genauer Kenntniß dcs Landes, der Gesinnungen nnd der Armee kann ich als sicher angeben: 1. DaP, wenn das Regiment Aourbou, welches man in dieser Woche "ach Afrita senden wollte, noch nicht eingeschifft ist, es sich, W gegen 1 gewettet, ebenfalls empören wird. 2. Wenn cö den Aufständischen gelingt, die Ebene dcr Mancha zu überschreiten nnd die Berge Andalusiens zu erreichen, so ist dcr Erfolg dcr Revolution so gut wie N''wiß. lMlauutlich ist dies den Iusurgcuteu gelungen.) ^anz Andalusien ist reif für eiuc demokratische Erhcbuug, und ciu Theil des Königreichs Valencia wird demselben! ^'stehen, namentlich aber alle catalonischcn Arbeiter, die^ s^lt laugen Jahren unter dem Banner des Sozialiömus, Angereiht sind. Dieser Schildcrhcbnug uud dcrjcuigcu, ^lt noch folgen wird, gegenüber steht das Ministerium^ Machtlos da, da es uullug gcuug war, sich dem Klerus und den Konservativen zn entfremden, nnd zwar durch ^ Herausforderungen nnd Maßregeln, die, um nicht zu^ sagen, nicht zeitgemäß, doch wenigstens unnütz waren.! Mit Ausnahme des Haudclsstaudcs, der begreiflicherweise i» höchster Aufrlguua isl, wartet das gauzc ^aud in uud hosft auf einen von aller Welt ersehnten Wechsel." Vdcw-Hork, 30. Dezember. Es wird versichert, btr Kongreß werde die Politik Amerika's iu dcr mcxi-! kanischcu Frage sclvst bcstiinmcn, ohne Intervention des ^räsidcutcn Johnson. Shofficld habe keine Mission in "'uropa. Gcrüchlwcisc verlautet, Frankreich, England, Oesterreich, Italien uud Spanien würden eine Allianz! !chlicßcu, um das mcxilauischc Kaiserreich aufrecht zu Ehalten. Dcu Nachrichten aus Mexiko zufolge l'abcn die "l^nzoscu Chihnahua uud Picdras ncgras bcscht. Die kaiserlichen schlugen Escobcdo bei Vtotcrcy. Hagesnemgkeiten. Cc. l. t. Apostolische Maicslät haben dcm Vereine , °"l hä^^^ Vinccnz von Paul für srciwilligc Armenpflege "i Wie,, cl>icn, Untcrslnhnngsbctrag von hundert Gulden "' ^- aus der allerhöchsten Prioalkasse zu bewilligen geruht. -^ Se. Ezzcllcnz dcr, Herr Staatsminislcr Graf Nel-^edi wurde am 3. d. M. zum Ehrenbürger der Gcmciitdc NberMslau „„^,^. s "- Ee. Turcblattcht dcr Herr Fürst Eamill Nohan, herzog z„ Montbazon und Bouillon, hat zufolge Erklärung °oo. Cichvow, vom 12. November 1«65, mu der rühm« ttchcu k. l. Ariuce einen neuerlichen Beweis seiner Vcwuuc ______________ dcrung zu geben, sich bestimmt gefunden, ein Kapital von« 10.000 sl, ii. W. seiner Hanpttasse zuzuweiseu, welche die entfallenden 5perz. Zinsen pr. 500 ft. ü. W. jährlich Anfangs März dem jeweilig lommandircndcn Herrn General in Aöhmen zustellen wird, um hievou zchu"t. k. Offiziere vom Hauptmcmn abwärts, welche zur Kur das Karlsbader Militärbadehaus bcuüljcn wollen, zu bctheilen. — Der „P. Hirnöt" schreibt, daß Sc. Majestät der Witwe des Kompositeurs Franz Esaszüu cine Iahrcöpension von ^00 fl. zu bewilligen geruht haben. — Das neue Landhaus in Pest wird, wie „Hon" meldet, bis zum 1. Februar vollständig fertig und eingerichtet sciu und am bezeichneten Tage vom llnterhanse bereits oltupirt werden. — Nie dem „Frdbl." mitgetheilt wild, war es allerdings eine Zeitlang zweifelhaft, ob die Ergänzung des österreichisch-mexikanischen Korps werde vorgenommen werden tonnen. Nunmehr aber steht die Vornähme dcr Werbungen im Juli d. I. fest, da die nöthigen Gelder für diesen Zwect bereits angewiesen worden sind. — Aus Hermannstadt wird dem „Sport" mitgetheilt, daß dcr Oberlieutenant v. Kavchly des 3. Uhlanen« Regiments auf einem Spazierritte mit seinem Pferde so unglücklich stürzte, daß er bei dem schweren Fall, den er that, das Kreuz brach. Der unglückliche Offizier starb nach mehrtägigen, unbeschreiblichen beiden. Vor wenigen Wochen ist aus Mcxilo die Nachricht eingetroffen, dah ein Äruder dieses Offiziers, der Lieutenant Kavchky des österreichischen Freiwillige utorvs, iu einem der lchten Neitergefcchtc geblieben sei. — Dcr Grcizer Männer gcsau gv ere in hat iu seiner am Dienstag stcittgcfundcncn Hauptversammlung beschlossen, die Abhaltung ciues „Narren ab cud s" in diesem Fasching zu unterlassen. — Der „A. A. Ztg." wird aus Genua geschrieben: „Die für uns uoch neue Thür- und Fcnsterst euer ist uns von Neujahr an wirtlich beschert. Sie ist ungefähr so angeordnet: In Ortschaften uuter tausend Eiu-wohucrn bezahlt jede Thür am Hause jährlich 1 Franc 20 Centimes, ein Fenster 00 Centimes. Die Steigerung geht so verhältnißmäßig nüt dcr Einwohnerzahl weiter bis zu den Städten von mehr als 00.000 Einwohnern, wo jede Haus- oder Ladcuthür 10 Fraucs, jedes Fenster 1 Franc 75 Centimes bezahlt." — Für Feinschmecker die wichtige Nachricht, dah Rossini, dcr berühmte Komponist, für die Vcreitnng des Salats cinc Entdeckung gemacht hat, welche, wie er an Madame Eolbrand schreibt, die Gourmands mehr als dcr „Aarbier von Scvilla" uud dcr „Othello" in Entzüclcn versehen wird und dem Salat eine Strahlenlrono vcrlciht. Hicr ist das Ei dcs Kolumbus die Acimeugung sehr sciu gcschnitteucr frischer Trüffcln. — Aaron Aach befindet sich noch in Nmn i er wird bis Ostern dort verweilen, man trifft ihn schr oft in dcr römischen Campagua, über welche er die umfassendste,, Studien gemacht hat. > — In Velgieu ist eine Nati ou alsubs trip-tion eröffnet worden, um ein Denkmal für den verstorbenen König zu errichten. An dcr Spitze dc« leitenden Ko- ' mitce'ö steheu der Gouverneur von Vrabaut uud der Bürgermeister von Vrüssel. Der erste ullgMleilleHieamlellu^reill ilio^lurmch. In allen Theilen dcs Reiches macht sich die Ueberzeugung immer mehr geltend, daß dcr erste allgemeine Vcamten-vcrein der österreichischen Monarchie seinen Theilhabern solche Vortheile bietet, wie sie außerhalb desselben uicht leicht cr-rcichbar sind. Dies gilt insbesondere von dcr LebenZver-sichcrung-Abtheilung, deren Tarife bekanntlich um 15,-20 Perzent uicdriger, als die aller anderen Gesellschaften sind, und wclche sich ciucZ uncnvarlctct lcbhastcn Zuspruches erfreut. Wie wir hören, sollen in den Ichtcn drei Monaten bereits über 900 Versicherungsverträge abgeschlossen worden scin, wclche ein Vcrslchcruugstapital von nahe an 800.000 Gulden rcpräsentircn, und soll sich die monatliche Prämien- -einnähme schon auf 3—1000 fl. belaufen. In Würdigung dessen, so wie dcs Umstandcs, daß durch den Verein dcm österreichischen Acamtenstande zum ersten Male die Gelegenheit geboten ist, das Prinzip der Selbsthilfe in autonomer Gestaltung zur Geltung zu bringen, suchen sich die Veamtcn allenthalben mit dcu Statuten dcs Vereines belannt zu machen, Mitglicdergruppcn und Lolalausschüsse zu bilden und sich an den einzelnen Vcrcinsaolhcilungcn fiir Kraulengeld-versicherung, sür Lebens- und Todesfallvcrsichcrung, so wie für Vermittlung von Vorschüssen zn dcthciligcu. Als cin uachahmenswcrthcs Acispiel in dieser Nichluuq erweist sich nach den uns zugekommenen Mittheilungen dcr Lolalailuschuß in Lembcrg, dcr am 4. Juli v. I. seine Wirksamkeit begonnen und seitdem mehrere hundert Mitglieder vom höchsten bis zum untersten Vcamtenrang gewonnen hat. Am 15». Oktober v. I. konslituirtc sich untcr dcr Leitung dieses Lokalausschusjcs auch ciu Vorschuß-Konsortium, das einer sehr gedeihlichen Entwicklung entgcgcnschrcitct und schon 60 Theilhaber zählt. Die gezeichneten Antheilseinlagen erreichten die Summe von 5100 fl. uud sind auf diese bc-reits mehr als 1000 st. eingezahlt wmocn. Von besondcrcm Intcrcssc erscheint uns außerdem der am Schlüsse dcs erstcu Vercinsjahrcs übcr Antrag dcö Odmannes vom Lembergcr Lolalausschüsse, dcs Herrn Finanz-rathes Josef Icitclcs, mit Stimmcncinhclligtcit gefaßte Äe-schluß, im Schoße der Lcmbcrgcr Milgliedcrgrnppc cinc höhere Aildungsanstalt für Vcamtcnlochtcr zu errichten und zur Einleitung dcr vorbereitenden Schritte cin cigcucs Komitee einzusetzen. Unleugbar ist dicser Antrag von weittragender, in sozialcu Hinsicht höchst wichtiger Bedeutung, indcm die Errichtung einer solchen Anstalt uicht nur für Lemberg, son« deru auch uoch sür andere Orte im Ncichc als cin immer lcbhaflcr gefühltes Vcdürsniß sich darstellt, um die Vcamlcn-töchtcr, unabhängig von dcr üblichen Hciratsvcrsorgung, zum Sclbstcrwcrbc und zur Sclbstcrhaltung heranzubilden. Wie uns berichtet wird, hat Sc. Exzellenz Freiherr v. Paumgartteu, Statthalter von Galizicn, dcm Untcrnchmcn, wie cs von dcm Ausschusse beabsichtigt wird, scinc Unterstützung zugesichert, und soll dcr Unterricht iu dcr Anstalt unentgeltlich crthcilt wcrdcn. Möge dieser Beschluß des Lcmberger Lolalausschnsses, worin die Grundidee des Ae« amtcnvercincs in sciner autonomen Anlage zu einem so glücklichen Ausdrucke gelangt, zur segensreichen Frucht herau-reifeu, möge aber auch die Rückwirkung demselben auf andere Lolalausschüsse, so wie ans cinc gedeihliche Entwickluug de5 Gcsammtvcreiues uicht ausbleiben! (Tgpst.) n uud hemmenden Lcbcnömühcu ist anzucrkcnncil. Das p wlitlnu wird dcu musitalischeu Versuch seiucs Lieblings ^ ^ ^''!' mit dcr augemesscucu )iachsicht nnd cntgegcntom. ^cudcr Empfünglichteit aufnehmen. Wir haben ja in ' Gcf ll '^^ "" Stuudcu der Täuschuug^so großes ^ä >s^" ^slludcu, nud ciue angcnch m c „^tnnde dcr Ami!"" '^ boch das Vl'iudcstc, das wir von Herrn Wi ko/s <'" ^"lc Abends zn crwartcu habcu. Auf ">"icu nlso iul — Salon Alumlachuer. ^^ gespenstige S'chlangc. Volkösagc cmü Obcrlnün von Leopold Kordescl,. kram "" "^^1 ^clcgcncu Stndtchm RadmcuinSdors in Ob^r-schcnk ^ ll^rnüber rvbliclt man nuf rinnn q^ci, die rau-qros» "^'^ '^ ^'^ adsch,issi^ru l)»l,rn Bcrgc dic Nuincn dcr ciust tüle M^^ '""chligcii Wallrubnrg, drrru wcillanfigo, zcrllüf-Dio A °s""'^' "°u Jahr zn Jahr mchr vcrfalllii und verwittern. Lces '^ <^ ^°" ^^" Vnrgruinc grgcn Radmannödorf, Vigann, wirUick^^>' ^^^""' Vtenmarl'tl nud gcgcn Krainburg zn ist hi,,^.^"^^c!id schön; dcr majestätische Alpmruse Stol, dcr b^w, ?"^"" "'^ KaiMstmi himniclailftrcbt und dcn Anöblick PWorcöt'st^'!^ ^" ^'^"" ^'"^^' "'^ uicllcicht das schönste, d^- ^,. ^'^ Obertrauiö dcm i!nndschaslömalcr licscru. Auf ">tzer ^.?"'^'^^rn Seite deö WallcnIiiN'gcr Berges ist d^ Lcib-'^diin ^ "'^^ ^^ ^ t"f' nlö daö Sttomtha! dcr Save gegen ro>,,„.,. ^ ^'l »li, ist aber nichiödeslowcnigcr auch anssrnchin uud von dics !' ^?"'^"^ N'lt dnö Wäldchen nnlcr der Nnine, welche Md s^.^ " ^nte Uiachtigc Eichen nud Buchen dem Blick^ciitzichen, dic Toii^"!'""^'^ ^" "U' der ouin herrschafllichen Äl'eierhose gegen ^^U'biiss!s ^ ^^st^ling und übcr die große Hotteincrwicse gegen DaZ^ ^'^ schlangelnde Weg zn den interessantesten gehört. Chroüisle,/"^ ^'ehlccht der Wa llcnburgcr war nach allen lUlsgcstorh ^°" "^ ^'^ "'"^^ ^^'''^ "^" "^ "'^^' "^ ^' I"l)N'», l'u>'g im ^' ^" ^"^ genannten Jahre befand sich Wallcu- Kärütcü- s ^'^ "'^^ H"'"l Ha uns von Hunnöbcrg an« > IpiUcr erwarben cd die Grafen von itahcnslcin durch Heirat, dann lam cS an daö Geschlecht der Lambcrgc nnd zuletzt an die Grafen Thurn-Va lsassi na, in deren Vcschc dic seit vielleicht schon hundert Jahren verödete Nnine noch ist. Und nnn znr Voltssage, die in Obcrlmin allgemein, nm Nadmannsdorf, V^ldcö, Stcinlilichcl und Umgebung aber Jedermann bekannt ist: l Znr Zcit, alö Otto u. Wallen linrg, der Letzte dieses Gc: ^ schlechtes, cin sehr slaülicher Rittcv und wegen seiner Hn'zcnögütc von allen seinen Unlerlhancn verehrt, ans Wallenbnrg haniitc, stand eines Morgens vor dcm niedlichsten Hanse des damals uoch -sehr llcincn Dorftü Leibnitz ^il»l'»^.) Agnes, das schmnckstc Mädchen Obrrkrains, und schaute sehnsnchlövollcn Alickc« ans dic von der Morgcnsonnc itliergoldele, stattliche Wallenbnrg. In langen, zierlichen Flechlen floß ihr goldenes Hanpthaar vom glänzenden Scheitel bis ans dic Fersen herab; ihr Anzng war mtt nnd mehr städtisch als ländlich zn nennen. Ein enganschließendes Mieder verrieth des Körpers tadelloses Ebenmaß, nnd ans ihrem wnndcrhcrrlichcn Gchchlchcn, besonders ihren tiefblauen Angcn schien der Himmel zn lächeln. ^ Da erscholl es: „Agnes, wo bist Dn?" anS dcm Innern der Hütte. Dic Dirne schien jedoch dcn lauten Rnf zn überhören nnd im Geiste gc.uz wo ander« zn scin. „Aber mein Gott," schmälte, sich mühsam hinter der Thüre hervorarlicilcnd, ein altcö Mütterchen, „Agnc ö, bist Du denn tanb? — Da sieht sie nnd schant wie gewöhnlich hinauf, wohin !sic nicht sollte, uud hört nichts nnd sieht nichts! — Ich zweifle !nnn »icht mchr," mnrmeltc, sie abseits mehr sür sich, „er hat ihr's ^gethan!" — / „Ja, ja, Mntter, Ihr habt Recht, er hat mirs angethan," erwiderte seufzend nnd wie ans einem Tranmc erwachend daö Mädcheu, preßte beide Hände anss Herz, warf noch einen laugen Blick gegen dcn Berg niid folgte der brummenden Mutter inö Hans. Erst vor einigen Tagen war das Mädchen von Laibach nach Hanse zurückgelehrt, wo sie dnrch fünf Jahre bei ihrer dort verheirateten Schwester vergebens ihrer Ingendtränme zn vergessen sich mühte, der schönen Tränme anö dcr goldenen Zeit, wo ihr Vater uoch Bnrgvogt war auf Wallenbnrg, wo sie alö ein lleines Mädcheu täglich hundert Beweise iuniger Auhäglichteit erhielt von dem schönen, schwarzlockigcn Innler, dem jetzigen Besitzer dcs Schlosses, nud wo sie der verstorbene Burgherr, Ritter Nivprccht, ^ w oft scherzweise seine „Goldagncö" genannt hatte. — Ach, diese Slnndcn überglücklicher Kindheit, wie waren sie so schnell, so flüchtig dahingeschwunden! Zn spät offenbarte die Vernunft der aufleimenden Inngfran den gransamen Emstnrz aller ihrer zierlich ansgclianlcn Luftschlösser! zn spät gestand sie sich selbst, daß ihr alleiniger Gedanke der jnng? Erbe Wallcnbnrgs sei, der sie trotz seiner sichtbaren iunigen Neigung ;n ihr doch niemals zn seiurr Burgfrau erheben tönue. Daher floh sie nach einer Unterredung, in der sie Inntcr O tto beschwor, dcs armen Mädchens ans Leibnitz zn vergessen, zn ihrer ältern Schwester nach Laibach, damit dic Wnnden ihres zerrissenen Herzens heilen sollten. Im fünften Jahre ihnö Aufenthaltes in der Hauptstadt Krams raffte die Pest ihr Schwester nnd Schwager dahin, und sie floh mit dem zweijährigen ilinde, als einem thcncrn VerinNchlüisse der Verstorbenen, zn ihrer Mnltcr nach Hause, die sich uach dem mittlerweile anch erfolgten Ableben ihres Mauncs vom Schlosse Nallcnbnra. in ihr Häuschen nach Leibnitz h:ruutcr gezogeu halte. Leitern Gemüthes nnd nchigcu Herzens betrat AgneS das elterliche Hans, mit wahrhaft mütterlicher Zärtlichkeit hing sie an dcm lebhaften Kinde dcr Schwester nnd wollte sich selbst überreden, daß das frcnndliche Bild ihres Ingeudgespielen schon MM) ans ihrem ' Herzen verschwunden sei; da sah sie nacl, einigen Tagen dcn schönen, nnn wohl säian feit drei Jahren mit einem vornehmen Fränlcin ans Slcicrmark vermalten Ritter Otto im Iagdan;ng: den Berg herunterkommen. — Zitternd eillc sie in das Hänschen, nm sich zn verbergen; aber als dcr Ritter, wic von ungcfähr, in die Stnbe trat nnd dic Mntter nm ein Heilkrant befragte, nm seine von einem wilden Eber ihm beigebrachte Wunde zn heilen, errö-thete sie nnd erblaßte znglcich nnd flog, aller Rücksicht vergessend, ans ihrem Verstecke, dcr Kammer, herbei nnd fragte besorgt uach dcr Wnnde, ohne zn gcwahren, wie alle" ihre innersten Wunden dadnrch von Neuem sich erschlossen; dmn Otto war noch immer der sanfte, liebe Junker ans früherer Zeit, scin Auge rnhtc anch jetzt mit demselben Wohlgefallen auf ihr, wic ehedem beim kindlichen Scherze; er nannte sie noch immer „meine liebe Agnes" nnd gestand ihr unumwunden, daß er sie noch weit schöner fände, als znvor. Ach, das waren Dolche in des Mädchens Brust! Er ging und nahm ihr ganzes Herz mit sich. „Mntlcr!" schluchzte sie, nnd Thränen rollten ans die Wangen des blühenden Schwe-