(Poltniok pltC&nt ? fotovlnl.) —s———!! Organ für die deutsche Minderheit im Dravahanat — — «chrtstltwuig äftd BtroaUing I frtfernotxi »llca 5, bltphon Rt. 21 (httemrian) 1 v»,»,»preis« silr da» Inland: vi«rt«ljährig 40 Din. halbjährig 80 Din. «an^-»erd«« t» der V«»alt»«H «» dilligst»n G«d Uhren »aig«gtng«nomm»n f jährig 160 Sin. Für da» A»»land «ntsprechende Erhöhung. Einz,i»«mmrr Din ILV . ...Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Nummer 12 Celje» Sonntag, den 8. Februar 1931 Neue deutsche Volksschulen fassung ausgehend, haben die deutschen Erziehung»-berechtigten in nahezu hundert Gemeinden, die .! > ' • • vj B»n Seltion«chci a. • - • Zemun. den 31. Jänner 193t. ' Es Ist eine bekannte Tatsache, daß die deutschen Minderheitenabteilungen an den staatlichen Volls-schulen auf die Wojwodschaft und einige Orte Syr-iniens beschränkt blieben, irvtz wiederholten Ber-suchen, diese Schulabteilungen auch für andere Gebiete unseres Staates, wo Deutsche in teilweise sehr erheblicher Zahl beisammen wohnen, zu erwirken. Ich selbst hab« dem verstorbenen Unterrichtsminister Stephan Rabtf an SO wohlbegründete Gesuche um Errichmng deutscher Schulavteilungen überreicht und zu wieHerhoUen Malen persönlich betrieben, um schließlich emes Tages zu erfahren, daß die Gesuche nicht auffindbar seien. In Erinnerung ist auch der Fall der deutschen Gemeinde Sarvas nächst Osijek, deren Einschreiten um eine deutsche Voltsschule lediglich Represswmaßnahmen der Polizeibehörden zur Folge hatte. - • t>i«jem Wirrwarr hat nun das neue Polls-schulgejetz ein Ende bereitet, indem eine einheitliche Auffassung und Handhabung der einschlägigen Bestimmungen für da« ganze Staatsgebiet Platz ge-Driften hat. Es darf sicherlich als ein erfreulicher Fvtychritt begrüßt werden, daß es fortan nicht möglich sein wird, die deutsche Minderheit in ver-schiedenrn Gebieten unseres Staates mit verschie-denen Maßstäben zu messen, und man darf der staatlichen Unterrichtsverwaltung insbesondere auch dafür dankbar sein, daß sie die rasche und gewissen-haste Durchführung der schulgesetzlichen Bestimmungen , allen beteiligten Schulbehörden zur Pflicht gemacht hat. Soeben wird bekannt, daß das llnternchlsmi-nisterium die Errichtung einer ganzen Reihe neuer deutscher Volksschulabtettungen angeordnet hat, und' die Erwartung ist berechtigt, daß überall, wo die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, die berechtigten Schulwünsche der Deutschen endlich erfüllt werden. ). Dr. tbeorg Grahl Maßgebend hiefür ist folgende Bestimmung des S 45 des Voltsschulgesetzes: „In Orten, wo Staatsangehörige einer anderen Sprache in nennenswerter Zahl wohnen, werden für deren Kinder be-sondere Volksschulabteilungen errichtet. In diesen Abteilungen können nicht weniger als je 30 Schüler sein. Ausnahmsweise kann eine solche Abteiltung auch für 25 Schüler aufgestellt werden; die Entscheidung hierüber ist dem Unterrichtsminister vorbehalten." Jede logische Auslegung dieser gesetzlichen Bestimmung muß zu dem Ergebnisse führen, daß solche Aiindeiheitenabteilungen von der Unterrichts-Verwaltung errichtet werden müssen, wenn min-bestens 30 schulpflichtige Kinder einer bestimmten nationalen Minderheit vorhanden sind, und daß sie errichtet werden können, wenn weniger als 3V, aber mindestens 25 schulpflichtige Minderheitenkinder nachgewiesen werden. Diese Auslegung kann aus dem ersten und dem dritten Satze des ersten Ab-fchnittes des £ 45 abgeleitet werden, wo es heißt, dasj beim Vorhandensein von mindestens 30 schul-Pflichtigen Mmderheitenkindern Minderheitenabtei-lungen „errichtet werden", beim Vorhandensein von weniger als 30, aber mindestens 25 schulpflichtigen Minderheitentindem hingegen der Unterrichtsminister darüber entscheidet, ob eine Minderheitenabteilung errichtet werden soll. Per argumentum a contrario muß also gefolgert werden, daß beim Vorhandensein von wenigstens 30 schulpflichtigen Minderheiten lindern das freie Entscheidungsrecht des Unterrichts-Ministers durch die bindende Verpflichtung zur Er-richtung einer Minderheitenabteilung aufgehoben ist. Der staatlichen Verpflichtung zur Errichtung einer Minderheitenabteilung entspricht das Recht der be-treffenden nationalen Minderheit auf eine solche Abteilung, wenn mindestens 30 schulpflichtige Kinder zur Einschreibung gemeldet werden. Von dieser Auf- bisher jeglichen deutschen Unterrichtes entbehrten, Gesuche um die Aufstellung deutscher Volksschulab-teilungen überreicht. Run hat eine Zwischeninstanz in einigen Fällen entschieden, daß zunächst „alle in dem Gesetze vorgeschriebenen Bedingungen" erfüllt werden müssen, bevor an die Errichtung einer deutschen Schulabteilung geschritten werden könne. Es gibt aber nach dem Volksschulgesetze nur eine einzige Bedingung zur Errichtung einer Minder heitenabteilung, nämlich das Vorhandensein der ge-schlichen Mindestzahl von schulpflichtigen deutschen Kindern, und wenn diese Mmdestzahl nachgewiesen ist, dann muß die staatliche Unterrichtsverwaltung, u. zw. in allen ihren Instanzen, dafür sorgen, daß die in § 29 des Volksschulgesetzes vorgesehenen technischen Vorkehrungen für die Errich-tung einer Minderheitenabteilung erfüllt werden. Keineswegs aber geht es an, von der Erfüllung dieser technischen Vorkehrungen die Gewährung eines gesetzlichen Anspruches abhängig zu machen und solcherart einem säumigen oder übelwollenden Schulausschusse die Möglichkeit zu geben, die Er-richtung einer deutschen Minderheitenabteilung zu hintertreiben, auch wenn noch so viele schulpflichtige deutsche Kinder vorhanden sind. Die deutsche Bevölkerung unseres Staates wird nun mit dankbarer Genugtuung vernehmen, daß der Herr Unterrichtsminister bei nachgewiesener Mindestzahl schulpflichtiger deutscher Kinder im Sinne des tz 45 des Volksschulgejetzes die Errichtung deutscher Minderheitenadteilungen sofort grundsätzlich angeordnet, die zuständigen Schulbehörden aber angewiesen hat, die im § 29 des Voltsschulgesetzes vorgesehenen technischen Vorkehrungen ohne Verzug in Angriff zu nehmen. Eine solche Entscheidung ist schon aus dem Grunde angemessen, weil es sich ja um schulpflichtige Kinder handelt, d. h. um Kinder, die in jedem Falle die Schule besuchen müssen, so daß es bei einigem guten Willen nicht auf unüber- Der Prafett &tup von Anna Wambrrchtsamer ;:'xi " • '•>*'' >. • , • Am zweiten Maitag des Jahres 1787 holperte ein einspänniges Wagelcyei, über die steinige Strafte Legen ^ ververg hinaus. : . -t, Der ältliche Knecht, der lässig die Zügel in der Hand hielt, hatte den verwettenen Filzhut zurück-gqchoven und schaute sich, behaglich slymunzelnd, nach allen Richtungen um. D« Buchen- und Birkenwälder längs der Strotze hatten ein wundervoll zartes Grün angetan, an den Zweigen der dunklen Fichten längs der Wegratne waren winzige hellgrüne Spitzen vorge-schaden und die Odstvaume standen in ihren weihen und rosaroten, dienenumsummten Blüten wie prächtige Riejensiräutze auf den blumenüdersaten sonnigen .Wiesen. Der Marktplatz, über den da« Gefährt eben Hnauftaverte, tag yald im Schatten der beiden fnschdetaudten Lmden. die an der Friedhossttege standen und auf deren üppigen Kegeln das (sonnen-.licht spielte. i . Aus dir breiten Steinstiege des alten Aiarkt-Wirtshauses stand ein stattliches jugendliches Weib mit dunklen Haaren, neben einem großen, kräftigen Burschen, dessen gutmütiges Gesicht leicht gerötet war. Der Kutscher griff an seinen Hut: „Grüß dich, Westermeier Franz!" . „Grüß dich, Johann!" rief der Bursche und setzte dann, auf das Felleisen und den Koster auf dem Wagen deutend, hinzu: ..Die Bagage bringst du, doch wo hast du denn den Herrn?" „Der ist mir im Tal ausgekommen und zu Fuß durch den Wald gegangen. Wird schon genug kriegen vom Herumsteigen in den Bergen." „Heut Urnen Trunt gefällig, Herr Johann?" fragte die junge Wirtin. „Erst abends, Frau Wittib Marktnchterin. jetzt lann ich mich nichl aufhallen," rief der herrschaftliche Kutscher, denn nichts Geringeres war der biedere Johann, über die Achsel zurück. Dann war er aus der zum Schloß ansteigen-den Straß« hinter der Kirchenmauer verschwunden. „Mein Vater hat gesagt, daß der Prafett noch gar jung ist und sein Vater, der reiche Kaufmann Johannes Huster, drüben in der Stadt, hat unseren Herrn Baron gebeten, daß er ihn aus unser Schlag geschickt hat. wegen der guten Lust da oben bei uns. Den jungen Herrn hat's auf der Lunge," so erzählte der Franz Westermeier der jungen Witwe, als er ihr ins Haus folgte. „Ein armer Mensche vielleicht wird er hier gesund," sagte die Marktrichterswitwc und schlug dem Bürgersohne, der lachend nach ihrer Hand haschte, scherzend auf die Schulter. t Lorenz Huster, der neue Schloßpräsekt, war müde und atemlos von der ungewohnten Wände-rung durch den Buchenwald bergauf, im Schloß angekommen, Er wußte, daß er trank war. Aber seine Seele glühte noch so ahnungsvoll, so frisch, so ganz und gar sonnenschein- und siühlingsburstig Bald hatte er sich in seinem neuen Wirtungs-kreise zurechtgefunden und das efeuumsponnene alte Schtotz, ersUUt von raunender Erinnerung an längst vertlungene Zeiten, war ihm schon in wenigen Tagen heimisch und vertraut geworden. Aber auch in den kleinen Markt, dessen weiß-getünchte Holzhäuser am Futze des alten Schlosses dahingereiht lagen, ging er immer lieber. Es wayrte auch nicht lange, da wußten die Leute zu erzayten, daß der Herr Prafett aumglich im U/tarnwirtvyuuse sitze, wo die fttau Wann lym gerne und uner-mu blich Gesellschast leistete. Kaum vierzehn Tage nach der Ankunft des Präfekten stand der Sohn des Nachbars der schönen Frau Wirtin, der hochgewachsene Franz Westermeier, Seite 2 windliche Schwierigkeiten stoßen kann, durch Zu-Weisung schon bestehender Schulräume oder, im Notfälle, durch Einführung eine» Halbtagsunter-richte«, die Errichtung einer deutschen Minderheiten-abteilung sofort zu ermöglichen. Die Entscheidung des Herrn Unterrichtsminifters wird aber auch — und darauf ist wohl das Hauptgewicht zu legen -da» Vertrauen in den Rechtsbestand gesetzlicher Ver-heißungen stärken und den loyalen Bestrebungen im Interesse des Gemeinwohles einen neuen starken Antrieb geben. Politische Rundschau Inland Abreise des Königspaares von Zagreb Am 4. Jänner um 11 Uhr vormittags reisten Ihre Majestäten König Aluander und Königin Maria nach zehntägigem Aufenthalt aus Zagreb ab. Die Bevöllerung, die Vereine und die Schul-tinder bildeten auf dem ganzenWege zum Bahnhof ein dichtes Spalier, so daß die Fahrt des Königs-paare» zu einem umjubetten Triumphzuge wurde. Am Perron des Haupldahnhofes, wo die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden versammelt waren, hielt Bürgermeister Dr. Srtulj nachfolgende Ab-jchiedsrede an da» scheidende Königspaar: „Eure Riajejtäten! Wie ein Ntärchen aus 1001 Nacht find jene elf Tage vergangen, die Eure Majestäten in Ihrer königlichen Stadt Zagreb verbracht haben, in diesem zweiten Zentrum unsere» grogen und teuren Jugoslawiens und unter Ihren treuen Kroaten. Was für einen tiefen Eindruck der Auf-enthalt Eurer Majestäten aus die gesamte Bevölkerung, jene im Zentrum der Stadt und jene an der Pe-ripherie gemacht hat, davon wird man erzählen und wieder erzählen bis zu Ihrem neuerlichen und es ist unser heißer Wunsch — auch batdigen Auf-enthalte in un>erer Mine. Ick) danke Euren Ma-jestäten im Namen der gesamten Zagreb« Bürger Ichaft aus dem tiefsten Grunde des Herzens für diese hohe Ehre, die Sie un» durch Ihren Aus-enthalt erwiesen, namentlich aber dante ich namens jener Aermsten, die Sie durch Ihre Freigebigkeit beglücken und von der niemand weiß, wie auch namens jener, für die Sie Ihre Königliche Spende von 50.000 Dinar bestimmt haben. Wie Sie un» durch Ihren Aufenthalt aufs höchste beglückt haben, so haven Sie auch viele Tränen der Armut getrocknet. Darum begleiten Sie aus Ihrer Nucktehr die be-geisterten Nufe der Zagreber: Es teve ifcure Ma-Mal unser König Alezander L! Es lebe die erlauchte Herrscherin Königin Maria! Es lebe das Haus Karadjorbjeoic!" Nachdem sich die begeisterten Hochrufe der Anwesenden grtegt halten, erwiderte S. M. der König: „Herr Bürgermeister! Ich wünsche auch bei dieser Gelegenheit, Ihnen und durch Sie unseren tieben ^jagrebern Dank zu sagen für sie herzliche Ergebenheit und wahre ju- verdrießlich bei feinem Vater, dem Tischlermeister, an der Hobetbant und schaule schweigend dem be-dächtig hantierenden Alten zu. Der sog an seiner kurzen Stummelpfeife, tnlff bald da» eine, bald da» andere Auge zu unb pruste mit langem scharfen Blick den Nahmen, den er zujammensugte, od er auch wlnketreqt gefugt sei. Nach einer uikue legte der alte Westermeier den vollendeten Nahmen sachte auf die Hobetbant, nahm die Pfeife au» dem stunde und lieg sich also vernehmen: „Jetzt möcht' ich wissen, zu wa» du seit ein paar ^agen wie ein Tramyapeler herum-steigst und leine Arven angreifst." Der Zunge steckte Die Hände in die Hosen-laschen, räusperte sich, at» od ihn etwa» im Halse würgte, und legte dann los: „Wirft es so schon gehört haben, wa» die alten Weider in allen Küchen und Voihausern erzählen. Mit der Li»l ist alle» au», wo wir doch schon so schön einig waren. Jetzt fitzt der Präfett immer bei »hr und sie sieht und hon nicht» andere» als den blassen Schreidersbuben in semem schwarzen Herrenrock." Der Alle tniff da» rechte Auge ein und zwin-kerte mit dem Unten seinem Sohne zu: „Und deswegen lagt hall der große Tischlerdub den Kopf hängen," sagte er dann. „Weil die liebe Zugend Nicht» erwarten und nicht, richtig bedenken kann. _Dotsch» _ goslawische Begeisterung, die die Königin und ich hier in vollem Maße empfanden. Außerdem sagen Sie besonderen Dank allen jenen Einzelnen, dte mit soviel Liebe und Aufopferung ihre Arbeit den hu-manen Einrichtungen widmen «nd mit soviel Erfolg Not und soziales Elend bekäntpfen. Daq. wa» auf diesem Gebiete bisher getan wurde, verdient alles Lob. Diese edle Arbeit muß möglichjt start entwickelt werden. E» gibt noch immer viel NotUtand« und Sorgenbeladene. Bei dieser Arbeit dürfen Sie immer auf unsere Anerkennung und Hilfe rechnen. Nach diesen schönen Tagen können wir, die Königin und ich, unsere volle Zufriedenheit bloß mit einem Worte ausdrücken: Auf Wiedersehen!" In Sisak, wo der Hofzug 23 Minuten hielt, wurden die Majestäten von einer vieltausendköpfigen Volksmenge begeistert begrüßt, ebenso in Brod. Abend» gegen 8 Uhr trasen die Majestäten wieder in Beograd ein, wo sie am Bahnhof vom Ministerpräsidenten General Zivkovic und den, Vizebürgermeister Dr. Stojadinovic empfangen wurden. Letzterer hielt eine Ansprache an S. M. den König, in welcher er u. a. erklärte: Mit der gleichen Begeisterung, mit der Zagreb während de» Aufenthalte» Eurer Ma-jestäten erfüllt war, hat auch Ihre Residenzstadt die epochalen Ereignisse der letzten Tage begleitet, die der beste Künder unserer Einheit und unserer Zukunft sind. Königliche Spenden für die Armen Vor seiner Abreise aus Zagreb überreichte S. M der König dem Bürgermeister der Stadt 50.000 Din für die Armen, ferner spendeten die Majestäten für die von ihnen besuchten humanitären Anstalten 55.000 Din. Außerdem hallen sie während de» Aufenthall» in Zagreb tm Wege der tönigtichen Hosoerwallung 50.000 Din an einzelne bedurfttge Personen verteilen lassen, die sich direkt an Ihre Maiestälen gewandt hallen. Im Arbeiterkinberheun aus der Tresnjevka werden auf Kosten de» Königs-paares 50 Knaben und SO Mädchen vollständig betleidet und beschuht werden. Ausland Der tschechoslowakische Auhenmini ster über die ungarische Revision«-Propaganda und die Entstehung der nationalen Minderheiten in Mitteleuropa Da» französische Blatt „Paris Midi veröffentlicht gegenwartig eine politische Enquette über Mitteleuropa, darunter auch em Gespräch mtt dem tschechoslowakischen Außenminister Dr. Benesch über die Frage: „Rückkehr der Habsburger oder An-schlug?" In der Antwort des tschechoslowakischen Ministers ist besonder» jener Teil interessant, der sich aus d«e Entstehung der heutigen nationalen Minderheiten bezieht. Die Frage der Rückkehr der Habsburger hält Dr. Benescy für erledigt, weck die «leine Entente eine solche Nücktehr nicmal» ertauben werdc. Der Eid der Habsdurger enthalte die Pflicht, die frühere Monarchie in der Ganze wtederyerzu-stellen. Ihre Tradllionen, ihre Potmt und ihre In- Ja, glaubst du^denn, daß der Herr Präfekt die Atartmchterin nehmen wirb? in: geht hat« hin, weits ihm bei der allen Hauserin im «chlog lang-wellig ist und tagt sich von ber Li»l wa» Gutes aufwarten. Und datz sie, so lang' sie keinen eigenen Zllcann im Hau» hat, dem jungen Herrn von der Herrschaft schon tut, tannst ihr auch nicht verargen. ^>ch yav' schon so manche gesehen, die sich auf einen vom ochlotz was zu ttrnte getan hat Aber geheiratet hat sie danach doch immer unsereinen und war yeitfroh, dag sie noch schön unter die Hauoe getommen ist. Uno wa» hat denn die List mn oem seligen Marttruhter für eine Freude gehabt, der ganz gut ihr ivrogoaier halle sem tonnen und dem sie ihr Bormund wegen de» schönen Guie» ver-tuppell hat? Da» junge Blut will seine Freud« haven." Da» war dem Franz denn doch zu bunt. „Dazu bin ich da!" sehne er. „Ich hau den PrafeNen windelweich, datz er mir nicht mehr kommen soll!" „Ja, da» wär' da» Rechte," fuhr der Alle fort, oer sich nicht au» seiner überlegenen Ruhe dringen lieg. „Einen von den Herren prügeln, dag du mir in» Loch gehst! Da» wär' so wa». Und dann sei gescheu und schau dir den Präsetten an. Der steck in keiner guten Ham und macht du wenig Schaden. Er redet nur mit ihr und den« sonst nicht». Nummer 12 — -- - - - • —1 - — teressen würden die Habsburg« zwingen, die Pro« vinzen wiederum p» gewinnen, die rumänisch, jugoslawisch oder tschechoslowakisch find, wa» einen neuen Krieg bedeuten würde. Die ungarische Revi sionspropaganda führe dem Anschein nach sehr ge-wichtige Gründe an, Indem behauptet werde, datz ein Cisasz beseitigt, dafür aber drei neue geschaffen worden seien. Die» sei übertrieben. Tatsächlich haben die Magyaren außer Deutschen, Slowaken, Kroaten. Rumänen und Ruchenen auch einige ihr« Land» lalle verloren, aber die von der ungarischen Prsp« flonda angeführten Ziffern, die auf der Volkszählung vom Jahre 1&10, beruhen, seien unrichtig. In Wirklichkeit geb« e» in der Tschechoslowakei nicht 1,070.000 Magyaren, sondern bloß 745.431. Die Friedenskonferenz habe zu ihrer Zeit darnach ge strebt, daß die neuen Grenzen den wirschastlichen und verkehrslechnischen Bedürfnissen der neuen Staaten entsprechen. Auch wollte sie erreichen, dag die Zahl der nichtmagyarischen Minderheiten, die auf ungarischem Boden zurückblieben, möglichst klein sein sollte, und zwar wegen de» Regime», dem die Minderheiten in diesem Lande so lang unterworfen gewesen seien. Die Fnedenstonftrenz, welche feststellt»', daß die Nationalitäten in Mitteleuropa auf keine ganz ideale Art von einander getrennt werden konnten, sei zur Ueberzeugung gekommen, daß e» notwendig sei, eine möglichst groge Zahl von Minderheiten tn jenen «tasten zu lassen, die die beste Garantie für Gerechtigkeit bieten, also in den Staaten, die die Nachbarn Ungarns find. Zalesti berichtet Der polnische Außenminister Zaleski erstattete am t. Februar im polnischen Augenau»schuß Bericht über den Berlauf ber Bölterbunbratstagung m Genf. Er stellte mit Befriedigung fest, dag der Rat dte von der polnischen Regierung getroffenen Bersü-gungrn zur Kenntnis genommen habe. 3m Bericht oes Rates befinde sich auch eine Bemerkung über eine internationale Enquettekommisston über Per-sonaländemngen oder über Sondergarantien für die Zukunft. Ferner entHalle er die für Polen wertvolle Feststellung, daß Gebiete mit gemischter Bevölkerung nicht da» Terrain für Or-ganisationen von nationalistisch ag-gressivem Charakter darstellen dürfen. Außenminister Zaleski betonte am Schluß ferner Rede, daß fich die Folgerungen des Rat»deruht» tn ihrer Mehrheit mit dem decken, was die polnische Regierung von sich selbst heraus, eingedenk der internationalen Verpflichtungen Polens und seiner Staat»raison, zum Zweck der endgültigen Versöhnung der legalen Mlnderhellen mit der Mehr hell getan habe dezw. beabsichtigt hätte. Blutige Arbeitslosendemon« strationen in Böhmen In Böhmen fanden dieser Tage an Mischir denen Orten Demonstrationen der Aroellslosen stall, wobei e» in Dur zu Blutoergiegen kam. Hier wollte der Senator Stran»ky ma einigen Jugend lichen dem Grndarmenetommandanten den Revolver wegnehmen, worauf dieser den Gendarmen den Lad sie kommt schon drauf und dann gehst du hin. Heui' über» Jahr bist du der neue Marktwm.- 4 Der Schloßpräfekt. der eben von seinen Blichern kam, saß wieder einmal bei der jungen Wann. Ihr heilere» Gespräch und ihre Fürsorge toten ltz« woyl, es freute ihn das blUtenwelge Tischtuch, da» pe ihm zu Ehren stet» ausbreitete, es sreme ihn der tuire Wein und da» Belagen m der Swoe mit dem grogen grünen Ösen, oen dunklen DeaendaUm. den Zvlumen und den gestärkten weigen Borhangen an den kleinen Fenstern. Heute war Frau Elisabeth besonder» heiter Und aufmerksam, trug da» und jene» auf und lief geschäftig ad und zu. \ Lorenz nippte von dem leichten Wein und schaute ihr lächelnd zu. „Wie steht» denn heut' mit Ihrem La««. Frau Richtern?" fragte er freundlich. „Da» ist schon wieder snsch und munter und mit den andern auf der W«oe," sagte ste und setzte sich zum Tisch. „Soll ich ern Huhnchen braten, Herr Prafett? E» ist ein» draußen in der Küche." r „Nein, danke, Frau Richten», es war mir heut' nicht wohl. Da mug ich magig sein «nd «ich recht hallen, aus datz bald all» wieder gut werbt. Nummer 12 Deutsche Zettung Seit- S Wefehl zum Schichen gab. Eine Person wurde ge-tötet, neun Demonstranten schwer verwundet. Senator Stransky ist verhaftet worden. Eine französische Stimme über die Revision Der Ehrengouverneur des halbstaatlichen Are-ditinstituts Credit Fonciere de France L. Petit hielt am 1. Februar an der Pariser Hochschule für Politik einen Bortrag über die Regelung der Kriegs-schulden an die Vereinigten Staaten, der geradezu sensationell wirkte. „Es ist eine wirtschaftliche Unmöglichkeit", sagte Petit, „daß die Schulden und Reparationsverträge bis zum Jahre 1987 unverändert bleiben. Man muß sie unbedingt revidieren. Frankreich hat bisher die Gründe für den Eintritt Amerikas in den Weltkrieg verkannt oder verkennen wollen. Amerika ist weniger einem Ideal, als vielmehr der nüchternen Erwägung gefolgt. Der deutsche U-Bootkrieg war im Begriffe, die un-erhörten Kricgsgewinne der amerikanischen Industrie ju gefährden. Die Amerikaner hatten den Alliierten ja viel Geld zur Kriegführung geliehen, datz sie unbedingt auf dem Sieg ihrer Schuldner bestehen mutzten, um die Rückzahlung ihres Geldes zu sichern. Da die Amerikaner in der Hauptsache wegen ihres Mammons in den Krieg eingetreten waren, war es natürlich, datz sie nach dem Ende auf restlose Be-»hlung bestanden. Zehn Jahre schwierige Ber-Handlungen hoben endlich zu dem Schuldenabkommen zwischen Washington und den übrigen Alliierten geführt: aber auch dieses Abkommen ist mehr als prekär. Deutschland, das bisher gegen die Alliierten wegen der Reparationsftage kämpfte, hat jetzt nach Anerkennung des Poung Planes ein Interesse'daran, sich mit den europäischen Alliierten gegen Amerika iii verbünden. Die Amerikaner sehen allmählich ein, vatz die großen Zahlungen Europas nur ihre Wirt-schaftskrise vergrößern können. Leider werde es noch lange Zeit dauern, bis die große Masse der Amerikaner, die so ungeheuer stolz darauf ist, daß Europa ihnen bis an den Hals verschuldet ist, be-griffen haben werden, daß das wirtschaftliche und politische Wohl der ganzen Welt eine endgültige Revision aller Kriegsschuldenverträge erfordere. Aus Stadt und Land Schöner Erfolg des deutschen Trach-tenfestes in Nooisav. Dem am Samstag, dem 31. Jänner, abends in Rovisad im Hotel „Sloboda" vom Schwäbisch-Deutschen Kulturbund veranstalteten deutschen Trachtenfest war ein über alle Erwartungen großer Erfolg beschirden. Aus allen Gegenden des Staates, wo Deutsche wohnen, waren Besucher ge-kommen, deren Zahl auf 3000 geschätzt wird. Ueber 200 Personen sind in verschiedenen einheimischen deutschen Volkstrachten oder in historischen Trachten erschienen. Sämtliche Räumlichkeiten der größten Novisader Gaststätte erwiesen sich als zu klein, um alle Besucher zu fassen. Auf dem Feste hatten sich die staatlichen Behörden, die Stadt Rovisad, ferner die deutsche und die österreichische Gesandtschaft in Beograd vertreten lassen. Das große Fest, das in Die Wirtin zupfte am Tischtuch, tat einen tiefen Atemzug und sah den Präfektcn an, als ob sie nicht recht wisse, wie sie daran sei. Huster lächelte wieder. „Mir scheint, Sie hat heute etwas auf dem Herzen," sprach er freundlich, als hätte er ein Kind vor sich. „Bedarf Sie eines Rates oder meiner Hilfe, so wolle Sie nur ganz über mich verfügen." Sie strich das Tischtuch zurecht, obgleich es gar nicht zerknittert war und wurde noch röter im Ge-ficht, als fie's gewöhnlich war. „Nichts derartiges, Herr Präfekt," begann sie und suchte seinen Blick, der kotz allem doch nur gleichmäßig freundlich auf ihr ruhte. „Ich hab' mir so gedacht, daß man ein besonderes inniges An-liegen unsrem Herrgott durch eine fromme Stiftung anempfehlen soll und so will ich, damit unser Herr Präfekt recht bald wieder ganz gesund wird, der heiligen Gottesmutter hier in unserer Kirche einen ganz neuen Altar stiften." Lorenz Huster schwieg eine ganze Welle. Dann erhob er sich, drückte der Marktnchterin kräftiger die Hand, als er in seiner kränklichen Schlaffheit sonst zu wn pflegte, und seine seltsam klaren Augen leuchteten in ungewohntem Feuer. „Gott walts, Frau Wirtin, und sei Sie bedankt. Ich werd' Jhrs lohnen, bis ich wieder gesund bin." allen Kreisen ein günstigen Eindruck machte, war die erste große repräsentative gesellschaftliche Veranstaltung der deutschen Minderheit Jugoslawiens und soll durch alljährliche Wiederholung zu einer ständigen Einrichtung werden. Unter den drei Preis-trägerinnen des Trachtenwettbewerbs befindet sich auch Frau Herta Perz (Gottscheer und Steirertracht), Gemahlin unseres Landsmanns Herrn Berlagdi-rektors Dr. Franz Perz. Dr. Noroiec Professor der Beograder Universität. Der frühere Minister Dr. Anton Koroöec wurde zum Honorarprofessor für Genossen-schaftswesen an der Universität in Beograd gewählt. Schneefatt. Der heurige milde Winter hat uns verhältnismäßig wenig Schnee beschert. Run scheint er aber das Versäumte nachholen zu wollen, denn in der Rächt vom Donnerstag auf Freitag ging es in dichter, wirbelnder Fülle hernieder. Während wir dies schreiben, tanzen die Flocken noch immer unermüdlich in der Lust und die Landschaft wird au einem winterlichen Bild, wie es in dieser Schönheit heuer noch nicht zu sehen war. Die Militärpflicht der Auswanderer in Amerika. Die jugoslawischen Blätter in den Vereinigten Staaten veröffentlichten vor kurzem eine Verlautbarung des jugoslawischen Generalkonsulats in Rewyork, in welcher die Assentierung der Militär-Pflichtigen jugoslawischen Staatsbürger auf den 23. Jänner angesetzt wurde. Im erwähnten Aufruf wird betont, daß diejenigen, die auf Besuch ihrer Angehörigen oder zu touristischen Zwecken drei Monate in der alten Heimat weilen, nicht zum Militärdienst herangezogen werden. Es steht ihnen Jrei, jedes dritte Jahr die Heimat zu besuchen und >ier je drei Monate zu bleiben. Jene Auswanderer, die beim Konsulat ihre Militärangelegenheit geregelt haben, können nach zurückgelegtem 32. Lebensjahr auf unbestimmte Zeit (ständig oder zeitweilig) nach-haus kommen, ohne die Militärzeil abdienen zu müssen. Junggefellenftener und Geschiedene. Ein schuldlos Geschiedener schreibt uns: Warum müssen die Geschiedenen Junggesellensteuer zahlen?Wa-rum wird den Geschiedenen nicht erlaubt, sich wieder zu verehlichen? Wie kommt der Geschiedene dazu, wenn er an der Scheidung nicht Schuld trägt, daß er die Steuer bezahlen muß. obwohl er geneigt wäre, sich wieder zu verehlichen? Warum wird kein Gesetz geschaffen, daß sich die schuldlos Geschiedenen ohne weitere Schwierigkeiten wieder verehelichen können? Wenn ein schuldlos Geschiedener Kinder, sowie einen Besitz, außerdem vielleicht noch ein Geschäft hat, so ist er gezwungen, sich eine Hausdame zu halten, da er die Kinder nicht beaufsichtigen kann und das Geschäft dadurch vernachlässigen muß. Deshalb die großen Spesen, sowie der Ruin des Geschiedenen. Es soll in solchen Fällen doch irgend was gemacht werden, um nicht solche Men-schen ins Unglück zu stürzen! Denn dies ist ein Schaden sowohl für die Familie wie für den Staat. Angezeigt wäre es, daß hier bald irgendein Modus schaffen würde. So manches Unglück würde dadurch verhütet werden. Zunahme der Deutschen in Prag. Als erstes Teilergebnis der letzten Volkszählung legt das Statistische Staatsamt der Tschechoslowakei die Zahlen über die Einwohnerzahl der Hauptstadt Prag vor. Danach hat Prag 848,768 Einwohner, um 172.105 (25,43«*,) mehr als 1921. Davon sind 813.037 tschechoslowakische Staatsbürger und 17.731 fremder Staatszugehörigkeit. Besonders bemerkenswert ist das Anwachsen der Deutschen, die seit 1921 von 30.429 auf 41.453 gestiegen sind: ihr Hundertsatz hat sich also von 4,59 % auf 4,99 vermehrt, während gleichzeitig der Hundertsatz der Tschechen - Slowaken und Juden etwas gesunken ist. Die prozentuale Zunahme der Deutschen beträgt 36,23 *, während die Zunahme der Tschechen und Slowaken mit 153.658 Personen nur 24,6% und die der Juden mit 772 nur 12,96% ausmacht, doch ist es nicht angebracht, aus dem für die Deutschen in Prag günstigen Ergebnis Rückschlüsse auf das übrige Staatsgebiet zu ziehen! Da es im Jahr 192! in Prag 3119 deutsche Ausländer gab, so darf man wohl die Gesamtzahl der Deutschen in Prag auf rund 45.000 beziffern. Was sich ein Minderheitenfiihrer in Deutschland erlauben kann. Vor dem Amts-gericht Berlin-Mitte trat vor kurzem der Führer der polnischen Minderheit in Deutschland, Kaczmarek, als Kläger in einem Privatklageverfahren auf. Kaczmarek hatte nämlich einen Wahlaufruf ver-öffentlich», worin es hieß, datz kein in Deutschland lebender Pole für das „bankerotte Deutschland" seine Stimme abgeben dürfe. Der „Reichsbote" hotte diesen Ausdruck beanstandet und in diesem Zusammenhang von Kaczmarek als dem „berücbttq ten Führer der polnischen Minderheit" gesprochen. Wegen der Bezeichnung „berüchtigt" stellte nun-Kaczmarek den verantwortlichen Schriftleiter des «Reichsboten" unter Anklage. Bei der Verhandlung wollte Kaczmarek nur polnisch sprechen, indem er sich auf den Artikel 189 der Rcich^verfassung berief, demzufolge ihm der Gebrauch der Muttersprache auch vor Gericht gewährleistet sei. Auf die Ein? Wendungen des Amtsgerichtsrates Bücher entschloß sich Kaczmarek schließlich doch, sich der deutschen Sprache zu bedienen. Hiebei stellte es sich heraus, daß Kaczmarek das Deutsche ohne jeden Akzent voll' kommen sprach, svdatz ihn niemand seiner Aussprache nach für einen Polen hätte halten können. Zur Henrigen Schönheitskönigin von Europa wurde am 5. Februar in Paris Miß France (Frankreich) gewählt. „Do X" beim Abflug beschädigt. Der Abflug des Riesenflugbootes „Do X" aus La» Palmas auf den Kanarischen Inseln am 3. Februar ist mißglückt. Als das Flugboot zum Weiterflug nach der Insel Fernando di Coronha aufsteigen wollte, stießen zwei mächtige Stoßwellen auf den Rumpf des Flugbootes und beschädigten es derartig, daß der Flug einstweilen nicht fortgesetzt werden kann. Der Schaden ist zwar geringfügig, doch müssen die Ersatztelle aus Fnedrichshafen bestellt werden,, so daß es mindestens zwei Wochen dauern wird, bis die Fahrt fortgesetzt werden kann. Der Petroleumbrand in Moreni ge-löscht. Den Preis in der Höhe von 250.000 Dollar für die Erstickung der seit drei Jahren brennenden Petroleumquelle in Moreni bei Bukarest haben drei Offiziere der Budapester Berufsfeuerwehr gewonnen. Es ist ihnen gelungen, den Brand in-ncrhalb zweier Wochen zu ersticken. Der hiezu ver-wendete Apparat besteht dem Wesen nach aus einer Tiefdruckstreumaschine, durch die der hohe atmosphärische Druck der brennenden Petroleum-quelle mit Erfolg bekämpft werden konnte. Sie verwendeten ein „Methylpronit" genanntes Stickgäs und ein Löschpulver unbekannter Zusammensetzung, dessen Geheimnis sie bewahren. Bei Erkältungen, Grippe, Halsentzündung, Mandel schwellung sowie ^ierveiychmmen und Gliederreißen tut man mit, mit einem halben Wa« natürlichen „Kranz Josefs' Bitterwasser für tägliche Darmentleerung zu sorgen. Nach Urteilen der NnwerstralSlliniten zeichnet (ich da» Kranz Joses-Wasser durch fi-dere Wirksamkeit bei angenehmen Ge-brauch aus. Kranz Josef Bitterwasser ist in Apotlxken, Drogerien und Spezereihandlungen erhältlich. Celje Für den „Dirndlball" des Männer-gesangvereines, der am Faschingsamstag, dem 14. Februar, in sämtlichen Räumen des Hotels Skoberne stattfinden wird, herrscht dem Vernehmen nach bereits reges Interesse auf Seite der vielen Freunde des Vereines. Diese Veranstaltung dürste jedenfalls zu den besten des heurigen Faschings gezählt werden. Wie wir weiter erfahren, hat sich auch eine sehr hübche „Landlergruppe" zusammengestellt, die an desem Abende Original Landler-und Steirertänze — eine große Seltenheit in un-serer modernen Zeit des berüchtigten „Jazz" — zur Aufführung bringen wird,- ferner wird der Großteil des Abends unserem lieben alten Walzer gewidmet sein, mit Einlagen der so gemütlichen und leider jetzt so verpönten Quadrille. Daß der Kinosaal dem Titel des Abendes entsprechend dekoriert werden wird, ist selbstverständlich und der Vergnügungsausschuß gibt sich die größte Mühe, allen Wünschen gerecht zu werden. Die Einladungen gelangen nunmehr zur Ausgabe, es wird aber nochmals gebeten, ein Uebersehen, welches da und dort unabsichtlich geschieht, zu entschuldigen und die Adresse den, Ehrensangwarte Herrn Dr. Fritz Zangger. Rechtsanwalt in Celje, am besten mittelst einer Postkarte mitteilen zu wollen. Bei verschiedenen früheren Veranstaltungen hat es sich ereignet, datz Tische mit mehreren Sitzplätzen reserviert wurden, die erst in später Stunde besetzt wurden, und da oft von weniger Gästen, als am reservierten Tisch Plätze vorhanden waren. Diese Einteilung brachte es dann zur jedesmaligen Peinlichkeit für die Ver-anstalter mit sich, daß pünktlich erschienene Festbe-sucher, oft gerade solche, die von auswärts gekommen waren, angesichts eines fast leeren Saales keinen Platz finden konnten, sondern warten mußten, bis sich nach dem — oft sehr späten — Besetzen der reservierten Tische für sie dann ein fteigebliebenes Plätzchen ergab. Jedermann, der gerecht denkt, wird einsehen, daß diese Art böses Blut erzeugen muß Seite 4 Deutsche Zeitung Nummer 12 und die beste mitgebrachte Stimmung der betroffenen Besucher zerstören kann. Um nun alle lieben Gaste und Freunde des Vereines klaglos und angenehm unterbringen zu können, was durchaus möglich ist, siebt sich die Vereinsleitung genötigt, hiemit mitzu-teilen, datz alle namentlich reservierten Tische und diePlätze an solchen Tischen, dse bis längstens 8 Uhr nicht besetzt sind, verfallen und ohneweiters von platzsuchenden anderwertigen Besuchern besetzt werden können. Die Veranstalter sind überzeugt, datz infolge dieser Matznahme die Platz, frage für alle Besucher in gerechtester und rei-bungslosester Weise abgewickelt werden wird. Die Heringschmauslledertafel des Man nergesangvereines am Aschermittwoch, dem 18. d. M, steht bereits im Zeichen eifrigster Proben und verspricht einen äutzerst gelungenen Verlauf zu nehmen, da autzer wirkungsvollen heiteren Chören auch einige sehr heitere Szenen zur Aufführung ge-langen. Seyr gespannt ist man natürlich auch auf die Aufführung der Theatergruppe, die sicherlich viel zur Heiterkeit beitragen wird. Datz das vor-zügliche Hausorchester unter Leitung seines ausge-zeichneten Dirigenten fein Bestes geben und mit manchen Ueberraschungen kommen wird, ist selbst-verständlich, so datz also auch dieser Abend recht vergnügt und abwechslungsreich zu werden verspricht und jedem Liedhaber der heiteren Muse nur bestens empfohlen werden kann. Bezüglich der Reservierung der Tische und Plätze gilt auch hier die Bekannt-machung der Vereinsleitung wie beim „Dirndlball". Ebenso wird nochmals mitgeteilt, datz zur obigen Liedertafel keine separaten Einladungen ausgegeben werden, da der Verein zu Liedertafeln keine Einla-düngen mehr ausgibt und die verschiedenen Zeitungs-notizen als solche gelten. Evangelische Gemeinde. Die Gottesdienste am Sonntag, dem 8. Februar, müssen entfallen, weil Herr Pfarrer May in Ljubljana amtiert. Todesfall. Am 4. Februar ist in Celje Frau Justine Skoberne geb. Droharz, Witwe des lang- C""zrigen Gemeinderates, Hausbesitzers und Fleisch-uermeifters Herrn Georg Skoberne, im Alter von 76 Jahren gestorben. Den Familienangehörigen unser herzliches Beileid! Das Rettungsauto der Frw. Feuer wehr eingelangt. Am Mittwoch nachmittags traf das neue Reltungsauto der Rettungsabteilung unserer Frw. Feuerwehr in Celje ein. Der Wagen ist ein modernst eingerichteter Sanitätswagen der Automobilfirma „Tatra", der schon durch sein schönes Aeutzere die Aufmerksamkeit aller erregte. Er wird vorerst noch in Zagreb, wo man an eine gleiche Anwerbung denkt, vorgeführt und dann in den Dienst unserer Frw. Rettungsabteilung gestellt werden. Weiblicher Bäckergeselle. Fräulein Elsa Kirbisch, Tochter des hiesigen Bäckermeisters Herrn Josef Kirbisch, hat sich dieser Tage nach Ausgang ihrer dreijährigen Lehrzeit der Prüfungskommission vorgestellt uud die Bäckergesellenprüfung mit gutem Erfolg abgelegt. Herr Kirbisch hat bekanntlich auch seine ältere Tochter Vilma das Bäckergewerde lernen lassen, die im vorigen Jahre die Gesellenprüfung mit sehr gutem Erfolge ablegte. In einer Zeit, wo Knaben und Mädchen in so grotzer Zahl in die Mittelschulen drängen, ist der vernünftige Standpunkt des angesehenen Meisters, seine Töchter das väter-liehe Handwerk erlernen zu lassen, eine Ehrung für das ehrsame Handwerk. Wir gratulieren! Skiausflug des Skiklubs Celje. Sonntag, den 8. Februar, findet ein allgemeiner Skiausflug zur „Cetjska koca" statt, von dort nach Soetina und Äore oder Lasko. Treffpunkt um punkt halb 9 Uhr bei der Kapuzinerbrücke. Montag, den 9. Februar. Zusammenkunft aller Mitglieder um 8 Uhr abends im Gasthofe „Zur grünen Wiese" zwecks Besprechung wegen des Klubrennens und Skiballes. Um verläßliches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Aus dem Gemeinderat der Umge« dunasgemeinde. Auf der Gemeinderatsitzung am Montag vormittags verlas der Sekretär die „Erläuterungen zu den Beschlüssen der Ministerrat-sitzung vom 11. Dezember 1939". — Hierauf be-richtete der Bürgermeister, datz die Gemeinde Celje Umgebung eine selbständige Gesundheitsgemeinde wurde und als solche einen Arzt, zwei Hebammen und die Spitalskosten werde bezahlen müssen, was jährlich 20.000 Din kosten wird. In den Gesund-beitsausschutz wurden gewählt: der Bizebürgermeister Binko Kukovec und die Gemeinderäle Dr. Laznik, LChren, Juwelen, Qold-und Silberwaren, Silber-und Chinasilber - gerate, Jjestecke und T)osen Standuhrwerke &P^ jTnton q W JOecnikmmt Celje, giavrti trg Strencan, Pograjc, Hrastnik, Wltavsky und Sovic. — Für die Erhaltung der Stadtpolizei wird die Umgebungsgemeinde .'»0.000 Din beitragen: falls jedoch der staatliche Beitrag für die Polizei entfällt, 100.000 Din, unter der Bedingung, datz der ge-genwärtige Polizeirayon bleibt. — Die Lehrer werden monatlich 200 Din Wohnungsbeitrag erhalten. — In den Armenfond wird l°/0 der gesamten Geimeinde-voranschlagssumme fiietzen. — Der Bürgermeister wird bei der technischen Abteilung der Bezirkshaupt-Mannschaft wegen des Reinigen? und Bestreuen? des vernachlässigten Futzweges an der Reichsstratze in Gaberje intervenieren. Die Hausbesitzer an der Reichsstratze sollen das Trottoir vor ihren Häusern reparieren. — Die Gemeinde wird versuchen, die Frage eines öffentlichen Abortes in Gaberje bald zu lösen. Wiener Frühjahrsmesse. Vom 8. bis 14. März l. I. findet in Wien die XX. Wiener Internationale Messe statt. Messeausweise, die zu Patz- und Fahrpreisermätzigungen berechtigen, sind in der hiesigen Fremdenoerkehrskanzlei (Tujsko pro-metna pisarna) erhältlich, wo auch alle anderen Auskünfte erteilt werden. Ferner steht den Interes-sentcn in der genannten Kanzlei auch die Broschüre „Offizieller Führer der Wiener Internationalen Messe" zur Verfügung. Todesfälle. In Sp. Hudinja bei Celje starb die 86-jährige Private Lucie S oster, im Allg. Krankenhaus^ die 34>jährige Arbeiterin Maria Zinsek aus Smarjeta bei Celje. Polizeinachrichten. In einer hiesigen Fabrik kam man dieser Tage Diebstählen auf die wpur, die die Arbeiterin A. P. schon längere Zeit hindurch durchführte. Sie wurde verhaftet und dem Gericht überqeben. — Dem Fleischhauermeister Herrn Atote Kroflic wurde aus seinem Magazin Na okopih eine grötzere Menge eingesalzenen Fleisches gestohlen. In einer hiesigen Trafik wurde ein österrei-chischer Patz, lautend auf den Namen cand. ing. Albert Mayer, Lang Engersdorf, gefunden. Der Patz wurde der Polizei übergeben. Stadtkino. Am Samstag, 7., Sonntag. 8.» und Montag, 9. Februar: der grotze Schlaqertonfilm „Der k. u k. Feldmarschall". Ungeheure Lachsaloen! In den Hauptrollen der grötzte tschechische Komiker Vlasta Bunan und Roda Roda. Vorstellungen am Samstag und Montag um '/ 9 Uhr abends, am Sonntag um 3, 6, 7 und 9 Uhr abends. Da der Andrang zu diesem Tonfilm sehr grotz ist, ist es empfehlenswert, sich die Karten im Vorverkauf zu besorgen oder bei der Kinoleitung schriftlich oder telegraphisch reservieren zu lassen. — Voranzeige: „Ein Tango für dich!" Freiwillig« Feuerwehr Seife, Telephon »9. Den Wochendienst übernimmt am 7. geb. der II. Zng Kommandant! Joses Pristouschek. Maribor Zum inful. Domdechant des Domkapitels des Bistums Lavant wurde mit päpst-lichem Schreiben des bisherige Domkanonikus Herr Dr. Mar Araber ernannt. Straßenbau. Die seit Monaten vorbereitete Aktion, die Bezirksstratzenausschüsse von Aiaribor, Stov. Bistrica und So. Lenart zu einer einzigen Korporation zusammenzuschlietzen, wurde dieser Tage durchgeführt. Zum 1. Obmann wurde der Bürger-meister der Stadt Maribor Herr Dr. Juoan, zum 2. Obmann der ehemalige Parlamentsabgeordnete und gewesene Obmann des Rezirksstratzenausschusses von Maribor Herr Franz Zcbot gewählt. Letzterer wird die Stelle des gejchäftsführenden Obmannes bekleiden, da Bürgermeister Dr. Juoan bereits mit öffentlichen Arbeiten überlastet ist. Auf der kürzlich abgehaltenen ersten Sitzung des nunmehr auf drei Bezirke ausgedehnten Stratzenausfchusfe» wurde ein ziemlich umfangreiches Stratzenbauprogramm beschlossen. Wir greifen nur zwei wichtige Stratzen heraus. Es ist dies die Hemchtuna der in einem jammervollen Zustande befindlichen Reichsstratze, wo die Automobile bereits über unmögliche Rillen dahix-hopsen und die von ausländischen Automobilisten nach Tunlichkeit auch bereits gemieden wird. Diese soll von der Reichsgrcnzc in St. 3Ij bis Slovenska Bistrica einer gründlichen Herrichtung unterzogen werden. In welcher Zeitdauer dies erfolgen soll, darüber ist nichts in der Öffentlichkeit gesagt worden. Datz es aber in kürzester Zeit geschehen mutz, darüber sind sich wohl alle einig. Denn wollen wir unseren Fremdenverkehr heben, so dürfen wir auf die Her-richtung und Instandhaltung unserer Verkehrswege nicht vergessen. Auf diesen rollen dann diejenigen Fremden in unser Land herein, die mit ihren Ve-hikeln in ihrem Lande das ganze Jahr hindurch viel berumkommen und dabei für unser mÖ Naturschönheiten reich gesegnetes Land die Werbetrommel rühren werden. Da die Reichsstratze aber eine der meistbefahrenen Stratzen ist und der Verkehr um die Stadt Maribor die grötzte Dichte aufweist, ist für den Teil der Reichsstratze vom so-genannten Leitersberg (wo die Stratze nach Sv. Lenart abzweigt) angefangen bis zur Nordgrenze der Stadt Maribor und von der Südgrenze der Stadt bis nach Hoce sogar die Pflasterung mit Granitwürfeln vorgesehen. Datz dies aber viel Geld kosten wird, ist selbst dem Laien klar. Dieser Teil des Programmes wird daher erst in einer ganzen Reih« von Jahren zu verwirklichen sein. Der gute Wille dazu ist jeden"-falls vorhanden, denn die Banaloerwaltung hat für diesen Zweck als erste Rate den Betrag von 500.000 Din bewilligt. Wenn man für dieses Geld die Pflasterungsarbeiten an einer einzigen Stelle, beispielsweise von der Nordgrenze unserer Stadt gegen den Leitersberg zu, durchzuführen beginnen würde, so wäre nach Durchführung dieser Arbeiten immerhin etwas zu sehen. So aber plant man, wie verlautet, mit dieser für solche Zwecke sehr mageren Summe die Pflasterungsarbeiten an der Nord- und Südgrenze der Stadt gleichzeitig zu beginnen. Zweck-mätziger erscheint es uns jedenfalls, wenn der Teil von der Staatsgrenze bis Maribor erstmal ordentlich hergerichtet wird. Ackeressant ist das Bachernstratzen-Projekt. Es ist darüber schon viel geschrieben worden. Diese Stratze wird bekanntlich von Raka (bei Hoce) ungefähr 200 m hinter der Kammlinie südlich bezw. südwestlich der Mariborska koca bis zur Ruska koca führen. Dort soll die von Norden (Ruse) kommende und zum Teil bereits im Bau befindliche Gebirgs-stratze in diese einmünden. Von dort weiter ist der Ausbau der zum Teil karren wegartigen Charakter tragenden Stratze über St. Martin nach Slovenska Bistrica vorgesehen. Seinerzeit in die Oeffentlichkeit gedrungenen Nachrichten zufolge war die Finanzierung zur Hälfte vom Lanat, der Rest von den am Stratzen-bau interessierten Gemeinden vorgesehen und die Durchführung der Arbeiten bereits beschlossene Sache. Nun hören wir, datz erst hiefür eine Anleihe auf-genommen werden müsse. Diese Stratze soll doch vornehmlich nur dem Fremdenverkehr dienen, während die Reichsstratze die Reichsstratze für den Verkehr ungleich wichtiger ist. Es mögen daher alle verfüg-baren Mittel zu deren gründlichen Renovierung erst* mal mobilisiert werden. Ist aber einmal der Teil der Stratze fertiggestellt, so wäre es sehr am Platze, wenn dann der zweite Teil von Stov. Bistrica über Konjice und Vojuik nach Celje von der Banal-Verwaltung etwas berücksichtigt werden würde. Aber die Tatsache allein, datz man sich heute nach 12 Jahren endlich dazu ausgerafft hat, die Her-richtung unserer wichtigsten Komunikationen ernstlich ins Auge zu fassen, ist ein Lichtpunkt. Gründung einer Genossenschaft der Speckbauern. Dazu wird uns aus Interessenten-kreisen geschrieben: Wie die Tageblätter dieser Tage meldeten, haben sich unsere Speckbauern auf dem Draufelde auf genossenschaftlicher Basis organisiert. Da unsere Fleischhauer keine Gelegeinheit vorüber-gehen lassen, um auf die Schädigung ihrer In-teressen durch die Speckbauern hinzuweisen, haben diese nun, um einer eventuell von der zuständigen Behörde gegen sie zu erlassenden Verfügung leichler begegnen zu können, einen geschickten Schachzug getan. Bisnun konnten sie nur vereinzelt ihre auf einer übrigens nirgends auffindbaren Verfügung der Kaiserin Maria Theresia futzenden Rechte ver-teidigen. Nun gedenken sie geschlossen gegen jede Benachteiligung ihres unbesteuerten und durch keinerlei Gesetze sanktionierten „Gewerbes" aufzutreten. Zum Obmann der Genossenschaft ist der frühere Paria-mentsabgeordnete und Mitglied des nunmehr ver-grötzerten Stratzenausschusses Herr Kirbis ausersehen. Nummer 12 Deutsche Zeitung Seit» S Loh die beabsichtigte Gründung dieser Genossenschaft bei unseren Fleischern nicht geringe Aufregung hervor-gerufen hat, ist nach dem vorangeführten ohnewei-keres einleuchtend. Die Fleischhauer stellen sich auf den Standpunkt des Steuerzahlers, da sie doch die nicht gerade geringen Steuern zahlen müssen, während die Speck dauern für die Ausübung ihres Geschäftes keine solche zu entrichten brauchen. Nun kommt aber, wie unsere Fleischhauer feststellen, gegen die Speck-dauerngilde noch das wesentliche Moment in Be-tracht, datz ihnen, vom schon mehrmals zitierten „kaiserlichen Patent" ausgehend, seinerzeit auch un-sere Behörden die Ausschrottung selbstgezüch-teter Schweine gestattet haben. In Wirklichkeit lassen sie sich jedoch per Eisenbahn auch Fettschweine aus Kroatien kommen, die jeden Donnerstag in der Eisenbahnstation Pragersko ausgeladen und von den Speckbauern dort angekauft werden. Don-nerstag abends und Freitag früh werden diese Schweine in das Schlachthaus in Maribor überführt und den Freitag über geschlachtet. Samstag früh erscheinen dann die „selbstgezüchteten" Schweine in geschlachtetem Zustand.' am Speckdauernmarkte. Datz dieser Vorgang geeignet ist, unseren die vorgeschriebenen Steuern zahlenden Fleischern empfindlichen Schaden zu verursachen, leuchtet demnach ein. Da die Speckdauern durch die Bank Besitzer von bäuerlichem Grund und Boden sind und diesen auch bewirtschaften, so betreiben sie das Ausschrotten von Fetisch weinen eigentlich ja nur als Nebenbeschäftigung. Die Fleischhauer verlangen daher, datz, wenn man den Speckdauern schon ohne die im Gesetze vorgeschriebene Lehr- und Gchilfenzeit das Schlachten uno Ausschrotten von Schweinen ge-stattet, sie doch wenigstens die für diesen.Gewerbe-stand vorgeschriebene Steuer entrichten sollen. Die empfindlich geschädigten Fleischhauer verwiesen auch auf den nicht unbeoeutenden Verlust, den der Staatssäckel dadurch erleidet, datz ungefähr 100 Speckbauern das Fteijcherhandwerk ohne jede Steuer entrichten zu müssen, ausüben. Sollte die Bestatt-gung dieser Genossenschaftsgründung durch die zu-ständigen Behörden erfolgen, so werden unsere Fleischer jedenfalls ihr letztes Schweln geschlachtet haben. Der Zusammenschlutz der Epeckdauern be-weckt, wie hiesige Fleijchhauerkreije behaupten, ede Konkurrenz m der Ausschrottung von Borsten-vieh aus dem Felde zu schlagen, was aber für das Senken der Preise für Schweinefleisch nicht zwangsläufig zu sein braucht. Wir gönnen selbstoeritändlich unsern Speckbauern die>e ihre Einnahmsquelle, da wir überzeugt sind, datz sie die dabei verdienten Kreuzer btutnotwendig brauchen. Nichtsdestoweniger dürften aber die Behörden bei der Begünstigung der Speckbauern nicht zu weit gesehen, sondern es mutzten auch die Gewerbetreibenden der Fleischerin-nung berücksichtigt werden, von denen viele ihre Existenz verlieren könnten. Die öffentliche Versteigerung in der Pfandleihanstalt in Maribor findet am 11. Februar in den Räumen der Anstalt in der oberen Herren-gasse statt. Im neuen Gebäude, das an Stelle des nun der Spitzhacke zum Opfer fallenden Geburt»-Hauses des Admirals Wilhelm v. Tegetthoff errichtet wird, wird die Banalspalkasse im ersten Stock unter-gebracht werden. Im Erdgeschotz werden Geschäftslokale errichtet weiden, die, wie schon jetzt bekannt ist. im Wege einer Lizitation an die Meistbietenden vergeben werden sollen. Freiwillige Feuerwehr Maribor, Fern, sprechet: 2224. Zum Feuerbereitschaftsdienst in der kommenden Woche, und zwar vom 8. bis ein-schließlich 14. Februar, ist der I. Zug kommandiert. Kommandant: Brandmeister Martin Ertl. Bereitschaft in Reserve: lli. Zug. Freiwillige Rettungsabteilung Ma-ribor, Fernsprecher: 233«. Bis Donnerstag den 5. Februar, hatte unsere Rettungsstation 193 Hilfeleistungen zu verzeichnen. Apothekennachtdienst. Den Apotheken-nachtdienst in der kommenden Woche, und zwar vom 8. bis einschhetzlich 14. Februar, versieht die „Mohrenapotheke", Mr. Vladooic, in der Herren-«>,se. Slovenska Bistrica 70. Geburtstag. Kürzlich beging in Leibnitz der SieueroderverwaUer i. R. Herr Karl Reicher, seinerzeit Vorstand des hiesigen Steueramtes, IN vollster körperlicher und geistiger Frische sein 70. Wiegenfest. ISgerball. Der diesjährige Jägerball findet am Samstag, dem 14. d. M., im Saale der Be-zirkssparkasse statt. Die Einladungen für diese Ver-anstaltung werden schon ausgesendet. Wie alljährlich wird auch heuer ein Preisschietzen veranstaltet. Wenn emand aus Versehen keine Einladung erhallen ollte, wird ersucht, sich an den Jagdverein zu wen->en. Die Vorbereitungen für diese Veranstaltung ind bereits in vollstem Gange. Weidmannsheil. Dem Jagdaufseher des hiesigen Jagdvereines Herrn Kovacic gelang es kürzlich, in einem der Vereinsjagdreviere eine Uraleule zu erlegen. Dieses in unseren Gegenden äutzerst seltene, prachtvolle Beutestück wird präpariert werden. Georg Altgraf Salm-Reifferscheidt 1% Am Sonntag, dem 1. d. M., ist in seinem Hause am König-Aleiander Platz der Gutsbesitzer Herr Georg Altgraf Salm Reiferscheidt im 65. Lebens-jähre nach kurzem Krankenlager verschieden. Der Verewigte, vormals Schlotzgutsbesitzer auf Novo Celje, hat es in dem knappen Jahrzehnt, da er sich in unserer Stadt ansässig gemacht hatte, durch sein ruhig bescheidenes, wahrhaft edelmännisches Wesen verstanden, sich allseits Sympathien zu erwerben. Seine irdische Hülle wurde bis zur vorgesehenen Ueberführung nach Graz und Beisetzung in der Familiengruft am Mittwoch, dem 4. d. M, unter zahlreicher Beteiligung aller Kreise der Bevölkerung, insbesondere seines Standesgenossen, auf dem hie-sigen Friedhofe zur vorläufigen Ruhe gebettet. Todesfall. Am Dienstag, dem 27. Jänner, ist in Graz die Beamtensgattin Frau Mariane Körbler. geb. Fekonja, von einem jahrelangen, schweren beiden durch den Tod erlöst worden. Frau Körbler die im 48. Lebensjahre stand, war bis n Umstürze Lehrerin an der kiesigen Umgebungsschule gewesen und ersreute sich einer allgemeinen Wert-schätzung und Beliebtheit. Slovenjgradec Zum Zwischenfall in Slovenjgradec schreibt uns Herr Dr. Fritz Zangger noch folgendes: Da eine Zuschrift an den „Jutro" durch einen von mir an den Industriellen Herrn Franz Pototschnig in Slovenjgradec geschriebenen Brief zu beweisen versucht, datz der Besuch des Hugo Wolf Hauses in Slovenjgradec durch die Wiener Sängertnaben als Demonstration gedacht war, bin ich gezwungen, einige Worte pro domo zu veröffentlichen: Jeder, der mich kennt, — ich berufe mich auch auf meine slowenischen und tschechischen Kunstfreunde, — weitz, datz ich ein begeisterter Musikfreund, insbesondere ein glühender Verehrer des weltberühmten Meisters Hugo Wolf bin. Es erschien mir daher als eine selbstverständliche Pielätspflicht, datz der ebenfalls weltbekannte Ehor der Weiter ^ängerknaben auch das Geburtshaus Hugo Wolf's besucht. Irgendeine Demonstrationsadsicht mutzte gerade mir, dem Hugo Mols's Geburtshaus ein wahres Heiligtum bedeutet, höchst geschmacklos, ja gemein und unverantwortlich erscheinen. Geschmacklos deswegen, weil jeder Kenner von Hugo Wolf weitz, datz seine Kunst und Per-sönlichkeit sich mit Politik verträgt wie Feuer mit Wasser Gemein und unverantwortlich aber wäre es gewesen, die Wiener Kinder den Gefahren einer Demonstration auszusetzen. Deshalb schrieb ich auch an Herrn Franz Potojchnig. dessen edler Charakter übrigens allein Ruhe und Anstand verbürgt, datz jede politische oder auch nur lokale Anspielung, so naheliegend sie auch wäre, unterbleiben wird, weil der Anlatz zu heilig ist Mit diesen Worten ist klar gesagt, datz ausschlietzlich ein Akt der Kunst und Pietät geplant war. Da ich aber aus Erfahrung weitz, datz sich namentlich in kleinen Städten, wo die Wiener Sängerknaben weilen, ganz von selbst Menschen ansammeln, — so war es ja auch im Sommer 1930 in Slovenjgradec, als 3 Sänger-knaben das Hugo Wolf Haus besuchten, — schlug ich in meinem Briefe vor, die Tür des Geburts-zimmers von Hugo Wolf, wo die Knaben ein Lied singen sollten, offen zu lassen, damit auch die drautzen (im Hausflur) Stehenden etwas hören. Hätte man die Leute, die nie etwas so Schönes zu hören be-kommen, wegjagen sollen!? Aus alledem geht klar hervor, datz jede Demonstration von vorneherein geradezu planmätzig vermieden werden sollte und datz die Zuschrift an den „Jutro" sozusagen gegen Windmühlen kämpft. Hot im übrigen der Zwischenfall, so peinlich er für alle Beteiligten war, dazu beigetragen, datz in Zukunft auch in der Hugo Wolf-Stadt Slovenjgradec die Heiligkeit der Kunst mehr respekttert wird, dann kann seine Auswirkung als ein Segen betrachtet werden. Wirtschaft «.Verkehr Die jugoslawische Handelsbilanz im Jahre 1930. Unsere Handelsbilanz im vergangenen Jahre hat sich im Vergleich mit dem Jahre 1929 verschlechtert, indem der Erport um 1142 Millionen Din zurückging, d. h. um 14.4 Ad. Da aber auch die Einfuhr in unseren Staat um 635 Millionen Din <8.4 ) fiel, ist die Handelsbilanz blotz um 180 Millionen Din passiv. Die Bewegung der ju-gofla wischen Handelsbilanz in den letzten Jahren zeigt nachfolgende Tabelle (in Millionen Din): Ausfuhr Einfuhr Saldo 1926 7818.2 7631.8 + 186.4 1927 6400.2 7286.3 — 886.1 1928 6444.7 7835.8 —1390.6 1929 7921.7 7594.8 + 326.9 1930 6780.1 6960.1 — 180.0 Einnahmen aus den direkten Steuer« im Jahre 1930. Aus einer im Finanzministerium verfatzten Uebersicht über die staatlichen direkten Steuern für das Kalenderjahr 1930 ist ersichtlich, datz im vorigen Jahr im ganzen Staate an direkten Steuern 2.323,400.000 Din eingenommen wurden, um 349,100.000 Din mehr als im Jahre 1929. Der Ertrag der direkten Steuern ist im ständigen Steigen begriffen, was aus nachfolgender Tabelle hervorgeht: 1927 1.713.000.000 Din. 1928 1.774,100.000 Din, 1929 2.005,800.000 Din, 1930 2.323,400.000 Din. Rasche Zunahme der Insolvenzen. Der Jugoslawische Verein für Gläubigerschutz in Zagreb registrierte im Jänner l. I. 38 Konkurse und 55 Zwangsausgleiche, zusammen also 93 In-solvenzen (im Jänner vorigen Jahres 63). Im Dezember 1930 gab es 59, im November 67 In-solvenzen. Auf die einzelnen Banate entfällt nachfolgende Zahl von Konkursen und Ausgleichen (in Klammer jene im Jänner vorigen Jahres): Draubanat 7 >11 (8). Savabanat 6 4-12 (4). Vrbavbanat 0 (2), Primorje 2 + 0 (2), Drinabanat 3 4-5 (13), Zetabanat 2+0 (1), Donaubanat 10 22 (8), Moravabanat 4 -r 4 (8), Vardarbanat 2 f 0 (9), Beograd, Zemun und Pancevo 2-f-1 (7). Im Donaubanat (Nooisad) hat sich die Zahl der Insolvenzen auf 32 erhöht, also viermal soviel wie im Jänner vorigen Jahres; im Savebanat (Zagreb) stiegen die Insolvenzen von 4 auf 18, im Draubanat von 8 auf 18. Beograd hatte im heurigen Jänner blotz 3 Insolvenzen auszuweisen gegenüber 7 im vorjährigen Jänner. Das neue Gewerbegesetz wurde dieser Tage im Handelsministerium entgültig fertiggestellt; nach seiner Drucklegung wird es dem Obersten ge-setzgebenden Rat vorgelegt werden. Oesterreich als Seehandelsmacht. Es dürfte im allgemeinen wenig bekannt sein, datz seit 10 Jahren von Hamburg aus eine Seeschiffahrt unter österreichischer Flagge ausgeht und sich bei guter Beschäftigung im Frachtdienst wirtschaftlich durchzusetzen verstanden hat. Die Seeschiffahrt wird von der „Vega Reederei", einer österreichischen Ge-sellschaft mit beschränkter Haftung, betrieben. Das diese Schiffahrtgesellschaft ihren Wirkungskreis er« weiter« möchte, hat man durch einen Antrag im österreichischen Nationalrat erfahren, der Gewährung von Steuern und Gebührenbegünstigungen für See-schiffahnsunternehmungen zum Inhatt Hat und von chnstlichsozialer Seite eingebracht worden ist. 3* anderen seeschiffahrttreibenden Staaten genietzen die Schiffahrtsunternehmungen bereits derartig« Bevorzugungen, wie sie auch im alten Oesterreich bestanden haben, das ja durch den jetzt verödeten Hafen Trieft unmittelbaren Zugang zum Meere gehabt hat. Bereits im Jahre 1921 ist ein Gesetz über Flaggenrecht der Kauffarteischiffe beschlossen worden, dem der Gedanke zu Grunde lag, datz der Er werd durch Seeschiffahrt die Unternehmungslust anreize, Inländern Beschäftigung gebe, datz die Ausbildung von Seeleuten auch daheim für die Binnenschiffahrt nützlich sei und datz endlich das Zeigen der Handelsflagge dem staatlichen Ansehen diene und eine Propaganda für den österreichischen Handel bedeute. Im Jahre 1928 hat das Bundes-Ministerium für Handel und Verkehr mit dem deutschen Schutschiffverein in Bremen ein Uebereinkommen zwecks Ausbildung österreichischer Schiffsjungen getroffen, und zwar veranlatzt durch eine Entschließung des Nationalrates, durch die auf die Notwendigkeit der Betätigung von Oesterreichern im Seeschiffahrt»-dienste hingewiesen wurde. So ist dem zum Binnen-staate gewordenen deutschen Rumpfgebiete der ehe-maligen Oesterreich-ungarischen Monarchie die Verbindung mit den, Meere wenigstens in wirtschaft-licher Form erhallen geblieben. Seit« 6 Deutsche Zeltung Nummer IS Die OustricBank m Paris, deren Zusammenbrach den grvkten Mnanzfkandal der letzten Jahrzehnte zum Ausbruch bracht« und in den nicht blotz französische Minister und hohe Würdenträger verwickelt sind, sondern auch einer der größten Finonzmänner Italien», hat Passiven in der Höhe von 1700 Millionen Francs, denen Aktionen von Mob 150 Millionen Francs gegenüberstehen. Allerlei Hundert Iahre — wie macht man das? Ohne Zweifel ist es an und für sich nicht ganz uninteressant, wie man hundert Jahre alt wird. Und wen sollte das mehr interessieren als dle Amerikaner, jenes Volk, das noch in den jun-genhaftcn Instinkten des Alles aneinandernehmen-wollen«, des Von'innen-besehen- wollen? steckt, und das weiter eine nicht zu unterdrückend« Begier nach hohen Ziffern sein eigen nennt. Und die Zahl 100 als Alter ist sehr beträchtlich — es ist also recht erfahrenswert, wie man es anstellt, so alt zu werden. So hat man denn neulich ein paar Hundert-jährige in den Staaten darüber befragt, durch welche Mittel sie hundert Jahre erreicht hätten. Und das Ergebnis war zumindest vergnüglich, wenn es auch alles andere als lehrreich und pral-tisch verwendbar war. So sagte Mister Tom Sloan aus Ponca City, er sei nur darum 115 Jahre alt geworden, weil er Zeit seines langen Lebens sehr mäßig gelebt, vor allem sehr wenig gegessen habe^ Dahingegen aber Mitz Sarah I. Irwin aus Sparta. Wisconsin, meinte, dah sie 100 Jahre alt geworden sei, weil fi« sich in ihrem ganzen Leben nicht das geringste versagt habe. Vor allem habe sie stets alles gegessen, was ihr schmeckte, und von allem so viel wie sie mochte. Des weiteren hören wir von Mister Nicolas Newton aus Mayetta, Kansas, datz er nicht 103 Jahre alt geworden wäre, wenn er nicht sein ganzes Leben lang nicht das geringste gearbeitet und sich und seine werte Körperlichkeit so durch gröhtc -Schonung aufs äußerste konserviert hätte. Aber MH Alice Sickle aus Cardington, Ohio, 108 Jahre, ist entgegengesetzter Meinung: sie hat seit ihrer frühesten Jugend jeden Tag hart und angestrengt gearbeitet und gerade daher ihr hohes Alter in ungewöhnlicher FrisA erreichen können. Was soll man nun tun? Essen oder nicht essen? Arbeiten oder nicht arbeiten? Wer soll denn wissen, wie man es macht, recht alt zu werden, wenn nicht die Alten? Anscheinend ist es falsch, wie man's macht, anscheinend ist es richtig, wie man's betreibt. Der nackte Zufall — ein Mediziner wurde sagen, die „Disposition", aber das ist ja das gleiche — scheint darüber zu entscheiden, wer ein Säculum überschreiten darf. Und übrigens — die Weisen sind sich bis heute noch gar nicht ganz da-rüber einig, od es wirklich ein so großes Glück sei, wie man gemeinhin annimmt, besonders alt zu werden. Zu erleben, wie eine Generation nach der anderen hinstirbt, zuzusehen, wie eine Zeit, selbst eine Kultur untergeht. Einsam zu werden, wie es die Hundertjährigen von heute sind, sein müssen. Also seien wir nicht zu traurig, wenn sie uns ihr Geheimnis nicht verraten können ... Das zweite Leben der Seidenstrümpfe. Unsere Damen, die so stolz auf ihre Seidenstrümpfe find, ahnen zwar nichts davon, aber nichtsdestowe-Niger besteht die Möglichkeit, datz di.se entzückenden Beinbekleidungen schon vorher von ihren amerika-nischen Schwestern getragen worden sind. Diese über-raschende Tatsache wird jetzt von einem Newyorker Blatt enthüllt, das sich die Mühe genommen hat, dem Schicksal der amerikanischen Seidenstrümpfe nachzuforschen. Bis-her hatte man sich wenig darum gekümmert, was aus den Strümpfen wird, die die Amerikanerinnen ablegen. Nun aber wird die Aufmerksamkeit auf eine Schiffsladung von 5 Tonnen alter Seiden-ftrümpfe gelenkt, die von Los Angeles nach Japan verfrachtet wurden. Es ergab sich, datz grotze Men-gen diejer Altware nach dem Lande des Mikados gehen, datz die Seidenfäden dort einem Verfahren unterworfen und wieder zu Seidenstrümpfen ver-arbeitet werden. Diese Strümpfe erscheinen dann als funkelnagelneue Ware auf dem europäischen Markt, ohne datz die neuen Trägerinnen auch nur das Ge-ringste von ihrem früheren Schicksal ahnen. Ein Mittel gegen Kinderlähmung. Die Kinderlähmung ist eine furchtbare Erkrankung der Jugendlichen, die bisweilen in plötzlichen und schweren Epidemien auftritt. Ein Mitlel, das vor diesem furchtbaren Leiden bewahrt, mutzte wirklich als eine „epochemachende medizinische Entdeckung" bezeichnet werden, wie der englische Arzt Dr. James Collier eine neue Methode nennt, die im Londoner St. Georges-Hospital ausgebildet worden ist. Nach feinen Mitteilungen ist die Entdeckung von Dr. Weston Hurst vom Lister-Jnstitut gemacht worden. Dieser Gelehrte hat den Krankheitserreger der Kinderlähmung einem Pferde eingespritzt und dann ge-funden, datz durch Impfung von Menschen mit diesem dem Pferd entnommenen Blut die Kinder-lähmung abgewehrt werden konnte. Die Erfahrungen bei Kindern find zwar noch gering, aber man hat bei Affen, die gegen diese Krankheit noch empfind-sicher sind als Menschen, ausgezeichnete Wirkungen erzielt. Es lietz sich nachweisen, datz bei Impfungen mit dem so behandelten Pferdeblut die Affen, wenn dann die Krankheit in ihnen erzeugt wurde, regel-mätzig vor Lähmung und Tod geschützt waren. Man darf daher annehmen, datz auch der Mensch auf diese Weise eine vollkommene Immunität gegen das Leiden erreichen kann, das bisher wie ein drohendes Gespenst über dem Schicksal unserer Kinder schwebte. Wie man im polnischen Korridor reist. Die Polen bemühen sich, in ihrer gegen die deutschen Revisionsforderungen gerichteten Propaganda die sogenannte Korridorfrage als reine Verkehrsfrage und in dieser Form als gelöst hinzustellen. Der gegebene Umsteigeknotenpunkt für die Verbindungen von Berlin nach Ostpreutzen einerseits, Danzig und den Linien im südlichen Teil des Weichsel- und Netzegebietes anderseits ist Dirschau. In Dirschau ist aber das Ein? und Umsteigen verboten. Der Rei-sende mutz, wenn er z. B. nach Danzig fahren will, zunächst bis Marienburg fahren, dort umsteigen und dann über Dirschau zurück nach Danzig, d. h. er mutz sechs Staatsgrenzen überqueren. Wer gar von Hinterpommern nach Zoppot will, mutz zunächst über Zoppot hinausfahren, durch Danzig und Dir-schau nach Marienburg und dann umsteigenderweise zurück nach Marienburg über Dirschau und Danzig nach Zoppot. Er mutz also statt 50 km im „unbe-hinderten Korridorvertehr" 174 km zurücklegen. Das sind sprechende Beispiele für die Zweckmäßigkeit der Korridorregelung. Schach - Ecke redigiert von Harald Schwab Dr. E. Zepler, „Denken und Raten". 1930 Stellung: Weitz: Ke3, Del, Sk2. Sf5 (4 Steine) Schwarz: Kh2, La8, Sgl, Be4. k6. g2. h3. h4 (8 Steine) Weitz zieht und setzt im 3. (dritten) Zuge matt! Lösung zu Problem Nr. V8. l.) LI2— d4. g3—g2; 2.) Db5-b6 I.).....Lhl — b7; 2) Db5 e8+ ].)...., Lhl beliebig: 2.) Db5—a64- Rachrichten Im Zweikampf Tartakow« : Sultan Khan siegte letzterer mit 4 :3 bei ö Remisen. Das Resultat kann als nicht gan, verdient angesehen werden, da Dr. Tartakower während des Wettkampfe» an schweren rheumatischen Beschwerden litt, was na-türlich sein Spiel beeinträchtigte. Dies wird in finn-fälliger Weise durch eine Reche von Remis'Partien bestätigt, in denen Tartakower den schon fast sicheren Gewinn aus der Hand gab. Trotzdem ist die Leistung des Inders beachtenswert und werden wir demnächst eine von den Partien dieses spannenden Wettkampfes bringen. — 2m Turnier von Göteborg erreichte da» Trio Flohr, Lundin und Stoltz gemeinsam den Stand von 5 Punkten» Meister Sämisch blieb mit 2'/, Punkten an vorletzter Stelle, wieder ein Beweis der Spielstarke der Jungmeistergarde!__ Der Psychologe sagt: Jeder Mensch hat geheime Kräfte. Kostenlose VtrUilun* des Buche« über die einzigartige Methode, deren erstaunliche Erfolge von vielen neuen Ai« hängern bestätigt wurden. Sowie eine kostenlose psycho-anaivtische Charakter - Beschreibung für Alle, welefce sofort schreiben. WM jeder Mann oder jede Fraa die seltsamen Krllte der Hypnow", der Suggestion und Telepathie entwickeln nnd «ich *u eigen machen kann uns Andere gescbSttlich und gesellschaftlich zu beeinflussen, wie Charakterschwlch© und schlechte Gewohnheiten ausgerottet werden können. ' alles dieses wird in dem neuen Buch ton Elmor E. Koowlw beschrieben, das betitelt ist: .Der Schlüssel :*r Entw cklang der iuutre» Kräfte*. 10.0 r Wahrheit und »ehr natürlich, vo>stündlich. Ich konnte diese nicht eher richtig schltzen, bevor ich sie nicht besass. Sie ist nicht nur eine Oabe neuer Gedanken, sondern auch meine Intelligenz und Krittle wurden dadurch erweckt. Die wahre Anerkennung gewann ich erst, »Is ich die Arbeit vor mir hatte. Seitdem bin ich imstande, meine Krftsto in nützlicher Weise anzuwenden". Ein anderer Rericht von Fr. O. Frey sagt: „Ich kann Ihr System Licht genug meinen Freunden empfehlen. Seit dem Tage, wo ich Ihr System besass, verschwanden sinnlich« Sclimeirtn und meine Willens-krüste sind erl ebl>ch gestlrkt worden.** Herr Franz Würz beschreibt seine Ersetzungen folgendermaßen : .Es ist in der Tat unglaublich, welche Kraft erworben werden kann, durch das einzigartige Knowl< s'sche System. Mein Erfolg war eo überraschend, daß ich es nicht geizig loben kann.* Es wird beabsichtigt, die e 10.000 Frei-Exemplar« .Schlüssel der Entuncklui*g der iiiturtn Kräfte" an Männer ued Frauen zu »erteilen, welche an der .Entwicklung ihrer ruhenden Klärte" Interesse haben und besonders an solche, die die suggestiven und hypnotischen KrÜfte für nützlich» und höhere Zwecke anzuwenden wün-chen. Ausser d«' freien Zusendung dieses Buches eihSIt jede Person, di» sofort schreibt,kostenlos einepsyrho-analytische Charakterschilderung im Umfange von 100 bis SCO Worten von Prof. Ki owtes verfaßt. Wenn Sie ein Exemplar d»s Buche« von Pros Knowies u. eine Charakterschilderung wünschen, so brauchen Sie nur folgenden Vera abzuschreiben: „Ich erstrebe einen durchdringenden Blick, .Und auch &ro>sc lieiste»stärke, „Senden Sie mir eine Charakter-Deutung. „Und die Einleitung zu Ihrem Werke-. Senden Sie auch Ihren vollen Namen und Adresse deutlich geschrieben (unter Angabe ob Herr. I rsu oder Fräulein) nnd adressieren Sie Ihren Brief an : _PS\CI10-LGUY FOUNDATION, 8. A (Freie Verteilurgsubtoilung Dept. 2466), No. 18, rue de Londres, Brüssel, Belgien." Wmn Sie wollen, können Sie 6 Din in Brie marken > Ihrea Landes) für Petto etc., beifügen. Achten Sie darauf, daß Ihr Brief genügend frankiert ist. Porto nach Belgien 3 Din Sicherer Verdienst bis zo Din 10.000.- für aeile und fleissige Agenten, welche Privatkunden mit Artikeln besuchen, die m jedem Haushalte unumgänglich notwendig sind. Anträge unter „Nr. 250—30 * nach Möglichkeit auch mit Photographie an Interreklam d. d., Zagreb. Masarykova Nr. 28.______ Hummer 12 Veutfch» Zeitung Seite 7 89 Sibirien Erinnerungen aus dem Weltkrieg und aus Rußland Bon einem ehemaligen Siebzehner Der italienische Offizier übergab jemand die Papiere: Wir waren frei! Ich ging den anderen noch zu einer etwas entfernt stehenden Baracke. Dort amtierten einige Feldwedel — wie sonderbar mir ihre grünlichen österreichischen Uniformen und die umgeschnallten Bajonette mit den gelben Portepees vorkamen! — und wiesen uns Schlafstellen an. Ein Blut auf diese Schlafstellen ließ mich aus den Wollen fallen. Wie in einer Kriegsgefangenen-baracke! Nur war Stroh auf den Pritschen ausgebreitet Dem Feldwebel verkaufte ich ekne indische Nupie und kleine erotische Geldmünzen, wofür er mir einige österreichische Papiernoten gab. Dann faßten wir jeder eine Ponion Gollasch. Obzwar das Gollasch sehr suppig war und die Fleischstück chen zäh, staunte ich doch dankbar, daß die arme österreichische Heimat noch so eine Kost vermochte. Später stand ich vor der Baracke in dem Hausen der Heimkehrer und hörte zu, was die an-wejenden österreichlichen Soldaten erzählten. Ich »erstand wenig von alledem, nur das eine fühlte ich, daß die Stimmung augenblicklich sehr rot war. Emige Herumsteher äußerten sogar ihre Bewunderung für die russischen Bolschewiken! Da ich im Bewußtsein des Besitzes meiiles l>k>Lirejcheines nicht die Absicht hatte, im dumpfigen Stroh der Baracke meine erste Nacht aus hei-mijchem Boden zu verbringen, hängte ich nur bald wieder meinen Rucksack um und meldete den, Feld-webel meinen Abgang nach Blllach. Wenn ich zur nahen jugoslawischen Grenze, d. >. zur damaligen Demarkationslinie der Zone l, geführt werden wollte, würde ich wieder bei ihm ausrauchen. Also ging ich, verloren und wie in, Traum, in die Stadt Billach Auf und ab durch die Straßen, einmal bei dieser Auslage stehen bleibend, dann aus jener Straßenecke. Ich hatte das niederträchtige Gesühl der Enttäuschung und eines grenzenlosen Kummers. Mit meinem Sack kam ich mir vor w»e ein Bettler. Ich blickte den Mädchen nach, schrak zurück, als ich Gruppen von italienischen Soldaten erblickte, es war mir, als habe ich in dieser Welt nichts mehr zu suchen. Auf einem Platze konzertierte sogar eine italienische Musikkapelle. Unfreies Land? Biete junge Männer sah ich in österreichischen Osfiziersuniformen. Einige trugen noch ihre Atyeichen und Medaillen, aber alle erschienen mir irgendwie beraubt und deklassiert. An der Tür eines Friseurladens sah ich plötzlich — ich traute meinen Augen nicht meinen alten Freund Friedrich Krops aus Schalkendorf im Gottscheerland. Blond, rosig stand er tn der Tür, im weisjen Fnjeurmantel, lächelnd die Straße einmal hinauf, einmal hinab blickend. Zu meiner Zeit war er b« der ti. Compagnie des 17. Regiments in Klagenfurt Zugsführer gewesen. Ich »rat aus ihn zu, er schaute den schwarzen Gesellen in der italienischen Kluft an wie ein Gespenst. Freudiges Wiedersehen! Der gute Fried! macyie sich vald vom Geschäft los. und stieg dann mtt mir durch die «Katzen. Ich hörte immer nur zu, was er erzählte, von der neuen Zeit, wie er aus dem Feld heimge kommen war, wie man jetzt lebte. Wir kamen auch m emen Park, in dem eine mit der italienischen Flagge geschmückte Billa stand. Er erzählte von emer alltienen Kommission oder so. Gegen Abend suchten wir unseren Freund Anton vönigmann aus, der in Blllach bei einer Hvljfirma angestellt war. Das war jener Hönig-mann, der tm Jahre 1914 in meiner Manzlei als Gefreiter und als mein Nachfolger mit mir zusammen gedient hatte. Wahrend des Krieges war der Siebzehner Kader noch Judenbucg übersiedelt,- Tone war immer beim allen vaupimann Glaser grolle-den. Schließlich war er Fetdwebel gewesen. Hier traf ich ihn als feinen, eleganten Ziollisten wieder, mit dem verglichen ich cm exotischer Strolch war. Wieder einmal die gottscheerische Mutlersprache spre-chen zu hören, war für mich überwältigend. Sonst war ich über die Heimat furchtbar enttäuscht. Das also, H»eses Zerissene, Zerschlissene, Arme, war es gewesen, was als so heiße Sehnsuchtslieve in den langen sibirischen Jahren in unseren Herzen ge-konnt hatte! Bor meinem Geiste weiteten sich die blauen Wogen der Ozeane, schwebte der zauberhafte Dust der indischen Städte, breiteten sich die unend-lichen Wetten Sibiriens aus: wie klein erschienen «mr hier diese Wäldchen tm Park, die Häuschen der Ktadt. die ärmlichen Bewohner! Mit Kröpf und Hönigmann blieb ich den ganzen Abend zusammen. Sonderbar, ich trank wieder Bier aus Klügeln wie in den alten Zeiten! Dann ging ich mit Kröpf schlafen. Er wohnte bei einer Bekannten aus der Gottjcheer Heimat, die eine geborene Kärntnerin war und Mizzi Schlas hieß. Fried! wollte mich in sein Bett stecken, ich wehrte mich aber so verzweifelt dagegen, daß er mich schließlich auf einem wohlbereiteten Lager am Boden liegen ließ. Am nächsten Bormittag nahin ich Abschied von meinen Freunden und wanderte nach Warmbad Villach ins Lager. Ein Feldwebel, dem ich eine ganze Handvoll ineiner überseeischen Zigaretten schenkte, wollte mich zur Demarkationslinie begleiten. Borher fragte ich ihn, was er glaube, daß an der Grenze mit meinen Zigaretten geschehen könnte. Du er mir sagte, daß sie mir wahrscheinlich abgenommen würden, und auch meine Freunde in Blllach dies als gewiß hingestellt hatten, nahm ich eine Mani-pulatton vor. Ich steckte mich rund herum um den nackten Leib unter dem Hemd mtt Zigaretten voll. Auf diese Weise erreichte ich eine fast behäbige Kor-pulenz, die mit meiner sonstigen Ausgeronnenheit in lächerlichem Widerspruch stand. Die Erde grünte schon überall, Frühlingsblumen sproßten, junges Laub streifte lind meine Hände, wahrend ich, der Feldwebel voran, auf einem schmalen Weg gegen die Demarkationslinie ging. Ich will aufrichtig sein: mit unheimlichen Gefühlen. Was wußte ich von Jugoslawien! Meine Heimat schien mir im aller-sremdesten Lande versunken zu sein. Der Weg ging neben einem rostigen Eisenbahngeleise, das scheinbar nicht mehr im Gebrauch stand. Meine unangenehme Erwartung stieg immer mehr, je näher wir dem Ziele kamen. Endlich war es da. Bei einem Bahn-Wächterhäuschen war eine Schranke quer über die Schienen gezogen. Das war die Demarkationslinie. Einige Soldaten standen dabei, mit den charakteri-stischen serbischen Militärmützen am Kopf. Ein slowenischer Korpora! nahm mich in Empfang, nicht erstaunt, nur kameradschaftlich forsch. „Wieder einer eingerückt? Wo kommst du her?" — „Aus Sibirien !" „Na, dann komm mit!" Keine Unter-suchung, keine Rede von irgendeinem Ävegnehmen. Mir tat es leid, daß ich dem Gerede m Blllach aufgesessen war, denn der Marsch in der sonnigen Fruhllngsluft hatte mich etwas erhitzt, so daß mir die Zigaretten recht unangenehm aus der nackten Haut anzukleben begonnen halten. Ich wurde in das Dorf geführt. Drüben breitete sich der blaue Spiegel des Fauler Sees aus. Im Hof eines Bauernyauses stand, saß und ging die serbische Kompagnie herum. Die Soldaten, junge, stramme Burschen, schauten mich neugierig an und sammelten sich m einem dünnen Kreis um mich, als ich mich vorsichtig auf einen kleinen Holzpflock niedersetzte und vor allem meine Ziga-reuen m die Schachteln zurücklegte. Rrtürlich wollten sie wissen, woher ich komme. „Aus Sibirien...!" — „Oh, Slbtrija!" sagte einer und schaute, wie mir schien, mitleidig drein. Ohne baß ich es ver-langt hätte, lies ein Soldat und brachte Mtr eine volle Menageschale Suppe mit dicken Fleischstückchen und Zieis darin. „Ißt" sagte er groo und schien sich seiner D«en>lsen«glell zu schämen. Gegen Aoend sag ich dann mit einem jungen Unterleutnant, der vorzüglich Deutsch sprach, als er sah, daß ich mich mu meinem stowenischrussischen Gemisch abplagte, in der iianztei aus der tzisenoayn-station. Er lieg von einem Soldaten einen Luer Wein und dann noch emen Ltter bringen. Der Wem wärmte, ich war sroy Über den guten Empfang und begann von Sibirien zu erzäyien. In dem leisen Dusel, der mir allinäyllch den Blick auf den See verschleierte, gefiel mir nun schon alles besser. Uebrigen» war der Unterleutnant ein Marburger. Ich fragte natürlich auch, wann denn der nächste Zug von Blace, so nannten die Soldaten den Ort, wegfahren werde. „Heule früh," sagte der Unter-leutnant, „ist der leyu gefahren, toie werden es natürlich nicht wissen, dag wtr jetzt m Jugoslawien Etjendahnerstreik haben." — „Ja, wie tomme ich dann nachhau»?" Er zuckte die Achseln. „Sie werden halt einige Tage der uns wanen, vielleicht ist die Geschichte schon morgen wieder vorüber." — „Einige Tage?! i)aoon ist keine Rede! Ich will nachhau»." — „Zufuß?" — „Ja. auch zufuß, wenn kein Zug geht." — „Ein dreyen weit, mem Lieber, von hier bis nach Gottfchee! Aber, wie gejagt, vielleicht können Sie morgen schon wieder Die Nacht verbrachte ich nicht bei der Mannschaft, sondern ich lag hochnobel im Marodenzimmer, das auf der Station eingerichtet war, auf einem regelrechten Strohsack. Die Weingeister wiegten mich in den Schlaf und tanzten in meinem Traum einen tollen Reigen. Es schien mir, als sei ich wieder in die „International Hut" im Hafen von Wadiwvstok gekommen und liege nun aus einem Klappbett unter den amerikanischen, englischen, französischen, russischen, tschechischen, japanischen Fähnchen . . . Es war ein herrlicher Morgen mit hellen Frühlingswölkchen am goldseidigen Himmel, als ich mich am anderen Tag auf den Marsch machte. Der dienstführende Feldwebel gab mir ein Papier und der Faaker See lag bald hinter mir. Ich wanderte gegen den Rosenbachtunnel zu. Der war das große Hindernis. Aber ich dachte mir, daß ich vielleicht über die Berge gehen könnte. Als ich vor ihnen stand und in den steilen Schründen hoch oben noch Schnee glänzen sah, fiel diese Hoffnung zusammen. Also durch den Tunnel! In der Umgebung des schwarz gerauchten Loches mußten vor kurzem Ka° nonen gearbeitet haben, denn ein eisernes Brückchen war ganz zerschossen. Auf einer Anhöhe stand ein kleines Bahnarbetterhaus. Ich ging hinaus, erzählte einer Frau, die mißtrauisch vor die Tür gekommen war, daß ich aus Sibirien komme und nun nach-haus möchte, und zwar durch diesen Tunnel. Ich bat um Kerzen. Sie gab mir ein Stück Brot und zwei Kerzenstümpfchen, schüttelte aber bedenklich den Kopf dabei. Eine ziemliche Strecke konnte ich im herein-fallenden Tagesdämmer im Tunnel ohne Schwierig-keit weitergehen. Dann aber wurde es immer finsterer und ich versuchte die Kerze anzuzünden. Mehr als die halbe Zündholzschachtel brauchte ich, bis sie brannte. Kaum war ich dann einige Schritte ge gangen, löschte sie im starken Luftzug wieder aus. Also es ging nicht. Ich zündete wieder an, aber wieder löschte sie aus. Es war mir zum Heulen zumute: ägyptische Finsternis vor mir, hinter mir das helle Licht des Ausgangs. Auf einmal sah ich im Finstern ein Licht schwanken; auch einige Stim mcn hörte ich. Ich drückte mich vom Geleise herunter an die nasse Wand. „Wer ist da?" fragte ein Mann „Ein Kriegsgefangener aus Sibirien." Die zwei Männer leuchteten mir mit ihrer Laterne ins Gesicht. „Wo wollen Sie denn hin?" — „Durch den Tunnel nach Aßling." „Was glauben Sie eigentlich?" lachte der eine ärgerlich, „das find acht Kilometer! Wie wollen Sie ohne Licht durchkom-men?!" — „Ja, eben", meinte ich kleinlaut, „ich kann aber doch nicht warten, bis der Streit zu Ende ist. Das kann noch vierzehn Tage dauern. Ich möchte nachhaus!" Die uitanner schienen gerührt zu sein. „Wisfen Sie was," sagte einer, „gehen Sie noch einige 20 Schritte wetter, dann werden Sie in einer Nische rechts Fackeln finden. Nehmen Sie sich eine, dann können Sie ganz gut durchgehen. Passen Sie aber aus, daß Sie nicht stürzen und vielleicht liegen bleiben. Es holt Sie keiner heraus!" Ich tappte weiter und richtig fand ich die Nische. Aus dem fruchten Schmutz zog ich eine dicke Fackel heraus und zündete sie an. Trotzdem sie ganz feucht war brannte sie zur meiner Freude doch schon nach wenigen Bersuchen. Sie brannte aber nicht gut. Beim Gehen mußte ich sie immer so hallen, daß die Flamme zurück gegen den Stil schlug und immer wieder frisches Harz ergriff. Ein unheimlicher Marsch. Bon der Wöloung rieselte Wasser auf mich und meine Fackel herab, deren rötlicher Lichtschein nicht weit reichte. Gerade nur, daß ich die schlüpfrigen Schwellen unter meinen Beinen sah und em kurzes Stück der glänzenden Schienen. Ich mußte sehr vor-sichtig gehen, weil tiefe Löcher zwischen den Schwellen gähnten. Bon Schwelle zu Schwelle, gerade so lange schritte mußte ich machen, wie die Entfernung zwischen den Schwellen betrug. Trotzdem ging e» schnell vorwärts. Ost rauschte es vor mir dumpf und drohend, das Wasser brauste dann herunter wie ein Wasserfall. So war ich vielleicht drei Kilo-meter weit gekommen in das finstere Herz des Berges, als meine Fackel in einem unvermuteten Wasserstrahl plötzlich erlosch. Als ob ich blind ge-worden wäre. Ich blieb wie angenagelt auf der Schwelle stehen. Ich hatte nicht mehr das Gefühl, daß rechts und links von mir Wände waren, es schien mir, als habe diese tiefste Finsternis die ganze Welt verschluckt und ich stünde muten in ihr drinnen. Ein eisiger Schauer rann mir über den Rücken, gleichzeitig brach mir der Schweiß au». Seit« 8 Deutsch« Zeitung Stummer 12 Wiener JVfesse 8. bis 14. März 1931 (Rotunde bis 15. März) SONDERVERANSTALTUNGEN: Möbelmesse / Reklamcmcsse / Pelzmode-Snlon Antiquitäten- und Kunstausstellung Ausstellung „Neuzeitlichc Betriebswirtschaft* INTERNATIONALE AUTOMOBIL-UN D MOTORRAD-AUSSTELLUNG Eisen- und Patentmöbelmesse/Ausstellung für Nahrungs- und Genussmittcl/ Bau- u. 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Seelenmesse wird Samstag den 7. d.M. um 7 Uhr früh in der Marienkirche gelesen werden Celje, den 5. Februar 1931. Familien Skoberne. KSBBU 'MW ■MBH Bl ■1 sU9H 5 IV '1 I K" . „ - - • I f * ' Vw« 1 ! * Atj » is JlF • ■ . r U—i Gestern abends ist mein teuerster, unvergeßlicher Gatte, unser herzensguter Vater und Bruder. Herr Anton Patz Spartasse-Direktor a. D. kurz vor Vollendung seines 60. Lebensjahres nach einem mit größter Geduld ertragenem Leiden unerwartet, jedoch sanft und ruhig verschieden. Wer ihn kannte, weis;, was wir verloren. Celje, Graz (Landestrankenhaus), am 3. Februar 1931. In tiefster Trauer: Therese Patz, Gattin Thea und Waltraut Patz, Töchter phil. Helfried Patz, Journalist. Sohn Mitzi Gassler, Schwester Die Beisetzung findet am Sonntag, dem 8. Februar um 4 Uhr nachmittags von der Aufbahrungshalle des städtischen Friedhofes in Celje aus. statt. (Eigentümer, Herausgeber und Schriftleiter: Franz Schauer in Kelle — Druck und Verlag: $mtn»fcachdraten .teUja" in feit«. gür die Druckerei verantwortlich: Guido »chidto biMtt.