MbacherH Zeitung Nr. 128. «rännmtl»« l«n»pl«l«: Im «lomploir ganzj. fi. il, halbj. N. 5 l». »» Post ganzj. fi. >5. halbj. fl. ? 5V. Freitag, 2. Juni. < Zeilen «r. Ir. glöße« pr. Zeile S lr., bei «f««», Vleberholun e» pr. »jell« 3 i,. 187«. Amtlicher Theil. An?t' l. und l. Apostolische Majestät haben mit «uerhöchster Entschließung vom 27. Mai d. I. dem vrovlsionierten l. t. Leiblalai Johann Hanausel in ^"""lnung seiner vieljährigen guten Dienstleistung das >"oerne Verdiensttreuz mit der Krone allergnädigst zu "Nechen geruht. Der Minister dcS Inncrn hat den ordentlichen "Mtlichen Professor für gerichtliche Medizin an der ^ner Universität Dr. Eduard Hofmann zum ordent-l s»I da« Gesrtz d„m l8. Mär, 187l', womit die 88 li. 7 »lid l» der laislllichs» Verordnung vom 9. November I>N8 (R. O. «, Nr. 205). betreffend die cumulative Anlegung ^, des Wailenvermügen«. ilbgeiiudelt werden; "t 5.2 da« Veslh vom ^U Mär, 1U?tt wegen Vollendung nnd Ilibetnebsehung der i!inie Fallenau.Oraßlih der bufchlie-hrader Llstnbllhngestllschaft; "r. 53 die Beiordnung der Ministerien der Iuft,z und der Finanzen vom 29. März 1876. betreffend mehrere Modi. ficationm der unterm 24. Juni IH59 (N. O. V. Nr. l23j luudgemachten Instruction über die Behandlung de« cumulative« Waisrnoermögene; ^r. 54 die Ver^rdnun« des Finanzministeriums vom 3!. Mllrz l»76, betr.ffend die «oUz>ebunff des Gesetze« vom 8. Mllrz !U76 (3t. O. V. Nr, 26). euchalmlt» einige Aendnungen der Verordnung vom l». Ap>il 1856 (N. G. V Nr. 50) donn der Gesetze vom !ll Dc,smber !8l;2 l«. O. V, Nr. 89) ">d vom 2i'. Februar 1864 (3t. G. V. Nr. 20) Über dir Stempel- und unmittelbaren Gebühren. ^« XVI. Stllck enthält unter ^ die Verordnung der Ministerien der Finanzen uud dr« Hotloel« vom 4. April 1876, betreffend die Zollbemessung i von Vrenu, und gemeinem Werlholze läng« der Grenze ' ,»?" ««ordnung de« Finanzministerlum« von, 8. Äprll /""». bellfflf„b hie Errichtung eine« Steuer» und gencht- »lr s;?^" Deposiienamle, ,u Viihmisch-Slaliy in Nühmen; I ' l °" T'lch vom 16, April 1876 Über die «erwendballeN I d^ c ^'»alionen be« von der Gemeinde Graz aus Grund °" '-"'desgesshs« vom 2. Mär, 1873 aufzunehmenden ver- i"?«l>che„ Nnlehen« von drei M,Uim,eu Gulden zur frucht- "'"genden Anlegung von Kapitalien der Stifluilgr» der ^r üffentlicher Aussicht stehenden Anstalten von Pup,ll°r,. D! » """6 l"'d Depositengeldern sowie zur Leistung von ! "l. 58 "N- «nd OsschiMcautionen; ' 1K7« 'llerordnunss de« Justizministerium« vom 20. Apr,l N.^', btliefiend die Errichtung de« Vezirlsgerichle« ,u der ^/tnmnde «Königliche Weinberge". II. Lhe'l. in Vühmcn; Nr. 59 die Kundmachung de« Finauiminifieiium« vom 24. April 1876, betteffend die Aujljebung dr« Nebenzollamle« zweiter Klasse zu Gllchsisch-Rcizenhain (Straße). (Wr. Hlg. Nr. 124 vom 31. Mai.) Nichtamtlicher Theil. Aus den Delegationen. Plenarsitzung der reichsriithlichen Delegation. Budapest, 30. Mai. In der heutigen Plenarsitzung wurden die vom Budgetausschussc der Rcichsrathsbelegalion am Kriegsbudget beantragten Abstriche mit 38 gcgen 21 Stimmen verworfen. Die als wünschenSwerlh zur Einführung angeregte Aufbesserung der Mannschaft«lost halte den General iMK. Varon Kellner zu dem weiter gehenden An« trage veranlaßt, die Delegation wolle zur Aufbesserung der MannschaftStost 1.600,000 st. mchr einstellen. Herbst bctämpfte diesen Antrag unter Hinweis auf die traurige Finanzlage. Er meint, daß in dem Nahmen eines Budgets in der HKHe von 22 Millionen Gulden sich wol Posten finden werden, bei welchen derartige Ersparungen würden gemacht werden tonnen, daß damit die Malmschaftslost aufgebessert werden könnte. Ein Antrag unter den heuligen Finanzverhiiltnissen auf Vuoget.Erhöhung erscheine ihm den Wünschen derjenigen, die ihr Vertrauen in die Delegation gesetzt haben, diametral entgeaen. Wenn er also auch für die Aufbesse» rung der Mannschaftslost stimme, so tonne er doch nicht für die Vewilligung eines noch höheren VelrageS sein, als der ist, welchen die Regierung verlangt. Grocholsti beanllagte oie Resolution, die Re< gierul'g werde ersucht, im nächsten Jahre geeignete Vorschläge biHufs Aufbesserung der Kost zu machen. Herbst, indem er erklärte, dafür zu stimmen, knüpfte daran die Vemerlung, daß damit nicht der Wunsch nach Erhöhung des Vuogels, sondern nur das gemeint sei, daß die Krieasoerwaltung bei anderen Po« sten Ersparungen mache und daß die Ersparungen für die Aufbesserung der Kost verwendet werden. Bai on Engcrth übernahm es, die Oegenantl üge gegen den VlldgelauSschuß zu stellen, beziehungsweise den Regierungsantrag aufzunehmen. Die oben rrwähntc Abstimmung fand denn auch bei El'gerlh« Antrag statt. Engerths Antrag welcher angenommen wurde, lautete auf Einstellung des V-trages von 22.082,729 st. bei Tilel 7. das ist desselben Betrages, welcher anch im Vorjahre bewilligt worden sei. Der Antrag lautete da« hin, die für Beriltenmachung der Hauplleute eingestellte Post zu streichen, in den anderen Posten aber die Zif. ern der Regierung anzunehmen, wodurch die vom Uus« chuß beantragte Herabsetzung des Präsenzstlmoe« weg« füllt. An der Debatte nahm nebst den Genannten auch Gectionschef General Be nebet theil, welcher bezüglich der im Jahre 1374 stattgefundenen Beurlaubungen die Aufklärung gab, daß diese eintreten konnten, well elne«> theils die Verhältnisse friedlich waren, andernthell« e« mcht nothwendig war, in Dalmalien einen doppellen Stand zu halten. Der Berichterstatter Dr. Klier hatte sich in seinem Plaidoyer für den Ausschußantrag darauf be» schränkt, seine Ansicht dahin auszusprechen, oaß die mill« tarische Ausbildung nicht geschädigt werden würde durch eventuelle frühere Beurlaubungen, denn ein intelligenter Mann wird mit seiner Ausbildung früher fertig wer» den als ein anderer; daher könne derselbe auch früher beurlaubt werden. Gegenüber den treffenden Ausführun« gen des Grafen And rassy bemerkte der Referent, daß nicht nur eine friedfertige Politik und eine schlag-fettige Armee genüge, um Oesterreichs Stellung im europäischen Völterconcerle zu wahren, sondern daß dazu noch zwei andere Factoren kommen müßten, nemlich Oeld und gute Freunde. Nachdem FML. Ben edel noch einmal den Ausführungen des Referenten in einigen Punkten entgegengetreten, wurde zur Specialdeballe geschritten und der eingangserwähnle Beschluß gefaßt. Der Antrag des FML. Kellner nwrde ab-gelehnt. Die Entthronung des Sultans. Ueber den Beginn und den Verlauf der Action, die den Sturz des Sultans Abdul Nziz und die Throncrhebung Murad Effendi's in Konstanti-no pel zur Folge hatte, gehen dem „N. Nr. Tgbl." auf Privatwege nähere Details zu, die die kargen offi-clellcn Meldungen wesentlich ergänzen und erweitern und daher ein größeres Interesse für sich in Anspruch nehmen dürfen. Was die Vorgeschichte der Katastrophe betrifft, so liegt dem genannten Blatte ein Brief aus Per» vom 23. v. M. vor, der bereits den Eintritt eines außer, ordentlichen Ereignisses ankündigt und die Eventualität erörtert, ob Abdul Aziz sich einer erneuerten Volksbewegung gegenüber werde behaupten tonnen? Gleich nachdem dir Softas dem Sultan ihr „Gesuch" mit der „Bitte", den Großoezier Mahmud Pascha und den Scheich-ul-Islam zu entlassen, überreicht hatten, lehrte Abdul Aziz in seinen Palast zurück, berief den Minister des Aeußern, seine Mutter, die Sultanin Valide. seine zwei ältesten Söhne, die Prinzen Iussuf Izzeoin und ^ Feuilleton. Uhrmacher von Htraßburg. Historisch. Novelle von F. Klin ck. (Fortsetzung.) Vi»rl«, H»pit«l. M Der«,. Die Flucht. , "Alck ""d dämmerte frühzeitig herein. Einen, un. l^ d>ii? T°a.e folgte ein kalter, regnerischer «bend, !'"«ln."b Isaak Habrecht sich zur Flucht rüstete, ^tNtn "K Regentropfen g^n t>,e Fenster seiner be-^, Er, Behausung. ^r n^U die Kleidung eines Knappen. Noch hatte hl,!? ^. ! die sechste Abendstunde verkündet, als Isaal it <"i H7^s s.z "tnnung vergoß, tröstete sie doch die Ver. ?? h^? >ldigen Rückkehr, welcher alsdann, wie " s°<""lein versicherte, sofort die Hochzeit fol. i wit*"' "ätz"« die Uhr die festgesetzte Slunbe Ad? Zanders?? W""en Seufzer griff Isaat nach ^^>lich^bt zu passten, l "h ratsch "" zur Rechten und Vinken das letzte l bug, von "" und Isaal Habrecht erhob da« Auge, M Vlllbeshorft mit seinen Reisigen zu ent- decken. Er hatte sich nicht getäuscht. Von der Seite her kam ein Trupp Männer auf ihn zu. „Er ist's! Er ist's l" riefen Stimmen, und in demselben' Augenblick fühlte sich Isaal Habrecht ergriffen. Hab ich's Euch nicht gesagt?" hörte Isaal eine hohnlachende Stimme rufen, und wie ein Blitz durch-fuhr es ihn, den Abgrund erleuchtend, an dessen Abhänge er ahnungslos gewandelt. Gleichzeitig aber erkannte er auch, trotz der Dunkelheit, das teuflische Gesicht, welches ihn anstarrte, es war dasselbe, bei dessen Anblick er an jenem Morgen erschrak, als der Graurock ihm den Un. tergang seines Wertes prophezeihte — Hugo von Raves, horst war der Elende, welcher ihm den Untergang be- Ich bin verloren!" murmelte er, und ohne Wi« derftand ließ er sich von den rohen Kriegstnechten binden und zurückführen. Isaat kam erst zum Oewußlslln, als er auf einem KäuNcin faulen Strohes lag und die Thür des Kerlers hin er ihm ?n da« Schloß gefallen war Nicht einmal ein Mt vergönnte man ihm, seme Umgebung zu schauen. Tastend ließ er seine Hand über d.e feuchte, schlüpfrige Wand gleiten. Was halte er verbrochen, dah man so mit ihm verfuhr? Stunde um Stunde verrann und lein Schlaf lam über ^saat Wachend und der Morgenstunde harrend, aß er ° und allgemach erwachte wieder sein Muth und sein Selbstvertrauen. Man tonnte ihn nicht unge-hört v rdamm n. und welche Zeugen, welche Beweise irgend einer Schuld tonnte man gegen ihn vorbringen? »ber der Morgen mußte nach Isaale Berechnung lünast angebrochen sein, und noch immer leine Erlösung. Nicht« regte sich ringsum, auch lein Lichtstrahl drang herein. Und je weiter die Stunden vorrückten, desto trüber wurden seine Gedanken. Endlich erbarmte sich seiner der Schlaf und gab seinem gequälten Herzen Ruhe. Freilich verfolgten ihn noch im Traume düstere, unheimliche Nil-der und er sah das hämische, gelbe Gesicht de« Grau» rockes über sich gebeugt, aber er fühlte wenigsten« nicht die Marter der Gedanken, welche ihn wachend quälten. Eine rauhe Stimme schreckte ihn endlich au« dem Schlafe auf, und er sah einen Mann mit einer Nelnen Laterne vor sich stehen. „Folget mir. Isaal Habrecht, auf daß Ihr Euch von dem Verdachte reinigt, welcher schwer auf Euch lastet." Mit einem Seufzer der Erleichterung erhob sich Isaal und folgte dem voranschreitenden Gefängniswärter. Es war heller Tag, als Isaat aus seinem Kerler stieg, welcher mindestens zehn Fuß unter der Erde lag. Die Sonne schien prächtig durch da« kleine vergitterte Fenster, welches nothdürflig den engen langen Gang erhellte, über den Isaal Habrecht in den Gerichtesaal geführt wurde. Da saßen sie vor ihm, alle die Herren vom Rathe, die ihm noch vor kurzer Zeit gehuldigt und ihn mit Reichthum und Ehren überhäuft hallen. Im Vorsitz saßen der alle Wendelin und Kunz von Hensichen, welche ihn mit strengen Blicken anschauten. Sie saßen um einen steinernen Tisch und bei der Thür standen Hen-lerslnechte, wie bei einem gemeinen Verbrecher. „Islllll Habrecht," begann der alte Wenbelin mit strenger Stimme. ..e« thut uns allen herzlich leid, Euch an dieser Vtelle stehen zu sehen, allein Ihr habt un! 968 Dschalal.ad-Dln, den Präfecten der Hauptstadt, den Kaddi-al-Asler (Oberrichter) von Rumelien und zwei der angesehensten Ulemas, wovon der eine Khatib (Porbeter) Ejub ist, zum Rathe. In der Moschee Ejub gürten sich die Sultane bei ihrer Thronbesteigung mit dem Schwerte Osmans und sie darf von keinem Christen betreten werden. Die Sultanin Valide rieth zu entschiedenem Auftreten und die Prinzen stimmten ihrer Großmutter bei. Die Medresses (Schulen) sollten sofort geschlossen und die Softas in die Provinz abgeschoben werden. Die Männer waren jedoch anderer Ansicht, sie schilderten die Gefahren der Revolution in grellem Lichte und forderten den Sultan auf, nachzugeben. Vergebens machte die Sultanin Valide darauf aufmerksam, daß Abdul Aziz, wie sein Vater Mahmud es gethan, nur die grüne Fahne des Propheten zu entfalten brauche, und daß dann die Gläubigen sich um ihn scharen und die Rebellen massacrieren würden. Der Sultan folgte den Eingebungen der Schwäche, er tröstete sich mit dem Gedanken, daß er nur dieses einemal nachgeben, dann aber, wenn die Eoftas mit neuen Forderungen kommen würden, zu den äußersten Mitteln greifen wolle. Als das Conseil damit endete, daß der Sultan nachgab, war er schon verloren, denn nun bildete sich eine Verschwörung gegen ihn, an der sich bald fast alle Staatswüroenträger und viele Generale betheiligten. Am 29. Mai nachmittags versammelten sich beim Großoezier alle Minister, ferner die hervorragenden Würdenträger des Hofes und mehrere Generale der Garnison von Konstantinopcl. Man besprach die immer ernster sich gestaltende Stimmung des Volles, das unverkennbar zu extremen Handlungen sich hinneige. Man war einig darüber, daß der Ausbruch einer Revolution drohe, die möglicherweise die größten Gefahren über das Reich heraufbeschwören würde. Das Voll lebe in der Ueberzeugung, Abdul Aziz sei unfähig, die Schwierigkeiten zu besiegen, die zu schaffen er geholfen. Die Politik des Staates tonne unter diesem Sultan lein festes Ziel verfolgen, und namentlich könne die Würde und das Interesse des Staates bei dem Einflüsse, welchen eine gewisse Macht auf den Sultan ausübe, nim« mer gewahrt werden. Ein „Thronwechsel" allein könnte das Voll beruhigen. Das war das Resultat dieser Besprechung, und noch an demselben Abend wurde Sultan Abdul Aziz davon in Kenntnis gesetzt und ihm die Nothwendigkeit, dem Thron zu entsagen, nahegelegt. Der Sultan hörte die Botschaft regungslos an und bemerkte blos, er werde sich die Sache überlegen. So stand es um Vorabend des Ereignisses. Keine Rettung war für den Sultan mehr möglich. Er scheint auch gar nicht den Versuch gemacht zu haben, scine Stel» lung zu vertheidigen. Er besaß keinen Freund, leinen Anhänger mehr. Ueber d von sei, die Insurrection bewältigt zu haben. Da das reguläre Militär zu diesem Zwecke bereits vollständig aufgeboten ist und man doch ;u leinem Ende kommen kann, ordnete vor einigen Tagen die kaiserliche Regle» rung die Einberufung der Reserve zweiter Klasse an. In Bulgarien sind ältere Leute, meistens Geschäftsleute, Profefsionisten und Bauern, zu den Fahnen einberufen worden. Bis zum 15. Juni müssen die Reservisten die-ser Kategorie zwischen Rustschul, Schumla Varna, Wid» din und Sophia concenlriert sein. Wenn man nur außer den Soldaten nicht auch noch Geld brauchen würde, letzteres ist aber der empfindlichste Punkt der Regierung. Der Vali Asem Pascha hat einen Ausweg gefunden, in« dem er um die Erlaubnis bc.t, auf jede Dorfgemeinde zwischen 5000 und 9000 Piaster „außerordentliche" Kriegssteuer ausschreiben zu dürfen, was ihm auch be« willigt wurde, ES ist aber sehr fraglich, ob die S^ lerung auch imstande sein werde, im voraus die Steuer" entrichten zu löimen. Diese Steue, anticipation tann iM Folge haben. Unsere VilajetS-Regierung publiciert schon zu »"><' oerholtenmalen, daß Abdul-Kirim.Pascha die Ins""" lion vernichtet habe. Da die Pforte wahrscheinlich W Meldungen auch nach Europa verbreiten läßs, so nW nach den folgenden verbürgten Daten genrlheilt werde», welches Bewandtnis es mit der angeblichen Niedern^ fung der bulgarischen Insurrection habe. Bei derSM Zeljesnit (türtisch Esli.Zagora), welche 20,000M wohner zählt, fand erst vor drei Tagen ein blM Kampf statt. Die Türlen mochten daselbst mll,dcstt>" 10,000 Mann stark gewesen scin, darunter bei M Mann Cavallerie und 1500 Tschel lessen. An ArlM' verfügten sie über 20 Kano.,en, die allerdings n,c"lg "^ Verwendung kamen, da zumeist mit blanker Waffe s^ arbeitet wurde. Die Türlen wurden schr hurt nM nommen, wenn auch die Insurgenten fast eben so schn"" Verluste erlitten. Der Kampf dauerte übcr 8 Stund^ Ein anderes Gemetzel fand bei Trnova statt.* standen 2000 Türlen einem Haufen von 4000 I>E genten gegenüber und vermochten sich dirser Ucberin^ nicht zu erwehren. Man sagt, daß ein Drittel dcr M ten in diesem Gefechte über die Klinge gesprungen^ Würden die Insurgenten von den Türken nicht übl rascht worden sein, so hätten sie schwerlich diese KalNff angenommen. In der Regel weichen die Bulgaren jede Kampf aus und suchen vielmehr den Ballan zu 9^ neu, dessen Zugänge sie start befestigt haben, und^ sie erst ausgerüstet und organisiert werden. Aus Sen vica, Lom und Vraöa, die an der Donau liegen, " alle waffenfähigen Bulgaren in ,den Balkan aczos^ Wo die Insurgenten aber, durch die Ocrtlichtcit n"^ stützt, Posto gefaßt haben, da haben sie sich b'sH noch immer zu behauptm verstanden. So ist cs N^ sache, daß Hafiz Pascha bei Otlil-Köi geschlagen '""H und nach Tatar-Vazardjil retiricrcn mußte. Otli»'. ist von den Insurgenten furchtbar befestigt worden" dürften sie diese Position, von wo aus sie späte» l'^ Vorstoß gegen Philippopel zu machen beabsichtigen, "'.' so leichten Kaufes aufgeben. Von elncr Bczwingu»>1 bulgarischen NufstandeS kann, wie nach dem zu t'sl' nicht gut die Rede sein. ES lommen selten Kämpfc ^, weil die „geheime Regierung" sich mit der Org^ tlon der einzelnen EorpS beschäftigt. Aus Serbie" vor zehn Tagen in die Berge bei Wibdin eine ". Schar von 700 Mann gelangt, welche ourchw^ ^ Hinterladern und Revolvern versehen sind, und von ^ fähigen Offizier befehligt werden. Aller Voraussicht^ sind wir erst am Anfange des AufstandcS, n^ wahrscheinlich in 10 bis 14 Tagen bedeutendere , mensionen annehmen dürfte." >l Die serbische Nationalanleihe. Bezeichnend für die erregte und kriegslustiges! mung, von der Serbien zur Stunde in hohem,,^ beherrscht wirb, ist ein am 27, v. M. in den ofl'^ „Srbsle Novini" enthaltener Aufruf des Sta»^ von Belgrad, worin derselbe alle Bürger z"^ thelligung an dem von der Regierung ausgeschl"^! Natlonal'Anlehen dringend auffordert. Der ge"" Aufruf lautet in wortgetreuer Uebersetzung: „Belgrader! ^ Wie Ihr wisset, haben unsere Brüder in v"^l< und der Herzegowina, durch unerhörte Ora«!""^ z Grund und Ursache genug zur Unzufriedenheit gegeben. Mit Reichthum und Ehren seid Ihr überhäuft und zum Uohn dafür wollet Ihr Euch undankbar erweisen. Redet, wie vermögt Ihr Euch zu vertheidigen?" «Lasset mich erst wissen, edler Herr, wesfen man mich beschuldiget? Ich glaube wol eine andere Behandlung verdient zu haben als die, welche man mir zutheil »erden läßt," entgeanele Isaak Habrecht sich stolz auf> richtend. Da runzelte Herr Wendelin zornig die Stirn. ..Ein wenig mehr Demuth würde Euch wohl an< stehen, Isaal Habrecht," sagte er finster. „Sprecht, habt Ihr uns nicht das Versprechen gegeben, die Stadt nie. malS ohne unser Vorwissen zu verlassen?" „Wol habe ich das gethan, edler Herr, und ich habe mein Wort getreulich gehalten. Warum ich aber jetzt die Stadt verlassen wollte, das mag Euch Ritter Hugo von Raveshorst sagen — ich vermag es nicht." „Mit dem Ritter von Raoeshorst haben wir nichts zu schaffen," versetzte Kunz von Hensichen. „Ihr seid hier der Angeklagte, und Ihr sollt uns Rede und Ant. wott stehen." „So stellt mich meinem Ankläger gegenüber, Ihr Herren, damit ich von ihm höre, wessen* er mich be» schuldigt." „Haben wir'S Euch nicht gesagt, wessen man Euch beschuldigt?" versetzte Wendtlin. .,Warum wolltet Ihr die Stadt verlassen, wieberhole ich mrine Frage, inde« Ihr mir die Versicherung gäbet, daß Ihr nicht daran dachtet, die Stadt zu verlassen?" « ^^ Schrecken sah Isaak Habrechl, in welche« fest Mochlme Netz er gerathen war und elne tiefe Muth. losigleit überkam ihn. Der einzige Zeuge, welchen er beibringen tonnte, war zugleich sein Anlläger. Die That« fachen aber widersprachen seinen Versicherungen — er fühlte sich verloren, und ihm fehlte der Muth, die Wahrheil in ihrem ganzen Umfange zu belennen, dieweil er doch teinen Glauben finden würde. „Was Ihr auch von mir denlen möget, Ihr Herren," sagte er nach einer Pause, „ich lann nichts welter, al« Euch meine Unschuld versichern. Wollei Ihr mir leinen Glauben schenken, ich kann's nicht ändern, aber ich hoffe, Ihr werdet mich nicht verdammen, wo Ihr nur einen so schwachen Beweis habt, welcher gegen mich spricht." „Einen schwachen Beweis nennt Ihr dies?" sagte Wendtlin streng. „Wir aber halten ihn für einen voll» glltigen Beweis, und dieweil Ihr denselben nicht wider« legen könnt, so betrachten wir Euch als schuldig, bis Ihr uns vom Gegentheil überzeugt habt. Darum redet offen und ehrlich die Wahrheit, vielleicht lann Euch das vor härterer Strafe retten. Verharret Ihr aber ln Eurer Verstocktheit, so mögt Ihr der härtesten Strafen gewärtig sein. Zum lehtenmale fordere ich Euch auf, die Wahr. heit zu reden." Da seufzte Isaal Habrecht aus tiefster Brust auf. «Herr, thut mit mir, was Ihr wollt — ich ver. mag es nicht mich zu vertheidigen, sondern unterwerfe mich Eurem Urtheilsspruche! Meine Feinde sind mäch. tiger als ich, und wenn mein Untergang beschlossen ist, so lann mich nur der Gedanke an meine Unschuld trösten." „Führet ihn fort," sagte Herr Wendelln streng, durch Isaak Habrechts Ruhe und Ergebenheit in fein Schicksal noch mehr gereizt. „Und gedenket meiner^ wenn Ihr nicht binnen drei Tagen ein uwi^e» Geständnis abgelegt, so wird man Euch zu ^ wissen, die Wahrheit zu bekennen." „ bl' Isaal Habrecht wußte, was die letzten M ^ deuten sollten, und ein Schauder durchrieselte iy^ ^ nicht ein Wunder geschah, war er vetteren, be" lpl<^ Feinde wollten seiim, Untergang, «ber er n»^ ^> nicht mehr. Mit zu Boden gesenktem Blick folg" ^ Gefangenwärter, welcher ihn ln feinen Kellt brachte. .„ ^ l«! Isaal Habrechts Urlheil war bald 8^, ^ lete auf fchuldig. In Unerlennung seiner Dtt''' ^ welche er der Vaterstadt geleistet, wollte man 1'^ F begnügen, ihn zu blenden, um sich so !"" , «ewissern. jchl < Noch war Isaat daS entsetzliche Urtheil . ^ lündet, aber er zweifelte nicht mehr daran, ^/> ihm geschehen würde. Mit fast durchdringende a sah er in die Zulunft und waS er da «" F' wol wenig geeignet, ihn zu trösten und i" ^ So war das Ende des dritten .^ g^l ' lommen und Isaal Habrecht erwartete jeden seine Henkersknechte eintreten zu sehen. F". Da wurde seine Kerlerlhür »"sich '^Fe Das war nicht der Kerkermeister -- "" ^ ^..Isaal Habrecht," sagte elne Stimme, .." Euch Trost zu bringen." « ^l' ^ Die Stimme war Isaak nicht fr"«^ " tlü"" ! al« hätte er sie früher schon gehört, a»" l 969 ^rer Bedrücker, der Türken, veranlaßt, im vorigen Ammer zu den Wüsten gegriffen, um ihre Rechte als "«n? ^""ehmen müssen, welche seinen Interessen, Ge. "A", seinen Rechten und Pflichten entspricht. Ihr N??. bie Regierung auf diesem Wege mit Gut und vlut unterstützen. 1876 « ^" Stadtreftriisentanz in Belgrad, 14./26. Ma: zeial ^" derselben Nummer des Amtsblattes wlrd ange-Ul' daß Serbien der genfer Convention bcigetreten ist. Politische Uebersicht. «aibach, i.Iuni. Die großen Fragen der auswärtigen Politik haben auch in Frankreich die inneren Angelegenheiten mo» mentan in den Hintergrund gedrängt. Uebrigen« find augenblicklich nur zwei innere Fragen, welche das öffent. liche Interesse in «nspruch nehmen, auf der Tages, ordnung: die Abänderung des Gesetzes über den höheren Unterricht und das Municipalgesetz. Das erstere soll bereits Donnerstag zur Debatte gelangen, und ist die Annahme des Waddington'schen Entwurfes, durch welchen das Gradoerleihungsrecht ausschließlich dem Staate zu» erkannt wird, außer Zweifel. Die achtundzwanzig Ear. dinäle, Erzbischöfe und Bischöfe, welche die katholische Universität von Paris gründeten, haben Übrigens ein letztes Mittel angewendet, indem sie an sämmtliche Sena» lore» und Deputierten eine Denkschrift richteten, welche ausführt, daß die Verleihung der Grade das natürliche Corollar der Freiheil sei. Das Memoire schließt mit folgenden Worten: „Die Achtung vor den Gesetzen, die Würde der Regierung und das Interesse des herrschen« den Regimes selbst sind an dieser Frage betheiligt und gebieten, nicht durch eine so bittere Enttäuschung die Klagen der in ihren Rechten getränkten Familien und die Einsprache des gesammten Episcopate hervorzurufen." Das neue Municlpalgesetz wird möglicher« weise den Anlaß zu einem Conflict zwischen der Regie, rung und der republikanischen Mehrheit der Kammer bieten. Der von einer außerparlamentarischen Commission ausgearbellele Gesetzentwurf über die Municipalordnung nimmt nemlich auch für die Eantonal-Hauptstädle das Recht der Mairesernenmmg für die Regierung in An« spruch. Die Republikaner wollen jedoch in dieser Beziehung nicht hinter das unter Thiers' Regierung von der reaktionären versailler Nationalversammlung votierte Municipalgesetz zurückgehen, welchcs das Ernennungsrecht der Maires nur in jenen Eommunen der Regierung zugestand, welche mehr als 4000 Einwohner haben. Die Republikaner haben, wie aus Paris telegraphiert wurde, in dieser Beziehung einen Vejchluß gefaßt und die Re> gierung davon verständigt. Es liegt somit in der Hand des Ministeriums, durch Abänderung seiner Vorlage einem Conflict auszuweichen. Da das berliner Memorandum der Pforte noch nicht in officieller Weise notificlert worden ist, so lst durch den inzwischen in Konstantinopcl erfolgten Thronwechsel eine neuerliche Vereinbarung der Mächte für ihre bei dem neuen Padischah zu machenden Schritte nothwendig geworden. Der neue Türlenlaiser hat den Forderungen des Memorandums gegenüber jedenfalls eine schwierigere Stellung, als sein nun abgesetzter Vor. ganger; er muß ja das im hohen Grade erregte Na-tionalgefühl seiner Unterthanen noch mehr berücksichtigen. Bekanntlich war schon unter Abdul Aziz die Ablehnung des Memorandums so gut wie beschlossen. ES erhellt dies aus den Instructionen, welche der türkische Botschafter Aarifi Pascha von Konstantinopel nach Pest mitgenommen hat, um den Grafen Andrassy über das Verhältnis der Pforte zu den Beschlüssen der berliner Con-ferenz aufzuklären. Das türkische Geschwader hat sich vom gol, denen Horn nach dem Archipelagus begeben, wo alle Mächte gegenwärtig durch Flottillen vertreten sind, Ruß. land am schwächsten. Wie schon neulich gemeldet, hat sich bei ihm unvermulheter Mangel an AuSrüstungs« material herausgestellt. d?.k!^" "ur als etwas Bekanntes; wem sie angehörte, "le er nicht. »Das wollte Gottl" sagte er wehmüthig. E. ur«h ,,^"^ zog den Meister mit fort. Er führte M "> «nen endlosen Gang ins Freie. Isaak athmete tief auf, als die frische, freie Nacht« luft seine Stirn umspielte. Wenige Augenblicke später sah Isaat Habrecht zwei ungeduldige Rosse. Ohne ein Wort bedeutete ihm sein Gefährte, eines derselben zu besteigen, und sich leicht auf das andere schwingend, löste er rasch die Zügel. Gin Hieb mit der Gerte, und dahin sausten die beiden feu. rigen Rosse. Sonderbar! Kein Hufschlag wurde gehört, nur da« Schnauben der beiden Thiere. Bald waren die Ring-mauern der Stadt passiert, uno erst jetzt hielt Isaals Begleiter lnne. .Gehabt Euch wohl, mein Freund", sagte er, „und haltet" Euch immer gegen Osten. Selb ohne Furcht. Ihr seid jetzt frei, denn Ihr habt leine Verfolgung mehr zu fu^en-^ ^^ ^^ ^ ^^ ^^ ^ Wer feld Ihr und wie soll ich Euch danken, wa« Ihr an mir gethan?" Lasset Euch das nicht lümmern, mein Freund, ich botte" wir sind uns nicht zum letztenmale im Leben beaea'net. Ich ehre Euch gar hoch, und ich danke dem Zufall, daß es mir gegönnt war, mich einem so großen Manne dienstbar zu erweisen." Weniae Minuten spät« lagte der Fremde der Stadt wieder zu, während Isaal n östlicher Richtung davon sp engte? Er halle aufjubeln mogen vor Freude und Entzücken; ein s° treuer Freund würde auch seine Gache in der Vaterstadt vertreten, und vielleicht lehrte er alsbald siegreich dorthin zurück (Fortsetzung folgt.) Die Vesila.Bai, welche zum Rendezvous für daS englische Geschwader bestimmt ist, liegl an der Nein-asiatischen Küste, hinter der Insel TeneooS und unweit des ersten Dardanellenschlosse«. Sie bietet einen auten und geschützten Ankerplatz und trägt ihren Namen von Besil'Tepe (Wlegenhügel), einem Hügel auf dem au» den Kämpfen um das alte Troja genugsam bekannten siegeischen Vorgebirge, von welchem die Bestla-Vai mit eingeschlossen wird. Die Bai war Station der britisch-französischen Flotte 1839 und l84O, sowie 1853, wo vor dem Ausbruche des KrimlrieaeS die vereinigte Flotte der Westmächle hier auf die türkische Kriegserklärung an Rußland wartete, um die Dardanellen zu passieren und das schwarze Meer zu occupieren. Dem „N. Wr. Tgblt." wird auS Velarao berichtet: Ein jetzt noch geheimes Manifest Milan« ist im Druck. Dasselbe ist an die Serben aller Confessionen, dann an Vosnien und die Herzegowina gerichtet. In den nächsten Wochen sollen 100,000 Imperials von Moskau nach Belgrad geschickt werden. Es ist dies die erste Unterstützung des slavischen Vereins. AuS Deutschland werden in Serbien Aerzte erwartet. In der Nühe von Varna uno nur einige Stunden von Konstantinopel entfernt, ist ein Aufstand ausaebrochen, an welchem sich 6000 Personen betheiligten. Auch eine Allianz mit Griechenland ist angeblich abgeschlossen. In Suez sind Dampfer mit verwundeten egyp« tischen Soldaten aus Massaua angekommen. Gerücht« weise verlautet, daß in Abessinien eine neue Schlacht staltgefunden hat, und baß e« den Ueberresten der abesfi-nischen Armee glückte, sich durch die egyptischen Linien durchzuschlagen. Der Khedive hat die Generalconsuln benachrichtigt, daß die auswärtigen Mächte die Auslegung des Artikels XI des Iustlzcodef, sowie das Erkenntnis in den Prozessen gegen die Daira nicht zulassen. Victor de Lesseps ist anstelle deS Herrn Daubren, der Sir Daniel Lange als londoner Agent ersetzt, al« General-Agent des SuezlanalS in Alexandrien ernannt worden. Kagesneuigkeiten. — (Josef «riehuber. ^) «lm Morgen de» 30. Mo» ift der berühmte Porträtmaler Josef Kriehuber in W,en ver« schieden, Kriehuber war seit Monaten »n» Sranlenlager gefesselt, und schon in den ersten Tagen be« April gob sein Zustand zu den ernstesten Vesorgniffen Anlaß. Vor welligen Tagen trat scheinbar eine Wendung zum veffern ein, nnb man hoffte, der greise Künstler werde den Seinen erhallen bleiben, doch leider war dieser Zustand nicht von langer Dauer. In der stacht zum Montag verschlimmerte sich d« Zuftaud be« Patienten derart, daß seine Angehörigen aus da« Schlimmste gefaßt waren. Plötzlich trat ei» rapider Versall der Kräfte de» Kraulen ein und er mußte deshalb mit den heiligen Slerbefacrameulen versehen »er» den. kriehub« verlor alsbald da» Vewußtsein, und am 30. Mai morgen» erlöste ihn der Tod von seinem Leiden. Die Valtin des Künstler«, sowie dessen beide Söhne, welche während der ganzen Zeit der Krankheit mit seltener Aufopferung Kriehuder pflegten, hatten sich die Nacht hindurch bi« zum LlNtMle de« Tode« oom Lager nicht entfernt. Das Lticheubegängm« be« Ver« blichenen, der ei» Alter von 75 Jahre« erreicht halle, fand Donnerstag Nachmittag» in Wien statt. ! — (Lomtesse Mathilde We nclheimj, die jugenb. liche und reizende Tochter de» Vrasen Karl Wenckheim, hat vorige Woche den Entschluß gesaht, den irdischen Freuden sllr immer zu entsagen und ihre ferneren Tagt im Kloster zu verbringen. Dil junge Gräfin, welche von der Viatur unt» vom Vlücle reichlich mit allem ausgestattet ist. um da« kebm nur von seiner schiln« sten Seite genießen zu ltlnnen, hat bereit» von ihrem Vater, von ihrer Familie, von ihrem Valerlonde «bschird genommen und ift nach Tiri>l in ein Kloster gegangen, m dessen kahlen Mauern sie nun bereit« seit einigen Tagen weilt. — (Ueberschwemmnng) Au» «lilli, 26. Mai, belichtet man der „Grazer Tage»poft": „Infolge der heute nacht» und vormittags eingetretenen wollenbrucharligm Negengllsse ist die Sann wieder ausgetreten und dürfte, da im Vebirge enorme Gchneemassen liegen, noch um ein bedeutende« wachsen. Mchft der Stadt ift dieselbe seit heule Mittag um acht Fuß gestiegen, und sixd der ganze Park sowie die Niederungen der Tlabt Über»' schwemmt," -(Theuere und doch mi«lungene«ev»nche) Im l°rl,b°der „Spr." lesen wir: ..Für einen Franzosen der hier Wohnung gemiethet hat. tr«f eine Kiste au» Pari, ein, welche — 30 Flaschen pilsener Vier beherbergte und »n Porto und Zoll viermal so viel kostete, »l» der Inhalt Der Franzose erllärle. daß er auf Unrathen seine« Arzte« diese« Vier in Pari« lrinle und sich dasselbe nur deshalb nachkommen lasse, um e» nicht direct von Preußen zu beziehen," Der arme Franzose weih nicht, daß Pilsen vorläufig noch in Oesterreich liegt. — (Pariser Weltausstellung.) Vei der pariser Weltausstellungs'Eommission sind infolge d,r Preisausschreibung 94 Vaupltlne sllr das Wel!»u«ftellung«gtbaube eingelaufen. Von diesen 94 Plllnen erschien leiner vollständig genug, um ohne jede Veränderung ausgeführt zu werten und mithin den erste« Prei« zu verdient«; dagegen wurde eine gewisse Anzahl von bloßen »Ntrlmnungspreisen. die zwischen 300« und !000 Franc« schwankten, vergeben. — (Lotto-Launen,) S»m»t»g wurden in Mailand folgende Nummern gezogen: 68, 6l, 66. 65 und 63. Ob diele confusen Nummern wol jemand gesetzt hat? 970 fokales. Uns dem Santtittsberichte des laibacher Gtadt-phyftlates für den Monat April 1876. (Tchluh.) IV. Aus dem Civilspitale ging für den Monat April d. I. folgender Vericht ein: Vom Monate März d.I. sind verblieben 376 Krank, im April d. I. wurden aufgenommen 215 ,, Summe . .591 Kranke. Abfall: Entlassen wurden 213 Kranke, gestorben sind . 31 „ Summe des Abfalle« . . . . 244 , Verblieben mit Ende April d. I. in Ve-Handlung...........347 Kranke. Es starben somit im Eivilspitale im Monate April d.I. 5-6"/, vom Gesammtkrankenstande und 12 7"/«, vom Abfalle. Unter den im Monate April d. I. im Eivilspitale Verstorbenen waren 11 Laibacher, d. i. solche, welche von der Stadt aus krank in das Spital kamen, und 18 Nicht-ttaibacher, d. i. solche, welche außer Laibach erkrankten und vom Lande aus krank in das Spital kamen. Den Krankheitscharatter im Eivilspital während des Monates April d. I. betreffend, war derselbe folgender: a) Medizinische Abtheilung: Vorherrschend waren tuberculöse Lungenaffectionen und Katarrhe der AthnnmgSorgane, dann 2 Typhuserkrankungen, davon eine mit tvdtlichem Ausgange. b) Chirurgische Abtheilung: In diesem Monate kamen vorwiegend bösartige Neubildungen zur Behandlung. Der Heiltrieb war, etliche asthenische Individuen abgerechnet, ein sehr günstiger. Fälle von Wundrothlauf wurden fast gar nicht beobachtet. c) Syphilitische Abtheilung: Es wurden vorzüglich primäre Affectlonen der Syphilis aufgenommen. ä) Abtheilung für Hautlranle: Es kamen meistens Exzeme zur Aufnahme. s) Irren t » g hiezu in Aussicht genommen, an welchem Tage bekanntlich auch die mit dem Schrückl'schen wien-adel«berger Vergnügung«-zuge hier eintreffenden Fremden in Laibach übernachten und sich daher gleichzeitig auch an der Garten-Eröffnung betheiligen liinnen. — (Hl> g elsch l ag.) Gleichzeitig mit dem oben geschilderten wollenbrucharligtu Regen zwischen Laase und Kreßniz entlud sich gestern auch in der Gegend zwischen Salloch und Josef«« thal ein verheerende« Hagelwetter. — (Vermuthliche V ra n d l e gun g.) Am 27. M°i um halb 10 Uhr abend« lam i» dem Wirtschaftsgebäude de« Grundbesitzer« Ialol, Kalan von Uuterfeichting ein Schadenfeuer zum Nusbruche, welche« da« genannte Gebllude binnen lurzem vollständig einäscherte. Di< Lulstthuligsulsache de« Vrandes lonutt zwar nicht mit absoluter Vestimmlheit eruiert werden, doch besteht der begründete V'idacht, daß da« Feuer nicht zufällig entstand, sondern von bilswilligtl Hand gelegt wurde. Das abgebrannte Object war auf den Velrag von 3)0 st. feuer« verstcheit. — (Verkehrsstörung.) Der gchern Nachmittag fällig gewesene wien unglüclten des politischen Bezirkes Umgebung Laibach: Herr Silmnto, Gafiwirth „zur Stadt Wien" in Laibach, bei 100 Kilogramm Erdäpfel und einen großen Sack mit Vrod. Frau Katharina Huoooernil in Laibach Nr. 112: 56 Kilogramm Erdäpfel und 50 Kilogramm Fisolen. Der hockroohlgeb. Herr l. l. Landespräsident slitter v. Widmann an Lebensmitteln sammt Zufuhren im Werthe von fl. 87 — Die lrainische Spartasse in Laibach......„ 500 — Herr Valentin Ieschlo in Laibach.......„ 10-- Frau Ioseflne Terpinz in Laibach......„ 10 — Die Gemeinde Iesca...........„ 9 — Herr Josef Mihitsch, Handelsmann in Leitmerih . . „ 2 — Vom hohen l. l. Landespräsidium......„ 700 — Der hochwürdige Herr Anton Urbas, Domherr . . „ 5 -Herr Theodor Luckmann, k. t. Postmeister in St. Marein..............„ 30 — Die Gemeinde Oberscbischla"........,. 1980 und 33 Kilogr. Erdäpfel mit 3 Kilogr. Fisolen. Der laibacher Turnverein die Hälfte beS Reinertrag» nisseö des Vergnligungsabenos am 27. Mai l. I. mit................^ 126 — Die lrainische Industriegesellschaft 255 Kilogramm Weizenmehl. Wird den edlen Wohlthätern der wärmste, tiefgefühlte Dank für diese so «ichlichen Spenden hiemit ausgesprochen, K. k. Oezirkshmlptmannschaft Laibach am 31. Mai 1876. Zum bevorstehenden Grottenfeste in Adelsberg empfehlen wir da« in unferem Verlage erschienene Handbüchlein: Die Adetöberger Grotte, von Hr. G. H Cofta, mit Tituationsplan der Grotte. — Preis broch. 30 lr. Jg. v. Kleinmayr k Fed. Bamberg's Buchhandlung, Neueste W. (Original.Telegramme der ..Laib. Zeitung.") Paris, I.Iuni. Die Thronbesteigung Murads wurde officiell dem Marschall Mac Mahon notificiert. Die Kanlmer verificierte die Wahl des Prinzen Napoleon. KsNstllNtinoPtl, 1. Juni. Ein laiserl. Rescript lün- digt Velbehaltung des gegenwärtigen Ministeriums an/ Ueberlassung von 60.000 Beuteln aus der Cloilllste sowie der Einnahmen sämmtlicher Privalgütcr der Krone für den Staatsschatz, empfiehlt Herstellung des Gleich' gewichts im Budget, sofortige Verbesserung der Finanzen, des Unterrichts. Reorganisierung des Staatsrathes, des Justizministeriums, weist die Minister an, eint Regierungsform ausfindig zu machen, welche allen Reichsangehörigen ohne Unterschied am besten entspricht, um jedermanS Freiheit zu sichern; spricht den Wunsch aus, die zwischen der Türlei und den fremde» Mächten bestehenden Freundschaftsbande sich immer engt. schließen zu sehen, und proclamiert endlich, daß Sultan Murad den Thron besteige durch Gottes Gnade und des Volles Willen.________ Pest, 31. Mai. Dem „Pester Lloyd" wird au« Konstanlinopel vom 30. d. M. gemeldet: „Ocstel" abends versammelten sich die Großwürdenträger des Ne>' ches mit dem Scheich'ul-Islam an der Spitze und ließt" durch den Hund des letzteren dem Sultan Abdul W verkünden, daß derselbe infolge dcr Unzufriedenheit de« Voltes seines Thrones entsetzt sei. Der gestürzte Aulta» wurde dann in Begleitung seiner Mutter nach dem Pa> laste Toplopa gebracht, wo sich derselbe im strengsten Gewahrsam befindet, so daß es schlechterdings unmöM . ist, die Nachrichten über sein Leben oder seinen Tod l" l controlieren. Heule morgens traten die Großwürdcnlll^ ger neuerdings zusammen, ließen in Gegenwart dir mW maS den präsumtiven Thronfolger Murad Esfendi!W ihre Mitte berufen und erklärten ihm, daß er dtH« Wunsche der Bevölkerung gemäß sofort den Thron lM steigen könne. Murad Effendi erklärte sich hiezu bettl» verfügte sich mit großem Geleite in die nahe MosllM und von dort nach dem Palaste zurück, um die HullW gungen entgegenzunehmen. Auch das Militär hat beltW Murad als Sultan proclamiert. Die Ruhc ist bishW nicht gestört worden. Auch die Patriarchate der chriftW chen Genossenschaften haben dem neuen Sultan gehlW "st-" <«W Berlin, 31. Mai. Die Nachricht von der »l» mordung Abdul Aziz' blieb bis jetzt nicht nur unl'cM? tigt, sondern wird sogar von mehrfacher Seite eiNjlh^ den dementiert. M Telegraphischer Wechsel«g,,r> H vom 1. Juni. ^M Papier - Nenlr 65 45, ^ Silber - «eiit. 6«vi0. - l^vM Slaals-Anlehe» 106 —. - Vanl-Nclieu 807 - . «rcoil ÄlUM 133 80 - London 121-85. - Silber 103—. K, l. Mü'N^^U lalen 5 73 - lttavol'onsd'or 9 64. — 100 NeichSmarl 59 4C f Wien, I.Iuni. Zwei Uhr nachmittag«. (Kchlxßco»^ «lreditaclien 13310, I8«0er Lose 106 75, 1»64rr ^nse l^^ llsterreichische Rente ,n Papier 65 50, Swalödahn 253 . >M, bahn 181—. 20.Frauitnsts,lfe l>64-, uüffalllchr lsiedüac»" 112-, «sterreichische ssrancnbaül 15- . üslerrcichische Aügtob" 64—, Lombarden 78 25. lluionba»! 56 50, llülllo-oric»!«»!" Vanl — —, ifloydactiti, 320 - -, austro-oltomauijche Vanl '^ «Urlischr Lose 19 20. «kommunal - «ulehen 96-. EgYp"" 77—. VedrUckt. Angekommene fremde. Äm 1. Iimi, ,, Hotel Siadt Wien. Tachner, itfm, Wien. - Fogl,^ Trieft. — Davis, Geistlicher, Mariathal. - Richter, Kfm.,/"H den. — Owin, Verwalter. Radmannsdorf. — Pleb«" Podgora. , x,A Hotel Glefant. Noscb. Hrasinil. - hereßbacher, Filnsl»^ — warzarolli, Senosetsch. ^ Nrmellini, Nergo. — "As, Troppau. -- Schöner, Haselbach. — Schweiger, Arzt, ^ — hoievar. Vurlfeld. _,^, Kaiser von Oesterreich, gange, Ngram. - Pachernig,"" Sternwarte. Gurnil, Aeamter, Pievali. Ml< »lohren. Kindig, Privat, Idria. — Vwajc, Wien. -" " ceglia, Fiume. ^^^ Meteorologische BcodachtulilM m Laiba^ ff «ßk Z« r. ^ 7U.M«. 734.V« i-16,4 SO. schwach heiter 12'' I. 2 „ N. 733.« >I5.« NW. mUßig bcwöllt 3le«" 9„3lb 785.7< »13» NW. schwach! bcwttM ^ Morgens heiler, gegen Mittag zuiichmende Vewöllu'H j,, 12'/, Uhr Sturm mit Gewitter, au« NW. nach O. z""^ li«' nordiistlicher Umgcbmig laibach« Hagelschlag, i!ach»"» . l,st abend« trllbe. abwechselnd sanster Rege». Das Tage«m> Wärme -l- 15 2', um 1 i»° uuter dem Normale. Verantwortlicher Ncdacteur: Otto mar «ambe^ Danksagung. Fur die so liebevoll bewiesene Theilnahme "Nb,^, dcr Kranlhcit misere« iunig geliebten Vohn", Bruders und Schwagers Gustav Nuda und fl!r die zahlreiche Vegleitunl, z" b'sf" Uu-Ruhestlltte. wie auch fllr die dargebrachte !!»"» ^^, menspende sprechen deu herzlichsten Da»! °u« Verwandten, Freunden und Bclalmtei, die tiefbetrübten Hinterbliebene«.